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I N D U S T R I E S E R V I C E - S E R V PA R C

So verlieren auch Audits ihren Schrecken

Das Qualifikationsmanagement soll konsequent optimiert und ausgebaut werden, beispielsweise sollen weitere Fortbildungsmaßnahmen über die Plattform laufen. Bild: Rettenmaier

Atoss Workforce Management für Qualifikations- und Weiterbildungsmanagement Ist der Mitarbeiter als Ersthelfer ausgebildet? Kann er einen Lkw fahren? Verfügt er über weitere relevante Qualifikationen? Auf diese und viele andere Fragen weiß man bei der Firma J. Rettenmaier & Söhne heute die Antworten. Möglich macht dies ein ganzheitliches Workforce-Management. In der Praxis bedeutet dies, dass alle Schulungen heute IT-gestützt gemanagt und transparent dokumentiert werden. Die Qualifikationen der knapp 3.000 Mitarbeiter weltweit an den über 60 Standorten fließen dabei automatisch in die Planung ein. Bei der Firma J. Rettenmaier & Söhne geht es um die mechanische und chemische Verarbeitung pflanzlicher Rohstoffe wie Cellulose, Getreide-, Frucht- und Holzfasern. Rund 3.000 Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig, davon 1.600 in Deutschland. Mit 800 Beschäftigten ist das Stammwerk in Rosenberg der größte Standort des Unternehmens. Das Unternehmen setzt auf ein ganzheitliches Workforce-Management. Was genau dahintersteckt und welche Vorteile dieses bietet, zeigt sich, wenn man die unterschiedlichen Abläufe näher betrachtet. So werden beispielsweise rund 1.600 Mitarbeiter bereits seit über zehn Jahren mit einem Zeitwirtschaftssystem von Atoss gemanagt. Doch damit nicht genug: Die Meister an elf deutschen Standorten organisieren die Einsätze der etwa 600 Produktionsmitarbeiter mittels einer Personaleinsatzplanung. Ferner wurde die Reduktion administrativer Aufwände mit der Einführung des Employee & Manager Self Service vorangetrieben. Ein auf das Unternehmen zugeschnittenes Workflow-Management ersetzte zudem komplexe Genehmigungsprozesse, Papieranträge, Medienbrüche und Fehlplanungen. Mittlerweile beantragen Mitarbeiter beispielsweise IT-gestützt über den Self Service ihre Abwesenheiten oder Zeitkorrekturen und haben jederzeit Einsicht in ihre aktuellen Zeitkonten. Das trägt zu mehr Eigenverantwortung und Motivation bei den Mitarbeitern bei. Auch bei einer weiteren großen Herausforderung schaffte das Workforce-Management Abhilfe. Es geht um Audits. Hier zeigte sich ein Handlungsbedarf in der Organisation von rechtlich notwendigen Schulungen. Kein Pappenstiel, denn bei J. Rettenmaier & Söhne hat dieser Bereich immerhin einen Umfang von rund 3.500 Schulungsstunden pro Jahr. Klar war aber auch, dass effektiv umstrukturiert werden musste, um die Transparenz über arbeitsplatz- und mitarbeiterbezogene Qualifikationen, zum Beispiel Gefahrstoffbeauftragte, Staplerführerschein, Gefährdungsbeurteilung oder auch wichtige Zusatzqualifikationen wie Ersthelfer oder Brandschutzbeauftragte sicherzustellen. Außerdem war eine systematische Überwachungsroutine notwendig, um zu jeder Zeit Gesetzeskonformität gewährleisten zu können. Heute, also nach der Einfügung des Atoss Qualifikationsmanagements, werden jedem Musterarbeitsplatz spezifische Soll-Qualifi-

kationen, allen Mitarbeitern ihre persönlichen Ist-Qualifikationen zugeordnet. Ist der Mitarbeiter als Ersthelfer ausgebildet? Kann er Lkw fahren? Verfügt er über weitere Qualifikationen? Auf diese Fragen weiß das System die Antworten. Und nicht nur das … Mithilfe des Systems kann nun in der Qualifikationsmatrix automatisch und schnell ein Soll-IstAbgleich durchgeführt werden. Auch die bereichsübergreifende Vertretungsorganisation wurde vereinfacht, da der verantwortliche Meister im Falle einer Unterbesetzung einen sofortigen Überblick über Mitarbeiter mit Mehrfachqualifikationen hat. Clever: Innerhalb der Matrix werden nicht vorhandene oder ausgelaufene Qualifikationen mit einer Red Flag visualisiert, sodass Trainings umgehend eingeleitet werden können. Diese werden im Weiterbildungsmanagement dokumentiert, wo auch alle zugehörigen Unterlagen wie Teilnehmerlisten, Zertifikate und Schulungs- und Prüfungsunterlagen zur Wirksamkeitskontrolle abgelegt sind. Nach erfolgreicher Schulung wird die erlangte Qualifikation automatisch in das Ist-Profil des Mitarbeiters übertragen, inklusive des neuen Auslaufdatums. Mit dem Atoss-Aufgabenmanagement wurde zudem ein systematischer Überwachungsmechanismus eingeführt, der ein proaktives Qualifikationsmanagement möglich macht. Einladungen zu fälligen Trainings werden beispielsweise automatisch an die Teilnehmer verschickt, die Meister per E-Mail informiert. Heute werden alle rechtlichen Vorgaben erfüllt, die planungsrelevanten Verantwortlichkeiten wurden dezentralisiert und Entscheidungen dorthin verlagert, wo sie auch getroffen werden. Die Umstrukturierungen brachten nicht nur die Re-Zertifizierung, auch das Vertrauen der Auditoren und des Managements in die neuen Schulungsmechanismen stieg an. Robert Schwabl, HR-Manager und Projektleiter, bestätigt: „Die wiederholten kritischen Anmerkungen zu unserem Schulungsmanagement im Rahmen der Zertifizierung nach ISO 50001 war für uns der Impuls, unser Weiterbildungs- und Qualifikationsmanagement auf den Prüfstand zu stellen und konsequent zu überarbeiten. Die umgesetzten Maßnahmen stellten nicht nur die Re-Zertifizierung sicher, auch die Auditoren sind von unserem neuen Qualifikationsund Schulungssystem begeistert.“

JJuni 2019

Inzwischen sind weitere Länderorganisationen in das Schulungskonzept integriert. www.jrs.de www.atoss.com

So viel mehr als „Robot-as-a-service“ Leadec: So treibt die Automatisierung die Fabrik von morgen voran Leadec zeigt auf der Servparc Lösungen rund um die zukunftsorientierte Fabrikgestaltung und Instandhaltung. Ein Messeschwerpunkt wird in diesem Zusammenhang die Ersatzteilversorgung mithilfe von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) sein. Gemeinsam mit einem Robotik-Start-up setzt der technische Dienstleister hier auf das Thema „Robot-as-a-service“ für die Fertigungsindustrie. Die fahrenden Roboter FTS können nach Angaben von Leadec, Anbieter technischer Dienstleistungen für die Fertigungsindustrie, flexibel zwischen Wareneingang, Lager, Produktion und Werksgelände eingesetzt werden. Sie transportieren auf diese Weise und ohne menschliches Zutun z.B. Ersatzteile sicher, schnell und voll automatisiert. So gestalte sich der innerbetriebliche Materialfluss effizient und zugleich transparent, denn der aktuelle Standort und die Ladung der fahrerlosen Transportsysteme lässt sich stets digital abrufen. Ein weiterer Messeschwerpunkt von Leadec ist das Thema Predictive Maintenance. Damit Betreiber einer Anlage jederzeit über deren Zustand informiert sind, bietet der Dienstleister unter anderem eine Software und Sensoren zur entsprechenden Über-

wachung an. Die Technik erfasst an den Komponenten alle wichtigen Daten wie Temperatur, Vibration oder Druck und legt so die Grundlage für Predictive Maintenance. Das erhöhe die Wertschöpfung, da eine umfassende und kontinuierliche Überwachung der Anlagen das Risiko größerer Ausfälle senkt und somit Reparatur- und Folgekosten minimiert. Am Messestand präsentiert wird zudem eine Augmented-RealityAnwendung (AR). Leadec zeigt den Besuchern mithilfe von AR virtuell die verschiedenen Services aus den Bereichen Install, Maintain, Support und Engineer. Der Industrieserviceanbieter übernimmt schließlich im Bereich Engineer sämtliche Schritte von der Montage- und Fertigungsplanung über die Einführung von Produktionssystemen, Qualitätsmanagement sowie die Logistik-

planung bis hin zur Schulung der Mitarbeiter. Außerdem begleitet Leadec den kompletten Fertigungsprozess sowie die Optimierung entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferkette. Die Experten für Fertigungsstätten von Leadec geben ihr Know-how auch in Fachvorträgen weiter. So beleuchten Alexander Bonk, Geschäftsführer Central Europe, und Theodor Malcotsis, Leiter Project Development im Product Management Central Europe, in ihren Beiträgen die Veränderungen und Möglichkeiten, die durch die Digitalisierung und die zunehmende Automatisierung entstehen. Ein besonderes Augenmerk bei den Vorträgen liegt auf der Arbeitsgestaltung in der Zukunft sowie der zunehmenden Bedeutung von offenen Innovationsprozessen in Partnernetzwerken. www.leadec-services.de

Piepenbrock thematisiert Prüfservicedienste Zum Jahreswechsel hat der Dienstleister sein Portfolio in diesem Bereich ausgebaut Seit 2019 hat Piepenbrock seinen Service im Bereich der Betriebsmittelprüfungen und Wartungen deutlich erweitert. Neu hinzugekommen sind beispielweise die Prüfung von kraftbetätigten Fenstern, Türen und Toren, Lichtbogenschweißgeräten, elektrischen Ladestationen für Kraftfahrzeuge sowie Schutzausrüstungen gegen Absturz. Aber auch individuelle Lösungen sind nach Angaben der Experten möglich. Was alles realisierbar ist, wird auf der Messe in Frankfurt erläutert. Zusätzlich zu den bereits seit Jahren etablierten Prüfungen von ortsveränderlichen und ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln, von Leitern und Tritten sowie von Schultafeln übernimmt der Dienstleister Piepenbrock nun auch noch weitere Prüfungen - bundesweit.

Arbeitsschutz nach Maß Eine der nun neu hinzugekommenen Prüfungen ist die von kraftbetätigten Fenstern, Türen und Toren nach ASR A1.7. Neben dem Gesamtzustand stellen die Mechanik und Stabilität der Bauteile wichtige Prüfkriterien dar. Vorhandene Steuerungs- und

Schutzeinrichtungen sowie Antriebe werden ebenfalls geprüft. Die Techniker führen auch die Prüfung von Brandschutztüren und -toren sowie Rauchschutzabschlüssen durch. Die Prüfung von Lichtbogenschweißgeräten nach VDE 0544-4 übernehmen die Spezialisten nun ebenfalls - und das ist gut so, denn bei der Verwendung von Lichtbogenschweißgeräten fließen hohe elektrische Ströme, die eine Gefahr für den Anwender darstellen können. Zusätzlich zu Personenschäden können defekte Geräte Brände und enorme Sachschäden verursachen. Ein weiterer Aspekt: Wurden die erforderlichen Betriebsmittelprüfungen nicht

durchgeführt, verweigern Versicherer häufig die Zahlung. Tipp: Neben den Leistungen im Standardkatalog sind auf Anfrage grundsätzlich alle möglichen Betriebsmittelprüfungen verfügbar, beispielsweise die Prüfung elektrischer Ladestationen für Kraftfahrzeuge, sogenannte E-MobileLadestationen, oder die Prüfung von Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA). Auf Wunsch werden bei der DGUV V3-Prüfung im Rahmen der Mängelbeseitigung schadhafte Kleingeräte wie Steckerleisten direkt ausgetauscht. Was im Bereich der Prüfdienste noch so möglich ist, darüber informieren die Spezialisten auf der Messe. www.piepenbrock.de

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 3, Juni 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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