Page 42

M2

w www.b-und-i.de

I N D U S T R I E S E R V I C E - S E R V PA R C

JJuni 2019

Das ermöglicht, die Informationen der Geräte zentral auszulesen und für die verschiedenen Karma-Funktionen aufzubereiten. Was diese Technik ermöglicht, zeigt sich spätestens dann, wenn man mit dem Facility Manager des Bleyle Quartiers spricht. Er hat nun erstmals für alle Gebäude tagesaktuell sämtliche Werte von über 20 Verbrauchern im Bereich Strom, Wasser und Gas im Blick. So kann er beispielsweise Kostentreiber besser identifizieren und optimieren, als wenn er alle Verbrauchsdaten aus verschiedenen Quellen manuell zusammentragen müsste. Ein Ampelsystem zeigt ihm auf einen Blick den aktuellen Status der jeweiligen Gebäudefunktion. Ist alles in Ordnung, erscheint auf dem Bildschirm die Meldung „Alles läuft normal“. Karma ist eine Lösung für ein ganzheitliches und automatisiertes Gebäudemanagement. Es führt nicht nur Verbrauchsdaten aller Energiemedien zusammen, sondern dient beispielsweise auch zur automatisierten Überwachung von Gebäuden. Außerdem kontrolliert das System Temperatur, Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und Lichtstärke und unterstützt bei der Wartung und Instandhaltung der technischen Anlagen. Bilder: Karma

Fortsetzung von Seite M1 Neu hinzugefügt wurden die Strommesstechnik zur Messung des Unterverbrauchs, LoRafähige Zähler für Wasser, Gas und Fernwärme sowie Raumklimasensoren. LoRa ist die Abkürzung für „Long Range“, eine Netzwerktechnologie mit hoher Reichweite, tiefer Gebäudedurchdringung und geringem Energiebedarf, die das Internet der Dinge für die Immobilienwirtschaft nutzbar macht.

LoRa-WAN mit zentralem Gateway Die Zähler und Sensoren im Bleyle Quartier wurden in ein sogenanntes LoRa-WAN eingebunden, das über ein zentrales Gateway mit einer Outdoor-Antenne verfügt.

Energiemanagement per Knopfdruck Der Hausmeister sieht aber beispielsweise auch, wenn die Luftfeuchtigkeit in sensiblen Räumen, z.B. dem Serverraum, zu hoch ist und kann Gegenmaßnahmen einleiten. Gebäudenutzer wiederum werden beispielsweise über die CO2-Konzentration informiert, damit sie ausreichend lüften können. Karma ermöglicht zudem Fernablesungen der Verbrauchswerte für die Nebenkostenabrechnung und ein laufendes automatisiertes Energiemanagement. Das bedeutet: Firmen, die nach dem Energiedienstleistungsgesetz zu einem Energiemanagementsystem oder zu Energieaudits verpflichtet sind, können damit zeitund kostensparend die rechtlichen Anforderungen nach gültigen DIN-Normen erfüllen. Auf Wunsch gibt es sogar eine persönliche Unterstützung in Energiefragen. Mehrere Mieter im Quartier lassen sich beispielsweise von ausgebildeten und zertifizierten Karma-Coaches beraten.

Das Bleyle Quartier in Ludwigsburg vereint Wohnen und Arbeiten, Hotellerie, Medizin, Erlebnisgastronomie und Fitnesskultur. Um der Komplexität des Gebäudemanagements gerecht zu werden, setzen die Betreiber auf die digitale Lösung Karma, mit der sich, wie der Anbieter betont, Neu- und Bestandsgebäude mit minimalem Aufwand ganzheitlich vernetzen lassen.

Diese gehen zum Beispiel dann unregelmäßigen Leistungsspitzen auf den Grund und suchen nach Möglichkeiten, diese zu beheben. „Wir haben beispielsweise festgestellt, dass die Energiekosten des Boardinghauses im Vergleich zu anderen Gebäuden ähnlicher Größenordnung und Infrastruktur überdurchschnittlich hoch waren. Durch die dauerhafte Messung der wesentlichen Unterverbraucher konnten wir die Wärmepumpe als starken Kostentreiber identifizieren. Wir haben festgestellt, dass es für den Kunden wirtschaftlicher ist, wenn wir zur Kühlung der Räume nicht die Wärmepumpe, sondern als Alternative eine Klimaanlage einsetzen“, erklärt Tobias Möß, Energie-Coach bei Karma.

Mikro-BHKW statt Heizkessel Auch bei der Entscheidung, ob ein zentraler Heizkessel durch ein Mikro-Blockheizkraftwerk ersetzt

werden sollte, leistete das System gute Dienste: Die Berechnungen der Coaches ergaben, dass sich die Anschaffung und der Einsatz eines Mikro-BHKWs nach 3,76 Jahren amortisieren würde. Aufgrund dieser sehr kurzen Zeit überlegen Betreiber und Gebäudeeigentümer in diese Technik zu investieren, also den bisherigen Heizkessel für das Boardinghaus, das Studentenwohnhaus und einen Teil der Wohnungen gegen ein Mikro-BHKW auszutauschen. All das soll dazu beitragen, dass das Quartier in den nächsten Abrechnungsperioden energieeffizienter sein wird.

Gebäudesicherheit wird digital Neben diesen kaufmännischen und energetischen Themen wurden im Rahmen der Integration von Karma auch einige sicherheitsrelevanten Komponenten des Quartiers digitalisiert. Zum Beispiel kann der Verwalter nun automatisch den Schließvorgang mehrerer zentraler Eingangstüren, die er bislang manuell kontrollieren musste, automatisiert über Karma überwachen. Dann können die Nutzer individuelle Betriebszeiten für ihr jeweiliges Gebäude und die Eingangstüren hinterlegen. Sollte sich eine Eingangstür außerhalb der Betriebszeiten öffnen, bekommen Verwalter und Nutzer eine Nachricht auf das Smartphone oder die Apple Watch und können schnell reagieren.

Die Schließvorgänge werden automatisch protokolliert. Im Falle eines Einbruchs kann man auf diese Weise der Versicherung gegenüber nachweisen, wann welche Tür genau geöffnet wurde. Ebenfalls wurde eine Aufzugsanlage mit Sensoren ausgestattet, weitere sollen im Laufe dieses Jahres 2019 folgen. Die Sensoren überwachen permanent und in Echtzeit die Funktionsfähigkeit des Aufzuges und weisen auf etwaige Sicherheitsrisiken hin. Beispiel Nivellierung: Der Gesetzgeber verpflichtet beispielsweise Gebäudebetreiber dazu, die Nivellierung eines Aufzuges - also die präzise Bündigkeit zu den jeweiligen Etagen - regelmäßig zu überprüfen, damit keine Stolpergefahr für die Nutzer entsteht. Karma erkennt diesbezüglich automatisch eine abweichende Nivellierung und informiert dann die im System hinterlegten Personen. Das spart Zeit und Geld. Dabei bekommt sinnvollerweise jeder Verantwortliche wie Verwalter, Energieberater oder Nutzer exakt nur jene Informationen übermittelt, die er für seine Anforderungen braucht. Wer in welchem Umfang auf welche Gebäudedaten Zugriff hat, entscheidet in der Regel die Geschäftsführung beziehungsweise der Gebäudemanager: Er vergibt als Administrator die Zugangsrechte für die einzelnen Funktionen der App zum Beispiel an Facility Manager, Hausdienste, Sicherheitsdienste, Mitarbeiter oder Besucher. www.karma.de

Launch des Karma Web-Dashboards Auf der servparc 2019 zeigt die Karma GmbH live am Stand A5.02 ein neues Web-Dashboard. Neben der mobilen Verfügbarkeit für sämtliche iOS- und Androidgeräte, kann die Lösung damit nun auch über die gängigen WebBei einer Abweichung vom Normalzustand oder dem Ausfall einer technischen Anlage wird der Nutzer per Push-Nachricht informiert.

browser zur Bewirtschaftung von Gebäuden genutzt werden. Das Web-Dashboard fungiert dabei gleichzeitig auch als Instrument für ein automatisiertes und laufendes Energiemanagementsystem.

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 3, Juni 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 3, Juni 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

Profile for b-und-i