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Alexa, Siri und Co. Vor einiger Zeit ist sie bei uns eingezogen. Die Rede ist von Alexa, dem smarten Lautsprechersystem von Amazon, mit dem man z.B. Musik hören, Termine und Einkaufslisten verwalten und die Beleuchtung steuern kann - ganz smart, intuitiv, einfach per Spracheingabe. Alexa hört aufs Wort. Genau das ist aber das Problem, denn sie hört offensichtlich viel mehr, als sie sollte, und meldet sich

auch immer wieder zu Wort, wenn sie gar nicht angesprochen wurde. Spooky. Dass Amazon über Alexa mehr hört als vermutet, ist spätestens seit dem Zeitpunkt klar, als bekannt wurde, dass Amazon-Mitarbeiter Mitschnitte analysieren. Da bin ich froh, dass Siri nur einen begrenzten Zugriff hat und unsere Wohnung alles andere als „smart” ist. Wir sperren mit einem Schlüssel und nicht mit dem Handy auf, die Heizung stellen wir altmodisch

über den Thermostat ein und Fenster öffnen wir von Hand. Dass smarte Geräte und smarte Gebäude durchaus ein Risiko sind, darauf verweisen Experten, denn die Sicherheit hänge von jedem einzelnen internetfähigen Gerät ab, das mit dem smarten Gebäude und damit dem IT-System verbunden ist: Lichtsystem, Heizung oder Kühlschränke - sie alle können zu einem Risiko werden. „Wer sich also entschließt, das Bürogebäude

Bereits heute ist jede vierte Maschine smart Studie: Industrie 4.0 schon weit verbreitet - KI auf dem Vormarsch Im Rahmen einer repräsentativen Befragung in der deutschen Industrie wurden im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 555 Industrieunternehmen mit jeweils einer Größe ab 100 Mitarbeitern befragt. Demnach nutzen zwölf Prozent der deutschen Industrieunternehmen heute bereits Künstliche Intelligenz (KI) im Kontext von Industrie 4.0 - so ein erstaunliches Ergebnis dieser Befragung. „Künstliche Intelligenz erobert die Fabriken im Eiltempo und ist die Basis für kontinuierliche Verbesserungen in der Fertigung. KI hat das Potenzial, die Industrie zu revolutionieren“, ist Bitkom-Präsident Achim Berg überzeugt. Denn dank maschinellem Lernen lassen sich Daten unterschiedlicher Quellen miteinander verknüpfen, Fehler vorhersehen und Probleme beheben. Die Vernetzung kommt in den deutschen Fabriken voran, denn mittlerweile nutzt mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) bereits spezielle Anwendungen für Industrie 4.0. Ein weiteres Fünftel (21 Prozent) plant diese, so weitere Ergebnisse der Befragung. Außerdem hat sich der Anteil der Unternehmen, die angeben, dass Industrie 4.0 aktuell kein Thema ist und auch in Zukunft nicht sein wird, binnen eines Jahres um zwei Drittel auf drei Prozent reduziert.

Digitaler Sturm Wie weit die Entwicklung schon ist, untermauern auch folgende Zahlen: So ist im Durchschnitt heute bereits jede vierte Maschine (25 Prozent) in der deutschen Fertigungsindustrie mit dem Internet verbunden. In jedem zehnten Unternehmen (zehn Prozent) ist schon mehr als die Hälfte der Maschinen via Internet vernetzt. Außerdem versprechen sich die Unternehmen durch den Einsatz von KI in der smarten Fabrik eine Vielzahl von Vorteilen. Dazu gehören für jedes zweite Unter-

nehmen etwa die Steigerung der Produktivität (47 Prozent), Predictive Maintenance, also die Verbesserung der Fehlererkennung und dadurch eine Reduktion der Ausfallzeiten von Maschinen (39 Prozent), sowie Prozessoptimierungen in Produktion und Fertigung (33 Prozent). Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) meint außerdem, dass sich durch KI in der Fabrik die Produktqualität steigern lässt. Jedes fünfte Unternehmen verspricht sich eine bessere Skalierbarkeit (20 Prozent) und weniger Kosten für Personal, Wartung, Inspektion und Entwicklung (19 Prozent). „Die vierte industrielle Revolution wird oft als evolutionärer Prozess beschrieben. Das ist insofern richtig, als die Veränderungsgeschwindigkeit in anderen Sektoren viel extremer ist, etwa im Medienbereich oder Finanzwesen“, sagt Berg und führt aus: „Die Industrie ist komplexer und am Ende eines industriellen Fertigungsprozesses steht immer noch ein materielles Produkt. Die Schonfrist der Industrie geht aber allmählich zu Ende. Die Automobilhersteller und ihre Zulieferer sind die Ersten, die mitten im digitalen Sturm stehen.“

Ecosystems 2 - Der Unkongress: 1. und 2.10. Nach dem erfolgreichen Kick-offEvent in Berlin im Februar diesen Jahres lädt der Verein 4.OPMC Open Production & Maintenance Community e.V. zum Event „Ecosystems 2 - Der Unkongress” ein. Die Veranstaltung wird am 1. und 2. Oktober 2019 in der Grand Hall des Zollvereins Essen stattfinden. Neben Vereinsmitgliedern sind selbstverständlich auch Aussteller und persönlich interessierte Gäste willkommen. Wie der Veranstalter betont, erhalten im Zuge dessen auch Start-ups die

Möglichkeit, sich und ihre Ideen zur Digitalisierung vorzustellen. Schwerpunkt der Veranstaltung ist die Ausarbeitung der 13 Themenfelder in den Interaktionsgruppen. Tipp: Mehr zum Verein 4.OPMC und zu dessen Zielen und Ausrichtung findet sich in der Ausgabe 1/2019 der B&I ab Seite 4, die online zur Verfügung steht: https://issuu.com/b-und-i/ docs/b-und-i-betriebstechnik-uinstandha_e7f6d142e895ca www.4opmc.com

Eine große Hürde auf dem Weg zur smarten Fabrik ist für die Unternehmen der Fachkräftemangel, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Er hat sich in einem Maß verschärft, dass in jedem zweiten Unternehmen (55 Prozent) daran der Einsatz von Industrie-4.0-Anwendungen scheitert. Dabei visiert mehr als jedes vierte Unternehmen (27 Prozent), das Industrie 4.0 anwendet oder dies plant, in diesem Jahr Neueinstellungen an. Fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) hat im vergangenen Jahr bereits neu eingestellt.

Bedeutung der Ausund Weiterbildung Breiter Konsens herrscht darüber, dass eine gute Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in der Fabrik 4.0 immer wichtiger werden. Die Unternehmen bemühen sich, entsprechend zu reagieren: 49 Prozent haben im vergangenen Jahr Mitarbeiter für Industrie 4.0 weitergebildet, mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) plant dies für 2019. „Digitalisierung gelingt nur mit digital kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wenn vermehrt Maschinen, Roboter und Computer Tätigkeiten übernehmen, sind dafür nicht mehr nur IT-Spezialisten an der Spitze gefragt. Digitale Kompetenzen werden dann in der Breite von allen gefordert - und zwar bereits bei einfachen Alltagstätigkeiten“, betont Berg.

JJuni 2019

seines Unternehmens zum Smart Building zu machen, der muss sich darüber im Klaren sein, dass sich die Angriffsfläche für Hacker erheblich vergrößert“, warnen z.B. die Experten von Nozomi Networks und empfehlen, sämtliche Netze und Geräte umfassend zu schützen und abzusichern. Ich persönlich habe die Warnung ernst genommen und Alexa jetzt ins Bad verdammt - da gibt es nicht viel zu hören. Volker Zwick

Drei von vier Unternehmen fordern, dass es für Industrie 4.0 eine gänzlich neue Industriepolitik in Deutschland braucht. „Die Digitalisierung wird die Industrie in den kommenden Jahren tief greifend verändern. Und so muss der traditionell ordnungspolitische Ansatz deutscher Wirtschaftspolitik digital-industriepolitisch ergänzt werden“, ist der BitkomPräsident, Achim Berg, überzeugt. Bild: Bitkom

bewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und damit für die Sicherung von Arbeitsplätzen ist. Die große Mehrheit von 91 Prozent ist außerdem der klaren Meinung, dass die Digitalisierung für das eigene Unternehmen eher Chance als Risiko ist. „Die deutsche Industrie sieht sich beim Thema Industrie 4.0 trotz

eines harten Wettbewerbs mit den USA und China auf dem Weg an die Weltspitze“, sagt Berg. „Die Chancen sind riesig. Dem an Ressourcen armen und an Knowhow reichen Standort Deutschland kann nichts Besseres passieren als die Digitalisierung. Das Motto heißt: Machen.“ www.bitkom.de

FVI Award 2019 ausgeschrieben Das besondere Anliegen des Forum Vision Instandhaltung (FVI) ist die Förderung junger Nachwuchskräfte für die volkswirtschaftlich so wichtige Branche der industriellen Instandhaltung; eine Branche mit hohen fachlichen Ansprüchen, aber auch mit guten Zukunftsund Karriereperspektiven. Deshalb lobt das FVI auch in diesem Jahr wieder den Instandhaltungsförderpreis aus. Prämiert werden hierbei jährlich die besten Abschlussarbeiten zum Thema „Industrielle Instandhaltung“.

Dabei kommen sowohl naturwissenschaftliche und technische als auch geistes- oder sozialwissenschaftliche Arbeiten infrage, etwa Akzeptanzstudien oder Technikfolgenabschätzungen. Je Kategorie - Dissertation, Diplom/Master, Bachelor, Techniker - ist der Förderpreis mit je 1.000 Euro sowie mit einer einjährigen kostenfreien Mitgliedschaft beim FVI verbunden. Alle Details zum Award und zur Einreichung der Arbeiten finden sich online. https://fvi-ev.de/artikel/10492

Bedeutung von Industrie 4.0 Insgesamt kann die Bedeutung von Industrie 4.0 für Deutschland nicht hoch genug eingeschätzt werden: So sagen 85 Prozent, dass Industrie 4.0 die Voraussetzung für den Erhalt der Wett-

Die FVI-Vorstände André Wötzel und Rüdiger Proff überreichten auf der Maintenance in Dortmund in diesem Jahr die Schecks an die Preisträger 2018. Für die beste Dissertation wurde Dr. Alfred Kinz (Montanuniversität Leoben), für die beste Masterarbeit Marius Strotmann (TU Dortmund), für die beste Bachelorarbeit Alexandra Schwarz (Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim) ausgezeichnet. Bild: FVI

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 3, Juni 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 3, Juni 2019  

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