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DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

info@b-und-i.de www.b-und-i.de

Februar 2019

Rosarote Brille? Keineswegs! Infraserv Höchst zeigt, wie erfolgreiche Instandhaltung mit Datenbrillen funktioniert. Seite 06

23.–24.10.2019 Messe Stuttgart www.in-stand.de #instand

Rekonstruktion: Wenn es keine passenden Ersatzteile mehr gibt. Seite 15

Lager in den Radsätzen von Autoklaven müssen hohen mechanischen Beanspruchungen standhalten. Standardmodelle kommen hier schnell an ihre Grenzen. Bilder: NSK

Neue Lager lösen alte Probleme Ein Autoklav ist ein gasdicht verschließbarer Druckbehälter, der für die thermische Behandlung von Stoffen im Überdruckbereich eingesetzt wird; also eine Art Schnellkochtopf. Ein solcher Autoklav, eingesetzt bei einem Hersteller von Gasbetonsteinen, hatte bei den Rillenkugellagern an den Radsatzlagereinheiten viele Ausfälle. Experten nahmen sich des Problems an. Insgesamt zehn Autoklaven sind bei einem englischen Hersteller von Gasbetonsteinen im Einsatz. Im Durchschnitt mussten in der Vergangenheit an diesen Anlagen alle zwei bis drei Wochen die Radsatzlagereinheiten wegen Schäden ausgetauscht werden.

NSKHPS-Wälzlager sind wärmestabilisiert bis zu 200 Grad Celsius und geeignet für hohe Drehzahlen und Belastungen. Sie sind erhältlich mit einem Stahl- und Messingkäfig.

Thermische Reinigung

Doch es blieb nicht nur bei den Lagerschäden, denn sie führten in der Folge auch zu Schäden an den angrenzenden Bauteilen wie Gehäuse und Achsen. Der häufige Austausch dieser Teile verursachte nochmals höhere Arbeits- und Materialkosten als der reine Lageraustausch. Um genau zu sein: Knapp 140.000 Euro kosten diese Stillstände, die Schadensbehebung und die Instandsetzung der Autoklaven dem Baustoffhersteller pro Jahr. Grund genug, dass die Verantwortlichen nach einer Lösung für dieses Problem und die hohen Instandsetzungskosten suchten. In diesem Zusammenhang wandten sie sich an die Experten von NSK, damit diese praktikable Vorschläge für die Optimierung der Lagerstellen aufzeigen. Hierfür untersuchten die Experten von NSK in einem ersten Schritt die Radsatzlagereinheiten. Sie stellten fest, dass eine Kombination mehrerer Ursachen für die Ausfälle verantwortlich war. Ein Problem war eine übermäßige Belastung der Lager. Hinzu kam das Eindringen von Feststoffpartikeln und Feuchtigkeit, sodass die bis dato genutzten Lager schnell verschlissen und regelmäßig ersetzt werden mussten.

Die Lagerexperten von NSK empfahlen, die vorhandenen Wälzlager gegen NSKHPSPendelrollenlager auszutauschen. Diese Lager sind für größere Lasten und den Betrieb bei höheren Temperaturen ausgelegt. Erreicht wird dies unter anderem durch optimierte Käfige und Laufbahnen, die Verwendung von hochreinem Stahl und eine Wärmestabilisierung bis 200 Grad Celsius. NSK verspricht für diese Lager unter anderem eine 20 Prozent höhere Grenzdrehzahl als bei herkömmlichen Produkten und eine Steigerung der dynamischen Tragzahl um 25 Prozent. Durch die damit erreichbare höhere Lebensdauer sinken die Wartungskosten und es erhöht sich die Produktivität, betonen die Experten. Und tatsächlich: Seit dem Austausch der Lager profitiert der Baustoffhersteller von einer deutlich verlängerten Lebensdauer der Radsatzlagereinheiten. Auch die Schäden an den angrenzenden Antriebskomponenten wurden erheblich reduziert. In Summe führt dies laut Hersteller zu einer jährlichen Einsparung von 138.400 Euro und das trotz der etwas höheren Kosten für die nun eingesetzten Lager. www.nskeurope.de

TOP NEWS Maintenance und Pumps & Valves Dortmund 2019 B&I Messezeitung ab Seite M1 FVI-Branchenindikator Q4/2018 Die Schere geht auf Seite 02 Mobile Instandhaltung reloaded Papierhersteller ersetzt veraltete PDA-Lösung Seite 11 Instandhaltung über SaaS Excel-Listen ade: So funktioniert Instandhaltungsmanagement auf effiziente Art Seite 13

THEMEN Nachrichten

02

Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring & 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

28

Energie-Effizienz

25

Facility Management

27

Fertigungstechnik

16

Industrieservice

04

Management & Technologie

09

Materialfluss

31

Materialschonend Kunststoffe, Beschichtungen,

Reinigung

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Gummi, Farbe, Öle, Fette von Motoren, Maschinen-

Wartungs- & Werkstattbedarf

36

Zulieferteile

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Messen & Events

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Impressum

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komponenten und Produktionswerkzeugen entfernen lassen. Mehr Informationen unter: bit.ly/irofenanfrage1

be in motion

Verwendung von Ultraschall zur Reduzierung von Lagerausfällen. Seite 19

www.baumueller-services.com


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NACHRICHTEN

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Der Digitalisierung ein Gesicht geben ...

Digitalisierung geht als Wort leicht über die Lippen, hat aber als Thema so weitreichende Auswirkungen, ist so komplex, so vielschichtig, dass die Thematik nur schwer zu greifen ist. Digitalisierung, ursprünglich bezeichnete dies nur die Umwandlung von analogen in digitale Signale, wird dann (be-) greif- und erlebbar, wenn man sie an konkreten Projekten festmacht.

Dies betrifft nicht nur, aber eben auch die Instandhaltung: Augmented Reality, mobile Instandhaltung, die Kontrolle mit Drohnen, das Überwachen und Erkennen von Anomalien anhand von (vorhandenen) Daten mithilfe von komplexen Algorithmen, die Nutzung von Exoskeletten und und und. All das sind die Themen, die die Instandhaltung bewegen. Doch die Frage sei erlaubt: Was bringt’s? Die Einführung einer neuen Tech-

nik um der Technik willen ist wenig zielführend. Besser ist es, sich auszutauschen, von den Erfahrungen anderer zu profitieren, gemeinsam Themen zu erarbeiten, Standards zu schaffen und Synergien zu nutzen. In diesem Sinne ist auch die Gründung des Vereins 4.OPMC zu verstehen. Dr. Andreas Weber, Initiator und Vorsitzender, erklärt im Interview ab Seite 4, wie die Austauschplattform für die Themen der Digi-

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talisierung in Produktion und Instandhaltung funktioniert. Der Austausch, die Wissensvermittlung, aber auch neue Produkte und Lösungen stehen im Fokus der Messezeitung zur Maintenance in Dortmund, die dieser Ausgabe beiliegt. Das Thema Digitalisierung zieht sich dabei durch die Messe wie der sprichwörtliche rote Faden - und letztendlich mit zahlreichen Artikeln und Praxisbeispielen auch durch die B&I. Volker Zwick

FVI-Branchenindikator: Die Schere geht auf Industrielle Instandhaltungsdienstleister im Plus - innerbetriebliche unter Druck Das FVI hat vor Kurzem die Auswertung des Branchenmonitors für das vierte Quartal 2018 veröffentlicht. Demnach konnte sich die Stimmung bei den Dienstleistern im vierten Quartal deutlich erholen. Der Indexwert legte um satte zehn Punkte zu und erreichte damit ungefähr denselben Stand wie zu Jahresbeginn 2018. Ganz anders sieht es bei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen aus. Hier gab der Indexwert 70 Prozent nach und stellte somit das zweitschlechteste jemals verzeichnete Ergebnis dar. Bei den Industriedienstleistern ist nicht nur die Stimmung gut, sie blicken auch mit einer hohen Erwartungshaltung nach vorn. So prognostizieren fast 40 Prozent der Teilnehmer aus diesem Bereich eine vorteilhaftere wirtschaftliche Lage für die kommenden Monate. Hier gab es im Vergleich zum vorangegangenen Branchenmonitor eine auffällige Steigerung um 19 Prozent. Von steigenden Mitarbeiterzahlen konnten im vierten Quartal 2018 mehr als 54 Prozent der Instandhaltungsdienstleister berichten. Dem stehen knapp 4 Prozent der Dienstleister entgegen, die Personal abbauen mussten. Ein zukünftiger Stellenabbau wird jedoch weiterhin ausgeschlossen. Im Gegenteil: 60 Prozent der Dienstleister hoffen ihre Mitarbeiterzahl erweitern zu können. Ein Grund für die gute Stimmung dürfte auch die Preisentwicklung sein, die sich deutlich verbesserte. 28 Prozent der industriellen Instandhaltungsdienstleister konnten nach eigener Aussage ihre Preise steigern. Das sind 19 Prozent mehr als im dritten Quartal. Zum anderen reduzierte sich die Zahl der Instandhalter, die ihre Preise senken mussten, weiter, und zwar von 9 Prozent auf knappe 7 Prozent. Anders sieht es bei den innerbetrieblichen Instandhaltern aus: Hier sackte die Konjunktur ab und zwar auf einen Indexwert von 6,4 Punkten. Die im Jahr 2018 sonst stabile gehaltene Trendlinie von über acht Punkten wurde also deutlich unterschritten. Es scheint, mutmaßen die Studienautoren, als sei die Korrekturbewegung der industriellen Instandhalter nun ein Quartal verspätet bei den Instandhaltungsabteilungen angekommen. Zu den Details: Zwar verbesserte sich die aktuelle Budgetierung der Abteilungen geringfügig, dennoch fürchten rund 40 Prozent, dass die zukünftige Budgetierung deutlich negativer ausfallen könnte. Das sind 37 Prozent

mehr als im Vorquartal. Auch bei den Mitarbeiterzahlen ist die Entwicklung zu erkennen. Ein Viertel der Befragten verzeichneten sinkende Personalzahlen und auf der anderen Seite konnten gerade einmal acht Prozent der befragten innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen ihren Mitarbeiterstab vergrößern. Unabhängig davon ist die Auslastung der Mitarbeiter hoch und das bereits seit vielen Quartalen. Die Befragten gehen davon aus, dass die Arbeitsauslastung künftig gleich bleibt (58 Prozent) oder gar noch steigen wird (42 Prozent).

Sonderthema digitale Assistenzsysteme Beim Sonderthema „Einsatz digitaler und mobiler Assistenzsysteme in der Instandhaltung“ zeigt sich, dass das Smartphone besonders weit verbreitet ist, gefolgt von Tablets, wobei industrielle Dienstleister mit 64 Prozent fast doppelt so häufig ein Smartphone nutzen wie ihre innerbetrieblichen Kollegen (35 Prozent). Datenbrillen und Smartwatches hingegen werden übrigens weder bei den einen noch bei den anderen groß genutzt. Den größten Nutzen der digitalen mobilen Assistenzsysteme sehen die Befragten in der Ortsunabhängigkeit beim Einsatz dieser Geräte sowie in der Beschleunigung von Arbeitsabläufen. Negativ hingegen sehen beide Instandhaltergruppen die starke Abhängigkeit von der Kommunikationsverbindung. Ebenso sehen viele der Befragten einen schmalen Grat zwischen Ablenkung und produktivem Einsatz. Die gesamten Ergebnisse der Erhebung für das vierte Quartal 2018 sind wie immer online kostenlos im Webportal des FVI verfügbar. Derzeit läuft bereits die Befragung für das erste Quartal 2019. Das FVI bittet um rege Teilnahme. Das Sonder-

thema lautet diesmal: Partnerschaften und Fremdvergabeprozesse. www.ih-indikator.de

Die innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen hatten 2018 erhebliche Einbußen. Bild: FVI

Fluidikexperte Bürkert sichert Anlagenverfügbarkeit mit Rundumservice Gerade bei Anlagen der Nahrungs-, Genussmittel- und Pharmaindustrie ist eine hohe Anlagenverfügbarkeit unabdingbar. Ungeplante Stillstandszeiten sind teuer und werden nicht toleriert, aber auch Wartungs-, Umbauoder Modernisierungsmaßnahmen gilt es, schnellstmöglich umzusetzen. Kompetente Ansprechpartner sind hier ein Schlüssel zum Erfolg. Als ein solcher positioniert sich Bürkert, ein Hersteller von Mess-, Steuer- und Regelungssystemen für Flüssigkeiten und Gase. Die Experten dieses Unternehmens bieten neben dem Engineering nämlich auch ein umfassendes Serviceangebot, das den kompletten Produktlebenszyklus begleitet. Dazu gehören unter anderem Inbetriebnahme, Mitarbeiterschulung und Wartung ebenso wie Anlagenmodernisierung oder Störfallbeseitigung.

Dabei sind laut Serviceanbieter z.B. die individuellen Wartungspläne mit einer übersichtlichen Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen auch für die jährlichen Audits verwendbar. Insgesamt werden die Servicepakete, wie die Verantwortlichen des Unternehmens hervorheben, kunden- und anlagenspezifisch zusammengestellt. So lassen sich

beispielsweise auch Ventile anderer Hersteller einbeziehen. Umgesetzt wird dies über die zwei Standorte in Deutschland nämlich am Firmenhauptsitz im süddeutschen Ingelfingen und im Technik Center Nord in Hannover. Das Servicegeschäft wird, wie das Unternehmen betont, derzeit weiter ausgebaut. www.buerkert.de

Bild: Bürkert

Was bringen neue Technologien und smarte Tools für die Instandhaltung? Die Instandhaltung befindet sich mitten in einem tief greifenden Veränderungsprozess, wobei moderne Technologien wie Data Analytics, der Einsatz intelligenter Sensoren, Augmented Reality, KI oder cloudbasierte Lösungen eine Anlagenüberwachung in Echtzeit ermöglichen, die Wartung und Instandsetzung vereinfachen, Prozesse beschleunigen und eine Zusammenarbeit zwischen internen und externen Teams über weite Entfernungen hinweg möglich machen. Die Frage ist nur: Rechnet sich das schon? Und genau diese Frage wird im Rahmen der diesjährigen MainDays (21. und 22. März 2019

in Berlin), ausgerichtet von T.A. Cook, diskutiert. Welche Voraussetzungen hierbei geschaffen werden müssen, damit die neuen Technologien tatsächlich einen Mehrwert bieten, erläutern auf der mittlerweile 20. Jahrestagung Experten von Unternehmen mit entsprechenden Fallbeispielen. Die Firmen BASF, Siemens, Bosch, Covestro, SBB und Weidmüller sind hier unter anderem mit dabei, um nur einige zu nennen. Trotz dieses Themenschwerpunktes kommen im Rahmen der Veranstaltung nach Angaben des Veranstalters T.A. Cook auch die klassischen Instandhaltungsthemen nicht zu kurz: Diskutiert werden beispielsweise Strategie-

ansätze zur Steigerung von Performance und Anlagenverfügbarkeit, Prozessoptimierung, KPIs und Instandhaltungsmonitoring, Ersatzteil- und Obsoleszenzmanagement sowie neue Aspekte der Personalentwicklung und Mitarbeitermotivation. Hierzu informieren unter anderem Referenten von Clariant, Evonik, Satair, Deutz, Ifürel, Sanofi-Aventis und Infraserv Knapsack. Diverse Workshops am Vortag, parallele Fachforen, Live-Demos und Showcases sowie Keynotes aus der Industrie und BestPractice-Berichte runden die zweitägige Fachveranstaltung ab. www.maindays.de


NACHRICHTEN

Februar F 2019

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Big Data und IuT sind die Treiber Studie untersucht Zukunftstechnologien und deren Einfluss auf mobile Mitarbeiter Für die unabhängige Studie „Zukunftstechnologien und ihr Einfluss auf mobile Mitarbeiter sowie deren Endgeräte“ wurden von Opinion Matters im Auftrag von Panasonic Toughbook insgesamt 250 Einkäufer von mobilen Endgeräten befragt. Unter anderem wurden die Einkäufer gebeten, die Wichtigkeit verschiedener Technologietrends für ihre mobil arbeitenden Mitarbeiter zu bewerten. Sie stuften Big Data (52 Prozent) als am wichtigsten ein, dicht gefolgt von IoT (51 Prozent) und Sensortechnologien (41 Prozent). Hauptargument für die Implementierung dieser Technologien sind die Verbesserung der Effizienz und die Steigerung der Produktivität. Nach Ansicht der Einkäufer würden dabei in erster Linie die IT-Abteilungen der Unternehmen am meisten vom Einsatz dieser Technologien profitieren. Der Blick auf die an zweiter Stelle genannte Abteilung mit dem größten Nutzen liefert jedoch einige interessante Erkenntnisse: Die Befragten sind nämlich der Ansicht, dass die Unternehmensführungen von Big Data, der IoT- und Wearable-Technologie mit am meisten profitieren würden. Laut der Befragung erzielen außerdem der Vertrieb von VirtualReality-Lösungen und die Logistik von Drohnentechnologie Vorteile. Der Bereich Forschung und Entwicklung hat den meisten Nutzen, so die Befragten, von Augmented Reality, Sensorik, Blockchain und künstlicher Intelligenz. Mit Blick auf die Zukunft sehen Einkäufer in den nächsten drei Jahren einen positiven Einfluss von Big Data auf die Verbesserung des Serviceangebots, die Optimierung von Prozessen sowie auf Kostenreduktionen. Beim IoT nennen sie die Vorteile für mobile Mitarbeiter in der Verbesserung von Prozessen, des Serviceangebots und der Funktionalität mobiler Geräte. Auf die Frage, wie sich mobile Geräte in den nächsten fünf Jahren verändern müssen, um die Vorteile dieser neuen Technologien zu nutzen, priorisieren Käufer Verbesserungen in den Bereichen Geräte- und Datensicherheit (43 Prozent), Rechenleistung (31 Prozent) und einen schnelleren Datentransfer (31 Prozent). Zudem prognostizieren Einkäufer mobiler Geräte die zunehmende Bedeutung von faltbaren Tablets in den nächsten fünf Jahren und den weiteren Einsatz robuster Geräte als wichtige Werkzeuge für mobile Mitarbeiter. Der größte Anteil der Befragten geht jedoch davon aus, dass sie für ihre Unternehmen innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre keine wesentlich veränderten Gerätetypen beschaffen werden. Die Einführung intelligenter Technologien für mobile Arbeitskräfte scheint jedoch bereits weit fortgeschritten zu sein. Viele der Befragten gaben an, dass die Implementierung von Smartwatches und Drohnen bereits abgeschlossen sei oder unmittelbar bevorstehe. Dabei stellen Kosten (27 Prozent) und Zuverlässigkeit (19 Prozent) die größten Hindernisse für Unternehmen bei der Implementierung neuer Technologien dar. Jan Kaempfer, General Manager Marketing bei Panasonic Computer Product Solutions, verdeutlicht, was dies technisch bedeutet:

„Mit der Implementierung dieser Technologien nähern wir uns immer stärker dem Zeitalter des Edge Computing, bei dem am anderen Ende des Netzwerks die erforderliche Rechenleistung zur Verfügung gestellt wird - genau dort, wo die Daten gesammelt werden.“ Ob bei der Erfassung, Analyse und Kommunikation von Daten, der Bereitstellung von Services oder der Verbesserung der Produktivität: Den Endgeräten mobiler Mitarbeiter kommt somit in jeglicher Hinsicht eine wesentlich höhere Bedeutung zu. Die Einkäufer gaben in der Studie auch an, dass sie derzeit beim Einkauf von mobilen Endgeräten hauptsächlich auf die Anschaffungskosten (72 Prozent) und die Lebensdauer des Produkts (54 Prozent) achten. Dennoch sind die Unternehmen in einem Zyklus gefangen, in dem sie die Mobilgeräte ihrer Mitarbeiter alle zwei bis drei Jahre erneuern müssen. Und so verwundert es nicht, dass 78 Prozent der befragten Technologieeinkäufer an einem Mietmodell für Hardware interessiert sind. Ein Mietmodell würde sie in die Lage versetzen, aktuelle Technologie zeitnaher einzukaufen (54 Prozent), Kosten besser zu managen (49 Prozent) und Budget auf die Anschaffung von Zubehör verteilen zu können (34 Prozent). Der neue Ansatz, die Zahlungen für Hardware über drei Jahre aufzuteilen, bei null Prozent Zinsen und mit Helpdesk-Support und sicherer Entsorgung am Ende der Nutzungsdauer, ist auch über den Cashflow hinaus interessant. Die Serviceleistungen, die Einkäufer am liebsten als Teil des Mietmodells nutzen wollten, waren drei Jahre Standardgarantie (65 Prozent), ein Zahlungsplan mit Null Prozent Zinsen (46 Prozent) und die Lieferung von mobilen Endgeräten direkt an den Arbeitsplatz (46 Prozent).

Optionale Extras, die besonderes Interesse weckten, umfassen: Versicherung (45 Prozent), Garantieverlängerung (43 Prozent), Unfallschadenversicherung (43 Prozent), Zubehör (39 Prozent), spezielle Software-Applikationen (34 Prozent) und ein Umtauschprogramm (34 Prozent). Übrigens: Panasonic bietet mit „Toughbookas-a-Service“ (TaaS) auch ein Mietangebot an. www.toughbook.eu

Der Report „Zukunftstechnologien und ihr Einfluss auf mobile Mitarbeiter sowie deren Endgeräte“ kann online kostenlos heruntergeladen werden. Bild: Panasonic

Für Stillstände, die zu Fortschritt führen Bilfingers optimierter Ansatz für Generalrevisionen für Zeit- und Kostenersparnis Der Industriedienstleister Bilfinger hat mit seinem Bilfinger Turnaround Concept (BTC) eine Methodik entwickelt, um den Turnaround von Prozessanlagen bestmöglich umzusetzen. Das Ergebnis ist ein systematischer Ansatz, mit dem es, so die Experten, gelingt, über mehrere Perioden komplette Generalrevisionen an verschiedenen Standorten zu planen und zu realisieren. Anlagen in der Prozessindustrie werden in der Regel alle zwei bis fünf Jahre abgeschaltet, um einen sogenannten Turnaround durchzuführen. Dabei werden die Anlagen intensiv überprüft und es werden Ausbesserungen und Optimierungen vorgenommen. Da die Produktion während dieser Zeit stillsteht, ist ein solcher Turnaround immer mit einem Ausfall an Umsatz und Gewinn verbunden. Um diese negativen Auswirklungen möglichst gering und die Zeit bis zur Wiederinbetriebnahme möglichst kurz zu halten, muss jedes anstehende Turnaround-Projekt von Anfang bis Ende sorgfältig geplant und aufgesetzt werden. Genau hier setzt der Dienstleister mit seinem BTC an: Kernidee ist, dem Kunden die daraus resultierende Kompetenz überall dort anzubieten, wo er sie benötigt und das immer mit dem gleich hohen Standard. Konkret besteht das BTC aus neun Modulen, die Themen wie Ressourcenmanagement, Arbeits-

sicherheit und Materialwirtschaft umfassen. Für die praktische Umsetzung hat Bilfinger ein Handbuch erstellt, das sämtliche Arbeitsschritte im Detail beschreibt. Je nach Ausgangssituation lassen sich die notwendigen Arbeitsabläufe aus dem Handbuch individuell an die konkreten Anforderungen der jeweiligen Anlage anpassen. Als Ergebnis entsteht laut Dienstleister ein vollständiger Ablaufplan aller simultan und sequenziell ablaufenden Arbeitsschritte inklusive ihrer zeitlichen Taktung. Dies wiederum schaffe die Grundlage für eine hohe Präzision im Turnaround-Management, minimiere die Projektrisiken und erlaube es, die Kosten vorab genau zu kalkulieren. Die Experten betonen in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung des Personalmanagements. Es sei ein wesentlicher Faktor für einen erfolgreichen Turnaround. Eine genaue Arbeitsvorbereitung und ein effizientes Materialmanagement sind weitere Erfolgs-

20. Jahrestagung | 21. – 22. März 2019, Berlin

MAINDAYS

faktoren. Besonders wichtig ist in diesem Kontext auch das sogenannte Kitting, bei dem im Vorfeld alle auszutauschenden Kleinteile, wie beispielsweise die Schrauben einer Pumpe, zu jedem Arbeitsschritt in der genau benötigten Anzahl vorsortiert und verpackt werden. Denn nach Abschaltung der Anlage zählt jede Minute - und dank des Kitting stehen dann alle benötigten Teile abgezählt zur Verfügung. So werden Zeitverluste reduziert. Zusätzlich umfasst das BTC zur Kontrolle des Projektfortschritts eine mobile App in Kombination mit einer zentralen WebApplikation, in der alle erfassten Daten zu einem aktuellen Zustandsbild zusammenlaufen. Eventuelle Abweichungen vom Plan sind somit jederzeit ersichtlich. Hilfreich ist das digitale Turnaround-Abbild nach Angaben des Dienstleisters zudem bei der Koordination der unterschiedlichen Gewerke, es sorge u.a. für einen transparenten Auftragsfluss. www.bilfinger.com

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Smart Maintenance: Grenzen überwinden » Vom Showcase zum Business Case – welche 4.0-Technologien bieten echten Mehrwert für die Instandhaltung? » Instandhaltungsorganisation auf dem Prüfstand: Optimierung von IH-Prozessen am Beispiel Work Order Management » Mehr Transparenz! Umsetzung von IH-Cockpits zur Steuerung von Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen » Aus Daten entscheidungsrelevante Informationen machen – Datenanalysen für die Smart Maintenance » Verleihung des MAINTAINERS 2019 Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung unter www.maindays.de folgenden Code ein und Sie erhalten 10% Rabatt: BIMD2019


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INDUSTRIESERVICE

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Transformation branchenübergreifend gestalten Dr. Andreas Weber, Initiator und Vorsitzender des neuen Vereins 4.OPMC, im Interview Im Herbst 2018 wurde der Verein 4.OPMC e.V. gegründet, der sich als Austauschplattform für die Themen der Digitalisierung in Produktion und Instandhaltung versteht. Was den Verein so besonders macht, welche Ziele und Möglichkeiten der Mitwirkung es gibt und wie die Instandhaltung sich durch die Möglichkeiten der Digitalisierung verändern wird, darüber informiert der erste Vorsitzende des Vereins, Dr. Andreas Weber, im exklusiven Interview. Die Grundidee dazu ist so einfach wie klar: „Nicht jedes Unternehmen muss eigene Lösungen in den Bereichen Instandhaltung und Produktionssteuerung für sich selbst entwickeln“, betont Weber und ergänzt: „Wir sind deutlich effektiver, wenn wir diese Aufgaben im gemeinsamen Vorgehen arbeitsteilig lösen.“ Herr Dr. Weber, wofür steht die Abkürzung 4.OPMC? 4.OPMC steht als Abkürzung für „Open Production & Maintenance Community“, wobei wir durch die Verwendung von 4.O - das ja auch als 4 Punkt null gelesen werden kann - den Bezug zum Thema Industrie 4.0 klar formuliert haben. Ein kleines Zahlenspiel also. Was ist das Ziel des Vereins? Der Verein ist der ideelle Träger und Betreiber einer Austauschplattform für Produktion und Technik. Der Themenfokus liegt dabei auf der Transformation der vorhandenen, also der Industrieanlagen im sogenannten Brownfield. Wann und auf wessen Initiative hin wurde der Verein gegründet?

Im Mai 2017 richteten wir die Petition „Sicherung des Produktionsstandortes Deutschland durch mehr Fördermittel für Smart Maintenance als unverzichtbarer Wegbereiter für die Industrie 4.0“ an den Bundestag. Diese Petition, von mir getragen, wurde unter anderem vom FVI, dem WVIS, dem VCI und dem FDBR unterstützt. Letztendlich entwickelte sich aus dieser Petition heraus die Idee für eine branchenübergreifende Initiative. Diese geht zurück auf Dr.Ing. Jens Reichel, den Leiter Technischer Service und Energie bei Thyssenkrupp Steel Europe und auf die Firma Evonik. Der Hintergrund ist, dass die Betreiber von Anlagen feststellten, dass es in dieser schnellen Zeit zu viele Themen gibt, die sie alle

gleichzeitig bearbeiten. Branchenübergreifend sind viele Anlagenbetreiber und Industrieunternehmen beispielsweise an den Themen Drohnen zur Überwachung von Anlagen, VR-Brillen oder am Thema Exoskelett dran, aber die Umsetzung dieser komplexen digitalen Herausforderungen können einzelne Unternehmen alleine nicht mehr bewältigen. 4.OPMC möchte deshalb die Plattform sein, um gemeinsam an diesen Themen zu arbeiten. Schließlich muss, salopp gesprochen, nicht jeder das Rad neu erfinden. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Wenn jedes Unternehmen an eigenen digitalen Lösungen arbeitet, ist es kaum mehr möglich, zu Standards und

Normen zu kommen, um einen Austausch über Unternehmensund Branchengrenzen hinweg zu ermöglichen. Wer engagiert sich in diesem Verein? Um den Grundgedanken des nachhaltigen und branchenübergreifenden Austauschs zu ermöglichen, hat der Verein vier Säulen, die sogenannten Stakeholder. Auf der einen Seite sind dies die Anlagenbetreiber sowie ihr Konterpart, also die Technologie- und Serviceanbieter. Beide stellen das wirtschaftliche Rückgrat des Vereins dar. Wir haben hier im Vorfeld bereits mit zahlreichen großen und namhaften Firmen gesprochen und werden zum Kick-off im Februar viele bekannte Namen nennen. Die beiden anderen Säulen sind der Bereich Forschung und Lehre, also die wissenschaftlichen Institute und die weiteren Verbände, die eine Vernetzung ermöglichen. Gemeinsam sollen so ein kultivierter Austausch von Themen der Digitalisierung vor dem Hintergrund von Produktion und Instandhaltung vorangetrieben und neue Lösungswege entwickelt werden. Ergänzend hierzu können natürlich auch Einzelpersonen - Studenten sogar kostenfrei - aktiv werden und Mitglied werden.

Dr. Andreas Weber, Vice-President Customer Interface and Development bei Evonik Technology & Infrastructure Technischer Service, ist der 1. Vorsitzende des Vereins 4.OPMC und ein ausgewiesener Spezialist im Bereich Digitalisierung. „Digitalisierung ist kein ITThema. Digitalisierung ist das größte Change-Projekt, das wir je kennengelernt haben. Daten in nicht vorstellbarer Menge und Geschwindigkeit sind im Umlauf. Uns fehlt die Vorstellungskraft, um zu ahnen, wie groß ihre Menge ist und wann die exponentielle Steigerung sich jemals entschleunigt“, schreibt Dr. Andreas Weber beispielsweise in seinem persönlichen Autorenvorwort zu seinem Buch „Digitalisierung Machen! Machen! Machen!“ Und er appelliert: „Privat und beruflich müssen wir Wege finden, um mit der Zeit zu gleiten. Ein Entgegenstemmen wäre unmöglich.“

Ist der Verein 4.OPMC länderübergreifend angedacht oder hat er eine nationale Ausrichtung? Zunächst einmal hat der Verein einen nationalen Fokus, weil es uns auch um eine politische Aussage geht: Wenn es uns nämlich nicht gelingt, die hierzulande vorhandenen Bestandsanlagen zu modifizieren und zu digitalisieren - und hierfür müssen die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stehen -, machen sich die Anlagenbetreiber Gedanken über Ersatzanlagen. Dann stellt sich immer die Frage, wo diese Ersatzanlagen aufgebaut werden, d.h. die Beantwortung dieser Frage findet immer im internationalen Kontext und im Wettbewerb mit anderen Ländern und Regionen statt. Das bedeutet: Wenn wir diesen Wandel nicht schaffen, wenn es uns also nicht gelingt, die Transformation des Produktions- und Instandhaltungssektors in Deutschland branchenübergreifend zu gestalten und voranzutreiben, dann gehen potenzielle Produktionskapazitäten und in der Folge auch Arbeitsplätze hierzulande verloren. Das ist die politische Dimension und erklärt, warum die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Frau Dorothee Bär, die Schirmherrschaft des Vereins übernommen hat. Nun gibt es mit dem WVIS und dem FVI ja bereits im Bereich der Instandhaltung diverse Aktivitäten und außerhalb der Maintenancebranche noch viele andere mehr. Muss es, provokativ gesprochen, ein neuer Verein sein oder hätte man das Anliegen der Digitalisierung nicht in bereits vorhandenen Strukturen abbilden können? Unser thematischer Fokus ist nicht die Instandhaltung, sondern es geht um den Anlagenlebenszyklus, um die Produktion und die Technik. Das Wichtige hierbei ist der branchenübergreifende Ansatz, denn wir schaffen es derzeit kaum, innerhalb einer Branche genügend Aufmerksamkeit den zahlreichen Themen, die mit der Digitalisierung einhergehen, zu widmen. Dazu sind es einfach zu viele Themen, die heute von Bedeutung sind, und diese entwickeln sich schnell weiter. Beispiel: Wer sich in der Prozessindustrie mit dem Thema Exoskelett beschäftigt, steht derzeit alleine auf verlorenem Posten. Doch derartige Exoskelette werden aber in anderen Branchen bereits erfolgreich genutzt, wie z.B. in der Automobilproduktion oder in der Luftfahrtindustrie. Weiter auf Seite 6


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INDUSTRIESERVICE

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Keineswegs durch die rosa Brille betrachtet Wie erfolgreiche Instandhaltung mit Datenbrillen funktioniert

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Ein Hauptvorteil der Instandhaltung mit Datenbrillen ist, dass die Hände zum Arbeiten frei sind. Die Bedienung der Datenbrille erfolgt über Sprachsteuerung. Bild: Infraserv Höchst

Die Infraserv Höchst hat verschiedene Szenarien zum Einsatz der Datenbrille getestet; angefangen bei der Rufbereitschaft über Betriebsrundgänge bis hin zum Themenbereich Aus- und Weiterbildung. Das Fazit zu den Augmented-Reality-Brillen (AR-Brillen) lautet: Sie sind technologisch so weit entwickelt, dass sie in vielen Bereichen einsatzfähig sind. Eine passende App zur Anbindung an das SAP und an andere Systeme hat die IT-Abteilung von Infraserv Höchst konzipiert. Bei betrieblichen Rundgängen auf Papier verzichten? Dafür aber komfortabel interne und externe Spezialisten direkt vor Ort bei einem Problem einbinden? Das sind Szenarien, die die Experten von Infraserv Höchst bei den Datenbrillen sehen und die den Arbeitsalltag einfacher machen. „Die Datenbrillen sind nach unserer Einschätzung im Arbeitsalltag gut einsetzbar und werden zur Einbindung von Spezialisten bereits erfolgreich angewendet. Allerdings fehlte bisher die Anbindung an unsere vorhandenen Systeme, z.B. SAP“, erklärt Ralph Urban, Leitung Kompetenzteam IT Instandhaltung und Immobilien bei Infraserv Höchst.

Da es diese Systemintegration nicht gab, haben Urban und seine Kollegen von der IT-Abteilung des Dienstleisters in Zusammenarbeit mit der Hochschule Düsseldorf eine entsprechende Applikation für die Datenbrille entwickelt. Die sprachgesteuerte App für Betriebsbegehungen sowie Wartungs- und Inspektionsrundgänge bietet, so der Dienstleister, die bisher fehlende Systemintegration und macht Papierprozesse überflüssig. „Die App für die Datenbrille hat unsere Erwartungen übertroffen. Damit sind wir nun einer der Vorreiter auf dem Gebiet“, ist Frank Unger, Geschäftsführer der Infraserv Höchst Prozesstechnik über-

zeugt. Der technische Dienstleister startete auch als erster Anwender im praktischen Einsatz. Eingebettet ist der Einsatz der Datenbrille dabei in das Konzept von „mobile Maintenance“, bei dem es darum geht, mithilfe von individualisierten Apps die Instandsetzung sowie die Wartung und Inspektion mobil statt papierbasiert abzuwickeln. „Die mobile Abwicklung über Smartphone, Tablet oder eben Datenbrille spart nicht nur Zeit, sie verbessert auch die Qualität der Dokumentation“, ergänzt Urban. Die neu entwickelte Applikation für die Datenbrille unterstützt die Mitarbeiter bei der Prüfung und Erfassung von Zustandswerten

Bilder: 4.OPMC

Fortsetzung von Seite 4 Hier kann man voneinander lernen, oder - um im Bild zu bleiben - nicht jeder muss das Rad neu erfinden. Deshalb ist unser Ansatz, die Themen der Digitalisierung branchenübergreifend zu bündeln, gemeinsam voneinander zu lernen sowie die Ansätze weiterzuentwickeln und zu Normen und Standards zu kommen, ein anderer. Wir wollen also nicht die Arbeit der anderen Vereine oder Verbände übernehmen, sondern es geht uns darum, diese miteinander zu vernetzen. Wenn es uns also gelingt, branchenübergreifende Arbeitsgruppen zu definieren, zum Beispiel zum Thema Exoskelett, dann können alle davon profitieren. Der Verein versteht sich ja als eine Austauschplattform rund um die Digitalisierung in Produktion und Instandhaltung. Wie soll dieser Austausch konkret stattfinden? In den sogenannten Interaktionsgruppen werden gemeinsam Themen, welche im Rahmen der Digitalisierung von Bedeutung sind, bearbeitet. Basierend auf ihrer Expertise und ihrem Interesse, bringen sich die Mitglieder in

verschiedene Interaktionsgruppen ein. Die Gruppen werden durch den Verein unterstützt und koordiniert. Die gewonnenen Ergebnisse werden der gesamten Community im Rahmen einer Plattform zur Verfügung gestellt. Bei diesen Interaktionsgruppen, die sich der Themenarbeit verschrieben haben, sind immer mindestens ein Technologieanbieter und ein Asset-Owner gemeinsam als Team aktiv und treiben das Thema voran. Idealerweise wird dies von Partnern aus dem Bereich Forschung und Lehre ergänzt, also beispielsweise einem wissenschaftlichen Institut, das an dem Thema mitarbeitet. Es geht hier aber nicht darum, eine spezifische Produktlösung zu entwickeln, sondern die Randbedingungen zu erarbeiten und zu definieren - und zwar branchenübergreifend. Bei unserer Kick-off-Veranstaltung in Berlin am 20. Februar werden die ersten zehn dieser Interaktionsgruppen vorgestellt. Was sind die zentralen Themenfelder? Wie gesagt, in Berlin werden die ersten zehn dieser Gruppen ihre Themen präsentieren, aber ich kann an dieser Stelle gerne schon einmal etwas vorgreifen. Eine

Gruppe beschäftigt sich beispielsweise mit dem Thema Exoskelett, Co-Robotics und Robotics. Weitere Themen sind das Condition Monitoring, aber auch Advanced Analytics und Big Data und der Dokumentenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg sind im Fokus, um nur einige zu nennen. Sie dürfen gespannt sein. Können Sie an einem Beispiel die Arbeitsweise eines solchen Arbeitskreises beschreiben? Wir haben, wie bereits angedeutet, unter anderem einen Arbeitskreis, der sich mit dem Thema digitale Plattformen beschäftigt. Hier geht es unter anderem um den Dokumentenaustausch von Betriebs- und Wartungsanleitungen, Softwareupdates und vielem anderen mehr - und zwar über Unternehmensgrenzen hinweg und im Asset-Management hinterlegt, aber unabhängig, welche AssetManagement-Lösung im Detail zum Einsatz kommt. Eine ganz zentrale Frage ist in diesem Zusammenhang, wie verbautes Equipment automatisch erkannt wird. Wenn also beispielsweise ein Instandhalter im Feld unterwegs ist, muss er schnell, einfach und genau her-

der Maschinen und Anlagen sowie deren Dokumentation. Sie funktioniert ausschließlich über Sprachsteuerung und kann zu prüfende Aggregate und entsprechende Inspektionsaufträge mittels Erkennung durch QR- oder Barcode automatisch auswählen. „Die bei der App eingesetzte Sprachsteuerung war zwar ein Wagnis. Der Praxistest ergab jedoch trotz der teilweise hohen Lautstärke in den Anlagen ein hervorragendes Bedienergebnis“,

betont der Geschäftsführer der Infraserv Höchst Prozesstechnik. Das liegt nicht zuletzt an der verwendeten Hardware: Die AR-Brille, die auch mit der PSA genutzt werden kann, bietet nämlich vier digitale Mikrofone mit einer aktiven Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen. Außerdem ist die Brille stoßfest bis zu einer Fallhöhe von zwei Metern auf Beton sowie strahlwassergeschützt und staubdicht. www.infraserv.com

ausfinden können, welches Equipment er gerade vor sich hat, also beispielsweise die Pumpe X des Herstellers Y in der Ausführung Z für die Medien A, B und C. Nun beschreiben wir in dem Arbeitskreis gemeinsam mit 20 Equipmentherstellern einen Standard, der einen entsprechenden QR-Code auf dem Typenschild definiert. Das bedeutet: Der Instandhalter braucht nur ein Gerät, das den QR-Code lesen kann, also praktisch ein Smartphone oder ein Tablet, um die notwendigen Informationen abzurufen. Der QR-Code verlinkt dann auf eine produktspezifische Webseite, die die notwendigen Informationen bereitstellt. Administrator dieser Webseite ist dabei der Hersteller des Equipments. Praktisch geht es hier also um die Schaffung einer einheitlichen, offenen Kommunikationsschnittstelle, die jeder immer lesen kann. Das Typenschild wird damit zum elektronisch lesbaren Ausweis. Dieses praktische Beispiel zeigt, wie Digitalisierung branchenübergreifend umgesetzt werden kann. Dabei sind Hersteller und Asset-Owner in einem Boot. Das sorgt für eine breite Basis von Anwendungen.

wuchsproblemen zu kämpfen hat? Die Arbeitsplätze im Industriebereich im Generellen und die in der Instandhaltung im Speziellen werden sich in der Zukunft grundsätzlich ändern, wobei die Digitalisierung hier einen maßgeblichen Anteil an dieser Veränderung hat. Aber es gibt auch andere Einflüsse, die hier eine Rolle spielen und die es zu berücksichtigen gilt, wie zum Beispiel die sich verändernde Altersstruktur der Gesellschaft. Hier sind wir also mittendrin in unseren Themen. Wir beschäftigen uns ja einerseits mit Technologien, aber auch mit dem Thema Wissenstransfer und der Zukunft der Industriearbeitsplätze. Genau zu diesem Thema wird es übrigens am 20. Februar 2019 auf unserer Kick-off-Veranstaltung in Berlin zwei Diskussionsrunden mit hochkarätigen Gästen geben und zwar einmal über die Veränderung der Industrie durch die Digitalisierung und über die Auswirkungen der Transformation auf die industriellen Arbeitsplätze. Zu dieser Veranstaltung sind alle, die sich für die angesprochenen Themen interessieren, natürlich ganz herzlich eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 10.00 Uhr im Haus der Deutschen Wirtschaft und dauert bis circa 16.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, ist allerdings in der Teilnehmerzahl begrenzt. www.4opmc.com

Das Thema Digitalisierung hat weitreichende Auswirkungen auch und gerade im Bereich der Instandhaltung. Was bedeutet dies für die Mitarbeiter einer Branche, die sowieso mit Nach-


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Windige Geschäfte ohne zweifelhaften Charakter Vestas setzt bei der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen auf Industriedienstleister - also alles aus einer Hand Vestas Wind Systems ist einer der größten Hersteller von Windenergieanlagen. Mehr als 94 Gigawatt leisten die Anlagen dieses Herstellers, die in 79 Ländern installiert sind. Seit sieben Jahren setzt Vestas auf einen Industriedienstleister, wenn es um die Inbetriebnahme von Windenergieanlagen im gesamten Bundesgebiet geht. Insgesamt 1.200 Windenergieanlagen hat die Wisag Industrie Service Gruppe deutschlandweit im Auftrag von Vestas ans Stromnetz gebracht. Naturgemäß werden Onshoreanlagen, also Anlagen im Binnenland, in eher abgelegenem Gelände, auf freiem Feld oder auch mal mitten im Wald installiert. Vor und während der Errichtung sind sie deshalb häufig nicht ohne Weiteres zu finden.

Die Spezialisten der Wisag Industrie Service Gruppe kümmern sich um die Errichtung einzelner, separat stehender Windenergieanlagen ebenso wie um Erweiterungen bereits vorhandener Windparks.

Die Experten von Wisag bekommen daher zusammen mit dem Arbeitsabruf von Vestas auch Unterlagen mit den genauen Koordinaten, die Auskunft über den zukünftigen Standort geben. Das ist nur einer der Gründe, warum die Inbetriebnahme von Windenergieanlagen logistisch und fachlich eine anspruchsvolle Aufgabe darstellt. Hinzu kommt beispielsweise die Abhängigkeit vom Wetter und anderen Standortbedingungen. So wird im Arbeitsabruf zwar stets ein ungefährer Termin für die Fertigstellung der Anlage benannt. Dieser kann beziehungsweise muss sich jedoch im Verlauf des Projekts aus Sicherheitsgründen immer wieder den örtlichen Gegebenheiten und vor allem den herrschenden Wetterbedingungen anpassen. In der Folge verschiebt sich dann der Inbetrieb-

nahmetermin während der Arbeiten - und das unter Umständen sogar mehrfach. „Um die Kundenanforderungen in vollem Rahmen zu erfüllen, müssen wir neben Know-how und Präzision ein hohes Maß an Flexibilität gewährleisten“, bestätigt in diesem Zusammenhang auch Steffen Kniestedt, Projektleiter Service der Wisag Elektrotechnik in Cottbus. Der Spezialist erklärt die Abläufe: „Gemeinsam mit unserem Bauleiter und dem Bauleiter vor Ort koordiniere ich während des Projekts die Terminkette fortlaufend neu, und das zum Teil äußerst kurzfristig.“ Ein Einsatz, den Kunden zu schätzen wissen. „Bei der Inbetriebnahme von Windenergieanlagen sind wir auf einen Dienstleister angewiesen, der neben der notwendigen fachlichen Kompetenz vor allem Verlässlichkeit und sehr kurze Reaktionszeiten bietet“, führt Matthias Mitrenga, Energy Control Coordinator Construction und High Voltage bei Vestas, aus und ergänzt: „Mit der Wisag haben wir einen Partner gefunden, der diese speziellen Anforderungen sehr genau versteht und erfüllt.“ Flexibilität alleine reicht aber nicht. Für die Anschlussarbeiten in einer Windenergieanlage werden außerdem fundiertes Fachwissen im Bereich Montage sowie umfassende Erfahrungen in der Errichtung und Inbetriebnahme von elektrotechnischen Komponenten benötigt. Vor allen Dingen müssen die Mitarbeiter aber höhentauglich sein. Bekanntlich weht der Wind bei zunehmender Höhe über dem Erdboden stärker und gleichmäßiger. „Das bedeutet, je höher die Windenergieanlage, desto besser kann die Windkraft ausgenutzt werden. Entsprechende Turmhöhen von bis zu 166 Metern machen aber spezielle Sicherheitsschulungen erforderlich, um überhaupt in einer Windenergieanlage arbeiten zu dürfen“, erklärt Kniestedt.

Arbeiter, die hier tätig werden, brauchen neben der PSA auch spezielle Sicherheitsschulungen. 1.200 Windenergieanlagen hat Wisag deutschlandweit für Vestas ans Stromnetz gebracht.

Für die Anschlussarbeiten werden ein fundiertes Fachwissen im Bereich der Montage sowie umfassende Erfahrungen in der Errichtung und Inbetriebnahme von elektrotechnischen Komponenten benötigt. Bilder: Wisag

Abgesehen von diesen Schulungen muss jeder Monteur außerdem vor Arbeitsbeginn seine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) anlegen. Unabhängig davon, ob eine Steigleiter oder ein offener Aufzug benutzt wird, um nach oben zu kommen, müssen die Monteure in jedem Fall gegen Absturz gesichert sein.

Trafo in der Kanzel und das Mittelspannungskabel müssen begutachtet werden. Werden an einem der Bauteile Beschädigungen festgestellt, werden diese in aller Regel kurzfristig behoben. Anschließend gilt es mithilfe des Mittelspannungskabels die Verbindung zwischen dem Transformator in der Kanzel und der Mittelspannungsschaltanlage

Ist alles angeschlossen, erfolgen die Einstellung und Kontrolle der Schutzmechanismen. Außerdem werden Prüfungen durchgeführt, bevor alles im Abnahmeprotokoll festgehalten wird.

Fallschutzmittel wie Auffanggurte oder Falldämpfer sichern nicht nur, sie gewährleisten auch eine einfache Rettung, sollte der Ernstfall allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz doch einmal eintreten. Damit der schwindelerregende Job für die Monteure größtmögliche Sicherheit bietet, werden die entsprechenden Fallschutzmittel jährlich von einem externen Sachverständigen geprüft. Nach dem Abschluss der Bauphase erfolgt die Inbetriebnahme einer Windenergieanlage und zwar Schritt für Schritt. Sobald sich die Monteure - aus den bereits genannten Sicherheitsgründen werden die Arbeiten immer in Zweierteams ausgeführt - nach erfolgtem Arbeitsabruf bei der Bauleitung vor Ort angemeldet haben, beginnt eine weitere wichtige Arbeit: Die bauseits aufgestellte Mittelspannungsschaltanlage im Turmkeller, der

im Keller herzustellen. Ist das Kabel angeschlossen, erfolgen Einstellung und Kontrolle der Schutzmechanismen mit verschiedenen Messgeräten. „Anschließend führen wir eine umfangreiche Schutzprüfung durch, um eine Auslösung bei Gefahr sicherzustellen. Dabei variiert die Spannungsebene jeweils von 20 kV bis 35 kV“, verdeutlicht Kniestedt und erklärt: „Sind Inbetriebnahme- sowie Prüfprotokoll ordnungsgemäß ausgefüllt und liegt die Freigabe der Bauleitung vor, wird schließlich die Zuschaltung der Anlage ausgeführt. Der Projektleiter ergänzt: „Damit ist die Anlage auf der Mittelspannungsseite betriebsbereit und wir haben den Auftrag erledigt.“ Die Monteure erstellen dann noch ein Abnahmeprotokoll, bevor sie sich abmelden. www.wisag.de


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„Die Servparc ist auf Erfolgskurs ...”

licht. Eines darf ich Ihnen heute schon verraten: Den Auftakt zur Servparc macht FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Lindner mit einer Keynote zum Thema „Update für Deutschland - wie nutzen wir die Digitalisierung?“

Neuer „Hotspot für Facility Management, Industrieservice und IT-Lösungen” kommt an Vom 25. bis 26.06.2019 öffnet die Servparc als „Hotspot für Facility Management, Industrieservice und IT-Lösungen“ in Frankfurt am Main erstmals ihre Pforten. Verspricht das neue Konzept ein Erfolg zu werden? B&I sprach mit Simone Pfisterer, verantwortliche Bereichsleiterin bei Mesago. Frau Pfisterer, wie kommt das neue Eventformat an? Von Anfang an haben wir sowohl von Anbieter- als auch Anwenderseite die Rückmeldung bekommen, dass die Servparc genau die richtige, innovative Plattform ist, um Vernetzung und Wissensaustausch zwischen allen Beteiligten optimal zu fördern. In den letzten Wochen und Monaten hat sich diese erste Einschätzung bewahrheitet: Es sind aktuell bereits zwei Drittel der Ausstellungsflächen sowie sämtliche Vortragsslots für Unternehmen verkauft und täglich gehen weitere Anfragen ein. Sind die teilnehmenden Unternehmen im Wesentlichen die früheren Aussteller der Inservfm, oder ist die Zielgruppe anders? Die meisten Anbieter, die früher schon dabei waren, nehmen auch

an der Servparc teil, was uns sehr freut, weil es uns ein großes Anliegen war, diesen Unternehmen auch weiterhin eine Heimat zu bieten. Dazu gehören unter anderem WISAG, Piepenbrock und Leadec. Das neue Konzept spricht aber zusätzlich auch viele Firmen an, die bisher noch nicht, oder schon lange nicht mehr auf unseren Messen ausgestellt haben. So sind z.B. Infraserv Knapsack im Bereich Industrieservice und Strabag im Facility Management dabei. Gerade bei noch jungen Unternehmen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen ist das Interesse groß, da das neue Eventformat gut mit dem Erscheinungsbild von Start-ups harmoniert. Die Zielgruppe an sich hat sich eigentlich nur insofern geändert, als wir nicht mehr von „Ausstellern“, sondern von „Anbietern“ sprechen und das auch so leben.

Cateringunternehmen können sich also ganz ohne Messestand, nur in Form von Speisen und Getränken präsentieren, Möbelhersteller einzelne Areas mit ihren Produkten bestücken und Berater eine Besprechungsinsel anmieten. Diese Flexibilität spricht viele neue Unternehmen an. Die Servparc verbindet bewusst Messe und Kongress zu einem Event mit Festivalcharakter. Welche Rolle spielen fachliche Inhalte dabei noch? Die inhaltliche Tiefe der Fachbeiträge bewegt sich durchaus auf Kongressniveau. Dies wird durch eine enge Kooperation mit Fachverbänden und Gremium bei der Auswahl der Themen gewährleistet. Auf insgesamt vier Stages erwarten den Besucher spannende Vorträge, Best-Practice-Seminare und Workshops. Schwerpunkt-

„Wir freuen uns schon sehr auf die allererste Servparc - mit vielen bekannten, aber auch zahlreichen neuen Gesichtern”, so Simone Pfisterer, Bereichsleiterin der Servparc. Bild: Mesago

themen sind z.B. die Megatrends Digitalisierung und New Work und deren Relevanz für Industrieservice und Facility Management, aber auch eine umfangreiche Session zum Thema Recht und Betreiberverantwortung ist geplant. Stehen bereits konkrete Inhalte fest? Natürlich, aber ein bisschen müssen Sie sich noch gedulden; das volllständige Programm der vier Stages wird im März veröffent-

Eine Frage noch: Wie machen Sie das Veranstaltungsmotto „Networking next Level“ erlebbar? Das gesamte Event ist auf einen intensiven Austausch aller Beteiligten ausgelegt. Ein webbasiertes Networking-Tool ermöglicht Anbietern und Anwendern bei Interesse eine Kontaktaufnahme bereits im Vorfeld der Veranstaltung. Teilnehmer können sich jederzeit frei zwischen Ausstellungsflächen, Catering und Vortragsstages bewegen und die Vortragsdauer beträgt in der Regel nur 20 Minuten, gefolgt von einem interativen Q&A-Teil. Fragen können bereits während der Präsentation digital gestellt werden und nicht zuletzt begegnen sich Anbieter und Anwender im Rahmen der großen After Party am Abend des 25.6. und lernen sich dort in lockerem Ambiente näher kennen. www.servparc.de


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Kostenfreies IH-Handbuch … Mobile Instandhaltung für mehr Effizienz … basierend auf DIN EN 13306 gibt praktische Tipps

Membrain präsentiert neue Instandhaltungslösung

Eine Instandhaltungsorganisation muss eine klare Vision und Strategie mit festgelegten Verfahren und Zielen haben. Ein kostenloses Buch der Spezialisten von Maintmaster Systems erklärt, worauf es dabei ankommt.

Das Münchener Softwarehaus Membrain, unter anderem aktiv im Bereich der Entwicklung von Apps und Standard-SAP-Modulen, zeigt auf der Instandhaltungsmesse Maintenance seine neue Instandhaltungssoftware Membrain PAS-PM, die für mobiles, einfaches und transaktionssicheres Abwickeln von Instandhaltungs-, Wartungs- und Serviceprozessen entwickelt wurde.

Es ist wichtig, dass die tägliche Arbeit der Instandhalter sich langfristig auf Faktoren wie die Ursachenanalyse in der korrektiven Instandhaltung konzentriert, den Grad der Planung im Laufe der Zeit erhöht und so eine kostengünstigere Instandhaltung erreicht wird. Die Grundlage hierfür ist wiederum eine gute Instandhaltungsstrategie, die z.B. das Ziel einer effektiveren Produktion durch präventive und zustandsbasierte Instandhaltung hat. Das von Maintmaster Systems erstellte Instandhaltungshandbuch kann als Handlungsleitfaden für die Erstellung einer solchen Instandhaltungsstrategie dienen. Es basiert auf der einschlägigen DIN EN 13306 und den langjährigen Erfahrungen der Projektleiter des Softwareherstellers. Mit der durch die DIN EN 13306 vorgegebenen Terminologie und den in der Industrie üblichen Arten und dem Umgang mit der Instandhaltungsorganisation hat sich das Unternehmen schon seit Jahren beschäftigt. Und dies nicht nur aus Eigennutz, sondern um Kunden bei der Implementierung der eigenen Instandhaltungssoftware (CMMS) Maintmaster mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Instandhaltungssoftware wurde, wie das Unternehmen betont, mit einem besonderen Augenmerk auf eine einfache Anwendung und eine flexible Nutzung entwickelt. Sie deckt die drei wichtigen Säulen Maschinen- und Anlagenverwaltung, Auftragsmanagement und Ersatzteilverwaltung ab, bietet aber noch vieles mehr. So kann die Software auch als mobile App unter Android und iOS genutzt werden. Und sie punktet laut Softwareanbieter nicht nur hinsichtlich ihrer Mobilität, sondern bietet außerdem eine simpel zu konfigurierende Oberfläche. Zurück zum Instandhaltungshandbuch: Das wartet mit vielen praxisorientierten Tipps und Hilfestellungen auf und behandelt dabei folgende Themen: Vision, Strategie und Maxime, die Instandhaltungsnorm, die präventive Instandhaltung und die korrektive Instandhaltung, Verbesserungsinstandhaltung und Modifikationen, Organisation, Finanzen, Ziele und Leistungskennzahlen, die Implementierung in Maintmaster, Wartungsplanung und Vorbereitung, LEAN und Ersatzteilmanagement sowie ein systematisches Gesundheits- und Sicherheitsmanagement. In jedem Kapitel wird ausführlich auf die Auswirkungen und Implementierung eingegangen. Die im Instandhaltungshandbuch verwendete Terminologie hält sich eng an die DIN EN 13306. Damit haben Unternehmen die Möglich-

Die standardisierte Schnittstelle von Membrain PAS-PM ins SAP PM/CS ermöglicht die mobile Nutzung sämtlicher SAP-Standardfunktionen, wie die Softwareentwickler betonen. Aber auch eine Anpassung an individuelle Prozesse ist laut Membrain möglich. So können z.B. mit der mobilen Lösung Aufträge, Meldungen und Checklisten angezeigt, angelegt oder bearbeitet werden. Instandhaltungsaufträge lassen sich mit nur wenigen Klicks auf dem mobilen Gerät abwickeln. Dabei ist die modulare Lösung plattformunabhängig und auf allen gängigen mobilen Geräten einsetzbar - Industrie-Terminals, Scanner, Tablet-PCs oder Smartphones. Der Einsatz von Barcodes, 2D-Codes oder RFID ist ebenso möglich wie eine manuelle Ein-

Das über die Webpage des Unternehmens einsehbare und bei Bedarf auch als PDFDokument erhältliche Instandhaltungshandbuch steht allen Interessenten kostenfrei zur Verfügung. Am Messestand gibt es eine gedruckte Version. Bild: Maintmaster Systems

keit, auch in der Kommunikation mit allen Mitarbeitern klare und eindeutige Anweisungen und Arbeitsabläufe zu definieren. Die Instandhaltungssoftware Maintmaster ist laut Entwickler ebenfalls so aufgebaut, dass sich diese Terminologie wiederfindet. Da die Software flexibel und einfach in der Konfiguration ist, können alle Arten der Instandhaltungsorganisation in der Software abgebildet werden, so der Hersteller. Er verweist auf einen weiteren Vorteil: Für die Implementierung braucht es keine externen Berater. „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass alles selbst eingestellt werden kann“, so die Spezialisten. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand B09-4 https://maintmaster.com/de/instandhaltungshandbuch/ www.maintmaster.com/de/

gabe von Daten. Besonders wichtig in Bereichen mit schlechter Netzabdeckung: Die Anwender können durch den On-/OfflineModus unabhängig von der Netzabdeckung kontinuierlich weiterarbeiten.

Datendrehscheibe Dabei ermöglicht die App laut Hersteller eine transaktionssichere Buchung. Definierte Prozesse und Workflows garantiert die Instandhaltungslösung dank festgeschriebener Arbeitsschritte in der App (application guided process). Technischer Kern der Lösung ist der plattformunabhängige Kommunikationsserver Membrain-RTC.

Die Instandhaltungslösung Membrain PAS-PM ist für die mobile Abwicklung von Instandhaltungs-, Wartungs- und Serviceprozessen in der Industrie konzipiert. Die Lösung zeichnet sich laut Hersteller durch ihre Performance, Skalierbarkeit und einfache Bedienung aus. Bild: Membrain

Diese Plattform für Industrie-4.0Anwendungen stellt sämtliche Daten aus einem ERP-System (z.B. SAP, MS Navision, Oracle etc.) zeitnah einer bestimmten anderen Anwendung zur Verfügung. Die Kommunikationsplattform, die über eine zertifizierte SAPSchnittstelle verfügt, bringt also die Daten bidirektional aus sämtlichen Backends auf die mobilen Geräte - sie ist also praktisch eine „Datendrehscheibe“. Dabei ist es, wie der Hersteller beteuert, völlig unerheblich, woher die Daten kommen (SAP, Oracle, MS Dynamics etc.) und wohin sie gehen (Android, iOS, Windows etc.), wobei das ERPSystem dabei stets die steuernde Instanz ist. Membrain-RTC ist übrigens bereits in die SAP-Cloudplattform integriert. Diese Integration ermögliche laut Softwareanbieter die Erstellung von SmartphoneAnwendungen in kurzer Zeit auch für SAP-On-Premise-Systeme. Damit sind beispielsweise MobileDevice-Management (MDM)-Systeme nicht mehr nötig, um einen Zugriff auf beliebige SAP-Systeme von einem Smartphone sicherzustellen. Spezielle Konnektoren von Membrain ermöglichen eine weitere Skalierbarkeit zur Abbildung mobiler Prozesse. Maintenance Dortmund Halle 5, Stand H12-5 www.membrain-it.com

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Cobots und die Zukunft der Instandhaltung Roboter werden in der Lage sein, sich selbst zu reparieren - noch ist es nicht so weit Kollaborierende Roboter (Cobots) sind Industrieroboter, die mit Menschen Hand in Hand arbeiten. Im Gegensatz zu ihren schwereren Vorgängern sind sie leicht zu programmieren und können mit Menschen Hand in Hand arbeiten. Sie verfügen darüber hinaus über Sicherheitsmerkmale, die dafür sorgen, dass sie anhalten oder langsamer werden, wenn ein Mensch in ihrer Nähe ist, wodurch die Kollisionsgefahr oder Sicherheitsrisiken verringert werden. Jonathan Wilkins von EU Automation, einem Zulieferer für obsolete Industriebauteile, erklärt, inwieweit kollaborierende Roboter die Instandhaltung verbessern, sodass diese Kosten gesenkt werden können. In ihrem Bemühen, das Risiko von Ausfallzeiten zu verringern, setzen Hersteller vermehrt intelligente Technologien ein, denn damit lassen sich beispielsweise die Produktivität, die Genauigkeit und die Flexibilität erhöhen. Hersteller müssen jedoch bedenken, wie sie die neue Technologie instand halten, damit die Vorteile langfristig bestehen bleiben. Beispiel: Cobots. Sowohl kleine und mittlere Unternehmen (KMU) als auch große Industriegesellschaften nutzen mittlerweile Cobots, um ihre Arbeitsprozesse zu optimieren, denn sie können einen kollaborierenden Roboter dazu verwenden, langsame oder ineffiziente Produktionsbereiche zu verbessern. Je nach Anwendung kann der Techniker z.B. das passende Werkzeug auswählen, das am Roboterarm befestigt wird. Der Roboter kann mithilfe dieses Werkzeugs arbeiten und in Echtzeit auf Inputs von Kameras und Sensoren reagieren. Cobots können außerdem andere Geräte bedienen, während sie in der Nähe von Personen in Betrieb sind. Da Cobots schnell neu zu programmieren sind, erhöht die Verwendung von kollaborierenden Robotern die Flexibilität. Hersteller können rasch auf einen Produktionsrückgang reagieren und eine Lösung finden, wodurch sich Ausfallzeiten vor Ort reduzieren lassen.

Roboter werden mobil Die meisten Cobots werden nicht mit Blick auf Instandhaltungsressourcen entwickelt. Ihre systemimmanenten Funktionen ermöglichen ihnen jedoch, dass sie Techniker dabei unterstützen können, das Risiko von außerplanmäßigen Ausfallzeiten zu verringern. Dies bedeutet in der Praxis, dass Techniker Cobots dazu einsetzen können, komplizierte Instandhaltungsarbeiten in einer gefährlichen Umgebung durchzuführen, beispielsweise dann, wenn eine Maschine stark überhitzt. Der britische Onlinesupermarkt Ocado nutzt z.B. bereits Industrieroboter zur Optimierung seiner Instandhaltungsprozesse. Das Unternehmen arbeitete mit Herstellern zusammen, um den Prototypen ARMAR-6 zu entwickeln, einen autonomen, humanoiden Roboter, der Technikern dabei behilflich ist, die für die Instandhaltung benötigte Zeit im Betriebsgebäude zu reduzieren.

Mehr Technik in der Betriebsstätte könnte einfach mehr Geräte bedeuten, bei denen das Risiko eines Ausfalls besteht. Die zunehmenden Fähigkeiten automatisierter Technologien wie kollaborierender Roboter können jedoch Instandhaltungsprozesse optimieren, um letztendlich die Produktivität zu erhöhen. Möglicherweise wird ein Roboter eines Tages in der Lage sein, sich selbst zu reparieren. Bild: EU Automation

Der ARMAR-6 verwendet ein System aus drei Kameras, um Personen und Gegenstände zu entdecken und zu erkennen, sowie Spracherkennung, um Anweisungen zu verstehen, und Hände mit Greifern, mit denen er Gegenstände aufheben kann. „Unser Ziel ist es, dass der Roboter in der Lage sein wird, selbst zu entscheiden, was der Techniker vorhat, und dementsprechend im richtigen Moment einzugreifen und ihm dabei zu helfen“, erklärt Graham Deacon, Untersuchungsteamleiter im Bereich Robotik bei Ocado Technology. „Dies wird die Techniker bei der Instandhaltung der automatisierten Warenhäuser unterstützen, die das Unternehmen benötigt, um seine Aufträge erfüllen zu können.“ Roboter wie der ARMAR-6 ändern die Art und Weise, wie wir mit Maschinen umgehen. In Zukunft hat diese Beziehung das Potenzial, sich noch intensiver zu entwickeln. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen ermöglichen Robotern, bei der Arbeit zu lernen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Je mehr Erfahrungen Cobots machen, desto mehr werden sie in der Lage sein, Probleme zu er-

kennen und mit ihnen zu rechnen und Menschen auf jegliche potenzielle technische Defekte hinzuweisen. Mitarbeiter oder Roboter könnten dann Wartungsarbeiten an der jeweiligen Maschine durchführen, bevor sie die Produktion beeinträchtigt.

Wird der Cobot zum Instandhalter? Dies ist eine der zahlreichen Möglichkeiten, wie Hersteller die vorbeugende Instandhaltung in Fabrikationsstätten optimieren können, ohne die hohen Kosten, die mit der Ausrüstung mit einem komplett neuen System einhergehen würden. In Zukunft wird es vielleicht möglich sein, einen Cobot so zu programmieren, dass er selbstständig komplette Instandhaltungsarbeiten in den Werkhallen durchführen kann. Da sie leicht und nicht vergittert sind, könnten Hersteller Cobots auf ein fahrerloses Transportfahrzeug (FTF) montieren, sodass sie sich frei in der Fabrikationsstätte bewegen könnten, ohne die Arbeit von Personen zu unterbrechen. www.euautomation.com/de/

Französische Valantur-Gruppe steuert die Instandhaltung mit SAP aus der Cloud Die Groupe Valantur ist eine französische Unternehmensgruppe aus dem Maschinenbau mit vier Gesellschaften an neun Standorten. Um weiterhin wachsen zu können, verlegt Valantur mittlerweile seine Geschäftsprozesse nach und nach in die Cloud. Dazu setzt die Gruppe auf die Cloud-ERP-Lösung SAP Business By-Design und neuerdings an zwei Standorten auch auf die Instandhaltungslösung eam4cloud des SAP-Partners all4cloud (mehr zu dieser Instandhaltungslösung im Messe-Sonderteil in der aktuellen Ausgabe der BuI). Die Groupe Valantur nutzte historisch bedingt unterschiedliche ERP-Lösungen, da die Gruppe in der Vergangenheit diverse Gesellschaften erworben hat - und die hatten natürlich alle bereits entsprechende Systeme. Durch diese heterogene Struktur fiel es schwer, Daten und Informationen der gesamten Unternehmensgruppe einheitlich und strukturiert abzulegen, um sie austauschen und auswerten zu können. Ein hoher Mehraufwand beispielsweise im Lager oder bei Kundenbestellungen und höhere Kosten waren die Folge. Deshalb etablierte Valantur ein unternehmensweit einheitliches SAP-ERP-System, das mehrere Gesellschaften an verschiedenen Standorten integrieren kann. Thierry Sourisseau, Head of IT der Groupe Valantur, dazu: „Wir haben uns für SAP Business ByDesign entschieden, das alle Vorteile einer integrierten ERPLösung bietet. Wir haben uns auch bewusst für die Cloud entschieden, weil hier keine Kosten für Hosting und Wartung anfallen und der Umfang an Funktionalitäten für uns passend ist.“ Darüber hinaus gab es bei Valantur aber auch keine passende Instandhaltungslösung. Stattdessen wurde die Instandhaltung immer noch mithilfe von Excel-Tabellen verwaltet. Die Folge: Aus der Instandhaltung fehlten aktuelle übergreifende Informationen, um die Arbeiten und Aufträge effizient zu steuern und zu planen. Die Entscheidung für die In-

standhaltung, die Lösung eam4cloud, ein Add-on für SAP Business By-Design zu nutzen, war deshalb naheliegend. Diese Instandhaltungssoftware übernimmt Instandhaltungsprozesse in das Cloud-ERP-System, integriert sie und optimiert Steuerung und Planung der Instandhaltung. Dabei werden alle wichtigen Funktionen wie das Störungsmanagement, die Planung, Steuerung und Dokumentation wiederkehrender Maßnahmen und Prüfungen nun über die Cloudlösung abgewickelt. Um dies zu erreichen, etablierte das Unternehmen zunächst einmal SAP Business By-Design als einheitliches, übergreifendes SAP-ERP-System. Hierfür mussten unter anderem die Daten zu 40.000 Artikeln, 1.000 Lieferanten und 1.000 Kunden nach dem Rollout in die Datenbank importiert werden. Doch das hat sich gelohnt, denn seitdem können die angeschlossenen Standorte besser zusammenarbeiten. Allein dadurch konnten die Lagerbestände um 30 Prozent reduziert werden. Mit eam4cloud sind nun auch die Instandhaltungsprozesse in die SAP-Lösung integriert und sie werden über die Standorte hinweg zentral verwaltet. Das Unternehmen hat damit die Instandhaltung besser im Blick und ist mit aktuellen Informationen über die Instandhaltung und die hierfür notwendigen Ressourcen versorgt. Dies war der wichtigste Grund dafür, das Add-on einzuführen. Besonders bemerkenswert: Das Add-on erforderte, ebenso wie SAP Business By-Design, keine grundlegenden Investitionen. Valantur benötigte nämlich keine neuen Lizenzen oder Server - das alles gibt es in der Cloud. Außerdem fallen die Wartung und Weiterentwicklung in die Hände von SAP und all4cloud. Thierry Sourisseau jedenfalls ist sich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: „Valantur kann durch eam4cloud in beträchtlichem Ausmaß Zeit und Kosten einsparen.“ www.all4cloud.de

Die Valantur-Gruppe hat mittlerweile einen klaren Überblick über alle Geschäftsprozesse an den Standorten, an denen SAP Business By-Design und eam4cloud laufen. Bild: all4cloud


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Mobile Instandhaltung reloaded Papierhersteller ersetzt veraltete PDA-Lösung in Werk Gratkorn Das österreichische Werk Gratkorn stellt pro Jahr eine knappe Million Tonnen doppelt und dreifach gestrichenes Papier sowie rund 250.000 Tonnen chlorfreien gebleichten Zellstoff her. Gratkorn ist damit die größte Fabrik des weltweit tätigen Papierherstellers Sappi in Europa. Um im weltweiten Wettbewerb erfolgreich zu sein, ist eine kontinuierliche Verbesserungsarbeit essenziell. Das Team in Gratkorn dreht daher an vielen Stellschrauben, um die Herstellungsprozesse effizienter zu machen, die Leistungsfähigkeit der Maschinen auszuschöpfen und dauerhaft Kosten zu senken. Die Instandhaltung und die Abwicklung sind hier im Fokus. Die Produktionsanlagen sind beeindruckend: Gefertigt wird hier an zwei Maschinen. Eine davon hat eine Produktionsbreite von sechs, die andere eine Produktionsbreite von beachtlichen achteinhalb Metern. Die doppelt und dreifach gestrichenen dort produzierten Papiere werden unter anderem für hochwertige Druckwerke wie Magazine, Broschüren, Kataloge, Bildbände oder Kalender verwendet. „Jede Unterbrechung der Produktionsprozesse durch ungeplante Stillstände und Betriebsausfälle kostet uns bares Geld. Eine zustandsorientierte und effiziente Instandhaltungsstrategie ist daher ein geschäftskritischer Faktor“, betont Robert Assigal, Business Process Engineer SAP PM bei Sappi Austria. Damit die Instandhaltung möglichst reibungslos läuft und effektiv funktioniert, wurden bereits vor längerer Zeit IT-gestützte Instandhaltungsprozesse etabliert, die im SAP-ERP-System mit SAP Enterprise Asset Management (SAP EAM), einer Software für die Instandhaltung, abgebildet werden. Und so läuft es in der Praxis: Tritt an einer Maschine zum Beispiel plötzlich ein akutes Problem auf, informiert der Maschinenführer per Telefon sofort den Schichtdienst der Instandhaltung. Die Reparatur wird dann unverzüglich durchgeführt. Anschließend legt der Techniker in SAP EAM einen Instandhaltungsauftrag an, in dem er seine Arbeitszeit und den Materialverbrauch erfasst. Bei Sappi Gratkorn werden allerdings auch in den sogenannten „Vorortwerkstätten“ Wartungsaufgaben wahrgenommen. Auch deren Planung erfolgt in SAP EAM. Im Rahmen der zyklischen Wartung, die durch Instandhaltungsaufträge und -pläne gesteuert wird, übernehmen beispielsweise auch Maschinenbediener einzelne Aufgaben wie die Kontrolle der Ölfüllstände oder die Schmierung der verschiedenen Lagerstellen.

Mobile Lösung seit 2007 Um die Wartungsaufträge effizient bearbeiten zu können, wurde bereits 2007 in der Produktion ein mobiles Instandhaltungsszenario auf Basis des SAP-basierten Add-Ons „Mobile Maintenance“ realisiert. Hardwareseitig setzten die Verantwortlichen auf entsprechende PDAs. Softwareseitig kam hier die

schlanke mobile Instandhaltungslösung des SAP Gold Partners T.CON zum Einsatz. Diese ist nahtlos und ohne Schnittstellen in SAP integriert, d.h. sie kommt ohne Middleware oder eine separate Datenhaltung aus. Hierfür übergibt EAM die Wartungsaufträge automatisch an die mobile Anwendung. Im Gegenzug überträgt die mobile Lösung die an den Instandhaltungsstellen vor Ort erfassten Daten über Wartungs- und Reparaturtätigkeiten sowie gemessene Werte direkt in das SAPSystem.

Smartphone statt PDA Identifiziert werden die Instandhaltungsstellen dabei über das kabellose RFID. Da die vor Ort erhobenen Informationen umgehend zur Verfügung stehen, kann die Instandhaltung die entsprechenden Maßnahmen zeitnah und flexibel planen. Gleiches gilt auch für Störmeldungen. In der Zwischenzeit sind die PDAs, auf denen die mobile T.CON-Instandhaltungslösung läuft, in die

Jahre gekommen. Zudem wurde mittlerweile der Support für die veraltete Hardware eingestellt. Deshalb suchten die Verantwortlichen nach einem adäquaten Ersatz und entschieden sich für die robusten Business-Smartphones vom Typ „Zebra TC55“. Mit denen kann im Gegensatz zu den früher genutzten PDAs nun telefoniert werden und sie lassen sich komfortabel bedienen - und zwar mit dem Finger, dem Handschuh oder einem Stift. Zudem bieten die neuen Geräte eine hochauflösende Kamera und einen Scanner, der sowohl RFIDDaten als auch Barcodes einlesen kann. Mit dem Wechsel der Hardware änderte sich auch das mobile Betriebssystem. Statt Windows CE arbeiten die neuen Smartphones mit Google Android. Im Zuge der Umstellung auf die neuen Mobilgeräte wurde auch bei der mobilen Anwendung auf die neue User-Interface-Technologie SAPUI5 (SAP Fiori) gewechselt. „Mit SAPUI5 lässt sich die Mobilanwendung so spielend einfach und intuitiv bedienen wie eine App auf dem privaten Smartphone oder Tablet. Davon erwarten wir

Die neue mobile Lösung ist so einfach zu bedienen wie eine App auf dem privaten Smartphone und sie bietet natürlich alle zeitgemäßen Funktionen.

Mit einer SAP-basierten Mobillösung von T.CON, einer intuitiven Bedienoberfläche und modernen Android-Smartphones optimiert der Papierhersteller Sappi die Instandhaltungsprozesse in der Produktion. Bilder: T.CON

eine schnellere und effizientere Bearbeitung der Wartungsaufträge und eine Verbesserung der Qualität bei den Rückmeldungen“, verdeutlicht Assigal. Und die neue Lösung bietet laut Entwickler auch mehr Funktionen: So kann die Kamera nun genutzt werden, um Störfälle wie einen Flüssigkeitsaustritt bei einem Pumpengehäuse zu dokumentieren. Der Maschinenführer muss also nicht mehr zeitaufwendig umfangreiche Meldungstexte eintippen - ein Bild sagt schließlich mehr als 1.000 Worte.

Einführung in nur zwei Monaten Von den Aufnahmen, die die Mobillösung als Anhang zur Meldung an SAP übermittelt, profitieren natürlich auch die Mitarbeiter in der Instandhaltung, denn sie können das Problem sofort eindeutig identifizieren und umgehend die Reparatur veranlassen. Die neuen Smartphones und die SAPUI5-Oberfläche für die AddOn-Lösung von T.CON hat Sappi Gratkorn im Rahmen eines Pilotprojektes zunächst für die Instandhaltungsprozesse bei den Brandschutzanlagen eingeführt. Die Implementierung konnte in nur zwei Monaten abgeschlossen werden. Angesichts der selbsterklärenden und modernen Bedienoberfläche blieb der Aufwand für die Schulung der Endanwender minimal. „Die Mitarbeiter haben den Umgang mit der modernisierten Oberfläche teilweise sogar völlig ohne fremde Anleitung erlernt“, bestätigt Assigal.

Aufgrund der ausschließlich positiven Erfahrungen und des zu erwartenden geschäftlichen Nutzens weitete Sappi ab Anfang 2018 den Einsatz der neuen mobilen Gesamtlösung auf die gesamten Instandhaltungsprozesse in den Produktionslinien in Gratkorn aus. Die Erfahrungen sind dabei so gut, dass der Rollout in weiteren europäischen Werken für die nahe Zukunft geplant ist. Parallel zur Instandhaltung optimiert und reorganisiert Sappi im Werk Gratkorn auch die Barcodegestützte Lagerverwaltung. Die Papiermaschinen werden jetzt nicht mehr aus einem Zentrallager, sondern von standortnahen dezentralen Lagern mit Ersatzteilen und Betriebsmitteln versorgt. Die Buchung der Warenein- und ausgänge erfolgt über das nahtlos in SAP ERP integrierte Add-On „Mobile Warehouse“ von T.CON, das auf stationären PDAs mit dem Betriebssystem Windows CE installiert ist. Da die mobile Warehouse-App ebenfalls auf die moderne SAPUI5-Oberfläche migriert wurde und somit für Android kompatibel ist, hat Sappi diese Lösung auch auf den neuen Zebra-Smartphones installiert. „Die Mitarbeiter in der Produktion können jetzt mit einem einzigen Mobilgerät Instandhaltungs- und Intralogistikprozesse wie die Warenentnahme durchführen, und wir sparen die Kosten für die Anschaffung zusätzlicher Devices“, verdeutlicht Robert Assigal die Vorteile. Maintenance Dortmund Halle 5, Stand H04-5 www.team-con.de

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Instandhaltung mithilfe maschinellen Lernens Experten erklären am Beispiel eines Wasserstoffverdichters bei Evonik, was wichtig ist Jede Maschine wird einmal den Punkt eines schadhaften Zustandes erreichen. Dieser Punkt bedeutet noch nicht den kompletten Stillstand oder Zusammenbruch der Maschine, aber es ist ein Punkt, an dem deutlich wird, dass die Maschine sich nicht mehr so verhält, wie sie sollte. In der Folge wird eine Wartung notwendig, um sie wieder in den Zustand ihrer optimalen Funktionsfähigkeit zu versetzen. Ob es sich bei dieser Maschine um eine rotierende Maschine (Pumpe, Kompressor, Gas- oder Dampfturbine usw.) oder um eine nicht rotierende Maschine (Wärmetauscher, Destillationskolonne, Ventile usw.) handelt, spielt keine Rollle, denn stets versucht man die Frage „Befindet sich die Maschine derzeit in einem optimalen Zustand?“ zu beantworten. Eine clevere Antwort hierauf ist die prädiktive Instandhaltung auf der Grundlage des maschinellen Lernens. Bei der gebräuchlichsten Art der Betriebsüberwachung, dem Condition Monitoring, sieht man sich jede Sensormessung einer Maschine an und bestimmt einen Ober- und Unterwert als jeweilige Begrenzungen. Bewegt sich der derzeitige Wert innerhalb dieser Grenzen, gilt die Maschine als gesund. Gerät der derzeitige Wert unterhalb oder oberhalb dieser Begrenzungen, gilt die Maschine als suboptimal, sodass ein Warnsignal ausgesendet wird. Bei dieser Vorgehensweise ist bekannt, dass oft ein falscher Alarm ausgelöst wird: Es wird also eine Warnmeldung auch für solche Zustände ausgesendet, die eigentlich noch einen gesunden Gesamtzustand der Maschine darstellen. Darüber hinaus gibt es das Problem der fehlenden Alarmmeldungen, wenn es problematische Situationen gibt, die aber keine Warnmeldung auslösen. Beim ersten Problem vergeudet man Zeit und Ressourcen und entzieht die Maschine ihrer Verfügbarkeit. Das zweite Problem ist noch gefährlicher, denn es kann zu schwerwiegenden Schäden führen - mit damit verbundenen Kollateralschäden, Reparaturkosten und Produktionsverlusten. Beide Probleme haben aber die gleiche Ursache: Den optimalen Gesundheitszustand einer komplexen Maschine kann man nicht zuverlässig an den Analysen von Einzelmessungen ablesen. Vielmehr muss die Kombination verschiedenster Messungen berücksichtigt werden, um zu einer tatsächlichen Zustandsbeschreibung zu kommen. Der Vergleich mit einem Menschen macht dies deutlich: Eine isolierte Betrachtung von Ober- und Untergrenze für die Alarmierung der Pulsfrequenz führt schnell zu Fehlarmen und fehlenden Alarmierungen. 60 bis 80 Schläge pro Minute gelten schließlich als normale Herzfrequenz, was aber nicht heißt, dass bei einem Plus von 140 automatisch alarmiert werden sollte, da dies wiederum davon abhängig ist, ob diejenige Person sich gerade im Ruhezustand befindet oder beispielsweise Sport treibt. Es gibt hier also eine klare Korrelation zwischen gemessener Schrittzahl und dem Puls. Weitere Korrelationen ergeben sich zu einer Vielzahl weiterer Faktoren, wie Atmungsfrequenz, Blutvolumen, Wetter oder Körpertemperatur. Wenn man also den Zu-

stand eines bestimmten gesunden Menschen z.B. über drei Monate mit diesen Messwerten verfolgen würde, könnte man aus diesen Daten eindeutige Korrelationen errechnen. Wird das so gewonnene mathematische Modell in der Zukunft angewendet, würden dadurch auch die Fehlalarme signifikant zurückgehen. Echte Alarmierungen würden sich hingegen aus den Abweichungen von dem vorhergesagten Modell ergeben, da jede Abweichung von Gesundheit als potenziell krank indiziert werden könnte. So würde ein Puls von 140 im Ruhezustand ebenso wie ein Puls von 60 bei erhöhter Lauffrequenz eine Alarmierung auslösen, im umgekehrten Fall hingegen käme es sinnvollerweise zu keiner Alarmierung.

Fallbeispiel Wasserstoffverdichter Dies lässt sich auf Maschinen und Anlagen übertragen: Die Messungen eines Kompressors ließen sich beispielsweise sinnvoll strukturieren, indem man ein mathematisches Modell erstellt, bei dem die einzelne Messung in Beziehung zu allen anderen Messungen gesetzt wird. Beispiel: der Austrittsdruck eines Kompressors. Dieser Wert wird beeinflusst von der Temperatur und Komposition des Mediums, der Rotationsrate der Maschine sowie von einigen anderen Parametern. In Kenntnis dieser Parameter könnte man berechnen, wie hoch der Austrittsdruck sein sollte. Um ihn zu berechnen, müsste man die Beziehung zwischen all diesen Parametern in eine mathematische Form, also in eine Gleichung einfließen lassen. Wollte man diese Gleichung mithilfe von Expertenwissen erstellen, wäre dies allerdings viel zu zeitaufwendig, um praktikabel zu sein. Schließlich wäre diese Gleichung für jeden Hersteller und jedes Modell einer Maschine und für jede Art von Zustand, in der sich die Maschine befinden könnte, sehr unterschiedlich. Aus ganz praktischen Gründen ist ein solches Modell darum nur machbar, wenn es schnell und ohne menschlichen Aufwand erstellt werden kann. Das ist das Spezialfeld des maschinellen Lernens. Die hierbei eingesetzten Methoden basieren auf den gemessenen Daten zu einer Zeit, da die Maschine sich in einem opti-

malen Zustand befand. Auf Grundlage dieser historischen Daten erstellen die Methoden des maschinellen Lernens automatisch und ohne menschlichen Aufwand eine mathematische Repräsentation (also ein Modell) des Beziehungsgeflechts aller einschlägigen Parameter der Maschine. Es wird dabei eine Art neuronales Netz erstellt. Dabei kann mathematisch bewiesen werden, dass ein neuronales Netz in der Lage ist, einen komplexen Datensatz mit großer Genauigkeit darzustellen, sofern dieses Netz groß genug ist und die Daten bestimmten Gesetzen gehorchen. Weil eine Maschine den Naturgesetzen gehorcht, ist diese Annahme unzweifelhaft richtig. Darum verwenden die Spezialisten bei Algorithmica Technologies auch ein solch neuronales Netz als Grundlage, um jede Messung der Maschine in ihren Bezügen zu anderen Messungen zu modellieren. Der Algorithmus des maschinellen Lernens findet die Werte für alle Modellparameter, sodass das neuronale Netz die Daten sehr genau widerspiegelt. Auch die Entscheidung, welche Messungen einbezogen werden sollen, um eine bestimmte Messung zu modellieren, kann automatisch erfolgen. Das Ergebnis ist, dass jeder Messung an der Maschine eine Formel zugeordnet wird, die in der Lage ist, den erwarteten Wert dieser Messung zu berechnen. Weil die Formel auf Daten basiert, als die Maschine noch fehlerfrei lief, definiert diese Formel den optimalen Gesundheitszustand der Maschine. Abweichungen von diesen optimalen Werten werden dann als schadhafte Zustände interpretiert.

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Wartungsbudgets: Um 50 Prozent senken Wenn Unternehmen die neuen Methoden des maschinellen Lernens aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz einsetzen, wird die Wartung weniger reaktiv und viel eher proaktiv, wie auch das im Detail ausgeführte Beispiel von Evonik im links stehenden Artikel deutlich zeigt. Da man auf diese Weise Probleme feststellen kann, ehe es zu einem ungeplanten Ausfall der Anlage kommt, kann man Kollateralschäden vermeiden. Der potenzielle Produktionsverlust wird auf diese Weise reduziert. Kosten, um kurzfristig Personal oder Ersatzmaterial Dieser Ansatz ist mittlerweile ausgiebig in der Praxis getestet worden - beispielsweise für rotierende Maschinerien wie Kompressoren, Pumpen, Gasund Dampfturbinen von mehreren Herstellern im operationalen Kontext der Energiewirtschaft, der chemischen Industrie, der Ölraffinerien und Ölförderung. Unter anderem setzt auch die Firma MAN Diesel and Turbo auf diese Technologie, um die eigenen beziehungsweise eingesetzten Kompressoren und Gasturbinen in Alarmzustand zu versetzen, noch bevor der menschliche Ingenieur sich die Daten ansieht.

System überzeugt Evonik Nach einer Analyse aller auf dem Markt aktuell angebotenen Verfahren zur prädiktiven Instandhaltung war es am Ende eben dieser Ansatz der Firma Algorithmica Technologies, der auch bei Evonik überzeugte. Die Einführung des Verfahrens geschah hierbei in mehreren Phasen. In der ersten Phase wurde aus historischen Daten des Prozesses die Differenzialgleichung ermittelt, die die Dynamik dieses Wasserstoffverdichters genau und zuverlässig abbildet. Von allen Sensoren in der Maschine wurden dazu die wesentlichen zur Modellierung ausgewählt. Diese Modelle wurden anhand historischer Daten aus Zeiten er-

anzufordern, werden vermieden. Einen konkret auftretenden Schaden muss man freilich immer noch beheben, aber jetzt kann man dies in geplanter und präventiver Weise tun, während man es zuvor in einer Art Feuerwehr-Modus tun musste. Dadurch können Wartungsbudgets um bis zu 50 Prozent reduziert werden, sind die Experten von Algorithmica Technologies überzeugt. Hinzu kommen die Kosteneinsparungen durch Vermeidung von Kollateralschäden wie Totalausfällen der Anlage oder durch ungeplante Produktionsstillstände. stellt, bei denen die Maschine gesund war und damit eine praktische Definition der Gesundheit der Maschine widerspiegelte. In der zweiten Phase erfolgte dann die Feinjustierung der Modelle, da üblicherweise nicht alle Modelle zu diesem Zeitpunkt in der Lage waren, die Alarme korrekt zu liefern, beispielsweise wenn man in der Phase eins einige wesentlichen Punkte vergessen hatte. Dafür wurden zunächst einige historische Alarme gemeinsam betrachtet und mit bekannten Problemen an den Maschinen verglichen. Diese Information wurde dann wiederum dazu verwendet, die Modelle weiter zu verbessern. Das Projekt ging nun in Phase drei in den Testbetrieb am Wasserstoffverdichter über. Alarme wurden nun wirklich verschickt und von menschlichen Ingenieuren begutachtet - und das mit Erfolg. Basierend auf weiteren Tests wurden vereinzelt noch notwendige Änderungen an den Modellen zeitnah realisiert und nach der gemeinsamen Bewertung aller Resultate wurde das Verfahren zur konzernweiten Einführung freigegeben. Dr. Patrick Bangert, Geschäftsführer Algorithmica Technologies, Randolph Sternberg, Sales Director Algorithmica Technologies Maintenance Dortmund Halle 4, Stand D37-4 www.algorithmicatechnologies.com

An diesem Beispiel kann man erkennen, wie das Modell des maschinellen Lernens bereits am 23. Juni 2018 einen dynamischen Alarm auslöst. In der Testphase wurde darauf allerdings nicht mit Instandhaltungsmaßnahmen reagiert, um die Validität des Modells im Echtbetrieb zu testen. Erst am 24. Juli, wird dann über den festen Grenzwert des bisherigen Condition-Monitoring-Systems ein Alarm ausgelöst, mit der Folge, dass unmittelbare Instandhaltungsmaßnahmen notwendig wurden, um den Ausfall des Verdichters bzw. weitere Kollateralschäden zu verhindern. Tatsächlich war also das modellbasierte Verfahren der prädiktiven Instandhaltung in diesem konkreten Fall in der Lage, das Problem bereits vier Wochen vor dem CMSystem zu erkennen. Bild: Algorithmica Technologies


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Digitalisierte Instandhaltung über SaaS Excel-Listen ade - Instandhaltungsmanagement auf effiziente Art Ein strukturiertes Instandhaltungsmanagement ist eine entscheidende Stellschraube für Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit im laufenden Produktionsbetrieb. Deshalb hat die Heinz Schwarz GmbH & Co. KG aus Preußisch Oldendorf bereits vor Jahren detaillierte Wartungspläne für jede Maschine entwickelt und definiert. Diese und zahlreiche weitere Informationen, wie ein Logbuch für jede Maschine, lagen zum Teil nur in Form von Excel-Listen vor. Die Datenbasis für eine effiziente Instandhaltung war damit zwar gegeben, die Abwicklung mit Excel, Outlook und Co. hingegen konnte nicht überzeugen. Grund genug für die Verantwortlichen, auf ein effizientes Instandhaltungsmanagement zu setzen - und sie fanden eine entsprechende Lösung. Das gleichnamige Unternehmen wurde 1964 von Heinz Schwarz in Preußisch Oldendorf gegründet und hat sich bis heute zu einer der größten unabhängigen Werkzeugbaufirmen hierzulande entwickelt. Das Leistungsspektrum umfasst den klassischen Werkzeugbau sowie die Komplettentwicklung bis hin zur Serienfertigung von Bauteilen - der Maschinenpark ist dementsprechend groß und heterogen. Bereits vor Jahren haben die Verantwortlichen für die Produktionsmaschinen detaillierte Wartungspläne festgelegt. Zudem gibt es ebenfalls schon seit Jahren an jeder Maschine ein eigenes Logbuch. Hier werden laufend Daten zu den durchgeführten Wartungen, Fehlermeldungen, außerplanmäßigen Standzeiten und mehr festgehalten. „Vor drei Jahren haben wir nochmals alles auf den Kopf gestellt, alle Pläne überprüft und für jede Maschine im Detail als Arbeitshilfe für die Maschinenbediener und den Service alle notwendigen Punkte beschrieben“, schildert Anne Theile-Wielage, die Leiterin der Mechanischen Fertigung bei Heinz Schwarz. Die Datenbasis für eine effiziente Instandhaltung war also in guter Tiefe vorhanden - allerdings nicht in optimaler Form. Vieles wurde nämlich nur in entsprechenden Excel-Listen vorgehalten. Der Aufwand für die Abwicklung war entsprechend groß: Für die monatlichen Inspektionen wurden umfassende Ausdrucke er-

stellt, bearbeitet und anschließend etwa für zukünftige Audits dokumentiert. Darüber hinaus wurden Aufgaben für das Instandhaltungsteam mit Outlook abgewickelt - und das ohne die notwendige Transparenz. Denn es konnte lediglich der Empfänger die Aufgabe einsehen und ausschließlich der Aufgabensteller wurde über den Umsetzungsstatus informiert.

Gute Datenbasis, nicht in optimaler Form Angesichts dieser Situation reifte der Wunsch, das Instandhaltungsmanagement zu digitalisieren, um Informationen schneller und effizienter verfügbar zu machen sowie um detailliertere Auswertungen zu ermöglichen. „Dazu hatten wir bereits ein umfassendes Lastenheft entwickelt, mit dem Ziel, durch unsere IT eine Eigenlösung zu entwickeln, die unsere Erwartungen erfüllt - bis hin zu einem Ticketsystem für unsere interne Instandhaltung“, so Anne Theile-Wielage weiter. Dass eine derartige Eigenentwicklung, gleichsam ab null beginnend, aufwendig werden würde, war klar. Umso hellhöriger wurden die Verantwortlichen, als sich auf der FMB-Zuliefermesse in Bad Oeynhausen der erste Kontakt zur Werkbliq GmbH und ihrer Instandhaltungsplattform Werkbliq ergab. Schon zu diesem Zeitpunkt erfüllte diese Plattform nämlich einen Teil der skizzierten Anforderungen.

Viele Themen waren bereits in der Roadmap verankert und teilweise sogar schon in der Entwicklung. „Unsere Geschäftsführung war sofort interessiert, da das Produkt direkt verfügbar war, lange Eigenentwicklungen ersparte und zudem die räumliche Nähe zu Bielefeld für Werkbliq sprach“, erinnert sich die Leiterin der Mechanischen Fertigung. Schnell entschied man sich für Testinstallationen der Plattform an zwei Maschinen. Die Erfahrungen waren so gut, dass die Lösung nun mittlerweile im großen Stil zum Einsatz kommt. Derzeit werden etwa 20 Maschinen über Werkbliq abgedeckt. Darunter befinden sich Fräsmaschinen unterschiedlicher Größen, von Klein- bis Portalfräsen, sowie Pressen mit unterschiedlichen Einsatzzwecken. Mit der Implementierung des Objektmanagements wird das System auf Betriebsmittel aller Arten, die eine Instandhaltung erfordern, weiter ausgeweitet. Nach fast einem Jahr im Einsatz zieht Anne Theile-Wielage ein positives Fazit. „Wir verfügen nun über ein Ticketsystem für die Instandhaltung, erheblich bessere Möglichkeiten der Auswertung und eine strukturierte interne Koordination mit der Wartung. Das hat uns ein großes Stück vorangebracht.“ Der gesamte Wartungsprozess läuft somit deutlich transparenter, effizienter und reibungsloser ab. Allein die monatlichen Inspektionspläne für zwölf Fräsmaschinen, die nun digitalisiert

In der Zusammenarbeit hat die Werkzeugbaufirma Heinz Schwarz GmbH & Co. KG die Praxiserfahrungen geliefert, die mit den Spezialisten von Werkbliq im regelmäßigen Austausch diskutiert wurden. Ein großer Teil dieser Themen wurde dann als Projekt in die Roadmap übernommen, was zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Nutzer- und Prozessfreundlichkeit führte. Von der engen konzeptionellen Zusammenarbeit haben auf diese Weise beide Seiten profitiert - und letztlich auch das System an sich.

„Der gesamte Wartungsprozess läuft mit Werkbliq deutlich transparenter, effizienter und reibungsloser ab“, bestätigt Anne Theile-Wielage, die Leiterin der Mechanischen Fertigung bei der Heinz Schwarz GmbH & Co. KG. Bilder: Werkbliq

und nicht mehr in Papierform bearbeitet werden, bringen beachtliche Vorteile mit sich.

Lösung kommt bei Mitarbeitern an Auch die Akzeptanz der Mitarbeiter für die Verwendung der Plattform ist sehr hoch. Schnell haben die Maschinenbediener erkannt, welche Vorteile im Arbeitsalltag die digitale Plattform bringt, von schnelleren Abläufen bis zu weniger Papierkram, etwa bei der Bearbeitung von Tages- und Monatsberichten. „Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Projektes ist allerdings, dass man klare Verantwortlichkeiten benennt und sich jemand den Hut aufsetzt, um die Implementierung erfolgreich voranzuführen. Bei uns hat ein Mitarbeiter aus der Stabstelle Prozessoptimierung diese Aufgabe übernommen“, betont Anne

Theile-Wielage und ergänzt: „Allein, dass wir jetzt jederzeit auditfähig sind, ohne Vorbereitungszeit oder nochmalige Sichtung der Unterlagen mit dem damit verbundenen Zeitaufwand, spricht für sich.“ Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass man nun jederzeit mit einem schnellen Blick den aktuellen Maschinenstatus überwachen kann - selbst von unterwegs aus.

Überwachung auch aus der Ferne Bei Heinz Schwarz schätzt man zudem die Vorzüge einer Softwareas-a-Service-Lösung und die damit verbundene stetige Weiterentwicklung der Plattform. „Dazu gehören auch Themen wie das Ersatzteilmanagement, an die wir vor anderthalb Jahren noch gar nicht gedacht hätten“, so Anne Theile-Wielage abschließend. www.werkbliq.de


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Angaben nach MaStRV im Vorfeld prüfen Webportal zur MaStRV betriebsbereit - Energierechtsexperten mahnen zur Vorsicht Seit dem 31. Januar 2019 steht nun, nach einer mehr als einjährigen Verzögerung, das neue Webportal zur Meldung an das Marktstammdatenregister (MaStRV) allen Akteuren am Energiemarkt verbindlich zur Verfügung. Dieses sorgte bereits nach seiner Verabschiedung im Parlament branchenübergreifend für Verunsicherung - und daran hat sich kaum etwas verändert. Energierechtsexperten raten deshalb: Unternehmen sollten nicht voreilig Informationen über ihre Erzeugungs- und Verteilungsstrukturen an das Register melden, sondern die Energieversorgungskonstellation im Vorfeld sehr genau prüfen. „Was heute mit leichter Hand unbedacht preisgegeben wird, kann morgen schon mit unangenehmen Folgen verbunden sein“, warnt Rechtsanwalt Sebastian Igel, Vorstand der Energie-Admin AG. Das Bundeskabinett hatte am 8. März 2017 auf Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums die sogenannte MaStRV verabschiedet, die am 10. April 2017 in Kraft trat. Durch diese Verordnung wurde die rechtliche Grundlage für die Errichtung und den Betrieb eines Marktstammdatenregisters (MaStR) energiewirtschaftlicher Daten geschaffen. In diesem energiewirtschaftlichen Anlagenkataster sollen alle Energieerzeugungsanlagen sowie bestimmte Verbrauchsanlagen registriert werden. Das MaStR schaffe ein für jedermann nutzbares Instrument, das wesentliche Akteure der Bereiche Strom und Gas erfasse und damit dem Energiemarkt als Ganzes diene, so die Begründung des Gesetzgebers. Erst jetzt erfolgte die Einrichtung entsprechender Erfassungsstrukturen durch die Bundesnetzagentur (BNetzA), die das MaStR als eine onlinebasierte Datenbank betreiben wird. Das neue Register berücksichtigt Neuanlagen und Bestandsanlagen, Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer und konventioneller

Rechtsanwalt Sebastian Igel, Vorstand der Energie-Admin AG, warnt vor möglichen Nachzahlungen in Bezug auf die EEG-Umlage: „Das sind schnell sechsstellige Beträge.“

Energie von Strom und Gas. Außerdem werden bestimmte Verbrauchsanlagen sowie die Betreiber sämtlicher Stromerzeugungsanlagen registriert. Die MaStRV soll einer verbesserten Datenlage und der Transparenz in der Energiewirtschaft dienen, was auch dem Monitoring und - im Zuge der Energiewende - der Netzstabilität zugutekomme. Daneben soll es zur Entbürokratisierung

beitragen, weil bisher parallel bestehende Meldepflichten ersetzt oder vereinfacht werden könnten. Übrigens: Ein Verstoß gegen die Meldepflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, außerdem sind Fördermittel nach dem ErneuerbareEnergien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) von der rechtzeitigen und vollständigen Meldung abhängig. Experten hingegen betrachten den enormen Zeitaufwand, der mit dieser Verordnung einhergeht, mit Argwohn. Er stelle viele Unternehmen vor große Probleme. Denn laut MaStRV aktuell ist im Grunde jeder ein Stromlieferant, der über eine Steckdose verfügt, die hin und wieder von anderen genutzt wird. Absurde Situationen sind die Folge: Selbst Haushaltskunden, die den Elektriker, Glaser oder Fliesenleger im Hause haben, können plötzlich zu registrierungspflichtigen Stromlieferanten werden, wenn die Arbeiter ihre Geräte eigenverantwortlich anschließen und betreiben, so Experten. „Neben dem nicht unerheblichen Zeitaufwand muss erwähnt sein,

Software für die IT-Instandhaltung in OT-Infrastrukturen Als nach eigenen Angaben erstes Softwareunternehmen bietet Ondeso nun Produktions- und Fertigungsunternehmen die Möglichkeit, ihre IT-Systeme in OT-Infrastrukturen komplett, prozessorientiert und herstellerübergreifend zu managen. Hintergrund: Die Operational Technology (OT) umfasst, nach einer Definition von Gartner, einem Anbieter von IT-Analysen und -Marktforschungen, sowohl die Hard- als auch die Software, die eine Änderung durch die direkte Überwachung und/oder Kontrolle von physikalischen Geräten, Prozessen und Ereignissen im Unternehmen erkennen und verursachen. Die Industrial Automation Management Platform von Ondeso ist dabei modular aufgebaut und kann entsprechend dem individuellen Bedarf konfiguriert werden. Im Zentrum stehen mit dem Secure-Release-Modul die Funktionalitäten für Inventarisierung, aktives Clientmanagement sowie umfassende Dokumentationsfunktionen. Damit können also ITKomponenten und Rechnersysteme - in erster Linie Windows-Betriebssysteme - einfach und unkompliziert verwaltet werden, so der Softwareanbieter. Dies wieder-

Das Web-Dashboard visualisiert die Betriebsund Security-Zustände der gesamten IT-Infrastruktur in den OT-Anlagen. Es beinhaltet aktuelle Informationen, unter anderem das derzeitige Patchlevel des Betriebssystems, die letzten Backups sowie den Betriebsstatus der USB- und RDP-Schnittstellen. Bild: Ondeso

um steigere die Verfügbarkeit der Anlagen und verkürze die Wartungszeiten. Erweitert wird dies durch die Module für das Incidentund das Asset-Management. Das Asset-Management bietet eine Übersicht über alle IP sprechenden Komponenten und zwar mit den Standorten und den Verantwortlichkeiten. Mithilfe des Incident-Managements lassen sich systemrelevante Ereignisse, Störungen und Eingriffe managen und protokollieren. Das Modul

Data-Control schließlich ermöglicht ein umfassendes und sicheres Managen von nicht prozessgebundenen Datenbewegungen, z.B. via USB oder Netzwerk, in Produktionsanlagen. Es minimiert also das Schadenspotenzial von zufälligen und gezielten Infektionen durch einen sicheren Umgang mit externen Daten. Hiermit kann unter anderem auch eine Datenschleuse eingerichtet werden - und zwar ohne spezielle Hardware. Diese Datenschleuse verschlüsselt und signiert die Daten sicher und bietet eine netzwerkübergreifende Datenkontrolle über den ein- und ausgehenden Datenfluss sowie revisionssichere Datenprotokollierung. So werden also externe Daten sicher zur internen Nutzung bereitgestellt. Mit diesen diversen Modulen sind, so der Anbieter, Anlagenverantwortliche in der Produktion und Fertigung also in der Lage, die Industrial-IT und Security sowie deren Betriebs- und Zugriffssicherheit strukturiert und bedarfsorientiert für den gesamten Verantwortungsbereich aufzubauen und zu managen. Maintenance Dortmund Halle 5, Stand K18-5 www.ondeso.com

Stromlieferanten sind meldepflichtig, wobei es sich auch um einen solchen handelt, wenn zum Beispiel Strom von der Konzerntochter an die Konzernmutter auf demselben Betriebsgelände oder Strom an eine ausgelagerte Kantine geliefert wird. Bilder: Energie-Admin

dass die flächendeckende SammDritte, wie zum Beispiel die angelung energierechtlich relevanter schlossene Kantine, mit Strom. Daten den Aufsichtsbehörden erstWenn hier der Nachweis der ab mals einen umfassenden ÜberEEG 2017 erforderlichen viertelblick über Stromerzeugungsanlastundenscharfen Abgrenzung gen, Eigenverbrauch und gegezwischen dem BHKW-Strom, der benenfalls Drittverbrauch liefert“, von dem Unternehmen selbst vergibt Energierechtsexperte Sebasbraucht wird, und dem Verbrauch tian Igel zu bedenken. „Und hier der Dritten mangels entbeginnt der für sehr viele Enersprechender Messeinrichtungen giemarkt-Akteure unangenehme nicht geführt werden kann, ist Teil der neuen Verordnung, denn auch hier für den gesamten jemals oft genügen Energie(eigen-)vereigenerzeugten Strom eine Nachzahlung der EEG-Umlage zu sorgungskonzepte nicht mehr den energierechtlichen Vorgaben.“ befürchten. Diese hätten sich in den ver- „Die Ansprüche auf die EEG-Umgangenen Jahren deutlich verlage verjähren in der Regel nicht. schärft. „Nicht aus böser Absicht, So kann es zu Nachforderungen sondern schlicht aus Unwissenheit für weit längere Zeiträume als die über die vielen energierechtlichen regelmäßige Verjährungsfrist von Leichen im eigenen Keller, bewedrei Jahren kommen“, mahnt der gen sich viele Unternehmen weit Rechtsanwalt abschließend. außerhalb des energierechtlich LeIngo Schmidt, galen“, warnt der Rechtsanwalt. freier Journalist mit Schwerpunkt Wenn diese durch unbedachte AnUmwelt- und Energietechnik gaben indem MaStRV-Register unwww.energie-admin.ag widerruflich gemeldet werden, könne das zu bösen Überraschungen führen. EnergierechtsWer ist meldepflichtig? experten raten deshalb zu einer Meldepflichtig sind Gasverenergierechtlichen Compliancebraucher, wenn Verbraucher an Prüfung, um Nachteile zu verdas Fernleitungsnetz anmeiden. „In manchen Fällen ist es geschlossen sind, Betreiber von besser, eine verspätete Meldung in Stromerzeugungsanlagen einKauf zu nehmen“, meint der schließlich EEG- und KWK-AnFachmann, „um bisherige Verlagen, Betreiber von Stromsäumnisse in Ordnung zu bringen.“ speichern, Stromverbraucher Der Fachmann erklärt an Beimit Anschluss an das Höchstspielen für gravierende Energieoder Hochspannungsnetz, rechtsverstöße, wo die Probleme Messstellenbetreiber, Netzund das Kostenrisiko liegen: Anbetreiber sowie Betreiber gegenommen ein Unternehmen beschlossener Verteilnetze sowie treibt in einer einhundertproStromlieferanten. zentigen Tochtergesellschaft eine Die Registrierung beim MaStRV Stromerzeugungsanlage, also beierfolgt mithilfe eines Onlinespielsweise ein BHKW oder eine Einrichtungsassistenten der PV-Anlage. Der Strom wird aber Bundesnetzagentur, mit dem überwiegend von der Mutterman die folgenden drei Schritte gesellschaft verbraucht. absolvieren soll: Anlegen eines „Trotz der gesellschaftsrechtlichen MaStR-Kontos, Erfassung der Verflechtung handelt es sich hier Stammdaten und Registrierung um einen klaren Fall von Drittder Marktakteure zur Wahrbelieferung“, verdeutlicht der Enernehmung verschiedener Marktgieexperte. Im Falle einer MaSTRVfunktionen. Meldung ist zu befürchten, dass „Eine rechtssichere Prüfung der auf die gesamte seit InbetriebMeldepflicht sowie die Übernahme mit der Stromerzeugungsnahme aller Meldeformalien anlage erzeugte Strommenge die bietet die Energie-Admin AG zu EEG-Umlage nachzuzahlen ist - das einem individuellen Festpreis sind schnell sechsstellige Beträge. an“, betont Rechtsanwalt Oder ein anderes Beispiel: Ein Sebastian Igel, Vorstand der Unternehmen betreibt eine StromEnergie-Admin AG. erzeugungsanlage, also zum Beiwww.marktstammdatenregister.de spiel ein BHKW oder eine PV-Anlage selbst, vorsorgt aber auch


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(Nicht nur) für die Anomalieerkennung IoT-Fieldgateway-Lösung sorgt für mehr Effizienz in Industrie 4.0 Wie eine datengetriebene Prozessoptimierung funktioniert, wissen die Spezialisten des Dresdner IT-Unternehmens Robotron. Sie bieten für die digitale Transformation Industrie-4.0Lösungen aus einer Hand - von vernetzten Sensoren über passende Hardware und Analysesoftware bis hin zur Befähigung der Unternehmen im Umgang mit neuen Technologien. Unlängst stellte das Unternehmen mit der IoT-Fieldgateway-Lösung Robogate eine Software-HardwareKombination vor, die nach Angaben der Entwickler durch die intelligente Verarbeitung von Maschinen- und Prozessdaten die Effizienz in der Fertigung erheblich steigern kann. Robogate ist eine IoT-Fieldgateway-Lösung, die Hardware und Software kombiniert. Angepasst auf moderne Industriestandards, adressiert das Gerät Szenarien und Anwendungsgebiete wie Retrofit von Maschinen, Energieeffizienz und Zustandsüberwachung in der Produktion. Hierbei ermöglicht der Edge-Computing-Ansatz eine Reduktion des Datenverkehrs sowie eine verbesserte Entscheidungsfindung durch die Einbindung von Betriebsdaten aus heterogenen Systemen, so der Anbieter. „Die Fieldgateway-Lösung bietet ein Höchstmaß an Schnittstellenflexibilität zu Alt-, On-Premiseund Cloudsystemen“, betont Ulf Heinemann, Geschäftsführer der Robotron Datenbank-Software GmbH. Die Hardwareschnittstellen bedienen laut Heinemann alle industriellen Anschlussformate, wie etwa CAN, RS485 und RJ45.

Robogate kann als intelligentes Gateway in Feldbus-Systemen mit der Unterstützung aller gängigen Protokolle wie Modbus oder EtherNet/IP eingebunden werden. Zudem ermöglicht es die Erfassung, Verarbeitung und Weiterleitung von Maschinendaten aus der SPS oder direkt angebundener Sensorik an beliebige Empfänger. „Die Erfassung mehrerer Quellen, die Transformation der Signale und die Speicherung sowie Filterung im 100-Millisekunden-Takt erschaffen smarte Sensorik, welche über unser Add-On-System ausgebaut oder auf spezielle Anforderungen angepasst werden kann“, so der Geschäftsführer. Der Einsatz der Lösung in Verbindung mit der Microsoft Azure IoT-Plattform ermöglicht im Bereich der industriellen Fertigung auch eine Zustandsüberwachung und Anomalieerkennung im Pro-

duktionsprozess. Grundlage bildet hier eine Echtzeitdatenerfassung und -auswertung. Das funktioniert energiebasiert beispielsweise durch das kontinuierliche Messen der Stromkreise an Förderbändern und Pressen. Unmittelbare Benachrichtigungen bei Prozessabweichungen, Komponenten- oder Produktfehlern mithilfe des NotificationHubs in der Azure-Anwendung sorgen für Sicherheit. Auf Prozessebene erfolgt ein Condition Monitoring mit integrierter Überwachung auf Verschleiß und Anomalien. Für ein Monitoring des jeweiligen Anlagenzustands pro Prozessschritt während der Produktion werden dabei sowohl der Gesamtprozess im Anlagenverbund als auch jede einzelne Komponente der Anlage überwacht. Zusätzlich kann beispielsweise ein Verschleiß am Antrieb der Förderbänder sowie die

Robotron-Geschäftsführer Ulf Heinemann erklärt: „Unsere IoT-Fieldgateway-Lösung Robogate ist eine industrietaugliche Kombination aus Hardware und Software und findet Anwendung auf den Gebieten Retrofit von Maschinen, Condition Monitoring und Predictive Maintenance in der Produktion.“ Bild: André Wirsig

Degeneration von Antrieb und Kolben an der Presse auf Basis der Energiedaten erkannt werden. Die Überwachung des energetischen Normalzustands und direkte Anzeige jeder Abweichung als Anomalie ermöglichen zudem die Identifikation äußerer Einflüsse auf der Produktionsstrecke. Auf Produktebene findet eine Anomalieerkennung unter anderem während der Bearbeitung des Werkstücks in der Presse statt. Hierbei können Abweichungen während des Pressvorgangs am

energetischen Verhalten der Presse erkannt werden, um zum Beispiel auf ein fehlerhaftes Produkt schließen zu können. Für die Entwicklung des Robogate arbeitet Robotron unter anderem mit Turck Duotec aus dem sächsischen Beierfeld zusammen. Der Spezialist für Elektronik-Entwicklung und Elektronik-Fertigung liefert die Hardwarekomponente. Ein weiterer wichtiger Partner für Robotron sind die Dresdner Hochschulen. www.robotron.de

Wenn es keine passenden Ersatzteile mehr gibt Wie Norrenbrock Technik alte Zugdeichseln von Flugfeldanhängern rekonstruiert An vielen Flughäfen, egal ob zivil oder militärisch genutzt, werden Anhänger eingesetzt, um Transportgüter von A nach B zu bringen. Kommt es bei den hierfür genutzten Flugfeldanhängern aber zu Defekten an einzelnen Komponenten, steht mittlerweile oftmals der gesamte Anhänger nicht mehr zur Verfügung, denn viele dieser Anhänger sind schon so alt, dass es praktisch keine Ersatzteile mehr dafür gibt. Mithilfe des 3D Reverse Engineering gibt es nicht nur hier Möglichkeiten, notwendige Ersatzteile, die nicht mehr angeboten werden, nachzubauen. Norrenbrock Technik rekonstruierte vor Kurzem mithilfe des 3D Reverse Engineering eine Zugdeichsel, die an einem Anhänger angebaut ist, der im Militärbereich eines Flughafens genutzt wird. „Mit einem 3D-Scanner wird das defekte Teil erfasst. Auf Grundlage des Objektes entste-

„Liegen Teile nur stark beschädigt oder unvollständig vor, müssen unregelmäßige Geometrien digital aufbereitet werden. Daran knüpft eine Flächenrückführung an, die CADDatensätze erzeugt und diese später in ein Koordinatensystem überführt“, veranschaulicht Robert Norrenbrock, der Geschäftsführer, eine Herausforderung beim 3D Reverse Engineering. Bilder: Norrenbrock

hen so präzise CAD-Datensätze, die die Basis der Fertigung von Prototypen darstellen“, erklärt Robert Norrenbrock, der Geschäftsführer von Norrenbroch Technik, das grundsätzliche Verfahren. Und so lief es auch hier: Nachdem der Ingenieur die defekte Deichsel eingescannt sowie ein entsprechendes Modell erstellt hatte, ging es an den Bau eines Erstmusters. „Hier mussten wir dann verschiedene Anpassungen vornehmen, um schließlich inhouse eine Kleinserie fertigen zu können“, führt der Geschäftsführer aus. Die Umsetzung des Projektes erstreckte sich über einen Zeitraum von knapp acht Wochen. „Da die Flugfeldanhänger selbst einige Toleranzen aufweisen, galt es ebensolche auch bei der Zugdeichsel in bestimmten Be-

reichen zuzulassen“, nennt Norrenbrock die besondere Herausforderung der Umsetzung. Je nach Projekt existieren unterschiedliche Anforderungen, die es bei der Realisierung des Reverse Engineerings zu beachten gilt. „Liegen Teile beispielsweise nur stark beschädigt oder unvoll-

Auch für stark beschädigte Teile ständig vor, müssen unregelmäßige Geometrien digital aufbereitet werden. Daran knüpft eine Flächenrückführung an, die CAD-Datensätze erzeugt und diese später in ein Koordinatensystem überführt“, gibt der Experte Einblicke in die Abläufe auf dem Weg zum Modell. Ähnlich wie das Zugdeichsel-Pro-

Da die Flugfeldanhänger einige Toleranzen aufweisen, mussten auch die neuen Zugdeichseln so gebaut werden, dass auch sie gewisse Toleranzen in bestimmten Bereichen zulassen.

jekt, das sukzessive realisiert wurde, lässt sich beispielsweise auch ein Zahnrad rekonstruieren. „Hierbei umfasst die detailgetreue Nachbildung ebenfalls drei wesentliche Schritte“, erklärt der Profi. Zunächst steht der Scanvorgang auf dem Plan: Mit rund 45 Minuten nimmt dieser die kürzeste Zeitspanne im Gesamtprozess ein. Anschließend folgt die Konstruktion. Bei dieser entsteht innerhalb von ungefähr anderthalb Stunden aus den

vorher erfassten CAD-Datensätzen eine detailgetreue Darstellung des Zahnrads. „Finalisiert wird das Reverse Engineering durch die Fertigung des Teils“, so Norrenbrock. Mithilfe von mobilen Systemen führt sein Unternehmen diese Vorgänge auf Wunsch auch direkt beim Kunden durch - und setzt nachkonstruierte Elemente direkt wieder in die betroffene Maschine oder das beschädigte Fahrzeug ein. www.norrenbrock-technik.de

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F Februar 2019

Wegweisende Produktion von Wegweisern Inotec AP realisiert Stanznietanlage zur Herstellung von Verkehrsschildern Der Sondermaschinenbauer Inotec AP hat für das Unternehmen Bremicker Verkehrstechnik zwei Nietanlagen für die vollautomatische Herstellung großer Autobahnverkehrsschilder aus Aluminium hergestellt. Ohne das Material zu schwächen und mit hoher Genauigkeit verbinden diese Anlagen die meterlangen Verstärkungsprofile mit den großformatigen Blechtafeln zu montagefertigen Schildersegmenten. Ein Highlight ist dabei die prozesstechnische Integration der Stanznietsysteme von Böllhoff. Viele große Verkehrsschilder und Hinweistafeln, wie man sie beispielsweise von Autobahnen oder Bundesstraßen her kennt, entstehen im bayerischen Weilheim, wo die Bremicker Verkehrstechnik GmbH ihr Stammwerk hat. Das Unternehmen, einer der führenden deutschen Hersteller auf diesem Gebiet, verstärkt überall dort, wo es montagetechnisch und statisch erforderlich ist, rückseitig die Aluminiumblechsegmente mit entsprechenden Aluminiumprofilen. Meist geschieht dies an den Rändern, oft müssen aber diese Verstärkungen auch innerhalb der Flächen angebracht werden. Unabhängig davon, wo diese Profile angebracht werden, ist eine hohe Genauigkeit stets von entscheidender Bedeutung. Etwa Mitte des Jahres 2017 hatten die Verantwortlichen die Idee, zukünftig noch weitaus größere Segmente als bisher vorzufertigen. So würden sich die Schilder vor Ort noch schneller montieren lassen. Schnell war klar, dass hierfür eine hocheffiziente und hinsichtlich der eingesetzten Fügetechnik absolut präzise und prozesssicher agierende Fertigungsanlage notwendig war. Mit dieser Aufgabenstellung wandte sich der Schilderbauer an die Automatisierungsspezialisten von Inotec AP. „Wir mussten in diesem Fall eine ganze Reihe projektspezifischer Besonderheiten im Auge behalten. Dazu zählten zum Beispiel die sehr hohe Genauigkeitsanforderungen an die eingesetzte Verbindungstechnik, strenge Sicherheitsvorgaben und der Wunsch des Kunden nach einer besonders bedienerfreundlichen Lösung“, berichtet Ralf Roth, der Co-Geschäftsführer von Inotec AP.

Hinzu kam ein weiterer, nicht unbedeutender Aspekt, nämlich die stattlichen Abmessungen der zu verarbeitenden Werkstücke. So war klar, dass die neue Anlage raumgreifende Dimensionen haben würde. Das bedeutete aber auch: Für den Transport von Wettenberg nach Weilheim musste sich die Anlage demontieren lassen.

Anlage muss demontierbar sein Die Ingenieure von Inotec AP arbeiteten sich in die Materie ein und konnten nach etwa drei Monaten ein Ergebnis präsentieren: Eine Zwei-Anlagen-Komplettlösung, mit der sich mehrere Meter lange Aluminiumprofile schnell und präzise auf die Rückseiten großer Alublechtafeln mit Dicken von bis 4,0 Millimeter und Abmessungen von bis zu 4.000 x 4.000 Millimeter aufbringen lassen. Während sich die eine Anlage der Herstellung sämtlichen Randverstärkungen widmet, ist die andere Anlage auf die Befestigung der innerhalb der Tafelflächen verlaufenden Aussteifungen spezialisiert. Das fertigungs- bzw. verbindungstechnische Zentrum beider Anlagen bilden zwei Nietsysteme von Böllhoff. Sie wurden steuerungs- und verfahrenstechnisch zu einer Systemumgebung integriert, in der sie im Zusammenspiel mit Servoantrieben, Linearführungen, Hydrauliksystemen und einigen projektspezifisch entwickelten HandlingKomponenten die vollautomatische Herstellung außergewöhnlich großer Schildersegmente ermöglichen. In der Randverstärkungsanlage geht es darum, bis zu 4.000 Millimeter lange Aluminiumprofile

Die Stanznietmaschine der Randverstärkungsanlage nietet bis zu 4.000 Millimeter lange Aluminiumprofile mit einer hohen Positions- und Wiederholgenauigkeit auf die äußeren Ränder der Blechtafeln. Bilder: Inotec AP

mit hoher Positions- und Wiederholgenauigkeit auf die äußeren Ränder der Blechtafeln zu nieten. Die Anforderungen an die Präzision sind hier deswegen so hoch, weil viele der Randprofile beim späteren Zusammenbau der Schildersegmente auch die Stoßstellen der Montage bilden. Ralf Roth verdeutlicht die Herausforderung: „Die Profile müssen sich vor Ort passgenau und spaltfrei miteinander verschrauben lassen und dürfen kein Blendlicht von hinten durchdringen lassen. Es muss also jeder Niet absolut genau sitzen.“

Ab dem Moment, an dem der Stanznietkopf auf Startposition steht, läuft es vollautomatisch: Dabei wird mit einer Positioniergenauigkeit von +/- 0,25 Millimeter gesetzt.

Damit dies gelingt, wird jede Aluminiumtafel zunächst auf dem großen Bürstentisch der Anlage abgelegt und pneumatisch exakt fixiert. Nach der Auflage des richtigen Profils - es gibt verschiedene Typen für Stoß- und Außenkanten - definiert der Werker die Distanz der Nietstrecke und die Abstände der Nietpunkte. Ab dem Augenblick, an dem er den Setzkopf der Nietmaschine auf Startposition gestellt hat, geschieht dann alles Weitere vollautomatisch: Servomotorisch angetrieben über eine Zahnriemenachse fährt die Nietzange mit einer Positioniergenauigkeit von +/- 0,25 Millimetern an dem aufgelegten Profil entlang und setzt dabei Niet für Niet an die vorgesehene Stelle. Damit jeder Nietvorgang absolut wiederholgenau ausgeführt wird, spannt eine Klemmeinheit das Profil bei jeder Nietung ein und sorgt dafür, dass es nicht verrutschen kann. Ist ein Durchlauf abgeschlossen, fährt der Setzkopf zurück und die Anlage gibt die fertige Einheit von Profil und Blechtafel wieder frei. Beim eingesetzten Nietverfahren handelt es sich um das BöllhoffStanznieten. „Für Bremicker Verkehrstechnik war der Einsatz dieses Verfahrens eine Premiere,

Viele der sehr großen Verkehrsschilder und Hinweistafeln, wie sie beispielsweise auf Autobahnen oder Bundesstraßen zu finden sind, werden von der Bremicker Verkehrstechnik im bayerischen Weilheim gefertigt. Bild: Hartmut910 / pixelio.de

an die man große Erwartungen knüpfte. Schon in den ersten Testläufen wurden diese aber erfüllt“, berichtet Ralf Roth. Bei den Stanznietensystemen von Böllhoff erfolgt die Zuführung der Niete kontinuierlich über einen Gurt direkt in die Nietzange und es wird in das volle Material der beiden Einzelteile genietet. „Das geschieht allerdings ohne Durchdringung des Materials. Denn mit einer Gegenlage in der Nietzange wird der Niet wie ein Druckknopf ausgeformt“, erläutert der Fachmann. Infolgedessen wird weder das Material geschwächt noch ist zeitaufwendiges Vorbohren erforderlich. Das in der neuen Anlage eingesetzte Stanznieten bietet also deutliche Qualitätsund Effizienzvorteile, denn es entfällt sowohl der Zeitaufwand für das Vorbohren als auch für das erneute Ausrichten der einzelnen Elemente. „Außerdem konnte die Anzahl der Verbindungspunkte deutlich reduziert werden. Daher läuft der gesamte Bearbeitungsprozess wesentlich schneller ab“, ergänzt der Geschäftsführer. In ihrer Konstruktion ähnlich aufgebaut wie die Randverstärkungsanlage ist auch die zweite Anlage zum Vernieten der innerhalb der Aluminiumplatten verlaufenden Aussteifungsprofile. Ein Unterschied fällt aber sofort auf, nämlich die mächtige, fast 800 Kilogramm schwere Nietzange, deren ausladende Bügel weit in die Flächen der Blechtafeln hineinreichen. „Dieser gusseiserne Koloss ist ebenfalls eine

der Stanznietmaschinen des Systempartners Böllhoff. Sie arbeitet grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip wie die Nietmaschine der ersten Anlage, kann aber dank ihrer großen Zange tief in das Material einfahren. Der Kunde benötigt dadurch weder ein DrehSchwenksystem für die Blechtafeln noch eine Portalanlage für das Setzen der Niete. Insgesamt ist das also eine recht kompakte Automationslösung“, so der Geschäftsführer.

Kein Vorbohren weniger Nietpunkte Wie bei der ersten Anlage, so bewegt sich die Nietzange auch hier in einer servomotorisch angetriebenen Achse. Allerdings wird das System in diesem Fall entlang einer Zahnstange verfahren. Die Vorpositionierung führt der Werker per Joystick aus. Und wieder gilt: Nachdem Nietstrecke, Nietabstände und Startpunkt definiert sind, erfolgt der weitere Nietprozess vollautomatisch. Damit dabei auch das Befestigen von Quer- und Längsprofilen einfach und mit hoher Präzision ausgeführt werden kann, entwickelte Inotec AP hierfür einen drehbaren Nietkopf, der alle definierten Nietpunkte erreichen kann. So erweist sich die große Nietzange trotz ihres Gewichts als überaus flexibles Werkzeug. www.inotec-ap.de www.boellhoff.com

Die zweite Komplettlösung ist ausgelegt für das Vernieten der innerhalb der Aluminiumplatten verlaufenden Aussteifungsprofile. Sie arbeitet mit einer fast 800 Kilogramm schweren Nietzange.


Wolff Publishing

Sonderteil Condition Monitoring

ISSN

1864-4554

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Februar 2019 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Unbemannte Luftfahrzeuge gewinnen die Daten. Mithilfe von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen werden diese gespeichert, verwaltet und „intelligent” analysiert. Bild: Schiebel

Vollautomatisierte Inspektion Siemens stellt mit Sieaero ein Servicekonzept für die Inspektion von Freileitungen vor, das unter anderem die Vorteile von künstlicher Intelligenz und von modernen unbemannten Luftfahrzeugen, sogenannten UAVs, kombiniert. Die gesamte Flugdurchführung und Datenanalyse dauert nur noch wenige Tagen statt Wochen oder gar Monaten, verspricht der Hersteller. Gigantische 200.000 Kilometer lang ist das Freileitungsnetz zur Stromversorgung von Haushalten und Industrieanlagen in Nordamerika und Europa zusammengenommen. Natürlich muss diese kritische Infrastruktur regelmäßig einer Inspektion unterzogen werden. Nur so lassen sich Störungen verhindern und eventuell auftretende Probleme frühzeitig erkennen. Derzeit inspizieren die Übertragungsnetzbetreiber ihre Stromleitungen mindestens einmal jährlich - und zwar mit einem Hubschrauber. Das ist teuer, aufwendig und erfordert eine genaue Vorplanung. Dass und vor allem wie es anders geht, zeigt Siemens mit dem Servicekonzept Sieaero, das in einer Entwicklungszusammenarbeit zwischen Siemens und den deutschen und österreichischen Übertragungsnetzbetreibern (TSO) TenneT und

APG entwickelt wurde. Gemeinsam mit den beiden Übertragungsnetzbetreibern hat Siemens Testfälle bearbeitet und ein umfassendes Inspektionskonzept validiert. Das neue System soll zukünftig die heutige Praxis der Inspektion von Übertragungsleitungen mit dem Hubschrauber obsolet machen. „Mit Sieaero definieren wir die Freileitungsinspektion neu und setzen durch die Digitalisierung neue Maßstäbe bei den Services für unsere Kunden“, ist Mirko Düsel, CEO Transmission Solutions der Siemens-Division Energy Management, überzeugt. Und erklärt auch gleich warum: „Sämtliche Schritte, von der Planung und Durchführung der Inspektionsflüge über die Verwaltung und Analyse der gesammelten Daten bis zur Berichterstellung und Langzeitarchivierung der Daten, werden damit kosten-

effizienter - von den präzisieren und schnelleren Ergebnissen ganz zu schweigen.“ Das Inspektionssystem setzt bei der Durchführung der Flüge auf einen Camcopter S100 des österreichischen Herstellers Schiebel. Hierbei handelt es sich um ein leistungsfähiges unbemanntes Luftfahrzeug mit großer Reichweite, das auch außer Sichtweite eingesetzt werden kann und das eine hohe Nutzlastkapazität aufweist. Und das ist auch notwendig, denn der Camcopter muss das High-End-Multisensorsystem tragen, das eigens für die Anforderungen bei der Inspektion von Freileitungen entwickelt wurde. Hierbei sind alle benötigten Sensoren und Kameras in einem System zusammengefasst. Dadurch können alle relevanten Inspektionsdaten in einem Durchgang erfasst werden. Weiter auf Seite 18

Neuer Datenlogger für High-Speed-Aufzeichnungen:

MSR175 überwacht Schock und Temperatur

Schocküberwachung ±15 g/±100 g • Speicherkapazität über 2 Mio. Messwerte • bis zu 5’000 Messungen/s Temp.-, Feuchte-, Druck-, Lichtsensoren • MSR ShockViewer Software zur Analyse von Stossbelastungen

Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne. MSR Electronics GmbH | www.msr.ch

Während der Fahrt Gase messen, kartieren und weitergeben - das kann ein neues System von ABB. Alle Details hierzu lesen Sie im unten stehenden Beitrag. Bild: ABB

Gas-Leckagen im Vorbeifahren orten Das mobile Gas-Leckageortungssystem von ABB Ability arbeitet mit der patentierten OA-ICOSTechnik (Off-Axis Integrated Cavity Output Spectroscopy). Es bietet, wie der Hersteller betont, eine Empfindlichkeit und Präzision, die herkömmliche Verfahren um mehr als das 3.000-Fache übertrifft. Das bedeutet: Lecks können damit aus einer Entfernung von bis zu einhundertfünfzig Metern erkannt werden. Dabei ist es sogar möglich, das System, das auch als Handgerät genutzt werden kann, auf einem Pkw, auf Geländefahrzeugen, Luftfahrzeugen oder sogar Drohnen zu montieren. Das bedeutet: Man kann während der Fahrt oder während des Flugs messen, kartieren und die gewonnenen Daten weitergeben. So werden, wie der Hersteller betont, mithilfe dieser kostengünstigen Lösung, die sich unter anderem durch eine niedrige Fehlerrate auszeichnet, undichte Stellen schnell aufgespürt. Das System selber besteht aus dem Analysator zur Messung von Methan und Ethan, einem GPS-System, einem Ultraschallanemometer und einer eigenen Software, die verschiedene Gaskonzentrationen in Echtzeit kartiert. Das Besondere hierbei: Der Algorithmus der Software verknüpft die gemessenen Gaskonzentrationen (CH4, C2H6) mit den lokalen Koordinaten (GPS) und der lokalen Windgeschwindigkeit (Ultraschallanemometer), um so die undichte Stelle zu lokalisieren. Die Messungen werden im Gerät gespeichert und können zur zentralen Überwachung in Echtzeit in die Cloud übertragen werden. www.abb.de


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Fortsetzung von Seite 17 Das macht Sieraero wesentlich schneller und kosteneffizienter als vergleichbare, konventionelle Services, betonen die Verantwortlichen von Siemens. Die verwendeten 3D-LidarSensoren des Systems erreichen hierbei eine Auflösung von 120 Punkten pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der Industriestandard liegt bei rund 30 Punkten pro Quadratmeter.

Fünf Kameras mit jeweils 100 Megapixel Mit einer größeren Zahl von Sensordaten steigt gleichzeitig die Genauigkeit von Analysen und Ergebnissen. Außerdem arbeitet Sieaero mit fünf Kameras, die jeweils eine Auflösung von 100 Megapixel bieten und das Multisensorsystem umfasst auch Infrarotund Koronasensoren.

Der unbemannte Helikopter benötigt übrigens weder Startnoch Landebahn. Er kann in enge Täler einfliegen, sich stationär im Luftraum aufhalten und bei starkem Wind sicher landen, betont der Hersteller. Durch seine kompakte Größe das Fluggerät ist gerade einmal 3.110 Millimeter lang - ist der Camcopter S-100 leicht zu transportieren und schnell einsatzbereit. Der unbemannte Helikopter findet im militärischen und im zivilen Bereich Anwendung, beispielsweise bei der Überwachung an Land und auf See, bei der Minensuche aus der Luft, bei Rettungseinsätzen oder Waldbränden, aber eben auch bei der routinemäßigen Überwachung von Pipelines, Wasser-, Stromund Kommunikationsleitungen. Die Gewinnung der Daten, bei der der unbemannte Helikopter eine so wichtige Rolle spielt, ist aber nur die halbe Miete, denn

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Die Schiebel-Unternehmensgruppe aus Wien liefert die Camcopter S-100. Sie tragen die Sensoren mit einem Gesamtgewicht von bis zu 50 Kilogramm und verfügen über eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern. Das hochauflösende Multisensorsystem des UAVs ermöglicht dabei die Aufzeichnung sämtlicher benötigten Daten mit nur einem Flug, was eine deutliche Reduzierung der erforderlichen Flüge und des Inspektionsaufwands zur Folge hat. Bilder: Siemens

diese zahlreichen Daten müssen natürlich auch weiterverarbeitet werden. Das übernimmt eine „intelligente“ Datenanalysesoftware, die ebenfalls von Siemens entwickelt wurde. Sie ermöglicht mittels künstlicher Intelligenz und „Deep Learning“ die automatische Erkennung und Bewertung von Fehlern und Problemen entlang von Freileitungen, betonen die Experten

von Siemens. Die Weiterverarbeitung und Nutzung dieser Erkenntnisse wurde ebenfalls berücksichtigt. Die Dokumentation der gesamten Leitungen sowie die relevanten Feststellungen und Ergebnisse lassen sich direkt in die vorhandenen Anlagenmanagementsysteme der Netzbetreiber integrieren. Sie dienen dort als Grundlage für eine Trend-

beobachtung und die vorbeugende Wartung. Als Partner wird übrigens Lufthansa Aerial Services weltweit die Durchführung der Sieareo-Inspektionsflüge mit unbemannten Luftfahrzeugen übernehmen. www.schiebel.net www.lufthansa-aerialservices.com/de/ www.siemens.com/energymanagement

Von einer konventionellen Freileitungsinspektion unterscheidet sich das System durch die vollständige Automatisierung sowie die höhere Geschwindigkeit und Genauigkeit.

Wie Siemens die Wartungsprozesse im Energiesektor digitalisiert

Derzeit ist es in den meisten Ländern untersagt, UAVs außerhalb der Sichtweite einzusetzen, d.h. sobald die nationalen Regelungen es zulassen, soll Sieareo auf Basis des Camcopter S-100 eingesetzt werden. Für den Einsatz mit Hubschraubern ist Sieaero ab März dieses Jahres verfügbar.

DIGITALES ULTRASCHALLPRÜFGERÄT

NON-INVASIVE FLUID MONITORING Lecksuche & -bewertung ISO 13485 certified Maschinenprüfung Ready for IEC 60601 Kondensatableiterprüfung (4th edition) Elektrische Inspektion Visit us at COMPAMED Hall 8A, Booth N08!

Seit Oktober 2018 sind die Mitarbeiter von Siemens Energy Management mit einer neuen App auf ihren Smartphones oder Tablets unterwegs, um weltweit Energieanlagen zu überprüfen. „Siemens Assessments for Energy“ (kurz SAFE) führt Schritt für Schritt mit vordefinierten Kriterien durch den Prüfvorgang und schließt mit dem sogenannten SAFE-Bericht ab: Dabei erhält der Kunde vor Ort eine Vorschau des Berichtes. Die ausführliche Analyse wird im Anschluss per Mail direkt aus der App versandt. Basis für den standardisierten Prüfvorgang bildet die in diversen Branchen bereits bewährte mobile CollaborationLösung Reportheld von groupXS. „Mit den Assessments erhalten unsere Kunden Auskunft über den Zustand ihrer Anlagen, über die voraussichtlich verbleibende Lebensdauer und ob eine Wartung wirklich notwendig ist“, erklärt Tobias Ziesemer, Produktmanager in der Serviceline für Transmission Products bei Siemens. Die objektive Bewertung nach vordefinierten Kriterien ermögliche es Anlagenbetreibern, eine schnelle

Grundlage des Gemeinschaftsprojekts ist ein wissenschaftlich ermittelter Algorithmus, der von den Business App-Spezialisten groupXS iterativ in die Softwarelösung „Reportheld“ eingebettet wurde - in enger Abstimmung mit Siemens Energy Management. Bild: GroupXS

und fundierte Prioritätensetzung bei der Wartung von Betriebsmitteln vorzunehmen und Wartungsbudgets effektiv zu planen und einzusetzen. „Bislang mussten wir vor Ort mit ausgedruckten Checklisten hantieren und die Ergebnisse dann im Büro abtippen“, erinnert sich Vertriebsmitarbeiter Sven Schwandt. Mit SAFE erledigt er hingegen alle Schritte gebündelt, übersichtlich und mit einem Bruchteil des Aufwands am Tablet oder Smartphone. „Die Benutzeroberfläche der App führt durch die Beantwortung des Fragenkatalogs, Fotos werden direkt mit dem mobilen Endgerät erstellt und automatisch

in den Bericht eingefügt“, so Schwandt. Als zentrales Ergebnis liefert SAFE ein Spinnennetzdiagramm, das die Lebenserwartung einer Anlage nach Kernbereichen und Wartungsempfehlungen nach Wichtigkeit und Dringlichkeit aufschlüsselt. Durch die automatische Echtzeitsynchronisation mit dem Server erschließt die Lösung zudem neue Geschäftsfelder, wie die „SAFE Remote Services“. Hierbei können Mitarbeiter im Backoffice aus der Ferne Unterstützung bei der Begutachtung von Anlagen leisten, ohne dass sie als Experten selbst vor Ort sein müssen. www.reportheld.com


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CONDITION MONITORING

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Richtig schmieren, aber wirklich richtig Verwendung von Ultraschall zur Verbesserung der Schmierpraxis Die Schmierung im Griff zu haben ist einfach, oder? Alles was man tun muss, ist sicherzustellen, dass das richtige Schmiermittel in der richtigen Menge und zum richtigen Zeitpunkt verwendet wird. Wenn es nur so einfach wäre … Es wird geschätzt, dass 60 bis 90 Prozent aller Lagerausfälle schmierungsbedingt sind. Lagerausfälle führen in der Regel zu ungeplanten Ausfallzeiten, die sich somit auf die Produktion auswirken und ebenfalls alle zugehörigen Bauteile rund um das Lager beeinträchtigen können. Und: Ausfallzeiten sind kostspielig. Die Kosten variieren zwar je nach Vorfall und Anlage, können sich jedoch addieren. Da die häufigste Ursache für Lagerausfälle auf die Schmierung zurückzuführen ist, ist klar, dass Schmierung ein wichtiges Geschäft ist. Und dieses „wichtige Geschäft“ wird bisher in einer Weise durchgeführt, die auf den ersten Blick durchaus Sinn macht - aber letztendlich nur auf theoretischen Grundlagen basiert und nicht nach Ist-Zuständen. Viele Techniker verlassen sich leider allein auf die „präventive“, zeitbasierte Schmierung. Das heißt, alle X Monate wird die Fettpresse herausgenommen und die Lager werden geschmiert. Schließlich kann eine Unterschmierung tödlich für das Lager sein und so zu Ausfällen von Anlagen, kostspieligen Reparaturen und Ersatzteilen, erheblichen ungeplanten Ausfallzeiten und somit zu Gewinneinbußen führen. Wenn man sich jedoch ausschließlich auf zeitbasierte Schmierung oder sogar nur auf eine Kombination von geplanten Wartungsintervallen und Temperaturmesswerten stützt, die als Maßstab für den Schmierzustand dienen, besteht die Gefahr, dass etwas Schlimmes, wenn nicht sogar „das“ Schlimmste auftritt: Überschmierung. Tatsächlich wird Überschmierung in Präsentationen auf Konferenzen und Seminaren als

Historie einer Lagerschmierung: Dieses Diagramm zeigt einen Trend der Dezibelmessung, der bei einem Antriebslager festgestellt wurde. Die Messwerte (blau) werden gegen eine Basislinie dB (grün), eine niedrige Alarmstufe (gelb) und eine kritisch hohe Alarmstufe (rot) angezeigt.

Hauptursache für vorzeitigen Lagerausfall genannt. Durch den Einsatz der Ultraschalltechnologie (zusammen mit Standardverfahren wie dem Entfernen von altem Fett und Ersetzen durch neues) können Techniker eine standardmäßige zeitbasierte Wartung mit einer zustandsabhängigen vorausschauenden Wartung kombinieren. Dadurch erhalten sie ein klareres Bild davon, was wirklich vor sich geht und damit eine bessere Zuverlässigkeit der Anlage. Ultraschallgeräte empfangen in der Luft befindliche und strukturgebundene Ultraschallwellen, die normalerweise für das menschliche Ohr nicht hörbar sind, und setzen sie elektronisch in akustische Signale um, die der Anwender über Kopfhörer hören und auf einem Display als Dezibelwert (dB) sehen kann. Diese Ultraschalltechnologie hilft dem Schmierungstechniker, denn Ultraschall ist ein aufgelöstes Signal, das bedeutet, wenn ein Sensor auf ein Lager angebracht wird, wird das erfasste Signal nicht durch „Überschneidungen“ beeinträchtigt und der Techniker ist in

Diese Ansicht zeigt ein Lager, welches 13 Sekunden lang geschmiert wird. Wiederum zeigt sich ein deutliches Vorher- und Nachher-Bild.

Dies ist eine Zeitreihenansicht eines aufgezeichneten Ultraschalls von einem Lager während der Schmierung. Die ca. 1-minütigen Audiodateien zeigen das Lager vor und nach dem Schmieren.

der Lage, den Zustand jedes einzelnen Lagers zu hören und zu überwachen. Ultraschall betrachtet jedes Lager individuell, ähnlich wie der medizinische Ultraschall genau feststellen kann, welche Arterien verstopft sind. Der erste Schritt besteht darin, sowohl einen Baselinepegel (Referenzpegel) als auch eine Geräuschaufnahme zu erstellen. Dies geschieht idealerweise, wenn man zum ersten Mal eine Route durchläuft und zunächst die dB-Pegel und die Klangqualitäten ähnlicher Lager vergleicht. Auf diese Weise werden Abweichungen leicht erkannt. Einmal erstellt, kann die Entwicklung auf Zeit jedes Lagers auf Änderungen des dB-Wertes oder der Klangqualität hin dargestellt werden. Im Allgemeinen muss das Lager geschmiert werden, wenn der dBWert eines Lagers 8 dB überschreitet und keine Auffälligkeit in der Klangqualität im Vergleich zu der Baseline-Messung vorliegt. Um eine potenziell katastrophale Überschmierung zu vermeiden, führt der Techniker dann nach und nach Schmiermittel zu, bis der dB-Pegel fällt. Viele Unternehmen führen ihr „zustandsbasiertes“ Schmierungsprogramm zweistufig durch. Der Techniker nutzt ein entsprechendes Ultraschallgerät zur Überwachung des Lagerzustandes. Ein Schmierungsbericht wird erstellt, in dem ersichtlich ist, welche Lager Schmierung benötigen. Der Schmierungstechniker nutzt nachfolgend ein spezielles Ultraschallgerät, das ihm mitteilt, wann genug Schmiermittel zugefügt wurde. Dieses Messgerät kann an vielen herkömmlichen Fettpressen befestigt oder in einer Gürteltasche getragen werden. Um die Effizienz zu erhöhen, sollte der Techniker sich erkundigen, wann das Lager zuletzt geschmiert und wie viel Schmiermittel dabei zugeführt wurde, um die ungefähre Menge an Schmiermittel pro Woche zu ermitteln. Durch den kontinuierlichen Einsatz von Ultraschall bei jeder Schmierung werden historische Daten erfasst. Diese dienen als Anhaltspunkt für das Team, um zu entscheiden, welche Änderungen in einem Schmierplan hinsichtlich Zyklen und Schmiermittelmengen vorgenommen werden müssen, um dadurch mögliche Arbeitsstunden einzusparen sowie die Herstellerangaben diesbezüglich auf Korrektheit zu überprüfen, denn sind hier Kürzungen möglich, bedeutet das gleichfalls ein Einsparpotenzial. Während immer mehr Unternehmen Ultraschall einsetzen und eine vorhersagende und proaktive anstelle einer reaktiven Denkweise anwenden, gibt es immer noch viele, die im übertragenen

Die Ultraschalltechnologie hilft dem Schmierungstechniker, die Anforderungen der Schmierung zu bewältigen. Bilder: UE Systems

Sinne die magische Kristallkugel und/oder veraltete Methoden verwenden. Das Endergebnis ist eine schlechte Anlagenzuverlässigkeit, mehr unnötige Arbeitsstunden, Ausfallzeiten sowie Produktivitäts- und Gewinnverluste. Ultraschall kann zwar nicht alle Zuverlässigkeitsprobleme beheben, hat sich aber in einer Vielzahl von Einsatzfeldern als wertvolles und leistungsfähiges Diagnosewerkzeug erwiesen, das Techniker ihrem Werkzeugschrank hinzufügen sollten - oder, besser gesagt, müssen.

Wenn es um Zuverlässigkeit geht, die ebenso wichtig ist wie die Schmierung, stellt sich die Frage: „Können Sie es sich leisten, die Ultraschalltechnologie nicht einzusetzen?“ In diesem Zusammenhang sei auf einen Praxisfall hingewiesen: Eine Anlage hatte vor der Verwendung von Ultraschall fast 30 Lagerausfälle pro Jahr. Nach dem Einsatz von Ultraschall reduzierte sich die Lagerausfallquote in drei Jahren auf null. Frank Ragwitz, UE Systems Maintenance Dortmund Halle 4, Stand A26-4 www.uesystems.eu

Hier wird es gefährlich: Diese Aufnahme zeigt die Zunahme des dB-Wertes und der Amplitude, wenn dem Lager zu viel Schmiermittel zugeführt wurde (Überschmierung).

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DIAGNOSE VON MASCHINENF Ausrich�ehler

Unwucht

Fehlausrichtung ist ein Zustand, in dem die geometrischen Mi�ellinien zweier gekuppelter Wellen nicht kolinear entlang der Rota�onsachse beider Wellen bei Betriebsbedingungen verlaufen. Ein in axialer Richtung dominierendes 1X und 2X Schwingungssignal verweist in der Regel auf eine Fehlausrichtung zwischen zwei gekuppelten Wellen.

Unwucht ist ein Zustand, in dem die geometrische Mi�ellinie einer Rota�onsachse nicht mit der Massenmi�ellinie übereins�mmt.

v [mm/s]

Strukturelles mechanisches Spiel

1X

Ein ro�erendes mechanisches Spiel entsteht durch ein übermäßiges Spiel zwischen Rotor und Lager.

MP

PM

MP

WINKELVERSATZ

Unwucht = m d ω2

Rieme

MP

PM

• Mangelha�e Montage • Mangelha�e Grundpla�e • Mangelha�e Grundpla�enauflage • Verzogene Grundpla�e

MP

PM

Riemenantriebe sind industrielle Antriebs bestehend aus: • Antriebsscheibe • Abtriebsscheibe • Riemen

PM

v [mm/s] 1X 2X 3X Axial f [Hz]

Eine reine Unwucht erzeugt ein Signal bei der Drehzahl mit 1X Schwingungssignal, dominierend in Radialrichtung. f [Hz]

1X

v [mm/s]

Ein strukturelles mechanisches Spiel kann ein 1X Signal in Radialrichtung erzeugen, das im horizontalen Messwert dominiert. Messungen sollten an den Schrauben, Füßen und Grundpla�en vorgenommen werden, um Änderungen von Amplitude und Phase zu ermi�eln. Eine Verringerung der Amplitude und ein Phasensprung von 180° bestä�gen dieses Problem.

RIEMENANTRIEBSFEHLER

Radial

Ex

Verschlissener Riemen a [m/s2]

fN

1X, 2X, 3XfB

STATISCHE UNWUCHT

f [Hz]

Der Rot

f[Hz]

Flügel- & Schaufelräder

Sta�sche Unwucht wird durch eine Unwuchtmasse außerhalb der Schwerpunkt-Mi�elachse erzeugt.

Sta�sche Unwucht tri� auf, wenn die Maschine außer Betrieb ist. Der Rotor ro�ert, bis sich die Unwuchtmasse in der untersten Stellung befindet. Durch sta�sche Unwucht wird ein radial dominierendes Schwingungssignal bei 1X und phasengleiche Signale an beiden Wellenenden erzeugt.

a [m/s2] Winkelversatz ist sichtbar, wenn die Mi�elachsen der Wellen an einem Punkt entlang der projizierten Achse beider Wellen übereins�mmen. Im Spektrum ist eine hohe Axialschwingung bei 1X sowie einige 2X und 3X mit einem Phasensprung von 180° an der Kupplung in Axialrichtung erkennbar. Diese Signale können auch in Radialrichtung bei einer niedrigeren Amplitude und phasengleich sichtbar sein.

Hoh sich Leic • Ph Ri • Sc

Die Riemenfrequenz fB und die ersten zwei (oder sogar drei) Harmonischen sind im Spektrum sichtbar. 2 fB dominiert im Allgemeinen das Spektrum.

Fehlausrichtung der Scheiben

fBPF Radial

PM

1X der An- oder Abtriebsscheibe sichtbar und dominierend im axialen Messwert.

PM

MOMENTENUNWUCHT PARALLELVERSATZ

f [Hz]

Ermi�elte und trendbes�mmte fBPF, Ans�ege und Harmonische können auf ein Problem verweisen, wie beispielsweise Flügeldiffusor- oder Diffusor-Lu�spaltdifferenzen.

v [mm/s] 1X 2X 3X Radial

Ver�kaler Winkelversatz

Beispiel: 3 Streben im Einlass; x = 3 9 Flügel; s = 9 x · fBPF = fn · s · x

Ein Flügel oder eine Schaufel erzeugt eine Signalfrequenz namens Flügelpassierfrequenz fBPF = s fn

Paralleler Versatz

Horizontaler Winkelversatz

Ro�erendes mec Momentenunwucht wird durch zwei iden�sche Unwuchtmassen verursacht, die sich in der Radialebene der Welle um 180° versetzt befinden.

Momentenunwucht kann sta�sch ausgewuchtet werden. Während der Rota�on erzeugt die dynamische Unwucht ein radial dominierendes Schwingungssignal bei 1X und gegenphasige Signale an beiden Wellenenden.

Ein ro�erendes mechanisches Spiel entsteht durch ein

f [Hz]

Schwingungsgrenzwerte - ISO 10816-3 Mechanische Schwingungen – Bewertung der Schwingungen von Maschinen durch Messungen an nicht-ro�erenden Teilen.

DYNAMISCHE UNWUCHT

Wälzlager

DIN ISO 10816-3

Gruppe 1

Maschinentyp

Große Maschinen 300 kW < P < 50 MW

Maschinen mittlerer Größe 15 kW < P < 300 kW

Motor H > 315 mm

Motor 160 mm < H < 315 mm

Fundament

flexibel

starr

flexibel

Radial

10–1000 Hz r>600 min-1 2–1000 Hz 120<r<600 min-1

AUSRICHTUNGSTOLERANZEN IN DER ÜBERSICHT

s

Rota�onsfrequenz 1X und Harmonische

starr

Effektivge11,0 schwindigkeit veff mm/s QMW 7,1

Parallelversatz entsteht, wenn die Mi�elachsen zueinander parallel, jedoch versetzt sind. Im Spektrum ist eine hohe Radialschwingung bei 2X und ein niedrigeres 1X mit einem Phasensprung von 180° an der Kupplung in Radialrichtung zu sehen. Diese Signale sind auch in Axialrichtung bei einer niedrigeren Amplitude und einem Phasensprung von 180° an der Kupplung in der Axialrichtung sichtbar. In der Praxis ist die dynamische Unwucht die am häufigsten au�retende Form der Unwucht. Dynamische Unwucht ist sta�sche Unwucht Während der Rota�on erzeugt die dynamische Unwucht ein radial dominierendes Schwingungssignal bei 1X, und die Phase und Momentenunwucht gleichzei�g. ist von der Masseverteilung entlang der Achse abhängig.

aENV [m/s2]

Gruppe 2

f [Hz]

4,5 3,5 2,8 2,3 1,4

Zulässige Gesamtschwingungswerte

Neulich in Betrieb genommene Maschinen

Eingeschränkter Langzeitbetrieb

Uneingeschränkter Langzeitbetrieb

Vibrationsbedingte Schäden

Komponente

Rahmen (oben)

Fundament 40

30 Schwinggeschwindigkeit 20

DOKUMENTATION ÜBER DAS AUSWUCHTEN

12,0

10

v in mm/s (QMW)

3

8,0 5,3

3,0 2,0

2

Strömungsprobleme

Vorher

4,5

5

1

Nachher

PM

Bei der Schwingungsanalyse lassen sich im Zusammenhang mit Strömungen zwei grundlegende Probleme diagnos�zieren: • Turbulenz • Kavita�on

Gilt für Hubkolbenverdichter auf starren Fundament Frequenzbereich für bewegliche Komponenten: 2–1 * Hinweis: Vor Nutzung der Tabelle lesen Sie bi�e di

PM

Frequenzsprektren vor/nach dem Auswuchten und Auswuchtdiagramm.

WO SIND MESSUNGEN VORZUNEHMEN?

a [m/s2]

1X

Turbulence

a [m/s2]

1X

fBPF

Beurteilung von Schwingu in Rohrleitungssystemen

Kavita�on

100 Chao�sch

f [Hz]

Wellendurchhang

mm/s QMW

f [Hz]

Schwinggeschwindigkeit

Die obenstehend empfohlenen Ausrichtungstoleranzen sind allgemeine, auf Erfahrungswerten beruhende Werte und sollten nicht überschri�en werden. Sie sollten nur dann herangezogen werden, wenn durch betriebsinterne Standards oder vom Maschinen- oder Kupplungshersteller keine anderwei�gen Werte vorgeschrieben sind.

Chao�sch

200

Die Messpunkte mit dem höchsten 1X Schwingungspegel sind von der Rotorkonstruk�on und dem Ort der Unwucht abhängig.

10

1

Lü�er-Kategorien und Vibra�onsgrenzwerte gemäß ISO 14694

Wellendurchhang entsteht entweder infolge einer axialen Asymmetrie der Welle oder durch äußere Krä�e, die auf die Welle einwirken und die Verformung verursachen. Eine durchhängende Welle führt zu axial entgegengesetzten Krä�en an den Lagern, die im Schwingungsspektrum bei 1X in der Axialschwingung dominieren. 2X und radiale Messwerte können ebenfalls zu sehen sein.

12,5 11,8

12,5 11,8

12,5 11,8

7,1

v [mm/s]

7,1

6,3

1X 2X

7,1

Zulässige Auswertungsgeschwindigk

9,0

7,1

6,3

7,1

7,1

7,1

6,3

Korrektur

11,2

Frequenzbereich

7,1

10 Gefahr

11,2

9,0

9,0

9,0

12,5 11,8

11,2

1

7,1

7,1

10–1000 Hz

10–1000

100

6,3

50 30 20

Axial

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

VWO in mm/s 10 5

QMW in mm/s

2,8

2,8

starr

flex.

P ≤ 300 kW

starr

f [Hz]

Scannen Sie den QR-Code und erhalten Sie dieses Poster kostenlos im XXXL-Format!

flex.

P ≤ 15 kW

Industrie, Stromgenerator

Sehr guter Zustand

starr

flex.

P > 15 kW

Transport, Seefahrt

Guter Zustand

starr

flex.

P ≤ 37 kW

starr

flex.

P ≤ 37 kW

Petrochemie

Eingeschränkter Zustand/Alarm

starr

flex.

P ≤ 75 kW

starr

3,2

3 2

2,8 ©PRÜFTECHNIK AG flex.

Hauptlager

P ≤ 75 kW

Transit, Tunnel

Kri�scher Zustand/Abschaltung

2,0

1

Getriebe

Komponente MBR

PRÜFTECHNIK Condi�on Monitoring Gm 85737 Ismaning, Germany


FEHLERN

entrieb

Resonanz

Gleitlager

Resonanz ist ein Zustand, der verursacht wird, wenn die Erregerfrequenz mit der Eigenfrequenz der Maschinenstruktur übereins�mmt (bzw. einen annähernden Wert erreicht). Das Ergebnis sind hohe Schwingungen.

d gängige ssysteme,

Elektromotoren

Gleitlager bieten eine sehr geringe Reibungsfläche zur Lagerung und Führung eines Rotors in einer zylinderförmigen Buchse, die die Welle umhüllt und mit einem Schmiermi�el angefüllt ist, um den Kontakt zwischen den beiden Metalloberflächen zu verhindern. 0,3-0,5X 1X s [μm]

1. Biege-Eigenform

Dynamischer Zusammenghang: Ø1 ω1 = Ø2 ω2 Riemenfrequenz: l = Riemenlänge

2. Biege-Eigenform

3. Biege-Eigenform

3,1416 ω1 Ø1 I

ƒB =

SCHWINGUNGSQUELLEN Doppelte Netzfrequenzschwingung: 2 · fL Stabpassierfrequenz: fbar = fn · nbar Synchronfrequenz: fsyn = 2 · fL / p Schlupffrequenz: fslip = fsyn – fn Polpassierfrequenz: fp = p · fslip

fL: Netzfrequenz nbar: Anzahl der Rotorstäbe p: Anzahl der Pole

Läu� die Welle im Bereich der 1., 2. und 3. kri�schen Drehzahl, werden Resonanzschwingungen angeregt.

xzentrische Riemenscheiben

f [Hz] Hohe Schwingungsdämpfung aufgrund des Ölfilms: • Hohe Frequenzsignale werden gegebenenfalls nicht übertragen • Wegsensoren und permanente Erfassung empfohlen

Resonanzans�eg mm/s

• Resonanz kann mit anderen gängigen Maschinenfehlern verwechselt werden. • Für eine sachgerechte Resonanz-Diagnose sind zusätzliche Tests erforderlich.

• Exzentrizität des Stators • Lockere Statorwicklungen • Exzentrische Rotoren • Probleme mit dem Rotor • Lockere Anschlüsse • Lockere Rotorstäbe • Lockerer Rotor

kein harmonischer Zusammenhang

1. 2. 3. BiegeBiegeBiegeEigenform Eigenform Eigenform

Ölwirbel: • Ölfilm-Stabilitätsprobleme • Kann 0,3 - 0,5X Komponente im Spektrum verursachen

EXZENTRIZITÄT DES STATORS

Lagerspiel-Probleme (ro�erendes mechanisches Spiel) rev/min

• Eisenbrand • Kurzgeschlossene Statorbleche • Kippfuß

Phasensprung um 180°

hes 1X der exzentrischen Riemenscheibe im Spektrum htbar, in Radialrichtung dominierend. cht zu verwechseln mit Unwucht, aber: hasenunterschied in ver�kaler und horizontaler ichtung entweder 0° oder 180°. chwingung am stärksten parallel zum Riemen.

Grad

r geometrische Mi�elpunkt s�mmt mit der ta�onsachse der Riemenscheibe nicht überein.

PM v [mm/s]

PM

1.O.

VERSCHLEIß

v1 = 30 mm/s ϕ1 = 60... 80°

a [m/s2] 1X

2X

PM

Radial

Lebensdauer überschri�en, Lagerüberlastung, unsachgemäße Montage, Fer�gungsmangel, unzureichende Schmierung.

v1 = 3 m/s ϕ1 = 240°

• 1X und 2X Signale • fL ohne Seitenbänder • Radial dominierend • Bei der Analyse zweipoliger Maschinen empfiehlt sich eine hohe Auflösung

2fL

[m/s ] 2

f [Hz]

f [Hz] Amplitude bei Rota�onsfrequenz fn, verursacht durch Restunwucht am starren Rotor.

z

PM

1X

v [mm/s]

Riemenresonanz Wenn die Riemen-Eigenfrequenz mit der 1X Schwingung der An- oder Abtriebsscheibe übereins�mmt, ist diese Frequenz im Spektrum sichtbar.

Wälzlager

rev/min

1X

Verschleiß

Starker Ans�eg der Amplitude der Rota�onsfrequenz fn am Resonanzpunkt, Ans�eg abhängig von der erregenden Kra� (Unwucht) und der Dämpfung.

f [Hz]

HOCHFAHR- ODER AUSLAUFTEST

Износ Verschleiß

EXZENTRISCHE ROTOREN

Sie entstehen beim Ein- oder Ausschalten der Maschine. Durch die Verfolgung von Spektrenreihen bei unterschiedlichen Schwingungssignalen kann die Resonanz ermi�elt werden.

chanisches Spiel

Der Einsatz eines Tachometers ist op�onal, und der Datensammler muss diese Art von Test unterstützen.

übermäßiges Spiel zwischen Rotor und Lager.

• Rotorversatz • Ausrich�ehler • Mangelha�e Grundpla�e

Das Schwingungsspektrum besitzt einen höheren Geräuschpegel und lagertypische Frequenzen können ermi�elt werden. Erhöhter Stoßimpulspegel.

LAUFBAHNSCHÄDEN

PM

1 – Außenringschaden 2 – Innenringschaden 3 – Wälzkörperschaden 4 – Käfigschaden

RESONANZDIAGNOSETESTS

0P [m/s2]

a [m/s2] fp 1X 2X

TSchlupf

Gleitlager

s [μm]

Radial

Radial

Bumptest

2fL

Außenringschaden a [m/s2]

Rota�onsfrequenz 1X Harmonische und SubHarmonische

v[mm/s] s[mm]

α D d Z n

Abklingkurve Stoßanteil, Eigenschwingung, ver�kal

Frequenzgang, ver�kal

Eigenfrequenz, ver�kal

v in mm/s (RMS) gemäß ISO 20816-8 Design-Typ

vert.

19,5 13,0 8,0 7

horiz.

24,0

24,0

16,0 10,7

16,0 10,7

vert.

Eigenfrequenz, horizontal

* Kleine Bohrverbindungen; Rohrleitungen; Dämpfer

28,5

n · Z (1 – d cos α) D 60 · 2

1BPFI 2 ..

4BPFI

PROBLEME MIT DEM ROTOR f [Hz]

Wälzkörperschaden

d 2 · BSF = n · D (1 – [ cos α]2) D 60 · d

8,7

3 ..

Innenringschadensfrequenz BPFI sowie zahlreiche Seitenbänder im Abstand 1X.

n · Z (1 + d cos α) D 60 · 2

Überrollfrequenz Wälzkörper

19,0 12,7

a [m/s2]

Seitenbänder im Abstand FTF

FTF =

DIN ISO 13373-3:2015

Große Lager

Kleine Lager

1X Radial

n (1 – d cos α) D 60 · 2 Wälzkörperüberrollfrequenz BSF mit Harmonischen sowie Seitenbänder im Abstand FTF.

f [Hz]

• Unsymmetrische Stromverteilung in den Rotorstäben • Unwuchtzustände an Rotoren • Tri� erst nach einer gewissen Betriebsdauer auf

Beispiel für Überrollfrequenzen

0P[m/s2]

ten im Drehzahlbereich 120–1800 min-1. 1000 Hz für sta�onäre Komponenten: 10–200 Hz. ie Beschreibung der DIN ISO 10816-8.

1. Thermische Rotorbiegung a [m/s2]

Rota�onsfrequenz Käfig © Copyright 2018 PRÜFTECHNIK AG

• Modula�on des Schwingungszeitsignals mit der Schlupffrequenz fSchlupf • TSchlupf ≈ 2–5 s

• fp, 1X, 2X und 2fL Signale • 1X und 2fL mit Seitenbändern bei fP • Radial dominierend • Hohe Auflösung erforderlich

a [m/s2] Seitenbänder im Abstand fN 1X

Überrollfrequenz Innenring BPFI =

19,5 13,0

f [Hz]

Innenringschaden

BPFO =

t [ms]

f [Hz] Außenringschadensfrequenz BPFO sowie Harmonische eindeu�g sichtbar

Überrollfrequenz Außenring 2nd mod. 1 mod.

Design-Typ

Kontaktwinkel Teilkreisdurchmesser Wälzkörper-Durchmesser Anzahl der Wälzkörper Wellen-UpM

Frequenzgang, horizontal

st

horiz.

1BPFO 2 .. 3 .. 4BPFO

Response – Komponentenschwingung

Erregung – Kra�impuls

f [Hz]

Zylinder (seitlich) Zylinder (Stab)

PM

Käfigschaden

Kugellager SKF 6211; n = 2998 UpM

FTF und 2., 3., 4. Harmonische

a [m/s2]

f [Hz]

Abmessungen Überrollfrequenzen D = 77,50 mm d = 14,29 mm Z = 10 α = 0°

ungen gemäß VDI 3842

BPFO = n / 60 · 4,0781 = 204 Hz BPFI = n / 60 · 5,922 = 294 Hz Kä�igrota�onsfrequenz FTF 2 BSF = n / 60 · 5,239 = 264 Hz und Harmonische sichtbar FTF = n / 60 · 0,4079 = 20 Hz

2. Beschädigte oder gerissene Rotorstäbe f [Hz] a [m/s2]

Der Frequenzbereich für min-1 und 0P Geschwindigkeitsmessungen beträgt 10 Hz bis 10 kHz

1X

2X

3X

4X Radial

PROBLEME MIT DER SCHMIERUNG a [m/s2]

Lager in gutem Zustand

Lagerzustand sollte überprü� werden

Lager in schlechtem Zustand

Höhere Schwankungen der Stoßimpulsstärken und Schadensfrequenzen

• 1X und Harmonische mit Seitenbändern bei fP • Hohes Auflösungsspektrum erforderlich • Mögliches Signal für Schwebung

Hoher Temperaturans�eg nach der Schmierung Daraus folgender leichter Temperaturans�eg

f [Hz]

3. Lockerer Rotorstab • Lau�ahnschaden • Defekte Dichtung • Verunreinigtes Schmiermi�el

© Copyright 2018 PRÜFTECHNIK AG

Marginale

300

DIN ISO 10816-7

Design

Pumpentyp

Leistung

keit in mm/s - gemäß VDI 3834

0 Hz

10–1000 Hz

≤ 0,1–10 Hz 100 60

10,0 5,6

Generator

Kategorie 2 Rotodynamische Pumpen für allgemeine oder weniger kritische Anwendungen.

< 200 kW < 200 kW

< 200 kW < 200 kW

Effektivgeschwindigkeit 7,6 veff 6,5 10–1000 Hz r>600 min-1 2–1000 Hz r<600 min-1

6,0

3,5

Kategorie 1 Rotodynamische Pumpen mit hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit oder Sicherheit.

mbH y

GEN

8,5 6,1

4,0

5,1

130

3,5

4,2

80

Neulich in Betrieb genommene Maschinen

GBX

0,5 min-1 1,0 min-1 2,0 min-1

5,0

2,5 mm/s QMW

Gondel/Turm

9,5

50

3,2 mm/s QMW Uneingeschränkter Langzeitbetrieb

a [m/s2]

1X

2X

fStab

2fStab

Vibrationsbedingte Schäden

• fStab und 2fStab mit 2fL Seitenbändern • 2fStab kann höher sein • 1X und 2X können au�reten

UNSACHGEMÄßE MONTAGE Lagerkrä�e an Pendellagern • Montagefehler • Fehlerha�e Gehäuseberechnung • Fer�gungsmangel am Lagergehäuse

Lagerringe unrund, verspannt • Montagefehler • Unsachgemäße Lagerung der Lager • Fer�gungsmangel an der Welle • Lagergehäuse überdreht

f [Hz] 4. Lockere Anschlüsse

Schwerwiegende Schwingung Lagertemperatur steigt an Festlager Lu�spalt

Verunreinigung

a [m/s2]

1X

2X 2fL Radial

Stoßimpuls SchadensfrequenzHüllkurve

μm Eingeschränkter Langzeitbetrieb

• Wartungsfehler • Defekter Fe�mengenregler • Verstop�er Fe�austri�

Radial

r < 600 min-1

Verdrängung Sp-p

100 Hz

Frequenz

• Unzureichende Schmiermi�elmenge • Unterlastung

Pendellager

• 2fL übermäßiges Signal mit Seitenbändern bei 1/3 fL • Elektrisches Phasenproblem • Sofor�ge Abhilfemaßnahmen müssen eingeleitet werden

Schrägeinbau Montagefehler Axial 1X, 2X & 3X f [Hz]

NAT

Tel.: +49 89 99616-0

Unsere interna�onalen Ansprechpartner finden Sie unter www.pru�echnik.com

© PRÜFTECHNIK Dieter Busch AG


22

w www.b-und-i.de

M E S S - & Ü B E R WAC H U N G S T E C H N I K

F Februar 2019

Berührungslos per RFID überwachen Schnelle Druckmessung an Membran- und Blasenspeichern Die regelmäßige Druckprüfung an der Gasseite von hydropneumatischen Membran- oder Blasenspeichern gehört zu den Standardaufgaben der Instandhaltung. Dabei gelten häufig unterschiedliche Prüfintervalle, weil die Speicher teilweise in sicherheitssensible Hydraulikkreisläufe oder in komplexe, kontinuierlich ablaufende Produktionsprozesse eingebunden sind. Doch wie prüft man nun am schnellsten den Gasdruck in rund 400 Hydrospeichern? Ein österreichisches Walzwerk hat hier eine überzeugende Antwort gefunden: Der Druck wird nämlich von integrierten Drucksensoren erfasst und an jedem Messpunkt innerhalb von Sekunden berührungslos an ein Lesegerät übertragen. Ein Walzwerk in Österreich hat seine mehr als 400 Blasenspeicher in der gesamten Produktion in drei Sicherheitskategorien eingeteilt: Speicher, die in kritischen Prozessen zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei Kranund anderen Förderanlagen, die tonnenschwere Brammen und Coils heben, werden im Dreimonatsrhythmus überprüft. Die anderen im Turnus von neun oder 15 Monaten.

Druckaufnehmer PT-RF mit Lese-/Anzeigegerät.

In Zahlen ausgedrückt: Für 65 Speicher gilt die dreimonatliche Überprüfung. 55 andere Speicher werden alle neun Monate geprüft und mehr als 280 lediglich alle 15 Monate.

Früher: Pro Messpunkt 15 Minuten Arbeitszeit Bis vor Kurzem bedeutete eine solche Überprüfung einen großen Aufwand: Ein entsprechend geschulter Instandhalter schloss ein Manometer bzw. eine Gasflasche mit Manometer am Gasfüllanschluss des Speichers an und prüfte dann den Druck. Dabei öffnete er notwendigerweise das System, wobei Druckverluste nicht ausgeschlossen werden konnten. Da die Speicher häufig im oberen Bereich der großen Walz-, Förderund Krananlagen angebracht und damit entsprechend schwer zugänglich sind, ist die Überprüfung kompliziert und aufwendig, zumal die Stickstoffflasche überall mitgeführt werden muss. Mit dabei musste ferner ein Medium sein, um die Ergebnisse aufzuzeichnen - also entweder Papier oder Laptop. Alles in allem nahm dieser recht aufwendige

Drehzahlen sicher erfassen, anzeigen und kontrollieren

Ob hydraulische oder elektrische Antriebe Drehzahlsensoren = RHEINTACHO

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Vorgang, so haben die Verantwortlichen des Walzwerks ermittelt, pro Messpunkt rund 15 Minuten in Anspruch. Um diesen Aufwand zu verkürzen, entschied sich der Walzwerkbetreiber für die Anschaffung einer neuen Lösung zur Überwachung des Speicherdrucks. An den Gasfüllanschlüssen sind nun Speicheradapter installiert, an denen sich die Druckaufnehmer der Baureihe PT-RF von Stauff installieren lassen.

Druckaufnehmer PT-RF mit Anschlussadapter.

Zu den wesentlichen Eigenschaften dieser Druckaufnehmer, die in verschiedenen Druckbereichen bis 600 bar erhältlich sind, gehört ein integrierter RFIDTransponder, der neben den Druckmesswerten weitere Parameter wie Medientemperatur, Datum und Uhrzeit sowie die eindeutige Seriennummer des Druckaufnehmers aufzeichnet. Dies ermöglicht die eindeutige

Über Speicheradapter lassen sich die RFIDDrucksensoren problemlos an marktüblichen Membran- und Blasenspeichern nachrüsten.

Anschlussadapter ermöglichen die Nachrüstung der Druckaufnehmer PT-RF auf anlagenseitig vorhandenen Messkupplungen. Bilder: Walter Stauffenberg

Zuordnung der Messstelle; eine Grundvoraussetzung für eine lückenlose Dokumentation der Prüfergebnisse. Als Empfänger wird ein kompaktes Lesegerät verwendet. Und so funktioniert es: Der Instandhalter hält das Lesegerät in einem Abstand von rund 1,5 Zentimetern an den Sensor. Per Tastendruck wird dann die kontaktlose Signalübertragung aktiviert. Das Display des Lesegerätes zeigt nun den aktuellen Gasdruck im Speicher an. So kann der Instandhalter an zahlreichen Messpunkten den Druck erfassen, ohne dass aufwendige Verkabelungen für die Signalübertragung von den Sensoren zur Auswerteeinheit erforderlich sind. Auf eine Energieversorgung der Sensoren kann man ebenfalls verzichten, schließlich kommen RFID-Sensoren zum Einsatz: Dabei stellt die Antenne des Lesegerätes eben auch die Energie bereit, die der Transponder zur Signalübertragung (die nur 0,5 Sekunden dauert) benötigt. Das Lesegerät wiederum zeigt die aktuellen Werte nicht nur an, es kann mehr als 15.000 Messsätze speichern. Die im Lieferumfang enthaltene Software ermöglicht außerdem die nachträgliche Auswertung und Weiterverarbeitung der zuvor über die USB-Schnittstelle übertragenen Messergebnisse am PC oder Notebook. Diese Art der Druckmessung hat sich in anderen Bereichen der Hydraulik, zum Beispiel in Rohrleitungen und an Verbrauchern, bereits bewährt. Neu ist allerdings die Möglichkeit, sie auch an der Gasseite von Membranund Blasenspeichern nutzen zu können. Die Vorteile, die sich durch den Einsatz dieser RFID-Überwachung für Anlagenbetreiber, Instandhalter und Wartungsfachkräfte ergeben, liegen auf der Hand: Messungen können einfach, ohne aufwendige Schulung und vor allem binnen weniger Sekunden mit nur einem Knopfdruck durchgeführt und prozesssicher dokumentiert werden. Außerdem entfallen das Auf- und Abschrauben von Manometern oder anderen Mess- und Anzeigegeräten - und damit auch

das Öffnen des Systems. Diese Vorteile zahlen sich in barer Münze aus: Der Walzwerkbetreiber hat nämlich den Zeitaufwand vorher und nachher erfasst. An den 400 Druckspeichern sind aufgrund der unterschiedlichen Prüfzyklen pro Jahr insgesamt 548 Druckprüfungen erforderlich. Nach der alten Methode erforderte das einen Zeitaufwand von 137 Mannstunden pro Jahr, nämlich 548 x 15 Minuten. In dieser Zeit ist die Aufbereitung der Daten für die Dokumentation noch nicht enthalten.

Heute: 15 Sekunden pro Messpunkt Bei der kontaktlosen Abfrage der PT-RF-Druckaufnehmer hingegen benötigt das Personal nur 15 Sekunden pro Messpunkt und muss nicht in die Gaszufuhr eingreifen. Auf die reine Messung entfallen somit nur noch etwa 100 Minuten. Auch die Aufbereitung der Messergebnisse für die Dokumentation vereinfacht sich erheblich. Thorsten Kinkel, Vertriebsingenieur und Produktspezialist für digitale Messtechnik, Walter Stauffenberg Maintenance Dortmund Halle 4, Stand A 01-4 www.stauff.com

Mit nur einem Knopfdruck lässt sich der Speicherdruck von Hydrospeichern per RFIDTechnologie berührungslos ermitteln.


ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

FFebruar 2019

Die rechte Hand des Netzwerkadministrators Neuer Switch als Bindeglied zwischen IT-Ebene und Automatisierungsnetzwerken Längst sind Netzwerke der industriellen Automatisierung keine nach außen hin isolierten Einheiten mehr. Im Zuge von Industrie 4.0 nehmen die Verschmelzung von solchen Automatisierungsnetzwerken untereinander und die Anzahl der Verbindungen in übergeordneten ITNetzwerken zu. Grundvoraussetzung für diese durchgängige Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen produzierender Unternehmen ist der Einsatz ethernetbasierter Netzwerke, in denen Switches den Datenverkehr effizient organisieren. Der Switch Promesh P20 von Indu-Sol wurde, wie der Hersteller betont, für den Einsatz als Bindeglied zwischen der IT-Ebene und den Automatisierungsnetzwerken (Operational Technology/OT) entwickelt. Durch seine integrierte Routerfunktionalität leiste er einen wichtigen Beitrag zur Netzwerksicherheit, da an den Switch angeschlossene Geräte vom übergeordneten Netzwerk separiert werden können. Bei Bedarf besteht jedoch die Möglichkeit, einzelne Verbindungen zuzulassen. Da mehrere Netzwerke über den Switch kommunizieren, ist ein hohes Datenaufkommen zu erwarten. Der Promesh P20 hält solchen Belastungen nicht nur dank seiner Zertifizierung nach der Netload Class III stand - er besitzt zudem eine Onboard-Diagnose, die unter anderem die Netzlast millisekundengenau auf-

Zur Ursachenforschung werden DiagnoseErgebnisse im Webinterface des Switches in Ampelfarben dargestellt. Bild: Indu-Sol

löst und so selbst kurzzeitig auftretende Spitzen erkennbar macht. Diese würden bei einer Darstellung je Sekunde oder gar Minute „herausgemittelt“.

Zur effizienten Ursachenforschung werden die DiagnoseErgebnisse, neben der Netzlast auch Discards und Errors, im Webinterface des Switches nach dem Ampelfarbenprinzip visualisiert. Das ist nicht nur bei der Netzwerkdiagnose von Vorteil, denn der Promesh P20 überwacht zusätzlich die Ableitströme auf den Schirmen der angeschlossenen Datenleitungen. Dank der einfachen Darstellung der ermittelten Messwerte können die zuständigen Administratoren auch ohne elektromagnetische Grundkenntnisse eine Aussage treffen, ob die Gründe für Ereignisse im Netzwerk in diesem selbst liegen oder auf elektromagnetische Störgrößen zurückzuführen sind. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand E19-4 www.indu-sol.com

www.b-und-i.de w

23

Neuer Webshop mit über 250.000 Artikeln Seit 1987 bietet das Unternehmen BVS Industrie-Elektronik Reparatur-, Verkaufs- und Servicedienstleistungen für aktuelle, typengestrichene und vor allem auch für abgekündigte CNC-, SPS- und Roboter-Automatisierungstechnik der Hersteller Siemens, Fanuc, Bosch Rexroth/Indramat, Unipo, Kuka, ABB, SEW, Lenze, Heller und Heidenhain an. Mittlerweile hat BVS IndustrieElektronik nach eigenen Angaben über 10.000 Firmen aus allen Branchen und Größenordnungen als Kunden. Bei produktüberholenden Reparaturen wird nach der aktuell gültigen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG gearbeitet. Seit Kurzem ist das Unternehmen nun offizieller Servicepartner von SEW-Eurodrive. Von der langfristig angelegten Partnerschaft und der daraus resultierenden noch engeren Zusammenarbeit sollen Kunden profitieren und zwar durch optimierte Services rund um das Produktportfolio von SEW-Eurodrive. BVS Industrie-Elektronik informiert auf der diesjährigen

Maintenance in Dortmund nicht nur über diese Servicepartnerschaft, sondern präsentiert dort auch seine komplett überarbeitete Website. Des Weiteren bietet das Unternehmen nach eigenen Angaben nun auch einen Onlineshop, der die Produktsuche und -anfrage erleichert. Aktuell umfasst das Produktportfolio, das online bei BVS Industrie-Elektronik abgerufen werden kann, über 250.000 Einzelartikel. Über eine intelligente Menüführung oder auch direkt über die Artikelnummer- oder Suchbegriffeingabe im Suchfeld auf der Startseite werden Interessenten zum gewünschten Produkt oder Service geführt und können dieses direkt anfragen. Außerdem sehen Interessenten nun auf einen Blick die Vorgänger- und Nachfolgerprodukte sowie - und das ist für Instandhalter besonders wichtigt die Substitutionslösungen. Die Webseite und der Webshop sind für Mobilgeräte optimiert. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand A13-4 www.bvs-cnc.de

SEW-EURODRIVE–Driving the world

Motorspindeln mit Mehrwert Die Siemenstochter Weiss Spindeltechnologie aus dem bayerischen Maroldsweisach zeigt auf der Maintenance in Dortmund, was sie unter dem serviceorientierten Mehrwert ihrer Spindeln versteht. Besonders interessant ist hierbei ein Verfahren, mit dem sich klassische Spindel-Verschleißflächen ebenso schnell und zuverlässig instand setzen lassen wie diverse Beschädigungen an Gehäusen, Wellen oder Kegelaufnahmen. Basis dieser Instandsetzungen ist das sogenannte Laserauftragsschweißen. Wie dieses im Detail funktioniert und welche vielfältigen Vorteile damit verbunden sind, erläutern Spezialisten anhand diverser typischer Spindel-Verschleißteile. Die hohe Qualität und Zuverlässigkeit dieser Instandsetzungsmethode liegt unter anderem in der Verwendung einer gepulsten, energiereichen Laserstrahlung begründet, mit der das Beschichtungsmaterial in Drahtform aufgetragen wird. Da diese örtlich begrenzt einwirkt, bleibt das Gefüge im Basismaterial zuverlässig stabil, und es besteht keine Gefahr von Verzug oder Einbrand. Die Experten erklären und zeigen auf der Messe Maintenance u.a. am Beispiel eines verschlissenen Werkzeugaufnahmekegels auf, welche einzelnen Arbeitsschritte für die Reparatur dieser wichtigen Spindelkomponente notwendig sind. Zudem können sich die Messebesucher davon über-

zeugen, dass der instand gesetzte Aufnahmekegel dem neuen funktionell in nichts nachsteht. Darüber hinaus präsentiert die Weiss Spindeltechnologie ihre Kompetenzen in Bezug auf die Instandsetzung von Spindeln: Das beginnt bei der wichtigen ersten Analyse und Auswertung der aufgenommenen Daten, geht weiter mit der notwendigen Reparatur und Wartung und endet schließlich bei der zuverlässigen und schnellen Auslieferung. Außerdem erklären die Experten, was es mit dem Servicenetzwerk SWSS (Siemens Weiss Spindle Services) auf sich hat. Dabei profitiert Weiss von der aktiven Nutzung des weltweiten Vertriebsund Servicenetzwerks der Siemens-Divisionen. Maintenance Dortmund Halle 5, Stand H11-5 www.weissgmbh.com

Modernisierung

Retrofit

Ihre altbewährte Anlage bringen wir auf den neuesten Stand der Technik. Steigern Sie mit unserem Service Retrofit Ihre Produktivität und Energieeffizienz, senken Sie Ihre Instandhaltungskosten und profitieren Sie von langfristiger Teileverfügbarkeit. Alles aus einer Hand: persönliche Beratung und Engineering, modernste Antriebstechnik, Programmierung und Visualisierung sowie die komplette Installation und Inbetriebnahme.

Life Cycle Services Mit Laserauftragsschweißen lassen sich klassische Spindel-Verschleißflächen schnell und zuverlässig instand setzen. Bild: Weiss

Der Service Retrofit ist Teil unseres Serviceangebots entlang des Anlagenlebenszyklus. www.sew-eurodrive.de/life-cycle-services Gerne beraten wir Sie auch persönlich. edg.marktmanagement@sew-eurodrive.de Besuchen Sie uns: maintenance, Dortmund 20.-21.02.2019


24

w www.b-und-i.de

ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

F Februar 2019

So können auch Oldies Industrie 4.0 Fehlererfassungsgerät für Marco, das Maintenance- und Ressourcen-Cockpit Mit der Lösung Marco, eine Abkürzung für das Maintenance- und Ressourcen-Cockpit, kann laut Hersteller CBS eine intelligente Wartung und Instandhaltung realisiert werden. Vor Kurzem präsentierte der Hersteller zudem das Fehlererfassungsgerät Marco-Connect, das eine Anbindung von älteren Maschinen und Anlagen an den Instandhaltungsassistenten Marco ermöglicht. Alle sprechen von Industrie 4.0 und den Möglichkeiten, die damit einhergehen. Doch alte Maschinen sind in der Regel nicht in die Informations- und Datenströme einbindbar, die für Industrie-4.0-Lösungen aber unabdingbar sind. Und neue Maschinen und Anlagen sind entsprechend teuer. Eine clevere Alternative zeigte CBS vor Kurzem auf der Messe Intec in Leipzig. Die Rede ist von dem Fehlererfassungsgerät Marco-Connect, eine individuell anpassbare Lösung, die auch bei älteren Maschinen eine intelligente Wartung und Instandhaltung realisierbar erlaubt.

Anbindung von älteren Maschinen Marco-Connect ist nicht auf ein wartungsaufwendiges Datenbanksystem mit separatem Server angewiesen. Das Gerät wird direkt an der Maschine installiert. Die Mitarbeiter identifizieren sich

Ullrich Trommler, Vorstand der CBS AG, sieht ein großes Potenzial: „Mit Marco-Connect können wir unseren Kunden ab sofort ein Fehlererfassungsgerät liefern, das preiswert für ältere Maschinen und Anlagen direkt an der Maschine installiert werden kann. Die Mitarbeiter identifizieren sich mit RFID-Chip und geben den entsprechenden Störcode manuell ein. Die Informationsübergabe läuft über W-LAN.“

mit RFID-Chip und geben den entsprechenden Störcode manuell ein. Dadurch ist eine Anbindung älterer Maschinen an den intelligenten Instandhaltungsassis-

tenten Marco, ebenfalls von CBS entwickelt, möglich. Mit MarcoConnect werden also ältere Maschinen und Anlagen so in die Lage versetzt, dem Anlagenbetreuer direkt die Wartungsanforderungen auf ein beliebiges mobiles Gerät zu übermitteln. Das Ressourcen-Cockpit Marco bringt alle für die Instandhaltung wesentlichen Informationen in einer Web-Anwendung zusammen. Es erstellt automatisiert und dynamisch eine Übersicht der anstehenden Aufgaben, notwendigen und freien Ressourcen, Maschinenzustände sowie Termine und ist an verschiedene Nutzerrollen, wie zum Beispiel Instandhalter, Disponent oder Entscheider anpassbar. In großen Maschinenparks behalten die Mitarbeiter durch die Gruppierung der Anlagen und die Zuteilung von Nutzerrollen leicht den Überblick. Das mobile Ressourcen-Cockpit ermöglicht es also Servicetechnikern, sofort auf Störungen zu reagieren und zielgenau ein-

Lösungen mit skalierbarem Korrosionsschutz Spieth bietet korrosionsbeständige Spannsätze und Stellmuttern an Korrosionsbeständigkeit von Maschinen und deren Komponenten ist eine wichtige Anforderung beispielsweise im Bereich Food Processing, in der Fluidtechnik oder im Verpackungsmaschinenbau, wo es auf hohe Prozesssicherheit, Präzision, Effizienz und Wartungsfreundlichkeit ankommt. Spieth-Maschinenelemente bietet jetzt Spannsätze und Stellmuttern mit genau dem Korrosionsschutz, der für den jeweiligen Anwendungsfall notwendig und sinnvoll ist - von verschiedenen Beschichtungen bis hin zu Edelstahlausführungen. In Branchen, in denen besonders hohe Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit gestellt werden, sind zahlreiche korrosionsgeschützte Spannsätze des Herstellers Spieth bereits im Einsatz. So setzt beispielsweise ein Hersteller von Getränke-Abfüllanlagen auf die Spannsätze aus Edelstahl. In diesem Anwendungsfall werden PET-Flaschen, wie sie z.B. für Mineralwasser und Softdrinks verwendet werden, auf ihrem Weg durch den Produktions- und Abfüllprozess über Transportsterne gesteuert und dabei nur in einem sehr kleinen Bereich des Halses gehalten. Dabei ist eine exakte Positionierung unerlässlich. Die hier eingesetzten korrosionsbeständigen Spannsätze bieten, wie der Hersteller betont, eben jene präzise Einstellmöglichkeit ohne Axialversatz. Die Ergebnisse lassen sich bei jeder De- und Remontage schnell und sicher reproduzieren. Das bedeutet: Im Wartungsfall kann die exakt gleiche Position erneut eingestellt werden - und das ohne aufwendiges und zeitraubendes Justieren. Die Kombination aus hoher Rundlaufgenauigkeit und präziser Einstellbarkeit war letztlich aus-

Das Unternehmen produziert seit 1953 WelleNabe-Verbindungen, Führungsbuchsen sowie Präzisions-Sicherungsmuttern und Spannmuttern für Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Bilder: Spieth

schlaggebend für die Entscheidung des Kunden, die Spannsätze dieses Herstellers einzusetzen. Für Branchen, in denen Korrosionsbeständigkeit unerlässlich ist, bietet Spieth nun auch Stellmuttern sowohl in verschiedenen galvanischen oder chemischen Beschichtungen als auch in Edelstahlausführung an. Die Präzisionsmuttern lassen sich laut Hersteller exakt auf die Anforderungen abstimmen, der benötigte Korrosionsschutz wird kundenspezifisch skaliert.

Die korrosionsgeschützte Stellmuttern sind konform mit der REACH- und RoHS-Verordnung. „In sicherheitsrelevanten Anwendungen sind korrosionsbeständige Produkte unverzichtbar für einen prozesssicheren, dauerhaften und möglichst unterbrechungsfreien Betrieb von Maschinen und Anlagen“, erklärt Spieth Geschäftsführer Dipl.-Ing. Alexander Hund. Er ergänzt: „Wir führen im Bereich Korrosionsschutz eigene Forschungsuntersuchungen durch. Auf dieser Basis können wir unseren Kunden die richtigen Lösungen für anspruchsvolle Aufgaben anbieten und sie so individuell beraten.“ www.spieth-me.de

Das Maintenance- und Ressourcen-Cockpit Marco führt alle relevanten Datenströme der Maschinen sowie Ressourcen zusammen und realisiert so ein umfassendes Störungs- und Wartungsmanagement, verwaltet Ressourcen und ermöglicht den Nachrichtenaustausch. Über das Schnittstellensystem ist die Anbindung an Ressourcen und ERP-Systeme möglich. Bilder: CBS

zugreifen. Eine dynamische Übersicht zu anstehenden Aufgaben, notwendigen und freien Ressourcen, Maschinenzuständen sowie Terminen wird automatisch generiert. Das Ressourcen-Cockpit ist bereits seit 2017 auf dem Markt. Die Lösung wurde unter anderem bei

den Projektpartnern Hiersemann Prozessautomation GmbH, Audi AG, der Professur für Fabrikplanung und Fabrikbetrieb an der Technischen Universität Chemnitz und der BLU energy AG, einem Betreiber von Windkraftanlagen, erfolgreich getestet. www.cbs.ag

Zahnriemen sorgen für bewegende Momente Zahnriemen sind in Maschinen und Förderanlagen als Antriebselement und Transportmedium omnipräsent. Sie bewegen nicht nur Güter auf zahllosen Förderstrecken, sondern kommen auch in zahlreichen Antrieben von Regalbediengeräten, bei Türöffnern oder Rolltoren sowie Linearanlagen zum Einsatz. Was Hochleistungszahnriemen dabei leisten können, zeigt der Hersteller Habasit (Halle 1, Stand A08) auf der Messe Logimat in Stuttgart. Das komplette Portfolio umfasst Zahnriemen in den unterschiedlichsten Breiten, individueller Konfektionierung bis hin zu umfangreichem Zubehör, wobei als Allrounder die Habasync-Hochleistungs-Zahnriemen gelten. Angeboten werden diese in Bandbreiten von 10 Millimetern bis zu 600 Millimetern. Diese laut Hersteller breitesten am Markt verfügbaren Zahnriemen haben die Teilung T10 beziehungsweise H und bestehen aus thermoplastischem Polyurethan mit einem Zugkörper aus Aramid. Je nach Einsatzzweck sind individuelle Konfigurationen möglich. Das thermoplastische Polyurethan ist gleichzeitig ein Werkstoff, der über bedarfsgerechte Eigenschaften in den verschiedensten Bereichen verfügt: Er ist einerseits beständig gegen Öl, Fett oder chemische Mittel, andererseits hydrolysebeständig. Um den Abrieb zu minimieren und so die Haltbarkeit und Lebensdauer zu verlängern, sind die Zahnriemen auch mit einer Polyamidbeschichtung erhältlich. Außerdem kann man die exakte Größe, Breite und Länge wählen. Verschiedene Teilungen sind möglich. Für die unterschiedlichen Transportanforderungen können ne-

ben der Wahl geeigneter Oberflächenbeschichtungen auch Mitnehmer in beliebiger Form, Anzahl und Folge auf dem Zahnriemenrücken aufgebracht werden. Sie können außerdem individuell mit Fräsungen, Lochungen, Beschichtungen oder Mitnehmern versehen werden. Besonders interessant für Instandhalter sind die Lösungen mit den mechanischen Endverbindern. Hintergrund: Der Zeitaufwand bei Wartungsarbeiten von Förderanlagen sowie beim Wechsel von Zahnriemen oder Transportbändern ist oftmals recht hoch. Deshalb bietet Habasit für seine Zahnriemen und Transportbänder mechanische Endverbinder an, die laut Herstellerangaben äußerst robust sowie einfach bedienbar sind und dadurch Stillstandszeiten deutlich reduzieren. www.habasit.com

Auf der diesjährigen Logimat zeigt der Hersteller, wie Zahnriemen auch schwerste Lasten punktgenau transportieren, unterschiedlichste Güter sicher bewegen und Komponenten zuverlässig antreiben. Bild: Habasit


Wolff Publishing

Sonderteil Energie-Effizienz

ISSN

1864-4554

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Februar 2019

DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Energiesparende Kompressionswärmetrockner sorgen für eine konstante, feuchtigkeitsfreie, hochwertige Druckluft. Alle Details auf Seite 26.

Mithilfe einer selbsterklärenden App können Steuer- und Regelstrategien für Leuchtengruppen oder auch Einzelleuchten eingerichtet oder angepasst werden. Bilder: Christoph Meinschäfer

Licht per App perfekt managen Saint-Gobain Glas ist ein Experte in der Glasherstellung. Im Glaswerk in Köln-Porz entstehen unter anderem auf einer rund 800 Meter langen Anlage Glasscheiben von bis zu 18 Meter Länge. Eine Halle, die als Lager und für die Kommissionierung und die Produktion genutzt wird, wurde nun auf LED-Licht umgerüstet - mit hohen Einsparungen und besserem Komfort. Anwendung finden die Multifunktionsgläser von Saint-Gobain Glas beispielsweise in der Auto- und Solarindustrie. Ein anderer wichtiger Kunde ist die Baubranche: International bekannte Gebäude, wie der World Trade Center Transportation Hub unter dem Ground Zero in New York, der Louvre Abu Dhabi oder der Eiffelturm setzen auf Funktionsgläser dieses Herstellers. Viele dieser Gläser stammen aus dem Werk in Köln-Porz. Hier entstehen auf einer rund 800 Meter langen Floatglasanlage Glasscheiben, die eine Länge von bis zu 18 Metern haben können. Bei der Herstellung der Multifunktionsgläser legt das Unternehmen Wert auf Umwelt- und Ressourcenschutz. So sollen bis 2025 laut einer Selbstverpflichtung der konzernweite Energieverbrauch um 15 Prozent und die CO2-Emissionen um 20 Prozent reduziert werden.

Um dies zu erreichen, suchten die Verantwortlichen nach Einsparungsmöglichkeiten und nahmen sich auch der Beleuchtung an. So wurde eine ausgedehnte Halle, die sowohl als Lager und für die Kommissionierung von Auslieferungen als auch für die Produktion genutzt wird, auf LED-Licht umgerüstet. Die neue Beleuchtung erfüllt alle Vorgaben der Arbeitsstättenrichtlinie hinsichtlich Beleuchtungsstärken und Lichtqualität mit deutlich niedrigeren Anschlusswerten als die Altanlage. Allein mit diesem Energiespareffekt wollte sich das Glaswerk aber noch nicht zufriedengeben. „Die Umrüstung sollte uns maximale Einsparungen erschließen“, erklärt Hermann Josef Blaeser vom Facility Management bei Saint-Gobain, und verdeutlicht: „Ausdrücklich haben wir in unserer Ausschreibung, die die Form einer funk-

tionalen Leistungsbeschreibung hatte, deshalb eine Lösung mit Lichtmanagement spezifiziert. Zum einen sollte die Beleuchtung in Abhängigkeit vom durch die Oberlichter einfallenden Tageslicht geregelt werden. Andererseits wünschten wir uns für den Hallenbereich mit dem Lager eine präsenzabhängige Steuerung.“ Das Angebot des Unternehmens Intercomp erfüllte diese Vorgaben und setzte dabei auf Lichttechnik von Trilux. „Die Kombination aus E-Line-Lichtbändern und dem serverbasierten Lichtmanagementsystem Livelink Premium bietet eine enorme Flexibilität“, begründet Thomas Leiner von Intercomp die Produktauswahl und erklärt: „Die LED-Leuchten lassen sich einfach an der gewünschten Position in die Tragschienen einklicken.” Weiter auf Seite 26

Wie sich ein Projekt allein durch die Energieeinsparung finanziert, erklärt Olaf Behrendt, der Vertriebsleiter Deutschland von Pescontracting, im unten stehenden Artikel. Bild: Grundfos

Mehr Effizienz weniger Ausfälle Energetische Modernisierungen bei Pumpen können den Energieverbrauch drastisch senken. So verbrauchen etwa hocheffiziente Heizungspumpen im Vergleich zu älteren Modellen bis zu 80 Prozent weniger Strom. Außerdem ist das Risiko für Ausfälle durch veraltete Systeme hoch. Trotz attraktiver Fördermöglichkeiten wird aber jährlich nur ein Bruchteil des Bestands modernisiert. Hinzu kommt, dass Pumpenbetreiber die Modernisierung oft in Eigenregie durchführen, um Geld zu sparen. Dabei wird der zusätzliche Kosten- und Zeitaufwand für Projektmanagement, Wartung und Reparatur häufig übersehen. Eine Alternative hierzu sind FullService-Anbieter, wie zum Beispiel Pescontracting. Die Spezialisten übernehmen die gesamte Projektrealisierung von der Bestandsaufnahme über die technische Planung und Bereitstellung der Pumpensysteme bis hin zu Umbau, Montage, Wartung und der kontinuierlichen Erfassung der Energiebilanz. Der Clou: Im Regelfall finanziert die Energieeinsparung die monatlichen Mietraten für das neue Pumpensystem. Olaf Behrendt, Vertriebsleiter Deutschland von Pescontracting, ergänzt: „Beim Kauf amortisieren sich die Kosten nach drei bis vier Jahren.“ „Bei den Varianten Mietkauf und Kauf kann der Anlagenbetreiber von einer staatlichen Förderung profitieren. Erstattet werden bis zu 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten. Es gilt ein Förderhöchstbetrag von 25.000 Euro pro Antrag. In Ausnahmefällen und je nach Größe ist sogar mehr Förderung möglich“, so Behrendt. http://pesconcept.de/


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ENERGIE-EFFIZIENZ

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Energiesparende Kompressionswärmetrockner Sie sorgen für eine konstante, feuchtigkeitsfreie, hochwertige Druckluft Für die Produktion von bestimmten Produkten, also zum Beispiel Medikamenten, Lebensmitteln, Getränken oder Chemikalien ist eine hochwertige, ölfreie und feuchtigkeitsarme Druckluft notwendig. Für diese sorgen beispielsweise die neuen industriellen HOC-Trockner (Kompressionswärmetrockner) von Ingersoll Rand. Sie punkten, so der Hersteller, durch hohe Betriebszeiten, Effizienz und vor allem aber durch besonders geringe Betriebskosten. Er ergänzt: „Bei der Entwicklung unserer neuen HOC-Trockner hatten wir all diese Anforderungen im Sinn.“ Die Trockner verfügen über zwei Säulen. Diese sind mit einem effektiven Trockenmittel befüllt. Wie bei allen Zwei-Säulen-Konstruktionen bieten auch die neuen Modelle eine kontinuierliche Versorgung mit trockener Druckluft. Dies ist möglich, da sich die beiden Säulen mit den Desorptions- und

Fortsetzung von Seite 25 Er ergänzt: „In der App auf einem Tablet erfolgt dann die Adressierung, Gruppenbildung sowie Parametrisierung von Tageslicht und Bewegungserfassung.“ Das Ganze war so unkompliziert, dass die Hallenbeleuchtung im laufenden Betrieb umgerüstet werden konnte. „Diese Neuinstallation ohne Produktionsunterbrechung war Saint-Gobain sehr wichtig, denn die Glasherstellung läuft im 24/7-Betrieb“, verdeutlicht der Lichtprofi. Das einfache Handling der Lichtbänder und die Lichtsteuerung überzeugen auch bei einer Nutzungsänderung der Halle, denn die Neukonfiguration der Anlage lässt sich einfach und schnell per

Gregor Neustädter von Trilux hat das Projekt betreut und erinnert sich: „Wir haben unseren Vertriebspartner Intercomp mit einer kompletten Dialux-Lichtplanung für die Halle unterstützt. Ziel im Bereich der Maschinen waren 500 lx Beleuchtungsstärke, im Lager genügen deutlich niedrigere Werte, Mindestvorgabe waren 200 lx.“ Die Experten von Trilux haben zudem die bestmögliche Positionen für Sensoren und Bedientaster ermittelt. Um die Einrichtung der Hard- und Software des Servers und des Netzwerks kümmert sich ein von Trilux beauftragter Systemintegrator. Für den Installateur heißt das, er kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und die komplette elektrotechnische Installation, vom Schaltschrank über die Verkabelung bis hin zu den Leuchten, fachgerecht abwickeln. Wenn die Anlage steht, lässt sich das Zusammenspiel von Leuchten, Sensoren und Tastern in der Konfigurations-App einfach organisieren. Die App zeigt hierfür die Leuchten im Grundriss an. Nun können die Lampen zu beliebigen Gruppen zusammengefasst werden, um dann zu entscheiden, wie sich die Gruppe oder auch Einzelleuchten auf Signale von außen hin verhalten sollen. Für automatische Steuerungen, wie zum Beispiel eine tageslicht-

Photo: © iStock

Um eine hohe Energieeffizienz zu „Unsere Industriekunden benöerreichen, setzen die neuen HOCtigen hochwertige, saubere Trockner von Ingersoll Rand auf Druckluft, damit sie einwandfreie die Wärme, die ein natürliches Produkte herstellen können. Nebenprodukt des KompressionsGleichzeitig möchten sie die prozesses ist und oftmals unEffizienz und Nachhaltigkeit ihrer genutzt bleibt. Die Trockner nutProduktion optimieren, beispielszen nämlich ebendiese Wärme, um weise durch Rückgewinnung der das Trockenmittel während des gebei Prozessen aufgewendeten samten Trocknungsprozesses zu Energie“, verdeutlicht Armando regenerieren. Deshalb zählen die Pazos, Vice President, Ingersoll Geräte, wie der Hersteller betont, Rand Compression Technology zu den energieeffizientesten Adand Services in Europa, dem sorptionstrocknern auf dem Markt. Nahen Osten, Indien und Afrika.

App erledigen. Interessant ist dies zum Beispiel, wenn sich das Layout der Regalgänge im Lager ändern sollte oder wenn neue Tätigkeiten an den Maschinen höhere Beleuchtungsstärken erfordern. „Solche Veränderungen passieren nicht jeden Tag, aber sind durchaus nicht ungewöhnlich. Eine Umnutzung der Halle war auch Anlass für die jetzt erfolgte Renovierung der Beleuchtung“, verdeutlicht Hermann Josef Blaeser von Saint-Gobain. Insgesamt wurden in der Halle 632 E-Line Leuchteneinsätze in den zugehörigen Tragschienen platziert. 56 Sensoren, die ebenfalls in die Schienen passen, erfassen das Tageslicht und die Anwesenheit von Personen.

Die neuen Trockner können zusammen mit ölfreien Schrauben- und Turbokompressoren genutzt werden. Bild: Ingersoll Rand

Adsorptionszyklen abwechseln und das Trockenmittel dadurch konstant regeneriert wird. So bleibt die Druckluft länger mit dem absorbierenden Mittel in Kontakt, als dies bei anderen Technologien auf dem Markt der Fall ist, und erzeugt dadurch die

Beim Lichtmanagementsystem Livelink Premium verknüpft Trilux die Welt des Lichtsteuerprotokolls DALI mit dem IP-Universum. Dabei muss niemand ein IT-Experte sein, um diese Lösung zu planen, zu installieren oder als Betreiber zu nutzen, denn die Leuchten, Sensoren und drahtgebundenen Bedienstellen kommunizieren miteinander über das DALI-Protokoll, während die Anlage über ein Ethernet-Gateway an den Server und somit die IP-Welt angebunden ist. Diese Konstellation öffnet das System für weitere Schnittstellen. So lassen sich via WLAN mobile Geräte für die Konfiguration und Bedienung einbinden und vom Server aus erschließen sich cloudbasierte Services wie das Monitoring von Energie- und Betriebsdaten für die Fernwartung, Anlagenoptimierung oder sogar Predictive Maintenance.

abhängige Konstantlichtregelung, stammt der Input hierfür von den entsprechenden Sensoren. Es lassen sich je nach Konfiguration aber auch manuelle Schaltbefehle per Taster oder via Bedien-App auf netzwerkfähigen Geräten erteilen. Zudem ist es möglich, zeitgesteuerte Lichtszenen zu programmieren und abzurufen. In der Halle bei Saint-Gobain waren im Bereich der Produktion stets gleiche Beleuchtungsstärken

Höchstleistung! Der energieeffiziente LK Warmlufterzeuger RBW mit integrierter Brennwerttechnik zeichnet sich durch den hohen Wirkungsgrad von bis zu 106 % aus. Sanieren Sie Ihre Hallenheizung und schonen Sie Ihren Geldbeutel! Rufen Sie uns an unter Tel. +49 (0) 9122-699-0 oder schreiben Sie an: info@lk-metall.de Besuchen Sie uns auf der 17. LogiMAT in Stuttgart vom 19. bis 21.02.2019 in Halle 5, Stand A

erforderliche Druckluftqualität, unabhängig von den Betriebsbedingungen. Die HOC-Trockner sind geeignet für einen Luftstrom von 800 bis 6.000 Kubikmeter in der Stunde bei Schraubenkompressoren und 3.900 bis 15.300 Kubikmeter in der Stunde bei Turbokompressoren. Sie verfügen über die Möglichkeit zur Installation für mehrere Kompressoren. Dies sorgt für Flexibilität und eine kontinuierliche Leistung. Wichtig im Hinblick auf die Wartung und Instandhaltung: Die Kompressionswärmetrockner verfügen über eine Hochtemperaturbeschichtung auf jenen Teilen, die mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, was nach Herstellerangaben eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit gewährleiste. www.ingersollrandproducts.com

gewünscht. Das heißt, je nachdem, wie viel Tageslicht über die Lichtbänder und Lichtkuppeln im Dach in die Halle einfällt, wird das LEDLicht gedimmt oder hochgefahren. Die Nutzung des natürlichen Lichts und automatische Anpassung des LED-Lichtstroms ermöglichen spürbare Energieeinsparungen. Im Lagerbereich ist das Licht dauerhaft auf 5 Prozent gedimmt. Erst wenn eine Person oder ein Gabelstapler am Eingang zu einem Regalgang detektiert wird, fahren die Leuchten hoch und bleiben für eine frei konfigurierbare Nachlaufzeit auf diesem Level. Solche präsenzabhängigen Lichtsteuerungen können in Lagern bis zu 70 Prozent Energie einsparen. Die Verantwortlichen des Glasherstellers haben auch die TCO (Total Cost of Ownership) der Anlage berechnet. Trotz einer höheren Anfangsinvestition wegen der Lichtsteuertechnik hat sich dabei gezeigt, dass die Livelink-Lösung über die Gesamtnutzungsdauer wesentlich kostengünstiger ist als eine Hallenbeleuchtung ohne Lichtmanagement. www.trilux.com


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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

Trotzt Tausalz, Frost, Wasser und UV-Strahlung Rutschhemmender Betonschutz punktet auch bei einer Skischanze Eine Skischanze bietet nicht nur für Sportler extreme Bedingungen. Für eine solche Anlage reicht nicht nur ein einfacher Anstrich, um die Betonkonstruktion zuverlässig vor Witterungsschäden zu schützen, wie die abgeschlossenen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen der Heini-Klopfer-Skiflugschanze bei Oberstdorf in den Allgäuer Alpen zeigt. Die Heini-Klopfer-Skiflugschanze in den Allgäuer Alpen im bayerischen Oberstdorf ist eine der größten Schanzenanlagen der Welt. Sie wird unter anderem für WeltcupSkisprungwettbewerbe genutzt. Die Oberstdorfer Skiflugschanze wurde 1949 nach den Plänen des Skispringers und Architekten Heini Klopfer gebaut. Klopfer war auch der Erste, der dort die 90-MeterMarke erreichte. Die Skisprunganlage ist im Laufe der Zeit baulich immer wieder optimiert worden. Im Zuge einer Generalsanierung von 2016 bis 2017 unter der Leitung der Firma Renn Architekten aus Fischen wurden die Bedingungen der 72 Meter hohen Schanzenanlage nochmals verbessert. Saniert wurde unter anderem das Anlaufbauwerk mit einem neuen Anlaufprofil. Zudem erfolgte ein Neubau eines Kampfrichterturms und Trainerpodests. Im Rahmen der Umbauten wurde außerdem ein Schrägaufzug für die Beförderung der Athleten und Besucher errichtet. Zudem gab es Änderungsmaßnahmen beim Aufsprunghang, der Beschneiung, dem Athletenbereich sowie den diversen technischen Einrichtungen.

Rutschhemmend und flexibel So wurde der ursprüngliche Schanzentisch auf eine Länge von 45 Metern abgebrochen. Nach dem Verschieben um etwa sieben Meter nach hinten und fünf Meter nach oben ließen die Planer die Konstruktion auf dem bestehenden Spannbetonbauwerk des Anlaufturmes aufsetzen. Damit wurden ein flacheres Sprungprofil und zudem eine Vergrößerung der Schanze erreicht. Ebenso gehörten eine Vergrößerung des Auslaufbereiches sowie die Errichtung einer Tribünenanlage mit Geländestehplätzen zu den Baumaßnahmen. Um den Erhalt der weltweit bekannten Skiflugschanze für viele Jahre zu sichern, sollte die neue Konstruktion der Aussichtsplattform mit einer funktionstüchtigen Abdichtung versehen werden. Gefragt war eine Lösung, die die Betonkonstruktion für viele Jahre vor Witterungsschäden und sonstigen Risiken wie eindringendem Tauwasser, Tausalz, Frost und UVStrahlung, aber auch vor mechanischen Punktbelastungen durch den Publikumsverkehr zuverlässig schützt. Die Verantwortlichen wollten zudem mit rutschfesten Flächen die Sicherheit für die Sportler, die Zuschauer und die Mitarbeiter erhöhen. Ein weiteres Kriterium war, dass die Abdichtungslösung zu dem im Bereich der Aussichtsplattform vor-

Um späteren Pfützenbildungen vorzubeugen, verwendeten die Sanierer den Triflex Cryl Spachtel, der sich zum Egalisieren von Unebenheiten im Untergrund, bei Vliesüberlappungen oder, wie bei der Skischanze notwendig, für Vertiefungen einsetzen lässt.

handenen unterschiedlichen Untergrundbaustoffen wie Beton und Metall kompatibel ist. Die Fläche sollte sich später außerdem in das Gesamtbild der modernisierten Sportanlage einfügen und deshalb farbig ausführbar sein. Um die Sperrzeiten des Bereiches so kurz wie möglich zu halten, war eine rasche Verarbeitung wichtig. Auch die komplizierten Geometrien, die Haltbarkeit des Materials bei extrem niedrigen Temperaturen in der exponierten Lage und die ständigen Bewegungen aus der Konstruktion spielten bei der Entscheidung für eine passende Lösung eine wichtige Rolle. Gemeinsam entschieden sich der Planer Andreas Fauter, Mitarbeiter der Firma Renn Architekten, der Bauleiter Peter Müller von der Firma Dobler sowie Stefan D’Hooghe aus dem Hause Triflex, einem Hersteller für Abdichtungsund Beschichtungssysteme, für das Abdichtsystem Triflex ProPark Var. II auf PolymethylmethacrylatBasis (PMMA). „Ein großer Vorteil ist, dass das Spezialharz selbst an kalten Tagen schnell verarbeitet werden kann und keine Wartezeiten entstehen“, erklärt dazu Peter Müller. Das nach OS 10 klassifizierte Abdichtungssystem ist laut Hersteller hoch

Nach der Applikation von Triflex ProDetail haben die Sanierer das vliesarmierte Triflex ProPark auf die 80 Quadratmeter große Fläche der Aussichtsplattform aufgebracht. Das PMMA-Harz härtet laut Hersteller schnell aus und kann selbst bei niedrigen Temperaturen verarbeitet werden. Bilder: Triflex

belastbar sowie witterungs- und tausalzbeständig. Es kann auf verschiedenen Untergründen aufgebracht werden und zwar ohne die Statik zu beeinflussen, da es ein geringes Flächengewicht besitzt. Das Material wird flüssig appliziert und bindet nach Herstellerangaben auch schwierige Bauteile sicher in die Abdichtung ein. Der Systemaufbau besteht durchgängig aus PMMA. Dadurch werde ein chemischer Verbund innerhalb der einzelnen Schichten gewährleistet. Durch die Vliesarmierung bleibt die Abdichtung flexibel und nimmt Bewegungen aus der Bauwerkskonstruktion schadlos auf. In der Variante II sorgt, wie der Hersteller betont, die Reibeplastik Triflex Cryl M 264 für eine wetterfeste, rutschhemmende und hoch abriebfeste Beschichtung.

Abgedichtet und beschichtet in fünf Tagen Bevor die Fachhandwerker mit den Abdichtungsarbeiten beginnen konnten, haben die Baubeteiligten die jeweils passende Vorgehensweise zum Beispiel hinsichtlich der Anschlussdetails, der Übergänge zu den verzinkten Stahltreppen und der maximalen Aufbauhöhe der Beschichtung festgelegt. „Es gab mehrere kurzfristige Abstimmungen und Besuche vor Ort“, berichtet Peter Müller. Damit war die Basis für eine erfolgreiche Projektrealisierung gelegt. Innerhalb von nur fünf Tagen haben die Fachhandwerker der Firma Dobler die beiden 80 m2 große Aussichtsplattformen sowie 25 laufende Meter Anschlüsse nach punktuellen Ausbesserungsarbeiten mit dem genannten Abdichtsystem abgedichtet und beschichtet. Im Detail erfolgte nach dem Anschleifen der Beton- und Metalluntergründe die Grundierung mit Triflex Cryl Primer 287. Anschließend dichteten die Sanierer alle aufgehenden Bauteile mit dem vliesarmierten Triflex ProDetail ab. Für die Flächenabdichtung kam das vliesarmierte Triflex ProPark zum Einsatz. Nachdem die Höhe der Beschichtung für ein barrierefreies Bewegen auf der Aussichtsplattform festgelegt worden war, stellten die Verarbeiter die Versiegelung mit Triflex Cryl M 264 her. Trotz des Publikumsverkehrs konnte das Verarbeiterteam so in kurzer Zeit einen zuverlässigen Schutz der Betonkonstruktion und auch einen rutschhemmenden Boden herstellen, von dem aus die Zuschauer einen weit reichenden Blick ins Allgäuer Stillachtal haben und bei Wettkämpfen die Leistungen der Spitzensportler bejubeln können. www.triflex.com

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DRUCKLUFT TECHNIK

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Energie (fast) zu 100 Prozent ausnutzen Alteingesessene Brauerei trocknet Etiketten mit warmer Kompressorenabluft Als Traditionsbetrieb, gegründet 1798, hält die Brauerei Püls-Bräu aus der Region Oberfranken am Tor zur Fränkischen Schweiz an Althergebrachtem fest. Hierzu gehört die hohe Qualität der Rohstoffe und Zutaten ebenso wie eine solide Ausbildung der Mitarbeiter. Und das zahlt sich aus: Zahlreiche Prämierungen bestätigen die Güte der Biere. Produziert werden auch unterschiedliche Erfrischungsgetränke - unter anderem die Eigenmarke Libella - und das Weismainer Mineralwasser. Modern und innovativ sind die Verantwortlichen der Brauerei hingegen, wenn es um die Ausstattung der Produktion geht. Zeitgemäße, energieeffiziente Technologien kommen hier zum Einsatz. Das zeigt sich unter anderem auch bei der Neuauslegung der Druckluftversorgung. Drei ölfrei verdichtende Drehzahnkompressoren von Atlas Copco - zwei davon mit energiesparender Drehzahlregelung - versorgen die Brauerei mit Druckluft. Dabei sind die Kompressoren in ein energetisches Gesamtkonzept eingebunden. Der Firmenchef der Brauerei Püls Bräu, Hans Püls, erinnert sich: „Als unser alter Kolbenkompressor eines anderen Anbieters allmählich in die Jahre gekommen war und wegen einer neuen Abfüllanlage unser Luftbedarf stieg, schauten wir uns auf der Brauereimesse in Nürnberg um und bestellten am dortigen Atlas-Copco-Stand zunächst ein ähnliches Modell.“ Das ist nun fast 20 Jahre her. Allerdings stellte der Unternehmer fest, als der neue Kolbenkompressor geliefert wurde, dass er für diesen wegen der Geräuschübertragung ein eigenes Fundament hätte bauen müssen. „Atlas Copco nahm die Maschine sehr kulant zurück und bot uns als Alternative einen ölfrei verdichtenden Drehzahnkompressor des Typs ZT 30 an“, erklärt Püls. Dieser Kompressor überzeugte die Verantwortlichen der Brauerei, sodass seitdem nur noch ZT-Kompressoren dieses Herstellers eingesetzt werden.

Kontaminationsrisiko ausschließen Wie alle Kompressoren der ZReihe stellen auch die mittlerweile eingesetzten ZTs eine einhundertprozentige ölfreie Luft nach ISO 8573-1 Klasse 0 (2010) bereit. „Auch wenn wir die Luft nur als Steuerluft für Ventile, vor allem im Füller und in der CIP-Anlage sowie zum Abblasen nutzen, muss sie absolut ölfrei sein“, bestätigt Püls und ergänzt: „Sie kommt zwar nicht direkt mit unseren Produkten in Kontakt, wir wollen aber jegliches Kontaminationsrisiko ausschließen.“ Mittlerweile stehen in der großen Halle, in der die Bier- und Softdrinkkästen nach der Befüllung der Flaschen auf ihre Abholung warten, drei ZT-Kompressoren auf einem Metallgitterpodest. Der ZT 30 hat also mittlerweile Gesellschaft von zwei drehzahlgeregelten Modellen mit 37 und 55 kW Leistung erhalten. Die neuen Kompressoren bieten hierbei eine Drehzahlregelung, wie schon im Produktnamen durch das Kürzel „VSD“ für „Variable Speed Drive“ sichtbar wird. Das heißt: Sie erzeugen jeweils nur so viel Luft, wie auch gerade benötigt wird. „Der ZT 55 VSD ist unsere neueste Anschaffung“, führt Püls aus. Er erklärt: „Den haben wir Ende 2017 installiert, zusammen mit einem neuen Palettierer, der mehr

Die Kompressoren sind auf einem etwa drei Meter hohen Podest zentral in der Lagerhalle untergebracht. Ihre Abluft wird genutzt, um die Halle zu temperieren, sodass die Etiketten besser trocknen. Die Hallenheizung wird nicht mehr benötigt. Bilder: Atlas Copco

Luft benötigte. Das harmonierte besser mit dem größeren Kompressor.“ Der ZT 55 VSD stellt nun die Luftversorgung für die Produktion tagsüber allein sicher. Ein 1.500-Liter-Druckluftbehälter zur Optimierung des Druckbands und ein FD-Kältetrockner machen die Station in der Lagerhalle komplett.

Zahlreiche Verbraucher Ein großer Druckluftverbraucher in der Brauerei ist die Abfüll- und Verpackungslinie. „Wenn die alten PET-Flaschen aus der Reinigung kommen, werden sie vor dem Befüllen durch ein Inspektionssystem geschickt, das Fehler oder Verunreinigungen erkennt“, so Püls. Damit Wassertropfen hierbei nicht als Materialfehler detektiert werden, müssen die Flaschen vor der optischen Prüfung allerdings erst einmal mit Luft trockengeblasen werden. Als diese Inspektionsanlage im Jahr 2014 installiert wurde - die Abblasfunktion war herstellerseitig schon vorgesehen -, stieg der Druckluftbedarf in der Brauerei deutlich an, zumal am Ausgang des Inspektionstunnels ebenfalls Druckluft benötigt wird und zwar um fehlerhafte Flaschen mit schnellen Luftstößen vom Band zu blasen. Doch damit nicht genug: Nach der Befüllung etwa mit Limonaden oder Saftschorlen werden in der „Flaschendusche“ Getränkereste von außen abgespült. Die dann nassen Flaschen werden erneut mit Druckluft getrocknet, sonst lassen sich nämlich die Etiketten nicht anbringen. Diese Etiketten

werden übrigens ebenfalls mithilfe von Luft auf die Flasche gepresst. Auch bei der Sortierung der Flaschen in Kästen ist Druckluft im Einsatz: Die Greifermodule schließen sich per Druckluft um die Flaschenhälse, um diese zu Dutzenden gleichzeitig vom Band zu nehmen und in die bereitstehenden Kästen zu setzen. Über ein Band werden die fertigen Gebinde zum Palettierer und dann weiter in die Lagerhalle gefördert, in der auch die Kompressoren untergebracht sind. In der Lagerhalle erfüllen die luftgekühlten Kompressoren noch eine weitere wichtige Aufgabe: Ihre warme Abluft trocknet nämlich die Etiketten auf den Flaschen, die nach Abfüllung, Etikettierung und Sortierung in der Halle ankommen. „Das in Flaschen abgefüllte Bier bringt Feuchtigkeit und Kälte herein“, erklärt der Firmenchef. Die Flaschen haben nämlich gerade einmal eine Temperatur von etwa null Grad Celsius. „Früher haben wir die Halle geheizt, damit die frisch aufgebrachten Etiketten auf den Flaschen trocknen, jetzt nutzen wir hierfür die Abluft der Kompressoren“, so Püls. Damit dies möglich ist, stehen die ZTs auf einem etwa drei Meter hohen Podest zentral im Raum. Zusätzlich verwirbeln Deckenventilatoren die Luft so, dass sie zirkuliert. Auf diese Weise wird im Winter in der Halle eine Temperatur von fünf bis sechs Grad Celsius erreicht. Im Sommer liegt diese zwischen 12 und 13 Grad Celsius. Eine Hallenheizung ist damit nicht mehr notwendig. Weiter auf Seite 30

Der Kältetrockner FD 185 bereitet die Druckluft für einen Drucktaupunkt von 3 Grad Celsius auf.


Mehr Luft als du erwartest! Die Druckluft-Revolution von Atlas Copco: Unseren neuen Kompressoren der GA-VSD+ ½ŏľâÿüâłÿĚÞę½ŭÿę½ēâżŶÿâĚŊ֣…ÿâłĻ½ľâĚęÿŊ ÿüľâĚE)ԟֿ]ġŊġľâĚ֤%ľâüŶ½üēľâöâēŏĚöŏĚÞÿĚŊâēēÿöâĚŊâĚ ēöġľÿŊüęâĚ×ÿłŶŏԝԟ‫)ؾ‬ĚâľöÿââÿĚ֣<â×½ŏŊõŔľ ÞâĚü½ľŊâĚEĚÞŏłŊľÿââÿĚł½ŊŶęÿŊ;âŏØüŊÿöĐâÿŊ֤…Ŋ½ŏ× ŏĚÞ’ęöâ×ŏĚöłŊâęĻâľ½ŊŏľâĚ×ÿłŶŏԟԟ֣ٗ Wie Sie Ihre CO2ֿÿē½ĚŶŧâľ×âłłâľĚ֤âľõ½üľâĚ Sie hier: www.druckluft-revolution.de


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DRUCKLUFT TECHNIK

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Die Herausforderungen sind hier zahlreich Schraubenkompressor sorgt für effiziente Drucklufterzeugung in der Backwarenindustrie Großbäckereien und Zulieferbetriebe der Backindustrie setzen, um Mehl zu fördern, oft Druckluft ein. Diese Druckluft muss in erster Linie den Anforderungen der Lebensmittelindustrie gerecht werden, aber auch Prozesssicherheit und Energieeffizienz der eingesetzten Kompres sorentechnologie spielen eine Rolle. Dabei ist der hohe Staubanteil in der Umgebungsluft von mehlverarbeitenden Betrieben als Faktor mit Einfluss auf die Funktionalität nicht zu unterschätzen. Verunreinigungen im Antrieb oder ein verstopftes Kühlsystem können schnell zu einer Überhitzung und in der Folge zu teuren Maschinenausfällen führen. Dieser Aspekt muss bei den eingesetzten Kompressoren bedacht werden. Außerdem sind die Anforderungen der Backwarenindustrie hinsichtlich möglichst verbrauchsarmer und langlebiger Drucklufttechnologien im Leistungsbereich zwischen 110 und 160 kW in der Vergangenheit deutlich gestiegen. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, hat das Bielefelder Unternehmen Boge nun das Konstruktionsprinzip des ölgeschmierten Schraubenkompressors mit dem neuen S-4 einmal grundlegend auf den Kopf gestellt. Beim S-4 handelt es sich um einen Schraubenkompressor, der für den Einsatz bei schwankendem Druckluftbedarf und in staubhaltiger Umgebung konzipiert ist - also bestens geeignet für diesen Bereich der Lebensmittelindustrie, wie ein Blick in die Praxis zeigt. Dabei verbesserten die Entwicklungsingenieure unter anderem auch die Anordnung und Funktion mechanisch relevanter Kom-

ponenten. Um den Anforderungen an die Lebensmittelqualität und einen sicheren Verarbeitungsprozess gerecht zu werden, stellt Boge sogar lebensmitteltaugliches Öl für den Betrieb des Schraubenkompressors S-4 zur Verfügung. Wie bereits angesprochen, wird in vielen mehlverarbeitenden Betrieben Druckluft genutzt, um das Mehl zu befördern. So wird beispielsweise das Mehl aus Silos in ein Förderrohr gepumpt und per Druckluftbeimischung zum nächsten Prozessschritt, beispielsweise zu einer Mehlwaage transportiert. Dabei bleibt es nicht aus, dass sich das zu verarbeitende Mehl in der Umgebungsluft der Werkshallen verteilt und sich auf den Maschinen ablegt. Damit dies keine negativen Auswirkungen hat, ist das Getriebe der Verdichterstufe hermetisch gekapselt. So hat selbst ein hohes Staubaufkommen in der Umgebungsluft keine Auswirkungen auf den Antrieb des Kompressors. In der Folge bedeutet dies einen wartungsfreien und langfristigen Einsatz des Kompressors über 35.000 Betriebsstunden hinweg, betont der Hersteller. Außerdem

Fortsetzung von Seite 28 Seit der ZT 55 VSD Ende 2017 angeschafft wurde, ist die Energieeffizienz der bis dato schon recht gut ausgelegten Station weiter gestiegen: Die Konstellation ZT 55 VSD und ZT 37 VSD arbeitet nämlich um etwa drei Prozent effizienter als die Kombi aus ZT 30 und ZT 37 VSD. In Zahlen ausgedrückt: Musste die Brauerei früher mit einem Energieverbrauch von 183 Megawattstunden kalkulieren, sind es heute unter gleichen Bedingungen 178 Megawattstunden im Jahr. Druckbänder und Laufzeiten der Kompressoren haben die Verantwortlichen den Produktionszeiten der Brauerei entsprechend festgelegt. Hierfür wurde durch den Ansprechpartner bei Atlas Copco

der Druckluftbedarf der Brauerei gemessen und eine Simulation durchgeführt, um die optimale Auslastung der Kompressoren zu ermitteln. Von Montag bis Freitag versorgt nun der ZT 55 VSD tagsüber das Druckluftnetz mit 6,5 bis 6,7 bar, nachts übernimmt der ZT 37 VSD. Dieser erzeugt nämlich genügend Luft für das Sudhaus, in dem auch nachts gekocht wird. Die Füllerei steht aber in der Nacht, sodass hierfür auch keine Druckluft benötigt wird. Am Wochenende werden laut Hans Püls nur geringe Mengen Luft für die Kühlanlage und die Gärung benötigt, um Ventile geschlossen und Fühler unter Druck zu halten. Hier reiche ein Druckband im Bereich um 5,5 bar,

Fehlerhafte oder nicht perfekt saubere Flaschen werden am Ende des Inspektionstunnels aus der Linie gestoßen. Das Ganze geschieht mit Druckluft.

ermöglicht die großvolumige Ausführung des Verdichters große Liefermengen bei niedriger Leistungsaufnahme. Auch beim Kühlsystem mussten die Ingenieure den besonderen Anforderungen dieser Umgebung gerecht werden. Um die Abwärme des Verdichtungsprozesses abzuführen, saugt das Kühlsystem die Umgebungsluft an. Der darin enthaltene Staub lagert sich dann zwangsläufig im Kühlsystem ab und setzt dieses mit der Zeit zu. Das führt zu einem relativ hohen Wartungsbedarf, bei dem die betroffenen Komponenten gereinigt werden müssen. Um dieser Problematik zu begegnen, ist der S-4 einerseits mit einem sehr groß dimensionierten Kühler ausgestattet. Dadurch konnten die Wartungsintervalle verlängert werden. Außerdem sind die Funktionsbereiche des Druckluftsystems konstruktiv getrennt und vor allem sehr wartungsfreundlich. So sind sowohl der Ölals auch der Luftkühler einfach per Schubladenprinzip zugänglich. Die Stillstandszeiten des Druckluftsystems reduzieren sich dadurch deutlich, betont der Hersteller.

„Den 30-kW-Kompressor halten wir mittlerweile nur noch als Stand-by-Maschine für mögliche Ausfälle oder Wartung in Betrieb“, erklärt der Firmenchef Hans Püls und ergänzt: „Damit er funktionsfähig bleibt, schalten wir ihn sonntags für ein paar Stunden an.“

das ebenfalls der 37-kW-Kompressor liefere. Bei höherem Luftbedarf und wenn der Druck abfällt, schaltet sich jeweils eine andere Maschine dazu. „Wir haben ebenfalls festgelegt, wann welcher Kompressor als Reserve bereitsteht, um bei Bedarf Luft zu ergänzen“, verdeutlicht der Chef der Brauerei. Der rund 20 Jahre alte 30-kW-Kompressor ist mittlerweile nur noch als Standby-Maschine im Einsatz, um mögliche Ausfälle oder Wartungen zu überbrücken. Für größtmögliche

Der S-4 Schraubenkompressor ist für den Einsatz bei schwankendem Druckluftbedarf und in staubhaltiger Umgebung bestens geeignet. So ist für die notwendigen Wartungsarbeiten beispielsweise nur der Zugang auf zwei Seiten notwendig. Bild: Boge

Auch die Steuerung Focus Control 2.0 trägt laut Hersteller Boge zur Effizienz bei. Sie informiert frühzeitig, wenn Handlungsbedarf besteht, beispielsweise weil sich Betriebszustände im kritischen Bereich bewegen. Sie unterstützt dabei einen Verbundbetrieb von bis zu vier Anlagen ohne Einsatz einer zusätzlichen, übergeordneten Steuerung. Die Steuerung, die Betriebszustände und Wartungsintervalle von bis zu vier Kompressoren gleichzeitig überwachen kann, sieht dabei Betriebszustände vorher und stellt sich automatisch auf die entsprechenden Druck- und Temperaturanforderungen ein. Mit 67 dB(A) ist die neue Generation des S-4-Schraubenkompressors beeindruckende 7 dB(A) leiser als das Vorgängermodell. „Wir haben beispielsweise sogar

den Ölabscheider vom Grundrahmen und von der Schalldämmhaube getrennt, sodass keinerlei Schwingungen übertragen werden“, erklärt Frank Hilbrink, Produktmarktmanager bei Boge und verdeutlicht den damit einhergehenden Vorteil: „Die hohe Laufruhe ist die beste Voraussetzung, um die Maschine auch in geräuschsensibler Umgebung flexibel aufzustellen, beispielsweise in direkter Arbeitsplatznähe.“ Um die Entkopplung zu realisieren, entwarfen die Spezialisten des Kompressorenherstellers erstmals einen vertikalen Ölabscheider mit neuer Vorabscheidung. Minimale Druckverluste und eine lange Standzeit des Abscheideelements sind weitere Vorteile. Zusätzliche bauliche Schalldämmmaßnahmen entfallen. www.boge.de

Betriebssicherheit wurden insgesamt etwa 170 Prozent Redundanz eingebaut. „Die beiden kleinen Kompressoren hätten im Prinzip für unseren Bedarf ausgereicht“, so Püls und schränkt ein: „Aber der 30 kW ZT müsste allmählich überholt werden, und wir wollten kein Risiko eingehen.“ Unlängst wurde eine neue Palettieranlage angeschafft und die Brauerei plant, die Abfüllanlage demnächst gegen ein neues Modell zu ersetzen, das 36.000 Flaschen pro Stunde schafft. Die hierfür notwendige Luftversorgung steht schon jetzt. „Durch die Drehzahlregelung und die Wärmerückgewinnung verwenden wir die Energie zu fast 100 Prozent“, freut sich der Brauereiinhaber, der mit seiner Ent-

scheidung für die ZT-Kompressoren sehr zufrieden ist. Durch die Regelbarkeit der ZT 37 VSD und ZT 55 VSD komme es außerdem kaum noch zu Luftverlusten. Auch der Service lasse keine Wünsche offen: „Die Abwicklung hat super geklappt, die Maschinen kamen zeitnah und waren einfach in Betrieb zu nehmen.“ Und obwohl die Drehzahnkompressoren als sehr wartungsfreundlich gelten und laut Püls „verschleißfrei laufen, weil es keine mechanischen Berührungen gibt“, hat das Unternehmen einen Wartungsvertrag abgeschlossen, um sich um nichts mehr kümmern zu müssen. www.weismainer.de www.atlascopco.de

Das Display der Kompressorsteuerung zeigt den aktuellen Druck sowie die Auslastung an. Erzeugt wird dabei nur so viel Druckluft, wie wirklich gerade benötigt wird.


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60 Kilogramm greifen, heben und drehen Neue Greif- und Dreheinheit für Fässer und Packmittel auf Rollen von Hovmand Hovmand hat eine neue Greif- und Dreheinheit für seine mobilen batteriebetriebenen Hebelifte entwickelt. Diese Greif- und Dreheinheit, die auf der Logimat in Stuttgart in der Zeit vom 19. bis zum 21. Februar erstmals zu sehen sein wird, eignet sich als Hebezeug für das Greifen, Heben und Drehen von Fässern und Rollen bis zu einem Gewicht von 60 Kilogramm. So müssten Mitarbeiter in der Instandhaltung, in der Produktion und in der Logistik auch solche Gegenstände nicht mehr von Hand transportieren. Wie sich Fässer und Rollen bis 60 Kilogramm Gewicht kostengünstig und effizient an der Außenseite greifen, heben und drehen lassen, zeigt das dänische Familienunternehmen Hovmand, ein führender Hersteller von mobilen batteriebetriebenen Industrie-Hebeliften aus Edelstahl und Aluminium, auf der 17. Logimat in Stuttgart am Messestand (Halle 7, Stand B15). Zu sehen sind diesbezüglich zwei batteriebetriebene Hebelifte und die neue Greif- und Dreheinheit QC3. Ein manuelles Heben und damit ein mögliches Gesundheitsrisiko für die Mitarbeiter in der Produktion und Logistik lässt sich damit vermeiden. Die QC3 ist, wie das Unternehmen beteuert, im Vergleich zu den bisher auf dem Markt erhältlichen Greif- und Dreheinheiten für Industriehebelifte nicht nur preiswerter, sondern auch leichter. Die Greif- und Dreheinheit ist für

den Einsatz als Rollen- oder Fassgreifer für zwei neue Versionen der Hebeliftmodelle Impact 130 aus Aluminium und INOX 90 aus Edelstahl erhältlich. Bei beiden Modellen verzichtete der Hersteller auf Funktionen, die für die Anwendung des QC3 nicht zwingend notwendig sind. Dazu gehören zum Beispiel die doppelt regulierbare Hubgeschwindigkeit. Dadurch konnte bei beiden Hebeliftvarianten das Eigengewicht um 18 bis 20 Prozent reduziert werden. Das wiederum erleichtert das Manövrieren der gesamten Fass- beziehungsweise Rollengreifereinheit von A nach B deutlich. Neben dieser verbesserten Bedienbarkeit ergibt sich ein zusätzlicher Vorteil: Mit dem QC3 kann nämlich in hygienischen anspruchsvollen Umgebungen, wie zum Beispiel in der Lebensmittelproduktion, in vielen Fällen der neue INOX 90-3 statt eines INOX

Um 80 Prozent reduzierter Kraftaufwand beim Bewegen von schweren Lasten Auf der Logimat in Stuttgart (19. bis 21. Februar) präsentiert Blickle unter anderem die elektrischen Antriebssysteme der Serie Ergomove zum Transportieren von schweren Lasten. Beträgt die Kraft beim Anfahren eines Wagens mit einer Tonne Gewicht und Rollen mit StandardPolyurethan-Laufbelägen noch über 130 Newton, reduziert sich der Kraftaufwand durch den Einsatz eines Ergomove um über 80 Prozent, so der Hersteller. Auch die hohe körperliche Belastung, die beim Abbremsen des Wagens normalerweise entsteht, entfällt dank eines integrierten TotmannBremssystems. Die ErgoMove Familie umfasst insgesamt die Systeme Ergomove 1000 und Ergomove 2000 sowie 2000T. Bei allen handelt es sich um tragende Wagenkonstruktionen. Das bedeutet: Es ist kein zusätzliches Antriebsrad am Wagen notwendig. Das spart Platz. Außerdem verteilt sich die Last gleichmäßig auf die am Wagen montierten Rollen, von denen zwei über einen Motor verfügen. Zu den Details: Das Modell 1000 wurde dabei ausschließlich für den Einsatz im Handbetrieb entwickelt und eignet sich für Geschwindigkeiten bis vier Stundenkilometer. Für Wagen mit einem Gesamtgewicht bis 2.000 Kilogramm und dem Transport im Handbetrieb kommt das Modell Ergomove 2000 zum Einsatz. Das Set besteht

aus zwei elektrisch angetriebenen Bockrollen, einem Cockpit, zwei Haltegriffen mit Drehfahrgebern und einer Steuerbox mit integriertem Akku. Kommt das Antriebssystem für Trailer und Transportwagen zum Einsatz, die zusätzlich zum Handbetrieb geschleppt werden sollen, steht die Variante Ergomove 2000T mit Energierückgewinnung zur Verfügung. Im Schleppbetrieb können so die Akkus bei einer Geschwindigkeit bis 16 Stundenkilometer über die Steuerung aufgeladen werden. www.blickle.com

200 genutzt werden. Kunden profitieren so von den kleineren, wendigeren und platzsparenden Fahrwerksoptionen des INOX 90, der übrigens auch in der Anschaffung günstiger ist als das Modell 200, wie der Hersteller betont. Übrigens: Hovmand ist auch auf der Maintenance in Dortmund vertreten und dort in Halle 5 am Stand K02 zu finden. www.hovmand.de

Der INOX 90 aus Edelstahl ist für Anwendungen in der Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie konzipiert und punktet auch bei strengen Hygieneanforderungen.

Der Impact 130 ist der am häufigsten genutzte Hebelift aus der Produktpalette von Hovmand - hier mit der neuen Greif- und Dreheinheit QC3. Bilder: Hovmand

Kanban-Prozess digitalisieren und vernetzen Plug-and-Play-Lösung für E-Kanban-Steuerung per Funknetzwerk Auf der Logimat 2019 stellt der Geschäftsbereich „Wireless“ von Steute eine automatisierte Systemlösung zur Optimierung von Materialnachschubprozessen vor. Dabei erfassen Funksensoren automatisch den Materialbedarf und übermitteln die Daten ohne Zeitverzug an das Materialverwaltungssystem. Hier erfolgt dann die automatisierte Buchung im ERP-System. Eine neue Plug-and-Play-Lösung von Steute digitalisiert, vernetzt und automatisiert den KanbanProzess. Die Kommunikation der Systemkomponenten erfolgt über ein Low-Power-Funknetzwerk. So lassen sich mit der neuen Softwarelösung auch mobile Komponenten und Systeme der Intralogistik flexibel anbinden. Neben Kanban-Regalen gehören hier z.B. auch ganze Flotten an fahrerlosen Transportsystemen dazu. Das neue System sorgt dabei für einen durchgängigen Informationsfluss - vom Sensor über die Access Points und die Sensor Bridge als Service Manager bis zu den IT-Anwendungen. Dabei lasse sich die Software, so die Entwickler, sehr einfach an die individuellen Anforderungen anpassen. Der Anwender kann z.B. konfigurieren, ob pro Regalfach ein Sensor installiert wird oder ob es sich um ein mehrstufiges Kanban-

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Standard für Europalette

System handelt. Außerdem lässt sich das System ohne großen Aufwand an sich verändernde Bedingungen (z.B. die Integration weiterer Kanban-Regale/Sensoren) anpassen. Eigens für diese Anwendung entwickelte Schaltgeräte und Sensoren, z.B. ein Funk-Wippentaster zur Belegungserkennung von Regalfächern und -plätzen, gehören ebenfalls zum „Wireless“-Programm. Im nächsten Schritt hat Steute angekündigt, weitere Soft-

waremodule für definierte Anwendungen vorzustellen. Ziel dabei ist es, den Kunden in der Intralogistik Gesamtlösungen für die Integration von Anlagen und Teilsystemen in die übergeordnete ITInfrastruktur bereitzustellen. Auf der Logimat zeigt der Hersteller in Halle 5 (Stand D45) diverse Applikationen im Materialfluss an einem 3-D-Modell und im Zusammenhang mit einem mobilen fahrerlosen Transportsystem. www.steute.com

Ein Dashboard übernimmt die Statusvisualisierung aller E-Kanban-Plätze. Bild: Steue

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Drahtloses Echtzeitlokalisierungssystem Neue Technologie erlaubt sensorbasierte Positionsbestimmung mit hoher Genauigkeit Das Dresdner Unternehmen Zigpos, das im Jahr 2011 von Professoren der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) und Absolventen der Elektrotechnik in Dresden gegründet wurde, beschäftigt sich unter anderem mit der Realisierung von Positionsbestimmungssystemen für den Innen- und Außenbereich. Das Echtzeitlokalisierungssystem, das dort entwickelt wurde, basiert auf einem drahtlosen Sensornetzwerk. Es ermöglicht genaue ortsbasierte Anwendungen in Bereichen, die vom GPS-System nicht erfasst werden. Das GPS-unabhängige Funkortungssystem von Zigpos besteht aus mobilen und festen Sensorgeräten. Mini-PCs wiederum steuern das Netzwerk und stellen sowohl Anwendungen als auch Schnittstellen zentral zur Verfügung. Durch einzelne Funkmodule (Fixpunkte), die im Abstand von bis zu 100 Metern aufgestellt werden können, grenzt der Anwender dreidimensionale Räume ab. Die Positionsbestimmung erfolgt durch Kommunikation mit einem variablen Messpunkt, der beliebig im abgegrenzten Raum bewegt werden kann. Das Auslesen und die Übertragung der Daten erfolgen mittels drahtloser Sensornetzwerke. Das Prinzip ist nicht neu, allerdings erreichten derartige sensorbasierte Positionsbestimmungssysteme bislang eine Genauigkeit von lediglich 1 bis 2 Metern. Das Zigpos hingegen möchte eine Genauigkeit von 5 Zenti-

Erik Mademann, Geschäftsführer von Zigpos, erläutert: „Im Fertigungsumfeld nutzt beispielsweise Siemens unser System zur Nachverfolgung im Shopfloor. Auch Foxconn als einer der weltweit größten Hersteller von Elektronikprodukten setzt auf Zigpos-Technologie zur Umsetzung interner und externer Anwendungen im Bereich des Fertigungsumfeldes.“

metern bieten und mit einer einfachen Anwendung punken. Und

diese ist wirklich denkbar einfach: Nachdem sich der Browser mit dem Gateway verbunden hat, lässt sich alles Wichtige identifizieren, orten und nachverfolgen. Es ist weder ein Programm noch eine App zu installieren. „So wird praktisch jedes mobile Endgerät zum individuellen Management-Cockpit“, erklärt Erik Mademann, Geschäftsführer von Zigpos. Karten werden dabei als Hintergrundbilder geladen und skaliert. Zudem lassen sich Anker per Drag & Drop platzieren. Smart Badges wiederum werden realen Objekten beispielsweise über Namen, Auftragsnummer, Bild oder optischen Codes zugeordnet. „Ganze Flotten und riesige Bestände können so kategorisiert und verwaltet werden“, verdeutlicht Mademann und ergänzt: „Frei definierbare virtuelle Bereiche machen Engpässe sofort sichtbar. Durchlaufzeiten können bis auf Einzelteilebene analysiert werden.“

Funkortung für automatisiertes Fahren in einem EU-Forschungsprojekt: Das Zigpos-Ingenieurteam forscht mit internationalen Partnern im Rahmen diverser EU-Projekte. Von der Gebäudeautomation bis zum autonomen Fahren werden hochgenaue Positions- und Sensordaten für smarte Objekte der IoT-Welt generiert. Bilder: Zigpos

Zukünftig soll neben der reinen Positionsbestimmung auch die Verfolgung (Tracking) von Gegenständen und Personen innerhalb dreidimensionaler Räume möglich sein. Aktuell wurde ein Produkt entwickelt, das auch für die Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessung eingesetzt werden kann. Der Einsatz ist beispielsweise in historischen Gebäuden möglich, da hier das Raumklima eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Bausubstanz spielt. Je nach Kundenwunsch können die Sensoren zusätzlich mit weiteren Funktionen ausgestattet werden,

wie etwa mit Aktoren für die automatische Frischluftzufuhr. Die Kunden von Zigpos kommen aber hauptsächlich aus dem Industriebereich mit Intralogistik, Produktion und Halbleiterfertigung. „Im Fertigungsumfeld nutzt beispielsweise Siemens unser System zur Nachverfolgung im Shopfloor“, berichtet der Geschäftsführer. Auch Foxconn als einer der weltweit größten Hersteller von Elektronikprodukten setze auf Zigpos-Technologie zur Umsetzung interner und externer Anwendungen im Bereich des Fertigungsumfeldes. www.zigpos.com

Bodensanierung: The show must go on Zweikomponentenharz sorgt dafür, dass der Materialfluss nicht ins Stocken gerät Überfällige Sanierungen von Industrieböden werden gerne aufgeschoben. Der Grund: Die Verantwortlichen befürchten, dass durch eine solche Sanierungsmaßnahme der betriebliche Ablauf stark beeinträchtigt wird. Die Sanierung kostet meist viel Zeit, verursacht Produktionsausfälle, zwingt zur Demontage von Großmaschinen, stört den innerbetrieblichen Materialfluss und Ähnliches mehr. Dabei verschließen sie die Augen vor den Gefahren, die mit stark angegriffenen, verschmutzten, rutschigen oder holprigen Böden verbunden sind. Auf lange Sicht können auch missachtete Sicherheit und ein holpriger Boden, der den Transport erschwert, viel Geld kosten. Grund genug, aktiv zu werden, zumal es Sanierungsmöglichkeiten gibt, die schnell sind. Damit ein Boden möglichst selten Weitere Eigenschaften, die im saniert werden muss, sollte man Fokus stehen, sind Schlagzähigbereits während der Bauphase keit, Druck-, Abrieb- und Biegeund erst recht bei größeren zugfestigkeit sowie die CheSanierungsmaßnahmen darauf mikalien- und Säurenbeständigachten, dass ein hochwertiger keit. Trotz sorgfältiger Auswahl Belag gewählt wird, der zu den und Verarbeitung beim Neueinspezifischen Anforderungen des bau eines Industriebodens Betriebes passt. kommt irgendwann der ZeitDenn Industrieböden sind täglich punkt, an dem er erneuert härtesten Beanspruchungen auswerden muss. gesetzt; nicht nur mechanischen Oft gilt es dann, erst mal richtig Belastungen, sondern gegebe- „sauber“ zu machen, um übernenfalls auch Säuren, Laugen haupt beurteilen zu können, was oder anderen aggressiven Stoffen. sich unter der alten SchmutzBei der Wahl des richtigen Inkruste an Verschleiß und dustriebodensystems stellt desSchädigungen verbirgt. halb ein „Boden von der Stange“ meist die schlechteste Wahl dar, Vorbereitung ist die wissen die Experten der Firma halbe Miete Fürstenhöfer. Sie setzen stattdessen auf einen „maßgeschneiderten“ Boden, angepasst Wasserschlauch und herkömman die Kundenanforderungen. liche Schleifmaschine sind hier Bodenlösungen aus Kunstharz fehl am Platz: Professionelles von Fürstenhöfer beispielsweise Handling sichert Qualität und eignen sich in erster Linie für schafft beste Voraussetzungen Gewerbe und Industrie, ergänzen für neue Böden. die Bodenspezialisten und verIst der alte Boden gereinigt, kann weisen auf einen entscheidenden der neue aufgebracht werden. Vorteil: „Die Böden können auf Nicht immer liegen dabei die VerWunsch fugenlos verlegt werden.“ hältnisse so günstig wie bei

einem Neubau oder der Totalsanierung eines Altbaus. Doch im Interesse der betrieblichen Sicherheit (und oft auch der eigenen Wettbewerbsfähigkeit) sollte rechtzeitig etwas getan werden, zumal es für Bodensanierungen im Bestand diverse Lösungen gibt, die nahezu ohne Betriebsunterbrechungen eingebracht werden können. „Innerhalb kürzester Zeit bearbeitet das Fußbodenteam große ebenso wie kleine Bodenflächen beispielsweise mit einem Zweikomponentenharz, das speziell auf individuelle Kundenwünsche gemischt ist“, versichert Inhaber und Geschäftsführer Oliver Fürstenhöfer. Der Vorteil dabei: Die Produktion kann während des Verlegens weiterlaufen. Außerdem bleiben Regale und schwere Maschinen genau dort, wo sie sind: Das fließende Kunstharzmaterial wird nämlich um Hindernisse herumgegossen und der Boden oberflächenfertig übergeben. Den Ablauf eines derartigen Sanierungsauftrags schildert der Profi wie folgt so: „Zunächst legt

Für alle, die sich über ihren schadhaften Betriebsboden ärgern, den Entschluss zu einer Sanierung aber noch vor sich herschieben, bietet Fürstenhöfer Estrichtechnik eine Entscheidungshilfe an: Direkt vor Ort verlegen die Bodenprofis eine Testfläche von 20 bis 30 Quadratmetern, damit sich der Interessent von der Qualität und Belastbarkeit des Belags für seine speziellen Anforderungen überzeugen kann. Bild: Fürstenhöfer

der Kunde ein Anforderungsprofil an den neuen Belag fest. Im Baukastensystem wird danach ein Kunstharz formuliert, das genau diesen Belag bildet.“ Am Tag X rückt dann die Verlegemannschaft an und macht sich zunächst an die gründliche Vorbereitung des vorhandenen Unterbodens. Beschädigte Stellen werden ausgestemmt. Staub wird abgesaugt. Öl- und Farbflecken mechanisch oder chemisch entfernt, um eine bestmögliche Haftung des neuen Belages zu ermöglichen. „Nach diesen Vorarbeiten kann der neue Bodenbelag aufgebracht werden“, so Oliver Fürstenhöfer. Hierbei werden in unterschiedlichen Arbeitsgängen die Harze ausgegossen und im Bedarfsfall mit farbigem oder naturbelassenem Quarzsand abge-

streut. Der neue Belag ist nur wenige Millimeter stark. Je nach Formulierung ist er nach vier Stunden ausgehärtet und erträgt „extreme Belastungen“. (Fast) nichts ist unmöglich – ob Großkonzern oder Kleingewerbe „Unmöglich ist bei unseren Böden fast nichts“, versichert das Fachunternehmen, „der Kunde hat die Qual der Wahl: verschiedene Farbtöne, griffig oder glatt, trittsicher, frost-, alterungs- und witterungsbeständig, stoß- und schlagfest, fugenlos und pflegeleicht.“ Auch auf die Branche bezogen sei alles möglich: „So bekommt ein Konzern wie Siemens genauso schnell, pünktlich und zuverlässig seinen Boden wie der Handwerker, Metzger oder Bäcker um die Ecke.“ www.fuerstenhoefer.de


REINIGUNG

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Für Späne, Schrauben und metallische Stäube Magnetbesen verhindern Unfälle und Schäden an Reinigungsmaschinen durch Kleinteile Umherfliegende Späne gehören in der spanabhebenden Fertigung zum Alltag. Liegen diese Späne aber auf dem Boden, sind sie ein Risiko. Vor allem ölige oder fettige beziehungsweise durch Kühlflüssigkeit angefeuchtete Metallteile sorgen dort für eine erhöhte Rutschgefahr. Doch wie diese Späne entfernen, zumal reguläre Kehrmaschinen sich nur bedingt für die Beseitigung von metallischen Rückständen eignen? Diese Späne verhaken sich nämlich gerne in den Bürsten und können durchaus auch das Innenleben der Maschinen beschädigen. Erschwerend kommt hinzu, dass auf den Bürsten häufig ölige Filme zurückbleiben, sodass diese erst einmal aufwendig sauber gemacht werden müssen. Doch es gibt Alternativen … Im Jahr 2016 gab es rund 160.000 Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. die als Arbeitsunfälle gemeldet wurden, wie eine Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zum Arbeitsunfallgeschehen in Deutschland belegt. Analysiert man diese gemeldeten Arbeitsunfälle genauer, so zeigt sich, dass mit einem Anteil von fast 33 Prozent derartige Unfälle im industriellen und gewerblichen Bereich am häufigsten vorgekommen sind. Der wichtigste Auslöser für diese Unfälle war die Beschaffenheit der Böden und Flächen. Ordnung, Sauberkeit und die damit verbundene regelmäßige Reinigung sind folglich unerlässlich, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu garantieren und Arbeitsausfälle zu vermeiden. Doch besonders in der spanabhebenden Fertigung und der Metallbearbeitung erschweren kleine, oftmals ölige Teile die Reinigung. Diese bleiben nämlich in den Bürsten von Kehrbesen sowie -maschinen hängen und beschädigen die Reinigungsgeräte unter Umständen. Darüber hinaus sind Vertiefungen oder Fugen im Boden für handelsübliche Kehrgeräte oftmals ein Problem, sodass hier zeitaufwendige Handarbeit gefragt ist. Eine clevere Alternative für derartige Reinigungsarbeiten ist der Handmagnetbesen von Magna-C: Mit ihm lassen sich metallische Teile mit nur einer Handbewegung aufsammeln und durch Zug an den entsprechenden Haken an der gewünschten Stelle wieder ablegen. „Die einzige Voraussetzung für die Anwendung des Magnetbesens ist, dass die aufzusammelnden Teilchen aus Eisen oder Stahl be-

Axel Bartsch, Geschäftsführer von Magna-C, erklärt: „Der Magnetbesen ist in verschiedenen Varianten erhältlich. So kann, je nach Gangbreite, zwischen einer Gesamtbreite von 700 und 1.000 Millimetern gewählt werden. Für besonders schmale Maschinenzwischenräume gibt es eine Ausführung mit einer Breite von lediglich 400 Millimetern.“ Letztgenannte Version verfügt außerdem über eine Öse am Griffende, sodass der Magnetbesen einfach an einem Haken aufgehängt und platzsparend verstaut werden kann.

belastendes Bücken ist somit nicht mehr notwendig. Die leichtgängigen Räder ermöglichen zudem ein einfaches Handling. Dafür sorgen aber auch der ergonomische Griff sowie der höhenverstellbare Stiel. Da sowohl der Stiel als auch das Gehäuse aus Aluminium sind, beläuft sich das Gewicht des Magnetbesens auf nur 6,6 Kilogramm. Nur die Abschlusskappen sind für zusätzliche Robustheit aus korrosionsfreiem Stahl. Zur Langlebigkeit des Geräts tragen darüber hinaus auch die widerstandsfähigen Kunststoffreifen bei. Sollten sie dennoch durch besonders scharfkantige Fangteile beschädigt werden, können die entsprechenden Ersatzteile beim Hersteller nachbestellt oder der herstellereigene

stehen, also magnethaftend sein müssen“, erklärt Axel Bartsch, Geschäftsführer von Magna-C. Es spielt also keine Rolle, ob es sich um Schrauben, Nägel, Späne oder andere Elemente handelt. Selbst die Beseitigung metallischer Stäube ist möglich. Auch verdreckte oder ölige beziehungsweise nasse Partikel können mit diesem Reinigungsgerät problemlos aufgelesen werden, wobei die Bedienung des Magnetbesens so einfach ist wie die Nutzung eines handelsüblichen Besens. Der Magnetbesen wird nämlich einfach am Griff über die zu reinigenden Flächen geführt. Statt einer Bürste befindet sich allerdings am unteren Ende des Stiels ein Gehäuse mit einem Magnet, das von zwei Rädern getragen wird. Der eingehauste Magnet zieht dabei alle Metallteile an, selbst wenn sie in kleine Löcher oder Vertiefungen gefallen sein sollten. Mühseliges und gesundheits-

Kehrmaschinen eignen sich nur bedingt für die Beseitigung von metallischen Rückständen, da diese sich schnell in den Bürsten verhaken. Dabei ist eine Reinigung notwendig, denn ölige, fettige oder durch Kühlflüssigkeit angefeuchtete Metallteile sorgen für eine erhöhte Rutschgefahr.

Reparaturservice beauftragt werden. „Nur extrem starke magnetische Gegenfelder oder Temperaturen von über 80 Grad Celsius können die Funktionsfähigkeit dauerhaft negativ beeinflussen“, betont Bartsch. Sind alle Teile aufgelesen oder wird eine weitere Aufnahme durch andere Fangteile blockiert, können die Elemente einfach an einer beliebigen Stelle, zum Beispiel in einem Sammelbehälter abgelegt werden. Hierzu muss lediglich das Magnetsystem über zwei Zuganker an

einem Griffbügel angehoben werden. Dadurch, dass lediglich metallische Elemente angezogen werden, bleiben Stäube oder andere Schmutzpartikel auf dem Boden zurück, sodass eine Trennung der Materialien stattfindet. Die magnetischen Teile können danach, je nach Beschaffenheit, fachgerecht entsorgt oder aber auch wiederverwendet werden. Bei Bedarf kann der Besen im Anschluss mit handelsüblichen Reinigungsmitteln von Öl und Fett befreit werden. www.magna-c.de

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Zur Reinigung der Böden wird der Magnetbesen am Griff über die Flächen geführt. Dies ähnelt im Prinzip einem handelsüblichen Kehrbesen. Statt einer Bürste befindet sich am unteren Ende des Stiels aber ein Gehäuse mit einem Magnet, das von zwei Rädern getragen wird. Bilder: Magna-C

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REINIGUNG

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Reinigen ganz ohne Wasser und Chemie Dry Ice Energy bietet neue kompakte Trockeneisreinigungsanlage an Während zahlreiche Geräte zur Trockeneisreinigung vor allem für grobe und besonders hartnäckige Verschmutzungen konzipiert sind, hat Dry Ice Energy nun ein entsprechendes Gerät herausgebracht, das auch für kleine, filigrane und empfindliche Strukturen geeignet ist. Ein weiterer Vorteil des Geräts ist laut Hersteller der geringe Trockeneisverbrauch und Druckluftbedarf. Das von Dry Ice Energy entwickelte und patentierte Reinigungsgerät Champ Turbo erweitert - nicht zuletzt durch seine kompakte Bauweise und sein geringes Arbeitsgeräusch - den Einsatzbereich der Trockeneisreinigung. Mit diesem Gerät, das gerade einmal 17 Kilogramm auf die Waage bringt, lassen sich, wie der Hersteller betont, Kosten und Zeit einsparen im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, wie der Reinigung mit dem Pinsel, Bürsten oder chemischen Reinigern. Außerdem sind keine Trocknungszeit und keine Nachbearbeitung notwendig. Im Vergleich zu anderen Strahlverfahren, wie zum Beispiel Wasser, kommt es durch das Strahlgut auch zu keinerlei Verschmutzungen. Hintergrund: Rund minus 80 Grad Celsius kalt sind die Trocken-

Für die Reingung von Maschinen, technischen Anlagen und elektronischen Bauteilen eignet sich die Trockeneisreingung. Bilder: Dry Ice Energy

eispellets, die beim Strahlen mit Druckluft auf bis zu Schallgeschwindigkeit beschleunigt werden. Treffen diese Pellets auf die Verschmutzungen, bewirken die Temperaturdifferenz und die kinetische Energie, dass der Schmutz versprödet und aufbricht. Die nachfolgende Partikel dringen dann in die Risse ein und gehen dabei sofort vom festen Aggregatzustand in den gas-

förmigen über. Bei dieser Sublimation vergrößert sich das Volumen um den Faktor 700, d.h. der Schmutz wird auf mikroskopischer Ebene praktisch weggesprengt. Die Reinigungsleistung beim Strahlen mit Trockeneis ist also auf drei Effekte zurückzuführen. Den größten Anteil am Reinigungsergebnis hat die mechanische Energie, die hier zum Einsatz kommt. Der Anteil liegt bei deutlich mehr als der Hälfte und ist in dieser Form beispielsweise auch beim Strahlen mit Sand vorhanden. Hinzu kommt bei diesem Verfahren aber noch der Reinigungseffekt, der auf die Temperatur zurückzuführen ist, wobei gilt: Je größer der Temperaturunterschied zwischen dem Strahlgut (minus 70 Grad Celsius) und der zu reinigenden Oberfläche ist, desto größer ist dieser Effekt. Nicht vergessen werden darf auch der dritte Effekt, der auf die Sublimation und die damit einhergehende Volumenvergrößerung zurückzuführen ist. In der Summe ist das Reinigen mit Trockeneis sehr effektiv, aber

Die Trockeneisreinigungsanlage Champ Turbo reinigt ohne Wasser und Chemie. Mit nur 17 Kilogramm Gewicht und der Größe eines Staubsaugers ist die Maschine im Vergleich zu anderen Industriemaschinen sehr leicht und handlich. Die geringe Lautstärke erlaubt eine Reinigung im laufenden Betrieb.

trotzdem schonend, denn die Stärke lässt sich individuell anpassen. Da das Verfahren korrosionsfrei und kaum abrasiv ist, eignet es sich sogar für sehr empfindliche Oberflächen. Außerdem entfallen die Kosten für die Anschaffung und die Entsorgung chemischer Reinigungsmittel, die bei Nassreinigungsverfahren zum Einsatz kommen. Selbst das Strahlgut muss - im Gegensatz zur Nutzung von Sand oder Ähnlichem - nicht entsorgt werden, da es nach dem Auftreffen sich buchstäblich in Luft auflöst. Das bedeutet, alles was nach dem Reinigen noch übrig bleibt, ist der Schmutz, der von dem betreffenden Bauteil ent-

Hartnäckiger als Schmutz Das Trockeneisstrahlgut hat lediglich die Härte von Gips (1 bis 2 Mohs). Deshalb ist das Verfahren auch so schonend. Bild: B&I

Alleskönner mit NSF-A1-Registrierung Vor nicht einmal zwei Jahren hat das Duisburger Unternehmen Bremer & Leguil mit dem Rivolta B.W.S. einen Reiniger auf den Markt gebracht, der es mit gängigen leichten Verschmutzungen aufnimmt. Nun folgt mit Rivolta B.W.K. der zweite Schritt: Das neueste Produkt der Schmierstoff-Experten verspricht auch Sauberkeit bei hartnäckigem Schmutz. Beide Reiniger von Bremer & Leguil sind NSF-A1-registriert. Sie können also unter anderem auch in sensiblen Bereichen wie in der Lebensmittel- oder der PharmaIndustrie eingesetzt werden. Zudem sind sie biologisch abbaubar. Der neueste Reiniger Rivolta B.W.K. ist in erster Linie für hartnäckige Verschmutzungen gedacht. „Die Kombination macht’s“, erklärt Frank Schnipper, Geschäftsführer von Bremer & Leguil, die Konzeption des Reinigers. Das heißt: Für Fette, Pasten, Öle, Wachsrückstände, also praktisch für jede Art von Schmutz habe der neue Reiniger den richtigen Wirkstoff parat. Dabei lasse sich das Produkt genauso problemlos in der Industrie oder in Werkstätten einsetzen wie auch im Büro oder im Haushalt. Der Reiniger schont dabei nicht nur die Umwelt, sondern auch alle Materialien, die er reinigen kann, wie der Hersteller betont. Er habe nämlich eine hohe Verträglichkeit bei zahllosen Oberflächen, egal ob Edelstahl, Aluminium, Chrom, Glas, Keramik oder

fernt wurde. Typische Einsatzbereiche des Reinigungsgeräts Champ Turbo sind die Schaltschrankreinigung, zum Teil sogar unter Spannung, die Reinigung von Formteilen oder von Lüftungslamellen. Selbst Graffiti lassen sich mithilfe von Trockeneis entfernen. Maintenance Dortmund Halle 5, Stand L07-5 www.dryiceenergy.com

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 17. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden.

Angeboten wird der Reiniger in einem Ein-Liter-Gebinde oder in einer 750 Milliliter fassenden Sprühflasche. Bild: Bremer & Leguil

Kunststoff. „Wir haben bewusst nur umweltverträgliche Rohstoffe verarbeitet“, bestätigt Patric Edel, Marketingleiter des Duisburger Schmierstoff-Experten. Er verdeutlicht zudem: „Sonst wäre Rivolta B.W.K. weder in der Lebensmittel- noch in der Pharma-Industrie einsetzbar.“ Maintenance Dortmund Halle 4, Stand D11-4 www.bremer-leguil.de

Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2019. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & CO. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

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ARBEITSSICHERHEIT

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Mehr Sicherheit, mehr Flexibilität, kein Aufpreis Neuen Leiterschuh mit Zwei-Achsen-Neigungstechnik und wechselbaren Fußplatten Eine Leiter steht nur dann sicher, wenn sie eine sichere Auflage hat, nicht verrutschen oder im Untergrund versinken kann. Dafür sorgt nun ein neu entwickelter Leiterschuh der Günzburger Steigtechnik, der mit einer patentierten Zwei-Achsen-Neigungstechnik im integrierten Gelenk ausgestattet ist. Dieses gewährleiste eine vollflächige Bodenauflage und damit eine hohe Standsicherheit, denn der Leiterschuh gleicht dadurch kleinere Bodenunebenheiten nicht nur in zwei, sondern in vier Richtungen aus, betont der Hersteller. Und es gebe noch weitere Vorteile ... Für den neu entwickelten Leiterschuh Nivello mit integriertem Gelenk gibt es auch wechselbare Fußplatten, die der Anwender laut Hersteller schnell und einfach austauschen kann. Die unterschiedlich geriffelten Fußplatten sind in diversen Größen sowie Shorehärten verfügbar und sind erstmals auch elektrisch ableitfähig lieferbar.

festigkeit. Speziell für den Einsatz auf Gitterrosten hat die Günzburger Steigtechnik darüber hinaus eine Fußplatte entwickelt, die eine rund 25-fach größere Auflagefläche als herkömmliche Leiterschuhe aufweist. Das speziell auf Gitterroste abgestimmte Profil sorgt dabei für eine besonders hohe Standsicherheit auf offenen Profilen, so der Hersteller.

Auch für besonders empfindliche Böden Während sich die Standardfußplatte mit Shorehärte 85 für alle gängigen Flächen eignet, bietet der Hersteller nun auch eine Fußplatte mit deutlich geringerer Härte an. Diese punkte bei besonders glatten und rutschigen Untergründe und garantiere

Integrierte Winkelkontrolle Für eine vollflächige Bodenauflage und damit für die notwendige Standsicherheit sorgt der neue Leiterschuh mit seiner patentierten Zwei-Achsen-Neigungstechnik im integrierten Gelenk. Bilder: Günzburger Steigtechnik

selbst in sehr anspruchsvollen Arbeitsbereichen eine hohe Rutsch-

Insgesamt lassen sich die Leitern mit der neuen Nivello-Modellgeneration an unterschiedlichste Untergründe anpassen und flexibel für verschiedenste Einsatzbereiche vorbereiten. Ein weiterer Pluspunkt: Der Leiterschuh zeigt über die integrierte Winkelkontrolle dem Anwender stets den korrekten Anstellwinkel der Leiter an. Außerdem dient die geriffelte Auflagefläche der Fußplatten automatisch als Verschleißindikator. „Mit der Nivello-Technologie haben wir vor über zehn Jahren auf Anhieb eine neue Benchmark in Bezug auf Standsicherheit von Leitern gesetzt“, betont Ferdinand Munk, Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik, und ergänzt: „Mit der Ausweitung der Ausgleichsfunktionalität auf zwei Neigeachsen gelingt es uns mit

Ganz neu sind auch die vom Anwender selbst ganz einfach zu wechselnden Fußplatten.

der zweiten Generation jetzt, die Stand- und Arbeitssicherheit für die Anwender noch weiter zu erhöhen. Aber auch ein Plus an Flexibilität war uns wichtig. Das erreichen wir mit den wechselbaren Fußplatten.“ Vorteilhaft: Der neue Nivello-Leiter schuh gehört seit der Einführung ohne Aufpreis zur Standardausstattung bei den Leitern des Herstellers. Munk betont: „Sicherheit ist bei uns keine Option, sondern Standard. Daher ist es für uns selbstverständlich, dass auch der Nivello-Leiterschuh der zweiten Generation bei uns ab sofort zur Standardausstattung zählt.“ www.steigtechnik.de /nivello

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Höchste Sicherheit durch größtmögliche Vielfalt Abus präsentiert in Kürze ein Wartungssicherungsschloss mit Acht-Stift-Zylinder Der deutsche Hersteller für Sicherheitstechnik, Abus, stellt auf der diesjährigen Maintenance in Dortmund exklusiv eine Neuheit vor. Es handelt sich dabei um ein Wartungssicherungsschloss, das mit 150.000 garantiert verschiedenen Schließungen sowie mit unterschiedlichen Bügeln arbeitet. Große Industrieunternehmen mit weitverzweigten Organisationsstrukturen und mit einer hohen Anzahl an Mitarbeiter, die in ein Lockout/Tagout-System einzubinden sind, stehen vor der Herausforderung, verlässliche und garantiert unterschiedlich schließende Schließkreise in aus-

reichender Zahl zu beschaffen. Besonders wenn mit dem beliebten Konzept eines zentralen Hauptschlüssels gearbeitet wird, gehen bei den marktüblichen Lösungen schnell die Möglichkeiten aus. Herkömmliche Zylinder ermöglichen nämlich zumeist nur

150.000 verschiedene Schließungen und unterschiedliche Varianten sorgen für die notwendige Vielfalt auch für große Industrieunternehmen mit einem entsprechend aufwendigen Lockout/Tagout-System. Bild: Abus

maximal wenige Tausend Schließungen. Abus hat aber nun neu ein Sicherheitsprodukt im Programm, das 150.000 verschiedenen Schließungen garantiert. Hier bietet der deutsche Hersteller für Sicherheitstechnik bei einem oder mehreren Hauptschlüsseln auf verschiedenen Ebenen immer noch hohe fünfstellige garantiert unterschiedlich schließende Zylinder an. Die Spezialisten setzen aber nicht nur auf ein aufwendiges Innenleben mit einem Acht-StiftZylinder und entsprechend vielen Varianten, sondern bieten diese Neuheit außerdem mit fünf möglichen Bügelvarianten an. So lassen sich die Schlösser in den unterschiedlichen Einsatzszenarien in der Wartungssicherung nutzen. Angeboten werden Varianten aus Stahl, also robust

für viele Industrieeinsätze, aus Edelstahl mit entsprechend hohem Korrosionsschutz oder aus Kunststoff, also für sensible elektrische Bereiche - diese Sicherungsschlösser sind damit für die verschiedensten Ansprüche konzipiert. Im Portfolio findet sich sogar eine Variante mit einem Nylon-Stahlseil. Dieses Modell lässt sich z.B. nutzen, um mehrere multiple Verriegelungen vorzunehmen. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand D09-4 www.abus.com

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Präzise, schnell und verzugsfrei instand setzen Laserschweißen punktet bei der Reparatur von hochwertigen Bauteilen und Werkzeugen Mit einem Laser lässt sich Material auftragen, Metall fügen, härten und schneiden. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise beschädigte Antriebs-, Kurbel-, Nockenwellen und Extruder sowie diverse Werkzeuge wie zum Beispiel Spritzgusswerkzeuge, Umformwerkzeuge oder Presswerkzeuge wieder in einen neuwertigen Zustand versetzen. Das Laserschweißen punktet unter anderem bei beschädigten Schnittkanten oder kleinen Ausbrüchen. Das Laserschweißen mit Draht oder Pulver ermöglicht es, die Energie, die hierfür eingeleitet wird, besonders genau zu dosieren. Das bedeutet: Es lassen

Auch eine Rundschweißung ist möglich.

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sich auch metallische Werkstoffe mit hoher Wärmeleitfähigkeit oder hoher Schmelztemperatur mit diesem Verfahren gut schweißen. Darüber hinaus hat das Laserschweißen weitere Vorteile, wie zum Beispiel nahezu verzugs- und nacharbeitsfreie Schweißverbindungen, schlanke Nahtgeometrien und einen geringen Wärmeeintrag. Die Firma Alpha-Laser Systeme zeigt auf der diesjährigen Maintenance in Dortmund Laserschweißlösungen, die, wie das Unternehmen erklärt, auch für ungeübte Mitarbeiter oder Quereinsteiger geeignet sind und diese in die Lage versetzen, komplexe Schweißaufgaben zu erledigen. Dabei sind die Geräte außerordentlich flexibel: Egal ob winzige Details oder metergroße Bauteile, die Lasergeräte lassen sich laut Hersteller innerhalb von wenigen Minuten auf unterschiedliche Aufgaben einstellen. Die Bearbeitung unter Mikroskop-Beobachtung erlaube es beispielsweise dem Bediener, auch feinste Details sicher zu schweißen. Mit dem mobilen und programmierbaren System Alflak gibt es eine Lösung für unterschiedlichste Anforderungen. Damit lassen sich nach Angaben der Entwickler Schweißprozesse manuell oder automatisiert ausführen. Beim automatisierten Schweißen werden wiederkehrende Schweißaufgaben der Serienfertigung unkompliziert und ohne weitere CNC-Kenntnisse „eingeteacht“ und direkt abgearbeitet. Auch ein Drahtzufuhrsystem zur automatischen Förderung von Zusatzmaterial mit einem Durchmesser zwischen 0,3 und 1.2 Millimetern ist integrierbar. Das Laserschweißgerät gibt es auch als Faserlasersystem mit einer Laserleistung bis zu 900 Watt. Als Zubehör ist die Option Pulverauftragsschweißen erhältlich. Hilfreich ist der optional angebotene Scanner-Kit zur Digitalisierung von Flächen. Hierbei erfasst ein

Linienlaser den Ist-Zustand des Bauteils und erzeugt eine entsprechende 3-D-Datei. Der Bediener legt nun manuell den Bereich fest, in dem aufgeschweißt werden soll. Außerdem ist ein Soll-Ist-Vergleich zwischen der Originalfertigungszeichnung und der Scandatei möglich, um den Verschleiß zu prüfen und die Auftragsrate festzulegen. Anschließend übergibt die Scan-Software die Zeichnungsdaten an die Lasersteuerung und der Laserprozess kann nach Festlegung der Laserparameter starten. Das handgeführte Laserschweißsystem AL-ARM kommt ohne Mikroskop-Beobachtung aus. Dafür bietet die Variante eine Augmented-Reality-Brille. Die visualisiert nicht nur den Schweißvorgang in Echtzeit und in 3-D, sondern dient gleichzeitig auch

Das Laser-Pulverauftragsschweißen (Laser Cladding) kann sowohl in dünnen Schichten als Verschleißschutz für hoch belastete Werkstücke (Turbinenbauteile, Antriebswellen, Industriemesser ...) oder für das mehrschichtige Aufschweißen bei größeren Defekten eingesetzt werden. Bilder: Alpha-Laser Systeme

als Laserschutzbrille. Dabei ermöglicht es die Brille, gleichzeitig die Umgebung und die Schweißaufgabe wahrzunehmen. Außerdem werden der Schweißbereich vergrößert dargestellt und die prozessrelevanten Daten, wie z.B. das Fadenkreuz, direkt live ins Bild eingeblendet. Die Bedienung ist laut Hersteller einfach: das Handteil aufs Werkstück halten, fokussieren und losschweißen. Mit dem Start des

Schweißvorgangs wird automatisch der Draht zugeführt, wobei der Vorschub regelbar ist. Während des Schweißvorgangs lässt sich die Schweißnahtbreite stufenlos verstellen. Was die Schweißlösungen im Bereich der Instandsetzung und Fertigung können, zeigen die Experten live auf der Maintenance. Maintenance Dortmund Halle 5, Stand K25-5 www.alphalaser.de

Bei Kleenoil geht es um mehr als ökologisch schnell abbaubare Öle Seit 1986 setzt das Unternehmen Kleenoil Panolin auf ökologisch schnell abbaubare Panolinöle und das Thema Kleenoil Microfiltration. So sind die HLP-Synth-Öle nach Herstellerangaben langzeittauglich. Das bedeutet: Sie müssen bei Beachtung der Anwendungsrichtlinien nicht in vorgegebenen Intervallen gewechselt werden. Das ist eines der Themen am Messestand von Kleenoil auf der diesjährigen Maintenance in Dortmund. Ein weiteres Thema ist die Feinstfiltration: Aus wirtschaftlicher, technischer und ökologischer Sicht werden anstelle von starren Ölwechselintervallen eine Feinstfiltration, entsprechende Ölanalysen und eine Zustandsüber-

wachung mithilfe des Ölanalysesensors ICC von Kleenoil empfohlen. Das trägt, wie die Verantwortlichen des Unternehmens betonen, zur Reduzierung von Systemstörungen, Verschleiß und Ausfällen bei. Der Alterungsprozess wird aufgehalten, weil mithilfe der Feinstfilter sowohl Feststoffverunreinigungen als auch Wasser aus dem Öl ausgefiltert werden. In Bezug auf die Umweltschutzvorschriften ist es besonders vorteilhaft, dass Panolin HLP-SynthÖle nach OECD-Richtlinien biologisch abbaubar sind. Ferner sind die Produkte mit zahlreichen Umweltzeichen wie z.B. in Deutschland dem Blauen Engel

oder dem europäischen Ecolabel ausgezeichnet. Ein weiteres Thema am Maintenance Messestand ist die CO2Reduktion. Hier kommt das Konzept Panolin Greenmachine zum Tragen. Grundlage hierfür ist der „Carbon Footprint“ (CO2-Fußabdruck). Er zeigt das Treibhauspotenzial eines Produktes während einer auf die Anwendung festgelegten Zeitspanne auf. Maschinen, die mit (mindestens) zwei Panolin-Produkten befüllt sind, können als Green Machine (Zertifikat und Plakette) zertifiziert werden, wie der Hersteller betont. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand C09-4 www.kleenoilpanolin.com

Weil fünf Tonnen Kraft einfach besser sind als jeder Hammer Simatec bringt mit dem neuen Dieses ermöglicht in Kombination Fitting Tool FT-P ein Werkzeug für mit der mechanischen Presse die das Ein- oder Aufpressen von korrekte Montage von Bauteilen Lagern oder anderen ring- mit einem Innendurchmesser von förmigen Bauteilen auf den Markt. bis zu 60 Millimetern.

Vom 1. bis 5. April 2019 stellt das Unternehmen unter anderem diese Lösung auf der Hannover Messe aus (Halle 22, Stand A65). Bild: Simatec

Das Fitting Tool FT-P punktet bei Montagen mit hohen Einbaukräften, da es auf Pressen bis zu einer maximalen Einpresskraft von fünf Tonnen eingesetzt werden kann. Das Werkzeug ermöglicht dadurch Montagen, die durch einfaches Schlagen mit einem Hammer nicht durchzuführen wären. Das Set beinhaltet ein Schlagrohr, einen Adapterring sowie sechs Aluminiumringe, die - wie der Hersteller betont - sich auch bei Einpresskräften von fünf Tonnen nicht verformen. Dank des integrierten Spezialadapters DC können auch die C-Ringe des simatool FT 33 auf Pressen verwendet werden. https://simatec.com


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Bewegungsfreiheit neu definiert Handhabungsmanipulator für das Drehen und Schwenken von Lasten bis 550 Kilogramm Handhabungsmanipulatoren werden zum sicheren und ergonomischen Heben und Bewegen schwerer Lasten eingesetzt. Die meisten Modelle erlauben allerdings nur ein Umsetzen. Das Drehen oder Schwenken ist in der Regel nicht möglich. Dalmec zeigt auf der Maintenance-Messe nun ein pneumatisches Modell mit der Bezeichnung Partner Equo, das eben auch genau diese Bewegungen ausführen kann. Das Gerät erlaubt einen Arbeitsradius von 2,5 bis 4,5 Metern bei Lasten von bis zu 550 Kilogramm. Der vertikale Hub liegt zwischen 1,25 und 2,45 Metern. In seiner Grundausführung verfügt der durch pneumatische Ausgleichszylinder gesteuerte Handhabungsmanipulator Partner Equo von Dalmec über zwei Gelenke. „Das Hauptdrehgelenk sorgt dafür, dass der Manipulator endlos um die Hauptdrehachse gedreht werden kann, der Drehwinkel des mittleren Gelenks zwischen Parallelogramm und Auslegearm ist standardmäßig auf 315 Grad begrenzt“, erklärt Dieter Hager, Vertriebsleiter bei Dalmec. Darüber hinaus sind diese Geräte des italienischen Unternehmens modular aufgebaut. Das bedeutet: Grundeinheit, Auslegearm und Aufnahmevorrichtung können individuell zusammengestellt werden. „Das Gerät kann also mit verschiedenen mecha-

nischen oder pneumatisch betätigten Greifvorrichtungen ausgestattet werden. Unter anderem lassen sich auch pneumatische Versionen mit einem Endlosdrehgelenk und einem pneumatischen Drehantrieb montieren“, ergänzt Hager. Ein solches drittes Gelenk erlaubt die Ausführung von Dreh- und Schwenkbewegungen. Auf diese Weise können beispielsweise alle Arten von Fässern nicht nur sicher angehoben und gedreht, sondern auch entleert werden. Der Antrieb ermöglicht dabei ein präzises Ausgießen, wobei der Handhabungsmanipulator den Gewichtsverlust kompensiert und in der Z-Achse stehen bleibt und zwar ohne zusätzliche Betätigung einer Steuereinheit.

Bilder: Dalmec

Möglich macht dies ein patentiertes System für die Vertikalbewegung des pneumatischen Ausgleichszylinders, welches das Parallelogramm konstant hält und eine gleichbleibende Bewegung sowohl im Leer- als auch im Lastgewicht über den gesamten Bereich des Arbeitshubes gewährleistet. „Die Greifer werden ebenfalls für den konkreten Anwendungsfall konzipiert“, ergänzt Hager und betont: „Auf diese Weise wird das Portfolio an Vorrichtungen und Anwendungsgebieten kontinuierlich erweitert.“ Beispielsweise entwickelte das Unternehmen kürzlich eine Hebevorrichtung für das Be- und Entladen von Schweiß- und Bearbeitungszentren. Diese ist mit einem Permanentmagnet ausgestattet, was die Handhabung von metallischen Produkten verschiedener Formen, Gewichte und Größen erlaubt. Eine ähnliche, neu konzipierte Greifvorrichtung ist speziell für das Handling von glühenden Teilen während der Bearbeitungsphasen an den Werkzeugmaschinen vorgesehen. Beide Greifer verfügen über das dritte pneumatische Gelenk, das die Drehung und Schwenkung erlaubt. Außerdem können Manipulatoren des Typs Partner Equo und die dazugehörigen Aufnahmevorrichtungen entsprechend den An-

Auf Wunsch kann der Handhabungsmanipulator auch komplett in Edelstahl gefertigt werden und zwar einschließlich der dazugehörigen Greifer. Auf der Maintenance 2019 in Dortmund kann ein Modell mit einer Aufnahmevorrichtung für Spulen am Stand besichtigt werden.

forderungen der Reinheitsklassen in der Lebensmittelbranche, der pharmazeutischen und chemischen Industrie sowie in sterilen Bereichen komplett in Edelstahl gefertigt werden. Der Manipulator kann grundsätzlich stehend, am Boden verfahrbar, hängend oder deckenverfahrbar gestaltet werden. „Bei Säulengeräten sind sechs verschiedene Verankerungsformen verfügbar“, so Hager. Er erklärt weiter: „Neben einer stabilen Grundplatte und einer entweder mit Gabelstapler oder Hubwagen verfahrbaren Version sind auch Grundplatten für den manuellen Transport, mit bodenverfahrbaren Profilschienen oder bodenversenkter Laufschiene umsetzbar.“ Als stationäres Deckengerät verschafft der pneumatische Manipulator einen freien Produktionsbereich. Sein Flansch ist mit Bohrungen für die Anbindung mittels Schrauben ausgestattet, was eine Befestigung am kundenseitigen Stahlträger oder an einer Konsole erlaubt. Die dritte Option ist ein verfahrbares Deckengerät, das komplett mit Laufwagen ausgeliefert wird. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand E08-4 www.dalmec.de

Weil es nicht nur schnell, sondern auch sicher sein muss Neue Leitern und Bühnen beschleunigen die Flugzeugbetankung und erhöhen die Arbeitssicherheit Auf dem Rollfeld muss es schnell gehen, denn nach der Landung läuft der Countdown zum nächsten Start. Das heißt: Für das Wartungsteam zählt jede Sekunde und das geht nur durch Tempo und Präzision. Beispiel Betanken: Je schneller die richtige Betankungsleiter oder -bühne an Ort und Stelle ist, desto eher füllt sich der Flugzeugtank wieder mit Kerosin. Aber Schnelligkeit darf nicht zulasten der Arbeitssicherheit gehen. Der Hersteller Zarges hat deshalb nach eigenen Aussagen bei der Entwicklung seiner Betankungstechnik auf Ergonomie und Trittsicherheit genauso viel Wert gelegt wie auf einen einfachen Transport. Ob Regen, Wind, Sonne oder Schneefall. Die Mitarbeiter der Wartungsfirmen müssen auch bei widrigem Wetter innerhalb kürzester Zeit die Flugzeuge betanken. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung. Flugzeuge und deren Tanks sind außerdem in unterschiedlicher Höhe angebracht. Die Betankungstechnik muss dementsprechend flexibel genutzt werden können. Zarges bietet dementsprechend Leitern und Bühnen an, die einen Arbeitshöhenbereich von knapp 2,5 bis über 6,0 Meter abdecken. Sie eignen sich laut Hersteller daher sowohl für Dienstleister auf Großflughäfen als auch für kleinere Privatflugplätze. Weil sich die wendigen Bühnen

Alle Lösungen dieses Herstellers sind gemäß international gültigen Sicherheitsstandards elektrisch ableitend ausgelegt. Bild: Zarges

dank ihrer Luftbereifung zudem mit einer Zuggeschwindigkeit von bis zu 30 Kilometern pro Stunde transportieren lassen, gelangt das Wartungsteam samt Equipment schnell zum Einsatzort. Dabei sind die Betankungsleitern aufgrund ihres geringen Gewichts nach Herstellerangaben äußerst mobil. Je nach Stufenzahl und Arbeitshöhe wiegen sie zwischen 16,5 und 20,0 Kilogramm. Beim Design seiner neuen Betankungslösungen legte der Hersteller außerdem großen Wert auf Ergonomie und Sicherheit: „Unsere Produktentwickler haben sämtliche Arbeitsschritte auf dem Rollfeld analysiert und gemeinsam mit namhaften Kunden aus der Luftfahrtbranche jedes Detail

im Hinblick auf Arbeitskomfort und Unfallschutz optimiert“, betont Markus Nowak, der zuständige Produktmanager. So sind beispielsweise sämtliche Stufen der neuen Leitern und Bühnen mit rutschfesten Belägen ausgestattet, sodass Mitarbeiter während der Betankung stets einen sicheren Stand haben. Um zugleich ergonomisch ungünstige Arbeitshaltungen so weit wie möglich zu vermeiden, sorgt beispielsweise am Steigteil der Leitern eine abnehmbare Halterung für eine feste Position der Unterflügelbetankungskupplung. Die Betankung erfolgt somit, ohne dass der Arbeiter seine Körperkräfte unnötig strapazieren muss. www.zarges.com/de/produkte/ betankungstechnik/


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Kompetenz und ganzheitlicher Kundenservice Mit digitalem Schlauchmanagement ist Zentis auf der sicheren Seite Zur Anlagenüberwachung und Wartung unterhält Zentis eigene mechanische und elektronische Werkstätten. Darüber hinaus betraut das weltweit tätige Familienunternehmen externe Fachleute mit Instandhaltungs- und Servicemaßnahmen. Zu diesen Experten zählt auch Protec Industriebedarf. Der Technische Händler hat nun bei Zentis ein digitales Schlauchtool als Baustein einer zukünftigen 4.0-Instandhaltung eingeführt. Am Hauptsitz in Aachen betreibt Zentis zwei Werke mit alles in allem rund 1.100 Mitarbeitern. Während die Endverbraucher vor allem die Brotaufstriche dieses Herstellers kennen, schätzt die Milch-, Süß- und Backwarenindustrie den Global Player als Zulieferer. Die Produktpalette reicht hier von Frucht- und Cremefüllungen bis zu Marzipan-, Schokoladen- und Cerealien-Spezialitäten für Desserts, Backwaren und zahlreiche Schokoladen- und Pralinenprodukte. Eine Hauptvoraussetzung für die Produktion im Drei-Schicht-Betrieb sind intakte Schlauchleitungen. Sie sind in großer Zahl in allen hier vorhandenen Anlagen verbaut. Oftmals sind die Schlauchmaterialien, die Armaturen und Dichtungen dabei starken

Belastungen ausgesetzt. So gelten etwa die Mandel-Zucker-Mischungen zur Marzipanherstellung als sehr abrasive (abnutzende) Medien, die eine ständige Überwachung notwendig machen. „Sämtliche Schlauchleitungen im Blick zu behalten, erfordert einen großen Aufwand“, weiß Leo Zimmermann, staatlich geprüfter Techniker und Teamleiter „Mechanische Werkstätten“ bei Zentis. An einer Anlage, die Transportcontainer über eine Schlauchleitung mit Flüssigzucker befüllt, zeigt Zimmermann beispielhaft auf, welche Zeit man täglich investieren muss, um äußerliche Sichtprüfungen und andere Checks vorzunehmen. Die ungestörte, sichere und keimfreie Produktion liegt natürlich im ureigenen Interesse von Zentis.

Dirk Haaken und Jörg Jansen (v.l.n.r.) führen die Geschäfte von Protec gemeinsam. „Wir erarbeiten uns täglich das Vertrauen unserer Kunden, indem wir unser fachliches Wissen mit ihnen teilen und ihnen somit in ihrem beruflichen Alltag zur Seite stehen“, so Dirk Haaken. Bild: Protec

simatool Fitting Tool FT-P – das Einbauwerkzeug für Kräfte bis 5t Die ideale Lösung für das Ein- oder Aufpressen von Lagern oder anderen ringförmigen Bauteilen

Hall 22, Stand A65 1 – 5 April 2019

simatec gmbh, Deutschland www.simatec.de

Darüber hinaus legt der Gesetzgeber dem Hersteller aber unumgängliche Pflichten auf: Betriebe sind laut Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) verpflichtet, ihre Schlauchleitungen regelmäßig prüfen zu lassen. Die wiederkehrenden Prüfungen dürfen ausschließlich von befähigten Personen gemäß TRBS 1203 durchgeführt werden. Sie sind anhand von Prüfbescheinigungen zu dokumentieren, denn als Maschinenbetreiber ist Zentis verpflichtet, bei einer Prüfung oder einem Audit die entsprechenden Prüfzertifikate vorzulegen. Dies verursacht einen hohen Dokumentationsaufwand. An dieser Stelle kommt der Spezialist für Schlauchleitungen Protec ins Spiel. Zum einen konfektioniert, kennzeichnet, liefert und montiert er vom nahen Firmensitz Würselen aus hochwertige Schlauchleitungen. Zum anderen - und das ist das Besondere - bringt er seit 2018 ein innovatives Schlauchmanagementtool bei Zentis zum Einsatz. Guido Hein, Zentis-Berater im Protec-Außendienst, erläutert die Funktionsweise: „Wir können die Schlauchleitungen, die wir konfektionieren, dank eines QR- oder Barcodes scannen und damit spezifizieren.“ Die Schlauchleitungen werden in einer Datenbank den Maschinen und Anlagen zugeordnet und der Status kann jederzeit via Smartphone- bzw. Tablet-App abgerufen werden. Das spart Zeit bei Inspektionen und Wartungen. Als einer der Verantwortlichen sieht Zentis-Teamleiter Zimmermann dann genau, wann ein Schlauch geprüft oder ausgetauscht werden muss. „RealTime-Maintenance“ nennt Zimmermann, der über eine 25-jährige Instandhaltungserfahrung verfügt, dies. Die Prüftermine darf, dank einer unterzeichneten Vertraulichkeitserklärung, auch Protec einsehen. Damit kann der Industrieausrüster die notwendigen Arbeiten proaktiv ausführen. Als Mitgliedsunternehmen des Verbands Technischer Handel (VTH) verfügt Protec über befähigte Personen nach TRBS 1203. Sie haben ihre Qualifikation in einem Lehrgang der VTH-Fachgruppe „Schlauch- und Armaturentechnik“ erworben. Damit sind sie zur Prüfung von Schlauchleitungen nach § 2 Abs. 6 BetrSichV und zur Vergabe einer Prüfplakette bei bestandener Prüfung berechtigt. Marcel Hilgert, stellvertretender Abteilungsleiter indirekter Einkauf bei Zentis, sieht das Pilotprojekt „Schlauchtool“ als einen Startpunkt in die Instandhaltung 4.0: „Wir

Zentis ist eines von Europas führenden Unternehmen für Fruchtverarbeitung.

können das Wartungstool zur vorbeugenden Instandhaltung nutzen und vermeiden so Maschinenstillstände und Ausfallzeiten. Es vereinfacht die täglichen Arbeitsabläufe und im Bedarfsfall haben wir Prüfprotokolle und Zeugnisse sofort auf Klick verfügbar.“ Mehr Effizienz erkennt Hilgert auch in der zukünftigen Vereinheitlichung der Prüfintervalle für Hunderte von Schlauchleitungen. Bisherige Lösungen mit Excel-Tabellen und Outlook-Benachrichtigungen hätten ausgedient. Zukünftig sollen Sensoren die Überwachung ergänzen, z.B. an Gleitringdichtungen.

plizierte Ausliefern der bestellten Ware, sondern bringen uns als Berater und technischer Problemlöser in die Abläufe des Kunden ein.“ Neben der Schlauchprüfung und weiteren individuellen Dienstleistungen wie eBusiness-Leistungen, Montage und Instandhaltungsservice, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie KanbanSystemen zeichnet sich der Technische Händler vielerorts durch eine eigene Fertigung aus, z.B. im Dichtungsbereich oder bei der Bearbeitung von Kunststoffen. Unterstützt wird der Technische Handel von den sogenannten

Nach bestandener Prüfung erhält jede Schlauchleitung eine Prüfplakette mit Zulassungsfrist.

Das Schlauchtool von Protec ist aber nur ein Baustein in einem ganzheitlichen Kundenkonzept und steht stellvertretend für die Dienstleistungsmentalität, die sich in den letzten Jahren im Technischen Handel etabliert hat. Der Fachgroßhandel strebt nämlich eine 360-Grad-Betreuung mit dem entsprechenden Know-how, Qualitäts- und Verantwortungsbewusstsein an. Protec-Geschäftsführer Dirk Haaken formuliert es so: „Das Erfolgsrezept ist ein ganzheitlicher Ansatz im Kundenservice. Das heißt, wir beschränken uns nicht auf das schnelle und unkom-

VTH-Qualitätspartnern. Dahinter verbergen sich Markenhersteller der Lieferindustrie. Im Schlauchund Armaturenbereich sind hier unter anderem Continental, Norres, Lüdecke, Trelleborg und GEKA zu nennen. Sie und rund 20 andere bekennen sich zum Fachhandel als Vertriebsweg. Übrigens: Noch mehr Infos zu diesem Fallbeispiel wird ein Video liefern, das demnächst online beim VTH (Rubrik Technischer Handel - Fallbeispiele) verfügbar sein soll. Lars Langhans, Fachjournalist www.vth-verband.de

Ralf Topp scannt bei Zentis eine Conti-Schlauchleitung. Der Protec-Fachmann ist zur Prüfung von Schlauchleitungen nach § 2 Abs. 6 BetrSichV befähigt. Bilder: VTH


ZULIEFERTEILE

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Schraubenbrüche im Gewindegang vermeiden

Muttern mit TTG können, was die Außengeometrie anbetrifft, dieselbe Form haben, lediglich das Hauptgewinde wird der vorgespannten Schraubengeometrie angepasst. Durch Geometrieverschiebungen lassen sich dabei auch Spannungseinleitungen im oberen Bereich einer Mutter erzielen. Bilder: Schaaf

Patentiertes Verfahren erzielt gleichmäßige Kräfteverteilung bei Schraubverbindungen

Daraus resultiert eine Torsionsbeanspruchung, die die Schraube zusätzlich zur Betriebslast belastet, was der eigentlichen Aufgabe kontraproduktiv entgegenwirkt. Deshalb verwendet man auch Schraubenspannvorrichtungen, Hydraulikmuttern und Multiple Stud Nuts, die nichts anderes machen, als die Schraube rein axial und torsionsfrei vorzuspannen.

Verformung des Gewindes unter Last Generell wird jedoch bei jeder Vorspannkrafterzeugung nicht nur der Schraubenschaft gelängt, sondern es wirken auch Kräfte auf das Gewinde ein. Es entsteht dabei eine Verformung des unter Last stehenden Gewindes, die der ursprünglichen Geometrie der Mutter nicht mehr entspricht. Die patentierte Idee von Schaaf besteht nun darin, aus dem hochvorgespannten Schraubengewinde eine Kopie des Profils im Mutternbereich aufzunehmen und diese auf die Mutter mit der exakten Geometrieveränderung zu übertragen. Im hochvorgespannten Zustand einer Schraubverbindung liegt nun der gesamte Flankenbereich der Schraube gleichmäßig an der Mutter mit TTG-Gewinde an. Das bedeutet: Es gibt keine Spannungskonzentrationen wie bisher in den ersten Gewindegängen, wo sich Mutter und Schraube

berühren. Stattdessen verteilt sich die Vorspannkraft gleichmäßig auf die gesamte Geometrie. Stark beanspruchte Gewinde, die meist mit zusätzlicher dynamischer Belastung beaufschlagt werden, erhalten eine Dauerfestigkeitserhöhung, eine höhere Sicherheit mit gleicher Bauteilgröße und dies bei unwesentlich erhöhten Kosten, so die Spezialisten von Schaaf. Zusätzlich resultiert aus der Geometrieanpassung ein verbessertes Setzverhalten. Durch das zeitgleiche Anlegen des gesamten

Gewindes werden Mikroverformungen innerhalb der Mutter reduziert, sodass hierfür keine Kraft verzehrt wird. Die bleibende Vorspannkraft der Verbindung steigt, wie die Experten erklären. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand C03-4 www.schaaf-gmbh.com/ deutsch/produkt/ttg.html

laufer

Wenn sich eine Schraube im hochvorgespannten Zustand befindet, sind vorher Schraubenlängung und Flanschstauchung vorangegangen. Bisher sei es, so die Spezialisten von Schaaf, nicht möglich gewesen, eine einhundertprozentige Flankenanlage mit gleichmäßiger Kraftverteilung des gelängten Schraubengewindes mit der Mutter zu gewährleisten. Denn es entsteht eine Verformung des unter Last stehenden Gewindes, die der ursprünglichen Geometrie der Mutter nicht mehr entspricht. Daraus resultiert eine Beanspruchung, die die Schraube extrem belastet und zu den bekannten Brüchen in den ersten Gewindegängen führen kann. Schaaf hat mit TTG nun ein Verfahren entwickelt, bei dem eine Kopie des Profils der hochvorgespannten Schraubverbindung im Mutternbereich erstellt und dieses auf die Mutter übertragen wird. Das bedeutet: Die Mutter wird der hochvorgespannten Schraube angepasst. Dadurch werden Spannungskonzentrationen vermieden. Außerdem liege damit, so betonen die Experten, die Mutter exakt über der gesamten Fläche an. Die Kräfte werden dabei über die gesamte Gewindegeometrie verteilt. Zu den Details: Die Aufgabe einer Schraube besteht grundsätzlich ja darin, zwei oder mehrere Bauteile zusammenzuhalten. Dabei wirkt nur die axiale Schraubenvorspannkraft. Möglich macht dies das Gewinde. Hierbei handelt es sich im Prinzip um eine schiefe Ebene, die aufgewickelt ist. Schraubt man eine Mutter auf das Schraubengewinde auf, so folgt sie dieser schiefen Ebene - der Steigung. Ist die Mutter am Flansch aufgeschraubt, erzeugt man durch weiteres Drehen durch die schiefe Ebene eine Schraubenlängung und Flanschstauchung. Diese Schraubenlängung ist die axiale Vorspannkraft und resultiert aus dem gedehnten Schraubenwerkstoff sowie der gestauchten Zwischenlage. Betrachtet man diese Vorspannkrafterzeugung, so wird in der Regel ein Drehmoment auf die Mutter ausgeübt.

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Klemmringe mit linksgängigem Gewinde Wellenbefestigungen mit linksgängigem Gewinde werden z.B. verwendet, wenn man das Risiko des Loslösens von Komponenten in Drehanwendungen reduzieren möchte. Aber linksgängige Gewinde bieten noch einen weiteren Vorteil. Sie schützen vor einer unbeabsichtigten Demontage. Der Antriebselementehersteller Ruland bietet nun Klemmringe mit linksgängigem Gewinde an. Verfügbar sind diese in einteiliger oder zweiteiliger Klemmausführung in Stahl oder Edelstahl und mit Bohrungsgrößen von 4 bis 30 Millimetern (bzw. 1/8 bis 21/4 Zoll). Diese Klemmringe eignen sich als Führungselement, als Abstandshalter, mechanischer Anschlag oder sie können auch zur Fluchtung beziehungsweise Befestigung von Bauteilen genutzt werden. Dabei kann die zweiteilige Ausführung dieser

Klemmringe ohne Demontage angrenzender Bauteile an- und abgebaut werden. Klemmringe mit linksgängigem Gewinde sind in bleifreiem 1.0736 Stahl mit einer schwarzen, firmeneigenen Brünierung sowie in Edelstahl 1.4305 mit Schrauben aus gleichwertigem Werkstoff verfügbar. Sämtliche Produkte sind RoHS3- und REACH-konform. Der Hersteller betont, dass die Klemmringe mit zweifach geschnittenen, präzisen und gratfreien Gewinden hergestellt werden. Zudem verweist er auf die streng kontrollierte Rechtwinkligkeit zwischen Stirnfläche und Bohrung; die Gesamtabweichung beträgt maximal 0,05 Millimeter bzw. 0,002 Zoll. Hierzulande sind sie über die Ptmotion GmbH erhältlich. www.ruland.com www.ptmotion.de

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Bolzen-Konfigurator erweitert Jetzt auch Bolzen mit Einstich in Echtzeit konfigurieren Wer Bolzen für eine Neukonstruktion benötigt, einen Lieferengpass hat oder einfach nur Ersatzteile beschaffen möchte, findet im Bolzen-Konfigurator von Mbo Oßwald ein praktisches Hilfsmittel. Kombinieren lassen sich Bolzenform, Material, Wellendurchmesser und Sicherungstyp mit der gewünschten frei definierbaren Länge oder Klemmlänge.

Die Dauerfestigkeit einer Schraubverbindung mit TTG ist gegenüber herkömmlichen Schraubverbindungen stark erhöht, so die Spezialisten, die dieses Verfahren entwickelt haben. Denn die Mutter und Schraubenflanken liegen zu einhundert Prozent bei der Vorspannkraft an.

Auf Basis der genannten Festlegungen, z.B. in Bezug auf die Form, das Material oder den Wellendurchmesser, berechnet der Bolzen-Konfigurator von Mbo Oßwald selbstständig die benötigten Mindestmaße. Außerdem erstellt er, der neben DIN-Bolzen auch Bolzen mit Einstich berücksichtigt, die entsprechende Maßzeichnung und zeigt Preis und aktuelle Lieferzeit an. Zu guter Letzt muss nur noch die gewünschte Stückzahl eingegeben werden. Der Clou dabei: Das ausgewählte

Sicherungselement kann in der notwendigen Stückzahl ebenfalls mit einem Klick zum Warenkorb hinzugefügt und bestellt werden. Zur Auswahl stehen laut Hersteller Bolzen mit und ohne Kopf aus Stahl oder Edelstahl. Die auf der Achse angebrachte umlaufende Nut kann dabei für diverse Standardsicherungstypen ausgelegt werden: Sicherungsscheibe DIN 6799, Sicherungsring DIN 471, SL-Sicherung, KLSicherung und Bajonett-Clip. www.mbo-osswald.de

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MESSEN & EVENTS

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Intralogistik aus erster Hand Logimat 2019: 19. bis 21. Februar in Stuttgart Die 17. internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement gilt als weltweit größte Fachmesse für Intralogistik. Sie bietet einen vollständigen Marktüberblick über alles, was die Intralogistik-Branche von der Beschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung bewegt. Ausgebucht. Die mehr als 1.600 Aussteller, die aus über 40 Ländern stammen, belegen alle zehn Hallen des Messegeländes am Stuttgarter Flughafen. Fast ein Drittel der Aussteller kommt aus dem europäischen Ausland und Übersee, was die internationale Bedeutung der Messe unterstreicht. Unter dem Motto „Intralogistik aus erster Hand: Intelligent - Effizient - Innovativ“ stellen sie ihre jüngsten Entwicklungen zur Bewältigung der Herausforderungen von Digitalisierung, Industrie/Logistik 4.0 und dem Internet der Dinge (IoT) vor. Für die drei Messetage im Februar rechnet der Veranstalter mit insgesamt rund 57.000 Besuchern. Die Hallenbelegung ist nach Ausstellergruppen gegliedert. Als stärkste Gruppe präsentieren die Maschinen- und Anlagenbauer ihr aktuelles Produkt- und Lösungsspektrum für effiziente Warenflüsse in den Hallen 1, 3, 5 und 7 sowie in einem Teilbereich der Halle 2. Im Mittelpunkt steht dabei die ganzheitlich ausgerichtete

Prozessautomatisierung mit skalierbaren Angeboten für optimierte Fertigungsprozesse kleiner Stückzahlen bis hin zur Losgröße 1 in individueller Ausprägung. Die Aussteller aus den Bereichen Verpackung, Verpackungs- und Wiegesysteme, Behälter und Kennzeichnungstechniken sind direkt gegenüber in den Hallen 4 und 6 auf der Südachse zu finden. Die Schlüsselrolle bei der Erfüllung von Anforderungen der Prozessautomatisierung und Digitalisierung fällt aber der IT zu. Die Anbieter von Softwarelösungen für die Intralogistik, zweitstärkste Ausstellergruppe, sind in den Hallen 6 und 8 zu finden. Von den Flurförderzeugen sind alle führenden Hersteller präsent. Sie stellen in den Hallen 9 und 10 Neuentwicklungen bei den Flurförderzeugen und Zubehör, Fahrerassistenz- und Flottenmanagementsystemen vor. In der Halle 7 sind schließlich noch die fahrerlosen Transportsysteme (FTS) zu finden. www.logimat-messe.de

3. FMB-Süd Augsburg Die dritte FMB-Süd findet am 20. und 21. Februar in Augsburg statt. Die Messe hat den Anspruch, das gesamte Spektrum der Zulieferindustrie für den Maschinenbau und die Produktion abzubilden und den Besuchern einen ausgewogenen Mix von Weltmarktführern und kleineren, auf einzelne Produkt- und Marktsegmente spezialisierten Unternehmen zu bieten. Mit dabei sein werden z.B. Kawasaki Robotics, ABB Stotz-Kontakt und Bihl & Wiedemann sowie Hitachi Drives & Automation. Außerdem wartet die FMB-Süd mit einem Vortragsprogramm zu folgenden Themen auf: Predictive Maintenance, Vernetzung der Fabrik (Industrie 4.0), Additive Manufacturing und Auswege aus dem Fachkräftemangel. In Abstimmung mit den Ausstellern wurden die Themenschwerpunkte definiert, zu denen es jeweils einen Block mit mehreren Vorträgen gibt. Organisiert wird das Programm gemeinsam mit den Experten des Clusters Mechatronik & Automation, zu dem sich mehr als 200 Unternehmen auf der Technologieachse Süd zusammengeschlossen haben. www.fmb-sued.de

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Maintenance Dortmund 2019 Instandhaltungsleitmesse trifft auf Pumps & Valves Am 20. und 21. Februar 2019 kommt die Instandhaltungsbranche in Dortmund zusammen zur Leitmesse der industriellen Instandhaltung. Die Messe und dessen anspruchsvolles Rahmenprogramm thematisieren unter anderem auch die Digitalisierungsprozesse in der Instandhaltung. Von Wartungsausrüstung über Ersatzteile und Antriebstechnik bis hin zu neuen Lösungen aus dem Bereich Predictive Maintenance all das und vieles mehr erwartet die Besucher der Maintenance in Dortmund. Mehr als 200 Anbieter und Aussteller sind vor Ort. Der Messeveranstalter erwartet, nachdem im vergangenen Jahr mehr als 4.000 Fachbesucher in Dortmund waren, in diesem Jahr nochmals einen Zugewinn bei den Besucherzahlen

und rechnet mit mehr als 5.000 Gästen. Mit ein Grund dafür dürfte sein, dass die Besucher, wie Befragungen ergaben, mit der letzten Messe sehr zufrieden waren - 96 Prozent bewerten die Veranstaltung mit gut oder sehr gut. Diese Ausgabe beinhaltet wieder die Messezeitung. Informieren Sie sich hier schon vorab, was es in Dortmund auf der Maintenance und der begleitenden Pumps & Valves alles zu sehen gibt. www.maintenance-dortmund.de

Bild: B&I


MESSEZEITUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

info@b-und-i.de www.b-und-i.de Westfalenhallen 20. bis 21. Februar

DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Maria Soloveva ist Event Director der Maintenance Dortmund 2019.

Liebe Leserinnen und Leser der B&I, herzlich willkommen zur Leitmesse für industrielle Instandhaltung! Die Ausrichtung von rotierenden Maschinen ist von immenser Bedeutung. Auf der Maintenance 2019 demonstrieren die Spezialisten den Einsatz der Lasermesstechnik an einem Walzenmodell.

Laser als perfekter Wellenreiter Anlagen zur Herstellung von Papier oder Kunststoffmatten bestehen aus vielen Walzen, Wellen und Kalanderwerken, die optimal aufeinander abgestimmt sein müssen. Laufen diese nicht parallel, kann z.B. die Papierbahn seitlich verlaufen oder es kommt zu Spannungen im Material. Dann muss die Maschine nachjustiert werden - teure Stillstandszeiten inklusive. Wie wichtig das perfekte Zusammenspiel von Walzen, Wellen und Kalander in diesen großen Maschinen ist, in den beispielsweise Papier, Folien oder Kunststoffmatten hergestellt werden, weiß auch Siegfried Günther, Geschäftsführer der Propulsion Engineering GmbH: „Arbeiten die verschiedenen Rollwerke nicht synchron beziehungsweise parallel, muss der Herstellungsprozess aufgrund von Störungen unterbrochen werden.“

Siegfried Günther, Geschäftsführer der Propulsion Engineering, weiß von der Bedeutung einer korrekten Ausrichtung: „Arbeiten die verschiedenen Rollwerke einer Maschine zur Papierproduktion nicht parallel, muss der Herstellungsprozess aufgrund von Störungen wie Verlaufen unterbrochen werden.“

In der Praxis bedeutet dies, dass zu den geplanten Stillstandszeiten - oft nur wenige Stunden im Monat - zahlreiche weitere ungeplante hinzukommen können, wodurch die gesamte Produktivität negativ beeinflusst ist. Um dies zu umgehen, sorgen die Spezialisten rund um Siegfried Günther mit speziellen Messmethoden für eine genaue Ausrichtung sowohl im Vorfeld einer Neufundamentierung als auch bei Montagearbeiten an einzelnen Abschnitten. Dabei nutzen die Anlagenexperten unter anderem ein Lasermesssystem, das die Werte in Echtzeit wiedergibt. Der Clou dabei: Der Messwert passt sich während der Justierung automatisch an, bis die perfekte Ausrichtung erreicht ist, sodass ohne zusätzliche Messung eine Korrektur der Walze vorgenommen werden kann. Die Spezialisten von Propulsion Engineering nutzen je nach Auftrag verschiedene Messmethoden, bei denen die Lasertechnik von Easy-Laser zum Einsatz kommt. Um beispielsweise eine große Anzahl an Objekten an langen Maschinen zu messen, kommt die klassische Parallelitätsmessung

mit Winkelprisma zur Verwendung: Dabei wird der Laserstrahl seitlich parallel zur Referenzlinie der Anlage geführt und über das Prisma in die Maschine hineinreflektiert. Der Stativaufbau sowie die Prismaumsetzung kosten in der Regel aber etwas Zeit. Deshalb bietet das Unternehmen zusätzlich die Parallelitätsmessung mit Winkeldetektoren an, bei der eine Vormontage der Messgeräte entfällt. Dadurch können auch kurze Betriebsunterbrechungen für eine Messung genutzt und einzelne Walzen eingestellt werden. Der Lasersender wird hierfür so auf einer Referenzwalze positioniert, dass der Strahl quer über die Walzen auf den Detektor zeigt. Der Laserstrahl erfasst den horizontalen und eine digitale Wasserwaage den vertikalen Winkel. Anschließend wird der Detektor einfach auf die nächste gewünschte Walze gelegt und durch erneute Messung die Abweichung von der Referenz ermittelt. „Wir können so sehr schnell und zielführend die optimale Ausrichtung der Anlage sicherstellen“, erklärt Günther. Weiter auf Seite M2

Am 20. und 21. Februar öffnet die Maintenance Dortmund ihre Tore. Zum zehnten Jubiläum ist die führende Geschäftsplattform der Branche mit über 200 Ausstellern so groß und vielfältig wie nie zuvor. Dabei geht es neben traditionellen Instandhaltungsthemen verstärkt auch um smarte Konzepte und neue Technologien. Auch im Jubiläumsjahr präsentieren wieder renommierte Unternehmen der Branche ihre neuesten Lösungen, zeigen aktuelle Trends auf und geben wichtige Antworten. Hier finden Sie das gesamte Angebotsspektrum der digitalen & industriellen Instandhaltung: von Wartungsausrüstung, Ersatzteilen und Antriebstechnik bis zu Predictive Maintenance und innovativen technischen Lösungen. Das Rahmenprogramm der Leitmesse bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten für Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und Networking. Erstklassige Vortragsreihen, Workshops, Konferenzen und moderierte Messerundgänge zu aktuellen Themen wie Digitale Transformation der Instandhaltung, Predictive Maintenance, Condition Monitoring und Ersatzteilmanagement stehen Ihnen zur Verfügung. Zum zweiten Mal findet parallel die PUMPS & VALVES, Fachmesse für industrielle Pumpen, Armaturen & Prozesse statt. Kompakt an einem Standort erwarten die Fachbesucher Trends und Lösungen für den kompletten Produktionsprozess der Prozessindustrie, von der Pumpen- und Armaturentechnik bis hin zur Prozessinstrumentierung und natürlich - der Instandhaltung. Wir wünschen allen Ausstellern und Besuchern eine erfolgreiche Messe mit zahlreichen Kontakten, spannenden Innovationen und erfolgreichen Geschäften!


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Gemeinsam sind sie besonders stark all4cloud zeigt smarte IoT-Szenarien in Verbindung mit Cloud ERP Welche Internet of Things(IoT)-Szenarien sich durch die Kombination der Cloud-ERP-LĂśsung SAP Business-By-Design und mit der integrierten InstandhaltungslĂśsung eam4cloud ergeben, zeigen die Spezialisten von all4cloud aus Viernheim auf der Leitmesse fĂźr industrielle Instandhaltung. Dort wartet das Unternehmen zudem mit einem Zukunfts-Check unter dem Motto â&#x20AC;&#x17E;Wie vernetzt arbeitet mein Service?â&#x20AC;&#x153; auf. Die Add-on-LĂśsung fĂźr das Enterprise Asset Management eam4cloud integriert sich in die Cloud-ERP-LĂśsung SAP BusinessBy-Design. Sie richtet sich an Unternehmen, die Anlagen, Gebäude, Maschinen oder Fahrzeuge instand halten und Servicedienstleister, die industrielle Instandhaltung anbieten. Alle klassischen ERP-Funktionen kommen von SAP Business-ByDesign, vom Finanzwesen Ăźbers Projektmanagement bis hin zu Marketing und Vertrieb.

Zukunfts-Check zum Thema Service Das Duo ermĂśglicht, wie die Experten betonen, die Automatisierung des Serviceprozesses: von der Erstellung der Arbeitsaufträge an einen Techniker Ăźber die Anzahl der benĂśtigten Ersatzteile bis zum AnstoĂ&#x;en des Warennachschubs sowie der damit verbundenen Bestellung und Abrechnung. â&#x20AC;&#x17E;Wenn Unternehmen den Service mit einem ERP-System verbinden, kĂśnnen sie erhebliche Effizienzsteigerungen verwirklichen. Zudem stoĂ&#x;en sie mit einem erhĂśhten Automatisierungsgrad die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse anâ&#x20AC;&#x153;, erklärt Detlef Aden, IoT- und Digitalisierungs-

experte bei all4cloud. So befähigt das Internet of Things Unternehmen beispielsweise dazu, mit Predictive-Maintenance-Services auf ganz neuen Pfaden zu wandeln. â&#x20AC;&#x17E;Unsere Kunden sagen uns immer wieder, dass gerade die tiefe Integration in das ERPSystem fĂźr diese Verbesserung sorgtâ&#x20AC;&#x153;, so Aden. â&#x20AC;&#x17E;Es bringt enorme Vorteile, wenn alle Prozesse aus sämtlichen Unternehmensbereichen in einer einzigen LĂśsung in der Cloud integriert sindâ&#x20AC;&#x153;, erläutert Aden weiter und prophezeit: â&#x20AC;&#x17E;Das Internet of Things wird die Geschäfte und die Art und Weise,

wie Unternehmen mit Partnern, Kunden und Dienstleistern kommunizieren, verändern.â&#x20AC;&#x153; Aber nur, wer alle Prozesse der Instandhaltung in seine Unternehmensprozesse einbezieht, senkt die Kosten, vermeidet ĂźberflĂźssige administrative Aufgaben und erhĂśht die Servicequalität entscheidend. Wie das geht, das erfahren die Besucher am Messestand. Dort kĂśnnen sie auch am Zukunfts-Check zum Thema Service teilnehmen. Dieser soll Fachbesuchern ein Bild vermitteln, wie sich technische Anlagen von Kunden oder die unternehmenseigene

Die Wartung muss in den Fokus rĂźcken, denn die Kunden erwarten unter anderem immer kĂźrzere Reaktionszeiten und Ausfallzeiten werden immer weniger toleriert. Detlef Aden, IoT- und Digitalisierungsexperte bei all4cloud, betont: â&#x20AC;&#x17E;Wenn Unternehmen den Service mit einem ERP-System verbinden, kĂśnnen sie erhebliche Effizienzsteigerungen verwirklichen. Zudem stoĂ&#x;en sie mit einem erhĂśhten Automatisierungsgrad die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse an.â&#x20AC;&#x153; Bild: all4cloud

Produktion besser mit dem Service vernetzen lassen. Die Cloud-Experten zeigen dabei auf, mit welchen Mitteln mittelständische Unternehmen ihre Reaktionszeiten beschleunigen, Optimierungspotenziale aus-

Fortsetzung von Seite M1 Die Ausrichtungsspezialisten sind dabei auch auf Eventualitäten vorbereitet: Blockieren etwa Objekte den Laserstrahl, so kann ßber eine spezielle Funktion eine Neupositionierung des Lasersenders während der Messung erfolgen eine freie Sichtlinie ist nicht notwendig.

Lasermessverfahren liefert Livewerte Zudem lässt sich so auf unterschiedlichen Ebenen messen, wodurch hÜhenversetzte Roll-

Das Unternehmen nutzt unter anderem die Parallelitätsmessung mit Winkeldetektor. Dadurch kÜnnen auch kurze Betriebsunterbrechungen fßr eine Messung genutzt und einzelne Walzen eingestellt werden. Bilder: Propulsion Engineering

schĂśpfen und aktiv werden kĂśnnen, bevor ein Kunde eine StĂśrung oder einen Ausfall bemerkt. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand D40-4 www.all4cloud.de

werke eingebunden werden kÜnnen. Da die Messung im Livemodus erfolgt, kÜnnen die Techniker im Zuge der Analyse eine Walze austauschen oder neu ausrichten. Die erfasste Abweichung erscheint direkt auf dem Handdisplay und korrigiert sich automatisch während der Justierungsarbeiten. Neben der Wellen- und Rollenausrichtung widmet sich das Unternehmen auch der Optimierung rotierender Maschinen und von Antriebsanlagen beispielsweise im Bereich der Schifffahrt.

Service fĂźr rotierende Maschinen â&#x20AC;&#x17E;Unabhängig vom Einsatzort umfasst unsere Dienstleistung die Analyse, Messung, Ausrichtung, Reparatur und Begleitung von Reparaturenâ&#x20AC;&#x153;, erläutert GĂźnther. Dabei arbeitet Propulsion Engineering mit den Mitarbeitern vor Ort zusammen, damit eine gute Ausrichtung der Anlage auch dauerhaft gesichert werden kann. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand B33-4 www.prop-eng.com

Hebt die Standards und setzt neue MaĂ&#x;stäbe CXTÂŽ NEO und TRUCONNECTÂŽ erhĂśhen Wirtschaftlichkeit und Komfort im Lasten-Handling: Auf Hochleistung jahrzehnte lang vertrauen. Ergonomische Bedienbarkeit, präzise Lasten-Positionierung und stufenlose Steuerung aller Antriebe des Krans erhĂśhen GLH(IÂż]LHQ],KUHU$EOlXIH'LH)UHTXHQ]XPULFKWHU7HFKQLN schĂźtzt noch besser vor VerschleiĂ&#x; und Belastung. 'XUFK7UDQVSDUHQ]JHZLQQHQ So erkennen Sie Optimierungspotenzial oder WartungsbeGDUIXPJHKHQG'HU758&211(&7ÂŽ5HPRWH6HUYLFHHUIDVVW DOOH%HWULHEVGDWHQLP.XQGHQSRUWDO\RXU.21(&5$1(6 ZHUGHQ1XW]XQJVPLW,QVWDQGKDOWXQJVGDWHQYHUNQ SIWÂą jederzeit fĂźr Sie abrufbar.

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20. - 21. 2. 2019 | 'RUWPXQG Besuchen Sie uns in Halle 4 | Stand A 12-4a

Anlagen zur Herstellung von Papier oder Kunststoffmatten zählen zu den grĂśĂ&#x;ten industriellen zusammenhängenden Maschinen. Sie kĂśnnen leicht eine Länge von 200 Metern und mehr aufweisen.


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Willkommen in Dortmund Am 20. und 21. Februar findet die Maintenance in Dortmund statt - bereits zum zehnten Mal. In dieser Zeit hat sich die Messe zur Leitmesse der industriellen Instandhaltung entwickelt. Mit ein Grund hierfür ist, dass die Veranstaltung stets die aktuellen Themen aufgreift - so auch in diesem Jahr. „Wohl kaum eine Branche wird durch die Digitalisierung so umgestaltet werden, wie die industrielle Instandhaltung“, ist Maria Soloveva, Event Director des Veranstalters Easyfairs, überzeugt. „Da ist es enorm wichtig, die aktuellen Entwicklungen hautnah kennenzulernen”, so Soloveva weiter. Und die Messe ist hierfür der geeignete Rahmen, denn die mehr als 200 Aussteller zeigen schon heute, was möglich ist und in welche Richtung sich die Instandhaltung der Zukunft entwickeln wird. Die relevanten Stichworte sind unter anderem Cloud-Lösungen, Smart Maintenance, Augmented Reality oder auch Big-Data und seine Bedeutung für eine prädiktive Instandhaltung. Passend hierzu steht auch das Rahmenprogramm unter dem Leitthema „Die digitale Transformation der Instandhaltung“. Zeitgleich findet übrigens die Pumps & Valves statt. Hier dreht sich alles um die industrielle Pumpen-, Ventiltechnik und um Industrie-Armaturen. Eine Zusammenstellung einiger der zahlreichen Messehighlights finden Sie in der Messezeitung. Ergänzend hierzu werden weitere Produkte und Lösungen, die auf der Messe zu sehen sind, in der aktuellen Ausgabe der B&I vorgestellt. Diese Artikel sind mit einem Messehinweis versehen. Veranstaltungsort: Messe Westfalenhallen, Hallen 4, 5 und 6 Rheinlanddamm 200 44139 Dortmund

Instandhaltung mitten im offenen Meer Autonomes Condition Monitoring für Nebenaggregate Die Global Tech I Offshore Wind GmbH betreibt einen Windpark in der Nordsee. Der Park mit 80 Anlagen der 5-MW-Klasse, rund 100 Kilometer von der Küste entfernt, ist 2015 in Betrieb gegangen. Überwacht wird er vom Betriebsleitstand aus Hamburg. Vor Ort im Windpark sind aber ständig rund 40 Mitarbeiter, die sich unter anderem um die Instandhaltung kümmern. Die Umgebung ist eine Herausforderung für die gesamte Technik: Starker Wind und hoher Seegang, Salzwasser, salzhaltige Luft, Nässe und Strömungen - das sind die Umgebungsvariablen für die Off shorewindenergieanlagen und die Umspannstation in der rauen Nordsee. Hier einen störungsfreien Betrieb ohne ungeplante Ausfallzeiten sicherzustellen ist nicht einfach, aber für den wirtschaftlichen Betrieb unabdingbar. Das bedeutet: Kurze Reaktionszeiten für Serviceeinsätze und eine regelmäßige Wartung sind die Grundlage, um mögliche Ausfallzeiten zu

minimieren. Deshalb sind ständig rund 40 Personen in Zweiwochenschichten durchgängig vor Ort im Windpark. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der Park so weit vom Festland entfernt ist. Dazu zählen die Servicetechniker der Windkraftanlagen genauso wie die gut zehn Global Tech I Mitarbeiter, die für den Betrieb und die Instandhaltung der Plattform zuständig sind. Hierfür bietet die Umspannstation nicht nur entsprechende Wohnbereiche, sondern auch einen Krankenbereich mit Rettungsassistenten und Telemedizin, eine eigene „Feuer-

Der Park hat eine Nennleistung von 400 MW und verfügt über eine eigene parkinterne Offshoreumspannstation, auf der der 33-Kilovolt-Drehstrom der Windkraftanlagen auf 155 Kilovolt umgespannt wird. Bild: Global Tech I Offshore Wind GmbH

Instandhaltung offshore sind erheblich höher als bei Onshorewindenergieanlagen. Bei hohem Wellengang können beispielsweise die Servicetechniker nicht mehr per Schiff, sondern nur noch per Helikopter auf den Anlagen abgesetzt werden. Das ist entsprechend teuer, aufwendig und erfordert auch speziell ausgebildete Mitarbeiter. Deshalb finden die großen Wartungsarbeiten auch in den Sommermonaten statt.

40 Mann sind ständig vor Ort Um die Planung, Durchführung und Dokumentation der Instandhaltung der Anlagen qualifiziert zu unterstützen, setzt der Betreiber auf ein EnterpriseAsset-Managementsystem. In der Bauphase arbeitete man mit einem sehr kompakten Instandhaltungssystem eines kleineren Anbieters. Dieses erfüllte aber lediglich die Minimalanforderungen der Instandhaltung. Daher suchte das Unternehmen für die Betriebsphase ein System, das nicht nur möglichst viele Geschäftsprozesse über die KernEAM-Funktionalität hinaus unterstützt (insbesondere Lagerintegration, Finanzintegration), sondern auch die Anlagenstruktur des Windparks vollständig abbilden kann. Wichtig war den Verantwortlichen außerdem die revisionssichere Einbindung von Dokumenten über die Anbindung eines DokumentenmanagementSystems. Weiter auf Seite M4

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Anreise: Vom Dortmunder Hauptbahnhof gelangen Sie mit der U-Bahn U 45 (Richtung Westfalenhallen) bis zur Haltestelle „Westfalenhallen“. Aus der Innenstadt brauchen Sie mit der U 46 (Richtung Westfalenhallen) fünf Minuten. Für alle, die mit dem Auto anreisen, stehen Parkplätze in ausreichendem Maß zur Verfügung. Eintritt: Das Zweitagesticket für die maintenance Dortmund 2019 kostet regulär 30 Euro. Leser der B&I erhalten aufgrund der Medienkooperation mit dem Messeveranstalter kostenlosen Eintritt und zwar mit dem persönlichen Einladungscode 4065. Benutzen Sie diesen Code, um sich online zu registrieren und sparen Sie den Eintrittspreis.

wehr“ und einen Helikopterlandeplatz mit Tankstelle. Die Kommunikation erfolgt über Seefunk und Tetra-Betriebsfunk sowie über Mobiltelefonie; ein entsprechender Funkmast wurde hierfür extra auf der Umspannstation installiert. Die Kommunikation mit der Betriebsleitstelle an Land hingegen erfolgt über einen Lichtwellenleiter in Echtzeit. Um diesen komplexen Anforderungen der Instandhaltung eines Offshorewindparks gerecht zu werden, bedarf es spezieller Service- und Wartungskonzepte, denn die Anforderungen an die

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Fortsetzung von Seite M3 Für den Auswahlprozess eines geeigneten EAM-Systems wählte Global Tech I den Weg einer Ausschreibung und zwar unterstützt durch einen externen Auswahlberater. Dabei waren alle Fachabteilungen in die Erstellung eines internen Pflichtenheftes eingebunden. Im Rahmen des Anforderungskatalogs präsentierten dann die Anbieter die geforderten Showcases. Die Entscheidung fiel letztendlich auf das System IBM Maximo und zwar in Verbindung mit den Modulen des Insight Control Panels der GIS mbH. Diese Kombination erlaubt die flexible Abbildung der Anlagenstrukturen des Windparks, bietet die Stabilität einer Standardlösung der IBM und reduziert durch Abdeckung vieler Anwendungsfälle im Standardprodukt die Anpassungsaufwände. Als Projektpartner für die Einführung und Anpassung entschieden sich die Verantwortlichen ebenfalls für die GIS, unter anderem auch deshalb, weil diese Spezialisten mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Instandhaltung von energieerzeugenden Anlagen haben. Projekte in dieser Größenordnung wurden von den Spezialisten in der Vergangenheit bereits routiniert abgewickelt. Verstärkt wurde die GIS übrigens durch die EAM Software GmbH, ein auf das Thema Enterprise Asset Management spezialisiertes Unternehmen, das unter anderem sein Datenmigrationstool in das Projekt mitintegriert. Zum Einsatz kommt das nun installierte EAM bei verschiedenen Nutzergruppen: Dazu gehören offshore die Instandhaltungscrew im Windpark und auf der Umspann-

station sowie onshore der Betriebsleitstand und die Fachabteilungen am Unternehmenssitz in Hamburg. Das System ist rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche im Einsatz. Downtimes werden daher nach Möglichkeit in Phasen verlagert, in denen aufgrund der betrieblichen Abläufe der Instandhaltung wenig oder keine EAM-Nutzung anfällt.

Partnersysteme integriert Ein EAM wird selten allein genutzt. Auch bei Global Tech I kommen zwei wichtige Partnersysteme, die über Schnittstellen angebunden sind, zum Einsatz. Zum einen sind die kaufmännischen Abläufe inklusive Lagerhaltung (Zollabwicklung etc.) in Navision Dynamics abgebildet. Die Schnittstellenanbindung sorgt dafür, dass Materialplanung, Materialanforderung und Materialverbrauchsmeldungen im Maximo erfasst werden können. Das bedeutet für die Instandhalter: Sie müssen im Tagesgeschäft nicht auf das Navision zugreifen. Zum anderen ist für die Dokumentenablage das Dokumentenmanagementsystem ELO angebunden. So wurde firmenweit eine einheitliche Dokumentenablage realisiert und eine Verfügbarkeit aller Dokumentationen zu Anlagen und Prozessen sichergestellt. Auch hier können alle für den Arbeitsprozess notwendigen Dokumente direkt über das Maximo abgerufen werden. Die Instandhaltung eines Offshorewindparks ist mit einer Vielzahl von externen Einflüssen

konfrontiert. Vorrangig sind hierbei die Wettereinflüsse zu nennen, denn viele Arbeiten sind bei starkem Seegang schlicht und einfach nicht möglich. Im Übrigen sind gerade die Starkwindsituationen betrieblich so wertvoll, dass die mit der Instandhaltung verbundenen Ausfallzeiten möglichst bei Schwachwind stattfinden sollten. Und selbst reguläre Arbeiten wie das Entladen des Versorgungsschiffes benötigen kurzzeitig alle vor Ort verfügbaren Kräfte. Das bedeutet: Instandhaltungsarbeiten müssen dann unterbrochen oder verschoben werden. Das EAM-System eines Windparks muss daher eine flexible Abarbeitung der anstehenden Aufgaben unterstützen und parallel eine Verfolgung aller sicherheitskritischen Arbeiten gewährleisten.

Anwendungsszenarien Die Instandhaltung vorzuplanen ist hier alternativlos, denn Material- und Personallogistik brauchen Vorlaufzeiten. Im Offshorebereich ist diese Problematik nochmals verschärft, denn kurzfristige Materialnachlieferungen per Helikopter sind um ein Vielfaches teurer als die reguläre Belieferung per Versorgungsschiff. Eingesetzt wird daher kein starrer Arbeitsworkflow mit stundengenauer Planung, sondern eine tagesgenaue Planung, um zu ermitteln, welche Aufgaben innerhalb des nächsten vierzehntägigen Einsatzzeitraums der Offshorecrew durchgeführt werden sollen und können. Und hier arbeiten Offshore- und Onshore-

SEE VITAL SIGNS. TAKE VITAL ACTION.

Unter anderem wird auch die Unterstützung der strategischen Instandhaltungsplanung im Rahmen des Projekts ständig optimiert. Bilder: GIS

kollegen mittels des IBM Maximo Hand in Hand: Die Instandhaltungsplaner in Hamburg erledigen Auftragsplanung und Auftragsvorbereitung, der technische Koordinator aus dem Offshoreteam übernimmt die Ausführungskoordination offshore. Bei der Planung werden sowohl kontinuierlich durchgeführte Instandhaltungsarbeiten als auch gebündelte Großaktionen wie die wetterbedingt im Sommer stattfindenden Kampagnen berücksichtigt. Dazu zählen z.B. die wiederkehrenden Prüfungen der Anlagen, die auf Anforderung der zuständigen Behördedes Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie durchgeführt werden. Mit der sich anschließenden Dokumentation der Arbeitsdurchführung im Maximo ist die Grundlage für diverse Auswertungen und Abfragen gelegt. So kann z.B. eine behördentaugliche Dokumentation erstellt werden, welche die relevanten Instandhaltungen für die Standfestigkeit der Anlagen nachweist. Eine Auswertung der Instandhaltungskosten, heruntergebrochen auf die einzelnen

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Teile der Anlage, ist ebenso realisierbar wie die gezielte Auswertung von Störungen. Wichtig ist gleicherweise eine Integration der Arbeitsberichte von externen Dienstleistern, deren intensive Einbindung charakteristisch in der Windbranche ist.

Projektdetails Als Methode wählten Global Tech I und GIS die Nutzung agiler Techniken in Kombination mit Festpreisabsprachen für konkrete Projektphasen. So sind Budgetsicherheit und agiles Vorgehen parallel möglich. Dadurch können wiederum verfrühte Festlegungen vermieden und Priorisierungen in jeder Projektphase an die weiterentwickelten betrieblichen Anforderungen angepasst werden. Diesem Vorgehen kommt zugute, dass Maximo als Standardsoftware die schrittweise Erweiterung der Nutzung gewährleistet. Die erste produktive Nutzung war so innerhalb von fünf Monaten erfolgt - inklusive der Integration der Partnersysteme Navision und ELO. Dabei wurde eine gleichzeitige Inbetriebsetzung mit der Einführung der Bestellprozesse im Navision erreicht, was wichtig war, um durchgängig Materialbestellungen für die Instandhaltung abwickeln zu können. Dazu musste die Schnittstellenimplementierung in kürzester Zeit erfolgen und eine systemübergreifend abgestimmte Datenmigration geleistet werden. Hilfreich hierbei war, dass mit dem EAM Data Tool ein flexibles Werkzeug für die Datenimporte zur Verfügung stand. Folgend auf die erste produktive Nutzung wurden bereits zwei Entwicklungsphasen mit einer Erweiterung des Funktionsumfangs des IBM Maximo abgeschlossen. Auch mobile Anwendungen mittels des GIS Insight Mobile wurden kürzlich eingeführt: Dabei wurden Arbeitsprozesse wie Rundgangsdurchführung, Auftragsfreigaben und Einlagerungen bzw. Umlagerungen abgebildet. Diese Arbeitsschritte werden direkt im System dokumentiert. Für die weiteren Phasen sind die Einbeziehung weiterer Fachabteilungen sowie die Integration weiterer Drittsysteme wie des SCADA-Systems und der Arbeitsberichte geplant. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand B11-4 www.gis-systemhaus.de


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Zuverlässig heben an 312 Tagen im Jahr Konecranes macht Containerkran in Mannheimer Terminal fit für die Schwerstarbeit Der Ablauf ist immer der gleiche: Container werden vom Schiff auf die Schiene oder den Lkw gehoben und umgekehrt: 24 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. Im Trimodal-Terminal von Contargo in Mannheim stehen die Krane fast nie still. Sie müssen daher immer zuverlässig und sicher funktionieren. Konecranes hat nun einen der fünf bis zu 40 Tonnen hebenden Krananlagen des Mannheimer Terminals umfassend modernisiert - und zwar im laufenden Betrieb. Täglich werden Millionen von Tonnen Fracht unterschiedlichster Art in Deutschland bewegt, über die Straße und Schiene oder auch mit Frachtschiffen auf den Flüssen. Die Berührungspunkte der verschiedenen Transportmittel spielen in diesem komplexen System der Logistik die Schlüsselrolle: Nur wenn es hier reibungslos funktioniert und es beispielsweise beim Löschen der Fracht zu keinen Verzögerungen kommt, erreichen die Lieferungen just in time ihre Empfänger. Vor allem an den trimodalen Terminals, also dort wo sich Straße, Schiene und Fluss treffen, muss Die von Konecranes modernisierte Huballes reibungslos funktionieren, werksbremse macht den Dauerbetrieb noch sicherer; und das ist wichtig, denn beim wobei das Umladen der Container Rund-um-die-Uhr-Betrieb an sechs Tagen pro durchaus anspruchsvoll ist. Das Woche kommt es vor allem auf ZuverlässigStandardmaß ist hier der 20-Fußkeit und Geschwindigkeit an. Umso schneller ISO-Container. Voll beladen wiegt die Container bewegt werden, desto proer mehr als 20 Tonnen. duktiver ist das Terminal. Das Terminal in Mannheim hat der fünf großen Containerkrane eine Lagerkapazität von 8.200 20von Contargo Rhein-Neckar für die Fuß-Containern. Sind sie komplett Schwerstarbeit modernisiert. gefüllt, ergibt das umgerechnet „Als eines der führenden eumehr als 164.000 Tonnen Fracht. ropäischen HinterlandlogistikDie Containerkrane am Terminal in Netzwerke transportieren wir 2,3 Mannheim müssen also einiges Millionen Container im Jahr“, erstemmen; und das im 24-Stundenklärt Monir El Khiari, Technischer Betrieb an sechs Tagen in der Leiter bei der Contargo RheinWoche. Nun hat Konecranes einen

Unter die Lupe genommen: Die Kranspezialisten konzipierten das neue Hubwerksgetriebe für den Titan 3 gemeinsam mit SEW-Eurodrive.

Neckar GmbH. Für die Modernisierung von Titan 3, einem 40Tonnen-Containerkran, arbeitet Contargo mit Konecranes zusammen. Dabei wurden zentrale Komponenten wie das Hubwerksgetriebe und die Drehwerksantriebe der Laufkatze ersetzt und verschiedene weitere Bauteile erneuert. „Die Krane am Terminal von Contargo stehen fast nie still. Verschleiß an Teilen wie dem Hubwerksgetriebe und den Drehwerksantrieben ist deshalb unvermeidlich“, erläutert Andreas Richter, Regionalleiter bei Konecranes in Karlsruhe. „Unsere Aufgabe war es, nach der Prüfung des Containerkrans alle benötigten Ersatzteile schnell zu beschaffen und dabei Komponenten mit maximaler Lebensdauer zu wählen, für eine hohe Verfügbarkeit“, ergänzt Mathias Heyer, Field Supervisor bei Konecranes. Vor allem bei den Drehwerksantrieben ergeben sich dabei häufiger Herausforderungen; das wissen die Spezialisten aus Erfahrung. „Bei älteren, einzeln angefertigten Kranen kommt es oft vor, dass es keine Ersatzteile mehr für

Das trimodale Terminal von Contargo verbindet Mannheim mit großen Seehäfen wie Hamburg, Antwerpen und Rotterdam. „Jeder Stillstand kostet uns und unsere Kunden viel Geld“, betont Monir El Khiari, Technischer Leiter bei der Contargo Rhein-Neckar GmbH, und ergänzt: „Deshalb ist es bei Modernisierungen unserer Krane sehr wichtig, dass der laufende Betrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.“ Bilder: Konecranes

die Antriebstechnik gibt. Auf solche Fälle sind wir immer vorbereitet und haben entsprechend schnell Ersatz“, so Heyer. So kann dank der jetzt verbauten Demag-Motorgetriebeeinheiten der Kranführer nun das Drehwerk stufenlos kontrollieren. Zum neuen Antrieb gehören zudem eine neue Lagerung und neue Laufräder. Weil darüber hinaus ein Schaden in einer der Getriebestufen festgestellt wurde, hat Konecranes auch das Hubwerksgetriebe komplett ausgetauscht. Für das alte Getriebe gab es ebenfalls keine Ersatzteile mehr. „Die Getriebestufen nach Muster einzeln herzustellen, hätte bis zu sechs Monate gedauert. Der Kran wäre also ein halbes Jahr außer

Die Experten haben für die Überholung der acht Meter langen Hubwerkstrommel einen Partner mit einer entsprechend großen Drehmaschine parat.

Betrieb gewesen“, verdeutlicht Mathias Heyer das Problem und betont: „Das wollten wir unter allen Umständen vermeiden.“ Die Spezialisten konzipierten deshalb gemeinsam mit den Antriebsexperten von SEW-Eurodrive ein ganz neues Getriebe. „Die Herstellung dauerte nur vier Wochen, damit konnten wir den Stillstand des Containerkrans so kurz wie möglich halten“, erläutert Andreas Richter.

Terminalkrane stehen fast nie still Ein Grund für die schnelle Herstellung war der reibungslose Austausch zwischen Konecranes, Contargo und SEW-Eurodrive. „Dank der hervorragenden Zusammenarbeit konnten wir den Stillstand auf insgesamt nur zwei Monate begrenzen“, betont Andreas Richter. Eine derartige Modernisierung bietet dem Kranbetreiber auch immer die Gelegenheit, wichtige kleinere Teile zu erneuern. So verfügt der Titan 3 jetzt über eine komplett neue Schleppkabelanlage zur Katze samt Doppel-TProfilträgern. Auch die in einer Drehmaschine überholte Hubwerkstrommel ist für viele Jahre Dauerbetrieb gerüstet. „Mit acht Meter Länge passt die Trommel nicht in jede Maschine. Aber wir sind auch auf solche großen Komponenten vorbereitet und arbeiten dafür mit Spezialfirmen zusammen“, bestätigt Heyer. Übrigens: Weitere Modernisierungsarbeiten sind bereits in Planung: Die vier Portalfahrgetriebe eines weiteren Krans am Mannheimer Terminal sollen erneuert werden. Was die Kranspezialisten im Bereich Service und Modernisierung zu bieten haben, zeigen und erklären sie auf der Messe, aber natürlich informieren die Spezialisten auch über ihr Komplettangebot im Bereich des Hebens und Transportierens von Lasten. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand A12-4 www.konecranes.de und SEW-Eurodrive Halle 4, Stand D06-4 www.sew-eurodrive.de


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Instandhaltungssoftware als Mehrwertgarant Durch den Einsatz von Wartungsplanern ergeben sich neue Möglichkeiten Industrie 4.0: Die digitale Informations- und Kommunikationstechnik sowie die Virtualisierung sind der Schlüssel hierzu. Dabei entstehen durch komplexer werdende Systeme und die zunehmende Verarbeitung von Sensorik immer mehr Produkte mit wachsender Funktionalität. Die digitalen Wartungsplaner, wie sie derzeit im Störungs-, Wartungs- und Objektmanagement sowie in der Ressourcenplanung in Industrie, Wirtschaft, Medizin, Pflege, Ver- und Entsorgung eingesetzt werden, halten hier Schritt. Welche Bedeutung die Instandhaltung hat und zukünftig noch haben wird, zeigt sich am Beispiel einer CNC-Fräse. Die Zuverlässigkeit der Werkzeuge ist in diesem Bereich die Grundvoraussetzung für ein tadelloses Endprodukt. Schon kleinste Ungenauigkeiten haben eine verheerende Auswirkung. Deshalb stoppt die Maschine im laufenden Betrieb, wenn das eingesetzte Werkzeug das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Die Instandhaltungsmaßnahme, nämlich das Werkzeug der Fräse auszutauschen, muss nun umgehend getroffen werden, denn der Produktionsprozess ist solange ungeplant gestoppt; und das Werkstück wird zum Ausschuss. Wenn die Informationen zum eingesetzten Werkzeug aber nur im Intranet oder einem Tabellenkalkulationsprogramm abrufbar sind, entstehen zusätzliche Ausfallzeiten und Überstunden - vor allem dann, wenn die Informationen zum passenden Ersatzteil, den Lagerbeständen sowie Dokumentationen zu Wartung und Reparatur erst recherchiert werden müssen. Spätestens dann sind die Produktions- und Kostenziele in ernsthafter Gefahr. Dabei könnte es ganz anders laufen, denn mittels einer modernen Instandhaltungssoftware können schon heute Informationen zwischen Anlagen und Instandhalter ausgetauscht und dokumentiert werden. Bleiben wir bei den CNCFräsmaschinen. Hier setzen Sensoren die Steuerung beispielsweise über den aktuellen Status der eingesetzten Wellen und Werkzeuge in Kenntnis. In Echtzeit werden die Daten ausgewertet, Schlüsse gezogen und darauf reagiert. Zusätzlich dokumentiert die Software sämtliche Vorgänge bezüglich Wartung und Reparatur automatisch. Die Softwarelösung TOM ist beispielsweise ein Computerized Maintenance Management System (CMMS, auf deutsch Instandhaltungsplanungs- und -steuerungssystem IPS), das eine praxisorientierte Instandhaltung, Wartung und Dokumentation verlässlich und unkompliziert ermöglicht. Dabei schafft Instandhaltung 4.0 kurz- und mittelfristig völlig neue Möglichkeiten in diesem Bereich: Werden beispielsweise präzise Angaben der Hersteller, Anwender und Instandhalter gebündelt, ausgewertet und richtig interpretiert, entsteht ein erheblicher Mehrwert für alle Beteiligten. Durch den Einsatz spezieller Sensorik an der CNC-Fräse können sämtliche gesammelten Daten vom verwendeten Werkstoff über Schnittgeschwindigkeit und Zu-

stand der Welle bis hin zum verwendeten Kühlmittelschmierstoff - in Echtzeit gewonnen, weitergeleitet und vom System verarbeitet werden. Das bedeutet: Bereits die ersten Zeichen der Abnutzung, wie zum Beispiel minimale Unwuchten, werden sofort erkannt. Der Austausch wird so vor dem Ende der Lebensdauer geplant. Teile können bestellt und der Austausch genau terminiert werden. Parallel dazu dokumentiert die Software alle Informationen und Abläufe. Ungeplante Ausfallzeiten oder Schäden bleiben aus. Personelle Ressourcen werden geschont und kommen effektiver zum Einsatz. „Erst neulich hatten wir Mitsubishi Electric wegen einer Kooperation auf Basis ihrer Sensoren für die Industrie im Haus. Diese Sensoren sind für die Erfassung der minimalen Unwuchten in Wellen gedacht“, bestätigt Christian Wendler, Geschäftsführer der M.O.P GmbH Zwickau und zuständig für die TOM Instandhaltungssoftware. Es ist also schon sehr klar, in welche Richtung die Entwicklung der TOM Instandhaltungssoftware gehen wird. Welches Wertschöpfungsnetzwerk für alle Beteiligten die Software bereits heute bietet und was kurz- und mittelfristig an Weiter-

entwicklungen geplant ist, darüber informieren die Softwareexperten auf der Messe in Dortmund. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand A16-4 www.tom-instandhaltungs software.de www.mop-zwickau.de

Industrie 4.0 bedingt die automatisierte Bündelung von Informationen über den Zustand und die Arbeitsweise der Maschinen und Anlagen zwischen Hersteller, Betreiber und dem Wartungsbereich. Durch den Einsatz von Instandhaltungssoftware ist die gezielte Planung von Wartungsprozessen und deren Maßnahmen effizient möglich. Bild: M.O.P GmbH

Ruwac zeigt vielseitige Sauger für die industrielle Instandhaltung Die Profis für Industriesauger und Absauganlagen von Ruwac sind mit einer ganzen Reihe an unterschiedlichen Saugern auf der Messe vertreten. Je nach Baureihe und Konfiguration eignen sich diese mobilen Sauger beispielsweise zum Aufsaugen von Stäuben, Metallspänen und Flüssigkeiten.

Auch für explosionsfähiges Sauggut Mit einigen Geräten lässt sich sogar explosionsfähiges Sauggut aufnehmen. Auch für andere Arten von Gefahrstoffen sowie für besonders voluminöse Materialien oder für das Aufsaugen von Flüssigkeits-Feststoff-Gemischen stehen Sauger zur Verfügung, die speziell für diese Aufgaben entwickelt wurden.

Mobile Sauger lassen sich für unterschiedliche Aufgaben in der industriellen Instandhaltung einsetzen. Bild: Ruwac

Damit können die Sauger praktisch in sämtlichen Aufgabenfeldern der industriellen Instandhaltung eingesetzt werden, zumal diverses Zubehör zur Verfügung steht, mit dem sich typische

Maintenance-Aufgaben wie z.B. das Absaugen von Schmierstoffen und Öl(-schlamm) aus Anlagen, das Reinigen von Kühlrippen und Wärmetauschern oder die Bodenreinigung im Umfeld von Maschinen und Anlagen nach der Erledigung von Wartungsarbeiten laut Hersteller besonders einfach erledigen lassen. Viele Instandhaltungsabteilungen und Industriedienstleister nutzen Ruwac-Sauger auch deshalb, weil die Sauger mit einem Minimum an Wartung und Instandhaltung auskommen, so der Hersteller. Die in Deutschland produzierten Geräte seien laut Aussage des Herstellers außerdem für ihre lange Lebensdauer bekannt - auch bei nicht allzu pfleglicher Behandlung. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand A08-4 www.ruwac.de

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Perfektes Ausrichten von XXL-Kupplungen Mit richtigem Equipment und Know-how sind auch Turbokupplungen kein Problem Für das Ausrichten von groß dimensionierten Kupplungen funktioniert herkömmliches Equipment, das zum Ausrichten von Wellen eingesetzt wird, basierend auf Spannkettenvorrichtungen und Magnethalterungen, gar nicht oder nur bedingt. Wie ein Ausrichten dennoch möglich ist, was dafür notwendig ist und wie es funktioniert, erklären die Spezialisten von Prüftechnik. Eine Turbokupplung ist so aufgebaut, dass der Kraftschluss zwischen der ein- und der ausgehenden Welle per Fluiddynamik über-

tragen wird. Der Motor treibt also ein Schaufelrad an, das eine Flüssigkeit per Zentrifugalkraft in ein gegenüberliegendes Schaufelrad

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befördert. Durch die kinetische Energie der Kupplungsflüssigkeit wird das zweite Schaufelrad angetrieben und so die Kraft des Motors auf die Maschinenantriebswelle, die an das zweite Schaufelrad montiert ist, übertragen. Der Kraftschluss erfolgt durch die Flüssigkeit in der Turbokupplung. Wie und warum derartige Turbokupplungen eingesetzt werden, erklärt ein Beispiel: Hierbei sei ein Motor der Initiator einer Rotationskraft zum Antrieb einer Maschine. Diese Maschine muss jedoch behutsam mit langsam steigendem Drehmoment hochgefahren werden. Und - und das ist die Besonderheit - sie kann im Betrieb und zwar bereits bei niedrigen Drehzahlen, jederzeit spontan, ungewollt mechanisch zum abrupten Stillstand kommen. Wäre der Motor nun mit der Maschine über eine feste Verbindung gekoppelt, z.B. per Lamellen- oder Klauenkupplung, hätte ein abrupter Stillstand jedes Mal gravierende Folgen für den Motor, die Kupplung, sämtliche Motorlager und eventuell für das Motor- und Maschinenfundament. Um diese mechanischen Schäden durch spontanen, abrupten Stillstand zu vermeiden und die Maschine dennoch effektiv zu betreiben, wird eine Turbokupplung (lat. turbare = drehen) zwischen Motor und Maschine installiert. Wird die Maschine nun abrupt gestoppt, kommt das angekoppelte Schaufelrad zwar ebenso abrupt zum Stillstand, das Schaufelrad auf der Seite der Motorwelle ist davon jedoch nicht betroffen; zumindest wird die dabei auftretende Energie so stark von der Kupplungsflüssigkeit absorbiert, dass die Kupplung sowie der Motor und seine Komponenten keinen Schaden dabei erleiden. Sobald die Blockade an der Maschine gelöst ist, kann der Motor wieder anlaufen und über die Turbokupplung die Maschine antreiben. So gut eine Turbokupplung für verschiedenste Maschinentypen funktioniert, so kompliziert kann es sein, eine solche Kupplung auszurichten, denn Turbokupplungen

Der Sechskantklemmer ALI BV 26.x wird auf einen der vielen Gehäuseverschraubungen aufgesteckt und per Arretierstift befestigt. Das Messgestänge (li.) wird per Kettenspannvorrichtung wie gewohnt auf der Welle befestigt. Bilder: Prüftechnik

besitzen in der Regel einen großen Durchmesser (ab circa 40 Zentimeter). Herkömmliche Laserausrichtgeräte werden mit einer Kettenspannvorrichtung um die Welle gespannt, um sie zu fixieren. Bei einem solchen Kupplungsumfang gelangen viele Spannketten aber an ihre Grenzen. Generell gilt: Ein Drittel der Kettenlänge entspricht dem maximalen Wellen- oder Kupplungsdurchmesser. Man könnte zwar längere Ketten produzieren und verwenden, jedoch muss auch die Gegenseite mitbedacht werden: Auch das Gegenstück des Lasermesssystems muss auf der wesentlich tiefer sitzenden Antriebswelle montiert werden. Daraus ergibt sich, dass sehr lange Messgestänge und sehr lange Spezialketten eingesetzt werden müssten. Abgesehen von der komplizierten und lange dauernden Montage kommt ein weiteres Problem hinzu: ein Platzproblem. Denn Turbokupplungen haben, wie bereits angesprochen, große Dimensionen. Entsprechend müssen sie platzsparend verbaut werden. Zusätzlicher Platz für aufgebrachte Laserausrichtsysteme ist in den allermeisten Fällen nicht vorgesehen. Daher müssen die Messeinrichtungen, also der Laser und Sensor, intelligent und sicher am Kupplungsgehäuse angebracht werden. Prüftechnik hat für diesen speziellen Kupplungstyp ein besonderes Verfahren zum Befestigen der Ausricht-Laser-/Sensor-Einheiten entwickelt. Bei den Turbokupplungen ist der stirnseitige Kupplungsbereich im

Das einfach zu montierende System kann übrigens auch an allen Kupplungstypen, nicht nur ausschließlich an Turbokupplungen eingesetzt werden. Selbst an Verbrennungsmotoren eingesetzten Kupplungen kommt diese Lösung häufig zum Einsatz.

Flanschbereich in aller Regel mit zahlreichen Gehäuseverschraubungen bestückt. Die Messeinheit der Messtechnikspezialisten aus München kann nun mit dem sogenannten Sechskantklemmer (ALI BV 26.x) sicher auf den Kopf einer Gehäuseschraube montiert werden. Auf diese Weise lässt sich der Messgerätaufnehmer (ALI.BV 26) sicher und vor allem platzsparend an der Stirnseite der Turbokupplung befestigen.

Das zweiteilige Gehäuse der Turbokupplung besteht aus Aluminium. Magnethalterungen können hierauf nicht haften.

Der Sechskantklemmer ist dabei in verschiedenen Größen für die jeweils entsprechende Schlüsselweite des Schraubenkopfes erhältlich: 19, 24, 30, 36, 46 und 55 Millimeter. Das Gegenstück der Messeinheit kann wie gewohnt auf der entsprechenden Welle per Kettenspannvorrichtung montiert werden. Allerdings muss beachtet werden, dass das Gestänge des Messgerätaufnehmers entsprechend lang ist, damit Laser und Sensor auf derselben Höhe ausgerichtet sind. Folglich heißt das: Je kleiner der Wellendurchmesser, umso länger muss das Gestänge des Messgerätaufnehmers sein, um mit dem Gegenstück des Messgeräts per Laserstrahl „kommunizieren“ zu können. Wichtig: Obwohl die teils sehr wuchtig dimensionierten Turbokupplungen zwar massiv aussehen, besteht zwischen der Motorwelle vom Motor kommend und der Maschinenwelle, die die Kraft in die Maschine überträgt, im Ruhemodus kein Kraftschluss. Entsprechend muss der Messmodus auf dem Computer des Ausrichtgeräts gewählt werden. Sowohl der Sweep-Modus wie auch der Mehrpunkt-Modus können hier angewendet werden. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand B10-4 www.pruftechnik.com


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Instandhaltung profitiert von kurzen Wegen Wie BSH Hausgeräte ihre SAP-Landschaft vereinfacht und die Instandhaltung integriert Die BSH Hausgeräte GmbH ist mit rund 61.000 Beschäftigten eines der weltweit führenden Unternehmen der Branche und der größte Hausgerätehersteller in Europa. Das Produktangebot reicht von Herden, Backöfen und Dunstabzugshauben über Geschirrspüler, Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke bis hin zu kleinen Hausgeräten wie Staubsaugern, Kaffeevollautomaten oder Küchenmaschinen. Die Instandhaltung wird über SAP EAM abgewickelt, allerdings mithilfe einer ergänzenden Suite, die ohne zusätzliche Hardware oder Datenbanken auskommt und dennoch mit zahlreichen Vorteilen überzeugen kann. Neben den Globalmarken Bosch und Siemens sowie Gaggenau und Neff umfasst das Markenportfolio von BSH auch die lokalen Marken Thermador, Balay, Profilo, Constructa, Pitsos, Coldex und Zelmer. Seit Januar 2015 gehört die BSH zu 100 Prozent zur BoschGruppe; produziert wird in Europa, Amerika und China. Die Spezialisten aus der Instandhaltung von BSH müssen dabei nicht nur die gesamten Fertigungsstraßen, Werkzeuge und Gebäude warten, sondern auch die Versorgungsanlagen und die Haustechnik. Als langjähriger SAPAnwender verwendet der Hersteller dafür in Europa seit über zwanzig Jahren SAP EAM (Enterprise Asset Management ehemals Plant Maintenance). In den USA kommt diese Softwarelösung seit 1995 und in China seit drei Jahren zum Einsatz. Aufgrund der Unternehmensgröße ist das SAP-ERP-System allerdings auf mehrerlei Art aufgeteilt: Es gibt zwei Entwicklungssysteme für Customizing und Programmentwicklung, eines für Europa und eines für Amerika und China, die dann in den Regionen in jeweils ein eigenes Fabrikenproduktionssystem eingehen. Daneben existieren verschiedene weitere parallele Produktivsysteme wie z.B. FI/CO, CMD, SRM, Service …, die rege miteinander kommunizieren. Seit einigen Jahren schon ist die BSH dabei, diese aufwendige SAPLandschaft zu vereinfachen und die Prozesse weltweit zu vereinheitlichen. Gab es früher z.B. für jedes Werk ein eigenes SAPSystem, so wurden diese in Europa zwischen den Jahren 2003 und heute in einem einheitlichen SAPnet-F-System zusammengeführt. Die Standorte in den USA arbeiten seit 2016 gemeinsam auf dem neuen Fabriksystem, in eigener Produktivlandschaft. Zeitgleich mit der kompletten Übernahme des Hausgeräteherstellers durch die Robert Bosch GmbH im Januar 2015 rückte das Thema Industrie 4.0 stärker in den

Die Instandhaltungssuite OPRA, wie sie unter anderem bei BSH zum Einsatz kommt, bietet unter anderem einen mobilen Zugriff. Bilder: IT-Informatik

Mittelpunkt. Teile der Produktion werden auf Manufacturing-Execution-Systeme (MES, also prozessnah operierende Ebene eines mehrschichtigen Fertigungsmanagementsystems) verlagert, „oder auch die Fertigungsleitebene, wie man früher sagte“, erklärt Peter Zischler, SAP/PM IT Produktmanager bei der BSH. Zischler ergänzt: „Andere Teile gehen in das ERP-System. MES werden verstärkt zur Steuerungsebene und zum Bindeglied zwischen ERP und Maschinensteuerung.“ In diesem Zusammenhang wollte die BSH auch ihre Instandhaltung modernisieren und beschleunigen. Auf der Suche nach einem passenden System im eigenen Konzern und auf dem freien Markt kam die Sprache bald auf OPRA. „Dessen Funktionalität passt exakt so in die SAP- und Fertigungslandschaft, wie wir es uns vorstellen. Auch beim Kosten-Nutzen-Verhältnis ist die IT-Informatik anderen Produkten voraus“, betont Peter Zischler. Die Instandhaltungssuite ist vollständig in das SAP integriert, mobil einsetzbar und ergänzt SAP EAM um Benutzerfreundlichkeit, Prozessorientierung und die nahtlose Integration von Drittsystemen. So ermöglicht es beispielsweise eine fachliche, funktionale und visuelle Integration von Anlagen, Personen, Prozessen,

Bei BSH in Dillingen an der Donau werden jährlich mehr als zwei Millionen Geschirrspüler gefertigt. Bild: BSH

Daten und Systemen in SAP. Peter Zischler führt weiter aus: „Wir benötigten Onlinezugriff auf die Stammdaten, die Aufträge und das Material in den Lagern, den uns OPRA bietet.“ Die Instandhalter profitieren ganz direkt hiervon: Sie haben mobile Clients der Lösung auf ihren Smartphones und Tablets. Damit stehen sie an der Montagelinie neben der Anlage und können bei einer Störung beispielsweise direkt vor Ort in SAP nachsehen, ob ein Ersatzteil vorhanden ist. Dieses können sie über das Tablet oder Handy reservieren oder auch buchen, direkt aus dem Lager entnehmen und in den Instandhaltungsauftrag aufnehmen. Das bedeutet: Der Instandhalter muss zu keinem Terminal mehr gehen. Das spart viel Wegezeit in den langen Produktionsstraßen von BSH. Wenn früher eine Anlage ausfiel, musste der Instandhalter mehrfach zwischen Anlage und SAP-Terminal hin- und herlaufen, um hier den Schaden zu inspizieren, dort einen Auftrag zu kreieren, zusehen, ob das gebrauchte Ersatzteil laut Stückliste im Lager vorrätig ist usw. Das alles fällt jetzt weg. Die IT-Abteilung sieht weitere Vorteile bei der Lösung: So ist die BSH Hausgeräte GmbH mit der neuen Technologie und ihren Fiori-Oberflächen nun gut in Richtung der neuen SAP-Produktgeneration aufgestellt. Für Peter Zischler ist OPRA fast schon wie eine Art Vorprojekt zu S/4 HANA, „um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Arbeit mit SAP Fiori Oberfläche künftig aussieht”. Seit März 2018 wird OPRA in Pilotbereichen produktiv genutzt, und dies gleich an vier Standorten: in Dillingen, wo Geschirrspüler hergestellt werden, in Giengen a.d. Brenz bei der Produktion von Kältegeräten, in Montanana bei Saragossa (Spanien) in der Herdherstellung und in Nazarje (Slowenien) für Consumer Products. Seit Juni vergangenen Jahres geht die BSH mit dem System in die Fläche. Arbeiteten im Anfangsstadium rund 280 Instandhalter mit OPRA, werden es in der Endausbaustufe mehr als 500 sein. Peter Zischler betont: „Das Projekt läuft sehr gut. Wir sind äußerst zufrieden mit der IT Informatik, die für uns eine Reihe von BSH-spezifischen Anpassungen in OPRA vorgenommen hat. Denn wir arbeiten mit einer Reihe von SAP-Einstellungen, die im OPRA-Standard nicht zur Verfügung standen.“ Maintenance Dortmund Halle 4, Stand C19-4 www.it-informatik.de

Vernetzte Fertigungsanlagen und SAPintegrierter Wertschöpfungsprozess: Mit diesem Duo treibt die BSH die Digitalisierung im eigenen Hause voran.

Berührungslose und verlustfreie RFID-Druckmesstechnik Druckaufnehmer der Baureihe PT-RF nutzen neueste RFIDTechnologie, um kontaktlos mit dem handlichen Lesegerät zu interagieren — ohne Batterie oder aufwändige Verkabelung. Sie liefern unmittelbare Messergebnisse mit einem Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Sicherheit für Mensch, Maschine und Umwelt. Dieses wartungsfreie System kann einfach in bestehende Anlagen integriert werden. Es vereinfacht nicht nur Service- und Instandhaltungsabläufe bis hin zur Dokumentation der Messergebnisse, sondern hilft auch, die Effizienz und Leistungsfähigkeit zu steigern. Erfahren Sie mehr unter www.stauff.com/de/pt-rf und auf der Maintenance ƒ Halle 4 I Stand A 01 vom 20. - 21. Februar 2019 in Dortmund


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Schwächen erkennen - Potenziale ausschöpfen Greengate fragt: Kennen Sie die zehn typischen Schwächen der Instandhaltung? Hindernisse im Instandhaltungsmanagement gibt es viele: Das fängt bei einer mangelnden Mitarbeiteranzahl an, geht über eine lückenhafte Dokumentation und unvorhergesehene Stillstände und reicht bis zum nicht planbaren Arbeitsaufkommen, um nur einige typische Problemkreise anzusprechen. Für eine zukunftsorientierte Ausrichtung gilt es, die Schwächen im Instandhaltungsmanagement zu identifizieren und gezielt wirksame Maßnahmen zur Verbesserung umzusetzen. Die Spezialisten von Greengate setzen hierbei auf eine Schwachstellenanalyse mithilfe eines Reifegrad-Instandhaltungs-Checks, um den aktuellen Ist-Zustand einer Instandhaltungsorganisation zu ermitteln und konkrete Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Im Störfall müssen die Instandhalter in vielen Firmen unter Hochdruck agieren, um im Endeffekt doch eine Maßnahme zu ergreifen, die mehr Improvisation als nachhaltige Optimierung darstellt. Dabei zeigen die Erfahrung: Wer das betriebseigene Instandhaltungsmanagement vernachlässigt, muss zwangsläufig mit negativen Auswirkungen auf die Produktivität und Wirtschaftlichkeit rechnen. Ob ein Unternehmen gut gerüstet ist, das Instandhaltungsteam wirtschaftlich arbeitet sowie die Maschinen wie Anlagen auch zukünftigen Herausforderungen begegnen können, können die Spezialisten der Greengate AG durch eine Schwachstellenanalyse beantworten. Wer das Gros der folgenden Statements mit Ja beantwortet, sollte eine Prüfung auf „Herz und Nieren“ in Betracht ziehen.

1. Ziellosigkeit Es fehlt an einer klaren und abgestimmten Instandhaltungsstrategie, wodurch gleichzeitig keine klaren Ziele definiert sind.

2. Jahresbudgetierung Die Instandhaltungsbudgets sind nicht bedarfsorientiert kalkuliert, sondern orientieren sich klassischerweise relativ pauschal am Vorjahr, sodass neue oder höhere Anforderungen nicht realisiert werden können und dadurch Produktivitätsrisiken entstehen.

3. Intransparenz Die Kosten sind nicht transparent, außerdem fehlt es an kontinuierlichen Maßnahmen zur ak-

tiven Optimierung des Personal-, Zeit- und Materialaufwands.

vider und erzeugen damit einen internen Know-how-Verlust.

4. Ineffizienz

9. Lückenhafte Dokumentation

Es wird kein Computerized Maintenance Management System (CMMS) genutzt oder es wird losgelöst von den anderen ITSystemen eingesetzt, wodurch die Wartungsarbeiten nicht effizient mit den Produktionsplänen koordiniert werden können.

Auf eine Dokumentation der historischen oder aktuellen Arbeiten wird verzichtet oder sie erfolgt nur auf Papier, ebenso fehlt es an Zuordnungen der Tätigkeiten, Arbeitszeiten und Materialien auf das reparierte Equipment.

5. Kein A-Z-Plan

10. Ersatzteilhaltung

In der Arbeitsplanung erfolgt keine Priorisierung der Arbeiten für die Instandhaltung, sie werden überwiegend ungeplant nach Anforderung durch den Operator durchgeführt.

Die Ersatzteilhaltung erfolgt sehr unsystematisch und intransparent. Dazu gehört, dass es an einer Bewertung notwendiger Ersatzteile fehlt, keine genaue Bestandsführung vorgenommen wird und die Ersatzteile auf viele kleine Lager verteilt sind. Die Instandhaltungsleiter bewegen sich ständig im Spannungsfeld zur Gewährleistung eines reibungslosen Betriebs. Einerseits müssen sie eine hohe Verfügbarkeit der Anlagen sicherstellen,

6. Isoliert arbeitende Abteilung Die technische Organisation operiert zu autonom, was eine enge Zusammenarbeit zwischen Produktionspersonal und Instandhaltung verhindert.

7. Kennzahlenmangel Es werden keine Kennzahlen für die Instandhaltung erhoben, sondern man beschränkt sich auf ungenaue Bewertungen über hilfsweise herangezogene Kennzahlen.

8. Wartungsdienstleister Die Steuerung der externen Dienstleister für die Instandhaltung erfolgt nicht effizient oder die eigenen Instandhalter koordinieren nur noch die Pro-

Ein nützliches Hilfsmittel bei der Identifizierung der Handlungsfelder sowie bei der Bewertung der im Unternehmen gelebten Ausprägung ist der in Zusammenarbeit mit dem FIR e.V. und Greengate entwickelte RIH-Check (RIH = Reifegrad Instandhaltung). Dabei können sowohl die Ziele in den jeweiligen Bereichen als auch die aktuell vorhandene Situation beschrieben und festgehalten werden. Ziel ist es, in der Analyse durch die Bewertung der Kriterien die Potenziale für Verbesserungen aufzudecken. Bilder: Greengate

andererseits die Kosten der Instandhaltung im Auge behalten. Instandhalter müssen zudem den Überblick über eine Vielzahl von Aspekten wie Alter und Beanspruchung der Komponenten sowie die Auswirkung von Störungen auf den Anlagenbetrieb behalten. Für diese Herausforderung sind die unternehmerischen Strukturen, die eingesetzten Hilfsmittel, IT-Systeme sowie die Motivation und Koordinierung der Mitarbeiter entscheidend. Ein nützliches Praxiswerkzeug stellt das GS-Task-Ranking dar. Ein speziell entwickelter Algorithmus bietet eine Technik zur Bewertung und Priorisierung von Aufträgen mithilfe von Big-Data-Analysen durch einen Softwareassistenten. Greengate hat diesen Softwareassistenten entwickelt, der die Menge an Informationen (Big-

Data) über das betroffene Objekt und den zugehörigen Auftrag analysiert und bewertet. Herangezogen werden Daten wie Objektzustand, Mängel und Störungen, aber auch Informationen beispielsweise aus einer Risikobewertung für Schwachstellen in der Anlagenstruktur. So können Anlagen, die hohe Ausfallkosten verursachen würden, für die Disposition höher priorisiert werden. Aus den Daten errechnet der Softwareassistent einen Score, der eine mögliche Reihenfolge für die Bearbeitung der Aufträge vorschlägt. Die Regeln zur Berechnung der Scores lassen sich dynamisch anpassen und im Ergebnis grafisch überprüfen. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand B28-4 www.greengate.biz

Gfm informiert über das Condition Monitoring an Antrieben von Kranen Hubwerks- und Fahrwerksantriebe von Kranen laufen meist nur kurze Zeit am Stück. Und das in der Regel mit variabler Drehzahl. Daher stellen diese Antriebe bei der schwingungsdiagnostischen Überwachung eine besondere Herausforderung dar. Die Spezialisten der Gesellschaft für Maschinendiagnose (Gfm) erklären auf der Messe in Dortmund, worauf es dabei ankommt.

Bild: Gfm

Auf wichtige Parameter getriggert

Überwachung mit den richtigen Methoden Die Gfm ist auf die Diagnose von wälzgelagerten Industriegetrieben spezialisiert. Neben der Schwingungsdiagnose an Antrieben, der Drehmomentanalyse sowie der Inspektion, der Endoskopie und der Rotorblattlagerdiagnose an Windenergieanlagen entwickelt und vertreibt das Unternehmen Messgeräte für die Offline-Maschinendiagnose sowie Online-Condition-Monitoring-Systeme. Hintergrund: Mittels Schwingungsdiagnose ist es möglich, kleinste Unregelmäßigkeiten an Getrieben und Wälzlagern frühzeitig zu erkennen. Diese Un-

regelmäßigkeiten können Schäden an Wälzlagern, Zahnrädern und Wellen, Unwucht und Ausrichtfehler sein. Der Betreiber von Maschinen mit mechanischen Antrieben gewinnt so Zustandsinformationen, die ihm die Planung der Instandhaltung erleichtern und ihn vor ungeplanten Stillständen bewahren.

Besonderes Augenmerk wurde bei den OnlineCondition-Monitoring-Systemen dieses Herstellers auf die Automatisierung der Analyse gelegt, sodass der Mensch im Wesentlichen erst für die Instandsetzungsentscheidung „Reparatur oder Weiterbetrieb“ gefordert ist.

Die Systeme der GfM sind nach Herstellerangaben dabei auch den speziellen Anforderungen, die bei der Überwachung von Kranantrieben gelten, gewachsen. Denn die Messung kann auf bestimmte Parameter getriggert werden. Und für die Diagnose wird konsequent die Ordnungsanalyse eingesetzt. Auf der Messe zeigen die Spezialisten von Gfm nicht nur ihre Systeme und Services rund um OnlineCondition-Monitoring und OfflineMaschinendiagnose für mechanische Antriebe, sondern informieren auch über die vom Unternehmen angebotenen Seminare. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand D38-4 www.maschinendiagnose.de


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M11

Premiere auf der Maintenance 2019 J.D. Neuhaus zeigt erstmalig in Dortmund die Druckluft-Hebezeuge der Serie mini Bei der neuen Serie mini handelt es sich um ein äußerst kompaktes Hebezeug, das unter anderem durch einen integrierten NFC-Sensor ziemlich einzigartig ist, so der Hersteller. Besonderen Wert haben die Entwickler nach eigenen Angaben außerdem auf die Reduzierung der Gesamtbetriebskosten (TCO) gelegt. Hierzu sind einige Neuerungen in die Serie eingeflossen. Die gesamte Serie mini besteht aus insgesamt vier Typen von Druckluft-Hebezeugen mit Tragfähigkeiten von 125 Kilogramm, 250 Kilogramm, 500 Kilogramm und 980 Kilogramm. Die Geräte können laut Hersteller J.D. Neuhaus nicht nur in nassen und extrem verschmutzten Umgebungen betrieben werden, sondern funktionieren auch in der Kälte und bei Hitze. Sie lassen sich aber auch in Bereichen nutzen, in denen Wert auf Sauberkeit gelegt wird, oder in einer explosiven Atmosphäre (Zone 2). Erstmalig kommen bei diesen Hebezeugen auch Hightechkunststoffe zum Einsatz - und zwar bei voller Erfüllung der gestellten Anforderungen, wie der Hersteller betont. So konnte das Gesamtgewicht reduziert werden. Außerdem wurde der Wirkungsgrad im Vergleich zum Vorgängermodell erhöht, was einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Gesamtbetriebskosten (TCO) dar-

stellt. Im Vergleich zum Vorgängermodell wurde beim neuen Modell außerdem die Maximal-

Next Level Maintenance Was die Experten der BTC, die unter anderem eine Strategieberatung zur Digitalisierung und eine Digitalisierung des Asset-LifecycleManagements bieten, unter „Next Level Maintenance“ verstehen, erläutern sie auf der Messe in Dortmund. Und sie ziehen dabei einen großen Bogen. Schließlich sind die Instandhalter immer stärker von Rentabilitätsanforderungen und Wettbewerbsdruck betroffen. Die Bedürfnisse sind, wie die BTCExperten betonen, klar formuliert: Mehr Wissenstransfer, orts- und zeitunabhängige Verwaltung und Auswertung von Daten und Verringerung von Ausfallzeiten. Aber ist intelligentes Workforcemanagement überhaupt möglich, ohne dass es zu Kontrollverlust, Fehlinformationen und Komplexitätsproblemen kommt, fragen sich viele. Die BTC-Experten verweisen in diesem Zusammenhang auf die Cloud- und IoT-Technologien. Sie haben ihrer Meinung nach einen Reifegrad erreicht, der den Weg in die digitale Lösung möglich macht. Eine Lösung, bei der alle Marktteilnehmer auf einer Plattform integriert sind und über Mandantenund Rollentrennung die jeweils für sie relevanten Informationen einsehen können. Ein Digital Twin bildet dann den gesamten Lebenszyklus inklusive der Betriebsdaten des Assets auf der Plattform in Echtzeit ab. Moderne Dashboards zeigen KPIs wie z.B. die First Time Fix Rate -, unterstützen die Einsatzplanung und simulieren Ausfallszenarien. Mit dem Einsatz moderner AR-

Technologie vor Ort lassen sich Wartungsprozesse effizienter und sicherer gestalten. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand D29-4 www.btc-industriedienstleister.com

geschwindigkeit unter Volllast bei ausgewählten Tragfähigkeiten gesteigert. Zudem kann die Maximalgeschwindigkeit nun sogar stufenlos eingestellt, also auf Wunsch auch reduziert werden, ohne dass dies zu Leistungsverlusten bei der Tragfähigkeit führt. Dadurch werden Lasten im Bedarfsfall noch besser geschützt und die Geschwindigkeit wird zugleich noch feiner dosierbar. Praktisch bedeutet dies: Die Bediener können Lasten nahezu ruckfrei anheben und auch wieder absetzen. Für mehr Bedienkomfort sorgen außerdem neue, flexiblere Steuerleitungen, die in einem Schlauch gebündelt sind. Auch in Sachen Wartung haben die neuen Druckluft-Hebezeuge einiges zu bieten: So konnte die Anzahl der Betriebsstunden bis zur ersten Generalüberholung verdoppelt werden, nämlich auf 800 Stunden. Außerdem können Wartungsarbeiten ohne Demontage des Hebezeuges vom Einsatzort direkt vor Ort erfolgen. Dies reduziert die Downtimes während des Betriebes. Und dank des NFC-Sensors hat der Betreiber mithilfe eines Smartphones oder Tablets, auf dem die entsprechende JDN-Service-App geladen ist, Zugang zu allen gerätespezifischen Daten und Dokumenten. Das spart Zeit und

Damit kleinere Reparaturen auch von firmeneigenem Personal vorgenommen werden können, bietet der Hersteller kundenspezifische Schulungen an. Bilder: J.D. Neuhaus

die erforderlichen Dokumente sind stets dabei. Auch in Sachen Flexibilität haben sich die Entwickler etwas einfallen lassen, nämlich eine standardisierte „Schnittstelle“ für den Einsatz unterschiedlicher Hakenvarianten. Die Haken sind außerdem in Stahlwie auch in Edelstahl lieferbar. Zusammen mit Lasthülse und Kette aus Edelstahl sowie dem Motorgehäuse aus unbeschichtetem Aluminiumguss sind die Geräte damit fit für den Einsatz in sensiblen Bereichen, wie zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie. Eine Weltneuheit, wie der Hersteller betont, haben die Minis in Sachen Sicherheit zu bieten: Auf Anforderung bestimmter Kundengruppen ist nämlich eine redundante, optionale Absturzsicherung verfügbar. Sollte die übergeordnete, bauseitige Struktur, an der das JDNHebezeug montiert ist, versagen, verhindert diese das Abstürzen des Hebezeuges mitsamt der Last. Ein weiteres Sicherheitsfeature ist

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die neue Endabschaltung: Sie schaltet die Hub- und Senkbewegung ab, sobald der Puffer das Abschaltventil berührt. Die Bewegung wird dadurch abgebremst und verhindert das Überlasten der Kette. Ein weiteres Thema am Messestand wird der Service sein. JDN bietet hier nicht nur die Installation und Inbetriebnahme einer Anlage, sondern kümmert sich auch um alles andere, wie die Instandhaltung oder eine anstehende Generalüberholung. Zudem bieten die Experten Projekt- und Engineering-Leistungen sowie Ersatzteile- und Generalüberholungskits an. Auf der Messe wird J.D. Neuhaus gemeinsam mit einem ihrer Prefered Partner für den Vertrieb der neuen mini-Serie, der Firma Glettenberg Hebezeug-Service, ausstellen. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand D01-4 www.newgreatmini.com www.jdngroup.com

Halle 4, Stand B 13

AERZEN RENTAL ist der Spezialist für die Vermietung von 100% ölfreien, elektrisch betriebenen Gebläsen und Kompressoren. Engagement, Kompetenz und Schnelligkeit zeichnet unseren Service aus. Ein Anruf bei der Hotline 24/7 genügt, um für Sie einen Notfallplan zu entwickeln und auszuführen. AERZEN RENTAL bietet Komplettlösungen auch für Ihren Prozess – inklusive der notwendigen Peripherie wie Verrohrung, elektrischen Anschlüssen und der Druckluftaufbereitung. Auch individuelle Lösungen zur Einbindung der Maschinen in Ihr Leitsystem sind möglich. Das gewährt Kontinuität und Betriebssicherheit z.B. bei Revisionen, Installationen oder Prozessversuchen. Aerzen Rental Division, 24h-Hotline +31 26 44 64 723 info@aerzenrental.com, www.aerzenrental.com

13:42


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Der Druckluft und dem Geld auf der Spur Vorteile breitbandiger Ultraschallanalyse bei der Lecksuche an Druckluftanlagen Ultraschallprüfgeräte sind in der vorbeugenden Instandhaltung etabliert. Mit entsprechenden Geräten lassen sich z.B. Leckagen an Druckluftanlagen aufspüren. Bei den allermeisten Geräten wird hierfür ein relativ schmaler Frequenzbereich um die 40 kHz genutzt und erfasst. Sonotec Ultraschallsensorik geht mit dem neuen Ultraschallprüfgerät Sonaphone einen anderen Weg. Ein Hauptunterschied gegenüber den meisten anderen Ultraschallprüfgeräten ist die Breitbandigkeit der Sensorik beim Sonaphone. Es

nutzt nämlich den Frequenzbereich von 20 bis 100 kHz. Hierdurch werden, so der Hersteller Sonotec, Anwendungen wie die

automatische Leckbewertung, die beispielsweise bei der Druckluft von Bedeutung ist, verlässlicher. Hintergrund: Druckluft ist einer der teuersten Energieträger und verantwortlich für 10 Prozent der industriellen Energiekosten. Allein 30 Prozent dieser teuren Energie gehen allerdings durch völlig unnötige Leckagen in Druckluftsystemen verloren.

Mit einem Knopfdruck initiiert der Instandhalter die Messung und automatische Bewertung der Leckage. Daraufhin wird sofort der Verlust in Litern pro Minute angezeigt.

Das Aufspüren und Beseitigen der Leckagen zahlt sich also aus. Und so wundert es nicht, dass angesichts der Themen Energieeinsparung und Anlagensicherheit die Lecksuche an industriellen Versorgungssystemen für Druckluft und technische Gase die mit Abstand häufigste Anwendung von Ultraschallprüfgeräten ist. Frühere Ultraschalldetektoren verwenden piezokeramische Sonden, die in einem sehr schmalen Band um 40 kHz resonant sind. Da Leckagen Breitband-Ultraschall aussenden, konnten sie mit diesen Geräten mit 40 kHz durchaus gefunden werden. Daneben

Mit dem neuen Sonaphone und der speziell für die Lecksuche zugeschnittenen Leak-Expert-App lassen sich Leckagen an Druckluft- und Vakuumanlagen sowie Gasleitungen zielgenau aufspüren und automatisch bewerten. Bilder: Sonotec

sammeln die 40 kHz-Sonden aber auch viele störende Ultraschallsignale ein, sodass es vor allem in lauten Umgebungen nicht immer einfach ist, eine Leckage ausfindig zu machen. Neue Breitbandsensoren mit sehr empfindlichen Ultraschallmikrofonen und hohen Abtastraten hingegen verbessern und vereinfachen hier die Lecksuche für den Benutzer in anspruchsvollen lauten Umgebungen. Denn das Spektrogramm auf dem Display des Geräts teilt dem Benutzer mit, wenn störender Ultraschall vorliegt und in welchen Frequenzen er vorhanden ist. Im Klartext: Auf dem Touchscreen des Sonaphones kann der Benutzer die Frequenz, die er hören möchte, aus dem Bereich der störenden Ultraschallsignale ziehen und so auch Leckagen in anspruchsvollen Umgebungen aufspüren. Also bereits beim Suchen einer Leckage zeigt sich ein deutlicher Vorteil der breitbandigen Technik. Aber auch nachdem die Leckage aufgespürt wurde, punkten die breitbandigen Sensoren. So ist es mit ihnen nicht nur möglich, die

Prüfgerät Sonaphone mit Leak-Expert-App Sonotec zeigt nicht nur das Prüfgerät Sonaphone, sondern auch die neueste Version der dazugehörigen Leak-Expert-App. Besucher können am Messestand die neue Version testen, Leckagen orten, bewerten und Reporte erstellen. Verbessert wurde mit dem Update u.a. der Leckagereport. Auf einen Blick wird nun gezeigt, wie viele Leckagen welcher Klasse gefunden wurden und wie groß der Verlust in l/min ist. Alle Leckagen werden inklusive Verlust, Foto, Leckageklasse und Ort tabellarisch aufgelistet. Der generierte Report entspricht den Dokumen-

tationsanforderungen der DIN EN ISO 50001 und DIN EN ISO 11011. Neben der Leak-Expert-App bietet das Unternehmen noch eine weitere App für die Instandhaltung an. Mit der Level-Meter-App auf dem Sonaphone können der Zustand von Kondensatableitern geprüft und einfache Condition-Monitoring-Aufgaben wie die Überwachung von Wälz- und Kugellagern durchgeführt werden. Hierzu wird der breitbandige Körperschallsensor BS20 an das Gerät gesteckt. Außerdem ist das Auffinden von Teilentladungen in Kombination mit einem Parabolsensor möglich.

Leckagen zu finden, sondern auch automatisch zu bewerten. Und so funktioniert es: Für die korrekte Bewertung der Leckage wird der Druck der Anlage und die Art des Gases im Gerät eingegeben. Die eigens entwickelte Leckagebewertung wird dann gestartet. Das Gerät zeigt dann den Verlust in Litern pro Minute an. Darüber hinaus ordnet das Gerät die Leckage in eine Klasse von 1

Typische Leckage an einem Druckluftfilter: Das farbige Spektrogramm, das die Frequenz (Y-Achse) über die Zeit (X-Achse) zeigt, zeigt eine hohe Amplitude (rote Farbe) in einem Bereich von 20 bis 90 kHz an.

bis 5 ein. 1 entspricht dabei einem kleinen Leck mit einem geringen Verlust und wird grün gekennzeichnet. Die 5 steht für ein großes Leck mit einem sehr hohen Verlust und wird entsprechend rot eingefärbt dargestellt. Diesem Bewertungsprozess liegt, wie Sonotec betont, ein patentiertes Verfahren dieses Herstellers zugrunde. Neben der Bewertung ist die Dokumentation ein weiterer Vorteil des neuen Sonaphones. Im Ergebnis kann ein vollständiger Report inklusive Fotos als Dokument erzeugt und exportiert werden. Fehleranfällige Papieraufzeichnungen gehören so der Vergangenheit an, da sämtliche Daten direkt im Gerät ausgewertet und aktualisiert werden können. Das erleichtere auch den Nachweis von Maßnahmen zur Energieeinsparung im Rahmen der Dokumentationspflicht für Unternehmen, die nach EN ISO 50001 zertifiziert sind. Außerdem trage das multifunktionale Gerät mit Touchscreen durch die Systematisierung der Leckagesuche und Leckagebewertung zu einer deutlichen Zeit- und Kostenersparnis in der Instandhaltung bei. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand E31-4 www.sonotec.de


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M13

Messdaten sind die Grundlage von allem E+E Elektronik zeigt Industrie-Messgeräte für Feuchte, Taupunkt und Gasdurchfluss Auf der Messe in Dortmund zeigt der österreichische Messgerätehersteller E+E Elektronik sein aktuelles Messtechnikportfolio für die industrielle Instandhaltung und Prozessüberwachung. Zu sehen sein werden unter anderem Messumformer für Feuchte, Temperatur und Taupunkt, Durchflussmesser für Druckluft und Gase sowie Messgeräte zur Ölzustandsüberwachung. Gezeigt werden am Messestand in Halle 4 beispielsweise die Industrie-Messumformer EE310 und EE300Ex. Sie ermöglichen laut Hersteller E+E Elektronik eine exakte Messung der relativen Feuchte und Temperatur und zwar im Bereich von minus 40 Grad Celsius bis plus 180 Grad Celsius. Die Geräte sind als Wandoder Kanalversion sowie mit abgesetztem Messfühler erhältlich. Eine spezielle Sensorbeschichtung sorgt, wie der Hersteller betont, für eine ausgezeichnete Langzeitstabilität in rauer und verschmutzter Umgebung. Der eigensichere EE300Ex ist dabei für den Einsatz in ex-

plosionsgefährdeten Bereichen zugelassen. Verschiedene Messfühler eignen sich für einen Druckbereich von 20 bis 300 bar. Der Messumformer kann außerdem zur Feuchtemessung in Öl eingesetzt werden.

Kompakte Taupunktsensoren Der EE310 bietet alternativ zu den Analogausgängen eine RS485 oder Ethernet-Schnittstelle und ist mit Polycarbonat- oder Edelstahlgehäuse erhältlich. Das Gerät verfügt über ein 3,5-ZollTFT-Farbdisplay mit integrierter

Davon profitieren auch andere Ventilspezialist Gemü gründet Start-up Inevvo Solutions Die Gemü-Gruppe entwickelt und fertigt Ventil-, Mess- und Regelsysteme für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase. Bei Lösungen für sterile Prozesse ist das Unternehmen nach eigenen Aussagen Weltmarktführer. Zum Portfolio gehört auch das Softwaresystem Conexo, das bei der Dokumentation und Wartung von Verschleißteilen unterstützt. Diese Lösung wird durch ein Tochterunternehmen weiterentwickelt, vermarktet und auf die unterschiedlichen Gegebenheiten der Branchen angepasst. Conexo erlaubt u.a. eine lückenlose elektronische Rückverfolgung mit RFID und unterstützt bei der Wartung. Damit lassen sich Verschleißteile wie Ventile eindeutig identifizieren, rückverfolgen und alle Daten zur Komponente direkt dort abrufen. Das ursprüngliche System besteht aus Ventilen mit integriertem RFIDChip (in Körper, Membrane und Antrieb), einem RFID-Lesegerät sowie einer IT-Infrastruktur, bestehend aus einer App für mobile Endgeräte, sowie dem Portalserver als zentrale Datenbank, die idealerweise beim Betreiber installiert ist. Durch dieses Zusammenspiel kann der Monteur direkt am Ventil aktuelle Informationen wie Ventilbeschreibung, Anleitungen, Wartungsinformationen, Werkszeugnisse mit einem mobilen Endgerät abrufen - eine Onlineverbindung ist dazu nicht nötig. Der Wartungsmonteur wird außerdem durch den gesamten Wartungsprozess geführt. Er kann beispielsweise die Verschleißteilbeurteilung elektronisch aufnehmen und via Fotodokumentation verifizieren. Somit können die Daten zum einen sauber elektronisch erfasst, zum anderen auch einfach elektronisch weiterverarbeitet werden, sei es für die kundenseitige SCADA-Umgebung oder auch im kundenseitigen ERP-System. Über das Portal können außerdem Historien zu Betriebsmittelstellen analysiert werden, und dies werksübergreifend. Auf diese Weise

lassen sich die Wartungsintervalle besser anpassen. Insgesamt wird der gesamte Wartungsprozess damit transparenter und besser dokumentierbar.

Datenloggerfunktion. Ebenfalls am Messestand gezeigt werden die kompakten Taupunktsensoren. Sie sind für einen niedrigen Taupunkt bis minus 60 Grad Celsius Taupunkttemperatur und bei einem Druck bis zu 100 bar einsetzbar. Ein Autokalibrationsverfahren gewährleistet laut Hersteller eine hohe Messgenauigkeit von plus/minus 2 Grad Celsius Taupunkttemperatur im gesamten Messbereich. Durch die kompakte Bauweise sind die Taupunktsensoren auch für OEM-Anwendungen wie z.B. Kältetrockner interessant. Den dritten Messeschwerpunkt von E+E Elektronik bilden die Gasdurchflussmesser. Sie basieren auf dem thermischen Heißfilm-Anemometer-Messprinzip und erfassen den Massen- oder Normvolumenstrom von Druckluft und technischen Gasen. Die Modellpalette reicht vom kompakten Druckluft-Messum-

Am Messestand von E+E Elektronik werden unter anderem die Industrie-Messumformer für Feuchte, Taupunkt und Gas-Durchfluss EE310 und EE300Ex zu sehen sein. Bild: E+E Elektronik

former für DN15 bis DN50 bis hin zum Eintauchdurchflussmesser für Rohrdurchmesser bis DN700. Passende Montagesysteme sorgen für einen einfachen Ein- und Ausbau der Geräte - und zwar mit Wechselarmatur sogar ohne eine Strömungsunterbrechung. Außerdem geht es am Messestand noch um Öl-Feuchte-Messgeräten. Mit ihnen kann der Feuchtegehalt von Transformator-, Schmier- und Hydrauliköl sowie Dieselkraftstoff zuverlässig überwacht werden. Die Geräte

messen hierfür die Wasseraktivität und Temperatur und berechnen daraus den absoluten Wassergehalt. Für den mobilen Einsatz und zur Feuchtebestimmung von Ölproben eignet sich beispielsweise das Oilport 30 Handmessgerät. Für die kontinuierliche Ölzustandsüberwachung im Prozess sind verschiedene Messumformer erhältlich. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand E16-4 www.epluse.com

DIE LÖSUNG FÜR ENERGIEEINSPARUNG

RFID-Systemlösung für das industrielle Umfeld Da diese Gesamtlösung auch außerhalb des Armaturenmarktes ein großes Potenzial bietet, haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, die Aktivitäten für andere Zielmärkte durch eine eigenständige Firmenausgründung zu koordinieren, und gründete die Tochtergesellschaft Inevvo Solutions. „Der durch die Digitalisierung bedingte technologische Wandel stellt mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig auch viele Chancen und Möglichkeiten. Die Unternehmen, die diesen Veränderungen mit Mut und Konsequenz begegnen und ihr Geschäftsmodell an die Marktchancen anpassen, werden langfristig erfolgreich sein“, ist Gert Müller, geschäftsführender Gesellschafter von Gemü und Initiator des Start-ups, überzeugt. Das Start-up hat sich auf komplette RFID-Systemlösungen im industriellen Umfeld spezialisiert und wird in Zukunft das bereits beschriebene System vertreiben. Maintenance Dortmund Halle 5, Stand H01-5 www.inevvo-solutions.com

LECKSUCHE: bei Druckluft und Gasen Digitales Messgerät speichert die Dezibelwerte der Leckagen

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Vielfältig die Anwendungen, vielfältig die Filter Je effizienter die Filtration, desto höher die Einsparungen und länger die Standzeiten Eine fachmännisch konzipierte Filtrationslösung muss nicht nur den technischen, sondern auch den ökonomischen und den ökologischen Anforderungen einer Anwendung gerecht werden. Deshalb beliefern Fachfirmen wie zum Beispiel Filteron nicht nur ihre Kunden einfach mit Ersatzfiltern, sondern beraten mit der notwendigen Expertise, um das für den Anwender bestmögliche Filtrationskonzept erfolgreich umzusetzen. Welche Bedeutung die Filtration hat, zeigen typische Anwendungsszenarien. Beispiel 1: Lackieranla-

gen. Hier ist der Einsatz von Glasfaser- und synthetischen Filtermedien beispielsweise zur Farbnebel-

Instandhaltung mobilisieren leicht gemacht Mit dem Mobisys Solution Builder (MSB) bietet das Unternehmen Mobisys nach eigenen Angaben einen einfachen Weg, SAP-Prozesse zu mobilisieren. Dafür sorgen Templates, die sich direkt einsetzen lassen. Außerdem ermöglicht die Entwicklungsumgebung ein Anpassen der Templates. Aufgrund der Softwarearchitektur sprechen Kunden von einem deutlich gesunkenen Entwicklungsaufwand, denn die vorgefertigten Templates treffen erfahrungsgemäß rund 80 Prozent der Kundenanforderungen, wie der Lösungsanbieter betont. Mit ABAP-Know-how - ABAP ist eine proprietäre Programmiersprache von SAP - und der integrierten Entwicklungsumgebung ist es laut den Verantwortlichen von Mobisys ein Leichtes, die restlichen 20 Prozent dem eigenen Prozess anzupassen. Selbst neue Applikationen können so erstellt werden. Im Bereich der Instandhaltung gibt es das entsprechende Template, das es unter anderem erlaubt, mobile Geräte ohne zu-

Peter Verschaeve, Head of Sales, erklärt: „Mit Mobisys starten sie Mobilisierungsprojekte sofort und setzen diese zielgerichtet um.“ Bild: Mobisys

sätzliche Zwischenserver direkt an SAP anzubinden. Damit können Meldungen jederzeit angelegt und geändert werden. Eine weitere Funktion der MaintenanceLösung ist z.B. das Erfassen von Fotos und das Anzeigen von Dokumenten zum jeweiligen Auftrag. Die Datenerfassung wird durch Auswahllisten und Suchhilfen vereinfacht. Des Weiteren können damit auch Materialentnahmen gebucht werden. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand B03-4 www.mobisys.com

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The power of torque & tension

Halle 4 Stand E12 Maintenance Dortmund 2019

abscheidung in der Qualitätssicherung und Gewährleistung der Arbeitsplatzsicherheit mittlerweile Standard - und das aus gutem Grund. Diese Filter speichern nämlich die bei Lackierprozessen entstehenden Farbnebel und verhindern so, dass diese in die Atemluft gelangen oder den Arbeitsplatz verunreinigen. Typischerweise werden Glasfasermedien hier als Boden-, und synthetische Filtervliese als Deckenfilter eingesetzt.

Taschenfilter werden bevorzugt in der Zuluft eingesetzt. Sie bestehen aus zu Taschen vernähten Filtervliesen, gefasst in einem Rahmen aus Kunststoff oder Metall. Sie reinigen große Luftströme und sichern so das benötigte Prozessklima. Die unterschiedlichen Güteklassen sowie die zu beachtenden Volumenströme setzen zur richtigen Filterwahl eine fachmännische Beratung unter Einbeziehung der Anlagenparameter voraus. Bilder: Filteron

Beispiel 2: Pulverbeschichtung. Für die hierbei entstehenden Staubaufkommen wird eine Feinstaubabscheidung vorgenommen. Deshalb kommen hier Filterpatronen zum Einsatz, die eine hohe Effizienz sicherstellen. Durch die feine Faltung des in einem stabilen Gehäuse gefassten Filtervlieses bietet dieser Filtertyp eine besonders große Filterfläche auf einem vergleichsweise kleinen Raum. Werden die Oberflächen von Werkstücken mittels Strahlverfahren bearbeitet oder müssen im Fertigungsprozess poliert werden, so finden auch hier Filterpatronen Einsatz, da sie mit ihrer hohen Abscheideleistung kleinste Partikel filtern können, und durch die Möglichkeit von mechanischen Abreinigungsverfahren eine hohe Standzeit ermöglichen. Entsprechende Filter für die genannten Einsatzszenarien bieten Fachfirmen wie Filteron an. Darüber hinaus gehören aber auch Filter, welche bei Schleifprozessen oder beim Schweißen und Flexen eingesetzt werden, zum Portfolio des genannten Herstellers. Hier setzt man auf eine Stufenfiltration, also auf mehrere Filter hintereinander. Diese setzen sich typischerweise aus Metallfiltern gegen Funkenflug, in der Hauptstufe Kassettenund Schwebstofffiltern zur Partikelabscheidung, sowie aus Aktivkohlefiltern zur Rauch- und Geruchsabsorbierung in der Nach-

Die große Auswahl an verschiedenen Filterarten und -materialien stellt zwar sicher, dass der für die gewünschte Anwendung optimale Filter existiert, allerdings birgt sie auch das Risiko einer falschen Filterwahl. Ist der richtige Filter gewählt, ist auch die korrekt konzipierte Anlagenauslegung ein wichtiger Faktor. Experten unterstützen in diesen Prozessen.

filtration zusammen. Die Vorfiltration ist optional, während Schwebstofffilter je nach Anwendungsfall eine Alternative zu Filterpatronen darstellen. Filteron liefert aber auch Filter für Reinigungs- und Kühlwasseraufbereitungsanlagen, die, wie der Hersteller betont, einen optimalen Rückfluss der eingesetzten Mittel ermöglichen. Flüssigkeitsfilter wie die LOL-Produktreihe punkten in diesem Zusammenhang. Die Beispiele zeigen: So vielfältig die Anwendungen, so vielfältig sind auch die Filter, die zum Einsatz kommen. Unabhängig davon, welche Filterlösung genutzt wird, sollte man die industrielle Filtration keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, denn sie stellt nicht nur eine Verantwortung

gegenüber der Umwelt und den Mitarbeitern dar, sondern hat darüber hinaus ökonomische Faktoren. Schließlich gilt: Je effizienter die Filtration ist, desto höher sind potenzielle Kostenersparnisse durch geringe Druckdifferenzen und daraus resultierende, längere Standzeiten mit einer damit verbundenen Verlängerung der Wartungsintervalle - was somit zu einer Vermeidung von kostenintensiven Produktionsausfällen beiträgt. Faktisch kann durch eine sachgemäße Filtration der für den Betrieb erforderliche Energieaufwand erheblich gesenkt werden, betonen die Experten von Filteron. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand D28-4 www.filteron.de

Guided Tours auf der Messe FIR-Experten zeigen Smart-Maintenance-Lösungen Wie können Unternehmen Smart-Maintenance-Lösungen umsetzen, um eine bedarfsgerechte Verfügbarkeit ihrer Maschinen und Anlagen zu erreichen? Klar ist: Eine zentrale Rolle dabei spielen Daten. Diese müssen erfasst, gespeichert, analysiert und für die Planung und Steuerung der Instandhaltungsaktivitäten nutzbar gemacht werden. Intelligente IT-Systeme werden somit zum Schlüssel des Erfolgs. Welche Lösungen es bereits gibt, zeigen die Guided Tours auf der Messe. Das Ziel der kostenfreien Guided Tours des FIR ist es, den Messebesuchern in komprimierter Form einen Überblick über aktuelle ITLösungen zu geben. Um sich in möglichst kurzer Zeit über das breite Angebot einen Überblick zu verschaffen, bietet das FIR gleich zwei Touren an, die je einmal täglich stattfinden. Los geht es am Stand C06-4 des FIR. Interessierte Besucher können sich jederzeit vorab am Stand anmelden. Bei der Tour 1 geht es um die Betriebs- und Zustandsdatenerfassung als Wegbereiter einer datenbasierten Instandhaltung. Sie ist für Besucher gedacht, die sich über aktuelle Möglichkeiten der Zustandserfassung bei Maschinen/Anlagen sowie bei der Durchführung von Instandhaltungsaktivitäten informieren möchten. Der Schwerpunkt dieser Tour sind dabei praktische Lösungen für Unternehmen. Besucht werden hierbei folgende Aussteller: algorithmica technologies, GfM Gesellschaft für Maschinendiagnose, I-Care, Munters, Sonotec

Bild: B&I

Ultraschallsensorik sowie Endress+Hauser Messtechnik. Bei der Tour 2 dreht sich hingegen alles um das datenbasierte Planen und Steuern in der Instandhaltung - und um das, was IT-Systeme in diesem Zusammenhang leisten können. Hierbei werden folgende Aussteller besucht: Greengate, Gis, Connectavo, Seag Energy Services, Boom Software, IT-Informatik, IAS Mexis, M.O.P, BIK Anlagentechnik und Axino Solutions. Während der Touren wird jeder Aussteller ca. 15 Minuten seine Lösungen den Besuchern vorstellen und auf deren Fragen antworten. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand C06-4 www.fir.rwth-aachen.de


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Mehr als ein nur ein zeitgemäßes Update Brandneues Release der Instandhaltungssoftware Ultimo Maintenance Management Zahlreiche Änderungen und Ergänzungen sind in die neueste Version der Instandhaltungssoftware Ultimo Maintenance Management eingeflossen. Welche dies im Einzelnen sind und wie diese die Arbeit der Instandhalter erleichtern, erklären die Experten von Ultimo auf der Messe. Vorab hier die wichtigsten Neuerungen und Module. Die Sensortechnik wird bezahlbarer und verbreitet sich in der Folge immer mehr. Anlagen und andere technische Einrichtungen tauschen so über Netzwerke immer öfters Daten aus. Diese Daten ermöglichen es unter anderem, eine vorausschauende Instandhaltung (Predictive Maintenance) zu praktizieren.

Internet der Dinge Den Wünschen, diese Daten zu nutzen, entspricht Ultimo mit dem neuen 2019er Release. Dort gibt es nämlich Standard-IoTKonnektoren, die zahlreiche Messwerte importieren können. So sind z.B. die Techniken REST (JSON), http POST (XML) und SOAP verfügbar. Die Software wird dabei nicht direkt mit den Sensoren verknüpft, sondern mit Systemen oder Plattformen, die diese Sensordaten sammeln, gegebenenfalls verarbeiten und nutzbare Daten senden. Hierzu ist eine maximale Anzahl von Messungen innerhalb einer bestimmten Periode pro Messpunkt eingestellt. Die Vorteile sind unter anderem die Möglichkeit, Abweichungen zu erkennen und über die Einstellungen von Messpunkten zu bestimmen, ob ein periodisches Wartungsmodell (PW) bei der Verarbeitung von Daten evaluiert werden muss oder sogar direkt ein PW generiert werden soll. In Verbindung mit dem ebenfalls neuen Modul Smart Images können aktuelle Messwerte auch grafisch dargestellt werden.

Smart Images+ Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Version sind, wie bereits angeklungen, die Visualisierungen. Sie erleichtern den Arbeitsalltag oft deutlich. Deshalb können nun Grafiken in der Software hinterlegt werden. Dies können beispielsweise Fotos von Räumen, Grundrisse oder andere Pläne sein. Sobald diese in der Software gespeichert sind, lassen sich die vorhandenen Anlagen und Maschinen mit Markern in den entsprechenden Visualisierungen kennzeichnen. So kann jeder Mitarbeiter anhand des Bildes oder der Karte beispielsweise eine Maschine oder eine bestimmte Anlagenkomponente, wie z.B. eine Pumpe oder einen Schaltschrank, leicht wiederfinden. Außerdem ist es möglich zu erkennen, ob eine Arbeitsgenehmigung für die betreffende Anlage vorliegt oder es wird bei-

spielsweise die aktuelle Temperatur anhand von Sensordaten in der Grafik angezeigt.

Assetplaner Wenn Maschinen oder Produktionsketten stillstehen, ist es wichtig, alle damit zusammenhängenden Maschinen und Wartungen zu berücksichtigen. Mit dem Assetplaner lässt sich genau dies planen, denn dieses Tool sorgt laut Softwareanbieter für eine saubere Abstimmung von Produktion und Instandhaltung bei der Planung von Wartungsfenstern und der entsprechenden Downtime. Durch unterschiedliche farbige Markierungen erkennen die Anwender auf einen Blick, um was für eine Art Wartung es sich handelt. Zusätzlich werden durch

Kanban, die Methode der visuellen Produktionsprozesssteuerung, ist nun ebenfalls in dem Programm inbegriffen. Bilder: Ultimo

den Einsatz des Assetplaners Optimierungen bei den geplanten Start- und Enddaten sowie der Durchlaufzeit erzielt.

Kanban In vielen Unternehmen ist Kanban bereits gelebte Praxis. Damit wird die Arbeitsorganisation vereinfacht, die Nachvollziehbarkeit von Aktionen gefördert und die Zusammenarbeit und Kommunikation in einem Team verbessert. Ab der Version 2019 unterstützt Ultimo hier die Kanbantafeln, denn es ist zweifellos praktisch, wenn man die auszuführenden Arbeiten stets im Überblick hat. Auf einem Board lassen sich diese verschieben, z.B. um Aufgaben

Ultimo zeigt auf der Messe die neueste Version - das Release 2019 - der Instandhaltungssoftware Ultimo Maintenance Management. Zahlreiche Änderungen und Ergänzungen sind in diese neue Version eingeflossen, wie hier zum Beispiel der Assetplaner.

anderen Personen zuzuweisen oder den Erledigungsstatus zu ändern. Alle Änderungen auf dem Board werden in Ultimo direkt umgesetzt.

Multi-Currency & Multi-Timezone Die Globalisierung wirkt sich auch auf die Software aus, die nun internationaler wird, und zwar mit den beiden Modulen Multi-Currency und Multi-Timezone. Mit Multi-Currency können Unternehmen mehrere Währungen in der Software handhaben. Das ist unter anderem für die Vergleichbarkeit von Kosten wichtig. Deshalb kann für jeden Standort mit unterschiedlicher Währung nun zwischen einer Betriebswährung sowie einer Transaktionswährung unterschieden werden. Dort wo sich Währungen unterscheiden, laufen oftmals auch die Uhren anders. Dann ist MultiTimezone eine interessante, neue Funktion, schließlich muss ein In-

genieur in Deutschland erkennen können, wenn sich zum Beispiel im chinesischen Werk eines europäischen Automobilzulieferers eine Störung ereignet, wann dies genau war.

Plus bei der Arbeitssicherheit Ultimo integriert außerdem in die neueste Version eine HSE-Suite, womit sich unter anderem Arbeitsgenehmigungen und Gefährdungsbeurteilungen verwalten sowie das Änderungsmanagement oder IncidentMeldungen managen lassen und das revisionssicher dokumentiert -, wichtig im Hinblick auf Sicherheitsaudits. Sollte es dennoch einmal zu einem Zwischenfall kommen, so hilft die Software auch bei der Abwicklung sowie dabei, die richtigen Schlüsse aus den Ereignissen zu ziehen. Maintenance Dortmund Halle 4, Stand A28-4 www.ultimo.net

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B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 1, Februar 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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