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DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

info@b-und-i.de www.b-und-i.de

Juni 2018

Spannungsfeld mobile interne Kommunikation: WhatsApp und Co. erfüllen die DSGVO-Anforderungen nicht. Seite 9

Utopie oder Realität? Mixed Reality in der industriellen Praxis. Seite 14

Die Konstruktion einer neuen Welle hätte zusätzlich rund 150.000 Euro gekostet. Da die Welle aber völlig intakt war, entschied man sich, das neue Laufrad an die alte Welle anzupassen. Bilder: TLT-Turbo

Wertvolle Welle wiederverwendet Thyssenkrupp Steel Europe betreibt in Duisburg den größten Stahlproduktionsstandort in Europa. In diesem Stahlwerk musste unlängst ein neues Ventilatorlaufrad an der Sinterabgasanlage installiert werden. Eine der Herausforderungen bei diesem Projekt war, dass die noch intakte Welle beibehalten und das neue Laufrad dazu passend konstruiert werden musste. Die Stahlsparte der Thyssenkrupp AG, die Thyssenkrupp Steel Europe AG, hat ihren Firmensitz in Duisburg. In dieser Stadt ist das Unternehmen an fünf Standorten vertreten, beschäftigt mehr als 27.500 Mitarbeiter und betreibt in Duisburg außerdem den größten Stahlproduktionsstandort in Europa. Jährlich werden circa 12.000 Tonnen Rohstahl verarbeitet, womit das Unternehmen als der größte Flachstahlhersteller in Deutschland gilt.

Bei einem der regelmäßigen Anlagenkontrollen, die zweimal im Jahr durchgeführt werden, stellten die Instandhalter am Laufrad des Sinterabgasventilators von Sinterband III diverse Verschleißerscheinungen fest.

Im Werk Duisburg-Schwelgern wird unter anderem Eisenerz zusammen mit anderen Stoffen zu Sinter verarbeitet. Über die drei Bänder laufen täglich mehr als 30.000 Tonnen. Bei der Produktion von Sinter entsteht viel Staub. Dieser Staub wird von mehreren Anlagen kontinuierlich gefiltert, um Emissionen zu vermeiden. Dazu wurde ursprünglich direkt hinter der Sinteranlage eine Elektrofilteranlage installiert, auf die die Sinterabgasgebläse folgen. Um die Luftreinhaltung noch weitervoranzutreiben, investierte das Unternehmen unlängst weitere 46 Millionen Euro in einen modernen Gewebefilter für das Sinterband III, der nach den Ventilatoren installiert wurde. Diese neuen Filter können 99,99 Prozent des Staubs filtern. „Bei der Montage dieser Schlauchfilteranlage an Band III war es notwendig, die Leistung der Sinteranlage zu drosseln“, erklärt Diplom-Ingenieur Erwin Unger, Produktspezialist im Aftermarket Service bei der TLT-Turbo GmbH. Der Verantwortliche für das Projekt bei Thyssenkrupp Steel Europe verdeutlicht: „Das hatte zur Folge, dass auch die Leistung des Sinterabgasventilators reduziert

AC/DC-Elektromotoren be in motion

werden musste. Dies geschieht, indem der Drallregler geschlossen wird.“ Bei diesem Vorgang verkleinert sich jedoch auch die freie Fläche zwischen den einzelnen Drallreglerschaufeln. Gleichzeitig erhöht sich aber die Gasgeschwindigkeit. Dies hat zur Folge, dass sich das Gas schneller dreht als das Laufrad selbst. Der Sinterstaub wandert dabei von der Oberzur Unterseite der Laufradschaufel. Im Regelbetrieb ist der Sinterstaub nämlich nur an der Oberseite der Laufradschaufeln. Da diese mit einem speziellen Verschleißschutz überzogen sind, ist er dort harmlos. Die Unterseite besteht jedoch aus unbeschichtetem und verhältnismäßig weichem Stahl. Sinterstaub hingegen wird auf der Härteskala nach Friedrich Mohs in die gleiche Kategorie wie Diamant eingeteilt; das Material gehört also zu den härtesten Werkstoffen der Welt. Das Auftreffen dieses harten Materials auf den unbeschichteten Stahl führte zu diversen Verschleißerscheinungen am Laufrad. Diese wurden bei einem regelmäßig durchgeführten Routinecheck am Ventilator von Band III entdeckt. Weiter auf Seite 11

Kondensatableiterprüfung mit Ultraschall. Seite 21

TOP NEWS WVIS fordert beschleunigten digitalen Ausbau Branchenmonitor belegt Wachstum im Bereich Industrie 4.0 Seite 02 automatica mit Smart Maintenance Pavillon

Seite 04

Digitale Transformation Wie Relayr alte Industrieanlagen ins Datennetz bringt Seite 13 Standzeiten deutlich verlängert Radsatzwerk optimiert die Wartung von Industriegetrieben Seite 36

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring & 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

06

Management & Technologie

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Materialfluss

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Neuer Antrieb für Ihre Maschinen

Reinigung

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Vom Austausch defekter Komponenten bis hin zur kompletten Überholung Ihrer Elektromotoren Qualität und Liefertreue!

Wartungs- & Werkstattbedarf

36

Zulieferteile

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Mehr Informationen unter: bit.ly/acdcmotoren1

Messen & Events

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Impressum

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www.baumueller-services.com


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NACHRICHTEN

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Digitalisierung: Die Chancen sind immens

Ein Thema zieht sich durch diese Ausgabe wie der sprichwörtliche rote Faden: die Digitalisierung und ihre Chancen und Möglichkeiten für produzierende Unternehmen im Allgemeinen und für die Wartung und Instandhaltung im Besonderen. Evelyn Landgraf von Rösberg Engineering beschreibt beispielsweise in einem Fachbeitrag, wel-

ches Potenzial Mixed Reality in der industriellen Praxis bietet. Grundlage hierfür ist die Bachelorarbeit von Stefan Stegmüller, der den Praxisnutzen einer solchen Mixed-Reality-Lösung anhand eines Versuchsaufbaus, der eine reale Anlagensituation nachstellt, untersucht hat. Noch viel weiter reicht die Titelgeschichte im Bereich Condition Monitoring. Hier geht es um ganz neue Geschäftsmodelle, die sich

Schüttgut wird zur Solids Dortmund Am 7. und 8. November 2018 findet die neunte Fachmesse für Granulat-, Pulver- und Schüttguttechnologien und die erste unter dem neuen Namen Solids in der Messe Dortmund statt. Zusammen mit der Solids öffnet im November in den Dortmunder Messehallen die fünfte Ausgabe der Recycling-Technik Dortmund ihre Pforten. „Mit dem neuen Namen Solids Dortmund werden wir dem stetigen Wachstum und der zunehmenden Internationalisierung der letzten acht SchüttgutMessen gerecht“, erklärt Daniel

Eisele, Group Event Director von Easyfairs. Seit der Premiere 2006 stieg der Anteil internationaler Aussteller auf zuletzt knapp 20 Prozent. Bei den Besuchern waren es etwa 12 Prozent. Zugleich unterstreicht der Messeveranstalter mit der Umbenennung der Messe in Dortmund die Zugehörigkeit dieser zu den anderen Fachmessen für Granulat-, Pulver- und Schüttguttechnologien von Easyfairs. Namensgleiche Veranstaltungen gibt es in Antwerpen, Rotterdam, Zürich, Krakau und in Russland. www.solids-dortmund.de

Stauff erhöht Fertigungskapazitäten deutlich Am Hauptsitz der Walter Stauffenberg GmbH & Co. KG in Werdohl wurde unlängst eine Rundtaktmaschine für Rohrverschraubungen in Betrieb genommen. Mithilfe dieser Maschine können jährlich rund 1,5 Millionen Winkelsowie T-Verschraubungen und Kreuzstücke auf Basis von Schmiederohlingen hergestellt werden. Eine zweite Rundtaktmaschine für die Fertigung gerader Verbindungen aus Stangenmaterial mit doppelt so hoher Ausbringungsmenge steht ebenfalls parat.

„Mit diesen leistungsstarken Anlagen erhöhen wir in diesem Jahr unsere Fertigungskapazitäten von 10 auf 15 Millionen Teile und gewährleisten unseren Kunden auch angesichts der aktuell kontinuierlich steigenden Nachfrage eine noch höhere Verfügbarkeit“, erläutert Ralf Oberbossel, Geschäftsführer bei Stauff. Konjunkturell bedingt verzeichnet das Unternehmen ein deutliches Wachstum in sämtlichen seiner insgesamt zehn Produktgruppen, das stärkste erwartungsgemäß bei Stauff Connect. www.stauff.com

durch eine Optimierung der Verfügbarkeit erschließen lassen. Dieses Thema greift auch das exklusive Interview mit Josef Brunner auf, Chef des Berliner StartupUnternehmens Relayr, das alte Industrieanlagen ins Netz bringt. Er erklärt dabei, welche Herausforderungen es auch in monitärer Hinsicht für einen Maschinenbauer mit sich bringt, wenn nicht ein Produkt an sich, sondern die Nutzung dessen „als Service” angeboten

Branchenmonitor 2018 belegt deutliches Wachstum im Bereich Industrie 4.0 Zu den Ergebnissen des WVIS Branchenmonitors 2018 trugen 156 Unternehmen bei, wobei der Branchenmonitor - und das ist eine Besonderheit - nicht nur die Anbieter, sondern auch die Kunden der Industriedienstleister zu Wort kommen lässt. Beide Gruppen gaben Auskunft zu zahlreichen Fragen rund um das weiterhin wachsende Marktsegment des Industrieservices. Der aktuelle WVIS Branchenmonitor klingt optimistisch, denn das durchschnittliche Wachstum der Industrieservice-Dienstleister betrug im Jahr 2017 stattliche 4,7 Prozent. Noch besser sind die Aussichten für das laufende Jahr: Hier liegt das erwartete Wachstum der Anbieter sogar bei 5,1 Prozent. Dabei lagen die Top 10 der Industriedienstleister in beiden Jahren etwas unter diesen genannten Durchschnittswachstumswerten (2017: 3,3 Prozent und 2018: 3,0 Prozent). Das Wachstum wird also von den kleinen und mittleren Anbietern getrieben, wohingegen große Anbieter langsamer wachsen oder sich ganz aus kriselnden Bereichen, wie der Energiewirtschaft zurückgezogen haben. Zur Kundensicht: 60 Prozent sehen einen wachsenden Bedarf für Personaldienstleistungen, 50 Prozent gehen von einem wachsenden Bedarf im Bereich der Instandhaltung aus. Dabei sind die technische Reinigung mit 35 Prozent und die Instandhaltung für 33 Prozent der Unternehmen die Bereiche, in denen die meisten

Bild: WVIS „Der digitale Ausbau in Deutschland muss deutlich beschleunigt werden, soll die deutsche Industrie nicht ins Hintertreffen geraten“, fordert Dr. Reinhard Maaß, Geschäftsführer des WVIS Wirtschaftsverbandes für Industrieservice im Hinblick auf die Ergebnisse des aktuellen WVIS Branchenmonitors.

Dienstleistungen fremdvergeben werden. Die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter entscheidet bei 53 Prozent der Kunden über die Auftragsvergabe. „Der Industrieservice ist nachweislich ein Beschleuniger des in-

dustriellen Umbaus“, ist Reinhard Maaß, Geschäftsführer des WVIS Wirtschaftsverbandes für Industrieservice, überzeugt. Insbesondere der Bereich „smarte Dienstleistungen“ wächst durch die intensive Nutzung von Industrie 4.0 in den Betrieben. „Gerade die Hauptleistungsträger der deutschen Wirtschaft, die klein- und mittelständischen Betriebe, sind auf die digitale Kompetenz der IndustrieserviceDienstleister angewiesen, da sie selber die entsprechende Expertise in der Kürze der Zeit nicht aufbauen können“, ergänzt Maaß. Er betont zudem, dass die zügige Digitalisierung der deutschen Wirtschaft auch entsprechend leistungsfähige Netzinfrastrukturen erfordert. „Ein leistungsfähiges digitales Hochgeschwindigkeitsnetz fehlt aber nach wie vor und trotz aller Beteuerungen der Politik“, beklagt Maaß und fordert: „Hier muss die Bundesregierung endlich gegensteuern, um nicht das Potenzial der deutschen Industrie vollständig und langfristig auszubremsen.“ www.wvis.eu

Wisag Industrie Service bekommt SCC-Zertifikat

Bild: Mader

Mitgliedsunternehmen. Konkrete Praxisbeispiele und Berichte aus erster Hand haben erfahrungsgemäß das größte Potenzial, erfolgreich kopiert zu werden, und darauf setzt der IndustrieClub ja ganz bewusst“, so Werner

wird. Um all diese Chancen und Möglichkeiten nutzen zu können, ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur zwingend notwendig und zwar flächendeckend und so schnell wie möglich. In diesem Punkt kann ich mich ganz der Forderung des WVIS nach einem beschleunigten digitalen Ausbau anschließen, zumal der aktuelle Branchenmonitor im Bereich Industie 4.0 bereits ein deutliches Wachstum belegt. Volker Zwick

WVIS fordert beschleunigten digitalen Ausbau

Mader ist jetzt Mitglied im Industrie-Club Ressourceneffizienz Seit Kurzem ist der Leinfeldener Druckluft- und Pneumatikspezialist Mader Mitglied des Industrie-Clubs Ressourceneffizienz. Dieser versteht sich als bundesweite und branchenübergreifende Unternehmensplattform für kleine und mittlere Unternehmen, die eine Vorreiterrolle in Sachen Ressourceneffizienz einnehmen. Organisator und Initiator ist das VDI Zentrum Ressourceneffizienz. Der Club richtet den Fokus auf Umsetzungsbeispiele, die das Thema Ressourceneffizienz greifbar machen und andere Unternehmen dazu motivieren, selbst Ressourceneffizienzmaßnahmen umzusetzen. „Wir freuen uns über die Aufnahme in den Industrie-Club Ressourceneffizienz und einen regen Austausch mit den anderen

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Landhäußer (rechts im Bild), geschäftsführender Gesellschafter bei Mader, als er die Mitgliedsurkunde in Empfang nahm. www.mader.eu www.mader-energieeffizienz.de www.ressourceneffizienz-club.de

Die Zertifizierung des Arbeitsschutzes, um das Sicherheitszertifikat Contraktoren, kurz SCC, zu erhalten, hat das Ziel, Unfallund Gesundheitsgefährdungen für Mitarbeiter zu reduzieren und, wenn möglich, gänzlich zu vermeiden. Zum ersten Mal hat der Industriedienstleister Wisag Industrie Service Gruppe in einer Matrixzertifizierung das SCC-Zertifikat erhalten. Hierfür wurden insgesamt fünf Standorte von Tochterunternehmen sowie die Wisag Industrie Service Holding auditiert. Grundlage für die Zertifizierung war ein gemeinsames Arbeitsschutzmanagementsystem. Es sorgt für eine Stärkung des Sicherheitsbewusstseins der Mitarbeiter und verbessert darüber hinaus die Rechtssicherheit für

Bild: Wisag Stefan Borgemeister, Leiter Technik der Wisag Industrie Service Holding, erklärt: „Das SCC ist ein kombiniertes Arbeits- und Umweltschutzmanagementsystem, das für Unternehmen entwickelt wurde, die in der Petrochemie als Subunternehmer tätig werden wollen.“

Unternehmer und Vorgesetzte. www.wisag.de


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Servparc - die ganz andere Vision einer Messe „Wir streben eine Begegnungsplattform zwischen Anbietern und Anwendern an …“ Mit dem neuen Konzept als Messe, Kongress und Networking-Event unter einem Dach will sich die Servparc ab 2019 als der neue Hotspot für Facility Management, Industrieservice und ITLösungen etablieren. Was genau dahintersteckt und wie weit die Planung bereits gediehen ist, erklärt Simone Pfisterer, Bereichsleiterin Servparc der Mesago Messe Frankfurt, im Interview. Wie konkret wird bereits an der Servparc geplant? Mit der Servparc wollen wir mit einem ganz neuen, eigenständigen und innovativen Konzept überzeugen. Dieses neue Konzept nimmt in der aktuellen Planung bereits ganz konkret Gestalt an. Was ändert sich genau? Mit der Servparc haben wir ein komplett neues Veranstaltungsformat entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine Interaktions- und Networkingplattform mit eigener Identität. Die Servparc soll zum Pflichttermin für die Präsentation neuer Ideen, Produkte und Innovationen werden. Dieser Idee tragen wir nicht zuletzt auch mit einem neuen Veranstaltungstermin Rechnung. Was bedeutet eigentlich der Name? Der Name Servparc spiegelt unsere Vision des neuen Veranstaltungsformats wider. Wir wollen alle Informationsangebote gebündelt unter einem Dach in einem inspirierenden Ambiente präsentieren und mit Leidenschaft und Kompetenz Anbieter und Anwender zusammenbringen. Den Service kann man hierbei als

das Leitthema verstehen, der „parc” versinnbildlicht das interaktive, spielerische und barrierefreie Setup der Veranstaltung in Anlehnung an einen Parcours. Mit dem Untertitel „Der Hotspot für Facility Management, Industrieservice und IT-Lösungen“ wollen wir das Profil schärfen und die Zielgruppen konkret ansprechen. Können Sie das Konzept der Servparc in wenigen Worten erklären? Wir als Veranstalter sind bestrebt, einen langfristigen und zukunftsfähigen Branchen-Hotspot zu gestalten, von dem Anbieter und Anwender gleichermaßen profitieren. Die zurückliegende Entwicklung der Inservfm hat uns in unserem Vorhaben bestätigt, uns von den klassischen Strukturen einer Messe zu lösen und eine moderne und zeitgemäße Art von Begegnungsplattformen zu schaffen. Das neue Konzept haben wir ja bereits auf der Inservfm im Februar anhand eines 3D-Modells, unterstützt von einer eindrucksvollen AR-Anwendung, vorgestellt. Wir sind hiermit bei Anbietern und Anwendern, aber auch bei diversen Stakeholdern durchweg auf sehr positive Resonanz gestoßen.

Welche konkreten Vorteile bietet die Servparc für Messeteilnehmer und Besucher? Wir wollen keine klassische Unterscheidung zwischen Messeteilnehmern und Besuchern, sondern streben vielmehr eine Begegnungsplattform zwischen Anbietern und Anwendern an, wobei die Begegnung, Networking und Interaktion immer im Vordergrund stehen. So wird durch die Integration der Forenbereiche in das offene Setup die räumliche Trennung von Kongress und Messe aufgehoben. Um die Inhalte zu fokussieren, wird die Veranstaltungslaufzeit auf zwei Tage verkürzt. Für Anbieter stehen zahlreiche attraktive Beteiligungsmodelle zur Verfügung, die über eine klassische Standfläche hinausgehen. Ich denke hierbei an die Möglichkeit, Sofa-Bereiche für

Simone Pfisterer, Bereichsleiterin Servparc, erklärt: „Wir wollen keine klassische Unterscheidung zwischen Messeteilnehmern und Besuchern, sondern streben vielmehr eine Begegnungsplattform zwischen Anbietern und Anwendern an, wobei die Begegnung, Networking und Interaktion immer im Vordergrund stehen.“ Bild: Mesago

Kundengespräche, Vortrags-Slots oder verschiedene Sponsoringvarianten zu buchen. Den Anwendern steht künftig der Besuch des gesamten Vortragsprogramms offen. Weitere Allinclusive-Leistungen, wie bspw. Catering, freie Parkplätze und die Teilnahme an diversen Abendveranstaltungen sind im Ticketpreis enthalten.

Was erhoffen Sie sich von der Servparc? Wir wollen mit dem neuen Konzept für die Servparc den neuen Branchen-Hotspot schaffen, der Anbietern und Anwendern gleichermaßen einen Mehrwert bietet, den Dialog untereinander fördert und sich langfristig zum zentralen Event entwickelt. www.servparc.de

SEW-EURODRIVE—Driving the world

Piepenbrock punktet bei „Top Service Deutschland 2018“ Der Wettbewerb „Top Service Deutschland“ wird von dem Beratungsunternehmen Service-Rating durchgeführt. Er fand bereits zum dreizehnten Mal statt. Piepenbrock nahm zum ersten Mal teil und wurde gleich ausgezeichnet. Die Unternehmensgruppe weist laut dem diesjährigen Wettbewerb, der den Gebäudedienstleister in seine Exzellenzgruppe aufnahm, eine ausgezeichnete Kundenorientierung auf. Das Ranking basiert auf einer unabhängigen Befragung von 100 Kunden, den Ergebnissen eines Managementbogens sowie eines Audits. Dabei wurden unter an-

derem Angaben zum Personalmanagement, zu kundenbezogenen Prozessen sowie zu Produktund Dienstleistungsangeboten abgefragt. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung als eines der exzellenten Unternehmen auf den Gebieten Servicequalität und Kundenorientierung. Unsere engagierten Mitarbeiter haben diesen Erfolg erst möglich gemacht“, betont Arnulf Piepenbrock, geschäftsführender Gesellschafter. Die Auszeichnung zeige das große Vertrauen der Auftraggeber, das im Dienstleistungssegment besonders wichtig sei. www.piepenbrock.de

Nutzung g

Ersatzteil-Service

In 95 % aller Fälle noch am gleichen Tag Tag auf dem Weg Weg zu Ihnen Ob für Ihre Ersatzteil-Bevorratung, für Umbauten oder Instandsetzungen setzungen – das Ersatzteil ist in 95 % aller Fälle noch am gleichen Tag auf dem Weg zu Ihnen. Wir bieten Ihnen eine stetig hohe Verfügbarkeit und sofortige Bereitstellung von original SEW-EURODRIVE-Ersa satzteilen. Auch bequem und einfach über das Kundenportal Online Support und unsere 24h Ser vice Hotline tline bestellbar.

Life Cycle Services

Im Gesamtvergleich aller Teilnehmer am Wettbewerb erreichte das Unternehmen den 14. Platz. Bild: Piepenbrock

Der Ersatzteil-Service ist Teil Teil unseres Serviceangebots entlang des kompletten Anlagenlebenszyklus. www.sew-eurodrive.de/life-cycle-services Gerne beraten wir Sie auch persönlich. edg.marktmanagement@sew-eurodrive.de


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automatica mit Smart-Maintenance-Pavillon Messe thematisiert die Instandhaltung als Rückgrat der Fabrik 4.0 Im Zuge von Industrie 4.0, der damit verbundenen Vernetzung von Anlagen, Produkten und Materialien sowie der Digitalisierung der Information und Steuerung durch IT-basierende Systeme wachsen das Aufgabengebiet und die Verantwortung der Instandhaltung. Nahezu 100prozentige Verfügbarkeit für automatisierte, hochgradig flexible Produktionssysteme zu gewährleisten, ist eine der großen zukünftigen Herausforderungen. Durch die von Industrie 4.0 getriebene Optimierung der Produktionsprozesse wächst aber auch die Bedeutung und Wertigkeit der Instandhaltung als Rückgrat der Fabrik 4.0. Grund genug für die automatica, diesem Themenbereich mit dem Smart Maintenance Pavillon einen eigenen Platz einzuräumen. Die automatica versteht sich als der führende Marktplatz für automatisierte Produktion. Die Messe schafft Markttransparenz und gibt Orientierung, mit dem Ziel, qualitativ bessere Produkte effizienter herstellen zu können. Dabei vereint sie alle zukunftsweisenden Schlüsseltechnologien an einem Ort. Denn intelligente Industrieautomatisierung wird erst dann möglich, wenn die richtige Hardware mit der passenden Software und spezifischem Know-how zusammenkommt. Die Integration des Themas Instandhaltung auf dem Weg zu Smart Maintenance liegt hier nahe, da die Bereiche in Zukunft noch stärker verzahnt werden. Schließlich müssen Anlagenplanung und -management ganzheitlich abgestimmt sein, um eine optimale Produktionseffizienz zu erreichen.

IT2Industry auf der automatica Der Smart Maintenance Pavillon integriert sich in den neuen Ausstellungsbereich IT2Industry. Er fokussiert das Zusammenspiel zwischen Automatisierungs- und Informationstechnologie, das zum Kernbestandteil digitaler Automation und Robotik gehört. Im Themenbereich IT2Industry stellen nicht nur einschlägige Soft- und Hardwareanbieter, Integratoren und Unternehmensberatungen aus, hier wird auch fleißig diskutiert: über Robotic Automation, Big Data, Cloud, Security und natürlich über IoT. Zu den Ausstellern gehören sowohl klassische IT-Anbieter wie Trend Micro Deutschland oder Proalpha Business Consulting als auch Unternehmen, die praktische Industrie-4.0/IoT-Anwendungen oder IoT-Plattformen anbieten wie Essert, WidasConcepts, Fabrikado oder die SW Schwäbische Werkzeugmaschinen.

Praxis, Theorie und Erfahrungsaustausch Der Smart Maintenance Pavillon, den es zum ersten Mal im Rahmen der Messe gibt, bietet einen kompakten Überblick zu aktuellen und zukünftigen Anwendungen, Lösungen und Produkten für effiziente Instandhaltung. Die Verbindung mit dem benachbarten Ausstellungsbereich IT2Industry ermöglicht zudem einen

Blick über den Tellerrand hinaus entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Digitalisierung. So werden nicht nur Instandhaltungsprofis angesprochen, sondern auch die technischen Entscheider aus den anderen Bereichen des Produktionsprozesses. Der Smart Maintenance Pavillon ermöglicht es laut Veranstalter, sich mit ausgewiesenen Experten auszutauschen, konkrete Instandhaltungsprozesse in der Praxis zu erleben und aus Erfahrungen anderer Anwender zu lernen. Durch eine inhaltliche Verknüpfung des Demo-Parks Instandhaltung mit der Meet-theExperts-Lounge und den Fachvorträgen auf dem Forum der IT2Industry gibt es für die Fachbesucher eine kompakte Mischung aus Information, Praxisbeispielen und Erfahrungsberichten. Vertreten sind bekannte Anbieter und Institutionen wie Acoem, Fraunhofer, FVI, Dankl + Partner Consulting, MCP Deutschland, IAS Mexis, Membrain, Messfeld, Softgate, Optiware, GBS German Bionic Systems GmbH sowie MB Strahlcenter und Sogema.

Praxiswissen mit Erlebnisfaktor Auf dem Demo-Park werden reale Anwendungen und Lösungen zur Umsetzung einer Smart-Maintenance-Strategie in praxisnahen Szenarien präsentiert. Experten zeigen reale Abläufe direkt am Gerät und bieten Lösungsansätze für alltägliche Produktionsbedingungen. Besucher können selbst verschiedene Möglichkeiten ausprobieren und gezielt nach spezifischen Problemstellungen fragen. Mehrmals täglich finden Führungen statt. Insgesamt können drei DemoInseln erkundet werden. Auf der Demo-Insel eins geht es um die durchgängige Verarbeitung von Anlagen-, Produktions- und Instandhaltungsdaten. Hier wird unter anderem gezeigt, wie die Anlagendaten zum Beispiel durch Condition Monitoring erfasst, übertragen, mit weiteren Daten aus der Produktion und Instandhaltung zusammengeführt und analysiert werden. Diese Daten sind Entscheidungsgrundlage für weitere Instandhaltungsmaßnahmen und Planungen. Dabei wird unter anderem das Zusammenspiel zwischen der Datenerhebung durch Sensorik und der anschließenden Aus-

wertung für Wartungsintervalle an der Maschine demonstriert. Die Demo-Insel zwei gliedert sich in die Bereiche A und B. Im Bereich A geht es um Instandhaltungsprozesse und die IT-Unterstützung. Der Besucher lernt, wie durch standardisierte, datenbasierte Instandhaltungsprozesse die bestmögliche Anlagenperformance mit möglichst geringen Ausfallzeiten erreicht wird. Gezeigt wird etwa die cloudbasierte SAP-AIN-Lösung, die den nahtlosen Datenaustausch zwischen Anwendern, Maschinenlieferanten und externen ServiceDienstleistern ermöglicht. Ein Showcase demonstriert, wie das Zusammenspiel der Partner bei verschiedenen Instandhaltungsmaßnahmen funktionieren kann. Im Bereich B geht es um den Einsatz von Mobilgeräten zur Datenerfassung, Weiterverarbeitung und Analyse bei Instandhaltungsmaßnahmen. Diese mobilen Geräte unterstützen den Instandhalter und erlauben es, Prozesse flexibler und effizienter zu gestalten. So wird zum Beispiel die ferngesteuerte Durchführung von Wartungsarbeiten mit dem Einsatz von Datenbrillen durch einen externen Dienstleister an einem Fabrikmodell demonstriert. Daneben wird die Verwendung von Exoskeletten für die Instandhaltung gezeigt.

Instandhalter sind Praktiker. Sie wollen Produkte anfassen, nicht nur darüber reden - und genau das ist auf dem Demo-Park im Smart Maintenance Pavillon auf der automatica möglich. Der Besucher erlebt hier, wie das Zusammenspiel der verschiedenen Technologien beim optimalen Einsatz der Instandhaltungsinstrumente und -methoden zur bestmöglichen Anlagenperformance führt. Bild: Messe München

Die Demo-Insel drei zeigt schließlich den Weg von Decriptive hin zu Predictive und Prescriptive Maintenance. Die Fraunhofer-Initiative Smart Maintenance wird das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und thematisiert hier unter anderem Assistenzsysteme, Condition Monitoring, Instandhaltungstechnologien, Organisation und Prozesse, aber auch Strategien und Geschäftsmodelle.

and Analysis“, „modellbasierte interaktive bzw. kontextbasierte Handlungsanweisungen“ und „Condition Monitoring“. Auch hier werden die Inhalte der Workshops eng mit den Szenarien auf dem Demo-Park verknüpft. Die Teilnahme an den Workshops ist übrigens kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist allerdings begrenzt, deshalb wird bei Interesse um Anmeldung über die Veranstaltungswebseite gebeten. https://automatica-munich.com

Meet-the-ExpertsLounge In kleinen Diskussionsrunden vermitteln hier Experten anhand praxisorientierter Fall- und Einsatzbeispielen Fachwissen und stellen sich der Diskussion, d.h. die aktive Beteiligung der Teilnehmer ist erwünscht. Ein täglicher Workshop von Dankl + Partner beschäftigt sich beispielsweise mit dem strategischen Ansatz der Szenarien im Demo-Park. Auch die Fraunhofer-Initiative Smart Maintenance bietet an den ersten drei Tagen jeweils einen Workshop an. Die Themen sind „Predictive Maintenance through Intelligent Data Management

Im Smart-Maintenance-Pavillon wird u.a. auch ein aktives Exoskelett der Augsburger Robotik-Spezialisten German Bionic zu sehen sein, das auch bei Instandhaltungsarbeiten hilfreich ist. Bild: German Bionic

Smart-Maintenance-Pavillon: Das sollten Sie nicht verpassen In der Sonderausstellungsfläche sind bekannte Anbieter und Institutionen wie Acoem, Fraunhofer, FVI, Dankl + Partner Consulting, MCP Deutschland, IAS Mexis, Membrain, Messfeld, Softgate, Optiware, GBS German Bionic Systems GmbH sowie MB Strahlcenter und Sogema vertreten. Hier einige Highlights:

die Nutzung sämtlicher SAP-Standardfunktionen, aber auch eine Anpassung an individuelle Prozesse. Übrigens setzt Membrain bei seiner App-Entwicklung auf das SAP Cloud Platform SDK for native iOS. Die Integration der Membrain Infrastruktur in die SAP Cloud Plattform ermöglicht die Erstellung von Smartphone-Anwendungen in kürzester Zeit auch für SAP-On-PremiseSysteme. www.membrain-it.com

systeme (iOS, Android, Windows Phone) geeignet. www.ias-mexis.de

Rund eineinhalb Jahre nach der Übernahme der schwedischen Axxos Industrisystem AB durch die dänische API Maintenance Systems A/S präsentiert sich das Gemeinschaftsunternehmen nun mit der neuen Unternehmensmarke Optiware auf der Messe in Das Münchener SoftwareunMünchen. Zu sehen sein werden ternehmen Membrain zeigt auf die beiden Lösungen API Pro und der Messe an einem Modell der Axxos OEE. Dabei dient API Pro digitalen Fabrik, wie verschiezur Optimierung der Instandhaldene Szenarien wie Produktionsprozesse digitalisiert, optimiert Auf der Messe präsentiert IAS tung. Durch die Überwachung und mithilfe von Apps mobil Mexis die neue App für die der Anlagen mit Axxos OEE gemacht werden können. mobile Instandhaltung Diva Go. erhalten Anwender die InforZudem präsentiert das Unter- Sie ermöglicht es laut Entwickler, mationen und Werkzeuge, um nehmen seine Instandhaltungs- Instandhaltungsprozesse pa- einen effizienten Verbesserungslösung Membrain-PAS PM, die pierlos und mobil abzubilden. prozess zu ermöglichen. speziell für schnelles und mobiles So können beispielsweise un- Werden beide Lösungen gemeinAbwickeln von Instandhaltungs-, geplante Störungen direkt vor sam genutzt, ergeben sich laut Wartungs- und Serviceprozessen Ort angelegt und bearbeitet Anbieter diverse Synergien zur Die Web-basierte Verbesserung der Effizienz und in der Industrie entwickelt wurde. werden. Die standardisierte Schnittstelle Browseroberfläche ist für die Optimierung von Prozessen. ins SAP PM/CS ermöglicht dabei unterschiedlichsten Betriebs- https://optiware.com/


Connecting Global Competence

Smarte Maschinen brauchen smarte

IT goes automatica. Für die Fabrik der Zukunft brauchen Unternehmen smarte ITK-Spezialisten als Wegbereiter – und suchen sie dringend. Die automatica als führende Business-Plattform für die automatisierte Produktion bringt die Branche und die ITK-Community zusammen. Hier vernetzen sich Unternehmen mit Zukunft – und Sie sich mit dem Erfolg. Mehr unter: automatica-munich.com/IT2I

The Leading Exhibition for Smart Automation and Robotics

19.–22. Juni 2018 | München automatica-munich.com


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INDUSTRIESERVICE

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Da verzweifeln selbst die Panzerknacker Diebold Nixdorf setzt bei der Montage von Geldautomaten auf den Dienstleister Wisag Es gibt derzeit rund 60.000 Geldautomaten hierzulande. Sie erlauben das Abheben und Einzahlen hoher Summen und zwar ungebunden von Öffnungszeiten oder bestimmten Banken. Bis zu 500.000 Euro passen dabei in einen Automaten. Kein Wunder also, dass die Ansprüche an die Geräte hoch sind, auch und vor allem in Bezug auf die Sicherheit. So müssen die Automaten in der Lage sein, einen Datenraub zu verhindern, und auch bei Überfällen muss das System sofort reagieren: Bei Aufbruchversuchen oder Erschütterungen werden nämlich die Scheine dank Farbpatronen eingefärbt und somit entwertet. Um all diesen Ansprüchen gerecht zu werden, setzt der deutsch-amerikanische Geldautomatenhersteller Diebold Nixdorf in Paderborn auf die Spezialisten der Wisag Industrie Service Gruppe, wenn es um die Montage der Baugruppen geht. „Wir haben beobachtet, dass sich das Konsumentenverhalten rasant ändert“, berichtet Andreas Fiedel, Head of Operation Support Paderborn bei Diebold Nixdorf. Er erklärt: „Unsere Kunden sind kompetent, vernetzt und erwarten ein noch nie da gewesenes Niveau an Service und Komfort. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Prozesse von Banken und Handelsunternehmen immer stärker ineinandergreifen, da Mobilfunk, berührungslose Technologien, intelligente Daten und moderne Analysen die Grenzen verwischen. Die Welt ist immer in Bewegung - entsprechend müssen sich auch unsere Technologien ständig weiterentwickeln.“

nologische Aufgaben wie Zählen und Messen selbstständig ausführen.“ Darüber hinaus ist der Industriedienstleister auch für den Bau der Abzugseinheiten für die Geldkassetten im Bereich „Cash Media Dispenser“ verantwortlich, die in der Lage sind, ganze Bargeldbündel auszugeben, sowie für die Montage von Baugruppen aus Kassensystemen, dem sogenannten Beetle, die vornehmlich an den Kassen im Einzelhandel zu finden sind. „Wir bauen unter anderem Abzugseinheiten für Geldkassetten, montieren und konfigurieren Kassensysteme und sind für die Montage von Modulwannen verantwortlich. Dabei müssen unsere Mitarbeiter viel Fingerspitzengefühl, technisches Ver-

Zahlreiche Sicherheitsbestimmungen Sven Röttgers ist Niederlassungsleiter der Wisag Produktionsservice GmbH in Bielefeld. Und auch er berichtet von den drastischen Veränderungen: „Wir sind bereits seit zehn Jahren am Standort in Paderborn für den Kunden tätig. Dabei haben auch wir gemerkt, dass der Anspruch an die Geräte und somit auch der Anspruch des Kunden an unsere Arbeit in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Die Baugruppen sind komplexer, dementsprechend steigen natürlich auch die Anforderungen an unsere über 100 Mitarbeiter, die diese zusammenbauen.“ Zwischen einigen Sekunden und einer Stunde liegt die durchschnittliche Montagezeit, abhängig von der jeweiligen Baugruppe - rund 2.200 Baugruppen sind es täglich.

Die Mitarbeiter des Industriedienstleisters montieren täglich über 2.000 Kleinstbaugruppen und rund 200 Funktionsbaugruppen für den Geldautomatenhersteller Diebold Nixdorf in Paderborn.

„In mikroelektronischen Bauteilen, wie unsere Mitarbeiter sie täglich in den Händen halten, können solche Entladungen große Schäden anrichten. Um das zu verhindern, arbeiten wir an speziellen ESD-Arbeitsplätzen, an denen die meist durch Reibungselektrizität entstehenden Aufladungen verhindert und bestehende elektrostatische Ladungen kontrolliert abgeleitet werden“, erklärt der Niederlassungsleiter. Um den hohen Ansprüchen zu genügen, müssen die Baugruppen im Anschluss an die

„Wir sind bereits seit zehn Jahren am Standort in Paderborn für den Kunden tätig“, erklärt Sven Röttgers, Niederlassungsleiter der WISAG Produktionsservice GmbH in Bielefeld.

Röttgers verdeutlicht, wie und wo die Spezialisten des Industriedienstleisters eingesetzt werden: „Wir montieren für Diebold Nixdorf Baugruppen für sogenannte ‚Cash Recycler‘, an denen die Einund Auszahlung von Banknoten möglich ist, sowie für ‚Cash + Check Media Dispenser‘.“ Dabei handelt es sich um multifunktionale Geldautomaten für den Lobby-Bereich, an denen die Verarbeitung von Bargeld- und Scheckbündeln sowie die Auszahlung von Münzen möglich sind. Röttgers ergänzt: „Hierfür montieren wir täglich über 2.000 Kleinstbaugruppen und rund 200 Funktionsbaugruppen, also intelligente Baugruppen, die tech-

Die Spezialisten von Wisag kümmern sich auch um die Überprüfung der Baugruppen des Cash + Check Media Dispenser sowie der Abzugseinheiten am Cash Media Dispenser. Bilder: Wisag

Unerwünschte Entladungen können in den mikroelektronischen Bauteilen große Schäden anrichten. Um das zu verhindern, arbeiten die Mitarbeiter an speziellen ESD-Arbeitsplätzen.

ständnis, Präzision und Flexibilität beweisen. Wir montieren rund 500 verschiedene Baugruppen, im Bereich Beetle gibt es mehrere Tausend Konfigurationen und für den Cash + Check Media Dispenser montieren wir je nach länderspezifischer Konfiguration zwanzig unterschiedliche Baugruppen“, berichtet der Spezialist von Wisag. Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter des Industriedienstleisters zahlreiche Sicherheitsbestimmungen einhalten: Neben den für alle Produktionsbereiche vorgeschriebenen Unfallverhütungsvorschriften gilt für Bereiche mit sensiblen Elektroniken die Vorschrift für Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (DGUV Vorschrift 3). Alle Mitarbeiter, die in ESD-Bereichen tätig sind, müssen außerdem regelmäßig an ESDCheckpoints die Funktion der Ausrüstung überprüfen, andernfalls könnte eine statische Entladung die Elektronik irreparabel beschädigen.

Montage noch einige Tests durchlaufen: „Die mechatronischen Baugruppen werden vom Kunden selbst endmontiert und auf ihre Funktion hin überprüft. Wir übernehmen für Diebold Nixdorf

die Überprüfung der Baugruppen des Cash + Check Media Dispenser sowie der Abzugseinheiten am Cash Media Dispenser.“ Darüber hinaus durchlaufen alle für den technischen Kundendienst benötigten Baugruppen sowie die sogenannten Flachbaugruppen - Funktionseinheiten, bei denen die Bauelemente auf einer Isolierstoffkarte angeordnet sind - einen Turmtest, bei denen

Werker nutzen ESD-Arbeitsplätze sie auf einwandfreie Funktionalität hin überprüft werden. An den Kassensystemen wird durch speziell qualifiziertes und zugelassenes Wisag-Personal außerdem ein Hochspannungstest durchgeführt, DMI-Daten in die Firmware BIOS eingespielt, anschließend die entsprechende Software aufgespielt und das System abschließend auf fehlerfreie Funktion überprüft. „Über 90 der 100 weltweit führenden Finanzinstitute sowie die Mehrheit der 25 führenden europäischen Handelsunternehmen vertrauen täglich auf unsere ITLösungen und Services“, betont Andreas Fiedel abschließend. „Wir sind froh, mit der Wisag seit vielen Jahren einen Partner an unserer Seite zu wissen, bei dem wir uns auf eine gleichbleibend hohe Qualität verlassen können.“ www.wisag.de

Neben den täglichen Aufgaben wie dem Erkennen verschiedenster Karten und dem richtigen Ausgeben und Annehmen unterschiedlichster Scheine ist die Sicherheit ein wesentlicher Faktor für die Automaten - und das fängt bereits bei der Montage der Baugruppen an. Hierfür sorgen unter anderem über 100 Mitarbeiter des Industriedienstleisters Wisag.


INDUSTRIESERVICE - ADVERTORIAL

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VTH Verband Technischer Handel e.V.

Servicepartner auf Augenhöhe Ist die Gewährleistungsfrist des Herstellers für eine neue Maschine oder Anlage abgelaufen, steht eine wichtige Entscheidung an: Wie lässt sich fortan die Instandhaltung organisieren? Übernehmen das eigene Mitarbeiter? Oder sollte man diese Aufgabe besser outsourcen? Immer mehr produzierende Unternehmen landauf, landab wenden sich in dieser Situation an einen darauf spezialisierten Technischen Händler in ihrer Nähe, wie zum Beispiel die Faber Industrietechnik GmbH, Mannheim. Denn dieser kann in aller Regel beides: die Techniker des Betriebs schulen und zur Instandhaltung befähigen oder aber mit einem Servicekonzept die Arbeiten selbst übernehmen. Welche Option letztlich mehr Sinn macht, lässt sich nur im Einzelfall beurteilen. Ganz generell aber führen die Teilnahme an einem Seminar beim Technischen Händler und die Schulungen direkt an der jeweiligen Anlage zu einem guten Verständnis, wie komplex

die Maschinenfürsorge letztlich ist. „Ich frage in Schulungen gern, was Instandhalter als ihre Aufgabe betrachten“, berichtet Volker Auth, Geschäftsführers des technischen Dienstleisters Faber. „Dann erhalte ich unisono die Antwort: das Reparieren!“ Auth schüttelt den Kopf: „Das ist es aber nicht. Die Aufgabe ist nicht das Reparieren, sondern die Technik am Laufen zu halten.“ Ein Widerspruch, der für Aufmerksamkeit sorgt. Die „Schüler“ fragen nach und hören von technischen Servicekonzepten mit vielfältigem Kundennutzen. Sie lernen, dass es um eine erhöhte Verfügbarkeit der Anlagen und um mehr Sicherheit für die gesamte Technik und - nicht weniger wichtig - für die Produktqualität geht. „An diesem Punkt ist das Interesse geweckt, einen Katalog mit Maßnahmen zur Anlagenoptimierung und Unterstützungsleistungen für die Instandhaltung zusammenzustellen“, berichtet Volker Auth, der gemeinsam mit seiner Schwester, Dipl.-Betriebs-

Die VTH-Mitglieder - das sind 280 leistungsstarke Großhändler für industriellen und technischen Bedarf - sind mit 25 renommierten Zulieferern eine Leistungsgemeinschaft eingegangen. Ihr Leitgedanke lautet: „Wir liefern Qualität.“

Der Technische Handel hilft, bei Technik und Instandhaltung den Durchblick zu behalten. Bild: Kollaxo

wirtin (BA) Simone Ecker, das Tun von 57 Mitarbeitern auf die Kundenbedürfnisse ausrichtet.

Service mit Konzept vom Fachhandel Mit einem Maßnahmenkatalog allein ist das planmäßige, verlässliche Funktionieren der Betriebstechnik allerdings noch nicht gewährleistet. Ein Konzept mit Verantwortlichkeiten und Zeitplan ist gefragt. Es vermeidet ein reaktives Hin- und Herspringen zwischen Ausrichten, Auswuchten, Nachschmieren usw. Dazu noch einmal Dipl.-Kaufmann Auth: „Es geht darum, von der Reaktion auf unerfreuliche Vorfälle zur proaktiven Vorsorge zu kommen.“ Bestandteile eines Sorglos-Konzeptes sind die Optimierung von Anlagen, z. B. durch lasergestütztes Wellenausrichten, Ausrichten von Riemenscheiben und geometrisches Vermessen. Für alle Schmierpunkte einer Produktionsstraße - oftmals sind das einige Hundert - wird ein Schmierplan erstellt oder die Anlage auf automatisches Schmieren umgerüstet. Damit auch sonst alles „wie geschmiert“ läuft, organisiert der Technische Händler eine systematische Maschinenzustandsüberwachung Stichwort Condition Monitoring. Hier kalkuliert er besondere Beanspruchungssituationen und -phasen mit ein, z. B. in der Lebensmittelproduktion zu Erntezeiten oder aufgrund von Sonderschichten bei Großaufträgen. Dabei hilft die Digitalisierung der relevanten Kennziffern und Messdaten und ihre Überführung in eine „mitdenkende“ Software.

Neben diesen neuen Kompetenzen spielt der Technische Händler seine traditionellen Stärken aus, wenn es darum geht, jedweden Artikel vorzuhalten. Übernimmt er für den Kunden das Beschaffungsmanagement, dann setzt er auf Markenhersteller, insbesondere aus dem Kreis der 25 VTH-Qualitätspartner. Mit synchronisierten Artikel- und Stammdaten ermöglichen sie synergetisches Schnittstellendenken entlang der gesamten Supply Chain. Lagerhaltung und Logistik sind längst im 4.0-Zeitalter angekommen.

VTH Verband Technischer Handel e.V. Prinz-Georg-Straße 106 D-40479 Düsseldorf Tel.: +49 (0) 211/44 53 22 Fax: +49 (0) 211/46 09 19 info@vth-verband.de www.vth-verband.de

Mehrwerte erfreuen auch die Kaufleute Die gemeinsame konzeptionelle Instandhaltung von Hersteller und dienstleistendem Händler wirkt sich auch betriebswirtschaftlich überaus positiv aus: Die Instandhaltungskosten sinken. Die Anlagenproduktivität steigt. Die Betriebskosten fallen. Lagerkosten und Kapitalbindung verringern sich. Dies macht es am Ende oftmals leicht, die Fragestellung „Instandhaltung alleine machen?“ nicht weiterzuverfolgen und stattdessen gemeinsam mit einem Technischen Händler, der die branchenspezifischen Prozesse und Herausforderungen kennt, ein modernes Partnerschaftsmodell zu kreieren. Mehr Informationen unter www.vth-verband.de www.vth-qualitaetspartner.de Bei der Händlersuche hilft www.tectop-vth.de

Als Instandhalter, Betriebstechniker, Materialwirtschaftler, Supply Manager oder Einkäufer können Sie sich auf den Technischen Handel verlassen. Durch schnelle und effiziente Materialflüsse, passgenaue Teile, effiziente Systemlösungen und eine Produktionsabsicherung 24/7/365 läuft in Ihrem Unternehmen alles rund. Bei uns stimmen Qualität, Preis und Leistung - dadurch profitieren Sie vom besten Gesamtpaket. Warum sollten Sie also Fehleinkäufe im Internet riskieren? Bedarfsgerechte Produkte erhalten Sie an mehr als 400 Fachhandelsstandorten im D-A-CH-Raum.


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

Effizienzpotenziale in der Fertigung heben Heizelementehersteller optimiert Fertigung mit angepassten Industrie-PCs (IPCs) und RFID In den Produktionsstätten der Hotset GmbH, eines Unternehmen für industrielle Heizelemente und Temperaturregeltechnik, im sauerländischen Lüdenscheid und auf Malta entstehen Heizelemente sowie kundenindividuelle Sonderkonstruktionen. Nun rüstete ICO die Fertigung bei Hotset mit kundenindividuellen IPCs, RFID und Zubehör aus. Diese zeitgemäßen Technologien entlasten die Mitarbeiter von Nebentätigkeiten, ermöglichen es, die Betriebsdatenerfassung auszubauen und wirken sich in der Summe effizienzsteigernd aus.

„Wir wollen für jeden das Richtige und nicht für alle dasselbe“, betont Robert Rauschenberg von ICO. Bilder: ICO

zuloggen und Vorgänge zu erfassen. Allerdings müssen es durchaus robuste Systeme sein, da in der Fertigung Schmutz unvermeidlich ist. So entstehen zum Beispiel keramische Stäube bei der Herstellung keramischer Bauteile der Heizelemente oder auch metallischer Staub, respektive ein Staub-Ölnebel-Film aus der Bearbeitung metallener Bauteile. Es kann nicht verhindert werden, dass sich dieses abrasiv wirkende Gemisch auf den Gehäusen und Bedienpanels absetzt. Deshalb müssen die eingesetzten Geräte diesen Anforderungen gerecht werden.

Als technische Basis haben die Experten von ICO deshalb die IPCs der Hygrolion i195 Serie vorgeschlagen: Dieser lüfterlose Panel-PC mit WLAN-Anbindung und resistivem 15-Zoll-Touchscreen ist rundum IP66-geschützt und somit für den Einsatz unter erhöhter Staub- und Feuchtigkeitseinwirkung geeignet. Hintergrund: Ein resistiver Touchscreen reagiert auf Druck. Hierbei spielt es keine Rolle, ob mit einem Finger, dem Fingernagel, einem Handschuh oder einem Stift aufgedrückt wird. Durch das Aluminiumgehäuse ist der Hygrolion außerdem leicht zu reinigen und selbst unter den rauen Industriebedingungen mit Handschuhen zu bedienen. Für die notwendige Rechenpower sorgt ein Intel Celeron J1900 SoC 2.0GHz-Prozessor. Neben den Vorlauf- und ersten Kompatibilitätstests im eigenen Technikum wurde ein Mustersystem an Hotset geliefert, um unter Realbedingungen getestet zu werden. Dieser Faktor wurde von Dirk Festerling, dem Leiter des Projektes bei Hotset, als positiv empfunden. In diesem Test konnte beispielsweise auch geklärt werden, dass der Touchscreen keine zusätzliche Schutzfolie benötigte. Er lässt sich gut per Handschuh bedienen.

An Stellen, an denen keine direkte Befestigungsmöglichkeit bestand, kommen eigenstehende Standfüße für die IPCs zum Einsatz.

LIEFERBAR? JA! Schnell und für lange Zeit verfügbar! In Maschinen und Anlagen sorgt die Steuerung VIPA 300S+ erfolgreich für Bewegung. Und das wird sie auch noch viele Jahre tun, versprochen! Gleichzeitig bietet die bewährte 300S+ weiterhin eine langfristige Investitionssicherheit. Den Garantiezeitraum hat VIPA Controls für Komponenten der 300S+ auf 36 Monate verlängert - und das bei einer geplanten Verfügbarkeit bis mindestens 2025. Die anschließende Gewährleistung von Ersatzteil- und Reparatur-Service ist bis 2035 vorgesehen.

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Die individuelle Fertigung von Heizelementen, die später in den Maschinen der Kunden eingesetzt werden, sei es OEM-seitig beim Bau einer Maschine oder als Ersatzteil in der Wartung, erfordert ein schnelles Durchlaufen des Herstellungsprozesses und umgehende Belieferung. Dazu werden bei der Hotset GmbH „Fertigungsaufträge“ erstellt, chronologisch aneinandergereiht und der Fertigung übergeben. Bis vor einiger Zeit erfolgte dies überwiegend auf Papier. Dabei wurde der jeweilige Fertigungsschritt vom Werker dokumentiert und zumindest das Ende des Fertigungsschrittes im Sinne des Arbeitsfortgangs über ältere Standard-PCs erfasst. Diese Vorgehensweise bedingte verschiedene manuelle Erfassungsvorgänge, die sich als Zeitfresser entpuppten. Da zwischen dem Hersteller von individuellen IPC-Systemen, der ICO Innovative Computer GmbH und Hotset bereits ein Kontakt bestand, nahm man sich gemeinsam der Aufgabenstellung an. Der grundlegende Gedanke war, IPCs an den Fertigungsplätzen zu integrieren, welche die Arbeiter unterstützen. Touchpanels, die mit Handschuhen von den Werkern zu bedienen sind, dienen beispielsweise dazu, sich ein-

Außerdem stellte sich die Frage, ob neben dem Login auf dem Touchscreen auch ein Anmelden, Vorgänge-Erfassen und Abmelden durch RFID-Technologie an den Systemen möglich sei. Robert Rauschenberg von ICO weiß aus Erfahrung: „Nicht jedes Modul kann alles lesen.“ Da auch bei dieser erweiterten Aufgabenstellung Hotset eine adäquate Lösung geliefert werden sollte, hat ICO die entsprechenden Eignungstests wieder vorab im Labor durchgeführt und ein zum System passendes RFID-Modul gefunden mit entsprechenden Chips. Das Modul wurde für den Feldtest geliefert und konnte dort selbst installiert und in Betrieb genommen werden. In Ergänzung wurde getestet, ob der RFID-gestützte Input besser über Chipkarten oder RFIDArmbänder zu realisieren war. Die Armbänder stellten sich dabei als die bessere Option heraus, weil der Werker sie nicht verlieren kann.

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Diese IPC-Ausstattung, ergänzt um eine größere SSD, bildete nun das Rückgrat, um die Plätze in der Produktion auszurüsten. Um die zu erfassenden oder besser die so erfassbaren Datenmengen mit dem Produktionssteuersystem zu synchronisieren, programmierte man eine eigene Ergänzung an den bestehenden PPS-Baustein.

Individuelle Anpassung notwendig Zusätzlich wurden für bestimmte Fertigungsplätze von ICO noch leistungsstarke 1D Handscanner des Typs Pu-reScan Lb5 geliefert. Nach Aussage von Dirk Festerling kommen Scanner dann zum Einsatz, wenn sich die Reihenfolgeplanung auflöst, so zum Beispiel an den Glühöfen, in denen Produkte gehärtet werden. Theoretisch soll zwar an diesem Platz eine „First-in-First-out“Reihenfolge gelten, die Arbeitspraxis und die Chargierung zeigen jedoch Abweichungen von der Theorie. Deshalb erfolgt die Erfassung hier über Barcodelabels an den Produkt-/Fertigungsboxen, damit die Zuordnung und kontinuierliche Datenerfassung gesichert ist. Seit der Implementierung ist Hotset nun in der Lage, an jedem ausgerüsteten Fertigungsplatz den sogenannten „Arbeitsvorrat“ an dieser Stelle anzuzeigen, der nach Plandatum und Rüstinformationen sortiert ist und so die Auftragsreihenfolge ergibt. Durch die Übersichtlichkeit kann der Werker jetzt auch innerhalb der Reihenfolge erkennen, dass gleichlautende Aufträge nahe beieinanderstehen. Ein Parameter ist dabei zum Beispiel der „Durchmesser“ eines Bauteils. Damit kann der Werker entscheiden, ob er ein wenig von der Chronologie abweicht und Aufträge zusammenfasst. Dies erlaubt eine erhebliche Reduktion an Rüstzeiten auf der Maschine, beschleunigt die Produktion und wirkt zusätzlich effizienzsteigernd. Durch die nun gegebene kontinuierliche Erfassung von Login/Logout-Daten am Fertigungsplatz, Prozessfortschritten, Zeiten zu den Schritten etc. können diese Daten auch für das Qualitätsmanagementsystem aufgezeichnet und als Nachweise in der Rückverfolgbarkeit verwendet werden. Außerdem können durch die Verbindung mit dem PPS-System REFA-Zeiten abgeglichen oder Vorgaben erstellt werden. Es ist angedacht, eine Darstellung der Realitätsdeckung zwischen den Soll- und den Ist-Zeiten zu etablieren. Dabei wird es logischerweise darum gehen, „Zeitfresser“ zu erkennen und nach Möglichkeit zu eliminieren. Über die Produktion hinaus ist geplant, die ICO-Hygrolion-Systeme in gleicher Ausstattung ebenfalls im Bürobereich zu integrieren, um die Zeiterfassung der Mitarbeiter zu realisieren. www.ico.de


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Spannungsfeld mobile interne Kommunikation WhatsApp und Co. erfüllen die DSGVO-Anforderungen nicht Die Datenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679, abgekürzt DSGVO, die seit dem 25. Mai 2018 anzuwenden ist, vereinheitlicht die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen - und das EU-weit. Damit sollen zum einen personenbezogene Daten geschützt, zum anderen ein freier Datenverkehr innerhalb des Europäischen Binnenmarktes sichergestellt werden. Für viele Firmen ist die Umsetzung allerdings immer noch mit vielen Problemen verbunden, beispielsweise beim Thema mobile interne Kommunikation. Wie sich hier alle Anforderungen der DSGVO erfüllen lassen, zeigt das Beispiel Mann+Hummel. Ein fester Schreibtisch mit eigenem PC für jeden Mitarbeiter ist im industriellen Betrieben eher die Ausnahme als die Regel. Doch wer keinen Digital Workplace und keinen eigenen E-Mail-Account hat, ist von der internen Kommunikation weitgehend ausgeschlossen. Um diese Lücke zu füllen, fällt die Wahl oft auf mobile Lösungen wie WhatsAppoder Facebook-Gruppen. Mit dem Inkrafttreten der DSGVO führt dies allerdings zu datenschutzrechtlichen Problemen. Denn eine zukunftsfähige und sichere interne Kommunikation muss ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dabei ist die DSGVO keinesfalls eine rein juristische Angelegenheit, die allein in den Verantwortungsbereich der Rechtsabteilung oder des Datenschutzbeauftragten fällt. Gefragt sind also Lösungen wie etwa professionelle Mitarbeiter-Apps, welche die gesamte Belegschaft einbeziehen, die DSGVO-Vorgaben berücksichtigen und eine zeitgemäße Zwei-Wege-Kommunikation ermöglichen.

Schutz personenbezogener Daten Im Fokus der DSGVO steht der Schutz personenbezogener Daten, wie sie Betriebe zum Beispiel von ihrer Belegschaft für die interne Kommunikation erheben, verarbeiten und speichern. Denn nicht nur Maschinen, Anlagen und Sensoren produzieren Datenmaterial. Eine weitere Datenquelle sind die Mitarbeiter, die, sobald sie miteinander kommunizieren, personenbezogene Daten erzeugen und auf den betriebseigenen Systemen und Servern hinterlassen. Allerdings haben in der Industrie und in der Fertigung viele Mitarbeiter keinen regelmäßigen Zugang zu internen Informationen, da sie nicht an einem festen PCArbeitsplatz tätig sind. Sie sind entweder gar nicht in die interne Kommunikation integriert oder zumindest zeitweise von wichtigen Informationen abgeschnitten. Fast 90 Prozent aller Arbeitnehmer weltweit, vor allem in den traditionellen Branchen wie eben der verarbeitenden Industrie, verfügen nicht über einen festen PCArbeitsplatz. In Deutschland verwendeten 2014 etwa 40 Prozent der Beschäftigten keinen PC, darunter viele gewerbliche Mitarbeiter. Dabei steigen nicht nur Motivation und Zufriedenheit,

wenn alle eingebunden sind, auch wirtschaftlich zahlt sich eine effiziente interne Kommunikation aus. Das McKinsey Global Institute hat festgestellt, dass eine schnelle, verbesserte interne Zusammenarbeit die Produktivität in Unternehmen um 20 bis 25 Prozent erhöhen kann.

Arbeitgeber sind also heute gefragt, alle Mitarbeiter in die interne Kommunikation einzubeziehen und dabei deren Erwartungen an entsprechende Tools durch die private Nutzung von Smartphones und Social Media ebenso gerecht zu werden wie den aktuellen Datenschutzanforderungen.

Auch die mobile interne Kommunikation muss den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) gerecht werden. Anwendungen, die im Privatbereich eingesetzt werden, wie zum Beispiel WhatsApp, gehen hier nicht. Bilder: Beekeeper

Die Schweizer Beekeeper AG ist ein Anbieter von mobilen Lösungen zur Kommunikation und Kollaboration. Die Softwareplattform richtet sich an Unternehmen mit einer Großzahl an gewerblichen oder mobilen Mitarbeitern, die nicht über einen PC-Arbeitsplatz verfügen, etwa im Service oder in der Produktion. Das Herzstück ist eine schnelle, sichere und datenschutzkonforme Mitarbeiter-App für die mobile interne Zwei-Wege-Kommunikation.

Oft kommt eine breite Palette an Instrumenten für die interne Kommunikation zum Einsatz. Diese reichen von E-Mails über Intranets und interne Newsletter bis hin zu internen Social-MediaKanälen oder privaten und firmeneigenen Messenger-Diensten für das Smartphone. Die DSGVO empfiehlt eindeutig verschiedene Techniken wie Verschlüsselung, Anonymisierung und Pseudonymisierung. Besonders sensibel sind vor diesem Hintergrund die digitalen Kommunikationslösungen. Denn die Systeme und Anwendungen erheben, speichern und verarbeiten viele personenbezogene Daten - etwa die IP-Adresse, Zugriffe auf Dokumente, Aufenthaltsorte oder Nutzungszeiten. Um dem Kommunikations- und Informationsbedürfnis aller Mitarbeiter Rechnung zu tragen, setzen viele Betreibe derzeit auf mobile Lösungen wie WhatsApp

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Partner der Industrie. Unser Auftrag! Unsere Werte! Die WISAG Industrie Service Gruppe ist als Spezialist für Industriedienstleistungen führend in Deutschland. In unseren acht Geschäftsfeldern begeistern wir unsere Kunden jeden Tag aufs Neue – lernen Sie die WISAG kennen! Instandhaltung

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oder Facebook. Da diese ursprünglich für die private Nutzung entwickelt wurden, zeigen sich im professionellen Einsatz gravierende Nachteile: Für Mitarbeiter ohne eigenes Smartphone bleibt es nach wie vor schwierig, sich aktuell zu informieren.

Facebook, WhatsApp und Co. Vor allem aber ist die für eine vertrauliche interne Kommunikation wichtige Datensicherheit nicht gegeben: WhatsApp zum Beispiel übermittelt ungefragt Daten zwischen Sender- und Empfängergerät wie etwa Einträge aus dem Adressbuch. Für diese Synchronisation sendet die App darüber hinaus Daten wie die Statusanzeige, die Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten zulässt, an Server in den USA. Weiter auf Seite 10


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Fortsetzung von Seite 9 Die DSGVO jedoch möchte verhindern, dass das Datenschutzniveau durch eine Übertragung auf internationale Unternehmen aufgeweicht wird. Und auch eine Analyse von Arbeitsleistung, persönlichen Vorlieben, Verhalten oder Aufenthaltsorten darf nicht stattfinden, denn sie ermöglicht ein auf persönlichen Daten basierendes Profiling. Apps, die für die private Nutzung entwickelt wurden, fehlen dar-

über hinaus Optionen für Mobile Device Management (MDM) oder Schnittstellen für entsprechende Integrationslösungen. Diese Tools gewährleisten daher kein datenschutzkonformes EnterpriseMessaging. Gefragt ist also eine Kommunikationsplattform für alle Mitarbeiter - egal, ob sie im Büro am Schreibtisch sitzen oder in der Werkshalle unterwegs sind -, die zukunftsfähig, motivierend, datenschutzkonform und sicher ist.

DSGVO-Check für die interne Kommunikation Ihr Unternehmen hat all seine Kanäle identifiziert, mittels derer es persönliche Daten verarbeitet. Ihr Unternehmen hat ein Inventar aller verarbeiteten persönlichen Daten. Ihr Unternehmen hat direkten Zugriff auf alle Systeme, mittels derer personenbezogene Daten verarbeitet werden. Ihr Unternehmen besitzt das Recht, alle Systeme eigenhändig zu überprüfen, mittels derer persönliche Daten verarbeitet werden. Ihr Unternehmen ist nur so lange im Besitz von personenbezogenen Daten, wie es sie benötigt. Ihr Unternehmen verzichtet auf ein auf persönlichen Daten basierendes Profiling mittels Analyse von Arbeitsleistung, wirtschaftlicher Situation, Gesundheit, persönlichen Vorlieben, Interessen, Zuverlässigkeit, Verhalten und Aufenthaltsorten. Ihr Unternehmen erzeugt ausschließlich aggregierte Daten, die von sämtlichen persönlichen Daten gesäubert sind. Persönliche Daten werden verschlüsselt oder anonymisiert, bevor sie langfristig, zum Beispiel als Backup, gespeichert werden. Ihr Unternehmen verfügt über alle wichtigen technischen Mittel, mittels derer es die persönlichen Daten einer Person permanent löschen kann. Ihr Unternehmen setzt Technologien ein, mittels derer es Verstöße gegen die Datenschutzbestimmungen ermitteln kann (IDS/HIDS). Die Datenschutzrichtlinien sind transparent und klar bezüglich der Verarbeitung persönlicher Daten. Ihr Unternehmen bietet denjenigen Mitarbeitern, die mit persönlichen Daten zu tun haben, regelmäßig Schulungen an. Tipp: Eine umfassende Checkliste zur DSGVO bietet das Whitepaper „30Fragen-Assessment für die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU“, erhältlich unter www.beekeeper.io/de/datenschutz-grundverordnung.

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tionen bereitzustellen. Um sicherzustellen, dass alle personenbezogenen Daten datenschutzkonform verwaltet und verarbeitet werden, sollte die Mitarbeiter-App die Konzepte der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit garantieren. Nur so ist sicher, dass sämtliche intern weitergegebenen Daten geschützt und für Drittpersonen unzugänglich sind. Vertraulichkeit bedeutet, dass kein unautorisierter Zugriff auf Daten möglich ist, was beispielsweise durch die Verschlüsselung der Inhalte erzielt werden kann. Integrität bedeutet: Die Kor-

Frau Becker, wie wichtig ist Digitalisierung in einer Branche, die vorwiegend gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt und weshalb? Während die Digitalisierung in der Produktionstechnologie schon längst Einzug gehalten hat, profitiert nun auch die interne Kommunikation von deren Vorzügen. Denn es gibt heute eine Vielzahl an Anwendungen, die das Kommunizieren am Arbeitsplatz erleichtern. Eine professionelle mobile Mitarbeiter-App ist hierbei die beste Wahl. Sie bietet vor allem für gewerbliche Mitarbeiter einen enormen Vorteil: Während wir ihnen Informationen früher über das Schwarze Brett oder das Intranet zur Verfügung stellten, auf welches sie über allgemeine Produktions-PCs Zugriff hatten, verfügen sie heute dank unserer auf Beekeeper basierenden Mitarbeiter-App, M+H Connect, über

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Svetlana Becker ist Digital Employee Communications Manager bei Mann+Hummel. Bild: Mann+Hummel

die Freiheit, sich eigenständig zu informieren und mit Kollegen zu interagieren - wann immer sie möchten. Wie hat sich die interne Kommunikation seit der Einführung der Mitarbeiter-App gewandelt? Wir haben M+H Connect im Juni

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rektheit der Daten und des Systems sind sichergestellt und Dritte haben keine Chance, Daten zu manipulieren. Zur Verfügbarkeit: Alle Systeme müssen jederzeit betriebsbereit sein. Ausschließlich autorisierte Nutzer können die Datenverarbeitung vollziehen. Wie eine solche Lösung in der Praxis aussehen kann, erklärt Svetlana Becker, Digital Employee Communications Manager bei der Mann+Hummel GmbH, im unten stehenden Interview. Dr. Cristian Grossmann, Gründer und CEO Beekeeper AG www.beekeeper.io/de/DSGVO

DSGVO: So regelt die Mann+Hummel Gruppe die interne Kommunikation

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Eine Möglichkeit ist es, eine professionelle Mitarbeiter-App für die interne Kommunikation zu implementieren. Sie bündelt die gesamte interne Kommunikation in einer datenschutzkonformen Anwendung, integriert externe Systeme, holt die Kommunikation aus privaten Social-MediaKanälen ins Unternehmen zurück und professionalisiert sie. Eine solche App bietet zum Beispiel auch Gruppenchats und Privatnachrichten, um die Kommunikation und Interaktion untereinander in Echtzeit zu ermöglichen oder Push-Dienste, um zeitnah dringende Informa-

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2017 vorgestellt und sind seitdem dabei, das Tool unternehmensweit an den einzelnen Standorten auszurollen. Ob in Asien, Nordamerika oder Europa - bis dato nehmen die Mitarbeiter die App sehr positiv an und beteiligen sich mit vielen Posts, Likes und Kommentaren. Dank der App konnten der interne Austausch sowie die Zusammenarbeit optimiert werden. So profitieren beispielsweise die internationalen Mitarbeiter der Abteilung Research & Development von der Kommunikationsplattform, indem sie auf eine unkomplizierte und schnelle Art und Weise über ihre Projekterfahrungen berichten und voneinander lernen. Die Plattform bietet eine hervorragende Möglichkeit, über Projekte auf dem Laufenden zu bleiben und den Mitarbeitern auf eine schnelle und direkte Art Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegenzubringen. M+H Connect hilft dabei, den Beziehungsaufbau zwischen den Mitarbeitern und dem Management zu stärken. Welche Rolle spielt der Datenschutz hierbei? Neben der Benutzerfreundlichkeit zählten die Sicherheit sowie der Schutz unserer internen Mitarbeiter- und Unternehmensdaten zu den wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines geeigneten Anbieters für eine interne Kommunikationsplattform. Bevor wir Beekeeper implementiert haben, haben wir in enger Zusammenarbeit mit Dr. Amir Ameri, Security Officer bei Beekeeper, die Rahmenbedingungen für den Schutz persönlicher und unternehmensinterner Daten geprüft. Ein grundlegender Punkt war hierbei die Tatsache, dass die Daten auf einem Server in Deutschland gespeichert werden. Gemeinsam mit Ameri haben wir anschließend eine geltende Datenschutzerklärung erarbeitet, die heute auch direkt über M+H Connect für jeden Mitarbeiter zugänglich ist. Mit M+H Connect bieten wir unseren Mitarbeitern eine datenschutzrechtlich sichere, schnelle und unkomplizierte Kommunikationsplattform an und freuen uns, dass sie so gut ankommt. www.mann-hummel.com


Juni J 2018

Fortsetzung von Seite 1 „Die Befestigungsschrauben für den Verschleißschutz waren teilweise stark erodiert. Auch das Rundeisen am Eintritt der Schaufeln zeigte massive Verschleißmarken“, erinnert sich Erwin Unger. Außerdem verursachte der Sinterstaub in der Mittelscheibe des Laufrades unterhalb der Schaufel Beschädigungen mit einer Länge von circa 300 mm und einer Breite von etwa 30 bis 40 mm. Daraufhin bauten die Instandhalter von Thyssenkrupp Steel Europe den Rotor mithilfe von Monteuren von TLT-Turbo aus. Sie ersetzten ihn durch einen bereitstehenden Ersatzrotor aus dem Magazin. So konnte die Sinteranlage schnell wieder in Betrieb gehen. Das alte Laufrad, das im Jahr 1970 von der Vorgängergesellschaft der

MANAGEMENT & TECHNOLOGIE TLT-Turbo GmbH - der Dinglerwerke AG - hergestellt worden war, wurde nach fast fünfzig Betriebsjahren noch im Werk von der Nabe abgebrannt. Anschließend wurden Welle und Nabe nach Bad Hersfeld transportiert.

Neukonstruktion des Laufrades ... Dort musste ein Laufrad nach Vorbild des alten Rades neu konstruiert und gefertigt werden. Eine besondere Herausforderung hierbei war, dass die Welle beibehalten werden sollte. „Die Konstruktion einer neuen Welle hätte zusätzlich etwa 150.000 Euro gekostet. Diese Investition war jedoch nicht notwendig, da die alte noch völlig intakt war“, berichtet Unger.

Tore auf Deutschlandtour Rite-Hite bringt Ausstellungsraum zum Interessenten Wenn eine Investition in neue Schnelllauftore ansteht, sollte man sich über den aktuellen Stand der Technik informieren und verschiedene Modelle live testen. Doch nicht immer lässt es der Arbeitsalltag zu, sich die Zeit zu nehmen, um auf Messen oder in den Ausstellungsräumen sich ein detailliertes Bild von den im Markt angebotenen Modellen und Varianten zu machen. Die Alternative: Man lässt den Ausstellungsraum einfach zu sich kommen. Genau dies bietet nun der Torhersteller Rite-Hite aus Volkmarsen an. Die Spezialisten von Rite-Hite bringen nun den Ausstellungsraum direkt zum Interessenten. Hierfür setzen sie auf ein geeignetes Showfahrzeug, das mit moderner Schnelllauftor-Technik aufwarten kann. Unter anderem ist das Fahrzeug mit Schnelllauftoren vom Typ Fastrax und Litespeed sowie diversen Toraktivierungsoptionen, LED-Warnsignalsystemen und weiteren Optionen ausgestattet. Von diesem Konzept des fahrenden Ausstellungsraums profitieren beide Seiten - die Interessenten, weil sie sich Zeit sparen, die Produkte auf dem eigenen Firmengelände testen und sich ausführlich von den Spezialisten beraten lassen können. Die erfahrenen Torspezialisten wiederum haben die Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild von den betrieblichen Begebenheiten zu machen und spezifische Problemstellungen zu analysieren; sie können auf dieser Grundlage dann auch maßgeschneiderte Lösungen anbieten. In den Monaten Juli und August 2018 ist der Showroom auf Rädern wieder in ganz Deutschland sowie in einigen angrenzenden EU-

Die Verantwortlichen können dank des mobilen Ausstellungsraums die Produkte direkt auf dem eigenen Firmengelände testen und sich beraten lassen. Bild: Rite-Hite

Ländern unterwegs. Unternehmen, die sich für diese komfortable Art der Produktpräsentation interessieren, können sich mit den Torexperten in Verbindung setzen, um Besuchstermine zu vereinbaren. www.ritehite.com

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Für die Spezialisten von TLT-Turbo war dies dennoch eine besondere Herausforderung. Zum einen musste das neue Laufrad an die alte Welle angepasst werden, was selbst bei diesem weltweit agierenden Experten für Industrieventilatoren so gut wie noch nie vorgekommen war. Zum anderen stellte sich der 47 Jahre alte Rotor als ziemlich komplexe Konstruktion heraus, deren Neubau ein erhebliches Maß an Know-how und Erfahrung erforderte.

… unter Beibehaltung der Welle „Unser Ingenieursteam passte das neue Laufrad an die aktuellen Standards an. Zusätzlich wurde die Welle zur Weiternutzung bearbeitet und anschließend mit dem Laufrad zusammengebaut“, berichtet der Projektverantwortliche. Um das Laufrad vor dem Sinterstaub optimal zu schützen, wurde es mit einem lang anhaltenden Verschleißschutz versehen, der nur alle zehn Jahre erneuert werden muss. „Die Arbeit an dem Rotor war

Da eine Reparatur nicht mehr möglich war, wurde das Laufrad demontiert. Bereits im Werk wurde dann der Rotor von der Nabe abgebrannt. Anschließend wurden Welle und Nabe in die Servicewerkstatt von TLT-Turbo transportiert.

besonders für unsere neue Wuchtbank eine Herausforderung: Der Rotor bringt ein Gewicht von circa 35 Tonnen auf die Waage“, so Unger. Trotz der hohen Anforderungen konnte aber der Rotor fristgerecht konstruiert, gefertigt und geliefert werden. Er wird nun bei Thyssenkrupp Steel Europe im Magazin verwahrt, um bei ähnlichen Vorkommnissen schnell reagieren und

An der termingerechten Inbetriebnahme des neue Ersatzrotors waren im Dreischichtbetrieb stets 10 Mitarbeiter beteiligt.

den beschädigten Rotor ersetzen zu können. Auch die Montage des im Magazin lagernden Ersatzrotors, die von einem 20-köpfigen Team von TLTTurbo durchgeführt wurde, bedurfte einer ausführlichen Planung. „Trotz der Größe der Halle wird der Platz dort sehr effektiv genutzt, sodass die Installation des neuen Laufrades einer guten Vorbereitung bedurfte. Deshalb musste vorher ein Plan ausgearbeitet werden, wo welche Teile abgestellt werden, damit alles reibungslos und ohne große Zeitverluste vonstattengehen konnte“, erläutert Unger. Für die Demontage des Ersatzrotors sowie die Inbetriebnahme des neuen Laufrades wurden insgesamt vier bis fünf Tage veranschlagt. Um diese Deadline zu erfüllen, arbeiteten die Mitarbeiter rund um die Uhr mit jeweils zehn Mann pro Schicht. www.tlt-turbo.com

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Die sieben Todsünden bei der Tourenplanung Was man bei der Tourenplanung des technischen Kundendiensts vermeiden sollte Die Spezialisten der Mobilex AG haben eine Liste von sieben Fallstricken zusammengestellt. Sind sich die Verantwortlichen in den Firmen bei der Einsatzplanung ihrer Service- und Instandhaltungsaufträge bewusst, können sie nach Angaben dieser Spezialisten durch eine Tourenoptimierung zum einen ihre Fahrtkosten um etwa 20 Prozent reduzieren, aber auch die Ressourcenauslastung optimieren und die Kundenzufriedenheit verbessern. Jedes Unternehmen ist anders, hat eine individuelle Geschäfts- und Servicestrategie, die die Dispositionsstrategie und somit auch die Ziele der Tourenplanung bestimmt.

Dispositionsstrategie nicht berücksichtigt Ein kostensensibles Unternehmen mit vielen Aufträgen pro Tag kann als Ziel zum Beispiel die Optimierung von Wegstrecken haben. Je nach Anzahl der Aufträge pro Tag und Techniker sowie der Regionenabdeckung der Techniker lässt sich dadurch eine Fahrtkostenreduzierung von etwa 20 Prozent erzielen. Ein serviceorientiertes Unternehmen, das sich durch einen besonders guten Kundendienst differenzieren möchte, wird bei der Tourenplanung eher die Verfügbarkeit des qualifiziertesten Technikers für einen bestimmten Auftrag priorisieren.

Kostenfunktion nicht definiert Eine Kostenfunktion definiert in jedem möglichen Planungsszenario die Kosten zu bestimmten Parametern. Neben den offensichtlichen Parametern wie Fahrtzeiten zwischen den Einsätzen und den zurückgelegten Kilometern gibt es viele weitere Faktoren, wie SLAs von Kunden oder die Auslastung der Mitarbeiter, mit denen Unternehmen ihre individuelle Optimierung definieren können. Deswegen ist es zu Beginn eines Tourenoptimierungsprojektes essenziell wichtig, dass sich alle Beteiligten über die Optimierungsfaktoren einig werden, die die Kostenfunktion beeinflussen.

Optimierungsparameter nicht gewichtet Die Optimierungsparameter, die die Kostenfunktion bestimmen, können auch gegensätzlich sein. Werden diese Parameter nicht Von A nach B und dann nach C? Oder doch von D über A nach C? Eine gute Tourenplanung ist komplex und muss allerlei Aspekte berücksichtigten. Bilder: Mobilex

Weitere hilfreiche Anregungen zum Thema Tourenplanung und Tourenoptimierung gibt es kostenlos unter www.mobilexag.de/de/tourenplanung-im-technischen-kundendienst.

mittels Kostenpunkten entsprechend gewichtet, kann dies zu einer fehlerhaften Kostenfunktion und zu suboptimalen Planungsvorschlägen führen. Durch eine entsprechende Gewichtung können Unternehmen definieren, wie beispielsweise ein Auftrag mit hoher Priorität gegenüber einem Auftrag mit drohendem Verstoß gegen die Eckzeiten behandelt wird.

Faktoren wie das Wetter, lokale oder saisonale Besonderheiten, die sich nicht über einen Algorithmus abbilden lassen. Eine Tourenoptimierung entlastet den Disponenten aber auf jeden Fall, sodass er sich um andere Aufgaben wie die Terminvereinbarung mit dem Kunden, die Arbeitsvorbereitung für den Techniker sowie die Prüfung von Rückmeldungen kümmern kann.

Mitarbeiterwissen nicht berücksichtigt

Touren perfekt berechnen lassen

Manche Parameter, die die Kostenfunktion bestimmen, werden zu Beginn eines Tourenoptimierungsprojektes noch nicht digital vorliegen, sondern nur in den Köpfen der Disponenten vorhanden sein. Dazu gehören zum Beispiel Präferenzen von Kunden für bestimmte Techniker oder Zeiten. Deswegen gilt es hier zunächst das Wissen der Mitarbeiter zu erfassen und für die Algorithmen entsprechend zu berücksichtigen.

Eine optimale Zuordnung von Aufträgen zu Technikern oder Monteuren ist sehr komplex und benötigt in der Theorie sehr viel Rechenzeit. Deswegen arbeitet man in der Praxis mit heuristischen Lösungsverfahren, die die Berechnung vereinfachen und verkürzen. Solche heuristischen Verfahren basieren auf Erfahrungen und können mit begrenztem Wissen und in kurzer Zeit zu praktikablen Lösungen kommen. So lassen sich gute Routen relativ schnell und einfach für den täglichen Einsatz ermitteln.

Disponenten durch ein Tool ersetzen Eine Tourenoptimierung kann dem Disponenten eine Vielzahl von Berechnungen und Entscheidungen abnehmen und beschleunigt so den Planungsprozess. Als Mensch verfügt der Disponent allerdings zusätzlich über Weltwissen und fachliche Erfahrung, wie zum Beispiel über äußere

Umplanen ohne eine mobile Lösung Es kommt häufig vor, dass ein Disponent bereits geplante Touren tagesaktuell umplanen muss. Gründe dafür können die Erkrankung eines Technikers, eine akute Störung oder die Terminabsage durch den Kunden sein. Durch ein Planungstool hat der Disponent stets den Überblick der aktuellen Plansituation und sieht, welcher Kollege in der Nähe ist, Zeit hat und auch qualifiziert ist, und kann ihn somit einplanen. Dafür ist es allerdings wichtig, dass die Techniker ihren aktuellen Status so schnell wie möglich zurückmelden, idealerweise natürlich über eine mobile Lösung. Dann kann sich der Disponent vom Tool passende Vorschläge für die Umplanung geben lassen. www.mobilexag.de

Vorteile durch Predictive Maintenance in der Filterüberwachung Welche organisatorischen und monetären Vorteile Predictive Maintenance in der Instandhaltung schon nach wenigen Wochen bringen kann, zeigt ein Beispiel bei einem großen Automobilhersteller. Täglich müssen hier die Pressen für Karosserieteile gebürstet und der Verschmutzungsgrad an der Absauganlage und dem dabei verwendeten Filter manuell überprüft werden. Einmal pro Woche werden die Filter ausgewechselt, um etwaige Produktionsausfälle zu vermeiden. Durch bedarfsgerechte, vorausschauende Instandhaltung hatte man gehofft, den Wechselzyklus der Filter auf eine zweiwöchige Frequenz auszudehnen. Doch dass nun auf zwei Tage genau berechnet werden kann, wann der Filter tatsächlich ausgewechselt werden muss, hat alle Beteiligten erstaunt. Der Wechselzyklus der Filter wurde von einem wöchentlichen Rhythmus auf eine dreimonatige Frequenz

erhöht. Die Ausstattung weiterer Anlagen mit Predictive Maintenance ist bereits in Planung. Möglich macht dies eine Kombination aus der Software Smart Observer, LR Agent und Sensorik – allesamt Produkte aus dem Hause Ifm. Die Sensoren messen den Differenzdruck der einzelnen Filter und geben so Informationen über den tatsächlichen Verschmutzungsgrad an die Software weiter. Vorteil: Die Filter werden getrennt voneinander beobachtet und bedarfsgerecht gereinigt bzw. bei Bedarf auch ausgewechselt. So wird genau bestimmt, ob und welcher Filter ausgewechselt werden muss. Die Kosten für die Lösung haben sich so schon nach wenigen Wochen amortisiert. Die Zahlen des Proof of Concepts überzeugen: In den nächsten Monaten geht eine ähnliche Lösung bei der ifm prover gmbh, einer Tochter der Ifm-Gruppe, an den Start. www.ifm-electronic.com

LED-Beleuchtung im Mietkonzept Technische Leiter kennen das Problem: In Büros und Hallen fallen immer wieder Leuchten aus und müssen schnell ersetzt werden. Dabei kommt es während des Austauschs oft zu Einschränkungen des Betriebes. Die Lösung: Der Einsatz robuster und langlebiger LED-Leuchten. Für eine entsprechende Umrüstung entschied sich die KnorrBremse AG erstmals 2014, als das Unternehmen die Deutsche Lichtmiete, eine auf Produktion und Vermietung von energieeffizienter LED-Beleuchtungstechnik spezialisierte Firma, mit der Umrüstung seiner Hallen beauftragte. Nach den positiven Erfahrungen mit dem Mietkonzept des Beleuchtungsspezialisten folgten 2017 auch der Prüfbereich und die Entwicklungsabteilung am Münchner Standort. Martin Ritz, verantwortlich für elektrotechnische Ausstattungen der Knorr-Bremse AG in München, erinnert sich an die Situation vor

der Umrüstung, als häufig Hochleistungs-Quecksilberdampflampen oder Leuchtstoffröhren in den Fertigungshallen ausfielen. Sein Fazit nach drei Jahren: „Heute müssen wir in unseren Hallen praktisch keine Leuchten mehr austauschen.“ Im Mietkonzept profitiert er nun davon, dass die Deutsche Lichtmiete selbst das größte Interesse daran hat, nur extrem langlebige LEDLeuchten einzubringen. Die exklusiv für die Vermietung entwickelten LED-Leuchten, die laut Hersteller eine Lebensdauer von bis zu 150.000 Stunden aufweisen, werden vom Beleuchtungsspezialisten im eigenen Werk in Oldenburg hergestellt. Den größten Nutzen sieht Ritz nicht zuletzt im Bereich der Strom- und damit verbundenen CO2-Einsparungen im Unternehmen. Diese lassen sich im genannten Mietkonzept ohne Investitionen erreichen. www.lichtmiete.de Bild: Deutsche Lichtmiete


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Herausforderung digitale Transformation Josef Brunner, Chef des Startups Relayr, bringt alte Industrieanlagen ans Netz Die Relayr GmbH möchte die deutsche Industrie digitalisieren, indem es die vorhandenen Anlagen mit Retrofitkits vernetzt und so aus klassischen Maschinenherstellern und -verkäufern Serviceanbieter machen. Wie das genau gehen soll und welche ganz neuen Geschäftsmodelle damit möglich werden, erklärt Josef Brunner, CEO und Geschäftsführer von Relayr, im exklusiven Interview. Herr Brunner, was ist die Grundidee von Relayr? Die Grundidee ist, dass wir unseren Kunden - meistens Industriekunden - dabei helfen, ihre Transformation ins digitale Zeitalter erfolgreich zu bewältigen, um auch zukünftig für ihre Kunden relevant zu sein und ihnen einen Mehrwert zu bieten. Die Welt ändert sich kontinuierlich und die Marktteilnehmer müssen sich immer wieder diesen neuen Gegebenheiten anpassen. Speziell für deutsche Unternehmen stellt dieser stetige Wandel eine große Herausforderung dar: Aus Deutschland stammen extrem wichtige und wegweisende Technologien, zudem lieben es die Deutschen, Produkte herzustellen - wir sind demnach sehr maschinenlastig und hardwaregetrieben. Das hat uns in der Vergangenheit immer geholfen und ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Aber jetzt ändert sich der Markt - der Fortschritt, den die digitale Transformation mit sich bringt, verändert auch die Kundenwünsche und -anforderungen. Die Perspektiven verschieben sich und wir bewegen uns langsam weg von der bloßen Hardware hin zum Service: Software spielt eine immer wichtigere Rolle. Industrieunternehmen müssen flexibel arbeiten, weshalb unsere Kunden von uns dementsprechende, flexible Modelle erwarten. Sie wollen Produkte als Service konsumieren können und genau das machen wir bei Relayr: Wir bündeln IoT-Technologie und -Bereitstellung mit Services, die dem Kunden dabei helfen, die digitale Transformation erfolgreich zu bewältigen. Sie ermöglichen durch ihre Enterprise Middleware und IoTLösungen also industriellen Kunden die digitale Transformation. Können Sie an einem Beispiel festmachen, welche neuen Services und Dienste für Ihre Kunden dadurch möglich werden? Die digitale Transformation ist zunächst sehr abstrakt: Was genau ist darunter zu verstehen, was umfasst sie? Wann habe ich die digitale Transformation bewältigt, was für Potenziale hat die digitale Transformation und was gewinnen Unternehmen, wenn sie ihre Infrastruktur den technologischen Gegebenheiten anpassen und aufrüsten? Diese Fragen lassen schon vermuten, dass wir unseren Kunden unsere Philosophie und Ideen am effektivsten mit konkreten Beispielen näherbringen. Wir diskutierten beispielsweise mit Aufzugsunternehmen, wie man mithilfe von IoT-Technologie Wartungsarbeiten verbessern und be-

schleunigen kann. Hier nimmt z.B. Predictive Maintenance eine zentrale Rolle ein, da es Unternehmen hilft, ihren Kunden gegenüber den Servicelevel zu steigern, und gleichzeitig die eigene Profitabilität erhöht. Aber eigentlich ist es eine Reise, bei der Kunden unterschiedliche Servicemodelle auf den Markt bringen. Wir starten also mit Predictive Maintenance, haben dann zusätzliche Services, wie man den Aufzug, die Rolltreppe oder die Kaffeemaschine monetarisieren kann. Und die Endstation dieser Reise, die manchmal über ein Jahr oder zwei Jahre gehen kann, ist Capex to Opex (Anmerkung der Redaktion: Es geht also um den Ersatz von Kapitalkosten (Capex) durch Betriebskosten (Opex)). Anschließend können Kunden ihre Produkte als Service anbieten: Sie verkaufen keine Kaffeemaschine mehr, sondern beispielsweise Coffee-as-a-Service, Transportation-as-a-Service oder Printing-as-a-Service. Das ist das Endziel der Reise. Wir begleiten unsere Kunden auf der technologischen Ebene dieser Reise und helfen ihnen, sie erfolgreich zu gestalten. Wie bringen Sie die Daten des Aufzugs bzw. der Rolltreppe in die Cloud, was passiert dort von wem mit diesen Daten und wie werden diese dann im ERP zu Aufträgen für die Wartung und Instandhaltung? Das Kernelement dieser Reise sind Daten und an dieser Stelle kommt auch die große Frage ins Spiel: Wie können Unternehmen diesen Datenwert ausschöpfen, diese für sich nutzen und vor allem: Wie werden die besagten Daten in bestehende Prozesse integriert? Zunächst ist dieser Bereich in drei verschiedene Teile aufzuteilen: Der erste Bereich besteht aus Maschinen, den Produkten und physikalischen Assets. Wie kann man aus diesen unternehmenskritische Daten gewinnen? Einerseits über die In-

tegration in die Protokolle und die Bussysteme, die diese Produkte heute nutzen. Dies kann ein Siemens S7, aber genauso auch ein CAN Bus, Modbus, BACnet oder ein beliebig anderes gängiges Protokoll sein. Zudem platzieren wir Retrofit-Kits, kleine Sensorkästchen, an den Maschinen, um zusätzliche, komplementäre Daten aus den Maschinen zu gewinnen. Denn wichtig ist an dieser Stelle die Frage, wie viel an installierter Basis existiert bereits? Wir arbeiten also auf dem Brownfield (Anmerkung der Redaktion: Der Begriff Brownfield beschreibt Probleme, die bei neuer Software auftreten, wenn sie in ein bestehendes Software- und Architekturkonzept eingegliedert wird.). Wie viele Maschinen müssen weiterentwickelt werden, welche Probleme treten auf und vor allem: Wie kann man diese in die Servicemodelle integrieren? Den zweiten Bereich stellt die Middleware dar. Sie ist entweder in der Cloud oder beim Kunden lokalisiert und konsolidiert und normalisiert die jeweiligen Daten und bringt sie in ein einheitliches Format. Außerdem existieren drei weitere Subsilos: Das eine sind vordefinierte Applikationen - für Smart-Manufacturing, Asset-Management und -Analytics, um Rückschlüsse aus den vorhandenen Daten ziehen zu können etc. Und der dritte Teil, ganz wichtig: Integration z.B. in ERP oder andere Systeme, die der Kunde heute schon einsetzt. Denn zum Großteil optimieren wir Prozesse, die die Kunden heute schon haben und diese Prozesse auch bereits in Applikationen hosten. Diese wollen wir nicht ersetzen, sondern komplementieren - aus diesem Grund ist uns die Integration sehr wichtig. Die verfügbaren Daten der Maschinen und Prozessen spielen eine wesentliche Rolle, und müssen dementsprechend geschützt bleiben. Dieses erreichen wir über verschiedene Wege, unter anderen mit einer verschlüsselten Übertragung der Daten oder einer

Die Verfügbarkeit ist eines der zentralen Themen, insbesondere wenn es um Capex to Opex (also um den Ersatz von Kapitalkosten (Capex) durch Betriebskosten (Opex)), also um das Thema Product-as-a-Service geht. Bilder: Relayr

Relayr, deren Chef Josef Brunner ist, stellt Enterprise Middleware und IoT-Lösungen für die digitale Transformation von Branchen bereit. Nach eigenen Angaben ist es das einzige industrielle IoT-Unternehmen, das Geschäftsergebnisse über den weltweit größten Rückversicherer, der Munich Re, versichern kann.

Umformatierung, die nicht auf das Original zurückgeführt werden kann. Auch werden Daten und Maschinen authentifiziert, um sicherzustellen, dass auch großflächige Implementierungen sicher abgebildet werden können. Es ergeben sich für Ihre Kunden auch ganz neue Geschäftsfelder, also dass beispielsweise nicht mehr ein Produkt XY verkauft wird, sondern nur noch dessen Nutzung mit einer entsprechend hohen Verfügbarkeit. Wenn man diesen Gedanken weiterführt, wird es spannend: Wir reden nicht länger ausschließlich über verbesserte Prozesse, optimierte Kosten oder Effizienz, sondern über komplett neue Geschäftsmodelle und neue Umsatzpotenziale. Und das ist mitunter das, was uns antreibt. Diese neuen Geschäftsmodelle helfen unseren Kunden dabei, in neue Geschäftsbereiche mit neuen Möglichkeiten vorzustoßen. Dabei können äußerst spannende und kreative Ideen entstehen. Diese sind bei jedem Kunden immer unterschiedlich, aber grundsätzlich interessiert sie das Themenfeld Capex to Opex, also Product-as-aService, als zentrales Thema. Auch das Thema Verbrauchsgüter nimmt eine Schlüsselrolle ein: Wieso verkauft ein Druckmaschinenhersteller nicht auch gleich die Verbrauchsmaterialien mit? Ähnlich verhält es sich z.B. bei einem Fritteusenhersteller, der direkt das Öl zu seinem Hauptprodukt verkaufen könnte. Wenn eine Fritteuse verschiedene Frittiervorgänge hinter sich hat und dann das Öl gewechselt werden muss, kann die Fritteuse aufhören zu frittieren und man stellt also die Qualität sicher, was ein zusätzlicher USP im Markt ist. Gleichzeitig fragt der Hersteller den Kunden, ob er neues Öl kaufen möchte, unddann wird es automatisch bestellt. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, neue Umsatzmodelle zu erschließen und das ist unseren Kunden wichtig, weil sich dadurch die bestehenden Umsatzkanäle ändern. Die digitale Transformation ist nicht nur eine Chance, sondern manchmal auch eine Herausforderung. Weiter auf Seite 14


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Durch die (rosarote) VR-Brille betrachtet Utopie oder Realität? Mixed Reality in der industriellen Praxis Wo Software den Menschen bei der Arbeit unterstützt, stellt sich stets die Frage nach der besten Mensch-Maschinen-Schnittstelle. Sprich: Wie und wo lassen sich die für den Menschen notwendigen Informationen darstellen, sodass sie verständlich, einfach auffindbar und praktisch zu nutzen sind? Das gilt auch für das tägliche Arbeiten in der Automatisierungstechnik und speziell in der Prozessindustrie, sei es beim Betrieb der Anlage oder bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten. Können hier Lösungen aus dem Bereich Mixed Reality Anwendern künftig die Arbeit erleichtern? Virtual, Augmented und Mixed Reality: Die Begrifflichkeiten werden gerne verwendet, ohne sie genau zu definieren. Dabei gibt es ei– nige beachtenswerte Unterschiede. So versteht man unter Virtual Reality das vollständige Simulieren einer virtuellen Realität. Augmented Reality dagegen erweitert die physikalische Realität mit virtuellen Aspekten. Die Bezeichnung Mixed Reality schließlich wird verwendet, um all jene Medien zu beschreiben, die zwischen den Polen physikalischer und virtueller Umgebung liegen, er dient damit als Überbegriff. Das Mixed-Reality-Spektrum wird an seinen Rändern von physikalischer zur einen und digitaler Realität zur anderen Seite hin eingegrenzt.

Typische Anwendungsfälle Ehe man sich damit auseinandersetzt, ob und wenn ja, wie sich Mixed Reality in der Prozessindustrie heute bereits technisch nutzen lässt, stellt sich die Frage nach potenziellen Anwendungsfällen. Gibt es Anwendungen, die von einer derartigen MenschMaschinen-Schnittstelle jetzt oder in naher Zukunft profitieren können? Die Antwort lautet ja. Ein großes Potenzial liegt in der Anlagenwartung. In den ausgedehnten Anlagen der Prozessindustrie kann es bei der Wartung bereits schwierig sein, die richtige Komponente ausfindig zu machen. Hier wäre denkbar, dass eine Mixed-Reality-Lösung einen Mitarbeiter quasi durch die Anlage navigiert. Direkt vor Ort könnte sie ihm dann die Informationen der zu wartenden Komponenten anzeigen und Zugriff auf benötigte Dokumentation gewähren. Und bei alldem hat der Techniker beide Hände für seine eigentliche Aufgabe frei. Aber auch auf Leitebene findet sich ein sinnvoller Einsatzbereich. Anstatt die Informationen des Prozessleitsystems auf großen Bild-

schirmen an zentraler Stelle darzustellen, ließen sich diese auf Head-Mounted-Devices (HMD) anzeigen. Dank der damit einhergehenden Mobilität wäre es dann möglich, den äußeren Zustand der Anlage mit den Messwerten einzelner Geräte vor Ort abzugleichen. Ein weiteres Einsatzgebiet sind repetitive Prozesse, also eintönige, wiederkehrende Tätigkeiten. Auch hier finden sich Einsatzbereiche für Mixed-Reality-Lösungen. Menschen neigen bei solchen Tätigkeiten oft zum Ermüden und machen dann leichter Fehler. Hier könnten entsprechende MixedReality-Konzepte Mitarbeitern helfen, effizienter zu arbeiten, gleichbleibende Prozesse automatisiert auszuführen und alle Schritte zu dokumentieren. Sicher gibt es neben den genannten Beispielen zahlreiche weitere potenzielle Einsatzfelder für Mixed-Reality-Lösungen, sodass die Frage nach der technischen Machbarkeit durchaus berechtigt ist.

Wohin geht die Reise? Rösberg Engineering aus Karlsruhe ist spezialisiert auf die Prozessindustrie und bietet einerseits Softwarelösungen, die Anlagenbauer und -betreiber während des kompletten Anlagenlebenszyklus bei ihrer Arbeit unterstützen. Andererseits bieten die Karlsruher Dienstleistungen beim Um- und Neubau prozesstechnischer Anlagen. Als Automatisierungsexperten fragen sich die Spezialisten natürlich auch, welche Trends künftig die Branche beeinflussen werden und setzen sich mit der tatsächlichen Machbarkeit auseinander. Deshalb hat das Unternehmen im Zuge einer Bachelorarbeit Stefan Stegmüller, einen Studenten aus dem dualen Studiengang Informationstechnik, mit der Aufgabe betraut, sich mit dem Stand der Technik in diesem Bereich auseinanderzusetzen.

Stefan Stegmüller untersuchte den Praxisnutzen der Microsoft Hololens für die Prozessindustrie.

Darüber erprobte der Student den Praxisnutzen einer Mixed-RealityLösung anhand eines Versuchsaufbaus, der eine reale Anlagensituation nachstellt. Dabei galt es, gleichzeitig den Realisierungsaufwand abzuschätzen und potenzielle Schwierigkeiten ausfindig zu machen.

Bilder: Rösberg Engineering

Der für das Forschungsprojekt gewählte Anwendungsfall setzt auf den Plant Assist Manager (PAM) der Automatisierungsexperten auf. Diese Software unterstützt Anwender beim Durchführen und Dokumentieren von Prozessabläufen (Workflows), wie z.B. das Befüllen von Tanklastzügen. Dazu werden die Workflows optimiert, automatisch dokumentiert und dann bislang beispielsweise auf mobilen Endgeräten angezeigt. Mithilfe spezieller Checklisten wird der Anwender durch die Arbeitsprozesse geführt und hat somit alle relevanten Informationen auf einen Blick verfügbar. Für diese Anwendung bietet sich ein HMD als Mensch-Maschinen-Schnittstelle an. Machbarkeit und Nutzen galt es im Rahmen der Bachelorarbeit zu prüfen. Dazu arbeitete Stegmüller mit einem Versuchsaufbau, der eine real existierende Tankabfüllanlage in kleinerem Maßstab abbildete. Beim Befüllen von Tanks mit chemischen Stoffen ist es äußerst wichtig, dass es nicht zu Fehlern kommt, da diese gefährlich werden können. Hierbei helfen die entsprechenden Checklisten. Ziel war es, den Anwender mithilfe der Microsoft Hololens durch den Befüllprozess zu navigieren. Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand: Mitarbeiter müssen nicht immer zwischen der Arbeit

selbst und dem Tablet mit den nötigen Instruktionen hin- und herwechseln, sondern haben direkt bei der Arbeit alle Informationen „vor Augen“. Per Gesten- oder Sprachsteuerung können sie erledigte Tätigkeiten einfach quittieren und haben zum Arbeiten beide Hände frei. Zudem ist eine solche Art der Bedienung deutlich intuitiver, wenn die nötigen Arbeitsanweisungen direkt mit dem jeweiligen Anlagenteil, z.B. dem zu öffnenden Schieber visuell verknüpft sind. Wesentliche Herausforderungen lagen in der Wahl der geeigneten Trackingmethode, also in der Frage, wie sich virtuelle Inhalte in der realen Umgebung verankern lassen. Dies ist essenziell, damit die angezeigten Informationen auch jeweils an der richtigen Stelle eingeblendet werden können. Prinzipiell gibt es dafür folgende Methoden: magnetisches oder Infrarot-Tracking sowie Tracking mit sichtbarem Licht oder mithilfe von Trägheit. Beim Tracking mit sichtbarem Licht wird nochmals unterschieden in Tracking anhand natürlicher Merkmale, referenziertes oder modellbasiertes Tracking. Stegmüller erklärt: „Ich habe in meinem Fall im Wesentlichen die Möglichkeiten des Trackings von natürlichen Merkmalen, also markanten Merkmalen natürlicher Bilder, sowie Tracking von Referenzmarken wie z.B. QR-Codes in Betracht gezogen.“ Die Wahl fiel schließlich zuerst auf QR-Codes und dann auf Markierungen in Form von Bildern mit Dreiecken zufälliger Größe, Anordnung und Rotation. „Diese Variante hat sich als vorteilhaft erwiesen, da sich diese Bilder anhand des verwendeten Algorith-

mus eindeutig identifizieren lassen. Bei der Nutzung von QR-Codes als Ankerpunkte von virtuellem Inhalt kann es während der Auswertung, auf Grund ihrer gleichen Grundstruktur, zu Verwechslungen kommen“, ergänzt er. Eine weitere Herausforderung bei der Umsetzung des Systems fand sich beim Zusammenspiel der einzelnen Komponenten wie SPS, Datenbanken, Software und Hololens: Welche Komponenten sind miteinander kompatibel und wo müssen noch Schnittstellen entwickelt werden?

Fortsetzung von Seite 13 Ein Problem hierbei ist ja, dass Ihr Kunde dann auch sicherstellen muss, dass die Verfügbarkeit gegeben ist. Das ist durchaus ein finanzielles Risiko, denn wenn eine Maschine oder Anlage nicht läuft, gibt es ja auch kein Geld. Die Verfügbarkeit ist eines der zentralen Themen, insbesondere wenn es um Capex to Opex, also Product-as-a-Service geht. Wenn heute ein Maschinenbauer ein Produkt verkauft, ist die Verfügbarkeit relevant und ein wichtiges Verkaufsargument dem Kunden gegenüber. Aber letztendlich hat der Kunde die Verant-

wortung, dass er die Maschine entsprechend wartet. Er muss die Umgebungsvariablen so zur Verfügung stellen, dass die Maschine optimal läuft und dadurch eine hohe Verfügbarkeit hat. Wenn der Maschinenbauer allerdings ein Produkt als Service anbietet, steht er einer anderen Herausforderung gegenüber: Er selbst als Maschinenbauer ist für die Verfügbarkeit verantwortlich das ist für die Monetarisierung der Maschine entscheidend. Wenn man verbrauchsbasierte Modelle, z.B. Pay-per-Use, auf den Markt bringt, kriegt man nur dann Liquidität, wenn die Maschine funktioniert. Deswegen sorgen

wir auf der technischen Seite dafür, dass die Maschine eine hohe Up-Time hat. Was unseren Kunden auf der kaufmännischen Seite viel wichtiger ist: Wir garantieren das Ganze. Zusammen mit der Münchner Rück, einer unserer Investoren, gewährleisten wir die Up-Time einer Maschine - dies wird genutzt, um günstigere Finanzierungsmodelle zu ermöglichen. Als ganzheitlicher Anbieter helfen wir unseren Kunden, erfolgreich zu sein. Wir liefern neben der Technologie auch die Hardware, die Connectivity und in diesem Fall auch die Versicherungsmodelle. https://relayr.io/de/

Ein Use Case

Reibungsloses Zusammenspiel Bis eine endgültige Lösung gefunden war, mussten ursprünglich entwickelte Konzepte des Systems mehrfach überdacht und angepasst werden. Anhand des Forschungsprojekts wurde deutlich, dass der Einsatz einer MixedReality-Lösung in der industriellen Praxis durchaus realisierbar ist. Es gilt natürlich im jeweiligen Fall zwischen Aufwand und Nutzen abzuwägen. Stegmüller resümiert: „Hier wird sich in den kommenden Jahren einiges tun und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich MixedReality-Brillen wie die Hololens in absehbarer Zeit Praxisanwendungen in der Prozessindustrie erschließen werden. Der Praxistest zeigt, dass sich diese MenschMaschinen-Schnittstelle und Tools wie der Plant Assist Manager bestens ergänzen. Wir freuen uns auf erste Anwendungen in der industriellen Praxis.“ Evelyn Landgraf, Mitarbeiterin bei Rösberg Engineering GmbH www.roesberg.com


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Wartung vorausschauend, intelligent planen Igus sorgt mit vier Konzepten der Datenintegration für erhöhte Anlagenverfügbarkeit Die Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen durch eine vorausschauende Wartung zu erhöhen, das ist das Ziel, das Igus mit den Smart Plastics verfolgt. Das Herzstück sind hierbei die Sensoren der Isense-Familie, die für eine Überwachung der unterschiedlichen Kunststofflösungen von Igus sorgt. Das reicht bereits heute von einer Überwachung der Energieketten und hochflexiblen Leitungen bis hin zur schmiermittelfreien Linearführung und dem wartungsfreien Rundtischlager des genannten Unternehmens. Je nach Anforderung können die gewonnenen Daten ganz unterschiedlich genutzt werden. Vier verschiedene Konzepte stellt Igus nun vor. Für Firmen, die nach einer kostengünstigen Lösung suchen, um die Produktion störungsfrei zu halten, bietet Igus das nach eigenen Angaben einfach zu integrierende Isense-Stand-Alone-System an. Dabei erfassen Sensoren an eKetten und Leitungen diverse Messwerte wie Beschleunigung, Temperatur und Verschleiß. Die Anlagenabschaltung erfolgt bei diesen Systemen wahlweise direkt über den Öffnerkontakt oder über eine Auswertung durch ein I/O-Interface der kundenseitigen SPS. Für den Fall, dass die im Vorfeld von Igus definierten Referenzwerte überschritten werden, kommt es zur Auslösung des Öffnerkontaktes und die Maschine steht.

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 16. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft.

dem alle Meldungen angezeigt werden. Eine Verbindung zum Internet gibt es hier nicht. In dieser einfachen Variante sind die Lebensdauerberechnungen statisch und unveränderbar.

In der neuen P4.1 Rollenkette, die von Igus für lange Verfahrwege konzipiert wurde, sorgen nicht nur neu entwickelte Gleitlager für die schmierfreie Lagerung der einzelnen Kettenglieder, sondern die Kette lässt sich auf Wunsch durch einen integrierten Verschleißsensor in Predictive-Maintenance-Konzepte einbringen. Möglich sind dabei neben einer automatischen Anlagenabstellung auch das Abrufen der Zustandsinformationen. Selbst eine selbstauslösende Ersatzteilbestellung und eine Wartungsbenachrichtigung direkt aufs Smartphone lassen sich so realisieren.

Alternativ werden die Sensorwerte an die SPS übergeben. Je nach deren Programmierung löst ein Überschreiten der Referenzwerte dann beispielsweise optische oder akustische Warnungen aus. Das Isense-Offline-System bietet sich hingegen dann an, wenn beispielsweise an einer Produktionsoder Hafenanlage durch den Servicetechniker eine Vielzahl an Energieketten, Leitungen und Lagern überwacht werden müssen. Benötigt wird für diese Lösung ein zusätzlicher Industrie-PC, an

Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de

Frühzeitige Ersatzteilbestellung Einen Schritt weiter geht Igus mit dem Isense-Integration-System. Hier werden nämlich die Daten des Icom-Moduls in die vorhandene Softwareumgebung und das Intranet eingebunden. Die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben, sind laut Anbieter vielfältig. Ist beispielsweise eine Produktionsvisualisierung für den gesamten Fertigungsprozess vorhanden, können auch die Betriebszustände der verschiedenen Igus-Komponenten angezeigt werden.

Optimierung der Wartung Meldet ein Sensor einen Ausfall oder Verschleiß, wird dies ebenfalls sichtbar. Und im nächsten Schritt kann dann die Ersatzteilbestellung über das ebenfalls angebundene ERP-System aus-

Egal für welche der vier Isense-Modelle sich ein Anwender entscheidet, alle haben das Ziel, die Anlagensicherheit zu erhöhen und die Instandhaltung zu vereinfachen. Bilder: Igus

gelöst werden. Das IsenseOnline-System schließlich optimiert nach Herstellerangaben die Planungen des Wartungsteams. Hierfür greift das System auf die Daten aus dem, wie die Spezialisten von Igus betonen,

Ein System, welches dazulernt weltgrößten Testlabor für bewegte Energieübertragungssysteme zurück. Pro Jahr werden hier über zehn Milliarden Testzyklen für Energieketten gefahren und die Ergebnisse in dieses System integriert. Das bedeutet: Es lernt ständig dazu und gleicht täglich die Lebensdauerempfeh-

lungen mit den noch genaueren, im realen Betrieb errechneten Ergebnissen ab. In der Regel verlängert sich dadurch die Zeit bis zur nächsten Wartung. Das spart laut Anbieter auf lange Sicht nicht nur Kosten, sondern unterstützt Schichtleiter, Wartungscrews und das Team in der Lagerhaltung, denn die Wartungseinsätze können exakt vorhergesehen werden. In der Praxis bedeutet dies, dass die Monteure bereits im Vorfeld per E-Mail oder SMS benachrichtigt werden, dass Antriebe demnächst verschleißen, eKetten vom Ausfall bedroht sind oder aus Altersgründen getauscht werden müssen. www.igus.de

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Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden.

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Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2018. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de

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RCM - ein Statement wider den Trend „Reliability Centred Maintenance (RCM) - die kostengünstige Alternative“ Ein Produktionsstopp aufgrund eines Maschinenstillstands bedeutet nicht nur den Verlust wertvoller Zeit, sondern auch erhebliche Geldeinbußen. Nicht immer helfen jedoch ausschließlich vorhersagende Maßnahmen aus aufgezeichneten Zustandsdaten, meint Georg Hünnemeyer, Systems Engineer und Geschäftsführer der Hünnemeyer Consulting GmbH. Er erklärt, warum Reliability Centred Maintenance eine kostengünstige Alternative zur umfangreichen Datenerfassung darstellt. „RCM ist eine auf Risikoabschätzung basierende Strategie zur vorbeugenden Wartung technischer Systeme. Dabei werden die Auswirkungen von Fehlern auf die Funktionalität einer Anlage bereits im Vorfeld auf ihre Folgen für die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit abgeschätzt, um ein effektives und kostengünstiges Wartungskonzept zu erstellen“, erklärt Georg Hünnemeyer. Er ergänzt: „Auf dieser Grundlage werden Maßnahmen zur Instandhaltung und Wartung definiert, um die Funktionstüchtigkeit des gesamten Systems sicherzustellen.“ Vor der Einführung von RCM gilt es einige wichtige Fragen zu klären: Welche Störungen können auftreten und die Leistung einschränken? Welche Auswirkungen hätte ein kompletter Systemausfall? Die Ergebnisse aus dieser Vorabanalyse werden genauestens dokumentiert. Bei der Untersuchung spielen die

Faktoren Reliability (Zuverlässigkeit), Availability (Verfügbarkeit), Maintainability (Instandhaltbarkeit) und Safety (Sicherheit), kurz RAMS, eine wichtige Rolle. „Die Methode ermöglicht es Betrieben, individuell eigene Schwerpunkte zu setzen und zu entscheiden, was das persönliche Ziel ihrer Fertigung sein soll: Kosteneinsparung, Umweltaspekte, Sicherheit, die Verfügbarkeit der Anlage oder aber der bestmögliche Kompromiss“, so Hünnemeyer. Betriebe können die Einführung einer entsprechenden ReliabilityCentred-Maintenance-Strategie mithilfe der Zuverlässigkeitsmanagement-Norm DIN EN 60300-1:2014 vorbereiten. Ein großer Vorteil von RCM: Das Verfahren kann auch bei bestehenden Anlagen zum Einsatz kommen ohne eine teure Nachrüstung von Sensoren, Soft- oder Hardware, denn Reliability Centred Maintenance funktioniert - im Gegensatz

zu Predictive Maintenance - ohne eine groß angelegte Datenerfassung. Hünnemeyer verdeutlicht ein Problem von Predictive Maintenance: „Die kontinuierliche Erfassung und Aufzeichnung des Systemzustandes beschreibt nur das Ergebnis des Designs und führt zu keiner Kostenminimierung, da die vorbeugende Wartung, also der Erhalt des gesunden Systemzustandes, nicht optimiert wurde.“ Ferner hilft Predictive Maintenance nicht bei zufällig auftretenden Fehlern. Zudem kommt es vor, dass über Jahre hinweg aufgezeichnete Werte gar nicht genutzt werden können. „Außerdem ist es in manchen Fällen sehr schwer, die gesammelten Daten richtig zu interpretieren. Für einen rechtzeitigen Eingriff ist es dann meistens zu spät und die Anlage fällt trotz Datenaufzeichnung aus“, so Hünnemeyer. Er ergänzt: „Jedes System verhält sich darüber hinaus in jeder

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„Bei der Predictive Maintenance macht es oft den Eindruck, dass mangelndes Design durch Datenaufzeichnungen und Wartungen kompensiert und auf diese Weise verbessert werden soll. Diese Variante stellt jedoch den teuersten Weg dar, der eingeschlagen werden kann“, mahnt Georg Hünnemeyer, Systems Engineer und Geschäftsführer der Hünnemeyer Consulting GmbH, und ergänzt: „Oft profitieren in erster Linie die Softwarefirmen von diesen Big-Data-Lösungen und die kleinen und mittelständischen Unternehmen tragen die Kosten. Es ist leider ein Irrglaube, dass Big Data, unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz, Instandhaltungskosten merklich reduziert.“ Bild: Hünnemeyer

Umgebung anders, Erfahrungen lassen sich also nicht universell übertragen. Allgemein fehlt es an Modellen, die mit Messwerten gefüttert werden und so Verschleiß- und Ausfallverhalten beschreiben.“ Mit RCM hingegen lässt sich die Erfassung von Daten erheblich reduzieren, denn sowohl der Zeitpunkt als auch die Häufigkeit der Aufzeichnung können individuell festgelegt werden. Zur Aufzeichnung eingesetzte Sensoren sind außerdem sorgsam auszuwählen, da sie als zusätzliche Komponenten die Fehlerrate des Systems erhöhen. Höchstes Ziel eines Unternehmers sollten die Total Cost of Ownership sein, weil das Unternehmen seine auf dem Markt befindlichen Pro-

dukte entweder selbst wartet oder als Verkaufsargument nutzt. Auch die Betreiber der Anlagen sollten auf eine systematische Analyse der Instandhaltung bestehen und die Ergebnisse in die Gesamtkostenrechnung einbeziehen. „Die Sammlung von Daten hilft dabei nicht, sondern verschleiert eher, dass in der Entwicklung nicht sorgfältig genug auf die Einhaltung einer hohen Verfügbarkeit bei kalkulierbaren Instandhaltungskosten geachtet wurde“, unterstreicht Hünnemeyer. Für Reliability Centred Maintenance hingegen ist nur die Risikoabschätzung grundlegend: Welche Folgen hat ein Fehler? Daraus lassen sich die Wartungskosten reduzieren. www.huennemeyer.eu


Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

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Condition Monitoring

Die Einsatzfähigkeit und somit Verfügbarkeit eines Investitionsgutes können verfügbarkeitsorientierte Geschäftsmodelle garantieren. Bild: John Deere

Geld sparen: Verfügbarkeit kaufen Traktoren, Mähdrescher und andere Maschinen sind teuer und deren Wartung zeit- und kostenintensiv. Dabei könnte es viel einfacher sein: Statt einer Landmaschine als Produkt wird nur deren Verfügbarkeit für einen bestimmten Zeitraum verkauft. Die Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern entwickeln mit Industriepartnern gerade ein derartiges Projekt. Zugegeben, ein großer Schlepper am Messestand wäre auffälliger gewesen. Doch auch das kleine Modell, das die Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) auf der Hannover Messe dabeihatten, sorgte für einiges Aufsehen. Denn damit erklärten sie das technische System, an dem sie derzeit gemeinsam mit Partnern aus der Industrie arbeiten. Dieses System entdeckt Probleme an (Land)Maschinen, noch bevor es zu einem Ausfall und damit zu teuren Stillstandszeiten - man denke hier nur an den stunden- oder tagelangen Ausfall eines Mähdreschers während der Erntezeit - kommt. Außerdem liefert das System alle Informationen, die für den Servicetechniker von Bedeutung sind. Auf Grundlage dieses Systems sollen dann völlig neue Geschäftsmodelle möglich werden. „Die Hersteller von Landmaschinen

verkaufen ihren Kunden kein Produkt mehr, sondern nur noch dessen Verfügbarkeit als Serviceprodukt“, erklärt Thomas Eickhoff, der am Lehrstuhl für Virtuelle Produktentwicklung an der TUK im Rahmen seiner Promotion im Projekt Innoservpro arbeitet. Ähnliche Geschäftsmodelle gibt es im Industriebereich bereits, z.B. beim DruckluftContracting. Hier wird auch nur die Druckluft und eben nicht die Kompressoranlage ver- beziehungsweise vom Kunden gekauft. Hier wie da, also egal ob Kompressorstation oder Mähdrescher, funktionieren derartige Geschäftsmodelle aber nur, wenn die Verfügbarkeit der Maschine gegeben ist. Das bedeutet: Die Maschine, die der Kunde für einen bestimmten Zeitraum gebucht hat, muss in diesem Zeitraum einsatzbereit sein und über ihre volle Leistung verfügen. „Es darf zu keinem Ausfall kommen“, bestätigt

Hristo Apostolov, der ebenfalls am Vorhaben beteiligt ist. Doch wie lässt sich eine solche Verfügbarkeit von technischer Seite aus garantieren? An dieser Frage und deren technischem Beantworten arbeiten derzeit die Forscher im Projekt Innoservpro gemeinsam mit weiteren Kollegen der TUK, mit IT- und Telekommunikationsunternehmen, Anbietern von Softwaresystemen, Beratungsunternehmen, Industriezulieferern sowie den Landmaschinenherstellern John Deere und Grimme sowie dem AntriebstechnikUnternehmen Lenze. Grundlage für die Realisierung sind innovative Serviceprodukte, die auf intelligenter Sensorik und einem durchgängigen Informationsmanagement basieren - Predictive Maintenance also. Weiter auf Seite 18

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Mithilfe einer neuen Technologie wird zum ersten Mal nicht nur das Vernetzte intelligent, sondern auch die Vernetzung selbst. Alle Details im unten stehenden Beitrag. Bild: Leoni

Intelligenz im Kabel Die Firma Leoni kann nach eigenen Angaben nahezu jedes Kabel mit Intelligenz ausstatten. Möglich macht dies Leoniq. Hierbei handelt es sich um eine Kabeltechnologie, die Energie- und Datenströme effizienter, sicherer und verfügbarer macht, denn Leoniq ist in der Lage, verschiedene Parameter wie Temperatur oder mechanische Belastung entlang eines beliebigen Kabelsystems zu erfassen und auszuwerten. Dies ermöglicht Rückschlüsse auf den Zustand des gesamten Kabelsystems sowie dessen Steuerung. Ein Einsatzszenario ist die Ladeinfrastruktur für Elektro- und Plug-inHybrid-Fahrzeuge. Hier könnte diese Lösung beispielsweise dazu beitragen, Hochleistungs-Ladezyklen zu überwachen und zu optimieren. So kann im Zusammenspiel mit Sensordaten aus der Ladesäule und der Fahrzeugbatterie in Kombination mit der Kabeltemperatur jeder Ladevorgang jederzeit an der maximal möglichen Leistungsgrenze betrieben werden. Im Ergebnis ist das Fahrzeug sicherer und schneller geladen. Außerdem werden Fehler frühzeitig erkannt. Die Lösung ist laut Hersteller etwa 100-mal günstiger und 100-mal kleiner als vergleichbare Technologien und macht den Einsatz von Intelligenz im Kabel überhaupt erstmals ökonomisch sinnvoll. Für die Anwender entsteht laut Leoni ein spürbarer Mehrwert auf Basis der Nutzungsdaten der Kabelsysteme sowie deren Auswertung und Interpretation. Diese wiederum ermöglichen Anwendungen wie Predictive Maintenance, nutzenbasierte Abrechnungsmodelle oder Gesamtsystemmonitoring und -kontrolle. www.leoni.com


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CONDITION MONITORING

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Dauerhaft überwacht - optimal geschmiert Wie der Trinkwasserversorger Perlenbach die Instandhaltung seiner Pumpen optimiert Der Trinkwasserversorger Perlenbach versorgt rund 50.000 Einwohner in sieben Gemeinden der Nordeifel mit frischem Trinkwasser. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Anlagen störungsfrei und zuverlässig laufen. Deshalb müsste der Versorger eigentlich seine Anlagen rund um die Uhr besetzen und die Pumpen überwachen, denn Lagerdefekte in den eingesetzten Kreiselpumpen könnten schnell zu einem Ausfall führen. In der Folge wäre die gesamte Wasserversorgung gefährdet. Die Verantwortlichen entschieden stattdessen, auf eine permanente Überwachung und Schmierung der Aggregate zu setzen - mit Erfolg. Beim Wasserversorger Perlenbach kommt mittlerweile eine Komplettlösung von Schaeffler zum Einsatz, um einen zuverlässigen Pumpenbetrieb sicherzustellen, nämlich der Schmierstoffgeber Concept8 in Kooperation mit dem vorkonfigurierten ConditionMonitoring-System SmartQB. Das Frühwarnsystem besteht aus der SmartQB Sensoreinheit, einem kubischen Gehäuse mit TouchPanel und einem Kabel für Stromversorgung und Datenübertragung. Es wurde speziell für die Erkennung von Unregelmäßigkeiten an Elektromotoren, Pumpen, Lüftern und deren Wälzlagern entwickelt und ist ab Werk fertig konfiguriert. Das Condition-Monitoring-System kann insgesamt fünf Fehlerursachen identifizieren: Lagerschaden, Unwucht, Reibung/Kavitation (bei Kreiselpumpen), Temperaturanstiege sowie alle generellen Veränderungen in den Schwingungsmustern, die nicht eindeutig einem der zuvor genannten Fehlerursachen zuordenbar sind und weitere Analysemaßnahmen erforderlich machen. Das Condition-Monitoring-System SmartQB identifiziert dabei nicht nur die möglichen Fehlerursachen, sondern gibt anschließend sogar eine Meldung im Klartext aus und zwar direkt in den Leitstand.

Die Elektrofachkräfte vor Ort konnten den SmartQB direkt an das Leitsystem sowie das Telefonnotrufwählgerät anbinden.

Möglich macht diese Leitstandsvisualisierung eine gemeinsam mit Mitsubishi Electric entwickelte Lösung. Das Instandhaltungspersonal wird so frühzeitig über sich anbahnende Schäden informiert. Es können Wartungsmaßnahmen und eine eventuell notwendige Beschaffung der Ersatzteile eingeleitet werden. Joachim Dankwardt, stellvertretender Abteilungsleiter Wassergewinnung und Aufbereitung beim Wasserversorgungszweckverband Perlenbach, weiß: „Zustandsüberwachung bedeutet für

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uns Versorgungssicherheit.“ Ein weiterer Vorteil der installierten Lösung: Der SmartQB ist ein vorkonfiguriertes Plug-and-Play-System. Dementsprechend leicht ist es, dieses einzusetzen, denn jeder Betriebselektriker kann das System installieren und ohne schwingungstechnisches Vorwissen in Betrieb nehmen. Über das TouchDisplay erhält man nämlich alle relevanten Informationen, von der Montage über Handlungsempfehlungen im Fehlerfall bis hin zu den Kontaktdaten des technischen Supports. Beim ersten Start wird zuerst festgelegt, an welcher Anlage der Sensor befestigt ist, also entweder Motor, Pumpe oder Lüfter. Nach der Angabe, ob es sich um eine drehzahlvariable Maschine oder eine drehzahlkonstante Maschine handelt und der Eingabe des individuellen Aggregatnamens wählt das System automatisch die beste Messkonfiguration aus und

Fortsetzung von Seite 17 Zum Einsatz kommen also Sensoren, die den Ingenieuren im Rahmen des Condition Monitoring Daten über den Zustand der Geräte liefern. Bei einer Kartoffelernte-Maschine können sie so zum Beispiel das Förderband überwachen und Daten sammeln. „Diese Daten werten wir aus, um so Störungen und Ausfälle des Bands rechtzeitig vorherzusagen“, verdeutlicht Apostolov. Mit einer solchen Technik ist der Hersteller also frühzeitig informiert und kann sich beispielsweise darum kümmern, dass ein Servicetechniker noch vor dem Ausfall der Maschine zum Kunden fährt. Um solche verfügbarkeitsorientierten Geschäftsmodelle zu realisieren, ist ein sogenannter „digitaler Zwilling“ der Landmaschinen, den die Kaiserslauterer Forscher ebenfalls entwickeln, auch von großer Bedeutung. „Bei Traktoren und anderen Maschinen gibt es unzählig viele Variationsmöglichkeiten, je nach Bedarf der Landwirte können sie mit verschiedenem Zubehör ausgestattet sein“, weiß Eickhoff - und darin unterscheidet sich eine landwirtschaftliche Maschine eben ganz grundlegend von der Druckluftstation. „Kommt es zu einem Ausfall, muss schnell Ersatz her. Dies ist aber nur möglich, wenn man ganz genau weiß, welches Teil wo verbaut ist“, ergänzt der Spezialist. Mit dem digitalen Zwilling wollen die Forscher alle notwendigen

Der Trinkwasserversorger Perlenbach setzt auf eine Stand-alone-Komplettlösung, die Unregelmäßigkeiten an Elektromotoren, Pumpen, Lüftern und deren Wälzlagern erkennt. Das können beispielsweise ein Lagerschaden, eine Unwucht, zu viel Reibung, ein Temperaturanstieg oder eine Veränderung des Schwingungsmusters sein. Bilder: Schaeffler

springt in den Lernmodus. Dieser läuft automatisch ab. „Herkömmliche Systeme zur Maschinenüberwachung sind kostspielig und kompliziert. Der SmartQB hingegen ist so einfach, dass unser Personal keinerlei spezifisches Wissen auf dem Gebiet der Schwingungsdiagnose benötigte. Es konnte sofort losgehen“, bestätigt Dankwardt. Wie gut das System funktioniert, zeigt sich, wenn man den letzten Ausfall einer Pumpe bei Perlenbach genauer analysiert. Dieser Ausfall resultierte damals, also noch bevor das neue System in

Betrieb genommen wurde, durch die Überschmierung eines Lagers. Dieser Problematik wirkt man nun mit dem Schmierstoffgeber Concept8 entgegen. Bis zu acht Schmierstellen versorgt er präzise mit der richtigen Menge Fett. Mangelschmierung oder Überfettung sowie daraus entstehende Schäden können vermieden werden. Besonders clever: Die Spannungsversorgung des Schmierstoffgebers ist mit der Pumpe gekoppelt. Dadurch wird nur dann geschmiert, wenn auch die betroffene Pumpe tatsächlich läuft. www.schaeffler.com

Forscher um Thomas Eickhoff (li.) und Hristo Apostolov entwickeln derzeit Geschäftsmodelle, die Landwirten künftig die Verfügbarkeit von Landmaschinen verkaufen. „Im Projekt entwickeln wir ein Gesamtsystem, das die Maschinen derart überwacht, dass wir früh erkennen, wann es zu einem Ausfall kommen kann“, verdeutlicht Thomas Eickhoff, der am Lehrstuhl für Virtuelle Produktentwicklung an der TUK im Rahmen seiner Promotion im Projekt Innoservpro arbeitet. Bild: TUK/Thomas Koziel.

Daten von einzelnen Bauteilen bis hin zu Reparaturanleitungen in einer Datenbank digital hinterlegen. Dafür entwickeln sie ein intelligentes Informationsmanagementsystem, in dem alle wichtigen Informationen zu den Maschinen zusammengestellt sind. „Es fallen große Datenmengen an, etwa die der Sensoren, die ausgewertet und beurteilt werden müssen und zum Beispiel automatisiert an einen Servicetechniker gesandt werden sollen“, so Apostolov weiter. Mit dem System sollen die Hersteller künftig einfacher den Überblick behalten, um zum Beispiel vorzeitig von einem Ausfall zu

erfahren. Servicetechniker wissen damit zudem schnell, um welche Art von Maschine es sich handelt, welche individuelle Konfiguration sie hat und welche Ersatzteile entsprechend benötigt werden. Das Projekt Innoservpro, das für „Innovative Serviceprodukte für individualisierte, verfügbarkeitsorientierte Geschäftsmodelle für Investitionsgüter“ steht, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Forschungsprogramms „Innovationen für die Arbeit von morgen - Forschung für Produktion und Dienstleistung der Zukunft“ gefördert. Es läuft noch bis April 2019. www.innoservpro.de


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Der „Pulsmesser“ für Industrieanlagen Heartbeat Technology liefert Informationen für die vorausschauende Instandhaltung Angenommen man könnte den Zustand einer Anlage jederzeit und im Detail mit einem Pulsmesser untersuchen, so wie das ein Arzt normalerweise bei seinen Patienten macht. Das würde bedeuten, dass man rechtzeitig erkennen kann, wann etwas zu warten ist, wenn ein Prozess nicht sauber läuft oder ab welchem Punkt man beispielsweise mit Entschäumer gegensteuern muss. Solange der Pulsmesser anzeigt, dass alles stabil läuft, muss nichts unternommen werden. Im übertragenen Sinn gibt es eine Technologie, welche die Anlagen ähnlich wie ein Pulsmesser überwacht und so eine kontinuierliche Zustandsüberwachung erlaubt. In jeder Anlage geht es darum, sie sicher zu betreiben, die Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Verfügbarkeit zu erhöhen. Unterstützung hierbei bekommen die Anlagenbetreiber durch die sogenannte Heartbeat Technology, wie die Experten von Endress + Hauser betonen. Sie diagnostiziert und verifiziert nämlich die Messgeräte und Prozesse einer Anlage - und das sogar kontinuierlich. Ohne Prozessunterbrechungen prüft diese Technologie die Instrumentierung für die Messprinzipien Durchfluss, Füllstand, Temperatur sowie Analyse und dokumentiert den Zustand gemäß Behördenvorgaben. In einem Dashboard fließen die so gewonnenen Informationen zusammen. Auf diese Weise können Maßnahmen zur vorausschauenden Wartung und zum Optimieren der Prozesse abgeleitet werden. Dabei sind es drei Säulen, an denen die Heartbeat Technology ansetzt: die Diagnose, die Verifikation und das Monitoring.

Diagnose Hier bietet sich wieder die Analogie zum Arzt an: Wie der

digitale Pulsmesser am Arm beim Menschen überwacht die Heartbeat Technologie nämlich permanent die Prozesse und die Messgeräte. Sie gibt standardisierte Nachrichten mit eindeutigen Richtlinien aus, um eine wirtschaftliche Instandhaltung zu ermöglichen. Der Anlagenbetreiber sieht also auf einen Blick, was zu tun ist. Die Zyklen für Tests und Abnahmeprüfungen verlängern sich damit. Über die ständige Diagnose der Messgeräte lässt sich zudem die Anlage mit einem hohen Sicherheitsstandard betreiben, bei gleichzeitig geringerem Aufwand.

Verifikation So wie man einen Pulsmesser auch während des Laufens nutzen kann, braucht es mit Heartbeat Technology keine Prozessunterbrechungen für die Verifikation. Überprüft wird nämlich im laufenden Betrieb. Standards und Regulierungen erfordern vom Anlagenbetreiber saubere Dokumentationen über den Zustand des Prozesses und der Instrumentierung. Messgeräte mit Heartbeat Technology generieren, wie die Experten betonen, automatisch DokuWarngeräte

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mentationen, die den Bestimmungen und Gesetzen gerecht werden. Dabei führt ein einfacher, vordefinierter Ablauf den Wartungsverantwortlichen durch die Prüfung. Am Ende werden die Prüfergebnisse eindeutig dokumentiert. Somit reduziert sich der Aufwand bei Nachweisen zur Funktionstüchtigkeit oder für einen SIL Prüftest.

Monitoring Alle Prozesse werden genau ausgelesen und Anlagenbetreiber sehen mit einem Blick, wo

Das Unternehmen Endress + Hauser erweitert sein Produktportfolio an Messgeräten in den Bereichen Temperatur, Analyse, Durchfluss und Füllstand mit der Heartbeat Technology. Für das Unternehmen ist die Technologie am Puls der Anlage ein wichtiges Zukunftsmodell, um Anlagen sicher und wirtschaftlich zu betreiben. Bild: Endress + Hauser

demnächst eine Wartung ansteht und welche Prozesse zu optimieren sind. Das Instandhaltungspersonal geht also nicht auf gut Glück zu den Messgeräten, um sie regelmäßig zu überprüfen, sondern nur dann, wenn es wirklich angebracht ist. Beispiel: Bildet sich in einem Tank mit chemischen Prozessen regelmäßig Schaum, braucht es nicht länger eine regelmäßige Zugabe von Entschäumer. Die Füllstand-

messgeräte mit Heartbeat Technology erkennen nämlich die entstehende Schaumbildung sofort und triggern erst dann ein Zuführen des Entschäumers an, wenn es auch wirklich notwendig ist. Und das zahlt sich aus: Der Infrapark Basel erzielt mit diesem Vorgehen beispielsweise eine monatliche Kosteneinsparung von 80 Prozent bei den Entschäumern, betonen die Experten von Endress + Hauser. www.de.endress.com

1.000-mal vom Death Valley in die Antarktis Drehzahlsensor überzeugen bei einem extremen Temperaturwechseltest Einer „Folter“ der ganz besonderen Art mussten sich unlängst FC- und FE-Drehzahlsensoren des Herstellers Rheintacho stellen: Sie mussten bei einem anspruchsvollen Test zeigen, ob schnelle und häufige Temperaturwechsel ihnen etwas anhaben können. Der Grund für diesen Test waren die Anforderungen eines Kunden: Er hatte aufgrund seiner Erfahrung aus dem Praxiseinsatz seiner Geräte und dem Störungspotenzial bei der Nutzung von (Elektronik-)Komponenten extreme Ansprüche an die Stabilität seiner Komponenten, im konkreten Fall des Drehzahlsensors, gegen Temperaturwechsel. Das Projektteam bei Rheintacho hat für die Anwendung eine Kombination zweier Drehzahlsensoren aus dem Baukastensystem konzipiert und als 2-Kanal-HallDifferenzsensor ausgeführt: Mechanisch basierte diese Lösung auf dem FC-Sensor; elektronisch baute sie auf dem FE-Sensor auf. Das System ist für die Erfassung von Drehzahl und Drehrichtung geeignet und auch eine Stillstandserkennung (0 Hz) ist möglich. Aufgrund des Aufbaus sind bei dieser Variante die Mechanik und die Elektronik sehr gut geeignet, den extremen Temperaturwechselbelastungen zu widerstehen. Trotzdem wartete bei dem Test auch die Entwicklungscrew gespannt auf die Ergebnisse, denn er war anspruchsvoll: Insgesamt 1.000 Wechselzyklen zwischen minus 40 Grad Celsius und plus 125 Grad Celsius mussten die Geräte überstehen bei einer kurzen Wechselzeit zwischen den beiden Grenztemperaturen von maximal 30 Sekunden. Es zeigte sich aber, dass alle getesteten Drehzahlsensoren diese Tortur voll funktionsfähig überstanden haben. www.rheintacho.de

Die Verweildauer bei den jeweiligen Grenztemperaturen lag bei jeweils 40 Minuten; der Wechsel zwischen den beiden Temperaturextremen (minus 40 Grad Celsius und plus 125 Grad Celsius) erfolgte innerhalb von maximal 30 Sekunden. Bild: Rheintacho

Voith-Datenhelm für Remote Service In der Zeit vom 19. bis 21. Juni zeigt Voith auf der Electrify Europe 2018 in Wien Lösungen für die Energiewirtschaft. Zu sehen sein wird unter anderem ein Datenhelm für Remote Service. Damit können Kraftwerksbetreiber von einem VoithExperten an zentraler Stelle Informationen zur Anlage einholen. Außerdem lassen sich damit detaillierte Angaben in Form von Bildern, Zeichnungen und Skizzen austauschen. Der Clou: Da der Experte nicht vor Ort anwesend sein muss, sparen Kraftwerksbetreiber Zeit

und Geld, indem sie Probleme mithilfe einer digitalen Anwendung ermitteln. Auf diese Weise kann der Arbeiter vor Ort als verlängerter Arm des Experten agieren und von diesem entsprechend angeleitet werden. Darüber hinaus kann das System zur Unterstützung bei Reparaturen, Messungen und Einzelschulungen eingesetzt werden. Die grundsätzliche Funktionsweise des Helms kann am Stand von Voith erstmalig live ausprobiert werden. www.voith.com


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Kondensatableiterprüfung mit Ultraschall Defekte Kondensatableiter ganz einfach finden und in der Folge Energie einsparen Experten gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent des Dampfes, der im Kessel erzeugt wird, durch undichte beziehungsweise ineffiziente Kondensatableiter verloren geht. Leckagen sind also ein wesentlicher Faktor für Verluste und Ineffizienz. Der Zweck eines erfolgreichen Inspektionsprogramms für Kondensatableiter muss es daher sein, fehlerhafte Kondensatableiter und Dampfleckagen zu identifizieren und sie zu reparieren. Eine genaue Planung ist die Basis für den Erfolg; dies gilt nicht nur, aber eben auch für die Ultraschall-Inspektion der Kondensatableiter. Bevor es losgeht, sollte man im Inspektionsbereich jeden einzelnen Kondensatableiter identifizieren und markieren. Diese Kennzeichnung sollte nicht nur eine fortlaufende Nummer enthalten, sondern auch Angaben zum Hersteller, zur Art des Kondensatableiters, zur Öffnungsgröße und zum Einsatzzweck. Außerdem wird vor dem Test mit Ultraschall empfohlen, die Temperatur zuerst mit einem einfachen Spot-Thermometer zu messen. Die Temperatur zeigt nämlich nicht nur an, ob Dampf in den Kondensomaten gelangt oder nicht, sondern sie kann auch

dazu verwendet werden, den Dampfdruck abzuschätzen. Der wichtigste Punkt, den der Prüfer kennen muss, ist, welcher Typ von Kondensomat inspiziert wird. Dadurch wird nämlich festgelegt, wie der Kondensatableiter sich anhören soll, wenn Kontakt mit dem Ultraschallgerät hergestellt wurde. Grundsätzlich ist

Geduld, Geduld, Geduld für eine Messung per Ultraschall ein physischer Kontakt zwischen dem Kondensatableiter und dem Ultraschallgerät notwendig. Kommt ein Ultraschallgerät mit Frequenzabstimmung zum Einsatz, empfiehlt es sich, die Frequenz von 25 kHz einzustellen.

Geräte, die keine Frequenzabstimmung haben, sind in aller Regel werkseitig auf 38 kHz eingestellt, funktionieren aber auch. Unabhängig von der Art des Kondensomaten wird das Ultraschallmessgerät bzw. dessen Kontaktsensor oder Stethoskopsensor immer an der Austrittsöffnung des Kondensatableiters angesetzt. Hier auf der Austrittsseite werden nämlich Turbulenzen des Kondensatableiters erzeugt, wenn der Kondensatableiter Kondensat ableitet. Sobald der Kontakt hergestellt wurde, stellt man die Empfindlichkeit und die Lautstärke am Gerät so ein, dass das Geräusch des Kondensomaten gut zu hören ist. Allerdings ist bei der Inspektion von Kondensatableitern mit Ul-

Modulare Sensoren für die Klimamessung Neues Klimamessgerät mit modularen Sonden und applikationsspezifischen Messmenüs Das Klimamessgerät Testo 440 ist nicht nur für die klassischen Anwendungen der Klima- und Lüftungstechnik geeignet, sondern auch für Sonderanwendungen in der Industrie- und Reinraummesstechnik. Die Neuentwicklung setzt hierfür nämlich auf ein modulares Sondensystem, wobei die Messmenüs am Handgerät entsprechend angepasst werden. Es stehen, wie der Hersteller betont, eine Vielzahl von digitalen Sondenköpfen zur Verfügung, die sich entweder über Kabel oder Bluetooth verbinden lassen. Viele Messungen von Klima- und Behaglichkeitsparametern erfolgen nach standardisierten Abläufen und Normen. Deshalb sind klar strukturierte Menüs eine Erleichterung. Derartige Menüs sind im neuen Klimamessgerät 440 von Testo hinterlegt und zwar für folgende Bereiche: Volumenstrombestimmung im Kanal und am Auslass, k-Faktor, Turbulenzgrad nach EN ISO 13779, Kühlund Heizleistung, Schimmelindikation sowie Langzeitmessung. Die Informationen hierzu stammen von den entsprechenden Sondenköpfen, wobei digitale Sondenköpfe für Strömung, Temperatur, Feuchte, Turbulenzgrad, CO2, CO und Beleuchtungsstärke angeboten werden. All diese lassen sich auf einen universellen

Sondenhandgriff flexibel stecken. So ist es laut Hersteller beispielsweise im Handumdrehen möglich, von der Messung der Raumluftqualität zur Bestimmung des Volumenstroms am Auslass zu wechseln. Wichtig dabei: Nur der Sondenkopf muss kalibriert werden, das heißt sowohl der Sondenhandgriff als auch das Messgerät bleiben im Einsatz und können mit anderen Sondenköpfen für Messungen weiterverwendet werden. Das Klimamessgerät wird in zwei Varianten angeboten, wobei das Modell 440 dP technisch identisch mit der regulären Variante ist. Es verfügt allerdings zusätzlich über einen integrierten Differenzdrucksensor. Damit sind Messungen an Filtern sowie Staurohr- und k-Faktor-Messungen möglich.

Anwender haben die Wahl zwischen kabellosen und kabelgebundenen Handgriffen. Die kabellosen Bluetooth-Sonden sorgen für mehr Bewegungsfreiheit bei der Messung und sparen Platz im Messkoffer. Bilder: Testo

Der Prüfer muss den Typ des Kondensomaten kennen. Dadurch wird nämlich festgelegt, wie sich der Kondensatableiter anhören soll, wenn der Kontakt mit dem Ultraschallgerät hergestellt wurde. Bei der Kondensatableiterinspektion ist Geduld gefragt, denn es kann sein, dass es mehrere Minuten dauert, bis ein Kondensomat ableitet/zirkuliert. Bild: UE Systems

traschall Geduld notwendig, denn es gilt abzuwarten, bis der Kondensatableiter zirkuliert und ableitet.

Dokumentation der Ergebnisse Wenn die Temperaturen vorher überprüft wurden und der Kondensatableiter circa eine Minute lang nicht zirkuliert/abgeleitet hat, fährt man mit dem nächsten Kondensatableiter fort. Hat nämlich ein Kondensatableiter nicht innerhalb einer Minute gearbeitet, ist es schwierig zu sagen, wann er erneut zirkuliert/ableitet. Sind aber die Temperaturen in Ordnung und es gibt kein Anzeichen für einen verstopften Zustand, fährt man mit dem nächsten zu prüfenden Kondensatabscheider fort und kehrt nach einiger Zeit noch mal zu dem vorigen Kondensatableiter zurück.

Es ist wichtig, die Ergebnisse zu dokumentieren. Dabei sollten nicht nur der Betriebszustand des Kondensatableiters, wie z.B. ausgefallen, undicht oder in Ordnung, gemeldet werden, sondern eben auch die Verluste durch die ausgefallenen oder undichten Kondensatableiter. Um beispielsweise einen Dampfverlustbericht in der Ultratrend DMS Software von UE Systems zu erstellen, benötigt der Prüfer folgende Informationen: Art des Kondensatableiters, Öffnungsgröße, Einlass- und Auslasstemperatur, Betriebsbedingungen und wie viel die Erzeugung von 450 kg Dampf kostet. Werden als Messgeräte die Modelle Ultraprobe 10.000 oder Ultraprobe 15.000 von UE Systems verwendet, können diese Informationen sogar direkt am Gerät eingegeben werden, während die Überprüfung der Kondensatableiter stattfindet. www.uesystems.de

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Beiden gemein ist das große, farbige Grafikdisplay des Handmessgeräts. Hier werden die Messergebnisse und Funktionen übersichtlich dargestellt. Der interne Speicher des Gerätes hält bis zu 7.500 Messprotokolle vor. Diese können über eine USB-Schnittstelle als Excel-Datei exportiert werden. Über ergänzendes Zubehör ist auch ein Ausdruck vor Ort möglich. Der Hersteller bietet für die wichtigsten Einsatzbereiche der Klima- und Lüftungsmessung im Kanal und am Auslass sowie für die Raumluftqualität vorkonfigurierte Sets an, die aus dem Messgerät, den Sonden und dem passenden Zubehör bestehen. www.testo.de/440

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REINIGUNG

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Flexibel dank unterschiedlicher Antriebsarten Kärcher bietet mit der KM 120/250 R Classic eine neue Industriekehrmaschine an Die kompakte und wendige KM 120/250 R Classic von Kärcher ist ein Einsteigermodell im Bereich der Industriekehrmaschinen. Dennoch sei sie genauso zuverlässig, robust und einfach zu bedienen wie die größeren Maschinen der Reihe, betont der Hersteller. Kärcher bietet die KM 120/250 R Classic mit unterschiedlichen Antrieben an. Je nach Einsatzzweck stehen Versionen mit Diesel-, LPG- oder Batterietechnik zur Verfügung. Der elektrische Fahrantrieb punk-

tet laut Hersteller dabei nicht nur pressdruck der Bürsten autodurch die Emissionsfreiheit, sonmatisch dem Untergrund anpasst, dern auch durch ein besonders was gewährleiste, dass auch niedriges Betriebsgeräusch. So große Mengen grober Schmutz kann die Kehrmaschine z.B. auch ebenso effizient aufgenommen in lärmsensiblen Bereichen zum werden wie feiner Staub. Einsatz kommen. 02.05.2013 10:12 Der Kehrbehälter weist ein Uhr Seite 1 Die Arbeitsbreite liegt bei 1.200 Fassungsvermögen von 250 LiMillimetern, wobei sich der Antern auf. Er wird hydraulisch geDie batteriegetriebene Version arbeitet nicht nur emissionsfrei - wichtig für den Einsatz in geschlossenen Hallen -, sondern auch besonders leise. Bilder: Kärcher

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werden mit Schnellverschlüssen geöffnet. Die Maschine ist unter anderem durch die widerstandsfähige Vollgummibereifung auch für den Einsatz in der Schwerindustrie, z.B. in Gießereien, der Metallbearbeitung oder in Logistikbereichen konzipiert. Aber auch Anwendungen in weniger anspruchsvollen Umgebungen wie in Produktions- und Lagerhallen sind damit ebenso möglich wie Einsätze in Außenbereichen, etwa auf Verladeplätzen oder Baustellen. www.kaercher.com

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Vertriebsnachweis: Hans Wilms GmbH & Co. KG Erftstraße 34 41238 Mönchengladbach Telefon (0 21 66) 98 83 Telefax (0 21 66) 8 35 73 E-Mail: info@wilms.de www.wilms.de

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Ein nicht zweckoptimiertes WischWerden industrielle Verbrauchstuch kann im täglichen Produkmaterialien zum Beispiel nicht am tionsprozess weitreichende Folgen Nutzungsort bereitgestellt, kann haben. So ist z.B. bei der Reinigung es zu einer unnötigen Arbeitszeitvon Maschinen, Fließbändern oder verschwendung kommen. Verrauen Oberflächen wichtig, diese bringt z.B. ein Mitarbeiter pro fussel- und rückstandsfrei zu Schicht nur zehn Minuten damit, säubern. Denn Fremdkörper in Verbrauchsmaterialien zu holen, Maschinen und Anlagen führen im summiert sich die Zeit bei 30 Mitschlimmsten Fall zu Sicherheitsarbeitern pro Schicht auf mehrere risiken, Stillstandszeiten und ProTausend Stunden im Jahr. Mit duktionsausfällen. flexiblen und mobilen Systemen Entspricht das Tuch nicht den lässt sich diese Verschwenindividuellen Reinigungsaufgaben, dungsart leicht beheben. ist auch der Verbrauch der „Für unsere viertelgefalteten Wischtücher wesentlich höher. Wypall-Wischtücher für hohe ReiMüssen Flüssigkeiten aufgewischt nigungsanforderungen bieten wir oder starke Verunreinigungen entbeispielsweise den mobilen und fernt werden, empfehlen sich geschlossenen Wischtuchspender saugfähige Tücher mit textilartiger an. So sind die Tücher immer griffStruktur. „Unsere Wypall Forcemax bereit. Außerdem ist der Spender Wischtücher absorbieren 40 Prosparsam im Verbrauch und schützt zent mehr Öl und das fünf Mal den Inhalt vor Kontaminationen“, schneller als textile Putzlappen“, berichtet Nadine Woll. betont Nadine Woll, MarketingNeben der Bereitstellung ist auch managerin bei Kimberly-Clark Prodie Darreichungsform von Mafessional. terialien im Produktionsprozess Auch wenn Fertigungsspezialisten von zentraler Bedeutung. So kommt es beispielsweise beim Abihre Verbrauchsmaterialien sorgfältig auswählen, wird oft außer reißen eines Tuchs von einer unAcht gelassen, wie diese tatsächperforierten Rolle leichter zu lich eingesetzt werden. Das kann Fusselablagerungen. Dies kann vor zur Folge haben, dass Menge, Verallem in der Lebensmittelindustrie schwerwiegende Folgen haben. wendung oder Bereitstellungsmethode nicht zweckmäßig auf Vorgeschnittene Produkte beheden eigentlichen Bedarf ausben dieses Problem, sorgen gleichgerichtet sind. zeitig für einen kontrollierten Ver-

brauch und beugen Verschwendung vor, was letztendlich auch Entsorgungskosten minimiert. www.kcprofessional.de

Bild: KimberlyClark

Autonome Reinigung: Hako zeigt, wie es geht Das Interesse an der autonomen Reinigung nimmt zu; das war auch auf der Interclean in Amsterdam zu spüren, die im Mai stattfand. Hako zeigte dort mit Hi-One den aktuellen Entwicklungsstand der autonomen Reinigung. Konkret demonstrierte eine kompakte Scheuersaugmaschine live am Messestand einen praxisnahen Einsatzfall. Die Zuschauer erlebten, wie die Maschine mithilfe neu entwickelter Antriebstechnik, spezieller Sensorik und der im eigenen Hause entwickelten Navigationssoftware standardisierte Arbeiten selbstständig ausführen kann. Auch die Sicherheit spielte während der Vorführung eine große Rolle, denn die besondere Herausforderung der autonomen Reinigungstechnik liegt im Einsatz in komplexen, öffentlichen und sich wandelnden Umgebungen. Hi-One trat den Beweis

Bild: Hako

an, dass die Identifizierung und Umfahrung von Hindernissen sicher funktioniert. Neben Hi-One zeigte das Unternehmen aus der Scrubmaster-Reihe die Modelle B75 R, B120 R und den neuen B175 R. Die kompakten und wendigen Ride-on-Scheuersaugmaschinen decken mit einer Flächenleistung von 3.000 bis zu 7.560 Quadratmetern eine große Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten ab. www.hako.com


REINIGUNG

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Vernetzte Scheuersaugmaschine Neuer Nachläufer unterstützt auf Wunsch das Fleet Management System von Nilfisk Wurde das Objekt gemäß Arbeitsplan gereinigt? Welche Bereiche wurden in welcher Zeit bearbeitet? Welche Maschinen kamen dabei wo zum Einsatz? Gab es Störungen oder Besonderheiten im Arbeitsablauf? Antworten auf diese Fragen liefert das Fleet Management System Trackclean von Nilfisk. Auch die neue Nachläufer-Scheuersaugmaschine SC401 lässt sich an dieses System angliedern und erlaubt somit eine transparente Überwachung, Steuerung und Einsatzanalyse. Die neue SC401 von Nilfisk ist mit einer Länge von 118 Zentimetern, einer Breite von 45,8 Zentimetern und einer Höhe von 105,5 Zentimetern kompakt gebaut. Außerdem zeichnet sich die NachläuferScheuersaugmaschine laut Hersteller durch einen sehr niedrigen Geräuschpegel aus. Sie bietet hier unter anderem einen besonders leisen Silent-Betriebmodus an. Dadurch lässt sich die Maschine beispielsweise auch in geräuschsensiblen Bereichen wie bei der Tagesreinigung in Büros und Geschäften sowie in Krankenhäusern, Schulen oder Hotels einsetzen. Herzstück der Maschine ist ein Saugmotor mit bis zu 1.000 Watt. Damit erreicht sie eine Bürstendrehzahl von bis zu 170 Umdrehungen in der Minute bei einer Scheuerbreite von 43 Zentimetern. Die Trocknung wird unter

anderem durch die patentierte, gebogene Saugleiste unterstützt. So sind die gereinigten Bodenflächen in nur einem Arbeitsgang wieder vollständig begehbar. Ein integriertes ReinigungsmittelMischsystem trägt zu niedrigen Gesamtbetriebskosten und Nachhaltigkeit bei. Über drei individuelle Einstellungen passt der Anwender die Reinigungsmittelmenge an seine jeweilige Aufgabenstellung an. Eine Überdosierung ist damit laut Hersteller ausgeschlossen. Wenn gewünscht, kann aber auch nur mit klarem Wasser gearbeitet werden. Die 30 Liter fassenden Frisch- und Schmutzwassertanks müssen nach knapp zwei Stunden nachgefüllt bzw. entleert werden. Die Flächenleistung der neuen Nachläufer-Scheuersaugmaschi-

ne beträgt in Verbindung mit dem optionalen Radantrieb bis zu 2.150 Quadratmeter in der Stunde. Angeboten wird die Maschine wahlweise mit Batterieantrieb oder als Kabelausführung; welche Version besser geeignet ist, hängt von den Anforderungen hinsichtlich der Manövrierfähigkeit ab. Der Hersteller verweist aber in diesem Zusammenhang auf den geringen Energieverbrauch, der sich vor allem bei der Batterieausführung bemerkbar macht. So ermöglicht die Batterie trotz optionalem Radantrieb bis zu vier Stunden unterbrechungsfreies Scheuern und Saugen. In puncto Ergonomie und Bedienbarkeit setzt Nilfisk auf das patentierte Onetouch-System. Damit steuert der Benutzer alle Funktionen und Reinigungseinstellungen mit nur drei Tasten. Kom-

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Die Scheuersaugmaschine SC401 wird mit Batterieantrieb oder als Kabelausführung angeboten.

fortabel ist das Klicksystem zur werkzeuglosen Bürstenauf- und abnahme. Auch der Austausch, die Bedienung und Wartung des Kunststoff-Saugleistensystems ist laut Hersteller einfach. Wie bereits angesprochen, unterstützt die Maschine optional das Fleet Management System Trackclean von Nilfisk. Dank dieser zentralen Drehscheibe zur auto-

matischen Sammlung und gezielten Auswertung der Maschinendaten, wie zum Beispiel Betriebszustände, Positionsdaten sowie Service- oder Fehler-Codes sind Unternehmen in der Lage, ihre Reinigungsprozesse umfassend zu analysieren und im Sinne der kontinuierlichen Verbesserung zu optimieren. www.nilfisk.de

Ruwac erweitert Spänesauger-Baureihe Neue Variante punktet bei der spanenden Bearbeitung von Leichtmetallen Bei der spanenden Bearbeitung von Leichtmetallen muss beachtet werden, dass staubfeine und kleine Metallspäne von Aluminium, Magnesium und Titan sehr energiereich sind. In Verbindung mit dem Kühlschmierstoff können dadurch brennbare Gase entstehen. Diese wiederum sind explosionsfähig. Spänesauger, die in diesem Umfeld eingesetzt werden sollen, müssen in technischer Hinsicht diesen Gegebenheiten Rechnung tragen und einen Ex-Schutz aufweisen. Der neue Ex-Spänesauger mit der Bezeichnung SPS 250 - DA 30 von Ruwac kann in diesem anspruchsvollen Umfeld eingesetzt werden, denn die eingesaugten Späne treffen im Sauger zunächst auf ein Edelstahl-Prallblech. Dieses nimmt die Bewegungsenergie auf und sorgt dafür, dass bei einem Metall-Metall-Kontakt keine Funken gebildet werden. Generell ist natürlich sichergestellt, dass beim Betrieb des Saugers keine Funken entstehen, die eine Staubexplosion auslösen könnten. Außerdem ist laut Hersteller dafür gesorgt, dass auch die Oberflächentemperaturen des Gerätes definierte Werte nicht überschreiten. Ein Entgasungsventil verhindert die Ansammlung explosiver Gase im Sauger. Darüber hinaus entsprechen alle verwendeten Komponenten den einschlägigen Anforderungen für den Einsatz in staubexplosionsgefährdeten Bereichen der Zone 22, die in der ATEX-Richtlinie festgelegt sind. Wie bei allen Spänesaugern gelangt auch beim SPS 250 - DA 30 der Flüssiganteil des Sauggutes in einen Sammelbehälter. Dieser ist laut Hersteller großzügig dimensioniert und muss in der Folge nur selten geleert werden. Die Flüssigkeiten können so der Entsorgung zugeführt beziehungsweise aufbereitet

Bild: Ruwac

werden. Dasselbe gilt für die Metallspäne. Sie werden in einem

Spänekorb gesammelt und lassen sich als wertvolle Sekundärrohstoffe ohne „Downcycling“ rezyklieren. Die Entleerung des Flüssigkeitsbehälters erfolgt per Schwerkraft oder aber über eine Pumpe, die zeitgleich mit dem Saugbetrieb oder im Wechsel betrieben werden kann. Die Luftanteile werden im Sauger über einen Filter gereinigt, bevor sie in die Atmosphäre gelangen. www.ruwac.de

Die Flächenleistung beträgt in Verbindung mit dem optionalen Radantrieb bis zu 2.150 Quadratmeter in der Stunde. Bilder: Nilfisk

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REINIGUNG

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Beschichten nur, wenn Teile blitzsauber sind Dichtungshersteller Hecker Werke ersetzt vorhandene Lösemittelreinigungsanlage Eine Vielzahl von Verbundteilen unterschiedlichster Art, zumeist bestehend aus einem Kunststoff- oder Metallkern sowie einer Polyurethanschicht, verlassen täglich die Produktionshallen der Hecker Werke GmbH, eines Dichtungsherstellers. Meist werden sie für Sonderanforderungen in kleinen oder mittleren Serien gefertigt und verschickt. Die zu beschichtenden Werkstückrohlinge müssen dabei blitzsauber sein. Darum kümmert sich seit Kurzem die Reinigungsmaschine Mafac Java, die im Spritz-Flutverfahren die Werkstückrohlinge reinigt, bevor sie beschichtet werden. Sie löste eine Reinigungstechnik auf Lösungsmittelbasis ab - und das aus gutem Grund. Seit der Gründung im Jahr 1904 durch Arthur Hecker ist das inzwischen in vierter Generation geführte Familienunternehmen in der Dichtungsbranche tätig. Insgesamt 200 Mitarbeiter arbeiten beim Spezialisten für Dichtungsprodukte, wobei sechs Produktgruppen angeboten werden. Darin finden sich GSM-Dichtungen und -Formteile, Dichtungsplatten, Stopfbuchspackungen zur Abdichtung von Ventilen und Pumpen, Euraflon-Dichtungselemente für extreme Dichtungsaufgaben, Fertigteile

oder Kunststoff-/Metall-Verbundteile aus Polyurethan sowie die Gleitringdichtungen für die Abdichtung rotierender Wellen gegen Flüssigkeiten und Gase. Im Bereich Polyurethan-Produkte stellt Hecker neben Dichtungen auch Verbundteile aus Kunststoff oder Metall her. Für diese werden Rohlinge an das Werk geliefert und mit einem entsprechenden Polyurethanmantel versehen. Nach dem Beschichtungsprozess finden sie sich als Rollen, Räder oder Walzen in Industriezweigen wieder, in denen sie aus Platzgründen mit geringem Durch-

Für die Mafac Java sprach, dass sie bereits viele Maschinenkomponenten serienmäßig bereithält. Lediglich ihre Vollwärmeisolierung zugunsten eines ressourcenschonenden Betriebs, die Sonderabmessung der Behandlungskammer (1.000 L x 480 B x 338 H), der zweite Medientank sowie der Sondernormkorb mit Abdeckungseinheit zum Schutz der gemischten Schüttgutchargen wurden dazugeordert. Bilder: Mafac

messer schwere Lasten tragen und transportieren müssen, wie zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau oder in der Lebensmittel- und Papierindustrie. „Das sind alles Aufgaben, in denen die Teile einer hohen mechanischen Belastung ausgesetzt sind und besonders reißfest und abriebbeständig sein müssen. Möglich ist das nur dann, wenn der Beschichtungsmantel sicher auf dem Kern haftet“, erklärt Fertigungsleiter Ralph Fischer. Hält die Beschichtung ihren Anforderungen nicht stand, kommt es zu hohen Ausfallquoten oder Reklamationen. „Hochbelastbare Beschichtungen kommen nur auf tadellos sauberen Oberflächen zustande. Vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen muss das Ganze nicht nur hochwertig, sondern auch zeitsparend, wirtschaftlich und schonend erfolgen“, ergänzt er. Bislang wurde bei Hecker hier auf Basis von Lösungsmitteln gereinigt. Allerdings war dieses System nicht nur in die Jahre gekommen, sondern es ist auch an seine Grenzen gestoßen. Deshalb entschied man sich nicht nur für eine neue Maschine, sondern auch für die Umstellung auf ein wasserbasiertes Reinigungssystem.

Reinigung verläuft in zwei Phasen So konnte man eine Gefahrgutquelle hinsichtlich Lagerhaltung und Entsorgung schließen. Abteilungsleiter Daniel Meyer betont, dass für ihn ein wässriges System mit Blick auf die Arbeitssicherheit einen deutlichen Pluspunkt darstelle. Zum Einsatz kommt mittlerweile die Mafac Java in Zweitankausführung. Sie arbeitet mit der Reinigungstechnologie der gegen- oder gleichläufigen Rotation von Korbaufnahme- und Spritzsystem. Dies bewirkt anhand der Kombination gezielter Turbulenzen mit Temperatur, Reinigungszusätzen und Zeit eine sichere und effektive Abreinigung der Bauteiloberflächen. Ein entscheidendes Kriterium war, dass bei empfindlichen Bauteilen die Bewegung des Korbaufnahmesystems von Rotieren auf Wippen oder gar Stehen eingestellt werden kann. „Mit dieser Variante können wir unsere Teile schonend bearbeiten und gewährleisten ebenmäßige Oberflächen und Kanten, was für die Beschichtung ebenfalls wichtig ist“, ergänzt Meyer. Hintergrund: Die Profile, die vor

Dank ihres selbsterklärenden Programms lässt sich die Maschine einfach bedienen. Ein Reinigungsvorgang dauert je nach Programm 11, 15 oder 18 Minuten.

der Beschichtung zum Reinigen kommen, bestehen aus Aluminium, Messing, Stahl oder Kunststoff. Sie haben sehr unterschiedliche Formen und sind zwischen zwei Zentimetern und einem Meter groß.

Die kleinen Teile werden meist als Schüttgut und gemischte Chargen in den Korb gesetzt.

Vor der Reinigung durchlaufen sie einen Sandstrahlprozess, in dem ihre Oberflächen zugunsten der Haftbarkeit angeraut werden. Nach diesem Schritt weisen die Teile Rückstände wie Öl, Partikel, Handschweiß und sonstige Ablagerungen auf. „Alles Dinge, die den Beschichtungsprozess erschweren“, verdeutlicht Fischer die Herausforderung. Deshalb erfolgt der Reinigungsprozess auch in zwei Phasen: Phase eins, die eigentliche Reinigung mit Medientank eins und Reinigungszusatz. Im Anschluss daran folgt Phase zwei, der Spülvorgang mit Medientank zwei

und klarem Wasser. In Phase eins wechseln sich die Vorgänge Spritzen, Spritzfluten und Spritzen ab. Dabei werden alle Schmutzpartikel angelöst und über das Fluten entfernt. Nach einem Impulsblasvorgang und Überhebeprozess, der eine Medienverschleppung in Tank zwei verhindert, ist die erste Reinigungsphase abgeschlossen. Danach startet Phase zwei mit erneutem Spritzen. Dieser zusätzliche Spülvorgang ist für die Beschichtung sehr wichtig, da er die Reinigerrückstände vollständig entfernt und die Haftbarkeit sicherstellt. Zu diesem Zweck endet Phase zwei auch mit einem Trocknungsvorgang, bei dem die Teile zunächst impulsartig mit hochreiner Druckluft abgeblasen und dann mit feinstgefilteter Heißluft beaufschlagt und vollständig getrocknet werden. Nach einem guten Jahr Einsatz sind Meyer und Fischer auch von der Vielseitigkeit der eingesetzten Reinigungsmaschine überzeugt. Ein weiterer positiver Aspekt sei die leichte Bedienbarkeit: „Viele unterschiedliche Mitarbeiter greifen ohne Probleme auf das System zu. Wir haben nur drei Programme mit unterschiedlichen Laufzeiten angelegt und sind dennoch sehr flexibel. Selbst Misch-Chargen können wir bearbeiten“, so Daniel Meyer abschließend. www.mafac.de

Zum Schutz der empfindlichen Bauteile kann in den Eurokorb eine Abdeckung gesetzt werden.


Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Wolff Publishing

Energie-Effizienz

ISSN

1864-4554

info@b-und-i.de www.b-und-i.de

Juni 2018

Intelligentes Energiemanagement bei Infineon: Das Unternehmen setzt am Standort Dresden auf ein KPI-Kennzahlen-Monitoring, um die Energieeffizienz der Anlagen zu optimieren. Seite 26.

Der Flughafen München setzt mit den Energycams von Q-loud auf eine Verbrauchserfassung der analogen Zähler, um seine Energieeffizienz weiter zu steigern. Bild: Flughafen München

Verbräuche verlässlich verfolgen Der Flughafen München stattet in einem Testprojekt herkömmliche Strom- und Gaszähler mit den Energycams von Q-loud aus. Diese digitalisieren analoge Energiezähler, indem sie die Zählerstände per Kamera und Texterkennung (OCR) auslesen und in kurzen Zeitintervallen an eine IoT-Plattform übertragen. Diese detaillierten Daten sind Grundlage für eine Optimierung. Der Flughafen München wurde 1992 in Betrieb genommen. Er ersetzte den alten Flughafen in München-Riem, der aufgrund seiner Lage nicht mehr räumlich erweitert werden konnte. Am Flughafen München, der mittlerweile auch schon 26 Jahre alt ist, kommen in vielen Bereichen immer noch herkömmliche Strom- und Gaszähler zum Einsatz. Diese veraltete Infrastruktur macht ein optimiertes Energiemanagement schwierig. Ein Austausch aller Zähler ist aber aufwendig und entsprechend teuer. Deshalb setzen die Verantwortlichen auf einen Retrofit-Ansatz, der in einem Gemeinschaftsprojekt von Telefónica in Deutschland, Huawei und Q-loud entwickelt wurde. Damit werden bestehende, mechanische Energiezähler ausgelesen und die Daten analysiert.

Als Hardware kommen hierfür die EnergyCams von Q-loud, einer Tochtergesellschaft der QSC AG zum Einsatz. Die Energy-Cams erschließen die Informationen der analogen Energiezähler für die digitale Welt, indem sie die Zählerstände per Kamera und Texterkennung (OCR) auslesen. Die so gewonnenen Daten werden dann in kurzen Zeitintervallen an die IoT-Plattform Ocean-Connect von Huawei übertragen. Für die Datenübertragung selber kommt der neue Übertragungsstandard NarrowBand (NB)-IoT zum Einsatz. „Die Technologie ermöglicht die Datenübertragung im Niedrigfrequenzbereich“, verdeutlicht Frank Thelen, Geschäftsführer Q-loud. Er ergänzt: „Die größten Vorteile dabei: Die übertragenden Geräte verbrauchen wenig Energie und können die Daten auch von schwer zugänglichen Orten aus über-

mitteln, wie es bei Mess- und Industrieanlagen oftmals der Fall ist.“ Zudem baue die Technologie auf dem bestehenden LTEStandard auf, sodass keine zusätzliche Infrastruktur errichtet werden müsse. Q-loud hat dazu ihre Energy-Cams um die NB-IoT-Funktionalität erweitert und die Ocean-Connect-Plattform von Huawei für die Aufnahme der Daten entsprechend konfiguriert. Extra für das Pilotprojekt hat Telefónica Deutschland in seinem LTE-Netz am Flughafen München den NB-IoT-Standard implementiert. Die Vernetzung von IoT-Geräten am Flughafen stellt eine besondere Herausforderung dar: Schließlich müssen die Geräte unter anderem über eine weit verteilte Fläche hinweg und in unterschiedlichen Gebäudestrukturen funktionieren. Weiter auf Seite 26

Die erste vollelektrische Personenfähre Asiens nutzt nicht nur Solarenergie, sondern auch Technik von Baumüller. Alle Details im unten stehenden Beitrag. Bild: Baumüller

Vollelektrische Personenfähre In der zweitgrößten Stadt Taiwans, Kaohsiung, ist seit Kurzem die Qi-Fu No. 1 im Einsatz, die erste komplett elektrisch angetriebene Fähre Asiens. Die hohen Abgaswerte und der Geräuschpegel der Dieselfähren waren der Grund, warum die Verantwortlichen der Hafenstadt sich für diese Lösung entschieden haben. Die 25 Meter lange, 6,50 Meter breite und 108 Tonnen schwere Fähre bietet Platz für 150 Passagiere und 46 Zweiräder. Sie fährt zwischen Kaohsiung im Südwesten von Taiwan und der Halbinsel Cijin Island. Das Antriebssystem der Fähre erreicht einen beeindruckenden Wirkungsgrad von über 95 Prozent. Möglich wird dies durch ein dezentrales Konzept aus Elektromotor und integriertem Frequenzumrichter, einer gemeinschaftlichen Entwicklung von Baumüller mit Sensor-Technik Wiedemann. Das Antriebskonzept mit Motor, Umrichter und Getriebe bringt gerade einmal 300 Kilogramm auf die Waage und ist entsprechend klein. Dabei bietet der Motor eine hohe Leistungsdichte und verfügt über die Möglichkeit zur Energierückgewinnung beim Abbremsen. Die beiden Schiffspropeller der Fähre werden von je zwei dieser Systeme im Doppelgetriebe mit je 150 KW angetrieben. Der Elektroantrieb mit 80 Batterien ermöglicht eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von sechs Knoten und vier Stunden Betriebszeit. Die Ladezeit beträgt drei Stunden. Tagsüber speisen Solarzellen auf dem Dach der Fähre zusätzlich Energie ein. Zwar ist das Schiff für den rein elektrischen Betrieb konstruiert, dennoch verfügt es über zwei Diesel-Notaggregate. www.baumueller.de


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ENERGIE-EFFIZIENZ

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Intelligentes Energiemanagement bei Infineon

Bild: Robotron DatenbankSoftware, Infineon

Unternehmen setzt am Standort Dresden auf KPI-Kennzahlenmonitoring Bei der Produktherstellung achtet Infineon nach eigenen Angaben darauf, ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu agieren; auch am Standort Dresden. Deswegen wurde hier mit Unterstützung der ebenfalls in Dresden ansässigen Robotron Datenbank-Software GmbH ein KPI-Kennzahlenmonitoring für die Energieeffizienz der Anlagen (EEE, Equipment Energy Effectiveness) aufgebaut. Mit rund 2.200 Mitarbeitern ist Infineon Dresden einer der größten und modernsten Standorte für Fertigung und Technologieentwicklung des Konzerns. Das Unternehmen produziert über 400 verschiedene Produkte auf 200- und 300-Millimeter-Siliziumscheiben (Wafern). Halbleiter aus Dresden kommen in Anwendungen der Kunden aller vier Geschäftsbereiche des Konzerns zum Einsatz: Automotive, Industrial Power Control, Power Management & Multimarket sowie Chip Card & Security.

Energy Effectiveness App Doch nicht nur die Entwicklung energieeffizienter Produkte ist ein zentrales Element von Infineons Vorhaben, Energie zu sparen. Um auch ein effizientes Ressourcenmanagement sicherzustellen, hat Infineon ein globales Managementsystem eingerichtet: IMPRES (Infineon Integrated Management Program for Environment, Energy, Safety, and Health) integriert Zielsetzungen und Prozesse der ökologischen Nachhaltigkeit einschließlich Energiemanagement sowie des Arbeitsschutzes. Das Unternehmen Robotron Datenbank-Software, das im August 1990 mit acht weiteren Gesellschaftern und 26 Mitarbeitern aus der Abteilung Daten-

bank-Entwicklung und -Applikation des DDR-Elektronikkombinats Robotron ausgegründet wurde, ist heute Spezialist für die effiziente Verwaltung und Auswertung sehr großer Datenmengen. Im Jahr 1999 entwickelte das Unternehmen ein Energiedatenmanagementsystem für den Energieversorger ESAG (heute ENSO) und die Dresdner Stadtwerke. Zudem bietet es mithilfe der Datenplattformen Microsoft Azure und Splunk Auswertungsmöglichkeiten speziell für die Optimierung von technischen Anlagen.

wendungsfälle basierend auf den Verbrauchsdaten der technischen Anlagen, welche den Return of Invest des Ausbaus der Sensorik erheblich verbessern können. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie bei Infineon installierte Robotron am Standort Dresden ein Kennzahlenmonitoring für die Energieeffizienz der Anlagen (EEE: Equipment Energy Effectiveness). „Das Ziel dabei ist die ganzheitliche Bewertung des Energieverbrauchs und möglicher Effizienzpotenziale an Produktionsanlagen für ein intelligentes Energiemanagement ohne negative Prozessbeeinflussung“, verdeutlicht Ulf Heinemann, Geschäftsführer der Echtzeit-DatenbereitRobotron Datenbank-Software stellung GmbH. Wesentliche Herausforderungen waren die umfassende Anbindung Mit der Equipment Energy diverser Datenquellen sowie die Effectiveness App lassen sich ProKorrelation und Interpretation der zessschritte und -zustände geDaten gemäß „Prozessablauf im meinsam mit SPS-Daten und MilliEquipment“. Für eine umfassende sekundenverbräuchen auf Defizite hin analysieren und optimieren. Prozessvisualisierung und Bildung Anhand der gleichen Messungen von KPIs (Key Performance bieten die Algorithmen der Indicator) war sowohl eine nahe Robotron-Apps die Möglichkeit, Echtzeit-Datenbereitstellung als Normalzustände mittels Hüllauch die Integration historischer kurvenverfahren zu erkennen und Daten unabdingbar. Abweichungen zu detektieren. Hier wurden die vorhandenen Mit einfacher Interpolation und Daten nach verschiedenen Voreiner entsprechenden Qualifigaben korreliert, um folgende Verzierung der Abweichungen lassen gleichsmöglichkeiten umzusetsich Instandhaltungsfälle erzen: kennen. Damit schafft Robotron zwischen gleichartigen neben energetischen EinsparEquipments, potenzialen mehrere neue Aneines Equipments zu unterschiedlichen Betrachtungszeiträumen und zwischen gleichartigen Produktionsabläufen. „Innerhalb eines stufenweisen Aufbaus wurde ein Show-Case anhand von zwei Equipments definiert und aufgesetzt. Dazu wurde eine 200-MillimeterSputteranlage mit zwei TantalKammern und einer KupferKammer für die Waferfertigung mit einem jährlichen Energiever-

Das EEE-KPI-Monitoring-System wurde auf Basis von Splunk Enterprise (Maschinendatenüberwachung und -analyse) sowie der Integration von Algorithmen umgesetzt und besteht aus mehrstufigen Analyse-Dashboards und Verbräuche Kontrollfunktionen. Parallel dazu transparent gemacht soll ein Assessment-Team aufgebaut und in die Systembedienung eingeführt werden. „Die EEE-App an sich hat bislang Für die Analyse wurden Energieeinen echten Zugewinn in Richtung Verbrauchstransparenz verbrauchswerte als Summenwerte der Anlage mittels des anhand der Energie- und MedienNetzanalysators Janitza UMG604 KPIs gebracht. Anlagen und Progemessen, Prozessdaten aus APCzesskammern können mittels Files (Equipment-Prozess-MoniKennzahlen eindeutig verglichen toring) sowie RTC-Buchungen werden und Mehrverbrauch wird (Real-Time Clock) aus dem Datadaraus ersichtlich. Des Weiteren Warehouse genutzt. wird damit das Bewusstsein beim Die von Robotron eingeführte Equipment-Betreiber zum nachLösung bietet eine Grundlage für haltigen Umgang mit Energie und die „Flussfaktorsteuerung für die Ressourcen geschärft“, bilanziert Linienbalance“ sowie für eine „beGunter Welde, Supervisor triebskostenoptimierte Steuerung“ Equipment Engineering Infineon (Realtime Scheduling/DispatTechnologies Dresden GmbH. ching von Tools) und Arbeit auf Tino Böhler Feldebene. Fachjournalist „Dabei dient die passive Verwww.robotron.de brauchsermittlung anhand von www.infineon.com/cms/dresden

Fortsetzung von Seite 25 Außerdem müssen sie den hohen Sicherheitsanforderungen gerecht werden und es dürfen natürlich auch keine bereits eingesetzten Frequenzbänder gestört werden. „Der erstmalige Live-Einsatz von Narrow-Band-IoT-Geräten in Deutschland zeigt, dass sich die Technologie bereits jetzt bewährt und bereit für den Einsatz in breiter Fläche ist. NB-IoT wird Geräte vernetzen, die bisher nicht technisch oder wirtschaftlich sinnvoll vernetzbar waren. Die Anzahl von IoT-Use-Cases wird dadurch signifikant zunehmen“, ist Thelen überzeugt. Für die Flughafenbetreiber bietet diese Technik den Vorteil, dass

zwar ohne den Austausch der kompletten Zähler-Infrastruktur. Die Energy-Cams lassen sich grundsätzlich überall dort einsetzen, wo Unternehmen und Organisationen Zählerstände automatisiert und in häufigeren Intervallen, als das beim jährlichen manuellen Ablesung möglich ist, erfassen möchten. Anhand der gewonnenen Daten sind die Firmen beispielswiese gezielt in der Lage, zu hohe Energieverbräuche aufzudecken. Zudem unterstützt eine genauere Energiedaten-Erhebung Unternehmen bei der Einführung eines Energiemanagementsystems gemäß ISO DIN ISO 50004 beziehungsweise 50015. www.q-loud.de

brauch Strom von 955 MWh ausgewählt“, so Heinemann. Dabei wurden neben Strom auch weitere Medienverbräuche (Gase) in die Betrachtung integriert. Zudem sollten Möglichkeiten zur Erhöhung der Systemauslastung und Verringerung des Energieverbrauchs in nicht produktiven Zeiten analysiert werden.

Verringerung des Energieverbrauchs

Die Energy-Cams können die Daten in verschiedenen Funkstandards übermitteln; dazu zählen WLAN, LoRa-WAN (Long Range Wide Area Network) und jetzt auch Narrow-BandIoT. Bild: Q-loud

durch die detaillierten Daten Energieverbräuche und -ströme transparent werden und auf dieser Datengrundlage dann eine Optimierung möglich wird - und

Datenkorrelationen nicht nur als Basis für Kontrollfunktionen, sondern auch für EquipmentAssessments und das Maßnahmenmanagement zur Steigerung der Energieeffizienz“, fasst Ulf Heinemann das EEE-Projekt zusammen. Zudem stellt die Lösung eine erweiterte Datengrundlage für Entscheidungen zur Kostenreduktion der Medienverbräuche sowie die Datenbasis für lang- und kurzfristige Fab-Simulationen und das Anlagen-Scheduling bereit. Neben der Visualisierung und Alarmierung ist zur Detailanalyse des Equipment-Ingenieurs auch die Vertiefung bis auf Event- und LogEbene möglich.


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Riemenantriebe optimal auslegen Webbasierte Anwendung für die Berechnung von Zwei- und Mehr-Scheiben-Antrieben Die Softwarelösung Conti Professional, die direkt im Browser genutzt werden kann, erleichtert laut Entwickler die Auslegung von Riemenantrieben. Sie berechnet Antriebe mit endlichen oder endlosen Riemen. Die Scheibenzahl ist von zwei bis 20 wählbar. Um zu verstehen, wie die Software funktioniert, wird nachfolgend beispielhaft die Auslegung des Antriebs einer Ölpumpe berechnet. Nach der obligatorischen Registrierung und dem Login gelangt der Nutzer zu einem Dashboard. Mit einem Klick auf „Projekt anlegen“ öffnet sich ein Dialogfenster. Hier kann der Nutzer Projektund Firmennamen sowie Bemerkungen zum auszulegenden Antrieb hinterlegen. Außerdem kann er die Projektvariante definieren, zum Beispiel, wenn der Antrieb in verschiedenen Leistungsklassen ausgelegt werden soll. Sind diese Daten gespeichert, öffnet sich ein Projekteditor im Browser. Hier muss der Nutzer zunächst unter „Systemauswahl“ festlegen, ob bei seinem Antrieb endliche oder endlose Riemen zum Einsatz kommen sollen. Unter „Riemenauswahl“ lassen sich verschiedene Parameter definieren, wodurch die Auswahl sukzessive eingeschränkt wird.

Berechnen und Visualisieren Wählt der Nutzer etwa die Riemenart „Zahnriemen“ und die für den Ölpumpenantrieb benötigte Eigenschaft „doppelseitig profiliert“, kann er aus drei Riementypen wählen. Da die Ölpumpe besonders leistungsfähig sein soll, entscheidet sich der Nutzer in diesem Beispiel für den Synchrotwin CXP, den stärksten Doppelgummizahnriemen im Lieferprogramm von Continental. Die Software ergänzt anschließend noch das Zahnprofil DHTD sowie die Teilung D8M. Nach der Riemenauswahl kann der Nutzer die Geometriedaten des Ölpumpenantriebes eingeben, von der Anzahl der Scheiben über die Position des Riemenspanners bis hin zu den Daten der einzelnen Scheiben. So soll der auszulegende Antrieb in diesem Beispiel über drei Scheiben verfügen: Die erste fungiert als Antriebswelle, die beiden anderen als Abtriebswellen. Im nächsten Schritt gibt der Nutzer die x- und y-Koordinaten der Scheiben, die Scheibentypen (je nach Riemenart verzahnt, verkeilt oder flach), die Drehrichtung (im bzw. gegen den Uhrzeigersinn), die Anzahl der Zähne sowie die Drehzahl der Antriebswelle an. Aus diesen Geometriedaten errechnet die Software nach der Dateneingabe im genannten Beispiel, dass der benötigte Riemen eine Länge von 1.014,63 Millimetern aufweisen muss. Gleichzeitig gibt die Software eine Fehlermeldung aus: Da der Synchrotwin CXP eine Zahnteilung von 8 Millimetern aufweist, muss der Riemen über eine Länge verfügen, die durch 8 teilbar ist. Um die Auslegung des Ölpumpen-

Berechnungen werden benutzerspezifisch gespeichert, sodass beispielsweise auch unterschiedliche Varianten schnell berechnet und

antriebs dennoch erfolgreich abzuschließen, kann der Nutzer der Antriebswelle, die in diesem Fall auch als Spannrolle fungiert, einen Spannweg einräumen. Erlaubt man ihr auf der x- wie auf der yAchse eine Toleranz von jeweils 30 Millimetern in positiver wie negativer Richtung und lässt die Anwendung den Spannrollenalgorithmus kalkulieren, ergibt sich eine Riemenlänge von 960 Millimetern; eine Standardabmessung im Lieferprogramm. „Das wäre in diesem Fall eine ideale Lösung, denn der Einsatz von Riemen aus dem Standardprogramm spart Kosten bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit“, betont Marcel Vogel, der als An-

wendungstechniker maßgeblich an der Entwicklung der Software beteiligt war. Neben der Berechnung beherrscht die Software auch die Visualisierung des Antriebs: Bei Bedarf können sogar die Scheibenpositionen per Drag & Drop in der Visualisierung geändert werden; die Geometriedaten werden dann automatisch angepasst. Im nächsten Schritt werden die Leistungsdaten für den Ölpumpenantrieb angegeben. Bekannt ist, dass beide Antriebswellen mit einem Drehmoment von 35 Nm belastet werden. Alle weiteren Daten zu anliegenden Leistungen, Drehmomenten und Umfangskräften errechnet und ergänzt die Webanwendung. In diesem Fall errechnet das Programm für die Antriebswelle eine Leistung von 22 kW, ein Drehmoment von 140 Nm und eine Umfangskraft von 1832 N. Die errechneten Werte für die erste und für die zweite Abtriebswelle lauten in diesem Fall 11 kW, 35 Nm und 916 N. Wichtig hierbei: Das Drehmoment der Abtriebswelle ist der einzige vom Nutzer angegebene Wert; alle weiteren Leistungsdaten wurden vom Programm selbstständig errechnet und ergänzt. Abschließend muss der Nutzer Angaben zum Betriebsfaktor sowie zu den Betriebsbedingungen machen. Bei einem Ölpumpenantrieb wie im angegebenen Beispiel ist

Werden beispielsweise die Scheibendaten per Drag & Drop geändert, werden die Geometriedaten von der Webanwendung automatisch angepasst. Bilder: Continental

mit einer mittleren Belastung zu rechnen, auswählbare Betriebsbedingungen darüber hinaus sind konstante Belastung, häufige Lastwechsel und hohe Stoßbelastung.

Leistungsdaten ermitteln Das bei 140 Nm liegende Drehmoment der Antriebswelle ist gleichzeitig Betriebspunkt des Antriebs. Dieses Drehmoment muss der Riemen dauerhaft aushalten können. Mit 1,6 entscheidet sich der Beispielanwender für einen relativ hohen Betriebsfaktor, was sich positiv auf die Betriebs- bzw. auf die Ausfallsicherheit des Riemens auswirkt. Nun zeigt die Anwendung ein Zwischenergebnis an, das Aufschluss über Riemenbreite, Gesamtbetriebsfaktor, Umfangsbzw. Trum- und Vorspannkräfte sowie über den Gesamtleistungswert des Systems gibt.

Im Ergebnisprotokoll der Anwendung sind alle Riemen-, Geometrie-, Leistungs- und Trumdaten ersichtlich. Ein Export dieser Daten ist möglich.

Doch damit nicht genug: Mit dem Energiekostenkalkulator könnte man nun das neu ausgelegte System mit einem zuvor benutzten vergleichen und sich Energieverbrauch und -kosten sowie die jährliche Ersparnis anzeigen lassen. Im Ergebnisprotokoll erhält der Nutzer außerdem eine detaillierte Übersicht über die Auslegung des Ölpumpenantriebes, in der die Daten aus den vorangegangenen Schritten zusammengefasst werden. „Conti Professional kann das Ergebnisprotokoll auch als PDF-Datei exportieren sowie ein Datenblatt des verwendeten Riemens erstellen“, ergänzt Vogel und betont: „Diese Dokumente können heruntergeladen werden, um sie z.B. an einen Kunden zu senden. Die Projektdaten hingegen sind in der Software gespeichert, der Nutzer kann jederzeit auf sie zugreifen und sogar mit anderen registrierten Nutzern teilen.“ www.contitech.de

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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

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Mehrfachschutz per Einhausung Staubdichtes Einhausungssystem für den schnellen Auf- und Abbau Die Zeit für einen notwendigen Gerüstauf- und -abbau ist bei vielen Baustellen und Instandhaltungsarbeiten ein wichtiger Faktor. In vielen Fällen reicht jedoch ein umfassender Absturzschutz für die Arbeiter alleine nicht aus. Nicht nur bei Gewerken innerhalb von Städten oder mit Kundenverkehr wird oftmals von der Einhausung auch ein Passanten-, Umwelt- und Lärmschutz verlangt, wie die Sanierung eines Parkhauses zeigt. Wie vielseitig ein Gerüstsystem unter Umständen sein muss, zeigt ein Beispiel aus der Praxis, beim dem ein mehrstöckiges Parkhaus eines Industrieunternehmens saniert wurde. Bei den Sanierungsarbeiten kam das Höchstdruckwasserstrahlverfahren zum Einsatz - ein extrem lautes Verfahren. Auch für die Handwerker, die andere, weniger lärmende Arbeiten bei der Sanierung verrichteten, war dies ohne einen professionellen Gehörschutz nicht zu ertragen. Gleichzeitig galt es, die Mitarbeiter sowie die zahlreichen Besucher des gegenüber der Baustelle liegenden Kundencenters vor dem Baustellenlärm sowie vor Staub und Dreck zu schützen. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, gaben die Verantwortlichen bei der QuadreX Gerüstbau GmbH neben einem Arbeitsgerüst an der Fassade deshalb auch eine Einhausung des gesamten Gebäudes in Auftrag. „Unser Auftraggeber hat schon in der Ausschreibung ganz explizit das Layher Protect-System angefragt, weil er damit gute Erfahrungen gemacht hat und ihn darüber hinaus auch die Optik der Fassade überzeugt“, erläutert Armin Eipper, Projektleiter der QuadreX Gerüstbau GmbH. Das Protect-System besteht nach Angaben des Gerüst- und Schutzsystemherstellers Layher aus leicht zu montierenden Kassettenelementen mit umlaufender Gummidichtung. Mit der Systemlösung sind laut Anbieter auf der Baustelle keine Anpassungsarbeiten wie Schneiden, Sägen oder Bohren notwendig. Zudem stehen für das Einhausungssystem anforderungsspezifische Lösungen, beispielsweise Zugangselemente wie abschließbare Türen, Lichtkassetten zum Arbeiten bei Tageslichtbedingungen oder auch Eckelemente zur Verfügung. Passende Ausbauteile ermöglichen bei der Einhausung nach Hersteller-

angaben zudem eine einfache Umsetzung von Vorgaben. Das staubdichte EinhausungsSystem, das darüber hinaus Umwelt- wie auch Lärm- sowie Wetterund Passantenschutz bietet, leistet aufgrund der diversen Schutzfunktionen laut Anbieter unter anderem bei Abbrucharbeiten mit großer Staubentwicklung, bei Korrosionsschutzmaßnahmen mit einem hohen Anteil an Strahlgut oder bei Asbestsanierungen hilfreiche Dienste. Aufgrund der Lärmdämmeigenschaften - Emissionen werden um bis zu 26 dB gemindert - lässt es sich zudem für temporäre Lärmschutzwände einsetzen. Da Zeit ein wesentlicher Faktor bei dieser Baustelle war, fiel beim Arbeits- und Stützgerüst die Wahl auf das Blitz-Gerüst des genannten Herstellers. Das Grundsystem besteht laut Layher aus wenigen und handlichen Grundbauteilen, die sich durch die schraubenlose Stecktechnik, die benutzerfreundliche Handhabung und die logische Aufbaufolge schnell und damit lohnsparend zu Arbeits- und Schutzgerüsten montieren lassen. Die in der Praxis gängigen Gerüstvarianten wurden mittels Typenprüfung statisch nachgewiesen jeweils bis zur maximal möglichen Aufbauhöhe. Diese geht bis zu 100 Metern. Für den Aufsteller des Gerüstes entfalle so ein zeitaufwendiger Nachweis im Einzelfall. Auch für das Blitz-Gerüst gibt es eine Vielzahl passender Ausbauteile, um die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen und Anforderungen des einzurüstenden Gewerks realisieren zu können und zum Beispiel eine Anpassung des Gerüsts an die vorhandenen Gebäudegeometrien zu ermöglichen. So reduzierten zum Beispiel Innenkonsolen bei dem sanierten Parkhaus, wo es für ein sicheres Arbeiten erforderlich war, den Abstand zwischen Wand und Gerüst. Zudem ermöglichten Gitterträger

problemlos die Überbrückung der Einfahrten. Insgesamt ließ sich die große Gerüstkonstruktion in nur sieben Tagen erstellen. Das Blitz-Gerüst war in diesem Fall auch die Basis für die Protect-Platten, die maßlich in das System passen. In weiteren sechs Tagen montierte das sechsköpfige Team anschließend auch die Protect-Kassettenelemente. Diese wurden einfach mit Baufortschritt in das kombinierte Arbeits- und Stützgerüst eingehängt. Voraussetzung war eine sorgfältige Vorplanung. „Wir haben gemeinsam mit den technischen Beratern von Layher ein wenig überlegt und dann eine sehr einfache und pragmatische Lösung gefunden, wie wir eine Konstruktion montieren können, die allen Anforderungen entspricht“, betont Eipper. Er erklärt zudem: „Das Protect-System schließt, wenn es richtig aufgebaut ist,

Bei der Sanierung eines Parkhauses auf einem Betriebsgelände schützte eine Baustelleneinhausung die Mitarbeiter und die zahlreichen Besucher des gegenüberliegenden Kundencenters vor Lärm, Staub und Dreck. Der Betrieb im Kundencenter konnte ohne Beeinträchtigung durch die Baustelle fortgeführt werden. Bild: Layher

staubdicht und ohne jeden Spalt.“ Die verschiedenen Standardlängen und Standard-Eckelemente ermöglichten eine Anpassung ans Gebäude und damit einen wirksamen Baustellenschutz. Eingesetzte Lichtkassetten sorgten für Tageslichtbedingungen hinter der Einhausung. Das Ziel der Lösung, eine Beeinträchtigung durch die Baustelle beim Kundenverkehr und in der Beratung zu verhindern, wurde nach Angaben des Auftraggebers erreicht. Der Betrieb im gegenüberliegenden Kundencenter

Wenn der Parkplatz zweimal klingelt Prototyp zeigt, wie sich Parkanlagen vorausschauend warten lassen Die Klaus Multiparking GmbH in Aitrach ist ein Anbieter von halb- und vollautomatischen Parksystemen für zum Teil mehr als 100 Fahrzeuge. „Abhängig vom Produkt und unseren Erfahrungswerten geben wir den Kunden bislang die Wartungsintervalle vor“, erklärt Geschäftsführer Michael Groneberg. „In Zukunft sollen die Nutzungsdauer und -intensität der Parkanlagen permanent überwacht und auf dieser Basis dem Kunden eine vorausschauende Wartung vorgeschlagen werden.“ Um eine vorausschauende Wartung für den Parksystemspezialisten zu ermöglichen, wurde in einem ersten Schritt in einer Kooperation mit dem Steuerungshersteller, dem Anbieter der Kommunikationssoftware und mit Experten von Proalpha ein Prototyp zusammen mit der IT-Abteilung der Klaus Multiparking GmbH realisiert. Gemeinsam haben alle Beteiligten innerhalb weniger Monate erreicht, dass die Parkanlage mit dem ERPSystem „sprechen“ kann. Basis ist die Integration Workbench (INWB) von Proalpha, denn mit dieser Integrationsplattform lassen sich

ganz unterschiedliche Systeme miteinander vernetzen und Prozessketten schließen. Im ersten Schritt wertet das System mithilfe einer SPS die Zustandsmeldungen der Parkanlage aus. Das können beispielsweise Sicherheitsabschaltungen bei gefährlichen Zuständen, das Auslösen des Motorschutzschalters oder das Unterbrechen der Lichtschranke sein. „Die Daten werden via Internet an das Servicemodul von Proalpha übermittelt und dort kontinuierlich verarbeitet“, erläutert Nobert Blessing, IT-Leiter bei Klaus Multiparking. Bei einer

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konnte ohne Beeinträchtigung durch die Baustelle fortgeführt werden. Beim Abbau der Einhausung werden die Protect-Kassetten Stück für Stück von oben herunter wieder entfernt. So folgt auch der Baustellenschutz entsprechend dem Baustellenfortschritt und die bereits freigegebenen Stockwerke können wieder geöffnet werden. Die Protect-Kassetten können dann wieder auf der nächsten Baustelle eingesetzt werden. www.layher.com

kritischen Meldung, die den Einsatz eines Servicetechnikers erforderlich macht, wird im ERPSystem automatisch ein Serviceauftrag angelegt und im Kalender des Wartungsdienstes eingeplant. Zeitgleich finden die Disposition der erforderlichen Ersatzteile und das Erstellen eines Werkzeug-Bestückungsvorschlages für das Einsatzfahrzeug statt. Einer der über 100 Kundendienstmitarbeiter in Deutschland, der in der Nähe verfügbar ist, erhält dann den Auftrag über die ProalphaPartnerlösung L-mobile auf sein mobiles Endgerät. Diese mobile Servicemanagement-Software ist über eine Standardschnittstelle mit dem ERP-System verbunden und tauscht ständig Daten aus. Doch dieser medienbruchfreie Serviceprozess ist erst der Anfang: In Kombination mit weiteren gespeicherten Informationen aus dem ERP-System - beispielsweise historischen Daten über bisherige Ausfälle, lastabhängigen Zuverlässigkeitsanalysen und detaillierten Verschleißmodellen - sollen zukünftig exakte Rückschlüsse über die Funktionsbereitschaft und den voraussichtlichen Ausfall von bestimmten Bauteilen der Anlage abgeleitet werden. www.proalpha.de www.multiparking.com


M AT E R I A L F L U S S

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Wartung ist hier Schwerstarbeit …

Vibrationen sind der GAU

… denn es geht heiß her in einer der führenden Gießereien Deutschlands

Spezielle Lagerungselemente schützen Elektronik

Eine in Deutschland ansässige Kundengießerei hat sich auf die Produktion von Eisengussteilen mit Kugelkraft spezialisiert. Diese kommen z.B. in Baumaschinen, im Maschinenbau sowie in Pkws und Nutzfahrzeugen zum Einsatz. Um hier bestehen zu können, setzt man auf erstklassige Technik und eine fachgerechte Wartung, wobei unter anderem auch Handkettenzüge zum Einsatz kommen.

Selbstfahrende Transportplattformen erhöhen die Flexibilität im Waren- und Materialfluss und sind der Trend in der Intralogistik. Wie elastomerbasierte Lagerungselemente die empfindliche Schalteinheit schützen können, zeigt Contitech.

Deutschlands Gießereien sind beispielsweise für den Automobilund Maschinenbau, aber auch für die Konstruktion von Land- und Baumaschinen oder für die Bahnindustrie unerlässlich. Dabei hängt die Produktqualität bei Eisengussteilen stark davon ab, wie die Produktionstechnik dahinter aussieht. Mittlerweile kommen deshalb vollautomatische Formanlagen oder robotergestützte Entgratstationen zum Einsatz, denn nur so lassen sich die Bauteile in der benötigten Qualität herstellen, wobei es gilt, den thermischen, metallurgischen oder mechanischen Eigenschaften, die der Kunde fordert, gerecht zu werden. Die Endkunden bekommen aber meist wenig von den internen Abläufen, Modernisierungsprozessen und der Produktion selbst mit. Dabei ist dieses Zusammenspiel und der Blick hinter die Kulissen mindestens genauso spannend wie das Endprodukt selbst. Denn in einem Betrieb, der mit modernen Maschinen arbeitet, müssen auch moderne Methoden der Instandhaltung angewendet werden. Eine der führenden Gießereien hierzulande setzt für die Wartungsarbeiten die Handkettenzüge von Kito Europe ein - und das hat seinen Grund. Verantwortlich dafür, dass die Ratschenzüge der Japaner dort zum Einsatz kommen, war die Beratung der Firma Klein Seil- und Hebetechnik GmbH. „Als die Anfrage der Eisengießerei bei mir eintraf, lag die Lösung für mich sofort auf der Hand. Kito Handkettenzüge überzeugen durch feine Justierung und erstklassige Getriebe. Zum Montieren und Endmontieren von neuartigen Maschinenteilen sind sie perfekt“, betont Steffen Büdenbender, technischer Berater bei Klein Seil- und Hebetechnik. Über diesen Partner wurde schließlich die Gießerei mit den Hebezeugen ausgestattet, um die Wartung der Produktionsanlagen so einfach wie möglich zu gestalten.

In den Fabriken und Logistikzentren der Zukunft übernehmen intelligente, autonome Systeme den Transport. Bei der Fahrt über den Hallenboden müssen die autonomen Transporteinheiten aber auch Unebenheiten wie Schwellen oder leichte Höhenunterschiede überwinden. „In der Prototypenentwicklung und im Praxiseinsatz zeigt sich jedoch zunehmend, dass

Qualitätsprodukte fangen immer bei durchdachten und einwandfrei funktionierenden Produktionsanlagen an. Das meint auch Steffen Büdenbender von Klein Seil- und Hebetechnik: „Dadurch, dass wir Kito Produkte für die Instandhaltung der Produktion vermitteln, helfen wir der Gießerei und ihren Kunden dabei, ihre Ziele strategisch und operativ zu erreichen.“ Bilder: Kito

Nachdem die Arbeiter der Gießerei zum ersten Mal mit den Produkten gearbeitet haben, waren auch sie überzeugt, denn die Hebezeugen trotzen den widrigen Bedingungen innerhalb der Gießerei: Enge Räume, das

staubige Umfeld und die heißen Temperaturen machen den Werkzeugen nichts aus. Der Ratschenzug LB wird dort für schwere Zug-, Hebe- und Spannanwendungen verwendet. Ausgestattet mit einem fein verzahnten Präzisionsgetriebe und einer zusätzlichen Induktivhärtung der Tragteile verfügt er, so der Hersteller, über ein deutlich geringeres Gewicht und eine reduzierte Baugröße im Vergleich zu anderen marktgängigen Produkten. Der leichte und kompakte Ratschenzug LX kommt beim Heben, Ziehen und Positionieren von Kleinlasten zum Einsatz und der CF Handkettenzug fühlt sich in der rauen Umgebung der Gießerei besonders wohl. Er ist nämlich mit einem robusten, geschlossenen Aluminiumgehäuse ausgestattet und kommt bei gezielten Wartungsarbeiten, Reparaturen und Sanierungen zum Einsatz. Auch der Minikettenzug CX ist bei komplizierten Montagearbeiten im Betrieb gefragt und sorgt für eine erhöhte Produktivität und eine geringe Arbeitsbelastung der Mitarbeiter. www.kito.net

Mithilfe von elastomerbasierten Elementen kann verhindert werden, dass Schwingungen auf die Elektronikeinheiten von autonomen Transporteinheiten übertragen werden. Bild: Contitech

vor allem die Schalteinheit in den selbstfahrenden Plattformen eine Schwachstelle ist, die empfindlich auf Stöße und Schwingungen reagiert“, erklärt Dr. Stefan Narberhaus, im Continental-Konzern Leiter Entwicklung für industrielle Lagerungselemente. Das bedeutet: Werden Vibrationen nicht gedämpft, kann es zu Schäden an der Elektronik kommen. Kabelabrisse und Leitungsbrüche sind mögliche Folgen. Um ungeplante Ausfälle zu verhindern und eine hohe Zuver-

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lässigkeit sicherzustellen, setzen die Hersteller verstärkt auf eine zusätzliche Lagerung der empfindlichen Schalteinheit. In der Praxis verhindern beispielsweise elastomerbasierte Spezialelemente, dass Schwingungen auf die Elektronikeinheiten übertragen werden. Continental hat hierfür diverse technische Lösungen: Zum Pro-

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duktportfolio in der Schwingungsund Vibrationsdämpfung gehören Lagerungselemente wie zum Beispiel Gummi-Metall-Komponenten, die am Übergang vom Fahrwerk zur Schalteinheit verbaut werden können. Sie entkoppeln die empfindliche Elektronik von auftretenden Schwingungen und schützen so vor Schäden und Ausfällen. Ein weiterer Vorteil: Durch zusätzliche Lagerungen kann auch das Transportgut geschützt werden. www.contitech.de

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Mittlerweile wird in der gesamten Gießerei ausschließlich mit den Kettenzügen des japanischen Herstellers gearbeitet.

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Zwei Druckluftnetze für Prozesssicherheit Oberselters Mineralbrunnen setzt auf eine Doppelstrategie: Ölfrei und ölgeschmiert Die Oberselters Mineralbrunnen Vertriebs GmbH produziert in Bad Camberg-Oberselters fünf verschiedene Mineralwassersorten. Jährlich füllt das Traditionsunternehmen, das 1871 gegründet wurde, hier rund 70 Millionen Flaschen ab, wobei hierfür unter anderem vollautomatischen Abfüllanlagen eingesetzt werden. Dass dafür insgesamt viel Druckluft benötigt wird, ist offensichtlich. Allerdings war die vorhandene Druckluftstation in die Jahre gekommen. Grund genug für eine Modernisierung. Dabei wurden jedoch nicht einfach nur die vorhandenen Kompressoren durch neue ersetzt, sondern das gesamte System wurde verändert. Bis zum Frühjahr 2017 wurde bei Oberselters Mineralbrunnen sowohl die Arbeitsluft als auch die

ölfreie Druckluft mit ölgeschmierten Schraubenkompressoren erzeugt. „Unsere alte Druckluft-

anlage war solide, aber bereits in die Jahre gekommen“, erinnert sich Alexander Fritz, technischer Betriebsleiter bei Oberselters Mineralbrunnen. Durch eine Modernisierung wollte man nicht nur die Drucklufterzeugung auf zukunftssichere Beine stellen, sondern gleichzeitig auch die Energieeffizienz steigern. Und dass es durchaus Verbesserungspotenziale bei der alten Kompressoranlage gab, lag auf

Energieeffiziente, günstige Arbeitsluft der Hand, denn längst entsprach die Leistungsspezifik nicht mehr dem tatsächlichen Druckluftbedarf. Dieser ist nämlich durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produktionsbedingungen sogar gesunken. Darüber hinaus bestand Optimierungspotenzial bei der Herstellung der Sterilluft. Um kundenspezifisch eine wirtschaftliche und anforderungsgerechte Anlage zu ermöglichen, entwickelte der regionale Komplettanbieter, die Druckluft Schorsch GmbH, gemeinsam mit Boge Kompressoren eine angepasste Lösung. In einem ersten Schritt installierten die Spezialisten von Druckluft Schorsch im März 2017 zwei parallele Druckluftnetze - ölgeschmiert und ölfrei - und statteten das System mit korrosionsbeständigen Edelstahlrohren aus. Um eine übersichtliche Überwachung der Gesamtanlage zu ermöglichen, wurden beide Druckluftnetze an die übergeordnete Steuerung Airtelligence Provis 2.0 von Boge angeschlossen. Dabei handelt es sich um eine technische Sonderlösung: Das ölfreie Druckluftnetz wird über die in beiden Eccentric-Oilfree(EO)Kompressoren integrierte FocusControl-2.0-Steuerung geregelt. Die Visualisierung der Prozessdaten erfolgt aber in Echtzeit auch über die Verbundsteuerung Airtelligence Provis 2.0. Diese steuert darüber hinaus das ölgeschmierte Druckluftnetz. Um die Vernetzung der Anlage zu ermöglichen, integrierte Boge zusätzlich ein RS 485 Schnittstellenmodul in den EO-Kompressoren. Oberselters hat damit ein Gesamtsystem, das optimal auf die individuellen Anforderungen abgestimmt ist. Der Mineralwasserabfüller hat durch diese Lösung jederzeit alle Verbrauchswerte der beiden unabhängigen Druckluftnetze im Blick. Aktive Fehlermeldungen alarmieren die Instandhalter auf

Die Schraubenkompressoren SLF 30-3 und S31-3 arbeiten laut Hersteller im Vergleich zu marktüblichen Technologien mit 67 dB(A) sehr leise. Bilder: Boge

Basis definierter Grenzwerte per E- „Mit den EO-Scrollkompressoren Mail oder SMS über Störungen erhöhen wir unseren Technologieund Wartungsbedarf. Auf diese standard im Bereich der ölfreien Weise ist eine energieeffiziente Drucklufterzeugung und proNutzung der Kompressorstation fitieren von einer gesteigerten sichergestellt. Prozesssicherheit bei der MineralAuch die Wartungsauslastung ist wasserabfüllung“, erklärt Fritz. damit bestmöglich geregelt: Bei Das Herzstück dieser Komden ölgeschmierten Schraubenpressoren ist die Scroll-Verdichterkompressoren besteht alle 3.000 Technologie, die ohne ÖlschmieStunden die Notwendigkeit zum rung auskommt und zudem warAustausch von Verschleißteilen, tungsarm ist. Außerdem ist die erwie von Filtern, und zum Ölwechzeugte Druckluft pulsationsfrei. sel. Die ölfreien EO-Kompressoren Ein weiterer positiver Nebeneffekt: hingegen sind sehr wartungsarm. Mit ihrem leisen Lauf arbeiten die Hier muss nur alle 3.000 Stunden beiden EO-Scrollkompressoren der Filtereinsatz (Luftansaugfilter) ruhiger als die vorher eingegetauscht werden. setzten Schraubenkompressoren. Für die flexible Anpassung an den Druckluftbedarf sind jeweils zwei Verdichter im Gehäuse eines Kompressors untergebracht. Die integrierte Focus-Control 2.0Steuerung regelt die beiden EOScrollkompressoren im Grundlastwechsel und ermöglicht damit die effiziente Steuerung der vier Verdichtereinheiten. Das ölgeschmierte Druckluftnetz besteht aus drei Schraubenkompressoren mit jeweils 22 kW Antriebsleistung: zwei Kompressoren der Baureihe SLF 30-3 und eine „Warum teure ölfreie Druckluft einsetzen, wenn sie gar nicht überall im Betrieb geMaschine der Baureihe S 31-3. braucht wird? Das war unser Ansatz zur KonLetztere fungiert als Grundlastzeption der Zweinetzanlage“, betont Jomaschine. hannes Enk, Vertriebsleiter bei der Druckluft Die Kompressoren SLF 30-3 sind Schorsch GmbH, die die individuelle drehzahlgeregelt und nach Bedarf Kundenlösung für Oberselters Mineralbrunnen mit entwickelt hat. zuschaltbar. Die eingesetzte Verbundsteuerung regelt den Betrieb Durch die Harmonisierung der verbrauchsabhängig, was laut Wartungsintervalle können die ExHersteller besonders energieperten des regionalen Druckeffizient ist. luftanbieters den Service für das Die Arbeitsluft steuert sämtliche gesamte System an ein und Ventile, Klappen und Bewegundemselben Tag durchführen. gen in weniger sensiblen ProOberselters Mineralbrunnen produktionsbereichen. Ein weiteres fitiert dabei von dem zertifizierten Argument für diese Lösung: Die Service der Druckluft Schorsch Kompressoren der S-Baureihe GmbH, der im Rahmen des sind BAFA-förderfähig. Oberselters Mineralbrunnen spart damit Bestcair-Programms des Komim Ergebnis 20 Prozent des pressorenherstellers umgesetzt Anschaffungswertes der ölgewird. Boge stellt dafür das Cairpac zur Verfügung, in welchem die schmierten Druckluftstation. benötigten Originalersatzteile entwww.oberselters.de halten sind. Dadurch erhält www.boge.de Oberselters Mineralbrunnen eine www.druckluft-schorsch.de fünfjährige Gewährleistung. Ölfreie Druckluft ist eine Voraussetzung, um die Lebensmittelsicherheit und die Geschmacksqualität der Mineralwassererzeugnisse sicherzustellen. Deshalb kommen hier nun zwei Scrollkompressoren EO 11 D mit integriertem Kältetrockner zum Einsatz. Sie erzeugen ölfreie Druckluft der Klasse 0 jeweils im Leistungssegment 11 kW für den MineralBeide Druckluftnetze werden über eine einbrunnen. zige, übergeordnete Steuerung visualisiert.


DRUCKLUFT TECHNIK

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Gebläse (nicht nur) für die Wasseraufbereitung Zwei weitere Größen der Schraubengebläse von Kaeser für den Niederdruckbereich Auf der IFAT, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, zeigte Kaeser neben einem kleinen und einem großen Schraubengebläse für den Niederdruckbereich auch eine maschinenübergreifende Steuerung. Sie ermöglicht es, mehrere Gebläse zu einem leicht zu steuernden, effektiven Team zu vereinen. Ausgelegt auf die Aufbereitung von Abwasser in kommunalen oder industriellen Kläranlagen liefert das Schraubengebläse CBS von Kaeser Druckluft mit Differenzdrücken bis 1.100 Millibar und das mit einem Volumenstrom von 2,3 bis 12,2 m³/min. Hierfür wird das Schraubengebläse CBS mit einer Leistung von 7,5 bis 22 kW angeboten. Der Hersteller betont, dass dieses Gebläse im Vergleich zu herkömmlichen Drehkolbengebläsen um bis zu 35 Prozent effizienter sei. Es biete außerdem energetische Vorteile im zweistelligen Bereich im Vergleich zu vielen auf dem Markt befindlichen Schrau-

bengebläsen. Möglich macht dies unter anderem der Einsatz der aus dem SchraubenkompressorSegment bekannten Rotoren mit Sigma Profil. Außerdem trägt der schlupffreie Direktantrieb zu diesen Einsparungen bei. Dieser sorgt nach Herstellerangaben nämlich selbst bei maximalen Drehzahlen für minimale Übertragungsverluste und damit geringste Energiekosten. Die CBS-Serie ist insbesondere auch für den Dauerbetrieb konzipiert und eignet sich somit beispielsweise für die Erzeugung der Belebungsluft in der Wasseraufbereitung und für Bioreaktoren.

Je nach Kundenwunsch sind die Schraubengebläse CBS mit integriertem Frequenzumrichter oder einer Stern-Dreieck-Schaltung ausgestattet. Bilder: Kaeser

Es können mehrere dieser Gebläse direkt nebeneinander aufgestellt werden. Das neue Schraubengebläse HBS, das in einem Leistungsbereich zwischen 132 bis 250 kW angesiedelt ist, liefert einen Volumenstrom von 60 bis 160 m³/min bei Differenzdrücken bis zu 1.100 mbar. Der Wirkungsgrad dieses Schraubengebläses sei, wie der Hersteller ausdrücklich betont, nicht nur punktuell spitze, sondern überzeuge über den gesamten Regelbereich. Das mache sie zu einer attraktiven Alternative zu Turboverdichtern. Das HBSSchraubengebläse setzt auf einen verlustfreien Direktantrieb des Gebläseblocks. Dementsprechend gering ist der Wartungsaufwand. Zur bedarfsgerechten Anpassung des Volumenstroms ist ein Frequenzumrichter integriert. Dabei sind laut Kaeser Frequenzumrichter und Motor so aufeinander abgestimmt, dass stets ein bestmöglicher Gesamtwirkungsgrad erzielt wird. Damit in der Praxis die prognostizierten Einsparungen auch real erzielt werden, garantiert der Hersteller die aufgewendete Leistung pro Volumenstrom (spezifische Leistungsaufnahme in kW pro m³/h) gemäß den Toleranzen der ISO 1217 Annex E. Das stellt sicher, dass die geplanten Einsparungen und Amortisationszeiträume auch wirklich zutreffen. Beide Gebläse, sowohl das CBS als auch das HBS sind anschlussfertige Maschinen. Sie setzen zur Steuerung auf Sigma Control 2 und bieten eine

Die Schraubengebläse HBS sind nicht nur wartungsarm, sondern auch über den gesamten Regelbereich hinweg besonders effizient, betont der Hersteller.

eigenständige Überwachung. Die integrierte Steuerung Sigma Control 2 lässt sich an Prozessleitsysteme anbinden. Für Gebläsestationen mit mehreren Gebläsen empfiehlt der Hersteller aber den Einsatz der übergeordneten Steuerung Sigma Air Manager 4.0 mit speziell für die Bedürfnisse im Niederdruck entwickelten Steuer- und Regelalgorithmen. Diese ermögliche noch mehr Energieersparnis und Vereinfachung bei der Automatisierung.

Der Sigma Air Manager 4.0 überwacht und steuert nicht nur alle Komponenten einer Gebläsestation, er macht sie auch fit für Industrie 4.0.

„Perfektion in vierter Generation – BOGE S-4 – ein neuer Meilenstein.“ Frank Hilbrink, Produkt-Markt-Manager BOGE Kompressoren

Mehr Informationen unter: www.boge.de/s-4

Bei Vorgabe des gewünschten Sollwertes für den zu erzeugenden Volumenstrom oder Betriebsdruck durch das Prozessleitsystem organisiert der Sigma Air Manager 4.0 nach Herstellerangaben den optimalen Betrieb der einzelnen Gebläse. Der gleichzeitige Betrieb mehrerer Gebläse sei dadurch nicht nur im Teillastbereich effizient, sondern verfüge über klare Schnittstellen und eine gleichmäßige Maschinenauslastung. www.kaeser.de

Wohin es führt, wenn man ein Entwicklerteam ermuntert, auch tausendfach Bewährtes in Frage zu stellen, beweist die neue BOGE S-4 eindrucksvoll: Ihr bemerkenswert leiser Lauf, die ausgeprägte Wartungsfreundlichkeit und der enorme Effizienzzuwachs sind Ergebnis eines völlig neuen Aufbaus – mit klarer Abgrenzung der Funktionsbereiche und vielen grundlegend neuen Detaillösungen. Mit der „Neuerfindung des Schraubenkompressors“ wurde ein Durchbruch erzielt, der die künftige Rolle und Bedeutung dieser Technologie neu definiert. Die neue BOGE S-4. boge.de/s-4


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ANTRIEBS-

UND

STEUERUNGSTECHNIK

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Kleine Daten bringen großen Nutzen Was die Sensor-to-Cloud-Kommunikation von Sigfox möglich macht Das derzeit weltweit im Ausbau befindliche Sigfox-Funknetz bietet laut Netzbetreiber eine energieund kosteneffiziente Sensor-to-Cloud Kommunikation. Predictive-Maintenance-Strategien lassen sich damit auch auf einfachste Geräte, Maschinen und Anlagen übertragen. Das zentrale Condition Monitoring von Geräten, Maschinen und Anlagen ist bislang mit hohen Kosten verbunden. Deshalb wird es zu Predictive-Maintenance-Zwecken nur bei teuren Maschinen und Anlagen umgesetzt. Der Ausfall kleinster Komponenten kann aber eine komplette Produktion stilllegen. Deshalb würden Betreiber am liebsten ihr gesamtes Equipment bis hin zum Motor eines Förderbands und dem Batterieladestatus des Gabelstaplers zentral überwachen, um Ausfälle zu vermeiden und die Produktivität zu steigern. Die Investitions- und Betriebskosten solcher Monitoringlösungen müssten aber deutlich sinken.

Geringe Investitionsund Betriebskosten Das weltweit verfügbar werdende Sigfox-Netz des IoT-Netzwerkproviders Sigfox tritt an, die Kosten der Sensor-to-Cloud-Kommunikation deutlich zu senken. Aktuell kosten passende LogikModule nur rund zwei Euro, wobei sich das neue Netz noch in der Einführungsphase befindet. Die Kosten werden mit der wachsenden Nachfrage also noch deutlich sinken. Zwei Euro sind aber schon jetzt signifikant geringere Kosten, als wenn man eine LTE/GSMSchnittstelle oder alternative LPWAN-Interfaces einsetzen würde, die derzeit erst ab rund fünf bis sieben Euro zu haben sind. Ein weiterer Vorteil gegenüber Mobilfunktarifen für LTE/GSM: Der Anwender muss keine Nutzungsentgelte an den Netzbetreiber entrichten, denn der Gerätehersteller zahlt schon beim Kauf der Device-Lizenz die Verbindungsentgelte, die pro Device und Jahr stets unter 10 Euro und bisweilen auch

unter einem Euro liegen können. SIM-Karten werden ebenfalls nicht benötigt, was zusätzlichen Verwaltungsaufwand reduziert und Kosten einspart. Gegenüber alternativen LPWANNetzen im lizenzfreien Frequenzband bietet das Sigfox-Netz zudem den Vorteil, dass nicht in lokale Accesspoints oder Gateways investiert werden muss, denn das Netz wird überall verfügbar sein auch aus Kellern heraus. Damit eignet es sich auch für DeepIndoor-Applikationen etwa zur Zählerfernauslesung oder Füllstandmessung von Heizungstanks.

Kleine Daten, geringer Energieverbrauch Neben den Kosten überzeugt das neue LPWAN-Netz Sigfox laut Netzbetreiber auch im Energieverbrauch, der gegenüber Mobilfunkverbindungen deutlich geringer ist, weil die Geräteverbindung im IdleModus nicht existiert und weil der Verbindungsaufbau kein Handshake mit einer Basisstation erfordert, was das Senden von Nachrichten verschlankt. Ein Sigfoxfähiges Gerät muss also keine Verbindung aufbauen, sondern sendet einfach seine Daten und die Basisstationen hören mit, nehmen die Signale auf und übermitteln sie sodann an die zentrale Device-Cloud von Sigfox. Neben dem energiesparenden Betrieb der Devices im Idle-Modus und dem effizienten Senden von Daten ist auch entscheidend, wie oft Daten gesendet werden und wie groß diese dann sind. Im Sigfox-Netz gibt es hierzu bereits eine eingebaute Beschränkung, die darin begründet liegt, dass in dem lizenzfreien Frequenzbereich die Datenübertragung pro Device regulatorisch begrenzt ist.

Praxisbeispiel: Bestellung auf Knopfdruck Nutzt man Sigfox-Buttons beispielsweise für Bestellvorgänge, kann man die Beschaffungsprozesse rund um den Verbrauch von Materialien und Ersatzteile vereinfachen und im Push-theButton-Verfahren ein Pullsystem à la Kanban installieren, das sich direkt beim Lieferanten meldet. Arbeitsabläufe zur erneuten Bereitstellung verbrauchter Materialien lassen sich so effizient und kostengünstig gestalten. Wird ein Button gedrückt, wird technisch betrachtet zunächst nur eine Nachricht an die SigfoxCloud gesendet. Von dort aus kann mit der Nachricht danach alles Mögliche gemacht werden. Beispielsweise kann sie an ein ERP-System oder einen Servicemitarbeiter geschickt werden, um

Im Ersatzteillager angebracht, kann ein Sigfox-Button Bestellvorgänge für Ersatzteile einleiten.

eine Bestellung auszulösen. Aufgrund der geringen Kosten solcher Buttons, die bei entsprechender Abnahme und effizienter Auslegung nur rund 10 bis 15 Euro kosten, dürften die Buttons eine sehr günstige und einfache Möglichkeit für Anlagenbetreiber sein, Bestellvorgänge für regelmäßig verbrauchtes Material und Ersatzteile zu optimieren.

Konkret bedeutet das für die Übermittlung von Daten an die Maintenance-Cloud, dass bis zu 140 Nachrichten mit je 12 Byte Nutzdaten pro Tag versandt und bis zu vier Nachrichten pro Tag empfangen werden können. Diese Datenpakete reichen in der Regel aus, um beispielsweise Alarmmeldungen zu senden oder Daten für Statistiken von Geräten zu übermitteln. Beschränkt man die Übertragung auf vergleichsweise wenige kleine Daten pro Tag, können mit Sigfox smarte Sensoren über zehn Jahre und auch noch länger ohne Batteriewechsel betrieben werden. Es ist zudem möglich, Sigfox auch mit dem Mobilfunknetz zu kombinieren. In einem solchen Szenario werden Alarm-, Zustandsund/oder Betriebsdaten per Sigfox als Default Setting gesendet. Wird es aber erforderlich, dass massiv Datenmengen ausgetauscht werden müssen - was über eine solche LPWAN-Verbindung nun mal nicht möglich ist - wird die LTE oder GSM Verbindung aufgebaut. Ein solches Szenario hilft, die LTE/GSM-Verbindungsentgelte zu drosseln und die Batterielaufzeit der Geräte zu erhöhen.

Hohe Sicherheit Eine Sigfox-Verbindung ist nach Angaben des Netzwerkbetreibers auch höchst sicher, denn sie greift unter anderem nicht in bestehende Kommunikationsinfrastrukturen eines Unternehmens ein. Sie ergänzt sie nur. Werden zudem nur Daten gesendet, kann auch kein Zugriff auf Devices erfolgen. Aber auch bei bidirektionalem Datenaustausch ist eine SigfoxVerbindung sehr sicher, da die Kundencloud nämlich nur über die Sigfox-Device-Cloud, die bereits Bestandteil des Sigfox-Netzes ist, bei Bedarf mit den Devices kommunizieren kann. Diese Abschottung eines Devices vomInternet ist hoch resistent gegen Hacking-Angriffe, denn Maschinen, die nicht angebunden sind, können über diese Verbindung auch nicht angegriffen werden. Angreifer müssten erst diese Sigfox-Cloud hacken, die durch eine der sichersten weltweit verfügbaren Firewalls und IntrusionDetection-Mechanismen abgeschirmt ist. Zusammen mit einer Device- und Nachrichten-Authentifizierung, AES-Verschlüsselung der Nachrichten und optionaler Payload-Verschlüsselung, AntiReplay-Schutz für Nachrichten sowie der hohen Störfestigkeit des Signals bietet Sigfox eine hochzuverlässige und vor allem sichere IoT-Connectivity. Die Kombination aus hoher Sicherheit bei geringen Kosten

Mit dem Sigfox-Netz kann der Anlagenbetreiber effizient und kostengünstig den Zustand seiner Geräte, Maschinen und Anlagen überwachen und unerwartete Ausfälle durch die in der Cloud gesammelten und analysierten Daten vermeiden. Bilder: Sigfox

und geringem Energieverbrauch prädestiniert das Netz für die umfassende Einführung von Predictive-Maintenance-Services, für die man Benutzungs- und Zustandsdaten von Geräten, Maschinen und Anlagen aller Art zentral sammeln muss. Selbst die Betätigungshäufigkeit einer rein mechanischen Schneidemaschine könnte ohne großen Aufwand mit einem Sigfox-angebundenen Zählwerk erfasst werden, um nach einer gewissen Anzahl der Betätigungen das Messer neu zu schleifen.

Ein globales Netz Einsatzbereit ist das Sigfox-Netz bereits heute: Die Netzabdeckung Deutschlands hat bereits 70 Prozent erreicht und bis Ende des Jahres soll sie 85 Prozent betragen. International ist Sigfox schon in 45 Ländern verfügbar. Bis Ende 2018 sollen es 60 werden. Insgesamt umfasst das Netz weltweit 3,8 Millionen Quadratkilometer und ist für 803 Millionen Menschen nutzbar, sodass Hersteller und Betreiber es auch global für Predictive-Maintenance-Zwecke nutzen können.

Geolokalisierung inklusive Eine Zusatzfunktion, die jedes Sigfox-Device in sich trägt, ohne zusätzlich Energie zu kosten, ist die Geolokalisierung. Hersteller können sie für eine effizientere Ersatzteilbereitstellung nutzen, denn wenn sie wissen, wo welches Device wie oft benutzt wird,

können sie Verfügbarkeiten ihrer Servicemannschaften sowie auch Supply Chain mit lokalen Warenlagern für schnellere Ersatzteillieferungen optimieren und so die Kundenzufriedenheit erhöhen. Die Ortung kann vom Betreiber auch allgemein zum Asset Management genutzt werden, um den Betriebsmitteleinsatz zu optimieren oder einfach nur das Vorhandensein eines Gegenstands konstant zu überwachen und ihn so vor Diebstahl zu schützen beziehungsweise bei Entwendung sofort Alarm zu geben. Auch lassen sich Warenströme bei Just-in-timeoder Just-in-sequence-Lieferungen optimieren. Ohne zusätzliche Sensorik ist das Netz rund 500 bis 1.500 Meter genau, was für den Rolling Stock auf der Autobahn vollkommen hinreichend ist, um Ankunftsprognosen zu erstellen. Mit einer zusätzlichen WLAN-Sensorik kann sie bis zu 30 Meter genau und mit GPS-Logik sogar metergenau werden. Wollen Hersteller und Betreiber neue Geräte, Maschinen und Anlagen oder auch bestehende Systeme um eine Sigfox-Schnittstelle ergänzen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, dies umzusetzen. Eine umfassende Übersicht an Lösungen findet man beispielsweise online. Bei der Auswahl der passenden Produkte sowie Logikanbieter für die anwendungsspezifische Cloud- und Serveranbindung steht zudem das Münchener Team von Sigfox Germany bereit. Aurelius Wosylus, Country und Sales Director bei Sigfox Germany GmbH www.sigfox.com https://partners.sigfox.com/

Die Geräte sind durch die einzelnen Schichten des Sigfox-Netzes geschützt und können nicht über das IP-Protokoll gehackt werden. Bilder: Sigfox


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Produktionsluft frei von Weichmachern Einatmen ist gesundheitsschädlich - Abführung „über Dach“ umweltverschmutzend Building Information Modeling (BIM) ist eines der bestimmenden Themen der nächsten Jahre für alle am Bau Beteiligten. Der auf den ersten Blick durch BIM erhöhte Planungsaufwand wird deutlich kompensiert durch die Möglichkeiten, welche die Anwendung der BIM-Methode offenbart. Durch die gemeinsame, gewerkeübergreifende Arbeit lassen sich Planungsfehler meist bereits vorab lokalisieren und müssen nicht mehr auf der Baustelle behoben werden. Und auch mit Blick auf die anschließende Objektbetreuung eröffnet BIM neue Perspektiven für Gebäudebetreiber. Rund 87 Prozent aller Weichmacher kommen bei der Verarbeitung zu Weichkunststoff zum Einsatz. Weichkunststoff, der wiederum zu ca. 30 bis 35 Prozent aus Weichmachern besteht, findet sich z.B. in Bodenbelägen, Tapeten, Verpackungen, Dach- und Lkw-Folien oder Kabeln wieder. Den größten Anteil hierunter nimmt nach wie vor das Polyvinylchlorid (PVC) ein mit den Phtalaten als meistverwendetem Weichmacher. Doch gerade ebendiesen Phtalaten wird eine Gesundheitsgefährdung speziell unter Fortpflanzungsaspekten zugeschrieben. Sie gelten dementsprechend auch als Gefahrstoffe. Allerdings werden bei den unterschiedlichen Produktionsprozessen wie Pelletieren, Extrudieren, Aufschmelzen, Walzen oder Kalandrieren, aber auch in der Weiterverarbeitung z.B. beim Konditionieren, Beschichten oder Bedrucken eben diese Weichmacher immer wieder aus den Rohkunststoffen in größerer Menge freigesetzt. Dabei gilt das Einatmen ebendieser als gesundheitsschädlich; eine Abluftführung „über Dach“ zusätzlich noch als umweltverschmutzend. Um einer Gefährdung der Mitarbeiter und der Umwelt entgegenzuwirken, geben Quellen wie die BGR 223 „sicheres Arbeiten in der Kunststoffindustrie“ vor, dass technische Lüftungsmaßnahmen vorgenommen bzw. die Gefahrstoffe idealerweise an der Emissionsquelle abgesaugt werden müssen. Das reale Produktionsumfeld impliziert dabei, dass die Weichmacher nicht nur abgesaugt, sondern parallel auch abgeschieden werden müssen. Die vorkommenden Schadstoffgemische und die unterschiedlichen Partikelgrößen sind allerdings eine Herausforderung für viele Filtersysteme, denn als Filtersysteme für Aerosole und Partikel kommen immer noch häufig mechanische Filtersysteme oder Nasswäscher zum Einsatz. Ein gravierender Nachteil der mechanischen Filtersysteme ist, dass sich die Filtermedien schnell zusetzen, ja regelrecht verkleben Instandhalter wissen ein Lied davon zu singen. Die Folgen sind ein großer Energiebedarf aufgrund des Druckverlusts und viel Sondermüll, denn die zugesetzten Filterelemente müssen häufig kostenintensiv als solcher entsorgt werden. Doch auch Nasswäscher haben Nachteile: Sie sind wartungsintensiv und die Abscheideleistung für Partikel < 1 µm (z.B. Rauch) ist physikalisch begrenzt. Es gibt jedoch mittlerweile Alter-

nativen zu den herkömmlichen, energieintensiven Lösungen und zwar die Absaugung und Filtration der emittierenden Aerosole wie z.B. Rauch, Nebel oder Partikeln mit elektrostatischen Filtersystemen, wie sie z.B. die UAS United Air Specialists, Inc. anbieten.

Funktionsprinzip elektrostatischer Filter Der grundsätzliche Aufbau dieser Filtersysteme ist recht einfach: Die verunreinigte Luft wird von einem Ventilator angesaugt. Sie trifft zunächst auf einen mechanischen Vorfilter. Dieser scheidet größere Schadstoffpartikel ab und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Luftstromes. Nach dem Vorfilter folgt der sogenannte Ionisator: Hier werden die feinen Schadstoffpartikel durch Elektronen und ionisierte Luftmoleküle in Sekundenbruchteilen kontinuierlich positiv aufgeladen. Der Kollektor übernimmt dann die eigentliche Reinigung der Luft. Er besteht aus einer Reihe vertikal angeordneter Metallplatten, die parallel zum Schadstoffstrom stehen. Innerhalb des Kollektors werden positiv aufgeladene Schadstoffpartikel in einem induzierten elektrischen Feld in Richtung der geerdeten Platten abgelenkt.

Bestens geeignet für ultrafeine Partikel Der vertikale Einbau der metallischen Platten gewährleistet ein gutes Ablaufverhalten, da die abgeschiedenen Schadstoffe einfach durch einen Siphon ablaufen können. Außerdem können die verwendeten Filterelemente (Vorfilter, Ionisator, Kollektor), auf denen sich Verunreinigungen abscheiden, gereinigt und wiederverwendet werden, wobei die Schadstoffe bei Zusammenarbeit mit einem Fachpartner selbstverständlich umweltgerecht zu entsorgen sind. Dieser Aufbau sorgt für eine hohe Abscheideleistung. Sie liegt selbst bei ultrafeinen Partikeln < 0.001 mm zwischen 96 und 99 Prozent. Flexibel sind diese Systeme ebenfalls: Die Elektrofilter der Smog-Hog-Baureihen von UAS können beispielsweise standardmäßig in Varianten von 500 bis 40.000 m³/h Betriebsvolumenstrom zur Verfügung gestellt werden. Ein weiterer, in vielen Einsatzbereichen ganz entscheidender Pluspunkt: Bei der Absaugung

und Filtration mittels Elektrofiltern bleiben aufgrund der Konstruktion der Filterzellen der Volumenstrom und somit die Fördergeschwindigkeit der Schadstoffe im Betrieb nahezu konstant. Es kommt folglich nicht zu Druckverlusten, die durch höhere, energiezehrende Ventilatorenleistung ausgeglichen werden müssen. Im Zusammenhang mit der Energieeffizienz sei erwähnt, dass Elektrofilter per se nur circa 50 Prozent der Energie benötigen, die Nasswäscher oder mechanische Filter verlangen. Weitere Einsparpotenziale ergeben sich durch den Einsatz regelbarer Ventilatoren und neu entwickelter HV-Module mit automatischer Hochspannungsregelung (siehe Seite 34). Zu guter Letzt wird die Kondensation von Schadstoffen in der Rohrleitung reduziert und damit der Wartungsaufwand verringert. Allerdings erfordern Fil trationsleistung, Energieeffizienz und Ressourcenschonung, dass Absaug- und Abscheideranlage oft individuell anzupassen sind, auch wenn die Basis durch standardisierte zentrale Komponenten wie Filtereinheiten gelegt ist. Durch ergänzende Engineering-Leistungen erfolgt die Abstimmung auf die spezifische Anwendung, um so die Zuverlässigkeit zu gewährleisten und das Investitionsrisiko zu minimieren. Eine bewährte Herangehensweise liegt in der Zusammenarbeit spezialisierter Ingenieurbüros mit Filterherstellern. In der Regel wird dann, ausgehend von einer Schadstoffprobenanalyse im Labor und gegebenenfalls einer Validierung durch Testfilter im Teillastbetrieb vor Ort, wird die Gesamtanlage ausgelegt und errichtet. www.uasinc.de

Die Produktionsluft von Weichmachern reinzuhalten, ist zwingend notwendig. Bild: UAS

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Werkzeuge für den Einsatz im Ex-Bereich

Bei der Wartung der funkenfreien Werkzeuge müssen bestimmte Aspekte berücksichtigt werden. So dürfen beispielsweise Spachtel, Schraubendreher, Zangen usw. nicht in der gleichen Weise nachgeschliffen werden wie Werkzeuge aus Stahl. Außerdem geht bei einer Erwärmung über 250 Grad Celsius die Gebrauchseigenschaft der Legierung Kupfer-Beryllium weitgehend verloren. Mehr dazu im Onlineshop. Bild: Denios

Speziallegierungen auf Kupferbasis sorgt für funkenfreies Arbeiten Bei explosiven Gas-Luft-Gemischen genügt schon ein simpler Funke, um schwerwiegende Schäden zu verursachen. Wer Arbeiten in sensiblen Bereichen mit Explosionsgefahr durchführt, sollte daher darauf achten, inwieweit die Werkzeuge in seiner Werkzeugkiste hier einsetzbar sind. Denios, ein Anbieter von Produkten für die Arbeitssicherheit, hat sich dieser Problematik angenommen und offeriert dazu ein ganzes Sortiment an Werkzeugen, mit denen es sich funkenfrei arbeiten lässt. Für Wartungsteams, die in Ex-Bereichen arbeiten, können herkömmliche Werkzeuge, bei denen

eine Funkenbildung möglich ist, lebensgefährlich sein. Die Experten von Denios betonen, dass

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sie daher in ihrem Sortiment nahezu für jedes klassische Werkzeug auch eine passende funkenfreie Variante haben. Angeboten werden beispielsweise Hammer, Keile und Brechstangen, Knarren, Steckschlüssel, Meißel und Durchtreiber, Schraubendreher und Schraubenschlüssel, aber auch Beile, Schaufeln, Spaten oder Sägen. Die Werkzeuge bestehen aus Speziallegierungen auf Kupferbasis (Kupfer-Beryllium, Sonderbronze) und sind alle durch das Bundesamt

für Materialforschung (BAM) gemäß ATEX 1999/92 zertifiziert. Dennoch sollte man Vorsicht walten lassen, denn selbst bei Einsatz dieser funkenfreien Werkzeuge kann unter gewissen Umständen die indirekte Entstehung zündfähiger Funken nicht ganz ausgeschlossen werden. Folgende grundsätzliche Hinweise sind deshalb zu beachten: Rostige oder mit Leichtmetallanstrich versehene Oberflächen sollten bei der Arbeit mit Öl oder Wasser benetzt werden.

Noch besser ist es, den Rost bereits im Vorhinein zu entfernen. Außerdem sollte auf eine gute Belüftung des Arbeitsraumes und des Arbeitsplatzes geachtet werden. Ferner ist dafür zu sorgen, dass keine Funken durch herabfallende Werkstücke oder andere Gegenstände entstehen können und es ist darauf zu achten, dass die Arbeitskleidung frei von Eisenteilen ist. www.denios.de/shop/arbeitssicherheit/funkenfreie-werkzeuge-fuer-ex-bereiche/

Gasdichter Chemikalienschutzanzug Geeignet für Einsätze in Industrie, Rettungsdienst und Katastrophenschutz Der neue gasdichte Tychem TK Chemikalienschutzanzug von Dupont eignet sich für eine begrenzte Einsatzdauer unter Verwendung eines umgebungsluftunabhängigen Atemgeräts. Er ist wahlweise mit Front- (TK 614T) oder Rückeneinstieg (TK 615T) erhältlich und ist gemäß EN 943-1 und EN 943-2 zertifiziert. Zu den besonderen Merkmalen dieses Schutzanzugs gehören ein Doppelhandschuhsystem aus chemikalienbeständigem Innenhandschuh und einem äußeren Arbeitshandschuh, angearbeitete Socken mit Stiefelstulpen, zwei Überdruckventile sowie ein großzügiges Panoramavisier. Der neue Chemikalienschutzanzug basiert auf dem vergleichsweise leichten Tychem Schutzmaterial von Dupont und besitzt, wie der Hersteller betont, eine hohe Festigkeit und Widerstandsfähigkeit. Er wird mithilfe eines Reißverschlusses mit doppelter Abdeckung geschlossen, verfügt über gesteppte und doppelt heiß überklebte Nähte sowie über ein großes, dreischichtiges Panoramavisier, das eine Rundumsicht von 220 Grad ermöglicht. Ein umgebungsluftunabhängiges Atemgerät kann angeschlossen werden, wobei zwei integrierte Überdruckventile dafür sorgen,

Bild: Dupont

dass der Druck im Anzug 400 Pa nicht übersteigt. Zudem besitzt der Schutzanzug angearbeitete Socken zum Tragen in Sicherheitsstiefeln sowie Stulpen.

Das Doppelhandschuhsystem besteht aus einem chemikalienbeständigen Innenhandschuh sowie wahlweise einem äußeren Arbeitshandschuh aus Butylkautschuk (Option 00) oder Viton (Option 5C). Die Handschuhe sind über ein dampfdichtes Ring- und Klemmsystem mit dem Anzug verbunden. Dupont hat den Anzug nach eigenen Angaben diversen Tests unterzogen und die Permeationsdaten für mehr als 300 Chemikalienermittelt. Bei mehr als 270 davon konnte während einer Testdauer von 480 Minuten kein Durchbruch gemessen werden. www.safespec.dupont.de

Neue Hochspannungseinheit für UAS Smog-Hog-Elektrofilter UAS hat sich der Hochspannungseinheit ihrer elektrostatischen Filtersysteme angenommen und diese optimiert. Die Aufgabe dieser Hochspannungseinheit es ist, Schadstoffpartikel im Luftstrom in Sekundenbruchteilen positiv zu laden, damit sie sich auf den in einem negativ induzierten Feld auf den geerdeten Kollektorpaletten niederschlagen und möglichst ablaufen. Je nach Viskosität, Art des Schadstoffes etc. kann jedoch nicht verhindert werden, dass eine gewisse Menge Teilchen nicht abläuft, sondern die Kollektorpaletten verschmutzt. Die Wirkung dieser Verschmutzung lässt sich über die Zeit am Spannungsabfall der Hochspannung erkennen. Die jüngste Generation der Hochspannungseinheiten mit dem Namen „Stepper“ macht sich

Die neue Hochspannungseinheit erhöht die Verfügbarkeit der Filteranlage, da die rechtzeitige Zustandsmeldung „Bitte in Kürze Filtermedien wechseln“ diese Arbeiten planbar macht. Bild: UAS

genau dieses Phänomen zunutze und setzt dabei auf eine neue Regelung. Durch zyklische Erhöhung und Reduktion der Hoch-

spannung kann nämlich dem Verschmutzungsgrad nun gezielt Rechnung getragen und Überschlägen entgegengewirkt werden. Die primären Leistungsdaten sind aufseiten der Eingangsspannung 230 bis 240 Volt bei 50/60 Hz, aufseiten der Ausgangsspannung werden für den Ionisator regelbar 10 bis 14 kV erreicht. Der Kollektor weist dabei ca. 50 Prozent der Ionisatorspannung aus, die Ausgangsleistung der Einheit liegt bei max. 73 W. Darüber hinaus ist die neue Hochspannungseinheit in der Lage, „rechtzeitig“ Bescheid zu geben, dass ein Austausch und eine Reinigung der Filterelemente in Kürze sinnvoll ist, bevor diese komplett zugesetzt werden und ihren Dienst nicht mehr versehen können. www.uasinc.de


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Standzeiten von 2 auf 5 Jahre verlängert Wie das Radsatzwerk Ilsenburg die Wartung von Industriegetrieben optimiert Die Herstellung von Radsätzen ist komplex: Zuerst steht die Warmformgebung mit mehreren Schritten auf dem Programm: vom Sägen, Erwärmen, Schmieden, Walzen und Kalibrieren, über das Stempeln, Wärmebehandeln, Erproben bis zum Freigeben der Radrohlinge. Die anschließende mechanische Bearbeitung ist Präzisionsarbeit - und genau dafür ist die Bochumer Verein Verkehrstechnik GmbH, die unter anderem im Werk Ilsenburg im Harz fertigt, bekannt. Bei der Herstellung spielen Hochleistungsschmierstoffe eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ein Blick hinter die Kulissen. Präzision ist bei der Herstellung von Radsätzen von großer Bedeutung, denn nur hochpräzise gefertigte Radsätze sorgen im

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Fahrbetrieb nicht nur für maximale Sicherheit und Langlebigkeit der Räder, sondern auch für den Komfort der Passagiere. Deshalb werden vom Bochumer Verein Verkehrstechnik trotz der komplizierten Rädergeometrien sowie Räderabmessungen mit einem Durchmesser von bis zu 1,4 Metern bei der Produktion höchste Oberflächenqualitäten und Toleranzen im Hundertstelmillimeterbereich realisiert. Dabei sind für die mechanische Bearbeitung der Radrohlinge im Werk Ilsenburg mehrere Radsatzbearbeitungsmaschinen im Einsatz. Es handelt sich hier um vertikale Drehmaschinen, welche für diese spezielle Aufgabe ausgelegt sind. Gearbeitet wird rund um die Uhr. Im Abstand von 25 Minuten wird jedes Radsatzbearbeitungscenter mit einem neuen Rohling bestückt. Zunächst wird der bis zu 700 Kilogramm schwere Rohling auf der 1.600 Millimeter großen Planscheibe fixiert, dann setzt sich diese in Bewegung und erreicht bis zu 370 Umdrehungen/min. Zwei CNC-gesteuerte Supporte treten in Aktion, diese bewegen sich auf Führungsschienen, die mit Gleitbahnöl XG 68 des Herstellers Addinol geschmiert werden. Damit fahren die Supporte ruckfrei an, denn das Gleitbahnöl verfügt laut Hersteller über besonders gute Demulgiereigenschaften und ist gegenüber der Emulsion des Metallbearbeitungsmittels resistent. So bleiben die Führungsbahnen frei von klebrigen Rückständen. Die Drehmeißel überarbeiten präzise die gesamte Fläche des Radrohlings. Während des Drehens wird der Radrohling einmal gewendet. Unrunde Stellen

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werden begradigt, etwaige Krusten aus vorhergehenden Produktionsschritten komplett entfernt. Damit die Planscheibe die gesamte Drehzahlspanne erreicht, ist zwischen Elektromotor und Planscheibe ein kompaktes Planetengetriebe zwischengeschaltet. Bis zu 155 kW gibt der Motor an das Getriebe ab, ausreichende Power für das Übertragen hoher Drehmomente. Allerdings arbeitet das Getriebe im Stop-and-Go-Betrieb mit schnellem Anfahren und ebensolchen Stopps. Diesen Belastungen war das herkömmliche, vom Maschinenhersteller vorgegebene Getriebeöl nicht gewachsen. Immer wieder traten Schäden in der Verzahnung und an den Wälzlagerungen auf. Nach spätestens zwei Jahren zeigten die OnlineSchwingungsüberwachungssysteme Verschleißbildung in den Wälzlagern an. Daraufhin erfolgte

Die Radsatzbearbeitungsmaschinen sind rund um die Uhr im Einsatz. Ihre Getriebe verursachen keine ungeplanten Wartungsarbeiten, denn seit der Schmierstoffumstellung arbeiten die Wälzlagerungen ohne Probleme. Die Online-Schwingungsanalysen zeigen über Jahre keinerlei Verschleißbildung an. Bilder: Addinol

Das Werk Ilsenburg der Bochumer Verein Verkehrstechnik GmbH beliefert die Betreiber der Bahngesellschaften mit Radsätzen in höchster Qualität.

aus Sicherheitsgründen der Wechsel auf ein Ersatzgetriebe. Jeder Getriebewechsel ist allerdings ein kosten- und zeitaufwendiger Arbeitsprozess und bedeutet für den Betreiber drei bis vier Tage Maschinenstillstand. Das bis dahin im Einsatz befindliche Getriebe wurde grundsätzlich neu gelagert und stand danach für den nächsten zu erwartenden Austausch in Bereitschaft. In Einzelfällen kam es auch zu Verzahnungsschäden, sodass kostenintensive Getriebestufen gewechselt werden mussten. Für eine wesentliche Verbesserung sorgte die Umstellung auf das Hochleistungsgetriebeöl Addinol Eco Gear 68 M mit SurftecTechnologie. Es passt sich, so der Hersteller, den wechselnden Belastungsverhältnissen in der Verzahnung an und erhöht deren Tragfähigkeit deutlich. So werden die lasttragenden Zahnflanken des Getriebes selbst bei erhöhten Belastungen optimal vor Verschleiß, Materialabtrag, Pittings und Ermüdung geschützt. Wie das funktioniert und wie sich dies in der Praxis auswirkt, zeigt das Beispiel in den Getrieben der Radsatzbearbeitungsmaschinen im Werk Ilsenburg. Seit über zehn Jahren werden hier die Getriebe

dieser Maschinen mit dem Hochleistungsgetriebeöl des deutschen Herstellers aus Sachsen-Anhalt versorgt.

Getriebewartung nun alle fünf Jahre Die Wälzlagerungen arbeiten seither ohne Probleme, die Online-Schwingungsanalysen zeigen über Jahre keinerlei Verschleißbildung an. Ein Zahnflankenabrieb ist nicht mehr nachweisbar. Die Instandhalter im Werk Ilsenburg der Bochumer Verein Verkehrstechnik GmbH konnten somit guten Gewissens die Wartungsintervalle der Getriebe von zwei auf fünf Jahre verlängern. Die Kriterien für eine Wartung im herkömmlichen Sinne sind dabei die Aussagen der Online-Überwachung der Wälzlager. Regelmäßige Ölanalysen gehören ebenfalls zum Überwachungsregime. Auch hier wurden bisher keine Unregelmäßigkeiten entdeckt. Im Prinzip können die mit Addinol Eco Gear 68 M geschmierten Getriebe sogar deutlich länger als fünf Jahre laufen. www.bochumer-verein.de www.addinol.de

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Kompakt trifft auf robust Kabelloser Winkelschleifer (nicht nur) für die Instandhaltung Der CP8350 ist ein neuer kabelloser Winkelschleifer von Chicago Pneumatic. Das Gerät arbeitet mit gängigen 125er Schleifscheiben und eignet sich für Schleif- und Trennarbeiten, wie sie typischerweise bei Reparaturarbeiten und Instandsetzungen anfallen. Das kompakte Gerät punktet auch bei der Oberflächen- oder Schweißnahtbearbeitung an Blechen oder Anlagenkomponenten. Der Akku-Winkelschleifer CP8350 verfügt über einen schlanken Soft-Hauptgriff, der mit thermoplastischem Elastomer (TPE) ummantelt ist. Ergänzt wird dieser durch einen um 20 Grad versetzten Seitenhandgriff. Dieser kann rechts und links angesetzt werden. „Normalerweise stehen die Seitengriffe im 90-Grad-Winkel von der Hauptachse ab“, so Tina Ehrenforst, Marketingleiterin des Geräteherstellers Chicago Pneu-

matic in Essen. Sie betont aber: „Das verhindert aus unserer Sicht aber eine neutrale, ergonomische Arbeitsposition.“ Deshalb habe man die üblichen Konstruktionen hinterfragt, verworfen und sich für einen stumpferen Winkel von 110 Grad entschieden. Die Position des Akkus wurde ebenfalls im Hinblick auf mehr Ergonomie verändert. „Die Batterie ist bei uns so angeordnet, dass sie ein viel besseres Handling bei Trenn- oder

Schleifarbeiten erlaubt, als es bei vergleichbaren Akkuschleifern der Fall ist“, meint Ehrenforst und verweist auf eine weitere Besonderheit: Der Akku steht eben nicht nach hinten über, sondern weist nach unten. So könne der Anwender eine natürlichere Handhaltung einnehmen und den Schleif- oder Trennprozess präziser kontrollieren. „Der geometrische Schwerpunkt liegt genau in der Mitte der Maschine, den Akku eingerechnet.

Misst Drehmoment und Drehwinkel Desoutter baut ab sofort in alle Delta-Messschlüssel zwei neue Sensoren ein Bei Desoutter entfallen alle bisherigen Modelle ohne Drehwinkelmessung, dafür ergänzen neue Modelle für Drehmomente bis 200 und bis 500 Nm die Baureihe. Neu ist ferner ein Vibrationsalarm. Ab sofort verfügen alle Stand- „Damit können die Montageveralone-Modelle der Delta Messantwortlichen nun die Schlüsselschlüssel von Descoutter - also alle, weite mit den Drehmoment-Solldie ohne externe Steuerung auswerten fest verknüpfen - ganz wie kommen - sowie alle Varianten mit bei einem elektronischen SteckWLAN-Schnittstelle über einen Vischlüsselmagazin.“ brationsalarm im Handgriff. Die Delta-Schlüssel sind mit Akkus Dieser Alarm kündigt rechtzeitig ausgerüstet. Dies verdoppelt die an, dass sich der Anwender beim Laufzeit gegenüber dem BatterieMontage- oder Prüfvorgang nun betrieb ähnlicher Werkzeuge, in der Nähe des Zielwertes betont der Hersteller. Über die befindet. WLAN-Schnittstelle kann zudem „Bei Überschreiten des Drehder jeweilige Parametersatz per moments vibriert das Werkzeug Funk ausgewählt werden, die Andurchgehend, bis der Mitarbeiter zugswerte lassen sich online rückbestätigt oder abbricht“, erklärt verfolgbar dokumentieren. Die Michael Loosen, Produktmanager Schlüssel erkennen dabei auch sobei Desoutter, und ergänzt: „So hat genannte Re-Hits, also das man jedenfalls auch ohne Blick auf abermalige Anziehen einer schon das Display ein Gefühl zum Status ordnungsgemäß angezogenen der Verschraubung und eine Schraube. sichere Werkerführung.“ Die elektronischen DrehmomentDes Weiteren wurde die Software schlüssel eignen sich vor allem für des Messschlüssels um neue Funkzwei Zwecke: In der Produktion tionen erweitert. So kann der Anlassen sich damit funktions- oder wender in den internen Speichern sicherheitskritische Schraubverder neuen Delta-Modelle bis zu bindungen anziehen. Außerdem 200 Parametersätze ablegen und kann der Delta-Messschlüssel als sie für die entsprechenden Werkzeug zur QualitätsüberMontage- und Prüfaufgaben abwachung zur Ermittlung von Weirufen. Das Werkzeug speichert terdrehmomenten eingesetzt werden. außerdem neuerdings die jeweils letzten 25 Schraubkurven und Typische Anwendungsbeispiele kann die jeweils aktuellen 99 sind Hydraulikleitungen an FahrErgebnisse im Display anzeigen. zeugen und Maschinen, die zur zuverlässigen Montage einen An„In jedem Messschlüssel ist ein kleiner Transponder eingebaut, trieb mit offenem Maul erfordern, der das Einsteckende erkennt“, ersowie andere, schlecht zugängklärt Michael Loosen und ergänzt: liche Schraubstellen, die über auf-

gesetzte Sonderabtriebe erreicht werden können. www.desoutter.de

Die Akku-Winkelschleifer werden mit zwei 4- oder 6-Ah-Akkus mit 20 V, Ladegerät und Tasche ausgeliefert. Bild: Chicago Pneumatic

Damit fühlt sich der Schleifer sehr ausgewogen und deutlich leichter an“, ergänzt die Produktspezialistin - ein wichtiger Aspekt, der auch bei den zuweilen unvermeidlichen Über-Kopf-Arbeiten zum Tragen komme. Zur Ausstattung gehört ein Sicherheits-Starthebel, der ein unabsichtliches Einschalten verhindert. Zudem lässt sich die Schutzhaube schlüssellos um 270 Grad drehen und damit zur jeweiligen An-

wendung - Schleifen oder Schneiden - passend einstellen. „Anwenderfreundlich ist auch die Spindelarretierung, die einen einfachen und schnellen Wechsel der Schleifscheiben mit nur einem Schlüssel erlaubt“, erklärt Ehrenforst. Mit ihren bürstenlosen Motoren und dem aus hochfestem Aluminium bestehenden Getriebegehäuse seien die Akkuschleifer auf lange Lebensdauer ausgelegt. www.cp.com

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Individuelle Laufstege aus dem Baukasten Modulsystem für den schnellen Einsatz und mehr Flexibilität Der kürzeste Weg von A nach B ist eine Gerade. Doch in vielen Hallen stehen große Maschinen und Anlagen, um die man in aller Regel herumlaufen muss. Abhilfe schaffen Laufstege, die nicht nur Mitarbeiter schützen, sondern diesen auch einen schnellen Weg von A nach B ermöglichen. Die Günzburger Steigtechnik bietet seine Laufsteganlagen in Modulbauweise und im Baukastensystem an. Wege für das Bedienpersonal werden immer weiter“, weiß Ferdinand Munk, Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik GmbH. Er ergänzt: „Mit Laufsteganlagen muss man nicht mehr laufer

„Laufsteganlagen gewinnen immer mehr an Bedeutung, denn in der Industrie wächst der Automatisierungsgrad stetig. Die Maschinen und Anlagen werden immer großvolumiger und die

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außen um die Anlagen herumgehen, sondern kann die Abkürzung in der Höhe nehmen. Das spart Zeit und Geld.“ Laufsteganlagen werden in der Praxis für vielfältige Einsatzzwecke benötigt, nicht nur in der Produktion oder im Lager, sondern auch als Zugang zu Maschinen oder entlang von Gebäudewänden. Für diese sehr unterschiedlichen Herausforderungen bietet der genannte Steigtechnikspezialist ein modulares System an.

„Mit dem modularen Laufstegprogramm und unserem Baukastensystem decken wir die meisten Einsatzbereiche ab. Sonderanfragen und besonders komplexe Systeme, die zum Beispiel über ausschiebbare Plattformen oder mehrere Arbeitshöhen verfügen, fertigen wir darüber hinaus maßgeschneidert über unsere Sonderbauabteilung“, erklärt Ferdinand Munk, Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik GmbH.

Bilder: Günzburger Steigtechnik

Die Laufstegmodule sind in drei unterschiedlichen Längen (1.260 Millimeter, 1.860 Millimeter und 3.060 Millimeter) erhältlich. Sie lassen sich frei miteinander kombinieren. Die Plattformhöhe der Laufsteganlage kann man ebenfalls im Bereich von 1,30 bis 3,0 Meter frei wählen. Jedes Modul ist 850 Millimeter breit und besteht aus einer Plattform, einem Stützteil und zwei starren 1.100 Millimeter hohen Geländern. Als Plattformbeläge bietet das Unternehmen bei seinen Modulen Aluminium geriffelt und Stahl-Gitterrost an. „Es war uns besonders wichtig, ein flexibles System zu entwickeln, mit dem die ganze Bandbreite der Einsatzbereiche abgedeckt werden kann. Komfortabel, kosteneffizient und passgenau“, betont Munk. Dabei werden die einzelnen Module als vormontierte Baugruppen geliefert. Sie lassen sich damit besonders leicht und schnell zusammenmontieren. Neben den bereits vormontierten

Laufstegmodulen bietet die Günzburger Steigtechnik die Einzelkomponenten auch im Baukastensystem an. Hier lassen sich dann weitere Plattformbeläge wie Aluminium stark geriffelt, Aluminium-Gitterrost eloxiert, Aluminium-Lochblech, Stahl-Lochblech oder Holz-Siebdruck-Platten oder auch ein steckbares Geländer auswählen. Als passenden Zugang gibt es zu jeder Laufsteganlage die entsprechenden Treppenmodule, die jeweils aus einer 45-GradTreppe, einer Plattform, einem stirnseitigen Geländer und einer Sicherungstüre bestehen. Der Stufen- und Plattformbelag ist standardmäßig aus rutschsicherem, geriffeltem Aluminium gefertigt. Auf Wunsch stehen auch andere Beläge zur Wahl. Die Laufsteganlagen zählen übrigens zum Schnell-Lieferprogramm dieses Herstellers. Sie verlassen deshalb innerhalb von zehn Werktagen nach der Bestellung das Haus. www.steigtechnik.de

Mechanischer 5S-Manipulator mit hydraulischer Hubfunktion

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Mit den Turnman-Modellen bietet die Josef Koch GmbH unter der Marke K.Lean ergonomische, mechanische 5S-Drehwender und -Schweißmanipulatoren an. Sie ermöglichen ein kraftarmes allseitiges Drehen, Wenden und Positionieren von Bauteilen, ideal beispielsweise beim Schweißen und Montieren. Ergänzt wird die Modellreihe nun um den Turnman-Lift, der über eine hydraulische Hubfunktion verfügt. Der Turnman ist ein manuell bedienbarer 5S-Drehwender mit Massenschwerpunkt-Verstellung. Per Hand können damit zu bearbeitende Bauteile bis zu einem Gewicht von 300 Kilogramm sicher und mit geringem Kraftaufwand eingespannt und mehrachsig in die ergonomisch bestmögliche Arbeitsposition gedreht werden. Mithilfe des patentierten Federriegels lassen sich die Werkstücke dabei im 15-Grad-Raster arretieren. Zur Justierung des Massenschwerpunktes dient die händisch zu betätigende Spindelhubachse. Mit dem neuen Turnman-Lift können die Bauteile jetzt auch hydraulisch in die vertikal

K.Lean bietet den Turnman in den Versionen 300 als Schweißdrehwender, Schweißdrehtisch und Schweißmanipulator an. Die Lift-Version erweitert nun das Programm. Bild: Josef Koch

gewünschte Höhe gebracht werden. Durch die darüber verbesserte Zugänglichkeit wird deren Bearbeitung weiter vereinfacht und die Ergonomie verbessert. Gegenüber motorbetriebenen Geräten ist diese Variante nicht nur erheblich preiswerter, so der Hersteller, sondern auch in der Prozesszeit schneller einsetzbar. Geschultes Fachpersonal sei aufgrund der einfachen Bedienung nicht notwendig. Gleichzeitig reduziert das mecha-

nische 5S-Produkt die für MotorDrehmanipulatoren vorgeschriebenen, umfangreichen Schutzvorkehrungen. Klein- und Mittelserien-Hersteller wie auch Produzenten von Einzelfertigungen können laut Hersteller notwendige Investitionen damit nun deutlich wirtschaftlicher gestalten. Übrigens: Wie das Gerät eingesetzt werden kann, zeigt unter anderem ein erklärendes Video. https://www.youtube.com/ watch?v=d_EHygKiqMo www.klean.de


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Welcher Federstahldraht fĂźr welche Anwendung Federstahldrähte und ihre Eigenschaften: Nicht jeder Stahl ist fĂźr jede Feder geeignet Gutekunst entwickelt und fertigt Metallfedern sowie Drahtbiegeteile aus unterschiedlichem Federstahldraht, wobei das Lagerprogramm 12.603 BaugrĂśĂ&#x;en umfasst. Die Spezialisten erklären im nachfolgenden Fachbeitrag die Haupteigenschaften der Federstahldrähte fĂźr die Herstellung von Druckfedern, Zugfedern, Schenkelfedern und Drahtbiegeteilen. Neben dem Standard-Federstahl EN 10270-1 SH und DH, dem dynamisch anspruchsvollen Ventilfederdraht VDSiCr (Oteva 70) und den korrosionsbeständigen Edelstahlsorten 1.4310, 1.4401 und 1.4568 werden auch die unmagnetische Federbronze CuSn6 und der Kupfer-Beryllium-Federstahl CuB2 beschrieben, auĂ&#x;erdem die warmfesten Federstahlsorten Nimonic 90, Inconel X-750 und Hastelloy C4. MaĂ&#x;gebend bei der Auswahl der richtigen Federstahlart sind u.a. Eigenschaften wie Festigkeit (RM), Einsatztemperatur, die Elastizität sowie die Dichte und der spezifische elektrische Widerstand. Die Federstahltypen EN 10270-1SH und -DH sind ein StandardFederstahl. Es handelt sich hierbei um einen kohlenstoffbasierten Federstahl, der in korrosiven oder extremen Umgebungen nicht ohne zusätzliche Oberflächenbehandlung eingesetzt werden kann. Dennoch eignet er sich fĂźr die gängigsten Druckfedern, Zugfedern, Schenkelfedern und Drahtbiegeteilen mit und ohne Oberflächenbehandlung. Dieser Federstahl wird häuďŹ g fĂźr statisch hochbeanspruchte Zugbzw. Druck- und Schenkelfedern mit geringen dynamischen, die DH-Variante auch fĂźr mittlere dynamische Beanspruchungen ab einer Drahtstärke von 1,8 mm gewählt. Die Arbeitstemperatur sollte 80 Grad Celsius nicht Ăźbersteigen. Die Dauerhaltbarkeit kann durch Kugelstrahlen gesteigert werden.

Spezielle Federstahldrähte Bei besonderen Beanspruchungen und Eigenschaften, wie unmagnetisch und erhÜhter Korrosionsbeständigkeit, Warmfestigkeit oder Kälteunempfindlichkeit, werden spezielle Federstahldrähte wie der VDSiCr / Oteva 70 fßr die Herstellung von Druckfedern, Zugfedern, Schenkelfedern und Drahtbiegeteilen verwendet. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Zugfestigkeit dieser speziellen Federstahldrähte oft nicht an den Wert des Standard-Federstahldrahts heranreicht und niedrigere Federkräfte erzielt.

Fßr hochdynamisch beanspruchte Federn Der VDSiCr / Oteva 70 ist ein gehärteter Chrom-Silizium-legierter Federstahl fßr kaltgeformte und hochdynamisch beanspruchte Federn. Der Ülschlussvergßtete Ventilfederstahl erreicht mit einer durch Kugelstrahlen verfestigten Oberfläche die besten Dauerhubfestigkeitswerte. Die Betriebstemperatur sollte maximal 120 Grad Celsius betragen. Der VDSiCr wird fßr hochdynamisch beanspruchte Federn wie z.B. fßr Ventilfedern und Kupplungsfedern eingesetzt.

Korrosionsbeständige Federstahlarten Der X10CrNi18-8 / 1.4310 gehÜrt wie der X7CrNiAl17-7 / 1.4568

und der X5CrNiMo17-12-2 / 1.4401 zu den korrosionsbeständigen Federstahlarten. Der X10CrNi18-8 / 1.4310 ist ein austenitischer Chrom-Nickel-Federstahl fĂźr korrosionsbeständige Federn mit mittlerer und hoher spezifischer Beanspruchung. Aufgrund seiner besonderen mechanischen Eigenschaften ist dieser Werkstoff der Klassiker unter den rostfreien Federstählen und wird häufig in der Fertigung von korrosionsbeständigen Metallfedern verwendet. Da bei diesem rostfreien Federstahl durch die Kaltverformung eine leichte Magnetisierbarkeit entsteht, ist dieser Werkstoff nicht fĂźr vĂśllig unmagnetische Federn geeignet. Eingesetzt wird er sehr häuďŹ g in der Automobilindustrie, Chemie und Petrochemie, Lebensmittelindustrie, Maschinenbau, Antriebstechnik und fĂźr elektronische AusrĂźstungen. Der X7CrNiAl17-7 / 1.4568 ist ein rostfreier ausscheidungshärtbarer Chrom-Nickel-Aluminiumlegierter Federstahl. Er besitzt sehr gute Langzeiteigenschaften und eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit bei einem minimalen Verzug nach der Wärmebehandlung. Im ausgehärteten Zustand verfĂźgt dieser Federstahl Ăźber hervorragende mechanische Eigenschaften bis 200 Grad Celsius. Er wird in der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie bei hochfesten korrosionsbeständigen Anwendungen eingesetzt. Beim X5CrNiMo17-12-2 / 1.4401 handelt es sich um einen austenitischen Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl mit einer sehr guten Korrosionsbeständigkeit gegenĂźber nicht oxidierenden Säuren und chlorhaltigen Medien. Er eignet sich fĂźr Anwendungen in

der Lebensmittelindustrie sowie zum Teil in der Medizintechnik. Dieser Federstahl weist eine geringere Festigkeit auf als der 1.4310 und der 1.4568. DafĂźr ist jedoch die Korrosionsbeständigkeit deutlich hĂśher und die Magnetisierbarkeit geringer. In der Folge wird er gerne in der Lebensmittel-, Textil- und Chemieindustrie, zum Teil in der Medizintechnik sowie im Umfeld von Ă&#x2013;len und Seifen eingesetzt.

Korrosionsbeständig und nicht magnetisch Die Kupferlegierungen CuSn6 und der Kupfer-Beryllium-Federstahl CuBe2 sind unmagnetisch und besitzen eine sehr gute elektrische Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Die Federbronze CuSn6 ist mit ca. sechs Prozent Zinnanteil die am häuďŹ gsten verwendete Kupferlegierung. Dieser Federstahl erhält seine Federeigenschaften durch die Kaltverformung. Die Festigkeitswerte und damit die Federkräfte sind allerdings wesentlich niedriger als bei den Standard-Federstahlsorten 10270-1-SH und DH und beim X10CrNi18-8 / 1.4310. Mit seiner sehr guten Korrosionsbeständigkeit und LĂśtbarkeit wird dieser Federstahl jedoch gerne fĂźr Steckverbinder, Kontaktstifte sowie bei Stanzbiegeteilen und Metallfedern eingesetzt, die eine gute elektrische Leitfähigkeit benĂśtigen. Die Kupferlegierung CuSn6 kann im Gegensatz zu Messing auch in der Vakuumtechnik eingesetzt werden. Bei hĂśherer mechanischer Belastung oder elektrischer Leitfähigkeit ist KupferBeryllium aber besser geeignet. Der CuSn6 wird deshalb häufig in der Elektro- bzw. in der Papier-

Korrosionsbeständige Federstahlarten sorgen dafßr, dass die Feder nicht rostet. Sie kommen deshalb vorwiegend in einem korrosiven Umfeld zum Einsatz. Bild: Gutekunst

oder Zellstoff- sowie in der Textilund Chemieindustrie und im Schiff-, Maschinen- und Apparatebau eingesetzt. Der CuBe2 wiederum ist ein niedrig legierter Kupfer-Beryllium-Federstahl mit einer hĂśheren Festigkeit, guten Leitfähigkeit und guten mechanischen Eigenschaften. Der Federstahl aus Kupferberyllium CuBe2 hat eine gute Kälteunempfindlichkeit und eignet sich so fĂźr extrem tiefe Temperaturen bis in die Nähe des absoluten Nullpunktes. Zum Einsatz kommt CuBe2 unter anderem in der Elektro- und Ă&#x2013;lindustrie, in der Meerestechnik, beim Aluminium-Druckguss und im Formenbau.

Warmfeste Federstahlsorten Nickel-Basis-Legierungen haben aufgrund ihrer Zusammensetzung eine sehr hohe Warmfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit und zählen daher zu den warmfesten Federstahlsorten. Der Federwerkstoff NiCr20Co18Ti 2.4632 / Nimonic 90 ist z.B. eine Nickel-Chrom-Kobalt-Legierung. Dieser Federstahl hat eine sehr gute Zeitstand- und Warmfestigkeit sowie eine gute Beständigkeit gegenßber Korrosion und Oxidation bei hohen Temperaturen. Dazu eignet sich dieser Federstahl fßr dynamische Hochtemperaturanwendungen. In der Luft- und Raumfahrtindustrie, fßr Hochtemperaturfedern und bei thermischen Verfahren punktet dieser Werkstoff. Der Federstahl NiCr15Fe7TiAl / 2.4669 / Inconel X-750 ist eine Nickel-Chrom-Eisen-Legierung mit Aluminium und Titanzusatz, der mit einer hohen Zeitstand-

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und Warmfestigkeit bei hohen Temperaturen bis 600 Grad Celsius punktet. Er ist korrosions- und oxidationsbeständig, aber nicht so fest wie Nimonic 90. Da diese NickelChrom-Legierung praktisch kobaltfrei ist, wird sie jedoch oft in der Reaktortechnik verwendet, kommt aber auch in der Luft- und Raumfahrtindustrie, bei Hochtemperaturfedern oder fĂźr Komponenten in Gasturbinen und thermische Verfahren zum Einsatz. Der Federstahl NiMo16Cr15 Fe6W4 / 2.4610 (Hastelloy C4) ist eine Nickel-Chrom-MolybdänLegierung und erhält durch die Kombination von Chrom mit hohem Molybdängehalt eine auĂ&#x;ergewĂśhnliche Beständigkeit gegen eine Vielzahl von chemischen Medien wie z.B. verunreinigten, reduzierende Mineralsäuren, Chloride und organischen sowie anorganischen und chloridverunreinigten Medien. Durch die besondere chemische Zusammensetzung hat diese Legierung eine gute GefĂźgestabilität und eine hohe Beständigkeit gegenĂźber Sensibilisierung. Hastelloy C4 wird gerne fĂźr Federkomponenten bei anorganischen Chemikalien, in der DĂźngemittelindustrie, in MĂźllverbrennungsanlagen, in Chlorierungsanlagen und bei der Essigsäureproduktion eingesetzt. Die Auswahl des richtigen Federstahldrahts ist, wie die obigen AusfĂźhrungen verdeutlichen, alles andere als trivial. Deshalb beraten die technischen Experten von Gutekunst sowohl telefonisch als auch per E-Mail (service@gutekunst-co.com). Weitere Infos bietet auch der Blog dieses Herstellers. Monika Artinger fĂźr Gutekunst https://blog.federnshop.com/ federstahldraht www.federnshop.com

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MESSEN & EVENTS

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Sensor + Test 2018 Die Plattform für Sensorik, Mess- und Prüftechnik Die Messe wird in diesem Jahr vom 26. bis 28. Juni in Nürnberg stattfinden. Erwartet werden rund 580 Aussteller aus aller Welt. Begleitet wird die Sensor + Test 2018 von zwei Fachkongressen, der 19. ITG/GMA-Fachtagung „Sensoren und Messsysteme” und der European Test and Telemetry Conference - ettc2018. Insgesamt spielen Sensoren, Messund Prüfsysteme für die Digitalisierung und Vernetzung von Fahrzeugen, Maschinen, Anlagen, von ganzen Fabriken eine Schlüsselrolle, denn sie übertragen die realen Zustände der analogen Welt in die digitalen Daten der Industrie 4.0 und des Internet of Things. Die Messe Sensor + Test 2018 adressiert diese Entwicklung nicht nur mit dem Sonderthema der Messe „Sensorik und Messtechnik im Industrial Internet“, sondern darüber hinaus auch mit dem Themenpark „Digitale Transformation“. Die zudem auf der Messe stattfindende 19. ITG/GMA-Fachtagung „Sensoren und Messsysteme” wird gemeinsam von der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) und der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) getragen und in diesem Jahr turnusmäßig von der ITG gestaltet. Außerdem veranstaltet zum dritten Mal, nach 2014 und 2016, die European Society of Telemetry die European Test and Telemetry

Bild: AMA Service GmbH

Conference - ettc2018. Die ettc2018 - mit Konferenz und begleitender Ausstellung in Halle 2 ist die europäische Plattform für Telemetrie, Test-Instrumentierung und Telecontrol. Ergänzend hierzu gibt es an allen drei Veranstaltungstagen von den Ausstellern kostenfrei zugängliche Fachforen in den Hallen 1 und 5. Gezeigt werden hier neue Entwicklungen, Produkte und Anwendungsmöglichkeiten. www.sensor-test.com

FMB 2018 mit „Tag der Instandhaltung“ Auf der 14. FMB - Zuliefermesse Maschinenbau, die vom 7. bis 9. November 2018 in Bad Salzuflen stattfindet, wird es einen „Tag der Instandhaltung“ geben, denn die Instandhaltung wird am ersten Messetag ein Schwerpunktthema sein. Christian Enßle vom Project Management der FMB erklärt: „An diesem Tag der Instandhaltung möchten wir den Ausstellern die Gelegenheit bieten, Komponenten und Systeme für Condition Monitoring und Predictive Maintenance vorzustellen sowie Best-PracticeBeispiele, die sich bereits im Einsatz bei den Kunden der Aussteller befinden.“ Dabei wird auch die Brücke zu Industrie 4.0 geschlagen, denn Predictive Maintenance ist ein zentrales Thema der Digitalisierung. Auch für die Infrastruktur der Predictive Maintenance dazu gehören u.a. Sensoren, Energieversorgung, Signalübertragung, Bausteine für die Datensammlung und -auswertung sowie die Anbindung an übergeordnete IT-Systeme – werden passende Komponenten zu sehen sein. www.fmb-messe.de

Juni 2018

automatica 2018 Robotiklösungen für eine smarte Produktion und Wartung Wie sehr die Automatisierungsbranche boomt, zeigt sich auf der automatika 2018, die von 19. bis 22. Juni in München stattfindet: Gezeigt werden unter anderem hybride Roboter und Cobots, die den Weg für smarte Produktion freimachen. Auch die smarte Instandhaltung spielt wieder eine wichtige Rolle auf der Messe. Die durchschnittliche Roboterdichte liegt bei 74 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter (2015: 66 Einheiten). Im internationalen Vergleich liegt Europa mit 99 Einheiten an der Spitze, gefolgt von Amerika mit 84 und Asien mit 63 Einheiten. Deutschland belegt mit 309 Einheiten beim Ranking der am höchsten automatisierten Länder der Welt hinter Südkorea und Singapur Platz drei. Dabei ist die Entwicklung noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil: Hybride Roboter, Cobots, Doppelarmroboter sowie neue Vier- und Sechsachskinematiken werden auf der automatica zu sehen sein und zeigen, wohin die Reise geht. Passend thematisiert die Sonderschau „Der Mensch in der Smart Factory“ aktuelle Fragestellungen: Wie kann der Mensch im Mittelpunkt bleiben? Welche Rolle spielt der „analoge“ Mensch in der digitalen Fabrik? „Fingerfertigkeit und Adaptivität des Menschen werden unerreicht bleiben, doch Assistenzsysteme bringen manuelle Montagevor-

Audi setzt bereits im Stammwerk Ingolstadt MRK-Leichtbauroboter in der Endmontage ein - und zwar ohne Schutzzaun. Bild: Audi

gänge erstmals auf die geforderte Null-Fehler-Qualität. Die Kommunikation von Mensch und Maschine wird intuitiv”, meint Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer, VDMA Robotik + Automation. Apropos Sonderschau: Verpassen Sie nicht den Smart-Maintenance-Pavillon in Halle B4 - Stand 222. Mehr dazu auch auf Seite 4. https://automatica-munich.com

B&I Betriebstechnik und Instandhaltung Ausgabe Juni 2018  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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