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BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

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November 2017

DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Digitale Anlagendokumentation: BilfingerCloudlösung kommt jetzt bei Mittelständler im Chemiepark zum Einsatz. Seite 09

Sonocheck - eine neue Lösung für die Ultraschallzustandsüberwachung. Seite 18

Durch die Vereinheitlichung der Kalibrierungen und Anweisungen ist ein großer Mehrwert entstanden: Komplexität wurde abgebaut, alle beteiligten Bereiche sind enger zusammengewachsen.

Harmonie ist besser als Vielklang Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat an den deutschen Standorten seine Vorgehensweisen bei der Kalibrierung der Messtechnik harmonisiert - und damit gleich eine ganze Reihe von Optimierungen angestoßen. Die fachliche und beratende Unterstützung hierbei erfolgte durch die Messtechnikspezialisten von Endress+Hauser. In der Pharmaproduktion steht Qualität an erster Stelle. So auch bei Boehringer Ingelheim. Das Traditionsunternehmen, das auf eine mehr als 130 Jahre lange Tradition zurückblicken kann, zählt nach eigenen Angaben zu den 20 führenden Unternehmen der Branche und ist bis heute in Familienbesitz. In den drei Geschäftsbereichen Humanpharmazeutika, Tiergesundheit und biopharmazeutische

„Das Detailwissen, das Unternehmen hinsichtlich der Kalibrierung von Messgeräten haben müssen, ist enorm und betrifft unter anderem Messtechnik-Know-how, Kalibrierverfahren, Kritikalität, Rückführbarkeiten und Messunsicherheiten. Gleichzeitig müssen die gesetzlichen Bestimmungen und regulatorischen Anforderungen beachtet werden“, weiß Klaus Fickinger, Head of Automation Pharma beim Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim.

Auftragsproduktion sind rund 50.000 Mitarbeiter tätig. Dass hier die eingesetzte Messtechnik in festgelegten Zeitabständen kalibriert wird, ist eine Selbstverständlichkeit, denn nur so werden die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der Messungen nachgewiesen und die in der Branche geltenden Anforderungen präzise eingehalten. Entsprechende Prozesse sind seit vielen Jahren implementiert, die Mitarbeitenden geschult und es gibt ein etabliertes Prüfmittelmanagement. Fehlerfrei durchgeführte Messungen mit eindeutigen Ergebnissen sind dabei das Fundament einer qualitativ hochwertigen Arzneimittelproduktion. Am Standort Ingelheim sind insgesamt 91.400 Messstellen für 20 physikalische Messgrößen installiert. Für die Kalibrierung relevant sind 11.000 Messstellen. Davon haben 8.200 einen besonderen Stellenwert für den Prozess und das Produktionsergebnis. Vor zwei Jahren fragte sich aber Klaus Fickinger, Head of Automation Pharma: „Sind wir auch für die Zukunft gut aufgestellt?“ Mit dieser Frage stellte Fickinger den Kalibrierprozess im Rahmen der ständigen

Verbesserung von Qualitätsmanagementsystemen auf den Prüfstand. So gab es Ende 2014 das Bestreben, die internen Abläufe und die Durchführung der Kalibrierung an den deutschen Standorten zu hinterfragen. Der bereits im Jahr 1995 gegründete Arbeitskreis „Kalibrierung“ wurde mit der standortübergreifenden Prüfung des Kalibrierprozesses beauftragt. Er besteht aus den Kalibrierverantwortlichen verschiedener Abteilungen der Standorte Biberach, Dortmund und Ingelheim und hat das Ziel, Optimierungspotenzial aufzudecken, standortübergreifend voneinander zu lernen und effiziente Kalibrierprozesse miteinander zu teilen. Letztendlich sollen Kalibrierungen mit hoher Qualität und Effizienz durchgeführt werden. Klaus Fickinger übernahm dabei eine Schlüsselrolle in der neu etablierten Funktion „Lokal Management System Owner Calibration“. Zu dieser Funktion gehört auch, das Thema Kalibrierung gemeinsam mit weiteren Verantwortlichen innerhalb der Organisation in Audits zu vertreten. Weiter auf Seite 20

Generatoren Services Halle 1, Stand 560

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Wie sich Sauberkeit unter betriebswirtschaftlichen Aspekten sicherstellen lässt. Seite 25

TOP NEWS Auf Augenhöhe begegnen Moderne Instandhaltung braucht neue Lösungen - wichtig dabei: der Faktor Mensch. Seite 09 Industrie 4.0: Schritt für Schritt von der vernetzten Produktion zum agilen Unternehmen Seite 11 Feuchtigkeitsschäden auf die Spur kommen Datenlogger erleichtern die Ursachenfindung bei bauphysikalischen Problemen Seite 19

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring & 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

28

Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

05

Management & Technologie

10

Materialfluss

15

Reinigung

23

Wartungs- & Werkstattbedarf

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Zulieferteile

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Messen & Events

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Impressum

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NACHRICHTEN

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Kraftstoff ist zu billig ... ... dies ist nicht nur meine Meinung, sondern diese vertritt auch der VDMA. In einer Stellungnahme bezugnehmend auf die Weltklimakonferenz in Bonn schreibt der Verband: „Die Weichen für solche CO2neutrale Technologien müssen aber schon heute gestellt werden dafür braucht es Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Wesentliches Hemmnis bei der Verwirklichung sind bisher die niedrigen

Kosten von herkömmlichem Kraftstoff. Dabei kann ein weltweites Preissignal für CO2-Emissionen helfen, den richtigen Anreiz für Investitionen zu setzen: weg vom herkömmlichen Kraftstoff, hin zu CO2-neutralen Lösungen.“ Richtig so, zumal dieser notwendige Wandel für die europäische Industrie eine große Chance ist. Gleichzeitig ist er aber auch eine enorme Herausforderung für energieintensive Industrien. Effizienz-

gewinne sind hier ein Teil der Lösung. Betrachtet man die Zahlen der vergangenen Dekade, so zeigt sich, dass zwischen 2005 und 2014 der Energieeinsatz in der Industrie um 3,6 Prozent zurückgegangen ist. Gleichzeitig ist die Wertschöpfung in diesem Bereich um insgesamt 18,1 Prozent angestiegen. Zu diesen Zahlen kommt eine Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. Sie sagt: Die

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Entkoppelung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum hat in der Industrie zum Teil bereits stattgefunden, wenngleich die Studienautoren zu bedenken geben, dass Energie vor allem nur eingespart wurde, weil sich die energieintensiven Industrien nicht so dynamisch entwickelt hatten wie der Dienstleistungssektor oder andere energiearme Branchen. Trotzdem ist dies der einzige, der richtige Weg. Volker Zwick

Pirtek Europa fasst Fuß in Schweden

Inservfm mit Industrieservice-Strang beim Kongress

Slangakuten ist ein schwedischer Dienstleister für mobilen Sofortservice und die Wartung von Hydraulikleitungen. Das Unternehmen startete 2009 in Stockholm und Göteborg und hat sich dann in den Regionen von Malmö, Skane und Östergötland entwickelt. Derzeit ist Slangakuten mit 17 mobilen Werkstattwagen vor Ort unterwegs. Vor Kurzem hat die Pirtek Europe Ltd. die Slangakuten AB übernommen. Alex McNutt, CEO Pirtek Europe, erklärt: „Wir begrüßen Slangakuten in der Pirtek-Gruppe und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Stefan Fallenius. Slangakuten ist

Vom 27. Februar bis zum 1. März 2018 öffnet die Inservfm in Frankfurt am Main wieder ihre Tore. In die Ausstellerliste haben sich neben langjährigen Partnern auch zahlreiche neue Unternehmen wie z.B. Leadec Management Central Europe (ehem. Voith Industrial Services) sowie Endress+Hauser Messtechnik eingetragen. Besonders hervorzuheben ist auch die hohe Anzahl der auf CAFM spezialisierten Aussteller. Das Programm des parallel stattfindenden Kongresses setzt sich aus knapp 100 Vorträgen, Workshops sowie Best-PracticeSeminaren zusammen. Neben aktuellen Themen aus Facility Management und Industrieservice steht das diesjährige Leitthema „Digitalisierung“ stark im Fokus und wird in zahlreichen Beiträgen aufgegriffen. Unter anderem spricht Peter

ein sehr professionell geführtes Unternehmen und eine wertvolle Ergänzung unserer europäischen Unternehmungen.“ Auch Stefan Fallenius, Slangakutens Gründer und CEO, äußert sich positiv: „Ich bin sehr glücklich über die neue Partnerschaft mit Pirtek Europe, die uns dabei unterstützen wird, unsere Marktposition zu stärken und weiter auszubauen. In den nächsten Monaten werden wir Pirtek als bekannte Marke übernehmen, den bisherigen Slangakuten-Kunden sowie Neukunden unseren exzellenten Service aber weiterhin bieten.“ www.slangakuten.se www.pirtek.de

Alex McNutt, CEO Pirtek Europe, freut sich über den Zukauf und betont: „Slangakuten ist ein sehr professionell geführtes Unternehmen und eine wertvolle Ergänzung unserer europäischen Unternehmungen.“ Bild: Pirtek

Simone Pfisterer ist Bereichsleiterin für die Inservfm beim Messeveranstalter Mesago Messe Frankfurt. Sie betont: „Wir freuen uns schon darauf, die Besucher der Inservfm 2018 mit einem hochwertigen Vortragsangebot, einem breiten Spektrum an Dienstleistern und erstklassigen Networking-Möglichkeiten zu begeistern.“ Bild: Mesago

Ankerstjerne, CMO bei ISS World Services A/S, in einer für die Messebesucher kostenfreien Keynote am zweiten Messetag über

das Thema „Digitalisierung von Serviceprozessen im Facility Management“. Eine wichtige Neuerung im Zusammenhang mit dem Kongress besteht in dem erstmals von Lünendonk & Hossenfelder und Frank Ströhlein (Partner bei TME Associates) organisierten Industrieservice-Strang. Dieser findet am Mittwoch, den 28. Februar 2018 statt und wartet unter anderem mit Sessions zu den Themen „Revitalisierung von Industriestandorten“ und „Instandhaltungsstrategien und -konzepte“ auf. Zu den Veranstaltungshighlights gehört des Weiteren die erstmalige öffentliche Vorstellung der neuen GEFMA-Richtlinie 190 im Rahmen der am 27. Februar 2018 stattfindenden Bundesfachtagung Betreiberverantwortung. www.inservfm.de

Dupont Sustainability Award für Firmenich Diverse Initiativen zur Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit mit Awards prämiert Dupont, ein Anbieter von Unternehmensberatungsservices, hat vor Kurzem die Gewinner der 13. Ausgabe seines Safety and Sustainability Awards bekannt gegeben. Hierbei werden Initiativen zur Verbesserung der Arbeitsplatzsicherheit, der Nachhaltigkeit und der betrieblichen Leistungsfähigkeit ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand während des jährlichen Dupont Executive Forums in Singapur statt. Unter den Gewinnern war auch Firmenich. Der Duft- und Aromenhersteller gewann den angesehenen Global Sustainability Award für seinen Ingredients Der Firmenich Ingredients Sustainability Index wurde entwickelt, um dem Unternehmen zu helfen, wichtige Nachhaltigkeitsentscheidungen in der Beschaffung von Rohstoffen, Verbesserung der Herstellungsprozesse und Produktentwicklung zu treffen. Mittlerweile misst und informiert der Duft- und Aromenhersteller Firmenich über die Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von mehr als 400 Inhaltsstoffen - und jedes Jahr kommen neue hinzu während ihres gesamten Lebenszyklus und fasst sie in einem Bericht zusammen. Damit will das Unternehmen seinen Kunden zeigen, wie der Lebenszyklus der Inhaltsstoffe gemessen wird und wie Prozesse verbessert werden können, um deren Auswirkungen kontinuierlich zu verringern. „Wir sind sehr stolz, zu den wenigen Unternehmen zu gehören, die drei Auszeichnungen von Dupont gewonnen haben. Sie sind eine Anerkennung

Bei der Preisverleihung (v.l.n.r.): Jurymitglied Janet Asherson, GSU-Beraterin, sowie Neil McFarlane, Senior Vice President Global QHSS&E, Legal and Compliance, Firmenich, und Monia Sabathier, APAC Senior QHSS&E, Legal and Compliance, ebenfalls Firmenich. Bild: Dupont

unseres kontinuierlichen Strebens nach Spitzenleistung in den Bereichen Nachhaltigkeit, Betriebsleistung und Sicherheit“, betont Gilbert Ghostine, CEO von Firmenich. „Unser Ziel ist es, den Firmenich Ingredients Sustainability Index zu einem Branchenstandard zu machen, denn wir wissen, dass es für Kunden und Konsumenten von größter Bedeutung ist, wie Produkte bezogen und her-

gestellt werden“, ergänzt Neil McFarlane, Senior Vice President des Bereichs Qualität, Gesundheit, Schutz, Sicherheit und Umwelt bei Firmenich. „Durch das, was wir aus dem Index gelernt haben, konnten wir die Auswirkungen unserer Zutaten nicht nur ermitteln und darüber informieren, sondern sie auch reduzieren. Und das ist nur der Anfang.“ www.dupont.com www.firmenich.com


Messe und Kongress für Facility Management und Industrieservice Frankfurt am Main, 27.02. – 01.03.2018

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NACHRICHTEN

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Studie: Serviceangebote steigern Motivation Ernährung und Fitness sind beliebt, Kinderbetreuung wird noch selten angeboten Abends noch E-Mails lesen, im Urlaub erreichbar sein oder mit den Kollegen nach Feierabend Sport treiben: Im Alltag verschmelzen Beruf und Privatleben immer mehr und die Mehrheit der Arbeitnehmer gehen von einer Zunahme dieses als „Work-Life-Blending“ bezeichneten Effekts aus. Über die Hälfte derjenigen (54 Prozent) betrachten diese Entwicklung als negativ. Die Arbeitgeber sind gefordert hier auszugleichen, so ein Ergebnis einer repräsentativen ArbeitsplatzStudie des Servicedienstleisters Sodexo, deren Ergebnisse im Oktober veröffentlicht wurden. In einer unabhängigen Erhebung wurden in der Zeit vom 29. Mai bis 10. Juni 2017 über 1.300 Beschäftige in deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Arbeitnehmern zum Thema Serviceangebote für Mitarbeiter befragt. Die Umfrage wurde von der Kantar Emnid im Auftrag von Sodexo, einem Dienstleister für Firmen und Organisationen u.a. in den Bereichen Sicherheit, Wartung und Mitarbeitermotivation durchgeführt. Ein klares Ergebnis der Umfrage ist, dass die Verschmelzung von Beruf und Privatem merklich Stress verursacht. Zwar können Angebote des Arbeitgebers an der Verschmelzung und dem empfundenen Stress nur bedingt etwas ändern, aber sie können diesen Effekt abmildern, denn Arbeitgeber haben durchaus einen großen Einfluss auf die Motivation und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Allerdings unterscheiden sich die Wünsche der Mitarbeiter an den Arbeitgeber mitunter sehr - und zwar je nach Alter, Geschlecht und individueller Lebenssituation. Untersucht wurden im Rahmen der Studie vier Bereiche betrieb-

licher Zusatzangebote: Ernährung (also Löungen wie ein Betriebsrestaurant, Verpflegungsgutscheine, Bestellung via Apps etc.), Fitness und Wellness (ergonomischer Arbeitsplatz, Massagen, Fitnessstudio etc.), Concierge-Dienste (Reinigungsdienst, Paketversand, Gepäckaufbewahrung etc.) und Kinderbetreuungsangebote (Unterstützung bei der Kita-Suche, Vermittlung von Babysittern, Kinderbetreuung etc.) Die beliebtesten Benefits sind demnach ein ergonomischer Arbeitsplatz, ein Betriebsrestaurant sowie Verpflegungsgutscheine, gefolgt von Gesundheitschecks, Massageangeboten und dem Zugang zu Fitnessstudios. Vor allem jüngere Arbeitnehmer legen großen Wert auf Services aus dem Bereich Essen und Ernährung. Bei ihnen ist das gemeinsame Essen in betriebseigenen Räumen mit 35 Prozent deutlich beliebter als bei ab 50-jährigen Mitarbeitern (23 Prozent). Mehr als die Hälfte aller Befragten (56 Prozent) messen diesen Angeboten einen hohen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden bei.

Frauen schätzen gesundheitsrelevante Angebote besonders: Sie erwarten eine positive Wirkung auf das persönliche Wohlbefinden (67 Prozent) sowie die eigene Arbeitsleistung (60 Prozent). Vergleichsweise wenig verbreitet sind sogenannte ConciergeDienste: 25 Prozent der Befragten erhalten solche Services von ihrem Arbeitgeber. Etwa jeder Fünfte nimmt diese Dienste regelmäßig in Anspruch (19 Prozent). Im Bereich Kinderbetreuung spielt die persönliche Lebenssituation eine maßgebliche Rolle bei den Wünschen an den Arbeitgeber: Arbeitnehmer mit Kindern unter zwölf Jahren sehen betriebliche Kinderbetreuungsangebote als zufriedenheits- bzw. motivationsund leistungsfördernd. Außerdem ist ihre Bereitschaft hoch, das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber weiterzuempfehlen. Gleichzeitig nutzen sie entsprechende Dienste allerdings nur zu einem geringen Anteil (sieben Prozent). Häufigster Hinderungsgrund: Das Betreuungsangebot ist nicht auf die Arbeitszeiten der Eltern abgestimmt.

Oliver Vellage, CEO Corporate Services bei Sodexo, betonte bei der Präsentation der Studie: „Die moderne Arbeits- und Lebenswelt verlangt Mitarbeitern viel ab. Durch individuelle und wertschätzende Angebote können Arbeitgeber aber viel zu Motivation und Leistungsbereitschaft ihrer Belegschaft beitragen.“ Bild: B&I

Eine ausgewogene Work-LifeBalance entsteht in der Summe dann, wenn die spezifischen Nutzungsinteressen von Männern, Frauen, Jüngeren, Älteren, Eltern und Kinderlosen berücksichtigt werden. So würden Männer ein Betriebsrestaurant eher nutzen wollen als Frauen (38 gegenüber 25 Prozent), während Massageangebote dagegen eher die Frauen ansprechen (34 Prozent der Frauen gegenüber 19 Prozent der Männer). Vom Arbeitgeber angebotene Gesundheitschecks würde jeder dritte ab 50-jährige Arbeitnehmer in Anspruch nehmen, aber nur jeder fünfte der unter 30-Jährigen.

Nachbericht A+A: Statement für die Sicherheit 1.931 Aussteller und mehr als 67.000 Fachbesucher auf der 31. A+A in Düsseldorf Der Mensch zählt - mehr denn je, denn qualifizierte Mitarbeiter und ihre körperliche Gesundheit und Unversehrtheit sind bares Geld wert. In diesem Zusammenhang geht es aber um mehr als die PSA: Die Digitalisierung schlägt nämlich inzwischen auch immer mehr eine Brücke zwischen der Betriebstechnik und den mehr oder weniger persönlichen Schutzausrüstungen. Mehr als 67.000 Fachbesucher kamen in diesem Jahr in die neun Hallen der 31. A+A auf dem Messegelände in Düsseldorf, 2015 waren es noch in 65.000. Die Messe war international. Etwa 40 Prozent der Besucher kamen aus insgesamt 100 anderen Ländern. Zudem präsentierten sich 1.931 Aussteller aus 63 Natio-

nen. „Die A+A wächst kontinuierlich und unterstreicht auf allen Ebenen ihre Relevanz für die Branche als global führende Messe- und Kongressveranstaltung“, freut sich Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH. „Ein viel diskutiertes Thema war die Digitalisierung, die längst keine

Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - mittlerweile gibt es sie, diejenigen Aussteller auf der A+A, bei denen der Schutz der Mitarbeiter gemeinsame Schnittmengen mit der betrieblichen Ausstattung und Infrastruktur bildet. Und diese Schnittmengen werden zukünftig immer größer: Neue Materialien, die Digitalisierung und die Vernetzung verschiedenster Bereiche sorgen nämlich immer öfter dafür, dass Bauelemente, Lagerstätten und sogar Schutzkleidung in die Kategorie „Sophisticated High Tech“ mit der Anbindung an die Betriebstechnik eines Unternehmens gehören. Bild: Frank Rößler

Zukunftsmusik mehr ist. Sie hat nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche durchdrungen - ebenso wie das Internet of Things, das inzwischen Millionen Dinge weltweit miteinander vernetzt. Es ist bemerkenswert, dass die A+A nicht nur als Bühne für neue Technologien, sondern auch als Brückenschlag zwischen Gegenwart und Zukunft unserer Arbeitswelt global angenommen wird.“ Ein gutes Beispiel für die Digitalisierung ist die cloudbasierte Systemlösung 3M Connected Safety: Unter dem Schlagwort „Arbeitsschutz 4.0“ verbindet sie die Sicherheitsausrüstung der Mitarbeiter über RFID-Tags, mobile Scanner und Smartphone-Apps mit der Unternehmenscloud, sodass Wartung, Austausch und damit Sicherheit einer ständigen Kontrolle unterliegen - die laut Anbieter im Vergleich zu bisherigen Lösungen deutlich einfacher und damit zuverlässiger zu leisten ist. Und es gab noch weitere Messehighlights: Bei Dehn zeigt sich, wie die vorhandene Betriebstechnik die Weiterentwicklung der persönlichen Schutzausrüstung (PSA)

3M „vernetzt“ die persönliche Schutzausrüstung via RFID-System mit der Unternehmenscloud. Das sorgt für mehr Sicherheit. Bild: 3M

vorantreibt. Als Weltneuheit wurde mit Dehncare WJP der erste nach dem Prüfgrundsatz GS-IFAP15 entsprechende Schutzanzug gegen Hochdruckwasserstrahl präsentiert.

Der neue Schutzanzug WJP. Bild: Dehn

Laut Hersteller schützt der Anzug vor Verletzungen durch Wasserstrahlen bis 1.000 bar. Er ist in verschiedenen Größen ab März 2018 erhältlich und bringt in der Größe M nur 2,3 Kilogramm auf die Waage. Als wiederverwendbarer Anzug hilft er im Gegensatz zu Einweganzügen das Firmenbudget und die Umwelt zu schonen. Bei Dupont stand der Messeauftritt unter dem Zeichen des 50jährigen Jubiläums der Marken für Schutz(kleidungs)lösungen Tyvek,

Für die Jüngeren käme stattdessen vor allem der Besuch im Betriebsrestaurant infrage oder die Nutzung eines betrieblich organisierten Reinigungsdienstes. Beschäftigte mit jüngeren Kindern legen dagegen mehr Wert auf betriebliche Betreuungsangebote. Übrigens profitieren nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Unternehmen von der Bereitstellung solcher Angebote, indem eine höhere Jobzufriedenheit auch dafür sorgt, dass sie als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen und weiterempfohlen werden - das könnte, gerade im Kampf um Mitarbeiter, ein wertvoller Vorteil sein. www.sodexo.de

Nomex und Kevlar. Die vorgestellten Materialien werden hauptsächlich in den Bereich der Outdoor- und PSA-Bekleidung, aber auch beim Schutz oder zur Sicherung der Langzeitstabilität von technischen Komponenten verwendet. Kemper Systems stellte auf der Messe Kemporal Fallstop eine durchfallsichere Beschichtung für Oberlichter vor. Die Firmen Abus und Masterlock präsentierten Lockout/Tagout-Lösungen, mit denen sich die Sicherheit von Maschinen als auch der Mitarbeiter übersichtlicher gestalten und dadurch verbessern lassen. Eine pfiffige Lösung im Bereich der Verschlussmechanismen bietet Masterlock mit kleinen Safes für Keycards und Schlüssel, die durch einen Zahlencode geöffnet werden können - oder via Bluetooth von einem Smartphone aus. Bei Bedarf sogar mit zeitlich eingeschränkt gültigen Codes. Dipl.-Ing. Frank Rößler für B&I www.aplusa.de

Die transparente Beschichtung Kemporal Fallstop ist eine Durchsturzsicherung für bauübliche Lichtkuppeln. Bild: Frank Rößler


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WORK


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INDUSTRIESERVICE

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Facility-Manager auf Augenhöhe begegnen Moderne Instandhaltung braucht neue Lösungen - wichtig dabei: der Faktor Mensch Hochtechnologie-Standorte - mit diesem Wort lassen sich moderne Produktionsstätten heute treffend beschreiben. Längst übernehmen Maschinen mit mehr oder weniger künstlicher Intelligenz einen großen Teil der Wertschöpfung. Der globale Wettbewerb gibt dabei einen klaren Takt vor. Das bedeutet: Schnelligkeit und Präzision sind entscheidende Wettbewerbsvorteile am weltweiten Markt. Doch dieses System ist sensibel, ein Ausfall der technischen Anlagen wird schnell zum wirtschaftlichen Problem. Die präventive Instandhaltung ist daher heute schon längst kein Trend mehr, sondern gelebter Alltag in vielen Produktionsunternehmen. Und trotz eines hohen Technisierungsgrads nimmt der Mensch hierbei immer noch eine Schlüsselrolle ein. Der Wettbewerbsdruck zwingt die Firmen, sich stärker als bisher auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren. Produktentwicklung und Marketing gehören zweifelsohne dazu - die Roboter entlang einer Produktionsstraße nicht zwingend. Natürlich sind solche Roboter Teil des Erfolgs, aber ihre Wartung nicht unbedingt Bestandteil des Kerngeschäfts. Die notwendige Instandhaltung bindet Kapazitäten, vor allem in Form von Personal. Der Faktor Mensch ist dabei inzwischen zur Achillesferse moderner Instandhaltungslösungen geworden, denn er lässt sich immer schwerer rekrutieren. Stichwort: Fachkräftemangel. Es bedarf also komplexer Ideen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Der Ruf nach einem Dienstleister mit einer hohen Eigenleistungstiefe und einem Team aus passenden Spezialisten liegt da nah. Doch sobald es sich um produktionsnahe Dienstleistungen handelt, steigt bei dessen Einbindung das Risiko für ein Unternehmen. Schließlich geht es um sehr komplexe Aufgabenpakete mit hochanspruchsvoller Technik, die es instand zu halten gilt und die einen direkten Einfluss auf das Kerngeschäft und damit den Unternehmenserfolg haben.

Flächendeckende Qualitätsstandards Außerdem sind unterschiedliche Produktionsstätten eines Unternehmens heute zunehmend miteinander vernetzt und arbeiten auf einem einheitlichen Qualitätsniveau. Diesem flächendeckenden Qualitätsstandard muss auch die Instandhaltung gerecht werden und damit der Dienstleister, der sich dieser anspruchsvollen Herausforderung stellt. Die Lösung bietet das Facility Management (FM). Doch Moment, war der Facility Manager nicht der Fachmann für die Sekundärprozesse, die nicht zu nah ans Kerngeschäft heranreichen? Also beispielsweise der Spezialist für gut beleuchtete, saubere und warme Produktionshallen? Diese Definition trifft auch heute noch zu, allerdings nur zum Teil. Im Facility Management hat sich etwas verändert, der Markt ist in Bewegung. Das FM teilt sich zunehmend in eine klassische und eine hochtechnologische Komponente. Da gibt es jene Dienstleister, die sich mit einer hohen Qualität den Anforderungen des Gebäudemanagements stellen.

Und es gibt die FM-Unternehmen, die sich zunehmend zum strategischen Partner ihrer Kunden für technisch anspruchsvolle Herausforderungen entwickelt haben. Diese Unternehmen können heute komplexe Instandhaltungspakete ihrer Kunden übernehmen und diese sogar auf internationaler Ebene mit einem einheitlichen Qualitätsniveau und spezialisierten Fachkräften realisieren.

Komplexe Daten gewinnen Außerdem wird der Facility Manager 4.0 immer mehr zum Data Manager. Um überhaupt eine verbesserte und vorausschauende Instandhaltungsstrategie entwickeln zu können, bedarf es der Erhebung kombinierter Echtzeitdaten, die Aufschluss über Verschleiß, Ausfall, Lastkollektive, Produktqualität und Auslastung geben. Dabei werden Algorithmen vorausschauende Partner des Facility Managers. Doch wie sind diese Unternehmen wie etwa der deutsche Anbieter Apleona HSG dazu in der Lage? Die Antwort liegt in einer klugen und vorausschauenden Emanzipations- und Personalentwicklungsstrategie. Wenn ein Facility Manager standortübergreifende Instandhaltung mit direktem Bezug zum Kerngeschäft übernehmen will, kann er nicht nach starren Kundenvorgaben und Leistungsverzeichnissen handeln. Dieser emanzipierte Dienstleister muss flexibel, mit einem hohen Verständnis für das Kerngeschäft und vor allem mit viel Eigenverantwortung und Risikobewusstsein agieren. Spätestens jetzt stoßen klassische Dienstleistungsverhältnisse an ihre Grenzen. Gefragt sind vielmehr strategische Partner. Das ist eine Herausforderung. Unternehmen müssen bereit sein, dem „neuen“ Facility Manager auf Augenhöhe zu begegnen und gemeinsam mit ihm am individuellen Masterplan für die Instandhaltung zu arbeiten. Der FM-Partner wird so bereits von Beginn an Teil der Lösung. Wichtig für eine gut funktionierende Instandhaltungsstrategie nach diesem Modell: die genaue, individuelle Definition von Primär- und Sekundärprozessen sowie deren Schnittstellen. Hier spielt vor allem die Risiko- und Veränderungsbereitschaft des Produktionsunternehmens eine wichtige Rolle. Wie nah will man den FM-Partner an sich heranlassen und wie weit ist man bereit, loszulassen, Verantwortung ver-

trauensvoll zu übertragen und Risiken zu beherrschen? Nach der klassischen Vorgehensweise des Risikomanagements ist es daher notwendig, bestehende Risiken gemeinsam zu identifizieren, zu mindern, zu übertragen und die letztlich verbleibenden Restrisiken zu managen. Klassisches Beispiel für ein millionenschweres Haftungsrisiko ist der Ausfall eines Rechenzentrums. Es beginnt mit einem Bedienungsfehler der Klimaanlage. Infolge von Überhitzung fällt das Rechenzentrum aus. Das beeinträchtigt wiederum ganz erheblich das Kerngeschäft des Unternehmens. Der Faktor Mensch und das Vertrauen in den Facility Manager spielen hier also eine ganz wesentliche Rolle.

Komplexe Daten auswerten Je näher der FM-Partner also an das Kerngeschäft seines Kunden heranrückt, umso wichtiger ist es, diese Herausforderungen als Team zu lösen. Das kann nur Hand in Hand geschehen. Wichtig hierbei vor allem: die Qualität und der reibungslose Fluss der Daten, mit denen beide Seiten täglich agieren. Hier darf es keine Parallelwelten geben, sondern harmonisierte Systemlandschaften mit digitalem Datenaustausch. Außerdem sind Offenheit und Transparenz sowie die passende, stimmige „Chemie“ zwischen beiden Partnern nicht nur Tugenden, sondern Erfolgsbausteine. Ziele einer solchen Instandhaltungsstrategie sind die Reduzierung von Schwachstellen, Qualitätssicherung, Prozesssicherheit und die Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit. Die klare Definition der Schnittstellen zwischen Primärund Sekundärprozess, genau festgelegte Handlungsspielräume sowie der Informationsfluss sind also von entscheidender Bedeutung. Basis dafür ist ein entsprechendes Vertragsmodell, das die Rollen beider Partner genau und rechtssicher festlegt.

Die B.I.L.D.-Methode Orientierungshilfe gibt dabei die vom Arbeitskreis ipv (Integrale Prozessverantwortung) des FMBranchenverbands GEFMA entwickelte B.I.L.D.-Methode. Sie ist ein Verfahren, um ergebnisorientiert die Leistungsbeziehungen zwischen einem Unternehmen und seinem System-

Die B.i.l.d.-Methode sorgt für Vertragssicherheit im Facility Management. Bild: Apleona

dienstleister umfassend und prozessual zu beschreiben. Sie wird dabei sowohl für technische als auch für infrastrukturelle und kaufmännische FM-Leistungen zur Anwendung gebracht. Denn sie ist in erster Linie eine Struktur, um die erforderlichen Regelungen und Schnittstellen für komplexe Leistungsbeziehungen umfassend zu berücksichtigen und geordnet abzubilden. So weit, so gut, so theoretisch, denn: Zum Umsetzen dieser beschriebenen Instandhaltungsstrategien bedarf es mehr als einer fundierten Idee und eines breit aufgestellten Facility-Management-Partners mit großem Verständnis für das individuelle Kerngeschäft seines Kunden. Um aus der reinen Theorie einen praktischen Geschäftserfolg zu machen, braucht es Menschen, die nicht nur Verantwortung übernehmen, sondern auch die Qualifikation besitzen, täglich entlang einer Hightechproduktion Höchstleistungen zu erbringen. Hier schlägt heute der demografische Wandel gnadenlos zu. Der Arbeitsmarkt ist nahezu leergefegt, Spezialisten sind kaum zu finden. Daher qualifizieren sich nur FMUnternehmen als Instandhaltungs-

partner, die schon vor Jahren mit einer zielgerichteten Personalentwicklungsstrategie vorgesorgt haben und heute Spezialisten aus den eigenen Reihen in diese modernen Prozessabläufe einbinden. Das sind FM-Unternehmen mit einer hohen Eigenleistungstiefe durch qualifiziertes, eigenes Personal. Dass FM-Anbieter wie Apleona HSG heute dazu in der Lage sind, lässt sich mit einem simplen Begriff erklären: Bildung. Kooperationen mit Hochschulen, duale Ausbildungssysteme sowie die Möglichkeiten, sich aus klassischen Handwerksdisziplinen wie dem Elektriker in unternehmenseigenen Bildungseinrichtungen etwa zum Spezialisten für Rechenzentren zu qualifizieren, sind Lösungen mit Weitblick für die aktuellen Herausforderungen. Dem Fachkräftemangel wird in diesen Unternehmen also mit der Qualifizierung und vor allem Spezialisierung der eigenen Mitarbeiter begegnet. Aus Generalisten werden hier Spezialisten und damit potenzielle Partner zur Umsetzung moderner Instandhaltungsstrategien. Jürgen Bieser, Apleona HSG Facility Management www.apleona.com

Fachinformationsdienst für Chemiebranche Hohe Betriebskosten, strenge Sicherheitsvorschriften, starke internationale Konkurrenz: Die deutsche Chemiebranche hat es auf dem Weltmarkt nicht leicht. Da in Deutschland immer weniger in die Anlagen investiert wird, werden diese immer älter mit der Folge einer unter Umständen durch Ineffizienz verminderten Wettbewerbsfähigkeit ebendieser. Das wiederum schmälert den Gewinn und verhindert damit erst recht Investitionen in Neubauten. Will man als Anlagenbetreiber diesen Teufelskreis durchbrechen, muss man sowohl den Betrieb als auch sämtliche Prozesse rund um die Anlage betrachten und gegebenenfalls optimieren. Aber wo findet man mögliche Ansatzpunkte? Hilfestellung bei der Beantwortung dieser und weiterer

Fragen rund um den Betrieb von Anlagen und Standorten gibt der neue Fachinformationsdienst für Chemieunternehmen in Form des Onlineportals „Service.Wissen“, das vom Industriedienstleister Infraserv Knapsack betrieben wird. Das Portal liefert kostenlos Tipps und Infos rund um die Themen Effizienz und Sicherheit im Betrieb chemischer Anlagen und Standorte. Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung als Dienstleister für die chemische Industrie wissen die Spezialisten von Infraserv Knapsack, welche Ansatzpunkte in den Bereichen Effizienz und Sicherheit für die Branche relevant sind. Und diese Informationen, die auch regelmäßig aktualisiert werden, lassen sich nun in dem genannten Brancheninformationsportal kostenlos abrufen. www.service-wissen.blog


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Facility Management – Die Möglichmacher

DIE Stimme der Branche

Impulsgeber, Innovationstreiber, Karrierebörse - für all das steht die Initiative „Facility Management Die Möglichmacher“. Seit 2008 machen sich führende FM-Dienstleister stark für ihre Branche. Denn während anderen Wirtschaftszweigen schon immer eine hohe Aufmerksamkeit und großes öffentliches Interesse zuteilwurde, kämpft das Facility Management mitunter noch immer um Bekanntheitsgrad und Image. Und das, obwohl FM mit mehr als 130 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung und weit über vier Millionen Erwerbstätigen ein Wachstumsmarkt ist, der für Stabilität und Zukunftssicherheit steht und dessen Beitrag zur Wirtschaftskraft unseres Landes unbestritten ist. Mit verschiedenen Kampagnen setzen sich die derzeit elf Möglichmacher daher dafür ein, das Ansehen von FM in der Öffentlichkeit weiter zu stärken. Sie stellen die Vorteile von intelligentem Facility Management in den Blick von Ent-

scheidern möglicher Auftraggeber aus Wirtschaft und Verwaltung sowie der breiten Öffentlichkeit. Sei es mit aufmerksamkeitsstarken Anzeigenkampagnen in Print- und Onlinemedien, der Veröffentlichung von Success Stories erfolgreicher Unternehmen, die auf externe Dienstleister setzen, oder der gemeinsamen Präsenz auf Messen.

Fokus: Digitalisierung und Mittelstand Gerade die Digitalisierung ist ein wesentlicher Treiber der zunehmenden Marktdynamik. Der digitale Wandel hat unser Leben bereits grundlegend verändert und wird auch den Dienstleistungssektor wandeln. Wer - nicht nur als FM-Dienstleister - seine Bedeutung im Markt sichern und ausbauen will, muss die Chancen, die die Digitalisierung bietet, aktiv nutzen, seinen Kun-

Ralf Hempel ist Vorsitzender im Lenkungsausschuss der Initiative „Facility Management Die Möglichmacher“.

den innovative Lösungen bieten sowie digitale Technologien in der eigenen Organisation umsetzen in Prozessen, Servicevielfalt und Kommunikation. In Fachbeiträgen zeigen die Möglichmacher Flagge und stellen ihre Strategien vor, um mit digitalen Lösungen und Automatisierungstechniken Kundennutzen und Dienstleistungsqualität weiter zu steigern. Hohe Priorität für die Initiative hat auch die Zielgruppe Mittelstand, denn bislang steht ein Großteil der kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern oftmals noch am Anfang.

Weiterer Schwerpunkt: Industrielles FM Diesem Defizit begegnen die Möglichmacher mit zielgerichteten Aktionen, in denen sie darüber informieren, wie Facility Management für eine werterhaltende Immobilienbewirtschaftung und Kostenoptimierung sorgt. Darüber hinaus legen mittelständische Unternehmen großen Wert auf die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter. Sie wissen, dass ein optimal gestalteter und topgepflegter Arbeitsplatz oder ein gutes Kantinenangebot enorm zur Motivation beitragen. Hier sind FM-Dienstleister gefordert, denn die Facility Services haben erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden von Mitarbeitern an ihrem Arbeitsplatz. Eine besondere Verantwortung kommt dem Facility Management auch im industriellen Umfeld zu. Nur durch ganzheitliche Betrachtung aller Betriebs,- Bewirtschaftungs- und Produktionsfaktoren lassen sich die Stellschrauben ermitteln, mit denen Unternehmen

langfristig eine hohe Wirtschaftlichkeit erreichen. Mit der steigenden Vernetzung von Produktions- und FM-Prozessen ergeben sich weitere Optimierungspotenziale. Steigende Anforderungen an Flexibilität und Effizienz sorgen auch dafür, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Kern- und Sekundärprozessen noch stärker intensiviert. Facility Management steht auch für eine anhaltend hohe Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Einstiegs- und Hierarchiestufen. Nur mit einem engagierten und qualifizierten Mitarbeiterstab können Dienstleistungsunternehmen mit Servicevielfalt und guter Arbeit bei ihren Kunden punkten. Daher ist es der Initiative eine Herzensangelegenheit, die vielfältigen Karrierechancen der Branche aufzuzeigen und engagierte Nachwuchs-, Fach- und Führungskräften zu gewinnen und zu binden.

Sichere Arbeitsplätze mit Karrierepotenzial Veranstaltungen mit Hochschulen, Berufsinformationszentren der Bundesagentur für Arbeit sowie das Engagement in verschiedenen Initiativen, die Flüchtlingen den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen, sind nur einige Beispiele gemeinsamer Recruitingaktivitäten. Um weiter zu wachsen, sprechen die Möglichmacher Schüler, Studenten, Absolventen, Berufseinsteiger und Fachkräfte mit Berufserfahrung gleichermaßen an, um ihre Aufmerksamkeit auf die Branche sowie die vielseitigen Berufe und Karrieremöglichkeiten im Facility Management zu lenken.

Facility Management Die Möglichmacher c/o GEFMA German Facility Management Association Deutscher Verband für Facility Management e.V. Dottendorfer Str. 86 53129 Bonn Tel.: +49 (0)228 850276-0 Fax: +49 (0)228 850276-22 info@GEFMA.de www.GEFMA.de

Facility Management (FM) steht für eine moderne Managementmethode und gleichzeitig für eine der Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft. Trotz der Bedeutung für die Volkswirtschaft und das tägliche Leben ist in Deutschland der Begriff und das, was dahintersteht, nicht überall bekannt. Um dies zu ändern, haben sich elf führende FacilityManagement-Unternehmen zusammengeschlossen. Stellvertretend für unsere Zunft haben wir eine gemeinsame Imagekampagne aus der Taufe gehoben. Ziel der Kampagne ist es, das Facility Management bekannter zu machen und von seinem Nutzen zu berichten. Daneben werden die vielseitigen Ausbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen in der Branche aufgezeigt.


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Clever: TGA und TFM aus einer Hand Bei Sanierung und Neubau setzt eine Reederei bei ihrem Firmensitz auf nur einen Partner Die Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft KG - kurz Hamburg Süd genannt gehört zu den zehn größten Containerreedereien weltweit. Für die im Jahr 1871 gegründete Reederei arbeiten über den Globus verteilt etwa 6.300 Mitarbeiter in 250 Büros. Der Firmensitz in Hamburg, in Sichtweite der Elbphilharmonie, wurde unlängst saniert bzw. erweitert - und zwar nach dem Prinzip „der Errichter ist auch der Betreiber“. Dadurch gibt und gab es keine zeitraubenden und kostentreibenden Schnittstellen zwischen dem technischen Gebäudeausstatter (TGA) und dem technischen Facility Management (TFM). Doch nicht nur das … Die Containerreederei Hamburg Süd residiert in einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex der modernen westdeutschen Nachkriegsarchitektur mitten in Hamburg. Das Ensemble wurde bereits ab dem Jahr 1956 geplant. Es sollte als eines der ersten Hochhäuser an der neu geschaffenen Ost-West-Straße seinen Platz finden. Doch das dauerte: Erst 1965 wurde der Komplex fertiggestellt. Im vergangenen Jahr wurden der Bauteil A und B des unter Denkmalschutz stehenden HamburgSüd-Ensembles komplett saniert. Außerdem wurde ein Neubau C, der an den Bauteil B angrenzt, erbaut. Das Ziel war es, alle ca. 800 in Hamburg tätigen Reedereimitarbeiter an einem hochmodernen Standort zusammenzufassen. Das ambitionierte Großprojekt stellte hohe Anforderungen - und zwar nicht nur an die technische Gebäudeausstattung. Die vorhandene kubische Architektur sowie Belange des Denkmalschutzes waren für alle Beteiligte, also Architekten, Planer, Ingenieure und Monteure eine Herausforderung. Zumal das sogenannte Hochhaus noch um eine Etage auf 15 Obergeschosse aufgestockt und so auf eine respektable Höhe von 60 Metern gebracht wurde. Hier oben hat die Geschäftsführung ihren Sitz. Verantwortlich für die komplette technische Ausstattung des Objekts war die GA-tec, ein Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1916 zurückreichen und das seit dem Jahr 2008 zur französischen Sodexo-Gruppe gehört. Die Spezialisten projektieren und installieren nicht nur Elektroanlagen, Heizungs-, Klima-, Kälte-, Sanitär-, Sicherheits- und Brandschutztechnik, Rohrleitungsnetze sowie Mess-, Steuer- und Regelsysteme, sondern sie sind auch im Geschäftsfeld Technisches Facility Management aktiv. Durch die Vernetzung beider Geschäftsbereiche profitieren laut Sodexo auch ihre Kunden.

Die GA-tec Gebäude- und Anlagentechnik GmbH übernimmt die Aufgaben rund um die technische Ausrüstung von Gebäuden und Industrieanlagen. Sie projektiert und installiert nicht nur Elektroanlagen, Heizungs-, Klima-, Kälte-, Sanitär-, Sicherheits- und Brandschutztechnik, Rohrleitungsnetze sowie Mess-, Steuer- und Regelsysteme, sondern übernimmt auf Wunsch auch das Technische Facility Management.

Die GA-tec erhielt im März 2015 den Auftrag, alle technischen Gewerke als Technischer Generalunternehmer zu realisieren. Der Auftrag wurde in Zusammenarbeit mit den GA-tec Niederlassungen Baden-Baden, Berlin und Frankfurt sowie dem GA-tec Projektmanagement aus Heidelberg durchgeführt.

Großauftrag mit eigenem Projektbüro Ein eigens in Hamburg gegründetes Projektbüro diente dazu, die Zusammenarbeit mit dem Kunden möglichst eng und effizient zu gestalten. Der Auftrag umfasste unter anderem die Errichtung der raumlufttechnischen Anlagen, der Entrauchungsanlagen, der Heizungsanlage sowie der Sanitärinstallationen mit Wasserund Abwasseraufbereitung sowie einer komplexen Kältetechnik mit den kompletten Kühldecken. Die beauftragten Feuerlöschanlagen umfassten auch den vollflächigen Sprinklerschutz des Ge-

Das Sanierungsprojekt Hamburg Süd betreute die GA-tec aus Heidelberg. Sie realisierte die TGA von einem eigens gegründeten Projektbüro aus, während die Hamburger GA-tec Niederlassung das TFM übernahm. Das bedeutet für den Kunden: ein Ansprechpartner für alle Gewerke.

bäudekomplexes. Ebenso umfassend war der elektrotechnische Teil des Auftrags. Die GAtec lieferte und errichtete die Trafoanlagen, die Mittelspannungsversorgungen, die Niederspannungshauptverteilungen, die unterbrechungssicheren Stromversorgungsanlagen, die Notstromerzeugungsanlage sowie die komplette Infrastruktur zur Versorgung der Ausbauflächen mit Spannung und Licht. Auch mit der Sicherheitstechnik wurden die Heidelberger betraut, darunter die flächendeckende Brandmeldeanlage, die Sicherheitsbeleuchtungsanlage sowie eine sogenannte BOS Anlage (nicht öffentliche mobile UKWLandfunkdienstanlage). Die GA-tec realisierte zudem das komplette Datennetz sowie umfangreiche Sicherheits- und Notrufanlagen. Am Ende wurden alle Einrichtungen vernetzt und in eine übergeordnete Gebäudeleittechnik, Fabrikat Winmag, integriert. Dieses System dient dazu, auf einen Blick die wesentlichen Vorgänge in den Gebäuden zu sehen und zu überwachen.

Rund um die Uhr erreichbar Die Bedienung und Überwachung der Anlage erfolgt während der normalen Arbeitszeiten vor Ort. Außerhalb der normalen Arbeitszeiten ist eine Fernüberwachung von außen möglich. Zudem gibt es einen Störnotdienst, der rund um die Uhr besetzt ist. Für die Gebäudeautomation, also für die Mess-, Steuer-, Regelanlagen, setzen die Spezialisten auf Priva. Dieses System wurde von GA-tec-Ingenieuren programmiert und auf den Bedarf des Gebäudes zugeschnitten. Mit welcher Liebe zum Detail die Planer und Monteure beim MSRSystem und der Gebäudeleittechnik vorgingen, zeigt der historische sogenannte Globusbrunnen, der den Eingangsbereich der Hamburg Süd an der WillyBrandt-Straße 59 ziert. Moderne Wasser- und Beleuchtungstechnik hauchten diesem Schmuckstück neues Leben ein. Die Lösung Maximo von IBM ergänzt die Gebäudeautomation. Dieses System wird von einem Helpdesk aus genutzt und beinhaltet hauptsächlich ein Ticketsystem für den Nutzer. Sofern ein Mitarbeiter von Hamburg Süd ein Anliegen hat, kann er es über dieses System melden. Im System wird die Abarbeitung des Anliegens dokumentiert, sodass alle

Die Hamburg Süd, einer der größten Containerreedereien weltweit, hat die GA-tec zunächst mit der Komplettsanierung ihres Firmensitzes beauftragt. Die Spezialisten planten, lieferten und errichteten die benötigte technische Gebäudeausstattung. Danach sind sie aber auch für den technischen Betrieb verantwortlich. Der Wert des Auftrages liegt nach Firmenangaben im zweistelligen Millionenbereich. Bilder: Sodexo

Vorgänge genau nachverfolgt werden können. Direkt nach der Umsetzung der TGA wurde die GA-tec beauftragt, auch das technische Facility Management (TFM) für das Objekt zu übernehmen. Damit kam immer noch eher selten in der Branche - erfolgreich ein „Errichter-ist-Betreiber-Konzept“ zum Tragen: Schon der Start des Gebäudebetriebs war laut Sodexo unspektakulär und erfolgte ohne Probleme, da er sich fließend an die Fertigstellung des Komplexes anschloss. Kollegen aus dem gleichen Hause gaben sich hier buchstäblich die Klinke, sprich die entsprechenden Checklisten in die Hand - und das bietet diverse Vorteile. Indem der Betreiber nämlich Zugang zu allen Daten des Errichters hat, entfallen Schnittstellenprobleme, wie sie üblicherweise beim Übergang zum Gebäudemanagement via Dokumentation entstehen. Nichts muss neu erarbeitet werden: Ansprechpartner aus dem gleichen Unternehmen teilen ihr Wissen und beantworten alle Fragen schnell. Letztendlich wird das Gebäude in enger Zusammenarbeit von Mitarbeitern der Hamburg Süd und der GA-tec betrieben. Die Mitarbeiter der GA-tec sind dabei in erster Linie für die technischen Einrichtungen und die der Hamburg Süd für die Mitarbeiter

der für Hamburg Süd spezifischen Belange zuständig. Für die Technik ist ein Objektleiter sowie ein Haustechniker ständig vor Ort. Weitere Spezialisten kommen für regelmäßige Wartungen etc. hinzu. Es gibt eine 24/7-Überwachung der technischen Anlagen mit entsprechenden definierten Reaktionszeiten im Störfall.

Auch für Industriegebäude Für den Fall von Anlagenstörungen gibt es entsprechende automatische Umschaltungen auf redundante oder alternative Anlagen und darüber hinaus Notfallpläne mit Eingriffen von Hand. Die kundenspezifischen Belange werden von zwei Mitarbeitern der Hamburg Süd erbracht. Sodexo bietet nach eigenen Angaben ähnliche Services auch für Industriegebäude an. „Die Anforderungen können beiderseits sehr hoch sein. Bei Industriegebäuden liegt die Priorität neben dem optimalen Arbeitsumfeld für den Menschen auf der Sicherstellung des Produktionsprozesses mit zusätzlichen Anforderungen“, betonen die Spezialisten abschließend. www.ga-tec.de www.sodexo.de

Im Detail wurden zwei Mittelspannungsschaltanlagen mit 10 kV, ein Notstromdieselaggregat mit 800 kVA und drei USV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 300 kVA eingebaut. Hinzu kamen rund 260 Kilometer an Kabel und Leitungen, 49 Kilometer Rohrleitungen für Heizung, Kälte, Sanitär und Sprinkleranlage, 3.800 Sprinklerköpfe, neun Schaltschränke mit 14 DDC-Controllern, circa 9.300 Datenpunkte, über 4.500 Leuchten, 600 Brandschutzklappen für Brandschutz und Entrauchung sowie eine Rauchschutzdruckanlage für den Büroturm.


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Digitale Anlagendokumentation im Chemiepark Bilfinger-Cloudlösung kommt bei Monochloressigsäure-Hersteller zum Einsatz Die CABB GmbH, die in Gersthofen bei Augsburg Monochloressigsäure produziert, wird nun von Bilfinger SE in den Bereichen Maintenance und Engineering unterstützt. Monochloressigsäure ist ein Zwischenprodukt, das unter anderem für die Pharmaindustrie von Bedeutung ist. Die Herstellung stellt besonders hohe Anforderungen an Produktionsanlagen und -prozesse. Für einen reibungslosen Betrieb ist es deshalb unverzichtbar, dass alle relevanten Daten aus Produktion und Instandhaltung jederzeit in Echtzeit zur Verfügung stehen und ausgewertet werden können. In einem gemeinsamen Projekt bauen CABB und Bilfinger SE für den Standort Gersthofen eine digitale Anlagendokumentation für ausgewählte Teilanlagen auf. Dabei sind der Industriedienstleister und das Chemieunternehmen schon länger Partner: So erbringt die Tochtergesellschaft der Bilfinger SE, die Bilfinger Maintenance GmbH, bereits seit dem Jahr 2006 in Gersthofen entsprechende Engineering- und Instandhaltungsdienstleistungen. Doch das aktuelle Projekt geht deutlich weiter und umfasst die cloudbasierte Bilfinger-Plattform für Maintenance, Modifications

and Operations (MMO) sowie die Anwendung Comos Maintenance, Repair and Overhaul (MRO) Version 10.2, eine von Siemens entwickelte Lösung für Anlagenplanung und -dokumentation. Mithilfe der von Bilfinger neu entwickelten MMO-Plattform soll ein „Digitaler Zwilling“ (Digital Twin) der Anlage erstellt werden. Damit ist dann ein umfassender Zugriff auf alle relevanten Maintenanceund Betriebsdaten möglich. Zum anderen wird unter Praxisbedingungen getestet, welche Vorteile das Siemens-Tool Comos MRO beim Management der Instandhaltung bietet - insbe-

sondere bei Prüfungen und Verwaltungsaufgaben. Von der neuen Softwarebasis erwartet sich CABB jedenfalls hohe Effizienzgewinne. Ermöglicht werden sollen diese durch die zentralisierte, papierlose Maintenance-Abwicklung, eine vereinfachte Rechteverwaltung für Zugriffe auf die Anlagendaten und nicht zuletzt durch die Zusammenführung aller Anlagendaten. „Die nun möglichen Auswertungen und Querverknüpfungen unseres anlagenbasierten Datenbestands sind ein wichtiger Meilenstein für

Industriepark Höchst: 50 Jahre alte Abwasserreinigung - moderner denn je Jeden Tag verarbeitet die Abwasserreinigungsanlage (ARA) im Industriepark Höchst rund 60 Millionen Liter Abwasser. Dabei baut sie 150 Tonnen CSB ab. CSB steht für „chemischer Sauerstoffbedarf“ und ist ein Maß für die Schmutzfracht im Wasser. Zum Vergleich: Eine vergleichbare Schmutzfracht fällt bei einer Stadt mit etwa 1,25 Millionen Einwohnern an. Damit ist die ARA, die von der Standortbetreibergesellschaft Infraserv Höchst betrieben wird, eine der größten industrielle Anlagen in Hessen und eine der wichtigsten Anlagen im Industriepark. Ursprünglich wurde die Anlage für 50 Tonnen CSB gebaut, doch bereits zehn Jahre nach dem Bau wurde sie auf mehr als die doppelte Kapazität erweitert, um dem zunehmenden Bedarf gerecht zu werden. 1984 wurde die ARA dann mit Biohochreaktoren auf die heutige Größe ausgebaut. Bis heute kommt das gesamte Abwasser des Industrieparks Höchst in der Anlage an. Doch „nicht alle Abwässer sind schwer abbaubar. Durch die steigende Pharmaproduktion gibt es am Standort vermehrt leicht abbaubare Abwässer, auf die wir uns in den vergangenen Jahren eingestellt haben“, erklärt Eckhard Strohmeyer, Leiter der Abwasserreinigungsanlage. Außerdem wurde im Jahr 2004 die Anlage so umgebaut, dass das Abwasser in einem zweistufigen biologischen Verfahren - für leicht und schwer abbaubares Abwasser - effizient und nach dem neuesten technischen Stand gereinigt wird. So kann die Anlage eine große Bandbreite an verschiedenen Abwasserarten verarbeiten. Der Klärschlamm, der am Ende der Abwasserreinigung übrig bleibt,

Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv (li.), erklärt: „Auch die hocheffiziente Abwasserentsorgung trägt dazu bei, dass unsere Kunden hier am Standort optimale Rahmenbedingungen vorfinden.“ Neben ihm steht Klaus Oesterling, Verkehrsdezernent und Stadtrat in Frankfurt. Bild: Infraserv

wird verwertet und in der CoFermentationsanlage für die Produktion von Biogas genutzt, das nach einer Reinigung zum Teil als Bioerdgas in das Netz der Mainova eingespeist wird. Das restliche bei der Vergärung entstehende Biogas wird zur Erzeugung von Strom und Dampf verwendet. Anschließend wird der verbliebene Schlamm entwässert und in der Klärschlammverbrennungsanlage verbrannt. www.infraserv.com

Für CABB markiert die Nutzung der MMO-Plattform in Verbindung mit Comos als zentraler Lösung für die Auswertung von Anlagendaten einen entscheidenden Schritt hin zur automatisierten Wartungs- und Prüfabwicklung. Bild: Bilfinger

die digitale Transformation unserer Produktionsprozesse“, bestätigt Ferdinand Seitz, Leiter Technik CABB GmbH, Standort Gersthofen. Er fährt fort: „Das schafft automatisch attraktive Perspektiven für unsere Anlagenstrategie. Bewährt sich die Plattform im Testlauf, erhalten wir dadurch eine Software für die risikobasierte Instandhaltung weiterer Anlagen.“ Bilfinger erschließt durch die Kooperation mit CABB interessante Geschäftspotenziale, denn ähnlich wie beim erfolgreichen Pilotprojekt mit der Münzing Chemie GmbH in Heilbronn (siehe B&I Ausgabe 4/2017) geht es auch hier wieder um eine kundengerechte Lösung für die Betriebsdokumentation für den Mittelstand. „Zu unseren Zielen gehört es, eine Standardlösung für die Anlagendokumentation zu entwickeln und einen Eignungsnachweis von Comos MRO für

Maintenance Services zu erbringen“, bestätigt Franz Braun, Chief Digital Officer Bilfinger SE. „Durch das Kooperationsprojekt mit der CABB GmbH kommen wir diesem Ziel entscheidend näher.“ www.bilfinger.com http://cabb-chemicals.com/de

Ferdinand Seitz, Leiter Technik CABB GmbH am Standort Gersthofen, ist überzeugt: „Die nun möglichen Auswertungen und Querverknüpfungen unseres anlagenbasierten Datenbestands sind ein wichtiger Meilenstein für die digitale Transformation unserer Produktionsprozesse.“ Bild: Seitz

www.uhlenbrock.org

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Smartphone: Verlängerter Arm des Technikers Digitales Ferndiagnosetool ermöglicht smarten Service und effektiven Ressourceneinsatz Damit schnelle Reaktionszeiten für die Instandsetzung und Wartung von Maschinen und Anlagen nicht zulasten der Prozesseffizienz gehen, setzen immer mehr Hersteller und Servicebetriebe auf digitale Lösungsansätze im technischen Kundendienst. Speziell zu diesem Zweck hat die Solutiness GmbH eine Plattform für Mobilgeräte entwickelt, um den Spagat zwischen schnellen Reaktionszeiten, Kostensenkung und Produktivitätssteigerung im Kundendienst von Industrie und Handwerk zu meistern. Steht eine Maschine oder Anlage still, muss es schnell gehen. Um Folgekosten durch Verzögerungen in der Fertigung oder einen Produktionsstillstand beim Kunden zu vermeiden, sollten Hersteller und Servicedienstleister nicht nur schnelle Reaktionszeiten, sondern auch zuverlässige und vor allem unverzügliche Kommunikationsprozesse sicherstellen. „Die komplexeren Anforderungen der Industrie 4.0 erfordern heute auch einen Service 4.0. Um die Re-Inbetriebnahme beim Kunden zu beschleunigen und gleichzeitig die Ressourcen im Kundendienst wertschöpfender einzusetzen, werden Teile des Kundendienstes zunehmend auf digitalem Wege abgewickelt“, erklärt Klaus Plüher, Geschäftsführer der Solutiness GmbH. Denn gerade bei zeitkritischen Störungen können lange Anfahrtswege und unprofessionelle Auftragsvorklärungen ohne Bilder und mit nur spärlichen Informationen in Textform den Wiederherstellungsprozess unnötig verlängern.

Lieber smart und convenient … Klaus Plüher betont: „Mit digitalen Fernwartungs- und Diagnose-Tools lassen sich die vorgelagerten Analyse-Prozesse auch außerhalb der IoT-Welt wie der Erstkontakt oder die Fehlerbeschreibung nachhaltig verbessern oder sogenannte ,NonsensCalls‘ vermeiden, die beim Servicedienstleister zusätzlichen Aufwand verursachen. Zudem gestatten sie eine effiziente visuelle Fehlerdokumentation und bieten Techniker und Problemmelder vor Ort die Möglichkeit, einfache Lösungsansätze

Mit dem beweglichen „Tele-Punkt“ der Anwendung navigiert der Techniker die Person vor Ort, um etwa Bedientafeln auszulesen oder den Fehler einzugrenzen. Bilder: Solutiness

oder Konfigurationen direkt vorzunehmen.“ In der Praxis fungiert der Kunde mit seiner Smartphone- oder Tablet-Kamera dabei als verlängerter Arm des Technikers, indem er in einer audiovisuellen Echtzeitkommunikation über eine Internetverbindung vom Techniker Schritt für Schritt durch den Diagnose- oder Wiederherstellungsprozess geleitet wird. Verständigungsprobleme, etwa aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse oder laienhafter Formulierungen, sollen so gar nicht erst auftreten. Möglich macht dies eine Anwendung, die über die Kamerafunktion des Mobilgerätes das Bild des Objektes simultan auf das Display des Technikers überträgt. Über einen beweglichen

… als analog und zeitraubend „Tele-Punkt“ auf beiden Displays navigiert der Techniker mit dem Zeigefinger die Person vor Ort, um etwa Bedientafeln auszulesen oder den Fehler einzugrenzen. Per Fingertipp kann der Techniker direkt Snapshots auslösen, die mit Zeitstempel und individuellen Notizen versehen -automatisch in der Cloud gespeichert und als PDF-Protokoll allen prozessbeteiligten Personen bereitgestellt werden. „Die Güte des Kundendienstes wird heute ja vor allem an zwei Parametern bemessen: Schnelligkeit und Beratungskompetenz. Mithilfe von digitalen Ferndiagnose-Apps sind Servicedienstleister ihren Industriekunden gegenüber sofort auskunftsfähig und können binnen Minuten kompetente Hilfestellung geben. Zudem fallen auch kalkulatorische Risiken wie unnötige Wartezeiten, kurzfristige Änderungen der Ressourcenplanung, lange Anfahrten oder fehlende Ersatzteile komplett weg. Die erzielten Einsparungen von bis zu 90 Prozent und die freiwerdenden Personalressourcen, die gezielter für die wirklich

wertschöpfenden Tätigkeiten eingesetzt werden können, machen digitale FerndiagnoseTools heute zu einem unverzichtbaren Instrument für interne und externe Servicedienstleister“, fasst Klaus Plüher zusammen. Datenbrillen stellen seiner Meinung nach dafür keine geeignete Alternative dar, „da sie zum einen auch immer am Ort des Geschehens verfügbar sein müssen, zum anderen aber aufgrund ihrer hohen Kosten, notwendiger Schulungen und aufwendiger Bildeinspeisung gegenüber dem vielfach verbreiteten Smartphone schlicht für viele mittelständische Servicedienstleister nicht attraktiv sind.“ Im Gegensatz dazu fallen zur Nutzung des Cloud-Dienstes neben Internet- oder einem Smartphone-Gerät keine initialen Einrichtungs- oder Investitionskosten an, da der Dienst über eine monatliche, skalierbare Flatrate abgerechnet wird, die sich nach dem individuellen Bedarf des Servicedienstleisters richtet. „Dieses Invest refinanziert sich bei unseren Kunden bereits im nächsten Monat, weil schon ein eingesparter Technikertag mehrere Lizenzen finanziert“, meint Plüher abschließend. www.tele-look.com

„Die Güte des Kundendienstes wird heute vor allem an zwei Parametern bemessen: Schnelligkeit und Kompetenz. Nicht nur aus Kostengründen macht dies digitale Ferndiagnosetools heute zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel für Servicedienstleister“, meint Solutiness Geschäftsführer Klaus Plüher.

Mobile Checklisten aus dem SAP Die Schweizer Bahngesellschaft BLS Netz AG setzt zur besseren Instandhaltung ihrer Bahn-Infrastruktur eine von der Berliner Wessendorf Software & Consulting entwickelte mobile Checklistenlösung ein. Die Techniker werden vor Ort mit Aufträgen und technischen Informationen zur Umsetzung ihrer Aufgaben unterstützt und dokumentieren die Ergebnisse über die Mobillösung direkt im SAP System. Die Informationen zu den Instandhaltungsobjekten laufen mit den im SAP aufgeschlüsselten Tätigkeiten in einem aktuell erzeugten Wartungsplan zusammen. Auf Basis der daraus erstellten Prüfpläne werden einzelne Prüflose generiert, die von den Mitarbeitern bearbeitet werden. Die im SAP erzeugten Checklisten werden mit der Mobillösung auf die Endgeräte der Techniker übermittelt, die anhand der Checklisten dann die Zustandsbewertung der einzelnen Elemente (z. B. Weichen) vornehmen. Dabei können sowohl quantitative wie auch qualitative Prüfmerkmale bearbeitet und Kurzkommentare bzw. Fotos ergänzt werden.

Die mobilen Checklisten vereinfachen die Instandhaltungsarbeiten. Bild: Wessendorf

Zur einfacheren Bearbeitung werden den Technikern für jedes Objekt individuelle Grafiken und Sollwerte zur Verfügung gestellt. Nach Beendigung der Inspektion werden die Daten ins SAP-Backend zurück übertragen. Komplett bearbeitete Checklisten werden durch ein Batchprogramm automatisch abgeschlossen. Fehlerhafte Angaben werden herausgefiltert und zur Weiterbearbeitung weitergeleitet. Auf Basis der für die einzelnen Instandsetzungsaufgaben hinterlegten Stundensätze sowie der jeweiligen Anfahrts- und Abfahrtszeiten lassen sich aus den einzelnen Prüflosen der Arbeitsaufträge Gesamtarbeitszeiten und Gesamtkosten ermitteln. www.wsc.biz

Dokumentation: Tablet ersetzt Klemmbrett Der Rostocker Wartungsdienstleister Andrews & Bell Liftservice GmbH hat die gesamte Dokumentation seiner Wartungen, Reparaturen und Störfälle digitalisiert. Neuartig ist, dass nun alle Wartungsprotokolle auf dem Tablet ausgefüllt und in Echtzeit übertragen werden. Vor der Umstellung arbeiteten die Monteure stets mit Klemmbrettern und Papierformularen. Dabei haben sie alleine für eine Wohnungsbaugesellschaft über 5.000 Wartungs- bzw. Störungsund Rundgangprotokolle im Jahr ausgefüllt. Zusätzlich musste jedes einzelne Formular geprüft und danach für den Kunden aufbereitet werden, was sehr zeitintensiv war. Jetzt werden mithilfe des Assistenzsystems Coredinate der gleichnamigen Firma alle Dokumentationen mit dem Tablet erfasst und in Echtzeit in ein Web-

Bild: Coredinate

portal übertragen. Auch Fotos von Schäden und die Unterschrift des Monteurs können in das Protokoll übernommen werden. Die Vorteile der mobilen Lösung made in Germany sind für den Wartungsdienstleister vielseitig: So vergessen Monteure keine Objekte mehr, Informationen und Aufgaben sind immer über das Tablet abrufbar und Wartungsprotokolle können automatisch an den Kunden versandt werden. Zudem sind alle Protokolle für die Geschäftsführung des Wartungsdienstleisters auf einen Blick im Portal sichtbar und der Papierkram wird aus dem Büro verbannt. Das alles rechnet sich laut Coredinate, denn pro Tag werden im Schnitt 60 Minuten Zeit gespart, wodurch sich die Lizenzgebühren von 59 Euro pro Monat und App von selbst tragen. www.coredinate.de


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Industrie 4.0 Schritt für Schritt implementieren Von der vernetzten Produktion zum agilen Unternehmen Digitalisierung und Industrie 4.0 versprechen immense Wachstumspotenziale und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit. Trotzdem zögern viele Unternehmen - besonders der Mittelstand. Konkrete Hilfestellungen soll nun der Acatech Industrie 4.0 Maturity Index geben. Das Beispiel eines Herstellers elektrischer Verbindungstechnik zeigt, wie Industrie 4.0-Anwendungen und Prozesse anhand des Leitfadens Schritt für Schritt implementiert werden. Dies führte unter anderem zu wirtschaftlicheren Instandhaltungsprozessen. In vielen Bereichen nehmen deutsche Unternehmen aus dem Mittelstand internationale Spitzenpositionen ein, z.B. im Maschinenbau. Doch soll der Vorsprung auch in Zukunft gehalten oder gar ausgebaut werden, ist eine konsequente Umsetzung von Industrie 4.0 notwendig. Andere Länder, vor allem die USA, sind hier schon deutlich weiter. Dort ist die Affinität zu neuen ITTechnologien höher und die Kultur des Trial and Error stärker ausgeprägt. Vereinzelte Rückschläge werden als notwendige Erfahrungen auf dem Weg zum langfristigen Erfolg eher akzeptiert. Deutsche Unternehmen möchten dagegen oft den gesamten Produktionsprozess neu aufstellen, anstatt die Umgestaltung in mehreren kleineren Schritten anzugehen. Mögliche Hemmnisse sind auch offene Fragen zur Auswahl der Software und IT-Systeme, den zu berücksichtigenden Standards und den geeigneten ITSicherheitsmaßnahmen. Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) hat daher zusammen mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft einen Leitfaden erarbeitet, der den Unternehmen eine praxisnahe Orientierungshilfe gibt. TÜV Süd hat als einer der Partner seine Expertise in den Bereichen Funktionale Sicherheit und industrielle IT-Security eingebracht. Der Industrie 4.0 Maturity Index will Unternehmen unterstützen, die digitale Transformation erfolgreich zu meistern und einen höheren Grad an Agilität zu erreichen. Agilität ist die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen in- und außerhalb des Unternehmens reagieren zu können. Dazu ist es notwendig, innerhalb einer möglichst kurzen Zeitspanne präzise die richtigen Entscheidungen zu treffen, die auf verlässlichen, systematisch erhobenen und analysierten Informationen beruhen. Der Industrie 4.0 Maturity Index hilft dabei, sowohl die passende, alle Unternehmensbereiche umfassende Gesamtstrategie zu entwickeln, als auch die für den Weg dorthin notwendigen Einzelschritte zu konkretisieren. Entsprechend der vorher definierten Unternehmensstrategie muss jedes Unternehmen dabei seine eigene, individuelle Roadmap entwickeln. Der Maturity Index ist als multidimensionales Reifegradmodell konzipiert. Er betrachtet nicht isoliert die IT-Prozesse und deren Rolle bei der Vernetzung der Produktion, sondern bezieht alle relevanten Gestaltungsfelder in die Analyse ein: Ressourcen: Mitarbeiter und ihre Kompetenzen, Maschinen

und Anlagen, Werkzeuge, Produkte Informationssysteme: soziotechnische Systeme, in denen Menschen sowie Informationsund Kommunikationstechnologien Daten bereitstellen und verarbeiten Organisationsstruktur: Regeln und Strukturen, die die Beziehungen innerhalb des Unternehmens, aber auch des Unternehmens mit seinem Umfeld leiten Kultur: Wertesystem innerhalb des Unternehmens, etwa die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich auf Veränderungen einzulassen und ihr Verhalten zu überprüfen Die Umsetzung erfolgt in drei Phasen: Zuerst wird in einer Bestandsanalyse der aktuelle Reifegrad des Unternehmens in den fünf Funktionsbereichen Entwicklung, Produktion, Logistik, Service, Marketing und Vertrieb bestimmt. Dies geschieht mittels Fragebögen, Werksbegehungen und in Workshops. Dabei werden die Reifegrade in jeweils sechs Stufen unterteilt. Es ist nicht notwendig, dass das Unternehmen in allen Bereichen den jeweils höchsten Reifegrad erlangt. Welche Stufe sinnvollerweise erreicht werden sollte, hängt von der Strategie und den Zielen des Unternehmens ab.

Diese werden in der zweiten Phase, der Zielbestimmung, definiert. Eine Gap-Analyse, die Ist- und SollZustand abgleicht, macht dann den Handlungsbedarf deutlich. Darauf baut Phase drei, die Entwicklung der Roadmap, auf. Ein Kennzahlensystem und eine Kosten-Nutzen-Analyse zeigen auf, welche der möglichen Maßnahmen besonders geeignet sind, den Reifegrad des Unternehmens in den jeweiligen Bereichen auf das vorher definierte Niveau zu heben.

Erfolgreiches Pilotprojekt angelaufen Die Praxistauglichkeit des Maturity Index zeigt ein Pilotprojekt bei einem Zulieferer für Energie- und Signaltechnik mit rund viertausend Mitarbeitern. Das Unternehmen produziert deutschlandweit an mehreren Standorten Steck-, Anschluss- und Netzwerksysteme zur Automatisierung, darunter auch RFID-Lösungen. Die hohe IT-Affinität des Unternehmens zeigte sich unter anderem darin, dass bereits ein digitales Abbild der Produktion aufgebaut und aktuell gehalten wurde. Dies erleichterte die Umsetzung ähnlicher Anwendungsfälle. Da die Industrie 4.0-Projektgruppe

Die sechs Reifegrade des Maturity Index. Quelle: FIR, RWTH Aachen

des Unternehmens bereits regelmäßig Use-Cases auf dieser Basis umsetzte, konnte die Bestimmung des Reifegrades - der erwartungsgemäß hoch war - in nur vier Tagen abgeschlossen werden. Um die Produktion in den bereits digital vernetzten Anlagen weiter zu verbessern, umfasst die Roadmap insgesamt rund 30 Einzelmaßnahmen. Unter anderem sollte ein Pilotprojekt optimiert werden, bei dem die Stanzanlagen an mehreren Standorten mit Körperschallsensoren ausgestattet worden waren. Durch die kontinuierliche Messung der Vibrationen können Aussagen über den Anlagenzustand getroffen werden, die eine bedarfsgerechte Instandhaltung ermöglichen. Allerdings wurden die Anlagen bisher nur lokal überwacht. Daher sah die Roadmap eine Vernetzung der Anlagen und eine Auswertung in Echtzeit vor. Optimierungsmaßnahmen, die sich als besonders erfolgreich bewiesen hatten, konnten nun produktionslinienübergreifend ausgerollt werden. Dies trug dazu bei, die Liefertreue und Flexibilität der Produktion signifikant zu erhöhen. Verkürzt werden konnte ebenfalls

die Zeitspanne, die notwendig ist, um Pilotprojekte auszuwählen und zu bewerten - von ca. sechs Monaten auf nur wenige Wochen. Damit ist das Unternehmen deutlich agiler aufgestellt und kann schneller reagieren. So vielversprechend die Potenziale auch sind: Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung birgt auch Gefahren durch unbefugte Zugriffe auf die IT-Systeme. So sind z.B. viele Industrie 4.0Unternehmen auf Daten angewiesen, die Hersteller von Sensoren und Komponenten bereitstellen. Um das Manipulationsrisiko zu minimieren, sollte die Kommunikation nur geschützt und am besten redundant erfolgen. Solche und ähnliche industriellen IT-Risiken abzuwenden, gehört zur Expertise der TÜV-Süd-Experten. Sie unterstützen Unternehmen bei der Suche nach potenziellen ITSchwachstellen, implementieren wirksame Gegenmaßnahmen und zertifizieren industrielle Steuerungs- und Automatisierungssysteme nach dem Sicherheitsstandard IEC 62443. Dr. Bertolt Gärtner, Präsident und CEO TÜV Süd Atisae, Madrid www.tuev-sued.de/digital-service

Diese Arbeitskoffer sind „ge-cloud“ Deutsche Telekom vernetzt die Servicekoffer eines Kompressorenherstellers Die Servicekoffer der Servicetechniker des Kompressorenherstellers Kaeser enthalten spezielle Messgeräte, die beim Kunden vor Ort eine Analyse der Druckluftauslastung (ADA) zur Energieoptimierung des Druckluftsystems erlauben. Nun hat Kaeser Kompressoren begonnen, diese Servicekoffer mithilfe von T-Systems mit der Cloud zu vernetzt - und das aus gutem Grund. Die Servicemitarbeiter von Kaeser Kompressoren können mithilfe der Messegeräte in ihren Servicekoffern Analysen der Druckluftauslastung erstellen - und zwar direkt vor Ort, beim Kunden. Damit geht einher, dass diese Koffer in regelmäßigen Abständen ihren Standort wechseln und auch an den neuen Standorten längere Zeit genutzt wurden. Bisher war es für den Service von Kaeser aber mitunter schwierig

nachzuvollziehen, an welchem Ort und in welchem Zustand sich die Koffer genau befinden. Denn die Techniker schließen die Messgeräte über einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen an die Maschinen an. Nur so lässt sich ein detailliertes Bild über den tatsächlichen Druckluftbedarf des Kunden sowie über die Auslastung der Kompressoren erstellen. „Dadurch hatten wir die Herausforderung, dass manche Koffer schwer auffindbar waren oder komplett verloren gegangen sind“, erinnert sich Oliver Pschirrer, Serviceleiter bei Kaeser Kompressoren, und betont: „Der Verlust war sehr teuer, die Wiederbeschaffung aufwendig.“ Mittlerweile kann Kaeser aber ganz genau und jederzeit nachvollziehen, wo sich die teuren Messgeräte befinden. Über das Dashboard der Cloud der Dinge kann das Unternehmen dies sehen.

Im Dashboard ist zudem der Batteriezustand ablesbar, d.h. nun kann man auch sicherstellen, dass nur Koffer mit aufgeladenen Batterien genutzt werden. Möglich macht dies eine Anbindung, also eine Vernetzung der Koffer mit der Cloud, d.h. jeder Koffer meldet mittlerweile seinen aktuellen Standort in die IoT-Plattform, die die Telekom-Tochter in einem Rechenzentum in Deutschland betreibt. Das entsprechende IoT-Paket beinhaltet Cloudplattform, Sensoren, Konnektivität und Sicherheit für die Vernetzung der Servicekoffer. Anette Bronder, Geschäftsführerin von T-Systems und verantwortlich für das Digitalgeschäft der Deutschen Telekom, ist sich sicher: „Die vernetzten Koffer erleichtern den Arbeitsalltag im Vertrieb und Service und sparen zudem Kosten.“ Die ge-clouden Servicekoffer sind nur ein erster Schritt. Zukünftig

Aus den Augen, aus dem Sinn - gilt hier nicht, denn dank der IoT-Lösung der Telekom wissen die Verantwortlichen stets, wo sich die wertvollen Mess- und Servicekoffer befinden und ob diese einsatzbereit sind. Bilder: Telekom

planen die beiden Unternehmen, ihren IoT-Service weiter auszubauen, beispielsweise indem Einzelmaschinen mit der Cloud vernetzt werden. So werden Messwerte direkt an der Maschine erfasst, in der Cloud ausgewertet und auf einem Dashboard dargestellt. Zusammen mit den SAP-Anwendungen sollen sich auf diese Weise Fehler von Kompressoren frühzeitig erkennen und gezielt beheben lassen - und zwar noch bevor es zu Ausfällen kommt. www.t-systems.com www.kaeser.de


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Die Datenflut als Big Data nutzen Vorausschauendes Instandhalten mittels Software und künstlichen neuronalen Netzen Vom Ansatz der vorausschauenden Wartung und Instandhaltung - Predictive Maintenance - erhoffen sich verschiedene Industrien die Vermeidung von Maschinen- und Anlagenstillständen und damit das Einsparen hoher Ausfall- und Reparaturkosten bis hin zu Reinvestitionen. Dabei gehen neueste Ansätze weit über das bloße Einplanen von regelmäßigen, vorbeugenden Wartungsintervallen hinaus. Sensoren und mathematische Algorithmen sollen heute helfen, Zustandsveränderungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu einem geeigneten Zeitpunkt einzuleiten. Hierbei kann eine auf der erweiterten Fuzzy-Logik beruhende Entscheidungssoftware kombiniert mit künstlichen neuronalen Netzen zum Einsatz kommen. Unternehmen ringen täglich um eine hohe Verfügbarkeit ihrer Fertigungs- oder Energieanlagen. Denn unerwartete Schäden und Wartungsarbeiten führen schnell zu teuren Ausfällen. Faktoren wie Zeit und Geld stehen dabei im Vordergrund, wenn Kundenaufträge angesichts von ungeplanten Maschinenausfällen nicht rechtzeitig abgearbeitet werden können. Die Intensität der Auswirkungen ist dabei unabhängig von der jeweiligen Branche und des damit verbundenen Gesamtsystems (Lieferkette) relativ zu bewerten. Längere Produktionsstillstände infolge eines unerwarteten Maschinenausfalls bei den heutzutage eng getakteten Produktions- und Logistikprozessen führen dazu, dass vereinbarte Ziele zwischen Geschäftspartnern

50 Prozent weniger Ausfallzeiten drei bis fünf Prozent weniger Investitionsbedarf durch längere Lebensdauer von Produkten und Anlagen und zehn bis 40 Prozent weniger Wartungskosten für z.B. Airlines durch zustandsorientierte Wartung Neue Chancen eröffnen in diesem Kontext die zunehmende Vernetzung von Produktionssystemen sowie die Möglichkeit einer systematischen Nutzung von Maschinendaten, welche mittels Sensoren Auskunft über den Zustand der Anlage geben. Genau hierfür bietet der Markt inzwischen praxisbewährte Systeme, wie beispielsweise die Entscheidungssoftware Qualicision der Dortmunder PSI FLS Fuzzy Logik & Neuro Systeme GmbH,

Priorisierung der Kriterien(-Kombination) und empfohlene Entscheidung. Bilder: PSI FLS

nicht oder nur teilweise erreicht werden können. Alternativen, wie das Einlagern von Ersatzteilen, binden allerdings oftmals zu langfristig Kapital. Eine vorausschauende Instandhaltung kann hingegen die verschiedenen Herausforderungen und komplexen Zusammenhänge bei der Minimierung von ungeplanten Maschinenausfällen rechtzeitig in Einklang bringen. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage, wie es gelingt, die Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen zu erhöhen und gleichzeitig den Aufwand für Wartungen und Reparaturen zu minimieren bzw. wie notwendige, operative Änderungen bei der Einplanung und Einstufung von Kapazitätsspitzen berücksichtigt werden können. Eine Studie von McKinsey sieht in Predictive Maintenance eines der wichtigsten Anwendungsfelder für das Internet of Things (IoT) und rechnet bis 2025 mit einem Einsparungspotenzial von bis zu 630 Milliarden USD und zwar in folgenden Bereichen: 20 bis 40 Prozent weniger Wartungskosten für Produktionsanlagen und Medizinprodukte

die kombiniert mit künstlichen neuronalen Netzen die prädiktive oder auch automatisch situative Instandhaltung auf Basis großer Datenmengen im Sinne von Big Data ermöglicht. Für eine vorausschauende Instandhaltung schafft die Softwarelösung zunächst die Grundlagen für eine automatische Klassifizierung der gelieferten Maschinendaten. Dafür unterscheidet die Software nach der Auswahl relevanter Daten wie Temperatur, Druck, Ar-

beitsstunden, Termin der letzten Wartung, Stromverbrauch oder Kritikalität des Maschinenausfalls und zwischen deren negativen, normalen und positiven Auswirkungen auf eine Wartung. Dazu erfolgt im Vorfeld eine Definition der abgesicherten Zustandsklassen und Zielfunktionen für die einzelnen Kriterien. Zusammen mit den Maschinen-Experten werden in einem ersten Schritt relevante Kriterien identifiziert und verschiedene Klassifizierungscluster (Korridore) zur Datenbewertung definiert.

Klassifizierung der Maschinendaten Hierbei finden Fragestellungen, wie z.B. in welchen Wertebereichen eine Abstufung nach Dringlichkeit einer Instandhaltung zu definieren ist, Berücksichtigung. Infolgedessen kann zusammen mit den gelieferten Maschinendaten hinsichtlich eines Kriteriums oder einer Kombination aus Kriterien eine qualifizierte Entscheidung darüber getroffen werden, wann eine Instandhaltung notwendig wird. Die Klassifizierung der Maschinendaten erfolgt schließlich nach Kategorien wie „Akuter Wartungsbedarf“, „Mittelfristiger Wartungsbedarf“ oder „Langfristiger Wartungsbedarf“ oder aber folgt weiteren, definierbaren Abstufungen. Mittels künstlicher neuronaler Netze werden zugehörige Zustandsklassen gelernt und anschließend automatisch erkannt. Im zweiten Schritt qualifiziert die Software die von einem wartungsrelevanten Objekt, z.B. von einer Maschine, gelieferten Sensordaten als Datensätze nach den definierten und relevanten Wartungskriterien automatisch. Dabei kann die Lösung die Kriterien

Qualicision kommt sowohl als Optimierungs- als auch als Decision-Support-Technologie branchenunabhängig zum Einsatz, z.B. für die Optimierung von Produktionsreihenfolgen in der Automobilindustrie oder in produzierenden Unternehmen, für das Management von Transportprozessen, die Optimierung von Betriebsabläufen oder für das Instandhaltungsmanagement bei der Führung von elektrischen Netzen sowie die Optimierung von Fertigungssteuerungsprozessen und Prognoseverfahren.

Zielfunktion und Wirkungsmatrix

unterschiedlich priorisieren und ihnen eine höhere bzw. niedrigere Gewichtung bei den Wechselwirkungen verleihen. Auf diese Weise gelingt die Kategorisierung der wartungsrelevanten Signale. Qualicision ermöglicht somit, bei der Planung und Steuerung von Wartungsteams nachvollziehbare Informationen zur Entscheidungsfindung zu liefern und sogar aufgrund der empfohlenen Kategorie automatisch die Disposition eines dringenden Entstörungsfalles bzw. einer planmäßigen Wartungstätigkeit z.B. in einem Workforce-Managementsystem anzustoßen. Die Vorteile einer prädikativen Instandhaltung liegen auf der Hand. Mit Lösungen wie Qualicision lassen sich Wartungsabläufe in

bereits existierende Unternehmensabläufe einbinden, ohne dass die grundlegenden Fertigungsprozesse neu überarbeitet werden müssen. Sie ermöglichen eine bessere Produktionsplanung, eine längere Laufzeit der Maschinen und die Vermeidung von ungeplanten, teuren Stillständen sowie Reinvestitionen. Experten wie etwa der PSI FLS gehen davon aus, dass mit vorausschauender Instandhaltung Daten schneller und hochwertig qualifiziert als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung gestellt werden können und damit einen klaren Wettbewerbsvorteil darstellen. Dr. Rudolf Felix, Geschäftsführer, PSI FLS Fuzzy Logik & Neuro Systeme GmbH www.fuzzy.de

Erweiterte Fuzzy-Logik und künstliche neuronale Netze Qualicision (Qualified Decision) steht nach Angaben der PSI FLS Fuzzy Logik & Neuro Systeme GmbH für eine qualifizierte Entscheidungsunterstützung in der Optimierung von komplexen Geschäftsprozessen basierend auf der eigens entwickelten komplementär erweiterten FuzzyLogik. Fuzziness - Unschärfe - entsteht insbesondere durch die Vielfalt der Daten und die Wechselwirkungen zwischen den Möglichkeiten zur Steuerung von komplexen Geschäftsprozessen und den Prozesszielen in Form von Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPI). Die Fuzzy-Logik erlaubt beispielsweise, die Ausprägung einer Eigenschaft wie „ein bisschen“, „ziemlich“, „stark“ oder „sehr“ zur Verstärkung oder Abschwächung eines Prädikats kombiniert symbolisch und numerisch (subsymbolisch) zu erfassen und damit die Unschärfe eines sprachlichen Ausdrucks mathematisch präzise zu modellieren. Qualicision ermittelt qualifizierte Auswahlentscheidungen oder die Erstellung von Rangfolgen bei auswählbaren Alternativen. Dabei bewertet die Software die verfügbaren Entscheidungsalternativen im Hinblick auf die Erfüllung der Prozessziele und stellt diese als Wirkungsmatrix dar. Diese wird mittels einer Konfliktund Verträglichkeitsanalyse (KVAnalyse) untersucht. Das Ergebnis ist eine ausbalancierte Entscheidung bzw. ein Ranking von Entscheidungsalternativen,

welches die Prioritäten im Hinblick auf die Prozessziele des Entscheiders widerspiegelt. Technisch betrachtet macht die KVAnalyse die sogenannte kombinatorische Vielfalt der Steuerungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Optimierung der KPIs beherrschbar. Bei künstlichen neuronalen Netzen handelt es sich um eine algorithmische Vorgehensweise, welche an den biologischen Prozess der Aktivierung und Verarbeitung von Neuronen im Gehirn angelehnt ist, um komplexe Probleme der Datenverarbeitung zu lösen. Besonders durch ihre Robustheit gegenüber Fehlern und Datenrauschen sind künstliche neuronale Netze vielen anderen Verfahren des maschinellen Lernens wie zum Beispiel der statistischen Regression überlegen. Ein Nachteil ist, dass Anwendungen der neuronalen Netze bisher nur wenige Möglichkeiten bieten, den Lösungsweg besser erklärbar zu machen. Diesem Ziel zu entsprechen, hat sich PSI FLS vorgenommen, indem nun Ansätze der neuronalen Netze mit Qualicision-Aspekten kombiniert werden.


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Technik eines Schlachthofs optimiert warten SBZ Schlachtbetrieb Zürich AG stellt Dokumentation und Organisation um Um den eigenen, strengen Qualitätskriterien und den gesetzlichen Vorgaben zu genügen, setzt der städtische SBZ Schlachtbetrieb Zürich AG nun eine neue Software im Wartungsmanagement ein. Mithilfe des Betriebsführungssystems GS-Service von Greengate optimiert der Schlachthof aus Zürich definierte Inspektions- und Wartungsprozesse als Ganzes. Der Blick in den städtischen SBZ Schlachtbetrieb Zürich AG zeigt es: Hier wird von Anlieferung über Einstallung bis Betäubung und Schlachtung der Tiere nichts dem Zufall überlassen. Ruhe, Ordnung und Kontinuität prägen das Prozessbild, das im Rahmen der Qualitätssicherungssysteme laufend hinsichtlich Tierschutz, Hygiene und Arbeitssicherheit kontrolliert wird. In einem der größeren Schweizer Schlachthöfe sichern 70 Mitarbeiter die sichere Einhaltung brancheneigener Standards. Obligatorisch sind die ISO-Zertifizierungen gemäß 9001:2008 sowie 14001:2004. Dabei muss der alteingesessene Schlachtbetrieb, der über 250.000 Tiere pro Jahr verarbeitet, adäquate bauliche und technische Voraussetzungen für eine reibungslose Organisation und Durchführung der Abläufe schaffen. Insgesamt ist hier die technische Infrastruktur komplexer, als man das auf den ersten Blick annimmt: Beleuchtung, Lüftung und Klima, Berieselungsanlagen, Fütterungseinrichtungen, Betäubungssysteme, Systeme der innerbetrieblichen Logistik, hydraulische und pneumatische Komponenten, die mit dem Tierkörper in Kontakt kommen, Hochleistungssysteme für Reinigungsarbeiten oder die eigene Kläranlage müssen stets verfügbar sein, um eine verzögerungsfreie Unterbringung und Schlachtung gewährleisten zu können. „Kurze Wartungsfenster“, macht Silvio Buffon, Leiter der Abteilung Technik im SBZ, demnach auch als eine der wesentlichen Herausforderungen in der täglichen Instandhaltungspraxis aus. Speziell für den optimierten Unterhalt der Produktions- und HLK-Anlagen implementierte Greengate AG hier das Betriebsführungssystem GS-Service. Silvio Buffon erinnert sich an die Einführungsphase: „Alle Mitarbeiter waren von Beginn an motiviert, da sie die Problematik erkannt hatten und schon lange auf ein Instandhaltungs-Tool warteten.“ Als ein dem ERP nachgeordnetes System integriert GS-Service Planungs-, Dokumentations- und Überwachungsfunktionen und betriebswirtschaftliche Anwendungen zu einem Informationsund Managementsystem. Die objektorientierte Software, die als skalierbare Client-/ServerLösung konzipiert ist, baut dabei laut Anbieter auf einer Standardtechnologie auf und arbeitet unter aktuellen Microsoft-Betriebssystemen. Zudem lässt sich das System durch die offene Systemarchitektur ohne großen Aufwand an andere Systeme (PLS, ERP) ankoppeln.

Dipl.-Ing. Frank Lagemann, Vorstand der Greengate AG, betont: „Allgemein ist im ITSektor ein klarer Trend hin zu agilen Projektmethoden zu beobachten. Ein Ansatz, der der Dynamik von IT-Projekten sehr gut entspricht.“ Mit einem solchen Ansatz wurde auch das Betriebsführungssystem GS-Service bei der SBZ Schlachtbetrieb Zürich AG eingeführt. Bilder: Greengate

Konkret kann die Abteilung Technik nun mithilfe der Software, anders als beim konventionellen Listen-Handling, die Wartung und Instandhaltung im Hause optimiert dokumentieren, steuern und ausführen. Inkonsistenzen durch manuelle Mehrfacheingabe der Daten, ineffektive Wege- und Arbeitszeiten der Servicetechniker, erheblich eingeschränkte Echtzeit-Re-

aktionsmöglichkeiten vor Ort oder zusätzlicher administrativer Aufwand verringern sich. Und das machte sich auch sofort positiv bemerkbar: Eine Reduktion der Ausfallzeiten geht hier mit geringeren Reparaturund Instandhaltungskosten einher. Zudem kann der Ressourceneinsatz im Haus effektiver gestaltet werden, was die Produktivität der Instandhaltung erhöht und damit die Wirtschaftlichkeit steigert. Einfach und zeitnah dokumentierte Arbeitsaufträge und präzise erfasste Anlagen- und Betriebsdaten - all diese Vorteile machte GS-Service auch interessant für weitere Handlungsfelder im Schlachtbetrieb. „Natürlich arbeiten wir auch weiterhin mit GS-Service“, bestätigt Silvio Buffon und zeigt gleichzeitig den Weg in die Zukunft auf: „Als nächster Schritt ist die Erfassung der Ersatzteile geplant. Gegebenenfalls werden auch einige Komponenten aus der Qualitätssicherung und Betriebsführung wie Pendenzmeldungen für unerledigte Aufträge und QualitätsMeldungen eingeführt.“ Auch hierfür setzt Buffon auf die Spezialisten und die Produkte von Greengate. Nach der ersten Kontaktaufnahme auf der Maintenance Schweiz erfolgte die Implementierung nach zweitägigem Einführungskurs, begleitet

Transparente, professionelle und ethisch verantwortungsvolle Workflows sind das Fundament guter fachlicher Praxis im Schlachtbetrieb. Grund genug für die SBZ Schlachtbetrieb Zürich AG, hier den Bereich des Wartungsmanagements zu optimieren.

von Workshops und Schulungen. Die gelungene Einführung von GS-Service ist auch ein direktes Ergebnis der Projektentwicklung im Vorfeld der eigentlichen Implementierung. Denn obwohl Greengate mit dem Anspruch antritt, individuelle Aufgabenstel-

Agiles Projektmanagement lungen mit standardisierten Softwarebausteinen umzusetzen, sind derartige Projekte keine Routine. „Entscheidend ist“, betont dabei Frank Lagemann, Vorstand der Greengate AG, „dass die gewählte Vorgehensweise zum Projekterfolg führt.“ Etabliert hat sich agiles Projektmanagement als Alternative zu klassischen Methoden wie Wasserfall oder V-Modell. Im Kern geht es bei agiler Projektentwicklung um möglichst häufige Rückkopplungsprozesse und zyklisches (iteratives) Vorgehen auf allen Ebenen: bei der Pro-

grammierung, im Team und beim Management. Frank Lagemann dazu: „Ein agiles Projektmanagement bietet Kunden wie Anbietern Vorteile auf ganzer Ebene: schlanke Projektierung durch Priorisierung, schnelle, handfeste Ergebnisse, rasch umgesetzte Kundenwünsche und Flexibilität bei notwendigen Modifikationen in späteren Projektphasen.“ Tipp: Frank Lagemann hat in der Ausgabe 5/2016 der B&I den Projektansatz der agilen Methoden im Detail vorgestellt. Interessierte können diesen Fachbeitrag kostenlos als PDF-Datei per EMail (info@b-und-i.de) mit einem entsprechenden Hinweis und den Kontaktdaten anfordern. „Oft zeigen sich Anforderungen und Probleme erst im Laufe des Projekts. Ist die Planung bzw. die Vorgehensweise nicht flexibel, sind Anpassungen nur mit einem großen finanziellen und zeitlichen Aufwand zu realisieren“, betont Lagemann abschließend. www.greengate.de

Instandsetzung und Wartung rotierender Maschinen

Halle 1, Stand 560

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Im wahrsten Sinne eine Lebensversicherung Einfaches Back-up der Gesamtfunktionalität bei automatisierten Produktionssystemen Fertigungsprozesse, die den Kriterien der Flexibilität, Standardisierung, Vernetzung und Kommunikation gerecht werden müssen, sind in einem immer größer werdenden Maße auf die Verfügbarkeit von Daten angewiesen. Die entscheidenden Treiber sind hierbei hochgradig automatisierte Produktionssysteme und die Verzahnung der Informationstechnologie mit den Fertigungsanlagen. Immer häufiger werden dabei für bestimmte Steuerungsaufgaben in der Produktion Industrie-PCs (IPC) anstelle der autarken und gekapselten speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) eingesetzt - durchaus eine Herausforderung, denn bei einem Ausfall muss deren Funktionalität möglichst schnell wiederhergestellt werden. Der Digitalisierungsprozess macht die Daten zur wichtigsten Komponente in der smarten Fabrik. Von ihrer Integrität und Konsistenz hängt die Funktionsfähigkeit der Systeme und der Fertigungsprozesse ab. Umgekehrt bedeutet dies aber: Sind die Daten unbrauchbar, zieht dies Stillstandszeiten in der Produktion und unter Umständen immense Kosten nach sich. Mit der wachsenden Datenmenge und der zunehmenden Zahl von IPCs nimmt das Risiko zu, dass Daten infolge von Störungen der Hard- und Software unbrauchbar werden. Als Ergebnis funktionieren die Steuerungssysteme nicht mehr richtig oder sie können komplett versagen. Die Ursachen sind vielfältig: Cyberattacken von außen wie die Angriffe durch VerschlüsselungsTrojaner betreffen beispielsweise auch die Industrie. Softwarefehler und Hardwarefehler oder Fehler bei der Bedienung können ebenfalls Daten zerstören. Dazu kommen industriespezifische Umweltfaktoren wie Wärme, Kälte, Luftfeuchtigkeit und Erschütterung, die Schäden an Software und Hardware hervorrufen können. In der Summe bedeutet dies: Die IPC-basierten Steuerungen werden immer mehr zum „Single Point of Failure“ in der Produktionsanlage.

Schnelle Wiederherstellung Es geht in einem solchen Falle immer darum, bei einem Ausfall der Steuereinheit die Funktionsfähigkeit mittels einer Sicherungskopie sämtlicher Daten so schnell und so einfach wie möglich wiederherzustellen. Das kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass die Steuereinheit in den Auslieferungszustand zurückgesetzt wird. Dies ist eine Alternative zur aufwendigen Fehlersuche und -korrektur.

Sicherung - Datei- oder Imagesicherung - sie eingesetzt werden kann. Für die industriellen Systeme, von denen Daten gesichert werden müssen, werden jedoch oft spezielle Industrie-Betriebssysteme eingesetzt, teilweise auch proprietäre sowie hybride Systeme, die von Lösungen der Standard-IT nicht abgedeckt werden. Jede Systemkomponente braucht zudem unter Umständen eine spezifische Vorgehensweise bei der Sicherung der Funktionalität. Dr. Jurij Ivastsuk-Kienbaum, Gründer und Geschäftsführer Waxar Data Saving Systems GmbH & Co. KG, betont: „Die Erstellung von Sicherungskopien für die Wiederherstellung der Daten in der industriellen Umgebung weicht erheblich von den Prozessen ab, die sich für die Datensicherung in der StandardIT durchgesetzt haben.“

Sammelt und verarbeitet eine Steuereinheit viele Daten, kann es unter Umständen sinnvoller sein, die Steuerung auf den letzten gesicherten Zustand zurückzusetzen. Allerdings ist die Erstellung von Sicherungskopien für die Wiederherstellung der Daten in der industriellen Umgebung alles andere als trivial und weicht erheblich von den Prozessen ab, die sich für die Datensicherung in der Standard-IT durchgesetzt haben.

Back-up hat spezielle Anforderungen Das beginnt damit, dass Back-upLösungen der Standard-IT in der Regel die logischen Ebenen der Datenstruktur nutzen und infolgedessen streng an die Regeln des Betriebssystems gebunden sind. Die Anwender müssen die jeweils richtige Version der Back-upLösung auswählen und prüfen, unter welchem Betriebssystem die Lösung ausgeführt wird, für welche physischen oder virtuellen Umgebungen sie geeignet ist und für welche Art der

WaxarIndustry ist eine Back-up-Lösung, die unabhängig von Betriebssystemen arbeitet und sich insbesondere für die Datensicherung im Industrie-4.0-Umfeld eignet.

Eine Bit-für-BitSicherung ... Weiterhin erfordern in der Standard-IT die Verfahren, die für die Sicherung von Inhalten der Speichermedien verwendet werden, die Installation und Konfiguration der Sicherungssoftware im Betriebssystem. Das lassen die in der Industrie verwendeten Systeme häufig nicht zu. Die Sicherungssoftware muss deshalb von einer externen Speichereinheit wie USB-Stick oder USB-Festplatte aus ausgeführt oder von einer fest in die Hardware eingebauten Speichereinheit (CF-Card, SSD-Festplatte und andere) aus benutzt werden können. Außerdem stehen in der Standard-IT bei Back-up und Restore die selbst erzeugten Daten im Vordergrund, während in der Automatisierung die Funktionalität der Steuerung die Hauptrolle spielt. Die dafür relevanten Daten weisen bei den Standardverfahren jedoch systembedingt Lücken auf. Sie entstehen, da Daten unterhalb der Dateiebene, beispielsweise auf der Ebene der speziellen Systembereiche, unerkannt bleiben.

Unabhängig vom Betriebssystem Auf bestimmte Datenbereiche blockiert beispielsweise das Betriebssystem den Zugriff, sie werden beim Back-up ebenfalls nicht erfasst. Zudem gehen Daten verloren, wenn bei der Wiederherstellung die Datenstruktur neu organisiert wird. Eine vollständige Wiederherstellung der Funktionalität ist auf diese Weise mit den Standard-IT-Backup-Lösungen nicht möglich. Diese Schwierigkeiten lassen sich durch den direkten Zugriff auf den produktionsrelevanten Da-

Immer häufiger werden für bestimmte Steuerungsaufgaben Industrie-PCs (IPC) anstelle der autarken und gekapselten speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) eingesetzt. Diese Steuerungen werden immer mehr zum „Single Point of Failure“ in der Produktionsanlage. Bilder: Waxar Data Saving Systems

tenträger - Festplatte, Flash-Card, USB-Medien - umgehen. Umgesetzt wird dieser Ansatz zum Beispiel in der Back-up-Lösung WaxarIndustry.

… direkt von der Festplatte Die Daten werden dabei unabhängig von ihrer Art sektorenweise ausgelesen und archiviert; die Lösung arbeitet also unabhängig von Betriebssystem und Betriebssystem-Versionen, von der verwendeten Hardware oder der installierten Konstellation aus Betriebssystem und weiterer Software. So können beliebige, auch proprietäre Betriebssysteme und Daten von instabiler Hardware gesichert werden. Die Sicherung erfolgt, basierend auf Sektorenvergleichen, nach Wahl inkrementell oder differenziell. Auf dieser Grundlage kann der softwaredefinierte Zustand eines Systems vollautomatisch und komplett zu 100 Prozent wiederhergestellt werden, sodass sich die Kosten durch Ausfälle und Standzeiten erheblich reduzieren. Das Back-up wird auf einem USBStick oder einem beliebigen anderen Speichermedium erstellt und kann anschließend von der Produktionsleitung in nur einem Arbeitsschritt zurückgespielt oder auf einen anderen

Steuerungsrechner aufgespielt werden. Auch die Replikation auf mehrere Steuereinheiten ist möglich. IT-Kenntnisse sind für die Bedienung der Lösung nicht erforderlich; sie ist für vollautomatische Abläufe konzipiert und kann für die Erstellung eines Back-ups auf einen Knopfdruck reduziert werden. Für die Wiederherstellung wird die Steuereinheit gestoppt, der Datenträger mit der Lösung und den Daten an eine USB-Schnittstelle angeschlossen, der Computer wieder gestartet und abgewartet, bis er nach der Wiederherstellung, die je nach Datenmenge zehn bis 20 Minuten dauert, wieder heruntergefahren wird.

Nach 20 Minuten wieder am Laufen Danach wird die Speichereinheit von der USB-Schnittstelle abgezogen und der Computer erneut gestartet. Die Funktionalität der Steuereinheit ist damit wiederhergestellt und kann weiterbenutzt werden. Mit diesem Ablauf kann die Produktionsleitung auch Updates ohne Unterstützung von außen vornehmen. Dr. Jurij Ivastsuk-Kienbaum Geschäftsführer, Waxar Data Saving Systems GmbH & Co. KG www.waxar.eu

Damit die Funktionalität einer Steuereinheit wiederhergestellt werden kann, müssen beim Backup neben den selbst erzeugten Daten zwingend auch alle Daten der darunterliegenden Ebenen lückenlos gesichert werden.


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Softwareoptimierung als Punktlandung Optimierungsprobleme und -lösungen in der Intralogistik Das Schlagwort „Softwareoptimierung“ verursacht häufig und leider in einigen Fällen auch nicht zu Unrecht negative Assoziationen. Begriffe wie Betriebsunterbrechung, Logistikstopp oder Kostenintensivität sind im diesem Zusammenhang immer wieder zu hören. Dass es auch anders geht, nämlich problembezogen, mit geringem Zeitaufwand und zu moderaten Kosten, zeigt eine praxiserprobte Optimierungsmethode des Softwareunternehmens Dr. Thomas + Partner (TUP). Ein implementiertes WarehouseManagement-System bedarf immer wieder der Optimierung, denn die Anforderungen beim Einsatz ändern sich ständig; sei es durch erweiterte Produktspektren, neue Kundenanforderungen, Schwankungen in der Marktnachfrage oder durch neue Bedingungen am Markt. Dabei ist es essenziell, nicht etwa das gesamte Programm pauschal und entsprechend zeitund kostenaufwendig zu optimieren, sondern exakt nur diejenigen Bereiche und Prozesse, in denen Handlungsbedarf besteht. Durch die professionelle Nutzung mathematischer Optimierungsverfahren lassen sich auch komplexe Planungsaufgaben lösen, automatisieren und ergebnisseitig verbessern. „Allerdings ist bei vielen Problemstellungen in der Intralogistik der Lösungsraum so groß, dass es schwierig wird, effizient optimale Lösungen zu finden“, weiß Eduard Wagner, Senior-Projektmanager und Mitglied der Geschäftsleitung des Softwareunternehmens Dr. Thomas + Partner (TUP). „Daher kommen aus den Lehren der mathematischen Optimierungsverfahren ,Operations Research‘ sogenannte Meta-Heuristiken zum Einsatz. Dies sind iterative und intelligente Algorithmen, die problemabhängig Lösungsschritte vorgeben und in angemessener Zeit zu guten Lösungen führen.“

OptimierungsFramework Wie Wagner betont, „fangen wir bei TUP nicht an, die Welt neu zu erfinden, sondern setzen Standard-Vorgehensweisen und einen Optimierungs-Framework ein, mit dem sich die einzelnen Schritte automatisieren und den individuellen Kundenanforderungen entsprechend in unser Warehouse-Management-System (TUP. WMS) integrieren lassen.“ Als bekennende Java-Manufaktur verwendet TUP unter anderem den Opta-Planner, ein Javabasiertes Open-Source-Frame-

„Wenn Ressourcenkosten oder Absatzpreise für Produkte und Dienstleistungen sinken, muss im Gegenzug die Produktivität gesteigert werden. Dies bedeutetet, entweder weniger Ressourcen bei gleichbleibendem Output einzusetzen oder die Erhöhung des Outputs bei gleichbleibendem Ressourceneinsatz“, erklärt Eduard Wagner das Optimierungsziel. Allerdings erfordert die Optimierung des Ressourceneinsatzes immer die Lösung komplexer Planungsprobleme durch den fundierten und intelligenten Einsatz von IT-Systemen.

work für das automatisierte Lösen von Planungsproblemen. Die Softwareentwickler von TUP, „verwenden genau solche Frameworks, um Module zur Verfügung zu stellen, mit denen wir Planungsprobleme lösen können. Und zwar kosteneffektiv und zeitnah“, wie Wagner betont. Ein zentraler Bestandteil des Frameworks ist der sogenannte Solver, mit dem mathematische Problemfälle gelöst werden können. Er verwendet dabei heuristische und metaheuristische Optimierungsalgorithmen, während die Rahmenbedingungen - wie Zielfunktionen und Nebenbedingungen - individuell festgelegt werden, um möglichst effizient im Lösungsraum zu suchen. Entwicklungs- und Optimierungsphase verlaufen dabei stets dynamisch und auch unabhängig voneinander. So lassen sich in eine Lösung jederzeit weitere Planungs- und Optimierungsschritte einbauen, ohne dass derjenige, der die betreffende Anwendung entwickelt, sich per-

Es zahlt sich aus: Die Optimierung erbrachte bei diesem Beispiel eine signifikante Reduzierung der Gangwechsel und damit zusammenhängend 3.908 Meter weniger Kommissionierweg.

manent mit dem Thema Optimierung beschäftigen muss. Wie der Senior-Projektmanager Wagner weiter ausführt, führen die folgenden vier Schritte zu einem guten Optimierungsergebnis: Planungsprobleme modellieren, Score-Berechnung implementieren, Solver konfigurieren und die Optimierung durchführen. Bei der Modellierung wird zunächst die fachliche Fragestellung analysiert und das Ziel der Optimierung definiert. Wichtig ist, wie Wagner aus weitreichender Erfahrung weiß, „dass die Kunden die Herausforderungen verstanden haben, bevor wir über die Lösung reden“. Anschließend werden die fachlich relevanten Objekte in einem Domänenmodell aus einfachen Java-Klassen abgebildet. Es wird zwischen „problem facts“, „planning entities“ und „planning solutions“ unterschieden. Problem Facts sind etwa unveränderlich und nicht beeinflussbar, sie „sind daher frühzeitig von den Dingen zu trennen, die man beeinflussen kann“, erklärt Wagner. Die Planning Entities beinhalten dagegen Randbedingungen der Planung, die unter Umständen veränderlich sind.

Vorgehensmodell für eine Optimierung Und die Planning Solutions stehen für die eigentlichen Zielfunktionen. Beispiele: Der Kommissionierweg wird in Summe über sämtliche Kommissionen minimiert. Die Durchlaufzeit kann um maximal zehn Minuten überschritten werden. Die Score-Berechnung bringt alle Zielfunktionen und Nebenbedingungen in eine Normierungsform und fungiert somit als „Einnordung“ einer Bewertung der Güte und Gültigkeit. Mithilfe des Scores wird eine Unmenge von Lösungen miteinander verglichen und bewertet. Über Regeln wird ausgedrückt, wie sich der jeweilige Score bei Verletzung von harten und weichen Restriktionen verändert. Anschließend erfolgt die Konfiguration des Modells, des Solver und der Optimierungsalgorithmen. Die Lösung erfolgt iterativ und schrittweise, wobei jeder Schritt wieder zu einer neuen Lösung führt. „Die Konfiguration des Solver ist natürlich das Kernelement“, wie Wagner betont. Der Solver-Programmierer entscheidet, wie die Planungsprobleme zu modellieren sind, welche und wie Optimierungsmethoden am sinnvollsten für die Problemlösung zu

Vier Schritte führen zu einem guten Optimierungsergebnis: Planungsprobleme modellieren, Score-Berechnung implementieren, Solver konfigurieren und die Optimierung durchführen. Dabei sind, so Eduard Wagner, Senior-Projektmanager und Mitglied der Geschäftsleitung von TUP, im Mittelwert „nur rund zwei bis drei Wochen für den Entwurf einer Solver-Lösung erforderlich“. Bilder: Dr. Thomas + Partner

verwenden sind. Er wird jeweils anwendungsbezogen konfiguriert. „Dabei wird der Solver nicht komplett neu entwickelt. Lediglich das Solver-Projekt und dessen Klassen werden neu angelegt. Zudem wird durch die Solver-Konfiguration transparent dargestellt, wie er sich verhalten wird“, stellt Wagner klar. Für die Durchführung der Optimierung werden die Ausgangsdaten geladen und das Planungsproblem erstellt. Ein Solver-Objekt wird erzeugt und löst sogleich das jeweilige Planungsproblem. Dazu werden die geeignetsten Lösungen abgerufen und dem Entwickler präsentiert. Eine generelle Lösung gibt es also nicht. Von der Theorie zur Praxis: Die Optimierungslösung von TUP ist bereits seit mehr als einem Jahr beim Spielwaren- und Kinderartikelhersteller Haba sowie bei Adidas im Einsatz. Bei Haba wird damit z.B. die Kommissionsbildung optimiert. Ausgangsdaten sind komplett reservierte Aufträge, für die der Nachschub bereits abgeschlossen ist und die Kommissionierung gestartet werden kann. Zielfunktion ist, die Länge des Laufweges beziehungsweise die Anzahl der Gangwechsel über alle Kommissionen zu minimieren. Der hierzu verwendete Algorithmus ist das Optimierungsverfahren „Simulated Annealing“. Dabei werden auch die Größe der Sortiermodule und die Abwicklungsgruppen berücksichtigt. Bei Adidas werden die Batches entsprechend unter-

Bei Haba wurde durch die Optimierungslösung von TUP die Anzahl der Gangwechsel über alle Kommissionen minimiert.

schiedlichen Kriterien gebildet. Die Optimierung beinhaltet auch eine vorgeschaltete Bildung von sogenannten Sammel-Versandeinheiten (VEs); dies sind fiktive VEs, die Versandeinheiten mit einer Position (Menge 1) zusammenfassen. Dabei soll möglichst eine SorterRutsche gefüllt werden, wobei Volumen, Gewicht und Priorität berücksichtigt werden. Der hier eingesetzte Algorithmus ist „Tabusearch“. In einem zweiten Schritt findet die eigentliche Batchbildung mittels „Simulated Annealing“ statt. Ziel ist, dass die Batches die folgenden unterschiedlichen Vorgaben möglichst gut erfüllen: ein hoher, aber gleichmäßiger Anteil an sogenannten Golden- und Silverkartons, wobei die vorgegebene Zusammensetzung bezüglich Schuh- und Textil-Lieferscheinen über möglichst wenige Batches verteilt sein soll sowie die Berücksichtigung der Auftragspriorität und des Fälligkeitsdatums. Ausgangsdaten sind Parameter, Auftragsdaten und verfügbare Mengen für Golden- und Silverkartons. Vom Solver werden eine vorgegebene Anzahl Batches mit einer festen maximalen Anzahl an Aufträgen gebildet. Die Parameter werden vom Benutzer mittels eines Dialogs gesetzt. Und bei Bedarf kann die Batch-Bildung auch ohne die Optimierung erfolgen. Fachjournalist Reinhard Irrgang www.tup.com


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Sonderteil Condition Monitoring

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1864-4554

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November 2017 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Das industriegerechte Condition-Monitoring-System von NSK erlaubt eine Wälzlageranalyse direkt vor Ort - doch mittlerweile gibt es auch andere Alternativen, wie das Sensorlager. Bilder: NSK

Lager mit „Blick in die Maschine“ Das Wälzlager kann schon heute als „Angriffspunkt“ für die Überwachung von Maschinen dienen - entweder im Rahmen von Dienstleistungen, die Parameter wie Schwingung, Temperatur und Drehzahl des Lagers erfassen oder, im Nonstop-Betrieb, als mechatronisches Sensorlager. Zukünftig werden aber auch Linearantriebe zustandsüberwacht. Erhöhte Temperaturen, ungleichmäßige Schwingungen: Das sind nur zwei von mehreren Parametern, die auf Schäden am Wälzlager oder an einer anderen Komponente des Antriebsstrangs hinweisen. Die Lager bieten also ein „Fenster“ für den Blick in die Maschine bzw. in den Antrieb. Der Condition-Monitoring-Service von NSK nutzt dies, um mit einem industriegerechten Equipment vor Ort die mit dem Anwender vereinbarten Messgrößen zu erfassen. Dazu gehört z.B. eine 3-D-Schwingungsanalyse, die umfassend ausgewertet und in einem CMS-Report erläutert wird. Im Zuge solcher Messungen werden nicht nur bereits vorhandene Schäden an Antriebskomponenten erkannt, sondern auch unerwünschte Zustände und Kräfte - wie zum Beispiel Unwuchten an drehenden Maschinenbauteilen oder Fluchtungs- bzw.

Ausrichtungsfehler von Wellen. Sinnvollerweise sollten solche Messungen nicht als „Einmalaktion“, sondern regelmäßig stattfinden. Schließlich kann sich der Zustand des Antriebs bzw. der Maschine im laufenden Betrieb verändern. Auf der Basis des CMS-Reports lässt sich dann ein individueller Wartungsplan erstellen, der die Lebensdauer bzw. die Zeit bis zum Ausfall kritischer Komponenten berücksichtigt und rechtzeitig Wartungsmaßnahmen wie z.B. die Schmierung oder den Austausch von Wälzlagern vorsieht. Für den Anwender bietet dies den Vorteil, dass er Wartungskosten spart und Serviceeinsätze besser planen kann. Außerdem erhöht sich die Leistungsfähigkeit der Produktion, weil aufgrund der vorbeugenden Instandhaltung seltener ungeplante Stillstandszeiten auftreten.

Ein aktuelles Beispiel aus der Praxis der CMS-Experten von NSK: In einem deutschen Automobilwerk kommen an mehreren Fertigungsstationen vertikale Heber zum Einsatz, mit denen die Karosserien bzw. die zu montierenden Autos angehoben und abgesenkt werden. Die einwandfreie Funktion dieser Heber ist Voraussetzung für den reibungslosen Fertigungsfluss. Die Instandhalter im Werk beauftragten NSK mit Schwingungsanalysen an vier solcher Hubstationen. Der Automobilhersteller stellte zunächst alle notwendigen technischen Informationen der Antriebseinheit der Heber zur Verfügung, an der die Daten von Motor, Getriebe und Gehäuse gemessen wurden. Auf dieser Basis hat NSK dann das Messgerät programmiert. Weiter auf Seite 18

Eine neue Lösung ermöglicht es, Statusmeldungen von Überspannungsschutzgeräten (SPDs) zu übertragen und weiterzuleiten. Alle Details im unten stehenden Beitrag. Bild: Dehn

Wartung von SPDs smart und einfach Das neue Modul Dehn-record Alert ermöglicht es, Statusmeldungen von Überspannungsschutzgeräten (SPDs) über Modbus zu übertragen und diese beispielsweise an ein Smart Device weiterzuleiten. Das Gerät kann über eine kostenfreie App in Betrieb genommen und an jedem beliebigen Ort eine Statusmeldung (z.B. per Push-Mitteilung) empfangen. Somit ist auf einen Blick zu erkennen, ob alle Geräte funktionieren und welche Geräte getauscht werden müssen. Die Lösung kann hierbei Statusmeldungen von vier universell einsetzbaren Fernmeldekontakten und von maximal 150 Überspannungsschutzgeräten (SPDs) verwalten. Über die Fernmeldekontakte können bis zu vier Überspannungsableiter aus dem Red/Line-Bereich oder auch weitere beliebige Funktionsbaugruppen mit FM-Kontakten in die Überwachung eingebunden werden. Das Modul sendet die Statusmeldungen der Überspannungsschutzgeräte über Modbus TCP oder Modbus RTU an ein Auswertesystem und ermöglicht so die Weiterleitung an Notebook, Tablet, Smartphone, PC oder auch an eine Anlagenleitstelle. Das Modul Dehn-record Alert wird mithilfe einer App in Betrieb genommen. Die App überträgt dann auch die notwendigen Geräteinformationen wie Artikelnummern und Typbezeichnungen. Durch die Übersendung dieser Daten an das Auswertegerät des Anwenders liegen bei einem Ausfall damit alle notwendigen Daten vor, um Ersatzmodule auszuwählen bzw. auszutauschen. Damit lassen sich also Wartungs- und Serviceeinsätze effizient planen und durchführen. www.dehn.de


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Fortsetzung von Seite 17 Im Abstand von sechs Monaten erfolgten zwei Messreihen. Nach der zweiten Messung und der Analyse ergab sich, dass die verschiedenen Typen von Wälzlagern in den Antrieben der Hubstationen alle in Ordnung waren und somit weder ein Lagerwechsel noch eine Optimierung (Einsatz anderer Lagertypen) erforderlich sind. Es wurden allerdings Frequenzen gemessen, die darauf hindeuten, dass an anderen Antriebskomponenten Verbesserungs- bzw. Reparaturbedarf besteht. Darauf haben die Spezialisten den Automobilhersteller hingewiesen. Mit den hier beschriebenen Messungen lassen sich zwar regelmäĂ&#x;ige, aber eben nur punktuelle Zustände erfassen. Es gibt jedoch Anwendungen, in denen eine kontinuierliche Ăœberwachung des Lager- bzw. Antriebszustands erwĂźnscht oder aus SicherheitsgrĂźnden erforderlich ist. Dazu gehĂśren z.B. die Bahntechnik und aus GrĂźnden der VerfĂźgbarkeit auch die Windkrafttechnik. FĂźr diese und andere Anwendungen hat NSK Wälzlager entwickelt, die Ăźber Sensoren kontinuierlich Daten fĂźr das Condition Monitoring erfassen. So wird das „gute alte“ Lager zur mechatronischen Systemkomponente. Das ist in einem anderen Bereich der Automobilindustrie - schon Standard, zum Beispiel in Radlagern. Die Automotive-Sparte von NSK ist einer der grĂśĂ&#x;ten Hersteller dieser wichtigen Fahrwerkskomponente. Die aktuell gefertigte dritte Generation der „wheel hubs“ ist mit integrierter Sensorik ausgestattet, die Daten fĂźr die aktiven Sicherheitssysteme (ABS, ESP etc.) sammelt. Diese Aufgabe Ăźbernehmen magnetische Multipol-Encoder. Hier stehen also die betriebsrelevanten Daten im Vordergrund.

Wälzlager lassen sich mit Sensoren ausstatten und werden so zu CMS-Elementen.

In der Automobilindustrie ist die Verbindung von Lager und Sensorik schon Stand der Technik. In den „Hub III“-Radlagern der neuesten Generation kommen hierfĂźr magnetische Multipol-Encoder zum Einsatz.

Bei den Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau sollen wartungsrelevante Informationen gewonnen werden. Dies geschieht zum Beispiel bei einem Condition-Monitoring-System fĂźr Windkraftanlagen. Die Analyse der Daten erlaubt nicht nur RĂźckschlĂźsse darauf, ob die Lager in einwandfreiem Zustand sind. Die Erfahrung aus der Auswertung derartiger Systeme schafft die Voraussetzungen dafĂźr, dass auch die Art eines eventuellen Lagerschadens (MaterialausbrĂźche, VerschleiĂ&#x; ‌) und seine Position im Lager (Innen- oder AuĂ&#x;enring, Käfig oder WälzkĂśrper) erkannt werden. FĂźr Schienenfahrzeuge hat NSK ein „aufgelĂśstes“ Condition-Monitoring-System mit Radlager und separatem, industriegerechtem Vibrationssensor verwirklicht. Zu den Herausforderungen gehĂśrte es hier, die von auĂ&#x;en, d.h. vom Fahrweg kommenden Schwingungen zuverlässig herauszufiltern, sodass nur die im Lager entstehenden Schwingungen fĂźr die Lebensdaueranalyse berĂźcksichtigt werden. Derartige Systeme befinden sich - in Verbindung mit doppelreihigen Kegelrollenlagern - bereits im Einsatz in den HochgeschwindigkeitszĂźgen in Japan und Europa. Der „Megatrend“ Industrie 4.0 wird den Einsatz solcher Systeme in anderen Anwendungsbereichen deutlich forcieren. AuĂ&#x;erdem wird man in (naher) Zukunft, ganz im Sinne der Mechatronik, mit integrierter oder externer Sensorik noch weitere MessgrĂśĂ&#x;en erfassen und damit den Sensorlagern neue Anwendungen erschlieĂ&#x;en. Eine Weiterentwicklung kĂśnnte die Integration von Sensoren sein, die axiale und radiale Ver-

schiebungen innerhalb des Lagers im Mikrometerbereich erfassen. Auf diese Weise lassen sich die Belastungen, die auf das Lager einwirken, exakt messen. Eine mĂśgliche Anwendung fĂźr diese Sensorlager sind Spindellager von Werkzeugmaschinen. Die Sensorsignale werden dann von der CNC-Steuerung ausgewertet und dazu genutzt, die Bearbeitungsprozesse zu optimieren und die Betriebsweise der Maschine werkzeug- bzw. materialund lagerspezifisch anzupassen. Einen weiteren „Blick in die Zukunft“ hat NSK kĂźrzlich auf der EMO gegeben. Dort wurde „live“ ein noch nicht serienreifes CMS gezeigt, das die Voraussetzungen fĂźr einhundertprozentige VerfĂźgbarkeit eines Linearantriebs schafft. In drei parallelen Fahrtischen war jeweils ein NSK-Kugelgewindetrieb verbaut - jeweils einer im

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Doppelreihige Kegelrollenlager in den Radsätzen von HochgeschwindigkeitszĂźgen werden bereits „online“, d.h. per Condition Monitoring Ăźberwacht.

Normalbetrieb, einer mit Schäden im Frßhstadium und einer mit ausgeprägten Schäden. Die Linearantriebe wurden in Echtzeit durch Schwingungssensoren ßberwacht. Die Unterschiede der Messergebnisse waren klar erkennbar. Somit ist ab-

sehbar, dass es kĂźnftig CMS fĂźr rotative und fĂźr lineare Lagerungen geben wird. Die Instandhalter werden davon ebenso profitieren wie die Maschinenbetreiber. Peter Neubauer, Key Account Manager, NSK Deutschland www.nskeurope.de

Horch, hier kommt die Druckluft raus ‌ PrĂźftechnik bringt mit Sonocheck eine LĂśsung fĂźr die UltraschallzustandsĂźberwachung Viele Fehler kann man hĂśren - oder besser gesagt, kĂśnnte man hĂśren, wenn der Mensch im Ultraschallbereich Signale hĂśren, erkennen und verarbeiten kĂśnnte. Doch dem ist nicht so, weshalb Instandhalter hierfĂźr technische LĂśsungen benĂśtigen, wie zum Beispiel den neuen Sonocheck von PrĂźftechnik. Damit steigt das auf Condition-Monitoring-Systeme spezialisierte Unternehmen in ein neues Feld der Anlagen- und MaschinenĂźberwachung ein. Sonocheck arbeitet in einem breiten Einsatzspektrum, nämlich zwischen 20 und 100 kHz. Dadurch ist es mĂśglich, praktisch alle Arten und GrĂśĂ&#x;en von Lecks an Gasdruckleitungen sowie Schäden an Kondensatabscheidern, in Schaltschränken oder in Motorlagern punktgenau zu orten, wie der Hersteller PrĂźftechnik betont. Direkt im Gerät werden sämtliche Ultraschallsignale, akustisch wie taktil, in digitale Signale umgewandelt. Die menĂźgesteuerte Bedienung erfolgt Ăźber das Touchdisplay und orientiert sich an den typischen Bedienvorgängen an einem Smartphone. Mit dem Gerät kĂśnnen auch Reports durchgefĂźhrt werden, wobei Text- und Sprachmemos ebenso mĂśglich sind wie ergänzende Bilder. Eine Digitalkamera ist hierfĂźr in die ĂœberwachungslĂśsung integriert. Die Reports wiederum lassen sich in unterschiedlichen Formaten

Der Sonocheck arbeitet in einer Bandbreite von 20 bis 100 kHz. Dadurch kĂśnnen nach Aussagen des Herstellers so gut wie alle Leckagen an sämtlichen industriellen Druckgasleitungen aufgespĂźrt und bewertet werden - und das sogar Ăźber grĂśĂ&#x;ere Entfernungen hinweg. Bild: PrĂźftechnik

wie z.B. PDF oder CSV speichern und ßber USB auf einen Rechner ßbertragen. Auf diese Weise erhält der Anwender laut Prßftechnik eine lßckenlose Doku-

                  

     

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mentation bzw. im Umkehrschluss eine optimal funktionierende Anlage ohne Energieund Materialverluste. Das HerzstĂźck des neuen Handheld-Geräts sind aber die beiden Apps Sonolevel und Sonoleak: Sonolevel ist hierbei das Universaltool, d.h. mit dieser App kĂśnnen beispielsweise Lecks gesucht und gefunden, einfache Condition-Monitoring-Aufgaben zur LagerĂźberwachung durchgefĂźhrt, Kondensatabscheider auf Funktion ĂźberprĂźft und Elektroschaltschränke auf Funkenentwicklung hin abgehĂśrt werden. Hierzu ist das Handheld mit unterschiedlichen Sensoraufsätzen sowohl fĂźr die akustische (berĂźhrungslose) wie auch die taktile (berĂźhrungsbedingte) Ăœbertragung von Ultraschall ausgerĂźstet. Besonders stolz sind die Spezialisten von PrĂźftechnik aber auf Sonoleak. Erst diese App mache das Gerät einzigartig, betonen sie. Sie kann nämlich zum einen zur präzisen Ortung von Lecks an sämtlichen Hochdruckgasleitungen genutzt werden, gleichzeitig kann diese App aber auch zur genauen Mengenbestimmung des Austrittsverlusts eingesetzt werden, wie der Gerätehersteller betont. In der Praxis bedeutet dies, dass bereits eine zielgerichtete Messung in nur einer Sekunde ausreicht, um die exakte Verlustmenge zu bestimmen. Durch die Unterteilung in fĂźnf verschiedene Klassen kĂśnne auĂ&#x;erdem sofort der notwendige Handlungsbedarf klassifiziert werden. www.pruftechnik.com


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Feuchtigkeitsschäden auf die Spur kommen Datenlogger erleichtern die Ursachenfindung bei bauphysikalischen Problemen Durch Feuchtigkeit hervorgerufene Bauschäden sind ein unangenehmes und meist auch hohe Kosten verursachendes Ärgernis. Sie treten aber nicht nur bei Altbauten, sondern sehr häufig auch und gerade in Häusern neueren Datums auf. Vor der Beseitigung der Feuchtigkeitsschäden muss immer eine genaue Ursachenforschung erfolgen. In vielen Fällen können dabei MiniaturDatenlogger helfen, wichtige bauphysikalische Parameter über lange Zeit hinweg aufzuzeichnen. Sie liefern damit die Grundlage für eine fundierte Schadensanalyse. Die Ursachen für Schäden durch Feuchtigkeit und in der Folge davon durch Schimmelbildung oder Wasseransammlung können vielschichtig sein: ein defektes Dach, Risse im Mauerwerk oder schadhafte Dichtungselemente. Auch Wärmebrücken durch falsche Bauausführung können große Schäden entstehen lassen. Oft ist aber auch ein falsches und nicht den baulichen Gegebenheiten angepasstes Nutzerverhalten Ursache für Schäden. Wird zum Beispiel in sehr gut gedämmten Häusern nur unzureichend gelüftet oder falsch geheizt, kann sich ein zu feuchtes Raumklima bilden, was das Wachstum von Schimmelpilzen fördert oder Kondensatschäden hervorruft. Um derartigen Problemen auf die Spur zu kommen und um sie nachher fachgerecht zu beseitigen, muss von geschulten Spezialisten eine genaue bauphysikalische Analyse vorgenommen werden. Ein Unternehmen, das in diesem Bereich arbeitet, ist beispielsweise die in Unterentfelden (CH) beheimatete Bau- und Energieberatung Reto Niedermann GmbH, deren Fachleute sich auf Bauphysik sowie Bau- und Energieplanungen spezialisiert haben. Sie erstellen Schadensgutachten und geben auch detaillierte Hinweise für eine fachgerechte Beseitigung eines Feuchteschadens. Neben dem Fachwissen der Experten trägt eine moderne elektronische Messtechnik heute viel dazu bei, dass die erforderlichen bauphysikalischen Diagnosearbeiten exakt, fundiert, kostengünstig und rasch durchgeführt sowie genau dokumentiert werden können. Zum Einsatz kommen hier unter anderem die Mini-Datenlogger MSR145 des Schweizer Messtechnikunternehmens MSR Electronics GmbH aus Seuzach. Sie können mit ihren internen Sensoren Temperatur, relative Feuchtigkeit, Luftdruck, 3-AchsenBeschleunigungen und Lichtstärke aufzeichnen, wobei im Falle

Micro-SD-Karte auf einen Rechner übertragen und dort mit einer ebenfalls von MSR Electronics bereitgestellten, kostenlosen Analysesoftware mit sekundengenauer zeitlicher Zuordnung untersuchen. Für sehr spezielle Messaufgaben können diese Datenlogger auch mit Analogeingängen geliefert werden, um zum Beispiel spezielle, externe Sensoren zur Luftanalyse, für Leitfähigkeits- oder pH-Messungen anschließen zu können. Da die Diagnosemaßnahmen, die das Nutzungsverhalten der Bewohner analysieren sollen, im Alltagsleben durchgeführt werden müssen, soll die Beeinträchtigung der Hausbewohner natürlich möglichst gering bleiben. Hier erweist sich die miniaturisierte Bauform der kompakten Datenaufzeichnungsgeräte als vorteilhaft, da sie praktisch überall und optisch relativ unauffällig platziert werden können. Nach den Erfahrungen der Experten der Bau- & Energieberatung Reto Niedermann wären Schadensanalysen ohne diese kleinen Messlogger überhaupt nicht möglich. Denn die Ursachenbestimmung, ob das Benutzerverhalten für die Bauschäden mit verantwortlich ist, lässt sich eben nur durch Langzeitmessungen der Raumklimawerte durchführen. Im konkreten Fall werden die Tem-

Typische Schimmelbildung aufgrund schlechten Lüftungs- oder Heizverhaltens: Diesen Problemen kann man durch Analyse der Raumklima-Parameter mit den MiniaturDatenloggern auf die Spur kommen.

der bauphysikalischen Untersuchungen die Temperatur- bzw. Luftdrucks- und Feuchtigkeitsdaten eine herausragende Bedeutung haben. Doch auch die Aufzeichnung von Beschleunigungswerten kann hilfreich sein: So kann nämlich festgestellt werden, ob die Logger während der Aufzeichnungsphase an einen anderen Ort gebracht wurden. Die Messungen lassen sich laut Datenloggerhersteller mit hoher Präzision und über lange Zeiträume hinweg durchführen. Hierzu sind diese daumengroßen Geräte in der Lage, über zwei Millionen Messwerte aufzuzeichnen, mit Micro-SD-Karte sogar über eine Milliarde Messwerte. Alle Daten lassen sich zur Auswertung via USB oder mit einer

Diese Miniatur-Datenlogger können dazu beitragen, dass sich Schadensanalysen im bauphysikalischen Bereich rasch, präzise und kostengünstig durchführen lassen. Aber auch in anderen Anwendungsbereichen, wie in der Transport- oder Maschinen- und Anlagenüberwachung, können diese Logger gute Dienste leisten. Bilder: MSR Electronics

peratur- und Feuchtigkeitsdaten der Außen- und Raumluft erfasst, im Innenbereich zusätzlich die Beschleunigungswerte, um festzustellen, ob der Datenlogger durch den Benutzer während der Messzeit anders platziert wurde. Je nach den räumlichen Gegebenheiten werden die Logger entweder lose positioniert oder mit Klett- bzw. Klebeband befestigt.

Das Bild zeigt eine Datenlogger-Aufzeichnung über drei Wochen hinweg, dargestellt in der MSR-Auswertesoftware. Oben (grün) die relative Raumfeuchte, in der Mitte (rot) die Innentemperatur, unten (blau) die Außentemperatur. Aus den Messkurven kann ein Fachmann wichtige bauphysikalische Schlüsse ziehen. Bild: Reto Niedermann

An den Messorten des zu untersuchenden Gebäudes verbleiben die Logger dann rund zwei bis vier Wochen. Beim Abschluss der Messreihe lesen die Experten dann die aufgezeichneten Messwerte aus und können so mit der Software die exakten Raumklimadaten zu jedem beliebigen Zeitpunkt bestimmen, die entsprechenden Schlussfolgerungen daraus ziehen und damit eine Basis für die erforderlichen Sanierungsvorschläge legen. Wie die Experten der Bau- und Energieberatung Reto Niedermann GmbH bestätigen, haben die mit den Loggern durchgeführten Untersuchungen durch die zugrunde liegende Messpräzision mehr Gewicht und sind aussagekräftiger als jene mit den früher eingesetzten traditionellen Messhilfsmitteln. Dank der Dokumentierbarkeit durch die Software sei auch die Erstellung von Gutachten einfacher. www.msr.ch www.bauundenergie.ch

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Im Außenbereich befestigte Logger der Serie MSR145 Waterproof zeichnen die Klimadaten auf, die außerhalb des Hauses im Umfeld der Schadstellen herrschen. Deren Messwerte können dann mit den Daten der InnenraumLogger zeitlich exakt korreliert werden. Bild: Reto Niedermann

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Fortsetzung von Seite 1 Die IST-Analyse verdeutlichte es: Das Thema ist komplex. Für die Planung und Durchführung der Kalibrierungen sind verschiedene Abteilungen an den Standorten verantwortlich. Jede Abteilung hatte dafür eigene, bewährte Verfahren. Diese waren unabhängig voneinander betrachtet alle technisch und regulatorisch korrekt. Doch die Folge war eine Vielzahl unterschiedlicher Standard-Arbeitsanweisungen (SOPs) für die Kalibrierung, teils für dieselben Messgrößen. Darüber hinaus kommen für 90 Prozent computergestützte Kalibriermanagementsysteme zum Einsatz, die verbleibenden zehn Prozent sind hingegen papierbasiert. Zeit also, die Prozesse genauer unter die Lupe zu nehmen, zu hinterfragen und zu vereinfachen - mit dem Ziel der Harmonisierung.

Beratung durch Kalibrierungsprofis „Das Detailwissen, das Unternehmen hinsichtlich der Kalibrierung von Messgeräten haben müssen, ist enorm und betrifft unter anderem Messtechnik-Know-how, Kalibrierverfahren, Kritikalität, Rückführbarkeiten und Messunsicherheiten. Gleichzeitig müssen die gesetzlichen Bestimmungen und regulatorischen Anforderungen beachtet werden“, berichtet Klaus Fickinger. Aus diesen Gründen suchte Boehringer Ingelheim einen zuverlässigen Partner, der einen neutralen Blick von außen auf das große Ganze einbringen konnte, um etablierte Kalibrierprozesse und -abläufe zu hinterfragen; ein Partner, der ein fundiertes technisches und vor allem ein tiefes Kalibrier-Know-how über alle geforderten Messgrößen besitzt und darüber hinaus über regulatorisches Wissen verfügt und auch Erfahrung mit Behörden hat für die Frage: Was muss erfüllt sein, um regelkonform zu sein? Mit der Unterstützung von Endress+Hauser haben die Kalibrierverantwortlichen des Unternehmens schließlich den

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Kalibrierprozess inklusive der Durchführungsanweisungen auf Herz und Nieren geprüft. In den darauf folgenden Monaten wurden insgesamt 120 StandardArbeitsanweisungen überprüft. Hierfür waren Kalibrierexperten von Endress+Hauser als Ansprechpartner vor Ort.

Einheitlich an allen deutschen Standorten Unter die Lupe genommen wurden sowohl die Allgemeinen SOPs als auch die DurchführungsSOPs. Allgemeine SOPs gelten für alle deutschen Standorte und definieren den Umgang mit den kalibrierrelevanten Messstellen und Kalibrierdienstleistungen über externe Partner. Die Durchführungs-SOPs beschreiben den Ablauf der Kalibrierung für einzelne Messgrößen. Im Dialog mit den Kalibrierverantwortlichen wurden die SOPs erfolgreich harmonisiert und in den Abteilungen etabliert - zunächst für die Standorte Ingelheim und Biberach.

Es gab einen Know-how-Austausch mit Kollegen aus der Produktion. Außerdem wurden Optimierungen praxisnah entwickelt und eingeführt.

Zusammenarbeit der Kalibrierverantwortlichen der einzelnen Bereiche konnten praxisnahe SOPs erstellt werden.

weisen in den verschiedenen Abteilungen zu etablieren“, so Klaus Fickinger. Das systematische Hinterfragen der Prozesse ergab zudem weitere Verbesserungsansätze. Es wurde gemeinsam ein Stein ins Rollen gebracht, der eine ganze Reihe von Optimierungen angestoßen hat.

Anstoß für Verbesserungen

Werner Stolle (links) und Julien Zöller (rechts) von Endress+Hauser verfügen über langjährige Kalibriererfahrungen im Pharmaumfeld. Bilder: Endress+Hauser

Die Allgemeinen SOPs wurden im Umfang reduziert und inhaltlich vereinfacht, die Anzahl der Durchführungs-SOPs von 58 auf 22 gesenkt. Statt sieben SOPs zur Kalibrierung von Temperaturmessgeräten gibt es heute nur noch eine. Durch eine enge

Bei der Harmonisierung der SOPs war Endress+Hauser maßgeblich beteiligt. „Endress+Hauser konnte uns aus messtechnischer und regulatorischer Sicht dabei beraten, den optimalen Ablauf für Boehringer Ingelheim zu definieren, und uns dabei unterstützen, die neuen Vorgehens-

Beispielsweise gibt es an den Standorten nun einheitliche Grenzwerte für die Reinstwassersysteme, die die Produktion und Labore mit Purified Water (PW), Water for Injection (WFI) und Reinstdampf versorgen. Ein zentrales Kalibriertool verwaltet die zu kalibrierenden Messstellen mit allen erforderlichen Parametern. Eine weitere Aufgabe war es, die Anzahl der Kalibrierdienstleister sinnvoll zu reduzieren. Ziele hierbei sind die Kalibrierungen vergleichbarer zu machen, den Koordinationsaufwand zu senken und Synergieeffekte zu nutzen. Werner Zöller und Julien Stolle von Endress+Hauser haben den gesamten Optimierungsprozess begleitet. Durch die Vereinheitlichung der Kalibrierungen und Anweisungen ist ein hoher Mehrwert entstanden - Komplexität wurde abgebaut, alle beteiligten Bereiche sind enger zusammengewachsen. Ein großer Erfolg für die deutschen Standorte und auch ein großer Gewinn an Compliance.

Synergieeffekte nutzen

„Diese Leistung wurde durch eine Teamleistung aller beteiligten Kalibrierverantwortlichen mit der Unterstützung von Endress+Hauser erbracht“, so Klaus Fickinger, Head of Automation Pharma beim Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim. Hier die Diskussion im Arbeitskreis Kalibrierung.

„Wir sind überaus zufrieden mit dem Ergebnis. Bei zukünftigen Aufgabenstellungen greifen wir gerne auf das Know-how von Endress+Hauser zurück. Die Kalibrierung steht heute auf noch stabilerem Fundament. Ein Ergebnis, das selbst extern Be-

achtung fand. Auch Auditoren waren von unserem Vorgehen beeindruckt!“, so Klaus Fickinger. Simone Erath, Endress+Hauser www.de.endress.com

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 15. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2017. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & CO. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

Copyright Diese Zeitschrift und alle enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Von namentlich genannten Fremdautoren oder von ausgewiesenen Unternehmen stammende Beiträge stellen nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Die Publikation dient der eigenen Meinungsbildung durch die Leser.

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Für schwierige Umgebungen bestens geeignet Digitale Handtachometer und ATEX-zertifizierte Produkte Rheintacho Messtechnik bietet mit dem digitalen Handtachometer Rotaro ein Messgerät, das mittels unterschiedlicher Aufsätze für vielfältige Anwendungen eingesetzt werden kann. Es eignet sich laut Hersteller z.B. zur zuverlässigen und einfachen Erfassung von Drehzahlen, Geschwindigkeiten und Lauflängen unterschiedlichster Materialien. Mittlerweile gibt es auch ATEXzertifizierte Lösungen, die ganz neue Einsatzbereiche erschließen. Die digitalen Handtachometer sind bei der Installation und Einrichtung von Maschinen und Anlagen ebenso hilfreich wie beim Serviceeinsatz, bei der Überwachung von Fertigungsabläufen oder im Entwicklungslabor. Mit ihrer Hilfe lassen sich beispielsweise Drehzahlen von Motoren, Turbinen und Pumpen sowie von Rührwerken, Zentrifugen und Förderanlagen erfassen oder Laufgeschwindigkeiten und Längen von Folien und Bändern aller Art messen. Für ATEX-Anwendungen und den Einsatz entsprechender Produkte ist das englische Tochterunternehmen Rheintacho UK LTD das Kompetenzzentrum. Ein erstes Produkt, ein mechanischer Handtachometer, wurde bereits im Jahr 2015 vorgestellt. Er ist für Anwendungen in Zone 2 zertifiziert. Im Jahr 2016 wurde eine Zertifizierungsänderung zu Zone 1 durchgeführt. Nun lässt sich das

Negative Einflüsse auf die H elligkeit oder die beleuchteten Flächen sind aufgrund der Position der Lichtquelle in den ATEX-Gehäusen laut Hersteller kaum vorhanden.

Gerät beispielsweise auch bei Anwendungen in Minen nutzen. Außerdem gibt es zwei stationäre Stroboskoplösungen. Hierfür wurden zwei ATEX-Gehäuse entwickelt, um die stationären LEDStroboskope RT Strobe 3000 LED bzw. 5000 LED im Inneren zu befestigen, sodass diese nun in Zone 2, wie z.B. in Druckbetrieben oder bei der Papierherstellung, eingesetzt werden können. Das 5000er-Gehäuse ist dabei geringfügig größer als das Ge-

häuse für das 3000er-Stroboskop. Die Stroboskope werden mittels Klemmleiste innerhalb der Gehäuse verkabelt. Das Kabel führt zu einer sicheren Umgebung durch spezielle Kabeldurchführungen und wird mit der handlichen Steuereinheit RT Strobe Control verbunden. Über dieses Kabel werden Signale erfasst und gesendet sowie der Strom für das Stroboskop zur Verfügung gestellt. Das Gehäuse kann beispielsweise leicht in Druckmaschinenbereichen montiert werden, um die Inspektion von schnellen Oberflächen zu vereinfachen, und ist gleichzeitig eine sehr effiziente Lichtquelle für Anwendungen in der Druckindustrie. Trotz der Gehäuseeigenschaften ist eine Kühlung nicht notwendig. Weder Verschmutzung noch Kontamination kommen laut Hersteller im Inneren der Gehäuse vor. www.rheintacho.de

Spannung ohne Messleitungen messen T6 Elektrotester mit Fieldsense-Technologie und True RMS macht dies möglich Die neuen Elektrotester T6-600 und T6-1000 von Fluke, beide mit der Fieldsense-Technologie ausgestattet, messen die Spannung auf die gleiche Weise wie den Strom, also ohne dass Messleitungen mit spannungsführenden Teilen kontaktiert werden müssen. Damit lassen sich beispielsweise Messungen in engen Anschlusskästen durchführen. Die Lösung punktet aber auch bei Leitungen mit unzugänglichen Anschlüssen. Die neuen Elektrotester T6-600 (CAT III 600 V) und T6-1000 (CAT IV 600 V / CAT III 1.000 V) weisen laut Hersteller die branchenweit größte Gabelöffnung (17,8 mm) auf. Damit lassen sich Leitungen bis 120 mm² und bis zu 200 A messen - und das auf engstem Raum. Möglich macht dies die Fluke Fieldsense-Technologie; eine neue, eigene Methode zur Messung des tatsächlichen Spannungswerts ohne elektrische Kontaktierung. In der Praxis messen die beiden Geräte die Spannung auf die gleiche Weise wie den Strom, d.h. der Anwender führt den Leiter in die Gabelöffnung und kann dann auf dem Display den Spannungswert messen. Anders als ein normales Spannungsmessgerät liefern diese Elektrotester also zuverlässige Spannungs- und Strommesswerte, ohne dass hierfür Messleitungen notwendig sind und ohne Kontakt mit einem blanken elektrischen Leiter. Die Spannungsmessung bis 1.000 V AC erfolgt durch die Gabelöffnung. Da hierfür auch keine Messspitzen mit spannungsführenden Leitern kontaktiert werden müssen, reduziert sich das Risiko, mit einem unter Spannung stehenden Leiter in Berührung zu kommen. Außerdem sind die Geräte mit einer Hand bedienbar.

Bei dieser Art der Messung wird kein elektrischer Kontakt hergestellt und das Risiko, mit einem unter Spannung stehenden Leiter in Berührung zu kommen, reduziert sich. Zudem verringert es das Risiko, einen falschen Leiter zu kontaktieren, was unerwartete Folgen haben kann. Bild: Fluke

Dies wiederum vermindert das Risiko eines Stromschlags und eines Lichtbogens. Außerdem müssen zum Durchführen der Messungen keine Berührungsschutz-Abdeckungen und Leitungsanschlüsse entfernt werden. Darüber hinaus ist eine gleichzeitige Messung von Spannung und Strom mit True RMS möglich. Zu beachten ist allerdings, dass, wenn ein Benutzer vollständig von der Erde isoliert ist, also zum Beispiel isolierte Handschuhe oder

Schuhe trägt oder auf einer isolierten Leiter steht, ein separater Anschluss zur Erdboden geschaffen werden muss. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass die schwarze Messleitung mit einem geerdeten Körper, zum Beispiel einem Gebäudeteil oder einem Verteilerkasten verbunden wird. Das Modell T6-1000 ist für den Bereich 1 bis 1.000V AC oder DC, das Modell T6-600 für den Messbereich von 1 bis 600V AC oder DC einsetzbar. www.fluke.de

Der digitale Handtachometer Rotaro kann dank unterschiedlicher Messaufsätze für vielfältige Anwendungen eingesetzt werden. Bilder: Rheintacho

„Elektronischer Fahrtenschreiber“ erlaubt vorausschauende Wartung Tekon Prüftechnik aus Kernen bei Stuttgart stellte auf der Motek ein neues Informationsmodul zur frühzeitigen Erkennung von Störungen bei der Prüfung von elektronischen Komponenten vor. Das Modul, ein Prüfadapter mit integrierter Überwachungselektronik, ist laut Hersteller einfach zu bedienen und kann auch bei bereits vorhandenen Prüfadaptern verwendet werden. Sein Einsatz soll längere Standzeiten der Prüfadapter, definierte Wartungsintervalle und eine Kontrolle der Prüfvorgänge durch zusätzliche Informationen ermöglichen. „Bei dem neuen Infomodul handelt es sich im Prinzip um einen elektronischen Fahrtenschreiber, den der Anwender auch für Predictive Maintenance und dank der Erfassung von Temperatur und Beschleunigungsstößen auch für die Prozesssicherheit in der Fertigung nutzen kann“, erklärt Daniel De Monte, Leiter Konstruktion und Vorentwicklung bei Tekon. Zu den Anwendern des Moduls gehören damit Hersteller von Anlagen, die elektrische und elektronische Komponenten in Geräten und Anlagen überprüfen müssen. „Unsere Kunden erfassen heute schon in der Produktion akribisch diverse Prozessdaten, vom Drehmoment einer Schraube bis hin zum Zustand eines Zuführzylinders. Eine große Rolle spielt dabei der Trend zur vorausschauenden Instandhaltung“, ergänzt De Monte. Das neue Modul wird zu Informationsund Überwachungszwecken eingesetzt, um alle gewünschten und erforderlichen Informationen zu

Verwendung und Zustand eines eingesetzten Prüfadapters gebündelt, schnell und detailliert zu erhalten. Es kann, so der Hersteller, in nahezu jeden Prüfadapter integriert werden, wenn der dafür notwendige Bauraum und eine externe Spannungsversorgung zwischen 12 und 24 V vorliegen. De Monte verdeutlicht: „Wir können heute den Zustand dieser Prüfadapter erkennen, wie sie sich während der Prüfprozesse erhitzen und ob sie dabei die vorgegebenen Grenzwerte überschreiten. Im Mittelpunkt stehen nicht Regeloperationen wie bei herkömmlichen Messsystemen, sondern das Erkennen, wann beispielsweise der Austausch von Kontaktelementen oder die Instandsetzung des Prüfadapters nötig werden.“ Die vom Modul gelieferten Überwachungsinformationen umfassen allgemeine Bauteilinformationen wie zum Beispiel Bauteilbezeichnung und Herstelldatum. Weiterhin liefert es Daten zu den absolvierten Steck- und Wartungszyklen. Die Anzahl der Prüfzyklen kann unabhängig von der Steuerung gezählt und so die Einsatzdauer ermittelt werden. Das Modul erkennt berührungslos den Stromfluss (AC/DC) sowie die Kinetik des Adapters, zum Beispiel Stöße. Darüber hinaus überwacht es die Temperaturen der Umgebung, des Gehäuses und der Kontaktelemente, alarmiert bei Übertemperaturen und dokumentiert diese. Die Informationsausgabe kann sowohl drahtgebunden als auch kabellos, zum Beispiel über Bluetooth, erfolgen. www.tekon-prueftechnik.de

Die Spezialisten von Tekon Prüftechnik aus der Nähe von Stuttgart entwickeln seit über 30 Jahren Kontaktierungen zum prozesssicheren und sensitiven Prüfen elektrischer und elektronischer Stecker und Buchsen. Das neue Informationsmodul mit integrierter Überwachungselektronik dient zur frühzeitigen Erkennung von Störungen bei der Prüfung von elektronischen Komponenten. Bild: Tekon


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FERTIGUNGSTECHNIK

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Mit Vorbildcharakter: Green Factory 2.0 Alois Müller baut das größte (nahezu) energieautarke Produktions- und Bürogebäude In Ungerhausen im Unterallgäu entsteht derzeit das größte nahezu energieautarke Produktionsund Bürogebäude der Welt. Auf einer Fläche von 18.000 Quadratmetern baut hier die Alois Müller Gruppe, ein Spezialist für Anlagenbau, Energie- und Gebäudetechnik, eine „Green Factory 2.0“ mit beeindruckenden Ausmaßen: Die seit 2012 bestehende ca. 4.000 Quadratmeter große Green Factory des Unternehmens wird nochmals um 10.000 Quadratmeter an Produktions- und Lagerflächen sowie 4.000 Quadratmeter für Büro, Verwaltung, Schulung und Kantine erweitert. In der neuen Fabrik, die im Frühjahr 2018 in Betrieb genommen werden soll und deren Bau von der Europäischen Union finanziell

gefördert wird, fertigt die Alois Müller GmbH in Zukunft hauptsächlich Energiemodulsysteme und weitere versorgungstechnische Komponenten des Anlagenbaus wie zum Beispiel Rohrleitungssysteme aus Stahl und Edelstahl. Die in den neuen Gebäuden benötigte Energie für Strom, Kälte, Wärme und Druckluft kommt zu 90 Prozent von einer rund 10.000 Quadratmeter großen 1,1 MWPhotovoltaikanlage in Form regenerativer Sonnenenergie. Die letzten zehn Prozent deckt dann ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ab. Die Energiekosten und der CO2Ausstoß sinken damit auf null. Integriert in das Energiekonzept ist auch eine 200-kW-Pelletheizanlage. Damit die Green Factory und ihre Maschinen zu jeder Zeit zuverlässig mit Energie versorgt werden, werden außerdem große Pufferspeicher installiert. In ihnen wird Energie für Wärme, Kälte und Druckluft sowie Strom gespeichert. Bei Bedarf fließen diese „Reserven“ dann in das Energienetz der Green Factory, zum Beispiel bei besonders hoher Produktionsbelastung oder an Tagen, an denen die Sonne nicht scheint. „Wir haben vor fünf Jahren die erste Green Factory gebaut, um den Grad der Vorfertigung deutlich zu erhöhen, weil wir dadurch die Prozesssicherheit erhöhen und unseren Kunden eine deutlich höhere Qualität anbieten können. Diese Strategie ist voll aufgegangen und wir müssen jetzt den nächsten Schritt machen, wenn wir diesen Wachstumsmarkt auch in Zukunft bedienen möchten“, erklärt Andreas Müller, der Geschäftsführer. Auf der einen Seite will Müller mit den neuen Gebäuden der Industrie am eigenen Beispiel vorleben, wie sich nachhaltige, ressourcenschonende Produktionsumgebungen in der Praxis realisieren lassen. „Für viele Unternehmen wird es in Zukunft darum gehen, dezentrale Kraftwärmekopplung und Photovoltaikanlagen miteinander zu kombinieren, damit sie den PV-Strom bestmöglich selbst nutzen können. Das ist die neue Art der Nachhaltigkeit, die sich in den kommenden Jahren in der Industrie durchsetzen wird“, meint Müller und fährt selbstbewusst fort: „Unser Konzept der Green Factory geht da bereits zu 100 Prozent auf. Wenn jede Fabrik auf der Welt eine Green Factory wäre, hätten wir die Energiewende längst abgeschlossen.“ Auf der anderen Seite positioniert sich die Firmengruppe mit der Neuinvestition auch als innovativer Arbeitgeber. „Wir arbeiten als

Dienstleister für das Who's who der deutschen Wirtschaft. Dafür brauchen wir die besten Arbeitnehmer. Und die bekommen wir nur, wenn wir ihnen die besten Arbeitsbedingungen bieten“, ist Müller überzeugt. So werden in der Green Factory 2.0 nicht nur modere Anlagen wie ein neuer Lackier- und Sandstrahlroboter installiert, auch das Büround Verwaltungsgebäude wird wie ein Campus gestaltet und mit Schulungsräumen und einer Kantine ausgestattet. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Ausbildung des Nachwuchses - die Produktionshalle ist gleichzeitig auch Ausbildungshalle. Im Zuge

„Wir werden hier mittlerweile in ganz Deutschland als Vorreiter wahrgenommen“, betont Geschäftsführer Andreas Müller.

Herzstück der „Green Factory 2.0“ ist die neue Energiezentrale. Hier wird das gesamte Energiemanagement des Werks gesteuert. Bilder: Ingo Jensen/Alois Müller

der Erweiterung wird auch der gesamte Anlagenbau stückweise von Memmingen nach Ungerhausen verlegt, was bedeutet, dass Lärm- und verkehrsintensive Arbeiten an die Autobahn verlagert werden. Die Hauptverwaltung sowie die Schwerpunkte „Engineering“ und „Service“ hingegen verbleiben am Standort in Memmingen. Herzstück der Green Factory 2.0 ist die neue Energiezentrale, in der das gesamte Energiemanagement des Werks in Ungerhausen gesteuert wird. Das Energiemanagementsystem kommt von E-Con. Ein intelligentes Stromnetz überwacht dabei laufend den Stromverbrauch der Maschinen und steuert die Einschaltzeiten der Anlagen so, dass Belastungsspitzen vermieden werden. Bei der technischen Gebäudeausstattung (TGA) setzt die Gruppe auf digitale Wartung und Instandhaltung: Sämtliche Anlagen sind mit sogenannten intelligenten Sensoren ausgestattet,

die im Falle eines Falles Störungen automatisch melden. Durch die Vernetzung der gesamten Anlagentechnik können also Störungen zentral behoben, sämtliche Parameter verändert und Wartungsabläufe vollautomatisch gestartet werden. Alle Daten werden digital erfasst und können sofort weiterverarbeitet werden. „In unserer Energie- und Managementzentrale haben wir alle Prozesse im Griff. Durch die volldigitale Gebäudetechnologie verkürzen sich Reaktions- und Ausfallzeiten. Und je eher man auf Probleme reagieren kann, desto geringer ist das Schadens- und Kostenrisiko“, erklärt Andreas Müller. Nicht nur in der eigenen Green Factory, sondern vor allem auch bei Kunden aus der Industrie sei dieser sogenannten SmartMaintenance-Ansatz von elementarer Bedeutung im Facility Management. www.alois-mueller.com www.econ-ag.com

Automatisiertes Kleben und Dichten Standard-Fertigungszellen sowie Sonderanlagen von Dopag kleben und dichten Klebeverbindungen ersetzen oder ergänzen die klassischen Verbindungstechniken. Das geht einher mit der Forderung nach automatisierten Lösungen für Kleb- und Dichtanwendungen direkt in der Produktion. Dopag bietet nun solche schlüsselfertigen Lösungen für ein prozessintegriertes, automatisiertes Dosieren an, wobei sich auch Sonderlösungen realisieren lassen. Die von Dopag angebotenen Anlagen verfügen nicht nur über die Dosiertechnik, für die dieser Hersteller bekannt ist, sondern auch über die für die Applikation notwendige Förder- und Handlingstechnik wie Koordinatensysteme oder Roboter. Ausgestattet werden können die Anlagen mit den Dosier- und Mischsystemen Vectodis, Vectomix oder Eldomix. Sie verarbeiten Kleb- und Dichtstoffe sowie Vergussmaterialien auf Basis von Silikonen, Polyurethanen, Polysulfiden, Epoxiden und Acrylaten bis hin zu Hybrid- und anderen anspruchsvollen Werkstoffen. Hinzu kommen die zugehörigen Peripheriekomponenten, wie zum Beispiel Fördertechnik, Werkstückkonditionierung (zum Beispiel Plasmavorbehandlung) oder Düsenpositionskontrolle und -abstreifer. Die Standard-Fertigungszellen bietet dieser Hersteller in drei

„Unsere Turnkey-Lösungen tragen maßgeblich dazu bei, Kleb- und Dichtanwendungen mit allen erforderlichen Vor- und Nachbehandlungen wirtschaftlich in automatisierte Fertigungsprozesse zu integrieren und effizient zu gestalten“, ist Rainer Kunkel, Director Automation Technologies bei Dopag, überzeugt. Bild: Dopag

Baugrößen an. Dank der modularen Bauweise kann so die Fertigungszelle auf Kundenanwendungen abgestimmt oder als Standard-Inline-Lösung zur automatisierten Ausführung von mehreren Arbeitsschritten hintereinander angeordnet werden. So lassen sich beispielsweise in drei miteinander verbundenen Zellen die Arbeitsschritte Plasmavorbehandlung, Kleben bzw. Dichten sowie der Fügeprozess durchführen. Abgesehen von diesen Standardlösungen übernehmen die Spezialisten auch individuelle Automatisierungslösungen und betreuen in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden sowohl die Planung als auch die Konstruktion und die Inbetriebnahme von automatisierten Dosier- und Mischsystemen. Der Kunde erhält laut Dopag damit alles aus einer Hand. www.dopag.de www.hilger-kern-group.com


REINIGUNG

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5.800 Quadratmeter Sauberkeit pro Stunde Neue Scheuersaugmaschine punktet bei stark frequentierten Gebäuden Die neue Ride-on-Scheuersaugmaschine von Hako ist unter anderem für den Einsatz in Flughäfen, Bahnhöfen, Produktions- und Lagerhallen oder auch Einkaufszentren konzipiert. Der Scrubmaster B120 R wartet nämlich laut Hersteller mit einer großer Flächenleistung und hohen Wendigkeit auf. Angeboten wird das Gerät in vier Arbeitsbreiten, mit Teller- oder Walzenbürsten und einem 120-Liter-Frisch-bzw. Schmutzwassertank. Da bei allen Modellen der Wendekreis klein und die benötigte Durchfahrtsbreite gering ist, können sie auch an engen Stellen eingesetzt werden. Nur 179 Zentimeter reichen aus, damit der kompakt konstruierte Scrubmaster B120 R von Hako drehen kann. Dadurch lässt die neue Ride-on-Scheuersaugmaschine auch in engen Bereichen nutzen. Möglich macht dies der 90-Grad-Lenkwinkel. Das Gerät für die Nassreinigung wird entweder mit Tellerbürsten (75 bzw. 90 cm) oder Walzenbürsten (70 bzw. 85 cm Arbeitsbreite) angeboten. Durch den rechtsseitig auskragenden Bürstenkopf ist laut Hersteller auch eine wandnahe Reinigung möglich. Bei der Entwicklung des Geräts

Der Scrubmaster B120 R verfügt serienmäßig über einen stabilen Rammschutz vorne und hinten. Außerdem lässt sich die Batterie mittels des integrierten Ladegeräts mit Kaltgerätestecker an jeder 220/230-V- Steckdose weltweit aufladen. Eine Anzeige informiert frühzeitig über anstehende Wartungs- und Serviceintervalle. Ein fälliger Bürsten- bzw. Padwechsel wird über eine Verschleißanzeige angezeigt. Die Bürsten lassen sich nach Angaben des Herstellers schnell und einfach über einen Abwurfmechanismus austauschen. Das Bür-

Optional ist ein in die Maschinenkontur integriertes On-Board-Dosiersystem verfügbar: Darüber wird automatisch die stufenlos einstellbare Menge an Reinigungsmittel zugeführt. Außerdem ist der Scrubmaster B120 R so konzipiert, dass auch die Wartung möglichst unkompliziert ist.

wurden unter anderem die Ansprüche und das Wohl der Maschinenbediener berücksichtigt. So gehört beispielsweise ein rückenschonender Sitz zur Grundausstattung, der auch bei längeren Einsätzen ermüdungsfreies Arbeiten ermöglichen soll. Die Sitzposition gewährleiste zudem laut Hersteller eine gute Sicht auf den Arbeitsbereich. Und sollte dieser besonders dunkel sein, lässt er sich mithilfe von optionalen LED-Scheinwerfern ausleuchten. Die Bedienung ist selbsterklärend: Über einen Tastendruck lassen sich alle Reinigungsfunktionen starten. Das Gerät bietet dabei eine sogenannte Boost-Funktion zur kurzzeitigen Erhöhung von Anpressdruck und Wasserzufuhr. So lassen sich beispielsweise besonders stark verschmutzte Stellen effektiv reinigen. In besonders sensiblen Bereichen kann dafür der Slow-Modus eingeschaltet werden, der die Geschwindigkeit auf 3,5 km/h begrenzt. Das beleuchtete Display sei intuitiv und leicht zu bedienen. Eine Anzeige warnt zum Beispiel, wenn der Füllstand im Frischwassertank unter zehn Liter beträgt.

stendeck ist dazu über einen aufklappbaren Seitenabstreifer leicht zugänglich. Der Schmutzwassertank ist mit glatten Wänden und ohne Hinterschnitte konstruiert, sodass er sich einfach reinigen lässt. Auch der Frischwassertank ist laut Hako leicht zu säubern - er verfügt über

eine Revisionsöffnung, über die das Wasser komfortabel abgelassen werden kann. Die optional verfügbare Spritzdüse mit Halter vereinfacht zusätzlich das Ausspülen des Tanks und die Reinigung der gesamten Maschine. www.hako.com

Die potenzielle Flächenleistung liegt je nach gewähltem Reinigungswerkzeug zwischen 4.500 und 5.800 Quadratmetern in der Stunde. Bilder: Hako

Für die Vor- und Feinreinigung von Motoren Komplexe Reinigungsstraße überzeugt im Einsatz bei einem Fahrzeughersteller Für den Einsatz in der neuen Fertigungslinie eines russischen Fahrzeugherstellers entwickelte die BvL Oberflächentechnik GmbH vor Kurzem ein komplexes Anlagensystem mit mehreren nacheinander geschalteten Reinigungsstufen. Hierbei wird eine gründliche Vor- und Feinreinigung in der automatisierten Produktion von Lkw-Motorblöcken ermöglicht. Beim gesamten Produktionsprozess eines russischen Fahrzeugherstellers kommen mittlerweile gleich zwei Reinigungsanlagen der deutschen Firma BvL Oberflächentechnik zum Einsatz. Nach der Bearbeitung des gegossenen Motorblocks an den vorgelagerten Bearbeitungszentren wird dieser nämlich mithilfe der Spritzreinigungsanlage NiagaraFS von Spänen, Kühlschmierstoffen und Bohremulsionen befreit. Im Anschluss erfolgt in dem externen Vakuumtrockner Nevada eine vollständige Trocknung. Die hier vorbehandelten Bauteile können ohne Verzögerung weiter- und feinbearbeitet bzw. an den Folgestationen montiert werden. Am Ende der Fertigungskette steht dann ein sehr komplexes Anlagensystem von BvL, das mehrere Bearbeitungsschritte in sich vereint. Mit speziell für diesen Anwendungsfall entwickelten Hochdrucklanzen erfolgt zunächst das Entgraten feinster Bohrlöcher zur

Das komplexe Anlagensystem nutzt für die Reinigung Hochdruck sowie Flut- und Spritzverfahren. Eine Vakuumtrocknung und Kühlung schließt die Reinigung ab, bevor die Motoren einer Dichtigkeitsprüfung unterzogen werden. Bild: BvL

gezielten Entfernung von Flittergraten. Hierbei arbeitet die Anlage mit einem Druck von 700 bar. Im automatisierten Weitertransport wird der Motorblock anschließend in eine weitere NiagaraFS-Anlage befördert. Hier werden die Ölkanäle zusätzlich im Spritzverfahren gezielt mit 35 bar von Spänen, Ölen und Kühlschmierstoffen befreit. Eine nachgeschaltete NiagaraDFS ermöglicht im Anschluss die Außenreinigung des gesamten

Motorblocks im Spritz- und Flutverfahren. Auch hier schließt sich nach dem Weitertransport eine separate Vakuumtrocknung an, bei der der Kammerdruck auf bis zu 3 mbar reduziert wird. Am Ende des Reinigungsprozesses erfolgt durch einen Kühltunnel eine aktive Kühlung auf eine Bauteiltemperatur von 25 Grad Celsius, bevor die Motorblöcke im Folgeprozess einer Dichtigkeitsprüfung zugeführt werden. www.bvl-group.de

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REINIGUNG

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Mit richtigen Maschinen stimmt das Ergebnis Wie sich Sauberkeit unter betriebswirtschaftlichen Aspekten sicherstellen lässt Saubere Fußböden in industriellen Bereichen wie Produktion, Lager und Sozialräumen sind eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Sie fördern nicht nur die Mitarbeitermotivation, sondern auch den Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit. Das wiederum schützt Arbeitgeber und Kran kenkassen vor vermeidbaren Krankheitskosten. Saubere innerbetriebliche Verkehrswege mindern außerdem das Unfallrisiko im Gabelstaplerverkehr und reduzieren signifikant Wartungsund Reparaturkosten von Flurförderfahrzeugen. Trotz dieser Vorteile klappt es nicht immer … Die für das Thema Betriebsreinigung verantwortliche Entscheidungsebene ist der gute Wille, einen „sauberen Betrieb“ zu haben, in der Regel nicht abzusprechen; ganz besonders dann nicht, sobald mal wieder eine Besucherdelegation durch den Betrieb geführt werden soll. Spätestens dann wird nicht mehr danach gefragt, „ob“, sondern vielmehr „wie“ sauber gemacht werden soll. Besen und Kehrblech helfen heute aber nicht mehr weiter, sodass schnell das Thema maschinelle Betriebsreinigung diskutiert wird. Dabei führen oft mangelndes Fachwissen oder auch lückenhafte Informationen zu falschen Kaufentscheidungen. Der betriebswirtschaftliche Ansatz „Betriebsreinigung ist Produktion von Sauberkeit“ ist die richtige Vorgehensweise. Die Entscheidung, welche Gerätschaften wann, wie und wie oft zum Einsatz kommen, richtet sich nach den Parametern Verschmutzungsart, Flächenvolumen, Überstellungsdichte und dem zur Verfügung stehenden Zeitfenster für die Betriebsreinigung. Dabei gilt der wirtschaftliche Grundsatz, sich immer für die größtmögliche Maschine zu entscheiden, betonen die Spezialisten von IP Gansow, denn die physikalische Definition gilt: Leistung ist die Arbeit geteilt durch ihre Zeit. Als Ergebnis dieser Vorgehensweise ist es möglich, durch die Zeitersparnis beispielsweise gegenüber einer manuellen Reinigung alle Fußböden im Betrieb regelmäßig reinigen zu können. Dadurch wird ein erreichter Sauberkeitsstandard nachhaltig gesichert. Die Schwierigkeit der Entscheidungsträger bei der Eigenreinigung besteht darin, das richtige „Deckelchen“ (sprich die passende Reinigungsmaschine) für den richtigen Topf (sprich die vorhandenen Bodenbeläge) zu finden. Hier ist zu beachten, dass zwischen eingelagerten, anhaftenden und aufliegenden Verschmutzungen des Fußbodens wie Gummiabrieben, Ölen, Fetten, Zuckermelasse oder Emulsionen zu unterscheiden ist. Besonders die letztgenannten Verschmutzungsarten wachsen dann zu einem immer schwieriger zu lösenden Problem heran, wenn diese zu einer festen, harten Kruste auf Transportwegen oder Lagerstellplätzen festgefahren werden. Diese können dann in aller Regel nur noch mit aufwendigen Grundreinigungsverfahren durch professionelle Gebäudedienstleister, die sich auf Reinigung von industriellen Bereichen spezialisiert haben, entfernt werden. Bei der Entsorgung des dabei entstehenden mechanisch gelösten

Schmutzvolumens muss dann im Einzelfall geprüft werden, ob es sich um Sonderabfall handelt, der somit gesetzmäßig entsorgt werden muss. Grundsätzlich stellt sich auch die Frage, welche Reinigungsart wann sinnvoll ist. Als Faustregel gilt, dass Kehrmaschinen für die Außenbereiche und Scheuersaugmaschinen für die Innenbereiche geeignet sind. Kehrmaschinen sind von der Technologie so konzipiert, dass sie auf dem Boden loses aufliegendes größeres Kehrgut aufnehmen.

Die Maschine muss zur Aufgabe passen Die Größe der Maschine richtet sich nach der Größe der zu reinigenden Fläche; der Reinigungsvorgang erfolgt trocken. Dabei ist ein wichtiges Entscheidungskriterium, dass das Volumen des Kehrgutbehälters ausreichend dimensioniert ist, damit nicht ständig der Reinigungsvorgang unterbrochen werden muss, um das Kehrgut zu entsorgen. Beim Einsatz im Innenbereich ist darauf zu achten, dass die Kehrgutaufnahme nahezu staubfrei erfolgt und die Maschine über einen Feinstaubfilter verfügt. Das verhindert die Staubverteilung. Aus Arbeitsschutzgründen sollte hierbei sehr akribisch darauf geachtet werden, dass keine Stäube aufgewirbelt werden, die dann über die Raumluft in die Atemwege der Beschäftigten gelangen und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Im Gegensatz hierzu sind Scheuersaugmaschinen für die Nassreinigung von Hart- und elastischen Fußböden geeignet, um den Belag von kontaminierten Verschmutzungen zu entfernen. Sie lösen und entfernen Brems- und Reifenspuren der Flurförderfahrzeuge, binden aufliegenden Schmutz, der dadurch nicht in die Raumluft gelangen kann und entfernen Flüssigkeiten, wie zum Beispiel zuckerhaltige Getränkerückstände, Melasse und Öl- und Fettverunreinigungen. Da die allermeisten Produktionsstätten oder Lagerhallen in jüngster Vergangenheit auf der „grünen Wiese“ ohne Unterkellerung erbaut wurden, bildet sich insbesondere in den Sommermonaten oft Schwitzwasser auf den Fußböden. Auf den Transportwegen kann diese Feuchtigkeit eine schmierige Verunreinigung verursachen, die Rutschunfälle der Mitarbeiter oder Flurförderfahrzeuge zur Folge haben können. Eine tägliche Reinigung mit Scheuersaugmaschinen ist

daher unerlässlich. Die Art der Verschmutzung entscheidet dann über den Einsatz der spezifischen Bürstenarten. Besonders unter ökonomischen und ökologische Gesichtspunkten sind hierbei Scheuersaugmaschinen zu bevorzugen, die durch entsprechende Technologien mit weniger Wasserverbrauch und Chemieeinsatz arbeiten. Zudem ist bei der Kaufentscheidung von Scheuersaugmaschinen darauf zu achten, dass dasAbsaugsystem effizient und robust arbeitet und keine feuchten Rückstände auf der gereinigten Fläche hinterlässt - und zwar auch dann nicht, wenn die Fußböden uneben sind. Zudem sollte bei einer notwendigen Rückwärtsfahrt die Anhebung des Saugfußes automatisch erfolgen sowie die Wasserzufuhr gestoppt werden.

Ein wichtiges Entscheidungskriterium bei Kehrmaschinen ist das Volumen des Kehrgutbehälters, damit nicht ständig der Reinigungsvorgang unterbrochen werden muss. Bild: IP Gansow

Speziell für die Reinigung von Fußböden in Hallen und Lägern von Logistik- und Industrieunternehmen sind Kombireinigungsmaschinen konzipiert worden. Sie bieten dem Anwender in einem Arbeitsgang eine maschinelle Fußbodenreinigung in Kombination von Kehren und Scheuersaugen. Dabei werden aufliegende kleinere Verschmutzungen wie Palettensplitter, Verpackungsmaterial oder Bruchstücke, besonders aber auch Staub, damit dieser nicht in die Raumluft gelangt, von zwei Seitenbesen in die Mittelspur dieser Aufsitzreinigungsmaschi-

nen gefegt und anschließend durch zwei Walzen in den Grobschmutzkasten gekehrt. Im gleichen Arbeitsgang ermöglichen diese dann das maschinelle Nassscheuern von anhaftenden Fußbodenverschmutzungen. Je nach Verschmutzungsgrad kann diese mechanische Reinigungsleistung durch anwendungsspezifische Chemie optimiert werden. Sofort nach dem Arbeitsgang des Scheuerns muss allerdings die Schmutzflotte rückstandsfrei aufgenommen werden. www.gansow.de

Metallstaub am Entstehungsort absaugen Wie Entstauber in der Hydraulikblock-Produktion eingesetzt werden Die Drebelow & Jahn GmbH hat ihren Sitz in der Gemeinde Wurster Nordseeküste, südlich von Cuxhaven. Hier werden aus Stahl- und Aluminiumblöcken komplexe hydraulische Steuerungen gefertigt, wobei hierfür Blöcke bis zu einem Gewicht von 700 Kilogramm bearbeitet werden. Da der Block die Verbindung zwischen den einzelnen Ventilen der Steuerung herstellt, ist sein Innenleben komplex. Nicht nur bei den in den Blöcken einzuarbeitenden Verbindungen und Gewinden wird jede Menge Metallstaub produziert, der sicher und zuverlässig abgesaugt werden muss. In der Produktion von Drebelow & Jahn sind diverse Metallbearbeitungsanlagen im Einsatz, zum Beispiel zum Fräsen, Bohren, Entgraten, Schleifen und Polieren. Hinzu kommen noch einmal sechs CNC-Bearbeitungszentren. Sie erledigen den Hauptteil der mechanischen Bearbeitung - und das mit einer Genauigkeit bis zu einem Hundertstel Millimeter. Ergänzt wird dieser Maschinenpark durch eine vollautomatische Schleifmaschine und einen Ruwac-Entstauber aus der DS-6Serie, dem DS 64000 M. Dieser Entstauber ist auch notwendig, denn bei der Bearbeitung der Blöcke fallen neben Spänen auch feine Stäube an. Diese müssen aus Gründen des Gesundheitsschutzes abgesaugt werden. Und sobald Aluminiumblöcke bearbeitet werden, sind auch die Anforderungen des Explosionsschutzes zu beachten. Der Entstauber aus der DS-6-Serie ist laut Hersteller für derartige Anforderungen konzipiert. Hierfür ist die Anlage in staubexplosionsgeschützter Ausführung (Zone 22) und mit großdimensionierten Patronenfiltern der Staubklasse M ausgestattet, was lange Filterstandzeiten ermöglicht. Bei Drebelow & Jahn ist der DS 6 zudem mit integriertem Vor-

Die Leistung und Bedienfreundlichkeit des Entstaubers können überzeugen. Bild: Ruwac

abscheider, Patronenfiltern und pneumatischer Abreinigung versehen. Da der Entstauber modular aufgebaut ist, kann er alternativ unter anderem auch mit Taschenfiltern, manueller oder elektrischer Abreinigung sowie mit Zusatzmodulen wie zum Beispiel einer Funkenfalle für Sprühfunken oder einem Feuerlöscher ausgestattet werden. Die Entstauber aus der DS-6-Serie können somit bedarfsgerecht individuell angepasst werden. Zu den typischen Anwendungsfällen dieser Entstauber in StaubEx-Ausführung gehören neben der Metallbearbeitung auch die CFK-/GFK-Verarbeitung, die Verpackungsindustrie und die pharmazeutische Industrie. In der Fertigung bei Drebelow & Jahn ist der Entstauber an eine

Fräsanlage angeschlossen, die das „Finish“ der Blöcke übernimmt. Neben Spänen fällt hier auch hochfeiner Metallstaub an. Dieser wird direkt an der Entstehungsstelle von einem 160-mmAbsaugrohr aufgenommen. Der Unterdruck, mit dem der DS 64000 M arbeitet, ist mit 26 mbar in Relation zum Umgebungsdruck bewusst niedrig gehalten. Nur so werden auch feine Partikel zuverlässig aufgesaugt und können sich an den Patronenfiltern sammeln. Die pneumatische Abreinigung im Gegenstrom führt dazu, dass die vom Filter zurückgehaltenen Schwebstäube in den Sammelbehälter gelangen, der einfach entleert werden kann. www.drebelow-jahn-hydraulik.de www.ruwac.de


Wolff Publishing

Sonderteil Energie-Effizienz

ISSN

1864-4554

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November 2017 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Eine 1.500 Tonnen starke Presse, die beim Automobilzulieferer Meleghy Automotive in Bernsbach im Einsatz ist, wurde mechanisch und elektrisch auf den neuesten Stand gebracht. Dr. Thomas Werle, Geschäftsführer bei Meleghy Automotive, betont: „Bei entsprechender Pflege wird sie uns noch viele Jahre gute Dienste leisten.“ Details auf Seite 26.

Die bedarfsabhängig gesteuerten, drehzahlgeregelten Pumpen und Ventilatoren der Kälteanlage reduzieren die Energiekosten dieser Verbraucher um bis zu 40 Prozent. Bilder: L&R

Maßnahmen mit schnellem ROI Kettler, der bekannte Hersteller von Fitnessgeräten, Gartenmöbeln, Spielfahrzeugen und anderen Produkten im Freizeitbereich, hat für die Kunststoffverarbeitung unlängst im Werk Mersch/Werl eine neue Kälteanlage in Betrieb genommen. Diese nutzt diverse Technologien, um den Energieverbrauch möglichst niedrig zu halten. Viele deutsche Hersteller von Freizeitequipment haben mittlerweile ihre Produktion nach Asien verlagert und häufig an dortige Auftragsfertiger delegiert. Nicht so bei Kettler, dem Unternehmen, das unter anderem durch das Kettcar und das gleichnamige Fahrrad mit Alurahmen deutschlandweit bekannt ist: Rund 750 Mitarbeiter fertigen in den fünf Werken in Werl und Ense unter anderem Spielfahrzeuge, Fitnessgeräte und Gartenmöbel - und das mit einem hohem Qualitätsanspruch und einer hohen Fertigungstiefe. Das Werk Mersch in Werl konzentriert sich ganz auf die Kunststoffverarbeitung. Etwa 250 Mitarbeiter produzieren hier überwiegend aus Spritzguss die unterschiedlichsten Komponenten und zwar für das gesamte Produktprogramm. Dabei kommen auch spezielle Rezepturen und

Fertigungsverfahren zur Anwendung, die im Unternehmen selbst entwickelt wurden. Zum Beispiel werden die Freizeitmöbeltische teilweise im Zwei-KomponentenVerfahren hergestellt. Sie bestehen dann aus einer Außenschicht aus hochwertigem Kunststoff, der eine feine und harte Oberfläche bildet, und einem Kunststoffkern aus aufbereitetem, recyceltem Kunststoffmaterial. Mit diesem sogenannten Kettalux-Verfahren können glattflächige und dünnwandige Freizeitmöbel mit langer Lebensdauer hergestellt werden. Bei Bedarf werden sie zusätzlich mit einer speziellen Lackierung veredelt. In einem umfassenden Projekt, das im April diesen Jahres abgeschlossen wurde, hat Kettler die Fertigung und Logistik weitgehend neu organisiert. In diesem Zusammenhang wurde auch die Kältetechnik

im Werk Mersch erneuert. Ein Grund dafür war, dass die alten Kälteanlagen für die Werkzeug- und die Hydraulikkühlung noch nicht mit den heute üblichen Energiespartechnologien ausgestattet waren. Die Kältetechnik für den Hydraulikkreis hatte als offene Kühlturmanlage einen hohen Frischwasserverbrauch und erforderte, wie bei diesem Kühlprinzip üblich, einen hohen Aufwand bei der Wasseraufbereitung. Zudem waren die Anlagen mit einem Kältemittel befüllt, das unter die „Phase-out“-Anforderungen der F-GaseVerordnung fällt und daher nicht zukunftssicher ist. Die neue Anlage, die L&R für die Werkzeugkühlung des Kettler-Werkes projektierte, stellt 15 Grad Celsius kaltes Kühlwasser bereit und ist als Split-Kältemaschine ausgelegt. Weiter auf Seite 26

Eine Großbäckerei setzt auf eine LED-Beleuchtung im Mietkonzept und spart, ohne selbst zu investieren. Wie das geht, lesen Sie im unten stehenden Beitrag. Bild: Deutsche Lichtmiete

Großbäckerei spart durch Lichtmiete Die Großbäckerei Meyer Mönchhof, in der seit 145 Jahren produziert wird, ist für ihre knusprig frischen Backwaren bekannt. Auch wenn sich seit der Gründung im 19. Jahrhundert viel getan hat und man heute mit modernen elektrischen Öfen und Knetmaschinen zugange ist, so hat sich eines nicht verändert: Gebacken wurde und wird vor allem nachts - dementsprechend wichtig ist die Beleuchtung. Als vor vier Jahren die Großbäckerei in Ganderkesee durch einen Neubau erweitert wurde, legten die Verantwortlichen auch den Fokus auf die Energieeffizienz. „Wir können jetzt z.B. die Abwärme von Kälteanlagen zum Aufheizen von Wasser für die Spülstrecke nutzen“, erklärt Geschäftsleiter Thomas Stockinger. Selbstverständlich war für ihn auch die Verwendung von LED-Leuchten. Immerhin reduziert sich dadurch der Energiebedarf um bis zu 65 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen. Außerdem sinkt der CO2-Austoß. Als Stockinger auf das Mietkonzept der Deutschen Lichtmiete aufmerksam wurde, überlegte er nicht lange und entschied sich für den Einsatz dieser Miet-Leuchten - und zwar nicht nur in der neuen Lagerhalle. Er rüstet gleich den gesamten Standort auf LED-Technik um. Das Mietkonzept ermöglicht die Verwendung effizienter LED-Technologie ohne eigene Investition. Stattdessen wird eine monatliche Mietrate gezahlt. „Unternehmen, die ihre Beleuchtung umrüsten, profitieren in der Regel von einer Reduktion der Gesamtbeleuchtungskosten um 15 bis 35 Prozent nach Abzug der Mietraten“, weiß Marco Hahn von der Deutschen Lichtmiete aus Erfahrung. www.lichtmiete.de


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ENERGIE-EFFIZIENZ

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Fortsetzung von Seite 25 Das heißt: Die Kältemaschine selbst, die eine Kälteleistung von 2 x 100 kW erbringt, steht im Gebäude. Die entstehende (Ab-)Wärme wird über einen außen stehenden Kondensator abgeführt. Ebenfalls im Freien steht der zugehörige Freikühler. Er schafft die Voraussetzung dafür, dass die Primärkälte bei niedrigeren Außentemperaturen teilweise oder vollständig aus der Umgebung generiert werden kann. Die Kältemaschine kann dann abgeschaltet bleiben, und der Anwender bezieht die Kälte ohne Energieaufwand. Diese sogenannte Winterentlastung führt schon bei Außentemperaturen unterhalb von 10 Grad Celsius zu erheblichen Energieeinsparungen. Im Sommer wird dieser Freikühler folgerichtig nicht benötigt; er kann dann auf die Hydraulikseite der Kälteanlage umgeschaltet werden. Sie arbeitet mit höherem Temperaturniveau und vergrößert die zur Verfügung stehende Wärmetauscherfläche.

Hydraulikkühlung als geschlossenes System Die Hydraulikkühlung, die Wasser mit einer Vorlauftemperatur von 30 Grad Celsius bereitstellt und für eine Kälteleistung von 250 kW ausgelegt ist, arbeitet als geschlossenes System. Zu den Systemkomponenten gehört, ebenso wie bei der Werkzeugkühlung, ein zweiter Freikühler. Darüber hinaus wird die Wärme im Hydraulikkreislauf über besondere Lufterhitzer als Heizenergie zur Hallenbeheizung

genutzt. Allein diese Energiesparmaßnahme (Wärmerückgewinnung aus der Hydraulik) reduziert die jährlichen Energiekosten um knapp 8.400 Euro. Weitere Energiekosteneinsparungen ergeben sich durch die Winterentlastung (freie Kühlung), die nach Berechnung von L&R die jährlichen Energiekosten um rund 19.500 Euro reduziert. Die Pumpen und Ventilatoren der Kälteanlage sind drehzahlgeregelt und werden druck- bzw. bedarfsabhängig gesteuert. Das reduziert die Energiekosten für diese Verbraucher um bis zu 40 Prozent.

Kosten runter, Betriebssicherheit rauf Eine wichtige Systemkomponente, auch im Hinblick auf die Betriebskosten der Kälteanlage, ist die von L&R entwickelte VarikonSteuerung, die eine gleitende Kondensationstemperatur gewährleistet. Zum Vergleich: Konventionelle Kältemaschinen werden mit einer festen Kondensationstemperatur betrieben, die in der Regel bei ca. 47 Grad Celsius liegt. Dieses Temperaturniveau benötigt man allerdings nur bei hohen Außentemperaturen von ca. 35 Grad Celsius. Bei kühlerem Klima von zum Beispiel acht Grad Celsius reicht in diesem Falle eine niedrigere Kondensationstemperatur von 20 Grad Celsius völlig aus. Das bedeutet: Bei einer Außentemperatur von z.B. acht Grad Celsius wird die Kältemaschine mit einer Kondensationstemperatur von 20 Grad Celsius betrieben. Die eingesetzte Steuerung regelt die Kondensationstemperatur ent-

sprechend in Abhängigkeit von der Außentemperatur und erreicht damit eine deutlich geringere Leistungsaufnahme des Verdichters. Auch hier lassen sich die Einsparungen bei den Energiekosten recht genau beziffern: Sie liegen bei rund 9.300 Euro pro Jahr. Für die erwähnten Energiespartechnologien - Winterentlastung, Varikon-Steuerung, Wärmerückgewinnung, drehzahlgeregelte Pumpen und Ventilatoren - ergibt sich insgesamt eine jährliche Reduzierung der Energiekosten von mehr als 40.000 Euro und die einzelnen Maßnahmen amortisieren sich in einem Zeitraum von jeweils zehn bis 15 Monaten. Außerdem zeichnet sich die neue Anlage laut Hersteller durch einen geringen Serviceaufwand und eine hohe Betriebssicherheit aus. Dies werde unter anderem durch die Verwendung hochwertiger Systemkomponenten sichergestellt. Ein weiterer Faktor, der die Betriebssicherheit steigert, ist der Verzicht auf die offene Kühlturmanlage, die nicht nur einen hohen Frischwasserverbrauch erforderte und einen hohen Aufwand an Wasseraufbereitung verursachte, sondern auch das Risiko des Legionellenbefalls mit sich

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Die wesentlichen Komponenten der Anlage einschließlich der Steuerungstechnik finden auf einem gemeinsamen Grundrahmen Platz.

brachte. Dieses Risiko kann nun zuverlässig ausgeschlossen werden.

Kältemittel: Auf der sicheren Seite Auch in Sachen Kältemittel befindet sich Kettler jetzt auf der sicheren Seite: Mit R 134a sind die neuen Anlagen mit einem Kältemittel befüllt, das gemäß der neuen F-Gase-Verordnung nicht von dem frühen „Phase-out“ betroffen ist, da sein GWP-Wert (Global Warming Potential) bei

unter 2.500 liegt. Zudem ist die Anlage so ausgelegt, dass sie bei Bedarf auf Kältemittel mit extrem niedrigem GWP wie z.B. R 1234 yf (GWP = 4) oder XP10 umgestellt werden kann. Eine Erstbefüllung mit diesem Kältemittel ist derzeit nach Angaben von L&R noch nicht empfehlenswert, weil diese neuen synthetischen Kältemittel noch sehr teuer sind. In den kommenden Jahren ist mit deutlichen Preissenkungen sowie einem größeren Angebot an alternativen Kältemitteln zu rechnen. www.lr-kaelte.de

Schuler: Neues Leben für „altes Mädchen“ Über die mechanische und elektrische Modernisierung einer 50 Jahre alte Presse Die 1.500 Tonnen starke Presse, die beim Automobilzulieferer Meleghy Automotive in Bernsbach genutzt wurde, war nicht mehr die Jüngste: Baujahr 1968. Kein Wunder, dass sie von den Mitarbeitern den Kosenamen „altes Mädchen“ bekam. Ihre Tage schienen gezählt, als vergangenes Jahr Zähne aus der Ritzelwelle brachen und Risse in Kopfstück und Pressenständern festgestellt wurden. Doch so schnell wollten die Verantwortlichen des Automobilzulieferers die Anlage nicht aufs Abstellgleis schieben. Sie entschieden sich für eine komplette Modernisierung. Dr. Thomas Werle, Geschäftsführer bei Meleghy Automotive, weiß genau: „Wenn so eine Maschine aus dem Produktionsalltag herausgerissen wird, entstehen schnell zusätzliche Kosten.“ Deshalb entschied man sich für ein Retrofit, wobei ihm die termingerechte Abwicklung der umfangreichen Überholung be-

Zwar hätte man auch eine neue Maschine kaufen und installieren können, doch dann hätte man auch das Fundament erneuern und die Werkzeuge anpassen müssen.

Seit September 2017 ist die überholte Presse, bei der auch die Bedienung auf aktuellen Stand gebracht wurde, nun wieder im Einsatz. Bilder: Schuler

sonders am Herzen hing: „Deshalb fiel für die Modernisierung unsere Wahl auf den Originalhersteller“, ergänzt er, zumal Schuler, der Produzent der Müller-Weingarten-Maschine, auch das erforderliche Know-how für eine derartige Überholung hat. Das für die Instandhaltung zuständige Team von Meleghy Automotive unterstützte tatkräftig bei der Vorbereitung und Betreuung der Überholung. Ende April 2017 schlossen die Experten von Schuler die Schweißarbeiten am Kopfstück ab und montierten anschließend die neuen Antriebsteile. Zudem tauschten sie Motoren, Schalt-

schränke, Verkabelung sowie Richtkassette und Einzugswalzen der Bandanlage. Zur Bedienung der Anlage wurde die Visualisierung ebenfalls komplett überarbeitet. Dadurch vereinfachen sich das Rüsten sowie die Diagnose im Fehlerfall für die Produktionsmitarbeiter deutlich. Seit September 2017 erstrahlt das „alte Mädchen“ nun wieder in neuem Glanz. „Eine neue Maschine hätte auch ein neues Fundament und eine Anpassung der Werkzeuge benötigt“, berichtet Dr. Werle. „Deshalb war die Entscheidung für eine Generalüberholung richtig, zumal die Presse im Kern gesund ist. Bei entsprechender Pflege wird sie uns noch viele Jahre gute Dienste leisten“, ist der Geschäftsführer überzeugt. www.schulergroup.com www.meleghyautomotive.de

Die alten Steuerungen führte Schuler zusammen und brachte sie auf den aktuellen Stand, wie auch die gesamten Vorkehrungen zur Arbeitssicherheit an der Maschine.


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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

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Zum Beurteilen muss man Licht erleben Waldmann erĂśffnete am Firmensitz in Villingen-Schwenningen einen Showroom Im Jahr 1928 wurde die Firma Waldmann gegrĂźndet, die heute als mittelständisches Familienunternehmen in dritter Generation von Gerhard Waldmann gefĂźhrt wird. Die Unternehmenszentrale liegt in Villingen-Schwenningen. Und eben genau hier, also in Villingen-Schwenningen, wurde vor Kurzem ein 320 Quadratmeter groĂ&#x;es Gebäude gebaut, das als Showroom genutzt wird - getreu dem Motto: Licht muss man erleben, um es beurteilen zu kĂśnnen ‌ Emil28 - so heiĂ&#x;t das freitragende Gebäude aus Holz, das als energetisch optimiertes KfW Effizienzhaus 55 gebaut wurde. Emil leitet sich dabei aus dem Namen des UnternehmensgrĂźnders Emil Waldmann ab. Die Ziffer 28 wiederum steht fĂźr das Jahr 1928, in dem der Elektromechanikermeister den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Gezeigt werden im neuen Showroom stets die aktuellen Produkte, wobei im halbjährlichen Turnus die Produktneuerungen ausgestellt werden. NatĂźrlich ist aber auch das Basissortiment in Villingen-Schwenningen zu sehen. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf dem Themenbereich ganzheitliche BeleuchtungslĂśsungen fĂźr Licht in der Industrie. Deshalb wird auch das aktuelle Produktsortiment an Hallenbeleuchtung, Arbeitsplatzleuchten und Maschinenbeleuchtung hier nicht nur gezeigt, sondern auch erlebbar. Dazu gehĂśren unter anderem das LED-Lichtbandsystem Taureo, der Hallentiefstrahler Acaneo, die AGR-zertifizierten Arbeitsplatzleuchten Taneo und Tevisio sowie die robuste Maschinenleuchtenfamilie Rocia.

Abgerundet wird das Lichterlebnis mit Leuchten aus den drei weiteren Geschäftsbereichen BĂźro, Pflege und Gesundheit sowie medizinische Phototherapie. Ăœbrigens: Am Hauptsitz in Villingen-Schwenningen befinden sich ebenfalls die Entwicklungs- und Fertigungseinrichtungen. Produziert wird hier mit einer hohen Fertigungstiefe, d.h. circa

70 Prozent der Bauteile werden selbst hergestellt - angefangen von sämtlichen Metallteilen ßber Kunststoffteile bis hin zu Baugruppen wie etwa den LEDPlatinen. Lediglich Sekundärbauteile wie Kabel oder LED-Module werden zugekauft. So lassen sich auch kundenspezifische SonderlÜsungen realisieren.

Das firmeneigene Lichtlabor ist unter anderem mit einem RoboGoniophotometer ausgestattet. Damit sind die Spezialisten in der Lage, bereits in frĂźhen Entwicklungsphasen zahlreiche PrĂźfungen und Messungen vorzunehmen.

Wichtige Parameter wie etwa LichtstrÜme und Lichtstärkeverteilungskurven kÜnnen so bereits in Prototypen, aber auch bei kundenspezifischen LÜsungen zeitnah geprßft und bewertet werden. www.waldmann.com

Schulung „Ölinstallationen - neuer Stand“

In den Produktions- und Vertriebsstandorten in zwÜlf Ländern sind weltweit rund 1.000 Mitarbeiter mit der Entwicklung und Produktion von BeleuchtungslÜsungen fßr die Anwendungsbereiche Bßro, Industrie, Pflege und Gesundheit sowie Systeme fßr die medizinische Phototherapie beschäftigt. Im neuen Showroom werden neben dem Basissortiment stets die aktuellen Produkte gezeigt. Alle sechs Monate wechselt das Informationsangebot. Bilder: Waldmann

Piepenbrock tritt CAFM Ring bei Unternehmen mĂśchte den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen Die Piepenbrock Unternehmensgruppe ist dem Branchenverband CAFM Ring beigetreten. Der Verein fĂśrdert die Qualität von IT- und Dienstleistungsprojekten und unterstĂźtzt die Prozesse und das Management in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Der Verband fĂźr die Digitalisierung des Immobilienbetriebs CAFM Ring e. V. ist ein Zusammenschluss von IT- sowie Beratungsund Dienstleistungsanbietern. Er setzt sich fĂźr ein standardisiertes Datenmanagement vor allem aus der Perspektive des Gebäudebetriebs ein. Dazu unterstĂźtzt er unter anderem wissenschaftliche Studien, fĂźhrt Veranstaltungen durch, verĂśffentlicht Leitfäden und stellt frei zugängliche IT-Instrumente wie die Standardschnittstelle zum Austausch von Immobiliendaten „CAFM-Connect“ zur VerfĂźgung. „Modernes Facility Management ist heute ohne digitales Datenmanagement und bedarfsgerechte SoftwarelĂśsungen nicht mehr mĂśglich. Es geht darum, Informationen Ăźber Immobilien und Liegenschaften in Echtzeit zu erfassen, zusammenzufĂźhren und dadurch Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten“, erklärt Mahmut TĂźmkaya, Geschäftsleiter GroĂ&#x;kunden Ganzheitliches Facility Management bei Piepenbrock. Deshalb habe sich der Gebäudedienstleister fĂźr eine Mit-

Bereits die äuĂ&#x;ere Form symbolisiert Qualität, technisches Know-how und Design.

gliedschaft im Branchenverband CAFM Ring entschieden. „Wir mĂśchten den Dialog und den Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen der Branche verstärken, um unseren Auftraggebern noch passgenauere Dienstleistungen liefern zu kĂśnnen“, so TĂźmkaya. Er fährt fort: „Den CAFM Ring sehen wir als Plattform, die den fachlichen Austausch gezielt fĂśr-

dert und zur Entwicklung von zukunftsträchtigen LĂśsungen beiträgt.“ Das OsnabrĂźcker Familienunternehmen will sich nach eigenen Angaben nun aktiv in die Arbeit des Vereins einbringen und seine Erfahrungen aus dem Betrieb von Immobilien in das Netzwerk einspeisen. www.cafmring.de www.piepenbrock.de

Bereits seit August 2017 gilt die neue „Verordnung Ăźber Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“ (AwSV). Diese Verordnung mit Gesetzeskraft bringt wesentliche Ă„nderungen fĂźr die Arbeit an HeizĂślverbraucheranlagen mit sich. Vor allem die Fachbetriebspflicht wird neu geregelt, so mĂźssen z.B. Fachbetriebe nach AwSV fĂźr ihre betrieblich verantwortlichen Mitarbeiter mindestens alle zwei Jahre eine Schulung nachweisen. Ăœbrigens besagt das Wasserhaushaltsgesetz, dass alle Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen nur entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik beschaffen, betrieben, unterhalten, errichtet und stillgelegt werden dĂźrfen. Dazu wurde schon im April 2017 der Teil 2 der TRwS791 verĂśffentlicht, die alle HeizĂślverbraucheranlagen im Bestand betrifft. Afriso bietet entsprechende Schulungen und Trainings an, die das Know-how gemäĂ&#x; den gesetzlichen Vorgaben vermitteln. Ergänzend zu dem Zweitagesseminar „Tankschutz und Leckschutzauskleidung“, dem Tagesseminar „Hydraulischer Abgleich“ und dem Tagesseminar „HeizungsCheck nach EN 15378“ gibt es nun auch das Tagestraining „Ölinstallationen - neuer Stand“. In diesem Training, das in diesem

Fachbetriebe nach AwSV mĂźssen fĂźr ihre betrieblich verantwortlichen Mitarbeiter mindestens alle zwei Jahre eine Schulung nachweisen. Bild: Afriso

Jahre noch am 28.11.2017 in KĂśln stattfindet, werden unter anderem die neuen gesetzlichen Regelungen (AwSV) und die Technischen Regeln (TRwS) behandelt. Alle Teilnehmer bekommen einen Schulungsnachweis gemäĂ&#x; AwSV. AuĂ&#x;erdem werden weitere Themen wie „Komponenten der modernen Ă–lversorgung“ oder „Sicherheitseinrichtungen“ behandelt. Schulungsteilnehmer haben zudem die MĂśglichkeit, beispielsweise das neue GrenzwertgeberprĂźfgerät GPG 01, das zur kompletten PrĂźfung von Grenzwertgebern in Anlagen mit HeizĂśl und Diesel geeignet ist, zu testen. FĂźr einige Schulungen gibt es feste Termine, andere Seminare finden je nach Bedarf statt. Ab einer Teilnehmeranzahl von sechs Personen werden auch bundesweit Trainings vor Ort angeboten. www.afriso.de/schulung

Champion! Mit einer     und einer Zu- und Abluftleistung von 10.000 mÂł/h ist der    der Champion unter den LĂźftungsanlagen fĂźr Hallen. Sie mĂśchten gerne weitere Informationen? Rufen Sie uns an! Telefon: +49(0) 9122-699-0 oder schreiben Sie an: info@lk-metall.de


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Druckluftmotoren für Anspruchsvolle Papierherstellung mit säure- und hitzeunempfindlichen Edelstahlmotoren Riesige Maschinen produzieren heute Papier, wobei die unterschiedlichen Arbeitsschritte von der Aufbereitung der Rohfasern bis zum fertigen Papier in einer solchen Anlage ablaufen. Für die Anlagenbauer ist dies eine Herausforderung, denn die einzelnen Komponenten müssen extremen Belastungen standhalten. Zum Einsatz kommen hier unter anderem Druckluftlamellenmotoren aus Edelstahl, wie sie Deprag Schulz im Portfolio hat. Nach Angaben von Deprag Schulz spricht einiges für einen Luftmotor. Ein Hauptvorteil ist die große Leistungsdichte: Je nach Ausführung benötigt der Luftmotor nur ein

Fünftel der Masse eines handelsüblichen Elektromotors oder ein Drittel seiner Größe. Außerdem ist die abgegebene Leistung bei dieser Motorart über weite Drehzahl-

bereiche nahezu konstant. Er kann daher auch in einem breiten Feld wechselnder Lasten betrieben werden. Die Motorleistung lässt sich durch Änderung des Betriebsdrucks anpassen, die Drehzahl durch Drosselung der Luftmenge stufenlos steuern. Ein Druckluftmotor kann sogar bis zum Stillstand belastet werden und nimmt dabei keinerlei Schaden. Nach der Reduzierung der Last läuft er sofort wieder an, beliebig oft hintereinander, auch bei einer hohen Einschaltdauer. Es sprechen aber noch weitere Punkte für diese Technik: Durch die Entspannung der Luft kühlt der Druckluftmotor entstehende Reibungswärme ab. Das bedeutet: Unter Last wird er eher kühl, eine Überhitzung ist damit nahezu ausgeschlossen. Der innere Überdruck verhindert zusätzlich das Eindringen von Staub und Schmutz. Sogar der ölfreie Betrieb des Druckluftmotors im Trockenlauf ist bei Motoren bis zu einer Leistung von 1,6 kW mit einer Leistungseinbuße von ca. zehn bis 20 Prozent möglich. Der Druckluftmotor arbeitet dabei nach einem einfachen Prinzip. Die per Kompressor erzeugte Druckluft versetzt die Motorwelle in Rotation. Beim Lamellenmotor geschieht das so: Der in einem exzentrischen Zylinder umlaufende Rotor wird in Bewegung gesetzt. In seinen Schlitzen stecken Lamellen, die durch Zentrifugalkraft nach außen gegen die Zylinderwand gedrückt werden. Es bilden sich Arbeitskammern für die sich ausdehnende Druckluft. Über die Expansion der komprimierten zugeführten Luft wandelt sich die Druckluft in kinetische Energie -

Luftmotoren lassen sich aufgrund der vielen Ausführungsvarianten, der einfachen Bauweise, des geringen Leistungsgewichts, des großen Drehzahlbereichs und der Explosionssicherheit in den unterschiedlichsten Bereichen einsetzen auch in der Papierproduktion. Bild: Deprag Schulz

die Drehbewegung entsteht. „Ob bei der Stoffaufbereitung für die Papierherstellung, in der Überführeinheit einer Papiermaschine oder beim Zuschneiden des Rohpapiers in Papierstreifen, unsere Lamellendruckluftmotoren sind vielseitig einsetzbar“, betont die Produktmanagerin Dagmar Dübbelde von Deprag Schulz.

Aggressive Flüssigkeit? Kein Problem Und sie kann auch gleich mit einem Beispiel aus der Stoffaufbereitung der Papiermaschinen aufwarten: Hier werden je nach Papierart Holz- und Zellstoff sowie Altpapierfasern in einem bestimmten Verhältnis gemischt und in Wasser gelöst. Auch chemische Füll- und Hilfsstoffe werden beigemischt. Diese aggressive Flüssigkeit muss immer wieder „umgerührt“ werden. Für diesen Anwendungsfall haben die Ingenieure von Deprag Power Line Druckluftmotoren mit säurebeständigem Edelstahlgehäuse aus V4A Material entwickelt. Die Abtriebsspindel aus rostfreiem

Edelstahl ist unempfindlich gegenüber aggressiven Chemikalien. Die Lamellenmotoren verfügen zudem über eine besonders widerstandsfähige Radial-Wellen-Dichtung. Sie leisten 1,6 kW bei einer Nenndrehzahl von 4.500 1/min, 2,6 kW bei einer Nenndrehzahl von 3.500 1/min oder 3,6 kW bei einer Nenndrehzahl von 3.000 1/min. Des Weiteren sind sie mit Edelstahlgetrieben im Übersetzungsverhältnis 18,3 oder 32,6 und einer Edelstahladapterplatte erhältlich. Neben den Power Line Motoren werden für bestimmte Anwendungen in der Papierindustrie auch Edelstahlmotoren aus dem Programm der Advanced Line eingesetzt. Diese Druckluftlamellenmotoren werden serienmäßig mit Außenteilen aus V2A Edelstahl gefertigt. Sie sind also vollkommen abgedichtet. Das bedeutet: Es kann weder Leckageluft austreten noch Verschmutzung aus der Umgebung in den Motor eindringen. Der Leistungsbereich dieser Motoren reicht von 20 W bis 1,2 kW in einem Leerlaufdrehzahlbereich von 16 bis zu 24.000 Umdrehungen pro Minute. www.deprag.com

Blaspistolen mit einem um 35 Propzent niedrigeren Luftverbrauch Blaspistolen werden unter anderem in Maschinenhallen, Fertigungsanlagen, Werkstätten und Montagewerken zur Beseitigung von Verunreinigungen wie Stäuben, Metallspänen und Flüssigkeiten eingesetzt. Das geschieht im Dauerluftstrombetrieb, was weder besonders energie- noch umweltschonend ist. Parker Hannifin bietet mit dem neuen HASV Air-Saver ein Modul für Blaspistolen, das auf gepulste Blasluft setzt. Es erzeugt gepulste Luft und reduziert die Druckverminderung während der kurzen Ausschaltzeit (30 Millisekunden), wodurch der Effizienzgrad eines Dauerluftstroms erreicht werden kann. Dies vermindert laut Hersteller den Luft- und Stromverbrauch um bis zu 35 Prozent und steigert zudem die Effizienz. Von dieser neuer Technologie pro-

Die Pulsfrequenz ist zwischen 5 und 15 Hz einstellbar. Bild: Parker

fitieren nach Angaben des Herstellers vor allem Anwender, die Metallspäne oder Schleifstaub aus Sackloch- und Gewindebohrungen entfernen müssen, beispielsweise bei der Herstellung von Ventil- und Motorblöcken sowie Gussteilen. Nützlich ist die Technik zudem für Unternehmen, die nach dem Reinigungsprozess Bauteile

von Wasser oder flüssigem Reinigungsmittel befreien müssen. Wie sich das rechnet, zeigt ein Praxisbeispiel: Durch die Ausstattung von 50 Blaspistolen, die bei einem Druck von 5 bar (0,5 MPa) 120 Minuten pro Tag (240 Tage im Jahr) betrieben werden, kann ein Unternehmen allein durch den Einsatz dieser Lösung eine jährliche Stromkosteneinsparung in Höhe von 5.500 Euro erzielen, betonen die Verantwortlichen von Parker. Ein weiterer Vorteil: Das reglerlose Modul sorgt für kürzere Betriebszeiten des Kompressors, die Herabsetzung des Lärmpegels sowie eine geringere Verdichterbelastung und niedrigere Wartungskosten - und zwar ohne Einbußen hinsichtlich des Blasdrucks und des Durchflussvolumens. www.parker.com/de


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Rotationskompressoren mit Schaufeltechnik Mattei Kompressoren punktet mit Technologie mit niedrigem Wartungsaufwand Mattei Kompressoren, ein italienischer Hersteller, der seit 1999 mit einer Niederlassung in Waiblingen bei Stuttgart vertreten ist, verzeichnet nach eigenen Angaben steigende Marktanteile. „Mattei ist konstant gewachsen“, so auch die Aussage von Steffen Ehret, GeschäftsfĂźhrer der deutschen Mattei GmbH. Er betont, dass „bei der Entscheidung fĂźr unsere Kompressoren der niedrige Wartungsaufwand eine groĂ&#x;e Rolle spielt. Ausschlaggebend dafĂźr ist die geringe Anzahl an Komponenten, die bei der Schaufeltechnologie beansprucht werden.â€? Die italienische Ing. Enea Mattei S.p.A. ist ein weltweiter Anbieter von Drucklufttechnik. Das Unternehmen produziert pro Jahr rund 6.500 Rotationskompressoren, die Ăźber spezielle Schaufeltechnologie verfĂźgen. Mehr als 75 Prozent davon gehen in den Export - unter anderem auch nach Deutschland. Der Druckluftmarkt hierzulande ist sehr dynamisch und wächst kontinuierlich. 2016 lag das Volumen bei rund 380 Millionen Euro. „Deutschland hat fĂźr uns ein groĂ&#x;es Potenzial, und ich erwarte ein Marktwachstum von drei bis fĂźnf Prozent bis Ende 2017“, betont Steffen Ehret, GeschäftsfĂźhrer der deutschen Mattei GmbH. Bereits im ersten Halbjahr 2017 erhĂśhte die Firma ihren Umsatz hierzulande um rund 15 Prozent. „Die attraktivsten Bereiche fĂźr den Absatz unserer Kompressoren sind beispielsweise der Verkehrssektor, das Bauwesen, der Maschinenbau und die Nahrungsmittelindustrieâ€?, so Ehret. Ein Vorteil der Kompressoren ist laut Hersteller die verwendete Schaufeltechnologie mit ihrer geringen Anzahl an notwendigen Komponenten, was den Wartungsaufwand niedrig hält. Ein weiteres wichtiges Argument, das beim Thema Druckluft von besonderer Bedeutung ist, ist der niedrige Energieverbrauch. „Unsere Kunden, die bis 2020 hohe Effizienzstandards erreichen mĂźssen, um durch das Bundesamt fĂźr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA - gefĂśrdert zu werden, zeigten daran groĂ&#x;es Interesse. Unsere

Steffen Ehret, Geschäftsfßhrer der deutschen Mattei GmbH, erklärt: „Wir bieten den Anwendern unseren Garantie-Erweiterungsplan von fßnf beziehungsweise zehn Jahren auf die Pumpengruppe an, denn wir sind von der Qualität unserer Produkte ßberzeugt.� Bild: Mattei

LĂśsungen erfĂźllen die hohen Anforderungen und ermĂśglichen es unseren Kunden, 30 Prozent der anfänglichen Investition zurĂźckzuerhalten“, ergänzt Steffen Ehret. Auf ein konkretes Produkt und mĂśgliche Einsparungen angesprochen, verweist er auf die Serie Maxima Xtreme mit 75 kW. „Dank der verbesserten uiddynamischen Leistungen und des neuen Ă–l-Einspritzsystems verbraucht der Kompressor 20 Prozent weniger Energie als der Branchendurchschnitt“, so Ehret. Auf der Comvac in Hannover präsentierte das Unternehmen unter anderem auch den Mattei Xpander mit 3 kW - ein patentiertes System, das Energie aus dem erwärmten Ă–l im Schmiermittelkreislauf der Kompressoren zurĂźckgewinnt. SchlieĂ&#x;lich werden 90 Prozent der von einem Kompressor eingesetzten elektrischen Energie an die Umge-

bung in Form von Wärme abgegeben, vor allem durch den Kßhlungsprozess des Schmiermittels. Ehret erläutert: „Die am weitesten verbreitete LÜsung, um aus diesen Energiequellen Nutzen zu ziehen, ist der Rankine-Kreislauf mit organischen Fluiden (ORC). Dieser erzeugt Energie, die ßber Wärmerßckgewinnung entweder als Inselsystem oder zur Einspeisung in das Stromnetz zur Verfßgung steht. Zu den ORCSystemen zählt auch der Mattei Xpander, der in Kooperation mit namhaften Partnern wie der britischen Ingenieurgesellschaft TP Group entwickelt worden ist.� Tipp: Was diese Rotationskompressoren mit der Schaufeltechnologie von Mattei auszeichnet, erklärt unter anderem ein Video, das online abrufbar ist. www.matteigroup.com/de/ mattei-technologie www.matteigroup.com/de

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CSR & Digitalisierung: Druckluft 4.0 goes green Bereits zum zweiten Mal ist Werner LandhäuĂ&#x;er, geschäftsfĂźhrender Gesellschafter des Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader, Mitherausgeber eines Springer Gabler-Titels zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR). Das Buch „CSR und Digitalisierung“ (ISBN: 978-3-662-53201-0), gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsexpertin Dr. Alexandra Hildebrandt verfasst, befasst sich mit den vielfältigen Facetten der Digitalisierung und deren Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft. „Während die Digitalisierung im Privatleben allgegenwärtig ist, hinkt die Industrie, vor allem der Mittelstand, vielfach hinterher“, meint LandhäuĂ&#x;er. Es werde seiner Meinung nach viel Ăźber Industrie 4.0 gesprochen - oftmals fehle es aber an Ideen fĂźr die konkrete Nutzung der digitalen Errungenschaften fĂźr das eigene Geschäft. Dass es auch anders gehen kann, beschreibt LandhäuĂ&#x;er gemeinsam mit Stefanie Kästle, Leiterin Energieeffizienzmanagement bei Mader, im Buchbeitrag „Druckluft

4.0 goes green: Herausforderungen, Chancen und innovative LĂśsungen am Beispiel der Mader GmbH & Co. KG“. LandhäuĂ&#x;er erklärt: „Mit Neugier, einer Vision fĂźr das eigene Geschäft und Mut, auch einmal einen Fehler zu machen, lässt sich die Digitalisierung erst einmal ‚im Kleinen‘ nutzen.“ In seinem Fall wählte das Unternehmen Mader den Einstieg mit einer Applikation fĂźr mobile Endgeräte, mit deren Hilfe geortete Leckagen im Druckluftsystem erfasst, bewertet und dokumentiert werden kĂśnnen. Die LĂśsung war zunächst einmal nur dafĂźr gedacht, die internen Prozesse zu beschleunigen, doch sie entwickelte sich zu einem Selbstläufer, denn die Kunden wollten die Leckage-App selbst nutzen. „Inzwischen ist die Leckage-App eines unserer Alleinstellungsmerkmale - mit dem Erfolg, dass wir bis zum Jahresende mit Leckageortungen und -beseitigungen ausgebucht sind“, bestätigt Stefanie Kästle. www.mader.eu

Werner LandhäuĂ&#x;er, geschäftsfĂźhrender Gesellschafter bei Mader, liefert den Buchbeitrag „Druckluft 4.0 goes green: Herausforderungen, Chancen und innovative LĂśsungen am Beispiel der Mader GmbH & Co. KG“. Bild: Mader

              Frank Hilbrink, Produkt-Markt-Manager BOGE Kompressoren

Mehr Informationen unter:  

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Wohin+ es+ fßhrt,+ wenn+ man+ ein+ Entwicklerteam+ermuntert,+auch+tausendfach+Bewährtes+ in+ Frage+ zu+ stellen,+ beweist+ die+ neue+BOGE+S-4+eindrucksvoll:+Ihr+bemerkenswert+ leiser+ Lauf,+ die+ ausgeprägte+ Wartungsfreundlichkeit+ und+ der+ enorme+        

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Optimiert und rund um die Uhr überwacht Ölfreier Kompressor setzt auf Antrieb ohne Getriebe Druckluftbetreiber verlangen nicht nur effizientere und kompaktere Druckluftanlagen, welche die strengen Standards für Druckluftreinheit und Leistungsfähigkeit erfüllen. Sondern sie suchen darüber hinaus nach Methoden, die Nutzung von Druckluft zu überwachen und zu optimieren. Durch eine solche Überwachung lässt sich nämlich sicherstellen, dass man die Produktivität durchgängig verbessern und gleichzeitig den Energieverbrauch reduzieren kann. Compair bietet nach eigenen Aussagen genau hierfür die richtigen Lösungen. Compair hat mit Ultima einen neuen ölfreien Kompressor eingeführt, der nach Herstellerangaben eine um bis zu 12 Prozent höhere Energieeffizienz im Vergleich zu einer herkömmlichen zweistufigen Maschine bietet. Interessant sind auch die Abmessungen dieses Kompressors. Denn der Kompressor ist rund 37 Prozent kleiner als vergleichbare Modelle. Der Ultima wird in unterschiedlichen Leistungen von 75 kW bis 160 kW angeboten. Im Gegensatz zu herkömmlichen ölfreien Kompressoren, die über einen Einzelmotor und ein mechanisches Getriebe zum Antrieb der Nieder- und Hochdruckstufe verfügen, nutzt dieses Modell das sogenannte U-Drive-Konzept. Hierbei kommen zwei Permanentmagnetmotoren als Ersatz für Getriebe und den Einzelmotor zum Einsatz. Diese Motoren mit variabler Drehzahl erreichen Drehzahlen von bis zu 22.000 U/min und höhere Wirkungsgrade als IE4-Motoren. Nachdem Getriebe und Einzelmotor durch zwei U-Drives ersetzt wurden, die von zwei separaten Frequenzumrichtern geregelt werden, wird nun jede Verdichterstufe einzeln und unabhängig angetrieben, um eine noch höhere Leistung zu erzielen. Ein intelligentes Digitalgetriebe

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überwacht die Drehzahlen der einzelnen Verdichter und passt sie kontinuierlich an. Der Leerlaufverbrauch ist dabei ca. 45 Prozent geringer als bei einem herkömmlichen zweistufigen ölfreien Kompressor. Es werden beispielsweise gerade einmal 8 kW bei einem 160-kWKompressor im Leerlauf benötigt. Außerdem kommt ein geschlossener Kühlwasserkreislauf zum Einsatz, um möglichst viel Energie aus dem gesamten Kompressor zurückzugewinnen. Dabei wird die Wärme direkt aus den großen Komponenten (z. B. Motoren, Wechselrichter, Verdichter und Ölkreislauf ) gewonnen. Dies führt laut Hersteller zu einer Verbesserung der Wärmerückgewinnung um bis zu 12 Prozent im Vergleich zu einem herkömmlichen zweistufigen ölfreien Kompressor. Ergänzt wird dies von iConn, einer cloudbasierten Plattform für das Druckluftmanagement. Die Cloudplattform ist besonders nützlich für Unternehmen mit mehreren Druckluftstationen an verschiedenen Standorten oder unbemannten Stationen. Sie ermögliche Benutzern die Überwachung der Kompressorleistung von einem beliebigen Standort aus - über deren Mobilgerät, Tablet oder PC.

Betreiber können mittels iConn ihre Druckluftanwendungen verwalten und optimieren. Hierfür unterstützt das System beispielsweise die Auswertungen von Daten aus der Vergangenheit. Es liefert aber auch Echtzeit- bzw. vorausschauende und kognitive Analysen. So lassen sich Störungen minimieren und die Standzeiten verlängern. Zudem werden ausführliche Maschinenparameter und langfristige Trendanalysen geliefert, sodass An-

Weich-PVC-Kompensatoren W eich-PVC-Kompensatoren (PVC)) TTemperaturbereich: emperaturbereich: --40°C 40°C bis +60°C

lagenbetreiber ihre Systemleistung optimieren können. iConn gehört bei neuen Compair Maschinen zur Standardausstattung und kann nachträglich in bestehende Druckluftanlagen in-

Sigma Smart Air ermöglicht vorausschauende Wartung von Druckluftstationen Bis dato erfolgte die Wartung einer Druckluftanlage zumeist entweder spontan nach Kundenwunsch oder in festgelegten Zeitintervallen. Dabei besteht immer das Risiko, dass gemäß den tatsächlichen Betriebsstunden der Service zu früh oder zu spät durchgeführt wird. Beides verursacht zusätzliche Kosten für den Betreiber. Diesen Problems hat sich Kaeser angenommen und bietet nun mit Sigma Smart Air eine Lösung an, die eine vorausschauende Wartung ermöglicht. Voraussetzung für die Nutzung von Sigma Smart Air ist, dass die Druckluftstation „intelligent“ ist, das heißt, dass sie über das Ethernet-basierte Sigma Network vernetzt ist und von der maschinenübergreifenden Steuerung Sigma Air Manager 4.0 gesteuert wird. Erst so sind Betriebs- bzw. Serviceund Energiedaten der Druckluftanlage in Echtzeit verfügbar.

Dieses Echtzeitdatenmanagement wird laut Kaeser bei Sigma Smart Air mit Expertenwissen und vorausschauendem Service kombiniert. Hierfür wird die physische mit der virtuellen Welt anhand eines Strukturmodells verbunden. So entsteht parallel zur realen Konstruktion jeder einzelnen Druckluftanlage nach den Bedürfnissen des Betreibers ein digitaler Zwilling.

Kompensatorenbau PPEKOMP EKOMP K ompensatorenb bau GmbH Spi elburgweg 23, D - 41844 418 844 W egberg Spielburgweg Wegberg TTel.: el.: +49(0)24 34 / 99 70 7 - 10, Fax: - 11 EMail: inf o@pekomp.de E-Mail: info@pekomp.de Mehrlagiger Ge Gewebekompensator webekompensator sator (PST) Hier für Abgas vvon on 450 bis 500°C sowie sowie Funkenflug Funk enflug und Schlackespritzer Schlackespriitzer vvon on außen. KKomplett omplett vorm vormontiert ontiert als einbauferti einbaufertige fertige Einh Einheit. eit.

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Mit einem Geräuschpegel von 69 dB(A) sind die Kompressoren der Ultima-Serie sehr leise. Das bedeutet, dass Ultima direkt am Einsatzort installiert werden kann und keinen separaten Kompressorraum benötigt. Daher müssen auch keine zusätzlichen Rohre verlegt und gewartet werden. Bild: Compair

Seit überr 20 JJahren ahren ferti fertigt gt PEK PEKOMP OMP W Weichstoffeichstoff- un undd Elastomer-Kompensatoren hoher Qualität diee Elastom err-Kompensatoren von h oher Qu Q alität für di verschiedensten Einsatzgebiete. verschi eddensten Ein satzgebiete. TTemperaturen emperaturen von -60° 1400°C wie hochagressive bis 1400° °C werden werden ebenso ebenso bewältigt bewältigt wi ie h ochagressive Abgase g od der Dru ckstöße. O er 22 M eter Dur choder Druckstöße. Obb 25 mm od oder Meter Durchmesser: PEK PPEKOMP OMP ferti gt für Ihr dividuelle u Anlag en messer: fertigt Ihree in individuelle Anlagee dden n Kompensator. Kompensator. perfekten

Der Sigma Air Manager 4.0 ist Grundvoraussetzung dafür, dass Sigma Smart Air genutzt werden kann. Dann ist allerdings der Einstieg in eine vorausschauende Wartung möglich. Bild: Kaeser

Durch die Echtzeitverfügbarkeit der Betriebsdaten ist es laut Lösungsanbieter möglich, den Gesundheitszustand einer Druckluftanlage zu erkennen. Dadurch werden mögliche Störungen schon im Voraus erkennbar und entsprechende Maßnahmen zur Instandsetzung können automatisch eingeleitet werden. Dies führe letztendlich zu deutlichen Kostenreduzierungen bei den Drucklufterzeugungskosten und zu einer Erhöhung der Druckluftverfügbarkeit. Weiterhin können laut Kaeser Wartungen bedarfsgenau zum bestmöglichen Zeitpunkt angesetzt werden. Dies spart unter anderem Kosten für Beschaffung, Schulung, Logistik, Wartung und eigenes Personal. Außerdem sorge Sigma Smart Air für Kostentransparenz über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Sigma Smart Air umfasst zudem das Monitoring von Kennzahlen wie Servicekosten, Reservegrad und spezifische Leistung. Zusätzlich wird ein Energie- und LifeCycle-Management der Druckluftstation über den gesamten Lebenszyklus hinweg möglich. Die aktuellen Kennzahlen der Energiedaten können auch für ein Energiemanagement nach ISO 50001 genutzt werden. www.kaeser.com


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Wälzlager im Crashtest Für die Überprüfung von Großlagern schmiert SKF, wenn es sein, muss auch mal falsch Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rund 36 Prozent aller vorzeitigen Wälzlagerausfälle sind statistisch gesehen auf eine falsche Schmierung zurückzuführen. Jeder Instandhalter versucht deshalb eine solche zu vermeiden. Nicht so die Spezialisten von SKF im Sven Wingquist Test Center. Ein speziell angefertigtes System aus der firmeneigenen Schmiede in Hockenheim soll nun nämlich an Großlagern alle nur erdenklichen Schmierungsfehler durchexerzieren. Aus diesen Fehlern und den darauf aufbauenden Analysen wollen die Experten mehr über die internen Abläufe im Lager lernen und Optimierungspotenziale für künftige Großlager ableiten. Noch immer kommt es in der Praxis vereinzelt zu vorzeitigen Ausfällen von Großlagern und das, obwohl diese nicht nur genau berechnet wurden, sondern sogar oft noch über gewisse konstruktive Sicherheitsreserven verfügen.

„Wertvolle tribologische Erkenntnisse erhoffen wir uns insbesondere aus der Analyse der Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Schmierungsbedingungen und verschiedenen Lager-Designs bzw. -Materialien“, erklärt Göbel, „denn daraus

sechs Meter breite und etwa 1,6 Meter tiefe Aggregat fasst 2.500 Liter Schmieröl. Dieses System sorgt im Prüfstand für die optimale Schmierung. Das genau entgegengesetzte Ziel kann ein zweites Schmiersystem verfolgen, das für die Schmierung des eigentlichen Prüflings zuständig ist: Diese Sonderanfertigung kann den Prüfling in puncto „Mangelschmierung“ bis an die Grenzen bringen. Bei gleichen Außenabmessungen fasst dieses System 3.000 Liter Schmieröl und bringt damit ein Gesamtgewicht von gut sieben Tonnen auf die Waage.

Schmierung im Grenzbereich

Der neue Prüfstand für Großlager fokussiert sich auf Lager, die beispielsweise im Schiffbau, dem Bergbau, der Zement- und Stahlbranche oder auch der Papierindustrie zum Einsatz kommen.

„Unter realen Bedingungen müssen also gewisse Phänomene auftreten, die von den derzeitigen Ursache-Wirkung-Algorit h men aktueller Simulationsmodelle einfach noch nicht berücksichtigt werden“, erläutert Dr. Martin Göbel, Manager Global Testing bei SKF.

Software patzt in der Wirklichkeit Das war der Grund, warum SKF in Schweinfurt rund 40 Millionen Euro investierte und das nach eigenen Aussagen leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt aufgebaut hat. Hier gibt es u.a. einen Teststand, der das dynamische Zusammenspiel verschiedener Wälzlagerbestandteile bis an deren Grenzen treibt.

lassen sich Optimierungspotenziale für künftige GroßlagerGenerationen ableiten.“ Zu diesem Zweck wurde der kleinere der beiden neuen Prüfstände mit zwei speziellen Schmiersystemen ausgestattet. Der von der Augsburger Renk Test System GmbH konzipierte Prüfstand für Großlager entwickelt Kräfte von gut einem halben Dutzend Meganewton (etwa so viel wie ein einzelnes Triebwerk der Saturn V-Mondrakete) und kann dabei Rotationsgeschwindigkeiten von weit über 200 Umdrehungen pro Minute erzielen. Diejenigen Lager, die im Prüfstand selbst stecken, sollen ihren Job natürlich möglichst anstandslos verrichten. Dazu trägt unter anderem ein transportables Schmiersystem bei. Das rund

Mithilfe des auf extreme Betriebstemperaturen ausgelegten Schmiersystems für den Prüfling können auch typische Schmierungsfehler nachgestellt werden. Die Experten hoffen, dass sie daraus wertvolle Hinweise zur Optimierung künftiger Großlager-Generationen gewinnen können.

„Im Grunde handelt es sich hierbei um einen Technologietransfer aus der Papierindustrie. Aber für die speziellen Aufgaben im Prüfzentrum waren diverse Anpassungen nötig“, betont Falko Liebing, Business Development Manager Pulp & Paper sowie Test Rigs bei der SKF Lubrication Systems Germany GmbH in Hockenheim. Beispiel Hitzeverträglichkeit: Weil man die Wälzlagertests auch unter Extrembedingungen fahren wollen, „mussten wir das System auf Öltemperaturen von bis zu 100 Grad Celsius im Zulauf zum Lager auslegen“, so Liebing, „und das ist etwa doppelt so hoch wie die Betriebstemperaturen normaler Schmiersysteme.“

Knackpunkt Temperatur Der Rücklaufsammler der Sonderanfertigung soll sogar bis zu 150 Grad Celsius vertragen. „Wenn man nun bedenkt, dass sich, gemäß Faustregel, die Viskosität des Schmieröls praktisch halbiert, sobald die Temperatur um zehn Grad Celsius steigt, kann man sich grob vorstellen, wie stark die Prüflinge strapaziert werden“, verdeutlicht Liebing. Damit die Anlage aber selbst keinen Schaden nimmt, ist sie mit einem Kühlsystem auf Basis von Plattenwärmetauschern ausgestattet worden. Von der Versorgungsstation aus gelangt das Schmieröl über ein Dutzend Leitungen zum Prüfling. An der zwischengeschalteten Verteilkonsole lässt sich sehr präzise dosieren, wie viel Öl pro Leitung zu welchem Schmierpunkt befördert wird. „Das versetzt uns in die Lage, auch in puncto Schmiermittelmenge

Das Prüfzentrum ist im Sommer eingeweiht worden. Inzwischen setzen die Ingenieure alles daran, dass sich die hohen Erwartungen an die Entdeckung bislang noch verborgener „Großlager-Geheimnisse“ auch Schritt für Schritt erfüllen. Hierfür arbeiten sie derzeit beispielsweise an der Validierung der Hardware und der Kalibrierung der sensiblen Messtechnik. Bilder: SKF

die schwierigsten Bedingungen bei verschiedensten Lasten hervorzurufen“, erläutert der Leiter des Großlager-Prüfzentrums, Dr. Thomas Zika. Außerdem erlaube es die variable Dosierung in Kombination mit der Vielzahl der Schmierpunkte, die Ölverteilung bzw. den internen Fluss im Prüfling lokal zu untersuchen. Zu diesem Zweck verfügt die Vorrichtung zur Aufnahme des Prüflings über ein ganzes Arsenal an weiteren Sensoren. Das Sensorsortiment erfasst also nicht nur lokale Temperaturen und deren Trends, sondern beispielsweise auch Schwingungen und Kräfte sowie die Position kritischer Komponenten. „Letztlich erfahren wir dadurch, wo genau unter welchen Bedingungen welche dynamischen Effekte im Lager auftreten“, resümiert Zika. „Und die entsprechenden Kenntnisse werden uns dabei helfen, Konstruktion und Design künftiger Großlager so zu optimieren, dass sie bei möglichst geringem Gewicht und minimaler Reibung in ihrer jeweiligen Anwendung ein Maximum an Haltbarkeit und Zuverlässigkeit erzielen.“ www.skf.de

Präzise hoch stapeln Antriebsriemen für Regalbediengeräte Weniger Verschleiß, weniger Wartung, bessere Positionierzeiten: Der CONTI® Synchrodrive sorgt in Fahr- und Hubantrieben von Regalbediengeräten für maximale Effizienz – ab sofort auch im neuen Profil HTD 20M. Gemeinsam mit einem Flaschenzugsystem lässt sich mit dem Riemen tonnenschwere Ware in Hochregallagern schneller und präziser positionieren. Und das zahlt sich für Betreiber aus. Mehr über unsere Lösungen unter: www.contitech.de/ptg-ind-de

Power Transmission Group


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Geplante Wartung statt Ausfall Smarter Service sorgt für höhere Verfügbarkeit von Landwirtschafts- und Forstmaschinen Bislang erfolgt die Wartung von Landwirtschafts- und Forstmaschinen nach festen Intervallen, in denen Mechaniker Komponenten uunabhängig ihres Zustands austauschen oder von außen optisch kontrollieren. Die Servicetechniker können aber nicht den internen Verschleißgrad erkennen. In der Folge kam und kommt es immer wieder zu teuren, ärgerlichen und unter Umständen auch langwierigen Ausfällen mobiler Arbeitsmaschinen im Feld - und das, obwohl die Wartungsintervalle eingehalten und zahlreiche Komponenten, teilweise unnötig, ausgetauscht wurden. Um hier zu optimieren, kombiniert Bosch Rexroth nun Betriebsdaten mit Big Data und Komponentenwissen. Im Rahmen der Elektronifizierung der Mobilhydraulik entwickelt Bosch Rexroth derzeit neue datenbasierte Dienstleistungen für mobile Arbeitsmaschinen. Die Dienstleistung Predict-Drivetrain erkennt z.B. anhand von Betriebs- und Sensordaten nicht nur den Verschleiß auf Komponentenund Modulebene, sondern kann darüber hinaus die verfügbare Restlebensdauer bestimmen, erklären die Bosch-Rexroth-Experten. Die in die Hydrauliksysteme der

mobilen Arbeitsmaschinen weitgehend ohnehin integrierten Sensoren für Drehzahl, Druck, Temperatur von Pumpe und Motor erfassen hierfür die Betriebszustände. Mehrachsen-BeschleunigungsEchtdaten einzelner oder mehrerer Fahrzeuge dienen dabei auch der kontinuierlichen Verbesserung mechanischer Bauteile wie von Getriebe und Chassis in Fahrzeugen. Die Software verknüpft diese Daten mit Big-Data-AnalyseinstruBosch Rexroth entwickelt derzeit neue, datenbasierte Dienstleistungen für mobile Arbeitsmaschinen. Bild: Deutz

menten und dem Komponentenwissen von Bosch Rexroth. Daraus erkennt die Software Anomalien sowie allmählich entstehende Defekte. Die App Predict-Drivetrain wiederum bereitet diese Informationen automatisiert auf und warnt einen definierten Personenkreis vor Maschinenausfällen. OEMs können Predict-Drivetrain sogar in die eigene Softwarearchitektur integrieren. In der Folge lassen sich Ausfälle bei Traktoren, Mähdreschern und anderen Landwirtschafts- und Forstmaschinen im Feld zumeist vermeiden oder zumindest deutlich verringern, und das ohne die heute üblichen präventiven betriebsstundenbasierten Überholintervalle. Die Betriebsdaten dienen auch in der App Next-Gen-Spec als Basis

Bei Predict-Drivetrain und Next-Gen-Spec sorgt eine Internet of Things (IoT)-Lösung für den Transfer, die Verarbeitung und die Visualisierung der gemessenen Daten. Bosch Rexroth setzt dabei nach eigenen Angaben auf offene Schnittstellen zur Integration der Apps in bestehende Systeme unterschiedlichster Hersteller. Bild: Bosch Rexroth

und zwar für die anwendungsgerechte Auslegung mechanischer Komponenten ohne Unterund Überdimensionierungen. Die App erfasst die mechanischen Lasten während des Maschinenbetriebs und erstellt cloudbasiert detaillierte Lastdaten-Diagramme. F&E-Abteilungen können daraus die tatsächlichen Anforderungen im Alltag ableiten. Damit lassen sich bereits in der Konstruktionsphase der kommenden Maschinengeneration bei der Spezifikation der Komponenten Unter- oder Überdimensionierung verhindern. Eine weitere neue Dienstleistung ist Calibrate-

Hydraulics. Hierbei werden individuelle Prüfstandsdaten aus der Rexroth-Endmontage für Hydraulikpumpen, -motoren und -ventile an die Montagelinie der Fahrzeughersteller übertragen. Dies vereinfacht an den entsprechenden Stationen die notwendige Kalibrierung von Fahrantrieben und der Arbeitshydraulik. In der Folge können damit Hersteller bislang aufwendig manuell ausgeführte Kalibrier-Prozessschritte teilweise oder vollständig automatisieren. Das reduziert die Herstellkosten und sichert die Qualität. www.iot.bosch.com www.boschrexroth.com

Keine Ausfälle mehr durch Stecker Kontaktlose und wartungsfreie Energieübertragung ersetzen anfällige Stecker

Für deutlich mehr Leistung Zahnriemen mit Hybrid-Zugstrang aus Glas und Carbon Contitech bringt mit dem Synchroforce Carbon einen neuen Gummizahnriemen mit einem Hybrid-Zugstrang auf den Markt, der aus einer Mischung aus Glas und Carbon besteht. Der neue wartungsfreie Riemen hat dabei, wie der Hersteller betont, eine vergleichbare Leistung wie ein Polyurethanriemen. Er löst den Synchroforce Extreme ab und bietet im Vergleich zu diesem Modell zudem fünf Prozent mehr Leistung. Aufgrund des Hybrid-Zugstrangs, der die Vorteile von Carbon und Glascord verbindet, verfügt der neue Gummizahnriemen Synchroforce Carbon laut Contitech über eine hohe Reißfestigkeit und dynamische Belastbarkeit. Damit werden Synchronantriebe auf engstem Raum möglich. Das wiederum schafft ideale Voraussetzungen für die Konstruktion von wirtschaftlichen Antrieben mit kleinem Bauvolumen und geringem Gewicht, so der Hersteller. Außerdem überträgt der Synchroforce Carbon Drehbewegungen winkelgenau. Er ist zudem tropen, ozon- und ölbeständig. Einsetzen lässt sich der Riemen, der nach ISO 9563 elektrisch leitfähig und geräuscharm ist, bei Temperaturen zwischen minus 30 Grad Celsius und plus 130 Grad Celsius. Rodrigo Maia, Segmentleiter Industrie EMEA/APAC bei der Contitech Power Transmission Group, betont: „Carbon zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Faser auch bei hoher Zugbelastung kaum dehnt. Durch die Kombination mit einer speziell für hohe Anfor-

„Die Anforderungen an Maschinen steigen kontinuierlich. Deshalb werden auch immer leistungsfähigere Riemen benötigt“, weiß Rodrigo Maia, Segmentleiter Industrie EMEA/APAC bei der Contitech Power Transmission Group. Bild: Contitech

derungen konzipierten Mischung wird der Riemen so zu einer langlebigen Antriebslösung für anspruchsvolle Einsätze, zum Beispiel in Werkzeugmaschinen, Industrierobotern und Rollenbahnen.“ Wichtig für die Instandhalter: Dank seiner speziellen Materialeigenschaften ist der Zahnriemen wartungsfrei. Das bedeutet: Schmieren und Nachspannen sind nicht erforderlich. Der Synchroforce Carbon ist in denProfilen HTD, STD und CTD in der Teilung 8M erhältlich. www.contitech.de

Normalerweise erfolgt eine Energieübertragung im Bereich der industriellen Automatisierung mit Steckverbindern. Doch genau die sind häufig auch die Schwachstelle. So sorgen beispielsweise abgebrannte, verbogene oder verschmutzte Kontakte oft für zeit- und kostenintensive Produktionsausfälle. Das gilt umso mehr für Applikationen, in denen häufige Steckzyklen erforderlich sind. Ein typisches Beispiel für Anwendungen, bei denen häufig umgesteckt werden muss, ist der Werkzeugwechsel an einem Roboter. Zum Teil werden hier mehrere Hundert bis Tausend Werkzeugwechsel pro Tag durchgeführt. Das bedeutet aber auch, dass die kontaktierende Verbindung dementsprechend oft gesteckt und gelöst werden muss. Die Folgen sind ein hoher Verschleiß der Kontakte, der unter Umständen sogar zu einem Kontaktabbrand führen kann. Dann steht die Maschine oder Industrieroboter zumeist. Bis dato versuchen Instandhalter dies zu umgehen, indem sie mit hohem zeitlichen und finanziellen Aufwand regelmäßige Wartungen durchführen. Dass es auch anders gehen kann, zeigen die Spezialisten von Weidmüller, die mit „Freecon Contactless“ eine kontaktlose und vor allem wartungsfreie Art der Energieüber-

Das Gehäuse von Freecon Contactless ist in Schutzart IP 65 ausgeführt. Übertragen lassen sich bis 240 Watt bei einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Bilder: Weidmüller

Anlagen, die mit diesem System ausgestattet sind, laufen laut den Experten von Weidmüller länger fehlerfrei und ohne kostspielige Unterbrechung für Wartung, Reparatur oder Austausch.

tragung entwickelt haben. Das System erlaubt es, Energie mittels induktiver Resonanzkopplung kontaktlos über einen Luftspalt von bis zu fünf Millimetern zu übertragen. Gegenüber vergleichbaren Lösungen am Markt erziele diese Lösung, wie der Anbieter betont, die doppelte Leistungsdichte und einen höheren Wirkungsgrad. Das System überträgt eine Leistung von 240 Watt - 24 Volt/DC und 10 Ampere - und das bei einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Das integrierte Wärmemanagement und der hohe Wirkungsgrad ermöglichen diese hohe Leistung. Und so funktioniert es: Auf der Primärseite wird über eine Spule ein magnetisches Feld erzeugt. Der Empfänger besteht ebenfalls aus einer Spule, in der durch das magnetische Feld eine Spannung

induziert wird. Sobald an der Spule eine elektrische Last angeschlossen wird, kommt es zum Stromfluss - eine elektrische Leistung wird übertragen. Der aus dem Übertragungsprinzip resultierenden erhöhten Wärmeentwicklung begegnet der Hersteller mit einem ausgeklügelten Thermomanagement, das die Wärmeentwicklung in handhabbaren Grenzen hält und sogar eine kompakte Bauform des Systems zulässt. Weidmüller plant dieses System sukzessive auszubauen, dazu gehören weitere Leistungsklassen sowie Module mit integrierter Datenübertragung. Geplante Busssysteme sind Profinet und Profibus DP. Die Datenübertragung basiert auf einer Übertragung mittels Infrarotsignal. www.weidmueller.com


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Fußgängerschutz bei aufwendiger Sanierung Hugendubel-Haus in München war während der Umbaumaßnahmen optimal geschützt Am Münchner Marienplatz wurde unlängst gegenüber dem Neuen Rathaus mit seinem bekannten Glockenspiel das Hugendubel-Haus saniert. Die Umbauarbeiten dauerten rund eineinhalb Jahre. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde nicht nur die Haustechnik und der Brandschutz erneuert, sondern auch die Fassade neu gestaltet. Das Problem dabei: An dieser zentralen Stelle in der bayerischen Landeshauptstadt verläuft die Fußgängerzone. Mehrere Tausend Passanten - Touristen und Münchner, Radler und Fußgänger - sind hier pro Stunde unterwegs. Deshalb kam dem Thema Baustellenschutz bei diesem Projekt eine ganz besondere Bedeutung zu. Anfang August diesen Jahres war es endlich so weit: Die seit fast 40 Jahren bestehende HugendubelFiliale am Münchner Marienplatz wurde nach der Sanierung, die rund eineinhalb Jahre dauerte, wiedereröffnet. „Wir sind fest davon überzeugt, dass das Lesen in die Mitte der Gesellschaft gehört und wollen mit dieser Buchhandlung im Herzen der Stadt München ein neues Wahrzeichen für den Buchhandel schaffen und dabei ein deutliches Zeichen für das Lesen setzen“, erklärte Nina Hugendubel, gemeinsam mit ihrem Bruder Geschäftsführerin und Inhaberin in 5. Generation. Die Sanierung, die zusammen mit dem Architektenbüro Schwitzke durchgeführt wurde, überzeugt mit ihrer großzügigen und offenen Gestaltung: Der gesamte Eingangsbereich ist wie ein Empfang gestaltet. Ein Mitarbeiter begrüßt die Kunden und gibt erste Informationen. Von dort kommen die Kunden über eine Rolltreppe in die offenen und hellen Räume im ersten und zweiten Stock. Beide Stockwerke werden jeweils von einem zentralen Loungebereich geprägt, dessen Holzbalkendecken, Ledercouches, Stoffsessel und Holztische zum Verweilen einladen. Um den Wohlfühlcharakter zu verstärken, hat das Unternehmen sogar ein eigenes Café-Logo entwickelt, d.h. Buchhandlung und Café werden zu einem Ort. Die Kunden haben in allen Stockwerken die Möglichkeit, es sich bequem zu machen, dort zu verweilen, in Büchern zu stöbern und dabei einen Kaffee zu genießen. Bis es allerdings so weit war, war es ein langer Weg. Mit viel Aufwand musste beispielsweise der Fußgängerschutz während der Bau- und Sanierungsphase sichergestellt werden.

Die neue 1.200 Quadratmeter große Filiale am Marienplatz widmet sich ganz dem Lesen. Bild: Hugendubel

Doch wie lassen sich Passanten sicher und zugleich wirtschaftlich vor Baustaub, Baulärm und herabfallenden Gegenständen schützen? Vor dieser Frage stand die Firma Söll aus Neusäß bei Augsburg, die sich um das Thema kümmerte. Doch allein mit dem Schutz war es nicht getan, denn der Auftraggeber verlangte angesichts der Topeinkaufslage gleichzeitig eine ansprechende Baustellenoptik.

Lichtdurchlässige Kassettenelemente Die Lösung für das spezialisierte Gerüstbauunternehmen war die Einhausung der Baustelle mit dem Protect-System von Layher. Die Systemlösung besteht aus leicht ans Gerüst zu montierenden Kassettenelementen aus einem Alurahmen mit umlaufender Gummidichtung, wahlweise mit einem verzinkten Stahlblech oder einer lichtdurchlässigen Kunststoff-Stegplatte gefüllt. So wird das staubdichte Einhausungssystem den Anforderungen an zeitgemäßen Umwelt- bzw. Lärmsowie Wetter- und Passantenschutz gerecht - egal ob bei Abbrucharbeiten mit großer Staubentwicklung, bei Korrosionsschutzmaßnahmen mit einem hohen Anteil an Strahlgut oder bei Asbestsanierungen. Dank guter Lärmdämmeigenschaften ist es zudem für

Da auch die Fassade neu gestaltet wurde, musste die Baustelle komplett verkleidet werden. Spezielle Kassettenelemente ermöglichen dabei das problemlose Umbauen der Ecken.

temporäre Lärmschutzwände einsetzbar. Als Unterkonstruktion kam bei diesem Projekt das Layher Blitzgerüst zum Einsatz. Das Systemgerüst lässt sich laut Hersteller dank weniger Grundbauteile, schraubenloser Stecktechnik und einer logisch-sicheren Aufbaufolge zeitsparend montieren. Für einen optimalen Wandabstand wird das Gerüst beispielsweise mittels Blitzkonsolen an die strukturierte Fassade angepasst. Eine integrierte Podesttreppe ermöglicht den Handwerkern selbst mit Arbeitsmaterial einen

Schnell montiert und genau an die Gebäudegeometrie angepasst, gewährleistete das eingesetzte Protect-System am belebten Marienplatz nicht nur einen wirkungsvollen Baustellenschutz, sondern fügte sich dank seiner Fassadenoptik auch optisch ansprechend in die Innenstadtlage ein. Bilder: Layher

schnellen Zugang. Die ProtectKassetten selbst können über spezielle Systemhalterungen einfach am Gerüst angebracht

werden. Spezielle Eck-Kassettenelemente erlauben dabei das Umbauen der Ecken. www.layher.com

Denn Frau Holle wartet schon: Jetzt Streugutbehälter bereitstellen Rechtzeitig zum Start der Saison hat der Hersteller Denios seine Produktlinie an Streugutbehältern um ein Modell erweitert. Die neuen Modelle des Typs GB punkten vor allem durch den einfachen Transport. Sie sind nämlich mit Hubwagen oder Gabelstapler unterfahrbar und transportabel, auch im befüllten Zustand. Dank stabiler seitlicher Griffränder kann der neue Streugutbehälter im Leerzustand manuell transportiert werden.

Bild: Denios

Dabei sind die Streugutbehälter aus Polyethylen für den Outdooreinsatz gedacht. Sie sind nicht nur korrosionsfrei, sondern weisen

laut Hersteller weitere praktische Details auf: Im Deckel befindet sich beispielsweise ein kleines Staufach. Hier lässt sich notwendige Ausrüstung, wie zum Beispiel Arbeitshandschuhe, unterbringen. Außerdem sind sie abschließbar. Lieferbar sind die Behälter mit einem Volumen von 150 oder 300 Litern. Besonders praktisch: Wenn die Behälter nicht in Benutzung sind, lassen sie sich platzsparend stapeln, mit oder ohne montierten Deckel. www.denios.de

Ab Januar 2018 gilt die DIN EN 131 Normänderung betrifft unter anderem Anlegeleitern, die länger als drei Meter sind Ab dem 1. Januar 2018 dürfen nur noch Leitern verkauft werden, welche der neuen Norm EN 131 entsprechen. Zudem sollte man Bestandsleitern einer Gefährdungsbeurteilung unterziehen und nachrüsten, um ein einheitliches Sicherheitsniveau zu gewährleisten, empfehlen Experten. Von den Änderungen der Norm EN 131 sind grundsätzlich alle gewerblichen Anwender betroffen, bei denen unter anderem Leitern mit einer Länge ab drei Metern, die als Anlegeleiter genutzt werden können, als Arbeitsmittel zum Einsatz kommen. Die Änderungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Standbreite der Leitern. Dadurch soll sich die Sicherheit bei Arbeiten auf diesen Leitern erhöhen. Was sich wie im Detail ändert, hat der Hersteller Krause-Werk auf einer themenbezogene Internetseite zusammengefasst. Dort stehen auch ein Whitepaper mit wichtigen Fakten und eine Checkliste zur Prüfung der Bestände bereit. Die Berechnungen zur Umrüstung von Bestandsleitern werden ebenfalls an einer einfachen Formel erläutert. Zudem gibt es einen UpdateService, d.h. die Abonnenten dieses Services werden immer

dann informiert, wenn es wichtige Infos rund um die relevanten Normen gibt. Grundsätzlich sollte sich ein Unternehmer vor dem Kauf einer Steighilfe vom Fachmann beraten

Krause Systems liefert bereits seit März dieses Jahres Stabilo-Profileitern aus, die der neuen Norm entsprechen. Bild: Krause

lassen, denn neben dem Kauf muss der Unternehmen auch für deren Überprüfung sorgen, so die Experten von Krause Systems. Dazu benötigt jede Firma, die entsprechende Steigtechnik einsetzt, eine sogenannte „befähigte Person“, die regelmäßige Prüfungen selbst durchführt, oder einen entsprechenden Dienstleister. Werden die Prüfpflichten missachtet, drohen bei Unfällen im Zusammenhang mit diesen Steighilfen hohe Strafen. Der genannte Steigtechnikspezialist bietet dementsprechend neben der eigenen Produktentwicklung und Fertigung auch die ergänzenden Services an, wie beispielsweise Produktprüfungen, Beratungen, Schulungen und Seminare. Das Produktportfolio und die Seminartermine sind auf der Internetseite des Anbieters abrufbar. www.krause-systems.com www.krause-systems.de/ neuenorm


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Auf die passende Dichtung kommt es an Anwendungsparameter und Einsatzumgebung legen die Art und die Gestaltung fest Ganz gleich ob Pumpen, Elektromotor, Gebläse, Stehlager, Getriebe oder andere Arten von Industrieanwendungen, die Verwendung falscher Dichtungen kann zu unerwĂźnschter Stillstandszeit von Maschinen und Anlagen, einer verringerten Lebensdauer der Komponenten und zusätzlichen Kosten fĂźhren. Bei einer korrekten Auslegung und Installation kĂśnnen Dichtungen jedoch eine effektive Schutzbarriere bilden. Diese hält Schmierstoffe zurĂźck und schĂźtzt vor Wasser, Korrosion, Ablagerungen und anderen Verunreinigungen. Auf umlaufe f nden Wellen montierte Dichtungen haben zwei grundlegende Funktionen: Schmierstoff ffe zurĂźckhalten und Verunreinigungen ausschlieĂ&#x;en.. In einer typischen Anwendung wird eine Ă–ldichtung - auch als Radialwellendichtring, Fettabdichtung, Fluiddichtung oder Schmutzabdichtung bezeichnet meist am Wälzlager anliegend installiert. Um den Schmierstoff f zurĂźckzuhalten und Lecks zu verhindern,, sind Ă–ldichtungen so konzipiert,, dass die Bereiche zwischen fe f ststehenden und beweglichen mechanischen Bauteilen abgedichtet werden. Das ist beispielsweise der Bereich zwischen Gehäuse und Welle, wie er in fa f st allen Maschinen und Fahrzeugen vorzufinden ist.

Auswahl der Elastomerverbindung Damit die Dichtung korrekt funktioniert und das Eindringen von Abrasivstoff ffen, korrosiver Feuchtigkeit und anderen schädigenden Verunreinigungen in empfindliche Maschinen- und Anlagenteile verhindern kann, ist die Auswahl einer geeigneten Elastomerverbindung fßr die Dichtung von entscheidender Bedeutung. Dafßr sind die Anwendungsparameter und die externe Einsatzumgebung eingehend zu betrachten. In allgemeinen Industrieumgebungen ist Nitrilkautschuk das am häufigsten verwendete Elastomer. An zweiter Stelle steht das Fluorelastomer,r das sich durch eine hohe chemische und thermische Beständigkeit auszeichnet. Die beiden wichtigsten Anwendungsparameter sind die Te T mperatur und der Schmierstoff fftyp.. Darßber hinaus gilt es fe f stzustellen, ob etwaige Verunreinigungen aus der Umwelt chemisch nachteilig auf die Elastomerverbindung der Dichtung wirken. T bellen zur chemischen VerträgTa lichkeit sind von den meisten Dichtungsliefe f ranten erhältlich,, enthalten jedoch meist nur allgemeine Richtlinien. Fßr eine ausfßhrlichere Analyse der Elastomerverträglichkeit

Nomenkl klatur der GummiDop oppellllippendi d chtung

empfiehlt es sich, sich von einem Fachingenieur fĂźr Dichtungstechnik beraten zu lassen. Weitere Parameter wie Wellenschlag, Fehl-

Vorbereitung des V Dichtungssystems ausrichtung zwischen Welle und Bohrung, Wellendrehzahl und Druck sind ebenfa f lls zu berĂźck-

sichtigen, kĂśnnen je nach Anwendung unterschiedlich ausf llen und grĂśĂ&#x;ere Auswirkungen fa auf die Funktion zur Folge haben. Die Te T mperaturgrenzwerte und die allgemeine Verträglichkeit von Fluid und Schmierstoff f fĂźr die am häufigsten verwendeten Elastomerverbindungen und fĂźr Premium-Elastomerverbindungen sind in den Ta T bellen (siehe auch Folgeseite) dargestellt. Da

Sta t nda d rd rdlagerd rdichtungen sind ra r ueste t n Ei E nsatz t bedi d ngungen häufifig nicht gewa w chsen. Dichtungsspezialisten unterstßtzen bei der Wahl ein ner geeigneten Elastomerverbindung basiere r nd auf den sp s ez ezififischen Anwe w ndungsan nfo f rrd derungen. Bild l er: r Ti T mke k n

jeder Dichtungshersteller seine eigenen Elastomerrezepturen verwendet, ist zu beachten, dass die Angaben in den nach-

Typische Materialien und Verbindungen fĂźr Dichtungselemente Elastomerverbindung

V rteile Vo

Nachteile

TemperaturT bereich

Nitrilkautschuk

KostengĂźnstig. Gute Tieft f emperatureigenschaft f en und gute Abriebfe f stigkeit. Geringe Quellneigung in flĂźssigen Kohlenwasserstoff ffen.

Keine ausgezeichnete Wä W rmebeständigkeit. Geringe Beständigkeit gegenßber schwefe f lhaltigen Schmierstoff ffen oder Schmierstoff ffen mit EP-Additiven, Kohlenwasserstoff ff/Oxygenat-Gemischen (Benzin/Methanol). Geringe Ozonbeständigkeit.

-40 °F bis 225 °F -40 °C bis 107 °C

Polyacrylat

Beständig gegen EP-Schmierstoff ffe. Bessere Wä W rmetauglichkeit als Nitrilkautschuk. Geringe Quellneigung in flßssigen Kohlenwasserstoff ffen.

Beschränkt k auf Einsatz im Niedrigtemperaturbereich. Schlechte Trockenlaufe f igensch c aft f en. Kann in wässrigen Medien angegriff ffen werden. T urer als Nitrilkautschuk. Te

-20 °F bis 300 °F -29 °C bis 149 °C

Silikon

Gute Hochtemperatureigenschaft f en. Ausgezeichnete Tieft f emperatureigenschaft f en. Gute Ozonbeständigkeit.

Kann bei der Installation leicht beschädigt werden. Geringe Chemikalienbeständigkeit gegenßber bestimmten EP-Additiven und oxidiertem Öl. Starkes Quellen, schlechte Trockenlaufleistung. T urer als Nitrilkautschuk. Te

-80 °F bis 350 °F -62 °C bis 176 °C

Fluorelastomer

Ausgezeichnete Hochtemperatur ueigenschaft f en. Ve V rträglich mit einem breiten Spekt k rum an Flßssigkeiten. Sehr langlebig

Geringe Beständigkeit gegenßber basischen Flßssigkeiten (pH-We W rt >7). Wird von Hochleistungs-Getriebefe f tt an a gegriff ffen. Te T uer im Ve V rgleich zu anderen Materialien.

-30 °F bis 400 °F -34 °C bis 204 °C

stehenden Ta T bellen je nach Hersteller unterschiedlich ausfa f llen kÜnnen. Nachdem eine geeignete Elastomerverbindung fßr die Dichtung ausgewählt ist, muss geprßft f werden, ob die Anlagenkomponenten korrekt fe f stgelegt wurden, um eine gute Dichtungsleistung zu erzielen. Denn die Dichtung selbst ist nur ein Bestandteil eines Dichtungssystems,, und die Dichtleistung ist abhängig von den korrekten Spezifikationen fßr Welle und Bohrung. Die Rubber Manufa f cturers Association (RMA) empfiehlt während der Planungsphase der Originalausrßstung oder bei Aufrßstungen, mehrere Wellenanf rderungen zu berßcksichtigen. fo Dazu zählen Wellenrauigkeit,, drallfreie Bearbeitung, Härte,, Durchmessertoleranzen, Fasen,, Material, potenzielle Fehlausrichtung zwischen Welle und Bohrung und Rundlaufa f bweichung. Weiter auf Seite 36

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Die am häufigsten verwendeten Dichtungsausführungen

Fortsetzung von Seite 35 Die wichtigsten Anforderungen sind dabei die Wellenrauigkeit, die drallfreie Bearbeitung und die Härte. Die Wellenrauigkeit ist ein wichtiger Faktor für die korrekte Funktion einer Dichtung und sollte 0,20 bis 0,60 Mikrometer Ra (10-25 Mikrozoll Ra) bei null Drall betragen. Bezüglich des Wellenmaterials arbeiten Dichtungen zufriedenstellend auf Wellen aus Baustahl, Stahlguss oder schmiedbarem Eisen.

Grundlegende Dichtungsausführung Unter herkömmlichen Betriebsbedingungen sollte der die Dichtungslippe berührende Wellenabschnitt eine Rockwell-Härte von mindestens HRC30 aufweisen. Bei Anwendungen, in denen die Welle beim Transport oder bei der Montage eingekerbt oder beschädigt wurde, oder bei Wellen, die in rauen, abrasiven Umgebungen eingesetzt werden, wird eine Rockwell-Härte von mindestens HRC45 empfohlen. Fachingenieure für Dichtungstechnik beraten zu weiteren Einzelheiten

zu Wellenfasen, Fehlausrichtung und weiteren Parametern. Für Wellen, die die Voraussetzungen für eine optimale Abdichtung nicht erfüllen, sind Verschleißhülsen erhältlich. Diese sorgen für die für eine gute Dichtleistung benötigte Oberfläche. Zudem bieten Verschleißhülsen Preisvorteile - etwa im Vergleich zu den Kosten der Nachbearbeitung der Welle, um eine geeignete Lauffläche für die Dichtlippe zu erhalten.

Fachingenieure beraten und helfen Ebenfalls wichtig ist die Einhaltung der korrekten Bohrungsvorgaben für die Dichtigkeit des Dichtsystems. Die Herstellerempfehlungen bezüglich Bohrungstoleranzen und Presspassungen sind strikt zu befolgen. Nur so kann die korrekte Passung der ausgewählten Dichtung garantiert werden. Eine weitere zu berücksichtigende Eigenschaft ist die Bohrungsgestaltung. Die führende Kante der Gehäusebohrung sollte zur Erleichterung der Dichtungsmontage abgeschrägt werden. Raue Ecken oder Grate, die den

Außendurchmesser der Dichtung zerkratzen und potenzielle Leckage verursachen können, sind unbedingt zu beachten. Die zurzeit am häufigsten verwendete Dichtungsausführung ist die Gummi-Doppellippendichtung. Hinter der Hauptdichtlippe, die den Schmierstoff zurückhält, sitzt eine zweite Dichtlippe. Diese wird auch als „Staublippe“ bezeichnet, weist in die gegenüberliegende Richtung und verhindert das Eindringen von Verunreinigungen. Dabei gibt es vier gängigste Dichtungsausführungen. Der Hauptunterschied besteht im Dichtungsaußendurchmesser. Metalldichtungen bieten üblicherweise eine etwas bessere Zurückhaltung in der Gehäusebohrung als Gummidichtungen. Ihre Dichtungsträger aus Kohlenstoffstahl können jedoch je nach Umgebung rosten, während die Gummibeschichtung der Gummidichtungen zusätzlichen Schutz für den Metalleinsatz bietet. In vielen Standardanwendungen sind die Dichtungen untereinander austauschbar. Doppellippenausführungen sind mit der „Staublippe“ optimal ausgestattet und sollten auf jeden Fall in stark verschmutzten Umgebungen verwendet werden. Die verschiedenen Dichtungstypen sind sowohl in metrischen als auch in Zoll-Größen erhältlich.

Varianten für raue Umgebungen Für anspruchsvollste Bedingungen sind Öldichtungen in einer Vielzahl von Bauformen erhältlich, darunter Ausführungen mit mehrfachen Dichtlippen. Eine aus Nitrilkautschuk oder Fluorelastomer gefertigte Standard-Doppellippendichtung kann als primäres Dichtelement eingesetzt werden. Bei extrem rauen Einsatzbedingungen sollte jedoch eine optionale V-Dichtung außerhalb der Öldichtung auf der Welle

Premium-Materialien und Verbindungen für Dichtungselemente Elastomerverbindung

Vorteile

Nachteile

Temperaturbereich

Ethylen-Acrylat (Vamac®)

Bessere Wärmetauglichkeit als Nitrilkautschuk oder Polyacrylat. Bessere Tieftemperaturleistung als Polyacrylat. Gute Abriebfestigkeit und gute Trockenlaufeigenschaften. Mittlere Kosten.

Hohe Quellneigung in flüssigen Kohlenwasserstoffen. Beschränkte Tauglichkeit bei exzentrischen Wellen oder bei hochtourigen Anwendungen.

-30 °F bis 325 °F -34 °C bis 163 °C

Tetrafluorethylenpropylen (Aflas®)

Bessere Chemikalienbeständigkeit gegenüber allen flüssigen Kohlenwasserstoffen, Säuren, Basen und Oxidationsmitteln als Fluorelastomere. Tauglich für alle Hydraulikflüssigkeiten. Kontinuierlich wärmebeständig über 204 °C (400 °F). Akzeptable Trockenabrieb- und Strahlenbeständigkeit.

Geringe Chemikalienbeständigkeit gegenüber Kohlenwasserstoff-Oxygenat-Gemischen (Benzin-Methanol). Schlechte Tieftemperatueigenschaften. Teurer als Fluorelastomere.

-30 °F bis 400 °F -34 °C bis 204 °C

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Dichtungen, die auf umlaufenden Wellen montiert sind, sollen zumeist Schmierstoffe zurückhalten und gleichzeitig Verunreinigungen ausschließen.

montiert werden, um Verunreinigungen auszuschließen bzw. als zusätzliches Dichtelement zu fungieren. Ein weiterer Vorteil der VDichtung ist ihre Elastizität, welche die Installation auf einem breiteren Spektrum unterschiedlicher Wellendurchmesser

erleichtert. V-Dichtungen können auch auf Exzenterwellen oder auf Wellen mit Fluchtungsfehlern verwendet werden. Richard Borowski, Manager - Seal Engineering, The Timken Company, North Canton Ohio www.timken.com/de

Die korrekte Installation von Dichtungen Sind die geeignete Elastomerverbindung für die Dichtung, der passende Dichtungstyp und der Entwurf ausgewählt und überprüft, geht es an den Einbau. Die Zuverlässigkeit des Dichtungssystems hängt von einer erfolgreichen Installation ab. Dazu zählen folgende Schritte: Die Gehäusebohrung ist zu inspizieren, um sicherzustellen, dass sie sauber und frei von Graten ist, welche die Dichtung verformen oder deren Außendurchmesser beschädigen und möglicherweise zu Leckagen führen könnten. Die Rundheit ist zu prüfen, ferner muss die vordere Kante abgerundet oder abgeschrägt sein. Die Welle ist auf Bearbeitungsgrate, Schmutz oder Farbreste, die den Dichtlippenbereich beschädigen und Leckage erzeugen könnten, zu überprüfen. Hat der zu erneuernde Dichtring eine Rille in der Welle erzeugt, muss dieser Wellenbereich entweder erneuert oder durch eine Wellenhülse abgedeckt werden. Es folgt die Inspektion des Wellenendes mit Entfernung aller Grate und scharfer Kanten. Das Ende sollte ebenfalls abgeschrägt oder abgerundet sein, damit die Dichtlippe bei der Installation nicht beschädigt wird. Ist dies nicht möglich, ist die Verwendung einer konischen Schutzhülse zum Schutz der Dichtlippe in Erwägung zu ziehen. Kerbverzahnungen und Keilnuten sind auf scharfe Kanten zu inspizieren. Falls vorhanden, sind sie mithilfe einer Schutzhülse, eines Blechs oder per Klebeband abzudecken, um die Dichtungslippe zu schützen. Die Dichtung selbst ist auf Schäden zu untersuchen, die beim Transport oder bei der Handhabung entstanden sind, z. B. Kerben, Schnitte, Kratzer oder Verformungen. Die Dichtung muss korrekt ausgerichtet sein. Die Hauptdichtlippe ist üblicherweise zur Schmierstoffseite hin ausgerichtet. Ist in der Gehäusebohrung genügend Raum für eine zweite Dichtung, kann die Hauptdichtlippe nach außen hin ausgerichtet sein für zusätzlichen Schutz in rauen Umgebungen. Die Dichtlippen müssen vor der Installation mit dem zur Schmierung verwendeten Schmierstoff vorgeschmiert werden. Der Außendurchmesser von Metalldichtungen erfordert keine Schmierung; es sollte aber ein dünner Ölfilm auf den Außendurchmesser der gummibeschichteten Dichtungen aufgetragen werden, um die Installation zu erleichtern und Spannungen zu reduzieren. Die Vorschmierung soll vermeiden, dass eine Gummidichtung direkt nach der Installation aus der Gehäusebohrung herausgedrückt wird. Zu verwenden ist ein geeignetes Installationswerkzeug. Im Idealfall ist der Durchmesser des Werkzeugs ein wenig kleiner als der Durchmesser der Gehäusebohrung und überträgt die Kraft nur auf das Dichtungsgehäuse. Stehen keine speziellen Installationswerkzeuge zur Verfügung, können notfalls Lagerbuchsen als Installationswerkzeug verwendet werden. Dichtungen dürfen niemals direkt eingehämmert werden. Schraubendreher, Bolzen oder Dorne sollten nicht als Installationswerkzeuge verwendet werden. Stahlhämmer werden ebenfalls nicht zur Verwendung mit zugelassenen Installationswerkzeugen empfohlen; die Schlauchfeder könnte durch einen Hammerschlag möglicherweise herausspringen. Beginnt die Dichtung in die Gehäusebohrung einzutreten, sollte sie gleichmäßig und mit nur so viel Kraft eingetrieben bzw. eingedrückt werden, bis sie ordnungsgemäß sitzt.


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Für jede Anwendung die passende Feder Die Vielfalt der Federarten ist genauso groß wie die Anwendungsvarianten Federn sind technische Bauteile aus Federstahl, die sich elastisch verformen können. Bei einer Belastung geben sie nach und nehmen dabei Kraft auf. Bei der Entspannung geben sie diese Energie wieder ab und kehren in die ursprüngliche Form zurück. Stahlfedern gibt es in vielfältigen Formen, Materialien und für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Federn bestehen unter anderem aus Federbandstählen, Federstahlblechen oder Federstahldrähten. Zudem können sie aus Gummi und faserverstärkten Kunststoffen sowie als Gasdruckfedern, die zur Federung als Hilfsmittel Gase verwenden, gefertigt sein. Ein Überblick zeigt, was technisch möglich ist. Die meisten Federarten erhalten ihre Bezeichnung durch ihr Aussehen. Man spricht von Formfedern, Bandfedern, Flachfedern, Blattfedern, von Federclips oder Federklammern, von Spiralfedern, Tellerfedern, Wellenfedern, Kegelfedern, Tonnenfedern oder Ringfedern. Darüber hinaus gibt es Federntypen, die ihren Namen ihrer jeweiligen Funktion verdanken. Beispiele hierfür sind Druckfedern, Zugfedern, Drehfedern oder Drehstabfedern. Neben ihrer Form und dem Material werden Federn über die Federkonstante oder Federkennlinie definiert. Die Federkonstante beschreibt die Kraftzunahme in Bezug zum Federweg oder zum Drehwinkel. Mit der Federkennlinie wird der Verlauf einer Federkonstante dargestellt. Sie gibt das Verhältnis zwischen Federkraft und Verformungsweg wieder. Die elastische Verformung erfolgt auf der Grundlage des Hookeschen Gesetzes. Dieses beschreibt die elastische Verformung von Festkörpern, wenn die Verformung proportional zur einwirkenden Belastung ist.

Von Flach- und Wellenfedern … Als elastische Bauteile geben technische Federn unter Belastung nach und kehren bei Entlastung in ihre Ausgangsform zurück. Auf dieser Funktion beruhen nahezu alle Anwendungen, bei denen technische Federn zum Einsatz kommen. Sie werden unter anderem dazu eingesetzt, Maschinenteile zu bewegen und Schaltkontakte zu schließen oder zu öffnen. Im vorgespannten Zustand lassen sie sich als Antriebsenergie oder als Rückstellkraft in Schaltern und Drehmomentschlüsseln nutzen. Zudem kommen sie als kraftschlüssige Verbindung zum Einsatz - beispielsweise bei Türfeststellern oder Reibungskupplungen, zu Lastverteilungen bei einem Trampolin oder bei

Wellenfedern sind eine platzsparende Alternative zu herkömmlichen Druckfedern, da sie zum Teil nur halb so hoch sind.

Die meisten Federarten besitzen eine lineare Federkennlinie mit einem gleichmäßigen Kraftverlauf (siehe Kennlinie 2), eine progressive Kennlinie (1), die mit zunehmender Verformung an Kraft zunimmt, oder eine degressive Kennlinie (3), bei der die Kraft während dieses Vorgangs geringer wird. Hinzu kommen kombinierte Federkennlinien (5), die bei bestimmten Spannungszuständen oder Wegstrecken die Kräfteeigenschaften ändern, und flache Federkennlinien (4) mit einer geringen Kraftzunahme. F = Federkraft in N, s = Federweg in mm

schwingfähigen Systemen, bei denen mithilfe von Federsystemen kinetische Energie in potenzielle Energie umgewandelt und abgefangen wird. Nachfolgend eine Auswahl der wichtigsten Federarten aus Stahl: Blattfeder: Der Begriff Blattfeder galt lange Zeit als Überbegriff für Stahlfedern aus Flachmaterial. Heute versteht man darunter meistens Fahrwerksfedern aus Flachmaterial wie Vollelliptik-, Halbelliptik- und Parabelfedern. Zudem gibt es gerade, gekrümmte, gewundene oder scheibenförmige Flachfedern. Gerade Flachfedern: Gerade Flachfedern lassen sich mithilfe eines Stanz- oder Stanzbiegeautomaten aus Federbandstahl stanzen und in Form bringen. Bei geringen Stückzahlen oder besonders filigranen Formen können sie gelasert oder geätzt werden. Zum Einsatz kommen gerade Flachfedern häufig in Kontaktsystemen elektrischer Schalteinrichtungen - zum Beispiel in Relais. Auf diese Weise lassen sich Kontaktfedern vorgespannt verbauen. Bei der Herstellung von Kontaktfedern wird häufig Federbronze (CuSn6) und Kupferberyllium (CuBe2) verwendet. Gekrümmte Flachfedern und Formfedern Die gekrümmte Flachfeder besteht aus Geradenteilen und Kreisbogenteilen. Sie wird in der Regel mit einem Stanzbiegeautomaten aus Federbandstahl gestanzt und gleichzeitig in Form gebracht. Formfedern hingegen werden meistens in der Grund-

form aus Federstahlblech durch Laserschneiden herausgeschnitten und mit nachfolgender Umformung durch Biegen, Prägen, Kanten und Tiefziehen hergestellt. Die Formenvielfalt und damit das Anwendungsspektrum sind nahezu unbegrenzt. Die Berechnung der Krafteinwirkung auf die Federn ist komplex und lässt sich mittels der Finite-Elemente-Methode (FEM) durchführen. Manuell müssen dazu im Vorfeld machbare Abmessungen näherungsweise festgelegt werden. Berechnungsmodelle, die allgemeingültig sind, gibt es nicht. Wichtig sind daher Gestaltungsrichtlinien, bei denen insbesondere die Mindestbiegeradien einzuhalten sind. Gewundene Flachfedern (Spiralfedern und Rollfedern) Zu den gewundenen Flachfedern zählen Spiralfedern mit und ohne hohen Windungszwischenraum sowie Rollfedern. Die Herstellung der Spiralfedern erfolgt auf Radialbiegemaschinen. Sie haben unter anderem in der Automobilindustrie eine hohe Bedeutung und sind dort in Sicherheitsgurten, Fensterhebern oder Schlössern verbaut. Rollfedern kommen z.B. in Federzugsystemen zum Einsatz. Gewundene Flachfedern eignen sich hervorragend als Ausgleichsfedern für kleinere Drehwinkel. Dabei dient die gespeicherte Kraft als Ausgleich oder Rückstellmoment. Die Federkennlinie steigt nahezu geradlinig an. Beide Federtypen werden in einer Ebene nach der archimedischen Spirale gewunden. Ein konstanter Windungsabstand sorgt dafür, dass sich die einzelnen Windungen nicht berühren, und stellt zudem eine reibungsarme Funktion der Federn sicher. Scheibenförmige Flachfedern (Tellerfedern und Federscheiben) Zu den scheibenförmigen Flach-

Sprengringe nehmen die Kräfte auf, die in Richtung einer Achse des Rotationskörpers wirken. Sie fixieren das jeweilige Bauteil wie Räder, Dichtelemente und Lager auf Achsen, Wellen oder innerhalb von Bohrungen und verhindern eine axiale Verschiebung.

Wenn es darum geht, Bauteile richtig zu fixieren, justieren oder arretieren sind Federklammern oft die Lösung. Bilder: Gutekunst

federn gehören Tellerfedern und Federscheiben. Zum Einsatz kommen sie jeweils als Einzelfeder oder auch in Kombination. Federscheiben sind Vorrichtungen, die sich bei bestimmten Schraubverbindungen eignen. Tellerfedern zeichnen sich durch ihre hohe Kraft aus und sind zudem besonders kompakt. Dadurch werden sie oftmals in begrenzten Räumen mit hohen Kräften verwendet. Tellerfedern lassen sich im Stanzverfahren mit anschließender Kaltumformung und Kantenrunden fertigen. Eine Besonderheit: Kraft und Federweg können durch das Schichten zu einer Tellerfedernsäule verändert werden. Tellerfedern erzeugen eine degressive Federkennlinie. Wellenfedern Wellenfedern werden auch als axiale Wellenfedern oder Wellfedern bezeichnet. Sie sind aus gewundenem Flachdraht gefertigt und erhalten ihre Federwirkung durch die eingearbeitete Welle. Mit einer reduzierten Einbauhöhe von bis zu 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Druckfedern sind sie bei statischem bis mittlerem dynamischem Einsatz eine platzsparende Alternative. Trotz dieser

reduzierten Bauhöhe können Wellenfedern die gleiche Kraft erzeugen wie beispielsweise Druckfedern. Durch die Anzahl der Windungen, der Wellen sowie der Wellengrößen kann die geforderte Federkonstante bestimmt und hergestellt werden.

... über Federklammern und Sprengringe ... Drehfedern oder Schenkelfedern Sie sind gewundene Drahtfedern mit tangential abgehenden Schenkeln. Diese mechanischen Kraftspeicher nehmen bei einer Winkel- und Drehbewegung an den Schenkeln ein Drehmoment auf, das sie beim Entspannen wieder abgeben. Drehfedern werden aus runden, ovalen oder vierkantigen Federstahldrähten gefertigt - im Normalfall zylindrisch mit gleichbleibender Steigung ohne Windungsabstände. Je nach der Anwendung lassen sich die Schenkel beispielsweise gerade tangential, radial innen oder außen, axial oder achsparallel ausleiten. Besonders wichtig: Man sollte Drehfedern immer nur in Windungsrichtung belasten. Daher werden sie baugleich linksund rechtsgewunden angeboten. Weiter auf Seite 38


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Fluro liefert wartungsfreie Großgelenklager auch in XXXL

Teleskopschienen für bis zu 310 Kilogramm

Die Maschinen und Anlagen, bei denen Großgelenklager zum Einsatz kommen, sind meist beeindruckend. Typischerweise werden sie z.B. in Hafen- und Schiffskränen, Baumaschinen, Braunkohletagebaubaggern oder Walzwerken verbaut. Dabei zeichnen sich diese Gelenklager nicht nur dadurch aus, dass sie entsprechend große Lasten aufnehmen können, sondern sie sind darüber hinaus ein besonders sicherheitsrelevantes Bauteil in der meist gigantischen Anwendungsumgebung. Aufgrund der Einbausituation und des Umweltschutzgedankens sind oftmals wartungsfreie Großgelenklager gefragt. Sie gehören mit zu den anspruchsvollsten Lagerlösungen im Gleit-

lagerbereich. Fluro bietet zum Beispiel unter dem Namen Fluroglide entsprechende wartungsfreie Hochleistungsgelenklager an. Besondere Gewebelösungen, also zum Beispiel mit einem PTFE-Anteil und anderen Zusätzen, garantieren hierbei

eine lange Lebensdauer und entsprechend hohe Tragzahlen. Der Hersteller hat zudem CompositeLösungen gepaart mit NiroInnen- oder Außenringen beispielsweise für Anwendungen im Seewasserbereich im Programm. Für Anwendungen unter besonderen Schmutz- oder Staubbelastungen oder in extremen Umwelt- und Klimabedingungen gibt es auch nachschmierbare Gelenklager. Die Großgelenklager von Fluro gibt es in den Bohrungsgrößen 320 bis 1.000 mm oder je nach Anwendung und Kundenwunsch auch in größeren Durchmessern. Alle Ausführungen sind mit Dichtung oder ohne Abdichtung erhältlich. www.fluro.de

Ganter hat vor Kurzem Teleskopschienen ins Programm aufgenommen und zwar mit diversen Auszugsarten, Zusatzfunktionen und unterschiedlichen Abmessungen. Sie können als Paar Lasten von 28 bis 310 Kilogramm aufnehmen. Die neuen Teleskopschienen kommen z.B. im Maschinen- und Anlagenbau zum Einsatz, aber auch für andere Bereiche wie in der Fahrzeug- und Lagertechnik oder der Luftfahrt. Angeboten werden auch Edelstahl-Teleskopschienen und zwar ab Lager, auch mit FDAkonformen Schmierstoffen. Je nach Auszugslänge, die zwischen 300 und 1.500 mm wählbar ist, bestehen die Teleskopschienen aus zwei, drei oder vier ineinanderlaufenden Einzelschienen und

Windungsabstände variieren, was die Federkennlinie beeinflusst. Um ein Verhaken der Druckfedern zu verhindern, werden Windungen in der Mitte oder an den Federenden oft auf Block gewickelt.

Unter anderem dienen sie zum Fixieren von Papieren, Festhalten von Namensschildern oder als Ersatz für Büroklammern. Darüber hinaus eignen sie sich dazu, Werkzeuge, Schläuche und Ähnliches aufzuhängen.

Federklammern (Federclips, Klemmfedern und Rohrklemmen) Federklammern - auch Federclips, Klemmfedern und Rohrklemmen genannt - werden aus Federbandstahl gestanzt und umgeformt oder aus Federstahlblech gelasert und anschließend in Form gebracht. Haupteigenschaft ist die kraftschlüssige Verbindung. Sie kommen dort zum Einsatz, wo Bauteile am richtigen Platz justiert, arretiert, eingerastet oder fixiert werden sollen.

Sprengringe Sprengringe sichern im Maschinenbau formschlüssige Bauteile wie Räder, Dichtelemente und Lager auf Achsen, Wellen oder innerhalb von Bohrungen gegen eine axiale Verschiebung. Die Bezeichnung Sprengring leitet sich dabei von der früheren Herstellungsmethode ab. Damals wurde er von Rohren abgeschnitten und anschließend aufgetrennt. Heute bestehen Sprengringe aus Federstahldraht mit gleichbleibendem Querschnitt. Sie werden an einem Windeautomaten zu einem Ring gebogen. Der Durchmesser kann wenige Millimeter bis zu einigen Metern betragen. Sprengringe sind in zwei grundsätzlichen Ausführungen erhältlich: für Wellen und für Bohrungen.

Tonnenfedern Die Tonnenfeder wird auch als doppelkonische Druckfeder oder Zugfeder bezeichnet. Beide Enden der Feder weisen einen kleineren Windungsdurchmesser auf als die Mitte. Tonnenfedern haben meist eine lineare und progressive Kennlinie. Zudem überzeugen sie durch einen geringen Platzbedarf und eine kurze Baulänge. Eine Sonderform der doppelkonischen Druckfeder ist die Miniblockfeder. Sie besitzt einen angepassten Windungsdurchmesser. Sobald die Miniblockfeder auf eine kurze Länge zusammengedrückt wird, fügt sich der Hauptteil der Windungen ineinander - und das ohne Berührung. Dieser Federntyp kommt oft in der Achsfederung eines Autos zum Einsatz. Je nach Bedarf für eine lineare Federrate mit schwankenden Windungen oder für eine progressive, sich steigernde Federrate mit gleichbleibenden Windungen.

Fortsetzung von Seite 37 Druckfedern (Schraubenfedern) Druckfedern, auch Schraubenfedern genannt, sind mechanische Kraftspeicher, die beim Zusammendrücken Kräfte aufnehmen und diese beim Entspannen wieder abgeben. Gefertigt werden sie aus runden, ovalen oder vierkantigen Federstahldrähten - in der Regel zylindrisch und mit gleichbleibender Steigung. Der Federstahldraht wird kalt umgeformt. Dies geschieht entweder durch Winden um einen Dorn (Einfingersystem) und bei vollautomatischen Federwindeautomaten mithilfe von Drahtführungsstiften (Zweifinger- oder Dreifingersystem). Im Gegensatz zu herkömmlichen Druckfedern mit einer gleichbleibenden Steigung können die Spiralfedern

Aufgrund der Einbausituation und des Umweltschutzgedankens werden bei vielen Maschinen und Anlagen häufig wartungsfreie Großgelenklager verbaut. Bild: RWE

… bis zu Tonnen-, Zugund Drehstabfedern

Je nach Anwendungsbedarf gibt es unterschiedlichste Federnformen und -ausführungen, wie hier eine Schenkelfeder. Bilder: Gutekunst

Kegelfedern Bei der Kegelfeder beziehungsweise konischen Druckfeder verändert sich der Durchmesser der Bauform zu einem Ende hin. Das bedeutet, er wird größer oder kleiner. Zum Einsatz kommen Kegelfedern hauptsächlich dann, wenn der Bauraum in axialer Richtung beschränkt ist. Bei konischen Druckfedern können die Windungen ineinanderfallen. Damit entspricht die Blockhöhe ungefähr der doppelten Drahtdicke und ist dadurch wesentlich geringer als bei zylindrischen Druckfedern. Die Federn lassen sich mit linearer und mit progressiver Federkonstante konstruieren. Im Normalfall ist die Federrate oder Federkonstante progressiv, das heißt, dass die Federkraft bei steigender Belastung zunimmt.

Zugfedern oder Schraubenzugfedern Diese Federnart wird aus runden oder ovalen Federstahldrähten hergestellt. Diese lassen sich im Kaltumformungsprozess - durch Winden um einen Dorn oder mit vollautomatischen Federwindeautomaten mithilfe von mehreren Drahtführungsstiften - in die gewünschte Form bringen. Hergestellt werden neben zylindrischen Bauformen mit einer linearen Kennlinie ebenfalls kegel- oder tonnenförmige Zugfedern. Mit solchen konisch verjüngten Federenden wird neben einer progressiven Federkennlinie zudem eine höhere Lebensdauer der Federn erreicht. Je nach Einsatz kann der Anwender verschiedene Ösenformen verwenden. Neben den klassischen Ösenformen wie der 1/1 deutschen Öse oder Hakenöse umfasst das Angebot auch widerstandsfähige Federenden. Hierzu zählen eingerollte Gewindebolzen oder einschraubte Gewindestopfen.

Bild: Ganter

Wälzlagerkugeln, die durch Kugelkäfige sicher eingebettet sind. Sie übernehmen die Führung. Dadurch lassen sich Teil- bzw. Volloder sogar Überauszüge realisieren, selbst den Sonderfall mit Vollauszug in beide Richtungen hat Ganter als Standard-Normelement im Programm. Zudem gibt es diverse Ausstattungsoptionen wie Verriegelungen, Dämpfungen, Selbsteinzüge und Trennfunktionen. www.ganter-griff.de

Torsionsfedern (Drehstabfedern) Die Drehstabfeder zählt zu den Torsionsfedern. Der Begriff Torsionsfeder leitet sich von dem Verb tordieren ab, was verwinden oder verdrehen bedeutet. Zum Einsatz kommen Drehstäbe z.B. als Torsionspendel in mechanischen Uhren, als Torsionsband in Drehspulmessinstrumenten sowie als Stabilisator zur Federung von Fahrzeugen und als Gegenkraft in Sektional-Garagentoren. Die Drehstabfeder hat einen gestreckten, stabförmigen Aufbau und führt während ihres Einsatzes eine Drehbewegung durch. Wird der Stab um seine eigene Längsachse verdreht, entsteht so eine Schubspannung. Diese Spannung wächst mit dem Querschnittsradius an und ist proportional zum Torsionsmoment. Die Verteilung der Schubspannung verhält sich im Stabquerschnitt rotationssymmetrisch. Der Verdrehwinkel ist ebenfalls proportional zum Torsionsmoment und vergrößert sich linear mit der Stablänge.

Zugfeder

Die Gutekunst Formfedern GmbH in Pfalzgrafenweiler, vormals Gutekunst Stahlverformung KG, ist auf die Fertigung von individuellen Formfedern, Flachfedern, Blattfedern, Stanzteilen, Stanzbiegeteilen, Laserteile, Federklammern, Rechteckfedern und Drahtbiegeteilen spezialisiert. Die Technikabteilung des Unternehmens berät auf Wunsch, welche technische Feder für die vom Anwender anvisierte spezielle Anwendung am besten geeignet ist. Das Unternehmen stellt zudem Federn in Klein- und Großserien nach kundenspezifischen Vorgaben her. Monika Artinger für Gutekunst www.formfedern.com www.federnshop.com


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Längere Lebensdauer bei höherer Temperatur Neue Servo- und Geberleitungen kommen mit anspruchsvollen Temperaturen zurecht Helukabel stellt sein komplettes Topserv- und Topgeber-Programm von 80 Grad Celsius auf 90 Grad Celsius UL-Styles um. Die Experten versprechen sich durch die temperaturbeständigeren Servo- und Geberleitungen in motornahen Umgebungen eine deutlich längere Lebensdauer. Thomas Pikkemaat, kaufmännischer Betriebsleiter im Werk Windsbach und Produktmanager Antriebstechnik bei Helukabel, erklärt im Interview die Details. Helukabel ist der erste europäische Hersteller, der sein komplettes Programm an Geberund Servoleitungen auf 90 Grad Celsius UL-Styles umstellt. Was spricht für die höhere Temperaturbeständigkeit? Seit vielen Jahren sind 80 Grad Celsius UL-Styles der Marktstandard. Es gibt zurzeit kaum einen Hersteller von Antriebstechnik, der seine Servo- und Geberleitungen mit einem 90 Grad Celsius UL-Style spezifiziert. Aus technischer Sicht spricht jedoch einiges dafür. In motornahen Umgebungen treten durchaus Temperaturen über 80 Grad Celsius auf. Oder nehmen Sie Motorklemmkästen: Die Adern werden hier nicht selten höheren Temperaturen ausgesetzt. Welche Materialien kommen für die Mantel- und Aderisolation zum Einsatz? Für den Mantel verwenden wir PVC und PUR. Polyurethan (PUR) ist ein thermoplastisches Elastomer und hat vor allem bei hochdynamischen Schleppkettenanwendungen große Vorteile, wo es auf dauerhafte Flexibilität und hohe Abriebfestigkeit ankommt. Für die höhere Temperaturbeständigkeit verantwortlich sind allerdings vor allem technische Verbesserungen bei den Materialien für die Aderisolation. Wir verwenden hierfür heute Polypropylen-Materialien (PP) mit einer Temperaturbeständigkeit von bis zu 110 Grad Celsius. Der thermoplastische Kunststoff ist nicht nur dauerhaft temperaturstabil, sondern verfügt auch über eine sehr niedrige Dielektrizitätskonstante. Das macht PP zu einem hervorragenden Isolationsmaterial. Nur kurz zum Vergleich: Welche Materialien wurden denn früher eingesetzt? Bis ungefähr zum Jahr 2009 galt Polyester (TPE-E) als das Nonplusultra, wenn es um schleppkettenfähige Servoleitungen ging. Es überzeugt durch hervorragende mechanische Eigenschaften und eine hohe Temperaturbeständigkeit. Doch hat TPE-E zwei entscheidende Nachteile: Feuchtigkeit, besonders bei hohen Temperaturen, schadet dem Kunststoff, da er hydrolyseempfindlich ist. Und, das ist entscheidend, seine hohe Dielektrizitätskonstante führt zu hohen Kapazitätswerten der Leitung, was gerade bei längeren Strecken zu Problemen führen kann. Wann ist Helukabel beim Adermaterial auf Polypropylen (PP) umgestiegen?

henden Tests in Klimaöfen unterzogen. Für die Aderisolation kann Helukabel damit tatsächlich eine Temperaturbeständigkeit bis 90 Grad Celsius für eine Dauer von 30.000 Stunden bestätigen.

„Die höhere Temperaturbeständigkeit zahlt sich durch eine längere Lebensdauer aus“, weiß Thomas Pikkemaat, kaufmännischer Betriebsleiter im Werk Windsbach und Produktmanager Antriebstechnik bei Helukabel. Er ergänzt: „Wir haben in den letzten Jahren unsere Werkstoffe und Fertigungsverfahren optimiert. Heute verwenden wir für die Aderisolation spezielle Polypropylen-Materialien (PP), die bis 110 Grad Celsius temperaturstabil sind.“ Bilder: Helukabel

Wir verwenden Polypropylen (PP) seit 2005. Anfangs mussten wir noch eine schlechtere Temperaturbeständigkeit in Kauf nehmen. Bei 80 Grad Celsius war einfach Schluss. Die großen Vorteile bei den elektrischen Eigenschaften überwogen jedoch und waren ein Ansporn, die Temperaturbeständigkeit in den Griff zu bekommen. Dank der Weiterentwicklung bei den Kunststoffen und verbesserten Fertigungsprozessen setzen wir heute, wie gesagt, spezielle PP-Materialien ein, die sich optimal verarbeiten lassen und bis 110 Grad Celsius temperaturbeständig sind. Gilt dies auch für den Dauereinsatz, z.B. in Werkzeugmaschinen? Die Temperaturbeständigkeit ist immer im Zusammenhang mit dem Faktor Zeit zu sehen. In unserem hochmodernen Prüflabor in Windsbach haben wir die neuen Servo- und Geberleitungen daher monatelangen, einge-

Wie gestaltete sich die Zertifizierung? Wir sind der erste Hersteller in Europa, der sein komplettes Servound GeberleitungsSortiment auf 90 Grad Celsius ULStyles umgestellt hat. Die dafür erforderlichen UL-Styles wurden teilweise extra für Helukabel neu geschaffen und finden in allen Fertigungsstätten der HelukabelGruppe Anwendung.

Tests bestätigen: Die Aderisolation verfügt über eine exzellente Temperaturstabilität bis 90 Grad Celsius über eine Dauer von 30.000 Stunden.

Ab wann sind die neuen Kabel erhältlich? Unser Topserv- und TopgeberSortiment ist ab November in 90 Grad Celsius UL-Styles verfügbar. Die Umstellung erfolgt fließend unter der bestehenden Artikel-

nummer. Da Helukabel bereits seit vielen Jahren diese temperaturbeständigen Materialien verwendet, bleiben die Leitungen technisch unverändert, bis auf den Mantelaufdruck, versteht sich. www.helukabel.de

Elektrisch leitfähige Räder und Rollen Effizienter Schutz vor elektrostatischen Entladungen für industrielle Anwendungen Elektrostatische Entladungen können für die Bediener von Transportgeräten schmerzhaft sein oder sensible Waren sogar beschädigen. Die neuen elektrisch leitfähigen Räder und Rollen von Norelem verhindern solche Berührungsspannungen. Ein weiterer Vorteil dieser Komponenten ist der spezielle graue Laufbelag aus thermoplastischem Gummi-Elastomer: Dieser hinterlässt laut Hersteller nämlich keine Abriebspuren auf Böden und sonstigen Untergründen. Elektrisch leitfähige Räder und Rollen kommen in unterschiedlichsten Industriebereichen zum Einsatz; zum Beispiel in der Elektro- und Halbleiterbranche, der Automobilindustrie oder in der Medizintechnik. Natürlich werden sie auch in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt. Norelem bietet nun entsprechende Räder und Rollen

Norelem bietet elektrisch leitfähige Apparateund Stahlblechrollen in mehreren Grundgrößen mit Raddurchmessern von 50 bis 200 mm an. Bilder: Norelem

in elektrisch leitfähiger Ausführung an. Erhältlich sind die Rollen, die laut Hersteller keine Abriebspuren auf dem Boden hinterlassen, in mehreren Grundgrößen mit Raddurchmessern von 50 bis 200 Millimetern. Im Detail umfasst das Sortiment Apparate- und Stahlblechrollen. Apparaterollen lassen sich mit leichteren Aluminiumprofilaufbauten kombinieren und werden oft in medizinischen Geräten und Displaywagen verbaut. Stahlblechrollen hingegen sind gut geeignet für den Transport von Maschinen und Geräten, Paletten und Arbeitsbühnen, zumal diese auch in einer schweren Ausführung erhältlich sind. Zur Wahl stehen Bock- und Lenkrollen (optional mit Feststellfunktion). Die Tragfähigkeit je Rolle liegt zwischen 30 und 160 Kilogramm, abhängig von der

Größe und Bauart. Ein gelber Punkt zwischen Laufbelag und Radkörper kennzeichnet die elektrisch leitfähigen Bauteile. www.norelem.de

Rechtzeitig zur Motek in Stuttgart erschien die neue Edition des Katalogs „The big green book“ von Norelem. Der Anbieter von Industriekomponenten listet darin knapp 40.000 unterschiedliche Elemente auf, unter anderem auch einige Neuheiten wie die motorgetriebenen Positioniertische. Sie bringen Bauteile, Anschläge, Sensoren, Endschalter, Greifer oder auch Kameras auf den hundertstel Millimeter genau in Stellung.


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MESSEN & EVENTS

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SPS IPC Drives 2017 Fachmesse für elektrische Automatisierung wächst weiter Vom 28.11. bis zum 30.11. können sich Besucher der SPS IPC Drives 2017 in Nürnberg erstmals in 16 Hallen über die neuesten Produkte und Lösungen aus dem Bereich der smarten und digitalen Automatisierung informieren. Erwartet werden rund 1.700 Aussteller aus aller Welt. Industrie 4.0 ist das klar definierte Schwerpunktthema der Messe. Im Rahmen der digitalen Transformation wachsen die beiden Branchen Automation und IT immer stärker zusammen - und das zeigt sich deutlich auf der Messe, die sich unter anderem in themenbezogenen Sonderschauflächen, in Vorträgen und Foren der Thematik widmet. Berücksichtigt werden sollte die neue Hallenaufteilung: Ab diesem Jahr ist die Halle 6 nämlich ganz dem Thema Software und IT in der Fertigung gewidmet. Namhafte Anbieter der IT-Welt wie Microsoft und SAP werden mit Ausstellungsthemen wie industrielle Web Services, virtuelle Produktentwicklung/-gestaltung, digitale Geschäftsplattformen, IT/OT-Technologien, Fog-/Edge- und CloudComputing aufwarten. Aber auch Lösungen zum Thema Cyber Security werden von zahlreichen Anbietern wie beispielsweise Kaspersky Lab präsentiert. Sie demonstrieren auf ihren Messeständen, wie sich z.B. Unternehmen vor Cyberattacken schützen können.

Besucher können die bevorstehende Messe u.a. nutzen, um sich detailliert über die Megatrends Industrie 4.0 und Digitalisierung zu informieren. Bild: Mesago

Die Aussteller der mechanischen Infrastruktur sind ab diesem Jahr zusammen mit den Anbietern der industriellen Kommunikation in Halle 2 und in der neu hinzugekommenen Halle 10.1 zu finden. Premiere haben auch die Guided Tours zu den Themen IT-Security in Automation, Smart Production und Smart Connectivity. www.sps-messe.de

Inservfm 2018 Die Inservfm2018 und der begleitende Kongress, welche die Themen Facility Management und Industrieservice abdecken, finden im kommenden Jahr in der Zeit vom 27. Februar bis zum 1. März in Frankfurt am Main statt. Ein Thema, das auf der Messe breiten Raum einnehmen wird, ist der sich ankündigende Fachkräftemangel, der beiden Branchen zu schaffen macht. Deshalb wird das Thema Ausbildung und Karriere mehr in den Mittelpunkt gestellt. So gibt es an allen drei Messetagen einen neugeschaffenen Gemeinschaftsstand „Treffpunkt Zukunft“. Hier befindet sich ein Vortragsforum, das sich mit aktuellen Ausbildungs- und Personalthemen beschäftigt, der Karrierestand der Möglichmacher (siehe Seite 7) sowie eine Präsentationsfläche für Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen, die im Bereich Facility Management und Industrieservice aktiv sind. Noch mehr zur Messe und zu den geplanten Themen - auch zum begleitenden Kongressprogramm - lesen Sie auf der Seite 2 in dieser B&I-Ausgabe. www.inservfm.de

November 2017

Maintenance Dortmund 2018 Die neue Leitmesse für industrielle Instandhaltung Nachdem die Messe München die Maintain nicht mehr weiterverfolgt, kann die Easyfairs-Veranstaltung in Dortmund für sich den Titel „Leitmesse für die industrielle Instandhaltung in Deutschland“ zurecht beanspruchen. Und dies zeigt sich unter anderem auch an dem Interesse der Aussteller. Zu den Ausstellern, die in Dortmund zum ersten Mal mit dabei sein werden, gehören unter anderem Endress+Hauser, Ritter Starkstromtechnik oder auch Schaeffler. „Wir registrieren für die Maintenance 2018 in Dortmund zu diesem frühen Zeitpunkt einen deutlich höheren Buchungsstand gegenüber früheren Jahren“, bestätigt auch Daniel Eisele, der als Group Event Director vom Veranstalter Easyfairs für die Messe verantwortlich zeichnet. Der Veranstalter setzt außerdem auf eine Vielfalt bei den Themen. Das Spektrum reicht von der Digitalisierung über Predictive Maintenance bis hin zum Ersatzteilmanagement. Zu diesen und zu anderen branchenrelevanten Themen wird es wieder geführte Messerundgängen, tief gehenden Seminaren und fundierten Fachvorträge geben. Ergänzt wird die Messe durch einen neuen Ausstellungsbereich. Auf der zeitgleich stattfinden Worksafe 2018 dreht sich nämlich alles um den Arbeitsschutz und

die Arbeitssicherheit in der Industrie - eine Verbindung, die sinnvoll ist, wie Zahlen der Berufsgenossenschaften untermauern. Immerhin liegen Arbeitsunfälle im Instandhaltungsbereich nach der Logistikbranche an zweiter Stelle. Bei den tödlichen Arbeitsunfällen sind es sogar 21 Prozent, die auf die Instandhaltungsbranche zurückgehen. Die Maintenance Dortmund und die begleitende Worksafe finden am 21. und 22. Februar in den Westfalenhallen Dortmund statt. Das Zweitagesticket kostet 30 Euro. B&I begleitet das Messeduo ausführlich in der Ausgabe 1/18. www.maintenance-dortmund.de www.worksafe-dortmund.de

Bild: B&I

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 6, November 2017  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...