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DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

info@b-und-i.de www.b-und-i.de

Oktober 2019

23.–24.10.2019 Messe Stuttgart www.in-stand.de #instand

Das Arbeiten in engen Räumen ist nicht nur körperlich fordernd, es birgt auch unterschiedlichste Risiken, ob atmosphärische oder physische Gefahren. Bilder: 3M

Sicher arbeiten in engen Räumen Kanäle und Schächte, Hohlräume in Bauwerken und Maschinen, Gruben und Becken, das Innere von Windkraftanlagen oder auch Bunkerbereiche in Schiffen: In den unterschiedlichsten Branchen müssen Beschäftigte immer wieder in engen Räumen arbeiten. Diese Tätigkeiten haben ein hohes Gefahrenpotenzial, daher ist eine Gefährdungsbeurteilung hier Pflicht. Das Arbeiten in engen Räumen birgt zahlreiche Risiken. Gefahren wie beispielsweise Sauerstoffmangel, toxische oder explosive Atmosphären sowie große Höhen stellen fordernde Arbeitsbedingungen dar. Besonders die sehr eingeschränkte Luftzirkula-

Um den Vorgaben der DGUV-Regel 113-004 zu entsprechen, haben Unternehmen eine individuelle Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen und daraus entsprechende Lösungen sowie Konzepte für Zugang, Arbeiten im Inneren und Rettung abzuleiten.

tion birgt Risiken für die Sicherheit und Gesundheit der dort tätigen Personen. Hinzu kommen begrenzte Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten: Diese erschweren sowohl den Zugang bei Notfällen als auch die mögliche Rettung verunfallter Personen. Arbeitssituationen in engen Räumen sind dabei viel häufiger, als man gemeinhin vermuten würde. Eine detaillierte Definition ist der DGUV-Regel 113-004 (siehe Link am Ende des Artikels) zu entnehmen. Aufgeführt werden hier als wesentliche Faktoren neben der räumlichen Enge und den möglichen gefährlichen Gegenständen insbesondere Belastungen und Gefährdungen z.B. durch einen nur geringen Luftaustausch oder auch die Ansammlung von gefährlichen Stoffen, Gemischen und Verunreinigungen in der Umgebungsluft. Nur auf Basis einer exakten Gefährdungsbeurteilung ist es daher möglich, geeignete Lösungen für ein sicheres Arbeiten zu finden sowie passende Rettungspläne für den Notfall zu entwickeln. Mittels eines vierstufigen Prozesses können Arbeitgeber und Anlagenbetreiber den Vorgaben der „DGUV-Regel 113-004 Behälter, Silos und enge Räume“ entsprechen.

Grundsätzlich lassen sich in engen Räumen atmosphärische Gefahren und physische Gefahren unterscheiden. Im Inneren eines engen Raumes können beispielsweise verschiedene atmosphärische Gefahren lauern, beispielweise hervorgerufen durch gesundheitsgefährdende Schadstoffe (Gase, Dämpfe, Rauch, Staub, Dunst), durch biologische Gefahrenstoffe und durch Sauerstoffmangel/-verdrängung und Hitze sowie durch hohe Flüssigkeitsstände. Zu den relevanten physischen Gefahren zählen insbesondere ein möglicher Absturz sowie herabfallende Gegenstände - sowohl während des Zugangs, während der Arbeit im Inneren enger Räume als auch im möglichen Rettungsfall. Das Durchführen einer lückenlosen und professionellen Gefährdungsbeurteilung sowie das Festlegen daraus resultierender Schutzmaßnahmen ist deshalb vor dem Beginn der Arbeiten zwingend vorgeschrieben. Die DGUV-Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume“ beschreibt in ihrer im Februar 2019 aktualisierten Version detailliert die Vorgehensweise in den Abschnitten drei bis sieben. Weiter auf Seite 42

DIE TÄGLICHEN HERAUSFORDERUNGEN DIE INSTANDHALTER HEUTE BEWÄLTIGEN MÜSSEN, SIND NICHT ZU UNTERSCHÄTZEN. Informieren Sie sich unter bit.ly/0819buite über die Möglichkeiten der Teilentladungsmessung und wie Sie ungeplante Stillstandzeiten vermeiden können.

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Eine nachrüstbare Lösung liefert Informationen zu Verfügbarkeit und Produktivität und das ohne große IT-Infrastruktur. Seite 13

TOP NEWS In.Stand Stuttgart 2019 B&I Messezeitung ab Seite M1 Anlagenausfälle so dramatisch wie ein Brand Industriesachversicherer: Ein Drittel aller Sachschäden sind durch Anlagenausfälle bedingt Seite 04 Mobillösung optimiert den Service Süddeutscher Aufzugsbauer setzt auf 2Bmobil Service Seite 08 Wenn bewährte Methoden an Grenzen stoßen Buntmetall-Inhibitor-Gehalt (BMI) warnt früher vor drohendem Verschleiß Seite 19

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring & 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

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Management & Technologie

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Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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Zulieferteile

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Messen & Events

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Impressum

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NACHRICHTEN

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Reflektieren & steuern Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Produktion, die Wartung, die Überwachung und Instandsetzung - das sind Themen, die in der B&I seit geraumer Zeit ihren Platz finden -, zu Recht. Dennoch, und das gebe ich an dieser Stelle gerne zu, blicken wir von redaktioneller Seite oft genug nicht über unseren Tellerrand hinaus und beschäftigen uns kaum mit den gesellschaftlichen und

menschlichen Auswirkungen der Digitalisierung; wobei dies auch nicht unbedingt das Anliegen einer Fachzeitung ist. Gut zu wissen, dass andere eben genau dies tun. Und so möchte ich an dieser Stelle das Editorial nutzen, um eine Buchempfehlung auszusprechen: In „Nächste Ausfahrt Zukunft” beschäftigt sich der Wissenschaftsjournalist und Physiker Ranga Yogeshwar unter anderem mit den Auswirkungen der di-

gitalen Revolution, mit KI, Machine Learning und der Macht der Algorithmen - und das unterhaltsam und anschaulich geschrieben -, ein Buch, das mich beeindruckt hat. Ebenso wie das Interview mit Edward Snowden im Spiegel, Ausgabe 38/2019. Er mahnt: „Wir müssen die massenhafte Datensammlung stoppen. Wenn jeder Mensch jederzeit überwacht wird, nur für den Fall, dass er mal gefährlich werden könnte, verändert das

Der eigene Anspruch: Aus Tradition innovativ Kaeser Kompressoren feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen Im Jahr 1919, also genau vor einhundert Jahren, wurde die Maschinenbauwerkstatt von Carl Kaeser Senior in Coburg gegründet. Über die Jahre hinweg hat sich das Unternehmen zu einem weltweit erfolgreichen Kompressorenhersteller und Druckluftsystemanbieter entwickelt. Dabei ist es seinen Wurzeln stets treu geblieben. Druckluft ist so wie Strom; kein Betrieb, bei dem industriell gefertigt wird, kommt ohne sie aus. Und so wundert es nicht, dass Kompressoren von Kaeser mittlerweile in Kraftwerken in Australien genauso zu finden sind wie in Goldminen in Peru, bei Raumfahrttechnikern in den USA, in Fischfarmen in Norwegen, bei Automobilherstellern in Deutschland, im Teilchenbeschleuniger CERN in der Schweiz, auf Skipisten in Österreich, auf Ölfeldern in Arabien und in Webereien in Asien. Die Größenordnung der Kunden und damit auch die der Druckluftstationen reichen dabei vom kleinen Handwerksbetrieb bis hin zur Großindustrie. Dabei begann alles ganz anders im Jahr 1919 und zwar mit der Produktion von Zahnrädern und der Überholung von Auto-

Keineswegs selbstverständlich: In den vergangenen einhundert Jahren verzeichnete das Unternehmen stets ein positives Geschäftsergebnis; selbst im weltweiten Krisenjahr 2009. Bilder: Kaeser

motoren. Auf dem vorhandenen Know-how des Motorenbaus fußend, traf die Firmenleitung im Jahr 1948 die Entscheidung, Kolbenkompressoren in das Produktprogramm aufzunehmen ein Meilenstein. Weitere folgten mit der Entwicklung der Kaeser Firmengründer Carl Kaeser senior, Carl Kaeser junior und Thomas Kaeser mit seiner Frau TinaMaria VlantoussiKaeser, die heute das Familienunternehmen in der dritten Generation führen. Die vierte, vertreten durch ihren Sohn Alexander Jan Kaeser, ist ebenfalls eingestiegen (von links nach rechts und von oben nach unten).

Schraubenkompressoren mit Sigma Profil Anfang der 1970er Jahre, der Inbetriebnahme der modernen deutschen Kältetrocknerproduktion in Gera im Jahr 1994 und der Einführung der Kompressor-Steuerung Sigma Control um die Jahrtausendwende. Mit dem Start des Druckluft-Managementsystems Sigma Air Manager 4.0 im Jahr 2001 ebnete das Unternehmen den Weg für die Digitalisierung Stichwort Industrie 4.0. Für das Wachstum des Unternehmens spielt die frühzeitige Internationalisierung eine wichtige Rolle. Schon 1978 wurde die erste Niederlassung in der Schweiz eröffnet, kurz darauf folgten Österreich und Frankreich. Derzeit arbeiten über 6.000 Menschen weltweit für das Unternehmen, das mit eigenen Tochtergesellschaften und Vertriebspartnern in über 100 Ländern präsent ist. www.kaeser.de

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den Charakter einer Gesellschaft.” Wohl wahr. Was bei Maschinen und Anlagen durchaus sinnvoll ist, ist hier nicht wünschenswert. In eigener Sache: B&I begleitet im Sonderteil die neue Fachmesse In.Stand, die am 23. und 24. Oktober in Stuttgart stattfindet. Produkte, Meldungen und Fachbeiträge, die in Zusammenhang zur In.Stand stehen, finden sich aber auch - entsprechend gekennzeichnet - im regulären Teil der B&I. Volker Zwick

Ultimo Software jetzt GEFMA-zertifiziert „Wir sehen, dass bei einigen Ausschreibungen das GEFMA-Zertifikat einer der Nachweise für ein leistungsfähiges CAFM ist. Ultimo hat am Verfahren teilgenommen und bereits im ersten Durchlauf seine herausragenden Eigenschaften bewiesen“, so Ultimo Vertriebsleiter Oliver Kaiser. Er betont: „Durch die Flexibilität und einfache Anpassbarkeit der Ultimo Software können unsere Kunden praktisch jede Herausforderung erfolgreich meistern. Das GEFMA-Zertifikat bestätigt das auf besondere Weise.“ Das nun vorliegende Zertifikat umfasst die folgenden Kriterienkataloge: Basiskatalog, Flächenmanagement, Instandhaltungsmanagement, Inventarmanagement, Raum- und Asset-Reservierung, Vermietungsmanagement, Help- und Service-Desk sowie Budgetmanagement und Kostenverfolgung. Die Ultimo Software bietet im Standard oder über optionale Module auch Funktionen zu Bereichen anderer Kriterienkataloge, z.B. Reinigungsmanagement, Schlüsselverwaltung, Umzüge, HSE-Suite sowie Energieverwaltung. Ob auch in diesen Bereichen eine erweiterte Zertifizierung angestrebt wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest. www.ultimo.com

Am 12. Juni 2019 fand in der Ultimo Unternehmenszentrale das GEFMA-Audit statt. Dazu begrüßten (von links nach rechts) Oliver Kaiser (Vertriebsleiter DACH), Tom Hoogland (Product Owner) und Arjan Vlijm (Sales Consultant) die beiden Auditoren, Prof. Dr. Joachim Hohmann und Dipl.-Ing. (FH) Marko Opic, im niederländischen Nunspeet. Ganz rechts steht Hilco Lunsing (Manager Customer Projects DACH). Bild: Helmut Winkler

Einsatz mobiler Lösungen in Instandhaltung und Service Mobile Anwendungen für Instandhaltung und Service, Technik- und Gewährleistungsmanagement ermöglichen eine effiziente Abwicklung und Dokumentation von Wartungsaufträgen und Instandhaltungsmaßnahmen. Damit die erforderlichen Daten zur Anlagen-

wartung ortsunabhängig zur Verfügung stehen, bedarf es Technologien und Systeme, die in der Lage sind, anfallende und große Datenmengen sinnvoll zu verknüpfen. Auf dem 15. Anwenderforum „Einsatz mobiler Lösungen in Instandhaltung & Service“ vom 14. bis 15.

November 2019 in Düsseldorf lernen Teilnehmer laut Veranstalter T.A. Cook u.a. die Einsatzmöglichkeiten solcher mobiler Lösungen in der Instandhaltung kennen, erfahren mehr über den effizienten Einsatz vorhandener Systeme auf dem Weg zur Smart Maintenance und hören, wie die Prozessoptimierung durch den Einsatz von Drohnen und künstlicher Intelligenz gelingen kann.

Für die Instandhaltung von morgen Experten namhafter Unternehmen teilen dabei ihre Erfahrungen und geben Einblicke in die gelebte Praxis. Best-Practice-Beispiele sowie zahlreiche Diskussionsmöglichkeiten versprechen neue Impulse und Umsetzungshilfen für eine zukunftsfähige, mobile Instandhaltung. www.forum-mobileinstandhaltung.de


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NACHRICHTEN

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Anlagenausfälle so dramatisch wie Brände Industriesachversicherer: Ein Drittel aller Sachschäden durch Anlagenausfälle bedingt Anlagenausfällen sind in ihren Auswirkungen mittlerweile sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch der Höhe der Versicherungsschäden mit Brandkatastrophen vergleichbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Großschäden, die im Jahr 2018 an FM Global, einen der weltweit größten Industriesachversicherer gemeldet wurden. Als Großschäden gelten hier Schäden in Höhe von mehr als drei Millionen US-Dollar, die nicht auf Naturkatastrophen zurückzuführen sind. Im Detail wurden von den 232 Großschäden, die im letzten Jahr bei dem weltweit tätigen Industrieversicherer FM Global versichert waren, 65 durch Anlagen-

ausfälle ausgelöst. Das waren 28 Prozent aller in 2018 vom genannten Versicherer verzeichneten und in Dollar bezifferten Gesamtschäden. 62 Prozent der Schäden durch Anlagenausfälle waren hierbei auf eine unzureichende Instandhaltung zurückzuführen, was letztlich drei Viertel der geleisteten Schadenzahlungen in diesem Bereich ausmachte. 25 Prozent der Schäden durch Anlagenausfälle wiederum traten nach Reparaturen oder während der Inbetriebnahme auf. „Viele dieser Schäden Internationale durch Anlagenausfälle im vergangenen Fachmesse für ProduktionsJahr hätten verhinund Montageautomatisierung dert werden können“, betont Brion Callori, Senior Vice President D 07. – 10. OK T. 2019 of Engineering and a STUTTGART Research bei FM Global, und mahnt: „Allerdings nehmen viele Unternehmen Digitale Transformation angesichts einer unlimited. florierenden Wirtschaft ihre Anlagen Die 38. Motek präsentiert System-Komnicht für präventive petenz und Prozess-Knowhow für AnlaI n s t a n d h a l t un g s genbau, Sondermaschinen und Roboter maßnahmen außer -Integration in Bestform! Industrie 4.0 für Betrieb. Vielmehr gedie Praxis in Produktion und Montage. hen sie in vielen Fällen ein Risiko ein, das sie teuer zu stehen 2 Montageanlagen kommen kann, statt und Grundsysteme auf konservativere 2 Handhabungstechnik Strategien zu setzen.“ 2 Prozesstechnik zum Der Spezialist kennt Fügen, Bearbeiten, Prüfen die Folgen: „Leider und Kennzeichnen funktioniert dies nur 2 Komponenten für den so lange, bis ProbleSondermaschinenbau me auftreten, die zu 2 Software und Dienstleistungen teuren Reparaturen, Umsatzeinbußen und potenziell zum Verlust von Marktanteilen führen können, wenn die Unternehmen ihre Aufträge durch einen Anlagenausfall nicht

mehr erfüllen können.“ Weitere wichtige Ergebnisse der Großschadenanalyse von 2018: Bei fast der Hälfte aller Schäden durch Anlagenausfälle spielten Auswirkungen durch menschliche Faktoren eine wichtige Rolle. Diesbezüglich zeigte sich, dass der Schulungsstand von Bedienern

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bei 43 Prozent der Anlagenschäden relevant war. Das bedeutet: Es werden verbesserte Schulungs- und Wissenstransferprozesse notwendig, da mit demografischen Veränderungen erhebliche Personalfluktuationen in der Branche einhergehen.

Schulung und Wissenstransfer „In den letzten fünf Jahren stieg die Anzahl der von Anlagenausfällen verursachten Schäden, besonders in der Zellstoff- und Papier-, der Chemie-, der Stromversorgungs-

und der Bergbaubranche“, ergänzt Callori. Er führt weiter aus: „Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass unsere Analysetools auf Grundlage Tausender Standortbegehungen durch unsere Schadenverhütungsingenieure über viele Jahre hinweg die Möglichkeit von Großschäden weiterhin korrekt einschätzen können. Aus unseren Daten geht auch hervor, dass diese Großschäden nach einer gewissen Anzahl durchlaufener Standortbegehungen zur technischen Schadenverhütung und der längeren Zusammenarbeit mit den Kunden abnehmen.“ www.fmglobal.de

Dupont Sustainable Solutions wird unabhängig DSS ist jetzt als globales Beratungsunternehmen für Betriebsmanagement aktiv Im September hat Dupont Sustainable Solutions (DSS) sein Debüt als unabhängiges globales Beratungsunternehmen für Betriebsmanagement nach der Trennung von Dupont bekannt gegeben. Das neue Unternehmen wird von seinem bestehenden Management weitergeführt und von den Finanzinvestoren Gyrus Capital unterstützt. DSS ist weltweit an 40 Standorten tätig und hat seinen Hauptsitz in Genf (Schweiz) und seinen regionalen Hauptsitz jeweils in Singapur, in São Paulo (Brasilien) und in Wilmington (Delaware, USA). Das Unternehmen beschäftigt derzeit mehr als 900 operative Manager und Berater weltweit und rechnet damit, dass die Anzahl der Mitarbeiter und die geografische Präsenz mit einem

wachsenden Kundenbedarf steigen werden. Die Entscheidung, ein unabhängiges Unternehmen zu gründen, versteht sich als Reaktion auf den wachsenden Bedarf der Kunden, auf neue globale Herausforderungen wie zunehmend fortschrittliche Technologien, ständig weiterentwickelte Systeme und Prozesse, eine sich wandelnde Belegschaft, die digitale Revolution und eine stockende Sicher-

heitsleistung schnell Antworten zu finden. Als unabhängiges Unternehmen wird DSS dabei weiterhin in enger Beziehung zu Dupont stehen. DSS behält die Rechte an dem gesamten geistigen Eigentum für die angebotenen Dienstleistungen und hat für einen festgelegten Zeitraum weiterhin Zugriff auf das Dupont-Logo, die Webseiten, Funktionen und Ressourcen. www.dssconsulting.de

Eine Nachhaltigkeitsstrategie zahlt sich aus

„Drei Dinge machen Dupont Sustainable Solutions einzigartig. Erstens: Dupont verfügt über mehr als 200 Jahre Erfahrung im Management von komplexen Produktionsprozessen und -anlagen, die mit einem hohen Risiko verbunden sind. Zweitens: Wir haben 50 Jahre Erfahrung in der Verbesserung von Sicherheit und Produktivität für unsere Kunden bei einer gleichzeitigen Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen. Und drittens: Unsere Experten, die nach jahrelanger Arbeit in Anlagen nun die Gelegenheit haben, Best Practices vor Ort bei Kunden umzusetzen“, betont Davide Vassallo, CEO der neuen DSS. Bild: DSS

Wie grün ist die deutsche Industrie? Antworten auf diese Frage liefert der Wisag Ressourcen Radar 2019. Er kommt zu folgendem Ergebnis: Nachhaltigkeit und die damit einhergehenden Vorteile sind in deutschen Unternehmen unstrittig, dennoch kommt die konkrete Umsetzung nur langsam in Gang. Um noch mehr zu erfahren, hat der Dienstleister gemeinsam mit Lünendonk & Hossenfelder eine Auswahl an Experten von Industrieunternehmen zu diesem Thema befragt. Insgesamt 89 Prozent der Befragten schreiben IndustrieserviceUnternehmen mit einem ausgewiesenen Nachhaltigkeitskonzept einen Wettbewerbsvorteil zu - gerade einmal 11 Prozent sehen Nachhaltigkeit nur als ein Marketingthema ohne Mehrwert. Natürlich gibt es zahlreiche Gründe, das Thema Ressourceneinsparung zu priorisieren: Nach Meinung der Experten verschaffen vor allem niedrigere Kosten durch weniger Materialverbrauch oder CO₂-Zertifikate Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil. Auch einen Imagevorteil sowie ein höheres Ansehen bei den Anwohnern betrachtet jeweils mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer als Vorteil. Trotz dieser Erkenntnisse verfolgen längst nicht alle Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie im eigenen Betrieb. Erst knapp über die Hälfte der Befragten verfügt über eine solche, die übrigen Experten verneinen dies oder haben keine Informationen zu diesem Thema. www.wisag.de

Contractor Management in der Instandhaltung und in technischen Projekten

@ www.motek-messe.de

Veranstalter:

B äg

P. E. SCHALL GmbH & Co. KG +49 (0) 7025 9206-0 motek@schall-messen.de

Um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, lagern Industrie un ter neh men und Anlagenbetreiber Instandhaltungsarbeiten zunehmend an technische Dienstleister aus.

Doch der Einsatz von Kontraktoren birgt auch Risiken. So werden die erforderlichen Leistungen zunehmend komplexer und setzen moderne Ansätze voraus, die den hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden. Es gilt eine zuverlässige, flexible und dennoch kosteneffiziente Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Wie können sich Unternehmen diesen Einflussfaktoren erfolgreich stellen? Die 13. Jahrestagung „Contractor 2019“ gibt praxisgerechte Antworten auf diese Fragen und greift hierfür die wichtigsten Aspekte einer Fremdvergabe auf. Teilnehmer erfahren ganz konkret, wie sie ein Kontraktorenma-

nagement aufsetzen, das flexibel auf die Anforderungen des Marktes reagieren kann. Das Jahrestreffen für Verantwortliche aus Technik und Einkauf sowie aus der technischen Dienstleistung, organisiert von T.A. Cook, findet vom 26. bis 27. November in Berlin statt. www.contractor-conference.de


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INDUSTRIESERVICE

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Im Einsatz für eine optimale Instandhaltung Yamazaki Mazak setzt auf das Know-how von Piepenbrock 1919 in Japan gegründet, ist Yamazaki Mazak heute eines der weltweit führenden Unternehmen in der Werkzeugmaschinenindustrie. Für die Reparatur und Instandhaltung seiner Werkzeugmaschinen beim Kunden setzt Mazak auf die Kompetenz von Piepenbrock. Das Produktportfolio von Mazak „Im Showroom von Mazak in Die Fertigung kann damit weiterist breit gefächert: Mehr als 260 Göppingen, Düsseldorf oder laufen. Nach dem erfolgreichen Maschinenmodelle bietet der jaLeipzig können unsere InnenAbschluss seiner Aufträge erstellt panische Konzern - ob zum Fräsen, diensttechniker den Kunden über Özertekin noch den Servicereport, Drehen, mit CNC-Steuerung oder Headset direkt an den Maschinen der in der digitalen MaschinenAutomatisierungstechnik, als Mulbeziehungsweise den Steuerungsakte bei Mazak hinterlegt wird. tifunktionsmaschinen, mit 5simulatoren weiterhelfen. Jede Für Özertekin geht es dann direkt Achsen-Technologie oder als Steuerungsgeneration der Firmen weiter zum nächsten Auftrag. Als Wenig verwunderlich: Mazak fertigt die Bauteile für seine Maschinen fast ausschließlich auf den Laserschneidmaschine. Produziert Mitsubishi und Siemens bis 1985 Servicetechniker ist er für Mazak in eigenen Anlagen. Bilder: Piepenbrock werden außerdem Maschinen für ist hier noch funktional“, so Baden-Württemberg, Bayern, Vortungsaufgaben ein wichtiger Teil Wenn beispielsweise ein Lager den Formenbau, also für die Attinger weiter. arlberg und Tirol unterwegs. Seine unseres Leistungsspektrums für ersetzt werden muss, wird dieses Fertigung von Gussteilen aus Kollegen warten und reparieren Mazak“, verdeutlicht Bodo von der innerhalb weniger Stunden Metall und Kunststoff. die Maschinen in NorddeutschMit digitaler Wippel, Niederlassungsleiter Ingeliefert. „Auf unseren Maschinen kann land und dem Rheinland. „Viele Maschinenakte nahezu alles hergestellt werden“, standhaltung bei Piepenbrock, „Unser Ersatzteillager in GöpKunden haben ganze Hallen mit beschreibt Jürgen Schröder die das Aufgabengebiet seiner Mitpingen kann täglich bis zu sechzig Maschinen, andere haben nur eine Vielseitigkeit. „Ob es die Gussform Erfolgreich weiterhelfen konnte Warensendungen verschicken“, oder zwei“, berichtet Özertekin. arbeiter. auch Özertekin, beispielsweise bei „Beim Kauf erhält der Kunde zu berichtet Schröder. „Hier halten für eine Zahnbürste ist, winzige Und so ist jeder Auftrag anders. seiner Maschine alle Dokumente, wir Teile vor, die besonders häufig Schrauben oder Bauteile für einem Kunden, der Probleme mit „Zusätzlich zu den mechanischen ähnlich einer Bedienungsbenötigt werden, und diese Flugzeuge, da sind keine Grenzen einer Fräsmaschine hatte. Der Reparaturen an CNC-gesteuerten anleitung beim Auto“, beschreibt können wir meist innerhalb gesetzt“, führt der Department Fehler war schnell gefunden, ein Drehmaschinen und FräsmaschiManager Service bei Yamazaki Bauteil ausgetauscht und die ReJürgen Schröder. weniger Stunden beim Kunden nen, den sogenannten BearbeiMazak Deutschland aus und anliefern.“ paratur beendet. tungszentren, sind InstandhalDas Zentrallager selber ist aber in betont: „Wir sind von unserer Ersatzteile in 24 Belgien. „Von dort aus können alle Qualität überzeugt, das zeigt sich Stunden auch daran, dass wir die Bauteile Kunden in Deutschland innerhalb für unsere Maschinen ebenfalls von 24 Stunden beliefert werden. „Zusätzlich legen wir für jede Denn je schneller die Teile beim fast ausschließlich auf Mazak-AnMaschine eine eigene Akte an, anKunden sind, desto schneller läuft lagen fertigen.“ hand derer wir sämtliche die Maschine wieder“, so Schröder In Europa ist Mazak übrigens seit Wartungen und Reparaturen weiter. über 50 Jahren vertreten und hat Perspektivisch werden die Piepenlückenlos nachvollziehen können mittlerweile rund 16.000 Maschiso haben wir immer den gebrock-Techniker zusätzlich zu Renen in Deutschland, Österreich samten Lebenslauf der Maschine paratur und Wartung die Inund der Schweiz installiert. Eren vorliegen und können die Techbetriebnahme von Maschinen Özertekin kennt die Mazakübernehmen. Mazak ist an einer niker beim Kunden unterstützen.“ Maschinen und -Steuerungen langfristigen Zusammenarbeit Ebenfalls eine große Unterstütganz genau. Der Servicetechniker interessiert. zung bedeutet der Ersatzteilvon Piepenbrock repariert und In.Stand Stuttgart service von Mazak, den auch wartet nämlich die Maschinen Halle 2, Stand 2E23 Özertekin bei der Wartung in Anbeim Kunden vor Ort im Auftrag Im Showroom bei Mazak Göppingen: Sabrina Röckle (Marketing Mazak), Jürgen Schröder, Bodo von der Wippel, Fritz Attinger und Eren Özertekin (v. l.). www.piepenbrock.de spruch nimmt. des japanischen Konzerns. „Die Betriebe, die ein Problem mit einer ihrer Maschinen haben, rufen bei den Servicemitarbeitern in unserer Zentrale für die DACHRegion in Göppingen an. Sie nehmen den Fehler auf und benachrichtigen den passenden Techniker, abhängig davon, ob es sich um ein mechanisches oder elektronisches Problem handelt“, erklärt Schröder den typischen www.uhlenbrock.org Ablauf. „Der Service ist unser Mittelpunkt, das Herz der Zentrale. Hier laufen alle Kundenanfragen ein und werden weitergeleitet. Reparaturen und Wartungen werden an die Techniker draußen gegeben, aber die Mitarbeiter beantworten viele Fragen auch direkt“, betont Schröder. Es kann nämlich durchaus auch sein, dass die Fehlermeldung schon von der Zentrale aus behoben werden kann. „Hier sitzen ja keine reinen Telefonkräfte, sondern Fachleute mit jahrelanger Erfahrung aus dem Außeneinsatz an den Maschinen“, ergänzt er. Fritz Attinger, Manager Service bei der Yamazaki Mazak Es ist unser Service, der uns zu einem außergewöhnlichen Partner macht. Instandhaltungsservice Deutschland, verdeutlicht: Wartung & Reparatur Service, das ist für uns umfassende Dienstleistung mit dem Ziel, Ihre Produktionsabläufe vor Ort „Gerade bei älteren Maschinen ist Technische Analyse noch gezielter und effektiver zu unterstützen und so einen Mehrwert zu schaffen, der über die dieser Erfahrungsschatz wirklich Prozessoptimierung reine Instandhaltung hinausgeht. Denn wir respektieren Menschen und Leistung und haben Freude Gold wert, das wissen nicht nur daran zu helfen. Ob für ein schnelles Troubleshooting oder eine ganzheitliche Lösungsfindung - wir die Kunden zu schätzen.“ Denn Ersatzteilmanagement auch die Techniker im Außenunterstützen Sie da, wo Sie uns brauchen. Offen, hochqualifiziert und mit fundiertem technischem Tel +49 25 52 93 33 0 dienst können auf dieses Backup Wissen aus langjähriger Erfahrung in den unterschiedlichsten Branchen der Industrie. zurückgreifen.

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INDUSTRIESERVICE

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Denn die Daten sind das Herz der Anlage Erfolgreiche Instandhaltung setzt eine gepflegte Datenstruktur voraus Der Industriedienstleister Leadec erfasst systematisch die Anlagenstammdaten bereits in der Inbetriebnahmephase. Auf diese Weise lässt sich eine vollständige und gepflegte Datenstruktur bei Anlagen sicherstellen - und sie sind die Grundlage für eine Planung und Steuerung der Instandhaltungsprozesse sowie für eine firmenübergreifende Kooperation. In modernen Produktionsumgebungen umfassen Anlageninfrastruktur und -ausstattung sehr unterschiedliche Technologien, die sich jedoch gegenseitig beeinflussen. Dabei gilt: Je komplexer die Struktur, umso wichtiger ist eine genaue Kenntnis über die verschiedenen Parameter. Das gilt nicht nur, aber natürlich vor allem auch für die Instandhaltung der Anlagen, denn eine verpasste Wartung kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, etwa einen technischen Mangel, der einer Reparatur bedarf, oder gar eine Überholung der Produktionsanlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Um das zu vermeiden, setzt der Industriedienstleister Leadec auf Instandhaltungsleistungen, die auf Daten basieren. Damit diese aber auch umfänglich in den Wartungsprozess einfließen können, erfasst der Industriedienstleister in ei nem ersten Schritt im Rahmen der digitalen Anlagenaufnahmen die Stammdaten und spielt sie in das kundeneigene Datensystem, z.B. ein CACFM-System ein. Auf diese Weise haben auch die Betreiber laut Dienstleister jederzeit einen Überblick über die aktuelle Anzahl, die Verortung und den Zustand der Anlage. Diese Transparenz wiederum ermögliche strukturierte Instandhaltungsleistungen, erhöhe die technische Verfügbarkeit der Anlagen und reduziere Kosten. Mit der digitalen Anlagenauf-

nahme lassen sich Parameter bereits in der Inbetriebnahmephase erfassen; doch auch zu einem späteren Zeitpunkt ist eine solche Aufnahme möglich. Hierzu greift Leadec auf den vorhandenen Datenstamm zu, dokumentiert den Zustand mit Fotos und bewertet mögliche Mängel. Weitere Informationen wie Wartungshistorie und Gesamtzustand werden ergänzt und per QR-Code eindeutig identifizierbar direkt an der Anlage angebracht und abrufbar gemacht.

Dokumentation jederzeit möglich Für die gesamte Aufnahme nutzt Leadec Tablets, die sich in Echtzeit mit dem Zentralsystem synchronisieren. In diesem ist die komplette Dokumentation hinterlegt, sodass sie als Planungsgrundlage für Instandhaltungen und den Anlageneinsatz dienen kann. „Ohne Daten und entsprechende Plattformen wären Kooperationen über Unternehmensgrenzen hinweg kaum möglich. Deshalb sind sie die Grundlage für die gegenseitige Vernetzung“, ergänzt Theodor Malcotsis, Leiter Project Development bei Leadec. Gelingt eine Kooperation, dann bilden die unterschiedlichen Teilnehmer gemeinsam mit den Datenpools dynamische Wertschöpfungsnetzwerke, die im Vergleich zu starren Wertschöpfungs-

Eine starre Wertschöpfungskette gibt es nicht mehr. Heute herrschen dynamische Netzwerke vor, die unterschiedliche Akteure mit ihren Prozessen einbeziehen. Daten sind dabei die Verbindung.

ketten deutlich komplexer sind. „Denn nicht nur die Prozesse verändern sich durch Interaktionen und Leistungsaustausch in Echtzeit, auch die Art und Weise, wie Leistungen erbracht werden“, so Malcotsis weiter.

Digitale Wertschöpfungsnetzwerke So stellt ein Zulieferer dann nicht mehr nur entsprechende Teile zur Verfügung, sondern auch die dazugehörigen Daten. Ein OEM wiederum liefert nicht mehr nur seine Produkte, sondern spielt Nutzerdaten an seine Zulieferer zurück, die dort in die Entwick-

Per Tablet erfassen die Experten sämtliche Parameter, die für eine gesicherte Instandhaltung der Anlagen wichtig sind. Bilder: Leadec

lung einfließen. Wie dies in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Praxisbeispiel: Für ein zukunftsfähiges Ersatzteilmanagement kooperiert Leadec beispielsweise mit Starship, einem Hersteller kleiner selbstfahrender RoboterLieferfahrzeuge. Per App oder über das IT-System wird bei Bedarf der Bestellprozess direkt am Arbeitsplatz ausgelöst.

Die autonom fahrenden Roboter holen dann das benötigte Ersatzteil eigenständig an der Ausgabestelle ab und befördern es zu seinem Bestimmungsort. Das spart laut Industriedienstleister Zeit, sichert eine hohe Anlagenverfügbarkeit und unterstützt die Mitarbeitenden in komplexen Produktionsumgebungen. www.leadec-services.com

Wisag übernimmt auch Bodenbeschichtungen Dienstleister ergänzt sein Angebot bei Neu- oder Umbauten sowie Sanierungen Bodenbeschichtungen für Industrie, Bau und Verwaltung gehören nun zum Leistungsangebot der Wisag Industrie Service Gruppe. Neben Bodenbeschichtungen, die glatt, strukturiert oder abgestreut ausgeführt werden können, können auch Beschichtungen mit elektrostatischer Ableitfähigkeit oder einem dauerhaften UV-Schutz sowie solche zum Schutz gegen das Eindringen wassergefährdender Stoffe nach WHG §62 AwSV auf den Untergrund aufgebracht werden. Die Bodenbeschichtungen, die der Industriedienstleister Wisag inklusive aller begleitenden Vor- und Nacharbeiten nun übernimmt, werden in der Regel auf Epoxidharz- oder Polyurethanbasis durchgeführt. Dabei können die Beschichtungen den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden. „Industrie, Verwaltungen, die Bauindustrie und auch die öffentliche Hand benötigen diese Leistung“, ist Jürgen Kriegeskorte, Regionalleiter West bei Wisag Produktionsservice, überzeugt und führt exemplarisch aus: „Spezielle Bodenbeschichtungen findet man im Bereich Facility, zum Beispiel in Parkhäusern, Einkaufszentren oder Feuerwachen, aber auch in Flughäfen und sogar in Boxengassen.“ In der Industrie müssen bei der Beschichtung die besonderen Anforderungen an den Härtegrad des

Die Leistung umfasst den gesamten Prozess - von der Untergrundvorbereitung über alle Qualitätsprüfungen bis hin zur finalen Beschichtung. Bild: Wisag

Bodens, die Beständigkeit gegenüber aggressiven Medien, die Ableitfähigkeit oder auch die Hygienerichtlinien in der Lebensmittelindustrie berücksichtigt werden. Dabei achten die Wisag-Fachleute nach eigenen Angaben bei der Umsetzung auf eine schnelle Ausführung, um lange Verzögerungen

13. Jahrestagung | 26. – 27. November 2019, Berlin

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in Betriebsabläufen und Produktion zu vermeiden. „Zur Durchführung der Arbeiten setzen wir neueste Produkte ein und benötigen unter anderem aufgrund modernster Maschinentechnik für ca. 1.000 Quadratmeter Fläche nur zwei bis fünf Arbeitstage inklusive Trocknungszeit“, erklärt Dirk Tränkel, zuständiger Standortbereichsleiter der Wisag Produktionsservice in Recklinghausen. Tränkel ergänzt: „Mittels spezieller Schleif- und Absaugtechnik arbeitet unser Team äußerst staubarm. So kann beispielsweise auch während der laufenden Produktion geschliffen werden.“ Neben mehrfarbigen Rollbeschichtungen für Kennzeichnungsflächen wie Gehwegen oder Verlaufsbeschichtungen etwa für Fahrwege, Lagerflächen oder Werkstätten ist die Nachfrage nach Böden groß, die den Untergrund vor wassergefährdenden Stoffen schützen oder ableitfähig sind. www.wisag.de


how vorhanden.“ Charles Bahr, Referent

Y L R EA S D R BI „Die Mischung aus Kongress, Messe, Networking, Impuls – ich finde das eine tolle Innovation.“ Christian Lindner, Bundesvorsitzender FDP

„Wir sind von der ersten Servparc grundsätzlich sehr angetan: ein lebendiges, interaktives, zeitgemäßes Event-Format. Insbesondere die Verbindung von Kongress und Messe über die vier Stages ist sehr gut gelungen. […] Wir werden auf jeden Fall gerne wieder dabei sein.“ Astrid Grüter, Chief Communication Officer, ENGIE “Wir haben uns auf der Servparc 2019 als Aussteller wohlgefühlt und interessante Kontakte geknüpft, vor allem zu Bewerbern. Besonders positiv bewerten wir die Idee „alles unter einem Dach“, die spannenden Themen der Key Note und vieler Vorträge und den zeitgemäßen Look.“ Dr. Wolfgang Häfele, Sprecher des Vorstandes der Dussmann Group „Ich bin sehr positiv überrascht über die erste Servparc. Der Wechsel von einer Messe zu einem Networking-Event ist wirklich gut gelungen. Ein guter Mix aus Content in den Vorträgen, einer großen Bandbreite von Anbietern und Networking. Fühlte sich für mich nach einem gelungenen Neustart mit einer hoffentlich langen Zukunft an.“ Frank Bögel, General Director, Planon Conject GmbH „Mit dem neuen Konzept und der offenen Gestaltung hat uns die Sevrparc 2019 überzeugt. Auf den verschiedenen Flächen konnten wir unsere Dienstleistungen themenbezogen präsentieren. Vor allem das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm hat zu einem gelungenen Auftakt beigetragen.“ Martin Schenk, Vorsitzender der Geschäftsführung der STRABAG Property and Facility Services GmbH und GEFMA Vorstand „Die Servparc ist für uns einer der wichtigsten Branchentreffs im Jahr. Wir freuen uns über die Entwicklung der Servparc – weg von einer klassischen Messe hin zu einer lebendigen Kommunikationsund Interaktionsplattform für mehr Wissensaustausch und Networking. Die Servparc bietet uns eine gute Plattform, um sich über die Zukunftsthemen der FM-Branche auszutauschen und die breite Kompetenz und Technikexpertise von SPIE zu präsentieren.“ Ludger Essing, Vertriebsleiter Efficient Facilities, SPIE Deutschland & Zentraleuropa: „Angefangen vom sehr jungen und direkten servparc-Marketing im Vorfeld, waren in den zwei Tagen TOP-Besucher in der Halle zu finden, die hier auch hingehören. Die Gespräche kamen gleich auf den Punkt und hatten eine sehr gute fachliche Tiefe.“ Bernhard Pieper, Leiter Marketing der DEOS AG. „Erfolg braucht Mut zur Veränderung. Diesen Mut hat die Messe bewiesen. Offen, modern und

überraschend, bietet das neue Konzept einen idealen Rahmen für Austausch und Networking. Auch die Integration des Kongresses mit zukunftsweisenden Themen hat den Auftritt bereichert. Ich denke, alle Teilnehmer und Gäste werden das bestätigen. Allen anderen sei gesagt: Lasst Euch diese Gelegenheit nicht entgehen und macht mit – Möglichkeiten gibt es viele.“ Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung der WISAG Facility Service Holdig GmbH „Ob Karriere oder Auftragsgenerierung, auf der Servparc gibt es für jeden den richtigen Hotspot. Die Interaktion dabei macht das Ganze sehr spannend und es macht einfach Spaß, hier zu sein.“ Harun Bajrami, Vonovia SE „Ich finde den Aufbau hier sehr gut gelungen, die Veranstaltung ist gut organisiert und man kann sich viele interessante Vorträge anhören. Ich komme auf jeden Fall nächstes Jahr wieder!“ Artjom Gossen, Westfälische Hochschule „Für mich war spannend zu sehen, wie das Publikum sich sehr intensiv und interaktiv mit neuen Themen auseinandersetzt. Auf der Messe sind die verschiedenen spezialisierten Themenbereiche sehr stark ausgeprägt und für jedes Thema ist ein großes Knowhow vorhanden.“ Charles Bahr, Referent „Die Mischung aus Kongress, Messe, Networking, Impuls – ich finde das eine tolle Innovation.“ Christian Lindner, Bundesvorsitzender FDP „Wir sind von der ersten Servparc grundsätzlich sehr angetan: ein lebendiges, interaktives, zeitgemäßes Event-Format. Insbesondere die Verbindung von Kongress und Messe über die vier Stages ist sehr gut gelungen. […] Wir werden auf jeden Fall gerne wieder dabei sein.“ Astrid Grüter, Chief Communication Officer, ENGIE “Wir haben uns auf der Servparc 2019 als Aussteller wohlgefühlt und interessante Kontakte geknüpft, vor allem zu Bewerbern. Besonders positiv bewerten wir die Idee „alles unter einem Dach“, die spannenden Themen der Key Note und vieler Vorträge und den zeitgemäßen Look.“ Dr. Wolfgang Häfele, Sprecher des Vorstandes der Dussmann Group „Ich bin sehr positiv überrascht über die erste Servparc. Der Wechsel von einer Messe zu einem Networking-Event ist wirklich gut gelungen. Ein guter Mix aus Content in den Vorträgen, einer großen Bandbreite von Anbietern und Networking. Fühlte sich für mich nach einem gelungenen Neustart mit einer hoffentlich langen Zukunft an.“

Frank Bögel, General Director, Planon Conject GmbH „Mit dem neuen Konzept und der offenen Gestaltung hat uns die Sevrparc 2019 überzeugt. Auf den verschiedenen Flächen konnten wir unsere Dienstleistungen themenbezogen präsentieren. Vor allem das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm hat zu einem gelungenen Auftakt beigetragen.“

Statements Servparc „Wir sind von der ersten Servparc grundsätzlich sehr angetan: ein lebendiges, interaktives, zeitgemäßes Event-Format. Insbesondere die Verbindung von Kongress und Messe über die vier Stages ist sehr gut gelungen. […] Wir werden auf jeden Fall gerne wieder dabei sein.“ Astrid Grüter, Chief Communication Officer, ENGIE

JETZT . N E D N A L

Martin Schenk, Vorsitzender der Geschäftsführung der STRABAG Property and Facility Services GmbH und GEFMA Vorstand -------------------------------------„Die Servparc ist für uns einer der wichtigsten Branchentreffs im Jahr. Wir freuen uns über die Entwicklung der Servparc – weg von einer klassischen Messe hin zu einer lebendigen Kommunikationsund Interaktionsplattform für mehr Wissensaustausch und Networking. Die Servparc bietet uns eine gute Plattform, um sich über die Zukunftsthemen der FM-Branche auszutauschen und die breite Kompetenz und Technikexpertise von SPIE zu präsentieren.“ Ludger Essing, Vertriebsleiter Efficient Facilities, SPIE Deutschland & Zentraleuropa:

„Angefangen vom sehr jungen und direkten servparc-Marketing im Vorfeld, waren in den zwei Tagen TOP-Besucher in der Halle zu finden, die hier auch hingehören. Die Gespräche kamen gleich auf den Punkt und hatten eine sehr gute fachliche Tiefe.“ Bernhard Pieper, Leiter Marketing der DEOS AG.

“Wir haben uns auf der Servparc 2019 als Aussteller wohlgefühlt und interessante Kontakte geknüpft, vor allem zu Bewerbern. Besonders positiv bewerten wir die Idee „alles unter einem Dach“, die spannenden Themen der Key Note und vieler Vorträge und den zeitgemäßen Look.“ Dr. Wolfgang Häfele, Sprecher des Vorstandes der Dussmann Group „Ich bin sehr positiv überrascht über die erste Servparc. Der Wechsel von einer Messe zu einem Networking-Event ist wirklich gut gelungen. Ein guter Mix aus Content in den Vorträgen, einer großen Bandbreite von Anbietern und Networking. Fühlte sich für mich nach einem gelungenen Neustart mit einer hoffentlich langen Zukunft an.“ Frank Bögel , General Director, Planon Conject GmbH „Mit dem neuen Konzept und der offenen Gestaltung hat uns die Sevrparc 2019 überzeugt. Auf den verschiedenen Flächen konnten wir unsere Dienstleistungen themenbezogen präsentieren. Vor allem das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm hat zu einem gelungenen Auftakt beigetragen.“

Hotspot für Zukunftstrends in Facility Management, Industrieservice und IT Messe Frankfurt Martin Schenk, Vorsitzender der Geschäftsführung der STRABAG 17.– 18.06.2020 Property and Facility Services

„Erfolg braucht Mut zur Veränderung. Diesen Mut hat die Messe bewiesen. Offen, modern und überraschend, bietet das neue Konzept einen idealen Rahmen für Austausch und Networking. Auch die Integration des Kongresses mit zukunftsweisenden Themen hat den Auftritt bereichert. Ich denke, alle Teilnehmer und Gäste werden das bestätigen. Allen anderen sei gesagt: Lasst Euch diese Gelegenheit nicht entgehen und macht mit – Möglichkeiten gibt es viele.“ Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung der WISAG Facility Service Holdig GmbH „Ob Karriere oder Auftragsgenerierung, auf der Servparc gibt es für jeden den richtigen Hotspot. Die Interaktion dabei macht das Ganze sehr spannend und es macht einfach Spaß, hier zu sein.“ Harun Bajrami, Vonovia SE „Ich finde den Aufbau hier sehr gut gelungen, die Veranstaltung ist gut organisiert und man kann sich viele interessante Vorträge anhören. Ich komme auf jeden Fall nächstes Jahr wieder!“ Artjom Gossen, Westfälische Hochschule

DIE ZUKU NFT HAT EINE ADRESSE servpa„Für mich war spannend zu serc.d e

hen, wie das Publikum sich sehr

GmbH und GEFMA Vorstand -------------------------------------„Die Servparc ist für uns einer der wichtigsten Branchentreffs im Jahr. Wir freuen uns über die Entwicklung der Servparc – weg von einer klassischen Messe hin zu einer lebendigen Kommunikationsund Interaktionsplattform für mehr Wissensaustausch und Networking. Die Servparc bietet uns eine gute Plattform, um sich über die Zukunftsthemen der FM-Branche auszutauschen und die breite Kompetenz und Technikexpertise von SPIE zu präsentieren.“ Ludger Essing, Vertriebsleiter Efficient Facilities, SPIE Deutschland & Zentraleuropa:

Konzept einen idealen Rahmen für Austausch und Networking. Auch die Integration des Kongresses mit zukunftsweisenden Themen hat den Auftritt bereichert. Ich denke, alle Teilnehmer und Gäste werden das bestätigen. Allen anderen sei gesagt: Lasst Euch diese Gelegenheit nicht entgehen und macht mit – Möglichkeiten gibt es viele.“ Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung der WISAG Facility Service Holdig GmbH „Ob Karriere oder Auftragsgenerierung, auf der Servparc gibt es für jeden den richtigen Hotspot. Die Interaktion dabei macht das Ganze sehr spannend und es macht einfach Spaß, hier zu sein.“ Harun Bajrami, Vonovia SE „Ich finde den Aufbau hier sehr gut gelungen, die Veranstaltung ist gut organisiert und man kann sich viele interessante Vorträge anhören. Ich komme auf jeden Fall nächstes Jahr wieder!“ Artjom Gossen, Westfälische Hochschule „Für mich war spannend zu sehen, wie das Publikum sich sehr intensiv und interaktiv mit neuen Themen auseinandersetzt. Auf der Messe sind die verschiedenen spezialisierten Themenbereiche sehr stark ausgeprägt und für jedes Thema ist ein großes Knowhow vorhanden.“ Charles Bahr, Referent „Die Mischung aus Kongress, Messe, Networking, Impuls – ich finde das eine tolle Innovation.“ Christian Lindner, Bundesvorsitzender FDP Statements Servparc „Wir sind von der ersten Servparc grundsätzlich sehr angetan: ein lebendiges, interaktives, zeitgemäßes Event-Format. Insbesondere die Verbindung von Kongress und Messe über die vier Stages ist sehr gut gelungen. […] Wir werden auf jeden Fall gerne wieder dabei sein.“ Astrid Grüter, Chief Communication Officer, ENGIE

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„Angefangen vom sehr jungen und direkten servparc-Marketing im Vorfeld, waren in den zwei Tagen TOP-Besucher in der Halle zu finden, die hier auch hingehören. Die Gespräche kamen gleich auf den Punkt und hatten eine sehr gute fachliche Tiefe.“ Bernhard Pieper, Leiter Marketing der DEOS AG. „Erfolg braucht Mut zur Veränderung. Diesen Mut hat die Messe bewiesen. Offen, modern und überraschend, bietet das neue

“Wir haben uns auf der Servparc 2019 als Aussteller wohlgefühlt und interessante Kontakte geknüpft, vor allem zu Bewerbern. Besonders positiv bewerten wir die Idee „alles unter einem Dach“, die spannenden Themen der Key Note und vieler Vorträge und den zeitgemäßen Look.“ Dr. Wolfgang Häfele, Sprecher des Vorstandes der Dussmann Group „Ich bin sehr positiv überrascht über die erste Servparc. Der Wechsel von einer Messe zu einem Networking-Event ist wirklich gut gelungen. Ein guter Mix aus Content in den Vorträgen, einer großen Bandbreite von Anbietern und Networking. Fühlte sich für mich nach einem gelungenen Neustart mit einer hoffentlich langen Zu-


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Mobillösung optimiert den Serviceaußendienst Süddeutscher Aufzugsbauer setzt auf 2Bmobil Service der GML Das Traditionsunternehmen Brobeil Aufzüge mit Sitz in Dürmentingen in Baden-Württemberg konstruiert, montiert und wartet Aufzüge aller Art und zählt damit zu den führenden Firmen im Aufzugsbau in Süddeutschland. Service ist in diesem Zusammenhang natürlich ein besonders wichtiges Thema und so kümmern sich die Spezialisten bereits seit rund 50 Jahren um die Aufzüge - allerdings bis vor Kurzem auch noch mit einem Workflow, der fast schon anachronistisch wirkte, nämlich mit klassischem Durchschlagpapier. Doch das hat sich aus gutem Grund geändert. Die bisherige Arbeitsweise des Aufzugsspezialisten Brobeil beim Service war insgesamt schwierig und entpuppte sich immer mehr zum Problem. Aussagen über die Effizienz der Servicetechniker in Echtzeit waren damit praktisch nicht möglich. Außerdem kam es immer wieder zu verzögerten oder ausbleibenden Rücksendungen der Serviceberichte. Krankheitsfalle führten ferner dazu, dass Aufträge gar nicht oder

Die Field Service App 2Bmobil Service der GML, konzipiert für den technischen Außendienst, integriert die Auftragsdisposition, ermöglicht die Bearbeitung eines Auftrages und vereinfacht die Dokumentation der durchgeführten Tätigkeiten. Bilder: GML

aber doppelt bearbeitet wurden. Deshalb entschlossen sich die Verantwortlichen, nach Lösungen zu suchen, um die Serviceprozesse schneller und vor allem auch sicherer zu gestalten. Schnell war klar, dass es eine mobile Servicetechnikerlösung sein sollte. Nach umfangreichen Marktrecherchen und Tests entschied man sich schließlich für die Lösung 2Bmobil Service der GML Gesellschaft für mobile Lösungen aus Warendorf. Seit rund drei Jahren wird diese Lösung nun von dem 40 Mann starken Serviceteam von Brobeil eingesetzt, um termingerechte Wartungen, Serviceverträge, Reparaturen, Kontrollen und Sicherheitsüberprüfungen durchzuführen. „Insbesondere aufgrund der einfachen Handhabung, aber auch wegen der überschaubaren Kosten fiel die Entscheidung zugunsten der GML aus“, erinnert sich Matthias Jäggle, Abteilungsleiter Service der Brobeil Aufzüge. Die für die tägliche Arbeit der Servicetechniker erforderlichen Daten bezieht 2Bmobil Service über Schnittstellen aus dem ERPSystem. „Die Verantwortung für die Datenübernahme liegt bei der GML, was zu einer erheblichen Entlastung unserer IT-Abteilung führt“, stellt Harald Traub, Leitung

IT & Management Fuhrpark bei Brobeil Aufzüge, als einen wesentlichen Vorteil heraus. Die Auftragsanlage für die Servicetechniker erfolgt in einem eigens konzipierten Backend-System. Eingestellte Aufträge werden per Schnittstelle an das 2BmobilPortal übergeben und stehen hier zur Disposition bereit. Dank der Echtzeiterfassung hat der Innendienst dabei stets einen Überblick über die Verfügbarkeit der Servicetechniker sowie die offenen und überfälligen Aufträge.

Umgekehrt hat aber auch der Techniker die Möglichkeit, sich selbst zu disponieren, wobei ihm eine Karte mit Umkreissuche zur Verfügung steht. Dies hält die Termintreue aufrecht und entlastet den Innendienst. Fehlender Funkempfang ist in den Einsatzgebieten des Serviceteams keine Seltenheit, doch die mobile Lösung ist auch offline bedienbar. Wurde ein Auftrag einmal übermittelt, stehen nämlich alle Daten lokal auf dem mobilen Gerät zur Verfügung und die Auftragsbearbeitung kann ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Sobald der Servicetechniker sich wieder in einem Gebiet mit Funkversorgung befindet, werden die erfassten Daten automatisch an den Innendienst übermittelt. Systemseitig wird am Ende einer Woche ein Wochenbericht über sämtliche Aufträge eines Servicetechnikers erstellt. Musste dieser

Industrieelektronik: BVS Industrie-Elektronik bietet im Onlineshop über 250.000 Artikel Auf der In.Stand, der neuen Fachmesse für Instandhaltung und Services in Stuttgart, präsentiert sich BVS Industrie-Elektronik als ganzheitlicher Serviceanbieter für CNC-, SPS- und Robotik-Automatisierungstechnik. Das Unternehmen thematisiert hierfür das Produkt- und Dienstleistungsportfolio rund um die Produkte der Hersteller Siemens, Fanuc, Bosch Rexroth/Indramat, SEW, Heller, Lenze, Heidenhain, Kuka, ABB sowie der Eigenmarke Unipo. Die Exponate, die BVS auf dem eigenen Messestand auf der In.Stand präsentieren wird - sie reichen von längst abgekündigten Herstellerserien bis hin zu den neuesten elektronischen Baugruppen -, zeigen die Bandbreite auf, zu denen das Unternehmen Reparatur-, Verkaufs- und Servicedienstleistungen anbietet.

Energieeffizienz

Co2-Reduktion

Zudem ist auf der Messe zu sehen, welche Komponenten bei der Produktüberholung von Baugruppen in der hauseigenen Werkstatt zum Einsatz kommen. Ein paar Beispiele zeigen exemplarisch auf, was möglich ist: Durch die Partnerschaft mit Bosch Rexroth bietet BVS beispielsweise schon heute eine langfristige Ab-

Öl-Microfiltration Langzeitöle

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früher noch aufwendig per Hand verfasst werden, geschieht dies heute automatisiert. Die Servicetechniker waren zunächst skeptisch, jedoch konnte 2Bmobil Service dann doch überzeugen. Bereits nach zwei Tagen wollten selbst die größten Kritiker nur noch mobil arbeiten, wie der Lösungsanbieter betont. „Die mobile Lösung bedeutet eine enorme Arbeitserleichterung für den Servicetechniker. Lästige Abstimmungs- und Schreibarbeiten entfallen, sodass sich unsere Mitarbeiter nun voll auf ihre Aufträge konzentrieren können“, so Jäggle. Auf der Messe In.Stand in Stuttgart informieren die Spezialisten der GML, welche Möglichkeiten die Digitalisierung im Service mithilfe von mobilen Endgeräten und Anwendungen bietet. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2B15 www.gml.de

Service auch für abgekündigte Modelle

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O Oktober 2019

Tel.: + 49 7751/8383 – 0

info@kleenoil.com

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sicherung für die Baureihen Ecodrive03 sowie Diax04 an. Mit der Produktüberholung Reman+ sowie mit dem Long Life Service gibt es im Rahmen des Obsoleszenzmanagements die Möglichkeit, die Servicefähigkeit der Produkte sowie die daraus resultierende Anlagenverfügbarkeit auch in Zukunft sicherzustellen. Im Rahmen des neuen Partnerstatus als SEW-Eurodrive Service Partner erhalten Kunden der BVS auch erweiterte Serviceangebote für eine große Auswahl an Frequenzumrichtern und Motoren aus dem Produktportfolio dieses Herstellers. Zudem, so der Serviceanbieter, profitieren seine Kunden unter anderem von verbesserten Durchlaufzeiten bei Eilreparaturen sowie einem exklusiven Zugriff auf das SEW-Eurodrive-Lager, wodurch diese Neu-, Ersatz- und Austauschteile des kompletten Portfolios direkt bei ihm erwerben können. BVS informiert auf der In.Stand auch über seinen aktualisierten Onlineshop. Durch die verbesserte Menüführung sowie die Optimierung für Mobilgeräte sei es nun noch leichter, das benötigte Produkt oder die gewünschten Informationen zu den angebotenen Dienstleistungen zu finden. Mit der Registrierung im Onlineshop profitiere man zudem von einer Vielzahl an Vorteilen, wie der Einsicht von Artikelverfügbarkeiten oder einer direkten Bestellfunktion für über 250.000 Artikel. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2A31 www.bvs-cnc.de www.shop.bvs-cnc.de


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So sieht Smart Mobile Collaboration aus Mit Reportheld Prozesse digitalisieren - maßgeschneidert, offlinefähig und intuitiv Die Digitalisierung ist in aller Munde und doch noch nicht in allen Firmen umgesetzt. Gerade im Bereich der Instandhaltung, in dem viele unterschiedliche Datenformate zusammentreffen, ist die Durchführung schwierig und höchst individuell. Dass, und wie es geht, zeigt Groupxs Solutions mit der Software „Reportheld“, einer Lösung zur Digitalisierung von Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben, die bereits unter anderem bei Siemens, Uniper und Einhell, aber auch bei Stadtwerken und mittelständischen Unternehmen zum Einsatz kommt. „Mit Reportheld werden Prozesse, Checklisten, Formulare und Sicherheitshinweise im Smartphone oder Tablet integriert“, erklärt Sebastian Schmidt, der Geschäftsführer von Groupxs Solutions, und verdeutlicht die Vorteile: „Anstatt Ergebnisse auf Papier festzuhalten, anschließend Fotos mit einer Digitalkamera zu machen und diese Daten danach im Büro manuell zusammenzuführen, nutzt man Reportheld und wird Schritt für Schritt durch die Prozesse geleitet.“ Auf diese Weise können während der Prüfung z.B. Fotos, Zeichnungen oder Videos zu jedem Kon-

trollpunkt hinzugefügt werden. Dadurch steigen laut Lösungsanbieter die Geschwindigkeit, der Komfort, die Effizienz und die Sicherheit der Instandhaltungsprozesse. „Darüber hinaus wird unsere Smart Mobile Collaboration Software speziell für jedes Unternehmen angepasst. Daher sind alle Prozesse, Warnhinweise und Inspektionshistorien exakt so in Reportheld hinterlegt, wie man diese benötigt - und das sogar offline“, betont Schmidt. Reportheld optimiere aber nicht nur einzelne Prozesse, sondern verbessere außerdem die Zu-

sammenarbeit der Teams. „Während der Durchführung eines Auftrages können Kollegen oder auch externe Experten bei Bedarf in Echtzeit per Webbrowser oder Smartphone auf die Informationen zugreifen“, verdeutlicht Schmidt. Er ergänzt: „Durch unser feingranulares Rechtekonzept ist dabei sichergestellt, dass Externe nur die Informationen erhalten, die für sie vorgesehen sind.“ Außerdem ermöglicht Reportheld die Zusammenarbeit mehrerer Mitarbeiter auf unterschiedlichen Geräten an Berichten, Gutachten und Protokollen.

Digitaler Assistent für die Instandhaltung Eine effiziente Instandhaltung ist ein Muss für die produzierende Industrie Connectavo ist ein digitaler Assistent, der dabei hilft, die Instandhaltung im Griff zu behalten. Dazu organisiert und strukturiert er auf einer übersichtlichen Oberfläche alle Aufgaben: Geplante und ungeplante Arbeitsaufträge, Assets, Dokumente, Ersatzteile und Auswertungen sind so stets zur Hand. Mithilfe der mobilen App und einem zentralem Hosting kann der Instandhalter beispielsweise auf Informationen zugreifen, Ersatzteile verwalten und Arbeiten direkt erledigen. Wer die Software der Connectavo GmbH kennenlernen, ausprobieren und sich selber einen Eindruck vom Leistungsvermögen und den Funktionalitäten machen möchte, kann dies am Gemeinschaftsstand des FVI auf der Messe In.Stand tun. Die Spezialisten klären auch über die unverbindliche Testphase für die Software auf. Herzstück ist die selbstlernende Wissensdatenbank „Guide“. Sie liefert z.B. Hinweise auf relevante Dokumente, Arbeitsprotokolle und andere Datenbanken - und zwar innerhalb eines Auftrags. Mithilfe dieser Automatisierung werden laut Lösungsanbieter tägliche Prozesse nicht nur schneller, sondern auch weniger fehleranfällig: So können etwa bei Störungen oder aus Zustandsdaten automatisch Aufträge erstellt werden. Zusammen mit integrierten Trendanalysen und proprietärer Anomalieerkennung erschließt dies die Vorteile einer prädiktiven Wartung. All das hilft, Stillstandzeiten zu verkürzen, eine gute Dokumentation sicherzustellen und die Produktion digital unterstützt zu optimieren.

Übrigens: Das gesamte Paket aus Softwarelizenzen, allen Updates, sicherem Hosting in Deutschland und Support wird als Software as a Service (SaaS) angeboten, also als Mietlösung zu einem planbaren Preis pro Monat und Nutzer.

Außerdem lässt sich ein SaaS-System schnell an veränderte Strukturen anpassen, z.B. indem neue Anwender hinzugebucht werden. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C11.3 www.connectavo.com

Reportheld ist eine mit einer Webanwendung synchronisierte Applikation für mobile Endgeräte. Die herstellerunabhängige Business-App ermöglicht es, kundenindividuelle Prüfprozesse, Formulare und Checklisten im Smartphone oder Tablet abzubilden. Die Synchronisation erfolgt nahtlos mit Datenbanken in Rechenzentren oder Clouds, ERPs oder PCs im Backoffice. Genutzt wird sie unter anderem von Siemens im Bereich Assessments for Energy. Bild: Groupxs Solutions

Auch das gleichzeitige Bearbeiten des gleichen Dokuments stelle laut Lösungsanbieter kein Hindernis dar. So kann ein Techniker beispielsweise die Elektroinstallation überprüfen, während sich ein anderer auf die Maschinenbauteile konzentriert. Alle Geräte synchronisieren hierfür ihre Daten in Echtzeit, sodass der Abschlussbericht alle Befunde beinhaltet. „Die Zentrale behält also immer den Überblick über alle mobilen Prozesse. Außerdem können Wartungsreports sofort inklusive der Rechnung durch das Backoffice an den Kunden weitergeleitet werden“, so Schmidt weiter. Von diesen Vorteilen überzeugt ist unter anderem auch Siemens im Bereich Assessments for Energy. Das Unternehmen liefert auf dieser Softwaregrundlage Netzbe-

treibern schnelle Wartungsempfehlungen für die Anlagen; ein entscheidender Vorteil beim optimalen Einsatz des Instandhaltungsbudgets. Seit Oktober 2018 sind die Mitarbeiter hierfür mit der neuen App auf den Smartphones oder Tablets unterwegs, um weltweit Energieanlagen zu überprüfen. Siemens Assessments for Energy (SAFE) führt hierbei Schritt für Schritt mit vordefinierten Kriterien durch den Prüfvorgang und schließt mit dem sogenannten SAFE-Bericht ab: Der Kunde erhält dann direkt vor Ort eine Vorschau des Berichtes. Die ausführliche Analyse wird im Anschluss per Mail direkt aus der App versandt. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2A34 www.groupxs.com

Moderne Softwarelösungen, wie Connectavo, das als SaaS-System angeboten wird, heben die Instandhaltung auf ein neues Niveau. Bild: Connectavo 1

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MAN setzt auf Transportleitsystem Steuerung des innerbetrieblichen Werkverkehrs verläuft nun produktionssynchron MAN Truck und Bus setzt am Produktionsstandort München das Transportleitsystem Syncrotess von Inform zur Steuerung des innerbetrieblichen Werkverkehrs ein. In einer eigenen Werkhalle produziert MAN hier jährlich über 40.000 Fahrerhäuser für Lkws der schweren Baureihen TGS und TGX. Mit der neuen Lösung läuft der werksinterne Materialfluss nun produktionssynchron. „Wir hatten vor etwa zehn Jahren begonnen, unsere Werkshalle zur Produktion von Fahrerhäusern auf eine automatisierte Produktion umzustellen, bei der viele Fertigungsschritte mit Unterstützung von Robotern erledigt werden“, erzählt Herr Patrick Thalmeyer, Projektleiter bei MAN. Bis dahin hatte man neben einer rein manuellen Produktion auch die Materialversorgung ohne systemische Unterstützung organisiert. „Im Zuge der Umstellung und dem damit einhergehenden höheren Produktionsvolumen wurde für uns auch die Einführung eines intelligenten Transportleitsystems unabdingbar. Für die entsprechende Software von Inform sprach vor allem die hohe Flexibilität, mit der die Software auf die besonderen logistischen Herausforderungen unserer Produktionshalle anzupassen war“, so Thalmeyer weiter. Zudem habe man bereits am MAN-Standort Salzgitter gute Erfahrung mit der Logistiksoftware Syncrotess gemacht.

Optimierte Zuteilung von Aufträgen Das neue System sorgt nicht nur für eine optimierte Zuteilung von Transportaufträgen an die insgesamt acht Stapler, welche in der Halle pro Tag Hunderte

Materialtransporte durchführen, sondern man ist bei MAN damit nun auch in der Lage, die besonderen logistischen Herausforderungen der Produktionshalle zu meistern. Zum einen ist nämlich in der zwar an sich großen Halle dennoch nur wenig Platz für die Stapler, sodass es eines abgestimmten Einsatzes der Fahrzeuge in den schmalen Gassen und einer Wegeoptimierung bedarf. Zum anderen sind die meisten der Materialanforderungen aus der vollautomatisierten Produktion kurzfristig und zeitkritisch. Hierfür sind in der Produktionshalle alle Ver- und Entsorgungspunkte an das System angeschlossen. Sobald dort das verbaute Material zu Ende geht, generiert ein Roboter vollautomatisch eine entsprechende Meldung. „Die besondere Herausforderung hierbei ist, dass unsere Roboter diese Meldung erst drei Minuten vor dem Leerstand absetzen. Um längere Stillstandzeiten zu vermeiden, muss also das neue Material innerhalb weniger Minuten am entsprechenden Verbauort eintreffen“, erklärt Thalmeyer. Technisch löst die Meldung automatisch einen Transportauftrag aus, den die Software in Echtzeit innerhalb weniger Sekunden disponiert. Dabei vergibt das System den Auftrag an den jeweils geeig-

netsten Staplerfahrer. Hierzu betrachtet Syncrotess stets die gesamte logistische Situation in der Produktionshalle und berücksichtigt Kriterien wie Auftragsprioritäten, Entfernungen, Liefertermine sowie die Verfügbarkeit von Transporthilfsmitteln und die Auslastung der Stapler. „Hinzu kommt, dass es an einigen Stellen in der Halle so eng ist, dass in bestimmten Gassen jeweils nur ein Stapler fahren darf. Auch diese besondere Anforderung berücksichtigt die Software bei der Vergabe der Transportaufträge“, so Thalmeyer. Die Staplerfahrer erhalten ihre Aufträge per Datenfunk auf einen Touchscreen-Monitor.

Eickhoff Bergbautechnik: Qualitätsnachweis mithilfe von Schwingungsmesstechnik Die Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH, Spezialist für Bergbau- und Antriebstechnik aus Bochum, ist in zwei zentralen Bereichen aktiv. Das Traditionsunternehmen, das 1864 als Gießerei gegründet wurde, stellt heute im Bereich Bergbautechnik Hochleistungsgewinnungsmaschinen für den untertägigen Bergbau her. Im Bereich Antriebstechnik produziert Eickhoff Getriebe für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke, wie z.B. für Windkraftanlagen.

dass daraufhin die Bestellung eines Gerätes getätigt wurde, sowie die Schulung der Eickhoff Mitarbeiter durch die ISO CAT zertifizierten Schwingungsspezialisten der Acoem am Unternehmensstandort der Eickhoff Gruppe in Bochum erfolgte. Bei weiteren Messungen unter Tage am Continuous Miner2 in China bestätigten sich die Qualität der Messergebnisse und der große Nutzen des Messgerätes für die Qualitätsprüfung bei Eickhoff.

Aufträge kommen per Datenfunk Hierüber bestätigen sie sowohl den Beginn als auch die Beendigung eines Auftrags. „Dank der Software wissen wir jederzeit, wo sich welcher Stapler mit welchem Material gerade befindet. Auf diese Weise können wir nicht nur die gesamte Transportlogistik effizient und rentabel organisieren. Darüber hinaus gelingt es uns, eine pünktliche und sichere Materialversorgung der Produktion zu gewährleisten“, so Thalmeyer. www.inform-software.com

Mithilfe des Inform-Systems kann MAN sämtliche internen Materialtransporte termintreu sowie transparent steuern und so eine durchgehende Versorgung der Produktion gewährleisten. Bild: MAN Truck und Bus

Heute wird jede Baueinheit und Maschine, die das Werksgelände bei Eickhoff verlässt, mit einem „Fingerprint“ des Anlagenzustands ausgeliefert. Bild: Acoem

Nun hebt das Unternehmen die Anforderung und den Nachweis für die Qualität ihrer Getriebe und Maschinen auf ein neues Level: Gemeinsam mit der Acoem GmbH aus Hallbergmoos bei München wurde nämlich ein neuer Prozess installiert, der auf Abnahmemessungen von Getriebe- und Lagergeräuschen der Bergbautechnik beruht. Um den Kunden die Qualität der Maschinen bei Auslieferung zu dokumentieren, werden an definierten Messpunkten Schwingungssignale der Getriebe beziehungsweise der Baueinheiten erfasst und in einer Datenbank (Lebenslaufakte) gespeichert. Bei diesem Qualitätsprozess befestigt der Prüfstandsmitarbeiter mehrere kabellose Triax-Schwingungssensoren an der zu prüfenden Maschine und kann aus sicherem Abstand den Prüflauf überwachen sowie Messdaten aufnehmen. Eine Herausforderung war bislang, dass die Messtechnik ATEX1 zertifiziert sein musste, damit im laufenden Betrieb unter Tage der „Gesundheitszustand“ der Maschine in regelmäßigen Abständen vom Eickhoff Servicepersonal überprüft werden kann. Nach intensiver Recherche entschied man sich für den 4-Kanal wireless Schwingungsanalysator Falcon Oneprod der Firma Acoem und machte praxisnahe Tests. Die Ergebnisse der ersten Tests waren ausschlaggebend,

Es folgten zusätzlich Vergleichsmessungen an Elektromotoren in der Zentralwerkstatt in Tianjin (China) und einem Prüfstand in Deutschland. Der Nutzen stellte sich zeitnah ein, da Qualitätsanforderungen dank der Schwingungsauswertung noch besser erfüllt werden konnten. Aufgrund des positiven Ergebnisses wurden zwei weitere Falcon Oneprod Geräte mit mehreren kabellosen Triax-Schwingungsaufnehmern angeschafft, die vom Prüfstandspersonal und den Servicetechnikern zurzeit intensiv genutzt werden. Heute wird jede Baueinheit und Maschine, die das Werksgelände bei Eickhoff verlässt, mit einem „Fingerprint“ bezüglich des Anlagenzustands ausgeliefert. Die Mitarbeiter im Prüffeld und im Service haben dank der netzwerkfähigen Analysesoftware NEST i4.0 jederzeit Zugriff auf die Schwingungsergebnisse dieser Maschinen. Die Kunden von Eickhoff erhalten somit den Qualitätsnachweis, dass eine einwandfrei funktionierende Maschine ausgeliefert wurde, und die Servicetechniker vor Ort, die auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen, können ihre Servicemessungen der „Lebensakte“ der Maschine jederzeit hinzufügen, um so den Gesundheitsverlauf der Eickhoff Maschinen zu dokumentieren. www.eickhoff-bochum.de/de www.acoemgroup.com


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Keine Staplerprüfung mehr verpassen Wartungsplaner-Software erinnert (nicht nur) an anstehende Termine Service- und Instandhaltungsmaßnahmen für primäre Produktionsmaschinen werden zumeist regelmäßig und korrekt durchgeführt; schließlich gilt es, einen ungeplanten Stillstand zu verhindern. Aber mal Hand aufs Herz: Wie sieht es mit den Flurförderzeugen, den Gabelstaplern und den Hebebühnen aus? Hier geht es in vielen Fällen nicht ganz so genau. Fallen diese aber wegen fehlender Wartung aus, hat das ebenfalls einen großen Einfluss und führt schlimmstenfalls zum Produktions- oder Auslieferstopp. Außerdem muss sichergestellt werden, dass von diesen Gerätschaften keine Gefahr ausgeht. Deshalb gilt es, in gesetzlich festgelegten Abständen ihre Sicherheit zu überprüfen. Doch die Termine gehen oft im Betriebsalltag unter, werden erst spät oder gar nicht wahrgenommen. Eine Wartungsmanagementsoftware sorgt dafür, dass das nicht passiert. Eine vorbeugende Instandhaltung bringt bei Flurförderzeugen große Vorteile mit sich - egal, ob es sich um einen kleinen Familienbetrieb mit nur einem Stapler oder ein Großunternehmen mit einem ganzen Fuhrpark solcher Geräte handelt. Fast keine Firma kann es sich nämlich leisten, auf die Unterstützung von Flurförderzeugen für die Produktion und einen reibungslosen Ablauf zu verzichten. Schon ab dem ersten Tag der Anschaffung von Stapler und Co. sollte deshalb ein Plan zur Prüfung und Wartung festgelegt und ein entsprechender Servicepartner gesucht werden. Die erste Wartung wird zwar zumeist vom Hersteller durchgeführt, danach ist aber der Besitzer für die Betriebsfähigkeit und eventuelle Mängel verantwortlich. Manche Unternehmen empfinden die Wartung als lästige Pflicht, die den Betriebsfluss und die Produktion stört und lassen die Überprüfungen nur durchführen, wenn eine Reparatur unumgänglich ist. Doch das rechnet sich in vielen Fällen nicht - im Gegenteil: Oft sind die Kosten sogar viel höher. Zum einen, weil der Ausfall des

Staplers nicht geplant ist und so unter Umständen die gesamte Produktion abrupt gestoppt werden muss - mit all den damit zusammenhängenden Folgekosten. Zum anderen kann eine nachlässige Wartung auch nicht verhindern, dass eventuell stark beanspruchte Teile kaputtgehen, was Folgeschäden am Flurförderzeug verursachen kann. Deshalb ist es besser, risikoärmer und zumeist auch kostengünstiger, die Wartungen mit einem passenden Servicepartner rechtzeitig durchzuführen. So wird die Lebensdauer der Gabelstapler verlängert. Gleichzeitig lässt sich die Produktion besser planen. Zum Beispiel kann man einen festen Tag für Instandhaltungen für alle Betriebsmittel im Unternehmen eintakten und ist so wieder auf dem neuesten Stand. Auch die Mitarbeiter, die täglich mit Gabelstapler, Hebebühne oder Flurförderzeugen arbeiten, sind wichtige Quellen, um über den Zustand dieser Betriebsmittel auf dem Laufenden zu sein. Sie sollten unbedingt immer befragt und angehört werden. Ihnen fällt nämlich am ehesten auf, wenn etwas mit

Die drei Säulen des Prüffristenmanagements - Überblick, Planung und Dokumentation - werden von der Wartungssoftware übernommen. Das Unternehmen gewinnt auf diese Weise nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch freie Kapazitäten von Mitarbeitern. Bilder: Hoppe

dem Fahrzeug nicht stimmt. Und sie sollten eine tägliche Prüfung durchführen. Auch wenn sie nicht zu Reparaturen bemächtigt sind, ist dieser tägliche Check nämlich ein großer Beitrag, um den Betrieb störungsfrei zu halten. Ein aufmerksamer Mitarbeiter kann zum Beispiel an Geräuschen des Staplers einen Verschleiß erkennen und einen größeren Schaden verhindern. Wie oft ein Betriebsmittel gewartet werden muss, hängt allerdings von seinem Alter, dem Gebrauch und der Art des Betriebsmittels ab - aber nicht nur. Der Eigentümer muss nämlich zudem gesetzliche Prüfungen durchführen, die für das Betreiben von Gabelstaplern obligatorisch sind.

Vorgeschriebene Prüfungen Wohl kein Unternehmer würde es sich verzeihen, wenn durch seine Nachlässigkeit einem seiner Mitarbeiter etwas passiert. Zudem kann ein Versäumnis empfindliche Strafen nach sich ziehen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen können nur von entsprechend qualifizierten und zugelassenen Betrieben durchgeführt werden. Es empfiehlt sich also vor dem Abschluss eines Vertrages zu prüfen, ob der Servicepartner über diese Qualifikationen verfügt. Allein sechs Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) schreiben in unterschiedlichen Abständen Prüfungen der Gabelstapler vor. Mindestens einmal jährlich steht die Prüfung auf sichere Bereitstellung und Benutzung von Staplern und Flurförderzeugen an sowie die Prüfung der Gasanlage bei Treibgas-Staplern. Die DGUV fordert die Prüfung auf sichere Be-

Tipp: Auch wenn die Wartung und Prüfung der Stapler softwareunterstützt noch einfacher ist, darf das Anbringen der Prüfplakette nicht vergessen werden. So sehen alle Nutzer auf einen Blick, wann die letzte Wartung erfolgt ist und wann die nächste ansteht.

reitstellung und Benutzung der hydraulischen Schlauchleitungen alle sechs Monate oder mindestens einmal im Jahr. Integrierte Ladegeräte müssen alle vier Jahre überprüft werden, der Druck der Flüssiggastanks alle zehn Jahre sowie der CO-Gehalt im Abgas von Flüssiggas-Staplern alle sechs Monate. Die Abgasmessung für Dieselstapler steht laut Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) einmal im Jahr oder alle 1.500 Betriebsstunden auf dem Programm. Stapler mit amtlichem Kennzeichen müssen gemäß StraßenverkehrsZulassungs-Ordnung alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Und zu guter Letzt ordnet eine Richtlinie des Europäischen Parlaments noch eine Ganzkörpervibrationsmessung für Stapler mit Mitfahrmöglichkeit an. Neben den normalen Wartungen zur Instandhaltung stehen also zehn gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen für den Stapler an, die auch noch gesetzeskonform dokumentiert werden müssen. Nur so ist das Unternehmen für alle Eventualitäten abgesichert und kann den Mitarbeitern den nötigen Arbeitsschutz garantieren. Dass man da mal den Überblick verlieren kann, ist kein Wunder. Vor allem hat nicht jedes Unternehmen eine eigene Abteilung für Wartungs- und Reparaturarbeiten. Diese wichtige Aufgabe wird dann dem Produktionschef, dem Qualitätsmanager oder einem anderen Mitarbeiter übertragen. Die wiederum sind oftmals von der Flut an Papierkram für die Dokumentation überfordert. Auch per Hand geführte Listen oder

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Excel-Tabellen, in denen die Wartungs- und Prüfintervalle eingetragen werden, sind keine Garantie, dass alles korrekt und rechtzeitig abgewickelt wird. Zudem enthält dieses Vorgehen in der Regel keine Erinnerungsfunktion. Die Alternative ist eine professionelle Softwarelösungen. Sie vereinfacht die sicherheitstechnische Wartung von Staplern deutlich. So hat der Unternehmer alle Prüftermine im Blick, kann Protokolle erstellen und wird zudem rechtzeitig an anstehende Prüfungen und Wartungen erinnert.

Wartung mit intelligenter Software Eine entsprechende Lösung ist zum Beispiel der „Wartungsplaner“ der Hoppe Unternehmensberatung. Das Programm entspricht den Empfehlungen der Berufsgenossenschaften für das Prüffristenmanagement. Damit können alle Betriebsmittel und ihre dazugehörenden Wartungsfristen kontrolliert werden, wobei die Erfassung und die Dateneingabe für alle Betriebsmittel leicht durchzuführen ist. Ein integrierter Kalender zeigt übersichtlich an, wann welche Prüfungen und Wartungen durchgeführt werden müssen. Die Erinnerungsfunktion stellt dabei sicher, dass auch wirklich kein Termin verpasst wird. Im Anschluss daran werden die Ergebnisse von Wartung und Instandhaltung papierlos im System dokumentiert. Das Risiko, dass Dokumente verschwinden oder dass diese falsch abgeheftet werden, gibt es damit nicht mehr. Der Wartungsplaner ist also auch ein wichtiger Beitrag zum digitalen Dokumentenmanagement. Stehen Inspektionen an, etwa von Berufsgenossenschaften oder der Gewerbeaufsicht, ist die Software nach Angaben der Entwickler ebenfalls sehr nützlich, da sich damit Prüfprotokolle im PDF- oder im Word-Format mit anschaulichen Grafiken generieren lassen. Tipp: Die Software Wartungsplaner kann inklusive des Gefahrstoffkatasters kostenlos online heruntergeladen und 21 Tage bei vollem Leistungsumfang getestet werden. www.wartungsplaner.de www.hoppe-net.de


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Ein „Fitness-Tracker” für die Produktion Maschinendatenerfassung geht auch ganz ohne IT Peak2pi ist ein Gerät zur Maschinendatenerfassung (MDE) und zur Bildung und Darstellung der Gesamtanlageneffektivität (OEE). Es wurde speziell für kleine und mittelständische Fertigungsunternehmen entwickelt, wobei sich das Gerät durch zwei Besonderheiten auszeichnet. Es benötigt keine spezifische IT-Infrastruktur und keine besonderen IT-Kenntnisse. Manfred Ausserbichler von Icosense und Andreas Dankl von Dankl+Partner Consulting erklären die Details. Herr Ausserbichler, Sie haben als Softwareunternehmen Peak2pi entwickelt. Wie kam es dazu? Ich komme beruflich aus einer internen IT-Abteilung eines Serienfertigers. Dort standen wir immer in der Pflicht der Produktion, neue digitale Systeme zu schaffen, einzuführen und zu pflegen. Die Produkte waren an die Produktion adressiert, mussten jedoch von der IT eingeführt werden. Ich denke, alle in der Industrie kennen diese Thematik - und damit verbundene Problemstellungen. Als neu gegründetes ITUnternehmen war es unser Anliegen, ein Produkt für die Fertigungsindustrie zu schaffen, welches ohne Projekt, ohne ITKenntnisse und ohne hohe Investitionskosten auskommt. Zugegeben, das klingt nachträglich einfacher, als es in der Entwicklung war, aber der Erfolg gibt uns recht. Peak2pi kann von der Technikabteilung innerhalb eines Tages selbstständig integriert und verwendet werden. Start der Entwicklung zu Peak2pi war 2015. Damals in enger Abstimmung mit einem berühmten österreichischen Serienfertiger für Skier, Blizzard. Hier hat unser Produkt sofort Anklang gefunden und wurde auch Step-by-Step auf mehrere Anlagen ausgerollt. Herr Dankl, was ist die Funktion von Dankl+Partner bei Peak2pi? Viele unserer Kunden betreiben Anlagen, deren tatsächliche Produktivität bzw. Effektivität oftmals nicht bekannt ist; das heißt, über die Anlagennutzung liegen keine oder nur unvollständige Informationen zu Verlustfaktoren wie technischen Anlagenstillstände, Leerläufen und Kurzstopps, Qualitätsfehlern oder Dauer von Einrichtungs- und Rüstvorgängen vor. Außerdem sind ältere Anlagen in vielen Fällen mit keiner oder unzureichender Sensorik ausgestattet. Dementsprechend sind eine transparente Darstellung der Gesamtanlageneffektivität beziehungsweise der Verlustfaktoren und eine systematische Steigerung der Anlagenproduktivität nicht möglich. Peak2pi kann hier unkompliziert und kostengünstig Abhilfe schaffen. Bereits nach kurzer Zeit werden die gewünschten Anlagendaten geliefert - und das für (fast) alle Bestandsanlagen. Dieser Ansatz, Peak2pi innerhalb von 3 bis 4 Stunden an Anlagen zu installieren und bereits nach wenigen Stunden auswertbare Anlagendaten zu erhalten, hat uns überzeugt; deshalb verwenden wir Peak2pi bei TPM-Projekten bzw. bei Anlagenoptimierungen.

Herr Dankl, können Sie etwas über aktuelle Projekte berichten? Aktuell laufen bei unseren Kunden bereits mehrere Peak2pi-Installationen, unter anderem bei einem namhaften Fensterhersteller in Österreich, bei dem eine signifikante Steigerung seiner

Anlagenproduktivität erreicht werden soll. Über die Verbesserungsergebnisse eines Projektes in der Automotiv-Zulieferindustrie in Deutschland wird es bald eine sehr interessante Erfolgsstory zu erzählen geben.

Peak2pi ist ein Gerät zur Maschinendatenerfassung. Mit einem einmaligen Kostenaufwand für die Erstinstallation und laufenden monatlichen Lizenzkosten kann die smarte Box laut Hersteller Iconsense kostengünstig betrieben werden.

Was aber immer am spannendsten ist, ist das Feedback und die überraschten Gesichter, weil wir unser Versprechen halten; also sehr schnell und mit sehr geringem Aufwand Verbesserungserfolge erzielen. Peak2pi liefert laut Hersteller wichtige Maschinen-Parameter wie Verfügbarkeit und Produktivität und wandelt sie sofort in lesbare Grafiken und Diagramme um - das sorgt für transparente Auswertungen des OEE innerhalb weniger Stunden nach der Erstinstallation. Bilder: Icosense

Herr Ausserbichler, was ist zukünftig geplant? Peak2pi hat zu Beginn typische

Zertifizierungen den Schrecken nehmen Wie Instandhaltungssoftware Zertifizierungsprozesse erleichtert: Beispiel IATF 16949 Die Anzahl an verschiedenen Zertifizierungsstandards sowie der Umfang der jeweiligen Prüfungen steigen jedes Jahr. In vielen Unternehmen ist die Instandhaltungsabteilung davon nicht unerheblich betroffen. Für Automobilzulieferer gelten seit dem Jahr 2018 strengere Auflagen. Hintergrund ist die Einführung der IATF 16949 beziehungsweise die Überarbeitung der TS 16949. Dieser Standard beschreibt die Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme für Serien- und Ersatzteilproduktion in der Automobilindustrie mit dem Ziel „der Entwicklung des Qualitätsmanagementsystems (QM-Systems), das ständige Verbesserung vorsieht, unter Betonung von Fehlervermeidung und von Verringerung von Streuung und Verschwendung in der Lieferkette“. Neben normativen Grundsätzen zur Organisationsführung und der Abhandlung verschiedenster qualitätsrelevanter Themen gibt es in dem Standard auch explizite Auflagen bezüglich der Instandhaltung.

Hier wird festgelegt, dass die Organisation ein dokumentiertes TPM-System (Total Productive Maintenance System) entwickelt, einführt und aufrechterhält sowie welche Funktionen dieses System abdecken muss.

Um der Zielsetzung der ständigen Verbesserung gerecht zu werden, wird außerdem vorgegeben, welche instandhaltungsrelevanten Kennzahlen (KPIs) von diesem System berechnet werden müssen. Beispiele hierfür sind OEE (Overall

Eine der Stärken von Maintmaster als Cloud-Service ist, dass Besucher direkt auf der In.StandMesse ein System zum kostenlosen Testen mit nach Hause nehmen können. Bild: Maintmaster

KMUs adressiert. Wir wachsen mit unseren Kunden und Aufgaben. Peak2pi adressiert nun auch große Fertigungsunternehmen. Hier liegt der Fokus darauf, gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern das gewonnene Wissen zu reflektieren und es in die Weiterentwicklung von Peak2pi zu stecken. www.peak2pi.info

Equipment Effectiveness), MTBF (Mean Time Between Failure), MTTR (Mean Time To Repair) sowie weitere Kenngrößen für die vorbeugende Instandhaltung. Um diesen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, ist es wichtig, dass eine Instandhaltungssoftware die nötige Flexibilität mit sich bringt und einfach zu konfigurieren ist. So kann sie genutzt werden, um die Zertifizierungsprozesse zu erleichtern, ohne dass neue Ressourcen oder externe Dienstleister in Anspruch genommen werden. Teilweise können sogar zertifizierungsrelevante Aspekte, die nur indirekt mit Instandhaltung zu tun haben, abgedeckt werden. Dies kann die Bereitstellung von technischer Dokumentation, organisatorische Wissensvermittlung sowie die Einbindung externer Dienstleister sein. Die Instandhaltungssoftware Maintmaster z.B. liefert laut den Entwicklern nicht nur die geforderten Instandhaltungs-KPIs, sondern auch die Verbindung mit anderen IATF-Anforderungen. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2B01 www.maintmaster.com

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Menschliches Fehlverhalten und Sabotage … … sind laut der Studie des VDMA zu Industrial Security die größten Bedrohungen Die Gefahr von Cyberangriffen wächst - auch und gerade bei industriellen Mittelständlern. Zwar sind sich viele Betriebe im Maschinenbau bereits dieser Gefahr bewusst, rüsten sich aber dennoch nicht ausreichend dagegen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie zu „Industrial Security“, die der VDMA auf Basis einer Umfrage unter produzierenden Unternehmen erstellt hat. Insgesamt rechnen die Unternehmen mit einer Zunahme der Security-Vorfälle. Zu den häufigsten Folgen zählen Kapitalschäden und Produktionsausfälle. „Rund 60 Prozent der UnterZimmermann rät daher: „Wenn ein nehmen gehen davon aus, dass Unternehmen technische und ordie Zahl der Sicherheitsvorfälle in ganisatorische Maßnahmen nutzt, den nächsten Jahren zunehmen sollten sich diese an standardisierwird“, erklärt Steffen Zimmermann, ten Vorgehensweisen orientieren.“ Leiter des VDMA Competence Die Teilnehmer der Untersuchung Center Industrial Security. Dabei bewerteten das Risiko für ihr eistellen diese Vorfälle bereits heute genes Unternehmen anhand der eine massive Bedrohung dar, wie vom Bundesamt für Sicherheit in betroffene Unternehmen beder Informationstechnik (BSI) verstätigen. öffentlichten „Top 10 Be„Die Hälfte der Befragten berichten drohungen für Industrial Control von finanziellen Schäden als Folge, Systems“. gut 30 Prozent nennen ProIn Produktionsumgebungen geduktionsausfälle“, so Zimmermann. hören laut BSI zu den größten BeEr ergänzt: „In den letzten zwei drohungen: Jahren gab es jedoch keine sicherMenschliches Fehlverhalten und heitsrelevanten Vorfälle, bei deSabotage nen Menschen oder die Umwelt in Einschleusen von Malware Gefahr waren oder die auf einen Social Engineering und Phishing Sicherheitsvorfall zurückgeführt Infektion mit Malware über werden konnten.“ Doch das ist Internet/Intranet wohl nur eine Frage der Zeit. Technisches Fehlverhalten und Erfreulich hingegen ist, dass anhöhere Gewalt erkannte Normen für die indus(D)DoS-Angriffe trielle Sicherheit in der Industrie Kompromittierung von Extrabekannt sind: 83 Prozent der net- und Cloud-Komponenten Einbruch über FernwartungsUnternehmen kennen zumindest zugänge die gängigen Security-Standards. Internet-verbundene SteueNachholbedarf zeigt sich allerrungskomponenten dings noch bei der Anwendung Kompromittierung von Smartder Standards. Lediglich rund 40 Prozent der befragten Unterphones im Produktionsumfeld nehmen nutzen einen Security- „Da die größten Sorgen menschStandard in der Praxis. liches Versagen und Sabotage sind, Nach wie vor besteht das Problem, sind die wichtigsten organidass es für den Maschinen- und satorischen Schritte die klare DeAnlagenbau keinen einzelnen verfinition von Vorschriften und bindlichen Security-Standard gibt. Schulungen, bevor große In-

vestitionen in technische Lösungen getätigt werden“, verdeutlicht der Spezialist des VDMA. Gleichzeigt verweist der Verband aber darauf, dass viele Teilnehmer ihre Gefährdungsbeurteilung nicht auf eine gründliche Risikoanalyse stützen. Lediglich rund 41 Prozent der Teilnehmer haben ein Risikomanagement eingeführt und haben dadurch ein klareres Bild von der Bedrohungssituation für ihre Maschinen- und Anlagensysteme. Vorreiter sind in diesem Fall die großen Unternehmen (über 1.000 Mitarbeiter) mit 58 Prozent. Um den Maschinen- und Anlagenbauern bei der Minimierung der Cyberrisiken zur Seite zu stehen, bietet unter anderem die VSMA GmbH, ein Versicherungs-Tochterunternehmen des VDMA, verschiedene Services an. Mit der Cyberrisikoprüfung beispielsweise, einem webbasierten Tool, können Unternehmen auf unkomplizierte Weise ihr Gefahrenpotenzial überprüfen. Außerdem gibt es demnächst die neue Broschüre „Tipps für den Cyber-Schadenfall“, die mit wichtigen Hinweisen und Handlungsleitfäden zum Umgang mit Cyberangriffen aufwarten kann.

Vorbestellen lässt sich diese bereits. Zur Absicherung gegen die wachsende Bedrohung aus dem World Wide Web steht mit der VDMA Cyber-Police außerdem eine speziell für die Branche ent-

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wickelte Versicherungslösung zur Verfügung. www.vsma.de/ vdma-cyber-risiko-pruefung https://cyber.vsma.de https://industrialsecurity.vdma.org/

Readiness Check Smart Factory Neun von zehn Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau stehen erst am Anfang auf ihrem Weg zur Smart Factory. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der VDMA in Auftrag gegeben hat und auf einer Befragung von 300 Unternehmen basiert. Demnach haben drei von vier Betrieben ihre Maschinen- und Anlagenparks noch nicht an übergeordnete ITSysteme angebunden. Eines von fünf Unternehmen erfasst keinerlei Maschinen- und Prozessdaten. Auch wenn in Bezug auf die Umsetzung angesichts der Umfrageergebnisse noch so manches im Argen liegt, so geben immerhin neun von zehn befragten Unternehmen an, dass sie Industrie 4.0 für den entscheidenden Treiber halten, um sich am Markt zu differenzieren und Wettbewerbsvorteile zu erringen. Obwohl die meisten also das Potenzial von Industrie 4.0 erkennen, ist die Umsetzung noch zögerlich. Viele schreckt offensichtlich die Komplexität des Themas ab. „Ihnen fehlt ein zuverlässiger Lotse, der sie leitet und ihre Fragen kompetent beantwortet. Deshalb haben wir den Readiness Check Smart Factory entwickelt. Damit erhalten Unternehmen eine Art

Kompass, mit dem sie sicher den Weg in Richtung Industrie 4.0 gehen können“, erklärt Jürgen Petzel, Vice President Sales bei MPDV. Das Angebot des Readiness Check Smart Factory richtet sich sowohl an Unternehmen, die bereits den Grundstein für Industrie 4.0 gelegt haben, als auch an Industrie-4.0Neulinge. Es zeige, wo sie auf dem Weg zur Smart Factory stehen, welche Voraussetzungen sie bereits erfüllen und wo es Optimierungspotenzial gibt.

Kompass für Unternehmen Dazu prüfen die Shop-Floor-Experten von MPDV alle Komponenten der Fertigung vom Arbeitsplatz über die Maschine bis hin zur Steuerung und sie analysieren, inwiefern diese bereits die Anforderungen an eine Smart Factory erfüllen. Das Ergebnis ist ein Maßnahmenplan mit konkreten Handlungsempfehlungen und innovativen Lösungsansätzen, der Fertigungsunternehmen dabei unterstützen soll, die eigene Produktion fit für Industrie 4.0 zu machen. www.mpdv.com

Intelligentes Maintenance Management statt Feuerwehr-Strategie Instandhaltung wird häufig noch als Kostentreiber angesehen. Statistiken zeigen, dass immer noch mehr als 50 Prozent aller KMUs in Deutschland mit einer FeuerwehrStrategie arbeiten. Es wird erst repariert, wenn es zu ungeplanten Stillständen und Ausfällen kommt. Dies kostet aber ein Mehrfaches als eine digitale, intelligente Instandhaltung. Die IAS Mexis GmbH zeigt deshalb auf der Messe In.Stand in Stuttgart Produkte und Dienstleistungen, mit denen eben ein solch intelligentes Maintenance Management möglich werde. Präsentiert wird unter anderem die CMMS-Lösung Diva Dynamics. Diese Instandhaltungsplanungsund Analysesoftware beinhaltet, wie der Anbieter betont, ein Expertensystem, welches 40 Jahre an Grundlagenforschung zu Bauteilverhalten abbildet. „Es sagt unseren Kunden genau, was, wann und wo im Bereich der Instandhaltung getan werden muss, um ungeplante Stillstände zu minimieren“, unterstreicht Falk Pagel, der gemeinsam mit Georgios Manolidis als Geschäftsführer die IAS Mexis GmbH leitet, und verweist auf eine weitere Besonderheit: „Diva Dynamics verfügt über eine künstliche In-

telligenz, die Instandhaltungszyklen proaktiv auf den jeweiligen Standort optimiert. Im Klartext heißt das, dass Anwender keine Zeit mehr für die Erstellung von Inspektions- und Wartungsplänen und eine standortspezifische Optimierung der Zyklen aufwenden müssen.“ Zu sehen sein wird am Messestand auch die mobile App, die im On- und Offlinebetrieb genutzt werden kann. „Anwender berichten von einer Reduktion zwischen 70 Prozent und 80 Prozent im Bereich der administrativen Tätigkeiten, was zu nachhaltigen ROIEffekten führt und Investitionen

unter einem Jahr amortisiert“, so Pagel. Das webbasierte Meldesystem Diva Note schließlich, das ebenfalls auf der Messe präsentiert wird, ermögliche die Anlage von Störmeldungen in Echtzeit, wobei Prozesse und Tätigkeiten dem passendem Team bzw. Mitarbeiter zugeordnet werden. „Prozesse von ungeplanten Instandhaltungstätigkeiten und Stillstandzeiten können bis zu 60 Prozent verkürzt werden. Das Ergebnis ist eine steigende OEE“, betont Pagel. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C11.6 www.ias-mexis.com

Falk Pagel (links) und Georgios Manolidis (rechts) leiten als Geschäftsführer die IAS Mexis GmbH. Ihre Kernbotschaft lautet: „Instandhaltung ist kein Kostentreiber, sondern sichert - richtig umgesetzt - klare Wettbewerbsvorteile in jeder Branche.“ Bild: IAS Mexis


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Effizienzschub für die Instandhaltung Christian Wendler von M.O.P über aktuelle Herausforderungen für Instandhaltungsleiter Es ist das Aufgabenfeld des Instandhaltungsleiters, Betriebsstörungen zu vermeiden. Das ist das oberste Gebot und letztlich die Grundlage aller Instandhaltungskonzepte. Neue Technologien, die Digitalisierung, die Herausforderungen von Industrie 4.0, der Fachkräftemangel mit dem verbundenen Know-how-Verlust und immer komplexere Anforderungen im Dokumentenmanagement sind nur einige der sich rasch verändernden Rahmenbedingungen, denen es gerecht zu werden gilt. Regelmäßige Wartung und Instandhaltungsmaßnahmen unter Einhaltung der Normen und Richtlinien, die zeitnahe Behebung von Störungen, die Überwachung der Reparaturen und die Abstimmung mit Lieferanten und Servicetechnikern sowie die Personalplanung sind Kern des Aufgabenspektrums von Instandhaltungsleitern heute. Aber auch die Inbetriebnahme von neuen Anlagen, Maschinen oder Fertigungsequipment gehören zum Alltag des Maintenance-Managers. Außerdem muss das Wissen um die Unternehmensabläufe rund um die Uhr verfügbar sein. Durch dieses breite Aufgabenspektrum, welches eng an die Zusammenarbeit mit vielen betriebsinternen und -externen Abteilungen gekoppelt ist, entstehen jedoch noch ganz andere Herausforderungen: Chronischer Zeitdruck, Papierchaos und Facharbeitermangel sind die häufigen Folgen. Hinzu kommt, dass in vielen Betrieben auf Budgetebene für die Instandhaltung immer noch die Feuerwehr-Strategie gilt: Das heißt, man reagiert erst, wenn ein Mangel vorhanden ist und die Maschine stillsteht. Dann wird gehofft, dass der zuständige Servicetechniker verfügbar oder das zu tauschende Teil auf Lager ist. Da auf dem Sektor außerdem selten Investitionen in automatisierte Prozesse getätigt werden,

wird oft noch mit Wartungskarten oder Office-Lösungen gearbeitet. Die manuelle Planung der Wartung und Instandhaltung verliert aber viele relevante Informationen, die es ermöglichen würden, präventiv und eben nicht nach dem Feuerwehrprinzip vorzugehen.

Informationslücken behindern ... Es entstehen in der Folge wesentlich höhere Kosten durch Instandsetzung und den damit verbundenen Ausfall des betrieblichen Prozesses als durch geplante Wartung und Instandhaltung. Stillstände oder Schäden verhindert man am besten, indem man Daten und Informationen rund um Maschinen, Teile, Fertigungsstrecken, Abläufe, Equipments sammelt und auswertet. Aber Daten zu Laufzeiten, Temperaturen, Werkzeugeinsatz, Bestellzyklen von Ersatzteilen, Reparaturzeiten und Kontakten zu speziellen Servicetechnikern stapeln sich meist in Papierform oder im Facharbeiterwissen der Angestellten. Just in time darauf zuzugreifen ist damit unmöglich. Dies zeigt sich alltäglich: Da bekommt der Instandhaltungsleiter beispielsweise die Meldung, dass eine Maschine stillsteht, weil ein Teil verschlissen ist. Das bedeutet Ordner wälzen, richtiges Formu-

Der Einsatz von Instandhaltungssoftware ... … entlastet Instandhaltungsleiter und bietet viel Potenzial zu mehr Effizienz, denn eine vorbeugende Wartung und Instandhaltung reduziert Ausfälle und Folgeschäden, die Lebensdauer von Maschinen, Anlagen und Equipment wird verlängert, menschliche Ressourcen werden geschont, die Auslastung des Teams optimiert und Verfügbarkeiten werden erhöht. Außerdem werden Wartungsvorschriften und gesetzliche Vorgaben rechtskonform eingehalten.

lar zur letzten Wartung finden, Handschrift entziffern und manchmal dann festzustellen, dass diejenige Person, die die meiste Erfahrung mit dieser Maschine oder Anlage hat, bereits in Rente ist - und damit die Erfahrungen und das Know-how nicht mehr verfügbar sind. Im Endeffekt hilft in vielen Fällen dann nur noch ein Telefonat mit den Servicetechnikern des Herstellers, um nachvollziehen zu können, was zu tun ist und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Dabei ist nicht nur der Informations-, sondern auch der Personalmangel mit dem verlorenen Wissen der „alten Hasen“ ein Riesenproblem.

... gezieltes Handeln Das Kunststück ist es also, solche Daten und gesammeltes Wissen in einer elektronischen Informationszentrale zu bündeln, Analysen zu automatisieren und die Wartung besser zu planen. So ist der Leiter in der Lage, frühzeitig zu reagieren, Lagerbestände effizient zu verwalten und Totalausfälle zu verringern - idealerweise mit wenigen Klicks. Außerdem werden dadurch wiederkehrende Ereignisse und deren Konsequenzen sichtbar und kalkulierbar. Zusätzlich würde damit das Know-how der Facharbeiter im jeweiligen Workflow gesichert. Die Planung der Arbeitszeiten, der Materialbestände, das Führen der Inventarlisten, der Lagerbestände und der Austausch mit externen Servicetechnikern und die Kalkulationen gehören ebenfalls zum Alltag in den Instandhaltungsabteilungen. Auch die regelkonforme Dokumentation von Ausfällen, Schäden und deren Instandsetzung erfordern jede Menge menschliche Ressourcen. Es verschlingt eine Menge Zeit und

Informationsverlust, Papierkram und ungeplante Ausfälle - personell, wie auch technisch -, dies sind die Hauptgründe für die Ineffizienz einer analogen Instandhaltung. Der Einsatz einer Instandhaltungssoftware bietet die Lösung dieser Probleme. Bild: M.O.P

Kraft, um alle Belange - personell und gesetzlich - zu erfüllen. Verschiedene Programme, eine unterschiedliche IT innerhalb und zwischen den einzelnen Abteilungen und Partnern erschweren dabei eine systematische Verknüpfung, um alles im Blick zu behalten. Vor der Einführung unterstützender Systeme wird aber dennoch oft abgesehen und zwar aus Angst vor der Schaffung einer kostspieligen Netzwerkinfrastruktur. Jedoch würde die Vernetzung der einzelnen Abteilungen die Zeitspanne wesentlich verkürzen und die Dokumentation vereinheitlichen. Dabei werden durch eine eingesetzte Instandhaltungs- oder CMMC-Lösung, wie z.B. die Software TOM von der M.O.P. GmbH, sämtliche Informationen zentral

Ersatzteil- und Obsoleszenzmanagement Bei nicht lieferbaren mechanischen Ersatzteilen bietet GMP beispielsweise einen 1:1 Nachbau an. Der Anspruch dabei ist es, Teile zu liefern, die besser sind als das Original. Wenn gewünscht, führen die Experten in diesem Zusammenhang auch ein Re-Engineering durch. Bild: Carola Langer, Pixelio.de

Das Unternehmen GMP German Machine Parts bietet Lösungen, wenn Ersatzteile für Anlagen und Maschinen nicht mehr verfügbar

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Smart Data und Data Analytics in Instandhaltung und Technik Intelligente Nutzung von Daten entlang des Asset Life Cycle Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung unter www.tacook.com/Smartdata2019 folgenden Code ein und Sie erhalten 10% Rabatt: BISM2019

gebündelt. Jede Abteilung bzw. jeder Mitarbeiter speist die für sich wichtigen Daten ins System und diese werden einheitlich verarbeitet. In Echtzeit lassen sich die Daten auswerten, es können Schlüsse gezogen und auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden. Übersichtlich sortiert, dokumentieren solche Systeme sämtliche Vorgänge bezüglich Wartung und Reparatur automatisch und sind auf Knopfdruck abrufbar. Dennoch sollte man eine Software behutsam auswählen. Sie sollte kompatibel mit anderen Anwendungen, modular, unabhängig von Betriebsgröße oder Branche einsetzbar und einfach im Handling sein. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2B21 www.mop-zwickau.de

sind. Die Spezialisten bieten unter anderem ein Re-Engineering und einen Nachbau, Einzelanfertigungen und Kleinserien sowie ein Ersatzteil- und Obsoleszenzmanagement an. Auch die Dokumentation und die Erstellung von CAD-Daten alter Ersatzteile gehört zum Dienstleistungsangebot. Ziel aller Aktivitäten ist es, das Ausfallrisiko für den Kunden zu minimieren und den Lifecycle bestehender Maschinen und Anlagen zu verlängern. Zum Kundenstamm von GMP gehören mittelständische und Großunternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau und weiteren Branchen wie etwa Chemie, Pharma, Mobility oder Textil. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C20 www.gmp.gmbh


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Oktober 2019 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Durch die Integration prädiktiver Intelligenz mithilfe digitaler Lösungen können Hersteller ihre Leistungsverbesserungsziele erreichen. Bild: Emerson

Digitale Anlagenüberwachung Eine effektive Strategie für die vorausschauende Instandhaltung erfordert eine effiziente Reaktion auf die dringendsten Probleme in der Anlage. Digitale Lösungen tragen dazu bei, indem sie die Sichtbarkeit der Anlagengesundheit durch umfassende Zustandsüberwachung, stärker auf Analysen basierte Instandhaltungsaktivitäten sowie eine bessere Verbreitung und Zugänglichkeit von Informationen zum Anlagenz ustand erhöhen. Der intensive globale Wettbewerb in der Fertigungs- und Prozessindustrie erhöht die Anforderungen an das Anlagenmanagement, Strategien zum Reduzieren von Stillstandzeiten, Verlängern der Zeiträume zwischen Wartungen und Minimieren von Instandhaltungskosten zu implementieren. Diese Ziele - oft mit weniger Ressourcen zu erreichen, kann eine Herausforderung darstellen, aber optimierte Zuverlässigkeitspraktiken, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden, tragen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung bei. Die wichtigste Grundlage für diese Verbesserungen bildet die verstärkte Zustandsüberwachung einer größeren Bandbreite von Anlagen, um unerwartete Ausfallzeiten zu vermeiden und die Produktionsverfüg-

barkeit und -leistung zu erhöhen. Der Einsatz von Online-Zustandsüberwachungssystemen für teure und kritische Anlagen, wie z.B. Kompressoren, ist weit verbreitet, aber die Werke erweitern diese Praxis inzwischen auf grundlegende Anlagen wie Regelventile, Pumpen und Gebläse. Ermöglicht wird dies durch werksweite digitale Kommunikation, drahtlose Netzwerke und die Verfügbarkeit einer Reihe von drahtlosen Geräten, einschließlich Vibrationssensoren und tragbaren Analysatoren, welche die Installation vereinfachen und die zugehörigen Kosten senken. Ausrüstung, die möglicherweise hätte ausfallen können oder nur über periodische Inspektionen bewertet wurde, kann nun rund um die Uhr überwacht werden. Auf diese Weise können Probleme - auch bei

entfernt gelegenen Ausrüstungen - früher erkannt und Wartungsaufgaben geplant werden, bevor die Geräteprobleme kritisch werden. Die Vermeidung unerwarteter Geräteausfälle hilft, Stillstandzeiten von Anlagen zu verringern. Es reduziert auch die Gesamtwartungskosten, weil die Durchführung der geplanten Instandhaltung weitaus kostengünstiger ist als ungeplante Wartungsarbeiten. Ebenso gibt es Verbesserungen in Bezug auf die Effizienz von Wartungsressourcen sowie die Anlagenund Arbeitssicherheit. Neue Wireless-HART-Messumformer tragen dazu bei, die Anzahl und Art der Anlagen, die von den Werken überwacht werden, zu erweitern. Weiter auf Seite 18

Mit einer neuartigen Industrie-Schallkamera lassen sich Druckluftundichtheiten innerhalb von Minuten finden. Alle Details hierzu lesen Sie im unten stehenden Beitrag. Bild: Fluke

Leckagen ruckzuck lokalisieren Nach Angaben des Compressed Air and Gas Institute (CAGI) gehen bei einem durchschnittlichen Druckluftsystem 30 Prozent der Luft durch Lecks verloren. Die Suche nach diesen ist mühsam. Dass und wie es anders geht, zeigt Fluke mit der neuen IndustrieSchallkamera Fluke ii900. Damit können Instandhaltungsteams optisch Druckluft-, Gas- und Vakuumsystemlecks lokalisieren. Für die Benutzung der Kamera wird laut Hersteller praktisch keine Schulung benötigt. So kann die Suche beispielsweise nach Luftlecks jetzt bei routinemäßigen Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden. Die Schallkamera ii900 wurde gemeinsam mit Sorama entwickelt, einem Unternehmen aus den Niederlanden, das sich auf Lösungen für Lärmschutz und Schallanalyse spezialisiert hat. Unter Verwendung einer Anordnung von mehreren Mikrofonen in Verbindung mit der neuen SoundSight-Technologie filtert die tragbare Industrie-Schallkamera Hintergrundgeräusche heraus. Dadurch können Instandhaltungsteams sogar Lecks in Druckluftsystemen bei sehr lauten Umgebungsgeräuschen exakt lokalisieren. Auf dem 7 Zoll Touchscreen wird ein Sichtbild mit einem „Schallbild“ überlagert, um die Stelle des Lecks schnell lokalisieren zu können. Die Techniker können z.B. die Schallfrequenz eines Lecks eingrenzen, um laute Hintergrundgeräusche herauszufiltern. Innerhalb weniger Stunden kann das Team die gesamte Anlage prüfen während des Volllastbetriebs. Die Bilder lassen sich für Berichte speichern und exportieren. www.fluke.de/ii900


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Fortsetzung von Seite 17 So stehen beispielsweise nicht intrusive Systeme zur Überwachung der Integrität zur Verfügung, die eine einzigartige Sensortechnologie und Wireless-HART-Datenübermittlung nutzen, um den durch Korrosion oder Erosion verursachten Metallverlust in Rohrleitungen kontinuierlich zu überwachen. Diese Technologie transformiert diese Aufgabe, da sie Messungen ermöglicht, die traditionell periodisch, unter Umständen so selten wie alle zwei bis fünf Jahre manuell ausgeführt werden, und sie kontinuierlich macht. In einer Raffinerieumgebung bieten diese regelmäßig aktualisierten Daten ein besseres Verständnis der Auswirkungen, die Ausgangsstoffe, Prozessbedingungen und Strategien zur chemischen Inhibition auf die Rohrleitungen haben. Dies gibt den Betreibern die Informationen und das Vertrauen, ihre Anlagen näher an ihrer maximalen Kapazität, aber innerhalb sicherer Grenzen zu betreiben. Das Industrial Internet of Things (IIoT) - das industrielle Internet der Dinge - und smarte Sensoren ergänzen die bestehende digitale Überwachungstechnologie und ermöglichen es, beispiellose Mengen an neuen Maschinenzustandsund Prozessleistungsdaten von wichtigen Anlagen zu generieren und sie lokal oder aus der Ferne zur Verfügung zu stellen. Mithilfe von sicheren, cloudbasierten Lösungen oder über lokale Netzwerke gelangen diese Zustandsdaten dann zu Experten wo immer sich diese befinden -, und die Analyse dieser Daten führt zu umsetzbaren Ergebnissen. Die Hersteller haben so die Möglichkeit, die Datenanalyse entweder vor Ort oder mithilfe von

externen Experten durchzuführen. Interne Ressourcen können oft überlastet bzw. nicht verfügbar sein. Dies hat die Anbieter von Automatisierungstechnologien dazu veranlasst, eine kontinuierliche Remote-Bewertung kritischer Ausrüstung und Prozesse anzubieten und die verwertbaren Erkenntnisse zu liefern, die Wartungsabteilungen brauchen, um die Leistung zu verbessern. Das Connected-Services-Portfolio von Emerson umfasst abonnementbasierte Zustandsüberwachungslösungen, die Kunden mit Domain-Experten zusammenbringen. Diese nutzen Analysetools, um die Anlagengesundheits- und Prozessleistungsdaten aus dem Werk des Kunden zu interpretieren. Mit diesen Services, die bereits in vielen operativen Bereichen für Verbesserungen und signifikante Kosteneinsparungen gesorgt haben, entfällt für Unternehmen die Notwendigkeit, sich auf hauseigene Experten zu verlassen. So können die Connected Services beispielsweise Werken dabei helfen, mögliche Ausfälle von Regelventilen zu vermeiden, bevor sie erhebliche Betriebsunterbrechungen verursachen. Durch die Analyse einer Vielzahl von Diagnosedaten, die von digitalen Ventilsteuerungen gesammelt werden, können Experten an einem entfernten Standort anormale Zustände erkennen und den Kunden beraten, wie ein Ausfall verhindert werden kann. Eine weitere Möglichkeit ist die Überwachung von Kondensatableitern. Fehlerhafte Kondensatableiter, die Leckagen verursachen, können 10 Prozent der Energiekosten einer Anlage ausmachen, sodass die Zustandsüberwachung von Kondensatableitern zu erheb-

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lichen Einsparungen führen kann. In diesen Anwendungen werden Kondensatableiter von akustischen Wireless-HART-Sensoren aus der Ferne überwacht - auch an schwer zugänglichen Stellen. Der Zustand jedes Kondensatableiters und seiner Überwachungsvorrichtung wird per Wireless an eine zentrale Datenbank übermittelt, sodass das Wartungspersonal fehlerhafte Ableiter sofort identifizieren sowie die Arbeiten effektiv planen und priorisieren kann. Die minutengenaue Sichtbarkeit aller Kondensatableiter ermöglicht es, auf manuelle Runden zu verzichten und den Energieverbrauch drastisch zu reduzieren.

Datenanalyse Unabhängig davon, ob die Experten vor Ort oder aus der Ferne arbeiten, die Analysetools helfen dabei, die von einer Vielzahl von Sensoren gelieferten Informationen in intelligente Einblicke umzuwandeln. So stehen z.B. vorkonfigurierte Softwareanwendungen für bestimmte Ausrüstungskomponenten (oder Prozesse) zur Verfügung, die sowohl Prozessdaten wie Durchflussmengen, Temperaturen und Drücke als auch Bestandsdaten wie Schwingungsfrequenzen und Lagertemperaturen kontinuierlich analysieren. Anhand dieser Informationen wird dem Benutzer eine Gesamtbewertung des Anlagenzustands (0 bis 100 Prozent) bereitgestellt. Diese Bewertung wird durch einen vorkonfigurierten Algorithmus berechnet, der Maschinenprobleme wie Vibrationen oder mechanische Defekte sowie Prozessprobleme wie Pumpenkavitation oder Verschmutzung des Wärmetauschers berücksichtigt. Traditionell neigen Techniker dazu, nur den mechanischen Zustand zu betrachten, aber manchmal überwiegt die Schwere der Prozessprobleme die der mechanischen. Die Auswertung eines breiteren Spektrums an Zustands- und Leistungsdaten sorgt dafür, dass die schwerwiegendsten Fehler die Bestimmung der Anlagengesundheit steuern. Um die wachsende Menge an Informationen effizient zu analysieren, müssen Unternehmen auch ihre Anlagen priorisieren und sicherstellen, dass die Daten die richtigen Personen erreichen. Dies wird durch mobile Softwarelösungen wie Plantweb Optics, die Asset-Performance-Plattform von Emerson ermöglicht. Mit Plantweb Optics, einem Bestandteil des digitalen Systems Plantweb, können Mitarbeiter jederzeit und von jedem Ort aus über mobile Geräte schnell auf Anlagenzustandsdaten zugreifen und mehrere Ansichten kombinieren, um die Überwachung von Einrichtungen an mehreren Standorten zu vereinfachen. Durch die Bereitstellung personenbezogener Warnmeldungen und KPIs in einem relevanten Zeitrahmen können Instandhaltungsteams rechtzeitig Entscheidungen

treffen, um die Zuverlässigkeit von rotierenden Maschinen, Instrumenten und Ventilen zu verbessern. Die wichtigsten Daten können priorisiert und sofort sicher an die zuständigen Mitarbeiter geliefert werden, damit diese fundierte Entscheidungen treffen können, die sich auf die Produktion auswirken. Durch die Verbindung von Technikern, Ingenieuren und Management können jahrzehntelange Arbeitsprozesse transformiert werden. Dies ermöglicht eine funktionsübergreifende Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung, damit Anlagen sicher und rentabel arbeiten können. Zum Beispiel stellte der Zuverlässigkeitsmanager eines nordamerikanischen Chemiewerks fest, dass nicht nur einige Schwingungsprüfungsrouten überfällig waren, sondern auch ein kritisches Ventil eine Hubabweichung aufwies. Die Lösung beider Probleme war für die Aufrechterhaltung der wichtigsten Zuverlässigkeitsindizes unerlässlich, aber die Suche nach den Schlüsselpersonen und die Kommunikation der notwendigen Informationen, um die Probleme zu lösen, wäre mit der traditionellen Anlagenmanagementtechnologie frustrierend gewesen. Der Zuverlässigkeitsmanager konnte schnell Informationen zu den überfälligen Vibrationsrouten abrufen. Plantweb Optics zeigte an, dass die Route fehlte, weil die Anlage während der geplanten Erfassung nicht in Betrieb war. Der Manager kennzeichnete die (jetzt laufende) Anlage sofort mit einem Hinweis, der einen Techniker aufforderte, Daten zu sammeln. Der Techniker mit Zugang zu einem tragbaren Analysegerät wurde über einen mobilen Alarm benachrichtigt und führte die Route durch, wobei die Informationen automatisch über WLAN hochgeladen wurden. Sowohl der Vibrationsanalytiker als auch der Zuverlässigkeitsmanager erhielten auf ihren mobilen Geräten sofort eine Benachrichtigung, dass die Routendaten hochgeladen wurden, sodass sie in der Lage waren, diese nachzuverfolgen. Gleichzeitig begann ein Messtechniker mit der Arbeit am Problemventil - ohne auf einen Anruf des Zuverlässigkeitsmanagers zu warten. Der Techniker war bereits über einen Alarm aus der mobilen Anwendung Plantweb Optics auf seinem Smartphone über den Status des Kreislaufs informiert worden. Der Zugriff auf detaillierte Diagnoseinformationen erleichterte die Untersuchung des Technikers, da er den Fehler sicher identifizieren, das Ventil in Plantweb Optics (das den Zuverlässigkeitsmanager automatisch benachrichtigte) markieren und ein Ereignis im computergestützten Wartungsmanagementsystem (CMMS) für planmäßige Wartungsarbeiten erzeugen konnte. Plantweb Optics lieferte nicht nur eine schnelle Kommunikation zwischen dem Zuverlässigkeitsmanagement und den Technikern vor Ort, sondern sparte auch ent-

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scheidende Schritte ein, indem es erfahrenen Technikern ermöglichte, die Initiative zu ergreifen und Probleme zu lösen, die Lösung zu beschleunigen und dem Zuverlässigkeitsmanager die Möglichkeit gab, sich auf wichtigere Aufgaben zu konzentrieren. Um Entscheidungen über den angemessenen Einsatz von Instandhaltungsressourcen zu unterstützen, benötigt die Werksleitung einen vollständigen Überblick über die Zuverlässigkeit und Betriebsleistung der Anlage. Eines der größten Probleme ist die Unfähigkeit, kritische Daten aus verschiedenen Silosystemen und deren Auswirkungen auf den gesamten Betrieb zu betrachten. Die neuesten Plattformen für Instandhaltungssoftware können prädiktive Intelligenz und Informationen über den Anlagenzustand aus verschiedenen Quellen aggregieren, um ein ganzheitliches Bild des Anlagenzustands zu erhalten. Durch die Integration eines CMMS kann eine einzige Instandhaltungssoftwareplattform Management- und Wartungsteams in die Lage versetzen, betriebliche Probleme zu erkennen, an Lösungen zusammenzuarbeiten und Wartungseinsätze, Teilebestellungen, Terminplanung und Auftragsausführung zu verwalten. Dies ermöglicht einen vollautomatischen Workflow-Kreislauf für die Zuverlässigkeit, von der Vorhersage von Problemen bis zur Ausführung vorgeschriebener, präventiver Arbeiten zur Fehlervermeidung. Mithilfe einer Historie können Betreiber und Zuverlässigkeitsteams Wartungs- und Betriebseinsätze basierend auf dem früheren Anlagenverhalten validieren und die zukünftige Anlagenleistung bewerten.

Fazit Durch die Integration prädiktiver Intelligenz mithilfe digitaler Lösungen können Hersteller ihre Leistungsverbesserungsziele erreichen, die dafür sorgen, dass sie auf den globalen Märkten wettbewerbsfähig bleiben. Sensoren, Analytik und Fachkompetenz durch Fernüberwachung sind Teil eines werksweiten digitalen Ökosystems, das nahtlos zusammenarbeitet, um eine digitale Transformation zu ermöglichen und die Bedürfnisse der Anlagenbetreiber zu erfüllen. Dies trägt dazu bei, die Instandhaltungspraktiken durch die Automatisierung manueller Verfahren zu verbessern, den Branchenexperten einen besseren Zugang zu den Zustandsdaten der Maschinen zu ermöglichen, wo immer sie sich befinden, und die Entscheidungsfindung zu verbessern. Dies erhöht die Effizienz der vorhandenen Ressourcen, senkt die Kosten und erhöht die Anlagenund Arbeitssicherheit. Ralf Küper-Rampp, Emerson Business Manager Plantweb, www.Emerson.com/ PlantwebOptics


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CONDITION MONITORING

Wenn bewährte Methoden an Grenzen stoßen Buntmetall-Inhibitor-Gehalt (BMI) warnt früher vor drohendem Verschleiß Brandneu ist die Untersuchung des in Gebrauchtölen noch vorhandenen Restgehalts an Buntmetall-Inhibitoren mittels Hochdruck-Flüssigkeitschromatograpie (HPLC). Die Spezialisten von Oelcheck nutzten das Verfahren bisher für die Analyse von Kühlmitteln. Neuerdings kann mit der HPLC-Methode aber auch der Abbau von Buntmetall-Inhibitoren, wie sie in Getriebeölen zur Verhinderung von Buntmetallverschleiß eingesetzt werden, frühzeitig entdeckt werden. Am Anfang dieser neuen Untersuchungsmethode für Buntmetall-Inhibitoren (BMI-Gehalt) stand ein Fall, der den Tribologen von Oelcheck Kopfzerbrechen machte. Und zwar ging es hierbei um Öl aus dem Hauptgetriebe einer Windkraftanlage, das mit ca. 600 Litern eines synthetischen Getriebeöls befüllt war. Dieses Öl wurde über einen Zeitraum von sechs Jahren hinweg dreimal untersucht. Die ermittelten Werte zeigten, dass kein Ölwechsel erfolgen musste, weil die Analysenwerte immer unauffällig waren. Erst durch eine genauere Betrachtung der Probe des am längsten eingesetzten Öls wurden Veränderungen deutlich, die aus dem erwarteten Rahmen fielen. Zu den Details: Die Ölproben wurden in unregelmäßigen Abständen jeweils nach 12.600, 43.800 und 52.700 Betriebsstunden (Bh) entnommen. Dabei zeigte sich eine Veränderung der Ölfarbe, die auch im Laborbericht fotografisch dokumentiert wurde. Obwohl eine Bewertung der Ölfarbe nicht genormt ist, ermöglicht sie dem Praktiker eine erste Einschätzung einer Ölveränderung im Vergleich mit dem Frischöl oder einer vorherigen Probe. Im geschilderten Fall war die erste Probe noch hell und klar. Danach hatte sich das Öl in der relativ kurzen Zeitspanne bis 52.700 Bh bis hin zu einem dunklen Braun verfärbt. Da die übrigen Analysenwerte, mit Ausnahme des Kupfergehalts, keine Auffälligkeiten zeigten, lieferte das dunkel gewordene Öl alleine noch keinen Hinweis für einen Ölwechsel. Dennoch waren die Spezialisten alarmiert. Sie nahmen, unter anderem wegen des Kupfers, zunächst die optische Veränderung seit der letzten Probe genau unter die Lupe und verglichen sie mit den

Farben der vorhergehenden Proben und des Frischöls. Allerdings wiesen weder die ermittelten Werte noch die FT-IRSpektroskopie auf eine signifikante Ölalterung oder eine Ölvermischung hin. Die Viskosität und der Viskositätsindex waren stabil geblieben, die Neutralisationszahl kaum angestiegen, die Ölreinheit befand sich im tolerierbaren Rahmen. Auch der Phosphor- und Schwefelgehalt, der typisch für den Additivanteil ist, war in der dunklen Probe nur leicht gesunken. Bei den Verschleißmetallen waren, mit Ausnahme von Kupfer, keine Hinweise auf einen deutlich angestiegenen Verschleiß zu erkennen. Der hohe Kupferwert deutete ganz klar auf einen korrosiven Verschleiß von kupferhaltigen Bauteilen wie z.B. Wälzlagerkäfigen hin, wobei Kupfer alleine keine Ursache für eine Ölverfärbung ist.

10.000 Bh erfolgten. Klar ist: Additive bauen sich ab oder verlieren einen Teil ihrer Wirksamkeit.

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Auch synthetische Grundöle verschlechtern sich. Oft gelangen auch Verunreinigungen oder Schmierfett ins Öl. Die meisten Prozesse stehen miteinander in Wechselwirkung. Zusätzlich können zum Beispiel die unterschiedlichen Grundöle oder Additive einzelner Produktionschargen, andere Betriebstemperaturen oder -bedingungen, veränderte Laufzeiten oder Stopand-Go-Betrieb die Ölalterung

ganz individuell beeinflussen. Diese Veränderungen werden im Laborbericht unter der Überschrift „Ölalterung“ erfasst. So vielfältig wie diese Faktoren sind auch die klassischen Parameter der Schmierstoffanalyse, die meist mit genormten Methoden Werte ermitteln. Mit deren Hilfe wird der Zustand oder die Alterung eines Öls beurteilt. Weiter auf Seite 20

Das synthetische Getriebeöl, entnommen nach 12.600, 43.800 und 52.700 Betriebsstunden, zeigt eine deutliche Farbveränderung. Bilder: Oelcheck

Ölalterung und ihre Parameter Für die Betrachtung von Verschleißwerten nutzt Oelcheck eine interne Datenbank, in der die für jeden Anlagentyp zulässigen Grenz- und Warnwerte auf der Basis von mehreren 100.000 analysierten Proben definiert wurden. Anhand des Limits für den Kupferwert wurde der Zustand des Getriebes als „kritisch“ beurteilt. Eine eindeutige Ursache für den ungewöhnlich angestiegenen Kupfergehalt konnte aber selbst mit den mehr als 30 analysierten Werten nicht gefunden werden. Die Tribologen berieten mit der Laborleitung über Methoden, mit denen eine Klärung möglich wäre. Auffällig war, dass der hohe Kupferanstieg und die dunkle Verfärbung des Öls über eine relativ kurze Zeitspanne von weniger als

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E: frankr@uesystems.com | W: www.uesystems.de | T: +49 (0)171 868 1255 Das Problem: Weder die ermittelten Werte noch die FT-IR-Spektroskopie wiesen auf eine signifikante Ölalterung oder eine Ölvermischung hin.

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Fortsetzung von Seite 19 Erst eine Verknüpfung der unterschiedlichen Informationen ermöglicht eine treffsichere Diagnose. Im Zusammenhang mit der Ölalterung von Getriebeölen werden zusätzlich zu der subjektiven Beurteilung von Aussehen und Farbe auch die Veränderung von Viskosität und Viskositätsindex, der Säuregehalt und die noch vorhandenen Additive mit den Werten des Frischöls verglichen. Dabei zeigt sich die Oxidation auch in einem Spektrum, das mit der FT-IR-Spektroskopie (Fourier-Transform-Infrarot-Spektroskopie) aufgenommen wird. Das FT-IR-Spektrum einer Gebrauchtölprobe liefert meist allerdings nur im Vergleich mit dem Spektrum eines entsprechenden Frisch- oder Referenzöl-Spektrums - Informationen über Ölveränderungen oder Vermischungen. Mittels Sauerstoffbindungen, die sich in einer Probe ändern, kann auf die Öloxidation geschlossen werden. Dieses genormte Verfahren hat sich für klassische Mineralöle etabliert. Doch bei synthetischen Ölen, deren Grundöle auf PAO (Poly-Alpha-Olefin) oder PAO mit Ester-Basis aufgebaut sind, oder deren Additive solche synthetischen Komponenten enthalten, lässt sich die Oxidation mit der FT-IR-Spektroskopie nicht mehr eindeutig quantifizieren. Mit dem Spektrenvergleich lässt sich die Ölalterung nur erkennen, wenn die im Schmierstoff vorhandenen Moleküle das Infrarotlicht bei bestimmten Wellenlängen unterschiedlich absorbieren. Die Oxidation eines Gebrauchtöls wird normgerecht am Differenzspektrum aus Gebrauchtund Frischöl bei einer Wellenzahl von 1.710 cm-1 ermittelt und als Zahlenwert in A /cm (Absorption pro cm Ölschichtstärke) ausgegeben. Bei einem Schmierstoff mit einem mineralölbasischen Grundöl weist ein relativ kleiner „Peak“, der im Gebrauchtölspektrum kontinuierlich ansteigt, auf eine zunehmende Öloxidation hin. Die auf der Basis von Sauerstoffkonzentrationen arbeitende FT-IRSpektroskopie liefert jedoch keine deutliche Information, wenn Öle oder Additive esterhaltige Komponenten enthalten. Die esterhaltigen Komponenten überdecken nämlich einen Oxidationspeak im FT-IR-Spektrum, da sich in einem esterhaltigen Öl ein übergroßer Peak im Wellenzahlbereich um 1.740 cm-1 ausbildet. Daher zeigt sich bereits im Infrarotspektrum von synthetischen Frischölen meist ein übergroßer „Peak“ im Wellenzahlbereich um 1.740 cm-1. Werden nun die Spektren von Frisch- und Gebrauchtöl miteinander verglichen, ist eine durch eine etwaige Öloxidation verursachte „Peakveränderung“ nicht mehr eindeutig zu erkennen. Eine Aussage zur Oxidation vermittelt Informationen zum allgemeinen Alterungszustand des Schmierstoffs. Aber im beschriebenen Fall des synthetischen Getriebeöls war eine sichere Diagnose schwierig. Häufig zeigen Syntheseöle über einen Zeitraum von mehreren 1.000 Bh auffällige Veränderungen in Form von zunehmendem Verschleiß oder einer Ölalterung. Doch unerwartet schnell nehmen einige Verschleißwerte, vor allem für Buntmetalle wie Kupfer und Zink, ohne Vorwarnung stark zu. Häufig tritt dabei eine dunkle Verfärbung des Öls auf. Diese Farbveränderung allein ist aber noch kein Hinweis auf eine kritische Veränderung des Öls. Erst wenn das dunkel gewordene Öl unerwartet hohe Werte für Kupfer und Zink aufweist, ist dies ein Alarmsignal. Die klassische Ölanalyse liefert also wertvolle Hinweise auf Veränderungen im Schmierstoff und deren Auswirkungen. Der Instandhalter erhält rechtzeitig Informationen über eine Viskositätsveränderung, steigenden Wassergehalt, Säuren im Öl oder Verunreinigungen. Die Fragestellung, warum das dunkel gewordene Öl in dem genannten Beispiel einen so hohen Kupfergehalt zeigte, ließ sich mit den Untersuchungen eines klassischen Oelcheck-Analysensets aber nicht beantworten. Die Tribologen mussten einen neuen Ansatz entwickeln. Für die Untersuchung des Getriebeöls setzten sie erstmals die HochleistungsFlüssigkeitschromatographie (HPLC) ein. Mit dem HPLC-Gerät wird normalerweise geprüft, ob die im Kühlmittel erwartete Menge an Inhibitoren noch vorhanden ist.

Ein dem Kühlmittel zugesetzter Inhibitor verlangsamt beziehungsweise hemmt chemische oder physikalische Entwicklungen. Als Inhibitoren werden Azole wie Tolyltriazole und/oder Benzotriazole verwendet. Sie schützen Bauteile mit buntmetallhaltigen Oberflächen vor korrosiven Angriffen. BuntmetallInhibitoren werden auch in Schmierstoffen zum Schutz von Oberflächen verwendet. Mit zunehmender Einsatzzeit können sich diese Additive jedoch abbauen und an Wirksamkeit verlieren. Wenn es nun gelingt, den Abbau dieser schützenden Wirkstoffe frühzeitig und treffsicher zu erkennen, kann ein drohender korrosiver Angriff auf die geschmierten Elemente früher erkannt und dokumentiert werden. BuntmetallInhibitoren lassen sich aber mit einer Elementanalyse, der FT-IRSpektroskopie oder anderen genormten Verfahren nicht ermitteln. Doch mit der HochleistungsFlüssigkeitschromatographie verfügt Oelcheck über das geeignete Laborgerät, wie sich auch in der Praxis zeigen sollte. Die beiden bei 43.800 und 52.700 Bh entnommenen Proben des synthetischen Getriebeöls und eine Frischölprobe wurden nämlich mittels HPLC untersucht. Die Ergebnisse bestätigten die Vermutung: Das HPLC-Diagramm des Frischöls zeigt dessen hohen Gehalt an Tolyltriazol. Im Diagramm der Probe nach 43.800 Bh ist schon sein starker Rückgang zu erkennen. Nach 52.700 Bh tendiert der Gehalt des Buntmetall-Inhibitors gegen null. Der Verschleiß hat also bereits eingesetzt. Mit einer Information über den starken Abfall des Buntmetall-Inhibitors bei 43.800 Bh wäre es, zum Beispiel durch einen Ölwechsel, möglich gewesen, den zunehmenden Kupferverschleiß rechtzeitig zu stoppen. Beispiele in der Datenbank von Oelcheck, in der über drei Millionen Datensätze gespeichert sind, zeigen, dass der Anstieg von Buntmetallen sogar noch deutlich stärker ausfallen kann. Bei Vergleichsproben stiegen Werte von Kupfer und Zink innerhalb von weniger als 2.000 Bh auf Konzentrationen von weit über 100 mg/kg an, ohne dass eine Ursache dafür gefunden werden konnte. Mit dem HPLCVerfahren steht Oelcheck nun aber eine Methode zu Verfügung, mit der Buntmetallverschleiß früher ermittelt werden kann. Entsprechend gewarnt, können Schäden und kostenintensive Reparaturen häufig vermieden werden. Allerdings ist das Verfahren relativ aufwendig, weil das Gerät nach jeder analysierten Probe wieder neu mit dem zu untersuchenden Öl kalibriert werden muss. Oelcheck empfiehlt das neue Verfahren zur Untersuchung von Getriebeölen, um die Betriebssicherheit zu erhöhen und besonders dann, wenn ein erhöhter Buntmetallanteil (Kupfer, Blei, Zinn) nachgewiesen wird. Jessika Wolmeringer, Technische Redakteurin www.oelcheck.de


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Suche nach Leckagen in Vakuumkammern Miniatur-Datenlogger von MSR Electronics helfen dabei Mini-Datenlogger erweisen sich in verschiedensten Bereichen der Industrie und Wissenschaft als nĂźtzliche Tools zum Erfassen und Aufzeichnen physikalischer MessgrĂśĂ&#x;en. Wie das Praxisbeispiel der Climeworks AG, einem Entwickler von CO 2-Kollektoren zeigt, kĂśnnen die kleinen Datenaufzeichnungsgeräte aber weit mehr, als bislang bekannt ist. CO2 ist als Klimakiller in Verruf geraten, hat aber nicht nur Schattenseiten. Es wird nämlich unter anderem auch als Schutzatmosphäre beim Verpacken von Lebensmitteln eingesetzt oder beschleunigt das Pfanzenwachstum. Mit den Technologien der ZĂźricher Climeworks AG, einem Spinoff der ETH ZĂźrich, wird das Gas - unter Nutzung von Abwärme - produziert. Climeworks hat hierfĂźr mit dem CO2-Kollektor eine technische LĂśsung entwickelt, welche hoch konzentriertes CO2 aus der Luft gewinnt. Dieses ist als Rohstoff fĂźr viele industrielle Anwendungen geeignet, unter anderem fĂźr synthetische Fahrzeugtreibstoffe wie Diesel, Benzin oder Methan. Der Prozess basiert auf der zyklischen Adsorption und Desorption von CO2 aus der Umgebungsluft. Im Adsorptionsprozess durchstrĂśmt Umgebungsluft eine speziell entwickelte Adsorber-Konstruktion, die ein Sorbentmittel enthält, welches das CO2 an sich bindet. Sobald das Sorbentmittel mit CO2 gesättigt ist, wird der Vorgang auf die Desorptionsphase umgeschaltet, in der das Sorbentmittel das abgeschiedene CO2 wieder freisetzt. Dazu wird es erhitzt und in einer Vakuumkammer einem Grobvakuum ausgesetzt. FĂźr eine neue Produktlinie hat Climeworks eine solche Vakuumkammer herstellen lassen, welche mithilfe eines Mini-Datenloggers auf Leckagen und Strukturfestigkeit ĂźberprĂźft wurde. Das Unternehmen wählte fĂźr die Abnahmetests einen Datenlogger des Typs MSR255 von MSR Electronics aus. Dieser verfĂźgt Ăźber einen groĂ&#x;en Speicher fĂźr bis zu zwei Millionen Messwerte, eine individuell konfigurierbare Anzeige und eignet sich fĂźr flexible Messungen vor Ort - und zwar auch unter speziellen Umgebungsbedingungen. In der Vollversion ist der Datenlogger sogar in der Lage, zeitgleich bis zu fĂźnf verschiedene MessgrĂśĂ&#x;en zu erfassen und deren Werte aufzuzeichnen. Bei Climeworks kam der MSR255 mit einem externen Temperatursensor und mit Analogeingängen zum Anschluss eines eigenen Drucksensors, der in der Vakuumkammer platziert ist, zum Einsatz. Mit dem Logger lieĂ&#x;en sich so genaue Aussagen zu den Druckverhältnissen und Druckverläufen pro Zeiteinheit machen; insbesondere konnte ein Druckabfall, verursacht durch eine Leckage, beobachtet werden. FĂźr den Abnahmetest wurde die Vakuumkammer bis auf einen Druck von etwa 1 mbar absolut luftleer gepumpt, wobei die Temperatur- und Druckwerte Ăźber-

wacht wurden, um die Qualität der Dichtung zu ßberprßfen. Der Druck wurde mit einem 2-Draht/24-V-Drucksensor mit 4...20-mAAusgang fßr einen Druck von 0-1 bar absolut gemessen. Dieser wurde aus einem Labornetzgerät gespeist und mit dem 4...20-mA-Analogeingangskanal des MSR255-Datenloggers verbunden. Der Logger wurde so programmiert, dass das 4...20-mASignal direkt in einen Ausgabewert von 0-1 bar (absolut) umskaliert wurde. Die Temperatur der Vakuumkammer wurde mit dem in-

tegrierten Temperatursensor des MSR255 gemessen, der an der Wand der Vakuumkammer angebracht war. Zur Auswertung der Messwerte dient die MSR PCSoftware. Aus den daraus ersichtlichen Verläufen der Temperatur- und Druckwerte sowie dem bekannten Volumen der Vakuumkammer konnte die Zunahme der Luftmasse in der Kammer ßber die thermische Zustandsgleichung idealer Gase bestimmt und somit die Leckagerate berechnet werden. www.msr.ch/de/produkt/ datenlogger-msr255/

Der Universal-Datenlogger MSR255 im Einsatz an der bis auf 3,1 mbar absolut luftleer gepumpten Vakuumkammer (ganz links). Dort Ăźberwacht er Druck und Temperatur. Bilder: Climeworks

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Des Instandhalters große Ohren Überwachung von langsam drehenden Lagern mithilfe von Ultraschall Die Luft- und Körperschalldiagnose mit Ultraschall-Messgeräten ist eine essenzielle Technologie für jedes Instandhaltungs- und Zuverlässigkeitsprogramm. Durch seine Sensitivität und die Fähigkeit, geringste Abweichungen des von rotierenden Maschinen produzierten Ultraschalls zu detektieren, ist diese Messtechnik gut geeignet, um frühzeitige Lagerschäden sowie Schmierungsprobleme zu erkennen. Instandhaltungsfachkräften steht heute eine breite Palette an Werkzeugen zur Verfügung, um den Zustand einer Anlage zu bestimmen. Lange Zeit war aber vor allem die Vibrationsanalyse das Werkzeug der Wahl, um Wälzlager und rotierendes Equipment zu überprüfen. In der Regel wird die Ultraschallmesstechnik heute in Kombination mit der Vibrationsanalyse genutzt, um den Zustand mechanischer Systeme zu bestimmen.

Zustand eines Wälzlagers hören Durch ihre Vielseitigkeit kann die Ultraschalltechnologie aber auch dort eingesetzt werden, wo noch keine flächendeckende Vibrationsanalyse implementiert wurde, um frühzeitig Lagerschäden und andere Probleme zu erkennen. Auch clever: Wenn die Vibrationsanalyse beispielsweise vierteljährlich oder monatlich durch externe Dienstleister durchgeführt wird, kann

Spektralansicht (FFT) aus der Spektralanalyse-Software, die den Vergleich von vier identischen Motorenlagern zeigt. An Pumpe Nummer vier ist ein Schaden am Innenring zu erkennen.

die Überwachung mit Ultraschall zwischen diesen Intervallen eingesetzt werden. Hierdurch ist in der Folge eine Priorisierung möglich, wodurch beispielsweise die Zeit des Dienstleisters effektiver genutzt werden kann. Eine weitere Möglichkeit, Ultraschall statt Vibrationsanalyse zu nutzen, ist die Überwachung von langsam drehenden Wälzlagern. Langsam drehende Wälzlager mit Ultraschall zu überwachen ist tatsächlich einfacher, als viele denken. Da die meisten hochwertigen Ultraschallmessgeräte nämlich sehr empfindlich sind und man die Möglichkeit der

Beschädigtes Wälzlager, das mit einer Umdrehung pro Minute in einem Ofen betrieben wird. Beachtenswert sind die Ausschläge in der Zeitachse durch das „Knacken“ und „Kratzen“, das durch den Verschleiß am Lager produziert wird.

Frequenzeinstellung hat, ist der Zustand eines Wälzlagers sehr einfach zu hören, besonders bei sehr niedriger Drehzahl. Sehr langsam drehende Wälzlager (unter 25 Umdrehungen pro Minute) produzieren allerdings so gut wie keinen Ultraschall. In diesem Fall ist es wichtig, sich nicht nur das Lager anzuhören, sondern zusätzlich die Geräuschaufnahme in der Spektral-Analyse-Software zu analysieren.

Referenzwerte zur Trenddarstellung Sofern ein „Knacken“ oder „Kratzen“ auftritt, kann man dies in der Spektral- (FFT-) oder Zeitserienansicht sehen. Bei Wälzlagern über 25 U/min kann man einen dB-Wert als Referenzwert festlegen und die gemessenen Werte mit der Zeit vergleichen. Um das Optimum aus einem Ultraschall-Programm herauszuholen, ist es am besten, Routen zur Datensammlung zu erstellen. Durch diese Maßnahme können Instandhalter Referenzwerte setzen sowie Alarmlevel für den Lagerzustand festlegen. Diese Herangehensweise nennt sich Trenddarstellung. Mit dieser Methode wird zuerst in der Software eine Route von Messpunkten erstellt, welche dann in das Messgerät geladen wird. Während der ersten Datensammlung, welche zur Erstellung der Referenzlinien dient, sollte der Instandhalter die dB-Werte sowie die Geräuschaufnahmen speichern. Sobald die Referenzwerte festgelegt wurden, können Alarmwerte eingestellt werden. Für den Großteil aller Wälzlager gilt ein

Durch die Umwandlung von hochfrequenten Geräuschen in hörbare Geräusche ermöglichen Ultraschallmessgeräte es dem Benutzer, Probleme an Wälzlagern zu hören, zu sehen und zu diagnostizieren. Mithilfe der ultraschallunterstützten Schmierung können die Standzeiten von Wälzlagern und Maschinen verlängert sowie Ausfälle aufgrund von Über- und Unterschmierung eliminiert werden. Bilder: UE Systems

Anstieg des dB-Wertes um 8 dB als Mangel an Schmiermittel. Ein Anstieg um 16 dB über der Referenzlinie bedeutet, dass das Lager bereits eine Beschädigung aufweist. Für langsam drehende Lager gilt: Die Alarmlevel müssen unter Umständen angepasst werden, da diese Lager geringeren Ultraschall produzieren als Lager mit höheren Drehzahlen. Das bedeutet, dass bei langsam drehenden Lagern die Alarmlevel entsprechend dem ursprünglichen Verlauf des dB-Wertes eingestellt werden. Sobald die Referenzlinien und Alarmlevel eingestellt sind, ist es nur noch erforderlich, die dBWerte zu speichern. Von diesem Zeitpunkt an sind Geräuschaufnahmen nur noch dann notwendig, wenn der Messpunkt seinen Alarmwert erreicht hat. Diese Geräuschaufnahme kann dann zur genaueren Analyse mit der ursprünglichen Geräuschaufnahme verglichen werden. In der Spektralanalyse-Software hat der Techniker dann die Möglichkeit, entweder die aktuelle Geräuschaufnahme mit der aus der Referenzlinie zu vergleichen, oder er kann bis zu vier

identische Wälzlager von vier identischen Maschinen miteinander vergleichen, um Unterschiede nachzuweisen, indem er die entsprechenden Spektralkurven übereinanderlegt. www.uesystems.eu

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 17. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2019. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & CO. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

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Flächendeckende Erfassung im Vorbeifahren Induktive Sensoren erkennen selbst Kleinteile im Randbereich auf Förderbändern Zur berührungslosen Erfassung leitfähiger Metalle empfehlen sich zumeist induktive Sensoren. Ist der Inspektionsbereich, zum Beispiel aufgrund eines breiteren Transportbands, jedoch größer und müssen zudem Objekte mit unterschiedlichen Dimensionen bis hin zu sehr kleinen oder filigranen Teilen detektiert werden, dann wird die Aufgabe schon anspruchsvoller. Ein Pressenwerk bei Schaeffler stand genau vor dieser Herausforderung. Es wurde mittlerweile eine funktionelle Lösung dort installiert. Die Stanzerei erstreckt sich auf dem Werksgelände von Schaeffler über verschiedene Hallen hinweg. Hier werden in den Produktionsmaschinen mit Presskräften bis zu mehreren Tausend Tonnen Einzelteile für den Automotive-Sektor gefertigt. Jede Maschine produziert dabei ein ganz spezifisches Teilespektrum, das in den benachbarten Werken weiterverarbeitet beziehungsweise für die Montage von Endprodukten benötigt wird. Die Fertigungsbandbreite der Abteilung ist somit äußerst groß und reicht von Bauteilen mit einem Gewicht von bis zu acht Kilogramm und einem Durchmesser von circa 650 Millimetern bis hin zu Kleinteilen in der Größe eines Fingernagels, die gerade mal ein Gramm auf die Waage bringen. Die leichteren Stanzteile mit einem Durchmesser von circa 40 bis 250 Millimeter werden aus den Stanzwerkzeugen der Maschinen über Förderbänder zu Gitterboxen oder Entnahmetischen transportiert. „Wir haben insgesamt 15 mobile Förderbänder, sowohl mit einer Breite von circa 220 Millimetern als auch 150 Millimetern, die sich flexibel an verschiedensten Maschinen einsetzen lassen“, erklärt Tobias Kimmig, Projektleiter elektrische Instandhaltung bei Schaeffler. Eine Sensorlösung soll dabei sicherstellen, dass die Stanzteile während der Produktion aus dem Werkzeug auch tatsächlich auf das Transportband fallen. „Geschieht dies nicht, kann es zu einem Materialstau kommen, der im schlimmsten Fall zum Ausfall von Werkzeugen führen kann. Die Sensoren in den Transportbändern müssen also sicherstellen, dass die gestanzten Teile kontinuierlich abtransportiert werden und es zu keinem Stau kommt“, so Kimmig. Um eine zuverlässige Lösung für die beschriebene Aufgabe zu finden, wurden verschiedenste Sensoren getestet. Das Augenmerk richtete sich in diesem Zusammenhang vor allem auf die breiteren Transportbänder, da insbesondere die kleineren Teile nach dem Austrag aus dem Werkzeug auch an deren Randbereichen liegen können. „Die Sensorlösung sollte somit die gesamte Breite des Bandes erfassen können und außerdem bei der Detektion das komplette auf den Bändern transportierte Teilespektrum abdecken“, fasst Martin Resch, Teamleiter der Produktion, die wesentlichen Anforderungen zusammen. Zunächst wurde ein induktiver Sensor an einem Bügel oberhalb eines Transportbandes montiert, um die Stanzteile von oben zu erfassen. Entscheidendes Manko:

Tobias Kimmig, Projektleiter elektrische Instandhaltung bei Schaeffler, ist sehr zufrieden mit der Lösung. „Wir werden jetzt alle mobilen Transportbänder mit den Lösungen von IPF Electronic ausstatten“, bestätigt er.

Bei der Umrüstung einer Presse auf eine neue Produktcharge musste der Abstand des Sensors zum Band für eine zuverlässige Detektion verändert werden. Martin Resch verdeutlicht den Aufwand: „Wir haben solche Korrekturen teilweise über den Bügel vorgenommen. Führte dies zu keinem befriedigenden Ergebnis, wurde das Transportband entsprechend angehoben oder abgesenkt.“ Weil diese Lösung weder sonderlich zuverlässig noch praktikabel erschien, wurden als Nächstes mehrere quaderförmige Sensoren unterhalb des Transportbandes zwischen den Umlenkrollen installiert. Aber auch diese Geräte konnten laut Kimmig die Anforderungen nicht erfüllen. „Trotz mehrerer Sensoren waren wir nicht in der Lage, die komplette Breite des Bandes zu erfassen. Hinzu kam, dass sich die Geräte gegenseitig störten“, so Resch. Dies war der Grund, warum sich die Verantwortlichen von

Schaeffler letztendlich an IPF Electronic wandten, denn das Unternehmen ist durch seine SensorSonderbauformen bekannt. „Und IPF Electronic konnte uns in der Tat zwei vielversprechende Lösungen für die breiteren als auch schmalen Transportbänder anbieten“, berichtet der Teamleiter der Produktion. Konkret gemeint sind die flächenförmigen induktiven Sensoren IY98E167 und IY98E189. Die zweiteiligen Systeme bestehen aus einem Sensor sowie für beide Geräte identische Verstärker zur Einstellung der Empfindlichkeit.

Detektion von Kleinteilen im Randbereich Eine Besonderheit im Vergleich zu herkömmlichen induktiven Näherungsschaltern sind die großen aktiven Flächen des IY98E167 mit 140 x 205 x 30 Millimetern und des IY98E189 mit 95 x 205 x 30 Millimetern. Die Systemlösungen sind somit in der Lage, einen großflächigen Inspektionsbereich abzudecken und auch die Randbereiche der Transportbänder in der Anwendung bei Schaeffler zuverlässig zu erfassen. Ein weiterer Vorteil: Die Sensoren arbeiten nach einem dyna-

Eine Besonderheit im Vergleich zu herkömmlichen induktiven Näherungsschaltern sind die großen aktiven Flächen der hier eingesetzten Lösungen. Das Bild zeigt den IY98E189, der eine aktive Fläche von 95 x 205 x 30 Millimetern aufweist. Bild: IPF Electronic

Der induktive Sensor ist unterhalb des Transportbandes montiert. Bilder: Schaeffler

mischen Wirkprinzip und erken- „Nach einer mehrmonatigen, ernen daher ausschließlich bewegte folgreichen Probephase haben wir Metallteile. Befindet sich ein ruuns nun dazu entschieden, unsere hendes Objekt in ihrem Detektirestlichen mobilen Transportbänonsbereich, so erzeugt dieses kein der ebenfalls mit diesen Systemen Signal und wird somit nicht auszustatten. Die jetzigen Löerkannt. sungen von IPF Electronic haben Im Gegensatz zu statisch arbeitenbereits dazu beigetragen, dass die den Sensoren ermöglicht das dyProzesse beim Teiletransport über namische Wirkprinzip zudem eine die Bänder viel zuverlässiger und vielfach höhere Metallempfindvor allem sicherer ablaufen“, so das lichkeit, sodass selbst kleine abschließende Fazit von Tobias Objekte sicher detektiert werden. Kimmig. Michael Hug, Für erste Tests wurde der IY98E167 unterhalb eines breiteren TransApplikationsspezialist IPF portbandes montiert, da sich www.schaeffler.com diese Bänder hinsichtlich der www.ipf.de Detektion von Kleinteilen in den Randbereichen als besonders kritisch erwiesen. „Zur Ermittlung der korrekten Empfindlichkeit haben wir aus jeder Produktcharge das schwierigste zu detektierende Stanzteil genommen und die erforderliche Empfindlichkeit des Sensorsignals über den Verstärker eingestellt“, erklärt Sebastian Schindler, Projektleiter mechanische Instandhaltung. Weitere Einstellungen, so Schindler, seien nicht erforderlich gewesen, um nun das Transportband mit dem Sensor an verschiedenen Maschinen zur Erfassung unterschiedlich großer Bauteile einsetzen zu können. Er betont: „Intensive Versuche mit dem IY98E167 zeigten, dass das System sehr zuverlässig funktioniert und auch Teile mit Die leichteren Stanzteile werden aus den einer geringen Auflagefläche auf Stanzwerkzeugen der Maschinen über dem Band sicher erkannt werden, mobile Förderbänder zu Gitterboxen oder Entnahmetischen transportiert. selbst im Randbereich.“

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Wenn stumme Armaturen sprechen lernen Wie die Anlagenverfügbarkeit mithilfe von RFID steigt In den Anlagenkomponenten stecken wertvolle Informationen, die in vielen Fällen dabei helfen, kritische Ausfälle zu vermeiden. In immer mehr Industriebetrieben hält deshalb Predictive Maintenance Einzug und ermöglicht stummen Anlagenkomponenten, mit dem Betreiber zu kommunizieren und somit die Verfügbarkeit der Anlage zu steigern. Auf der In.Stand zeigt Inevvo Solutions, wie das eigens entwickelte digitale Wartungskonzept Conexo mithilfe von RFID Unternehmen unterstützt, die ersten Schritte in Richtung Predictive Maintenance zu gehen. Proaktiv statt reaktiv - in diese Richtung geht die moderne Instandhaltung, denn trotz regelmäßigen Wartungsintervallen kann es durchaus vorkommen, dass Geräte, Maschinen und Anlagen sowie deren Bauelemente ausfallen, obwohl sie scheinbar in einwandfreiem Zustand waren. Einen Lösungsansatz verspricht die ganzheitliche Informationsbereitstellung, die als Kerngedanke der Industrie 4.0 gilt. Das Ziel, das viele Industriebetriebe mit Predictive Maintenance vor Augen haben, ist eindeutig: Planungssicherheit zur Begrenzung wirtschaftlicher Risiken, denn ungeplante Ausfallzeiten können Tausende von Euro pro Stunde kosten. Durch geplante Reparaturen während unproduktiver Zeiten können jedoch kritische Ausfälle vermieden werden. Zusätzlich lassen sich Ausrüstungs- und Arbeitskosten reduzieren, wenn anstelle der gesamten Anlage nur die defekte Komponente getauscht werden muss. Die Rechnung ist einfach: Eine geringere Reparaturhäufigkeit verringert gleichzeitig die Anzahl der kritischen Shutdowns.

Viele Unternehmen zögern (noch) Obwohl es schon heute ausgereifte Lösungen für das ganzheitliche Life-Cycle-Management von Fertigungsanlagen gibt, kämpfen viele Anlagenbetreiber in der Industrie mit elementaren Herausforderungen. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung BearingPoint wird die digital unterstützte, vorausschauende Wartung in den Unternehmen zwar stark diskutiert, aber nur wenige leiten konkrete Projekte zur Umsetzung in die Wege. Grund dafür seien vor allem hohe Aufwände in der Implementierung, Bedenken bei der IT-Sicherheit sowie die Datenauswahl und -verfügbarkeit.

Dabei stößt vor allem Letzteres auf Widerspruch. Denn, dank des hohen Automatisierungsstandes, der schon heute im produzierenden Gewerbe herrscht, sind viele Daten bereits vorhanden. Sie müssen nur zum Sprechen gebracht werden. „Die Ergebnisse der Studie decken sich mit den Erfahrungen, die wir mit unseren Kunden machen“, erklärt Marcus Ripsam, Leiter der Inevvo Solutions, und ergänzt: „Die Umsetzung von Predictive Maintenance wird häufig mit hohen Kosten für Hardware und Software in Verbindung gebracht. Auch scheuen die Anlagenbetreiber den einmaligen Aufwand, der durch die Digitalisierung der alten, analogen Daten entsteht. Dass diese Aufwände mit reduzierten Wartungs- und Servicekosten belohnt werden und schließlich auch einer effizienteren Fertigung zugutekommen, sollte aber unbedingt in die Gesamtbetrachtung einfließen.“ In Branchen wie etwa der chemischen Industrie, die kostenintensive Rohstoffe verarbeitet, aufwendige Produktionsverfahren nutzt und viele kritische Knotenpunkte in den Prozessen aufweist, kostet der Anlagenstillstand deutlich mehr als ein präventiver Tausch von Verschleißteilen.

Sprechende Komponenten ... Die Spezialisten bei Inevvo Solutions haben beim digitalen Wartungskonzept Conexo den Fokus daraufgelegt, die Wartungsprozesse von einzelnen Anlagenkomponenten mit digitaler Unterstützung einfach und sicher zu machen. Über die Erhebung, Digitalisierung und Auswertung relevanter Anlagendaten werden Instandhaltungsprozesse wesentlich optimiert. Die Informationen, die im Bauteil der Anlage stecken, führen Monteure und Wartungstechniker nicht nur Schritt für Schritt durch

Mit der digitalen Vernetzung stehen Daten genau dort zur Verfügung, wo sie gebraucht werden an der Anlage vor Ort. Bilder: Inevvo Solutions

den Prozess, sondern ermöglichen, bei intelligenter Verknüpfung der Anlagendaten mit Sensordaten, auch das Vorhersagen von zukünftigen Instandhaltungsfällen. Der erste und wichtigste Schritt ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit. Wer von den Vorteilen vorbeugender Wartungsmaßnahmen profitieren will, muss also mit Fleißarbeit beginnen. Der erste Schritt ist dabei immer die Digitalisierung bestehender analoger Daten. Bei Conexo wird hierfür die RFIDTechnologie genutzt, denn die robusten und kompakten Mikrochips funktionieren auch bei schlechten Lichtverhältnissen und in schmutzanfälliger Umgebung. Per RFID-Tag wird jedes Bauteil in einer Anlage oder Maschine mit einer einzigartigen Kennung versehen. Über diese Kennzeichnung werden dem Bauteil alle relevanten Informationen, wie z.B. Datenblätter, Zertifikate, Montage- und Betriebsanleitungen zugeordnet. Das Bauteil wird über das System lokalisiert und automatisch in die digitalen Anlagenpläne überführt. Somit stehen alle Daten, die vorher analog und dezentral verwaltet wurden, in digitaler Form genau dort bereit, wo sie im Reparaturfall gebraucht werden direkt an der Anlage vor Ort.

… erhöhen die Verfügbarkeit Soll beispielsweise ein Verschleißteilwechsel in der Anlage stattfinden, wird der Monteur aufgefordert, das alte Bauteil mit einem Lesegerät - dem ConexoPen - zu scannen. Dank der eindeutigen Identifikation sind alle Informationen sowie die Felddaten bereits hinterlegt und können zu allen gängigen ERP-, SCADA- und Maintenance-Systemen importiert und exportiert werden. Das funktioniert sowohl online als auch offline. Die einzelnen Montageschritte werden vom System vorgegeben und leiten auch ungeübte Mitarbeiter durch den kompletten Vorgang. Davon profitieren Anlagenbetreiber besonders, wenn Wartungen von externen Dienstleistern vorgenommen werden, die die Anlage nicht immer kennen. Einen zusätzlichen Nutzen bietet Conexo beim Einbau des neuen Ersatzteils, denn ein Datenabgleich stellt sicher, dass immer das richtige Bauteil zur Anwendung kommt. So werden Verwechslungsfälle vermieden, da

Ob zur Optimierung von Wartungsintervallen oder für die schnelle Nachbestellung von Verschleißteilen: Mit dem Einsatz von RFID-Chips oder ähnlichen Kennzeichnungen ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, Anlagenkomponenten digital zu kennzeichnen, zugehörige Informationen elektronisch abzulegen, zu sichern und zu verarbeiten. Bisher stumme Komponenten fangen an zu sprechen und unterstützen wesentlich dabei, wirtschaftliche Risiken zu minimieren.

im Ersatzteillager nur noch das Bauteil gegriffen wird, das genau auf die geforderten Betriebsparameter ausgelegt ist.

Daten von heute morgen nutzen Die gesammelten Informationen werden zur Weiterverarbeitung an ein eigenes Portal übermittelt. Über einen zentralen Server werden sämtliche Standorte, Gebäude, Anlagen und Komponenten wie Ventile, Pumpen oder Messgeräte verwaltet und alle relevanten Abläufe, Intervalle und Historien können dort zentral hinterlegt, eingesehen und analysiert werden. Dadurch lassen sich Prozesse rund um das Instandhaltungsmanagement, die zustandsorientierte Wartung und das Ersatzteilmanagement effektiv verzahnen. Auch Einflussfaktoren auf die Lebensdauer von Ersatzteilen können genauer ermittelt werden. Die Möglichkeit der umfassenden Datenanalyse bietet außerdem viel Potenzial, zukünftige Instandhaltungsfälle rechtzeitig vorherzusagen. So kann beispielsweise durch die zusätzliche Ausrüstung aller Ventile in einer Anlage mit verschiedenen Messsensoren Datenmaterial über den Zustand der Komponenten gesammelt werden. Umfassende Informationen zu Öffnungs- und Schließzeiten, Kraftaufwänden, Medientemperaturen und Betriebsdrücken in den Leitungen können mit vorangegangenen Daten verglichen und anschließend der Verschleiß ermittelt werden. Auch wenn die Vorteile für sich sprechen, jedes Unternehmen steht in der digitalen Transformation vor ganz individuellen Herausforderungen. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, fängt am besten mit kleinen Leuchtturmprojekten an. So nähert man sich dem Ziel schrittweise und identifiziert wichtige Schnittstellen, für folgende, umfassende Prozessindustrie 4.0 Konzepte. Dass man mit dieser Strategie erfolgreich fährt, zeigt der Fall

eines Kunden des Ventilherstellers Gemü, der zur Herstellung von chemischen Erzeugnissen höchsten Wert auf eine sichere Medientrennung legt. Im Produktionsprozess des Kunden gelten die Membranen der Ventile als kritisches Anlagenelement. Dichtheitsprobleme würden die Qualität des Endproduktes massiv beeinflussen. Deswegen tauschte der Kunde in einer Bestandsanlage alle Standardmembranen der Ventile durch Membranen mit Conexo RFID-Chip aus. Ab diesem Zeitpunkt werden alle Membranwechsel einheitlich durchgeführt und der komplette Vorgang des Verschleißteilwechsels muss seitdem nicht mehr per Hand in andere Systeme übertragen werden, sondern wird automatisch im Wartungsprotokoll dokumentiert. Die ausgebauten Membranen werden vom Kunden systematisch bewertet, fotografiert und im Wartungsprotokoll festgehalten. Über einen längeren Zeitraum nutzt der Anlagenbetreiber diese Daten, um Schwellenwerte festzulegen, anhand derer die vorausschauende Wartung der Membranen optimiert werden kann. Inevvo Solutions unterstützte Gemü sowohl in der Planungund Konzeptionsphase als auch in der Umsetzung. Neben der Beratung zur Einbindung der RFID-Technologie in die IT-Landschaft des Kunden und der kompletten Installation des Systems legte das Serviceteam von Inevvo Solutions zudem einen hohen Wert auf die IT-Sicherheit. „Wir kennen die Sorgen der Kunden in Bezug auf Datensicherheit, Datenhoheit oder Datendiebstahl und beraten deshalb zum Beispiel bei der Auswahl von Server oder Hardware. Auf Wunsch übernehmen wir auch das Datenhosting für den Kunden“, betont Marcus Ripsam abschließend. Marcus Ripsam, Leiter Inevvo Solutions In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2A10 www.inevvo-solutions.com


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Sonderteil Energie-Effizienz

ISSN

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DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

In einem Kraftwerk konnten der interne Energieverbrauch reduziert und damit die Effizienz verbessert werden - möglich machen dies Algorithmen. Alle Details auf Seite 27.

Effiziente LED-Leuchten, maßgeschneiderte Abhängungen und ein cleveres Lichtmanagement bietet die neue Beleuchtungsanlage, die an die zentrale Brandmeldeanlage der Halle angebunden ist.

Technologiesprung beim Licht Seit 20 Jahren sind in der Unihalle Wuppertal Sport und Kultur zu Hause. Eben noch Trainingsstätte für Studenten der Bergischen Universität Wuppertal, kann die Halle ruckzuck zur Kulisse für ein Konzert, zum Messeplatz oder zum Austragungsort eines Handball-Bundesligaspiels werden. Entsprechend hoch waren die Ansprüche bei der Sanierung der Beleuchtung. Seit der Saison 2018/19 spielt der Bergische Handball-Club 06 wieder in der HandballBundesliga. Mit der Rückkehr aus der zweiten Bundesliga waren allerdings einige Anpassungen notwendig, damit die Heimspielstätte der Löwen den Vorschriften der Deutschen Handball-Liga gerecht wurde. Neben neuen Ballfangnetzen, Tribünen für die Kameras und schnellem Internet für die Journalisten wurde auch eine LED-Beleuchtungsanlage mit intelligenter Steuerung implementiert. Wichtig hierbei: Das flimmerfreie Licht musste HDTV-tauglich sein, damit es bei den Fernsehaufnahmen nicht zu unerwünschten Flimmereffekten kommt. Hintergrund: Die Bestandslösung in der größten Mehrzweck-Veranstaltungshalle im Bergischen Land arbeitete bis vor Kurzem noch mit Quecksilberdampf-

lampen - also einem Lampentyp, der innerhalb der Europäischen Union nicht mehr in Verkehr gebracht werden darf und für den somit auch kein Ersatz mehr beschafft werden konnte. Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung, die Halle auf moderne LEDLeuchten umzurüsten, leicht. Zumal die LED-Technologie erhebliche Energieeinsparungen versprach - und das bei einer deutlich besseren Lichtqualität und einer wesentlich flexibleren Nutzung. Zum Einsatz kommen dort mittlerweile Leuchten aus dem Norka-Portfolio. Für die Hallen- und Spielfeldbeleuchtung sind 130 Strahler vom Typ Centaurus im Einsatz, die mit LED-Arrays bestückt sind. Hinzu kommen LED-Leuchten der Modellreihen London und Dublin des gleichen Herstellers, die mit LED-Stripes ausgestattet sind.

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Entscheidend für die Leuchtenauswahl war unter anderem die Erhöhung der Beleuchtungsstärken auf dem Spielfeld. Die Vorgaben der Deutschen Handball-Liga für Bundesliga-Spielstätten sind hier anspruchsvoll. Statt der bisherigen mittleren Beleuchtungsstärke von ca. 950 Lux in 1,50 Meter Höhe über dem Spielfeld werden jetzt die vorgegebenen 1.700 Lux erreicht und es gibt sogar noch Reserven. Aber es ist dank der neuen Beleuchtung nicht einfach nur heller in der Halle geworden, die neuen Leuchten sind außerdem gut entblendet. So wird das Licht nun gleichmäßiger auf dem Spielfeld verteilt. Damit dieses Ergebnis erreicht werden konnte, war neben hochwertigen Leuchten auch eine detaillierte Lichtplanung notwendig. Weiter auf Seite 26

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Seafloat-Kraftwerke können als Grundlastanlage oder zur Notfallsicherung beziehungsweise als Spitzenlastanlagen - so wie in New York - eingesetzt werden. Bild: Siemens

Schwimmende Gaskraftwerke für New York Die Astoria Generating Company und Siemens haben einen Vertrag über den schlüsselfertigen Bau von zwei schwimmenden SeafloatKraftwerken, die mit acht SGT-A65Gasturbinen ausgestattet werden, unterzeichnet. Diese zwei Anlagen werden vier vorhandene schwimmende Anlagen aus den frühen 1970er Jahren ersetzen. Die neuen Kraftwerke mit einer Kapazität von jeweils rund 300 Megawatt ermöglichen eine umweltfreundlichere und effizientere Stromerzeugung. So soll nach der Modernisierung mit SGT-A65-Gasturbinen und Generatoren der Wirkungsgrad der Anlagen um fast 50 Prozent steigen und dabei die Emissionen von Schadstoffen deutlich sinken - bei gleichzeitiger Nutzung der vorhandenen Gasinfrastruktur. Hintergrund: Bis zum Jahr 2030 will die Stadt mit ihren mehr als 8,5 Millionen Einwohnern 70 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen. Wenn aber Solar- und Windkraft den Bedarf nicht decken können, werden Spitzenlastanlagen mit Schnellstartfähigkeiten, wie ebendiese neuen schwimmenden Kraftwerke, immer wichtiger. Siemens und Astoria unterzeichneten außerdem einen Servicevertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Dieser wird den optimalen und effizienten Betrieb der Gasturbinen und Generatoren unterstützen. Der Vertrag umfasst Ersatzteile und Reparaturen sowie Außendienstleistungen, Programmmanagement sowie die Fernüberwachung und -diagnose. www.siemens.com/seafloat www.siemens.de/energy


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Fortsetzung von Seite 25 „Es gab einige bauseitige Restriktionen“, erinnert sich Vanessa Weisbrod, die das Projekt bei Norka betreut hat, und erklärt:

Montageorte der alten Leuchten nutzen „Die sensible Statik des Hallendachs verbot, das Gewicht der Bestandsleuchten zu überschreiten. Zudem mussten wir die Montageorte der alten Leuchten weiter nutzen.“ Deshalb entschloss man sich, die LED-Leuchten an neuen, statisch geprüften Traversen abzupendeln. Die Lichtaustrittsebene liegt damit stets unterhalb der Trägerkonstruktion des Daches und der Installationen für die Bühnentechnik. Eine Verschattung wird damit sicher vermieden.

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Die Abhängungen waren Sonderanfertigungen des Leuchtenherstellers: Die drei unterschiedlichen Typen der verzinkten, ballwurfsicheren Traversen nehmen im Bereich über dem Spielfeld Kombinationen von zwei bis vier Centaurus-Strahlern auf.

Verschattungen vermeiden Allein eine dieser tief strahlenden Leuchten mit Prismenscheibe zur Entblendung und mit ballwurfsicherem Aluminiumgehäuse liefert beeindruckende 41.640 Lumen Lichtstrom. Die Zuschauertribünen und Ränge erhalten ihr Licht ebenfalls aus diesen Strahlern, aber auch von den LED-Leuchten Dublin und London, die entweder an den Traversen oder direkt an den

Von der neuen Lichtqualität profitieren nicht nur die Sportler, sie überzeugt auch bei anderen Veranstaltungsformaten. Die guten Sehbedingungen erleichtern außerdem die Orientierung auf den Tribünen und Treppen.

Mit den LED-Leuchten lassen sich bei deutlich niedrigerer Anschlussleistung höhere Beleuchtungsstärken erzielen. Das freut auch die Betreiber der Unihalle, die Stadt Wuppertal und das Land NRW. Sie können im Betrieb Kosten von bis zu 240 Euro in der Stunde bei der Beleuchtungsenergie einsparen. Bilder: Norka

Dachträgern befestigt wurden. Diese Modelle werden hier mit einer raumstrahlenden Optik eingesetzt. Sie haben ein eloxiertes Aluminiumgehäuse mit 1,50 Meter Länge und 18,5 Zentimeter Breite und sind ebenfalls ballwurfsicher. Eine Besonderheit der Unihalle Wuppertal ist ihre Anpassungsfähigkeit: So kann die Halle beispielsweise in kleinere Einheiten unterteilt werden und Tribünen lassen sich passend verfahren. Um für all diese Konfigurationen stets das richtige Licht abrufen zu können, hat Norka Automation das DALI-Lichtmanagement XaraProfessional installiert.

Steuerung mit fünf DALI-Kreisen „Wir haben fünf DALI-Kreise eingeplant“, erklärt Thomas Jost, der das Projekt bei Norka Automation mitbegleitet hat. „Sie stellen insgesamt 320 Adressen bereit - eine ausreichende Anzahl, um jede Lichtquelle einzeln ansteuern zu können und zusätzlich noch 36 DALI-Bewegungssensoren einzubinden.“ Drei Präsenz- und vier Tageslichtsensoren ergänzen das Hardwarespektrum. Als Bedienstellen kommen drei Touchpanels zum Einsatz. Für die typischen Raum- und Nutzungsformate wurden Lichtszenen vorprogrammiert und abgespeichert. Beispielsweise sind eine Voreinstellung für die Bundesligaspiele mit 1.700 Lux, eine für Tischtennisspiele mit 750 Lux und zwei für den Unisport mit 300 sowie mit 500 Lux abrufbar. Zudem gibt es spezielle Lichtdramaturgien für besondere Momente bei Events: Ist beispielsweise die Szene Showtime aktiv, gehen alle Lichter aus und nur die Beleuchtung in den Gangbereichen bleibt mit 15 Prozent Leistung in Betrieb. Im Reinigungsmodus hingegen sorgen die Bewegungsmelder

dafür, dass das Licht nur dort an ist, wo gerade gearbeitet wird.

Einfache Reinigung, einfache Bedienung Im Interesse einer einfachen manuellen Bedienung wurden 24 Leuchtengruppen definiert, die jeweils einem Hallenbereich zugeordnet sind. Ein Fingertipp auf den Touchpanels genügt, um zum Beispiel nur die oberen oder unteren Tribünen, nur das Spielfeld oder auch nur einen Teil der Hallenfläche zu erhellen. Die Leuchten über den ausfahrbaren Tribünen können sogar ihre Zugehörigkeit wechseln und mal zur Tribünen- oder mal zur Spielfeldbeleuchtung gehören. Eine sicherheitsrelevante Zusatzfunktion wurde durch die Anbindung der Lichtsteuerung an die Brandmeldezentrale realisiert. Das bedeutet: Im Falle eines Feueralarms schalten alle Leuchten in der Halle auf 100 Prozent Helligkeit und sie bleiben so lange an, bis der Feueralarm abgeschaltet wird - und zwar un-

abhängig von den Einstellungen im Regieraum. Die gesamte Lichtsteuerung samt voll vorverdrahtetem, erweiterbarem Schaltschrank, SPS-Programmierung sowie die Inbetriebnahme wurde von Norka Automation geplant und realisiert. Die Lieferung erfolgte anschlussfertig mit dazugehöriger Dokumentation, Montageanleitung und Abnahmeprotokoll.

Volle Beleuchtung bei Feueralarm Für die angedachte spätere Erweiterung der Beleuchtungssteuerung im Rahmen einer weiteren Sanierung der Nebenräume sowie des Außenbereiches wurde der Schaltschrank bereits entsprechend vorbereitet und die gesamte SPS-Steuerung dementsprechend von Anfang an skalierbar realisiert. www.wuppertal.de/ microsite/gmw www.epps-go.de www.norka.de www.norka-automation.de

Das neue Beleuchtungssystem erfüllt im Zusammenspiel mit der nutzungsgerechten Steuer- und Regelungstechnik sämtliche Förderbedingungen gemäß der nationalen Klimaschutzinitiative Klimaschutzprojekte im kommunalen Umfeld (Kommunalrichtlinie), die kommunale Bauherren mit 25 Prozent Förderquote unterstützt.


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Kraftwerk: Interner Energieverbrauch runter Wie Algorithmen die Energieffizienz eines Kraftwerks optimieren konnten Algorithmica Technologies wurde vor mehr als 14 Jahren gegründet. Ausschlaggebend war der Wunsch, zwei hochkomplexe Welten zusammenzubringen - nämlich einmal die der akademischen Mathematik - insbesondere im Bereich maschinellen Lernens -, und die der Industrie. Hauptpfeiler dieser Brücke sind das Domainwissen des Anwenders und die smarte Identifizierung derjenigen Daten, die am besten mit der zu lösenden Problemstellung korrelieren. Wie das funktioniert und was das in der Praxis bedeutet, zeigt das Fallbeispiel eines Kraftwerks. Es geht bei Algorithmica Technologies stets darum, Machine Learning im cleveren Verbund mit Mathematik und Statistik smart einzusetzen. Dabei ist, wie die Experten des Unternehmens betonen, nicht die Menge der Daten entscheidend, sondern die Auswahl der richtigen Daten ist der Garant zum Erfolg. Maschinelles Lernen bedeutet in diesem Zusammenhang Anwendungen, die den individuellen Charakter einer Maschine oder einer Anlage erlernen und als Ergebnis die dazu passenden Modelle (Algorithmen) liefern. Doch das allein reicht nicht: Erst in der Kombination mit dem Wissen des Anwenders erwachsen daraus konkrete industrielle Anwendungen. Diese wiederum können ganz unterschiedlicher Natur sein, also beispielsweise Anwendungen zur Steigerung der Produktivität, zur Verbrauchsoptimierung, Lösungen, die als Frühwarnsystem fungieren, Anwendungen zur Senkung des Ausschusses oder - und hier wird es für die Instandhaltung interessant -, auch zur Reduzierung von Stillstandzeiten. Die Herausforderung: Es geht dabei um Anwendungen für Anwender, auf deren Seite weder Knowhow im Bereich KI noch statistische beziehungsweise mathematische Kenntnisse vorausgesetzt werden können. Praktisch bedeutet dies, dass lediglich die Software installiert wird, wobei die Datenkontrolle sichergestellt ist, denn die Daten müssen weder in die Cloud geladen und dort analysiert werden noch erfordert die Software einen Anbieterzugriff. In Eigenregie und ohne Data Scientist erstellt die Anwendung dann bereits ab der zweiten Maschine beziehungsweise Anlage die entsprechenden Modelle selbstständig - und errechnet mithilfe von Algorithmen Modelle, die nicht nur den Charakter der jeweiligen Maschine/Anlage berücksichtigen, sondern sich darüber hi-

naus dem Alterungsprozess anpassen. Wie dies in der Praxis aussieht, zeigt ein Anwenderbeispiel aus dem Kraftwerksbereich. Ein Kraftwerk verbraucht ja einen Teil der Elektrizität, die es produziert, für den eigenen Betrieb. Es sind vor allem die Pumpen des Kühlsystems und die Ventilatoren im Kühlturm, die viel Strom verbrauchen. Das bedeutet: Die Effizienz des Kraftwerks lässt sich verbessern, wenn man den internen Stromverbrauch reduziert.

fünf Faktoren sind zu jeder Zeit als gegeben zu akzeptieren und können von den Anlagenfahrern nicht verändert werden. Jede physikalische Messung wird stets mit einer gewissen Ungenauigkeit oder Unschärfe vorgenommen. Der Lufttemperatur wird in diesem Fall beispielsweise eine Unschärfe von 2 Grad Celsius zugebilligt. Eine solche Unschärfe zu definieren, hat den Zweck, dass man dadurch

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zwei Betriebspunkte miteinander vergleichen kann. „Wir halten zwei Betriebspunkte für vergleichbar, wenn die Messwerte aller Randbedingungen gleich sind im Sinne der zuvor definierten Unschärfe“, erklärt Sternberg und verdeutlicht: „Die Optimierung erfolgt dann wie folgt: Zu jedem Zeitpunkt messen wir den zurzeit gültigen Betriebspunkt und durchforsten die Messzustände der Vergangenheit, um vergleichbare Punkte zu finden. Für diese vergangenen Punkte erstellen wir ein mathematisches Modell, um dann aufgrund dieses Modells eine optimale Konstellation auch für den gegenwärtigen Zustand vorschlagen zu können.“ Zur Erstellung des Modells standen in diesem Fall eine Unzahl von Variablen der Anlage zur Verfü-

Cleveres Ein- und Ausschalten spart Strom In diesem ganz konkreten Fall sollte der Energieverbrauch der sechs großen Pumpen (je zwei Pumpen mit 1.100 kW, 200 kW und 55 kW Energiebedarf) und acht Ventilatoren mit jeweils 200 kW Energiebedarf, die in dem Kraftwerk zum Einsatz kommen, reduziert werden. „Wir können den internen Stromverbrauch dadurch beeinflussen, dass wir diese Pumpen und Ventilatoren nach Belieben einoder ausschalten - natürlich mit der Einschränkung, dass das Kraftwerk als Ganzes seine ihm zugedachte Funktionen erfüllen muss“, erklärt Randolph Sternberg von Algorithmica Technologies und ergänzt: „Eine weitere Einschränkung ist die Maßgabe, nach der eine Pumpe nur dann ein- bzw. ausgeschaltet werden kann, wenn innerhalb der jeweils letzten 15 Minuten keine Umschaltung (aus oder ein) erfolgte. Diese Vorgabe soll ein zu häufiges Ein- und Ausschalten verhindern.“ Hintergrund: Es sind fünf Faktoren, welche die Randbedingungen dieser Kraftwerksanlage bestimmen, nämlich der Luftdruck, die Lufttemperatur, die Menge des verfügbaren Kühlwassers sowie die Energie, die von jeder der beiden Gasturbinen produziert wird. Diese

Durch Machine Learning konnte in einem Kraftwerk der interne Stromverbrauch erheblich reduziert werden. Bild: Algorithmica Technologies

Es lässt sich die Effizienz eines Kraftwerks erhöhen, wenn man den internen Stromverbrauch reduziert. Bild: Achim Scholty, Pixabay

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gung. Aufgrund dieser Daten konnte man bestimmen, welche Pumpen und Ventilatoren eingeschaltet sein müssen und welche nicht, damit die Anlage dennoch reibungslos laufen kann. „Daraus ergab sich ein mathematisches Modell der Anlage, welches die reale Anlage mit einer Genauigkeit von mehr als 99 Prozent repräsentierte.” Das Modell wurde mithilfe der Machine-LearningTechnik erstellt, d.h. dass der Computer es allein aufgrund der ihm zugeführten Messdaten konstruierte. „Das Modell war also kein von menschlichen Ingenieuren erstelltes“, erklärt der Spezialist. Und diese Methode zahlte sich aus, denn das Modell wurde dahingehend optimiert, dass es den jeweils niedrigsten internen Stromverbrauch berechnete. „Zusammenfassend können wir sagen, dass der interne Stromverbrauch erheblich reduziert werden kann und zwar zwischen 6,8 Prozent und 9,2 Prozent, wodurch die Gesamteffizienz der Anlage um zwischen 0,05 Prozent und 0,06 Prozent gesteigert werden kann, wobei hier zu berücksichtigen ist, dass der interne Stromverbrauch nur 0,7 Prozent der gesamten Energieerzeugung des Kraftwerks ausmacht“, betont Sternberg und freut sich: „Und diese Steigerung wird lediglich durch das gelegentliche Abschalten von ein paar Pumpen und Ventilatoren, wenn sie nicht gebraucht werden, erreicht.“ In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C11 www.algorithmica-technologies.com

Kleinschleifer bietet mehr als große Präzision Stab- und Gradschleifer mit weniger Vibrationen und Gewicht, aber höherer Leistung Atlas Copco Tools bringt neue Kleinschleifer auf den Markt. Die LSF-29-Serie bietet, wie der Hersteller betont, im Vergleich zu den Vorgängermodellen neben mehr Präzision und Langlebigkeit auch einen höheren Bedienkomfort. Das neue Design verspricht zudem ergonomische Vorteile. Gegenüber ihren Vorgängern (LSF 28) bieten die neuen 29erSchleifer mindestens 20 Prozent mehr Leistung und das bei einer mindestens genauso guten Ergonomie, betont der Hersteller Atlas Copco. Möglich wurde dies durch diverse Optimierungsmaßnahmen. So wurde das Leistungs-GewichtsVerhältnis bei den neuen Modellen deutlich verbessert. Auch der 1 kW starke Lamellenmotor der neuen Stabschleifer hat seinen Anteil an den Verbes-

Durch die Pendellagerung lassen sich die Werkzeuge besser führen, da das „Tanzen“ der Schleifstifte auf der Werkstückoberfläche praktisch ausgeschlossen ist.

serungen: Er verfügt nämlich über einen integrierten Drehzahlregler, der die Geschwindigkeit auch bei vergleichsweise starkem Andruck gegen das Werkstück konstant hoch hält. Die Schleifer arbeiten laut Hersteller so stets mit der optimalen Drehzahl. Ergonomisch überarbeitet wurden auch der Haltegriff und der Starter der Schleifer. Der Griff sei handlich, der Sicherheitsstarter liege griffgünstig und der LSF 29 insgesamt gut in der Hand. Außerdem verfügen die verlän-

Die insgesamt 17 Stab- und Geradschleifer der neuen LSF-29-Serie decken in unterschiedlich langen und kurzen Gehäusevarianten und mit Drehzahlen von 3.000 U/min bis 25.000 U/min die Anwendungsbereiche der Metall- und Materialbearbeitung ab. Bilder: Atlas Copco Tools

gerten E-Varianten über eine effektive zusätzliche Schwingungsdämpfung der Spindel, die durch eine robuste dreifache Kugellagerung geführt wird. Das gummierte Gehäuse im Bereich der Spindel trägt mit zur Laufruhe bei. Eine spezielle Pendellagerung senkt ferner die Vibrationswerte deutlich unter den aktuellen Grenzwert von 2,5 m/s2 nach EURichtlinie 2006/42/EC - was auch das Risiko bezüglich vibrationsbedingter Erkrankungen reduziert. www.atlascopco.com


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Zukunftssichere Druckluftaufbereitung Neue F-Gase-Verordnung schickt so manchen Trockner jetzt ins Abseits Kältetrockner sorgen für trockene Druckluft. So gut wie jede Druckluftstation ist mit diesen Maschinen ausgerüstet. Seit 2015 ist die F-Gase-Verordnung EU 517/2014 in Kraft. Diese hat zum Ziel, Emissionen teilfluorierter Treibhausgase (F-Gase) zu minimieren, um der Klimaerwärmung entgegenzuwirken. Die Auswirkungen der Verordnung sind jetzt zu spüren - auch für die Betreiber von Druckluftstationen, da F-Gase in Kältetrocknern als Kältemittel zum Einsatz kommen. Wer seine bestehenden Kältetrockner warten oder reparieren lässt oder wer einen neuen Kältetrockner anschafft, muss sich zwingend an die Vorgaben der FGase-Verordnung EU 517/2014 halten. In diesem Zusammenhang werden bisherige Kältemittel sukzessive vom Markt genommen. Erreicht wird das durch konkrete Verbote, aber auch durch die gezielte Verknappung von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial, dem sogenannten Global Warming Potential (GWP). Bei den Verboten steht das bislang gebräuchliche Kältemittel R 404A im Rampenlicht. Ab nächstem Jahr ist nämlich das Inverkehrbringen neuer R-404AKältetrockner untersagt. Außerdem darf zur Instandsetzung größerer Anlagen ausschließlich gebrauchtes Kältemittel eingesetzt werden. Ab 2030 ist es dann auch im Service komplett verboten. Die Wirkung dieser Maßnahmen sind bereits spürbar: R 404A ist nur noch schwer in größeren Mengen zu bekommen - und wenn, dann ist es sehr teuer.

Achtung: Verknappung Zusätzlich wird das Angebot von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial, wie beispielsweise den häufig eingesetzten Mitteln R 407C und R 410A, gezielt verknappt. Dazu dienen Quoten, die den Kältemittelherstellern und Importeuren verbindlich zugewiesen werden und die ihre Absatzmenge begrenzen.

Zukunftssichere Kältetrockner werden mit einem klimafreundlichen Kältemittel betrieben. Bilder: Kaeser

Für die Nutzung der Quote gilt: Je kleiner die Treibhauspotenziale der verkauften Kältemittel, desto höher ist die erlaubte Absatzmenge. Daher sind Hersteller dabei, ihr Sortiment auf Kältemittel mit möglichst niedrigen Treibhauspotenzialen umzustellen. Dieser Prozess wird sich deutlich verschärfen, da die ursprüngliche Quote schrittweise auf nur noch 21 Prozent abgesenkt wird. Die Verfügbarkeit von Kältemitteln dürfte sich daher umso schneller verschlechtern, je höher ihr Treibhauspotenzial ist. Kurz gesagt: Viele heutige Kältemittel werden künftig für Instandsetzungen nicht mehr oder nur noch zu hohen Preisen verfügbar sein.

dieser den Einsatz eines Kältemittels ermöglicht, das nicht nur heute, sondern auch über den Lebenszyklus der Anlage für Servicearbeiten verfügbar bleibt. Beste Chancen bieten hier Kältetrockner, die bereits mit einem Kältemittel befüllt sind, das ein möglichst geringes Treibhauspotenzial aufweist, oder die nachträglich mit vertretbarem Aufwand auf ein solches umgerüstet werden können.

Wichtig: auf Langlebigkeit ... Manche Hersteller verwenden Mittel, die zwar zurzeit noch eingesetzt werden dürfen,

Bei allen Kältetrocknern, die im Einsatz sind, ist es sinnvoll, mit einem Service durch entsprechend zertifiziertes Personal Undichtigkeiten am Kältekreislauf rechtzeitig vorzubeugen. Dies gilt besonders für ältere Anlagen. Zudem müssen Betreiber auch die neuen Regelungen zu verbindlichen Dichtheitsprüfungen einhalten.

künftig aber entweder verboten oder aufgrund ihres hohen Treibhauspotenzials nicht mehr marktverfügbar sein werden. Betreiber

von solchen Kältetrocknern würden dann innerhalb kurzer Zeit wieder vor der gleichen Problematik stehen.

Riskant: Mittel aus dubiosen Quellen

... und Zukunftssicherheit achten

Für Betreiber ist es daher sinnvoll, wenn sie sich einen Überblick über die derzeit bei ihnen eingesetzten Kältemittel verschaffen und sich bezüglich Handlungsalternativen beraten lassen. Übrigens: Kältemittel zu bevorraten, ist für Betreiber meist keine Möglichkeit. Der Erwerb erfordert nämlich zwingend eine Zertifizierung von Betrieb und Personal. Technisch hochriskant und illegal ist die Verwendung von unquotiertem Kältemittel aus dunklen Quellen.

Vorausschauende Hersteller von Kältetrocknern setzen schon heute bei der Herstellung auf neue Kältemittel wie zum Beispiel das Kältemittel R-513A. Dieses hat den derzeit geringsten GWP-Wert unter den marktverfügbaren Kältetrocknern und ist damit nicht nur deutlich klimafreundlicher, sondern auch die zukunftssicherste Lösung. Daniela Koehler, Kaeser Kompressoren www.kaeser.com

Umrüsten ist keine Alternative Ein Umrüsten der Trockner auf einen Betrieb mit neuen Kältemitteln ist laut Kompressorenhersteller Kaeser in vielen Fällen keine Alternative, da es zum einen technisch nicht immer möglich ist oder aber zum anderen die Kosten für einen Umbau unwirtschaftlich wären. Langfristig betrachtet, mache es daher mehr Sinn, die Anschaffung neuer Trockner in den Investitionsplan mit aufzunehmen und neue Geräte zu installieren. Da es gerade in den letzten Jahren im Bereich der Trocknertechnik große Entwicklungsschritte gab, hat eine Neuanschaffung noch andere Vorteile: Neue Trockner sind in der Regel auf höchste Effizienz und Energiekostenersparnis ausgelegt und brauchen häufig auch noch weniger Platz als ältere Geräte. Neben der Betreibersicherheit im Hinblick auf das Kältemittel könnten so eventuell Energie- und Servicekosten reduziert werden. Wer einen neuen Kältetrockner kauft oder den Kauf eines solchen plant, sollte darauf achten, dass

Gezielte Verknappung bedeutet im Umkehrschluss, dass, je kleiner die Treibhauspotenziale der verkauften Kältemittel sind, desto höher ist die erlaubte Absatzmenge.

Nachverdichtung für H2-, N2- oder O2 Hochdruckverdichter TRx 400 von Mehrer Compression arbeitet absolut ölfrei Mehrer Compression ist ein Hersteller von ölfreien Kolben- und Membrankompressoren aus Süddeutschland. Das Traditionsunternehmen mit einer 130-jährigen Geschichte fokussiert sich auf die Gas- und Luftverdichtung und bietet absolut ölfreie Kompressoren an, die in der Verfahrensund Prozessgasindustrie sowie im Energie- und Umweltsektor zum Einsatz kommen. Der jüngste Spross aus diesem Haus ist der Hochdruckverdichter TRx 400. Mit dem luftgekühlten Kolbenkompressor TRx 400 bietet Mehrer Compression eine Lösung für Anwendungen, bei welchen hohe Enddrücke bis 200 bar mit gleichzeitig hohen Vordrücken bis 35 bar realisiert werden müssen.

trocken oder feucht. Typische Anwendungen sind z.B. die Verdichtung von Wasserstoff nach der Elektrolyse, die Nachverdichtung von Stickstoff oder Sauerstoff für Gasgeneratoren sowie die Rückgewinnung von Edelgasen. Auch die Verdichtung toxischer sowie brennbarer Gase ist mit dem Gerät möglich.

Ölfrei und modular Wie alle Kompressoren des genannten Herstellers verdichtet auch dieses Modell absolut ölfrei und kann aufgrund des modular aufgebauten Zylinderblocks auf individuelle Verdichtungsbedürfnisse angepasst werden. Der Hochdruckkompressor ist als ein- und zweistufige Variante erhältlich und ermöglicht die Verdichtung von jeglichen Prozessgasen und Gasgemischen, egal ob

Hohe Verfügbarkeit und Prozesssicherheit

Der TRx 400 kommt insbesondere bei der Nachverdichtung, Gasflaschenfüllung sowie Synthesegasspeicherung zum Einsatz. Bild: Mehrer Compression

Der Verdichter kann wahlweise als Block, Aggregat oder Anlage ausgeliefert werden. Der Hersteller verweist außerdem auf die robuste Bauweise und die Kreuzkopfkonstruktion, die für eine hohe Anlagenverfügbarkeit sowie Prozesssicherheit sorgen soll. www.mehrer.de


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Bedarfsgerecht direkt aus dem Container Neue Druckluftversorgung einer Wertstoffsortieranlage reduziert Ausfallzeiten Drei drehzahlgeregelte Schraubenkompressoren von Atlas Copco versorgen seit gut einem Jahr die Wertstoffsortieranlage der Böhme GmbH in Neukühschwitz bei Rehau, gelegen im oberfränkischen Landkreis Hof, mit Druckluft. Aufgrund der rauen Umgebungsbedingungen entschieden sich die Verantwortlichen für eine Containerlösung. Diese schützt die Maschinen und minimiert auf diese Weise Ausfallzeiten. Außerdem konnte die neue Druckluftstation, die vom Hersteller bereits vorgefertigt angeliefert wurde, in kürzester Zeit in Betrieb genommen werden. Stefan Böhme, Betreiber der zweitgrößten Wertstoffsortieranlage Bayerns, setzt auf das Thema Recycling. Das zeigt sich exemplarisch bei dem Steg, der über einen kleinen Teich zum Eingang des Bürogebäudes führt. Die Bohlen, die aussehen wie Holz, sind nämlich aus Recyclingkunststoff gefertigt. „Die Paneele stellt ein Unternehmen in Hessen aus unserer Mischkunststoff-Fraktion her“, betont Böhme und ergänzt: „Auch für Bootsstege ist das Material aufgrund seiner Haltbarkeit sehr gefragt.“ Für Böhme ist es wichtig, dass aus den sortierten Fraktionen wieder etwas Sinnvolles entsteht - und das möglichst auf kurzen Wegen bei regionalen Wiederverwertern. „Es war immer unsere Philosophie, nicht nur das zu tun, was uns der Gesetzgeber vorschreibt, sondern mit den gegebenen technischen Möglichkeiten so viel Material aus den gesammelten Wertstoffen herauszuholen und wiederzuverwerten wie möglich“, führt Böhme aus.

Druckluftbedarf steigt Im vergangenen Jahr wurden in der Anlage rund 70.000 Tonnen an Leichtverpackungen sortiert. Das ist rund zehnmal so viel wie bei der Gründung des Standortes vor 22 Jahren. „Anfangs hatten wir 14 Leute, die in einer Schicht an fünf Förderbändern standen und manuell sortiert haben“, veranschaulicht der Betreiber die Entwicklung. Seitdem wurde die Anlage Jahr für Jahr erweitert und automatisiert. Inzwischen wird nur noch wenig von Hand sortiert; die meisten Handsortierkräfte haben im Unternehmen andere Aufgaben übernommen. Heute beschäftigt Böhme insgesamt 115 Mitarbeiter. Die Sortierung der Kunststoffe erledigen mittlerweile unter

In der neuen Druckluftstation arbeiten drei öleingespritzte Schraubenkompressoren vom Typ GA 75 VSD+, einer davon als Redundanz. Der Einsatz dieser Kompressoren hat sich für Böhme in doppelter Hinsicht gelohnt: Zum einen ist der Stromverbrauch merklich gesunken, zum anderen wurden Maschinen, Steuerung und Installation der Anlage mit 30 Prozent vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Als nächster Schritt steht nun die Installation einer Wärmerückgewinnung für die Druckluftstation und ihre Einbindung ins bestehende Heizungssystem an.

anderem sogenannte Nah-Infrarotgeräte. Die scannen das Material, erkennen durch IR-Technik in Sekundenbruchteilen eine zuvor programmierte Fraktion, wie beispielsweise Polypropylen und Polyethylen, und senden dann im richtigen Moment einen Luftimpuls, der das gewünschte Material über einen Trennscheitel auf ein Förderband schießt. Neun dieser Maschinen sind inzwischen im Einsatz. Hinzu kommt noch ein Filmsorter, der nach demselben Prinzip arbeitet und speziell für die Erkennung von Folien eingesetzt wird. Mit steigendem Automatisierungsgrad ist auch der Druckluftbedarf bei Böhme stetig gestiegen. Ende 2017 kamen dann die vier vorhandenen Kompressoren, die in einem offenen

Die Böhme GmbH betreibt die zweitgrößte Wertstoffsortieranlage Bayerns. Im Jahr 2015 nahm eine der modernsten Sortieranlagen ihren Betrieb auf. Bild: Böhme

Container untergebracht waren, damit aber endgültig an ihre Leistungsgrenzen. „Wir wollten mal wieder neue Aggregate in die Sortieranlage einbinden, und dabei stellte sich dann die Frage nach einer passenden Druckluftversorgung“, berichtet Lars Hillebrand, Assistent der Geschäftsführung. Er ist auch für den Aufbau der neuen Druckluftstation verantwortlich. „Unsere Kompressoren waren schon sehr verschlissen und liefen am Limit. Redundanz hatten wir keine, sodass wir die Produktion bei Störungen nur noch teilweise aufrechterhalten konnten.“ Bei seiner Internetrecherche wurde Hillebrand auf die Kompressoren von Atlas Copco aufmerksam. „Auf meine Anfrage bekam ich bereits nach einer Stunde einen Rückruf. Und in der folgenden Woche hatten wir schon das erste Beratungsgespräch hier vor Ort“, betont er. Die zügige Reaktion in Kombination mit dem passenden Konzept bescherte dem Kompressorenhersteller schließlich den Zuschlag für das Projekt.

Schnelle Reaktion, passendes Konzept „Der Zeitplan für die Umsetzung war ambitioniert“, erinnert sich Şevket Suzan, technischer Berater bei Atlas Copco. „Schon im April 2018 sollte die Anlage von der neuen Druckluftstation versorgt werden.“ Da war es hilfreich, dass das Institut für Energie und Umwelt (BFE) parallel bereits eine Druckluftverbrauchsmessung durchgeführt hatte. Das BFE unterstützt die Böhme GmbH auch bei der Durchführung eines Energieaudits gemäß EN 16247, das alle Einsparmöglichkeiten im Unternehmen auslotet und dazu auch die Drucklufterzeugung als großen Energieverbraucher unter die Lupe nimmt. „Nach der Erweiterung der Sortieranlage wurde ein Druckluftbedarf von 28 Kubikmetern pro Minute bei einem Betriebsüberdruck zwischen 7 und 8 bar erwartet“, erklärt Suzan und ergänzt: „Daraufhin schlugen wir eine Anlage mit drei Kompressoren vor, die jederzeit 30 Kubikmeter pro Minute liefern kann - auch wenn eine der Maschinen ausfällt.“ Wegen der hohen Bedarfsschwankungen fiel die Wahl auf den Einsatz drehzahlgeregelter Kompressoren. „So können wir exakt die Druckluftmenge erzeugen, die in der Sortieranlage benötigt wird“, begründet Hillebrand die Entscheidung. Weiter auf Seite 30

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Lars Hillebrand, Assistenz der Böhme-Geschäftsführung, ist für das Druckluftprojekt verantwortlich: „Mit den drehzahlgeregelten Kompressoren können wir exakt die Druckluftmenge erzeugen, die in der Sortieranlage benötigt wird. Das war der ausschlaggebende Punkt, der uns vom Atlas-Copco-Konzept und den energetischen Vorteilen der Kompressoren überzeugt hat.“


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Konsequent die Anwenderbranchen im Fokus Energieeffiziente Technologien für die Erzeugung von Blasluft und Vakuum Die Gebr. Becker GmbH, ein Hersteller von Vakuumpumpen, Verdichtern und Luftversorgungssystemen, bietet unter anderem verschiedenste Lösungen für besonders wachstumsstarke Anwenderbranchen, wie zum Beispiel für den Bereich der additiven Fertigungstechnologien. Hier werden beispielsweise hochwertige Gebläse benötigt, die das Inertgas im Arbeitsraum der Maschinen umwälzen oder das pneumatische Fördern des Metallpulvers übernehmen. Die gasdichten und drehzahlgeregelten Seitenkanalgebläse der Baureihe VASF und SV sowie die ebenfalls gasdichten Wärmetauscher der Firma Gebr. Becker GmbH sind unter anderem für die Anwendung auf dem Gebiet der additiven Fertigung konzipiert. Ihr Einsatz schafft, wie der Hersteller betont, auch die Voraussetzung für die hierbei benötigte präzise Temperaturführung. Die gasdichte Ausführung verhindert den Eintrag von Sauerstoff und hält das Schutzgas ohne Leckageverluste im Prozess. Einen anderen Branchenfokus hat

eine aktuelle Erweiterung der VASF-Baureihe. Sie wurde auch im Hinblick auf die Anforderungen bei Brennstoffzellen-Anwendungen entwickelt: Hier beziehen die Gebläse, die der Kathodenseite Luftsauerstoff zuführen, ihre Energie direkt von der Brennstoffzelle. Unter diesen Voraussetzungen konnte bei der neuen Generation der VASF2-Seitenkanalverdichter, so der Hersteller, der Wirkungsgrad im Vergleich zur Vorgängerserie um rund zehn Prozent gesteigert werden. Zum Produktportfolio gehören zudem Vakuumpumpen der Serie

Fortsetzung von Seite 29 Bei den drei Maschinen der neuen Druckluftstation handelt es sich um öleingespritzte Schraubenkompressoren vom Typ GA 75 VSD+, wovon einer als Redundanz dient. „Trotz der Reservemaschine können wir damit einen Grundlastwechsel generieren, weil die drei Maschinen gleich groß sind. Auf diese Weise lasten wir sie gleichmäßig aus“, erläutert Şevket Suzan. Die GA-VSD+-Kompressoren sind mit einer Drehzahlregelung und energiesparenden Permanentmagnetmotoren ausgestattet. Mit ihnen lassen sich im Vergleich zu einer schlecht ausgelasteten Drucklufterzeugung mit Last-Leerlauf-Regelung Energieeinsparungen von bis zu 50 Prozent erzielen. Im Vergleich zur Vorgängergeneration sind die Maschinen noch einmal um 9 Prozent effizienter, betont der Hersteller. Die erzeugte Druckluft gelangt in eine Sammelleitung und durchläuft mehrere Aufbereitungsstufen. Wegen der kalten Winter lag ein besonderes Augenmerk auf der Drucklufttrocknung. „In der warmen Jahreszeit erzeugen wir kältegetrocknete Druckluft mit einem Taupunkt von drei Grad Celsius“, erklärt Hillebrand. „In den Wintermonaten ist diese Gegend

hier jedoch als Bayerisch-Sibirien bekannt. Da wir Außenleitungen haben, besteht immer die Gefahr, dass Wasser kondensiert. Um dem vorzubeugen, haben wir zwei Adsorptionstrockner mit im Konzept.“ Die Druckluft durchläuft dann sowohl den drehzahlgeregelten Kältetrockner vom Typ FD 760 VSD als auch einen warmregenerierenden Adsorptionstrockner BD 550+. Sie enthält dadurch deutlich weniger Feuchtigkeit: In dem Fall liegt der Drucktaupunkt bei minus 40 Grad Celsius. „Wir haben das System so aufgebaut, dass wir Kompressoren und Trockner flexibel miteinander kombinieren können und so für alle Fälle gerüstet sind“, beschreibt Suzan die Lösung. „Dafür steht uns zur Sicherheit auch noch ein kaltregenerierender Trockner vom Typ CD 550+ zur Verfügung. Der würde zum Zuge kommen, wenn in den Wintermonaten der warmregenerierende Trockner ausfällt. Wird der Kältetrockner gewartet, können wir auch nur über den Adsorptionstrockner fahren.“ Beim warmregenerierenden Adsorptionstrockner handelt es sich um ein Gerät in der Ausführung „Zero Purge“. Das heißt, der Regenerationsprozess des Trockenmittels kommt ohne Spülluft aus. „Wir eliminieren die Feuchtigkeit

Die Druckluftstation ist in zwei parallel miteinander verbundenen 40-Fuß-High-CubeContainern untergebracht. Die Außenluft wird über Filtermatten gereinigt. Bilder: Atlas Copco

U5, die speziell für Verpackungsprozesse in der Lebensmittelindustrie entwickelt wurden. Sie ermöglichen laut Hersteller das hygienegerechte Verpacken von Frischewaren in stickstoff- oder sauerstoffhaltiger Atmosphäre und regeln selbsttätig den variierenden Luftbedarf, was Energie spart. Außerdem gehören diese Pumpen mit mindestens sieben Prozent kürzeren Evakuierungszeiten im Vergleich zu marktüblichen Vakuumpumpen zu den effizientesten Hochleistungs-Vakuumpumpen im Lebensmittelverpackungsmarkt, betonen die Ver-

Die Drucklufterzeugung wird über den Optimizer 4.0 gesteuert. Der sorgt dafür, dass die drehzahlgeregelten Maschinen immer am bestmöglichen Betriebspunkt laufen.

mittels Zusatzheizung aus dem Trockenbett“, erläutert Suzan das Prinzip. „Denn die elektrische Heizung ist hier effizienter als die Erzeugung von Spülluft über die Kompressoren. Beim kaltregenerierenden Trockner liegt der Spülluftbedarf je nach Temperatur und Volumenstrom bei 15 bis 30 Prozent der Kompressorleistung.“ Neben den Trocknern umfasst die Druckluftaufbereitung zwei UD+Filter von Atlas Copco, die Allzweck- und Hochleistungsfilter kombinieren, sowie zwei Staubfilter, die den Adsorptionstrocknern nachgeschaltet sind. Koordiniert wird die komplette Drucklufterzeugung über die neue Optimizer-4.0-Steuerung. „Wir können hier ein sehr enges Druckband von plus/minus 0,1 bar fahren, auch weil wir für das Konzept drehzahlgeregelte Maschinen ausgewählt haben“, erläutert Suzan. „Außerdem ist es ein Alleinstellungsmerkmal von Atlas Copco, dass wir den drehzahlgeregelten Kompressoren im Verbund nicht nur ein Anforderungssignal weitergeben und die Regelung der Maschine überlassen, sondern über den Optimizer 4.0 ganz klar vorgeben, mit welcher Drehzahl der Kompressor fahren soll.“ Die gesamte Druckluftstation ist in zwei parallel verbundenen 40Fuß-High-Cube-Containern untergebracht. Die benötigte Außenluft

Bei der neuen Generation der VASF2-Seitenkanalverdichter konnte der Wirkungsgrad im Vergleich zur Vorgängerserie um rund zehn Prozent gesteigert werden. Bild: Gebr. Becker

antwortlichen von Becker. Ein zentraler Baustein für die effiziente Erzeugung von Blasluft und Vakuum ist hierbei der Variair Controller+ (kurz Vacon). Diese Steuerung, eine Eigenentwicklung von Becker, ermöglicht laut Hersteller die bedarfsgerechte

Regelung und Koordination auch von mehreren Gebläsen, Verdichtern und Vakuumpumpen auf einem oder unterschiedlichen Druckniveaus. Über einen Touchscreen kann der Anwender die gewünschten Parameter eingeben. www.becker-international.com

wird dabei über Filtermatten gereinigt. „Der Container ist die beste Lösung, die wir hier umsetzen konnten“, betont Hillebrand. „Die Aggregate stehen sauber und trocken, und bei Bedarf kann ich die komplette Station verlegen. Wir haben hier eine hohe Staubbelastung, viel Dreck und Feuchtigkeit. Das ist natürlich Gift für die Maschinen.“ Auch die gewünschte schnelle Realisierung des Projekts ließ sich mit der Containerlösung umsetzen. Denn die Kompressoren konnten vorinstalliert werden. Die Umstellung von der alten auf die neue Druckluftstation dauerte dann lediglich einen halben Tag, da nur noch die Medienanschlüsse im Plug-and-Play-Verfahren verbunden werden mussten.

nicht verlassen. Sie werden allerdings auch nicht von den Druckluftexperten von Atlas Copco aufbereitet, sondern müssen intern analysiert und ausgewertet werden.„Aktuell sind wir dabei, die kompletten Verbrauchsdaten unserer Sortieranlage inklusive Druckluft zusammenzuführen“, berichtet Tamara Munzert, die bei Böhme für Energiemanagement, IT und Marketing zuständig ist. „Die notwendigen Messgeräte sind bereits eingebaut, sodass wir dann den Energieverbrauch bis zum kleinsten Gerät nachweisen können. Das ist die Voraussetzung für unser Energieaudit gemäß EN 16247.“ „Zum Stromverbrauch haben wir zwar noch keinen Langzeitwert, aber der wird sich durch die drehzahlgeregelten Maschinen definitiv verbessern“, ist sich Hillebrand sicher. Bei der Investition sei es aber nicht nur um Energieeffizienz gegangen, sondern vor allem um Zuverlässigkeit und einen störungsfreien Betrieb. „Durch die volle Redundanz haben wir nun keine Ausfallzeiten mehr, die auf die Druckluft zurückzuführen wären“, zieht Hillebrand Bilanz. „Und die saubere Containerlösung hat darüber hinaus den Wartungsaufwand minimiert.“ www.atlascopco.de

Visualisierung und Monitoring Über den Optimizer 4.0 und die Software Smartview von Atlas Copco wird die Druckluftanlage visualisiert und die erzeugte Druckluftmenge dokumentiert. Im Gegensatz zum internetbasierten Datenüber wachungs-Ser vice Smartlink des Herstellers müssen die Daten dafür das Unternehmen

In der kalten Jahreszeit wird der Kältetrockner mit einem warmregenerierenden Adsorptionstrockner vom Typ BD 550+ Zero Purge kombiniert. Zero Purge bedeutet, dass der Regenerationsprozess des Trockenmittels komplett ohne Spülluft auskommt.


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DRUCKLUFT TECHNIK

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Mader zeigt, wie Druckluft 4.0 aussehen kann Mit neuen Druckluftpaketlösungen zu einem smarten Druckluftsystem Der Druckluft- und Pneumatikspezialist Mader bietet drei Druckluft-4.0-Paketlösungen an. Er übernimmt dabei die Installation der Sensor- und Messtechnik sowie die Anbindung an das ebenfalls im Paketpreis inkludierte Onlineportal „Looxr Druckluft 4.0“ mittels Cloud-Plug. Neben den Funktionen zur Überwachung des Druckluftsystems wie im Paket „Condition Monitoring“ enthalten, bieten die Spezialisten in den Paketen „Predictive Maintenance“ und „Analytics“ zusätzliche Leistungen wie Wartungsservice und Fernüberwachung an. „Analytics“ wartet zudem mit einer fortwährenden Datenanalyse zur Systemoptimierung auf. Alle Pakete können auch mit der Dienstleistung „Leckagemanagement“ und einer „Pay-per-Use-Lösung“ kombiniert werden. „Der große Vorteil unserer Lösung ist, dass sie nachrüstbar und schnell einsatzbereit ist“, erklärt Vasileios Balachtsis, der für den Bereich Innovationsmanagement bei Mader verantwortlich ist, und ergänzt: „Der Kunde kann direkt mit der bereits im Unternehmen vorhandenen Sensor- und Messtechnik starten - und zwar unabhängig vom Hersteller.“ Je nachdem, welche Ziele mit der Installation verfolgt werden sollen, kann allerdings auch die Installation zusätzlicher Sensoren und Messtechnik sinnvoll sein. Clever: Die gesamte Mess- und Sensortechnik wird bei diesen Lösungen mittels eines Cloud-Plugs an das Portal angebunden. Dabei werden die Daten über das mobile

Datennetz an die europäischen, DSGVO-konformen Looxr-Server übertragen. Im Looxr-Portal wiederum hat der Druckluftanwender die Möglichkeit, alle Messwerte aus dem Kompressor und den angeschlossenen Sensoren in Echtzeit zu verfolgen, also z.B. den Energieverbrauch, den Volumenstrom, den Drucktaupunkt und den Systemdruck.

Den Kompressor in der Hosentasche tragen Zudem kann man das Portal an die persönlichen Bedürfnisse anpassen, individuelle Dashboards anlegen, Alarmwerte setzen und Störmeldungen einrichten. Das Portal

ist browserbasiert und kann über alle Endgeräte erreicht werden. Für den Instandhalter bringe das klare Vorteile, meint Marco Jähnig, Mitglied der Mader-Geschäftsleitung. Er veranschaulicht: „Mit der Lösung hat er seinen Kompressor, ja wenn er will, sogar die gesamte Druckluftkette, immer in der Hosentasche dabei.“ Praktisch bedeutet dies: Werden selbst gesetzte Werte, wie beispielsweise der Betriebsdruck, unter- oder überschritten, wird der Nutzer schon beim kleinsten angebotenen Paket, dem „Condition Monitoring“, automatisch informiert, sodass rechtzeitig gegengesteuert werden kann. Will der Druckluftanwender diesen Part abgeben, besteht die Mög-

„Das Besondere an der Livesicht im Looxr-Portal ist, dass der Kunde jederzeit Echtdaten sieht, also real gemessene Werte - keine Hochrechnungen oder theoretischen Werte“, erläutert Vasileios Balachtsis, der für den Bereich Innovationsmanagement bei Mader verantwortlich ist. Bild: Mader

lichkeit, das Paket „Predictive Maintenance“ zu wählen und den Wartungsservice sowie die Fernwartung an Mader zu übertragen. „So schafft sich der Instandhalter Freiraum für andere, wichtigere Aufgaben“, sagt Jähnig.

Einsparpotenziale aufdecken Durch die transparente Darstellung von tatsächlich gemessenen Energieströmen und Verbräuchen, die manchmal erheblich von den theoretischen Werten abweichen können, werden bei diesen Lösungen auch

Einsparpotenziale aufgezeigt, die andernfalls im Verborgenen bleiben würden. Mit dem dritten Paket „Analytics“ lassen sich die erfassten Daten noch weiter analysieren und Zusammenhänge zwischen einzelnen Werten visualisieren. Der Zugang zu Benchmarks erlaubt dabei eine tiefergehende Analyse und Einschätzung der Leistungsfähigkeit sowie Effizienz des eigenen Systems. „Das kann neue Erkenntnisse für die Optimierung des gesamten Systems bringen“, ist sich Balachtsis sicher. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C34 www.mader.eu


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Come on baby, let's do the twist Rundtaktanlage Twister sorgt in Roboterzelle für saubere Bauteile Als spezialisierter Zulieferer der Automobilindustrie fertigt die KSM Castings Group in Gieß- und Fertigungsprozessen Komponenten und Systeme aus Aluminium und Magnesium. Im Rahmen eines Auftrags zur Fertigung von Drosselklappen für einen Automobilhersteller benötigte das Unternehmen unlängst eine weitere Reinigungsanlage, um die Aluminiumteile von Kühlschmierstoffen und Spänen zu befreien. Der vollautomatisierte Fertigungsablauf bei KSM ist dabei so konzipiert, dass die neue Reinigungsanlage innerhalb einer roboterversorgten Produktionsinsel zwischen mechanischer Be-

arbeitung und Dichtheitsprüfung eingesetzt wird. Die Herausforderungen waren zahlreich, denn zum einen ist das Platzangebot für das Reinigungssystem inklusive der vorge-

Jeweils drei zu reinigende Drosselklappen werden vom Roboter auf die speziell gefertigten Werkstückträger aufgesetzt und rotieren im automatischen Taktverfahren durch die Kammern.

sehenen Trocknung extrem gering. Zum anderen fordern kurze Taktzeiten und höchste Reinheitsanforderungen eine hohe Präzision und Zuverlässigkeit im Prozessablauf. Beim Thema Reinigungsanlagen arbeitet KSM bereits seit Jahren mit dem emsländischen Hersteller Bvl Oberflächentechnik zusammen. Wie in vorhergehenden Projekten wurden wieder intensive Vorgespräche geführt, um die bestmögliche Lösung zu finden. Dabei stellte sich heraus, dass das neue Konzept der Rundtaktanlage Twister für den gegebenen Anwendungsfall gut geeignet war, da das System auf kleinstem Raum mit hoher Effizienz und Schnelligkeit arbeitet. Mittlerweile ist die Anlage installiert. Und so läuft die Reinigung in der Praxis: Ein Roboter in der Fertigungsinsel setzt die Bauteile passgenau auf speziell ange-

Einstieg in eine gründliche Reinigung Neuheit: Kompakt ausgeführte Spritzreinigungsmaschine mit Einbadtechnik Der Alpirsbacher Maschinenhersteller Mafac verspricht mit der Pura ein leistungsfähiges Einstiegsmodell für die schnelle, gründliche Reinigung. Die kompakte Spritzreinigungsmaschine mit Einbadtechnik ist als Allrounder für den dezentralen Einsatz gedacht. Technologisches Herzstück der neuen Spritzreinigungsmaschine Pura ist laut Hersteller Mafac die patentierte und bewährte Verfahrenstechnologie mit gegenoder gleichläufiger Korb-DüsenRotation. Infolgedessen arbeitet auch die Pura gezielt mit Turbulenzen und erreicht damit, so der Hersteller, eine sichere wie effektive Abreinigung der Bauteiloberflächen. Die Trocknung erfolgt über ein

Warmluft-Impulsblassystem. Das Standardwahlprogramm der Maschine ist dabei so ausgelegt, dass eine einfache Bedienung für jedermann möglich sei. Die Inbetriebnahme könne durch den Anwender selbst erfolgen; bei Bedarf stehen aber auch ein Telefonsupport oder ein Servicemonteur zur Verfügung. Auch sonst unterstütze die Ausstattung eine unkomplizierte Handhabe: Das Starter-Kit mit Korb und Rei-

Die Ein-Tankmaschine mit Spritzreinigung eignet sich nach Herstellerangaben für die schnelle und einfache Reinigung von Bauteilen. Der Spannungsbereich der Maschine, die direkt ab Lager verfügbar ist, wurde für den weltweiten Einsatz ausgelegt. Bild: Mafac

niger erleichtert laut Hersteller den Einstieg, das kleine Korbmaß (471 x 321 x 200 Millimeter) erlaubt kleine Chargen oder die schnelle Zwischen- und Endreinigung einzelner Werkstücke. Für lange und stabile Badstandzeiten sorgen ein optionaler Koaleszenz-Ölabscheider sowie eine integrierte Hauptstromfiltration. „Mit der Mafac Pura runden wir unser Produktprogramm nach unten hin ab und sprechen gezielt diejenigen an, die in die wässrige Teilereinigung einsteigen, über wenig Erfahrungswerte verfügen oder sich in einem engen Budgetrahmen bewegen“, erklärt Peter Ruoff, Leiter Marketing und Vertrieb bei Mafac. In diesem Zusammenhang entschied sich das Unternehmen erstmals für das „Maschine-to-goPrinzip“. Dabei wird die Pura im 10er Los gebaut und ist demzufolge sofort ab Lager lieferbar. „Der Anschaffung gehen keine Testreinigungen voraus. Wir vertrauen bei den einfachen Anwendungen, für welche die Pura konzipiert ist, auf unsere Erfahrungswerte. Diese sind alle standardisiert in die Produktentwicklung miteingeflossen, sodass keine individuellen Anpassungen notwendig sind“, betont Ruoff. Für den Anwender bedeutet dies: Plug and Play. www.mafac.de

Die Twister-Rundtaktanlage punktet mit ihrem Platzbedarf. Gleichzeitig kommt sie in der automatisierten Produktion bei KSM mit den hohen Taktzeiten zurecht und liefert eine zuverlässige Sauberkeit. Bilder: Bvl

fertigte Werkstückträger. Diese sind so konzipiert, dass jeweils drei Drosselklappen innerhalb einer Kammer gleichzeitig behandelt werden. Nach der vollständigen Bestückung des ersten Werkstückträgers öffnen sich die Edelstahltüren zwischen den Behandlungskammern und die Plattform der Anlage rotiert um 90 Grad. In der ersten Kammer erfolgt dann die Reinigung mithilfe eines angetriebenen Rotationsdüsensystems mit Flachstrahldüsen, das auf die Geometrie der Bauteile abgestimmt ist. Eine Umwälzpumpe gewährleistet hier die Versorgung der Spritzeinrichtung und eine entsprechend intensive Reinigung. Nach der automatischen Vortaktung erfolgt die Nachspülung in der nächsten separaten Behandlungszone mit einem separaten Spritzsystem aus dem

Spültank. Analog zur Waschzone rotiert das Düsensystem um die schräg eingesetzten Bauteile. In der nachfolgenden Zone erfolgt die Trocknung mithilfe eines rotierenden Düsensystems ähnlich denen in den Nassbehandlungszonen, welches sich aus einem Seitenkanalverdichter speist. Auch Sacklochbohrungen werden auf diese Weise zuverlässig getrocknet. Nach der automatischen Weitertaktung um weitere 90 Grad werden die Bauteile vom Roboter entnommen und der anschließenden Dichtheitsprüfung zugeführt. Durch das gleichzeitige Reinigen, Spülen, Trocknen und Be- bzw. Entladen werden laut Lösungsanbieter die Produktionsnebenzeiten stark reduziert und die notwendige kurze Taktzeit kann eingehalten werden. www.bvl-cleaning.com/de/


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Komfortabel entgraten mit CO2-Schnee Wie sich Kunststoffbauteile in einem Prozess trocken entgraten und reinigen lassen Kunststoffbauteile weisen üblicherweise nach dem Spritzgießen oder nach einer mechanischen Bearbeitung Grate auf, die zu entfernen sind. Als effiziente und sogar inlinefähige Entgrat- und Reinigungsalternative bietet sich bei harten und spröden Kunststoffen wie PEEK und PPS die CO2Schneestrahltechnologie an, die in einem Prozess entgratet und reinigt. Unabhängig davon, ob Kunststoffbauteile spritzgegossen oder mechanisch bearbeitet werden, auf der Oberfläche befinden sich stets Rückstände. Diese müssen für eine qualitativ hochwertige Weiterver-

arbeitung beziehungsweise eine einwandfreie Funktion der Werkstücke und Komponenten wieder entfernt werden. Geht es dabei um Grate und Rückstände von Bearbeitungsmedien, kann die QuattroClean-Technologie von Acp Systems eingesetzt werden. Sie funktioniert bei harten und spröden Kunststoffen wie Poly phenylensulfid (PPS) und Polyetheretherketon (PEEK). Das modular aufgebaute System arbeitet mit flüssigem und praktisch unbegrenzt haltbarem Kohlendioxid (CO2), das als Nebenprodukt bei chemischen Prozessen und der Energiegewinnung aus Biomasse entsteht. Das CO2 gilt daher als umwelt6.– 8. NOVEMBER 2019 neutral, es ist nicht BAD SALZUFLEN brennbar und es ist ungiftig. www.fmb-messe.de Für den Entgrat- und 7 9 4 Reinigungsprozess e: 1 und d o C wird das Kohlenen s ö l s n ei l o s e n ! dioxid durch die vern e t r k o s t siche schleißfreie Zweie T ick stoff-Ringdüse des Quattro-Clean-Sys tems geleitet. Es entspannt sich beim Austritt aus der Düse e und wird zu feinem Jahr CO2-Schnee. Dieser wird durch einen ringförmigen Mantelstrahl aus Druckluft gebündelt und auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt. Beim Auftreffen des gut fokussierbaren, minus 78,5 Grad Celsius kalten Schneedruckluftstrahls auf die zu bearbeitende Oberfläche kommt es zu einer Kombi12.– 13. FEBRUAR 2020 nation aus thermiAUGSBURG schem, mechanischem, Lösemittelwww.fmb-sued.de und Sublimationseffekt. Die Entgratwirkung basiert dabei einerseits auf dem thermischen Effekt, denn durch die SchockZULIEFERMESSE abkühlung verspröden die Grate. FÜR MASCHINENBAU, Andererseits kommt es während des PhaAUTOMATISIERUNG senübergangs des CO2-Schnees von fest UND PRODUKTION zu gasförmig zu einer rund 600-fachen Volumenvergröße -

EINE MESSE. EIN ZIEL. ZWEI STÄDTE.

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rung. Dadurch entstehen MikroDruckwellen, die sich mit hoher Geschwindigkeit ausbreiten. Die dabei auftretende Kraft reicht aus, um die Grate von den Bauteilen zu entfernen. Aus der Kombination der vier Wirkmechanismen resultiert gleichzeitig eine effektive und homogene Reinigungsleistung. Sie entfernt teilchenförmige Verunreinigungen wie die abgelösten Grate, Staub und Partikel ebenso prozesssicher und reproduzierbar wie filmische Kontaminationen,

Die Entgratung und Reinigung erfolgen materialschonend, sodass auch empfindliche, sehr filigrane und fein strukturierte Oberflächen bearbeitet werden können. Bilder: Acp Systems

beispielsweise Reste von Trennmitteln und Silikonen, so der Hersteller des Reinigungssystems. Abgelöste Grate und Verunreinigungen werden dabei durch die

Die nach dem Spritzgießprozess vorhandenen Grate werden prozesssicher und reproduzierbar entfernt. Angepasst an die jeweiligen Entgrat-, Sauberkeits- und Taktzeitvorgaben realisiert der Hersteller hierfür auf Standardmodulen basierende, angepasste Anlagenkonzepte, die als Standalone-Lösung oder fertigungsintegriert beziehungsweise in verketteten Produktionsumgebungen betrieben werden können.

aerodynamische Kraft der Druckluft von der Bauteiloberfläche abgeführt und durch eine in die Bearbeitungszelle integrierte Absaugung abtransportiert. Da das CO2 sublimiert, sind die Werkstücke nach der Bearbeitung trocken und können sofort weiterverarbeitet oder verpackt werden. Der skalierbare Prozess lässt sich an unterschiedliche Bauteilgeometrien anpassen und ermöglicht eine partielle oder ganzflächige Bearbeitung. Die Prozessparameter wie Volumenströme für Druckluft und Kohlendioxid, Strahlbereich und Strahlzeit werden durch Versuche im Technikum von Acp Systems auf die jeweilige Applikation, die Materialeigenschaften sowie die zu entfernenden Grate und Verunreinigungen abgestimmt. Sie können als teilespezifische Programme in der Anlagensteuerung hinterlegt werden. www.acp-systems.com

Eine Anlage punktet mit doppeltem Nutzen hochdruckwasserstrahl-Entgraten und Bauteilreinigung in einem Auf der diesjährigen parts2clean in Stuttgart (22. bis 24. Oktober) stellt Ecoclean das neue Anlagenkonzept Ecocvelox vor. Es kombiniert das Hochdruckwasserstrahl-Entgraten mit verschiedenen Niederdruckprozessen für die Bauteilreinigung in einem einzigen Prozess. Die Vorgaben zur partikulären Sauberkeit von Bauteilen für mechatronische Komponenten werden zunehmend strenger. Spezifikationen von kein Partikel größer als 400 Mikrometer oder auch darunter sind mittlerweile an der Tagesordnung. Dabei ist eine prozesssichere Entgratung die Grundvoraussetzung, um

diese Anforderungen zu erfüllen. Angepasst an dieses Anforderungsprofil ist das neue Anlagenkonzept Ecocvelox von Ecoclean. Hierbei handelt es sich um ein System, welches das 5-AchsHochdruckentgraten mit verschiedenen Prozessen für die Bauteilreinigung und -trocknung platzsparend kombiniert.

Die Ecocvelox kombiniert das Hochdruckwasserstrahl-Entgraten mit verschiedenen Niederdruckprozessen für die Bauteilreinigung. Bild: Ecoclean

Die prozessabhängig konfigurierbare und erweiterbare Anlage ermöglicht dabei die Entgratung bis zu 200 x 200 x 200 Millimeter großer Teile und das bei Zykluszeiten von 15 Sekunden pro Palette, wie der Hersteller betont. Für die Programmierung der Hochdruckentgratung - entweder mit einer Einzelspindel oder einem Hochdruckrevolver mit bis zu fünf Werkzeugen - ist eine CAD/CAM-Schnittstelle integriert. Die Bauteilreinigung und -trocknung kann mittels Injektionsflutwaschen, Spritzen, gezieltem Spülen und Ultraschall sowie Hochgeschwindigkeitsabblasen und Vakuumtrocknung erfolgen. Je nach Aufgabenstellung kann die Ecocvelox mit anderen Produkten des Herstellers kombiniert und verkettet werden, beispielsweise einer Lösemittelanlage für die Vorreinigung verölter Bauteile. Eine anschließende Feinreinigung kann unter anderem mit einem wasserbasierten Reinigungssystem erfolgen. www.ecoclean-group.net


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Neue Hallenheizung spart 65 Prozent ein Energieberater empfahl Textilmaschinenhersteller eine Komplettsanierung Reiners + Fürst, ein in vierter Generation familiengeführtes Traditionsunternehmen, das international im Textilmaschinenbau aktiv ist, liefert von seinem Hauptsitz in Mönchengladbach Spinnringen und Ringläufer aus. Als die Verantwortlichen sich mit der Neuinvestition in die Hallenbeheizung beschäftigten, führte einer der ersten Schritte zur Firma Effertz Tore in Mönchengladbach. Der Feuerschutz-Rolltorhersteller betreibt dort seit Jahren eine energiesparende Hallenheizungsanlage von Kübler. Als sich dann auch noch ein unabhängig beauftragter Energieberater für dieses System von Kübler aussprach, war die Entscheidung gefallen. Die alte Ölheizungsanlage wurde durch das System H.Y.B.R.I.D. ersetzt - mit gewünschtem Erfolg. Der L-förmige lang gestreckte Gebäudekomplex auf dem Areal des Spinnringspezialisten Reiners + Fürst in Mönchengladbach umfasst rund 6.300 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche mit insgesamt fünf Hallen sowie ein 1.200 Quadratmeter großes Verwaltungsgebäude. Alle Gebäude wurden seit den 1980er Jahren durch Lufterhitzer über zwei Ölfeuerungsanlagen mit je 465 kW Leistung beheizt. In den Wintermonaten brauchte diese Heizanlage bis zu 1.000 Liter Heizöl täglich. Zudem wurde die Anlage zunehmend unzuverlässig, sodass sich die Verantwortlichen überlegten, wie sie diese Situation ändern konnten. „Wir haben die Frage ‚Was ist die perfekte Hallenheizung für uns?’ in grundsätzliche Überlegungen rund um das Energiesparen eingebunden“, erinnert Benjamin Reiners, der in vierter Generation die Geschäfte leitet. Um alle Energieeinsparpotenziale aufzudecken, wurden deshalb die Fördermöglichkeiten der bundesweiten Initiative „Energieeffizienz im Mittelstand“ genutzt und von Anfang an auf die Unterstützung eines akkreditierten Energieberaters zurückgegriffen. Gemeinsam wurde folgender Anforderungskatalog erstellt: Zusammenführung der Energieströme Maximale Nutzung der Abwärme durch integrierten Wärmetauscher Optimale Nutzung von Einsparpotenzialen Deutliche Senkung von Energieverbrauch und -kosten Erfüllen der ökologischen Anforderungen als Minimalvoraussetzung Reduktion der Luftfeuchte Bedarfsgerechte punktuelle Beheizung der unterschiedlichen Arbeitsplätze Garantiert sichere Anlagenverfügbarkeit Leichte Bedienbarkeit und einfache Wartungsbedingungen 5 bis 6 Jahre Amortisationszeit Made in Germany Zeitgleich mit der Arbeit des Energieberaters nutzte Reiners + Fürst die engen Kontakte zur Firma Effertz Tore, die ebenfalls in Mönchengladbach ansässig ist. Die Verantwortlichen des Textilmaschinenbauers begutachteten dort das eingesetzte Infrarotheizungssystem H.Y.B.R.I.D. von Kübler mit integrierter Restwärmenutzung. Auf der Suche nach der effizientesten Lösung wurde der gesamte Wärmefluss bei Reiners + Fürst bilanziert. Das Ziel war, die

Die effizienten Infrarotheizungen produzieren in dem System nur die Wärme, die im Gebäude zusätzlich benötigt wird, denn die Abwärme von Härteöfen und Druckluftanlage ist in das Gesamtsystem eingebunden. Die dezentrale Infrarotwärme kann dabei punktgenau in den Hallenzonen genutzt werden, wo sie gebraucht wird.

Energie dort aufzunehmen, wo sie entsteht, eventuell zwischenzuspeichern und dorthin zu transportieren, wo sie gebraucht wird. Das Infrarotheizungssystem von Kübler mit integrierter Restwärmenutzung erwies sich hier als die bestmögliche Lösung für den Tex-

tilmaschinenhersteller und auch der unabhängige Energieberater sprach sich für diese Lösung aus. Die Umbaumaßnahmen im Winter, noch dazu im laufenden Betrieb, machte den Verantwortlichen allerdings ein bisschen Sorgen. Auch der planerische Aufwand sorgte bei Benjamin Reiners anfangs für Bedenken. Denn die verschiedenen Wärmeströme sollten über lange Strecken und unterschiedliche Fertigungsbereiche wie Stahlläuferfertigung, Schlosserei, Versand, Ringfertigung schließlich an einem Ort zusammengefasst werden. „Letztlich gab es überhaupt keine Störungen. Das Projektmanagement war tadellos und die Herausforderungen wurden gemeinsam alle gemeistert“, so Reiners rückblickend. Und so sieht die Wärmeversorgung heute aus: Zur Beheizung der Hallen wird die Hochleistungslinie Optima plus eingesetzt, ergänzt um Standardgeräte Typ AR. Ähnlich wie das Wärmeprinzip der Sonne sorgen die energieeffizienten Infrarotheizungssysteme von Kübler in Produktion und Lager nun für angenehme zugfreie Arbeitsbedingungen und gleichmäßige Temperaturen.

Energieeffizienz: Lösungen für den Mittelstand Eine sparsame Energieverwendung in Unternehmen kann einen wesentlichen Beitrag zur Energiesicherheit in Deutschland und zum globalen Klimaschutz leisten. Hierauf zielt die Bundesförderung für Energieberatung im Mittelstand (EBM). Mit Zuschüssen unterstützt der Bund kleine und mittlere Unternehmen bei der Inanspruchnahme qualifizierter Energieberatungen. Qualifizierte Energieberater nehmen hierfür den Betrieb gründlich unter die Lupe, zeigen Einsparpotenziale, mögliche Effizienzmaßnahmen sowie Fördermöglichkeiten zur Finanzierung auf. Ebenfalls gefördert wird die Beratung zur Einführung und Aufrechterhaltung eines Energiemanagementsystems sowie ein „Contracting Check“, bei dem geprüft wird, ob die Planung und Realisierung von Effizienzsteigerungen durch einen spezialisierten Dienstleister eine attraktive Option darstellt. Das BMWi übernimmt bis zu 80 Prozent der Kosten des Beraterhonorars. www.deutschland-machts-effizient.de

„Wir sind von 40 Prozent Einsparung ausgegangen, realisiert haben wir 65 Prozent“, betont Benjamin Reiners, der in vierter Generation die Geschäfte des Traditionsunternehmens Reiners + Fürst leitet. Was das bedeutet, wird spätestens dann klar, wenn man die Verbrauchswerte von früher betrachtet. „In den Wintermonaten verheizte die alte Anlage bis zu 1.000 l Heizöl pro Tag“, so Reiners. Bilder: Kübler

Je nach Wunsch der Mitarbeiter liegt die Temperatur nun zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Die Restwärmenutzung verbindet gleich mehrere Systeme miteinander: die Infrarotheizungen, die Härteöfen, die mit ihren Flammenschleiern 24 Stunden im Betrieb sind, sowie die Druckluftanlage mit zwei Kompressoren. Die aus der Abwärme gewonnene Energie wird in zwei Pufferspeichern zusammengefasst. Sie deckt den Wärmebedarf der 1.200 Quadratmeter umfassenden Bürofläche vollständig ab. Lediglich um die produktionsfreien Tage zum Beispiel um Weihnachten abzusichern, ist zusätzlich eine Gastherme im Keller installiert. Gesteuert wird die gesamte Anlage durch das selbstlernende KüblerSteuerungssystem R.O.S.S.Y. Es erlaubt laut Hersteller, die unterschiedlichen Heizzonen via PC einfach und schnell individuell zu regeln. Dabei bestimmt die Steuerung selbstständig die optimalen Ein- und Ausschaltzeitpunkte und berücksichtigt hierbei auch die Faktoren Schichtbetrieb, Wochenend- und Ferienzeiten. Ergänzt wird diese Steuerung bei Reiners + Fürst durch Zusatzmodule wie zum Beispiel Park-Off, das die Heizungen automatisch abschaltet, sobald sie von Kränen verschattet werden. Das Ergebnis, so sind sich die Verantwortlichen einig, überzeugt. „Da kann man nur zufrieden sein“, lautet auch das Fazit von Benjamin Reiners. So wurden durch die

Maßnahme die Heizkosten von 71.500 Euro nachhaltig auf rund 25.000 Euro pro Jahr reduziert. Aber auch in anderen Punkten haben sich die Erwartungen an das Heizungssystem nach inzwischen mehreren Heizperioden erfüllt. „Das Arbeitsklima ist sehr angenehm“, bestätigt Heinz Willi Berger, Betriebsleiter bei Reiners + Fürst. Außerdem ist das Raumklima laut Berger nicht mehr so überhitzt, wie dies bei der bisherigen Ölheizung noch der Fall war. www.reinersfuerst.de www.kuebler-hallenheizungen.de

Die Produktionswärme der Härteofen wird ebenso genutzt wie die Abwärme der Druckluftanlage mit zwei Kompressoren.

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Nachhaltig heizen und kühlen Wie ein Mittelständler stets für ein angenehmes Klima in den Produktionshallen sorgt Seit über 30 Jahren arbeitet die Firma Schinkowski im Modell und Werkzeugbau. Neue Technologien, wie der CAD/CAM-Bereich, wurden von Beginn an aufgegriffen und verstärkt ausgebaut. Zum Einsatz kommen am Unternehmensstandort in Unterfranken leistungsfähige Maschinen, um den Anforderungen der Automobilindustrie und deren Zulieferer gerecht zu werden. Produziert werden unter anderem Datenkontrollmodelle, Cubingmodelle, Lehren, Blechumformwerkzeuge sowie Spritz- und Druckgussformen. Mittlerweile sorgt bei dem Unternehmen eine effiziente Raumlufttechnik für ein angenehmes und nachhaltiges Klima in den Produktionshallen - und zwar unabhängig, ob es draußen brütend heiß oder sibirisch kalt ist. Dieser Sommer stellte Hitzerekorde ein. Zum ersten Mal, seit es Wetteraufzeichnungen gibt, wurde hierzulande die 42-GradMarke geknackt. In vielen Gebäuden und Industriehallen war es dementsprechend heiß. Doch es müssen gar nicht diese Temperaturextreme sein: Oftmals reichen schon Temperaturen über 30 Grad Celsius - so wie diese über Wochen hinweg auch im

vergangenen Jahr herrschten -, damit sich Hallen unangenehm aufheizen. Viele unsachgemäße oder veraltete raumlufttechnische Anlagen kommen nämlich bereits bei derartigen klimatischen Bedingungen an ihre Leistungsgrenzen mit der Folge, dass in vielen Hallen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius zur Tagesordnung gehören.

Die Lüftungsanlage kann entweder auf dem Hallendach oder, mithilfe einer speziell angefertigten Metallkonstruktion, an einer Seitenwand angebracht werden.

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Auch bei der Firma CAD/CAM Schinkowski GmbH, die für die Automobilindustrie und deren Zulieferer Modelle, Werkzeuge und Formen herstellt, hatte man in der Vergangenheit mit sehr hohen Temperaturen in den Fertigungshallen zu kämpfen.

Je heißer die Sommermonate ... Um das Klima in den Hallen zu verbessern und so eine gute Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter zu schaffen, wandten sich die Verantwortlichen an die Spezialisten von LK Metall. Insgesamt umfasste der Auftrag zwei Bestandsbauten mit einer Höhe von 8,0 beziehungsweise 10,5 Metern und einer Gesamtfläche von 1.000 Quadratmetern. Hinzu kam eine neue, 12,0 Meter hohe Halle, ebenfalls mit einer Fläche von 1.000 Quadratmetern. „Um die Hallen im Sommer zu kühlen, bauten wir Klimaanlagen vom Typ LK TK 100 ein. Die Kühlleistung pro Anlage beträgt 100 kW bei einer Luftleistung von je 18.000 Kubikmetern in der Stunde“, erläutert Harald Wimmer, Vertriebsleiter bei LK Metall. Er ergänzt: „Das eingesetzte Zuluftkanalsystem wird sowohl für das Heizen als auch für das Kühlen verwendet, wobei die Regelung über motorisch gesteuerte Jalousieklappen erfolgt. Die Steuerung übernimmt unsere Wago-SPS-Steuerung, die wir auf die individuellen Bedürfnisse der Firma Schintowski angepasst haben.“

Das Lüftungssystem von LK Metall kann zur Be- und Entlüftung von Industrie- und Gewerbehallen eingesetzt werden und eignet sich zudem für Betriebe, die aus produktionsbedingten Gründen einen stetigen Luftaustausch gewährleisten müssen.

LK Metall setzte sowohl für die bestehende als auch für die neue Hallenfläche je eine LK Lüftungsanlage Reku 10 ein. Die Zu- und Abluftleistung einer einzelnen Lüftungsanlage beträgt 10.000 Kubikmeter in der Stunde.

... desto größer die Probleme ... Dank eines ausgeklügelten Aluminium-Wärmetauschers können laut Hersteller aus der abgesaugten Hallenluft bis zu 84 Prozent Energie gewonnen werden, womit eine wirtschaftliche Beund Entlüftung der Fertigungshallen garantiert wird. Mit dem alten Lüftungssystem war es nämlich nicht möglich, die Prozessabluft in den Hallen zu nutzen, da sich diese unter der Hallendecke staute und über die Rauchabzugsklappen (RWA) ohne Wärmerückgewinnung abgeführt wurde. Mit dem neuen System wird nun im Winter frische Außenluft über die Wärmerückgewinnung aufgeheizt und der Halle zugeführt. Eine Nacherwärmung der Außenluft ist nur in geringen Maßen erforderlich. Die Außenluft wird über einen thermischen Zuluftverteiler ein-

gespeist. Da Zu- und Abluftstrom nicht vermischt werden, kann auch aus schadstoffhaltiger Luft Wärme gewonnen werden. Dadurch lassen sich Heizkosten sparen. Das bedeutet: Die Kosten für die Anschaffung der Anlage amortisieren sich in kürzester Zeit, betonen die Experten von LK Metall.

... vieler veralteter RlT-anlagen Um eine Aufheizung der Zuluft im Sommer zu vermeiden, ist die Lüftungsanlage zusätzlich mit einer Bypasssteuerung ausgerüstet: Die Wärmerückgewinnung wird umgangen und ungeheizt belüftet. www.lk-metall.de http://schinkowski.com

Das Lüftungssystem von LK Metall kann zur Be- und Entlüftung von Industrie- und Gewerbehallen eingesetzt werden.

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„Durch die Lüftungsanlagen und dezentralen Klimaanlagen von LK Metall hat sich das Klima in unseren Hallen deutlich verbessert“, erklärt der Geschäftsführer Thomas Schinkowski und verdeutlicht: „Selbst bei den extrem hohen Außentemperaturen, wie sie uns der Sommer 2018 beschert hat, stieg die Innentemperatur in den Produktionshallen nie über 26 Grad Celsius an.“ Bilder: LK Metall

In vielen Schulen gibt es an Tagen mit über 27 Grad Celsius noch hitzefrei. Eine vergleichbare Regelung gibt es für Arbeitnehmer nicht, dennoch gibt es auch hier Regeln, die dafür sorgen, dass die Arbeit auch bei hohen Außentemperaturen erträglich bleibt. Den rechtlichen Rahmen bilden die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättVO) und die Arbeitsstättenregel (ASR 3.5). Demnach muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass in den Arbeitsräumen „eine gesundheitlich zuträgliche Temperatur“ herrscht. Laut ASR gilt eine Raumhöchsttemperatur von 26 Grad Celsius. Diese darf nur in Ausnahmefällen höher sein, nämlich dann, wenn die Außentemperatur auch über 26 Grad Celsius liegt. Außerdem ist der Arbeitgeber dann laut ASR gefordert, Fenster, Oberlichter und Glaswände mit geeigneten Sonnenschutzsystemen zu versehen. Wichtig: In Einzelfällen kann bereits das Arbeiten bei Temperaturen über 26 Grad Celsius eine Gesundheitsgefährdung darstellen. Das ist z.B. der Fall, wenn schwere Arbeiten durchgeführt oder eine besondere Arbeitsoder Schutzkleidung getragen werden muss. Überschreitet die Raumtemperatur 30 Grad Celsius, müssen Maßnahmen einer Gefährdungsbeurteilung umgesetzt werden. Welche dies im Einzelnen sind, fasst die ASR im Gliederungspunkt 4.4 zusammen. Ab 35 Grad Celsius ist der Raum laut ASR ohne technische oder organisatorische Maßnahmen wie Luftduschen oder ohne eine besondere Hitzeschutzkleidung nicht mehr für das Arbeiten geeignet.


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Echtzeitmeldungen verkürzen Ausfallzeiten continental überwacht mit funklösung den Zustand seiner flurförderfahrzeuge Der Standort Regensburg ist mit rund 8.000 Mitarbeitern einer von weltweit über 300 Standorten von Continental. Hier findet sich unter anderem ein im Jahr 2001 fertiggestelltes Logistikzentrum, in dem circa 1.150 Wareneingänge und circa 390 Warenaussendungen pro Tag abgewickelt werden und zwar just in sequence. Dabei sorgt die automatisierte Fördertechnik für den bedarfsgerechten Transport zwischen Logistikzentrum und Fertigung. Ein nachgerüstetes funkbasierendes Meldesystem überwacht dabei den Zustand der Flurförderfahrzeuge - und das aus gutem Grund. Just in time war gestern, just in sequence (JIS) ist der nächste Schritt in der Beschaffungslogistik. Hierbei wird das Material nicht nur in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt, an der richtigen Stelle im Produktionsablauf bereitgestellt, sondern auch genau in der Reihenfolge, in der es im Produktionsablauf benötigt wird - deshalb just in sequence. Die Vorteile eines solchen Systems sind die Einsparung von Lagerkapazität und gebundenem Material, die flexiblere Fertigung und Montage, die Reduzierung der Durchlaufzeiten und Kosteneinsparungen bei erhöhter Produktivität. Auch der Automobilzulieferer Continental in Regensburg hat seinen gesamten Logistikprozess entsprechend diesen JIS-Prinzipien ausgelegt und optimiert. Das bedeutet: Das von der Fertigung angeforderte Material wird automatisch aus einem der 6.200 Stellplätze in dem 60 Meter langen und 30 Meter hohen Hochregallager entnommen. Ein fahrerloses Transportsystem stellt dabei die Lieferung des Materials vom Logistikzentrum in die Fertigung sicher. Problematisch wird just in sequence, die Königsdisziplin der Beschaffungslogistik, wenn es zu Ausfällen oder Fehlern kommt, denn in der Folge liegt dann schnell die Produktion brach. Das mussten die Verantwortlichen bei Continental in Regensburg auch feststellen. Hier übernehmen zwölf automatisch gesteuerte, fahrerlose Fahrzeuge auf einer Elektroflurförderbahn den Materialtransport und stellen so eine kontinuierliche Versorgung der Fertigung mit Material aus dem Logistikzentrum sicher. Zielkennzahl zwischen der Materialanforderung aus der

„Dank der mitgelieferten Software und des Installationsassistenten kann wirklich jeder das System installieren“, so Mathias Meier, Teamkoordinator Industrial Engineering bei Continental.

Fertigung und der Lieferung ist dabei eine Stunde - so die Theorie. Als Problem erwies sich nämlich eine circa 130 Meter lange Strecke auf dem Transportweg. Kam es auf der Bahn zu einer Störung, dauerte es in der Vergangenheit bis zu zehn Minuten, bis die SPS-Steuerung des Flurförderfahrzeuges diese zurückmeldete. Bei rund zehn Störungen in der Woche belief sich die „vergeudete“ Zeit in der Summe auf 100 Minuten. Die Störgründe konnten dabei ganz unterschiedlichster Art sein, wie z.B. Probleme mit der Stromschiene, Abnutzung der Schleifpole oder das Verdecken der Lichtschranken am Transportwagen durch die Anbringung von Auftragspapieren - die Instandhalter wussten in aller Regel nichts davon, da der Zustand der Flurförderfahrzeuge unbekannt war. Mathias Meier, Teamkoordinator Industrial Engineering bei Continental, suchte nach einer Lösung für dieses Problem: „Da wir das Just-in-sequencePrinzip verfolgen, ist jede Minute kostbar, in welcher wir eine Störung auf dem Transportweg früher erhalten.“ Technisch lösen hätte man es beispielsweise mit einem WLANÜberwachungssystem können, doch das war einerseits zu

Von wegen Blindflug: Ohne großen Aufwand konnte Continental Regensburg die Effizienz der logistischen Prozesse verbessern, Ressourcen schonen und Kosten sparen. Bilder: Werma

kostenintensiv und andererseits mit einer aufwendigen Installation durch die IT-Abteilung verbunden. Dann wurde der Regensburger im Rahmen einer Roadshow auf eine Funklösung von Werma aufmerksam. Das System basiert auf einem „Wireless Information Network“ und funktioniert als kostengünstiges, funkbasiertes MDESystem (Maschinen-Daten-Erfassungssystem) zur Optimierung von Logistik, Fertigung und Montage. „Nach einem ersten Gespräch haben wir die Testbox von Werma erhalten und das Meldesystem installiert“, erinnert sich Meier und ergänzt: „Es war ohne Vorkenntnisse zu installieren und sofort einsatzbereit.“ Die Lösung überzeugte und so entschlossen sich die Verantwortlichen, auf allen zwölf Flurförderfahrzeugen, welche für den Materialtransport zwischen Logistik und Fertigung im Einsatz sind, eine entsprechende Signalsäule in den Farben Grün und Gelb sowie einen Funksender zu installieren. Die Schnittstelle ist also eine Signalsäule von Werma, welche sich auf jedem Flurförderfahrzeug befindet. Durch den einfachen Bajonettverschluss wurde jede Signalsäule zusätzlich per plug & play mit einem Funksender ausgerüstet. Die mechanische und elektrische Verbindung der einzelnen Elemente erfolgt bei

Die Be- und Entladung der Flurförderfahrzeuge erfolgt automatisch.

diesem System einfach und schnell. Der Funksender überträgt nun die Zustände der einzelnen Säulenelemente drahtlos an den Empfänger, der an den USB-Anschluss eines zentralen Rechners angekoppelt ist. In Regensburg steht dieser PC eine Etage tiefer, im Büro von Mathias Meier. Wann immer das Signal an einem Flurförderfahrzeug auf Störung geht, bekommt er nun sofort die entsprechende Meldung auf seinem Bildschirm in der entsprechenden Software angezeigt. Darüber hinaus erhalten alle Mitarbeiter der jeweiligen Schicht eine Information über die vorliegende Störung auf ihr Mobiltelefon - und können sich des Problems annehmen, es lösen und anschließend quittieren. Damit das Signal trotz der großen Distanz auch sicher übertragen wird, befindet sich auf der Gesamtstrecke der Förderbahn ein zusätzlicher Sender, welcher als Repeater fungiert und das übertragene Signal weiterleitet. Dadurch wird die Reichweite erheblich vergrößert. Meier jedenfalls freut sich über

die positive Entwicklung seit der Einführung des Systems: „Der Vorteil von Werma ist die Geschwindigkeit. Die Fehlermeldung erfolgt quasi in Echtzeit.“ Durch diese sofortige Rückmeldung der Störung ist auch eine sofortige Reaktion möglich, sodass der durchschnittliche Zeitverlust von 100 Minuten pro Woche auf ein Minimum reduziert wurde. Die übertragenen Signale werden zudem lückenlos in der mitgelieferten Datenbank gespeichert. Hier können die Daten entsprechend ausgewertet und analysiert werden. Meier verweist abschließend auf die geringen Investitionskosten: „Insgesamt beliefen sich diese gerade mal auf circa 4.000 Euro - und zwar für das gesamte System.“ Andere Angebote lagen im ersten Schritt zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Ein weiterer Vorteil ist die Erweiterungsfähigkeit: „Ein paar Klicks und ich kann eine weitere Signalsäule hinzufügen“, so Meier abschließend. www.continental-corporation.com www.werma.com

Weniger Stillstandzeiten beim Spritzguss Reinigungsadditiv für die Reinigung von Maschinenteilen in der Kunststoffverarbeitung Kunststoffverarbeitende Unternehmen kennen die Probleme, die jede Material- oder Farbumstellung mit sich bringt: Zum einen nimmt die Prozedur viel Zeit in Anspruch, zum anderen werden zur Reinigung der Schnecke und des Zylinders große Materialmengen benötigt. Doch es geht anders. Normalerweise läuft eine Materialoder Farbumstellung so ab: In einem ersten Schritt wird auf das Reinigungsgranulat umgestellt, anschließend auf das nächste zu verwendende Kunststoffmaterial. Die Folge sind lange Stillstandzeiten, ein hoher Materialeinsatz und damit verbunden entsprechend hohe Kosten. Hinzu kommt, dass viele der Reinigungsgranulate teuer sind, viel Lagerfläche benötigen und materialspezifisch sind. Problematisch auch, dass abrasive Reiniger die polierte Oberfläche der Plastifiziereinheit aufrauen. Ein weiteres Problem: Der Einsatz der Reiniger ist oftmals alles andere als unbedenklich, denn bei reaktiven Reinigungsprozessen entstehen schädliche Dämpfe und Gase, die zur Gefahr für Mitarbeiter und Umwelt werden können.

Dass und wie es anders geht, zeigt Buchem Chemie mit dem hauseigenen chemischen Universalreiniger Interkor VP1026. Dieser flüssige Reiniger bietet darüber hinaus einen Korrosionsschutz für Plastifiziereinheiten von Kunststoff-Verarbeitungsmaschinen. Das Reinigungsadditiv basiert auf folgender Funktionsweise: Direkt unter das Folgegranulat gemischt, schäumt es unter Druck schlagartig auf. Durch diese Volumenexpansion wird das vorherige Material verdrängt. Der Reiniger haftet dabei an Farb- und Materialrückständen an und bringt diese mit wenigen Schüssen aus. Ein erneuter Materialwechsel ist nach der Reinigung nicht mehr erforderlich, betont der Hersteller. Der rein physikalische Prozess, bei dem folglich keine gefährlichen Dämpfe freigesetzt werden, kann

uneingeschränkt für die Zylinder-, Heißkanal- und Schneckenreinigung eingesetzt werden. Interkor VP1026 arbeitet materialund temperaturunabhängig. Heißkanäle werden idealerweise im zweiten Schritt gereinigt: Während der erste Schritt ausschließlich der Reinigung der Plastifiziereinheit vorbehalten ist, wird im zweiten die Düse an die Form gefahren und das aufgeschäumte Produkt durch die offene Form ausgespritzt. Übrigens: Das Reinigungsadditiv ist auch für die unbedenkliche Verwendung in der Lebensmittelindustrie freigegeben. Es enthält laut dem Anbieter ausschließlich unbedenkliche Inhaltsstoffe. Das hat die US-amerikanische National Sanitation Foundation (NSF) bestätigt und das Produkt für den Bereich H2 registriert. www.buchem.de


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Branchenunterschiede beim Arbeitsunfallrisiko Manche Branchen haben eine mehr als dreimal höhere Unfallquote als andere Von den über 877.000 Arbeitsunfällen, die sich letztes Jahr hierzulande bei Firmen ereigneten und die an die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung gemeldet wurden, entfiel summenmäßig der größte Anteil auf holz- und metallverarbeitende Betriebe. In Relation zu den Vollbeschäftigten haben andere Branchen jedoch zum Teil ein weitaus höheres Arbeitsunfallrisiko. Ein an den Träger der gesetzlichen Unfallversicherung meldepflichtiger Arbeitsunfall ist ein Unfall eines Beschäftigten während seiner beruflichen Tätigkeit, der dazu führt, dass der Verunfallte

mindestens drei Tage arbeitsunfähig ist. Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind unter anderem neun Berufsgenossenschaften (BGen), die für die gewerbliche Wirtschaft zuständig sind, sowie zehn Unfallkassen der öffentlichen Hand. Letztes Jahr gab es bei diesen Trägern 877.198 gemeldete Arbeitsunfälle - hier sind die Unfälle auf dem Weg zur oder von der Arbeit nach Hause noch nicht mitgerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr waren das rund 0,4 Prozent mehr Arbeitsunfälle. Und das obwohl die Anzahl der Vollarbeiter von 41,3 Millionen in 2017 auf knapp 38,0 Millionen in 2018 um fast 8,0 Prozent abgenommen hat. Allerdings gab es nur in zwei Branchen, nämlich in Betrieben, die zur Verwaltungs-BG sowie zur BG für Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation gehören, einen Rückgang, in allen anderen dagegen einen Anstieg bei den Vollarbeitern. Insgesamt sind letztes Jahr bei Arbeitsunfällen 420 Personen - und damit 31 weniger als im Jahr zuvor - ums Leben gekommen. Dies zeigt die aktuelle Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV). Im Detail entfielen 805.408 Arbeitsunfälle auf die Beschäftigten der Unternehmen, die in den verschiedenen BGen gesetzlich unfallversichert sind, und damit auf die gewerbliche Wirtschaft. Für die weiteren 71.790 Arbeitsunfälle waren die Unfallkassen der öffentlichen Hand zuständig. Anteilig die meisten, nämlich fast jeder fünfte Arbeitsunfall, der sich bei Betrieben der gewerb-

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lichen Wirtschaft ereignete, passierte in holz- und/oder metallverarbeitenden Betrieben. Konkret waren dies 148.640 Fälle und damit rund 18,5 Prozent aller bei den BGen gemeldeten Arbeitsunfälle. Ebenfalls knapp über 18,0 Prozent, nämlich 145.089 Arbeitsunfälle, wurden von Firmen, die in der Verwaltungs-BG abgesichert sind, gemeldet.

Das Baugewerbe ... Mehr als jeder achte Arbeitsunfall, für den eine BG zuständig war, wurde jeweils bei der BG Handel und Warenlogistik und der BG Bau registriert - im Detail waren es hier 107.040 beziehungsweise 105.687 Arbeitsunfälle. Bei der BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege wurden 77.571, bei der BG Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation 74.769, bei der BG Nahrungsmittel und Gastgewerbe 66.259 sowie bei der BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse 56.149 Arbeitsunfälle gemeldet. Die wenigsten Arbeitsunfälle im gewerblichen Bereich hatten die Mitglieder der BG Rohstoffe und chemische Industrie zu verzeichnen. Hier gab es 24.204 registrierte Arbeitsunfälle, was einem Anteil von 3,0 Prozent aller an eine BG gemeldeten Arbeitsunfälle entspricht. Allerdings war der Anstieg bei der Anzahl der Arbeitsunfälle bei den Betrieben, die bei der BG Rohstoffe und chemische Industrie Mitglied sind, mit fast 7,3 Prozent am höchsten. Bei den Unternehmen, die in den anderen BGs unfallversichert sind, betrug die Zunahme der Arbeitsunfälle „nur“ zwischen 0,3 und 2,0 Prozent. Nur zwei BGs hatten summenmäßig in 2018 weniger gemeldete Arbeitsunfälle als noch in 2017. Die Verwaltungs-BG verzeichnete fast 1,6 Prozent und die BG Nahrungsmittel und Gastgewerbe sogar 2,1 Prozent weniger Arbeitsunfälle als im Vorjahr. Auch die Unfallkassen der öffentlichen Hand registrierten bei den Beschäftigten, die bei ihnen gesetzlich unfallversichert waren, einen Rückgang der gemeldeten Arbeitsunfälle um 2,5 Prozent. Allerdings sagt die Anzahl der Arbeitsunfälle nur wenig über das tatsächliche Arbeitsunfallrisiko einer Branche aus. Sinnvoll ist diesbezüglich der Vergleich der Unfallquote je Branche: Dazu betrachtet man die Anzahl der Arbeitsunfälle je 1.000 in der jeweiligen Branche beschäftigten Vollarbeiter. Ein Vollarbeiter ist nach Angaben der DGUV „eine statistische Rechengröße und dient zur Berechnung der Unfallquote. Ein

Die Grafik zeigt die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter in 2018.

Vollarbeiter entspricht der durchschnittlich von einer vollbeschäftigten Person im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich tatsächlich geleisteten Arbeitsstundenzahl pro Jahr. Die Größe spiegelt damit die Expositionszeit gegenüber Arbeitsunfällen wider. Zur Beurteilung des durchschnittlichen Unfallrisikos werden die Arbeitsunfälle auf je 1.000 Vollarbeiter bezogen. Das Ergebnis dieser Rechnung bezeichnet man auch als Unfallquote.“

… hat das höchste Arbeitsunfallrisiko ... Insgesamt gab es letztes Jahr hierzulande 23,1 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter, was im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme um 9,1 Prozent entspricht. Die BGMitglieder und damit die gewerbliche Wirtschaft hatten 2018 pro 1.000 Vollbeschäftigte 24,9 Arbeitsunfälle und damit eine um 12,2 Prozent höhere Unfallquote als noch in 2017. Bei den gesetzlichen Unfallkassen der öffentlichen Hand sank da-

gegen die Unfallquote um fast 9,2 Prozent auf 23,1 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter. Die höchste Unfallquote bei den unterschiedlichen BGen gab es 2018 bei der BG Bau mit fast 53,1 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter. Sie stieg gegenüber 2017 leicht um 1,1 Prozent an. Die wenigsten Arbeitsunfälle hatten die Mitglieder der BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege mit knapp 15,0 Arbeitsunfällen pro 1.000 Vollbeschäftigte - auch wenn hier die Unfallquote im Vergleich zum Vorjahr fast 4,7 Prozent höher ist. Das heißt, in den Mitgliedsunternehmen der BG Bau verunfallten pro 1.000 Vollarbeiter fast 3,5-mal so viele Mitarbeiter wie bei der BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Doch auch die Unternehmen bzw. deren Beschäftigte, die bei der Verwaltungs-BG, der BG Rohstoffe und chemischen Industrie und der BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse gesetzlich unfallversichert sind, hatten ein fast dreifach geringeres Unfallrisiko im Vergleich zur BG Bau. Weiter auf Seite 40

Die meisten Arbeitsunfälle in der gewerblichen Wirtschaft, nämlich 53,1 Unfälle je 1.000 Vollarbeiter, ereignen sich in der Baubranche. Bild: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V.


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Sicherheit dank EDV-Schlauchmanagement Digitale lösungen von Pirtek stellen die Einhaltung von Regeln und Normen sicher Bereits seit einigen Jahren hat der Hydraulikdienstleister Pirtek das Programm „Schlauchmanagement für die Industrie“ im Einsatz. Dieses wurde vor allem in Industriebetrieben zur vorbeugenden Instandhaltung eingesetzt. Nun wurde es weiterentwickelt. Doch nicht nur die Pirtek-Center können nun die neue Software nutzen, welche die Effizienz bei der Wartung von Hydraulikschlauchleitungen erhöht und sicherstellt, dass die geltenden Regeln und Normen eingehalten werden, sondern sie ist auch für große Industriebetriebe interessant, da sie eine massenhafte Verwaltung und Instandhaltung von Schläuchen auch an mehreren Firmenstandorten ermöglicht. In der Vergangenheit haben nur einzelne Pirtek-Center in industriereichen Regionen mit einer ei-

gens entwickelten Software für die Verwaltung der Hydraulikschläuche von größeren Be-

LITHIUM-BATTERIEN NICHT SO HARMLOS, WIE SIE SCHEINEN Typ-90-Sicherheitsschränke für die

trieben gearbeitet. Pirtek-Center mit kleineren Industriekunden setzten in diesem Zusammenhang oftmals noch auf Excel-Tabellen, welche mit viel Aufwand manuell ausgewertet wurden. Diese Zeiten sind nun vorbei, denn die Pirtek-Software „Schlauchmanagement“ in der neuen Version 4.0 erledigt nach Angaben der Entwickler derartige Auswertungen automatisiert und meldet dem Nutzer alle anstehenden Arbeiten und Termine. Außerdem lassen sich - und das ist ebenfalls neu - auch Gefährdungsanalysen in der Software hinterlegen. Erhard Milke, Operations Director Pirtek Deutschland und Österreich, erklärt: „Aus der Praxis wissen wir, dass die Gefährdung durch Hydraulikschläuche oft unterschätzt wird. Daher bringt diese neue Funktion dem Kunden nicht nur einen direkten Sicherheitsvorteil, sie gewährleistet auch die rechtssichere Dokumentation gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz.“

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Mithilfe der Software können die zu wechselnden Schläuche bereits im Vorfeld im Pirtek-Center passgenau konfiguriert werden. Vor Ort werden die Schläuche dann lediglich getauscht, was entsprechend schnell geht. Bild: Pirtek

Bei der Entwicklung der Software wurde zudem darauf geachtet, dass die Struktur der Datenverwaltung sich an die individuellen Betriebsstrukturen anlehnt: Standort, Halle, Maschine und Schlauch werden hierfür jeweils individuell erfasst, sodass sich die Anwender laut Entwickler jederzeit in dem System zurechtfinden. „Einzelne Hydraulikschläuche können auf Wunsch sogar per Fotodokumentation hinterlegt und damit genauestens lokalisiert werden“, ergänzt Milke. Auf den Vorschriften der neuen DGUV 013-020 fußend meldet die Software fortan täglich über eine Ampeldarstellung zukünftig anstehende Aktionen, wie Sichtprüfungen, anstehende Schlauchwechsel oder Sonstiges. Dadurch kann beispielsweise der Hydrau-

likdienstleister den Kunden bereits frühzeitig über notwendige Maßnahmen an den Schläuchen informieren und entsprechend die Inspektionstermine vereinbaren. Außerdem können die zu wechselnden Schläuche so bereits im Vorfeld passgenau im PirtekCenter gefertigt werden, sodass sie vor Ort nur noch ausgetauscht werden, was entsprechend schneller geht. „Effektiver geht es kaum“, ist sich Milke sicher und verdeutlicht: „Da alle Schläuche mit einer eigenen ID versehen sind, die sowohl am Schlauch steht als auch in der Software hinterlegt ist, können auch sehr außergewöhnliche und dicke Schläuche schnellstmöglich identifiziert und ersetzt werden.“ www.pirtek.de

und anlassbezogen für jeden Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, um die arbeitsbedingten Risiken, die für die Beschäftigten zur Gefahr werden können, zu erkennen. Wer sich nicht daran hält, muss mit hohen Strafen rechnen. Laut einem Arbeitssicherheitsreport der Dekra, der auf eine Mitte 2018 durchgeführte Befragung von 300 Entscheidern für Personal- oder Arbeitsschutzfragen bei Firmen mit zehn bis 500 Mitarbeitern basiert, erstellten gerade einmal 59 Prozent der Unternehmen für alle Arbeitsplätze eine Gefährdungsbeurteilung. Bei jeder 20. Firma wird sogar für keinen der vorhandenen Arbeits-

plätze eine Gefährdungsbeurteilung angefertigt. Mehr Informationen, zum Beispiel wann und wie eine Gefährdungsbeurteilung anzufertigen ist, zeigt ein Webauftritt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (siehe unten) sowie der über 500 Seiten starke „Ratgeber zur Gefährdungsbeurteilung - Handbuch für Arbeitsschutzfachleute“, der zum kostenlosen Download im genannten Webportal zur Verfügung steht. Auch die BGen bieten oft branchenspezifische Handlungshilfen und zum Teil auch entsprechende Tools für die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung an. www.gefaehrdungsbeurteilung.de www.dguv.de

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fortsetzung von Seite 38 Die Unfallquote dieser BGen lag nämlich bei 18,0 bis 18,2 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter und ist damit deutlich niedriger als die der BG Bau, aber auch als im Gesamtdurchschnitt. Überdurchschnittlich hohe Unfallquoten hatten dagegen die Mitglieder der BG Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation mit fast 43,9, der BG Holz und Metall mit rund 34,4 und der BG Nahrungsmittel und Gastgewerbe mit knapp 31,9 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter. Unter dem BG-Durchschnitt liegt mit 23,3 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter die Unfallquote der Firmen, die bei der BG Handel und Warenlogistik gesetzlich unfallversichert sind. Alle BGen hatten eine moderat höhere Unfallquote als letztes Jahr - bis auf eine Ausnahme: Besonders hoch war der Anstieg mit einem Plus von 50,3 Prozent bei der Verwaltungs-BG.

Bedeutung der gefährdungsbeurteilung Jeder Arbeitgeber ist gemäß dem Arbeitsschutzgesetz übrigens verpflichtet, „die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen“, damit die Sicherheit und auch die Gesundheit der Beschäftigten bei der Berufsausübung gewährleistet sind. Dazu muss er laut dem genannten Gesetz regelmäßig

Überdurchschnittlich hoch ist auch das Arbeitsunfallrisiko bei Verkehrswirtschaft Post-Logistikund Telekommunikations-Unternehmen, bei holz- und metallverarbeitenden Betrieben sowie bei Firmen, die dem Nahrungsmittel und Gastgewerbe zuzurechnen sind.


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In drei Schritten zur optimalen Arbeitshilfe Bedarfsgerechte Steigtechnik erhöht arbeitssicherheit und Ergonomie Das Angebot an Leitern, Tritten, Treppen und Arbeitsbühnen ist vielfältig, die Entscheidung, welche Steigtechnik den unternehmenseigenen Bedarf und die ergonomischen Kriterien erfüllt, entsprechend schwierig. Eine professionelle Beratung durch Spezialisten und ein Vorgehen in drei Schritten hilft bei der Auswahl der passenden Lösung. Um eine dem Einsatzzweck und dem Bedarf des eigenen Unternehmens passende Steigtechnik auszuwählen, empfiehlt Michaela Weber, Expertin vom Steigtechnikproduzent Hymer-Leichtme-

tallbau, eine Findungsphase in drei Schritten: „Im ersten Schritt sollte geprüft werden, ob sich ein serienmäßig produziertes Standardprodukt anbietet.“ In diesem Segment werden be-

Bei der Konstruktion der Steigtechnik stehen die Sicherheit und ein ergonomischer Stand im Vordergrund. Bild: Hymer Leichtmetall

reits zahlreiche Lösungen angeboten, die sich durch funktionale Details an die jeweilige Einsatzsituation anpassen lassen beziehungsweise den Anforderungen bereits entsprechen. „Kommt ein Standardprodukt nicht infrage, bieten die standardisierten, praxiserprobten und auf Basis von hochstabilen Aluminium-Strangpressprofilen konstruierten Komponenten unseres Baukastensystems individuelle Lösungen, die kostengünstig und schnell umsetzbar sind“, ergänzt sie und verdeutlicht: „Die Produktkonfiguration kann dabei selbsterklärend über den Onlinekonfigurator erfolgen.“ Sollte auch unter den standardisierten, anpassbaren Baukastenprodukten nicht die passende Lösung dabei sein, kommen schließlich in Schritt 3 die Experten von Hymer-Project zum Einsatz, „um in enger Abstimmung

Fünffache Sicherheit zum Anziehen Multinormkleidung jetzt auch mit Warnschutz So mancher Mitarbeiter benötigt eine Berufskleidung mit mehr als einer Schutzfunktion. Gleich einen fünffachen Schutz bietet beispielsweise CWS Delta Multiprotect. Die Schutzkleidung CWS Delta Multiprotect verfügt über einen fünffachen Schutz. Sie erfüllt nämlich laut Hersteller die Anforderungen an einen zertifizierten Schweißerschutz (DIN EN ISO 11611), an einen Hitze- und Flammschutz (DIN EN ISO 11612), an einen Chemikalienschutz (DIN EN 13034), einen Störlichtbogenschutz (DIN IEC 61482-1-2) und sie hat außerdem elektrostatische Eigenschaften (DIN EN 1149-5) und das alles in einem. Allen Modellen der CWS Delta gemein ist - wie der Hersteller betont - ein moderner Schnitt, ein

Für optimale Sichtbarkeit gibt es die Multinormkleidung mit zusätzlichem Warnschutz. Bild: CWS

mehrfarbiges Design und eine hohe Widerstandsfähigkeit. Große Taschen, ein verlängerter Rücken und weitenverstellbare Ärmel bei den Arbeitsjacken sind weitere Ausstattungsmerkmale. Die Kleidung ist in den Farbkombinationen Navy/Royal und Anthrazit/Rot verfügbar. Die Arbeitsschutzkleidung gibt es aber auch mit zusätzlichem Warnschutz der Klasse 2, zertifiziert nach DIN EN 20471. Die PSA wird hierfür wahlweise in den Farbkombinationen Gelb/Navy oder Orange/Anthrazit als Arbeitsjacke, Bundhose, Latzhose, Parka oder Fleecejacke angeboten. Der Warnschutz sorgt für eine gute Sichtbarkeit, auch wenn es dunkel ist. Um den Träger bei der Arbeit langfristig zu schützen, müssen die Schutzfunktionen der Kleidung auch dauerhaft erhalten bleiben. CWS bietet hierfür optional einen Full Service an. Dieser beinhaltet nicht nur das Waschen der Kleidung, sondern auch regelmäßige Inspektionen und fachgerechte Reparaturen. Entflammbare Rückstände werden dabei laut Anbieter vollständig aus der Kleidung entfernt und der Isolationsschutz, die Ableitfähigkeit und Sichtbarkeit der Schutzkleidung bleiben über den gesamten Einsatzzeitraum erhalten. Die Dokumentation der Waschhistorie stellt dabei eine dauerhaft normgerechte Schutzkleidung sicher.

Neben Arbeitsjacke, Bundhose, Latzhose, Overall und Kittel sind zudem Basics wie Poloshirt oder Hemd erhältlich. www.cws-boco.de

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mit dem Kundenunternehmen eine gänzlich individuelle, auf Langfristigkeit und Flexibilität angelegte Lösung zu entwickeln“. Das beste Produkt schützt jedoch nicht auf Dauer, wenn die Steigtechnik im Arbeitsalltag nicht regelmäßig und ordnungsgemäß gewartet wird. Während Standardleitern und -tritte in der Regel von einem durch entsprechend erworbene Kenntnisse befähigten Mitarbeiter des Unternehmens geprüft werden kann, sollte die Wartung komplexerer und individueller Steigtechnik durch Profis vorgenommen werden. Für diese aufwendigeren Prüfungen bieten beispielsweise die Experten von Hymer-Project ebenfalls einen professionellen Prüfservice und auf Wunsch auch Wartungsverträge an. Wie Seriensteigtechnik nach den aktuellen DGUV-Handlungsanleitungen korrekt geprüft und bestimmungsgemäß und sicher eingesetzt wird, vermitteln die Steigtechnikexperten zudem in der VDSI-anerkannten Fortbildung „Seminar zur wiederkehrenden Prüfung von Leitern, Tritten und Fahrgerüsten (nach DGUV-Informationen 208-016 und 201-011)“. Wer kontrollieren möchte, ob das eigene Wissen zum sicheren Umgang mit Steigtechnik auf dem neuesten Stand ist, hat auf der Webseite des Unternehmens die Möglichkeit, ein mit aussagekräftigen Fotos bebildertes Sicherheitsquiz durchzuführen. Außerdem können Anwender per E-Mail an info@hymer-alu.de kostenlos ein von diesem Hersteller gestaltetes Plakat zum sicheren Umgang mit Leitern anfordern. Seit Dezember letzten Jahres gilt die Neufassung der

TRBS 2121-2 zur gewerblichen Nutzung von Leitern. Das überarbeitete Regelwerk bringt einige Änderungen beim beruflichen Einsatz von Leitern mit sich, die die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter nochmals verstärken sollen. Hymer-Leichtmetallbau erläutert die Inhalte des neuen Regelwerks in dem übersichtlichen Info-Flyer „Neufassung der TRBS 2121-2: Berufliche Nutzung von Leitern Was ist erlaubt und was nicht?“. www.hymer-alu.de

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Sicherheit bei „spannenden“ Aufgaben Schutz gegen thermische gefahren eines lichtbogens gibt es zum Mieten Manchmal können Anlagen während einer Wartung oder einer Reparatur nicht abgeschaltet werden. Das bedeutet: Die Arbeiten müssen unter Spannung durchgeführt werden. Elektriker, Energieversorger oder Elektroanlagenbauer, die in einem derartigen elektrotechnischen Umfeld arbeiten, sind dabei stets der Gefahr eines Störlichtbogens ausgesetzt. Mewa, Spezialist für Berufs- und Schutzkleidung, bietet hierfür mit der Dynamic Allround Arc eine Mietkleidung an, die gegen thermische Auswirkungen eines elektrischen Störlichtbogens schützt. Die Schutzkleidung Dynamic Allround Arc, erhältlich als Bundjacke, Bund- und Latzhose, bietet laut Hersteller Mewa einen ge-

prüften Schutz gegen Elektrostatik (nach EN 1149-5 - Elektrostatische Eigenschaften, Antistatik) und Hitze (nach EN ISO 11611 sowie 11612) sowie einen Störlichtbogenschutz (nach IEC 61482-1-2, Klasse 2). Damit diese Schutzfunktionen auch langfristig erhalten bleiben, ist die Kleidung im Full Service erhältlich. Full Service bedeutet, dass die Schutzkleidung von Mewa geliefert, nach Gebrauch abgeholt und auch fachgerecht gewaschen und gepflegt wird.

Die Spezialisten für Arbeits- und Schutzkleidung übernehmen dabei auch die Prüfung und Wartung der Schutzkleidung, sodass diese bei Auslieferung

fortsetzung von Seite 1 Daraus folgend ergibt sich ein vierstufiger Prozess: Planen und Genehmigen, inklusive der individuellen Gefährdungsbeurteilung, und Erstellen eines maßgeschneiderten Trainingskonzeptes Sicherer Zugang Sicheres Arbeiten im Inneren Rettung

Gefährdungsbeurteilung ist es, den betreffenden Raum in eine der drei Risikostufen - niedriges, mittleres oder hohes Risiko - einzuordnen.

Ebenso wichtig ist es, bei allen dort tätigen Personen ein entsprechendes Gefahrenbewusstsein zu schaffen. Denn ein bedachtes und vorausschauendes Handeln in Behältern, Silos und engen Räumen kann buchstäblich Leben retten. Ein wesentlicher Bestandteil der

Schutzkleidung fachgerecht pflegen nach dem Pflegeprozess die Zertifizierung weiterhin erfüllt. Die Dynamic-Allround-Arc-Modelle sind laut Hersteller modisch sowie sportlich geschnitten und

Risikostufe individuell festlegen Das jeweilige Risiko ergibt sich aus den zu erwartenden physischen und atmosphärischen Gefahren. Basierend darauf sind anschließend technische und organisatorische Maßnahmen festzulegen, die ein sicheres Arbeiten im engen Raum gewährleisten. In einem Erlaubnisschein werden diese Maßnahmen dokumentiert.

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Damit die Schutzfunktionen langfristig erhalten bleiben, ist die Kleidung im Full Service erhältlich, das heißt, sie wird nach Gebrauch abgeholt und fachgerecht gepflegt. Bild: Mewa

verfügen über zahlreiche Taschen. Reflexstreifen auf der einfarbig in Anthrazit oder zweifarbig in Meerblau/Anthrazit bzw. in Marineblau/Anthrazit angebotenen Kleidung sorgen für eine gute

Sichtbarkeit. Der Stehkragen der Jacke und verstellbare, zur Sicherheit verdeckte Druckknöpfe sind weitere praktische Ausstattungsdetails. www.mewa.de

Neben der Beschreibung der Arbeit zählen dazu ebenfalls die Verantwortlichkeiten sowie ein individueller Notfallplan.

der Prüfung von Sauerstoff- oder Gefahrstoffkonzentrationen, die sich stetig während der Arbeiten im Inneren verändern können.

Training für Mitarbeiter und Retter

Rettungsplan für den Notfall

Das Festlegen von Trainingsmaßnahmen stellt ebenfalls einen elementaren Teil jeder Planung dar. So bietet 3M beispielsweise neben PSAgA auch zertifizierte Trainings an. Mit theoretischem Know-how und praktischen Übungen werden die Teilnehmer umfassend auf das Arbeiten in engen Räumen vorbereitet. Die Trainings gibt es für alle drei Risikostufen sowie als Rettungstraining. Teilnehmer erhalten bei Erfolg ein entsprechendes Zertifikat mit einer Gültigkeit von mindestens einem Jahr. Danach können Auffrischungskurse besucht werden.

Die vierte Stufe schließlich bildet ein ebenfalls individuell erstellter Rettungsplan. Die Selbstrettung sowie die Rettung ohne Einstieg sollten dabei immer Vorrang haben. Das Equipment des Rettungsteams umfasst die PSAgA plus Rettungsgerät sowie einen umgebungsluftunabhä n gigen Atemschutz, um auf alle Gefahren vorbereitet zu sein. Wichtig: Auch die Personen, die die Rettung durchführen, müssen entsprechend geschult sein. Die Trainings sollten einmal jährlich absolviert werden. Eine sorgfältige Planung und eine hochwertige Ausrüstung bis hin zur PSAgA kann also Leben retten. Ebenso wichtig ist und bleibt aber der Faktor Mensch: Jeder einzelne Mitarbeiter, der in engen Räumen tätig ist, muss umfassend für die möglichen Gefahren sensibilisiert und regelmäßig trainiert werden - damit es möglichst gar nicht erst zu einem Notfall kommt. Rainer luckau, Sicherheitstechniker bei 3M www.3m.com/de https://publikationen.dguv.de/ dguv/pdf/10002/113-004.pdf www.3marbeitsschutz.de/ engeraeume

Einen sicheren Zugang gewährleisten Aus der Art des Zugangs, ob mit oder ohne Einstiegshilfe, sowie der Art des Behältertyps ergibt sich die Auswahl der geeigneten PSAgA sowie deren Anschlagmöglichkeiten und letztlich der notwendigen Rettungsgeräte. Darüber hinaus ist für den Zugang und das Arbeiten im Inneren häufig tragbare Gasmesstechnik von hoher Relevanz. Die kontinuierliche Überwachung der Umgebungsluft dient

abus.com Bild: 3M


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Sicherer Aufstieg nach neuen Regeln Warum die günzburger Steigtechnik auf Stufen statt Sprossen setzt Die Günzburger Steigtechnik hat zwei Neuheiten im Produktprogramm - einmal die zweiteilige Stufen-Schiebeleiter und einmal die Stufen-Glasreinigerleiter. Beide wurden in Anlehnung an die Neufassung der TRBS 2121 Teil 2 entwickelt und entsprechen bereits den verschärften Anforderungen der Technischen Regeln für die Betriebssicherheit (gültig seit Anfang 2019). Die verschärfte TRBS 2121 Teil 2 fordert Stufen als Ersatz für Sprossen, wenn Leitern nicht nur zum Aufstieg, sondern auch als Arbeitsplatz genutzt werden. Unabhängig davon werden in der Neufassung außerdem die Zugangshöhe über Leitern sowie die Höhe des Standplatzes für Arbeiten auf Leitern auf maximal fünf Meter beschränkt. Ausnahmen sind nur bei sehr seltenem Zugang oder bei Arbeiten in besonders begründeten Sonderfällen möglich, zum Beispiel in engen Schächten. „Damit sind die verschärften Regeln für alle Branchen und beruflichen Einsatzbereiche relevant“, betont Ferdinand Munk, Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik GmbH.

Bodenauflage und eine noch bessere Standsicherheit. Mit seinem neuen Konzept der wechselbaren Fußplatten lässt er sich zudem flexibel an verschiedenste Untergründe anpassen. Für ein weiteres Plus an Arbeitssicherheit können sowohl die zweiteilige Stufenschiebeleiter als auch die Stufenglasreinigerleiter mit der rutschhemmenden Trittauflage clip-step R13 der Günzburger Steigtechnik ausgestattet werden.

Rollen statt Schleppen

arbeitshöhe bis 6,20 Meter Vor diesem Hintergrund wurde die neue zweiteilige Stufenschiebeleiter entwickelt. Sie ist ausschiebbar und in verschiedenen Größen erhältlich. Je nach Ausführung besitzt sie zwölf bis maximal 21 Stufen; der Anwender erreicht so Arbeitshöhen zwischen rund 3,80 und 6,20 Meter. Einen Mehrwert bieten hier die ein Meter langen Ausstiegsholme, die dem Anwender ein sicheres Überund Aussteigen aus der Leiter ermöglichen. In ihrem Überlappungsbereich schaffen die beiden Leiterteile außerdem eine extra breite Standfläche von 170 Millimetern, die für Standsicherheit sorgt. Die ebenfalls neue StufenGlasreinigerleiter wurde eigens für die Anforderungen beim Reinigen von Glas- und Fensterscheiben entwickelt. So stellen z.B. Steckverbindungen mit zusätzlichen Hakenverriegelungen die

Ein Highlight der zweiteiligen Stufen-Schiebeleiter sind die ein Meter langen Ausstiegsholme, die dem Anwender ein sicheres Überund Aussteigen aus der Leiter ermöglichen.

stabile Verbindung der einzelnen Leiterteile sicher. Laufrollen sowie ein abriebfester Anlegegummi mit Keilausschnitt sorgen laut Hersteller für ein einfaches Handling. Die Stufen-Glasreinigerleiter besteht aus Ober-, Mittel- und Unterteilen, die in verschiedenen Größen erhältlich sind und bis zu einer Standhöhe von knapp 5 Metern zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten bieten. Beide Leiter-Neuheiten sind mit einer Nivello-Traverse versehen, die serienmäßig mit der neuen Generation des Nivello-Leiterschuhs ausgestattet ist. Dieser sorgt nach Herstellerangaben durch seine patentierte 2-AchsenNeigungstechnik im integrierten Gelenk für eine bestmögliche

Diese erfüllt die strengen Vorgaben der höchsten Bewertungsgruppe für Rutschhemmung R13 und sorgt somit laut Hersteller auch in nassen, ölverschmierten und staubigen Arbeitsbereichen für einen sicheren Tritt und komfortablen Stand auf der Leiter. Auch in ergonomischer Hinsicht

Für optimale Standsicherheit sorgt unter anderem die mit 170 Millimetern extrabreite Standfläche im Überlappungsbereich der zweiteiligen Stufen-Schiebeleiter.

hat sich etwas getan. So bietet der Hersteller für die Traversen seiner beiden Produktneuheiten den neuen Nachrüstsatz „roll-bar“ an. Dieser lässt sich ohne Bohrungen nachträglich montieren und verspricht nach der Devise „Rollen statt Schleppen“ einen entscheidenden Ergonomievorteil beim Transport der zweiteiligen StufenSchiebeleiter und Stufen-Glasreinigerleiter. Die Transportrollen lassen sich zudem einfach mit dem Fuß in Position bringen. www.steigtechnik.de www.steigtechnik.de/service

Für die beiden Produktneuheiten gibt es den Nachrüstsatz „roll-bar“. Dieser lässt sich ohne Bohrungen auch nachträglich montieren. Bilder: Günzburger Steigtechnik

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Sicherheit für jede Jahreszeit Eisfreigerüst-System jetzt mit gratis Eisräumer Der Herbst steht vor der Türe und mit ihm kommen die ersten Nächte mit Frost. Spätestens jetzt müssen Lastkraftwagen, bevor sie eine Fahrt beginnen, kontrollieren, ob sich während der Standzeit auf dem Dach der Ladefläche Eis gebildet hat. Herunterfallende Eis- und Schneereste können nämlich nachfolgende Fahrzeuge treffen und zu gefährlichen Situationen und Unfällen führen. Übrigens ist jeder Unternehmer verpflichtet, seine Fahrer entsprechend zu unterweisen. Das ordnungsgemäße Reinigen der Dachflächen von großen Fahrzeugen wie Lkws oder Bussen ist schwierig, besonders bei erschwerten Wetterbedingungen in Herbst und Winter. Die Fahrzeuge sind so hoch, dass man ohne Steighilfen nicht einmal aufs Dach sieht, geschweige denn Eis und Schnee dort entfernen kann. Der Hersteller Krause bietet deshalb genau für diesen Zweck das Eisfreigerüst-System an, wobei

der Name eigentlich in die Irre führt, denn das Gerüst kann natürlich das gesamte Jahr über genutzt werden und bietet auch in der warmen Jahreszeit, beispielsweise wenn es um das Reinigen des Fahrzeugs oder um die Wartung geht, Vorteile. Der dreiteilige Seitenschutz und die Stahlloch-Beläge der TÜV-geprüften Steiglösung ermöglichen bei jedem Wetter ein sicheres Arbeiten. Dank Systembauteilen und verschiedenen Plattform-

simatherm – Tragbares Induktions-Anwärmgerät

größen ist das Gerüst größenvariabel und damit für jeden Lkw und jedes Nutzfahrzeug flexibel einsetzbar. Einen sicheren Zugang bietet der rutschsichere Treppenaufgang aus Stahl-Gitterroststufen. Der Nutzer gelangt so schnell und sicher auf die Arbeitsplattform, um die Dachfläche zu reinigen. Durch die stufenlos nivellierbaren Spindelfüße kann das GerüstSystem selbst auf unebenen Untergründen standsicher verwendet werden.

Das Entfernen von Eis und Schnee vom Dach der Fahrzeuge vor Fahrtantritt ist für den Fahrzeugführer Pflicht. Doch nicht nur im Herbst und Winter findet das Gerüst-System Anwendung, auch in den warmen Monaten punktet es bei der Wartung oder der Reinigung. Bilder: Krause

Es passt sich nämlich dem Gelände an. Passende Erweiterungen und Zubehör gibt es ebenfalls: Mit dem Geländer-Erweiterungsset kann beispielsweise die untere, zweite Plattform als Lauffläche genutzt werden. Und gegen ein unbefugtes Betreten kann ein Schrankenset mit Warntafel am Treppenaufgang angebracht werden. In einer ak-

tuellen Aktion ist das System nun zusammen mit einem gratis Eisräumer erhältlich, der eine schnelle und einfache Reinigung von Dachflächen erlaube, denn der Eisräumer zertrümmert mit seinen Hart-PVC-Köpfen Eisplatten. Außerdem ermöglichen der extralange Stiel sowie die Gummilippe das einfache Entfernen von Schnee und Eis. www.krause-systems.de/eisfrei

Spezialisten für den Not-Stopp acE bietet nun auch viskoelastische Stoßdämpfer an Mit 0,1 KJ/Hub bis 1.000 KJ/Hub verfügen die neuen viskoelastischen Stoßdämpfer von ACE über eine große Bandbreite an Energieaufnahme und besitzen, wie der Hersteller betont, gerade im oberen Bereich gegenüber anderen Lösungen für den Not-Stopp deutliche Vorteile. Sie kommen nämlich unter anderem trotz dieser enormen Energien mit vergleichsweise kleinen Hüben von 12 bis 1.300 Millimetern aus. Einsetzbar sind sie z.B. in der Schwerindustrie wie im Kranbau und in Stahlwerken, aber auch im Schienenverkehr, an Schleusen oder an Windkrafträdern. ACE hat die viskoelastischen Stoßdämpfer in drei Familien unterteilt: Die Dämpfer der Modellreihe VS-BA1 sind für geringere Energien von 0,1 bis 14 kJ/Hub konzipiert und die VS-BA5-Modelle decken einen mittleren Energiebereich von 25 bis 150 kJ/Hub ab. Für noch größere Aufgaben konzipiert, sind die VS-BALR- und VSBXLR-Dämpfer mit großen Hüben ausgestattet und können Energien von 6 bis 1.000 kJ/Hub aufnehmen. Gemein ist allen diesen selbsteinstellenden Dämpfern, dass sie nach dem Prinzip der hydrostatischen Kompression von Elastomeren arbeiten. Viskosität wie Kompressibilität der Silikonelastomere machen mechanische Vorrichtungen wie Rückhol- oder Vorspannsysteme

„ Tragbar, kompakt und sehr leicht (3,5 kg) „ 5 kg schweres Lager in weniger als 4 Minuten

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unnötig, da sich die Rückstellung des Kolbens einfach durch das Entspannen des komprimierten Elastomers vollzieht. Durch diese

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Arbeitsweise vereinen sie die Funktionen eines Stoßdämpfers mit denen einer Rückstellfeder. Die Vorteile dieser Baureihe sind hohe Dämpfungskoeffizienten, geringe Empfindlichkeiten gegenüber Temperaturschwankungen sowie erhöhte Sicherheiten durch die integrierte statische Vorspannung. Bei einer beliebigen Einbaulage arbeiten sie im Standardfall mit einer Auffahrgeschwindigkeit von 0,5 m/s bis 5 m/s und sind für Temperaturen von minus 20 Grad Celsius bis plus 50 Grad Celsius ausgelegt. Diese Bereiche können auf Anfrage nach oben und nach unten erweitert werden. Dies gilt auch für das verwendete Material. Denn die Möglichkeit, neben Stahl auch in Edelstahl zu liefern, macht die viskoelastischen Stoßdämpfer auch in Bereichen verwendbar, in denen sie z.B. stärkeren Umwelteinflüssen oder Salzwasser ausgesetzt sind bzw. spezielle Anforderungen an den Korpus erfüllen müssen. www.ace-ace.de


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Das Material ist mit entscheidend Änderungen in der Betriebssicherheitsverordnung betreffen auch auffangwannen Eine Auffangwanne gehört zur grundlegenden Sicherheitsausstattung bei der Handhabung von Gefahrstoffen. Zum Einsatz kommen dabei sowohl Auffangwannen aus Stahl als auch Modelle aus Kunststoff. Unabhängig davon, aus welchem Material diese hergestellt wurden, sind alle Unternehmen, die Auffangwannen verwenden, gesetzlich verpflichtet, diese in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Diese rechtliche Verpflichtung für Unternehmen ergibt sich einerseits aus der Arbeitsstättenverordnung und andererseits aus

der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Für Letzteres hat der Gesetzgeber zahlreiche Änderungen ver-

Bereits die richtige Aufstellung und die Instandhaltung verhindern Folgeschäden an den Auffangwannen. Bilder: Denios

handhabung von auffangwannen

Schuhmacher präsentiert Feinstfilteranlagen von Greenoil Standard Die Firma Schuhmacher Technologies & Hydraulics kooperiert mit dem dänischen Unternehmen Greenoil Standard aus Ebeltoft. Dadurch hat die Firma nun die Möglichkeit, eine Feinstfiltrationslösung für Hydraulik- und Schmierölanwendungen anzubieten. Wo und warum derartige Anlagen notwendig sind, zeigen Projekte im Bereich von Umformpressen und Härteanlagen. Hier genügen die vorhandenen Filter in den Anlagen nicht immer den Anforderungen - gerade wenn durch die Umgebung und den Prozess laufend Verschmutzung eingebracht wird. Doch genau dann ist es wichtig, das Öl sauber zu halten, denn rund 70 Prozent der Komponentenschäden in der Hy-

anlasst, die bereits im Mai dieses Jahres in Kraft getreten sind. Denios, ein Anbieter von Auffangwannen, nimmt diese Änderungen zum Anlass, noch einmal die sachgerechte Handhabung von Auffangwannen in Erinnerung zu rufen.

draulik lassen sich auf die Verschmutzung des Öles zurückführen. Und genau hier kommen die Greenoil Filteranlagen ins Spiel. Sie können nämlich laut Hersteller Partikel bis zu 3 µm (absolut) filtrieren und es besteht zusätzlich die Möglichkeit, auch Wasser abzuscheiden. Das Wasser wird dem Öl durch ein patentiertes Prinzip entzogen. Das bedeutet: Die Filterelemente müssen nur getauscht werden, wenn die Schmutzaufnahmekapazität erreicht ist. Dies wiederum spart gerade bei Anlagen mit hohem Wassereintrag bares Geld. in.Stand Stuttgart halle 2, Stand 2E27 www.schuhmacher-tech.de

Dies ist insofern von Bedeutung, da eine wesentliche Anforderung der Betriebssicherheitsverordnung darin besteht, Schutz- und Sicherheitseinrichtungen einer regelmäßigen Kontrolle ihrer Funktionsfähigkeit zu unterziehen und festgestellte Mängel umgehend zu beseitigen. Damit eine Auffangwanne ihre Funktion ordnungsgemäß erfüllen kann, müssen Konstruktion und Bauart dem gewünschten Einsatzzweck entsprechen.

aufstellung und Wartung Auch bei der Aufstellung und Wartung gibt es einiges zu beachten, um Folgeschäden zu vermeiden. Dabei kommt es maßgeblich darauf an, aus welchem Material eine Auffangwanne gefertigt ist. Für Stahlwannen mit einem Rauminhalt bis 1.000 Litern regelt die Stahlwannen-Richtlinie (StawaR) mit spezifischen Angaben, wie mit der sachgemäßen Aufstellung und Wartung umzugehen ist. Auffangwannen aus Kunststoff gelten in Deutschland als ungeregeltes Bauprodukt. Bei Denios verfügen sie über eine allgemeine bauaufsichtliche Zu-

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lassung vom Institut für Bautechnik (DIBt). Dort sind Bestimmungen zu Aufstellung und Wartung definiert.

Niederschlagswasser ist „gift”

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Bei Stahlwannen sieht es anders aus: Diese dürfen nämlich, wie die Experten von Denios erklären, nach beeinträchtigter Funktionsfähigkeit grundsätzlich wieder instand gesetzt werden. Allerdings müssen diese dann wieder einer erneuten Dichtigkeitsprüfung durch den Hersteller oder Fachbetrieb nach dem Wasserhaushaltsgesetz gemäß §62 AwSV unterzogen werden. Ob sich der Aufwand aber lohnt, hängt vom Einzelfall ab. www.denios.de

In vielen Fällen treten Beschädigungen als Folge unsachgemäßer Handhabung auf, betonen die Experten von Denios und sie verweisen auf die Tatsache, dass bereits bei der Aufstellung der Auffangwanne einige Maßnahmen ergriffen werden können, damit sie FÜR DIE SCHNELLE, EINFACHE UND lange und zuverSICHERE 1-PERSONEN-MONTAGE lässig genutzt werden kann. Beispielsweise sollten Auffangwannen stets so aufgestellt werden, dass sie kein Niederschlagswasser aufnehmen können. Zudem sollte die Wanne nur auf ebenen und festen Flächen stehen und keinen manuellen Beschädigungen ausgesetzt werden. Natürlich sollte außerdem die vorgeschriebene Traglast nicht überschritten und gegebenenfalls mit einem gut sichtbaren Hinweis kenntlich gemacht werden. Empfehlenswert ist es auch, die Gebinde so zu lagern, dass die Auffangwanne jederzeit gut einsehbar ist und eine Leckage leicht erkannt werden kann. Sollte die Funktionsfähigkeit bei einer Kunststoff-Auffangwanne nicht mehr gegeben sein, ist diese sofort nach Vorgabe des DIBt auszusondern.

Layher SoloTower

Der SoloTower von Layher ist das kleine Fahrgerüst, das schnell, sicher und einfach von nur einer Person bis zu einer Arbeitshöhe von 6,15 m aufgebaut werden kann. Dank seiner kompakten Maße und seiner kleinen, handlicher Einzelteile kann der SoloTower in allen gängigen Nutzfahrzeugen zum Einsatzort transportiert werden. Der Auf- und Abbau erfolgt komplett aus gesicherter Lage und erfüllt so geltende Vorschriften zur Arbeitssicherheit in Industrie und Handwerk.

Erfahren Sie mehr: www.layher-steigtechnik.com

„Durch das große Netzwerk, bestehend aus namhaften Herstellern und Lieferpartnern, können neben Serienlieferungen für Maschinen- und Anlagenbauer auch dringende benötigte Ersatzteile im Bereich der Hydraulik für die Zulieferindustrie kurzfristig geliefert werden“, betont Lars Benk, ein Geschäftsführer der Schuhmacher Technologies & Hydraulics GmbH. Bild: Schuhmacher

Stahlwannen dürfen instand gesetzt werden, müssen dann allerdings einer erneuten Dichtigkeitsprüfung durch den Hersteller oder einen Fachbetrieb unterzogen werden. Im Detail bleibt es abzuwägen, ob eine Neuanschaffung den Reparaturkosten vorzuziehen ist.

Einfach sicher. Die Steigtechnik.

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Schirmklammer: Aus zwei mach eins Neue hSK 17 - 30 von hebotec punktet mit einem großen Klemmbereich Die neue HSK 17 - 30 kann mit ihrem Klemmbereich von 17 bis 30 mm gleich zwei Schirmklammern ersetzen, nämlich die Klammern mit dem Klemmbreich von 17 bis 22 mm und von 23 bis 29 mm und das ohne, dass es dadurch zu Einbußen bei den EMV-Eigenschaften kommt, so der Hersteller. träglichkeit (EMV) gewährleisten. Mit seiner planen Auflagefläche ermöglicht der Fuß der HSK 17 30 eine besonders große Kontaktfläche und verfügt über sehr gute EMV-Eigenschaften, betonen die Spezialisten von Hebotec. Erhältlich ist die Schirmklammer in drei Ausführungen, bei denen der Fuß jeweils auf einem unterschiedlichen Träger aufgenietet ist: Auf Hut- oder Sammelschiene lässt sich der jeweils passende Träger werkzeugfrei anbringen. Für die direkte Montage, auf beispielsweise Geräten oder Montageplatten, wird der passende Träger mit einer M4- oder M5-Schraube be-

festigt. Ist die Schirmklammer angebracht, lassen sich laut Hebotec abisolierte Kabel und Leitungen einfach von oben eindrücken. Die Schenkel der Schirmklammer haben nach Herstellerangaben eine hohe Klemmkraft und sichern so auch bei großen Kabeln und Leitungen den Kontakt zum Kabelschirm. Ihre gleichbleibende Federkraft ist Voraussetzung für eine dauerhaft zuverlässige EMV. Je nach verwendetem Träger ist eine Zugentlastung mit Kabelbinder am Kabelmantel möglich. Wie alle Schirmklammern dieses Anbieters ist auch die HSK 17 - 30 so aufgebaut, dass sich Kabel und Leitungen eng und trotzdem übersichtlich anordnen lassen; dadurch passen auf eine kleine Fläche maximal viele Kabel und Komponenten. www.hebotec.de

„Gemeinsamer Erfolg durch aktive Partnerschaft” Bereits seit dem Jahr 1999 bilden der Technische Handel und die VTHQualitätspartner eine wohl einzigartige Leistungsgemeinschaft. Vielfältige Aktivitäten des VTH Verband Technischer Handel e.V. können mit der Unterstützung der VTH-Qualitätspartner umgesetzt werden, so zum Beispiel informative Whitepaper, Case Studies, Infografiken und Veranstaltungsformate.

Partner für Theorie und Praxis Neben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zählt die Vertriebsunterstützung des Technischen Fachhandels seit 20 Jahren zu den Kernaufgaben der VTH-Qualitätspartner. Deshalb unterstützt die Initiative das umfangreiche Seminarangebot des VTH. Diese Fortbildungen tragen dazu bei, dass die Technischen Händler stets über die neuesten Produkte, Sicherheitsnormen und Gesetze informiert sind. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) führt der VTH zum Beispiel regelmäßig zweiwöchige Zertifikatslehrgänge zum „Geprüften Fachberater für Persönliche Schutzausrüstungen“ durch. Hinzu kommen Seminare für „Geprüfte Fachberater für Schlauch- und Armaturentechnik“, digitale Lehrgänge, Aufbaukurse und vieles mehr.

Der große Klemmbereich sorgt für eine hohe Flexibilität in der Anwendung. Bild: Hebotec

Bolzen und Gabelköpfe: Neue Varianten

Info

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Ab sofort sind drei neue Bolzen für Gabelköpfe bei Norelem erhältlich. Darunter befindet sich das Modell 27621-01 mit Einstich für eine Wellensicherung mittels einer Sicherungsscheibe für Wellen nach DIN 6799. Alternativ können Anwender eine KL- oder SL-Sicherung verwenden. Verfügbar ist zudem ein weiterer Bolzen, nämlich der 27621-02 mit Einstich, bei dem ein Sicherungsring nach DIN 471 zum Einsatz kommt. Hingegen erfolgt die Sicherung bei dem dritten neuen Bolzen, dem 27621-03, über Splinte. Im Bereich der Gabelköpfe bietet der Normelementespezialist auch neue Modelle aus Stahl oder Edelstahl mit Außengewinde. Passende Gegenstücke aus Stahl sind ebenfalls erhältlich: Sie lassen sich mit Gabelköpfen und Gabelgelenken der DIN 71752 kombinieren. Diese Produkte dienen z.B. als Verbindung, wenn ein Richtungsversatz in eine Richtung ausgeglichen werden soll. www.norelem.de

Wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Technischem Handel und VTH-Qualitätspartner verläuft, zeigen die Videos auf der Seite www.vth-erfolgsgeschichten.de Zuletzt erschienen: Im Trainingszentrum des Technischen Händlers Niemann-Laes trainieren Mitarbeiter eines Kunden mit einem Spezialisten aus dem Hause Honeywell. Durch die enge Vertriebspartnerschaft liefern die Technischen Händler ihren Kunden viele Vorteile. Zum Beispiel können Kundenwünsche direkt an die Hersteller weitergegeben werden, wodurch der Technische Handel für seine Kunden individuelle Verbesserungen und Produktinnovationen bewirkt. „Die VTH-Qualitätspartner stehen dem Technischen Handel seit 20 Jahren zur Seite und begleiten seinen Erfolg mit innovativen Marketingmaßnahmen“, so VTH-Hauptgeschäftsführer Thomas Vierhaus.

Die VTH-Qualitätspartner sind:

auswählen berechnen anfragen informieren

In Anlagen, Maschinen oder Schaltschränken können Störströme an Steuer- oder Sensorsignalen Fehlfunktionen hervorrufen. Um solche Störströme abzuleiten, ist der Einsatz von Schirmklammern entscheidend, die eine elektromagnetische Ver-

Bild: Norelem

Mehr dazu: www.vth-qualitaetspartner.de


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Kein Zündrisiko durch Kriechströme oder Co. Patentierte Vollisolierung hält aggressiven Medien stand und verhindert Systemausfälle Um jegliche Art von elektrischen Kontakten und Anschlüssen vor Korrosion zu schützen, werden beispielsweise in der Fahrzeugtechnik, bei Land- und Baumaschinen sowie auf Schiffen und Offshore-Installationen unterschiedliche Varianten von Gummikappen verwendet. Die Standardabdeckungen haben jedoch nur begrenzte Isolationseigenschaften, da sie lediglich die Oberfläche der Kontakte vor Berührung schützen. Salzige Meeresluft, Feuchte oder Schwefelsäuregase können sich dagegen weiterhin niederschlagen - mit all den entsprechenden negativen Folgen. „Korrosion, Kriechströme und Funkenbildung zählen nach wie vor zu den größten Herausforderungen in der elektrischen Anschlusstechnik“, erklärt Jens Trimborn. Der Geschäftsführer der Hagemann Systems GmbH weiß genau, wovon er spricht, und verdeutlicht noch einmal die Problematik: „Bei Isolierungen von elektrischen Kontakten in Landund Baumaschinen, bei maritimen Anwendungen oder in der Bahn- beziehungsweise Flurfördertechnik handelt es sich beispielsweise meist nur um Gummikappen.“ Diese Standardlösungen können aber Feuchtigkeit, aggressiven Medien oder Staubpartikeln nicht vollumfänglich standhalten, da sie lediglich vor Berührung schützen. Feuchtigkeit aus der Umgebung oder korrosiv wirkende Säuren und Laugen, welche zum Beispiel während des regulären Betriebs von Energiespeichern austreten können, lassen sich aber auf diese Weise nicht abhalten und sorgen für erhöhte Widerstände durch Korrosion. Gleiches gilt für salzige Meeresluft: Diese setzt sich häufig an nicht geschützten Kontakten und Kabelschuhen fest und stellt somit vor allem Schiffe, OffshoreBohrinseln, Windkraftanlagen oder Hafenmaschinen vor Korrosionsprobleme, was wiederum außerplanmäßige Wartungsarbeiten erforderlich macht. Um diesen Problemen vorzubeugen und eine konstant hohe Leitfähigkeit von elektrischen Kontakten zu garantieren, hat Hagemann Systems nun mit der Lugsulation eine patentierte Vollisolierung für Kabelschuhe, konkret eine Kombination aus voll isoliertem Kabelschuh und Isolationsumhüllung entwickelt. Diese patentierte Vollschutzkappe entspricht, je nach Ausführung, unterschiedlichen Isolationsklassen wie zum Beispiel IP65 und kann nach den UL-Brandschutzklassen zertifiziert werden. „Unser Kabelschuh und die elektrischen Kontakte sind durch die Isolationsumhüllung komplett geschützt. Es gibt keine Stelle mehr, an der Feuchtigkeit, Flüssigkeiten oder Säuren mit dem Metall in Berührung kommen können“, erläutert Trimborn und ergänzt: „Zudem sorgt ein Konus am hinteren Ende der Lugsulation für eine auf unterschiedliche Kabelvarianten anpassbare Kabeldurchführung. Kabel mit ganz unterschiedlichen Durchmessern können so stufenweise und mediensicher abgedichtet werden.“ Dies wiederum verkürzt kosten- und zeitintensive Wartungsintervalle und ermöglicht gleichzeitig einen komplikations-

„Der Kabelschuh und die Kontakte sind durch die Isolierung komplett geschützt. Es gibt keine Stelle mehr, an der Feuchtigkeit, Flüssigkeiten oder Säuren mit dem Metall in Berührung kommen können“, betont Jens Trimborn, Geschäftsführer von Hagemann Systems.

ablagerungen oder Säureresten entsprechende Spannungspotenziale bilden. Derartige Fehlerströme führen zu ungewollten Energieverlusten; werden sie zu groß, können sie sich außerdem entzünden und stellen somit eine Gefahr hinsichtlich des Brand- und Arbeitsschutzes dar. Die Lugsulation hingegen neutralisiere das Zündrisiko, noch bevor es zum Funkenschlag kommt, denn die aus robusten Spezialwerkstoffen gefertigte Vollschutzkappe dichtet laut Hersteller nahezu alle elektrischen Kontakte und Anschlüsse so ab, dass externe und zum Teil auch ag-

freien Dauerbetrieb ohne Systemausfälle. So spare die Lugsulation nachAngaben des Geschäftsführers von Hagemann über die gesamte Lebensdauer des Produktes mindestens 25 Prozent Energie ein und mindere in der Folge auch den CO2-Ausstoß, da aufgrund des Ausbleibens von Korrosion Übergangswiderstände konstant gehalten werden können. Neben der Gewährleistung absoluter Dichtheit verhindere das Produkt außerdem das Aufkommen von Kriechströmen, die in aller Regel dann entstehen, wenn sich aufgrund von Feuchtigkeits-

Bei der Lugsulation handelt es sich um eine patentierte Vollisolierung, die, je nach Ausführung unterschiedlichen Isolationsklassen entspricht und nach den UL-Brandschutzklassen zertifiziert werden kann. Bilder: Hagemann Systems

gressive Medien nicht eindringen und sich niederschlagen können. Das Risiko eines Fehlerstroms werde somit bereits vor der Entstehung eliminiert. Je nach Einsatzgebiet, Umgebungssituation und Kundenanforderung existieren unterschiedliche Baureihen der Lugsulation. Die Lugsulation flex stellt hierbei die classic-Ausführung für allgemeine, nicht spezifische Anwendungen innerhalb der Produktfamilie dar. Daneben existiert

auch eine Hochtemperaturausführung sowie mit der Lugsulation seal ein Design, welches durch zusätzliche Dichtungen z.B. in Salzwasserumgebung eingesetzt werden kann und sich somit unter anderem für OffshoreWindanlagen eignet. Die Lugsulation cap wiederum verfügt über eine zusätzliche Kappe, mit der sich beispielsweise die Verbindungsschraube von oben abdichten lässt. www.hagemann-systems.de

Die Lugsulation kann im Gleich- und Wechselstrombereich für Signal- und für Leistungsstromübertragung verwendet werden. Neben der Gewährleistung absoluter Dichtheit verhindert die patentierte Vollisolierung auch das Aufkommen von Kriechströmen.

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MESSEN & EVENTS

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38. Motek und 13. Bondexpo Messeduo findet vom 7. bis 10. Oktober in Stuttgart statt Die Motek, die internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung, findet wieder zeitgleich mit der Bondexpo, der internationale Fachmesse für Klebtechnologien, auf dem Messegelände in Stuttgart statt. Gemeinsam geben sie einen Überblick über die aktuelle informations- und prozessorientierte industrielle Fertigung. Die Motek ist ein Spiegelbild der sich dynamisch verändernden industriellen Produktionstechnik. Fachbesucher finden hier in praxisnaher Atmosphäre Antworten auf ihre Fragen, die sie auf dem Weg zur Smart Factory beschäftigen. Das zeigt sich bereits am Messemotto „Smart Solutions for Production and Assembly“. Digitalisierung und Integration in der industriellen Praxis sind schon lange keine Vision mehr. Anschaulich wird dies unter anderem im Themenpark Arena of Integration (AoI). Hier bekommen die Fachbesucher mit konkreten Anwendungsbeispielen Antworten auf aktuelle Fragen zu intelligenten Produktions- und Prozessketten in Verbindung mit digitalen Applikationen. Kern der Messe sind aber nach wie vor topmoderne und nunmehr digitalisierte Komponenten, Baugruppen, Subsysteme und Komplettanlagen für die automatisierte Produktion und Montage. Um den wachsenden Anforderungen

Bild: Schall

der durchgängig automatisierten, stückzahlflexiblen Produktion gerecht zu werden, präsentiert die Motek aber auch in Technik und Kommunikation vernetzte Komplettlösungen. Ergänzend dazu zeigt die parallel stattfindende Bondexpo Detailund Systemlösungen zum Fügen und Verbinden von Komponenten und Baugruppen in der Vor- und Endmontage. Wie bereits in den Vorjahren werden insgesamt knapp 1.000 Aussteller zu dem traditionellen Messeduo erwartet - viele davon aus dem Ausland. www.bondexpo-messe.de www.motek-messe.de

parts2clean 2019 Neue und veränderte Herausforderungen in der Bauteilreinigung effektiv und effizient meistern - davon wird unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit von Fertigungsunternehmen auch zukünftig abhängen. Die Trends, Lösungswege und das Wissen, um dabei einen Schritt voraus zu sein, präsentiert die Messe, die vom 22. bis 24. Oktober auf dem Messegelände in Stuttgart stattfindet. „Die parts2clean ist der Ort, an dem die marktführenden Unternehmen der Branche ihre Neu- und Weiterentwicklungen dem internationalen Fachpublikum vorstellen”, betont Olaf Daebler, Global Director beim Veranstalter, der Deutschen Messe AG. Dazu zählen unter anderem Lösungen, die das Entgraten und die Reinigung von Einzelteilen in einem Prozess und kurzen Taktzeiten ermöglichen und damit zum Erreichen hoher partikulärer Sauberkeitsanforderungen beitragen. Neue und weiterentwickelte Verfahrenstechnologien für die nass-chemische Reinigung führen ebenfalls dazu, verbesserte Reinigungsergebnisse schneller zu erzielen. www.parts2clean.de

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A+A mit neuer Start-up-Zone Messe und Kongress - 5. bis 8.11. in Düsseldorf Im November dreht sich in Düsseldorf wieder alles um die Themen persönlicher Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Die Weltleitmesse mit über 1.900 Ausstellern aus rund 60 Ländern bietet den kompletten Überblick über die neuesten Trends und Produkte und gibt wichtige Impulse für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, damit die Menschen sicherer, gesünder und effizienter arbeiten können. Besonders spannend dürfte es im Bereich der neuen Start-up-Zone werden, die Premiere auf der A+A hat. Ob Gesundheits-App, VR-Brille oder Hightechtextilien - den Themen sind in diesem Bereich, der für junge, kreative, zukunftsorientierte Unternehmen gedacht ist, keine Grenzen gesetzt. „Uns als Messe ist es wichtig, das Angebot der A+A durch neue Ideen zu bereichern; deswegen

fördern wir den Austausch von internationalen Branchen-Newcomern mit Experten aus Wirtschaft, Forschung und Politik“, erklärt Birgit Horn, Director der A+A. Parallel zur Messe läuft der Kongress mit Veranstaltungen zu aktuellen Themen wie Arbeit 4.0, Zukunft der Arbeit in Europa und weltweit sowie zum neuen Format „Praxis Interaktiv“. www.aplusa.de

Bild: Messe Düsseldorf


MESSEZEITUNG Sie lesen die B&I-MESSEZEITUNG zur IN.STAND 2019

Wolff Publishing - ISSN 1864-4554 - info@b-und-i.de - www.b-und-i.de - Oktober 2019

MESSEZEITUNG

DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Ulrich Kromer von Baerle ist seit 2001 Geschäftsführer der Landesmesse Stuttgart GmbH, außerdem Sprecher der Geschäftsführung. Bild: Landesmesse Stuttgart

Armacell nutzt das Betriebsführungssystem GS-Service für die präventive Instandhaltung und Ersatzteilhaltung und arbeitet derzeit an der Einfühung der mobilen Variante, die auf Tablets läuft.

Überflüssigen Ballast abwerfen ... ... und die Wertschöpfung steigern. Wie das geht, zeigt sich im Armacell-Werk in Münster. Aus der Europazentrale des Herstellers flexibler Dämmstoffe werden alle europäischen Werke u. a. mit Masterbatches versorgt. Eine hohe Anlagenverfügbarkeit und eine Produktion ohne ungeplante Stillstände sind hier das A und O; ein „Break Down“ hätte immense Ausfallfolgekosten. Das Armacell-Werk in Münster ist der Drehund Angelpunkt einer globalen Wertschöpfungskette, die 25 Produktionsstätten in 17 Ländern integriert. Anlagenausfälle und ungeplante Stillstände müssen deshalb zuverlässig verhindert werden. Um dies zu erreichen, wurde im Rahmen der „World Class Armacell Mindset“-Initiative praktisch jeder Stein in der Produktion umgedreht. Dabei ist die innerbetriebliche Supply Chain mit markanter technischer und organisatorischer An-

Armacell gilt als Erfinder von flexiblen Dämmstoffen für die Anlagenisolierung und führender Anbieter technischer Schäume. 3.100 Mitarbeiter sind in 25 Produktionsstätten in 17 Ländern für das Unternehmen tätig. Bilder: Armacell

lagenverkettung das eine. Erhöhte Produktivitäts- und Umweltschutzanforderungen sind das andere. Beides gehört aber zusammen und identifiziert vor allem die Fertigungslinien als neuralgischen Punkt. „Längere Stillstände sind inakzeptabel“, betont in diesem Zusammenhang Lennert Wiels, Maintenance Manager Plant Münster. Er verdeutlicht, warum: „Gibt es z.B. bei der Abgasnachbehandlung Probleme oder Störungen, fallen sofort die entsprechenden Produktionslinien in der Fertigung aus.“ Die Frage ist, wie sich das verhindern lässt. „Eine vorbeugende Instandhaltung ist da sicherlich ein richtiger, wichtiger Weg“, so Wiels. Deshalb nutzt Armacell das Betriebsführungssystem GS-Service für eine präventive Instandhaltung und eine optimierte Ersatzteilhaltung - und das bereits seit Ende 2015. Die Überwachung der beiden systemrelevanten Produktionslinien erfolgt hierbei per Fernwartungsmonitoring im Werkstattbereich. Die Checks wiederum werden in GS-Service dokumentiert - wie eigentlich alles, was den laufenden Betrieb bei Anlagentechnik, Infrastruktur, Medienversorgung, Zentrallager, R&D und Facility

in Münster anbelangt. Und wer dokumentiert, setzt seine Planung eben auch auf konsistenter Datengrundlage auf. „Diese Möglichkeit in GS-Service nutzen wir umfassend“, so Wiels, „Dies ist ein Gebot der Stunde, auch weil wir inzwischen eine kritische Unternehmensgröße erreicht haben.“ Grundsätzlich integriert GS-Service von Greengate als dem ERP nachgeordnetes System Planungs-, Dokumentations- und Überwachungsfunktionen sowie betriebswirtschaftliche Anwendungen zu einem Informations- und Managementsystem. Die objektorientierte Software, konzipiert als skalierbare Client-/Server-Lösung, baut hierfür auf einer Standardtechnologie auf und arbeitet unter aktuellen Microsoft-Betriebssystemen. Durch die offene Systemarchitektur ließ sich GS-Service auch das SAP ERP bei Armacell ankoppeln. Eingeführt wurde GS-Service wie bereits erwähnt im Jahr 2015 als Ersatz für das industrieweit bekannte Lösungsgeflecht aus Excel, eigenen Programmen, Freeware und papierbasierter Aktenablage; allerdings nicht mit einem „Big-Bang“. Weiter auf Seite M2

Liebe Leser der B&I, ich lade Sie herzlich zur Premiere der IN.STAND ein. Der Fokus der neuen Fachmesse für Instandhaltung und Services ist klar auf den Maschinen- und Anlagenbau, die AutomotiveBranche und deren Zulieferindustrie gerichtet. Sie richtet sich darüber hinaus an weitere Branchen wie Metall- und Kunststoffbearbeitung, Prozessindustrie oder Elektrotechnik. Die Instandhaltung befindet sich in einem Transformationsprozess. Das Steuern und Messen, der Antrieb und die Kontrolle von Maschinen und Anlagen erfolgen zunehmend digital. Condition Monitoring liefert große Mengen wertvoller Daten, deren geschickte Analyse Unternehmen die Smart (Predictive) Maintenance, also eine intelligente Instandhaltung, ermöglicht. Das führt zu optimierten Prozessen, höherer Verfügbarkeit und planbarer Wartung in ohnehin anfallenden Stillstandzeiten. Auch klassische Themen der Instandhaltung wie Retrofit, Ersatzteilmanagement oder Fernwartung wandeln sich. Bei ihnen geht es vor allem um schnelle Reaktionszeiten und nachhaltige Verfügbarkeit. Spezialisierte Anbieter verzeichnen hier zunehmende Anforderungen nach smarten Servicedienstleistungen. Die IN.STAND liefert mit ihrer Fachausstellung, den Guided Tours sowie einem Fachforum die passenden Antworten auf die Fragen der Fachleute für Instandhaltung und Service. Wir danken allen Ausstellern, Partnern und Verbänden, die uns bei der Premiere der IN.STAND unterstützt haben. Mit dieser Erstveranstaltung wollen wir gemeinsam den Grundstein eines neuen Branchengipfels für Instandhaltung und Industrieservices im Südwesten Deutschlands legen.


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Fortsetzung von Seite M1 Lennert Wiels erinnert sich an den Weg vom Groben zum Feinen: „Als wir GS-Service einführten, waren die Mitarbeiter in der Instandhaltung nicht wirklich begeistert. Genau das haben wir allerdings erwartet! Deswegen haben wir das System zunächst ausführlich vorgestellt, Feedbacks aufgenommen und das System erst einmal rudimentär ans Laufen gebracht - ohne hohen Detaillierungsgrad. In Schulungsunterlagen wurden die Prozesse schrittweise beschrieben und in Powerpoint hinterlegt. Damit sind wir sehr gut gefahren. So wurde GSService für die Kollegen zur Routine.“

Konkrete Informationen ... Die IT-gestützte Routine in der Instandhaltung wissen die 35 Kollegen aus der Instandhaltung inzwischen zu schätzen - beispielsweise beim Schichtwechsel, der 17-fach wöchentlich ansteht. „Die Übergabe ist kurz“, so Wiels, „aber alles ist sauber im Schichtbericht aus GS-Service dokumentiert.“ In GS-Service werden aber nicht nur die Instandhaltungsaufträge vordisponiert, die Instandhalter erhalten auch konkrete Betriebsund Wartungsanweisungen mit Checklisten. „Der Aufgabenpool ist damit klar, einteilen kann das Mitarbeiterteam seine Schicht selbst. Dieser hohe Grad an Eigenverantwortlichkeit hat sich bewährt“, betont der Maintenance Manager. In der Software werden zudem Bilddokumentationen der Inspektionen und Messwerte der Anlagen hinterlegt. Perspektivisch soll das ab dem Jahr 2020 über das Modul GS-Mobile ablaufen. Denn bis dato muss der Instandhalter noch zurück in die Werkstatt, um auf Informationen in GS-Service (Anlagenstammdaten etc.) zuzugreifen oder Daten wie Auftragsrückmeldung

inklusive Arbeitszeit oder Bilder ins System einzupflegen. Zukünftig soll sich das aber ändern. Dann läuft mit GS-Mobile das alles über windowsbasierte Tablet-PCs ab - und zwar direkt am Einsatzort. „Das würde Unmengen an Wegezeiten einsparen“, so Wiels, der gemeinsam mit zwei weiteren Key-Usern GS-Service selbst administriert und die Vernetzung digitaler und physischer Workflows auch an anderer Stelle forciert. „Wir verlinken alle Daten zu den Maschinen im System, um einerseits die Instandhaltung an sich zu professionalisieren, um andererseits aber auch zu erkennen: Wo sind die Kostenschwerpunkte? Wo treten Störungen in den Betriebsprozessen auf? Wie sind die Kennzahlen zur Anlagenperformance?“, berichtet Wiels.

Situation mit früher vergleicht. Früher wurden in SAP bestandsgeführte Artikel auf Erfahrungswerten basierend eingekauft, eingelagert und in Excel hinterlegt. „Wir wussten allerdings nicht wirklich, wo die kritischen Komponenten sind“, weiß Wiels.

Einsparungen in Höhe von 80.000 Euro Durch die Rückkopplung der Instandhaltungsdaten und Informationen zur Anlagenperformance wird nun zunehmend klarer, wann welches Ersatzteil sprich: welches Bestandsvolumen - tatsächlich benötigt wird. „Demnach haben wir Lagersätze definiert und Bestellzeiten in GSService hinterlegt, die auf einer Minimum-Maximum-Bestandsführung basieren. Das System meldet die Bestände.“ Über eine Schnittstelle zum SAP ERP sollen

Nach anfänglicher Skepsis wissen die 35 Kollegen aus der Instandhaltung die IT-gestützte Routine zu schätzen. Bild: Greengate

in Zukunft Abgleich und Bestellungen automatisch erfolgen, gegebenenfalls schon ab 2020.“ Der Workflow mit GS-Service hat mittlerweile das Interesse anderer Armacell-Standorte geweckt: „Klar tauschen wir uns untereinander mit den Instandhaltern aus anderen Ländern aus. Die

Kollegen aus Polen und England waren durchaus begeistert von GS-Service, vor allem weil es die Kommunikation verbessert und kritische Probleme identifiziert“, bestätigt Lennert Wiels. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2D17 www.greengate.de

... für jede Schicht Da die Anlagen und Prozesse in GS-Service abgebildet und dokumentiert wurden, lassen sich damit auch umfassende Auswertungen fahren. „Wir haben einen vorgeplanten Arbeitsvorrat, der bei Rüstwechseln oder Produktionspausen direkt abgerufen werden kann. So können wir schnell und flexibel reagieren und auch kurzfristig Wartungen oder Inspektionen durchführen, da diese vorgeplant sind“, ergänzt der Instandhaltungsprofi. Stichwort Controlling: Einen verifizierbaren Effizienzschub verzeichnete Armacell durch den Einsatz von GS-Service mittlerweile auch beim Ersatzteilmanagement. „Wir beziffern die Einsparung bei gebundenem Kapital auf inzwischen rund 80.000 Euro; rund 15 Prozent des Bestandsvolumens“, so Wiels, „und erwarten noch viel mehr, wenn alle Verbrauchswerte verfügbar sind.“ Warum dies so ist, wird schnell klar, wenn man die heutige

Premiere auf der In.Stand Mobilex zeigt erstmals Release 8 seiner Field Service Management Suite Am 23. und 24. Oktober können sich Besucher der Messe am Stand 2A46 live das aktuelle Release der Field Service Management Suite, einer Software zur Einsatzplanung und Auftragsabwicklung für den technischen Außendienst, ansehen. Dieses bietet einige Neuerungen wie die Pooldisposition von Technikern, Benachrichtigungen für Disponenten, Techniker und Kunden, Kartenintegration in Mobilex-MIP for Field Service und Cross-MIP sowie neue Features in SubConnect, der webbasierten Lösung zur Integration von Subunternehmern. Mit der Version 8 der Field Service Management Suite ist nach Angaben der Softwareentwickler aus dem Hause Mobilex nun zum ersten Mal eine Pooldisposition möglich. Damit weist der Disponent einen oder auch mehrere Aufträge einer bestimmten Gruppe - also einem Pool von Technikern zu.

Jetzt mit Pooldisposition Aus dieser Gruppe kann ein Techniker dann den Auftrag übernehmen und mit dem Kunden einen Termin vereinbaren. Diese Funktion eigne sich besonders für Unternehmen, die pro Tag und Techniker mehrere, kurze Aufträge bearbeiten, die keine spezielle Qualifikation erfordern. Die Pooldisposition hat außerdem den Vorteil, dass bestimmte Aufträge effizienter bearbeitet werden können, z.B. wenn ein Techniker gerade in der Nähe eines Einsatzortes ist und Zeit hat.

Disponent aus Mobilex-Dispatch Benachrichtigungen via Mail, Fax oder SMS an Kunden und Techniker versendet.

Integration von Subunternehmern Dieser Versand kann manuell oder automatisch erfolgen, beispielsweise bei der Terminvergabe oder wenn der Techniker in seiner Service-App den Status „in Anfahrt“ setzt. Mit dem neuen Release 8 können Techniker außerdem in MIP for Field Service und in CrossMIP direkt Karten von PTV nutzen. Damit lassen sich zum Beispiel

Aufträge in der Umgebung anzeigen oder der Techniker kann damit auch zum nächsten Einsatzort navigieren. In der webbasierten Lösung zur Integration von Subunternehmern, Mobilex-Sub-Connect, können Disponenten von Subunternehmern nun auch ein Dashboard für die Verplanung von Technikern nutzen und sich diese nach Verfügbarkeit oder Nähe zum Einsatzort anzeigen lassen. Zudem lassen sich in der Lösung jetzt auch Berichte oder Rechnungen erstellen und exportieren. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2A46 www.mobilexag.de

Nachrichten an Kunden und Techniker

Die flexiblen Dämmstoffe lassen sich kinderleicht verarbeiten.

Zudem fördert die Pooldisposition die Motivation der Techniker, reduziert die telefonische Kommunikation zwischen diesem und seinem Disponenten und lässt den Arbeitstag aller Beteiligten flexibler gestalten. Doch es gibt noch weitere Änderungen und Verbesserungen im neuen Release. Ab der Version 8 ist es nun z.B. auch möglich, dass der

Die Version 8 der Field Service Management Suite soll, wie die Softwareentwickler betonen, ab Ende Oktober verfügbar sein. Bild: Mobilex


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In.Stand 2019 Auf der Fachmesse mit begleitenden Foren werden industrielle Dienstleistungen von spezialisierten Serviceunternehmen sowie internen Wartungs- und Instandhaltungsorganisationen abgebildet. Das Portfolio reicht von Consulting und Finanzierung über Integration und Training bis hin zu Wartung, Rückbau oder Recycling. An beiden Tagen finden auf dem Fachforum praxisnahe Vorträge und Podiumsdiskussionen statt. Das Fachforum ist integriert und die Teilnahme ohne Voranmeldung kostenfrei möglich. Geplant sind Vorträge zu aktuellen Trends wie Predictive (Smart) Maintenance und Industrie 4.0. Die Guided Tours, durchgeführt vom FIR an der RWTH Aachen, finden ebenfalls an beiden Tagen jeweils am Vormittag und am Nachmittag statt. Den Besucher erwarten hier fünf bis sechs Stationen, an denen die Aussteller gezielt Informationen zu den jeweiligen Themenfeldern vermitteln. Der Treffpunkt für die Guided Tours ist der FIR Stand im ICS, C2. Beim Networking am Abend des ersten Messetags können Aussteller und Besucher ihre Kontakte pflegen und vertiefen. Veranstaltungsort: Messe Stuttgart, Messepiazza 1 70629 Stuttgart www.messe-stuttgart.de/instand/ Termin und Zeit: Am Mittwoch, den 23. Oktober 2019 und Donnerstag, den 24. Oktober 2019 ist die Messe von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Anreise: Vom Stuttgarter Hauptbahnhof nehmen Sie die S-Bahn S2 oder S3 in Richtung Flughafen (Filderstadt) bzw. Messe. Die Fahrtzeit beträgt 27 Minuten. Für alle, die mit dem Auto über die Autobahn A8 anreisen, stehen Parkplätze in ausreichendem Maß zur Verfügung. Das Messegelände befindet sich außerdem in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Stuttgart. Tipp: Die Messe bietet attraktive Inklusivangebote für den Eintritt und die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Eintrittspreise Die Tageskarte kostet online 25 Euro und vor Ort 30 Euro. Ermäßigte Karten für Schüler, Studenten, Rentner und für Menschen mit Behinderung werden für 20 Euro (online) beziehungsweise 25 Euro (vor Ort) angeboten. Tipp: Alle Tageskarten ermöglichen die kostenfreie Nutzung des ÖPNV des Verkehrsund Tarifverbunds Stuttgart VVS. Angeboten wird außerdem eine Dauerkarte für 35 Euro (online) beziehungsweise für 40 Euro beim Kauf vor Ort, wobei die Dauerkarte nicht für den VVS gilt.

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Lernen Sie Ihre Maschine genau kennen … … und zwar über eine bestimmte Zeitdauer hinweg und aus jedem erdenklichen Winkel Das Ausrichtungssystem XT770 von Easy-Laser ermöglicht laut Hersteller nicht nur ein Ausrichten der Maschine, sondern auch eine Kontrolle der Fundamentkrümmung sowie eine Prüfung des Lagerspiels. Außerdem ist damit unter anderem eine Messung der Maschinenbewegung über die Zeit möglich, ebenso wie eine Kontrolle der Kippsicherheit und der Standfestigkeit. Wie bei anderen XT-Systemen des Herstellers Easy-Laser auch, lassen sich mit dem XT770 horizontale und vertikale/angeflanschte Maschinen anpassen. Mit dem XT770 können aber auch ganze Maschinenparks ausgerichtet werden.

Die Funktion 360Live ermöglicht z.B. eine Ausrichtung der Maschine anhand der Messeinheiten, die in einem beliebigen Winkel um die Welle herum angebracht werden. Dies ist hilfreich, wenn es schwierig ist, die Welle zu drehen

oder wenn die Komponenten der Maschine im Weg stehen. Es gibt zudem das Soft-Foot-Programm für die Kippsicherheit/Standfestigkeit, das auch die Möglichkeit bietet, beide Maschinen an der Kupplung zu prüfen. Ferner lassen sich mit den neuen

Ganze Maschinenparks ausrichten

Die Arbeitsgrundlage aller XT-Systeme ist die gemeinsame, kostenlose App, die durch die Messungen leitet. Sie kann auf einem Smartphone oder Tablet oder auch auf der laut Hersteller besonders robusten XT11-Einheit mit Schutzgrad IP66/67 verwendet werden. Bilder: Easy-Laser

zweiachsigen Messeinheiten und der Easytrend-Software dynamische Bewegungen aufzeichnen, wie sie zum Beispiel durch Wärmeausdehnung, Rohrkräfte oder Bewegungen in Fundamenten verursacht werden. Apropos Fundament: Ein flaches Fundament ist die Basis für eine zuverlässige Maschineneinrichtung. Überprüfen lässt sich dies mit dem Twist-Programm und den beiden enthaltenen Messeinheiten. Ein separater Lasersender wird nicht benötigt. Um allerdings das volle Potenzial des Messsystems ausnutzen zu können, bietet der Hersteller als

Das Kippsicherheit/Standfestigkeit-Programm, das mit allen XT-Systemen kompatibel ist, bietet nun auch die Möglichkeit, beide Maschinen an der Kupplung zu prüfen.

Zubehör den geometrischen Lasersender D22 an, um eine maximale Präzision und Zuverlässigkeit bei der Messung mit dem Werteprogramm zu erreichen.

Neue App neue Funktionen Tipp: Besitzer eines Ausrichtungssystems XT550 oder eines XT660 sollten ebenfalls die aktualisierte App (Version 5.0) nutzen, denn damit ist auch ein Zugriff auf das Maschinenpark-Programm (beschränkt auf drei Maschinen für die XT660) sowie auf das TwistProgramm möglich. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2B44 https://easylaser.com

Den Kundennutzen im Blick SEW Eurodrive thematisiert Life Cycle Services Am 23. und 24. Oktober 2019 präsentieren die Servicespezialisten von SEW-Eurodrive auf der In.Stand ihre Life Cycle Services, das Betriebs- und Wartungskonzept für Antriebs- und Automatisierungstechnik. Sie erläutern aber auch die Vorteile der Lageroptimierung und der Variantenreduzierung und informieren über die Möglichkeiten definierter Verfügbarkeitszusagen und der energetischen Optimierung von Anlagen. Unter dem Motto „Heute schon wissen was morgen passiert“ informieren die SEW-Eurodrive-Spezialisten am Messestand darüber, wie man von bislang fest geplanten Wartungsintervallen zur zustandsbasierten Wartung übergeht. Schließlich lassen sich auf Basis der vorbeugenden Instandhaltung und von Condition-Monitoring-Konzepten ungeplante Produktionsausfälle vermeiden und zudem Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen besser planen. Das Ergebnis ist eine höhere Verfügbarkeit von Komponenten und Anlagen und damit eine optimale Ausnutzung ihrer Lebensdauer. Ein Thema in diesem Zusammenhang sind die Life Cycle Services, die entlang des kompletten Anlagenlebenszyklus zur Verfügung stehen. Von der ersten Orientierung bis hin zur Nutzung und Modernisierung von Maschinen und Anlagen begleiten diese skalierbaren Services und Dienstleistungen den kompletten Anlagenlebenszyklus. Die Life Cycle Services sind dabei den sechs Lebenszyklusphasen einer Maschine bzw. Anlage zugeordnet.

1. Phase Orientierung Bevor man in neue Anlagen, Komponenten und Services investiert, benötigt man einen möglichst umfassenden Überblick über Regularien und Vorschriften sowie Trends und Neuheiten. Durch eine persönliche Beratung unterstützen die Spezialisten die potenziellen Kunden bei der Entscheidungsfindung.

2. Phase Planung & Engineering Nach der Entscheidungsfindung gilt es, die Ideen in Konzepte zu verwandeln. Die Profis helfen in der Planungsphase und unterstützen bzw. beraten beispielsweise bei der Bedarfsermittlung, der Komponentenauswahl, bei Projektierungs- und Engineeringfragen oder auch bei der Entwicklung individueller Wartungskonzepte.

Bild: SEW-Eurodrive

3. Phase Beschaffung & Lieferung Ist die Antriebslösung konzipiert, geht es nun darum, den eigentlichen Beschaffungsprozess zu vereinfachen und zu beschleunigen, beispielsweise durch einen elektronischen Datenaustausch, Barcode-Labels, individualisierten Lieferservice oder elektronischen Rechnungsversand.

4. Phase Installation & Inbetriebnahme Wenn alle Komponenten vor Ort sind, gilt es die geplante Anlage termingerecht und kostengünstig beim Anwender zum Laufen zu bringen. Neben Installationsberatungen und Applikationsprogrammierungen können die Antriebsspezialisten auch die komplette Inbetriebnahme der Antriebstechnik übernehmen.

5. Phase Nutzung In der Nutzungsphase geht es darum, die Verfügbarkeit und Produktivität der Anlage stetig zu verbessern. Mit einem Serviceangebot aus Inspektionen, Reparatur, Ersatzteilservice und Eilmontagen hilft SEW-Eurodrive hier z.B., Ausfallzeiten zu minimieren.

6. Phase Modernisierung Mit zunehmender Lebensdauer ändern sich nicht nur Rahmenbedingungen wie gesetzliche und normative Vorgaben, sondern auch die Anforderungen an Produktivität, Anlagen- und Teileverfügbarkeit. Mit dem Retrofitservice bleiben die Maschinen und Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2A21 www.sew-eurodrive.de


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Instandhaltung & Service als Wirtschaftsfaktor In.Stand: Neuer Treffpunkt für Instandhalter und Servicedienstleister im Süden Die Instandhaltung und der Industrieservice sind nach Angaben von Experten hierzulande ein wichtiger und zukunftsträchtiger Wirtschaftsfaktor. Umso wichtiger ist es für die Instandhalter und Servicefachleute, auf dem neusten Stand zu bleiben und bewährte, aber auch neu entwickelte Lösungen und Services zu kennen. Gelegenheit dazu haben sie am 23. und 24. Oktober auf der In.Stand in Stuttgart, der neuen Fachmesse für Instandhaltung und Services. Der Wirtschaftsverband Industrieservice (WVIS) sieht seine Branche auf Wachstumskurs. Das weitere Wachstum hänge nach Einschätzung des Verbandes jedoch von Spezialisierung, ICTKompetenz und zukunftsfähigen Personalstrategien ab. Orientierung gibt diesbezüglich die neue Fachmesse für Instandhaltung und Services In.Stand, die am 23. und 24. Oktober auf dem Stuttgarter Messegelände stattfindet. „Die Ergebnisse des jährlichen WVIS-Branchenmonitors verdeutlichen, dass sowohl die Instandhaltung in der Industrie als auch der Umsatz im Industrie-

„Der Wandel der Fähigkeiten von Instandhaltungsmitarbeitern wird vielleicht die größte Herausforderung der nächsten Jahre sein“, betont Rainer Brenk-Ortolf, Vorstandsmitglied beim FVI. Bild: FVI

WVIS vor allem die smarten Dienstleistungen.

Gute Zukunftsaussichten

Dr. Martin G. Eckert, geschäftsführendes Mitglied des WVIS-Vorstandes, sieht auf Grundlage der Ergebnisse des jährlichen WVISBranchenmonitors auch für die Zukunft ein weiteres Umsatzwachstum bei der industriellen Instandhaltung und beim Industrieservice. Bild: WVIS

service weiterwachsen“, wie Dr. Martin G. Eckert, geschäftsführendes Mitglied des WVIS-Vorstandes, erklärt. Der aktuelle Branchenmonitor weist für die Industrieservicesund Instandhaltungsbranche einen Umsatz von deutlich mehr als 20 Milliarden Euro für 2018 aus, bei einem konstanten Wachstum von 4,7 Prozent. Überdurchschnittlich gewachsen sind laut

Und auch für die Zukunft sieht der WVIS eine positive Entwicklung für die Branche. Diesbezüglich betont Dr. Eckert: „Der Industrieservice wird sein Wachstum beschleunigen und erfolgreich bleiben. Denn die klassischen und auch die neuen Smart Services bieten gemeinsame Potenziale für neue Dienstleistungen. Deshalb gilt es, die eigene IT-Kompetenz zu stärken.“ Mit neuen Geschäftsmodellen für die Branche rechnet Manfred Botschek. Der Vizepräsident des deutschen Chapter der Association for Services Management International (AFSMI) weist darauf hin, dass spezialisierte Serviceprovider zusätzliche Services für die Instandhaltung anbieten. Beispiele seien Predictive as a Service oder Verfügbarkeitsgarantien. „Es wird“, so Botschek, „zunehmend Serviceprovider

geben, die Produktion und Instandhaltung als Service anbieten“, wie auch Beispiele insbesondere im Bereich Druckmaschinen - zeigen. Doch nicht nur der WVIS, auch Friedhelm Iske, Vorstandsmitglied Forum Vision Instandhaltung (FVI), bezeichnet die aktuelle wirtschaftliche Situation auf Basis des vierteljährlichen Branchenindikators Instandhaltung ebenfalls als gut. So konnte zum Beispiel die Stimmungslage der innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen im 2. Quartal im Vergleich zum vergangenen Quartal erneut zulegen. Den genannten Branchenindikator erstellt der FVI in Zusammenarbeit mit dem Verein FIR Forschung Innovation - Realisierung an der RWTH Aachen.

Neue Geschäftsmodelle Jedoch wird laut Iske „in der Branche die Zukunft vorsichtig verhaltener eingeschätzt“. Das FIR wird geleitet von Professor Volker Stich. Als einen Grund nennt er die digitale Transformation, die vorübergehend zu geringen Einbußen führen könne. Danach jedoch werde „die wirtschaftliche Lage der Branche durch eine Wandlung der Instandhaltung hin zu einem aktiven Wertschöpfungspartner zunehmend positiv beeinflusst“. Thomas Vierhaus, Vorstand beim VTH Verband Technischer Handel e.V., fasst die Aussichten für die Industriedienstleister wie folgt zusammen: „Der Branchenindikator Instandhaltung, den das FIR an der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit dem FVI regelmäßig erstellt, hat für das zweite Quartal 2019 ergeben, dass nur 31 Prozent der Instandhaltungsdienstleister ihre wirtschaftliche Lage als gut einschätzen. Im Vergleich zum Vorquartal entspricht das einer Abnahme um 34 Prozent. Für die Zukunft prognostiziert jedoch gut die Hälfte der industriellen Instandhaltungsdienstleister (54 Prozent) eine verbesserte wirtschaftliche Lage.”

Das weitere Wachstum der Industrieservicedienstleistung hängt von der Spezialisierung, IT-Kompetenz und zukunftsfähigen Personalstrategie ab. Bild: WVIS

tionen bestmöglich ausgeschöpft werden müssen“, betont er. Hierbei sei seiner Meinung nach die Instandhaltungsbranche gefragt, die Unternehmen helfe, teure Neuanschaffungen zu vermeiden und - bei auflebender Konjunktur - trotzdem ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stellen zu können. Einen weiteren Grund für eine zeitweilig zögerlichere Entwicklung nennt Renate Dreher, zuständig für die Geschäftsentwicklung bei Regnard Technologie: „Es herrscht Unsicherheit aufgrund der noch nicht klar definierten Elektromobilität und deren Auswirkung auf die Automobil-

Technologie bei der Messe Stuttgart, unterstreicht: „Wir wenden uns an Fachkräfte und Mitarbeiter in diesen Sektoren, die über die Neuheiten am Markt und Herausforderungen der Branche informiert werden müssen. Für diese soll die In.Stand als Branchengipfel eine Plattform bieten.“

Service bringt ein Viertel vom Umsatz Insbesondere für den Maschinenund Anlagenbau ist der Service mittlerweile zu einem wichtigen Umsatzbringer geworden.

Nach Ansicht von Marco Jähnig, Mitglied der Geschäftsleitung bei Mader Druckluft, verstärkt der Fachkräftemangel die Nachfrage nach externen Instandhaltungsdienstleistern und services. Bild: Mader/Hagen Schmitt

industrie.“ Die Fahrzeug- und Automobilbauer sind neben dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Zulieferindustrie eine der Hauptzielbranchen der In.Stand.

Messe bietet Orientierung Vor allem ihnen will die Messe Orientierung geben, wie Sebastian Schmid, Abteilungsleiter

Markus Brümmer, Geschäftsführer und Vertriebsleiter der GML Gesellschaft für mobile Lösungen, verweist auf eine Umfrage des Kundendienst-Verbands Deutschland aus dem vergangenen Jahr, wonach bereits heute über 50 Prozent der Unternehmen mehr als ein Viertel des Umsatzes aus der Servicesparte generieren. Hier werde somit weiteres Wachstum erwartet. Weiter auf Seite M6

Investitionen ausschöpfen

Laut Walter Foltin, Geschäftsführer bei Maintmaster Systems, erkennen immer mehr Unternehmer das Ertragspotenzial der Instandhaltung, da die Instandhalter dafür sorgen, dass die Produktion reibungslos funktioniert. Bild: Maintmaster

In einem gedämpften Konjunkturverlauf, wie er sich derzeit abzeichnet, erkennt Horst-Dieter Kraus, Vice President Marketing and Communications beim Automatisierungsspezialisten Pilz, durchaus Chancen. „Nach langen Phasen starker Investitionstätigkeit kommen immer Phasen, in der diese Investi-

In Deutschland befindet sich der Industrieservice auf einem kontinuierlichen Wachstumskurs. Dennoch müssen sich die Dienstleister den Herausforderungen zur Zukunft stellen - und hier ist in einigen Bereichen durchaus noch Luft nach oben. Bild: WVIS


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Nicht einfach retro, sondern fit gemacht Pilz zeigt, wie sich „altes Eisen“ fit für die smarte Fabrik machen lässt Pilz zeigt auf der Messe seine Automatisierungslösungen für das Retrofit von Maschinen und Anlagen sowie die dazugehörigen Dienstleistungen. Damit können Betreiber die Produktivität und die Sicherheit des Maschinenparks erhöhen - und das, ohne kostenintensive Neuinvestitionen tätigen zu müssen, denn Maschinen und Anlagen stehen nach einem Retrofit neuen Maschinen und Anlagen in aller Regel in nichts nach. Sofern die mechanische Basis stimmt, kann ein Retrofit vorhandene Maschinen und Anlagen im Hinblick auf die Elektronik wieder auf den Stand der Technik bringen. Wie das geht und was möglich ist, zeigen die Experten von Pilz, einem internationalen Komplettanbieter der Automatisierungstechnik mit Hauptsitz in Deutschland, auf der Messe in Stuttgart und sie verdeutlichen, dass ein nachhaltiges Retrofit mehr ist als nur der Austausch von Verschleißteilen.

Und das kann sich lohnen, denn moderne Automatisierungslösungen und -systeme, bestehend aus Steuerungen, Sensoren, Antriebstechnik plus der dazugehö-

rigen Visualisierung, optimieren die Produktions- und die Handlingprozesse. In diesem Zusammenhang kommt gerade der Sensorik beim sicheren Betrieb von Maschinen und Anlagen eine besondere Rolle zu, denn sichere Sensoren eröffnen zusätzliche Freiheitsgrade bei der Planung von dynamischen Prozessabläufen und von Arbeitsbereichen, in denen Mensch und Maschine interagieren. Was damit in der Praxis gemeint ist, zeigen die Experten anhand des Modells einer Schutztür. Hier können Besucher der Messe die sichere Sensorik PSEN von Pilz im Einsatz sehen. Zum Einsatz kommen hier unter anderem Sicherheitsschalter zur Überwachung von Positionen und trennenden Schutzeinrichtungen für die Zutrittskontrolle sowie taktile oder optische Sensoren für die Flächen- und

Fortsetzung von Seite M4 Wer jedoch weiterhin wettbewerbsfähig sein wolle, so Brümmer, „muss den Wert der Digitalisierung im Service erkennen und für sein Unternehmen nutzbar machen“. Einen positiven Imagewandel macht Walter Foltin aus, Geschäftsführer beim Entwickler der Instandhaltungssoftware Maintmaster Systems: „Immer mehr Unter-

nehmen erkennen, dass mit Instandhaltung Geld verdient wird, indem die Instandhalter die Produktion am Laufen halten.“ Erfreuliche Folge: vermehrte Investitionen in die Instandhaltung. Foltin verzeichnet einen klaren Trend zur Digitalisierung, langfristig werde seiner Ansicht nach das Thema Industrie 4.0 die Instandhalter stark beeinflussen.

Von der Risikobeurteilung ...

Oktober!

Raumüberwachung. Für den sicheren und produktiven Betrieb müssen Gefährdungen bewertet, Anlagen überprüft, Prüffristen ermittelt, Prüfergebnisse dokumentiert und Mitarbeiter geschult werden. Mit Blick auf die Sicherheit ist es für Betreiber häufig kaum leistbar, den Umfang dieser unterschiedlichen Aspekte und wechselseitigen Abhängigkeiten

... bis zur CE-Kennzeichnung von Instandhaltungsmaßnahmen selbst einzuschätzen. Hier setzt das Dienstleistungsangebot von Pilz an: Die Experten unterstützen nämlich Unternehmen mit Dienstleistungen von der Risikobeurteilung bis hin zur CEKennzeichnung rund um die Themen Sicherheits- und Automatisierungstechnik, bei der Überho-

„Es wird zunehmend Serviceprovider geben, die Produktion und Instandhaltung als Service anbieten“, betont Manfred Botschek, deutsches AFSMI-Chapter. Bild: AFSMI

Industrie 4.0 ist auch das Stichwort für Ulrich Bräunlich, Geschäftsfeldentwickler beim Filterhersteller Filteron. Er sagt selbstbewusst: „Insbesondere die Transformierung und Integration der bestehenden Produktionsanlagen in Deutschland in eine Industrie 4.0 kann nur über die Instandhalter erarbeitet werden.“ Hendrik Varelmann, Leiter Projektmanagement Instandhaltung beim Industriedienstleister Piepenbrock, sieht für die Digitalisierung der Branche die Sensortechnik, das Internet of Things sowie gemeinsame Datenplattformen oder andere Formen der IT-Zusammenarbeit als zukunftsweisend und betont: „Digitale Lösungen bieten die Möglichkeit, effizientere Dienstleistungen zu entwickeln und Kosten zu senken.“ Als einen der wichtigsten Sekundärbereiche seines Unternehmens sieht Lukas Weber, Geschäftsführer von Sonic-Tech-

Auf der Messe veranschaulichen und erklären die Spezialisten anhand einer sicherheits- und steuerungstechnisch komplett modernisierten Exzenterpresse wie das Thema „Retrofit“ umgesetzt werden kann. Bild: Pilz

lung nicht elektrischer Komponenten sowie beim mechanischen Umbau und bieten für alle Phasen des Maschinen-Lebenszyklus einen kunden- und problemorientierten Service aus einer Hand. Das global tätige Unternehmen ist nach eigenen Angaben ein verlässlicher Partner, wenn es um die Durchführung sicherheitstechnischer Prüfungen, bei der Anwendung und Umsetzung gültiger Normen und Richtlinien sowie die

nology, einem Spezialisten für Digitalisierungslösungen, die Instandhaltung. „Die Erfahrung unserer Projekte zeigt, dass gut definierte Prozesse, unterstützt durch moderne Web-Apps, kurzfristig und mittelfristig die Instandhaltungsaufwände deutlich reduzieren“, so Weber. Auf das Problem des zunehmenden Fachkräftemangels verweist Marco Jähnig, Mitglied der Geschäftsleitung von Mader Druckluft: „Wir erleben aktuell einen Wandel: Bedingt auch durch den Fachkräftemangel werden Instandhaltungsbereiche nach extern vergeben. So überwachen wir heute bei vielen Kunden die Druckluftstation aus der Ferne und schreiten ein, wenn es Probleme gibt.“ Rainer Brenk-Ortolf, weiteres Vorstandsmitglied beim FVI, betont zum Thema Fachkräftemangel: „Der sich abzeichnende Personalmangel wird zum Treiber für Wissensmanagement und KI. Und Die Digitalisierung im Serivce ist für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Davon ist auch Markus Brümmer, Geschäftsführer und Vertriebsleiter der GML Gesellschaft für mobile Lösungen, überzeugt. Bild: GML

Erstellung der notwendigen technischen Dokumentationen geht. Übrigens: Pilz ist außerdem Mitorganisator des begleitenden Fachforums der Messe. Unter dem Motto „Instandhaltung in Zeiten der Digitalisierung“ finden an beiden Messetagen praxisnahe Vorträge und Podiumsdiskussionen statt. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C24 www.pilz.com/de-DE/instand

„Die wirtschaftliche Lage der Branche wird durch eine Wandlung der Instandhaltung hin zu einem aktiven Wertschöpfungspartner zunehmend positiv beeinflusst“, erklärt Professor Volker Stich, FIR. Bild: FIR

der Wandel der Fähigkeiten von Instandhaltungsmitarbeitern wird vielleicht die größte Herausforderung der nächsten Jahre sein.“ Auch hierbei wird die In.Stand nach Angaben der Veranstalter Hilfestellung geben. www.messe-stuttgart.de/instand


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Warum „smart data” besser als „big data” ist Experten von Prüftechnik erklären auf der In.Stand, worauf es wirklich ankommt Ein Beispiel macht klar, worum es am Stand von Prüftechnik geht: Der Chef hat eine Excel-Liste mit allen Kundendaten geschickt. Darin waren viele, sehr viele, wichtige und teils auch unwichtige Informationen enthalten. Aber eigentlich wollte man in diesem Moment nur wissen, wie viele von den Kunden auf der letzten Messe am Stand waren. Natürlich findet man durch bestimmte Filter die entsprechenden Kundendaten. Dennoch dauert es zuvor schon lange, um die Kundenliste herunterzuladen, die Liste zu sortieren und zu bearbeiten. Die Verarbeitung der komplexen Datenmenge kann für die vorhandene Rechnerleistung auch zu anspruchsvoll sein. Genauso verhält es sich bei komplexen Condition Monitoring Systemen. Dabei kann die Lösung so einfach - oder besser gesagt smart - sein, wie die Experten von Prüftechnik verdeutlichen. Wer proaktives und professionelles Online Condition Monitoring betreibt, stellt sehr schnell fest, dass hier eine wahre Datenkrake am Werk ist: In kurzer Zeit laufen hier ungeheure Datenmengen zusammen. Diese müssen - analog zur bereits zitieren Excel-Liste sortiert und gefiltert werden, damit man die gewünschten Informationen herauslesen kann. Dies übernimmt zum Glück eine professionelle und intelligente Software. Als Resultat erhält man Trends, Kennwerte, Orbits, 2D- und 3DDiagramme, Wasserfalldiagramme und vieles andere mehr. Durch Online Condition Monitoring werden Assets (Maschinen und Anlagen) 24 Stunden und sieben Tage die Woche (24/7) lang überwacht. Es gibt hierbei keine Überwachungsunterbrechung. Der Datenstrom fließt also permanent - unabhängig davon, ob das Asset unter Volllast läuft oder stillsteht. Es ändern sich lediglich die Messwerte (bei Stillstand sollte

eine permanente Nulllinie als Wert übertragen werden). Kontinuierliche Werte, die sich nicht ändern, sind prinzipiell gute Werte, da sie einen positiven Zustand des Assets belegen. Es stellt sich jedoch die Frage: Brauche ich diese unveränderlichen Werte für das Condition Monitoring denn überhaupt? Man könnte dies als die „GretchenFrage“ des Online Condition Monitoring bezeichnen: Big Data wozu denn eigentlich? Reichen nicht auch Smart Data? Die Antwort lautet eindeutig Jein - also ja und nein. Für ein lückenloses Trendmonitoring benötigt man natürlich eine kontinuierliche Aufzeichnung aller Trends und Spektren und somit das Sammeln von Big Data. Hingegen reichen für das eigentliche Condition Monitoring, also die Instandhaltung des Assets, Smart Data. Das heißt, nur wenn sich der Zustand des Assets bei gleichbleibenden äußeren Bedingungen außerhalb der vorgegebenen

Schwellen- und Alarmwerte bewegt, dann werden die Daten aufgezeichnet und per Alarmfunktion angezeigt. Kontinuierliche Werte werden lediglich mit einem Startund Endzeitpunkt versehen; in diesem Zeitraum gab es ja keine signifikanten Änderungen.

Smart Data-Mining Die Datenmenge der Smart Data beträgt somit nur noch einen Bruchteil dessen, was Big Data zuvor verursacht hat. Der große Vorteil: Daten können einfacher und sicherer auch über geringere Bandbreiten verschickt werden. Serverkapazitäten müssen nicht mehr in so großer Menge bereitgestellt werden und die Serverperformance bleibt beinahe konstant hoch. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Vibguard IIoT. Das Online Condition Monitoring System von Prüftechnik verfügt neben der be-

Systeme mit automatisierter Diagnose Gfm zeigt unter anderem das Offline-Schwingungsdiagnosesystem Peakstore5 Peakstore5 wurde speziell für Messungen an Antrieben mit Getrieben entwickelt. Es ist klein, handlich und batteriebetrieben. Mit ihm werden bis zu 12 Schwingungskanäle mit je 50 kHz und ein Drehzahlkanal zeitgleich gemessen. Neu ist ferner das Auswuchten bei variabler Drehzahl. Um Arbeitsschutzanforderungen zu erfüllen, lässt sich der Peakstore5 über eine App auf einem Smartphone fernsteuern. Auf diese Weise muss sich während der Messung kein Personal in der Nähe der Produktionsanlage aufhalten. Ansonsten erfolgt die Bedienung über einen Touchscreen, der Bestandteil eines vollwertigen integrierten Tablet-PC ist. Dort erfolgt auch die komplette Konfiguration des Systems. Der Anwender kann aber die Messdaten direkt ansehen und diese bei Bedarf vor Ort analysieren. Messprotokolle und Fotos, zum Beispiel von Typenschildern, können direkt zum Auftrag gespeichert werden. Die Messdaten wiederum lassen sich per WLAN und Access Point unmittelbar zu einer Auswertestelle schicken. Ergänzend zum Peakstore5 zeigt Gfm auf der Messe das OnlineCondition Monitoring System Peakanalyzer, bei dem sich der Start der Messung auf bestimmte Ereignisse triggern lässt. Dies ermöglicht die Diagnose an stark diskontinuierlich arbeitenden Maschinen wie zum Beispiel von Antrieben an Kranen.

Bild: Gfm Durch das Condition Monitoring kann der Schädigungszustand von Antriebselementen sehr gut beurteilt werden. Auf diese Weise werden Verfügbarkeits- und Zuverlässigkeitsprognosen von Produktionsanlagen exakter und Instandhaltungsaktivitäten lassen sich besser planen. Nach Angaben der Experten von GSM generiert der Betreiber von Produktionsanlagen oftmals sogar einen messbaren monetären Vorteil, denn nicht selten wird der Aufwand für ein System zur Zustandsüberwachung bereits durch nur einen rechtzeitig erkannten Schaden mehrfach amortisiert.

Alle Systeme des Herstellers zeichnen sich, wie dieser betont, durch eine Automatisierung der Diagnoseprozesse aus. So lassen sich die laufenden Kosten für den

Überwachungsservice laut Gfm sehr niedrig halten. Gemessen wird in der Regel mit hochauflösenden Beschleunigungssensoren, hoher Abtastfrequenz und langer Messzeit. Für die Diagnose kommt die Ordnungsanalyse zum Einsatz. So habe die Drehzahlwelligkeit keinen Einfluss. Beim Onlinesystem erfolgt die Schwingungsbeurteilung vollautomatisch frequenzselektiv durch den Vergleich signifikanter Peaks in Spektren mit kinematischen Schadensfrequenzmustern. Erst wenn das System eindeutige Hinweise auf einen möglichen Schaden findet, ist die Expertise eines Menschen gefragt, der dann eine Instandhaltungsentscheidung trifft. Die Messebesucher können sich neben den Condition Monitoring Systemen unter anderem über Services zur Maschinendiagnose, Fundamentüberwachung und Videoendoskopie von Getrieben, aber auch über die Seminare zum Condition Monitoring, die Gfm anbietet, informieren. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C11.5 www.maschinendiagnose.de

Intelligent wird das neue System vor allem durch die serverbasierte Software Omnitrend Asset View. Bild: Prüftechnik

reits bekannten Modbus-TCP Schnittstelle nun auch über das cloudfähige MQT T-Protokoll. Richtig interessant und vor allem intelligent wird das neue System aber erst durch die serverbasierte Software Omnitrend Asset View. Und so funktioniert es: In einem ersten Schritt nimmt das Online Condition Monitoring System alle Sensordaten auf. Doch damit nicht genug. Das System filtert diese bereits nach Relevanz vor. Diese vorgefilterten Daten werden dann in einem zweiten Schritt zum einen in die Condition Monitoring Software Omnitrend Center sowie parallel dazu auf die Server- bzw. Cloud-Software Omnitrend Asset View übertragen. Die Serversoftware Asset View funktioniert dabei ähnlich wie Twitter: Es werden nur Daten aus den „abonnierten“ Kanälen angezeigt. Im Unterschied zu den BigData-Kraken speichert diese Software jedoch keine Daten. Sie werden lediglich in Echtzeit angezeigt. Überschreitet ein Asset einen vorgegebenen Schwellen/Alarmwert, wird diese Systemänderung unmittelbar angezeigt. Via des MQT T-Protokolls werden

die Daten gleichzeitig per Internet in die Cloud oder auf einen Onlineserver übertragen - entsprechend dem Speicherort von Omnitrend Asset View. Somit können die aktuellen Daten von überall auf der Welt abgerufen werden. Der Clou: Bei der Datenübertragung müssen nun nicht mehr riesige Datenpools verschickt werden, es genügen handliche, kleine Datenpakete. Selbst bei kleiner Bandbreite und schlechter Verbindungsqualität sind diese schnell und sicher abrufbar. Gleichzeitig sind die Kosten für die Datenübertragung auf ein Minimum reduziert. Smart Data kann man also wie eine gut gepflegte Excel-Tabelle sehen, in der nur die wirklich wichtigen Datenpakete ordentlich und übersichtlich aufbereitet sind. Unnötige Daten werden bereits im Vorfeld durch intelligente Filter bereinigt - und dennoch sind sie nicht gelöscht, sondern lediglich ausgeblendet und an anderer Stelle weiter verfügbar. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C11.8 www.pruftechnik.com


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Oktober 2019

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Statt „nur” Filter, Beratung mit Know-how Experten unterstützen bei der Optimierung der Filtration Die industrielle Filtration hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Qualität der Produkte, die Umwelt und das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter, sondern auch auf die Ökonomie eines Unternehmens. Je effizienter die Filtration nämlich ist, desto höher sind die potentielle Kostenersparnisse durch geringe Druckdifferenzen. Diese führen nämlich zu längeren Standzeiten und in der Folge zu einer Verlängerung der Wartungsintervalle - und das alles spart Geld. Mit der Wahl des bestmöglichen Filters ist es aber noch nicht getan, denn auch die korrekte Anlagenauslegung ist ein wichtiger Faktor. Das bedeutet: Fachmännisch konzipierte Filtrationslösungen sind für eine zugleich ökonomisch wie auch ökologisch effiziente Oberflächentechnik unerlässlich. Deshalb beraten und beliefern Fachfirmen wie die Filteron GmbH Unternehmen der Oberflächentechnik nicht nur beim Thema Ersatzfilter, sondern sie haben auch die Expertise, um das für den Anwender optimale Filtrationskonzept erfolgreich umzusetzen. Wie groß das Angebot an Filterarten und -materialien ist und welche Möglichkeiten es gibt, die Filtration zu optimieren, zeigen die Spezialisten unter anderem auf der Messe in Stuttgart.

Die große Auswahl an verschiedenen Filterarten und -materialien stellt zwar sicher, dass der für die gewünschte Anwendung optimale Filter existiert, allerdings birgt sie auch das Risiko einer falschen Filterwahl. Bild: Filteron

Zu sehen sein werden Glasfaserund synthetische Filtermedien. Sie eigenen sich beispielsweise zur Farbnebelabscheidung. Sie speichern die bei Lackierprozessen entstehenden Farbnebel und verhindern so, dass

diese in die Atemluft gelangen oder den Arbeitsplatz bzw. das zu lackierende Produkt verunreinigen. Glasfasermedien werden hier als Boden- und synthetische Filtervliese als Deckenfilter eingesetzt. Neben dem traditionellen Lackierprozess spielt die Pulverbeschichtung mittlerweile eine große Rolle in der Oberflächentechnik. Für die hierbei entstehenden Stäube bietet sich eine Feinstaubabscheidung an, bei welcher Filterpatronen zum Einsatz kommen. Durch die feine Faltung des in einem stabilen Gehäuse gefassten Filtervlieses bietet dieser Filtertyp eine große Filterfläche auf einem vergleichsweise kleinen Raum. Werden die Oberflächen von Werkstücken mittels Strahlver-

Traditionelle Konzepte stoßen an Grenzen Optimierung der Instandhaltungsprozesse mithilfe smarter Lösungen Die Experten von Ultimo erklären auf der Messe, welche intelligenten oder eben smarte Lösungen es bereits im Bereich der Instandhaltung gibt. „Diese lassen sich oft ohne allzu großen Aufwand bei vielen Unternehmen realisieren“, betonen die Spezialisten. Ein Instandhaltungsleiter möchte Wartungen zum richtigen Zeitpunkt ausführen. Doch wann ist dieser Zeitpunkt? Dies ist die zentrale Frage, für deren Beantwor-

tung unterschiedliche Ansätze gewählt werden können. Eine korrektive Instandhaltung führt beispielsweise zu ungeplanten Stillständen und Pro-

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duktionseinbußen. Und damit auch zu höheren Kosten. Eine vorbeugende Instandhaltung mit fixen Intervallen ist besser planbar, aber auch relativ teuer, denn man macht in aller Regel mehr, als eigentlich nötig ist. Dieser Effekt kann mit der Durchführung von Risikoanalysen zumindest begrenzt werden. Die Kritikalität einer Anlage bestimmt dann die Wartungsfrequenz. Doch all diese traditionellen Instandhaltungsmethoden stoßen in einer modernen Produktionsumgebung an ihre Grenzen. Deshalb gibt es neben diesen angeführten Methoden auch eine nutzungsbasierte Instandhaltung. Diese bringt zahlreiche Vorteile.

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Die Ultimo Maintenance Management Software bietet beispielsweise seit vielen Jahren Funktionen, um eben eine solche nutzungsbasierte Instandhaltung zu ermöglichen, z.B. durch die Erfassung der Anzahl der Hübe, der Betriebsstunden, der gepumpten Liter oder auch der gefahrenen Kilometer. Die Frequenz bestimmt dann den Moment der Wartung. Es können aber auch andere Signale sein, die ausgewertet werden. Ist die Temperatur zu hoch? Gibt es zu viel Lärm oder treten Vibrationen auf? Wenn individuell vorgegebene Grenzwerte erreicht

fahren bearbeitet oder müssen im Fertigungsprozess poliert werden, so finden auch hier Filterpatronen Einsatz, da sie mit ihrer hohen Abscheideleistung kleinste Partikel filtern können, und durch die Möglichkeit von mechanischen Abreinigungsverfahren eine hohe Standzeit ermöglichen. Darüber hinaus werden Filter, welche Einsatz bei Schleifprozessen oder beim Schweißen und Flexen finden, von Filteron angeboten. Hier setzt man auf eine Stufenfiltration, die sich meist aus Metallfiltern gegen Funkenflug, in der Hauptstufe Kassetten- und Schwebstofffiltern zur Partikelabscheidung, sowie Aktivkohlefiltern zur Rauch- und Geruchsabsorbierung in der Nachfiltration zusammensetzt. Die Vorfiltration ist hierbei optional, während Schwebstofffilter je nach Anwendungsfall eine Alternative zu Filterpatronen darstellen. An anderer Stelle werden in der Fertigung Reinigungs- und Kühlwasser-Aufbereitungsanlagen auch mit Filtern ausgestattet, um einen optimalen Rückfluss der eingesetzten Mittel zu ermöglichen.

Zum Thema Taschenfilter: Die in einem wahlweise aus Kunststoffoder Metallrahmen gefassten, zu Taschen vernähten Filtervliese werden bevorzugt in der Zuluft eingesetzt. Sie reinigen große auftretende Luftströme und sichern so das benötigte Prozessklima. Die unterschiedlichen Güteklassen - in diesem Falle G3 bis F9 sowie die zu beachtenden Volumenströme setzen eine fachmännische Beratung unter Einbeziehung der Anlagenparameter voraus. Apropos Beratung: Über die unterschiedlichen Filterarten und Materialien und deren Einsatzmöglichkeiten informieren die Spezialisten der im Jahre 1980 gegründete Filteron GmbH während der beiden Messetage in Stuttgart. Der Hersteller und Lieferant von Filtern, welche in der Oberflächentechnik eingesetzt werden, berät und hilft Unternehmen außerdem dabei, ihre Produktionsprozesse in diesem Bereich zu optimieren. In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2C11.1 www.filteron.de

werden, generiert Ultimo ebenfalls automatisch einen Arbeitsauftrag. In der Praxis bedeutet dies: Ein Problem wird behoben, noch bevor die Anlage störungsbedingt ausfällt.

analysieren lässt, kann man Trends aufdecken und Schlüsse ziehen. Kurz gesagt: So werden aus Daten Informationen. Alle Unternehmen verfügen über Unmengen an ungenutzter Daten. Dies ist ein Schatz, den es sich lohnt zu heben, betonen die Experten von Ultimo. SCADA-, MES-, OEE- und Gebäudeverwaltungssysteme erfassen beispielsweise die Aktivitäten der Anlagen, wie sie performen und welche Signale sie senden. Wo Daten fehlen, können drahtlose Sensoren genutzt werden.

Gemessen wurde schon immer Natürlich, die Sensortechnik ist nicht neu. Dennoch gibt es aktuell große Veränderungen. So verlaufen technologische Entwicklungen beispielsweise immer schneller, wodurch die Funktionen der Instandhaltungssoftware auch besser genutzt werden können. Außerdem ermöglichen Netzwerktechniken wie LPWAN, LTE-M, LoRaWAN oder 5G eine drahtlose, schnelle und effektive Kommunikation, speziell für viele kleine Datenpakete. Das wiederum sorgt für weniger Datenverkehr und Stromverbrauch. Außerdem sind die Kosten für den Datenverkehr und die dafür benötigte Infrastruktur stark gefallen und die Datenspeicherung wird ebenfalls günstiger. Ein Beispiel: Vor dem Millennium wurden Daten eingespart, indem man Jahreszahlen nur zweistellig eingab. Heute sind Speicherkapazitäten aber beinahe unbegrenzt vorhanden und extrem günstig geworden. Dies macht derartige Einsparungen unnötig und es ist möglich, viel mehr Daten zu sammeln und zu speichern. Gleichzeitig wurde und wird die Rechenleistung immer günstiger. Durch diese Trends wird künstliche Intelligenz (KI) letztendlich möglich und bezahlbar, denn Daten alleine erzählen nichts. Erst wenn man diese mithilfe von IT

Aus Daten werden Informationen Aber es geht, wie bereits angesprochen, nicht um die Daten an sich, sondern um die Informationen, die sich daraus gewinnen lassen - Informationen, die den Instandhalter wissen lassen, was zu tun ist. Nur so erreicht die Instandhaltung ein höheres Niveau. Die Kombination von Daten aus der Historie, kombiniert mit diesen Signalen, ermöglicht eine Voraussage von Störungen. So ist man nicht zu früh und auch nicht zu spät dran, sondern genau zur rechten Zeit. Und das spart Zeit und Geld. „Ultimo Maintenance Management Software sorgt dafür, dass die entscheidenden Signale über Anlagen erkannt und angegangen werden - zentral auf einer Softwareplattform. Wir nennen das ,See vital signs, take vital action’”, so die Experten von Ultimo. Sie betonen weiter: „Und das kann man schon als smart bezeichnen.“ In.Stand Stuttgart Halle 2, Stand 2A35 www.ultimo.net

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 5, Oktober 2019  

Diese Ausgabe beinhaltet unsere B&I MESSEZEITUNG zur IN.STAND 2019 BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für P...

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