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BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

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August 2017

DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Wie sich 42.000 Serviceaufträge pro Jahr effektiv abwickeln lassen, zeigt das Beispiel von Inicom auf Seite 14.

Die Lufthansa Technikabteilung optimiert Prozesse mit einer Sprachlösung. Seite 20

Mit der LMS Sound Camera wird die Ursachenforschung im Akustikbereich unabhängig von Distanz oder Objektgröße. Der Messaufbau dauert dabei nur wenige Minuten. Bilder: Siemens

„Hörbare“ Fehler sichtbar machen Man kann es zumeist hören, ob eine Maschine oder Anlage gut läuft - das wissen erfahrene Instandhalter. Dennoch ist diese Aussage subjektiv. Objektivieren lässt sich dies mit der neuen LMS Sound Camera von Siemens. Das flexible System zur Schallquellenlokalisierung lässt sich in zahlreichen Branchen für eine schnellere Ursachenforschung in der Akustik einsetzen. Ein leichtes Kratzen hier, ein unregelmäßiges Knirschen da - oftmals kann man es hören, wenn etwas nicht stimmt. Das gilt zumindest in der Theorie, denn in der Praxis ist es in lauten Umgebungen schwierig, die entsprechenden Geräusche zu erkennen und korrekt zu deuten, zumal der Frequenzbereich, den das menschliche

Die LMS Sound Camera gehört zum Portfolio von Simulations- und Testlösungen für Predictive Engineering Analytics.

Ohr wahrnehmen kann, ja ziemlich eingeschränkt ist. Eine technische Lösung, die sich genau dieser Problematik annimmt, ist die neue LMS Sound Camera von Siemens. Hierbei handelt es sich um ein schnelles und vor allem flexibel einsetzbares System zur Schallquellenlokalisierung. Es ermöglicht die sofortige und zuverlässige Lokalisierung von stationärem oder transientem Schall oder von Impulsgeräuschen. Hardwareseitig handelt es sich dabei um ein modulares, digitales Mikrofon-Array, dessen Daten sich mithilfe einer Spezialsoftware auswerten lassen. Die Software visualisiert dabei die Schallquellen jeglicher schallerzeugender Objekte. Das Messgerät kann durch unterschiedliche Armlängen in drei Größen eingesetzt werden. Gekoppelt mit zusätzlichen Mikrofonen lassen sich die Möglichkeiten je nach den individuellen Kundenanforderungen erweitern. Abgedeckt wird dabei ein Frequenzbereich von bis zu 20 kHz. Im Zentrum des Messgeräts sind dabei 45 digitale Mikrofone installiert. Beim Einsatz der kurzen Armlänge liefert das Array laut Hersteller zuverlässige Er-

gebnisse im Nah- und Fernfeld. Für größere Strukturen, die aus längerem Abstand gemessen werden müssen, bietet sich die Variante mit der größeren Armlänge an. In den hinzufügbaren Armen sind weitere Mikrofone angebracht. Im Vollausbau mit den langen Armen erreicht das Messgerät damit einen Durchmesser von 1,5 Metern, wobei zusätzliche 117 Mikrofone die Schallquellen überwachen. Damit können Ingenieure durch die Schallquellenlokalisierung aus verschiedenen Abständen und Winkeln die Ursachen von Akustikproblemen schneller analysieren. Ein besonderer Vorteil des Systems ist, dass die gesamte Elektronik im Array integriert wurde. So sind keine weiteren externen Systeme für die Datenerfassung erforderlich. Für komplexere Anwendungen lässt sich die LMS Sound Camera mit der Hardware LMS Scadas und der Software LMS Test.Lab kombinieren, die ebenfalls zum Simcenter-Portfolio gehören. LMS Test.Lab bietet eine komplette Lösung für die testbasierte Entwicklung. Damit können Daten in Hochgeschwindigkeit und über mehrere Kanäle erfasst werden. www.siemens.com/plm

Generatoren Services be in motion

www.baumueller-services.com

Schlüsselfertiges Energieführungssystem im Einsatz bei einer Containerbrücke. Seite 33

TOP NEWS Dienstleister wachsen im Mittel um 1,2 Prozent Neue Lünendonk-Liste zu den führenden IndustrieserviceUnternehmen Seite 04 WVIS-Branchenmonitor 2017 Kunden halten den Industrieservice für unverzichtbar Seite 08 Auf dem Weg zu Smart Maintenance Wie Big Data und das Internet der Dinge die Instandhaltung revolutionieren Seite 13

THEMEN Nachrichten

02

Antriebs- & Steuerungstechnik

32

Arbeitssicherheit

34

Condition Monitoring & 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

30

Energie-Effizienz

25

Facility Management

28

Fertigungstechnik

16

Industrieservice

04

Management & Technologie

12

Materialfluss

27

Reinigung

22

Wartungs- & Werkstattbedarf

37

Zulieferteile

39

Messen & Events

40

Impressum

04


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NACHRICHTEN

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Die unglaublichen Probleme zweier Branchen Man kann eigentlich nur ungläubig und staunend zusehen: So umfassend und so weitreichend wie derzeit deutsche Automobilhersteller ihren Ruf und das Vertrauen verspielen, ist beispiellos. Plump und uneinsichtig wird da agiert und nur so viel zugegeben, wie man eh schon weiß. Frühzeitige Warnungen, wie es sie wohl bei Audi gab, wurden ignoriert.

Transparenz und Offenheit? Fehlanzeige. Es wurde und wird vertuscht und wohl in Kartellen über viele Jahre hinweg gemauschelt mit all den negativen Folgen für die Kunden, die Zulieferer und für die Umwelt. Respekt: Hier kann man was lernen - und zwar wie man es nicht macht. Und die Politik? Die agiert planlos und beschränkt sich auf reinen Aktionismus. Die Folgen: Autos wie ein Porsche Cayenne können nicht

mehr zugelassen werden. Außerdem werden viele Städte wohl demnächst Dieselfahrzeuge aussperren, um eine Chance zu haben, die vorgegebenen Grenzwerte einzuhalten und die Gesundheit der Anwohner zu schützen - und das, obwohl eine effektive Abgasreinigung, die auch unter normalen Einsatzbedingungen funktioniert, technisch machbar ist. Bei dieser Krise zeigt sich aber auch eines, nämlich eine unheilvolle

August 2017

Nähe der Politik zur Vorzeigebranche Nummer eins. Umgekehrt schaffen es andere Branchen kaum, geschlossen aufzutreten - auch die Instandhaltung. Die Petition „zur Schaffung eines Programms zur Entwicklung notwendiger Techniken und Weiterqualifizierung für die Instandhaltung“ haben 369 Personen unterzeichnet. 50.000 hätten es sein müssen, um das Quorum zu erreichen. Schwach. Volker Zwick

Schaeffler: Industriegeschäft auf Wachstumskurs

Zeppelin Konzern integriert Projektservice der Streif Baulogistik

Schaeffler hat vor Kurzem vorläufige Eckdaten zum ersten Halbjahr 2017 veröffentlicht. Danach steigerte das Unternehmen seinen Umsatz währungsbereinigt um 3,8 Prozent auf rund 7,0 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 6,7 Milliarden Euro) und erwirtschaftete ein EBIT vor Sondereffekten von 780 Millionen Euro (Vorjahr: 859 Millionen Euro). Nach einem guten Jahresstart und ebensolchen Zahlen im ersten Quartal 2017 ist das rückläufige Ergebnis im zweiten Quartal insbesondere auf die schwache Entwicklung der Sparte Automotive zurückzuführen. Dagegen entwickelte sich die Sparte Industrie im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis weiter positiv. Diese wies mit einem guten zweiten Quartal auf währungsbereinigter Basis ein Umsatzplus von insgesamt 2,3 Prozent im ersten Halbjahr auf (Q1: plus 0,2 Prozent, Q2: plus 4,5 Prozent). Positiv entwickelten sich nach Firmenangaben vor allem die Sektoren Power Transmission und Industrial

Seit Juli sind innerhalb der Strategischen Geschäftseinheit Rental (SGE Rental) die Zeppelin Rental GmbH & Co. KG und die Zeppelin Streif Baulogistik GmbH zur Zeppelin Rental GmbH verschmolzen. Dadurch schließt der Konzern die Integration des 2014 akquirierten Geschäftsbereichs Projektservice der Streif Baulogistik nun ab. „Damit schaffen wir die Strukturen für eine deutlich schnellere und effizientere Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche und stärken

Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG, kommentierte: „Die Ergebnisentwicklung in unserem Automotive-Geschäft lag im zweiten Quartal unter unseren Erwartungen. Die Gründe für die Margenentwicklung sind überwiegend temporärer Natur. Wir rechnen damit, dass wir die Profitabilität der Sparte Automotive in der zweiten Jahreshälfte wieder verbessern können.“ Bild: Schaeffler

Automation sowie die Regionen Americas und Greater China. Für das Jahr 2017 rechnet die Unternehmensgruppe weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum in Höhe von 4 bis 5 Prozent. www.schaeffler.com

SKF mit neuer Geschäftsleitung Thomas Burkhardt ist der neue Geschäftsführer. Gleichzeitig schied Wolfgang Gollbach nach über 40 Dienstjahren bei SKF aus. Der Aufsichtsratsvorsitzender Kent Viitanen betont: „Wir freuen uns sehr, dass wir für die freiwerdende Geschäftsführerposition einen erfahrenen Manager aus den eigenen Reihen gewinnen konnten und sind überzeugt, dass er diese Rolle hervorragend ausfüllen wird.“ Der neue Geschäftsführer Thomas Burkhardt ist 43 Jahre alt. Der Finanz- und Steuerfachmann arbeitet seit 2011 für SKF und

leitet seit Sommer 2015 das Finanzressort der SKF GmbH. Ebenfalls neu ist das Geschäftsleitungsgremium. Neben den beiden Geschäftsführern gehören der Geschäftsleitung folgende Funktionen an: Leiter Verkauf Industrial Zentraleuropa Stefan Gladeck, Leiter Verkauf Automotive Europa/ Deutschland Ulrich Selig, Leiter Bearing Operations Schweinfurt Wilhelm F. Burger, Leiter Ressort Personal & EHS Frank Hirschmann und Leiter Ressort Recht Markus Schwarz. www.skf.de

Geschäftsführung und Geschäftsleitung auf einen Blick: Frank Hirschmann, Personal und EHS; Wilhelm F. Burger, Bearing Operations Schweinfurt; Ulrich Selig, Verkauf Automotive Europa/Deutschland; Thomas Burkhardt, Geschäftsführer, Leiter Finanzwesen; Markus Schwarz, Recht; Martin Johannsmann, Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor sowie Stefan Gladeck, Verkauf Industrial Zentraleuropa (v.l.). Bild: SKF

unsere Marktposition“, erklärt Arne Severin, Leiter der Strategischen Geschäftseinheit Rental und Vorsitzender Geschäftsführer der Zeppelin Rental GmbH. „Unsere Kunden erhalten nun alle Leistungen aus einer Hand - vom Mietgerät bis zur Projektlösung. Sie profitieren von dem gebündelten Know-how und haben einen Ansprechpartner.“ „Vertrieblich arbeiten wir bereits intensiv bei einer Vielzahl von Projekten zusammen und generieren so echten Mehrwert für unsere Kunden. Die organisatorische Zu-

sammenführung bildet den letzten Schritt im Zusammenwachsen der beiden Gesellschaften“, ergänzt Peter Schrader, Geschäftsführer der Zeppelin Rental GmbH. Die Führung der Zeppelin Rental GmbH liegt in den Händen einer vierköpfigen Geschäftsleitung, bestehend aus den beiden Geschäftsführern Arne Severin (Vorsitzender) und Peter Schrader sowie den Mitgliedern der Geschäftsleitung Christoph Afheldt und Hans-Georg Seybold. www.zeppelin-rental.de

Onlineumfrage - Teilnehmer gesucht Untersucht werden die „Datennutzung und -potenziale im Service“ Aktuell führen das FIR an der RWTH Aachen und der Kundendienstverband Deutschland (KVD) eine Studie mit dem Ziel durch, Handlungsempfehlungen zur erfolgreichen Nutzung von Daten im Service abzuleiten. Gesucht werden hierfür Unternehmen, die die Potenziale datenbasierter Dienstleistungen bereits erkannt und auch umgesetzt haben. Für Unternehmen gilt die Generierung von Informationen und Wissen aus Daten inzwischen als zentraler Erfolgsfaktor. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss also den Wert von Daten erkennen und diese für sein Geschäftsmodell nutzbar machen. Durch eine erfolgreiche Datennutzung entwickeln und erschließen Maschinen- und Anlagenbauer neue Geschäftsfelder

und differenzieren sich so heute schon vom Wettbewerb. Die Potenziale im Service sind also immens, doch für einige Unternehmen besteht hier noch Aufholbedarf. Derzeit werden deshalb Unternehmen gesucht, die die Potenziale datenbasierter Dienstleistungen bereits erkannt und umgesetzt haben. Sie können sich an der Onlineumfrage des KVD und des FIR bis

Investor gesucht

Neuer Leiter bei TÜV Süd Industry Service

Im Mai wurde durch das Amtsgericht Köln ein vorläufiges Insolvenzverfahren für die KWE Stahl- und Industriebau GmbH eingeleitet. Das Unternehmen ist ein langjähriger Industriedienstleister im Bereich Stahlbau. Das Portfolio reicht vom Bau neuer Produktionsbetriebe bis zur Durchführung von Wartungs- bzw. Reparatur- und Servicedienstleistungen an bestehenden Anlagen. Die beantragte Insolvenz geht auf die Insolvenz der österreichischen Muttergesellschaft Kresta Industries zurück. Vor diesem Hintergrund wurde nun ein strukturierter Investorenprozess gestartet, der von der Mentor AG als Dienstleister unterstützt wird. Zielsetzung ist eine übertragende Sanierung der KWE. www.mentor.ag www.kwe-stahlbau.de

Reiner Block (52) ist der neue Leiter der Division Industry Service von TÜV Süd. Er folgt auf Bernhard Kerscher, der das Unternehmen nach sieben Jahren verlässt. „Aufgrund unseres Wissens und unserer Erfahrungen in vielen Branchen leisten wir einen wichtigen Beitrag, um innovative Technologien sicher, zuverlässig und nachhaltig zu machen“, betont Reiner Block. Dazu zählt der neue Leiter der Division Industry Service unter anderem den wachsenden Markt der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sowie Industrieautomation und Industrie 4.0. „Im Rahmen der TÜV Süd-Digitalisierungsstrategie wollen wir mit bestehenden Dienstleistungen noch mehr Kundennutzen generieren und gänzlich neue Services erschließen“, kündigt er an und ergänzt: „Leistungen zur Predictive

zum 20. August 2017 beteiligen. Teilnehmer erhalten nach Abschluss der Studie die Management-Summary. Zudem wird unter allen Teilnehmern ein Ticket für den 37. KVD Service Congress 2017 vom 9. bis 10. November im Hilton Hotel Airport München verlost, wo die Ergebnisse der Studie exklusiv vorgestellt werden. http://kvd.fir-umfrage.de

Reiner Block hat die internationale Expansion des Konzerns von Beginn an begleitet und in verantwortlichen Führungspositionen mitgestaltet. Bild: TÜV Süd

Maintenance und Anlageninspektionen mit Drohnenunterstützung haben die Pilotphase bereits erfolgreich bestanden und werden nun global ausgerollt.“ www.tuev-sued.de


NACHRICHTEN

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Qualifizierter Nachwuchs für die Branche Zertifikatslehrgang Betriebsingenieur VDI Wer sich für das Berufsbild Betriebsingenieur interessiert, muss häufig ein Studium in der Verfahrenstechnik oder dem Chemieingenieurwesen vorweisen. Bei anderen Arbeitgebern sind hingegen eher Abschlüsse in Elektrotechnik oder Maschinenbau gefragt. Doch werden die für den Berufsalltag benötigten Inhalte im Studium auch vermittelt? In der Praxis sieht es häufig so aus, dass junge Ingenieure immer früher die Verantwortung für Anlagen übernehmen. Allerdings können sie deren bestmögliche Verfügbarkeit mangels Erfahrung nicht immer garantieren, denn viele Kompetenzen des Berufsbildes Betriebsingenieur werden im Studium gar nicht behandelt. Hinzu kommt, dass Jahr für Jahr immer mehr erfahrene Betriebsingenieure in den Ruhestand gehen. Betriebsingenieurkollegen einfach „mitlaufen“ zu lassen, funktioniert also oftmals nicht. Dieser Entwicklung und dem anstehenden Generationenwechsel trägt der VDI nun Rechnung. „Zusammen mit Experten aus Industrie und Hochschulen hat der VDI einen modular aufgebauten Lehrgang entwickelt, welcher in vier Pflichtmodulen das benötigte Grundwissen eines Betriebsingenieurs vermittelt“, erklärt Jens von Erden. Er ist Leiter Instandhaltung bei der BASF SE in Ludwigshafen und Vorsitzender des VDI-GVC-

„Durch die Expertise und jahrelange betriebliche Tätigkeit der Referenten erhalten die Teilnehmer in kompakter Form Zugang zu Wissen, das sie nirgends an einer Hochschule bzw. Universität so vermittelt bekommen“, ist Jens von Erden, Leiter Instandhaltung bei der BASF SE in Ludwigshafen und Vorsitzender des VDI-GVC-Fachbeirats 03 „Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen“, überzeugt. Bild: VDI Wissensforum

Fachbeirats 03 „Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen“. Diese Pflichtmodule werden durch drei Wahlmodule ergänzt, die je nach Ausbildungsstand

oder angestrebter Ausrichtung frei gewählt werden können. Der Zertifikatslehrgang „Betriebsingenieur VDI“ umfasst in den Pflichtmodulen Themen der Bereiche Grundlagen eines Betriebsingenieurs, Assetmanagement, Instandhaltungsmanagement und Planung sowie Projektmanagement. Bei den Wahlpflichtmodulen werden aus einem Angebot von insgesamt neun unterschiedlichen Themenblöcken drei ausgewählt. Zu den Themen in diesem Bereich gehören beispielsweise das Projektmanagement, Kennzahlen als Steuerungsinstrument der Instandhaltung oder der sichere Betrieb von Druckbehälteranlagen und Rohrleitungen. Der Lehrgang schließt mit einer VDI-Zertifikatsprüfung sowie einem Zertifikat ab. Die Teilnahmevoraussetzung ist ein ingenieurwissenschaftlicher Hochschulabschluss und mindestens drei Jahre Berufserfahrung zum Zeitpunkt der Zertifikatsprüfung. www.vdi-wissensforum.de/ lehrgaenge

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Professionelles Instandhaltungsmanagement In dem mehr als 200 Seiten umfassenden Fachbuch „Professionelles Instandhaltungsmanagement“ befasst sich Prof. Dr.-Ing. Andreas Weißenbach ausführlich mit der Strategie, der Organisation und der Kooperation in der Instandhaltung. Und das ist wichtig, denn das betriebliche Instandhaltungsmanagement als wichtige Querschnittsfunktion bestimmt die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens entscheidend mit. Dennoch wird ihr oft nur wenig

Das Buch (ISBN 978 3 503 17190 3) ist beim Erich Schmidt Verlag erschienen und kostet 39,98 Euro. Bild: Erich Schmidt Verlag

Beachtung geschenkt. Wie man die Potenziale mithilfe einer professionellen und verantwortungsbewussten Instandhaltung anheben kann, erläutert der Autor mit Fokus auf eine praktische Umsetzung. Behandelt werden dabei nicht nur die Grundlagen und Standards sowie die Anforderungen maßgeblicher DIN-Normen und VDI-Richtlinien, sondern es geht eben auch um Strategien und Konzepte. Eine Rolle spielt außerdem die Ressourcenplanung unter geeigneter Ermittlung von Instandhaltungskosten sowie personellen und technischen Kapazitäten, aber auch die Maßnahmenentwicklung und Implementierung organisationsgerechter Instandhaltungsinstrumente. Mit dem vorgestellten OnlineAnalysetool Quick-MaintenanceCheck (QMC), also der Ist-Analyse der Instandhaltung, lassen sich systematisch Schwachstellen und Optimierungsmöglichkeiten der betriebseigenen Instandhaltung identifizieren. Das Buch verlinkt hierbei auf die entsprechende Anwendungsdatei, die Leser unentgeltlich herunterladen und nutzen können. www.ESV.info/9783503171903


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NACHRICHTEN

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Dienstleister wachsen im Mittel um 1,2 Prozent Neue Lünendonk-Liste zu den führenden Industrieservice-Unternehmen Vor Kurzem veröffentlichte Lünendonk die Liste und Studie 2017 „Führende IndustrieserviceUnternehmen in Deutschland“. Ihr liegen die Zahlen, Daten und Fakten von 36 in Deutschland tätigen Industrieservice-Unternehmen zugrunde - darunter auch die 20 führenden. Die komplette Analyse ist ab August als PDF-Datei für 1.800 Euro plus Mehrwertsteuer erhältlich. Laut den von Lünendonk veröffentlichten Zahlen verzeichneten die führenden Industrieservice‐Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr einen Umsatzzuwachs von durchschnittlich 1,2 Prozent. Zum Vergleich: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2016 um 1,9 Prozent höher als im Vorjahr. Dennoch ist dies ein besserer Wert als in den Jahren 2013 und 2014. Damals betrugen die Steigerungsraten jeweils weniger als 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch lohnt es sich, ganz genau hinzusehen, denn die Umsatzentwicklungen der Top 10 sind unterschiedlich: Drei dieser Unternehmen steigerten die Umsätze, zwei Dienstleister verharrten auf Vorjahresniveau und fünf Anbieter verbuchten sogar Umsatzrückgänge. Zu den Details: Bilfinger bleibt wie in den Vorjahren auf Platz 1 des Rankings mit 1.004,0 Millionen Euro Umsatz im Inland und 4.219,0 Millionen Euro Gesamtumsatz. Neu auf Rang 2 ist die Wisag Industrie Service. Sie konnte sich um 60 Millionen Euro

„Ab diesem Jahr bezieht Lünendonk Instandhaltungsgesellschaften von Industrieparkbetreibern für die Lünendonk‐Liste ein, sofern mehr als 66 Prozent des Umsatzes im Wettbewerb erwirtschaftet werden. Diese Änderung in der Listensystematik berücksichtigt die gestiegene Bedeutung der Instandhaltungsgesellschaften der Industrieparkbetreiber für den externen Markt“, so Thomas Ball, Senior Consultant und Studienautor. Bilder: Lünendonk

auf nun 740 Millionen Euro verbessern und tauschte ihren Platz mit Remondis Maintenance & Service, die mit nun 670 Millionen Euro Jahresumsatz auf Rang 3 platziert sind. Am Markt ist Remondis Maintenance & Service mit den Marken Buchen und Xervon aktiv.

Auf Rang 4 folgt die Leadec Gruppe, ehemals Voith Industrial Service. Deren Umsatz liegt bei 438 Millionen Euro und ist damit im Vergleich zu 2015 (450 Mio. Euro) etwas zurückgegangen. Diesem Rückgang im Inland steht aber ein Plus im Ausland (+27 Mio. Euro) gegenüber, sodass der Gesamtumsatz auf 991 Millionen Euro zunahm. Kaefer mit Sitz in Bremen ist die Nummer 5 mit einem unveränderten Jahresumsatz von 335 Millionen Euro. Ebenfalls mit unverändertem Inlandsumsatz von 262 Millionen Euro nimmt die Weber Unternehmensgruppe nun Rang 6 ein, wobei das Unternehmen das Auslandsgeschäft um vier Millionen Euro steigern konnte. Neu auf Rang 7 folgt die Hertel Industrie Service GmbH, die nun die Umsätze mehrerer Tochtergesellschaften konsolidiert und auf eine geschätzte Jahresleistung von 260 Millionen Euro kommt. Kiel Industrial Service gelang als einem von drei Unternehmen der Top 10 ein Umsatzanstieg. Dennoch verlor der Dienstleister aufgrund der neuen Berichtsstruktur von Hertel einen Rang und liegt nun auf Platz 8. Erster Neueinsteiger in 2016 ist auf

Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland: Die Top 20 Platz

Firma

Veränderung

Umsatz in Deutschland 2016 in Mio. Euro

Umsatz in Deutschland 2015 in Mio. Euro

1.004,0

1.117,0

1

Bilfinger SE

2

Wisag Industrie Service Holding

740,0

680,0

3

Remondis Maintenance & Services

670,0

700,0

4

Leadec Gruppe

438,0

450,0

5

Kaefer Isoliertechnik

335,0

335,0

6

Weber Unternehmensgruppe

262,0

262,0

7

Hertel Industrie Service

260,0

334,0

8

Kiel Industrial Services

185,7

183,2

9

Babcock Industrie u. Power

155,8

160,7

10

Infraserv Knapsack

113,5

107,0

11

Lobbe Industrieservice

109,2

109,8

12

Ebert Hera Esser Holding

89,8

92,5

13

GMR (Griesemann Gruppe)

54,1

49,3

14

Robur Industry Service

52,0

49,0

15

Stork Technical Services

46,0

45,0

Gerald Pilotto, Executive President Bilfinger Continental Europe, betont: „Als international ausgerichteter Industriedienstleister verzeichnen wir einen Trend zu standardisierten Lösungen mit dem Fokus auf Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung. Diese Entwicklung war bisher in Europa stärker ausgeprägt als in anderen Regionen. Einer der Gründe dafür ist darin zu sehen, dass in Europa die industrielle Instandhaltung durch langjährige praxisorientierte Theoriebildung auf ein solides Fundament gestellt werden konnte. Durch die fortschreitende Digitalisierung erfährt die Entwicklung hin zu Predictive Maintenance einen enormen Schub.“

Rang 9 Babcock Industry and Power mit Sitz in Oberhausen. Babcock bildet zusammen mit den rechtlich unabhängigen Unternehmen Rittergruppe und Bachtrup GmbH eine Allianz von nicht im Wettbewerb stehenden Indus trie service-Unternehmen und wird daher, wie bisher schon bei Unternehmensgruppen üblich, als ein Anbieter betrachtet. InfraServ Knapsack komplettiert schließlich die Liste der Top 10 mit einem Umsatzanstieg. 2016 schloss das Unternehmen mit einem Plus von 6,5 Millionen Euro auf nun 113,5 Millionen Euro ab. Die Lünendonk-Liste, die für sich Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, enthält ab diesem Jahr 20

führende Dienstleister. Insgesamt sei die Stimmung unter den Indus trieservice-Unter neh men nach Angaben der Analysten gut: Erwartet werden nämlich steigende Umsätze und die Energiewende wird weniger als in den vergangenen Jahren als Erfolgshindernis wahrgenommen, so ein weiteres Ergebnis der Studie, zumal die befragten Dienstleister ein zunehmendes Outsourcing von Instandhaltungsleistungen erkennen. Zudem wirken sich die gute Konjunktur in Deutschland sowie der bereits spürbare demografische Wandel merklich aus. Thomas Ball, Senior Consultant und Studienautor, prognostiziert: „Der Mangel an qualifizierten Technikern für die Instandhaltung ist ein Risiko für den Industriestandort Deutschland. Die Fremdvergabe von Industrieservices an externe Dienstleister trägt zur Abschwächung dieses Effekts bei und ermöglicht eine flexiblere und professionelle Instandhaltung. Dies wird insbesondere im Zuge der Digitalisierung sichtbar, von der die Branche spürbar profitieren wird.“ www.luenendonk.de

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 15. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2017.

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Infraserv Wiesbaden

45,9

42,2

17

Piepenbrock Instandhaltung

45,0

45,0

18

Infraserv Gendorf

44,0

38,0

19

Baumüller Reparaturwerk

34,0

38,0

20

Etabo Energietechnik

33,0

27,0

Für die Aufnahme gelten folgende Kriterien: Mehr als 50 Prozent des Inlandsumsatzes müssen mit klassischen Industrieservices wie Diagnose, Inspektion, Instandsetzung oder Wartung erbracht und mindestens zwei Drittel des Umsatzes mit externen Aufträgen generiert werden.

Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & CO. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

Copyright

„Die Fremdvergabe von Industrieservices nimmt zu und immer häufiger werden große Dienstleistungsportfolios als Gesamtpaket vergeben. Dabei bestimmen zumeist die Themen Industrie 4.0 und die fortschreitende Digitalisierung die Diskussion. Aus meiner Sicht wird dabei zu häufig vergessen, dass der wichtigste Faktor in der Dienstleistung mittelfristig noch immer der Mensch sein wird“, so Olaf Piepenbrock, geschäftsführender Gesellschafter Industrie, Instandhaltung, Piepenbrock Unternehmensgruppe. Bild: Piepenbrock

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August 2017

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Wirtschaftsverband für Industrieservice WVIS Industrieservice 4.0 braucht Vernetzung

Wertschöpfungsketten in der Industrie verändern sich schneller als jemals zuvor. Sie werden flexibler, schneller, kurzlebiger und vor allem vernetzter. Die deutsche Industrie wird den Übergang in eine vernetzte Welt nur dann schaffen, wenn alle relevanten Akteure von Beginn an in den Veränderungsprozess einbezogen werden. Dies gilt besonders für die Instandhalter, die immerhin eine Wertschöpfung von mehr als 100 Milliarden Euro jährlich in Deutschland im Einsatz für die Anlagen erreichen. Die engen Partner der Instandhaltung sind die Industrieservice-Unternehmen, auf die ca. ein Fünftel dieses Wertes entfällt. Beide Industriezweige arbeiten daran, ihren Wertbeitrag für die industrielle Fertigungskette in der Öffentlichkeit deutlich zu machen. Die Branche Industrieservice ist die gute Option, den digitalen Wandel

WVIS-Geschäftsführer Dr. Reinhard Maaß: „Der Industrieservice leistet einen hohen Wertbeitrag für die Industrie.“

in der Industrie umzusetzen. Industrielle Produktionsanlagen müssen in der digitalen 4.0-Welt angepasst und modifiziert werden, um sowohl zeitgemäß als auch zukunftsfähig zu sein. Hierbei sind Themen wie Kosteneffizienz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz von hoher Wichtigkeit. Moderner Industrieservice unterstützt die Betreiber dabei, die Anlagen im Betrieb zu modifizieren und den Bestand nach den neuesten Anforderungen zu ertüchtigen. Die digitale Kooperation zwischen Betreiber und Servicedienstleister braucht eine Netzwerkplattform, auf der alle Beteiligten Lösungen für die digitale Transformation finden. Mit der Maintenance Plattform entsteht ein Kooperationsmodell von Kunden und Anbietern mit dem Ziel, digitales Wissen auszutauschen und Innovationen zu evaluieren und zu kommunizieren.

Der Wirtschaftsverband für Industrieservice e.V. (WVIS) moderiert seit mehr als zehn Jahren das Gespräch mit allen Industriebranchen und deren Industrieservicedienstleistern. Dass das Klima zwischen Betreiber und Industrieservice-Unternehmen gut ist, zeigen die Ergebnisse des diesjährigen WVIS-Branchenmonitors. Für die aktuelle Umfrage wurden erstmals auch Kunden befragt. Als Topthemen aus Kundensicht (Kundenmonitor) wurden die Wachstumsprognosen des Industrieservice und der Industrie sowie das Thema Industrie 4.0 ermittelt. Im Ranking der Themen der Industrieunternehmen stehen diese beiden ebenfalls an erster Stelle, gefolgt von den Anforderungen der Industrie und der Unterstützung der Industrie durch den Industrieservice. Am Branchenmonitor beteiligten sich mehr als 60 Teilnehmer aus dem Industrieservice, darunter die Top 10 der umsatzstärksten Anbieter in Deutschland. Die Instandhaltung gehört bei knapp 60 % der befragten IndustrieserviceUnternehmen zu den wichtigsten Dienstleistungen. Am Kundenmonitor beteiligten sich vergleichbar viele Teilnehmer aus der Industrie. Die Industriekunden, die erstmalig überhaupt im Rahmen einer Studie befragt wurden, äußern sich ausgesprochen positiv zum Industrieservice. Der Aussage, der Industrieservice leiste einen hohen Wertbeitrag, die Effizienz und Effektivität der internen Prozesse zu verbessern, stimmen 98 Prozent voll oder weitgehend zu. Genau 86 % der Befragten stimmen voll oder zum Teil der Aussage zu, dass der Industrieservice dazu beiträgt, die Pro-

duktion am Standort Deutschland zu sichern. Und 85 % der befragten Unternehmen sind der Überzeugung, die Leistungen des Industrieservice tragen dazu bei, die Qualität der jeweiligen Produkte zu verbessern. Die größte Bedeutung des Industrieservice sehen die Industrieunternehmen im Thema IT-Sicherheit mit über 35 % und bei Unterstützung in der fachlichen Kompetenz von Mitarbeitern mit 23 %. Nach Branchen aufgeschlüsselt steht Qualifikation der Mitarbeiter bei Automotive mit 100 % an der Spitze, gefolgt von ITSicherheit (86 %). Beide Punkte sind in der Chemischen Industrie mit je 85 % gleichauf. In der Stahlindustrie folgt der IT-Sicherheit (73 %) ein Trio aus Qualifikation der Mitarbeiter, Arbeitssicherheit und dem sehr aktuellen Thema Industrie 4.0 (je 64 %). Mit einem Anteil von 59 % ist das Thema Instandhaltung derzeit die wichtigste Dienstleistung. Mit steigenden oder stark steigenden Umsätzen rechnen die Dienstleister in den Bereichen Softwarelösungen (86 %), Qualitätssicherung/Überwachung (82 %) und Instandhaltung (75 %). Auch Engineering (74 %), Beratung/ Planung (70 %) und Personaldienstleistungen (70 %) bieten in den Augen des Industrieservice hohes Potenzial für Umsatzzuwächse. Große Wachstumschancen rechnet sich der Industrieservice bei den Themen Innovative Dienstleistung (92 %), Industrie 4.0 (84 %), Energieeffizienz (78 %), Nachhaltigkeit (71 %) und IT-Sicherheit (65 %) aus. Diese Umfrageergebnisse belegen, dass der Weg in eine digitalisierte Industriewelt vorgezeichnet ist. Anbieter und Kunden müssen diesen Weg nun gemeinsam gehen.

Wirtschaftsverband für Industrieservice e.V. (WVIS) Sternstraße 36 D-40479 Düsseldorf Tel.: +49 (0) 211/16 97 05 04 Fax: +49 (0) 211/49 870 36 Neu: Büro Berlin Ebertstr. 2 · Beisheim Center Potsdamer Platz BC2/Geb. C1 10117 Berlin Tel.: +49 (0) 30 810565525 info@wvis.eu www.wvis.eu

Der Wirtschaftsverband für Industrieservice e.V. (WVIS) ist eine Interessenvereinigung für Unternehmen im Industrieservice. Zielsetzung des Verbandes ist es, die wirtschaftspolitischen Interessen der wachstumsstarken Branche Industrieservice zu artikulieren und in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsunternehmen Qualität und Nachhaltigkeit über einheitliche Standards und ein gemeinsames Branchenbild zu schaffen. Die Branche repräsentiert in Europa ein Marktvolumen von schätzungsweise 100 Milliarden Euro, in Deutschland sind es rund 20 Milliarden Euro.

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INDUSTRIESERVICE

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Pilotprojekt zur Digitalisierung Bei Münzing werden Maintenance- und Produktionsdaten gesammelt und ausgewertet Bei der im Februar vorgestellten Neustrukturierung von Bilfinger kommt der Digitalisierung eine Schlüsselrolle zu. Mit seiner strategischen Neuausrichtung setzt der Industriedienstleister auf gebündelte Leistungen in den Geschäftsfeldern Maintenance, Modifications & Operations (MMO) und Engineering & Technologies (E&T). Das bedeutet: Kunden erhalten sowohl Instandhaltungsexpertise als auch technologisches Know-how und das aus einer Hand. Ein erstes vielversprechendes Digitalisierungsprojekt wurde unlängst bei der Münzing Chemie GmbH gestartet. Bereits seit dem Jahr 2009 ist Bilfinger für den mittelständischen Erzeuger chemischer Additive aktiv und verantwortet die kompletten Instandhaltungsservices am Standort Heilbronn. Nun übernimmt Bilfinger im Rahmen des Projektes auch die digitale Erfassung einer bestehenden Pulveranlage sowie zweier neu zu errichtender chemischer Reaktoren. Im Mittelpunkt des Digitalisierungsprojekts steht die Entwicklung eines 3-D-Modells, sogenannter „digitaler Anlagenzwillinge“. Damit erfullt das Chemieunternehmen die notwendigen gesetzlichen und betrieblichen Dokumentationspflichten. Zudem sind Details zur Anlage nun mit nur wenigen Klicks über die neu integrierte MMO-Plattform von Bilfinger abrufbar. Alle während des AnlagenlebensZykluses anfallenden Engineering-, Maintenance-, Produktions-, Umweltund Energiedaten werden hier in der Plattform systematisch zusammengeführt und ausgewertet. Ziel ist es, aus dem so entstehenden Datenportfolio Potenziale für die Steigerung der Anlageneffizienz und -verfügbarkeit abzuleiten. Die Fertigstellung des Projekts ist bis Ende des dritten Quartals 2017 geplant.

MMO-Plattform als zentrale Schnittstelle Die MMO-Plattform von Bilfinger ist dabei die zentrale Komponente im neuen Digitalisierungskonzept von Münzing, denn alle Datenströme laufen künftig in dieser zusammen.

mentation des Anlagenzustands, sondern auch die Planung späterer Umbauten. In die Plattform integriert werden zudem sämtliche Anlageninformationen zu der bestehenden Pulveranlage. Alle technischen Änderungen werden in die digitalen Zwillinge eingepflegt, um diese stets auf dem aktuellen Stand zu halten.

Erfahrungswissen ist größtes Asset

„Das Pilotprojekt ist in unserer Branche wegweisend“, meint Tom Blades, CEO der Bilfinger SE, und verdeutlicht: „Über die Digitalisierung schaffen wir echten Mehrwert für unseren Kunden. Wir steigern die Effizienz seiner Anlagen, senken die Instandhaltungskosten und erhöhen die Flexibilität.“ Bild: Bilfinger

Die erfassten Informationen lassen sich im Wesentlichen den drei Sektoren Engineering, Business Intelligence und Internet of Things zuordnen. Die Engineering-Komponente umfasst detaillierte digitale Zwillinge der beiden derzeit im Bau befindlichen chemischen Reaktoren. Dazu werden die bei der Anlagenplanung anfallenden Datensätze nahtlos von der Planungs- in die Betriebsphase übernommen. Die intelligente Verknüpfung von Informationen mit Anlagenobjekten wie z.B. einer Pumpe in einer dreidimensionalen Visualisierung erleichtert nicht nur die Einhaltung der Betreiberpflichten zur Doku-

Der Bereich Business Intelligence der MMO-Plattform wird mit aktuellen Daten aus dem Betrieb und der Instandhaltung gespeist. Bei den Instandhaltungsdaten greift Bilfinger auf sein größtes Asset zurück: das Wissen der Mitarbeiter vor Ort. Die Maintenance-Techniker dokumentieren nämlich via Smartphones kontinuierlich ihre Beobachtungen zum Anlagenzustand. Über vordefinierte Eingabemasken können sie etwa auffällige Geräusche oder die vermehrte Verschmutzung von Bauteilen an die Plattform melden und schaffen somit einen Datenpool, mit dem sich die Instandhaltungsservices kontinuierlich verbessern lassen. Ein weiteres Standbein der Business-Intelligence-Kom po nente sind vergangenheitsbezogene Produktionsdaten etwa, welche Chemikalie erzeugt wurde, welche Produktionsqualität erreicht wurde und wie hoch dabei der Energieeinsatz war. Ein dritter Pfeiler des Konzeptes betrifft die Sammlung von Echt-

Das Münzing-Werk in Heilbronn setzt auf die MMO-Plattform als zentrale Schnittstelle.

zeitdaten über die Internet-ofThings-Infrastruktur. Darunter fallen etwa die in den Anlagen verbauten Vibrations-, Druck- und Temperatursensoren, die den Produktionsprozess und den Zustand einzelner Maschinenkomponenten überwachen. Ihre Stärke zeigt die MMO-Plattform in der Verschaltung der drei Grundkomponenten: Statt getrennte Datensilos zu bilden, werden die Daten nämlich zueinander in Beziehung gesetzt. Dadurch sind erstmals UrsacheWirkungs-Ketten sichtbar, die bisher verborgen blieben, oder, wie im Falle einer Ursachenforschung nach Ausfall einer Maschine, erst im Nachhinein erkennbar sind. Als Ergebnis der Datenerhebung lassen sich zudem Fehler frühzeitig identifizieren. Münzing kann auf diese Weise beispielsweise erkennen, falls Betriebszustände einer Anlage zu besonders starker Verschmutzung und infolgedessen zu einem Schaden führen. Durch die Aufdeckung solcher potenziellen Gefahrenquellen können neue Strategien zur Schadensverhinderung und zur Verbesserung der Maintenance-Maßnahmen erarbeitet werden. Die Vielzahl eingesetzter Sensoren und IoT-fähiger Bauteile ebnet darüber hinaus den Weg zu Predictive Maintenance: Sie melden den bevorstehenden Ausfall einer Komponente und erlauben so einen rechtzeitigen Austausch, mit dem kostenintensive Ausfallzeiten ver-

Die Absicherung vor einem unberechtigten Zugriff beginnt hier bereits bei der verwendeten Kom munikationstechnologie. Sensoren und Maschinen kommunizieren über den in der Verfahrenstechnik bewährten OPC-UA-Standard, der von Haus aus ein umfassendes Sicherheitskonzept mitbringt. Gespeichert werden die erhobenen Daten dann in einer Cloudlösung eines etablierten Anbieters mit einem Serverzentrum in Deutschland. Dies gewährleistet neben der nötigen Skalierbarkeit für große Datenmengen auch die Sicherheit der IT-Infrastruktur. Münzing kann zudem flexibel entscheiden, welche Daten zur eigenen Produktionsinfrastruktur das Unternehmen mit der MMOPlattform teilt: Sensible Betriebsdaten werden nicht von Bilfinger direkt erhoben, sondern müssen von Münzing explizit übertragen werden. In der MMO-Plattform werden somit nur freigegebene und autorisierte Daten hinterlegt. Der missbräuchliche Umgang mit sensiblen oder auch personenbezogenen Daten ist somit ausgeschlossen. www.bilfinger.com

Sensible Daten schützen

Das Heilbronner Chemieunternehmen sieht viel Potenzial in der neuen Lösung. Bilder: Münzing Chemie

mieden werden. Die Sicherheit spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle, denn wo zahlreiche sensible Betriebsdaten erhoben werden, müssen diese auch zuverlässig vor Hackerangriffen und anderen Formen der Betriebsspionage gesichert werden. Hinzu kommt die Verpflichtung, die Datenschutzbestimmungen einzuhalten und damit das Recht der Beschäftigten auf informationelle Selbstbestimmung zu wahren.

Dr. Michael Münzing, geschäftsführender Gesellschafter der Münzing Chemie GmbH, bestätigt: „Seitdem Bilfinger unseren Maintenance-Bereich übernommen hat, ist die Effizienz unserer Anlagen deutlich gestiegen. Bilfinger kombiniert Instandhaltungs- und Engineering-Know-how und bietet eine innovative digitale Plattform an, mit der wir die Potenziale der Digitalisierung in unserem Unternehmen anheben.“


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IFÜREL EMSR-Technik GmbH & Co. KG

Ihr Service-Partner auf Augenhöhe Wir regeln das. Drei Worte, ein Versprechen. Seit Jahrzehnten vertrauen namhafte Kunden verschiedenster Branchen auf die Leistungen von IFÜREL EMSR-Technik. Dipl.- Ing. Henrich Kleyboldt führt das Familienunternehmen mit etwa 650 Mitarbeitern in dritter Generation. „Wir bieten Industrieservices für die Effizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von elektrotechnischen Anlagen. Unsere Mitarbeiter sind dabei unsere Stärke. Jeder ist hoch qualifiziert und wendet sein Können passgenau auf die individuellen Arbeitsprozesse in den einzelnen Unternehmen an.“ Das Leistungsspektrum von IFÜREL umfasst die Planung und Durchführung von Projekten vor Ort, aber auch die Erfüllung diverser Aufgaben der Betriebsbetreuung und die Integration beteiligter Dienstleister. Dipl.-Ing.

Jörg-Michael Krichel, Geschäftsführer, betont: „Wir bieten alle Leistungen aus einer Hand an. Davon profitiert der Kunde. Er spart Zeit und Kosten.“

ENGINEERING IFÜREL deckt das gesamte Engineering-Spektrum ab, darunter die Hardwaredokumentation und klassisches Basic- und Detailengineering. Die Anlage soll effizienter arbeiten? Eine Anlage soll gebaut oder erneuert werden? Probleme beim Anlagenbetrieb sollen gefunden und gelöst werden? IFÜREL entwickelt einen Plan für den Erfolg und setzt ihn zuverlässig um. Dafür sind die Mitarbeiter direkt beim Kunden tätig – kurzzeitig oder auch dauerhaft.

AUTOMATION Für seine Kunden übernimmt IFÜREL die Planung, Konzepterstellung und Ausführung der

Automatisierung sowie sämtliche Servicedienstleistungen in diesem Bereich. Das Team aus Spezialisten mit weltweiter Erfahrung bewältigt auch komplexe Automatisierungsaufgaben sicher. Dabei spielt die Dimension keine Rolle – IFÜREL kümmert sich um die Steuerung einzelner Maschinen, aber auch um die Automatisierung ganzer Industrieanlagen.

„Der Grund für unseren Erfolg liegt in der Herangehensweise: Wir sehen uns als lösungsorientierten Partner, der die Ziele des Kunden zu seinen Zielen macht.“

munikations-, Sicherheits- und Datentechnik zu schaffen. Durch den Einsatz von Lichtwellenleitern zur Informationsübertragung werden beispielsweise die Reichweiten und Übertragungsraten signifikant erhöht. So ergeben sich immer neue Möglichkeiten: von der Steuerung der Maschine in Echtzeit bis hin zu Wartungszyklen, die von den Produktionsanlagen selbst initiiert werden.

MSR-TECHNIK In der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik gehört sowohl die Planung als auch die Montage zu den Kernkompetenzen von IFÜREL. Oberste Prämisse: eine hohe Verfügbarkeit der betreuten Anlagen sicherzustellen. Dafür wird dem Thema Sicherheit und dem Thema Effizienz eine große Bedeutung beigemessen. Zudem verfügt Ifürel über ein hauseigenes Schulungssystem mit Schulungen zu fast jedem Bereich der MSR-Technik.

ELEKTROTECHNIK Etwa 80 Prozent der Leistungen erbringt IFÜREL in überwachungsbedürftigen Anlagen (gemäß BetrSichV). Das prägt: Unabhängig von der Art des Projekts leistet IFÜREL verlässliche Arbeit mit hoher Sensibilität für die Sicherheit von Menschen, Umwelt und Anlagen. Zu den Leistungen gehören die Beratung und Planung, die Dokumentation, die Montage, die Prüfung, die Inbetriebnahme und auf Wunsch auch die Wartung, außerdem Blitzschutz und Begleitheizungen.

MAINTENANCE Neben Tätigkeiten der klassischen Instandhaltung (Instandsetzung und Inspektionen) entwickelt IFÜREL für seine Kunden individuelle Konzepte, bei denen eine kontinuierliche Prozessoptimierung nach höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards im Fokus steht. Die Arbeit wird genau dokumentiert, sodass mehr Transparenz entsteht.

SICHERHEIT UND KOMMUNIKATION Unser Ziel ist es, für jeden Kunden maßgeschneiderte Lösungen in Fragen der modernen Kom-

Selbstverständlich werden individuelle Kundenanforderungen ebenso berücksichtigt wie die Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen.

IFÜREL EMSR-Technik GmbH & Co. KG Bahnhofstraße 126 44629 Herne ifuerel@ifuerel.de ifuerel.de

IFÜREL auf einen Blick: 1932 als elektronischer Installationsbetrieb in Herne gegründet, bis heute in Familienhand Jahrzehntelange Erfahrung als Rahmenvertrags-, Projektund Instandhaltungspartner der Großindustrie Branchenkompetenz in fast allen wichtigen Industriebranchen, vor allem Chemie, Pharma, Grundstoffe 750 Mitarbeiter, verteilt auf den Standort Herne sowie bei Kunden vor Ort, innerhalb von Deutschland und international Seit 2012 auditiert durch Eco-Vadis, seit 2013 Mitglied des UN Global Compact

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INDUSTRIESERVICE

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WVIS-Branchenmonitor 2017 98 Prozent der befragten Kunden halten den Industrieservice für unverzichtbar Der Industrieservice ist der wesentliche Partner der Industrie für Nachhaltigkeit und Anforderungen der Zukunft - so ein Ergebnis des Branchenmonitors 2017 des WVIS Wirtschaftsverbands für Industrieservice, der in Zusammenarbeit mit Performance Consulting unter Leitung von Prof. Kerstin Seeger entstanden ist. Zum ersten Mal wurden bei dieser Markterhebung zum Industrieservice nicht nur die Anbieter, sondern auch Industrieservicekunden befragt. Allerdings blieb die Branche mit einem Wachstum von 1,8 Prozent weit hinter ihren selbst gesteckten Zielen zurück. Die Industriekunden, die erstmals in diese Erhebung eingebunden wurden, äußern sich ausgesprochen positiv zum Industrieservice: Der Aussage, der Industrieservice leiste einen hohen Wertbeitrag, die Effizienz und Effektivität der internen Prozesse zu verbessern, stimmen 98 Prozent voll oder weitgehend zu. Annähernd so hoch ist auch der absolute Wert für die Aussage „Der Industrieservice bringt einen hohen Wertbeitrag für die Industrie“. Genau 86 Prozent der Befragten stimmen voll oder zum Teil der Aussage zu, dass der Industrieservice dazu beiträgt, die Produktion am Standort Deutschland zu sichern. Und 85 Prozent der befragten Unternehmen sind der Überzeugung, die Leistungen des Industrieservice tragen dazu bei, die Qualität der jeweiligen Produkte zu verbessern - insgesamt äußern sich die Kunden also ausgesprochen positiv. Die größte Bedeutung des Industrieservice sehen die Industrieunternehmen übrigens im Thema IT-Sicherheit mit über 35 Prozent und bei Unterstützung in der fachlichen Kompetenz von Mitarbeitern mit 23 Prozent. Dennoch ist mit einem Anteil von 59 Prozent das Thema Instandhaltung immer noch die wichtigste Dienstleistung. Mit steigenden oder stark steigenden Umsätzen rechnen die Dienstleister aber in den Bereichen Softwarelösungen (86 Prozent), Qualitätssicherung/Überwachung (82 Prozent) und auch im Bereich Instandhaltung (75 Prozent). Die Themen Engineering (74 Prozent), Beratung/Planung (70 Prozent) und Personaldienstleistungen (70 Prozent) bieten laut Umfrage ebenfalls ein hohes Umsatzpotenzial. Große Wachstumschancen rechnet sich der Industrieservice bei den Themen innovative Dienstleistung (92 Prozent), Industrie 4.0 (84 Prozent), Energieeffizienz (78 Prozent), Nachhaltigkeit (71 Prozent) und ITSicherheit (65 Prozent) aus. „Der Industrieservice befähigt die Industrie ein Stück weit, sich aktuellen Themen wie Industrie 4.0 zu stellen, und die Industrie formuliert hier konkrete Bedarfe“, ergänzt Prof. Kerstin Seeger mit Blick auf die Aussagen des Branchenmonitors. Dass der Industrieservice gute Aussichten bei Zukunftsthemen wie Industrie 4.0 hat, liegt am Innovationstempo, das der Industrieservice gehen kann. „Als Spezialisten können die IndustrieserviceUnternehmen Expertenwissen im Bereich Industrie 4.0 viel schneller und intensiver aufbauen und dieses in die Industrieunter-

nehmen einbringen“, konstatiert Prof. Seeger. 2016 hatte das Instandhaltungsgeschäft im Segment Kraftwerke wieder einmal eine negative Entwicklung zu verzeichnen. Es ist um 8 Prozent zurückgegangen. Diese Verluste kompensieren die Entwicklungen bei Chemie, Petrochemie, Pharma und Automotive.

Branchen entwickeln sich unterschiedlich Der „WVIS-Branchenmonitor 2017 - Marktanalyse des Industrieservice und Industriekunden in Deutschland“ liefert Zahlen und Daten zu Wachstum, Portfolio und Zuspruch im Rahmen des abgelaufenen Jahres 2016. Erstmals wurden für den Branchenmonitor die Kunden des Industrieservice befragt. „Mit einem sehr guten Rücklauf“, wie Prof. Kerstin Seeger, die den Branchenmonitor wissenschaftlich begleitete, bestätigt. Bild: B&I

Insgesamt konnte der Industrieservice über alle Branchen hinweg für 2016 demnach ein Umsatzplus von rund 1,8 Prozent erreichen. „Zuwächse von 8 Prozent in der Pharma-Industrie, 6 Prozent bei Automotive, 3,5 Prozent bei Petrochemie und 3 Prozent in der

Bild: WVIS

Chemie zeigen deutlich das Wachstumspotenzial des Industrieservice auch in schwierigen Zeiten“, so Dr. Reinhard Maaß, Geschäftsführer des WVIS. Er betont diesbezüglich: „Die Industrieservice-Dienstleister in Deutschland können daher positiv in die Zukunft blicken.“ Entsprechend ist die Stimmung beim Industrieservice für das aktuelle Jahr gut. Während weltweit nur die Hälfte der Industrieservice-Anbieter ein Umsatzwachstum erwartet, gehen 64 Prozent der deutschen Anbieter

Nachgefragt bei Dr. Reinhard Maaß vom WVIS 2015 konnte der Industrieservice hierzulande laut Zahlen des Branchenmonitors 2016 um 5,2 Prozent zulegen. Damals prognostizierte der WVIS Wachstumschancen von rund 8 Prozent. Nun kommt der Branchenmonitor auf ein Umsatzplus von 1,8 Prozent. Warum blieb die Branche so hinter den eigenen Erwarten zurück? Zuerst einmal ist festzuhalten, dass das Wachstum weiter anhält, wenn auch nicht in der angenommenen Höhe. Die Entwicklung im Industrieservice war im vergangenen Jahr stark von Einzelakquisitionen mittelständischer Unternehmen geprägt. Für die Großunternehmen bewegte sich die Wachstumsprognose zwischen anderthalb und zwei Prozent. Für die gesamte Branche Industrieservice machen sich die fehlenden Investitionen im Kraftwerksbereich immer mehr bemerkbar. Solange diese große Kundenbranche im Zuge der Energiewende vor sich hin spart, muss das Geschäft in anderen Branchen getätigt werden. Trotz dieses Hemmnisses wächst der Industrieservice weiter. Das ist für uns eine gute Nachricht. Gibt es hier zwischen den großen und den kleineren Dienstleistern hinsichtlich des Umsatzes bemerkenswerte Unterschiede? 2016 hatten vor allem kleine und mittelständische Unternehmen ein starkes Wachstum vorzuweisen. Diese Unternehmen haben flexibel auf die Marktveränderungen reagiert. Die großen Unternehmen agieren hier langsamer, aber wenn es so weit ist, umso wirkungsvoller.

Wie schätzen Sie die langfristige Entwicklung hierzulande und in Europa ein? Insbesondere in Deutschland steckt noch viel Potenzial für Industrieservice und Instandhaltung. Vor allem die voranschreitende Digitalisierung in der Industrie, Stichwort Industrie 4.0, birgt viele Möglichkeiten. Die Dienstleister rücken stetig weiter in die Primärprozesse der industriellen Wertschöpfungskette vor. Dieser Effekt wird sich auch auf Europa ausweiten. Die Industrie befindet sich in einem Wandlungsprozess, der noch in den Anfängen steckt. Welche Branchen und Themen sind von besonderer Bedeutung? Die Energiebranche bleibt trotz oder gerade wegen der Energiewende eine wichtige Zielbranche für die Servicedienstleister. Neue Aufgaben finden sich in den Branchen Automotive, Chemie und Petrochemie sowie in der Pharmaindustrie. Insbesondere Branchen, die sich der Digitalisierung öffnen und ihre Prozesse umstrukturieren, werden künftig noch mehr qualifizierte Servicepartner benötigen, die mit ihnen auf Augenhöhe planen, wirtschaften und die Produktionsprozesse intelligent lenken. Können Sie etwas zur Mitarbeiteranzahl sagen? Der Industrieservice ist und bleibt eine personalintensive Branche. Mittelfristig wird es jedoch eine Verschiebung beim Bedarf von gewerblichen Kräften hin zu Fachkräften geben. Die voranschreitende Digitalisierung wird die Arbeitsplätze auch im Service sukzessive verändern. Wer dem

von weiter steigenden Einnahmen aus. Dr. Reinhard Maaß erklärt abschließend: „In den Themenfeldern der Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ist der Industrieservice der zwingend erforderliche Partner für die Industrie, denn er leistet mit seinem vorgehaltenen Know-how schon heute einen wichtigen Beitrag, damit die Industrie in Deutschland aktuell wie auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt und wertschöpfend produzieren kann.“ www.wvis.eu

mittlerweile individuellere Lösungen zur Kundenpflege und Akquisition. Diese finden sie bei Themenkongressen und ausgewählten kleineren Netzwerkveranstaltungen. Wir arbeiten gerade daran, solche Treffpunkte vermehrt zu schaffen, und unterstützen bereits erfolgreiche Veranstaltungen, die die gewünschten Rahmenbedingungen anbieten.

Dr. Reinhard Maaß, WVIS-Geschäftsführer, im Interview mit der B&I. Bild: WVIS

Wandel offen gegenübersteht, wird auch weiterhin auf einen zukunftsfähigen Arbeitsplatz im Industrieservice bauen können. Sind Fachmessen, wie die Maintain oder die Inservfm, nicht mehr die richtige Form der Kundenansprache? Der WVIS hat über mehrere Jahre sowohl die Messe Maintain als auch die Messe Inservfm als ideeller Partner unterstützt. In Abstimmung mit unseren Mitgliedsunternehmen haben wir uns jedoch von beiden Messen zurückgezogen. Ohne die Unterstützung seiner Mitglieder kann ein Verband auf den großen Messeplattformen wenig ausrichten. Unsere Mitglieder bevorzugen

Gibt es hier Pläne des Verbands, wie die Branche nach außen hin besser sichtbar wird? Wir sehen unsere primäre Aufgabe darin, die vorhandenen Kräfte und Interessengruppen des Industrieservice zu bündeln und einen starken gemeinschaftlichen Auftritt zu gestalten. Die Umwidmung des bereits stark in der politischen Wahrnehmung, insbesondere über die Mitgliedschaft im BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.) platzierten Wirtschaftsverbands SET in „Wirtschaftsverband Anlagenbau und Industrieservice“ ist ein Mittel zur Erreichung dieses Ziels. Flankierend ist die Durchführung hochkarätig besetzter Veranstaltungen geplant. Über die Vernetzung mit anderen Verbänden schaffen wir zudem eine Möglichkeit, die alten und die neuen Kundenbranchen an einen Tisch mit den Anbietern zu bringen. www.wvis.eu

Wirtschaftsverband SET Der Wirtschaftsverband Anlagenbau und Industrieservice (SET) ist Mitglied im BDI und vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen des Anlagenbaus und des Industrieservice. Im erstgenannten Bereich sind hier 180

Unternehmen und 60.000 Mitarbeiter, im zweiten Bereich 70 Unternehmen und 120.000 Mitarbeiter in Deutschland angesprochen. Im Jahr 2016 erwirtschafteten beide Branchen einen Umsatz von rd. 23 Mrd. Euro.


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Technischer Handel

Starke Marken, starke Technik, starker Service Der Technische Handel bietet nicht nur Qualitätsartikel aus zahlreichen Warengruppen an, sondern profiliert sich zunehmend auch mit Dienstleistungen rund um Produkte und Prozesse.

Der Technische Handel versteht sich als Problemlöser für seine Kunden, der viele Stärken und ein breites Know-how in sich vereint – auch, weil er mit führenden Herstellern im ständigen Dialog und engen Austausch steht. Bereits 1999 etablierte der VTH Verband Technischer Handel e.V. dazu eine Leistungsgemeinschaft, die namhafte Markenhersteller und die dem VTH angehörigen Großhändler für technische Bedarfsartikel zusammenbringt.

„Wir liefern Qualität“ Heute zählt die „VTH-QUALITÄTSPARTNER-Initiative“ 25 Hersteller und rund 280 Technische Händler mit mehr als 400 Verkaufsstützpunkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese Allianz verfolgt das Ziel, den Kunden des Technischen Handels Produkte und Dienstleistungen in kompromisslos guter Qualität zur Verfügung zu stellen. Ohne Strömungsverluste fließt das gemeinsame Know-how in

Richtung der Endverbraucher und sorgt dort für sichere und funktionierende Anwendungen. Zusätzlich sorgt der umfassende Qualitätsanspruch der VTHQUALITÄTSPARTNER, der neben der Produkt- auch die Serviceund Prozessqualität mit einschließt, für den entscheidenden Mehrwert auf Kundenseite. Hochwertige Artikel, kompetente Beratung und bedarfsgerechte Dienstleistungen verschmelzen zu einem kundenspezifischen Lösungspaket, das messbare Effizienz- und Kostenvorteile eröffnet. Die alle Warengruppen umfassende Kooperation bewährt sich täglich aufs Neue. Ob der Kunde Dichtungsmaterialien für statische oder dynamische Anwendungen benötigt, auf der Suche nach Kupplungen für ein neues Schlauchleitungssystem ist oder seine Mitarbeiter individuell gegen vielfältige Gefahren am Arbeitsplatz absichern möchte, der Technische Händler in seiner Nähe kennt stets die geeigneten Produkte und bietet einen maßgeschneiderten Service an.

Instandhaltung und Technik profitieren Hersteller und Technische Händler betreiben gemeinsam eine ständige Optimierung von Produkten und Dienstleistungen zum Wohle der Anwender: Auf Grundlage eigener Erfahrungen mit den Produkten und Rückmeldungen der Anwender stellen die Technischen Händler ihren Lieferanten praxisbezogene Informationen über die Anforderungen ihrer Kunden zur Verfügung, damit die Hersteller marktgerechte Weiterentwicklungen und Innovationen anbieten können. Umgekehrt machen die Hersteller zuerst die Technischen Händler mit Neueinführungen und allen Funktionsweisen vertraut. So können Mitarbeiter in der Instandhaltung und Betriebstechniker sicher sein, im Technischen Handel stets auf Produkte zurückzugreifen, die sämtliche Anwendungsfälle abdecken, zugleich dem neuesten Stand der Technik entsprechen und ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit, Sicherheit und Langlebigkeit bieten.

Veredelte Produkte

Die VTH-Mitglieder - das sind 280 leistungsstarke Großhändler für industriellen und technischen Bedarf mit mehr als 400 Verkaufspunkten in der D-A-CH-Region - sind mit 25 renommierten Zulieferern (s. Übersicht) eine Leistungsgemeinschaft eingegangen. Sie stellt sicher, dass die Kunden des Technischen Handels von erstklassigen Produkten und bestem Service profitieren.

Mehr als die Hälfte der Technischen Händler im D-A-CHRaum betreibt zudem eine Eigenproduktion. Mit Spezialmaschinen und -werkzeugen veredeln Fachkräfte Standardprodukte, damit sie kompatibel mit den Anlagen und Maschinen des Kunden werden. Aus mehreren Komponenten entsteht so ein sicheres Funktionsteil, etwa im Schlauchund Armaturenbereich. Für die

Leistungsfähigkeit und Sicherheit dieser Lösungen steht der Händler ein - ein weiterer Grund, warum die Branche konsequent ihrem „Quality first“-Anspruch folgt.

Leistungsstarker Service Bei den Dienstleistungen offeriert der Technische Handel keine Lösungen von der Stange, sondern stellt ein individuelles Rundumsorglos-Angebot für seine Kunden zusammen. Die örtliche Nähe, der persönliche Kontakt und ein Austausch auf Augenhöhe führen dazu, dass der Service der Technischen Händler häufig in die Abläufe ihrer Kunden integriert wird. Instandhaltung und Technik profitieren dadurch beispielsweise von modernen Bevorratungslösungen und hohen Effizienzund Kostenvorteilen im Ersatzteilmanagement. Die VTH-QUALITÄTSPARTNERInitiative steht somit für Sicherheit und Qualität in allen Lagen. Ob es um die Sicherheit von Mitarbeitern oder den Nonstop-Betrieb von Produktionsanlagen geht: Durch kompromisslose Produkt-, Dienstleistungs- und Beratungsqualität können die Kunden des Technischen Handels darauf vertrauen, immer eine zuverlässige, leistungsfähige und wertbeständige Lösung für die individuellen Anforderungen ihres Unternehmens zu erhalten. Mehr Informationen unter www.vth-verband.de www.vth-qualitaetspartner.de Bei der Händlersuche hilft www.tectop-vth.de

VTH Verband Technischer Handel e.V. Prinz-Georg-Straße 106 40479 Düsseldorf Telefon +49 (0)211 44 53 22 Telefax +49 (0)211 46 09 19 E-Mail: info@vth-verband.de www.vth-verband.de

Als Instandhalter, Betriebstechniker, Materialwirtschaftler, Supply Manager oder Einkäufer können Sie sich stets auf den Technischen Handel verlassen. Durch schnelle und effiziente Materialflüsse, passgenaue Teile, effiziente Systemlösungen und eine Produktionsabsicherung 24/7/365 läuft in Ihrem Unternehmen alles rund. Bei uns stimmen Qualität, Preis und Leistung – dadurch profitieren Sie vom besten Gesamtpaket. Warum sollten Sie also Fehleinkäufe im Internet riskieren? Bedarfsgerechte Produkte und Dienstleistungen erhalten Sie an mehr als 400 Fachhandelsstandorten im D-A-CH-Raum.

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Vorher formieren, statt hinterher ärgern Umrichter vor Ort formieren - ideal für Umrichter in höheren Spannungsbereichen Bei der Inbetriebnahme von Reserve- oder Austauschumrichtern muss einiges beachtet werden: Zu den Vorgaben aller Hersteller gehört das regelmäßige Formieren der Kondensatoren eingelagerter Umrichter, um Ausfallzeiten zu vermeiden. Nun führen Spezialisten des Industriedienstleisters Wisag die Formierung ab sofort auch direkt beim Kunden vor Ort durch - praktisch, denn damit entfällt der aufwendige Transport von großen Umrichtern bzw. von ganzen Lagerbeständen. Bei spannungsfrei eingelagerten Umrichtern werden die Isolationsschichten der Elektrolytkondensatoren abgebaut. Je länger die Lagerdauer, desto geringer ist die Oxidschicht und damit die Sperrwirkung des Kondensators. Wurde ein Frequenzumrichter beispielsweise länger als zwei Jahre spannungslos gelagert, kann ein direktes Einschalten zur Zerstörung der Zwischenkreiskondensatoren führen, denn bei der Wiederinbetriebnahme wird beim Hochfahren der Anlage die Betriebsspannung nicht langsam und kontrolliert erhöht, sondern der Umrichter erhält sofort die volle Betriebsspannung. Durch die fehlende Isolationsschicht der Umrichter erhitzen sich die Kondensatoren schlagartig. Im schlimmsten Fall platzt oder explodiert der Kondensator. Der dabei entstehende Schaden ist oft immens und reicht von Defekten an benachbarten Bauteilen bis hin zu völlig zerstörten

Umrichtern. Auf jeden Fall führt dies zu einem verlängerten Ausfall der Anlage. Um dies zu verhindern, wird der Zwischenkreis des Frequenzumrichters mit einer regelbaren Gleichspannungsquelle langsam auf Nennspannung hochgefahren - das sogenannte Formieren. Die Wisag Industrie Service Gruppe führt nun die Formierung eingelagerter Frequenzumrichter direkt beim Kunden vor Ort durch - und das regelmäßig. Im Störungsfall steht somit stets ein formiertes Gerät zur Verfügung, dessen Status dokumentiert ist. Denn während das Einschicken einzelner Umrichter unproblematisch ist, lohnt sich der aufwendige Transport von Umrichtern in höheren Spannungsbereichen bzw. ganzer Lagerbestände nur selten. Deshalb führt der technische Außendienst der Wisag die Formierung nun mit speziell entwickelten, mobilen Systemen

direkt im Kundenunternehmen durch, wobei die Zyklen sowie Vorgehensweise zur Formierung je nach Hersteller, Typ und Lagerdauer variieren. „Wir können die ursprünglichen Bauteileigenschaften wiederherstellen, indem wir eine Gleichspannung an den Elektrolytkondensator anlegen“, erklärt Dr. Jürgen Lelito, Geschäftsführer der Wisag Elektrotechnik Holding. „Dabei wird die Oxidschicht langsam wiederaufgebaut und der Isolationswiderstand steigt. Die besondere Herausforderung ist, das Formierungssytem gemäß Hersteller und Typ so einzustellen, dass die Formierungsspannung nur langsam erhöht wird und dabei der Ladestrom kontrolliert steigt.“ Er empfiehlt: „Um Unfälle zu vermeiden, sollte die Formierung daher ausschließlich von speziell geschultem Fachpersonal vorgenommen werden.“ www.wisag.de

Sommerzeit ist Reinigungszeit Professionelle Reinigung des Kühlschmierstoffsystems (KSS) steigert Produktivität Der Kühlschmierstoffhersteller Oemeta Chemische Werke bietet jetzt als Service die Reinigung der Maschinen und KSS-Systeme an. Das professionelle Vorgehen führe stets zu höheren Standzeiten bei Werkzeugen und Kühlschmierstoffen, betonen die Verantwortlichen und erklären, dass gerade in der Sommerzeit mit eventuellen Betriebsunterbrechungen dieser Service gerne in Anspruch genommen wird, der die internen Mitarbeiter von dieser ungeliebten Routine entlastet. Wenn die Spezialisten von Oemeta einen Reinigungsvorgang des KSS-Systems durchführen, betrifft das sämtliche Bereiche, die mit Kühlschmierstoff beaufschlagt sind. Neben dem Arbeitsraum eines Bearbeitungszentrums gehören z.B. auch Filter und Ausgleichsbehälter sowie die Späneförderer dazu. Hierfür werden, nachdem der KSS abgesaugt wurde, Behälter, Rohrsysteme und Leitungen mit 60 bis 70 Grad Celsius heißem Wasser durchgespült. Abschließend erfolgt eine Endreinigung. Danach kann der neue Kühlschmierstoff eingefüllt werden. „Erfahrungsgemäß empfiehlt sich eine solche Grundreinigung einmal jährlich“, weiß Peter Dawid, Dienstleistungskoordinator bei Oemeta Chemische Werke. Meist planen die Unternehmen das in den Sommerferien oder am Jahresende ein. Dass sich diese ungeliebte Routine lohnt, zeigen unter anderem die besseren Werkzeugstandzeiten, weil weniger abrasive Partikel im KSS der Schneide zu schaffen machen. Dawid schildert weitere Effekte: „Nach unserer gründlichen Reinigung müssen die Kunden dem KSS erst sehr viel später Additive

zugeben, als wenn die Anwender selbst gereinigt haben.“ Für alle, denen eine solche Grundreinigung nicht weit genug geht, bietet das Unternehmen das Coolant Management an. Dabei lassen sich aus einem Baukastensystem mehrere Maßnahmen zu einem Paket zusammenstellen. Grundsätzlich umfasst diese Dienstleistung neben der Be-

schaffung und Entsorgung von KSS die Zustandsdatenerfassung mit Barcodesystem, die Überwachung, das Dokumentationsmanagement, die Instandhaltung, Laboranalysen und Steuerungsmaßnahmen. So kann das Coolant Management helfen, Schwachstellen zu erkennen und Prozesse zu stabilisieren bzw. zu optimieren. www.oemeta.com

„Unserer Erfahrung nach sind fünfundzwanzig Prozent der Umrichter im Bedarfsfall nicht einsetzbar“, erklärt Dr. Jürgen Lelito, Geschäftsführer der Wisag Elektrotechnik Holding. Bild: Wisag

Infraserv Knapsack weiht neue Pumpenund Maschinenwerkstatt ein Pumpen und Aggregate spielen für die Verfügbarkeit von Anlagen eine entscheidende Rolle. Reparaturen dieser Geräte sind jedoch häufig mit Ausfallzeiten von vier bis sechs Wochen verbunden, wissen die Experten von Infraserv Knapsack. Immerhin rund 800 Pumpenreparaturen führen sie jährlich durch. Hinzu kommen Inspektions- und Wartungsarbeiten vor Ort. Nun reparieren die Profis viele der gängigen Chemienormpumpen innerhalb weniger Tage und zwar in ihrer neuen Pumpenund Maschinenwerkstatt im Chemiepark Knapsack, die vor Kurzem eingeweiht wurde. Die neue Werkstatt orientiert sich in ihrem Aufbau an modernen Fertigungsstraßen: In einem Schwarzbereich werden die Pumpen und Aggregate angeliefert, zerlegt und gereinigt. Vor der Reparatur erstellen die Spezialisten vor Ort außerdem einen detaillierten und bebilderten Schadensbericht samt Kostenschätzung. Nach der Reparatur wird die Pumpe in einem Weißbereich wieder zusammengebaut und an einem eigenen herstellerunabhängigen Pumpenprüfstand geprüft. Das neue Reparaturkonzept reduziert Transportwege und sorgt für effizientere Arbeitsabläufe. „Unser Ziel war es, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, um die Anlagenverfügbarkeit unserer Kunden weiter zu steigern und in Zukunft verstärkt Smart Maintenance umzusetzen“, betont

Thomas Happich, Leiter Anlagenservice und -technik, verdeutlicht die Beweggründe für die neue Pumpen- und Maschinenwerkstatt: „Unser Ziel war es, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, um die Anlagenverfügbarkeit unserer Kunden weiter zu steigern und in Zukunft verstärkt Smart Maintenance umzusetzen.“ Bilder: B&I

Thomas Happich, Leiter Anlagenservice und -technik. Er fährt fort: „Wir haben z.B. bereits damit begonnen, Pumpen mit speziellen Labeln auszurüsten, mit denen unsere Kunden jeden Schritt von der Annahme bis zur Auslieferung der reparierten Pumpe jederzeit nachvollziehen können.“ Um derart kurze Reparaturzyklen von drei bis vier Tagen für gängige Chemienormpumpen sicherstellen zu können, hält der Dienstleister ein eigenes Ersatzteillager mit rund 10.000 verschiedenen Teilen und einem Warenwert von etwa fünf Millionen Euro vor. Insgesamt verwaltet das Unternehmen über 5.800 Pumpen und mehr als 8.100 Motoren, Trafos und Umrichter im Chemiepark Knapsack. www.infraserv-knapsack.de

Der Chemiepark spielt immer noch eine große Rolle, doch bereits rund 30 Prozent des Umsatzes im Bereich Pumpen und Aggregate generiert Infraserv Knapsack mittlerweile über Kunden aus der Region.

Peter Dawid, Dienstleistungskoordinator bei Oemeta Chemische Werke, betont, dass die Ergebnisse stets überzeugend seien, denn nachdem das KSS-System in einzelbefüllten Maschinen oder Zentralanlagen gereinigt wurde, verlängern sich die Standzeiten bei Kühlschmierstoffen und Werkzeugen jedes Mal signifikant. Genauso erhöhen sich die Maschinenlaufzeiten durch stabilere Prozesse. „Die damit verbundenen Produktivitätssteigerungen und Einsparungen rechtfertigen einen professionellen Reinigungsdienstleister allemal“, so Dawid. Bild: Oemeta


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Ihr Partner rund um Facility Management DB Services schafft messbaren Mehrwert für Ihr Unternehmen. Mit 9.300 Mitarbeitern erbringen wir infrastrukturelle und technische Facility Management Leistungen bundesweit an 300 Standorten. Dabei bewirtschaften wir für unsere 1.400 Kunden eine Fläche von 175 Mio. m² Fläche, 400.000 technische Anlagen und reinigen 25.000 Züge pro Tag. Wir sind ein herstellerunabhängiger und zertifizierter Dienstleister in den Branchen Immobilien, Industrie und Mobilität. Mehr. Wert. Schaffen. DB Services GmbH Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz 1 · 10115 Berlin Telefon: +49 30 297-53400 · Fax: +49 30 297-53403 E-Mail: db-services@deutschebahn.com · www.dbservices.de


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

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Jedes einzelne Produkt im Blick Einzelteilrückverfolgung schafft neue Form der Transparenz Der Ruf nach der viel zitierten Losgröße 1 und der Innovationstrigger Industrie 4.0 fordern Unternehmen in der Um- und Ausgestaltung ihrer Produktionsprozesse mehr denn je. Hinzu kommt der Druck der Abnehmer hinsichtlich Qualitätssicherung, Produkthaftung und Rückverfolgbarkeit der produzierten Waren. Vor allem in der Automotivebranche sind die Anforderungen an eine lückenlose Traceability enorm. Es benötigt also eine neue Form der Transparenz, die Produzenten jederzeit auskunftsfähig macht auf folgende Fragen: Wann, wo, durch wen, unter welchen Rahmenbedingungen und unter Verwendung welcher Materialien wurde produziert? Die Antwort liegt in softwaregestützten Traceability-Lösungen, die neben der Rückverfolgbarkeit von Materialien, Produkten und Werkstücken auch die laufende Optimierung der Fertigungsprozesse ins Auge fassen. Geht es um die Optimierung und Effizienzsteigerung von Produktionsprozessen, so sind Manufacturing Execution Systeme (kurz MES) wie etwa Cronetwork des Softwareanbieters Industrie Informatik der unverzichtbare Mittelpunkt in der IT-Infrastruktur von Fertigungsunternehmen. Schnittstellen sowohl zum kaufmännisch führenden ERP-System als auch zum Maschinenpark ermöglichen die dafür nötige Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Am Anfang steht die Serialnummer Immer wichtiger wird in diesem Zusammenhang auch die uneingeschränkte Traceability innerhalb der Produktionsabläufe. Ziel dabei ist die volle Transparenz vom Rohteil über den Produktionsprozess bis hin zum Endprodukt - im Idealfall bis auf Einzelteilebene. Möglich wird dies beispielsweise durch eine Logik innerhalb der produktionsoptimierenden Software, die Einzelteile in Produktionsaufträgen mit eindeutigen Serialnummern verknüpft. Die dafür verwendete Technologie spielt eine untergeordnete Rolle: Barcode, Data-MatrixCode oder ein RFID-Chip sind beispielsweise denkbare Optionen. Im Fokus steht lediglich die eindeutige Identifizierbarkeit eines jeden Einzelteils. Hat man diese logistischen Grundvoraussetzungen geschaffen, sind die Einsatzmöglichkeiten vielseitig.

Schritt in Richtung Losgröße 1 Logische Konsequenz daraus ist ein vollständig automatisiertes Meldewesen entlang des Produktionsprozesses. Musste ein Mitarbeiter bisher einen Arbeitsgang manuell an seinen Anlagen anmelden, so wird dies jetzt automatisch auf Basis der eindeutigen Serialnummer erledigt. Neben der Zeiteinsparung für den Werker gehören damit auch potenzielle Fehler durch manuelle Eingaben der Vergangenheit an. Durch eine Einzelteilrückverfolgung erzielt man zudem einen

Die automatische Ausrichtung von Arbeitsplätzen auf Basis mitgelieferter Daten ist ein wichtiger Schritt in Richtung Losgröße 1. Bild: Böhler

neuen Grad der Flexibilität in seiner Fertigung. Die mit dem Produkt mitgelieferten Daten und Informationen bilden die Basis für die weitere Bearbeitung. Arbeitsplätze können sich vereinfacht gesagt an den Anforderungen des einzelnen Produktes ausrichten - vorausgesetzt die Maschinenumrüstung erfolgt vollständig automatisch. Losgröße 1 wird somit immer weniger ein unerreichbarer Mythos als vielmehr gelebte Realität in den Fertigungshallen.

somit bereits in einem frühen Fertigungsstadium durchführen. Vor allem in der Automotivebranche spielt eine durchgängige Traceability zur Qualitätssicherung eine gewichtige Rolle. Unternehmen sind hier hinsichtlich Produkthaftung und Auskunftspflicht einem hohen Druck vonseiten der Abnehmer ausgesetzt.

Produktionsqualität auf neuem Level

Dank Einzelteilrückverfolgung enthalten Produkte umfangreiche Informationen zum Fertigungsprozess und den in diesem Zuge verwendeten Materialien, Werkzeugen und Maschinen. Hersteller können somit lückenlos belegen, dass ein Produkt sämtliche Fertigungsschritte unter Einhaltung vorgegebener Werte durchlaufen hat. Im Umkehrschluss hat der Produzent alle wichtigen Informationen zu einem fehlerhaften Produkt und kann auf deren Basis korrigierende Maßnahmen für die Zukunft ableiten. Ein leistungsstarkes MES wie Cronetwork als Informationsdrehscheibe im Fertigungsumfeld schafft heute die nötige Transparenz, die es im Rahmen von Industrie-4.0-Maßnahmen braucht. Die digitale Transformation, Effizienzsteigerung und laufende Optimierung der Produktionsqualität stehen hier im Fokus. Einzelteilrückverfolgung leistet hier einen weiteren, wertvollen Beitrag auf dem Weg zur Smart Factory. Tino Böhler www.industrieinformatik.com

Auch hinsichtlich der Produktionsqualität kann hier ein wichtiger Beitrag geleistet werden. Konkreter Anwendungsfall: Prozessdaten aus einem Arbeitsgang werden erfasst, an das MES übermittelt und auf Basis der eindeutigen Zuordnung zum Werkstück mittels OPC-UA Server an den nächsten Arbeitsplatz übergeben. Die dort nötigen Maschineneinstellungen orientieren sich an den zuvor erfassten Prozessdaten. Leichte Abweichungen können somit gegebenenfalls rechtzeitig korrigiert werden. Die Produktionsqualität wird damit auf ein neues Level angehoben. Die bereits erwähnte automatische Erfassung von Prozesswerten zu Einzelteilen hat auch die performancesteigernde Entlastung von Terminals aufgrund wegfallender, manueller Eingaben zur Folge. Zudem können Schwellenwerte definiert und kombiniert werden. Eine „In-Ordnung“ oder „Nicht-InOrdnung“-Qualifikation lässt sich

Traceability als Grundvoraussetzung

Instandhaltung: Mobil und erfolgreich Im Bereich der Instandhaltung liegen Optimierungspotenziale, die in vielen anderen Unternehmensbereichen nicht mehr leicht zu heben sind. Ein idealer Ansatzpunkt ist die Einführung der mobilen Instandhaltung. Daten werden an der Quelle elektronisch erfasst, Nachfolgeprozesse können schneller angestoßen und die bestehende Zettelwirtschaft abgelöst werden. Die Erfahrungen der Spezialisten von it-motive im Bereich SAP EAM/PM und mobilen IH-Einführungsprojekten zeigen, dass eine erfolgreiche mobile Einführung ein Vorgehensmodell benötigt, dessen Ausgangspunkt die Anforderungen der Fachabteilung sind. Die Analyse der bestehenden Prozesse mit IH-Leitern und Instandhaltern und deren Abbildung in SAP steht im Vordergrund. Dies ist die Voraussetzung für den optimalen, individuellen Funktionsumfang der mobilen Lösung. Störmeldungen anlegen und Rückmeldungen betriebssystemunabhängig erzeugen sind nur grundlegende Funktionalitäten. Von wesentlichem Nutzen ist auch die Fähigkeit, online

Bild: it-motive

und insbesondere offline uneingeschränkt arbeiten zu können. Den Digitalisierungsgrad steigert man erst nachhaltig, wenn dynamische Checklisten es ermöglichen, tatsächlich papierlos Instandhaltung zu betreiben. Die Spezialisten beleuchten dabei mit ihren Kunden weitere erfolgskritische Funktionalitäten. Daraus ergibt sich ein Projektplan, der die erfolgreiche Einführung der mobilen IH-Lösung von itmotive sicherstellt und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens messbar steigert. Die it-motive AG unterstützt als SAP Silver Partner im Rahmen von Smart Maintenance die Kunden mit Lösungen zur effizienten und zustandsorientierten Instandhaltung. www.it-motive.de

Bei Extrembelastungen immer gut geschmiert In Kreidewerken ist die Schmierung von Lagern in Maschinen und Förderanlagen ein echter „Härtefall“, weil große Mengen Staub und Schmutz anfallen. Aus diesem Grund kam es im Rügener Werk der Vereinigten Kreidewerke Dammann KG in der Vergangenheit immer wieder zu vorzeitigen Lagerausfällen. Erster Ansprechpartner für das Kreidewerk zur Lösung des Problems war die August Kuhfuss Nachf. Ohlendorf GmbH. Als Partner von SKF verfügen die Experten über profunde Kenntnisse im Bereich von Wartungsaufgaben und präsentierten eine vielversprechende Lösung. Als besonders geeignet erwiesen sich die von SKF entwickelten Schmierstoffgeber der LAGD-Reihe, die unter dem Markennamen System 24 geführt werden. Die

automatischen EinpunktSchmierstoffgeber bestehen aus einem durchsichtigen Behälter und einer Patrone mit einer elektrochemischen Gaszelle. Bei der Inbetriebnahme werden die internen Batterien aktiviert, es baut sich Gasdruck auf und der Kolben im Schmierstoffgeber drückt Fett oder Öl in die Applikation. Das Ergebnis dieser Aktion kann sich sehen lassen: „Vorzeitige Lagerausfälle treten jetzt kaum noch auf“, resümiert Martin Ohlendorf, „sodass die Anzahl der zu tauschenden Lager um annähernd 30 Prozent geschrumpft ist.“ Außerdem sei durch die neuen Geräte der Zeitaufwand für die Wartung der vielen Schmierstellen deutlich gesunken. www.skf.de

Die Vereinigte Kreidewerke Dammann KG setzt in ihrem Rügener Werk auf automatische Schmierstoffgeber. Bild: SKF


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Auf dem Weg zu Smart Maintenance Wie Big Data und das Internet der Dinge die Instandhaltung revolutionieren In der Instandhaltung stecken noch riesige Optimierungspotenziale. Hier ist die Digitalisierung noch nicht so weit fortgeschritten wie in der Produktion. Wer die Kosten für seinen Maschinenund Anlagenpark senken, Ausfallzeiten minimieren und die Effizienz steigern will, braucht Daten. Doch damit allein ist es nicht getan, sondern diese müssen auch intelligent genutzt werden. Kein Zweifel: Die Digitalisierung kann helfen, Instandhaltung effizienter zu machen und damit Kosten zu sparen. Wie sich Instandhaltungsprozesse mittels Daten aus dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) optimieren lassen, wird nachfolgend an einem fiktiven Anwendungsbeispiel aufgezeigt: Unser mittelständisches Musterunternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Werkzeugmaschinen. Die Produkte genießen weltweit großes Ansehen, das Geschäft läuft. Natürlich gilt auch hier: Nachhaltig wirtschaftlicher Erfolg lebt von höchster Qualität - auch im AftersalesService. Diese Qualität zeigt sich am deutlichsten, wenn irgendwo auf der Welt eine Maschine ausfällt. Was dann geschieht, wie hoch der Aufwand ist, um die Maschine wieder in Gang zu setzen, und welche Kosten dies verursacht, hängt ganz wesentlich vom Reifegrad der Digitalisierung im Aftersales-Service ab.

Ohne Digitalisierung und IoT Ein Mitarbeiter des Kunden stellt den Ausfall der Maschine fest. Er ruft die Hotline des Herstellers an und meldet den Defekt. Der schickt einen Servicetechniker mit einer groben Beschreibung des Fehlerbildes zum Kunden. Dort nimmt er zunächst eine ausführliche Fehleranalyse vor. Meist hat er das notwendige Ersatzteil nicht sofort dabei und fährt unverrichteter Dinge wieder zurück. Das Ersatzteil ist entweder am Lager, oder es muss beim Lieferanten in China bestellt werden. Drei Wochen später - die Lieferung aus Asien ist da. Der Techniker fährt erneut zum Kunden, tauscht das benötigte Ersatzteil aus und spielt bei der Gelegenheit gleich ein FirmwareUpdate ein. Der Gesamtaufwand für diesen Geschäftsprozess ist gekennzeichnet durch viele manuelle Schritte. Die anfallenden Daten werden nicht automatisiert übertragen, sondern, wenn überhaupt, per Hand gepflegt. Das ist aufwendig, fehleranfällig und stark von der Erfahrung der beteiligten Mitarbeiter geprägt.

Vernetzte Geräte kommunizieren Sind die beteiligten Geräte bereits vernetzt, läuft das Ganze schon etwas effizienter ab: Die defekte Maschine setzt automatisch eine Fehlermeldung an den Hersteller ab. Diese Meldung

enthält bereits einen Fehlercode. Damit kann der Fehler automatisch richtig eingeordnet und die Bestellung des Ersatzteils ausgelöst werden. Es zeigt sich, dass allein der Zugriff auf Statusinformationen bereits gewisse Vorteile mit sich bringt, denn der Techniker muss nicht mehr zum Kunden fahren, um den Fehler zu prüfen. Und die Bestellung der benötigten Komponente kann direkt ausgelöst werden. Dieser Prozess lebt von der effizienten Datenübertragung, hierfür genügen eine geeignete Netzinfrastruktur und schlanke IoT-Protokolle. Die Nutzung der Daten ist eher rudimentär.

Daten in interne Prozesse integrieren Die nächste Effizienzstufe lässt sich erreichen, wenn man die vernetzten Dinge und die damit verbundenen Daten stärker in die internen Geschäftsprozesse integriert. So kann unser Musterunternehmen beispielsweise ein System einführen, über das es per Fernwartung Firmware-Updates auf ihren Werkzeugmaschinen einspielen kann. Die Maschinen sind so immer auf dem aktuellen Software-Stand, was das Ausfallrisiko reduziert. Werden die IoT-Daten mit be-

stehenden Systemen wie Lagerverwaltungs- oder ERP-Systemen zusammengeführt, eröffnet das weitere Optimierungspotenziale. Denn damit sind dann bereits erste Datenanalysen möglich. So lässt sich etwa ermitteln, welches Ersatzteil wie häufig benötigt wird oder welche Fehler wie oft auftreten. Das erlaubt Rückschlüsse auf Verbesserungspotenziale bei Maschinen, aber auch auf die Qualität der angelieferten Ersatzteile. Und es optimiert die Lagerhaltung: Wird bei einem Ersatzteil etwa ein bestimmter Mindestbestand unterschritten, löst das System automatisch eine Bestellung aus. Das stellt sicher, dass immer genügend Ersatzteile auf Lager sind. Der Techniker kann nach Übermittlung des Fehlercodes kurzfristig zum Kunden fahren und das Ersatzteil austauschen. Keine Frage, dass sich das positiv auf die Servicequalität und die Zufriedenheit des Kunden auswirkt. Dies ist der Beginn von Smart Maintenance: Die Dinge sind nicht nur vernetzt, sondern die von ihnen generierten IoT-Daten sind in Systeme und Prozesse eingebunden, die sich automatisch selbst steuern. Der Gesamtaufwand ist gegenüber unserem ersten Szenario deutlich gesunken, Effizienz und Qualität sind gestiegen.

Voraussetzung hierfür ist eine effiziente Datenverarbeitung. Sie lässt sich vergleichsweise einfach durch leicht skalierbare Cloudund Datenbanktechnologien realisieren.

Konsequent optimieren Der nächste Schritt folgt der bereits eingeschlagenen Systematik. Unser Hersteller optimiert konsequent weiter: Die Daten seiner Maschinen, die bei den Kunden weltweit installiert sind, werden kontinuierlich in seine Systeme übermittelt und dort ausgewertet. Damit ist er in Echtzeit über alle funktionsrelevanten Parameter seiner Maschinen wie Alter, Nutzungshäufigkeit und -intensität, Fehlercodes und mehr informiert. Auf Basis dieser Daten lässt sich beispielsweise mittels intelligenter Algorithmen eine Aussage darüber machen, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Maschine in welchem Zeitraum ausfallen wird. Stuft das System einen Ausfall als wahrscheinlich ein, schlägt es automatisch einen Vorschlag für einen Wartungstermin vor. Damit ist es möglich, erforderliche Ersatzteile präventiv auszutauschen - und zwar genau dann, wenn es für die Funktionssicherheit der Maschine sinnvoll ist. Vor allem: Es kommt erst gar nicht zu einem Ausfall der Werkzeugmaschine. Natürlich sind wir damit noch nicht am Ende des Optimierungsprozesses. So sind innerhalb dieses Szenarios Vorhersagen zum Verhalten von Dingen beziehungsweise Maschinen

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möglich (Stichwort Predictive Maintenance). Und das System ist in der Lage, sich eigenständig zu optimieren. Entscheidend dafür sind die Fähigkeiten, große Datenmengen zu verarbeiten und Daten effizient zu analysieren. Dazu bedarf es geeigneter Algorithmen und hoher Rechnerleistung, die man mittels Cloud Computing ganz nach Bedarf nutzen kann.

Neue Geschäftsmodelle entwickeln Immer wieder ist die Rede davon, Digitalisierung sei die Basis für neue Geschäftsmodelle und zusätzliche Wertschöpfung durch Software. Dass dies tatsächlich der Fall ist, zeigt sich jetzt: Sind die Einbindung und die intelligente Nutzung großer IoTDatenmengen einmal konsequent umgesetzt, eröffnen sich völlig neue Perspektiven für innovative Produkte und Wertschöpfungsmodelle. So ist es auf einmal möglich, auf den Maschinen per Software und die IoT-Vernetzung bestimmte Funktionalitäten „on demand“ freizuschalten oder zu sperren. Und damit eröffnen sich auch neue Geschäftsfelder. Der Kunde bezahlt beispielsweise nur noch das, was er tatsächlich nutzt. Das freut am Ende den Kunden, der dadurch Geld sparen kann. Und unser Musterunternehmen, weil es durch innovative Geschäftsmodelle neue Kunden gewinnt. Simon Noggler, IoT Business Consultant Experte bei Doubleslash Net-Business www.doubleslash.de

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42.000 Services pro Jahr effektiv abwickeln IT-Plattform optimiert die Abwicklung von Werkskundendienstservices Rund 42.000 Serviceaufträge wickelt das Team der Inicom Service GmbH, bestehend aus 40 fest angestellten Servicetechnikern und 15 freien Mitarbeitern, jährlich ab. Den größten Teil seiner Kapazitäten stellt das Unternehmen dabei in den Dienst seines Hauptkunden Geberit. Für den Konzern aus dem Sanitärbereich übernehmen die Spezialisten den Werkskundendienst für Deutschland und Österreich. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, sind effizient verzahnte Prozesse unabdingbar. Deshalb setzt Inicom am Standort Illmensee, wo die bundesweite Auftragsbearbeitung, Einsatzplanung, Hotline sowie der Serviceaußendienst zusammenlaufen, seit Sommer 2016 auf die digitale Field-Service-Managementlösung von Coresystems - und das mit überaus positiven Effekten auf den gesamten Workflow. Werkskundendienstservices sowie Werkzeugvermietung und reparatur sind das Kerngeschäft der Inicom Service GmbH. Pro Jahr werden diesbezüglich 42.000 Serviceaufträge von 55 Servicetechnikern - 40 fest angestellten und 15 freien Mitarbeitern - bearbeitet. Hinzu kommen jährlich rund 10.000 Werkzeugvermietungen und noch einmal etwa 8.000 Reparaturen von Werkzeugen, insbesondere von Pressgeräten für Rohrleitungssysteme, die direkt am Standort ausgeführt werden. „Damit wir am Markt erfolgreich sein können, sind Schnelligkeit und Zuverlässigkeit unserer Mitarbeiter in den Bereichen Technik und Kommunikation unerlässlich“, erklärt Ralf Gittinger, Geschäftsführer von Inicom. Und das war auch der Grund, warum man sich im Jahr 2015 entschied, eine neue Lösung für das Field-ServiceManagement zu suchen und einzuführen. Bei der zuvor eingesetzten, selbst erstellten Lösung „LISA“ gab es nämlich immer wieder Ausfälle. Hinzu kam eine unzureichende Performance.

Neue digitale Drehscheibe ... Insbesondere hakte es beim Thema Flexibilität: Touren und Termine schnell und präzise zu planen sowie Checklisten für die Technikereinsätze zusammenzustellen, das alles ließ das alte System nicht zu. Darüber hinaus stimmten die Zahlen im Hintergrund vielfach nicht. Als Folge mussten beispielsweise viele Rechnungen für Kunden mehrmals aufgesetzt werden. Allein für die Korrektur fehler-

Am Standort Illmensee laufen bei Inicom die bundesweite Auftragsbearbeitung, Einsatzplanung, Hotline sowie der Serviceaußendienst zusammen. Mit der Einführung der digitalen Field-Service-Managementlösung von Coresystems wurden Prozesse flexibilisiert und mit positiven Effekten auf den gesamten Workflow verschlankt.

hafter Daten wurden zwei Mitarbeiter über Wochen in Beschlag genommen - und dennoch war der finale Nachweis nicht möglich, ob wirklich alle erbrachten Leistungen gegenüber dem Kunden auch abgerechnet wurden.

… sorgt für effizientere Abläufe „Um endlich eine saubere Dokumentation und ein transparentes Berichts- und Informationsmanagement in unseren operativen Prozessen zu verankern, empfahl es sich, ein digitales Field-Service-Management zu implementieren“, verdeutlicht Gittinger. Er fährt fort: „Damit lassen sich beispielsweise einfach eine SMS an den Kunden

Eine möglichst zeitsparende und anwenderfreundliche mobile Vernetzung zwischen Auftragsplanung und Serviceeinsatz war die Hauptanforderung, die Inicom im Jahr 2015 zur Suche nach einer neuen Lösung für das Field-Service-Management veranlasste. Bilder: Coresystems

senden, wenn der Techniker auf dem Weg ist, oder eine Zwischenaktualisierung bequem und verlässlich ausführen, falls ein Termin verlegt wird.“ Beim Anforderungsprofil lag der Fokus auf einfachen und zeitsparenden Prozessen sowie auf mobiler Konnektivität. Gesucht wurde also ein Tool, das nicht nur die Verwaltung und Koordinierung der Serviceaufträge vereinfacht, sondern auch die Prozesse im Außeneinsatz unterstützt. Dafür wurde eine Lösung benötigt, die sich direkt vor Ort mit mobilen Endgeräten nutzen lässt und die es beispielsweise erlaubt, Fotos vom Einsatzort ins System zu spielen und dort zu hinterlegen. Außerdem wünschten sich die Verantwortlichen eine Lösung, die auf einer Standardsoftware aufbaut. All diese Features sollten zudem Bestandteil einer einzigen Lösung sein und somit aus einer Hand stammen.

Endlich mehr Flexibilität Das übergeordnete Ziel war klar definiert: Die Lösung sollte den Kundendienst insgesamt beschleunigen - und das ist der Punkt, wo die digitale Lösung von Coresystems, die im Auswahlprozess das Rennen gemacht hat, zu punkten weiß. Diese ist seit Mitte 2016 bei Inicom im Einsatz. Die Software der Schweizer Experten setzt hier auf die ERPLösung Business One von SAP auf, die im Zuge der Systemumstellung ebenfalls neu eingeführt wurde. Die umfassenden Änderungen erforderten zudem einen Austausch der Hardware: Neben einem neuen TerminalServer, durch den das BackupKonzept von Grund auf erneuert wurde, erfolgte auch ein Systemwechsel bei den mobilen Endgeräten und zwar auf das Betriebssystem iOS. Wie positiv sich die Einführung des neuen Systems auswirkt, zeigt sich besonders dann, wenn man die Abläufe früher und heute miteinander vergleicht. Früher wandten sich Endkunden bei Bedarf über den Fach- und Großhandel an den Hersteller Geberit. Dieser leitete die einzelnen Aufträge via Fax mit den zugehörigen Adress- und Produktinformationen und der konkreten Störungsmeldung an Inicom weiter. Dort pflegten dann Mit-

Nur durch die Einführung der neuen Lösung und durch die damit einhergehenden Effizienzgewinne war es dem Serviceanbieter überhaupt möglich, zum Jahreswechsel auch noch den Werkskundendienst für die neue Produktgruppe Keramag von Geberit zu übernehmen.

arbeiter die Daten vom Faxausdruck wieder in das alte System ein, nahmen Kontakt zum Endkunden auf und veranlassten die Tourenplanung mithilfe von Excel-Dateien; ein überaus zeitaufwendiges und fehleranfälliges Verfahren. Mit dem neuen System hingegen laufen die Auftragsdaten per EMail bei Inicom ein und werden dort erfasst. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Endkunden legt ein Innendienstmitarbeiter einen offenen Auftrag an, wodurch einzelne Jobs im Tourenplanungstool abrufbar sind und nach Postleitzahl gefiltert werden können. Per Drag-and-Drop lassen sich ausgewählte Aufträge einzelnen Technikern zuweisen, mit dem Kunden abstimmen und freigeben. „Der Vorteil unseres Dispatcher-Systems liegt in der Flexibilität. Falls ein Kunde einen einzelnen Auftrag absagt, ist der Koordinator in der Lage, diesen unkompliziert zu löschen und die Tour entsprechend anzupassen, ohne die ganze Planung neu starten zu müssen“, erklärt Walter Kiesinger, General Manager bei Coresystems.

Schlanker Workflow Außerdem verbessert sich durch die Cloudanbindung auch der Datenzugriff für den Techniker auf der Tour. Dadurch wird er regelmäßig und in Echtzeit über Änderungen im Auftragsplan informiert. Ein weiterer Vorteil des Systems zeigt sich bei der Bilderverwaltung. Um nämlich das Eintreten eines Garantiefalls belegen zu können, ist eine saubere Fotodokumentation unverzichtbar. Mithilfe des neuen Systems lassen sich Fotos, die der Techniker bei seinem Einsatz vor Ort macht, direkt ohne weitere Schnittstelle in das System hochladen und dem Hersteller zuspielen. Integriert ist nun ferner ein

Knowledge-Management. Dies unterstützt den Techniker im Einsatz vor Ort mit fallbezogenen Lösungsansätzen. Somit lässt sich vorhandenes Wissen im Unternehmen effizient bündeln und für andere Anwender nutzbar machen.

Mit KnowledgeManagement „Seit Einführung des digitalen Field-S er vice -M anagements konnten unsere Teams sowohl im Innendienst als auch im Einsatz vor Ort beim Endkunden deutliche Zeiteinsparungen erzielen“, bestätigt Gittinger und er betont: „Die Übernahme des Werkskundendienstes für die neue Produktgruppe Keramag aus dem Hause Geberit zum Januar diesen Jahres wäre auf Basis des alten Systems nicht möglich gewesen.“ Die schnelleren und optimierten Prozessabläufe, die sich aus der Einführung der CoresystemsKomponenten - im Zusammenspiel mit SAP Business One ergaben, bilden die Basis für die Verdopplung der Anzahl der VorOrt-Einsätze bei den Kunden. „Künftig können wir die Prozesseffizienz sogar noch weiter steigern“, freut sich der Geschäftsführer von Inicom. Schon heute zeichnen sich nämlich durch die zunehmende Automatisierung beispielsweise in Form von Infobelegen nach Auftragsabwicklung entsprechende Trends ab. Darüber hinaus sieht Inicom großes Potenzial, seine Leistungen durch Crowd Service zu erweitern. „Crowd Service ist ein gänzlich neuer Lösungsansatz im Servicegeschäft“, erläutert Kiesinger. „Dabei greifen Hersteller auch auf Servicetechniker von Partnern und Subunternehmen zurück. Die Ergebnisse sind noch schnellere Services, maßgeschneiderte Leistungen und eine bessere Kundenbindung.“ www.coresystems.net www.inicom.de


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Der digitale Goldrausch der Neuzeit Betriebsdaten - immense Bedeutung für die Zuverlässigkeit und die Instandhaltung Das Sammeln von Betriebs- und Anlagedaten ist der digitale Goldrausch der Neuzeit. Von den Betreibern aus unterschiedlichsten Systemen zutage gefördert, geben die Daten wertvolle Einblicke in das Anlagenverhalten und ermöglichen einen optimalen Ablauf betrieblicher Prozesse. Gerade hinsichtlich Instandhaltung und Zuverlässigkeit der Anlagen ist das vielversprechend. Laut der ARC Advisory Group entstehen in der Prozessindustrie durch ungeplante Stillstandszeiten weltweit jährliche Verluste von 20 Mrd. US-Dollar. Ein Grund dafür: Über 80 Prozent der Leistungsverluste und Störungen bei mechanischen Anlagenteilen sind prozessbedingt, das heißt, die Anlage wird weit über reguläre Sicherheits- und Auslegungsgrenzwerte betrieben. Zu den Folgen zählen unter anderem Kavitation bei Pumpen, Flüssigkeitseintrag in Kompressoren, verschmutzte Rohstoffe und das Trockenlaufen von Pumpen. Mit herkömmlichen Instandhaltungsmethoden sind diese Betriebszustände nicht zu erkennen, da sie vor allem den normalen Verschleiß bzw. die normale Abnutzung als Hauptursache von Störungen betrachten. Diese Fokussierung hat zur Folge, dass die Mehrzahl an Instandhaltungsstrategien tatsächlich nur ca. 20 Prozent der Störungsursachen abdeckt und keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Einblick in die häufigsten Störungsszenarien bietet. Angesichts des Arbeits- und Zeitaufwands sowie des notwendigen Know-hows zur Umsetzung einer Reliability-Centered Maintenance (RCM) können realistisch gesehen lediglich 15 Prozent bis 20 Prozent aller mechanischen Anlagenteile einer Produktionsanlage in die Instandhaltungsmaßnahmen einbezogen werden. Mehr und mehr gehen Hersteller daher von herkömmlichen Zuverlässigkeits- und Instandhaltungsverfahren zu datenbezogenen Konzepten über. Dazu zählen zum Beispiel ganzheitliche Modellierung auf der Grundlage vorausschauender und beschreibender Analysen und Machine-LearningTechniken. Die Implementierung neuer Softwarelösungen erlaubt es Unternehmen, buchstäblich einen Gang höher zu schalten und nicht nur zu reagieren, sondern den Anlagenbetrieb proaktiv und vorausschauend zu planen. So lassen sich mithilfe verbindlicher Vorgaben Störungen vermeiden und deren Auswirkungen entschärfen sowie eine höhere Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg sicherstellen. Neue und kosteneffiziente Analysemethoden bieten einen besseren Zugang zu Daten aus unterschiedlichen Datenquellen, Modellierungsalgorithmen und eine anschauliche Visualisierung der Daten. Dadurch eröffnen sie Herstellern und Betreibern neue Möglichkeiten, um alle Prozesse im gesamten Betriebsablauf zu steuern und zu optimieren. Dies alles ist Bestandteil des Asset-Perfor-

mance-Management (APM). Unternehmen profitierten schon immer vom Einsatz von APM-Lösungen. Allerdings konzentrierte sich die Mehrzahl der Lösungen ausschließlich auf Instandhaltungsaspekte einer Störung. Auswirkungen auf das ganze Anlagenbetriebsverhalten infolge prozessbedingter Probleme wurden nur selten berücksichtigt. Damit fehlte Betreibern ein fundierter Überblick aus der Instandhaltungs-, Anlagen- und Prozessperspektive. Die nächste Generation von APM geht hier einen Schritt weiter: Die Lösungen ermöglichen es, anlagenübergreifend Informationen unterschiedlicher Systeme wie MES und EAM zu verknüpfen und damit sowohl Produktionsleistung als auch Anlagenleistung ganzheitlich zu visualisieren. Durch die Kombination aus Anlagenanalyse, Zuverlässigkeitsmodellierung und Machine-LearningFunktionen enthält APM 2.0 auch die erweiterten Analysefunktionen zur Vorhersage von Problemen und zur Vorgabe von Maßnahmen für die Bediener. Diese Vorhersagefähigkeit ist außerordentlich nützlich, um Störungen in der Anlage zu erkennen, die Bediener andernfalls unmöglich feststellen können. Ein Beispiel sind Destillationskolonnen: Hier kann es in einzelnen Fällen zu Beeinträchtigungen

wie Flooding (Überlaufen) oder Weeping (Leerlaufen) kommen. Beim Überlaufen steigen die Flüssigkeitsstände in der Kolonne zu stark an und beeinträchtigen den Wirkungsgrad der Trennung. Ähnlich problematisch kann ein Leerlaufen sein. Dabei sinkt der Dampfdruck in der Kolonne auf einen so niedrigen Stand, dass die Flüssigkeit die Kolonnenböden passiert und schließlich durch die Löcher in den Böden nach unten „tropft“.

Das kann die nächste Generation von APM APM-Lösungen bieten hier zusätzliche Einblicke in den Prozess, sodass die Kolonne optimal ausgeschöpft und möglicherweise näher am tatsächlichen Grenzwert für das Überlaufen betrieben werden kann. Für Olefinanlagen, die für den weltweiten Bedarf produzieren, kann das einen Unterschied von mehreren Millionen Dollar jährlich ausmachen. Ein wesentliches Kernelement der APM-Lösungen besteht in der Anwendung von Technologien des Machine Learning für Datenanalytik und Data Science (Extraktion von Wissen aus Daten). Maschinelles Lernen ist ein Teilgebiet der Informatik, das sich aus Untersuchungen zur Mustererkennung mithilfe von Algorithmen entwickelt hat. Diese Algorithmen

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Es reicht nicht aus Betriebs- und Anlagedaten zu sammeln - einen Mehrwert gewinnen Unternehmen, denen es gelingt, die Daten zu verknüpfen und so neue Einblicke und Zusammenhänge aufzudecken. APM 2.0 ermöglicht eine solche datengestützte Anlagenoptimierung. Bild: Aspentech

lernen aus Beispielen und können so selbstständig datenbasierte Vorhersagen treffen - eine Grundvoraussetzung für vorausschauende Prognosen. Beim maschinellen Lernen geschieht jedoch nichts von allein. Die Technologie ist komplex und erfordert einen enormen Aufwand zur Entwicklung wirklich funktionierender und skalierbarer Lösungen, die ohne eine Unzahl von Datenexperten auskommen. Außerdem geht es bei der Produktion nicht nur um Zahlen. Der zweckmäßige Einsatz von Produktionsanlagen erfordert fachspezifische Kenntnisse der chemischen Prozesse, der mechanischen Anlagen und der Instandhaltungsmethoden. Bei Industrieprozessen muss die Maschinenlernfunktion komplexe problematische Daten von Sensoren und Instandhaltungsereignissen interpretieren und verwalten. Erst wenn Muster des Prozessablaufs erfasst und mit Störungsinformationen zusammengeführt werden, lassen sich Betriebsbedingungen und Verhaltensmuster ermitteln, die sich nachteilig auf die Anlage auswirken. APM

ist der Wachstumstreiber in der Anlagenoptimierung. Bei konsequenter Anwendung während des gesamten Anlagenlebenszyklus bietet APM eine konstante und langfristige Optimierung von Anlagen-Assets. Diese fortlaufende, übergeordnete Instanz ist umso wichtiger, als in den meisten Fällen die Anlagen zunehmend länger in Betrieb sind als die Mitarbeiter, die in den Anlagen tätig sind. Industrie 4.0 und IoT treiben die Entwicklung zur datengetriebenen Anlage zudem voran. Dabei reicht es längst nicht mehr aus Betriebs- und Anlagedaten nur zu sammeln. Echten Mehrwert gewinnen Unternehmen, denen es gelingt, die Daten zu verknüpfen und so neue Einblicke und Zusammenhänge aufzudecken - so auch für die vorausschauende Instandhaltung. APM 2.0 ermöglicht eine solche datengestützte Anlagenoptimierung, verbessert die Leistungsfähigkeit und erlaubt Betreibern fundierte Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Norbert Meierhöfer, Business Consulting Director, Aspentech www.aspentech.com

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FERTIGUNGSTECHNIK

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Prozesssicherheit dank Rückverfolgbarkeit Was die neuen Flüssigkeitsfilter von Donaldson und deren Produktion besonders macht Stefan Löbbert, Business Development Manager Process Filtration, erklärt im Interview die Details der Lifetec-Flüssigkeitsfilter und deren Produktion in der neuen Reinraumproduktionsanlage im Donaldson Werk Haan im Rheinland. Herr Löbbert, seit einem Jahr werden die neuen LifetecFlüssigkeitsfilter im Werk Haan in einem Reinraum auf Industrie4.0-Niveau produziert. Sind Sie zufrieden? Die Zielvorgaben wurden mehr als erfüllt. Der Markt reagiert weltweit überaus positiv auf die Lifetec-Filter und die ReinraumProduktionslinie läuft seit Beginn reibungslos. Für uns ist diese nach den Prinzipien des LEANManufacturing ausgerichtete Fertigung, die auch kleine kundenspezifische Losgrößen zulässt, der Einstieg in Industrie 4.0. Bevor wir auf die Besonderheiten der Reinraumproduktion eingehen, erläutern Sie bitte die Vorteile, welche die neuen Lifetec-Flüssigkeitsfilter bieten? Vorausgegangen war eine genaue Analyse des Marktes, bei der die Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt standen. Das Ergebnis dieser Untersuchung und Entwicklung ist die hohe Stabilität der neuen Tiefen- und Membranfilterelemente. Sie unterscheiden sich von den bisher bekannten Filterkonstruktionen durch einen deutlich stabileren PP-Filterelementemantel, dessen Rautenstruktur nicht nur die Statik optimiert, sondern auch die Strömungsverhältnisse verbessert. Die neue Konstruktion bietet gegenüber den Polymergitterrohren mit rechteckigen Öffnungen eine bessere Druckstoßstabilität und eine höhere Verwindungssteifigkeit. Warum ist dies so wichtig? Hochleistungsflüssigkeitsfilter mit Längen bis zu 40 Zoll müssen auch unter rauen Bedingungen, z.B. bei hydraulischem Schock, stabil bleiben und es dürfen keine Haarrisse am Mantel und den mit ihm thermisch verschweißten Anschlusselementen auftreten. Die aus der Bionik abgeleitete neue Struktur des Stützmantels bewirkt eine erheblich verbesserte Druckfestigkeit und Biegesteifigkeit. Die hohe Torsionssteifigkeit reduziert die Gefahr der Schädigung der Filtermedien während des

Stefan Löbbert, Business Development Manager Process Filtration bei Donaldson, betont: „Die Nahrungsmittel- und Getränkehersteller müssen zunehmend eine schnellere und flexible Anpassung der Produktionszyklen sowie ein verbessertes Sicherheitsniveau im Prozess erreichen. Hinzu kommt der Druck von der Kostenseite. Für unsere Kunden ist es daher von Vorteil, wenn sie weniger Filterelemente vorhalten zu müssen. Wir sind in der Lage, innerhalb von 48 Stunden die benötigten Lifetec-Elemente auch in kleinsten Stückzahlen zu liefern.“

Ein- und Ausbaus des Elements. Mit der neuen Filterkonstruktion ist es uns gelungen, die Prozessfiltration in diesem kritischen Punkt sicherer zu machen. Welche Baugrößen und Anschlussvarianten bietet die Lifetec-Produktreihe? Vier verschiedene Größen - 10, 20, 30 und 40 Zoll - mit einsatzspezifischen plissierten Tiefen- und Membranfiltermedien für die Vor-, Fein- und Entkeimungsfiltration stehen zur Verfügung. Die Elemente können mit sieben verschiedenen Anschlussvarianten ausgerüstet werden, sodass sie in allen gängigen Gehäusekonstruktionen einsetzbar sind. Die neue Flüssigkeitsfilter-Baureihe ist für den indirekten und direkten Lebensmittelkontakt gemäß Verordnung EC 1935/2004 und FDA - Code of Federal Regulations Title 21 geeignet. Welchen Fortschritt konnten Sie bei den Medien für die Lifetec Flüssigkeitsfilter erreichen? Eine der größten Herausfor-

Produziert werden die Lifetec-Filter im Reinraum bei Donaldson im Werk in Haan im Rheinland.

derungen bei der Entwicklung der plissierten Filtermedien für das weite Anwendungsspektrum mit Rückhalteraten von 0,2 bis 100 μm war die Erhöhung der Schmutzaufnahmekapazität bei geringstem Druckverlust und die mechanische und thermische Stabilität für eine maximale Zahl von Reinigungs- und Sterilisationszyklen. Durch Strömungssimulationen ist es gelungen, die anströmbare Oberfläche hinsichtlich Plissiertiefe und Faltenanzahl so zu optimieren, dass der Durchflusswiderstand minimiert und ein maximaler Volumenstrom erreicht wird. Die leistungsorientierte Konstruktion der Plissierkonfiguration konnte auch wie bereits in der Industriefiltration bei der neuen Ultrapleat-Technologie maßgeblich zur Leistungssteigerung der Filter beitragen. Bitte erläutern Sie uns die Besonderheiten der Reinraumproduktion. Die Filterherstellung erfolgt in einem Reinraum der Klasse 7 nach ISO 14644-1. Entsprechend dieser Klasse dürfen sich in einem Kubik-

Die neuen Lifetec-Tiefen- und Membranfilterelemente für die Vor-, Fein- und Entkeimungsfiltration sind in allen gängigen Gehäusekonstruktionen einsetzbar. Bilder: Donaldson

meter Luft maximal 352.000 Partikel ≥5 μm befinden. Diese Luftqualität wird durch 54 Gebläseeinheiten mit HEPAFiltern erreicht, durch die vorgereinigte und konditionierte Luft eingebracht wird. Alle 45 Sekunden wird hierdurch die Raumluft komplett ausgetauscht. Im Reinraum und den Schleusensystemen für Personal und Material herrscht ein kaskadierter Überdruck, sodass zu keinem Zeitpunkt Umgebungsluft eindringen kann. Zur Versorgung gehört außerdem eine Reinstwasseranlage, die übrigens mit unseren Lifetec-Filtern ausgestattet ist. Dieses Wasser wird zur Reinigung, Benetzung und zum Testen von Membranfiltern genutzt. Welche Bedingungen müssen die zugelieferten Materialien erfüllen? Alle von außen zugeführten Materialien und Komponenten müssen ebenfalls unter Reinraumbe-

dingungen hergestellt und in Folie verpackt sowie mit einer zweiten Folie umhüllt werden. Das Entpacken und Einbringen durch die Materialschleuse erfolgt in umgekehrter Reihenfolge nach streng definierten Abläufen. Wie erfolgt die Dokumentation der Prozessschritte? Die gesamte Fertigung wird papierlos durch unser Manufacturing Execution System (MES) gesteuert. Dabei erfolgt der Anstoß für Fertigungsaufträge über ein e-Kanban-System, welches drahtlos über e-Ink-Label mit den Anwendern kommuniziert. Sämtliche Daten über Materialbewegungen, Fertigungsschritte und fertigungsbegleitende Tests unterliegen der Traceability im MES und werden auf unseren Servern sicher gespeichert. Tipp: Auf der drinktec (11. bis 15. September in München) zeigt Donaldson die neuen Filter. www.donaldson.com

Die Zukunft liegt in der Vergangenheit Wie man mit Reverse Engineering alten Bauteilen neues Leben einhaucht Nicht nur Liebhaber nostalgischer Automobile kennen die Problematik, sondern auch die Betreiber so mancher alten Maschine oder Anlage wissen, wie schwierig es ist, bestimmte Ersatzteile zu bekommen. Neue technische Möglichkeiten und Errungenschaften wie das 3D Reverse Engineering zur Flächenrückführung oder Nachkonstruktion von Einzelteilen lösen dieses Problem. Zur Nachfertigung von Bauteilen jeglicher Art benötigen Konstrukteure in aller Regel Zeichnungen oder 3-D-Modelle der betreffenden Komponenten. Doch diese liegen bei vielen älteren Maschinen oder Anlagen oftmals nicht mehr vor - und dann wird es schwierig. Norrenbrock Technik entwickelte genau für diesen Anwendungsfall ein Verfahren, das in mehreren Stufen präzise Datensätze für die Produktion bereitstellt. „Wir extrahieren alle konstruktionsrelevanten Merkmale aus einem vorliegenden Originalbauteil mit unserem 3-D-Scanner und positionieren diese in einem Koordinatensystem“, erklärt der Robert Norrenbrock, der Geschäftsführer, und fährt fort: „Dabei kann der Vorgang sowohl optisch als auch taktil vorgenommen werden.“ Ein großer Vorteil dieses Systems ist es, dass eben nicht alle Bauteile digital erfasst werden müssen. Unregelmäßige Geometrien bereiten die Experten mit dem 3-DScanverfahren digital auf. Eine anschließende Flächenrückführung erzeugt auf diese Art und Weise zeit- und kostensparend präzise

Geschäftsführer Robert Norrenbrock erläutert das Potenzial: „Im Gegensatz zur funktionellen Nachempfindung bildet das Reverse Engineering das vorliegende Objekt mithilfe eines 3-DScans exakt ab. Dabei beschränkt sich der Vorgang nicht auf Einzelteile, sondern findet auch bei der Nachbildung größerer Segmente Anwendung.“ Bild: Norrenbrock Technik

CAD-Datensätze. Diese können dann zur Fertigung der Prototypen verwendet werden. Um den Fertigungsprozess abzuschließen und auch um ein hohes Maß an Qualität sicherzustellen, fertigen die Experten einen Erstmusterprüfbericht, der die Toleranzen zwischen Originalteil und Nachbau definiert. Mit der Erstellung der notwendigen CAD-Datensätze legt Norrenbrock Technik den Grundstein, um aus dem Urmodell ein neues Bauteil zu entwickeln. Alle hierfür wichtigen Schritte von der

Projektplanung bis zur Konstruktion der benötigten Bauteile wickelt das Unternehmen selbst ab. „In der Projektarbeit ist es elementar, stets einen Überblick über alle relevanten Arbeitsschritte zu behalten. Daher führen wir alle wichtigen Vorgänge intern durch“, gibt der Geschäftsführer an und fährt fort: „Letztlich absolvieren wir für den Kunden eine digitale Zeitreise zur Nachkonstruktion und erhalten ältere Fahrzeuge, Techniken oder Maschinen bzw. verlängern deren Lebensdauer.“ www.norrenbrock-technik.de


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Sonderteil Condition Monitoring

ISSN

1864-4554

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August 2017 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Odin gibt in den regelmäßig erstellten Health-Index-Berichten durch Machine Learning Hinweise und hilft, konkrete Handlungsempfehlungen für die Wartung zu erstellen. Bilder: Bosch Rexroth

Health-Index für ein Walzwerk Für seine neue Anlage im Walzwerk setzt das Gummiwerk Kraiburg auf ODiN, das Online Diagnostics Network von Rexroth für Predictive Maintenance. Der Kerngedanke dabei ist, Wartungsarbeiten durch das intelligente Zusammenspiel von Sensorik, Cloud-basierten Anwendungen und Machine-Learning-Methoden auszuführen, bevor ein Stillstand eintritt. Walzwerke, wie sie beispielsweise bei den Gummiwerken Kraiburg eingesetzt werden, laufen fast durchgängig im Dreischichtbetrieb. Dementsprechend spielt die Maschinenverfügbarkeit hier eine sehr wichtige Rolle. Ausfälle bei einer einzigen Maschine verzögern nämlich den gesamten Produktionsprozess und verursachen so am Ende extrem hohe Kosten. Um das zu verhindern, werden Maschinen üblicherweise nach einer bestimmten Anzahl an Betriebsstunden gewartet - eine aufwendige Methode mit einigem Optimierungspotenzial. Was technisch möglich ist, wollten die Verantwortlichen in einem neu errichteten Walzwerk herausfinden und setzten deshalb bei der Wartung auf ein System von Bosch Rexroth. Für die neue Anlage wurde deshalb hier das Dienstleistungspaket ODiN integriert,

um eine vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) zu ermöglichen. Bei den Gummiwerken bewegen hydraulische Hägglunds Radialkolbenmotoren von Rexroth die Walzwerke, die die Gummimischungen homogenisieren und auswalzen. Bei Kraiburg erfassen nun in diesen Anlagen mehrere Sensoren Daten zum Ölbehälter, den Pumpen, Motoren und dem elektrischen Antrieb. Gemessen werden unter anderem Temperaturen, Ölstände, Volumenströme und Drücke. Die so gesammelten Daten werden dann an einen Bosch Rexroth Server geschickt. Dort werden sie von einer selbstlernenden Software mittels komplexer Algorithmen analysiert, wobei hier das tiefe Fachwissen der Spezialisten, gewonnen aus Tausenden von Anwendungen, in die Software bereits eingeflossen ist.

Dennoch: Damit aussagekräftige Vorhersagen möglich werden, sammelte das System nach der Installation des neuen Walzwerks erst einmal in einer mehrmonatigen Trainingsphase Daten zu allen überwachten Komponenten. Auf Grundlage dieser Signale ermittelt ein MachineLearning-Algorithmus einen „normalen Gesundheitszustand“ für das Walzwerk. Nach der Einlernphase berechnet ODiN auf der Grundlage eines datenbasierten Modells dann kontinuierlich einen HealthIndex des Walzwerks - ein Wert, der sehr aussagekräftig ist: Bricht nämlich nur ein einzelner Messwert kurzzeitig aus dem Toleranzband aus, führt das nicht unbedingt zu einer eventuell unbegründeten Warnung, da Verschleiß nur selten mit einem einzigen Signal erfasst werden kann. Weiter auf Seite 19

INFO: VDW – Generalkommissariat EMO Hannover 2017 · Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V. Corneliusstraße 4 · 60325 Frankfurt am Main · GERMANY · Tel.: +49 69 756081-0 · Fax: +49 69 756081-74 · emo@vdw.de · www.emo-hannover.de

Allweiler bietet individuell zugeschnittene Pumpenantriebslösungen mit integrierter Zustandsüberwachung. Die Details lesen Sie im unten stehenden Beitrag. Bild: Allweiler

Pumpenantriebslösungen mit CM Heute noch werden in zahlreichen Anlagen die Pumpen außerhalb des optimalen Betriebsbereiches betrieben - mit den entsprechenden Nachteilen. Denn dies reduziert die Lebensdauer der Pumpen und führt zu hohen Energiekosten für den Betreiber. Besonders Anlagen mit sich ändernden Betriebsbedingungen benötigen, um dies zu umgehen, eine Pumpenregelung, welche auf die Bedarfe der Verbraucher zugeschnitten ist. Hier setzt Allweiler an - und zwar im ersten Schritt mit einer gründlichen Systembetrachtung vor Ort. Als Ergebnis liefert der Pumpenhersteller ein auf den Bedarf zugeschnittenes Antriebspaket. Dies besteht beispielsweise aus einem hocheffizienten Synchronreluktanzmotor (IE4) mit zugehöriger druckabhängiger Drehzahlregelung. Die mit der Pumpendrehzahl verbundene Leistungsaufnahme richtet sich dann exakt nach den tatsächlich benötigten Förderdaten. Ein Überlastbetrieb wird bei möglichen Schwankungen vermieden und es verbessert sich der Gesamtwirkungsgrad. Kombinieren lässt sich dies mit der kontinuierlichen und vollautomatischen Überwachung von Druck, Temperatur, Leckage und Vibration durch das Condition Monitoring System IN-1000. Die so erzielten Wartungs- und Energiekosteneinsparungen amortisieren die Systeme in kürzester Zeit und steigern das Betriebsergebnis des Kunden meist in einem Jahr, betonen die Verantwortlichen von Allweiler. www.allweiler.de


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Wasserchemisches Monitoring im Kraftwerk Über die Rolle der Mess- und Überwachungstechnik für einen störungsfreien Betrieb Korrosion oder Beläge gefährden den Betrieb von Industriekraftwerken. Erhebliche wirtschaftliche Einbußen können die Folge sein. Auslöser sind häufig unsachgemäße chemische Verhältnisse in den wasserführenden Systemen der Anlage. Das analytische Monitoring bildet die Basis für eine Optimierung der Systeme und Fahrweisen. So wird das Risiko für Ausfälle minimiert. Die einwandfreie Wasser- und Dampfqualität ist eine entscheidende Voraussetzung für den störungsfreien und wirtschaftlichen Langzeitbetrieb von Industriekraftwerken. Korrosionsbedingte Schäden oder Beläge entstehen insbesondere bei Auftreten von Verunreinigungen im Wasser/Dampf-Kreislauf, so zum Beispiel bei unzureichender Dampfreinheit. Stimmt die Wasserchemie nicht, kann die bestimmungsgemäße Funktion der wasserführenden Systeme stark beeinträchtigt werden oder sogar ganz verloren gehen. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den Wirkungsgrad, die Verfügbarkeit und Sicherheit des Kraftwerks. Darüber hinaus können massive Schäden entstehen, beispielsweise Materialabtrag durch Säurekorrosion oder Lochfraß, der sich durch zu hohe Konzentrationen an gelöstem Sauerstoff bildet. Fällt nur eine Anlagenkomponente aus, muss mit dem Stillstand der gesamten Produktion gerechnet werden. Dies ist für den Anlagenbetreiber ein unkalkulierbares Risiko, da die entstandenen Schäden hohe Kosten für aufwendige Instandsetzungen nach sich ziehen können.

Komplexe wasserführende Systeme … Die wasserchemischen Verhältnisse von relevanten Betriebswässern müssen frühzeitig in den Fokus gestellt werden. Das ist die einzige Möglichkeit, Korrosion oder Belagsbildung wirksam und nachhaltig von Anfang an und im laufenden Betrieb zu vermeiden. Einfach ist das nicht, denn im Kraftwerk finden sich die

systeme wie geschlossene Nahund Fernwärmesysteme oder Produktionsanlagen versorgt werden. Für den Betrieb der Dampfturbine sind oft auch offene Kühlwasser- sowie geschlossene Kaltwassersysteme als weitere Periphersysteme notwendig.

Wechselwirkungen beachten

Das wasser- und korrosionschemische Monitoring hat zum Ziel, die Funktion der wasserführenden Systeme in Kraftwerken aufrechtzuerhalten bzw. wiederzuerlangen. „TÜV Süd Industrie Service unterstützt Anlagenbetreiber dabei, ihre Kraftwerkschemie zu optimieren. Grundlage hierfür bilden in erster Linie die Ergebnisse von Onlinemessungen. Hinzu kommt die Konformität mit den einschlägigen Richtlinien und Grenzwerten“, erklärt Dr. Thomas Vogt vom TÜV Süd Industrie Service.

unterschiedlichsten wasserführenden Systeme. Und sie sind komplex aufgebaut. Die zentrale Einheit stellt der Wasser-/Dampf-Kreislauf dar. Er besteht aus dem Kesselspeisewasserbehälter, einem oder mehreren Dampferzeugern, den Schnittstellen zu den Dampfverbrauchern, dem Kondensatsystem und der Aufbereitungsanlage für Zusatzwasser.

… bieten zahlreiche Angriffsflächen An den Schnittstellen zu den Dampfverbrauchern wird meist nur der Wärmeinhalt des Dampfes genutzt, weshalb hier entsprechende Kondensate anfallen, so im Bereich der Dampfturbine sowie an Wärmetauschern, über die Peripher-

In allen genannten wasserführenden Systemen strömt Wasser bzw. Dampf in meist metallischer Ummantelung. Bei dieser Kombination besteht immer die Gefahr von Korrosion als einem der Hauptstörfaktoren in den wasserführenden Systemen. Eine falsche Kraftwerkschemie und/oder eine für den Anlagenbetrieb nicht richtig angepasste kraftwerkschemische Überwachung können die Ursache sein. Die Folgen sind weitreichend: Die bestimmungsgemäße Funktion wird beeinträchtigt oder geht vollständig verloren. Ungeplante Stillstandszeiten und hohe Investitionen für Reparaturen und Instandhaltungen sind dann unausweichlich. Die dauerhafte Vermeidung dieser Probleme beginnt bereits bei der Anlagenplanung und setzt sich im Betrieb ständig weiter fort. Zudem ist ein grundlegendes Verständnis erforderlich für die zahlreichen Wechselwirkungen zwischen den im Kraftwerksbereich vorkommenden Wasserqualitäten, den wasserchemischen Fahrweisen, den eingesetzten Werkstoffen und den verfahrenstechnischen Verschaltungen einzelner Systeme.

Einflussgrößen und deren Beurteilung

Nach Inbetriebnahme des Abfallheizkraftwerks in Augsburg im Jahr 1994 konnte kürzlich die viermillionste Tonne Müll verbrannt werden. Der Abfall brennt selbstständig, d.h. ohne Zusatz von fossilen Brennstoffen bei einem durchschnittlichen Heizwert von 10.000 kJ/kg. Die dabei gewonnene Energie wird thermisch genutzt dank Kraft-Wärme-Koppelung. So werden pro Jahr über 100.000.000 kWh Strom und rund 200.000.000 kWh Fernwärme produziert.

Wichtige Einflussgrößen sind die verwendeten Werkstoffe, die Betriebsbedingungen und die wasserchemischen Verhältnisse im Wasser-/Dampf-Kreislauf sowie in offenen (Kühlwassersystem) und geschlossenen (Nahwärme-, Fernwärme-, Kaltwassersystem) Periphersystemen. Stimmt die Wasserchemie nicht, können Korrosionserscheinungen auftreten und sich wasserseitig Beläge ausbilden. Aber wo liegen die Ursachen? Im Wasser-/Dampf-Kreislauf entwickeln sie sich durch unzureichende Aufbereitung des Zusatzwassers, durch unangemessene oder falsche chemische Konditionierung sowie durch den Eintrag von Verunreinigungen in Rücklaufkondensate.

Die drei Hausmüllofenlinien des Abfallheizkraftwerks Augsburg sind ganzjährig voll ausgelastet. Ausfälle können sich die Betreiber nicht leisten und sorgen dementsprechend mithilfe der Spezialisten von TÜV Süd Industrie Service vor. Bilder: TÜV Süd Industrie Service

Diese Einflussgrößen spielen vom Prinzip her auch in den Periphersystemen eine Rolle. Die Beurteilung der Einflussgrößen ist die Domäne der analytischen Überwachung. Auf Basis der Messergebnisse können Verfahrensweisen, Dosierraten und auch Chemikalien zur Konditionierung der Betriebswässer angepasst und optimiert werden. Ein weiterer Nutzen: Der Kraftwerksbetreiber kann sich darauf verlassen, dass die Wasserchemie stimmt.

Wasserchemisches Monitoring Das erleichtert erheblich die Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Instandhaltung der wasserführenden Systeme. Die für die Beurteilung benötigten Daten werden mithilfe von nasschemischen sowie in erster Linie physikalischen Verfahren ermittelt. Die Messungen werden diskontinuierlich, oft aber auch kontinuierlich-registrierend über einen längeren Zeitraum durchgeführt. Dies verbessert die Bewertungsgrundlage der Messergebnisse der wasser- und korrosionschemischen Überwachung. Folgende Parameter werden bestimmt: spezifische Leitfähigkeit, Säureleitfähigkeit, gegebenenfalls die Säureleitfähigkeit hinter zusätzlicher Entgasung, die Konzentration des gelösten Sauerstoffs, der Natriumgehalt sowie der pH-Wert. Dies ist erforderlich, da alle genannten Einflussparameter das Korrosionsverhalten der Systeme nachteilig beeinflussen können. Sie sind daher zu Recht in einschlägigen Richtlinien genannt und mit Grenzwerten belegt. Ergänzt wird die analytische Überwachung durch photometrische Bestimmungen (z.B. Eisen, Kupfer, Kieselsäure). Voraussetzung für zuverlässige Messwerte ist die richtige Po-

sitionierung der Probeentnahmestellen und die jeweilige Ausführung der Probenahmeleitung - von der Entnahmestelle bis zur Probenahmeeinrichtung. Wichtig ist auch die geeignete Probenaufbereitung hinsichtlich Druck, Temperatur und Durchfluss. Eine verlässliche Aufnahme der Messwerte und deren Verarbeitung durch das zugehörige physikalische Verfahren gehören ebenso dazu. Gegebenenfalls ist die Veränderlichkeit von Parametern nach der Beprobung zu beachten, da dies einen Einfluss auf das Messergebnis haben kann. Das wasser- und korrosionschemische Monitoring hat zum Ziel, die Funktion der wasserführenden Systeme in Kraftwerken aufrechtzuerhalten bzw. wiederzuerlangen.

Systeme optimiert Risiko minimiert TÜV Süd Industrie Service unterstützt die Anlagenbetreiber dabei, ihre Kraftwerkschemie zu optimieren. Grundlage hierfür bilden in erster Linie die Ergebnisse von Onlinemessungen. Hinzu kommt die Konformität mit den einschlägigen Richtlinien und Grenzwerten. Die Labore sind nach DIN EN ISO/IEC 17025 und als Inspektionsstelle Typ A nach DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditiert. Zum Leistungsportfolio gehört auch die Durchführung komplexer Analysen von wasserchemischen Problemen sowie Schadensereignissen auf der Grundlage maßgeblicher Kriterien für einen störungsfreien Betrieb wie Einflüsse des Mediums, Werkstoffverhalten und Betriebseinflüsse. Kraftwerksbetreiber werden damit in die Lage versetzt, ihre Anlage so zu fahren, dass alle Voraussetzungen für den störungsfreien Langzeitbetrieb erfüllt werden. Dr. Thomas Vogt, TÜV SÜD Industrie Service www.tuev-sued.de/is


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Nachschliff genau zum richtigen Zeitpunkt Mit einem Werkzeug- und Prozessüberwachungssystem die Wälzfräsprozesse im Blick Wälzfräser werden beispielsweise in der Fertigung von Zahnrädern für Kfz-Getriebe eingesetzt. Allerdings müssen diese Fräser regelmäßige nachgeschliffen werden. Nur so ist eine exakte Bearbeitung sichergestellt. Doch wann muss nachgeschliffen werden? Antwort auf diese Frage liefert das Werkzeug- und Prozessüberwachungssystem CTM von Artis. Dieses verfügt nämlich über die Funktion „Gear hobbing“, mit der der tatsächliche Verschleiß gemessen wird. Auf diese Weise lässt sich laut Systemanbieter der bestmögliche Zeitpunkt für den Austausch des Werkzeugs bestimmen und die Lebensdauer des Fräsers optimieren. Ein erhebliches Produktivitätspotenzial beim Fräsen von Verzahnungen besteht in der optimalen Werkzeugausnutzung. Ein zu früher Austausch des Wälzfräsers vergeudet noch nutzbare Standzeit. Wird jedoch die Verschleißmarke zu breit, ist beim Wiederaufbereiten überproportional viel Abschliff erforderlich, was die Zahl der möglichen Nachschliffe reduziert. Deshalb ist es wichtig, den tatsächlichen Verschleiß im Blick zu haben, denn so ist es möglich, den richtigen Zeitpunkt für den Austausch zu bestimmen. Ohne eine Verschleißüberwachung wird einfach ein rechnerisch ermittelter erreichter Weg des Fräsers als Zeitpunkt für den Austausch gesetzt. Dieser Wert ist allerdings kein sicherer Indikator für den aktuellen Fräserzustand. Ein Prozessüberwachungssysstem wie das CTM von Artis, das den

Fortsetzung von Seite 17 Verschlechtert sich aber der Health-Index, weil sich die Daten mehrerer Sensoren verändern, warnt das System vor einem Problem - und zwar selbst dann, wenn die einzelnen Veränderungen innerhalb der definierten Grenzen liegen. Während ein Fehler bei konventioneller Wartung lediglich mit einer Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent aufgedeckt wird, erkennt ODiN durch die Kombination verschiedener Sensordaten Fehler mit einer Vorhersagegenauigkeit von mehr als 95 Prozent, betonen die Experten von Bosch Rexroth abschließend. www.boschrexroth.com

tatsächlichen Verschleiß erfasst, ermöglicht nicht nur eine effiziente Werkzeugnutzung, sondern erkennt auch eventuelle Brüche und Beschichtungsfehler. Das genannte System schützt zudem bei einem Spanklemmer durch einen sofortigen Maschinenstopp die Werkzeuge vor größeren Schäden. Die Artis-Prozessüberwachung gewinnt aus dem gemessenen Drehmoment der Frässpindel Informationen über den Zustand des Werkzeugs. Die Prozessdaten werden digital entweder über die Leistungsdaten der Spindel oder durch zusätzliche Sensoren erfasst, ausgewertet und an der Maschinensteuerung visualisiert. Gerade bei kleineren Losgrößen, die nicht die komplette Werkzeugstandzeit ausnutzen, werden allerdings regelmäßig Werkzeuge eingewechselt, die bereits nachgeschliffen sind. Diese erzeugen durch den geringeren Durchmesser andere Drehmomentwerte als neue Werkzeuge. Das Prozessüberwachungssystem kann aber auch diesen veränderten Durchmesser kompensieren, sodass auch diese Werte mit den hinterlegten des neuen Werkzeugs abgeglichen werden können. Auch die Signalgüte erlaubt Rückschlüsse auf die Bearbeitung. Je weniger Schwankungen der Ver-

lauf der Kurve aufweist, desto reibungsloser funktioniert der Prozess. Starke Ausschläge deuten hingegen schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf Schwierigkeiten, etwa ein nicht ordnungsgemäß ausgerichtetes Gegenlager, Rundlauffehler des Fräsers oder des Werkstücks oder auf Probleme mit einzelnen Schneiden des Fräsers hin. Die Prozessdaten, die das System liefert, lassen sich zudem nutzen, um Änderungen an

Das Prozessüberwachungssystem CTM visualisiert den Zustand des Werkzeugs und ermöglicht so die optimale Nutzung über die gesamte Lebensdauer. Immerhin müssen die Werkzeuge auch nach 12- bis 15-maliger Aufbereitung noch die vorgegebene Leistung erreichen. Bild: Marposs

der Werkzeuggeometrie vorzunehmen, um die Standzeiten zu verlängern. Die Einsparungen, die sich daraus ergeben, können sich

laut Systemanbieter innerhalb weniger Monate zu fünfstelligen Summen addieren. www.marposs.de

Bohrungsvermessung: In drei Schritten zum genauen Ergebnis Der Progeochip des Messtechnikherstellers Status Pro eignet sich für die Vermessung von Bohrungen, Lochkreis, Kanten sowie Innen- und Außendurchmessern. Der Photogrammetrie-Adapter haftet hierfür magnetisch auf der Oberfläche. Der herausragende Stift legt sich dabei an die Kante an. Die Software kümmert sich dann um die Auswertung. Der Adapter eignet sich für Durchmesser ab 30 Millimeter und erreicht laut Hersteller eine Genauigkeit von 20 µm. Besonders leicht wird die Bohrungsvermessung dadurch, dass die Chips nicht gleichmäßig am Kreis verteilt oder speziell aus-

Bild: Status Pro

gerichtet werden müssen. Die Messung erfolgt in nur drei Schritten: Zuerst wird die Bohrung mit den Progeochips vermerkt. Daraufhin berechnet die Software jeden Punkt und reduziert den Chip auf den

Kantenstift. Somit sind die Koordinaten fertig und die Daten berechnet. Bei einer Bohrung kommen drei Chips zum Einsatz, mit denen sich gleichzeitig Durchmesser, Bohrungsmittelpunkt und Stirnfläche ermitteln lassen. Durch eine codierte Punktmatrix entsteht ein eindeutiger Bezug zum Stift. Somit sind die Stiftpositionen am Kreis bekannt, der Mittelpunkt sowie der Durchmesser lassen sich hochgenau bestimmen. Die Verwendung von insgesamt vier Chips erhöht und sichert zusätzlich die Messgenauigkeit. www.statuspro.de

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Lufthansa macht hier eine klare Ansage Optimierte Wartungsprozesse von Hilfsturbinen mit Vocollect Voice An den April 2014 erinnert sich Ole Gosau genau. Damals erfuhr der Leiter der APU-Services der Lufthansa Technik AG in Hamburg zum ersten Mal von den Einsatzmöglichkeiten von Vocollect Voice bei der Wartung und Reparatur. Der Experte erkannte das Potenzial der Lösung. „Mit der Sprachtechnologie befreien wir unsere Mechaniker von der aufwendigen und lästigen Dokumentation in Schriftform, die bisher rund 50 Prozent der Arbeitszeit in Anspruch nimmt“, betont er. Die Zeitersparnis ist das eine, doch die Honeywell Vocollect Voice Maintenance & Inspection Lösung bietet noch weitere Vorteile. So werden mit den schrittweise vorgegebenen Arbeitsabläufen die Compliancevorgaben genauestens eingehalten und dokumentiert. Weitere Pluspunkte betreffen die Datenqualität und Produktivität

sowie die deutlich verbesserte Ergonomie, denn durch diese Sprachlösung haben die Mitarbeiter natürlich die Hände und Augen frei, d.h. sie können sich voll und ganz auf die eigentliche Arbeit am Motor konzentrieren. Die Einführung der Sprachlösung erfolgte schrittweise: Zunächst einmal wird die Lösung für die Wartung von Hilfsturbinen eingesetzt.

„Servicequalität, Sicherheit, Produktivität, Arbeitsbedingungen und Mitarbeiterzufriedenheit sind durch Vocollect Voice deutlich gestiegen“, bestätigt Ole Gosau, der Leiter der APU-Services der Lufthansa Technik AG, und ergänzt: „Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird sich unser Auftragseingang verdoppeln. Die Sprachtechnologie ist dabei ein wichtiger Schlüssel, um dieses Wachstum zu bewältigen.“ Bilder: Honeywell

Die „Auxiliary Power Units“ (APU) sind im Heck der Flugzeuge untergebracht. Sie liefern von dort elektrische Energie und Druckluft zum autarken Betrieb des Flugzeugs am Boden, ohne dass die Haupttriebwerke dafür laufen müssen. Um diese zu starten, wird die APU ebenfalls benötigt. Im Rahmen der Wartung von Hilfsturbinen müssen bei der Erstbefundung zunächst der äußere Zustand von Transportbehälter und Maschine und dann - im Zuge der kompletten Demontage - jedes einzelne Teil des Aggregats mitsamt Teilenummer begutachtet und schriftlich festgehalten werden. Beim herkömmlichen Verfahren wird dieser Vorgang in der Regel von zwei Mechanikern durchgeführt, wobei sich die Kollegen das Prüfen, Feststellen und Übertragen der Daten in den Computer teilen. „Diese Aufgabe erfordert sehr viel Sorgfalt und hohe Konzentration, um Zahlendreher zu vermeiden“, weiß Gosau - und so wundert es nicht, dass eben diese Erstbefundung bislang sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Durch die Sprachlösung bot sich nun die Chance, das schriftliche Übertragen der Daten zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund wurde man sich mit Honeywell

Ampel zur korrekten Endlagendämpfung Handliches Messwerkzeug von Aventics erleichtert die Einstellung der Zylinderdämpfung Bisher war für die optimale Einstellung der Endlagendämpfung von pneumatischen Zylindern viel Erfahrung, Gespür und oft auch Geduld erforderlich. Die sogenannte Endlagendämpfung wird zur Reduzierung der Kolbengeschwindigkeit am Ende der Bewegung verwendet. Die Dämpfung optimal einzustellen ist wichtig für einen störungsfreien Betrieb, verbessert die Laufruhe und ermöglicht hohe Lastwechselfrequenzen in einer Anlage. Ein neues Messwerkzeug mit Smartphoneunterstützung macht dies im Vergleich zu früher nun deutlich leichter. Das neue Diagnosetool Cushioning Adjustment Tool (CAT) unterstützt das Servicepersonal bei der Einstellung der Endlagendämpfung nicht nur mit einer LED-Anzeige, sondern auch mit der Visualisierung in einer Smartphone-App. Es eignet sich für die Inbetriebnahme und Überprüfung bei den AventicsZylinderserien PRA, CSL-RD, MNI, ICL, ITS, TRB und CCL. Dabei zeigt das Tool dem Monteur direkt an, in welche

Das 5,5 mal 8,3 Zentimeter große Gerät wird nach dem Einstellen wieder abgenommen.

Richtung die Dämpfung verstellt werden muss. Die SmartphoneApp visualisiert außerdem die eingestellte Dämpfungscharakteristik und die Kolbengeschwindigkeit. So gehören Fehleinstellungen der Vergangenheit an, versichert der Hersteller. Das Diagnosetool wird einfach auf dem Zylinder fixiert. Durch die Auswertung der Lage und Geschwindigkeit des Kolbens mittels Magnetsensoren erkennt das CAT, wie die Einstellung der Endlagendämpfung verändert werden muss. Nachdem alles korrekt eingestellt ist, kann das 5,5 mal 8,3 Zentimeter große Gerät wieder abgenommen und an einem anderen Zylinder eingesetzt werden. Die Stromversorgung übernimmt ein integrierter Akku, der per Micro-USB-Anschluss aufgeladen werden kann. Die dazugehörige

„Einfacher, schneller und genauer.“ Mit diesen Worten bringt der Sensor-Experte bei Aventics, Abdelhakim Boulakhrif, die Vorteile des Messsystems auf den Punkt. Er betont: „Dank der optischen Unterstützung durch eine LED-Ampel ist die optimale Einstellung der Endlagendämpfung fast schon ein Kinderspiel.“ Bilder: Aventics

App ist mit Android- und iOSSmartphones kompatibel. www.aventics.com

Prinzipiell könnten auch weitere Wartungsschritte der APUs mit der Sprachtechnologie unterstützt werden. Zudem ließen sich künftig mit Hilfe der Sprachtechnologie auch die Prozesse in der Großturbinen-Wartung optimieren. „Ideen gibt es sicherlich viele“, so Gosau.

schnell einig und beauftragte das Unternehmen mit der Entwicklung einer spezifischen Sprachführungsösung für zunächst einen Turbinentyp: die APS 3200 von Pratt & Whitney. Im Zeitraum zwischen Januar und März 2015 wurden daraufhin auf Basis der Wartungsanleitung mehr als 1.000 Prüfpunkte definiert und für das Voice-System programmiert. Vor dem ersten Arbeiten mit der Honeywell Vocollect Voice Maintenance & Inspection Solution muss jeder Mechaniker ein sogenanntes Sprachprofil anlegen. Dieser Vorgang dauert einmalig etwa eine Stunde. „Nach einem Tag waren die Mechaniker bereits vollkommen eingearbeitet“, bestätigt Boy Peter Carstensen, Consultant von Lufthansa Industry Solutions.

Befundung in Echtzeit dokumentiert Carstensen hatte den Einführungsprozess begleitet und die Schnittstellen zu den bestehenden Systemen hergestellt. Lufthansa Industry Solutions ist zugleich Partner von Honeywell Scanning & Mobility und damit System- und Beratungshaus für weitere Vocollect-Voice-Projekte in der gesamten Luftfahrtbranche. Bereits seit April werden nun die Mechaniker bei der Erstbefundung der APS 3200 von einer sympathischen Frauenstimme durch den kompletten Prozess geleitet. Im Gegensatz zu früher wird diese Arbeit nun von nur noch einem einzelnen Mitarbeiter erledigt. Mit einem Vocollect-Headset und dem daran per Bluetooth angeschlossenen Talkman - ein mobiler Computer - kommuniziert der Mechaniker dabei direkt mit einem Server, der die Befundung in Echtzeit dokumentiert. Der Arbeitsfortschritt kann über den tabellarisch aufbereiteten „Voice Plan“ am Bildschirm überwacht werden. Jede bestätigte Antwort des Mitarbeiters erscheint unmittelbar in Klarschrift hinter der entsprechenden Befehlszeile. Abgeschlossene Arbeitsschritte werden automatisch

mit dem Wort „complete“ versehen. Das Bindeglied zwischen Server und Headset bildet der Talkman, der die Kommandos in Sprachbefehle umwandelt und die Antworten anschließend an den Computer zurücksendet.

Befundung in Echtzeit dokumentiert Ein typischer Dialog besteht aus einer Frage, die zum Beispiel den äußeren Zustand der APU betrifft. Der Mitarbeiter hat dann die Wahl zwischen mehreren Vorgaben, von denen die zutreffende in das Headset gesprochen und vom Talkman wiederholt wird. Durch die Wiederholung wird sichergestellt, dass zwischen Mensch und Maschine keine Missverständnisse auftreten. Ähnlich verläuft das Erfassen von Teilenummern während der eigentlichen Demontage. Hier genügt das Vorlesen der letzten drei Ziffern, die der Talkman unmittelbar verifiziert. Wenn die Ziffern mit den in der Datenbank hinterlegten Werten übereinstimmen, geht es weiter zum nächsten Schritt. „Mithilfe von Vocollect Voice läuft der gesamte Prozess völlig reibungslos und fehlerfrei“, bestätigt Robert Garbas, der als einer von insgesamt fünf Mechanikern im Team von Ole Gosau bereits unzählige APUs zerlegt und wiederzusammengesetzt hat. Zudem lobt der Techniker die verbesserte Arbeitsweise: „Wir haben jetzt bei der Befundung beide Hände frei und können uns ganz auf die eigentliche Arbeit konzentrieren.“ www.honeywellaidc.com

In einem der nächsten Schritte soll Vocollect an das eingesetzte Warenwirtschaftssystem SAP angeschlossen werden.


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Vereinfachte Wartung von Flachdächern Wie reale und virtuelle Welt im Bereich des Facility Managements zusammenwachsen Die Instandhaltung von Immobilien ist eine aufwendige Aufgabe, denn sie ist mit einem hohen Kosten- und Personaleinsatz verbunden. Wie es auch anders geht, zeigen die Spezialisten von Solutiance aus GroĂ&#x;beeren. Unter dem Claim „Maintenance Intelligence“ bieten die operativen Tochtergesellschaften technologiebasierte LĂśsungen fĂźr ein digitalisiertes Facility Management an - oder einfacher ausgedrĂźckt: Sie bringen die Dächer direkt auf den Computer. Wartungsintensive Bereiche befinden sich häufig an Orten, die eben nicht tagtäglich betreten werden. Auch Flachdächer zählen zu diesen Problemstellen. Sie mĂźssen regelmäĂ&#x;ig gewartet und kontrolliert werden, damit beispielsweise undichte Stellen langfristig nicht zu einem sehr kostenintensiven Schaden fĂźhren. AuĂ&#x;erdem kĂśnnen die hohen Beanspruchungen durch die Bewitterung und durch den Betrieb von Fotovoltaik- und Klimaanlagen ihre Spuren hinterlassen, sodass ReparaturmaĂ&#x;nahmen notwendig werden. Genau fĂźr diesen Bereich bietet Solutiance aus GroĂ&#x;beeren jetzt ein angepasstes Servicepaket. Die Monitoringsysteme des Unternehmens Ăźberwachen derzeit bereits weltweit Bauwerksabdichtungen in den Bereichen Hoch- und Tiefbau sowie im Umweltschutz und erkennen online in Echtzeit Beschädigungen. Seit fast 25 Jahren befasst sich das Team aber auch mit der Ăœberwachung von Flachdächern. Das Angebot zur Leckageortung in Abdichtungssystemen ergänzt das Unternehmen jetzt um ein intelligentes System zur smarten Instandhaltung von Flachdächern auch losgelĂśst von der eigenen FrĂźhwarntechnologie. Um den Prozess der Wartung und Instandhaltung zu erleichtern,

In einem ersten Schritt werden mittels 360Grad-Kameratechnik die Dächer erfasst. Bilder: Solutiance

erfasst das Team die Flachdächer und macht sie dann virtuell im „Facility Scanner“ betretbar. Mit 360-Grad-Panoramabildern und Detailfotos werden zunächst vor Ort alle Daten von Solutiance erfasst und in ein System ĂźberfĂźhrt. Die Verortung erfolgt dabei Ăźber GPS-Technologie. DarĂźber hinaus werden Baupläne, Berichte, Wartungsinformationen und Dachkataster in der Onlineplattform hinterlegt. Zudem liefert Solutiance eine Bewertung des Gesamtzustands sowie der relevanten Bauteile und stellt

Kostenschätzungen und Leistungstexte zur VerfĂźgung. Im digitalen Benutzermanagement sind alle relevanten Daten laut LĂśsungsanbieter auf einen Blick nutzbar und Ăźberall abrufbar. Die Benutzeroberfläche bietet zudem einen umfassenden Ăœberblick Ăźber den Gebäudebestand und bildet alle wichtigen Perspektiven fĂźr den Nutzer ab. So kĂśnnen auch minimale Schäden schnell erfasst und zielgerichtet beseitigt werden. Die Facility-Manager erhalten so eine fundierte Entscheidungsgrundlage, sodass das Abwägen zwischen Muss- und Kann-Entscheidungen bei mĂśglichen SanierungsmaĂ&#x;nahmen und den entsprechenden Budgetfragen leichter fällt. „Getreu dem Motto Instandhaltung 4.0 verzahnen wir das Management von Flachdächern mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik und machen so ein intelligentes, smartes Facility Management mĂśglich, das sich durch effiziente und exible Prozesse auszeichnet“, ist Uwe Brodtmann, Vorstand der Solutiance AG, Ăźberzeugt. Die so bereitgestellte Datenbasis aus dem virtuellen Modell dient nicht nur zur sicheren Planung von MaĂ&#x;nahmen, sondern auch der flexiblen Weiterverarbeitung. Denn mit dem Datenbestand

Um die Wartung und Instandhaltung zu erleichtern, erfasst das Team die Flachdächer und macht sie dann virtuell im „Facility Scanner“ betretbar.

kann zudem die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern erleichtert werden: Bekommt beispielsweise der Dachdecker Zugriff auf die fßr ihn relevanten Daten und Einblick in das Gebäudemodell, kann er den Schaden bereits virtuell bewerten. Aufwendige Ortstermine entfallen; die Kalkulation ist schneller gemacht, das Angebot schneller geschrieben, wie die Experten von Solutiance erklären.

Mehr Transparenz leichte Abwicklung FĂźr Facility Manager zahle sich dies doppelt aus - denn in der Regel fĂźhrt der effiziente Arbeitsprozess zu mehr Angeboten und besseren Preisen. Nach getaner Arbeit kĂśnne auch die Abnahme bequem vom Laptop oder PC erfolgen. Der Prozess der Instandhaltung werde auf diese Weise fĂźr alle Beteiligten erleichtert, da langwierige Abstimmungsprozesse,

unnĂśtige Wege und Kosten entfallen. Da sich mit der Plattform alle durchgefĂźhrten Arbeiten fortlaufend erfassen lassen, kĂśnnen EigentĂźmer auĂ&#x;erdem leichter dokumentieren, wie sie ihrer Verpflichtung zur Verkehrs- und Betriebssicherheit nachkommen. Auch gegenĂźber Versicherungen kann dies im Schadensfall hilfreich sein. Die Plattform dient zudem der Transparenz - sie vermittelt einen schnellen Ăœberblick Ăźber das eingesetzte Budget und die durchgefĂźhrten Arbeiten. Der Werterhalt des Daches steht fĂźr alle Beteiligten im Mittelpunkt. „Mit einem relativ geringen Anfangsinvestment ermĂśglicht der Facility Scanner ein nachhaltiges und langfristig ausgerichtetes Wartungs- und Instandhaltungsmanagement, das zum Erhalt von Dächern und Gebäuden beiträgt“, betont Brodtmann. Zu den ersten Kunden zählen Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Handel, Immobilienfonds, Industrie und Ăśffentliche Hand. www.solutiance.com

Maschinenservice Ă la Star Trek Smart, vernetzt, mobil - dies sind die Anforderungen an das Servicegeschäft Symmedia ergänzt mit der Datenbrille SP/1 Glasses sein Produktportfolio rund um die Software Symmedia SP/1, wobei der Fokus dieser LĂśsung auf der Kommunikation zwischen Maschinenservice und Betreiber liegt. Im Servicefall Ăźberträgt die Brille nämlich Livebilder von der Maschine direkt an den Servicetechniker beim Hersteller. Die Betreiber der Maschine profitieren laut LĂśsungsanbieter dabei von einer groĂ&#x;en Flexibilität und Bewegungsfreiheit bei der Fehlersuche. AuĂ&#x;erdem wird ein Informationsaustausch in Echtzeit dank der Whiteboard-Funktion mĂśglich. „Mit Symmedia SP/1 Glasses bieten wir Maschinenherstellern ein Tool, mit dem sie ihr Serviceportal um einen innovativen Kommunikationskanal ergänzen“, ist Peter Barkowsky, der GeschäftsfĂźhrer von Symmedia, Ăźberzeugt. Die Datenbrille erleichtert laut Anbieter die Kommunikation zwischen Servicetechniker und Maschinenbediener erheblich und fĂźhrt zu einer deutlichen Verbesserung der Qualität beim Remote Service. Basis fĂźr die Anwendung ist die digitale ServicelĂśsung Symmedia SP/1. Und so läuft es in der Praxis: Nachdem der Anlagenbetreiber einen Service-Request ausgelĂśst hat und der Servicetechniker fĂźr eine Verbindung mit der Maschine bereit ist, kommt die Brille zum Einsatz: Per Livevideo-

Tools fĂźr professionelle Instandhaltung

Im Servicefall ßberträgt die Brille Livebilder von der Maschine direkt an den Servicetechniker beim Hersteller. Bild: Symmedia

Ăźbertragung kann sich der Mitarbeiter aus der Ferne ein exaktes Bild von der Anlage machen und seinen Kunden so aktiv bei der Fehlerbehebung unterstĂźtzen. Die integrierte Whiteboard-Funktion ermĂśglicht es zudem, Screenshots direkt zu kommentieren und zu markieren und dem

Betreiber an der Maschine auf die Brille zurßckzusenden. Dieser wiederum kann sich vÜllig frei und flexibel um die Anlage herumbewegen. Beide Hände sind frei und alle Informationen und Anweisungen im Blickfeld ersichtlich. www.symmedia.de

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REINIGUNG

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Spurenfrei und randlos sauber Köster & Co. setzt für Reinigung der Werkslogistik auf leistungsfähige Aufsitzmaschine Sauberkeit am Arbeitsplatz spielt eine wesentliche Rolle, wenn es um Ordnung, Sicherheit und Qualität geht - so auch bei der Köster & Co. GmbH in Ennepetal. Speziell in der Werkslogistik spielt das Thema Verschmutzungen eine wichtige Rolle. Durch Umbaumaßnahmen, die Flurförderfahrzeuge und die Transportfahrzeuge der Zuliefererfirmen wird hier stets Schmutz eingetragen. Mittlerweile sorgt aber eine große Aufsitzscheuersaugmaschine mit Kehrfunktion, die wöchentlich über mehrere Stunden im Einsatz ist, für Sauberkeit - und ganz nebenbei wurde auch noch ein Arbeitsplatz für einen Menschen mit körperlichen Einschränkungen geschaffen. Köster & Co. mit Sitz in Ennepetal ist seit mehr als 60 Jahren im Bereich der Bolzenschweißtechnik aktiv. Zum Angebotsportfolio gehören neben Schweißbolzen, Kopfbolzen und Kaltumformteilen auch eigenproduzierte Bolzschweißmaschinen und Schweißpistolen. Die Produkte des Unternehmens kommen weltweit in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz. Marketing- und Verkaufsleiter Markus Neuse von Köster & Co. bringt es auf den Punkt: „Wir haben uns in den Stahlbaumarkt gut integriert. Wir sehen uns stark darin, dass wir unsere Schweißgeräte selber entwickeln und produzieren. Das hat in dieser Form der Wettbewerb noch nicht. Darüber hinaus versuchen wir uns mit maßgeschneiderten Lösungen starkzumachen. Nicht, dass wir nur den einfachen Bolzen oder das einfache Schweißgeräte herstellen, sondern auch Lösungen, abgestimmt auf die spezifischen Anforderungen unseres Auftraggebers, anbieten.“ Die Strategie des Unternehmens ist es, den Standort Ennepetal, wo neben der Konstruktion und Entwicklung auch ein Großteil der Produktion und die Logistik angesiedelt sind, wachstumsorientiert weiterzuentwickeln.

Kai Schäfer (li.), Leiter Lager und Versand Köster und Co. GmbH, und ein Mitarbeiter, der für die Betriebsreinigung verantwortlich ist.

Ein Hemmnis für die Wachstumsstrategie war, dass ein zusätzlicher Ausbau aufgrund baurechtlicher Auflagen nur eingeschränkt möglich ist. Die Alternative bestand für das Unternehmen darin, einen separaten Logistikstandort zu errichten, um so für die Produktion zusätzlichen Raum zu schaffen. Man fand vor 1,5 Jahren in direkter Nachbarschaft eine ge-

eignete Immobilie, mit ungefähr 7.000 Quadratmetern auf drei Etagen. Dadurch erhielt man die Möglichkeit, die drei dezentralen Außenlager in einen zentralen Logistikstandort zu integrieren. Kai Schäfer, Leiter Lager und Versand, erinnert sich: „Die von dem Vorbesitzer übernommene Immobilie war in einem desolaten Zustand und war auch in der Struktur so nicht geeignet. Wir mussten das ganze Lager neu strukturieren und aufbauen, Wand und Decke wurden saniert und Hochregale entfernt. Darüber hinaus wurden noch weitere Umstellungen und einige Umbaumaßnahmen vorgenommen.“ Seit Januar 2016 ist nun das nachbarschaftliche Logistikzentrum in Betrieb und die Umstrukturierungsmaßnahmen sind seitdem zu ungefähr 80 Prozent abgeschlossen. Lag, bedingt durch die dezentrale Lagerhaltung, die Reaktionszeit vorher bei 24 bis 48 Stunden, konnte sie nun auf just in time verkürzt werden. Vor Inbetriebnahme wurde das gesamte Objekt durch einen Gebäudereiniger gründlich gereinigt. Insbesondere die Grundreinigung des 30 Jahre alten Betonfußbodens wurde vorgenommen. Verursacht durch den Abriss des Hochregals im Sommer 2016 und aufgrund weiterer Umbaumaßnahmen konnte dieser einmal erreichte Sauberkeitsstandard dadurch bedingt nicht nachhaltig gesichert werden. Somit bestand die Aufgabe durch Investition in eine für diesen Anwendungsbereich geeignete Reinigungsmaschine, die notwendige betriebliche Sauberkeit wiederherzustellen. Außerdem wollte man der sozialen Verantwortung gerecht werden und durch diese Investition einen Arbeitsplatz für einen Mitarbeiter mit körperlichen Einschränkungen schaffen.

Die Titan 151 BF 75 Sweep aus der Produktionslinie Premium Line wird in Manufakturfertigung in Deutschland hergestellt. Dadurch kann sie auf anwenderspezifische Einsätze angepasst und konfiguriert werden. Bilder: IP Gansow

gungsmaschinen kontaktiert, unter anderem auch den Reinigungsmaschinenhersteller IP Gansow aus Unna und haben uns viele Maschinen hier vor Ort vorführen lassen - immer vom Typ Kehren und Scheuern.“ Schäfer ergänzt: „Letztendlich haben wir uns für IP Gansow entschieden, weil die angebotene Aufsitzscheuersaugmaschine Titan 151 BF 75 Sweep im Wettbewerbsvergleich eine bessere Rundumsicht bot. Somit können wir viel zielgerichteter an die Regale heranfahren, um kantennah reinigen zu können. Durch die beidseitig angebrachten Kehrbesen können wir auch beim Reinigungsprozess beide Seiten benutzen.“ Ein weiterer Vorteil: Die Reinigungsmaschine ist durch ihre ergonomische Ausrichtung und leichte Bedienbarkeit auch für einen neuen Mitarbeiter des Unternehmens, der körperliche Einschränkungen aufweist, geeignet. Virginia Straszok, Verkaufsleiterin Region Ruhrgebiet-Westfalen, charakterisiert das Maschinenprofil für diesen Einsatz: „Der vorhandene alte Industriebetonfußboden ist gekennzeichnet durch teilweise offene poröse Strukturschäden, Risse und eine ungleichmäßige Oberfläche. Mit dieser Maschine haben wir den Vorteil, dass das Walzenaggregat

sich den Bodenbedingungen anpasst, da diese hängen und somit die Reinigungsmechanik bis in die Vertiefungen des Fußbodens hineinwirkt. Dazu liegt der Saugfuß gut auf dem unebenen Boden auf, um kein Wasser zu hinterlassen. Dadurch werden Rutschgefahren für Personen oder für Flurförderfahrzeuge wie Gabelstapler vermieden.“ Kai Schäfer ergänzt: „Aus Kostengründen war für uns wichtig, dass die Austauschteile über eine sehr lange Haltbarkeit verfügen. So kann zum Beispiel die Sauglippe manuell getauscht und von allen vier Seiten genutzt werden. Die Kunststoffbeborstung der Walzen wird durch die variable Bodenanpassung ebenfalls wenig abgenutzt.“ Weitere technische Vorteile bietet das TÜV-geprüfte Gansow-Wassermanagement-System (GWS), das dafür sorgt, dass eine Wasserund Chemieersparnis von mindestens 50 Prozent bei der Reinigung erreicht wird. Dies ist bei dem eingesetzten Industriereiniger Multiclean von IP Gansow ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Er ist in der Reinigungswirkung abgestimmt auf Gummiabriebe sowie ölige Verschmutzungen, wirkt in den Fußboden hinein und ist ökologisch abbaubar. www.gansow.de

Die Auswahlkriterien Den Entscheidungsträgern war klar, dass die Kaufentscheidung für die neue Reinigungsmaschine unter ökonomischen, ökologischen und ergonomischen Kriterien getroffen werden musste. Deswegen hat man bewusst Angebote für eine Aufsitzreinigungsmaschine eingeholt, die in einem Arbeitsgang nicht nur die aufliegenden, sondern auch die mit dem porösen Betonfußboden anhaftenden oder eingelagerten Verschmutzungen reinigt. Kai Schäfer dazu: „Wir haben mehrere Anbieter von Reini-

Zwei Bürsten sorgen für randnahes Arbeiten.


REINIGUNG

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Münster und Saarbrücken machen es vor Immer mehr Städte setzen auf pestizidfreie Verfahren bei der Unkrautbekämpfung Bereits seit rund zwanzig Jahren nutzen die beiden Städte Münster und Saarbrücken beim Kampf gegen Unkraut keine Spritzmittel mehr und sind damit zum Vorbild für viele weitere Kommunen geworden. Mittlerweile sind es nach Angaben des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) über 50 Städte und Gemeinden, die ihre Grünflächen ohne Pestizide oder zumindest ohne Glyphosat bewirtschaften - und das aus gutem Grund. Schließlich zerstören Pestizide nicht nur die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere, sondern sie gefährden außerdem die Gesundheit der Menschen. Damit die Wildkräuter dennoch nicht überhandnehmen, werden alternative und deutlich schonendere Methoden eingesetzt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) stellt in der kostenlosen, 24 Seiten umfassenden Broschüre „Pestizidfreie Kommunen“ unterschiedliche mechanische und thermische Verfahren vor, mit denen sich Wildkräuter bekämpfen und der Einsatz von Chemie vermeiden lassen. Umsetzen lassen sich diese Tipps unter anderem mit den MulticarGeräteträgern als auch den Maschinen der Citymaster-Baureihe von Hako. So bleiben Flächen, die regelmäßig mit einer CitymasterKehrmaschine oder einem Multicar mit Frontkehrmaschine gereinigt werden, länger vom Wildwuchs verschont. Beim regelmäßigen Kehren werden nämlich Schmutz und Sand, die sonst Platz,

Ein Verzicht auf Pestizide im kommunalen Bereich ist durchaus möglich - ohne dass die Städte und Gemeinden ihre Pflichten vernachlässigen -, wie diverse Beispiele zeigen.

Nährboden und Feuchtigkeit für Unkrautsamen bieten, von den Straßen und Wegen entfernt.

Mit dem Kehren sollte möglichst früh im Frühjahr begonnen werden, empfehlen die Spezialisten von Hako, denn mit diesem rein mechanischen Verfahren lassen sich selbst die ersten kleinen und schwachen Austriebe der Unkräuter erfolgreich bekämpfen. Auf Flächen, bei denen das Unkraut sich bereits seinen Platz erobert hat, sind allerdings stärkere mechanische Lösungen gefragt. Hier empfehlen die Profis den Einsatz einer speziellen Wildkrautbürste. Bei den Geräteträgern Multicar M27, M29, M31 und Citymaster 600, 1250 und 1600 kann diese beispielsweise eingesetzt werden. Die Wildkrautbürste wird hydraulisch durch den Geräteträger an-

Kleine Stellschrauben - große Wirkung Neuer Expertenleitfaden zeigt Optimierungspotenzial bei der Wartung und Reinigung Die Wartung und Reinigung machen einen Großteil der täglich anfallenden Arbeiten in industriellen Produktionsstätten aus. Trotzdem wird oftmals das Optimierungspotenzial, das in ihnen steckt, unterschätzt. Auf diese versteckten, zum Teil nur mit wenig Aufwand realisierbaren Möglichkeiten, die Effizienz zu erhöhen, weißt nun der Hygieneexperte Tork mit seinem neuen Expertenleitfaden „Weil Details den Unterschied machen“ hin. In dem digitalen Expertenleitfaden von Tork zeigen Fertigungsexperten pragmatische Schritte zur Umsetzung nachhaltiger Veränderungen im Fertigungssektor auf. Sie erklären, welch großes Verbesserungspotenzial in den vermeintlich kleinen Dingen steckt. Der schwedische Lean Experte Dag Lotsander beschreibt z.B. in seinem Artikel „Leistungsverbesserung von Grund auf“, wie sich das Personal an der Planung und Durchführung von Optimierungsinitiativen beteiligen lässt. Der zweite Artikel „Reinigen bedeutet Sorgfalt“ erklärt, inwiefern es bei der Wartung nicht nur um die Pflege der Maschinen, sondern auch um die der Mitarbeiter geht. „Unabhängig davon, wie gut die Mitarbeiter ausgebildet werden, um Unfälle zu verhindern und die Produktivität zu steigern, gilt es, die richtigen Werkzeuge und Abläufe in den Betrieben zu etablieren“, berichtet Stefan Bruckmann, Brand Communications Manager bei Tork. Und auch Dr. Nima Khakzad von der Delft University of Technology, der auch einen Artikel des Expertenleitfadens verfasst hat, betont: „Viele vermeidbare Unfälle geschehen, weil einfache Wartungsund Reinigungstätigkeiten vernachlässigt werden.“ Auch Stürze und ein Ausrutschen in frisch gereinigten Bereichen,

weil Böden sowie Zu- und Abgänge zu Maschinen nicht korrekt getrocknet wurden, lassen sich mit der richtigen Auswahl der Reinigungsmaterialien verhindern. Werden statt herkömmlicher Lappen spezielle Reinigungstücher, wie sie u.a. Tork anbietet, verwendet, lasse sich zudem der Lösungsmitteleinsatz um bis zu 41 Prozent reduzieren, was die Kosten senkt und die Arbeitsbedingungen verbessert.

Die Tücher der Exel-Clean-Serie bieten laut Tork unter anderem eine verbesserte Haltbarkeit. Durch eine Komprimierung werden außerdem bis zu 26 Prozent Lagerfläche gespart. Zudem müsse seltener nachgefüllt werden. Vom Hersteller angebotene tragbare Boxen mit einer größeren Öffnung würden zudem den Zugriff auf die Tücher - auch mit Handschuhen - erleichtern. www.tork.de

Mechanische Verfahren lassen sich nicht überall einsetzen; für Splitt- und Kiesflächen empfehlen sich beispielsweise thermische Verfahren. Bilder: Hako

getrieben, wobei gezielt Ecken und Kanten angesteuert werden können. Da sich Unkräuter mit Vorliebe in Pflasterfugen oder an Straßenrändern breitmachen, reißt man die Unkräuter mit dem rotierenden Stahlbesatz kraftvoll aus allen Ritzen heraus. Die Modelle Citymaster 2000 und 2200 bieten als Zusatzoption den Komfort der Wildkrautbeseitigung bei gleichzeitiger Aufnahme. Die dritte Möglichkeit und eine Alternative zur mechanischen Unkrautbekämpfung ist die Nutzung von Wärme. Das Ziel ist es, die unerwünschten Pflanzen durch eine möglichst genaue Wärmezufuhr zum Absterben zu bringen, wobei die Wärme auch den Wurzelbereich erreichen muss, damit eine gewisse Nachhaltigkeit sichergestellt wird. Relativ einfach in der Anwendung und schonend für Straßenbelag und Pflasterflächen ist hier der Einsatz von Heißwasser oder Heißdampf. Verschiedene Gerätekonzepte, die je nach Erfordernis schon ab dem Modell Citymaster 1600 und auch auf den MulticarFahrzeugen eingesetzt werden können, bieten hier laut Gerätehersteller gute Erfolgsaussichten, Wildwuchs schnell, sauber und auch nachhaltig zu bekämpfen. Wichtig dabei ist, dass nach dem Einsatz von Wärme stets eine Kehrmaschine zum Einsatz

kommen muss, um dann die Pflanzenreste vollständig zu entfernen. Alternativ können unerwünschte Pflanzen auch direkt mit Hitzeeinwirkung aus Infrarotgasbrennern oder aus offenen Gasflammen bearbeitet werden. Hier hängt das Behandlungsergebnis aber stärker von den Pflanzeneigenschaften, dem Wachstumsstadium und der Erfahrung des Bedieners ab. Eine Unterdosierung bringt nämlich keinerlei Erfolg, eine Überdosierung wiederum führt schnell zum Verbrennen der Pflanzen, was mit einer entsprechenden Umweltbelastung einhergeht. Ein weiteres Problem: Bei empfindlichen Pflasterungen (z.B. Waschbeton) kann es zu Schäden infolge der übermäßigen Erwärmung kommen. Außerdem ist die Tiefenwirkung in den Wurzelbereich begrenzt. Natürlich muss auch nach dieser Art der Bekämpfung eine Kehrmaschine nacharbeiten. Weiterführende Informationen zum Thema liefert neben der bereits genannten Broschüre auch das Bündnis „Kommunen für die biologische Vielfalt“. www.kommunen-fuerbiologische-vielfalt.de www.bund.net/umweltgifte/ pestizide/pestizidfreie-kommune/ www.hako.com

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Sonderteil Energie-Effizienz

ISSN

1864-4554

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August 2017 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Kaeser zeigt auf der EMO, wie eine wirtschaftliche Druckluftversorgung aussehen kann und widmet sich den Themen Vernetzung und Kommunikationsfähigkeit. Seite 30.

Die Herausforderungen sind groß: Bei Gleichstrom braucht man diverse neue Komponenten, zum Beispiel Schalter, damit der Störlichtbogen erlischt. Bilder: Lapp

Gleichstrom - die Zukunftsvision? Thomas Edison setzte auf die Gleichstromübertragung, dennoch konnte sich diese Technologie nicht etablieren. Zu groß waren einfach die vielfältigen Vorteile der Übertragung über Wechselstrom. Doch nun kündigt sich ein grundlegender Paradigmenwechsel an, denn durch veränderte Bedingungen spricht vieles mittlerweile genau für diese Art der Übertragung. Thomas Edison, Erfinder des Phonographen und der elektrischen Glühbirne, nahm 1882 sein erstes Kraftwerk in Betrieb, das unter anderem die New Yorker Wall Street elektrifizierte. Dieses Kraftwerk arbeitete mit Gleichstrom und Edisons Mitarbeiter Nikola Tesla sollte dafür einen Dynamo entwickeln - was er auch erfolgreich tat. Doch der gebürtige Kroate hatte noch eine andere Idee: Statt mit Gleichstrom beschäftigte er sich mit der Wechselstromtechnik, die er nach einem Streit mit Edison fortan mit dessen Konkurrenten George Westinghouse weiterverfolgte. Edison blieb stur und ignorierte die offensichtlichen Vorteile des Wechselstroms: einfaches Anpassen der Spannung mit Transformatoren zur Übertragung über größere Distanzen oder dünnere und damit günstigere Kabel. Und so wundert es

nicht, dass die Weltausstellung in Chicago 1893 mit Wechselstrom erleuchtet wurde der Siegeszug des Wechselstroms, der bis dato unser System prägt, begann. Doch heute, 86 Jahre nach Edisons Tod, stellt sich die Frage, ob der Erfinder mit seiner Unterstützung der Gleichstromtechnik vielleicht doch nicht so falsch lag, denn gleich mehrere aktuelle Entwicklungen machen den Gleichstrom wieder attraktiv. Beispiel Energieerzeugung: Bisher erfolgt die Energieerzeugung mit Wechselstrom etwa in den Generatoren großer Kohleund Kernkraftwerke, aber auch in Wasserturbinen. Die verteilen ihre Energie über ein Wechselspannungsstromnetz. Mittels Transformatoren lässt sich die Spannung auf einige 100.000 Volt erhöhen, das hält die Ströme in den Kabeln und damit die Verluste gering.

Doch diese Situation ändert sich zunehmend: Neue Erzeuger gelangen ins Netz, die ihre Energie als Gleichstrom bereitstellen: Fotovoltaikanlagen zum Beispiel, die zunehmend auch noch durch Batterien oder chemische Speicher unterstützt werden. Die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom bringt jedoch Verluste mit sich, der Grund, warum sich die Wechselrichter erwärmen. Für diese Energieerzeuger wäre also ein Gleichstromnetz die bessere Wahl. Die grundlegenden Veränderungen in der Stromerzeugung haben auch enorme Auswirkungen auf die Energieverteilung: Das Stromnetz wurde lange dominiert von großen Kraftwerken, die ihre Energie sternförmig in die umliegenden Regionen verteilen. Weiter auf Seite 26

Eine neue Hallenbeleuchtung, die sich innerhalb kürzester Zeit bezahlt macht, wurde bei UWA in Minden installiert. Die Details hierzu im unten stehenden Beitrag. Bild: Schuch

Hallenbeleuchtung mit BAFA-Förderung Die 1963 gegründete Unternehmensgruppe UWA in Minden ist im Bereich der Umwelttechnik aktiv. Mit mehr als 250 Mitarbeitern in vier Produktionsbetrieben werden unter anderem Abwasserbehandlungsanlagen erstellt. Den Verantwortlichen war klar, dass bei der Sanierung der Beleuchtung in der Produktionshalle in Minden nur die energiesparende LED-Technologie infrage kam. Die Produktionshalle war mit 42 Hallenspiegelleuchten, bestückt mit konventionellen HME-Lampen, beleuchtet. Bei einer Brenndauer von circa 2.500 Stunden pro Jahr betrug der jährliche Energieverbrauch rund 45.000 KWh. Ziel der Sanierungsmaßnahme war es, mindestens 60 Prozent Energiekosteneinsparungen zu erzielen, und die Voraussetzungen für eine Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu erfüllen. Die Verantwortlichen von UWA entschieden sich für die Lösungen von Schuch. Die Wahl fiel auf die Hallenstrahler-Serie Triano. Für diese sprachen unter anderem das gute Thermomanagement und die damit verbundene hohe Lebensdauer von mindestens 50.000 Stunden selbst bei der maximal zulässigen Umgebungstemperatur von plus 55 Grad Celsius. Außerdem punkteten diese durch die Möglichkeit des kostensparenden 1:1-Austausches. Das gesetzte Ziel wurde mit den erreichten 65 Prozent Energiekosteneinsparung übertroffen. Unter Berücksichtigung der BAFAFörderung in Höhe von 30 Prozent amortisiert sich die gesamte Investition in die neue Beleuchtungsanlage innerhalb von rund dreieinhalb Jahren. www.schuch.de


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ENERGIE-EFFIZIENZ

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Fortsetzung von Seite 25 Doch mit dem Siegeszug der regenerativen Energien wird das Stromnetz dezentraler und kleinräumiger. Oft wird Strom sogar dort verbraucht, wo er erzeugt wird. Die Wechselspannungstechnik kann damit viele ihrer Vorteile in diesen Szenarien nicht mehr ausspielen. Selbst dann, wenn Strom über große Distanzen geleitet werden soll, ist der Wechselstrom alles andere als ideal, denn die Übertragungsverluste nehmen deutlich zu. Aus diesem Grund baut etwa China bereits heute aufwendige Netze mit Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ), die große Energiemengen von den Wasserkraftwerken im Inneren des Landes zu den Ballungsräumen an den Küsten bringen. Auch in Deutschland plant die Bundesregierung zwei solche Trassen, die Windenergie von den Küsten in den Süden leiten sollen. Dabei ist eine HGÜ-Verbindung im Bau etwa doppelt so teuer wie eine Lösung für Wechselstrom. Es lohnt sich aber dennoch dank der geringeren Energieverluste bereits ab einer Länge von etwa 400 Kilometern. Bei Unterseekabeln, etwa zur Anbindung von Offshorewindparks, rechnet es sich schon ab 60 Kilometern. Außerdem sind HGÜ-Verbindungen mittlerweile sehr zuverlässig. Vor allem durch Fortschritte in der Energieumwandlung durch Leistungselektronik können Gleichspannungen auf bis zu 800.000 Volt gewandelt werden - ganz ohne Transformator. Zu Hause oder in Fabriken wird der Strom heute noch über klassische Niederspannungsnetze verteilt, entweder über Schukosteckdosen

oder über Drehstromanschlüsse. Doch auch hier gibt es Veränderungen, denn immer mehr Elektrogeräte setzen auf Gleichstrom: Computer und andere elektronische Geräte oder LED-Lampen arbeiten z.B. mit Gleichstrom und brauchen bisher ein Netzteil zur Wandlung. In den nächsten Jahren kommen noch Elektroautos dazu. In der Automobilindustrie gibt es deshalb bereits diverse Pilotprojekte, um ganze Fertigungseinheiten nur mit Gleichstrom zu versorgen, sie enthalten auch Batterien zum kurzzeitigen Speichern von Energie.

Immer mehr Verluste Das überzeugendste Argument für einen Wechsel ist der Wirkungsgrad. Früher, als Kohle- und Kernkraftwerke den Wechselstrom ins Netz speisten und Staubsauger und Glühbirnen diesen auch direkt verwerteten, lag der Gesamtwirkungsgrad der Versorgung mit elektrischer Energie in Deutschland bei etwa 65 Prozent. Das bedeutet: Rund ein Drittel der elektrischen Energie ging verloren, etwa durch Wärmeverluste. Heute verschärft sich die Lage zusehends, denn mit Fotovoltaikanlagen und -kraftwerken und der zunehmenden Installation von Batteriespeichern gelangt immer mehr Strom ins Netz, der erst von Gleich- in Wechselspannung gewandelt werden muss. Dabei entstehen Verluste. Ebenso auf der Seite der Verbraucher: Netzteile werden heiß - ein fühlbarer Beweis, dass dabei Energie vergeudet wird. Dadurch ist der Wirkungsgrad unseres Energienetzes auf schät-

zungsweise 56 Prozent gesunken und er wird weiter sinken, so Experten. Die Alternative ist der Einsatz von Gleichstromtechnik für die Übertragung über große Distanzen mittels Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) sowie Niederspannungsnetze mit Gleichstrom in Haushalten und Industrie, an die man zum Beispiel sein Notebook oder auch einen industriellen Antrieb direkt - also ohne Netzteil oder Wechselrichter - anschließen kann. Mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach und einem Elektroauto in der Garage wäre die Effizienz unübertroffen. „Ein konsequent auf Gleichstrom ausgelegtes Energienetz käme auf einen Gesamtwirkungsgrad von 90 Prozent. Bei einem höheren Wirkungsgrad von zehn Prozent könnten die zwei größten Braunkohlekraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden, das würde 63 Millionen Tonnen CO2 - zwölf Prozent des deutschen Kraftwerksausstoßes - einsparen, bei Stickoxiden wären es sogar 29 Prozent“, betont Guido Ege, der Leiter Produktmanagement und Produktentwicklung bei Lapp. Er erklärt: „Die Vorteile einer Umstellung sind so überzeugend, dass kaum ein Zweifel daran bestehen kann, dass der Paradigmenwechsel kommen wird.“

Auswirkungen auf die Industrie 48 Prozent des Nettostroms in Deutschland, das sind rund 250 Terawattstunden pro Jahr, werden hierzulande in der Industrie benötigt; davon fast 70 Prozent für elektrische Antriebe. Zehn Prozent hiervon, also 17 TWh pro Jahr, könnten bereits heute durch Energiesparmotoren eingespart werden. Die elektronische Drehzahlregelung hat zusätzliches Einsparpotenzial, denn viele Motoren laufen auf Hochtouren, obwohl dies nicht nötig wäre. Rund 30 Prozent beziehungsweise 50 TWh könnten so eingespart werden, versichern Experten. Doch auch die Frequenzumrichter für die Drehzahlregelung vergeuden Energie, denn sie arbeiten mit Gleichspannung, die durch Gleichrichten von Wechselspannung erzeugt werden muss. Das führt zu Wandlungsverlusten sowie zu Rückwirkungen auf das Netz durch Oberschwingungen,

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Georg Stawowy, Vorstand und CTO der Lapp Holding AG, bestätigt: „Wir bei Lapp sehen großes Potenzial bei Gleichstromanwendungen. Die möglichen Auswirkungen auf Kabel im Niederspannungsbereich wurden bisher nicht ausreichend betrachtet. Da bringen wir unser umfangreiches Know-how in das Projekt ein.“

die das Netz instabil machen. Die Alternative ist auch hier der Gleichstrom, denn statt über einen Gleichrichter könnte man die Motoren direkt damit versorgen. Ideal dafür wäre, meinen Experten, ein Gleichspannungsnetz mit 380 Volt, denn die Zwischenkreisspannungen betragen üblicherweise zwischen 350 und 400 Volt. Auch der wahlweise Betrieb mit Gleich- oder Wechselspannung ließe sich leicht realisieren. Die Vorteile: Es gäbe geringere Umwandlungsverluste von Wechsel- zu Gleichspannung durch eine zentrale Wandlung und gleichzeitig eine höhere Stabilität der Energienetze durch reduzierte Oberschwingungen. Komponenten und Platz ließen sich einsparen und regenerative, dezentrale Energiequellen wie die Fotovoltaik leichter einbeziehen. Vorteile gäbe es auch bei der Energierückgewinnung, etwa durch die Verwendung von Bremsenergie und bei der Speicherung in Batterien. Unter dem Strich verspricht die Gleichstromtechnik also eine Kosteneinsparung, die die Umstellung lohnenswert erscheinen lassen. Mit diesem Thema beschäftigt sich deshalb auch das Forschungsprojekt DC-Industrie, das im 6. Energieforschungsprogramm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Mit von der Partie sind 15 Verbundpartner aus unterschiedlichen Industrien wie Siemens, Bosch Rexroth, Daimler; und Forschungsinstitute wie das Fraunhofer IPA sowie elf assoziierte Partner, darunter auch die Lapp Gruppe. Ziel des Projekts ist ein „Intelligentes offenes DC-Netz in der Industrie für hocheffiziente Systemlösungen mit elektrischen Antrieben“. Erprobt werden das Netzmanagement und die Integration verschiedener Erzeuger und Verbraucher. Dabei soll die Frage be-

antwortet werden, ob die anvisierten Energieeinsparungsziele im zweistelligen Prozentbereich erreicht werden können. Lapp stellt dabei die für die Übertragung geeigneten Kabel zur Verfügung. „Durch unsere Mitwirkung am Projekt wollen wir die Anforderungen an Kabel und Leitungen für Gleichstrom besser verstehen“, so Guido Ege. Mittlerweile ist man auch in den Normungsgremien aktiv und es werden beispielsweise Lösungen für Steckverbinder definiert. Dabei gilt es im Detail einige Herausforderungen zu bewältigen, denn der Anwender sollte den Stecker auch unter Last aus der Steckdose ziehen können. Das ist bei herkömmlichen Wechselspannungssteckern selbstverständlich, doch bei Gleichspannung muss sichergestellt werden, dass die Steckdose dabei spannungsfrei ist und dass der Lichtbogen verlöscht. Bei Wechselspannung sorgt dafür die Physik, bei Gleichspannung bedarf es einer technischen Vorrichtung. Doch nicht nur bei der technischen Umsetzung im Kleinen, sondern auch im Großen ergeben sich Fragen. Sollen die Gleichstromnetze die Wechselstromvarianten ablösen oder ist es besser, wenn beide Technologien parallel weiterexistieren? Und wie könnte eine solche Koexistenz aussehen? Welche technischen und wirtschaftlichen Hürden gibt es zu meistern? Welche Sicherheitsmaßnahmen sind im Umgang mit Gleichstrom notwendig und sinnvoll? Welche Veränderungen wären bei einer Umstellung auf Gleichstrom nicht nur in den Netzen, sondern auch bei den Verbrauchern einschließlich Komponenten nötig? Fragen über Fragen. Es bleibt also spannend, aber angesichts der potenziellen Vorteile lohnt sich die Diskussion. www.lappkabel.de

Die 15 Verbundpartner Siemens, Bauer Gear Motor, Baumüller, Bosch Rexroth, Daimler, Danfoss, Eaton, KHS, Lenze, LTI Motion, Weidmüller, Fraunhofer IISB, Fraunhofer IPA, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Universität Stuttgart arbeiten gemeinsam mit den elf assoziierten Partnern ABB Stotz-Kontakt, E-T-A Elektronische Apparate, Harting, Homag Group, Jean Müller GmbH Elektrotechnische Fabrik, Leoni Special Cables, Phoenix Contact, SEW-PowerSystems, U.I. Lapp, Yaskawa und dem ZVEI im branchenübergreifenden Forschungsprojekt DC-Industrie. Bild: ZVEI


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Distribution mit maximaler Verfügbarkeit Wie Turck die Wartung und den Service im Logistikzentrum abwickelt Der Automatisierungsmarkt wächst stark und auch Turck profitiert davon: 2015 knackte das Unternehmen erstmals die Umsatzmarke von 500 Millionen Euro bei einem Wachstum von sechs Prozent. „Auch in den letzten fünf Jahren sind wir prozentual etwa in dieser Größenordnung gewachsen“, berichtet Ulrich vom Bovert, der Leiter Einkauf und Logistik. Dieses kontinuierliche Wachstum zeigte sich auch im europäischen Zentrallager in Mülheim an der Ruhr. Hier wurde die Logistikanlage immer wieder erweitert, modernisiert und umgebaut. Dass dennoch die Verfügbarkeit so hoch ist, liegt unter anderem an der vorausschauenden Wartung durch externe Spezialisten. 1996 ging es im Zentrallager von Turck in Mülheim noch recht überschaubar mit einem eingassigen automatischen Kleinteilelager (AKL) los. Heute bietet das Distributionszentrum mittlerweile Platz für 12.000 Behälter im AKL und weiteren 2.200 im manuellen Bereich. Von hier aus dem Ruhrgebiet machen sich rund 100.000 Pakete pro Jahr auf den Weg zum Kunden - weltweit. Bereits im Jahr 2001 wurde eine zweite Lagergasse eingeführt, 2013 kam eine dritte dazu. Nur so konnte das ständig wachsende Versandaufkommen bewältigt werden. Die Anlage wurde also während ihrer über 20-jährigen Betriebsdauer kontinuierlich verändert, angepasst und erweitert und das ist auch offensichtlich. „Neben neuen Komponenten sind in unserem Lager auch noch einige ältere Fördertechnikteile zu finden. Dazu kommt, dass die Bestandteile der Intralogistik teilweise von unterschiedlichen Herstellern stammen“, weiß Ulrich vom Bovert, Leiter Einkauf und Logistik bei Turck. Er kennt die damit einhergehende Herausforderung: „Das macht eine professionelle Wartung und Instandhaltung der Anlage so wichtig - und auch so komplex.“

Präventiv gewartet Idealerweise bilden alle Einzelkomponenten, egal von welchem Hersteller, wann und in welchen Ausbaustufen diese installiert wurden, eine Einheit und interagieren störungsfrei - zumindest in der Theorie. In der Praxis entsprachen aber die Abläufe bei Turck nicht immer diesem Ideal. „Wir hatten zwar auch früher schon einen externen Dienstleister für Wartung und Instandhaltung. Mit der wachsenden Komplexität der Anlage wurde dieser Service unseren Anforderungen aber nicht mehr

Ulrich vom Bovert, der Leiter Einkauf und Logistik bei Turck, betont: „Es darf nicht passieren, dass Reparaturen unmöglich werden, weil die passenden Ersatzteile nicht mehr am Markt verfügbar sind.“ Wenn Komponenten abgekündigt werden, müssen Alternativen gesucht, Komponenten getauscht und gegebenenfalls die Intralogistik umgebaut werden.

gerecht“, erinnert sich Ingo Frank, Verantwortlicher für die Anlagentechnik am Standort Mülheim. Ein großer Nachteil war beispielsweise die fehlende Möglichkeit einer Fernwartung. „Wegen jeder Kleinigkeit musste ein Techniker vor Ort sein. Bei einer Anfahrt von bis zu vier Stunden führte das manchmal zu längeren Ausfällen der Anlage“, verdeutlicht Frank. Im Zuge der umfassenden Modernisierung von Steuerungsund Antriebstechnik sowie des Lagerverwaltungssystems im Jahr 2010 entschieden sich die Verantwortlichen von Turck daher, auch beim Service neue Wege zu gehen. „Unitechnik hat bereits in der Ausschreibung für das Retrofit das beste logistische Konzept geliefert und auch in Sachen Service ein überzeugendes Angebot abgegeben“, bestätigt Ulrich vom Bovert und ergänzt: „Für uns war das die Optimalsituation: Unitechnik

Fördertechnik, Regalbediengeräte und Regalanlagen werden zusammen mit einem Kooperationspartner zweimal im Jahr geprüft.

bietet uns alle Leistungen aus einer Hand und verfügt dabei über eine herstellerübergreifende Kompetenz bei Wartung und Instandhaltung.“ Der Service zielt jetzt darauf ab, eine dauerhaft hohe Verfügbarkeit der Anlage sicherzustellen. Das bedeutet auch, dass Instandhaltungsmaßnahmen präventiv durchzuführen sind, anstatt mit Reparaturen auf bereits vorhandene Schäden zu reagieren. Und genau dafür sorgen mittlerweile insgesamt elf Automatisierungsexperten in der Serviceabteilung von Unitechnik. Der Systemintegrator und Instandhaltungsdienstleister führt dafür unter anderem einmal im Jahr vorbeugende Wartungsmaßnahmen an der gesamten Steuerungstechnik durch. Dabei werden unter anderem Schaltschränke, Antriebe, Sensorik und Sicherheitstechnik auf Herz und Nieren geprüft. Die Mechanik, also die Fördertechnik, die Regalbediengeräte und die Regalanlagen begutachten die Spezialisten gemeinsam mit einem Kooperationspartner sogar zweimal im Jahr.

Direkter Draht zum Dienstleister Die höhere Frequenz ist dem Umstand geschuldet, dass mechanische Verschleißteile wie Riemen oder Rollen häufiger ausgewechselt werden müssen als Elektronikkomponenten. Außerdem erfolgen einmal jährlich die Anlagenprüfung gemäß Unfallverhütungsvorschrift (UVV) sowie die Prüfung der persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Dabei werden, um die Betriebsabläufe nicht zu stören, alle Wartungs- und Reparaturarbeiten außerhalb der Betriebszeiten umgesetzt. Zu den präventiven Maßnahmen gehört auch die Ersatzteilbeschaffung durch die externen Spezialisten. Das ist durchaus eine Herausforderung, da einige Komponenten noch aus der Anfangszeit des Lagers stammen und daher relativ alt sind. „Es darf nicht passieren, dass Reparaturen unmöglich werden, weil die passenden Ersatzteile nicht mehr am Markt verfügbar sind“, erläutert Ulrich vom Bovert. Werden Komponenten abgekündigt, macht Unitechnik deshalb Vorschläge für Alternativen und prüft den Austausch oder einen Umbau der Intralogistik. Ein Ausfall im Lager hätte nicht nur Konsequenzen für Turck

Insgesamt elf Automatisierungsexperten im Service sorgen für eine maximale Verfügbarkeit der Anlage von Turck. Dabei werden einmal im Jahr vorbeugende Wartungsmaßnahmen an der Steuerungstechnik durchgeführt. Bilder: Unitechnik

selber - im schlimmsten Fall sind auch die Abnehmer des Automatisierungsspezialisten betroffen. „Unsere Kunden in der Prozessindustrie betreiben Anlagen, die 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr laufen. Wenn dort ein benötigtes Ersatzteil von uns zu spät eintrifft, kommt es zu hohen Kosten durch Produktionsausfälle“, weiß vom Bovert. Deshalb war ihm und seinen Kollegen ein Hotlinevertrag zur Automatisierungstechnik und IT besonders wichtig. Das bedeutet: Im Störfall leistet Unitechnik sofortigen telefonischen Support. Viele kleinere Probleme lassen sich so bereits per Fernwartung beheben und Stillstände können vermieden werden. Dazu greift Unitechnik auch von außen auf die Intralogistik zu und gibt Anweisungen zur Fehlerbehebung. Eine weitere Unterstützung bei der Fehlersuche bietet das Lagerverwaltungssystem Uniware. Die Software des Systemintegrators bildet den gesamten Materialfluss im Mülheimer Logistikzentrum ab. Dabei verfügt die Anlagenvisualisierung über eine Zoomfunktion, mit der sich jedes Detail bis auf die Sensorebene genau anzeigen lässt. Bei Problemen werden die betreffenden Komponenten in der Visualisierung rot gekennzeichnet und ermöglichen so eine präzise Lokalisierung der Fehlerquelle. Zusätzlich wurden die Lagermitarbeiter in Bezug auf

die Anlage und mögliche Störquellen durch den Dienstleister geschult, sodass sie kleinere Störungen eigenständig beheben können. Genügt das nicht und es ist doch ein Vor-OrtSupport erforderlich, kommen binnen einer Frist von maximal zwei Stunden Servicetechniker nach Mülheim. Für Turck haben sich die Investitionen in Ausbau und Instandhaltung der Logistikkapazitäten gelohnt: Während vor der Modernisierung und der Vergabe des Service an Unitechnik etwa 700 Positionen am Tag gepickt wurden, sind es heute bei gleicher Personalstärke rund 1.100. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 64 Prozent. Neben der erneuerten Anlagentechnik trägt auch die deutlich höhere Verfügbarkeit der Intralogistik zu dieser Leistungssteigerung bei. „Aufgrund von Störungen stand die Anlage früher etwa ein- bis zweimal im Monat für mehrere Stunden komplett still“, erinnert sich Ingo Frank. Der letzte größere Ausfall ist mittlerweile aber so lange her, dass er sich kaum noch daran erinnern kann. „Wenn die Anlage heute einmal steht, dann sind das geplante Teilstillstände, zum Beispiel um kleinere elektronische Komponenten auszutauschen. Außerhalb der planmäßigen Wartungsarbeiten kommt aber auch das nur äußerst selten vor“, so Frank abschließend. www.unitechnik.com www.turck.de

Bei einem Störfall gibt es einen Telefonsupport von Unitechnik. Außerdem können die externen Spezialisten viele kleinere Probleme per Fernwartung beheben.


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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

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Weil Undichtigkeiten eine Katastrophe wären Stillgelegte Deponie wird mit Dichtungskontrollsystem nachgerüstet Früher hatte praktisch jeder Ort seine eigene Mülldeponie. Diese werden zwar seit vielen Jahren nicht mehr genutzt, dennoch stellt gerade die Nachsorge für diese stillgelegten und rekultivierten Deponien Landkreise, Kommunen und Betreiber vor eine anspruchs- und verantwortungsvolle Aufgabe: Über viele Jahrzehnte hinweg müssen nämlich Deponie und Gelände überwacht und kontrolliert werden, um Emissionen auszuschließen. Ein Beispiel aus dem niedersächsischen Landkreis Friesland zeigt, wie das möglich ist. Der niedersächsische Landkreis Friesland ist eine beliebte Ferienregion am Jadebusen mit einer großen landschaftlichen Vielfalt mit Meer, Wäldern, Wiesen und Mooren. Östlich der Stadt Varel, umgeben von landwirtschaftlichen Nutzflächen, befindet sich das Gelände der ehemaligen Deponie VarelHohenberge. Bis zum Ende des Jahres 2004 wurden hier noch Abfälle aus dem südlichen Teil des Landkreises gelagert. Die Deponie umfasst heute zwei Deponiekörper. Es handelt sich hierbei um eine Altanlage von 1974 mit einer Erweiterung von 1980 sowie eine Neuanlage von 1992. Sie diente der Entsorgung von Hausmüll sowie hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen, Spuckstoffen aus der Kartonfabrik, Sperrmüll und sonstigen zugelassenen Abfällen. Nach der vollständigen Verfüllung der Deponie folgte die Setzung des Mülls. Dieser Vorgang dauerte bis ins Jahr 2012. Danach wurde die Deponie fachgerecht abgedichtet und rekultiviert. Diese Arbeiten sind umfassend und notwendig, um schädliche Umwelteinwirkungen durch Deponiegase oder verschmutztes Niederschlagswasser zu verhindern.

Für die Nachrüstung geeignet Über einen Zeitraum von rund 30 Jahren muss die Deponie nun regelmäßig kontrolliert und überwacht werden. Um das Risiko von Emissionen einzudämmen und eine langfristige Überwachung zu erleichtern, beschloss der Landkreis Friesland bei der Altanlage den nachträglichen Einbau eines flächendeckenden Dichtungskontrollsystems. Zum Einsatz kommt das Kontrollsystem geologger MPLE Carbon FS von Progeo. Dieses System

„Mit einer dauerhaften und zuverlässigen Messtechnologie unterstützt das flächendeckende Monitoringsystem den Instandhaltungsprozess der Deponie - über Jahrzehnte hinweg. Dies minimiert die Emissionsrisiken im Nachsorgezeitraum“, erklärt Progeo-Geschäftsführer Andreas Rödel. Zwar ist der Aufwand für den nachträglichen Einbau angesichts der anfallenden Bodenarbeiten relativ hoch, jedoch als Alternative zum Bau einer komplett neuen Abdichtung eine wirtschaftliche Lösung. Bilder: Progeo

eignet sich laut Hersteller für diesen Einsatzbereich besonders, da es eine zuverlässige und dauerhafte Überwachung der Oberflächenabdichtung und die Ortung von Leckagen ermöglicht. Zunächst wurde im Juni 2014 die 51.500 Quadratmeter umfassende Nordböschung des älteren, nördlich gelegenen Deponiekörpers mit dem Monitoringsystem ausgestattet. Dann folgte in einem weiteren Schritt die 2014 aus planerischer Sicht vorerst vom Auftrag herausgenommene Südböschung. Der Einbau des Dichtungskontrollsystems umfasst die Hauptfläche mit 26.900 Quadratmetern und die Deponieauffahrt mit 2.600 Quadratmetern. Ohne selbst verändert zu werden, wurde hierfür die bestehende Abdichtung der Deponie durch das System zu einer kontrollierbaren Oberflächenabdichtung nachgerüstet. Im Regelfall werden dazu eine Vielzahl

Alle Komponenten des Systems werden vorkonfektioniert auf die Baustelle geliefert. Bis zu 40 Messabgriffe sowie sieben Signalelektroden sind auf einem Kabel installiert. Dieses wird dann auf vorher eingemessenen Kabeltrassen abgerollt.

rasterförmig verlegter Messstellen unterhalb der Kunststoffdichtung und eine geringere Anzahl von Signalelektroden oberhalb der Abdichtung eingesetzt. Die Messstellen bestehen aus MPLE-Kabeln (Multi-PunktLinear-Elektroden), die in einem Abstand von fünf oder acht Metern einen sogenannten Messabgriff aufweisen - eine Stelle, über die der dauerhafte Erdkontakt hergestellt wird. Die Außenseite der Messabgriffe besteht aus Carbonfasergeflecht. Dabei handelt es sich um ein Material, das besonders gut leitfähig ist. Neben diesen Komponenten wird ein Bezugserder benötigt, der außerhalb der Abdichtungsfläche angeordnet ist. Da bei der Deponie die Dichtung allerdings bereits vor Jahren eingebaut wurde, war es nur möglich, die Komponenten des Dichtungskontrollsystems oberhalb der bestehenden Kunststoffdichtung einzubauen. „Das physikalische Prinzip funktioniert in beiden Fällen. Die Kunststoffabdichtung ist ein elektrischer Nichtleiter. Fließt ein Prüfstrom von den Signalelektroden durch die Dichtung gegen die Erde,

Im Zuge der Sicherungs- und Rekultivierungsmaßnahmen wurde die Oberfläche der Deponie angeglichen und mit einer Abdichtung versehen. Diese setzt sich aus Tragschicht, Kunststoffdichtungsbahn, geotextiler Dränmatte, Sandschutz- und Vegetationsschicht zusammen. Der anwuchsfähige Boden stellt einen dauerhaften und niedrigen Bewuchs sicher, da tiefer gehende Wurzelbildung zu einer Beschädigung der Kunststoffdichtungsbahn bzw. Drainage führen kann.

kommt es infolge einer Leckage zu einer geänderten Spannungsverteilung in den Schichten - eine Art lokaler Kurzschluss“, erklärt Dr.-Ing. Bernd Kallies, Leiter Anwendungstechnik bei Progeo. Anhand der Veränderungen ermittelt das System, ob Schadstellen in der Abdichtung vorliegen, und ortet diese. Leckagen, über die Niederschlagswasser in den Deponiekörper gelangt, können auf diese Weise schnell erkannt und gezielt instand gesetzt werden. Beim kompletten Neubau einer Abdichtung erfolgt die Verlegung auf der jeweiligen Schichtebene. Bei einer nachträglichen Installation, so wie dies bei der Deponie der Fall war, müssen zunächst mithilfe eines Kleinbaggers schmale Gräben ausgehoben werden. Darin werden anschließend die Mess- und Signalkabel verlegt.

Die Verlegetiefe beträgt etwa 20 Zentimeter über der Kunststoffdichtungsbahn. Im Bodenaufbau befindet sich dort der Übergang zwischen Sandschutz- und Vegetationsschicht. Beim Ausschachten ist dieser Übergang einfach zu treffen und verhindert die Vermischung beider Schichten. Auch gewährleistet der Abstand Schutz vor einer Beschädigung der Abdichtung im Zuge der Bodenarbeiten. Nach der Verlegung werden sämtliche Kabel aus der Abdichtungsfläche bis zu den Feldverteilern geführt und dort auf ein Steckersystem aufgeklemmt. In Varel-Hohenberge entschied man sich für eine stichtagsbezogene Messung. Hierbei wird ein mobiles Messsystem an die Steckkontakte im Feldverteiler angeschlossen und eine automatische Messung durchgeführt. www.progeo.com

Betonflächen schnell, belastbar und dauerhaft reparieren Schäden an Betonflächen lassen sich mit den zweikomponentigen, lösemittelfreien MMA-Mörteln Silikal R 17 und Silikal R 16 laut Hersteller schnell und zuverlässig instandsetzen. Das System R 17 bietet sich dabei für mechanisch stark beanspruchte Verkehrsflächen wie für lokale Reparaturen im Innen- und Außenbereich an. Zur Sanierung normal beanspruchter Betonflächen im Innen- und Außenbereich lässt sich R 16 einsetzen. Diese Variante kommt ohne vorhergehende MMA-Grundierung aus. Der Reaktionsharzmörtel R 17 zeichnet sich laut Hersteller durch besonders hohe Druck- und Biegezugfestigkeit und einen sehr geringen linearen Schwund aus. Letzteres ermöglicht unter anderem das Ausfüllen größerer Unebenheiten mit Schichten ab 6 Millimetern. Durch die Zugabe von Grobkorn können sogar Schichtstärken von über 100 Millimetern realisiert werden. Bereits nach nur einer Stunde ist der aufgebrachte Mörtel ausgehärtet und belastbar. Damit bewährt sich R 17 als Betonersatzsystem bei Anwendungen mit besonders engem Zeitfenster, wie zum Beispiel bei Reparaturen an Rollfeldern auf Flugplätzen, an Betonfahrbahnen von Auto-

Ohne größere Betriebsunterbrechungen und teure Ausfallzeiten lassen sich Flächen mit dem System R 17 ausbessern und sofort wieder im üblichen Maße beanspruchen. Es gibt sogar eine Lösung für Sanierungsmaßnahmen bei Temperaturen im Minusbereich. Bild: Silikal

bahnen oder auch zu Betonsanierungen in Industriebereichen. Diese Lösung eignet sich auch für das Vergießen von Maschinenfundamenten und für das Einrichten von Brückenlagern. Selbst zur Sanierung von Schienenlagern wird das System verwendet. Für die Instandsetzung

normal belasteter Betonbodenflächen bietet sich der Methacrylatharzmörtel R 16 an. Das ebenfalls schnellhärtende System zeichnet sich außerdem durch sehr geringen linearen Schwund aus und bietet dabei eine mittlere Druck- und Biegezugfestigkeit. Es kommt ohne Grundierung aus. www.silikal.de


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DRUCKLUFT TECHNIK

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Rechtzeitig analysieren statt nur reagieren Wie Boge das Konzept der vorausschauenden Wartung bereits heute realisiert Wenn eine Anlage ungewollt stillsteht oder auch nur die Leistung nachlässt, explodieren die Kosten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass jeder Service, der einen Stillstand vermeidet oder schnell beendet, sich zeitnah auszahlt. Inwieweit dies angesichts immer komplexerer Technologien und Anlagen möglich ist, zeigt das Beispiel des Kompressorenherstellers Boge mit seinem Aftermarket-Programm Selectcair und der dazugehörigen Option Boge Analytics. Die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer Anlage oder Maschine entscheidet sich nicht im Entwicklungslabor, denn jedes technische Problem und der Ver-

schleiß nagen an der so oft propagierten Gesamtanlageneffektivität. Natürlich gilt diese Tatsache auch für Spitzentechnologie im Druckluftbereich.

Insofern ist es nur konsequent, dass Boge seinen High Speed Turbokompressor (HST) mit einem Servicekonzept unter dem Namen Selectcair kombiniert. Das zentrale Kundenversprechen lautet dabei zunächst einmal „24Stunden-Recovery“. Anders gesagt: Die Servicetechniker benötigen garantiert nur maximal 24 Stunden, um eine stillstehende Maschine wieder in Betrieb zu nehmen.

Der Blick in die Zukunft Damit es aber erst gar nicht zu einem Stillstand kommt, geht der Kompressorenhersteller mehrere Schritte weiter und bietet seinen Kunden zusätzlich ein umfassendes Software- und Dienstleistungspaket unter dem Namen Boge Analytics an. Die dazugehörende intelligente Datenanalyse sorgt kundenindividuell für gezielte Leistungssprünge in der Produktion. So ist es zum Beispiel möglich, die Maschinenperformance umfassend auszuwerten und die Effektivität der Maschine kontinuierlich zu steigern. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Fernüberwachung Airstatus, die in allen Maschinen ab

Im Bereich des Service setzt Boge auf Selectcair und Analytics. Das bedeutet, dass der Kompressorenhersteller gemeinsam mit den Anwendern sicherstellt, dass jede Anlage immer auf dem neusten Stand bleibt, umfassend überwacht ist und ihre Performance kontinuierlich ausgewertet wird. Bilder: Boge

Werk integriert ist: Von jedem beliebigen Ort aus können Kunden ihre Druckluftanlage analysieren und kontrollieren. Ein für das Serviceversprechen von Analytics entscheidendes Element ist die Software des Elektrotechnikunternehmens Weidmüller, eines Anbieters von Lösungen für die Industrial Connectivity und Industrial-Analytics. Mithilfe dieser Software werden Fehler oder Betriebsanomalien aufgedeckt, bevor sie zu einem Schaden führen - das Ganze ist also ein wirkungsmächtiger Blick in die Zukunft, mit dem man verhindert, dass aus einer kleinen Störung ein größerer Schaden wird. „Der Startschuss für das Projekt fiel im Oktober 2016. Wir haben zunächst eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und dabei untersucht, ob Weidmüller uns mit einer individuellen AnalyticsLösung helfen kann“, erklärt Georg Jager, kommissarischer Teamleiter Turbomaschinen bei Boge und betont: „Heute steht fest: Anomale Zustände und

Fehlermuster erkennt die gemäß unseren Anforderungen maßgeschneiderte Analytics-Lösung zuverlässig.“ Bevor es so weit war, haben die Spezialisten von Weidmüller allerdings eine aufwendige Datenanalyse verantwortet und anhand der Ergebnisse eine individuelle Analytics-Lösung für die Anforderungen des High Speed Turbokompressors entwickelt.

Gezielte Datenauswahl und -bewertung Die Aufgabenstellung war dabei ganz konkret formuliert: Welche Daten sind relevant, um einen konkreten Schaden am Kompressor zu prognostizieren? Die Grundvoraussetzung für den Erfolg von Predictive Maintenance ist dabei die Quellenlage, wobei alle Daten von Messtechnikkomponenten stammen, die ohnehin im Kompressor vorhanden sind. Es muss also keine Sensorik nachgerüstet werden. Weiter auf Seite 31

Energieeffizienz an erster Stelle Kaeser zeigt auf der EMO u.a. ASD-Kompressoren mit Synchronreluktanz-Motoren Eine effiziente Druckluftversorgung beginnt bei wirtschaftlichen Komponenten, doch es spielen noch eine Reihe von anderen Faktoren eine Rolle. Welche dies sind und wie eine wirtschaftliche, energieeffiziente und integrierte Druckluftversorgung aussieht, zeigen die Spezialisten von Kaeser auf der EMO 2017, die in der Zeit vom 18. bis 23. September in Hannover stattfindet. Die frequenzgeregelten ASDKompressoren-Reihe von Kaeser, welche auf der EMO 2017 zu sehen ist, wird nun erstmals serienmäßig mit einem Synchronreluktanz-Motor ausgerüstet. Dieser weist gerade im Teillastbereich gegenüber Asynchronmotoren deutlich geringere Verluste auf. Grundsätzlich werden alle Schraubenkompressoren ab 30 kW und größer mit IE4-Motoren ausgestattet. Diese bieten, so der Hersteller, den derzeit höchsten Wirkungsgrad, wodurch der Stromverbrauch der Kompressoren weiter gesenkt werden kann. Durch ergänzende Weiterentwicklungen am Schraubenkompressorblock, also direkt dort, wo die Druckluft entsteht, konnte durch Optimierungsmaßnahmen und Verbesserung am Sigma Profil bei Schraubenkompressoren 75 kW und größer Verbesserungen bezüglich der spezifischen Leis-

Bild: Kaeser

tung um bis zu 12 Prozent erreicht werden, betonen die Verantwortlichen. Welche dies sind, erfahren Interessenten am Messestand. Die neuen Schraubenkompressoren der DSD- und FSD-Baureihe jedenfalls punkten laut Hersteller mit einer verbesserten Wirtschaftlichkeit und gesteigertem Volumenstrom, was sich positiv in der Energiekostenbilanz bemerkbar macht. Ein weiteres Messethema ist die Vernetzung und Kommunikati-

onsfähigkeit von Maschinen im Hinblick auf das Thema Industrie 4.0. Damit zukünftig auch sogenannte kleine Schraubenkompressoren (2,2 bis 22 kW) in entsprechende Umgebungen eingebunden werden können, erhalten künftig die Schraubenkompressoren der Baureihen SX - ASK serienmäßig die kommunikationsfähigen Kompressorsteuerung Sigma Control 2. www.kaeser.de


DRUCKLUFT TECHNIK

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Fortsetzung von Seite 30 „Die Werte stammten zu Beginn noch aus circa 20 verschiedenen Quellen“, erklärt Dr. Carlos Paiz Gatica, Produktmanager Industrial Analytics Solutions bei WeidmĂźller. „Sie geben zum Beispiel Auskunft Ăźber interne und externe Bedingungen wie Temperaturen und Druckverhältnisse oder den Verlauf des Stromverbrauchs.“ Um die Relevanz dieser Datenreihen einschätzen zu kĂśnnen, haben die Data Scientists aus dem Industrial-Analytics-Team von WeidmĂźller mithilfe mathematischer Verfahren alle Daten untersucht, die eigentliche Datenqualität beurteilt und gemeinsam mit dem Kompressorenhersteller Ăźber ihre Relevanz entschieden. „Wir benĂśtigen an dieser Stelle spezifisches Know-how zum Druckluftsystem, denn in die Bewertung flieĂ&#x;t eine umfassende Betriebserfahrung ein, die auf allen Maschinen im Feld basiert“, erklärt Gatica. AnschlieĂ&#x;end sortierten die Experten von WeidmĂźller radikal aus - deutlich weniger Datenquellen blieben am Ende Ăźbrig. „AuĂ&#x;erdem mussten wir nach und nach lernen, wie die Messwerte miteinander korrelieren. Es kommt nicht auf einen einzelnen Wert, sondern auf Datenmuster an. So entsteht gewissermaĂ&#x;en ein komplexes Datenmodell der Normalität, mit dessen Hilfe wir den Schadensfall präzise vorhersagen, wenn die Werte in einer bestimmten Weise vom gelernten Modell abweichen“, erklärt der Spezialist. Dabei ist auĂ&#x;erdem wichtig, dass dieses System laufend hinzulernt. Mit jeder neuen Fehlermeldung und anhand von RĂźckmeldungen des Bedieners verändert sich das Modell. Die Analytics-LĂśsung ist so konzipiert, dass sie aus nicht bekannten Situationen lernt - berechnete Vorhersagen werden also Ăźber die gesamte Betriebszeit des Kompressors immer präziser.

Prognostizieren und verhindern Letztlich profitiert der Anwender von einer Software, die konkret darĂźber Auskunft gibt, wie viele Minuten oder Stunden es noch dauert, bis ein technisches Problem an der Maschine entsteht. Interessanterweise entscheidet dann der weitere Einsatz des Kompressors darĂźber, ob dieser Wert Bestand hat: Verändert sich das Einsatzszenario und die Maschine wird zum Beispiel geschont, verlängert sich die angezeigte „Restlaufzeit“. In jedem Fall lassen sich grĂśĂ&#x;ere Schäden an der Technologie verhindern, wenn Anwender rechtzeitig reagieren und einen Serviceeinsatz oder ein Wartungsintervall einleiten - und genau hier schlieĂ&#x;t sich der Kreis fĂźr Boge, denn das gesamte Servicepaket der Druckluft-

spezialisten basiert auf dem Prinzip „Sicherheit geht vor“. Es wird also alles unternommen, damit die Maschine so wenig und so kurz wie mĂśglich während ihres Lebenszyklus stillsteht. Eine Investition in Redundanzanlagen ist nicht mehr nĂśtig - und das ist ein riesiger Vorteil fĂźr den Kunden. Georg Jager von Boge erklärt abschlieĂ&#x;end: „Predictive Maintenance ist hierbei wichtig, weil sich so Serviceeinsätze natĂźrlich noch frĂźher planen lassen. Die Maschine wird lediglich fĂźr die Zeit der Wartung kurz abgeschaltet und unnĂśtig lange Stillstandszeiten gehĂśren der Vergangenheit an. Wir sind Ăźberzeugt davon, dass sich diese Technologie im Druckluftmarkt durchsetzt und neue Benchmarks setzt.“ Peter Boldt, Leiter Forschung und Entwicklung bei Boge Kompressoren www.boge.de

Ein HerzstĂźck ist die individuell auf die Anforderungen abgestimmte Analytics-Software von WeidmĂźller. Mit ihr werden Fehler und Betriebsanomalien aufgedeckt, bevor sie zu einem grĂśĂ&#x;eren Schaden fĂźhren kĂśnnen.

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Ingersoll Rand bietet jetzt drei flexible Care-Serviceprogramme an Der weltweite Anbieter von Drucklufttechnologie und -dienstleistungen Ingersoll Rand offeriert unter anderem in Europa, Asien und Nordamerika drei neue Serviceprogramme. Kunden kĂśnnen damit Service, Reparatur und Wartung aller Druckluftgeräte im Betrieb von professionell geschulten Technikern des Unternehmens Ăźberwachen lassen. Im Detail umfasst das Portfolio folgende Optionen: Package-Care, Planned-Care und Parts-Care. Kunden, die das Betriebsrisiko ihrer Geräte komplett auf Ingersoll Rand Ăźbertragen mĂśchten, kĂśnnen dazu Package-Care nutzen. Hierbei Ăźbernimmt das Druckluftunternehmen die Verantwortung fĂźr geplante Wartungsarbeiten und verwendet vorausschauende Analysetools, um unerwartete Ausfälle in der Produktion des Kunden zu verhindern. Im Zuge des Programms warten und reparieren Servicetechniker die Anlagen proaktiv, um kleine Probleme zu beheben, bevor sie zu groĂ&#x;en Baustellen werden. Planned-Care hingegen bietet Kunden die Option, die Verantwortung fĂźr den Service teilweise abzugeben. Im Rahmen dieses Programms verwaltet Ingersoll Rand die vorbeugende Wartung durch die Planung und DurchfĂźhrung von Wartungsarbeiten. Die Grundlage hierfĂźr ist ein Plan mit dem Schwerpunkt auf vorbeugender Wartung. Durch die Nutzung von werksgeschulten Technikern senken Kunden laut Serviceanbieter die Risiken fĂźr unvorhergesehene Ausfälle und stellen die VerfĂźgbarkeit ihrer Anlagen sicher.

Parts-Care schlieĂ&#x;lich zielt auf Kunden, die die Wartung selbst durchfĂźhren kĂśnnen, doch die Vorteile einer Verwendung von Originalersatzteilen fĂźr ihre Anlagen erkennen. Bei diesem Programm erhalten Kunden die erforderlichen VerschleiĂ&#x;teile in regelmäĂ&#x;igen Lieferungen, die auf ihren jährlichen Anlagenbetrieb zugeschnitten sind. Bei dieser Option behal-

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Einlagige E Gewebekompensatorenn (PFE) E Einlagige Gewebekompensatoren Ge webekompensatorenn (PFE) Temperaturbereich: -60°C bis +2 200°C TTemperaturbereich: emperaturbereich: -60°C bis +2 +200°C 200°C

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Gummi- und ElastomerGummi- und ElastomerKompensatoren (PGU) KKompensatoren ompensatoren (PGU) Temperaturbereich: TTemperaturbereich: emperaturbereich: -50°C bis +130°C -50°C bis +130°C

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ten die Spezialisten dennoch die Serviceanforderungen im Auge, d.h. Kunden mßssen sich nicht sorgen, dass Wartungspläne verpasst werden, die einen Garantieverlust nach sich ziehen. Fßr Kompressoren ßber 37 kW umfasst das Programm auch zweimal im Jahr Inspektionen und vorausschauende Diagnosen. www.ingersollrandproducts.com

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Das „Aufhängen“ erspart hier Kabelbrüche Kabelstrümpfe ermöglichen z.B. den störungsfreien Betrieb von Windkraftanlagen Pro Windkraftanlage sind bis zu 35 Kabel nötig. Sie transportieren den Strom vom Rotor den Turm hinab und via Übertragungsleitungen und Umspannung zur Netzeinspeisung. Herausfordernd hierbei ist, dass die Kabel selbst bei Schwankungen des Turms nicht umherschwingen dürfen. Zudem lastet das gesamte Kabelgewicht auf der Aderanschlussstelle. Beides begünstigt Schäden am Kabel. Doch man kann vorbeugen und sogar vorhandene Systeme nachrüsten. Die rund 28.200 deutschen Windkraftanlagen produzierten 2016 zusammengenommen rund 80 Milliarden Kilowattstunden Strom und hatten damit einen Anteil an der gesamten Stromproduktion hierzulande von 12,3 Prozent. Damit hat Deutschland den Platz eins in Europa und den Platz drei weltweit bei dieser Art der Energieerzeugung inne. Obwohl die Windkraftanlagen von außen unkompliziert aussehen, müssen für die Stromproduktion zahlreiche Probleme gelöst werden. Eines findet sich bei den Kabeln. „In den Türmen der Windkraftanlagen hängen Kabel oben am Generatorhaus und müssen nach unten zum Umspannen verteilt werden“, erklärt Hans Benkert, CEO von Rupi-Cologne, Hersteller von Kabelstrümpfen. Besonders im Turm der Anlage dürfen aber die freihängenden Kabel nicht herumschwingen, sondern sie müssen sicher fixiert sein. Prekär hierbei sind besonders der Platzmangel und die Bewegung im Generatorhäuschen, bei der sich Kabelmäntel leicht durchscheuern. Hinzu kommt, dass das komplette Kabelgewicht auf der Aderanschlussstelle lastet, was Aderbrüchen Vorschub leistet, welche letztendlich zu herunterfallenden Kabeln und Ausfällen in der Stromgewinnung führen.

Herstellung in Handarbeit Die Lösung von Rupi-Cologne besteht nun darin, das Kabel durch einen passenden Kabelstrumpf oben abzufangen und zu sichern. Bei dem Kabelstrumpf handelt es sich um einen aus Litzen geflochtenen Überzug mit Halterung. „Sie halten Kabel am Platz und entlasten sie, um Aderbrüche und -abrisse zu vermeiden“, betont Benkert. Die Strümpfe werden von Hand geflochten, wobei es Einzieh-, Nachzieh- und Verbindungsstrümpfe gibt. Für die Leitungen vom Windkraftwerk hin zur Umspannstation sind insbesondere die Einzieh- und Nachziehstrümpfe RP 100, 200 und 300 interessant. Des Weiteren gibt es für den Turm Halte- und Montagestrümpfe in geschlossener und offener Form. Die geschlossene Form wird über das Kabel gestülpt. Die offene Form ist an der Längsseite offen. Dort wird das Kabel eingelegt und der Strumpf durch nachträgliches Einflechten einer Bindelitze verschlossen. Danach werden die Enden der Bindelitze mittels Zange verdreht und gesichert. „Den RP 600 gibt es bereits seit 1968 in unserem Sortiment“, be-

Die Produkte der RP 600 Reihe sind in der Standardlänge 700 Millimeter lieferbar, wobei auf Wunsch auch Längen bis 8 Meter möglich sind. Der Durchmesser ist zwischen 10 und 80 Millimetern wählbar.

richtet Benkert. „Ursprünglich wurde er als normaler Kabelmontagestrumpf entwickelt. Später stellte sich heraus, dass die Reihe, welche einen Montage-, Halteund offenen Strumpf umfasst, besonders für die Anforderungen im Turm eines Windkraftwerks geeignet ist. Seitdem haben wir unsere Strümpfe beständig im Hinblick auf Zugbelastung, Durchscheuer- und Brandverhalten verbessert.“ Bei der Neuinstallation einer Anlage wird der Montagestrumpf aus Edelstahl verwendet, der dann im Turm verbleibt. Montagestrümpfe sind mindestens zweilagig, können aber je nach Bedarf beliebig viele Lagen haben. Der RP 600 mit seitlicher Aufhängung ist an beiden Enden offen. Anwendung findet er hauptsächlich bei der Befestigung, beim Halten und Montieren sowie bei zugentlastender Aufhängung beweglicher Kabel. Sein Vorteil liegt in der seitlichen Aufhängungsart, welche punktförmige Belastungen und somit Aderbrüche vermeidet.

Darum hängt der Strumpf im Bogen Des Weiteren wird der Strumpf mit einer Zugabe versehen, sodass er in einem leichten Bogen hängt. Dann wird das Kabel angeklemmt. Kommt nun unten an das Kabel Zug, spannt sich der Kabelstrumpf und hält allein durch das nach unten wirkende Gewicht das Kabel am Platz. Bei richtiger Montage wird so ein Aderbruch aufgrund eines mit Zug überlasteten Kabels ausgeschlossen. Der einlagige Haltestrumpf RP 600 H hingegen wird bei kurzfristiger Montage von freihän-

genden Kabeln eingesetzt und findet in der Windkraftanlage bei Kabelwechselarbeiten Verwendung. Mit dem Modell lassen sich laut Hersteller Kabel ohne Gefahr von Aderbrüchen sicher befestigen. Die Aufhängung erfolgt mit einer aufgepressten, flexiblen Öse statt einer herkömmlichen Schellenund Klemmbefestigung. Der geteilte Strumpf RP 600 G ist längsseitig offen, wodurch er sich besonders für das Kürzen von Kabeln eignet. Dabei wird der Strumpf an die gewünschte Stelle des Kabels gesetzt und wieder zugeschnürt. Der ursprüngliche Kabelstrumpf kann dann entfernt

Seine hohe Flexibilität bekommt der RP 600 zum einen durch die Verwendung von Feinstseilen mit Stärken von 0,5 bis 2,6 Millimetern. Stärkere Durchmesser würden nämlich dazu führen, dass die Stränge nicht mehr so biegsam wären, wie es für die Verarbeitung erforderlich ist. Zum anderen resultiert die Flexibilität des Strumpfes aus der manuellen Flechtart. Dadurch sind die Seile nicht gereckt und besitzen einen Memory-Effekt, der bewirkt, dass sie immer wieder in ihre Ausgangsposition zurückspringen. Bilder: rupi-Cologne

und das Kabel gekürzt werden, während der geteilte Strumpf für den Haltepunkt sorgt. Nach dem Kürzen kann erneut der Montagestrumpf verwendet werden. Derzeit entwickelt das Unternehmen übrigens einen neuen Kabelstrumpf für die Windenergie, der den Brandschutz in

Windkraftanlagen beträchtlich erleichtern soll. Anstoß gaben jüngste Vorkommnisse an Anlagen in Norddeutschland, welche in Brand geraten waren. Der neue Kabelstrumpf besteht aus einem selbsterlöschenden Material. www.rupi-cologne-inc.de

E-Ketten überwachen - Sicherheit schaffen Betriebszustände aller Energieketten mit nur einem Modul überwachen Igus hat unter dem Begriff „isense“ eine Produktfamilie entwickelt, bei denen Sensoren und Überwachungsmodule die Kunststofflösungen wie E-Ketten und Steuerleitungen intelligent machen. Das isense EC.RC (e-chain Run Control) von Igus überwacht den Betriebszustand von E-Ketten, indem Sensoren durchgehend die Position der Energiekette messen und überprüfen. Auf diese Weise wird bei mechanischen Störungen ein Weiterlaufen der Anlage verhindert. Totalschäden an der Kette oder ein elektrisches Abschalten, beispielsweise durch Leitungsschäden, sollen damit endgültig der Vergangenheit angehören. Einen weiteren Schritt in Richtung Smart Maintenance geht das Unternehmen mit dem EC.M Modul. Dieses wird auf dem Mitnehmer der Kette montiert. Es nimmt eigenständig dessen Zustand über Beschleunigung, Geschwindigkeit, Temperatur und zurückgelegte Zyklen auf. Daraus kann wiederum die zurückgelegte Strecke sowie die verbleibende Standzeit des Systems abgeleitet werden. Optimiert wurde von Igus auch das CF.Q Modul, mit dem die Daten der Chainflex-Leitungen gesammelt werden. Durch kontinuierliche Messung der elektrischen Eigenschaften in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur und der Zyklenzahl wird ein möglicher Ausfall der Leitung rechtzeitig vorhergesagt. Das Kommunikationsmodul icom, das alle Werte dieser Systeme sammelt und übermittelt, weiterentwickelt und kommuniziert, funktioniert jetzt weitgehend kabellos. Unter anderem auch dadurch, dass für mehrere Systeme nur noch ein einziges Modul benötigt wird, lässt es sich laut Hersteller noch einfacher in die

Bild: Igus

bestehende Produktion integrieren. Zusätzlich lassen sich datengenerierende Einheiten

anderer Hersteller, die den Status überwachen, damit verbinden. www.igus.de

Zart besaitet, aber dennoch hart im Nehmen Murrplastik ergänzt mit der MP 20.2 die Energieführungskettenproduktfamilie Multi-Line um eine einteilige, robuste und - wie der Hersteller betont - preiswerte Version für den Einsatz an kleinen und schnellen Handlings- und Montagerobotern. „Die neue MP 20.2 weist eine Stabilität und Laufruhe aus, wie man sie bis dato nur von größer dimensionierten Energieführungsketten kannte“, betonen die Spezialisten des Herstellers. Angeboten werden 20 Varianten mit Kettenbreiten von 15, 25, 38 und 50 Millimetern und mit

Radien von 38, 48, 75, 100 bis hin zu 125 Millimeter. In der Kette mit der Innenhöhe von 20 Millimetern und der Außenhöhe von 25 Millimetern sind 29 Kettenglieder pro laufendem Meter, genauer gesagt auf 1,15 Meter verbaut. Ein Trennsteg kann optional zur Trennung der Leitungen eingesetzt werden. Die Kettenglieder lassen sich am Innenbogen öffnen. Der maximale Verfahrweg be trägt bei hängendem Einsatz acht und bei stehendem drei Meter. www.murrplastik.de


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Weil Ausfälle hier richtig ins Geld gehen Schlüsselfertiges Energieführungssystem überzeugt im Einsatz bei einer Containerbrücke Die Contargo Rhein-Neckar GmbH verfügt über sogenannte trimodale Terminals im Ludwigshafener Kaiserwörthhafen und im Mannheimer Handelshafen. „Trimodal heißt, dass die Übergänge von Schiff zu Bahn und Lkw perfektioniert sind“, erklärt Andreas Roer, der Geschäftsführer. Dazu tragen maßgeblich die Ship-to-Shore-Verladebrücken bei, die in den Terminals für den reibungslosen Transport der Container zwischen den Schiffen und dem Festland sorgen. Diese speziellen Krane müssen rund um die Uhr laufen und werden dabei stark beansprucht. Stehen sie still, kosten die Ausfall- und Stillstandzeiten bares Geld - viel Geld. So geschehen beim „Kran 2“ der Umschlaganlage - hier war die alte Energieführungskette den Anforderungen nicht gewachsen. Der Kran 2 in Ludwigshafen musste wöchentlich gewartet werden, Dies war aufwendig - zu aufwendig, denn die Stillstandszeiten und Ausfallskosten waren entsprechend hoch. Erschwerend kam hinzu, dass der Kran im Betrieb extrem laut war: Kreischende Geräusche hatten bereits zu Beschwerden aus den angrenzenden Wohngebieten geführt. Dabei war das Problem gar nicht einmal der Kran selbst, sondern die eingesetzte Energieführungskette. Sie verursachte den Lärm, was man zunächst mit einer Reihe von Maßnahmen zu beheben versuchte. Zuerst wurde ein mitfahrender Grafitstift verbaut, was allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis führte.

Ja, es geht auch flüsterleise Dann wurde ein Zentralschmiersystem installiert, das die Rollenlaufflächen am Führungskanal kontinuierlich schmierte. Doch auch hier blieb der Erfolg weitestgehend aus, zumal die Zentralschmierung zu einer erheblichen Verschmutzung der Anlage durch das Schmiermittel führte. Dies wiederum machte viele Wartungseinsätze nötig. Häufig mussten dabei defekte Teile ausgetauscht werden. Schließlich stieg dann die Kette auf und hing nur noch girlandenförmig neben dem Führungskanal. Kette und Leitungen wurden dabei beschädigt. „Spätestens da war klar, dass wir ein neues Energieführungssystem benötigten“, bestätigt der Geschäftsführer Andreas Roer der Contargo RheinNeckar GmbH. Das Unternehmen kontaktierte daraufhin mehrere Anbieter und bat um Lösungsvorschläge. Trotz der schlechten Erfahrungen mit dem alten System sollte erneut eine Energieführungskette zum Einsatz kommen. „Bei unseren Containerbrücken gibt es dazu keine Alternative, hier eignet sich weder ein Festoon-System noch eine Stromschiene“, erläutert Roer. Der Kran muss nämlich für ein kleineres Portal unterfahrbar sein, wobei ein Festoon mit herunterhängenden Leitungsschlaufen im Weg wäre. Beim Einsatz einer Stromschiene hingegen wäre die maximale Breite des Systems aufgrund der hohen Anzahl an Leitern deutlich überschritten worden. Am Grundprinzip mit der Energieführung wurde also nicht gerüttelt - aber sonst sollte bzw. musste sich einiges ändern, vor

Sollten die auswechselbaren Gleitschuhe verschlissen sein, können diese einfach erneuert werden.

allem bezüglich der Lautstärke. Die Verbesserungen in diesem Bereich sollten per Vergleichsmessungen eindeutig nachweisbar sein. Weitere Anforderungen waren eine wartungsfreundliche Konstruktion und eine hohe Anlagensicherheit. Selbstverständlich mussten auch die allgemeinen Spezifikationen erfüllt werden: Für den Kran des Herstellers Gottwald wurde ein gegenläufiges System mit einem Verfahrweg von 109 Metern benötigt, das Geschwindigkeiten von bis zu 2 m/s, Beschleunigungen von bis zu 0,5 m/s² und eine Zusatzlast von 17,2 kg unterstützt. Andreas Roer ergänzt: „Das Projekt sollte außerdem vom Anbieter komplett konzipiert und realisiert

werden, vom Rückbau des alten Systems bis zur Inbetriebnahme und Wartung der neuen Lösung.“ Nach der Sichtung der Angebote entschied sich Contargo für eine Zusammenarbeit mit Tsubaki Kabelschlepp: Vor allem die in Aussicht gestellte erhebliche Reduzierung der Geräuschemissionen überzeugte die Ludwigshafener. Das Team rund um Projektleiter Thorsten Serapinas implementierte hierfür innerhalb von zehn Monaten ein schlüsselfertiges System, bestehend aus einer Energieführungskette inklusive einem Leitungspaket und einem Führungskanal mit aufklappbaren Abdeckungen und Aufstiegschutz. Eingesetzt wird die Kette MC1300 mit Gleitschuhen und RM-Stegen. „Die M-Serie gehört zu unserer flexiblen Vario-Line“, erklärt Peter Sebastian Pütz, Key Account Manager beim Hersteller. „Es handelt sich dabei um eine multivariable Energieführung mit vielfältigen Stegvarianten.“ Die robusten Energieführungsketten überzeugen laut Hersteller unter anderem mit einer besonders stabilen Konstruktion der Laschen und einem minimierten Gelenkverschleiß durch das Topf-

Momentan gibt es bei Kran 1 in Ludwigshafen ähnliche Probleme wie ehemals bei Kran 2. Deshalb wird auch bei dieser Containerbrücke eine Generalüberholung des Energieführungssystems erwogen. Bilder: Tsubaki Kabelschlepp

deckel-Prinzip: Hierbei werden die Zug- und Schubkräfte nicht wie üblich über die Bohrung-BolzenVerbindung, sondern über das großflächige, gekapselte Anschlagsystem übertragen. Auswechselbare Gleitschuhe sorgen für eine lange Lebensdauer auch bei hoher Beanspruchung. Außerdem können sie, wenn sie dennoch einmal verschlissen sind, einfach erneuert werden.

Es wurde ein schlüsselfertiges System, bestehend aus einer Energieführungskette inklusive Leitungspaket und einem wartungsfreundlichen Führungskanal implementiert

Die Typenreihe MC1300 ist außerdem mit lösbaren Aluminiumrahmenstegen ausgerüstet, Letztere sind in verschiedenen Massiv-Ausführungen erhältlich. Bei Contargo kommen Rahmenstege des Typs RM zum Einsatz. Sie sind vierfach verschraubt und beidseitig leicht und schnell zu öffnen. Mit einem maximalen Verfahrweg von 350 Metern, einer maximalen Verfahrgeschwindigkeit von 5 m/s und einer Beschleunigung von 25 m/s² erfüllt die MC1300 sämtliche Rahmenbedingungen der Containerbrücke. Eine geschlossene, aber aufklappbare Dachkonstruktion vereint Wartungsfreundlichkeit mit einem guten Schutz. Andreas Roer bestätigt: „Die neue Energieführungskette läuft im Vergleich zu ihrem Vorgänger sehr leise. Auch die durchdachte Gehäusekonstruktion hat alle unsere Erwartungen erfüllt.“ www.kabelschlepp.de

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Manipulation von Schutzeinrichtungen Eine App identifiziert Schwachstellen im Schutzkonzept von Maschinen Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) sind mehr als ein Viertel aller Arbeitsunfälle an Maschinen auf manipulierte Schutzeinrichtungen zurückzuführen. Wenn eine oder mehrere Schutzeinrichtungen das Ausführen bestimmter Arbeitsaufgaben erschweren - und hier ist die Wartung und Instandsetzung besonders betroffen -, stellt dies einen großen Anreiz dar, diese vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen zu umgehen. Je größer der Vorteil ist, desto eher wird die Schutzeinrichtung umgangen. Grund genug, aktiv zu werden. Wie schnell es gehen kann, zeigt ein Beispiel, das die schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA öffentlich gemacht hat. Ein

50 Jahre alter Polymechaniker, der seit 20 Jahren bei dem gleichen Maschinenbauunternehmen angestellt ist, bediente nicht nur eine

V-LINE DIE NEUE FORMEL FÜR DIE LAGERUNG VON GEFAHRSTOFFEN

Drehmaschine, sondern war auch für die Störungsbehebung an ebendieser zuständig. Im Rahmen dieser Tätigkeiten wollte er den Werkzeugrevolver der Drehmaschine neu justieren. Nach Abschluss dieser Arbeiten musste er noch ein vorher entferntes Schutzblech am Werkzeugrevolver wiederanschrauben. Dazu beugte er sich tief in den Bearbeitungsraum der Maschine. Allerdings verlor der Mechaniker beim Festziehen der Schrauben das Gleichgewicht. Um nicht zu fallen, versuchte er sich am Gehäuse der Maschine festzuhalten und betätigte dabei ungewollt den Vorschubtaster auf der Bedienungskonsole. Dies führte dazu, dass der Werkzeugrevolver sich blitzschnell nach vorne bewegte und den Kopf und den Oberkörper gegen die Werkstückspindel drückte - und zwar so fest, dass des dem Mann nicht möglich war, sich selber zu befreien. Über eine Stunde steckte er fest, erlitt mehrere Knochenbrüche und Platzwunden. Erst nach mehreren Operationen und vielen Wochen in der Reha war der Mann wieder gesund und arbeitsfähig. Der Geschäftsführer wurde aufgrund des Vorfalles wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 7.800 Franken verurteilt und musste darüber hinaus die Verfahrenskosten tragen. In der Analyse des Unfalls zeigten sich gleich mehrere Fehler: So hätten in einem allerersten Schritt

Im Schnitt werden laut der DGUV ein Drittel aller Schutzeinrichtungen an industriell genutzten Maschinen regelmäßig manipuliert. Die Folge sind Jahr für Jahr mehrere Tausend Unfälle - auch tödliche. Eine App soll nun helfen. Bild: DGUV

die Drehmaschinen ausgeschaltet und gegen ein Wiedereinschalten gesichert werden müssen. Zudem wurde ein Überwachungsschalter, der die Maschine bei offener oder demontierter Schutztüre zwangsweise außer Betrieb nimmt, mit einem losen Gegenstück manipuliert, sodass diese Sicherheitseinrichtung nicht mehr funktionierte. Die Manipulation von Sicherheitseinrichtungen ist verboten. Doch wie findet man überhaupt heraus, ob etwas verändert wurde bzw. wie lassen sich Manipulationen vorbeugen? Hierbei hilft eine neue App, die für Android- und Apple-Geräte verfügbar ist. Die deutsch- und englischsprachige App „Manipulationsanreiz“, herausgegeben vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA), identifiziert Schwachstellen im Schutzkonzept von Maschinen, indem sie Mani-

pulationsanreize an Maschinen offensichtlich macht. „Schutzeinrichtungen an Maschinen werden dann außer Kraft gesetzt, wenn sie den Arbeitsablauf stören“, weiß auch Stefan Otto, Experte für Maschinensicherheit im IFA. Dies ist z.B. der Fall, wenn der Arbeitsraum schlecht einsehbar ist, vielleicht durch ein zu kleines Sichtfenster, wenn der erforderliche Arbeitstakt nicht erreicht wird oder bestimmte Tätigkeiten überhaupt nicht möglich sind, beispielsweise das Einrichten der Maschine. Otto ergänzt: „Liegen solche Defizite vor, sprechen wir von einem Manipulationsanreiz.“ Das IFA hat deshalb nun eine App entwickelt, mit dem sich der Manipulationsanreiz für jede beliebige Maschine bewerten lässt. Diese Bewertung kann jederzeit stattfinden - in der Konstruktionsphase der Maschine, vor der Auslieferung oder auch bei Maschinen, die bereits in Betrieb sind. Wichtig ist allerdings, dass Personen die App einsetzen, die mit der Bedienung der Maschine vertraut sind, also Hersteller, Händler oder die Fachkraft im Unternehmen. Otto verdeutlicht den Nutzen der App: „Nur wenn überhaupt erkannt wird, dass ein Manipulationsanreiz besteht, können Gegenmaßnahmen ergriffen, Unfälle vermieden und Menschen geschützt werden.“ Die App, die in den gängigen App-Stores von Apple und Google mithilfe des Suchworts „Manipulationsanreiz“ gesucht werden kann, ist kostenlos und empfehlenswert für Planer, Hersteller, Betreiber und für das Wartungspersonal. Alternativ kann die Bewertung auch anhand einer MS Excel-Tabelle erfolgen. Das darin implementierte Verfahren entspricht dem der App. www.stopp-manipulation.org www.dguv.de

„The show must go on“ - das Gefahrenpotenzial in der Mobilhydraulik

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Es ist nicht die Komplexität, sondern es sind die spezifischen Betriebsbedingungen, unter welchen die Komponenten der Mobilhydraulik über lange Zeit problemlos funktionieren sollen, die eine Herausforderung darstellen. Schließlich belasten hohe Temperaturschwankungen und ein herausforderndes Arbeitsumfeld alle an mobilen Maschinen eingesetzten Bauteile gleichermaßen. Hinzu kommt das Gefahrenpotenzial der Wartungs- und Reparaturfehler, das nicht unterschätzt werden darf, so die Experten. Wenn man nämlich nach dem Motto „the show must go on“ arbeitet, schleichen sich schnell Fehler ein. Zeitdruck herrscht dabei immer, denn jeder durch einen Hydraulikschaden auftretende Maschinenausfall kommt zur unpassenden Zeit. Die Mobilhydraulik hat also ihre eigenen spezifischen Gesetzmäßigkeiten und in vielen Punkten gibt es im Vergleich zur statio-

Die Mobilhydraulik hat ihre eigenen spezifischen Gesetzmäßigkeiten und die werden im Seminar Mobilhydraulik 1, das in der Zeit vom 6. bis 10. November 2017 in Dresden stattfindet, diskutiert. Bild: Internationale Hydraulik Akademie

nären Hydraulik Abweichungen. Für die Inspektion, Wartung und Instandsetzung ist also Standard-

hydraulikwissen nicht ausreichend. Worauf es dabei ankommt, vermittelt das berufliche Weiterbildungsseminar „Mobilhydraulik 1“ der Internationalen Hydraulik Akademie in Dresden. Die Teilnehmer lernen dabei nicht nur die Komponenten der Mobilhydraulik und deren Funktionen und Besonderheiten kennen. Ausführlich wird auch auf das Fehlerpotenzial der Bauteile, die Fehlererkennung und die Fehlerbehebung behandelt. Die Trainer sind Spezialisten der Mobilhydraulik. Für die praktischen Übungen stehen moderne Trainingsstände zur Verfügung. Jeweils zwei Seminarteilnehmer arbeiten im Praxisteil an einem der Prüfstände und vertiefen somit die neu erworbenen theoretischen Erkenntnisse. Zielgruppen sind Instandhaltungsmitarbeiter, Mitarbeiter des technischen Handels und Maschinenführer. www.hydraulik-akademie.de


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Rund um Gefahrstoffe am Arbeitsplatz Wie die richtige Technik gepaart mit Anwenderfreundlichkeit für Sicherheit sorgt Die Arbeit mit Gefahrstoffen birgt Risiken für Mensch und Umwelt. Um ausreichend Schutz in der täglichen Routine zu gewährleisten, müssen Betriebe konkrete, gesetzliche Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das betrifft etwa die Lagerung. Damit z.B. entzündliche Stoffe im Brandfall vor Flammen und hoher Temperatur geschützt sind, ist die Aufbewahrung in einem brandgeschützten Raum oder einem speziellen Sicherheitsschrank vorgeschrieben. Entscheidend für die grundlegende Sicherheit im Betrieb ist jedoch nicht nur der Schutz im Extremfall, sondern auch Schutz vor den vergleichsweise kleinen Unfällen des Arbeitsalltags. tigen sind. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, spielen beim Einsatz von Sicherheitsschränken und bei der Weiterentwicklung ergonomische Gesichtspunkte eine zentrale Rolle.

Routine erhöht die Gefahr Denn je stärker ein Schrank auf die Handgriffe des Nutzers zugeschnitten ist, desto geringer ist in der Folge auch die Unsicherheit bei der Handhabung der

Vier Tipps für deutlich mehr Sicherheit Das kann man für mehr Sicherheit bei der Arbeit mit Gefahrstoffen tun: Arbeitsplatznah lagern Kurze Wege reduzieren die Gefahr zu stolpern und senken den Anreiz, mehr auf einmal zu tragen, als sinnvoll. Kleine Gebinde verwenden Diese lassen sich leichter handhaben. Wenn dennoch größere Gebinde gekauft werden sollen, empfiehlt es sich, die Stoffe für die Nutzung in kleinere Gefäße abzufüllen. Abstellflächen schaffen So können Mitarbeiter nach der Entnahme oder vor der Einlagerung insbesondere größere Gebinde kurz abstellen, um den Schrank sicher zu öffnen bzw. zu schließen. Regelmäßig sensibilisieren Wer häufig mit Gefahrstoffen arbeitet, gewöhnt sich daran, dass dabei nichts passiert. Regelmäßige Schulungen, wie die Experimentalvorträge von Asecos, rütteln auch routinierte Mitarbeiter wach.

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Chemikalien. Dabei gibt es nicht eine Standardlösung für alle. Müssen beispielsweise Gefahrstoffe zwischen zwei Arbeitsplätzen gelagert werden und Mitarbeiter sollen von beiden Seiten gleichzeitig darauf zugreifen, eignet sich ein Sicherheitsschrank mit Vertikalauszug. Denn so behindern sich die Mitarbeiter bei der Entnahme nicht gegenseitig. Wo nur in relativ schmalen Durchgängen ein Schrank aufgestellt werden kann, sorgen faltbare Türen dafür, dass man auch ein großes Gebinde ohne Balanceakt sicher abstellen kann - bevor man den Schrank wieder schließt. Und bei Doppeltüren mit Einhandbedienung kann man kleinere Gebinde sicher in einer Hand halten und dabei den Schrank schließen. Sicherheitsschränke der jüngsten Generation bieten sogar eine elektromotorischen Türschließautomatik. Der Vertikalauszug lässt sich einfach bedienen und schließt selbsttätig nach spätestens 60 Sekunden. Der Vorteil: Dadurch wird der Schrank nicht zum Hindernis im Raum und die technische Entlüftung greift, sodass keine Gefahrstoffe in den Arbeitsraum ausdünsten. Für einen best-

Ein Sicherheitsschrank mit Vertikalauszug ist dann die richtige Lösung, wenn Gefahrstoffe zwischen zwei Arbeitsplätzen gelagert werden und Mitarbeiter von beiden Seiten darauf zugreifen können müssen. Bilder: Asecos

möglichen Mitarbeiterschutz im Arbeitsalltag sorgt die inbegriffene Stoppfunktion. Der Auszug erkennt Widerstände, beispielsweise eine Hand, und reagiert.

Elektrischer Auszug stoppt bei Widerstand Das Zufahren wird gestoppt und ein Stück zurückgefahren, um ein Einklemmen zu verhindern. Gleichermaßen stoppt der Vertikalauszug, wenn ein Gegenstand beim Öffnen blockiert. Optische und akustische Meldungen weisen den Anwender auf die Blockade hin. Verstellbare Lagerebenen bieten dem Anwender die Möglichkeit, häufig verwendete Arbeitsmittel in bequemer Griffhöhe zu lagern.

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Grundsätzlich muss jeder Mitarbeiter, der mit Gefahrstoffen zu tun hat, über den sicheren Umgang damit aufgeklärt sein und sollte regelmäßig geschult sowie für die Gefahren sensibilisiert werden. Denn so paradox es klingt, die Aufmerksamkeit für das Gefährdungspotenzial lässt nach, umso routinierter die Arbeit durchgeführt wird. Doch auch eine passende sicherheitstechnische Ausstattung im Betrieb schützt vor Unfällen und deren Folgen, wenn Gefahrstoffe in der Umgebung zu berücksich-

Nachfüllbehälter, die schwerer und selten in Benutzung sind, finden im unteren Drittel Platz. Bei den Asecos Schränken kann in der Regel jede Ebene auf den aktuellen Bedarf angepasst werden. Das sorgt für Flexibilität und Funktionalität mit unterschiedlichen Gebindegrößen.

Ergonomie von großer Bedeutung Ergonomie bedeutet aber auch, die körperliche Gesundheit langfristig zu schonen. Beim Sicherheitsschrank mit Vertikalauszug sorgt dafür die elektromotorische Steuerung. Der Schrank lässt sich leicht per Knopfdruck - ohne zusätzlichen Kraftaufwand - öffnen und schließen. Ferner ermöglicht das automatische Schließen nach einer Öffnungszeit von einer Minute ein einfaches Gefahrstoffhandling: Schwerere Gebinde können mit zwei Händen herausgenommen werden und ein manuelles Türschließen ist überflüssig. Und auch im Brandfall oder bei Stromausfall schließt der Schrank automatisch - dank Temperatursensor und einem Silizium-Akku. Dipl.-Ing. Sven Sievers, Asecos GmbH www.asecos.com

Bei diesem Modell lassen sich beide Türen zeitgleich öffnen - mit nur einer Hand.


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WA R T U N G S - & W E R K S TAT T B E D A R F

Das ist das kleine 2 x 12 von Panasonic Das Toughbook CF-33 von Panasonic ist sowohl Tablet als auch Notebook - und es ist vor allem eins: robust. Von der Grundidee gleich, aber eher in der Businessklasse angesiedelt ist das CFXZ6. Obwohl beide Geräte mit einem 12-Zoll-Tablet sowie mit einer abnehmbaren Tastatur ausgestattet sind, richten sie sich in der Folge auch andere Nutzer.

Das Toughbook CF-33 gehÜrt in die FullRuggedized-Schutzklasse und besitzt unter anderem ein Magnesiumgehäuse und Schutzklappen fßr die Ports (IP65 und MILSTD zertifiziert). Bilder: Panasonic

ausgestattet, wobei hier auch Varianten mit 4 GB, 16 GB, 128 GB oder 512 GB erhältlich sind. Ein Magnesiumgehäuse und Schutzklappen fĂźr die Ports schĂźtzen das Gerät, das nach IP65 und MIL-STD zertifiziert ist. Laut Hersteller soll dem Gerät selbst ein Sturz aus 120 Zentimeter HĂśhe nichts ausmachen. Nicht ganz so robust, aber laut Hersteller dennoch einem typischen mobilen Gerät Ăźberlegen, ist das CF-XZ6, das gemäĂ&#x; Panasonic zu den leichtesten 2-in-1-Hybridgeräten der Business-RuggedizedSchutzklasse mit 12-Zoll-Display gehĂśrt. Das Gerät, auch eine Mischung aus Notebook und Tablet, bietet gemäĂ&#x; Hersteller eine hohe Rechenleistung und soll StĂśĂ&#x;e und StĂźrze aus bis zu 76 Zentimeter HĂśhe unbeschadet Ăźberstehen. Das CF-XZ6 arbeitet mit einem

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Korrekt schmieren im schwierigen Umfeld

Zwei neue 2-in-1-Hybridgeräte fßr unterschiedliche Ansprßche

Das Toughbook CF-33 wird in zwei Modellvarianten angeboten: als CF-33 Detachable, also als Tablet mit Tastatureinheit, oder als CF-33 Tablet ohne die entsprechende Tastatureinheit. FĂźr beide Modelle gibt es diverses ZubehĂśr, unter anderem einen Adapter fĂźr die Fahrzeughalterungen der Vorgängermodelle, womit das CF-33 mit den Fahrzeughalterungen des CF-31 und weiteren Vorgängermodellen bis zu zehn Jahre rĂźckwärtskompatibel ist. Einsetzen lässt sich das laut Hersteller besonders robuste CF-33 beispielsweise in Instandhaltungsbetrieben, bei Notfalldiensten, in der Polizei oder bei Sicherheitsund Verteidigungskräften. Aber auch Unternehmen, die mit Servicetechnikern im AuĂ&#x;endienst aktiv sind, also etwa im Versorgerund Telekommunikationsbereich, finden im CF-33 einen handlichen, leistungsfähigen und robusten Begleiter. Das Gerät, als Pendant zum kleineren CF-20 und als Nachfolger des CF-31 gedacht, arbeitet mit einem Intel Core-vPro-Prozessor. Im Tablet befinden sich USB 3.0sowie HDMI- und LAN- bzw. KopfhĂśreranschlĂźsse sowie ein MikroSD-XC-Kartenschacht. Die Tastatur-Einheit verfĂźgt sogar Ăźber zwei USB 3.0- und einen USB 2.0Anschluss. Hinzu kommt ein LANsowie ein HDMI- und ein SD-XCbzw. ein VGA- sowie ein serieller Anschluss. Die 8 MP Frontkamera fĂźr die Bilddokumentationen wird von einer 2 MP Webcam samt Stereomikrofon ergänzt, welche die Kommunikation mit Kollegen sowie der Zentrale per Webkonferenz ermĂśglicht. WLAN ist integriert; auf Wunsch gibt es auch ein eingebautes 4G LTE Modul. FĂźr eine präzise Navigation steht ebenfalls optional ein GPS-Modul zur VerfĂźgung. Bei der Entwicklung wurde die Outdoornutzung in hellem Sonnenlicht oder bei starkem Regen berĂźcksichtigt. HierfĂźr erreicht das Display, das mit einer AuflĂśsung von 2.160 x 1.440 Bildpunkten arbeitet, eine Leuchtstärke von bis zu 1200 cd/m², wobei Eingaben mit Arbeitshandschuhen unterschiedlicher Art und selbst im Regen mĂśglich sind. Da der Akku während des Betriebes gewechselt werden kann und das Gerät trotzdem weiterläuft, eignet es sich auch fĂźr den 24/7-Einsatz. Das CF-33 ist mit einem Intel Core Prozessor der 7. Generation und Windows 10 Pro erhältlich. FĂźr Unternehmen, die noch vor dem Umstieg auf Windows 10 sind, gibt es eine Windows 7 Professional Downgrade-Option, bei der das Gerät mit einem Intel Prozessor der 6. Generation arbeitet. Das Windows 10 Pro Modell ist mit einem Intel i5-7300U Prozessor, 8 GB RAM und einer 256 GB SSD

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Intel Core i5-7300U vPro Prozessor der siebten Generation sowie mit 8 GB RAM, 256 GB SSD auf Windows 10 Professional. Fßr Konnektivität sorgt eine Vielzahl von Anschlßssen, inklusive LAN, HDMI, USB 3.1 Type C und USB 3.0. Auch Bluetooth Version 4.1 sowie WLAN Intel Dual Band Wireless-AC 8265 sind an Bord. Ein 4G LTE Modul ist optional erhältlich. Das Tablet hat einen 4-ZellenAkku mit einer Laufzeit von bis zu 6,5 Stunden. Ein zweiter, vom Anwender austauschbarer 4-ZellenAkku mit Hot-Swap-Funktion befindet sich in der Tastatureinheit. Im kombinierten NotebookModus kommt man damit auf eine Gesamtausdauer von bis zu 14 Stunden. Das 640 Gramm leichte CF-XZ6 verfßgt ßber ein mattes, kapazitives 12-Zoll-Display, das eine AuflÜsung von 2.160 x 1.440 Bildpunkten erreicht. www.toughbook.eu

Das CF-XZ6 Ăźbersteht auch Druckbelastungen, etwa in der vollgepackten Aktentasche, von bis zu 100 kg/f (1.000 N).

Wie bei allen produzierenden Unternehmen ist eine Grundlage fĂźr die Wirtschaftlichkeit der reibungslose und stĂśrungsfreie Betrieb aller Maschinen und Anlagen. Diese Prozesssicherheit sicherzustellen ist bei Gips-, Kalkund Zementwerken alles andere als einfach. Denn viele Schmierstellen im Zementgewinnungs- und -verarbeitungsprozess sind beispielsweise nur schwer zugänglich und/oder sie liegen in Gefahrenbereichen. In der Folge werden diese Schmierstellen oftmals nur unregelmäĂ&#x;ig geschmiert. Dies wiederum fĂźhrt zu vorzeitigem VerschleiĂ&#x; und die Prozesssicherheit ist nicht gegeben. Experten gehen davon aus, dass 80 Prozent der Maschinenschäden aus mechanischem VerschleiĂ&#x; durch Verschmutzung resultieren. Automatische Schmiersysteme, wie z.B. die von Perma-tec, sind hier ein probates Hilfsmittel, um sowohl den wirtschaftlichen als auch den technischen AnsprĂźchen der Zementindustrie entgegenzukommen. AuĂ&#x;erdem wird die Arbeitssicherheit durch den Einsatz derartiger Schmiersysteme deutlich erhĂśht. Die Schmiersysteme, wie beispielsweise der Perma Flex, kĂśnnen von Hand installiert und gewechselt werden. Je nach Anforderung lässt sich ein System mit 60 cmÂł oder 125 cmÂł Schmierstoffvolumen einsetzen. Diese versorgen dann die Schmierstelle mit der erforderlichen Menge an frischem Schmierstoff automa-

Bild: Perma-tec

tisch, was den Wartungsaufwand erheblich reduziert. AuĂ&#x;erdem verhindert der Schmierstoff - es wird ja stets zur richtigen Zeit die optimale Menge der Schmierstelle zugefĂźhrt - einen vorzeitigen VerschleiĂ&#x; verschiedener Anlagenkomponenten. Ein Wechsel der Schmiersysteme des genannten Herstellers kann ohne Werkzeug vorgenommen werden. Das reduziert die Zeitdauer des notwendigen Aufenthalts in den Gefahrenbereichen. AuĂ&#x;erdem ist es mĂśglich, schwer zugängliche Schmierstellen, beispielsweise durch Schlauchzuleitungen, aus der Ferne mit dem notwendigen Schmierstoff zu versorgen, was den Aufwand zusätzlich minimiert und gleichzeitig die Arbeitssicherheit verbessert. Durch den Einsatz der Schmiersysteme von Perma-tec wird nach Herstellerangaben zudem eine Schmierstelle gegen Verschmutzungen hermetisch abgedichtet - ein Aspekt, der vor allem in staubigen Umgebungen von besonderer Bedeutung ist. www.perma-tec.com

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WA R T U N G S - & W E R K S TAT T B E D A R F

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(Tritt-)sicher, auch wenn es rutschig wird Leitern mit rutschhemmender Trittauflage überzeugen im Praxiseinsatz Wenn bei den Familienunternehmen Butting aus Niedersachsen oder H.D. Cotterell aus Hamburg in öligen oder verschmutzten Arbeitsumgebungen zur Leiter gegriffen wird, dann können die Anwender ruhigen Gewissens nach oben steigen, denn beide Unternehmen setzen Stufenleitern mit einer rutschhemmenden Trittauflage ein - die Gründe dafür sind überzeugend. Butting ist eines der führenden Unternehmen im Rohr-, Behälterund Anlagenbau. Christoph Kiemann ist hier unter anderem für die Sicherheitsprüfung von Leitern und Regalen sowie für die

Beschaffung von Steigtechnik zuständig. Der Leiterbeauftragte bestellte für das Unternehmen nicht nur neue clip-step-R13-Modelle mit rutschhemmenden Stufen der Günzburger Steigtechnik, sondern er rüstete weitere Stufenstehleitern des Herstellers, die sich bereits im Leiterpark von Butting befanden, mithilfe eines Nachrüstsatzes entsprechend um. „Wir haben mittlerweile mehrere Leitern mit dem rutschhemmenden Belag im Einsatz und ich bin sehr zufrieden“, betont Kiemann und erklärt auch warum: „Wenn es am Untergrund ölig, staubig oder feucht wird, dann setzen wir auf die Leitern mit dem clip-step-R13-Belag. Die rutschhemmende Wirkung ist wirklich sehr gut und die Anwender haben gleich ein ganz anderes Sicherheitsgefühl, wenn sie auf die Leiter steigen.“ Eine Besonderheit der Leitern sind die in den Kunststoffbelag der Trittauflage eingestreuten Korunde. Diese sorgen für eine besonders raue und rutschhemmende Oberfläche. So punkten die Leitern bei Butting beispielsweise bei der Wartung von Fahrzeugen wie Gabelstaplern, bei der Arbeit an hydraulischen Pressen oder an den NassSchleifmaschinen. Auf Nummer sicher geht auch H.D. Cotterell am Hamburger Hafen. In dem traditionsreichen Quartiermannsbetrieb kümmern sich Spezialisten hauptsächlich um die Kontrolle, die Lagerung und Spedition von Waren. Neben der Tätigkeit als Lagerhalter ist Cotterell seit 2010 erster und einziger unabhängiger

Vitek Haas, der stellvertretende Technische Leiter bei H.D. Cotterell, auf der Stufenstehleiter der Günzburger Steigtechnik.

Dienstleister in Deutschland für das Aufschmelzen von Kakaomasse. Und genau für den Einsatz in diesem sensiblen Arbeitsbereich, an der Schmelzanlage zur Herstellung von Kakaobutter und Kakaopulver, orderten die Verantwortlichen die erste Stufenstehleiter mit dem rutschsicheren Belag. „Der Unterschied zu einer herkömmlichen Aluminiumleiter ist wirklich sehr groß. Der R13Belag der Leitern ist sehr rau und die Oberfläche lässt sich mit grobem Schleifpapier vergleichen. Darauf steht man viel sicherer als auf einer Aluminiumstufe. Für unsere Anwendung ist der Belag wirklich perfekt,

Der Leiterbeauftragte der Butting-Gruppe, Christoph Kiemann, ist von den Stufenstehleitern mit der rutschhemmenden Trittauflage clip-step R13 überzeugt. Bild: Butting

denn rund um die Schmelzanlage kann es wegen des Fetts natürlich auch sehr rutschig werden“, verdeutlicht Vitek Haas, der stellvertretende Technische Leiter. Doch nicht nur die rutschhemmende Trittauflage überzeugte Haas, sondern auch die weiteren Sicherheitsdetails, mit denen die Leitern der Günzburger Steigtechnik serienmäßig ausgestattet sind. „Auch der flexible Leiterschuh ist ein absoluter Mehrwert für das sichere Arbeiten. Zuerst dachte ich ja, das sei unnötiger Schnickschnack. Doch in der Praxis hat es sich schnell bewährt, dass die Leitern der Günzburger Steigtechnik aufgrund des flexiblen Fußgelenks und der besonders großen Auflagefläche stets im optimalen Winkel stehen und Bodenunebenheiten automatisch ausgeglichen werden“, betont Haas. Übrigens: In einer Prüfbescheinigung bestätigte das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) das große Plus an Arbeitssicherheit für die rutschhemmende Trittauflage. Die Prüfexperten klassifizierten die Entwicklung aus Günzburg in der Bewertungsgruppe für die Rutschhemmung mit R13 und in der Be-

Dank eingestreuter Korunde ist der auch als Nachrüstsatz erhältliche Kunststoffbelag der „clip-step R13“-Leitern besonders rutschhemmend und nach R13 zertifziert. Bilder: Günzburger Steigtechnik

wertungsgruppe für den Verdrängungsraum mit V6. Durch die R13-Zertifzierung erreicht die rutschhemmende

Trittauflage der Günzburger Steigtechnik die bestmögliche Klassifizierung überhaupt. www.steigtechnik.de

Flanschdichtungen quetschsicher wechseln Rohrleitungsbauer und Instandhalter kennen die Knochenarbeit, wenn Flanschverbindungen bei Rohren mit Muskelkraft, mithilfe von langen Stangen und häufig bei unsicherem Stand geöffnet oder ausgerichtet werden müssen. Deutlich einfacher, sicherer und körperlich weit weniger anstrengend ist diese Arbeit, wenn die neuen Flanschspreizer von Atlas Copco Tools eingesetzt werden, so der Hersteller. Angeboten werden zwei unterschiedliche Ausführungen, nämlich eine mechanische und eine hydraulische. Erstgenannte Variante, also das mechanische Modell mit der Bezeichnung ACMS 08T, benötigt ein Drehmoment von 180 Nm. Dieses ist von Hand mithilfe des mitgelieferten Drehmomentschlüssels leicht aufzubringen. Es wird dann vom Flanschspreizer in eine Spaltkraft von 80 Kilonewton (kN) umgesetzt - das entspricht umgerechnet etwa 8 Tonnen.

Vom Prinzip her baugleich ist der Flanschspreizer ACHS 14T. Allerdings wird dieses Modell von einer manuell zu betätigenden, kompakten Hydraulikpumpe angetrieben. Mit den 700 bar Arbeitsdruck der 4 Kilogramm schweren Pumpe erreicht dieses Modell sogar eine Spreizkraft von 140 kN (14 t). Beiden Varianten genügt zum Eingriff ein Zugangsspalt von 6 Millimetern. Hier werden die abgestuften Spreizblöcke eingeführt. Hierbei lässt sich jede einzelne Stufe mit der vollen Belastung spreizen. Dank der Ausgestaltung der abgestuften Spreizkeile können sie, wie die Verantwortlichen des Herstellers betonen, praktisch nicht mehr aus der Verbindung rutschen. Die parallele Keilbewegung verhindert außerdem, dass die Flanschoberflächen beim Öffnen zerkratzen oder anders beschädigt werden. www.atlascopco.de

Die beiden Spreizer vereinfachen laut Hersteller Wartungs- und Reparaturarbeiten an Rohrleitungen mit Festflanschverbindung und eignen sich als „eigensichere Maschinen“ beispielsweise für die Prozess-, Chemie- und Grundstoffindustrie. Bild: Atlas Copco


ZULIEFERTEILE

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Noch einfacher, noch schneller installieren Spelsberg baut Abox-Serie an Verbindungs- und Abzweigdosen weiter aus 40 Millionen Gehäuse aus der Abox-Serie wurden nach Angaben des Herstellers bereits verkauft. Nun baut Spelsberg diese Gehäusefamilie weiter aus. Im Vordergrund steht dabei vor allem eine noch einfachere, schnellere Installation. Die Verbindungs- und Abzweigdosen der Abox-Serie gehören nach eigenen Angaben seit Jahren zu den Bestsellern von Spelsberg. Das hat laut Hersteller mehrere Gründe. Zum einen die hochgesetzten Klemmen, da sie eine schnelle und übersichtliche Verdrahtung ermöglichen. Zum anderen gibt es unterschiedliche Varianten innerhalb dieser Serie: von der klassischen Feuchtrauminstallation über wasserdichte Lösungen mit IP 68 bis hin zu Abzweigdosen und -kästen mit Steckklemmen. Auch bei großen Querschnitten lassen sich die Dosen laut Hersteller sicher und problemlos installieren. Nun baut der Hersteller die Serie noch weiter aus, wie z.B. mit der Abox SL, wobei der Zusatz SL die Varianten kennzeichnet, die schraubenlos mithilfe von WagoKlemmen installiert werden können. Die Klemmenträger sind aus transparentem Material gefertigt. Sie zeigen auf den ersten Blick, ob korrekt abisoliert wurde und alle Leiter richtig eingeführt sind. Geeignet sind diese Lösungen für Querschnitte bis zu 16 mm².

Übersichtlicher Aufbau Bei der jüngsten Variante von Abox SL, die speziell für die WagoKlemme 221 konzipiert wurde, befinden sich jetzt die Klemmen nicht mehr doppelstöckig in zwei Reihen, sondern sie liegen in einer einzigen Reihe nebeneinander. Auf diese Weise wird die Installation noch übersichtlicher. Auch Abox M, die Variante mit metrischen Vorprägungen, wurde überarbeitet. Hier wird es neben den elastischen Kabeleinführungen nun auch eine neue Variante mit festen Einführungen geben, die dann mithilfe von Kabelverschraubungen auch höhere Schutzarten erreichen kann. Wasserdichte Einführungen bei Abox bis IP 65 und bei Abox-i bis IP 66 sind auf diese Weise realisierbar. Für besonders anspruchsvolle Umgebungen sind die i-Varianten gedacht. Das „i“ steht hierbei für Industriequalität aus UV- und witterungsbeständigem Polycarbonat. Viele unterschiedliche Vorprägungen nicht nur an den Seiten, sondern auch im Boden, machen diese Varianten flexibel einsetzbar.

Auch als Vergussvariante Außerdem hat der Nutzer die Wahl zwischen einer Innenbefestigung über Langlöcher oder Außenbefestigungslaschen, bei denen das Innere des Gehäuses

komplett der Verdrahtung vorbehalten bleibt. Dabei sorgen Verzahnungen auf der Rückseite für sicheren Halt auf dem Untergrund, d.h. ein Verdrehen der Dose ist nicht möglich.

Der Hersteller setzt auf hochgesetzte Klemmen, um dem Verarbeiter die Installation besonders einfach zu machen. Außerdem werden die Abox-Gehäuse in Grau, Schwarz und Weiß für fast alle Typen angeboten; Sonderfarben sind auf Wunsch möglich. Bilder: Spelsberg

In Rot für die Sicherheitsbeleuchtung Für ganz harte Fälle ist mit Abox XT nun auch eine Vergussvariante erhältlich. Diese kann beispielsweise in Überschwemmungs-

Für Sonderanwendungen gibt es auch Abox-Gehäuse mit roten Deckeln, die erkennen lassen, dass sie zu dem Stromkreis für die Sicherheitsbeleuchtung gehören.

gebieten, Waschanlagen, Häfen oder Tunneln eingesetzt werden. Die Vergussmasse bleibt, wie der Hersteller betont, nach der Installation dauerhaft elastisch, sodass die Verbindungsdosen sogar wieder geöffnet werden

können. Außerdem lässt sich das Gießharz vollständig entfernen, wodurch sogar noch nachträgliche Änderungen an der Verdrahtung oder Reparaturen ohne großen Aufwand möglich sind. www.spelsberg.de

Kabelverbindungen für extreme Bedingungen

Hygienische Verschraubung

Die Relicon Reliseal Gelmuffe, welche die Schutzklasse IP68 erreicht, ermöglicht es laut Hersteller, Kabel schnell und einfach zu verbinden. Die Muffe eignet sich für Elektroinstallation im Niederspannungsnetz, insbesondere im Erdreich, und bietet mechanischen Schutz, Isolierung und Abdichtung in einem Arbeitsschritt. Für die Installation wird kein Spezialwerkzeug benötigt. Das patentierte Schraubsystem sorgt dabei für eine Zugentlastung der Kabelverbindung und bietet Schutz gegen das Eindringen von Wasser oder Wurzeln. Die Gelmuffe ist mit einem Relicon-Gel befüllt, sodass die vorbereitete Verbindung samt Verbinderblock nur noch in das Gel gedrückt wird. Das Schraub-

Kombiprodukt von Novonox und Freudenberg Sealing

system lässt sich notfalls wieder öffnen. Das Gel ist ebenfalls flexibel. Somit wird stets ein Zugang zu den Kabeln gewährleistet, um zum Beispiel Messungen vorzunehmen. Die Muffen sind nach Herstellerangaben alterungsbeständig (Systemprüfung 50393), UV-resistent, bis plus 90 Grad Celsius temperaturbeständig und wasserdicht. Hellermann Tyton bietet die Kabelgarnitur in drei unterschiedlichen Größen an. Zum Set gehört die vorbefüllte Kabelgarnitur, das Schraubsystem für die Zugentlastung, die Adapterdichtungen für verschiedene Kabeldurchmesser, eine Montageanleitung, ein Verbinderblock und ein passender Sechskantschlüssel. www.hellermanntyton.de

Wie die Garnitur eingesetzt wird, erklärt ein Videoclip (https://youtu.be/PKYRDDISvbc). Zuerst werden die entmantelten Adern beider Leitungsenden im Verbinderblock befestigt, dann die Muffenschale aufgeklappt, die Verbindungsstelle in das Gel hineingedrückt, zugeklappt und mit dem Schraubverbinder verschlossen. Bild: Hellermann Tyton

Die neue Hygieneverschraubung von Novonox besteht aus einer Dicht- und Unterlegscheibe sowie einer Schraube (Hutmutter). Beide sind optimal aufeinander abgestimmt, d.h. mit dem Anziehen der Schraube legt sich die Dichtlippe homogen an den Schraubenkopf und das zu befestigende Teil an. Damit wird die Schraubverbindung umlaufend hermetisch abgedichtet und eine Spaltbildung unterbunden. Hygieneprophylaxe: Geltende Hygienevorschriften und CEKennzeichnungen werden bei dieser Verschraubung präzise eingehalten und Produktsicherheit und Anlagenverfügbarkeit erreicht. Bild: Novonox

Bei einer normalen Schraubverbindung lässt sich eine Spaltbildung nicht unterbinden. In der Folge bewirkt die Kapillarwirkung, dass Produktreste oder Reinigungsflüssigkeiten unter den Schraubenkopf gesogen werden. Binnen kürzester Zeit kann es so zu einer Kontaminierung des Gewindes kommen und Fremdstoffe schließlich in den produktführenden Bereich gelangen. Mit dem Einsatz der Hygieneverschraubung von Novonox geschieht dies nicht, denn die Dichtung mit integrierter Unter-

legscheibe von Freudenberg Sealing schließt umlaufend und ist bis 150 bar druckstabil. Dabei erlaubt es die Hygieneverschraubung, das maximale Anzugsmoment aufzubauen, ohne dass die Dichtung überstrapaziert wird. Damit wird nicht dem Zufall überlassen, wie stark eine separate Dichtung mit dem Anziehen verformt wird. Dies ist wichtig, da eine undefinierte Verformung einer Quetschung gleichkommt und zur Zerstörung einer einfachen Dichtungsausführung führen kann. www.novonox.com


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MESSEN & EVENTS

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EMO Hannover 2017 Das Highlight des Jahres für die Metallbearbeitung Vom 18. bis 23. September wird Hannover wieder zum internationalen Treffpunkt für die Fachwelt aus der Produktion. Erwartet werden rund 2.200 Aussteller, die Mehrheit davon, nämlich rund 65 Prozent, sind aus dem Ausland. Damit ist die EMO die Weltleitmesse der Metallbearbeitungstechnik. Die Mitte September stattfindende EMO 2017 steht unter dem Motto „Connecting systems for intelligent production“. Die Weltleitmesse zeigt die gesamte Bandbreite moderner Metallbearbeitungstechnik. Vorgestellt werden neueste Maschinen und technische Lösungen sowie produktbegleitende Dienstleistungen, aber auch dem Thema Nachhaltigkeit in der Produktion widmet man sich. Der Schwerpunkt der EMO liegt bei spanenden und umformenden Werkzeugmaschinen, bei Fertigungssystemen und Präzisionswerkzeugen. Computertechnologie, der 3-D-Druck, die additive Fertigung sowie Industrieelektronik und Zubehör bzw. ein automatisierter Materialfluss sind weitere Messethemen. Eine wichtige Rolle spielt auch das Thema Sicherheit. Anlässlich des Safety Day for Machine Tools auf der EMO werden Experten einen Überblick über die Chancen und Herausforderungen beim aktuellen Stand der Technik geben.

Bild: Deutsche Messe

Außerdem informiert die Veranstaltung „Innovative Lösungen für Industrie 4.0“ unter anderem über intelligente Spannsysteme und darüber, wie durch Vernetzung von Werkzeugen und Software Fertigungsprozesse simuliert, Werkzeuglebenszyklen überwacht und Kosten gesenkt werden. www.emo-hannover.de

Husum Wind 2017 Die Messe findet vom 12. bis 15. September 2017 in Husum statt. Der traditionsreiche Treffpunkt erlaubt im Zweijahresrhythmus einen intensiven Austausch der Branchenkenner. Die Veranstaltung fokussiert sich dabei auf den deutschen Windenergiemarkt. Erwartet werden mehr als 650 Aussteller der On- und Offshorewindbranche, die dort ihre wichtigsten Produkte und Innovationen zeigen. Am 15. September, dem letzten Messetag, findet die Windcareer auf einer zusätzlichen Ausstellungsfläche statt. Die Jobmesse bietet sowohl Fachkräften als auch Studierenden und Neueinsteigern die Chance, sich einen Überblick über Arbeitgeber und Berufsfelder in der Windenergie zu verschaffen. „Ohne Windkraft können wir die Energiewende nicht schaffen. Damit wir die richtungsweisenden Technologien konstant weiterentwickeln und verbessern können, brauchen wir kluge und neugierige Köpfe, die Lust haben, die Zukunft der Energie mitzugestalten - in Husum kommen sie alle zusammen“, betont Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress. www.husumwind.com

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CMS Berlin 2017 Wichtigste europäische Reinigungsfachmesse des Jahres Die CMS Berlin 2017, die vom19. bis 22.9. stattfindet, ist in diesem Jahr in Kombination mit dem Weltkongress der Gebäudedienstleister (18.-20.9.) der wohl bedeutendste Branchenevent im Bereich gewerbliche Reinigung. Die Aussteller präsentieren auf der CMS Berlin einen umfassenden Marktüberblick über Reinigungsmaschinen und -geräte sowie Reinigungs-, Pflege- und Desinfektionsmittel für die gewerbliche Reinigung. Auch die Pflege von Reinigungstextilien spielt eine Rolle. Zahlreiche Aussteller zeigen z.B., wie eine fachgerechte Reinigung von Mopps, die spezielle Anforderungen an Waschmaschinen und Trockner stellt, möglich ist. Zahlreiche Neuigkeiten werden aber auch in vielen anderen Bereichen erwartet, wobei besondere Innovationen der Purus-

Innovation-Award belohnt, der in diesem Jahr zum 7. Mal vergeben wird. Die Jury bewertet die Produkte in den sechs Kategorien: Großmaschinen, Kleinmaschinen, Equipment, Waschraumhygiene, Digitale Tools und Systeme sowie Reinigungsmittel. Nominiert sind insgesamt 17 Produkte bzw. Firmen. Die Preisverleihung findet am 19. September im Rahmen des CMS-Events statt. Zur Messe werden nach Angaben der Messeleitung mehr als 400 Aussteller aus rund 25 Ländern erwartet. Zur letzten CMS kamen rund 17.000 Fachbesucher aus 66 Ländern. www.cms-berlin.de

Bild: Messe Berlin

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 4, August 2017  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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