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DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Wolff Publishing ISSN

1864-4554

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April 2019

23.–24.10.2019 Messe Stuttgart www.in-stand.de #instand

Mit Instant3Dhub und Visionlib können Augmented-Reality-Anwendungen in der Cloud ausgeführt werden. Eine aufwendige und oft manuelle Reduktion der CAD-Daten entfällt. Bilder: Fraunhofer IGD

Augmented Reality as a service Zwei Kerntechnologien des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD gehen jetzt Hand in Hand: Durch die Integration der interaktiven 3D-Visualisierungsplattform Instant3Dhub und der AR-Tracking-Technologie Visionlib wird es nun erstmals möglich, AR-Anwendungen in einer Software-as-a-service-Infrastruktur auszuführen. Das bedeutet: Die CADDaten bleiben in der Infrastruktur des Unt ernehmens gespeichert, denn nur die für die aktuelle Visualisierung relevanten Daten werden in Echtzeit auf die Mobilgeräte übertragen. Augmented Reality (AR) in der Industrie anzuwenden, ist längst keine Zukunftsmusik mehr: Von der Fertigung über die Qualitätssicherung bis zur Wartung und Reparatur gibt es ein enormes Potenzial zur Prozessoptimierung mithilfe dieser Technik.

Die Visionlib-Engine ermöglicht ein in der Industrie bereits erprobtes AR-Tracking. Das Software Development Kit führt dabei native CAD- und 3D-Daten in einem automatisierten Workflow mit Bildverarbeitung zusammen. Der intuitive Zugriff auf Produktdaten des Digital Twin wird so dank Augmented Reality einfach möglich.

Mit Instant3Dhub stellt das Fraunhofer IGD hierfür eine Plattform bereit, mit der die Visualisierung von 3D-Modellen auf Basis originärer CAD-Daten beschleunigt wird. Die Plattform minimiert also die Kosten für die Erstellung und den Betrieb intelligenter Anwendungen, die auf bestehenden und verteilten 3D-Daten aufbauen. Das Besondere dabei: Auf dieser Grundlage können auch immense Datenmengen unabhängig des verwendeten Geräts, egal ob AR-Brille, Tablet oder Smartphone, automatisch und schnell visualisiert werden. Neu ist auch die Integration der Visionlib, einer AR-Tracking-Bibliothek, lizenziert durch eine Ausgründung des Fraunhofer IGD. Es handelt sich dabei um ein Tool, um Objekte in 3D zu erfassen und für die ARVisualisierung vorzubereiten. Das Tracking, also die exakte Positionsbestimmung von Objekten im Kamerabild, ist schließlich die entscheidende Grundlage für AR-Anwendungen, da nur so Zusatzinformationen und überlagerte Informationen exakt eingeblendet werden können.

Der Unterschied zu bereits kommerziell angebotenen Consumer AR-Lösungen ist die direkte Verwendung von nativen CAD-Datensätzen für ein markerloses, modellbasiertes 3-D-Objekttracking. Damit unterscheidet sich die in Darmstadt entwickelte Software stark von existierender AR-Software. Um digitale Inhalte nahtlos und als Teil der Realität einzublenden, rekonstruieren gängige Computer VisionVerfahren nämlich die Umgebung des Nutzers nur grob aus der Situation heraus. Mit der Umgebung selbst oder mit Objekten interagieren die AR-Einblendungen nur bedingt. Lichtschwache Umgebungen oder dynamische Szenerien mit viel Bewegung sind im industriellen Umfeld eine Herausforderung für die stabile und präzise Objekterkennung und Verfolgung. „Hieran scheitern die meisten industriellen AR-Anwendungen. Mit unseren Technologien können wir dagegen die Inhalte präzise an die Objekte heranbringen“, so Dr. Harald Wuest, Geschäftsführer der Visometry GmbH. Weiter auf Seite 39

be in motion

TOP NEWS Kollege Roboter macht sauber Roboter punktet bei der Innenreinigung eines Tanks Seite 05 Von Predictive zu Prescriptive Maintenance Die digitale Transformation in der Instandhaltung Seite 11 Prüffristenmanagement Überblick, Planung, Dokumentation - das sind die drei Säulen Seite 15 Straubfresser statt Fahrverboten Können die neuen Filter Cubes von Mann+Hummel Fahrverbote vermeiden? Seite 40

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring & 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

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Management & Technologie

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Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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entfernen lassen.

Zulieferteile

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Mehr Informationen unter: bit.ly/irofenanfrage1

Messen & Events

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Impressum

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Materialschonend Kunststoffe, Beschichtungen,

Thermische Reinigung

Auf dem Heiligengeistfeld auf St. Pauli findet das größte Volksfest im Norden statt. Ein Industriedienstleister hat einen Anteil daran. Seite 6

Gummi, Farbe, Öle, Fette von Motoren, Maschinenkomponenten und Produktionswerkzeugen

www.baumueller-services.com


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NACHRICHTEN

www.b-und-i.de

Aus Erfahrung gut Mit diesem Slogan warb früher eine Weltmarke für ihre Produkte. Der Slogan passt aber auch auf die Instandhalter. Denn Erfahrung zeichnet echte Spezialisten aus. Profis hören oftmals frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt, erkennen anhand von scheinbar unkritischen Daten und Fakten, wenn Maschinen und Anlagen nicht mehr ihre volle Leistung bringen oder wissen, was zu tun ist, wenn

dieses oder jenes passiert ist und in der Folge die Produktion stockt oder gar zum Stillstand gekommen ist. Keine Frage, erfahrene Instandhalter sind Gold wert. Doch erfahrene Instandhalter sind auch ein knappes Gut - zum einen, weil es eben Jahre dauert, bis man die Erfahrungen sammeln konnte und die Maschine und Anlagen aus dem Effeff kennt. Zum anderen, weil viele erfahrene Instandhalter bereits aus Altersgründen aus dem

aktiven Erwerbsleben ausgeschieden sind oder in den nächsten Jahren ausscheiden werden. Machine Learning - ein Thema, das nicht nur in dieser Ausgabe, sondern auch auf der Hannover Messe eine große Rolle spielen wird könnte für die Instandhaltung der Zukunft deshalb eine entscheidende Rolle spielen, denn auch hier geht es im Rahmen der künstlichen Intelligenz um die Generierung von Wissen - Wissen aus Erfahrung.

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Eine entsprechende Software lernt nicht nur aus Beispielen im Sinne von „Wenn A passiert, passiert auch B”, sondern kann dieses generierte Wissen verallgemeinern. Die Grundlage hierfür sind Algorithmen, die Muster und Gesetzmäßigkeiten in den Lerndaten erkennen. So kann das System sogar unbekannte Daten beurteilen und den Instandhaltern als fachkundiger und erfahreren Tippgeber zur Seite stehen. Volker Zwick

Besuchermagnet Maintenance Dortmunder Messeduo verzeichnet Aussteller- und Besucherrekorde Die beiden zeitgleich in Dortmund stattgefundenen Fachmessen Maintenance und Pumps & Valves zogen nach Angaben des Veranstalters rund 300 Aussteller und 5.336 Besucher an. Beide Fachmessen konnten unter anderem bei den Besucherzahlen zulegen. „Der Zuwachs der Maintenance Dortmund 2019 von mehr als 15 Prozent bei Ausstellern und insgesamt 32 Prozent bei den Fachbesuchern verdeutlicht eindrucksvoll, dass wir mit unserem Konzept die richtige Branchenplattform für die Industrie geschaffen haben“, freut sich Maria Soloveva vom Veranstalter Easyfairs Deutschland. Auch die Pumps & Valves, die in diesem Jahr zum zweiten Mal parallel zur Instandhaltungsmesse stattfand, konnte bei den Fachbesuchern 14 Prozent hinzugewinnen.

Sonderthema digitale Assistenzsysteme Positiv war auch die Resonanz vonseiten der Aussteller und der Fachbesucher: „Die Maintenance Dortmund war für uns eine sehr erfolgreiche Messe. Hier treffen wir die wichtigsten Kunden und bekommen einen Überblick über den gesamten Markt“, erklärt beispielsweise Sandra Herrmann von Infraserv Knapsack. Markus Eckert von Röco bestätigt: „Die Leitmesse für industrielle Instandhaltung ist mittlerweile ein Pflichttermin für uns. Für die nächste Messe 2020 haben wir bereits gebucht.“ Positiv äußern sich unter anderem auch die Verantwortlichen von Filteron aus Solingen. Das Unternehmen stellte auf dem Gemeinschaftsstand des Forum Vision Instandsetzung (FVI) aus. Maria Soloveva vom Veranstalter Easyfairs Deutschland erklärt bezugnehmend auf die erfreulich gestiegenen Besucher- und Ausstellerzahlen: „Damit untermauert die Maintenance Dortmund einmal mehr ihre maßgebende Position als Leitmesse für die industrielle Instandhaltung für ganz Deutschland.“ Bild: Easyfairs

menden Jahr laufen bereits. Das Messe-Duo wird am 12. und 13. Februar 2020 wieder in den Westfalenhallen Dortmund stattfinden. www.maintenance-dortmund.de www.pumpsvalves-dortmund.de

Bild: B&I

Piepenbrock für Innovationskraft mit Qualitätssiegel ausgezeichnet

„Die meisten Besucher schlendern eher an unserem Stand vorbei und sind, nachdem wir sie aktiv angesprochen haben, meist völlig überrascht und letztendlich begeistert und sehr interessiert daran, ihren Filterbedarf gebündelt an einer Stelle zu erhalten“, bestätigt auch Michael Kron, Verkaufsleiter der Filteron GmbH. Bild: Filteron

„Mit unserem umfangreichen Sortiment an Filtermaterialien für beinahe jede industrielle Anwendung sowie unserer Praxiserfahrung aus vier Jahrzehnten haben wir bei vielen Besuchern Interesse geweckt. Der häufig nicht berücksichtigte Bereich der Filtration wurde in vielen Gesprächen in den Fokus gerückt. Im Laufe der Gespräche tauchten bei den Besuchern immer mehr Bereiche und verschiedenste Filter auf, die sie gebündelt von Filteron als Lieferant und Konfektionär erhalten können“, so die Erfahrungen zur Messe von Ulrich Bräunlich, Mitarbeiter der Firma Filteron in seiner Funktion als Projektleiter für die Messe. Übrigens: Die Vorbereitungen für die Folgeveranstaltung im kom-

Vor Kurzem wurde der Dienstleister Piepenbrock als Unternehmen mit der höchsten Innovationskraft im Gebäudeservice ausgezeichnet. Den Wettbewerb verantworteten der Informationssender Welt und das Beratungsunternehmen Service-Value. Piepenbrock setzte sich hierbei gegen 19 Konkurrenten durch und darf nun das Qualitätssiegel „Höchste Innovationskraft Nr. 1“ führen. Die dem Wettbewerb zugrunde liegende Studie wurde vom Informationssender Welt in Zusammenarbeit mit der Analyse- und Beratungsgesellschaft Service-Value durchgeführt. Diese werteten in einer Onlineerhebung mehr als 300.000 Urteile von Führungskräften zur Innovationskraft deutscher Unternehmen aus. Insgesamt lagen Daten zu 2.867 Firmen aus 260 Branchen vor. Für

Arnulf Piepenbrock, geschäftsführender Gesellschafter, betont: „Die Investition in neue Technologien und innovative Ideen ist wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie - natürlich immer mit Blick darauf, dass sie für unsere Kunden einen Mehrwert darstellt.“ Bild: Piepenbrock

jede Branche und jedes Unternehmen wurde der empirische

Mittelwert erfasst. Abhängig davon, wie viel niedriger der Eigenwert eines Unternehmens gegenüber dem Branchenmittelwert lag, desto höher wurde die Innovationskraft eingeschätzt. Mit dem Wert von 2,53 qualifizierte sich Piepenbrock als Nummer eins in der Branche „Gebäudeservice“ und erhielt die Auszeichnung „Höchste Innovationskraft“. „Erfolgreich zu sein heißt auch immer innovativ zu sein und heute besser als gestern. Unsere Kunden vertrauen uns und darauf, dass wir ihnen den besten Service bieten. Daher nehmen wir das Siegel vor allem auch als Ansporn, weiterhin kunden- und zukunftsorientiert zu handeln und innovative Lösungen zu realisieren“, so Arnulf Piepenbrock, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe. www.piepenbrock.de

Tectrion übernimmt Werkstofftechniklabor von Bayer Das Instandhaltungsunternehmen Tectrion stellt mit rund 1.300 Mitarbeitern einen sicheren und störungsfreien Betrieb von chemischen und pharmazeutischen Produktionsanlagen an den Chempark-Standorten Leverkusen, Dormagen und KrefeldUerdingen sowie in Wuppertal und Monheim am Rhein sicher. Nun hat der Industriedienstleister das Werkstofftechniklabor mit allen Geräten, dem betriebsspezifischen Know-how und den Mitarbeitern im Chempark Leverkusen übernommen. Dieses war Teil des sicherheitstechnischen Laboratoriums des global agierenden Kompetenzzentrums für Verfahrens- und Anlagensicherheit der Bayer AG. Das Prüftechnikteam wuchs durch die

Bild: Tectrion

Übernahme im Bereich Qualitätssicherung auf rund 60 Experten an. Durch den Zukauf kann Tec-

trion nun sowohl für metallische als auch für nichtmetallische Werkstoffe nicht nur zerstörungsfreie Prüfungen, sondern auch zerstörende Verfahren wie beispielsweise Korrosionsprüfungen anbieten. Zudem erweitert das Instandhaltungsunternehmen mit der Akquisition seine Kapazitäten in einer Reihe von Prüfverfahren, die es unter anderem als Anbieter von wiederkehrenden Prüfungen, als Inspektionsstelle in der Herstellerüberwachung und als akkreditiertes Prüflabor für zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen einsetzt. Auch in der Schadensund Zustandsanalyse baut das Unternehmen durch die Expertise des Labors sein Know-how aus. www.tectrion.de


Die Servparc ist so zukunftsweisend wie die Themen, die auf ihr gespielt werden. Sie ist ein überraschend neues Veranstaltungsformat voller Vielfalt: Kongress und Event, Präsentations-, Interaktions- und Karriereplattform, Networking, Lounging und mehr – ein Hotspot für Facility-Manager, Industrieservice- und IT-Profis. Ein innovatives Format. Sieben Stages. Tausend Möglichkeiten. Die Servparc ist bewusst anders; das neue Konzept löst sich nämlich von den klassischen Strukturen einer Messe und ermöglicht als Interaktions- und Networkingplattform die Präsentation neuer Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Und das ganze geschieht in einem offenen Ambiente, ganz ohne Eintrittsbarrieren. Auf sieben Stages haben Sie die Möglichkeit, sich über Themen und Produkte im Rahmen von Vorträgen, Best-Practice-Beispielen oder Präsentationen zu informieren:

Die Servparc findet am 25. und 26. Juni 2019 in der Messe Frankfurt statt. Besuchen Sie servparc.de, hier können Sie sich umfassend aufschlauen und Ihr Ticket buchen. All you can meet! Zu den Anbietern auf der ServParc gehören unter anderem im Bereich Industrieservice Infraserv Knapsack und im Facility Management Strabag. Weitere namhafte Anbieter sind WISAG, Piepenbrock und Leadec – unter www. servparc.de sind alle Anbieter gelistet. Gerade bei noch jungen Unternehmen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen ist das Interesse an der Servparc groß, da das neue Eventformat gut mit dem Erscheinungsbild und dem Kommunikationsstil von Start-ups harmoniert.

O L L HE E R U T FU

Am 25. und 26. Juni 2019 in der Messe Frankfurt. Besuchen Sie auch servparc.de, hier können Sie sich umfassend aufschlauen und Ihr Ticket buchen. Die Servparc ist so zukunftsweisend wie die Themen, die auf ihr gespielt werden. Sie ist ein überraschend neues Veranstaltungsformat voller Vielfalt: Kongress und Event, Präsentations-, Interaktions- und Karriereplattform, Networking, Lounging und mehr – ein Hotspot für Facility-Manager, Industrieservice- und IT-Profis. Ein innovatives Format. Sieben Stages. Tausend Möglichkeiten. Die Servparc ist bewusst anders; das neue Konzept löst sich nämlich von den klassischen Strukturen einer Messe und ermöglicht als Interaktions- und Networkingplattform die Präsentation neuer Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Und das ganze geschieht in einem offenen Ambiente, ganz ohne Eintrittsbarrieren.

ANLAGENWIN WARTUNG DRA S N E L O L O DH INSP MIT E I ON Auf sieben Stages haben Sie die MIT TiefeKderTFachbeiDie Interaction Stage ist die Büh- Die inhaltliche D ne, Werkstatt und Klassenzimmer träge bewegt sichRdurchaus OH auf Möglichkeit, sich über Themen für Workshops sowie für den kol- Kongressniveau. Dies wird N durch ENund Produkte im Rahmen von legialen Austausch zu fachspezi- eine enge Kooperation mit Fach- Vorträgen, Best-Practice-Beispiefischen Themen. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist limitiert auf 30 Personen.

Die Career Area ist Dating-Drehscheibe für Einsteiger und Aufsteiger auf der einen Seite sowie Unternehmen auf der anderen Seite. Auf der Career Stage präsentieren Unternehmen sich als attraktive Arbeitgeber, ebenso wie Institutionen mit Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Facility Management und Industrieservice. Diverse Aktionen während der Veranstaltungstage sorgen für abwechslungsreiche Impulse. Zum Beispiel die Jobwall, die GEFMA-Förderpreisverleihung, Anbieter-Pitches und weitere Aktionen rund um das Thema Beruf und Karriere.

verbänden und Gremium bei der Auswahl der Themen gewährleistet. Auf den Stages erwarten Sie spannende Vorträge, Best-Practice-Seminare und Workshops. Schwerpunktthemen sind z. B. die Megatrends Digitalisierung und New Work und deren Relevanz für Industrieservice und Facility Management, aber auch eine umfangreiche Session zum Thema Recht und Betreiber-verantwortung ist geplant. Das Programm wird auf jeden Fall ebenso abwechslungsreich wie hochkarätig – Sie dürfen gespannt sein!

TIVE C I D E PR CE N A N E INT Keynote-Speaker. MAProminenter I zur Servparc macht DenK Auftakt MIT FDP-Fraktionsvorsitzender Chris-

Die Catering Area ist Meeting Point, Networking Area und Eventbühne. Hier wird gut gespeist, getrunken, getalkt und Energie getankt. Die Center Stage, die ganz große Bühne für großartige Beiträge, Präsentationen, Speeches und Podiumsdiskussionen. Hier starten wir die Servparc offiziell am 25.06.2019 mit der Keynote von Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP. Die Future Stage, der Think Tank für fachspezifische Zukunftsthemen. Allen voran: Digitalisierung. Die Expert Stage, die Plattform für Best-Practice-Präsentationen, Produkte und Case Studies. Die Innovation Area – Präsentationsplattform, Schaufenster und Erprobungsparcours für Trends, Entwicklungen und Neuheiten aus verschiedenen Produkt- und Servicebereichen.

tian Lindner mit einer Keynote zum Thema „Update für Deutschland - wie nutzen wir die Digitalisierung?“ Networking next Level Das gesamte Event ist auf einen intensiven Austausch aller Beteiligten ausgelegt. Ein webbasiertes Networking-Tool ermöglicht Anbietern und Anwendern bei Interesse eine Kontaktaufnahme bereits im Vorfeld der Veranstaltung. Teilnehmer können sich jederzeit frei zwischen Ausstellungsflächen, Catering und Stages bewegen; die Vortragsdauer beträgt in der Regel nur 20 Minuten, gefolgt von einem interaktiven Q-&-A-Teil. Fragen können bereits während der Präsentation digital gestellt werden und nicht zuletzt begegnen sich Anbieter und Anwender im Rahmen der großen After Party am Abend des 25.6.2019 und lernen sich dort näher kennen.

len oder Präsentationen zu informieren: Die Interaction Stage ist die Bühne, Werkstatt und Klassenzimmer für Workshops sowie für den kollegialen Austausch zu fachspezifischen Themen. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist limitiert auf 30 Personen.

Zu den Anbietern auf der ServParc gehören unter anderem im Bereich Industrieservice Infraserv Knapsack und im Facility Management Strabag. Weitere namhafte Anbieter sind WISAG, Piepenbrock und Leadec – unter www. servparc.de sind alle Anbieter gelistet.

Gerade bei noch jungen Unternehmen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen ist das Interesse an der Servparc groß, da das neue Eventformat gut mit dem Erscheinungsbild und dem Kommunikationsstil von Start-ups harmoniert.

Die inhaltliche Tiefe der Fachbeiträge bewegt sich durchaus auf Kongressniveau. Dies wird durch eine enge Kooperation mit Fachverbänden und Gremium bei der Auswahl der Themen gewährleistet. Auf den Stages erwarten Sie spannende Vorträge, Best-Practice Seminare und Workshops. Schwerpunktthemen sind z. B. die Megatrends Digitalisierung und New Work und deren Relevanz für Industrieservice und Facility Management, aber auch eine umfangreiche Session zum Thema Recht und Betreiber-verantwortung ist geplant. Das Programm wird auf jeden Fall ebenso abwechslungsreich wie hochkarätig – Sie dürfen gespannt sein!

format voller Vielfalt: Kongress und Event, Präsentations-, Interaktions- und Karriereplattform, Networking, Lounging und mehr – ein Hotspot für Facility-Manager, Industrieservice- und IT-Profis.

Ein innovatives Format. Sieben Stages. Tausend Möglichkeiten. Die Servparc ist bewusst anders; das neue Konzept löst sich nämlich von den klassischen Strukturen einer Messe und ermöglicht als Interaktions- und Networkingplattform die Präsentation neuer Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Und das ganze geschieht in einem offenen Ambiente, ganz ohne Eintrittsbarrieren.

Auf sieben Stages haben Sie die Möglichkeit, sich über Themen und Produkte im Rahmen von Vorträgen, Best-Practice-Beispielen oder Präsentationen zu informieren: Die Interaction Stage ist die Bühne, Werkstatt und Klassenzimmer für Workshops sowie für den kollegialen Austausch zu fachspezifischen Themen. Die Teilnehmerzahl pro Workshop ist limitiert auf 30 Personen. Die Future Stage, der Think Tank für fachspezifische Zukunftsthemen. Allen voran: Digitalisierung.

Prominenter Keynote-Speaker. Den Auftakt zur Servparc macht Die Expert Stage, die Plattform FDP-Fraktionsvorsitzender Chris- für Best-Practice-Präsentationen, tian Lindner mit einer Keynote Produkte und Case Studies. zum Thema „Update für DeutschInnovation Die Career Area istAuf Dating Drehlandfinden - wie nutzen wir die Digitali-undDie der Servparc Sie Innovationen Impulse rundArea – Präsentationsplattform, Schaufenster und scheibe für Einsteiger und Auf- sierung?“ um das Thema Industrieservice 4.0 in Synergie mit Facility Erprobungsparcours für Trends, steiger auf der einen Seite sowie IT. Erleben Sie ein zukunftsweisendes Entwicklungen und Neuheiten Unternehmen auf Management der anderen und Networking next Level Veranstaltungsformat voller Vielfalt: Event, aus Networking verschiedenen Produkt- und Seite. Auf der Career Stage prä- Das gesamte Event ist auf einen Servicebereichen. sentieren Unternehmen, sich als intensiven Austausch aller Beteiund Lounge, Vorträge, Präsentationen, Workshops und attraktive Arbeitgeber, ebenso See ligtenyou ausgelegt. Ein webbasiertes get together. tomorrow! wie Institutionen mit Aus- und Networking-Tool ermöglicht An- Die Servparc findet am 25. und 26. Weiterbildungsmöglichkeiten im bietern und Anwendern bei Inte- Juni 2019 in der Messe Frankfurt Bereich Facility Management und resse eine Kontaktaufnahme be- statt. Besuchen Sie servparc.de, Industrieservice. Diverse Aktio- reits im Vorfeld der Veranstaltung. hier können Sie sich umfassend nen während der Veranstaltungs- Teilnehmer können sich jederzeit aufschlauen und Ihr Ticket butage sorgen für abwechslungs- frei zwischen Ausstellungsflä- chen. All you can meet! reiche Impulse. Zum Beispiel die chen, Catering und Stages bewe- Zu den Anbietern auf der ServJobwall, die GEFMA-Förderpreis- gen; die Vortragsdauer beträgt in Parc gehören unter anderem im verleihung, Anbieter-Pitches und der Regel nur 20 Minuten, gefolgt Bereich Industrieservice Infraserv weitere Aktionen rund um das von einem interaktiven Q-&-A-Teil. Knapsack und im Facility ManageThema Beruf und Karriere. Freuen Sie sich auf die allererste ment Strabag. Weitere namhafte Servparc – mit vielen bekannten Anbieter sind WISAG, PiepenDie Catering Area ist Meeting und zahlreichen neuen Gesich- brock und Leadec – unter www. servparc.de sind alle Anbieter gePoint, Networking Area und tern! listet. Eventbühne. Hier wird gut gespeist, getrunken, getalkt und Am 25. und 26. Juni 2019 in der Energie getankt. Messe Frankfurt. Besuchen Sie Gerade bei noch jungen Unterauch servparc.de, hier können Sie nehmen mit innovativen ProdukDie Center Stage, die ganz große sich umfassend aufschlauen und ten und Dienstleistungen ist das Interesse an der Servparc groß, Bühne für großartige Beiträge, Ihr Ticket buchen. da das neue Eventformat gut mit Präsentationen, Speeches und Podiumsdiskussionen. Hier star- Die Center Stage, die ganz große dem Erscheinungsbild und dem ten wir die Servparc offiziell am Bühne für großartige Beiträge, Kommunikationsstil von Start-ups 25.06.2019 mit der Keynote von Präsentationen, Speeches und harmoniert. Christian Lindner, Bundesvorsit- Podiumsdiskussionen. Hier starten wir die Servparc offiziell am Die inhaltliche Tiefe der Fachbeizender der FDP. 25.06.2019 mit der Keynote von träge bewegt sich durchaus auf Die Future Stage, der Think Tank Christian Lindner, Bundesvorsit- Kongressniveau. für fachspezifische Zukunftsthe- zender der FDP. Am 25. und 26. Juni 2019 in der men. Allen voran: Digitalisierung. Die Servparc ist so zukunftswei- Messe Frankfurt. Besuchen Sie Die Expert Stage, die Plattform send wie die Themen, die auf ihr auch servparc.de, hier können Sie für Best-Practice-Präsentationen, gespielt werden. Sie ist ein über- sich umfassend aufschlauen und raschend neues Veranstaltungs- Ihr Ticket buchen. Produkte und Case Studies.

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INSTANDHALTUNG 4.0 MIT BIG DATA


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NACHRICHTEN

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„In.Stand bringt Instandhaltung und Services zusammen …“ Von Retrofit bis Industrie 4.0 - auf der Messe in Stuttgart wird Know-how vermittelt Die neue Messe für Instandhaltung und Services In.Stand findet am 23. und 24. Oktober 2019 in Stuttgart statt. Sebastian Schmid, Abteilungsleiter Technologie bei der Messe Stuttgart, gibt einen ersten Ausblick auf die Veranstaltung und das Netzwerk dahinter. Herr Schmid, eine Messe für Instandhaltung und Services im Herbst und im Süden. Was sind die Gründe hierfür? Im Kernland des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus darf das Thema Instandhaltung und Services einfach nicht fehlen. In unseren Gesprächen mit Verbänden und potenziellen Ausstellern wurde uns das immer wieder bestätigt. Die Messe Stuttgart bietet dafür eine ideale Plattform. In unserem Geschäftsbereich Industrie & Technologie finden zahlreiche internationale Fachmessen statt, teilweise Weltleitmessen in ihren Segmenten. Wir verfügen über ein starkes internationales Vertriebsnetzwerk und enge Kontakte zur Industrie. Wer sind Ihre Unterstützer? Wir freuen uns über ein sehr großes Interesse am Markt. In einem ersten Schritt haben wir mit Verbänden und Institutionen

gesprochen, die als Multiplikatoren und fachliche Impulsgeber für die In.Stand wichtig sind. Erste geplante Gemeinschaftsstände vom Forum Vision Instandhaltung (FVI) und dem Virtual Dimension Center (VDC) sind ein wichtiges Signal für die Branche. In dieses Who's Who reihen sich die Association for Services Management International German Chapter (AFSMI), der Bundesverband für Angewandte Thermografie (VATh) und der Verband Technischer Handel (VTH) mit ein. Auf wissenschaftlicher Seite bekommen wir Unterstützung von der Dualen Hochschule BadenWürttemberg (DHBW), dem Forschungsinstitut für Rationalisierung an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (FiR) und dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA.

Wofür soll die In.Stand in Zukunft stehen. Welche Inhalte machen sie aus? Zunächst bildet die In.Stand sowohl die klassischen Instandhaltungsthemen als auch die modernen Services ab. Hierzu zählen auch IT-Lösungen und Systeme beispielsweise für Predictive Maintenance. Wir bilden die komplette Bandbreite von Retrofit bis Virtual Reality ab. Wichtig ist uns dabei, einen intensiven Know-how-Transfer zu gestalten. Als Branchengipfel im Süden wollen wir alle beteiligten Berufsgruppen und Anbieter zusammenführen. Im Fokus liegen der Maschinen- und Anlagenbau, Automobil- und Fahrzeugbau sowie deren Zulieferindustrie. Die Fachbesucher sollen einen echten Mehrwert in Form von Guided Tours, Best Practice, Showcases und hochkarätigen Sessions in Fachforen auf der In.Stand vorfinden und nutzen können.

An den Programmen arbeiten wir aktuell mit den vorab genannten Partnern. Vom Betriebsleiter bis zum Serviceingenieur soll jeder das für ihn passende Angebot finden. Die Themenpalette reicht von Consulting und Finanzierung über Integration und Training bis hin zu Wartung und Rückbau oder Recycling. Die Messe Stuttgart verfügt über zehn Messehallen und ein großes Konferenzzentrum. Wie viel der Messefläche erwarten Sie, dass die In.Stand im Oktober 2019 belegen wird? Wir planen hier sehr bodenständig. Ein neues Veranstaltungsformat, zu einem neuen Termin und an einem neuen Standort, das ist schon eine besondere Herausforderung. Budgets und Personal müssen geplant, Hotels gebucht und Exponate vorbereitet werden. Wir planen erst einmal mit einer

Sebastian Schmid, Abteilungsleiter Technologie bei der Messe Stuttgart, will mit der In.Stand einen neuen Branchengipfel im Süden Deutschlands etablieren. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Bild: Messe Stuttgart

Messehalle und zusätzlichen Konferenzräumen im Internationalen Congresscenter Stuttgart ICS. Ein Fachforum bietet den Rahmen für Vorträge und Diskussionsrunden. Selbstverständlich haben wir uns weitere Ressourcen reserviert, um bei Bedarf entsprechend reagieren zu können. www.messe-stuttgart.de/in-stand/

Fachtagung Genehmigungsmanagement

Easyfairs übernimmt Clarion Events

Beim Neu- und Umbau von Industrieanlagen, Termine und Kosten im Blick behalten

Im Zuge einer Anteilsübernahme hat der Messeveranstalter Easyfairs Deutschland GmbH aus München - unter anderem Veranstalter der Maintenance-Messen in der DACH-Region - alle Anteile der Clarion Events Deutschland GmbH, der Messeveranstalter der Messen FMB Süd in Augsburg und FMB in Bad Salzuflen, erworben und ist damit alleiniger neuer Inhaber. Die Firmenübernahme wurde Ende Februar bekannt. Neuer Geschäftsführer von Clarion Events Deutschland ist damit Roland Brand, der auch die Geschäfte des Mutterhauses in München führt.

Am 14. und 15. Mai findet in Düsseldorf die von T. A. Cook organisierte 4. Jahrestagung „Genehmigungsmanagement bei Neu- und Umbau von Industrieanlagen“ statt. Hintergrund: Sowohl beim Neu- als auch beim Umbau müssten stets die erforderlichen Genehmigungen rechtzeitig geplant und eingeholt werden. Dabei sind neben technischen Vorschriften immer komplexere umweltrechtliche Vorgaben zu beachten. Im Rahmen betrieblicher Genehmigungsverfahren sind neben den technischen Voraussetzungen stets auch die immer komplexer werdenden umweltund verwaltungstechnischen sowie zeitlichen Vorgaben zu beachten und einzuhalten.

Informationen aus „erster Hand” Für Unternehmen ist es dabei durchaus eine Herausforderung, die geplanten Neu- oder Umbaumaßnahmen im Kosten- und Zeitrahmen durchzuführen, ohne spätere Auflagen oder Sanktionen fürchten zu müssen. In der Folge steht ein strukturiertes und weitsichtiges Genehmigungsmanagement, in dem die Zusammenarbeit aller Parteien koordiniert ist, im Mittelpunkt eines erfolgreichen Genehmigungsverfahrens. Um ein strukturiertes Genehmigungsmana-

gement zu gewährleisten, muss die Zusammenarbeit zwischen den Projektbeteiligten und den diversen Behörden klar koordiniert werden. Doch welche Auswirkungen haben aktuelle Gesetzesnovellierungen auf die Industrie? Welche Maßnahmen eignen sich, um mit Einwendungen bei Öffentlichkeitsbeteiligung umzugehen und welche Voraussetzungen gelten im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung? Dies sind Themen, welche die von der T.A. Cook organisierte 4. Jahrestagung „Genehmigungsmanagement bei Neu- und Umbau von Industrieanlagen“ in Düsseldorf aufgreift. In praxisnahen Fachbeiträgen werden die Herausforderungen aus der Perspektive von Anlagenbauern, -betreibern, Rechtsanwälten, Ingenieuren und Experten beleuchtet. Mit dabei sind zahlreiche namhafte Unternehmen wie Bayer, DSM Nutritional Products, Currenta,

Thyssenkrupp Steel Europe, Orafol und Renolit. Deren Experten berichten auf der Veranstaltung, wie sie ihre Projekte von der Planung über die Steuerung bis zur Umsetzung effektiv managen.

Mit zwei Intensivworkshops Zwei halbtägige Intensivworkshops zu Ausgangszustand und Rückführungspflicht am Beispiel eines komplexen Industriestandortes sowie effektiver Vorbereitung und Durchführung von Genehmigungsverfahren bieten die Möglichkeit, gemeinsam Optimierungsansätze zu erarbeiten. Darüber hinaus liefern mehrere interaktive Sessions wie eine Podiumsdiskussion zu aktuellen Anforderungen der neuen TA Luft Austauschmöglichkeiten und Impulse. www.tacevents.com/ genehmigung2019

Setzt die FMB weiter auf Instandhaltung? Welche Auswirkungen diese Übernahme auf die FMB- und Maintenance-Messen haben wird, kann man derzeit noch nicht sagen, zumal die FMB im vergangenen Jahr explizit einen Schwerpunkt im Bereich der Instandhaltung gesetzt hat. Aktuell ist aber davon auszugehen, dass die angekündigten Fachmessen, so wie angekündigt, stattfinden, auch wenn es zu Terminüberschneidungen kommt. Laut der aktuellen Terminplanung

Roland Brand, Geschäftsführer von Easyfairs Deutschland und Schweiz, betont den strategischen Wert der Übernahme: „Die FMB und die FMB-Süd sind eine perfekte Ergänzung für unser bestehendes Portfolio von Industriemessen. Wir werden die offensichtlichen Synergien zwischen unseren bestehenden Messen und der FMB nutzen und einen Mehrwert für die Industriezweige schaffen, in denen wir präsent sind. Als internationales und schnell wachsendes Unternehmen haben wir ehrgeizige Pläne für die Weiterentwicklung und den Ausbau unseres Portfolios in Deutschland und der Schweiz.“ Bild: Easyfairs

werden nämlich im kommenden Jahr die Maintenance Dortmund und die FMB Süd in Augsburg zeitgleich am 12. und 13. Februar stattfinden. Die beiden Fachmessen FMB und FMB Süd jedenfalls werden im DACH-Portfolio von Easyfairs angesiedelt. Das FMBTeam wird in den Easyfairs-Verantwortungsbereich von Roland Brand eingegliedert. www.easyfairs.com


INDUSTRIESERVICE

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Wenn der Kollege Roboter sauber macht Industriedienstleister setzt bei Dow Böhlen Roboter zur Innenreinigung eines Tanks ein Vor Kurzem hat der Industriedienstleister Lobbe in Kooperation mit ST-Cleaning einen Roboter zur Tankreinigung eines 40.000 Kubikmeter fassenden Tanks im Werk Böhlen der Dow Olefinverbund GmbH in der Raffinerie DOW Standort Böhlen eingesetzt. Dabei ist es ist nicht der erste Tank, den die Spezialisten mithilfe eines Roboters sauber gemacht haben. „Die Pilotprojekte sind abgeschlossen und der Ablauf ist jetzt optimiert“, bestätigt Bastian Spitzner von Lobbe. Die Ausmaße sind eindrucksvoll. Der zu reinigende Tank auf dem Böhlener Gelände der Dow hat einen stattlichen Durchmesser von 52 Metern. 1996 wurde er errichtet und im Jahr 2002 zuletzt gereinigt. Genutzt wurde der Tank für Naphtha, eine leicht flüchtige Rohbenzin-Substanz. Dabei sammelten sich mit der Zeit im Tank Feststoffe aus den vorangehenden Verarbeitungsschritten und aus der Lagerung im Tank an. Nach Schätzungen von Experten dürften diese Feststoffe ein Gewicht von um die 1.000 Tonnen haben. Demnächst sollen nun der Tank komplett renoviert, das Dach ausgetauscht und die Böden erneuert werden. Damit diese Sanierung möglich ist, musste der Tank aber erst einmal geleert und vor allem von den vorhandenen Rückständen befreit werden.

im Inneren aufgespritzt und absaugfähig gemacht werden kann. Außerdem werden drei LED-beleuchtete Kameras vorab installiert. Der Roboter selbst ist so klein, dass er durch ein mindestens 60 Zentimeter im Durchmesser großes Mannloch in den Tank eingefahren werden kann. Allerdings musste in diesem Fall erst einmal eine Fläche von rund zwei mal zwei Metern am Eingang gesäubert und von Resten befreit werden. Der Roboter wiegt rund 500 Kilogramm. Die Ketten des Antriebs sind magnetisch. Auf diese

Weise hält sich der Roboter am metallischen Tankboden fest, vorausgesetzt, an der Einstiegsstelle ist der Boden bereits gereinigt. Ist der Roboter im Inneren des Tanks, fahren seine Kameras und die Hebelarme aus. Erst jetzt kann die Navigation im eigens dazu eingerichteten Container starten. Mittels Joystick können Fahrtrichtung und Geschwindigkeit eingestellt werden. Der Kontrolleur sieht auf dem Monitor ein Übersichtsbild sowie das vordere und hintere Ende des Roboters. Damit kann auch verhindert werden, dass sich in den

Schläuchen Schlaufen bilden. Nach rund 30 Arbeitsschichten war in diesem spezifischen Fall die Arbeit des Roboters in dem riesigen Tank beendet: Anschließend wurden die Atmosphäre mit Frischluft ausgetauscht, die restlichen Gase abgefackelt und das Mannloch zur Schleuse wieder geöffnet.

Manuelle Nacharbeit notwendig

Roboter mit „Magnetfüßen” Dazu wurden in einem ersten Schritt die gasförmige Atmosphäre im Tank abgesaugt, durch Frischluft ersetzt und die noch vorhandenen Reste abgefackelt. Denn erst, wenn die Konzentration von Schadstoffen einen vorgegebenen Wert gemäß den Vorschriften nicht überschreiten, kann das Mannloch geöffnet werden, um von dort aus eine Schleuse in den äußeren Bereich zu errichten. Durch diese Schleuse ist später dann auch der Roboter in den Tank eingefahren. Bevor der Roboter allerdings mit seiner Arbeit beginnen konnte, mussten vor Ort erst einmal die für den Einsatz notwendigen Komponenten aufgebaut werden. Neben dem eigentlichen Roboter wurde ein Container für die Steuerung eingerichtet. Außerdem wurden Gaswäscher, Saugfahrzeuge und Hydraulikantriebe installiert. Zur Einrichtung des Roboters: Die Absaugschläuche müssen in einem ersten Schritt mit dem Roboter verbunden werden, ebenso eine Wasserzuleitung, damit der fest gewordene Schlamm

Das Verfahren eignet sich beispielsweise für Rohöltanks, Produkttanks, Abwassertanks, Abwasserbecken oder Ähnliches. Mit dem Reinigungsroboter können Tanks mit einem Durchmesser von bis zu 100 Metern gereinigt werden. Bilder: Lobbe

Bereits seit dem Jahr 2004 setzt Lobbe auf robotergestützte oder automatisierte Techniken, um Wärmetauscher, Kolonnen, Rohre und Leitungen in Industrieanlagen zu reinigen.

Nach dem Ausfahren des Roboters wurde dieser komplett demontiert und gereinigt. Damit ist er wieder bereit für die nächste, unbemannte Tankfahrt. Alles konnte der Roboter aber nicht reinigen. Das bedeutet: Die Feinreinigung musste auch in diesem Fall nach dem Einsatz des Roboters manuell erfolgen. Rinnen, Rohre, Anschlussstücke und andere Bauelemente, die hervorstehen, können nämlich nicht

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Partner der Industrie. Unser Auftrag! Unsere Werte! Die WISAG Industrie Service Gruppe ist als Spezialist für Industriedienstleistungen führend in Deutschland. In unseren acht Geschäftsfeldern begeistern wir unsere Kunden jeden Tag aufs Neue – lernen Sie die WISAG kennen! Instandhaltung

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Die Tank- bzw. Behälterreinigung wird mit einem ATEX Zone 0 zertifizierten Reinigungsroboter aus einem ATEX-zertifizierten mobilen Kontrollraum kontrolliert.

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vom Roboter erfasst werden. Dennoch: „Mit verhältnismäßig geringem Personaleinsatz haben wir den entsprechenden Behälter in rund 30 Arbeitstagen gereinigt. Bei den Standardverfahren hätten diese Arbeiten erheblich länger gedauert“, betont Bastian Spitzner, Projektingenieur bei Lobbe, abschließend. Der Kunde jedenfalls ist zufrieden: Künftig wird Dow laut den Verantwortlichen verstärkt auf automatisierte Verfahren zurückgreifen. www.lobbe.de

Nach der Reinigung ist vor der Reinigung: Damit der Roboter für die nächste, unbemannte Tankfahrt wieder bereit ist, wurde er komplett demontiert und selbst gründlich gereinigt.


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44 Kilometer neuer Energieleitung verlegt Wisag stattet das Heiligengeistfeld auf Hamburg St. Pauli mit neuer Elektrotechnik aus Das Heiligengeistfeld auf St. Pauli - das ist nicht nur ein Fußballstadion und ein Hochbunker, sondern auch das größte Volksfest in Norddeutschland: Insgesamt strömen mehrere Millionen Besucher jedes Jahr in die Hansestadt, um sich dreimal pro Jahr auf dem Volksfest Hamburger Dom, dessen Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückgehen, zu vergnügen. Die rund 150.000 Quadratmeter des Heiligengeistfelds bieten dabei über 250 Schaustellern mit ihren Fahrgeschäften, Losbuden, Imbiss- und Naschwaren genügend Platz - und auch die entsprechende technische Infrastruktur. Damit alles reibungslos funktioniert, wurde unlängst die Stromversorgung des Areals von einem Industriedienstleister auf den neuesten Stand gebracht. Der Zeitplan für die Erneuerung der Elektrotechnik auf dem Heiligengeistfeld, vorgegeben durch die Verantwortlichen der Stadt Hamburg, war ambitioniert. Für die beiden Bauphasen standen insgesamt nur 14 Wochen zur Verfügung. Für den Industriedienstleister bedeutete dieser enge Zeitplan, dass pünktlich zum Baubeginn alle benötigten Mitarbeiter, Fahrzeuge und Bauutensilien vor Ort und dass alles reibungslos ineinandergreifen musste, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden. Das geht natürlich nur mit einer entsprechenden Planung: Der

erste Schritt war deshalb auch eine rund halbjährige Planungsphase, in der alles organisiert wurde. Marco Warneck, Niederlassungsleiter der Wisag Elektrotechnik in Hamburg, erinnert sich: „Mit der Planung haben wir in 2016 begonnen, im Mai 2017 folgte der erste Spatenstich.“ „Wir starteten mit der Teilung des Heiligengeistfelds in einen nördlichen und einen südlichen Bauabschnitt“, führt der Niederlassungsleiter aus und ergänzt: „Anschließend wurde das komplette Baugelände umzäunt; eine Arbeit, die aufgrund der Größe des Areals

Der Abtransport des ausgehobenen Bodens war aufgrund von Fahrverboten und des Hamburger Verkehrs schwierig. Deshalb musste eine andere Lösung gefunden werden.

nicht zu unterschätzen war.“ Insgesamt 6.800 Meter Bauzaun waren nämlich nötig, um das Gelände zu sichern. „Bevor wir mit unserer eigentlichen Arbeit beginnen konnten, mussten wir das Gelände gemeinsam mit Experten vom Kampfmittelräumdienst genauestens überprüfen“, schildert Warneck das weitere Vorgehen. Wie zahlreiche deutsche Städte wurde nämlich auch Hamburg während des Zweiten Weltkrieges zum Ziel alliierter Luftangriffe. Nun musste jeder Quadratmeter auf Kampfmittelfreiheit sondiert werden. Eine wichtige und richtige Vorgehensweise, wie sich herausstellte. „Wir hatten tatsächlich zwei Funde - TNT und Handgranaten“, berichtet Warneck und erklärt, wie gearbeitet wurde: „Sollte ein Bagger in einem Bereich arbeiten, der noch nicht sondiert war, so musste jederzeit - Tag und Nacht - ein Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes dabei sein und den Boden Schritt für Schritt freimessen.“ Und Bagger waren auf dem Heiligengeistfeld zahlreiche im Einsatz, schließlich mussten insgesamt 14 Kilometer an Kabelgräben ausgehoben werden. Keine leichte Aufgabe und durchaus auch eine logistische Herausforderungen: „Eine Baustelle in einem Industriegebiet oder auf dem Land lässt sich kaum mit einer Baustelle vergleichen, die wie das Heiligengeistfeld mitten in der Innenstadt liegt“, verdeutlicht der Niederlassungsleiter. „Bereits im ersten Bauabschnitt stellten wir fest, dass der Abtransport des ausgehobenen Bodens aufgrund von Fahrverboten und des Hamburger Verkehrs problematisch werden würde“, ergänzt er. Statt den Boden durch neuen auszutauschen, entschieden sich die Verantwortlichen für eine andere Lösung: Sie ließen eine mobile Siebanlage kommen, mit der die Erde vor Ort gesiebt und von Schadstoffen befreit wurde. So konnte die Erde wiederverwertet werden, statt dass man sie entsorgen musste. Parallel zum Aushub der Gräben musste sich der Industriedienstleister um den Ausbau der Kabelschächte sowie die Erdung der kompletten Fläche kümmern. Also bauten die Experten ein Erdungsnetz auf, legten Erdungsmasche, verlegten rund sechs Kilometer Bandeisen und setzten Tiefenerder - insgesamt etwa 1.400 Meter. Nun war es Aufgabe der Wisag, in zwei Meter Tiefe Kabelleerrohre und Kabel zu verlegen. Um wie geplant eine Leistung von rund zwölf Megawatt zur Verfügung

Fast 7 Kilometer Bauzaun waren nötig, um das Gelände zu abzusichern, auf dem zu Spitzenzeiten über 120 Arbeiter vor Ort waren, die es durch die Spezialisten von Wisag zu koordinieren galt.

stellen zu können, verlegte der Industriedienstleister etwa 44 Kilometer Energieleitung sowie 16 Kilometer Kabelleerrohre. „Über drei Bauphasen, immer in den domfreien Zeiten, haben wir das komplette Leitungsnetz inklusive Mittelspannungs- und Niederspannungsstation erneuert“, schildert Warneck und ergänzt: „Es mussten drei komplette Mittelspannungsringnetze mit 21 Kompaktstationen aufgebaut und darüber noch eine Hauptenergiezentrale gesetzt werden. Dafür haben wir 80 unterirdische, begehbare Kabelschächte in etwa drei Metern Tiefe gesetzt, die alle über eine jeweils eigene Elektroverteilung verfügen.“

ständig, ein intelligentes Messsystem zu installieren, mit dem alle einzelnen Verbraucher exakt abgerechnet werden können.“ Das ist unverzichtbar bei der Vielzahl an Ausstellern, deren Verbräuche stark variieren. Aktuell sind die Arbeiten zu etwa 90 Prozent fertiggestellt, das heißt es sind nur noch kleine Anpassungsarbeiten zu erledigen. „Je nach Bedarf werden wir nun noch einzelne Schächte versetzen, an manchen Stellen mehr Strom bereitstellen, an anderen Stellen noch eine weitere Station setzen, aber unsere Hauptaufgabe hier ist abgeschlossen“, so der Niederlassungsleiter Marco Warneck

Enger Zeitplan mit „Zwangspausen” Selbstverständlich mussten alle Schächte so konzipiert werden, dass sie problemlos mit dem Lkw überfahrbar sind, um den Aufbau von Fahrgeschäften nicht zu gefährden. Darüber hinaus lieferten und montierten die Spezialisten insgesamt 21 mit 630 kVA bestückte Trafostationen und installierten auf dem Gelände ein Notniederspannungsreservenetz. Die Wisag Elektrotechnik arbeitet bei diesem Projekt eng mit den Schwestergesellschaften zusammen. So war die Wisag Sicherheit und Service von Anfang an zur Stelle, um nachts die Baustelle sowie die Bauutensilien - unter anderem wurden 120 Tonnen Kupfer verbaut - zu schützen. Und auch die Wisag Automatisierungstechnik war vor Ort: „Die Kollegen waren dafür zu-

Der Industriedienstleister verlegte etwa 44 Kilometer Energieleitung sowie 16 Kilometer Kabelleerrohre. Außerdem lieferte und montierte Wisag insgesamt 21 Trafostationen mit 630 kVA. Bilder: Wisag

Zufrieden über den Verlauf der Projekts ist man auch beim Amt für Bauordnung und Hochbau der Stadt Hamburg. Bild: Hamburger DOM

Dass der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden konnte, war nicht selbstverständlich. „Wie das Leben so spielt, lag mitten in einer unserer Bauphasen der G20-Gipfel, der uns gut drei Wochen Bauzeit gekostet hat, da die Baustelle im Sicherheitsbereich lag und nicht mehr betreten werden durfte“, erinnert sich Warneck. Erschwerend kam hinzu, dass nach jeder Bauphase ein Dom stattfand. Deshalb musste die alte Stromversorgung zunächst aufrechterhalten werden. Erst nach dem Winterdom im Januar 2018 wurde die Altanlage letztendlich abgeschaltet und die neue in Betrieb genommen. „Nun konnte sich die Anlage schon bei jeweils einem Frühlings-, Sommer- und Winterdom beweisen. Einen Stromausfall oder Ähnliches gab es glücklicherweise nie“, freut sich Warneck. www.wisag.de


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Neue Technik macht Instandhaltung smart Industriedienstleister Leadec setzt auf intelligente Zustandsüberwachung und AR-Brillen Wenn die Temperatur in einer Turbine den definierten Grenzbereich übersteigt, ein Generator ungewöhnlich stark vibriert oder der Winkel eines Roboterarms minimal von der programmierten Norm abweicht, bedeutet dies ein hohes Risiko für die Produktion. Kommt es gar zu Maschinenausfällen, entsteht in der Folge schnell ein Millionenschaden. Deshalb setzt der Industriedienstleister Leadec nun unter anderem auf eine skalierbare Softwarelösung, mit der sich Daten zahlreicher Prozesse erfassen, anzeigen, speichern und vor allem auch auswerten lassen. Der Bereich Engineered Software Solutions von Leadec bietet eine Software zur Zustandsüberwachung von kritischen Assets wie Turbinen, Schienenfahrzeugen und Roboteranlagen an. Grundlage für diese Software sind die Informationen von Hunderten von Sensoren, die an Maschinenkomponenten angebracht sind und dort Daten wie zum Beispiel zur Temperatur, zu Vibrationen oder zum Druck erfassen. Diese Daten, die außerdem mit GPS sowie Videodaten synchronisiert werden können, bilden dann die Grundlage für die

Predictive-Maintenance-Lösung. Die Architektur der Hard- und Software von Leadec ist modular aufgebaut. Damit könne die Lösung von der Low-cost-Variante bis zur hochkomplexen Struktur je nach Bedarf erweitert und an bestehende Leitund Schnittstellen angebunden werden. Da Leadec außerdem industrielle Standardkomponenten verwendet, können Sensoren weltweit kurzfristig beschafft werden. Die Software erstellt virtuelle Anlagenmodelle, auf deren Basis die Instandhaltung gesteuert wird. Dabei zeigt ein Dashboard die

Ein Beispiel, wie das Monitoring von Bewegungsdaten an einem Roboter im laufenden Betrieb funktioniert: Die Anlage ist mit einem Triaxialsensor ausgestattet, der die Beschleunigung von Schwingungen, also Vibration, misst. Über ein eingebautes Kamerasystem lassen sich die Bewegungsabläufe des Roboters überwachen. Bilder: Leadec

Messdaten je nach Konfiguration beispielsweise in Form von Tabellen, in XY-Darstellungen, als Wasserfalldiagramme oder per Polardarstellung an. Ausfälle und Störungen lassen sich so voraussagen, betonen die Spezialisten von Leadec. Das bedeutet in der Praxis: Die Techniker vor Ort können rechtzeitig Material beschaffen und die Anlage warten. Die Lösung hat einen weiteren Vorteil, wie Andreas Rzezacz, Head of Engineered Software Solutions bei Leadec in Chemnitz, erklärt: „Weil wir die Programmmodule für jeden Kunden spezifisch zusammenstellen, kennen wir uns auch mit verschiedenen Branchenbedürfnissen aus.“ Ebenfalls eng mit dem Thema Digitalisierung verbunden sind die neuen Datenbrillen, die bei dem Industriedienstleister nun zum Einsatz kommen. „Unsere Techniker vor Ort haben es mit ganz unterschiedlichen Fertigungslinien und potenziellen Störfällen zu tun“, verdeutlicht Theodor Malcotsis, Leiter Project Development im Product Management Central Europe von Leadec und ergänzt: „Um hier jederzeit eine optimale Service- und Anlagensicherheit zu garantieren, dient die Datenbrille mit ihrer Mixed-Reality-Technologie als Verbindung zu unserem globalen Netzwerk aus Instandhaltungs-

Die Datenbrillen-Anwendung für die Datenvisualisierung fungiert als Assistent für die effiziente Wartung direkt an der Anlage. Das Arbeiten ist damit an fast jeder Stelle in der Fabrik möglich, wo eine Wartung nötig ist.

experten.“ Über ein einfach zu bedienendes Menü kann sich der Techniker dabei aktuelle Daten der Maschine anzeigen lassen und im Bedarfsfall Kontakt zu einem Experten aufnehmen. Per Livevideo werden Bauteile gezielt im Sichtfeld markiert und die konkreten Handlungsschritte zur Problembehebung abgestimmt. Die Vorteile liegen laut Dienstleister auf der Hand: Die Anlage sei auch bei komplexen Problemen deutlich schneller wieder in Betrieb. Außerdem könne die Datenbrille mit dem entsprechenden ITSystem zur Synchronisierung verknüpft werden. Das wiederum führe zu einer erhöhten Transparenz über relevante Maschinendaten. Und auch die Praktiker vor Ort profitieren und zwar von einem maximalen Handlungsfreiraum, da beide Hände eingesetzt werden und lediglich das Sichtfeld digital um Einblendungen angereichert wird. www.leadec-services.com

Competence Center Prozessanalysetechnik Der Industriedienstleister Infraserv weitet sein Serviceangebot aus Die Infraserv Höchst Prozesstechnik, die als einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Betreibergesellschaft des Industrieparks Höchst zur Infraserv Höchst-Gruppe gehört, hat Mitte Februar das neue Competence Center Prozessanalysentechnik eröffnet. Damit kann das Unternehmen, das seit gut einem Jahr am Markt tätig ist, Beratungen und Dienstleistungen im Bereich der Prozessanalysentechnik nach eigenen Angaben nun noch besser erbringen. Im neuen Competence Center Prozessanalysentechnik der Infraserv Höchst Prozesstechnik können sowohl Reparaturen an Analysegeräten als auch Neuaufbauten von Prozessanalyseanlagen durchgeführt werden.

Hierfür hat das Center, das im Gebäude der Infraserv-Prozesstechnik angesiedelt ist, in technischer Hinsicht einiges zu bieten, wie eine zentrale Prüfgasversorgung, eine Reinstwasseraufbereitungsanlage, einen gesonderten Bereich mit

Ein Blick in das neue Competence Center Prozessanalysetechnik: Alexander Becker von Infraserv Prozesstechnik erläutert die Teststation für EMSR-Anlagen. Bilder: Infraserv

Laborausstattung und jede Menge weiterer Spezialausrüstungen. „Die Leistungen unserer Prozessanalysetechnik gliedern sich in zwei Hauptarbeitsgebiete: das Engineering und die Instandhaltung. Damit decken wir nun den gesamten Lebenszyklus von Anlagen im Bereich der Prozessanalyse ab“, erläutert Frank Unger, Geschäftsführer der Infraserv Höchst Prozesstechnik GmbH. Kunden innerhalb und außerhalb des Industrieparks setzen auf die Dienste der Infraserv-Tochter: Das Leistungsspektrum umfasst im Bereich des Engineering vor allem die Planung, den Bau und die Einrichtung von Prozessanalysetechnik-Anlagen ausgehend von der Messaufgabe. Im Bereich der Instandhaltung werden sowohl eine geplante Instandhaltung, unter anderem

Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv Höchst, freute sich über das erweiterte Angebot der Infraserv-Tochter: „Mit dem Competence Center Prozessanalysetechnik kann Infraserv Prozesstechnik den Kunden innerhalb und außerhalb des Industrieparks einen noch umfassenderen Service bieten.“

unterstützt von einer mobilen App, als auch Störungsbeseitigung und Reparatur angeboten. Abgerundet werden diese Leistungen durch Wartungsplanung und -optimierung, Ersatzteilbeschaffung und Bevorratung von Verbrauchsmaterialien. www.infraserv.com


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Smarte Gebäude erfordern smarten Service Wie ein Anbieter von Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik seinen Service optimiert Das Traditionsunternehmen Geze, seit 1863 aktiv, ist einer der global führenden Anbieter von Systemen für die Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik. Weltweit arbeiten mehr als 3.140 Menschen bei dem Unternehmen, davon allein rund 1.100 am Stammsitz in Leonberg bei Stuttgart. Die Servicetechniker der Firma sorgen für eine zuverlässige und kompetente Instandhaltung und Wartung der Gebäudetechnik beim Kunden - und das an 365 Tagen im Jahr. Seit rund vier Jahren unterstützt eine neue mobile Lösung die Servicetechniker dabei. Die Praxis belegt die Vorteile. Die Zahl der Serviceaufträge bei Geze ist über die Jahre hinweg stetig gestiegen. Um diese abzuwickeln, hatte das Unternehmen deshalb schon seit geraumer Zeit eine Anwendung im Einsatz, die den Technikern eine mobile Anbindung an die Backoffice-Systeme ermögliche. Allerdings machten neuen Kunden- und Marktanforderungen sowie die damit verbundene Funktionalität, Zuverlässigkeit, Lieferfähigkeit und Anwendungsfreundlichkeit einen Wechsel der Hardware und letztendlich auch der Applikation erforderlich. 2015 entschied sich die Serviceabteilung von Geze deshalb für die mobile Lösung Mobilex-MIP for Field Service der Mobilex AG. Durch den Umstieg sollte der Kundenservice optimiert und die Produktivität der Servicetechniker verbessert werden.

Informationsaustausch verbessern Zudem sollte sich der administrative Aufwand reduzieren sowie die Lager- und Ersatzteil-Verwaltung, aber auch die Bestellvorgänge verbessern. Ein weiteres Ziel war die Optimierung des Informationsaustausches zwischen den Bereichen Service, PM und Vertrieb sowie eine Steigerung der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit im Serviceeinsatz. Der Startschuss für den Rollout der Lösung erfolgte dann im Herbst 2015. Seit Mai 2016 arbeiten bereits die Techniker in Deutschland mit der neuen Lösung. Später folgten Spanien, UK, Schweden, Norwegen, Dänemark und Österreich. Über die Auftragsbearbeitung in der Lösung aktualisieren die Techniker heute den Auftragsstatus, erstellen Rückmeldungen und können alle Details zum Auftrag inklusive Anlagenstruktur einsehen. Auch einen neuen

„Die Einführung von Mobilex-MIP for Field Service zusammen mit den dynamischen Formularen hat unseren Serviceprozess weitestgehend digitalisiert“, erklärt Annabella Grauduschus, Teamleitung SAP Projekte und Systeme bei der Geze Service GmbH. Sie ist überzeugt: „Dies wird unsere Datenqualität deutlich verbessern sowie die Effizienz und Produktivität unserer mobilen Auftragsbearbeitung steigern.“ Bilder: Mobilex

lokalen Auftrag können sie vor Ort erstellen, wenn zum Beispiel eine Reparatur im Zuge einer Wartung erforderlich ist. Der Materialprozess wurde ebenfalls in der neuen Lösung mit abgebildet. Techniker können damit den Verbrauch von Material zurückmelden, Material bestellen und zurücksenden sowie Inventuren des Fahrzeuglagers durchführen. Über den Tagesbericht erfassen die Techniker zudem lückenlos ihre auftragsbezogenen und nicht auftragsbezogenen Zeiten, die im Backend in die Zeitwirtschaft einfließen. Darüber hinaus können auch Bereitschaftspauschalen abgebildet und zusätzliche Arbeitszeiten wie Nachtarbeit freigegeben werden. Geze nutzt außerdem das Zusatzmodul Freigabemonitor. Es vermeidet Stornierungen von falschen Buchungen in SAP, indem es eingehende Berichte anhand vordefinierter Kriterien aussteuert, die der Innendienst

Mithilfe der dynamischen Formulare kann Geze selbst beliebige Datenobjekte, die nicht im Mobilex-Standarddatenmodell enthalten sind, strukturiert erfassen und verarbeiten.

dann bei Bedarf und nach Rücksprache mit dem Techniker korrigieren kann. Mit dem Wechsel auf die neue mobile Lösung wurde ferner das Modul dynamische Formulare, eine weitere Erweiterung von Mobilex-MIP for Field Service, eingeführt. Damit werden die bestehenden Papierformulare ersetzt, sodass der gesamte Serviceprozess medienbruchfrei gestaltet werden kann. Die digitalen Vorlagen erleichtern die Erfassung für die Techniker und steigern die Datenqualität durch Validierungen bei der Eingabe. Die Daten werden nach der Übertragung ins Backend entweder strukturiert als Datensatz oder als PDF-Dokument archiviert. Bei Geze nutzen die Mitarbeiter der einzelnen Länder die dynamischen Formulare allerdings auf ganz unterschiedliche Weise: In Spanien werden sie als Anhang zum Servicebericht erfasst. In UK nutzen die Techniker die Checklisten für die Wartung von Anlagen. Zudem ersetzt ein digitales Formular das ehemalige, mehrseitige Papierformular, das zur Durchführung der Sicherheitsanalyse von automatischen Türen genutzt wurde. Nachdem die Rollouts und Schulungen in den internationalen Tochtergesellschaften nun abgeschlossen sind, ist geplant, die Lösung auf die aktuelle Version zu migrieren, um neue Funktionen von Mobilex-MIP for Field Service zu nutzen. Zudem sind weitere Optimierungen, wie die Einbindung von Fehlercodes, geplant. www.geze.de www.mobilexag.de

Transparente Instandhaltung im Fertigungsbetrieb und auf der Baustelle Die Plauen Stahl Technologie GmbH ist ein Stahlbauunternehmen, das in Deutschland und Europa aktiv ist und das auf die Planung, Fertigung, Logistik und Montage von Stahlkonstruktionen für Brücken, den Hoch- und Anlagenbau sowie auf den Stahlwasserbau spezialisiert ist. Zur Instandhaltung und Organisation ihrer Betriebsmittel im Fertigungsbetrieb im Werk Plauen und auf den Baustellen setzt das Unternehmen auf GSService der Firma Greengate AG. Die objektorientierte Software GS-Service - als skalierbare Client/Server-Lösung konzipiert - baut auf einer offenen Systemarchitektur auf und arbeitet unter den aktuellen Microsoft-Betriebssystemen. Das System erfasst alle Betriebsmittel, z.B. Spezialmaschinen und Krananlagen im Fertigungsbetrieb und bildet die geplante Instandhaltung ab. Die Mitarbeiter erfassen digital alle anfallenden Daten zur Wartung und Störungserfassung und werden

so in die Lage versetzt, Prüffristen einzuhalten. Gleichzeitig stellte die Verwaltung und Instandhaltung der Betriebsmittel auf den Baustellen eine enorme Herausforderung an das Unternehmen. Oft stellte sich die Frage: Auf welcher Baustelle befinden sich welche Hilfsmittel und Geräte? Sind die Geräte in einem einwandfreien Zustand? Welches Inventar haben die Baucontainer? Auch hier kann die Lösung von Greengate punkten. Mit GS-Service werden nämlich der Einsatz und die Instandhaltung von verschiedenen Arbeitsmitteln und Werkzeugen wie Hilfskonstruktionen, Schweißund Hilfsgeräten etc. auf den Baustellen verwaltet und dokumentiert. Die Plauen Stahl Technologie GmbH profitiert von einer transparenten und systematischen Baustellenverwaltung unter besonderer Berücksichtigung der verfügbaren und technisch einwandfreien Betriebsmittel und Werkzeuge. www.greengate.de

Den Leckagen auf der Spur Apikal Anlagenbau hat sich auf energieeffiziente Lösungen in der Drucklufttechnik spezialisiert. Das Unternehmen bietet dabei auch ein Servicepaket Leckageortung an. Denn rund 30 Prozent der für Druckluft eingesetzten Energie gehen durch die unsichtbaren Problemstellen verloren. Bei der Wartung der Anlagen wird der Druckluftspezialist durch Technik aus dem Hause Sonotec unterstützt. Mit dem Ultraschallprüfgerät Sonaphone lassen sich Leckagen an Druckluftanlagen zielgenau aufspüren und automatisch bewerten. Ein patentiertes Verfahren ermöglicht dabei sogar eine Leckagebewertung. Per Knopfdruck erfährt der Prüfer den Verlust in l/min. Thomas Müller, Servicetechniker bei Apikal, erinnert sich, mit welchem Aufwand die Lecka-

Druckluftanlagen sind nach wie vor in Industrie und Handwerk die (un-)heimlichen Energieverbraucher. Bild: Sonotec

gebewertung vor Anschaffung des Ultraschallprüfgeräts verbunden war: „Für eine zuverlässige Abschätzung bedurfte es viel Erfahrung. Über die Öffnung und den Druck haben wir den Leckageverlust bei unseren Kunden bewertet. Diese Arbeit übernimmt jetzt das Sonaphone für uns.“ Durch den Einsatz der digitalen Prüftechnik spart der Servicetechniker vor allem Zeit. Mit nur wenigen Klicks kann ein Bericht über alle gefundenen Leckagen auf dem Ultraschallprüfgerät erstellt werden. „Unsere Kunden haben so schnell einen Überblick, wo sich die Leckagen befinden und welche besonders kritisch sind und schnell repariert werden müssen“, verdeutlicht Thomas Müller den aus seiner Sicht größten Vorteil der Gerätetechnik. www.sonotec.de


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Genaue So gelingt Informationen das Prüffristenmanagement reduzieren Ausfallzeiten Über die Auswirkungen Überblick, Planung, Dokumentation der Digitalisierung - das sind aufdie diedrei Instandhaltung entscheidenden undSäulen Wartung Digitalisierte Um den Arbeitsschutz Informationen sicherzustellen, beschleunigen haben dieGesetzgeber Prozesse und und machen Berufsgenossenschaften sie effizienter. Sie sind Gesetze der und Schlüssel Richtlinien zu neuen erlassen, Wertschöpfungspotenzialen an die sich Unternehmer und und Geschäftsmodellen. Kommunen haltenDas müssen. gilt nicht So sind zuletzt z.B.für regelmäßige die Instandhaltung Prüfungen und Wartung in festgelegten von Maschinen Zeiträumen unddurchzuführen. Anlagen: Punktgenau Das ist ausgeliefertes mit einem hohem Wissen reduziert hier signifikantverbunden. und unterstützt neue Maintenance-Modelle. Das Unter Personalund Ausfallzeiten Organisationsaufwand Außerdem steigen die Anforderungen kon- nehmen Core Learning Production hat dazu eine entwickelt. tinuierlich. Eine Software kann helfen, Fehler zu Software vermeiden und den Überblick zu bewahren. „Die Ein gutes Anfragen, Prüffristenmanagement bei denen Unternehmen beruht aufihre dreiSupportstrukturen Säulen: Überblick, optimieren Planung undwollen, Dokumentation. häufen sich“, erzählt Eine passende Michael Sittek, Software CEOwie des der auf digitalen Wartungsplaner Wissenstransfer und die spe Inven zialisierten tarsoftwareUnternehmens unterstützen nachCore AnLearning gaben desProduction Softwareherstellers, (CLP), undder erklärt: Hoppe„DasUnternehmensberatung, hat vor allem zwei Gründe: Firmen dabei, Zum einen in diesem ist guterBereich Aftersales-Service zeitgemäß aufgestellt heute mehr zu sein. denn je ein entscheidendes Wettbewerbskriterium. Zum anderen suchen 1. Überblick immer mehr erhalten europäische Unternehmen Wege, ihren weltweit verstreuten Kunden zwar Um den vorgeschriebenen Konguten Service zu bieten, aber nicht trollpflichten nachzukommen, bezu viel von ihrem Know-how preisnötigt man zugeben. “ zuallererst den Überblick Dieseüber Gefahr das betriebliche besteht durchaus: Inventar. Steht Eine z.B.entsprechende eine Fertigungsstraße Software, wie für dieIndustrieglas Inventarsoftware, oder hilft da einbei, Induktionsofen ein ausführliches zum BestandsverHärten von zeichnis Metallteilen übermade alle in Vermögensge Germany ingenstände China, Kanada eines oder Unternehmens Neuseeland, zu führen, hat dessen was für die Hersteller nötige Transein doppeltes parenz sorgt. Supportproblem - einerseits Die Software die Zeitverschiebung erfasst laut Hersteller und darüber hinaus Standort des andererseits die den Herausforderung, Arbeitsmittels, die Mitarbeiter die desGarantiezeiten Kunden vor und zudiequalifizieren vorgenommenen ReOrt und ihnen paraturen,nur was dennoch sowichtig viel Insiderwissen für die Prüzu vermitteln, unbedingt fungen ist. Daherwie ist die Invennotwendig ist. tarsoftware nach Anbieteraussage Für solche und viele andere auch als rechtssicherer VersiFälle chehat Core Learning Production rungsnachweis geeignet. Knowledge.Hub entwickelt. Dass Maschinen und Anlagen Die reSoftware ist zum einen für Lerngelmäßig überprüft werden müsprozesse konzipiert, in denen es sen, ist kein Geheimnis. Doch dadarum gibt geht, zielgruppenneben esWissen noch diverse andere gerecht, nachhaltig und mit Be diüberwachungsbedürftige gitalen Medien vermitteln und triebsmittel, diezuman auf Anhieb zum anderen den Schirm situations vielleicht nicht für auf dem hat:bezogenen onstransfer,Elektrogeräte Informati und Einsatzfahrzeu wie er hier gefragt Leitern -ist. sogar Tore und ge, Regale, Fenster Gibt einunterliegen Mitarbeiter Prüffristen. beispielsweise Um bei einem hier den Maschinenausfall Überblick nichtden zu verlieren, angezeigten kann man Fehlercode eine Software der Maschine wie den War intungsplaner Knowledge.Hub einsetzen. ein, erhält Diese Lösung er vomerSystem fasst laut das Softwarefür die Reparatur entwickler diehierzu zu überprüfenden hinterlegte Wissen Gegenstände - zum und Beispiel Geräte zum und genauen bietet diverse Vorgehen Detailfunktionen. beim aktuell erforderlichen Die Mitarbeiter Eingriff erhalten undso zuschnell eventuell einen nötigen Überblick Sicherheitsvorkeh über den War-rungen. tungszustand Mithilfe dervon prüfpflichtigen Augmented Reality Arbeitsmittel liefertsowie die Software Zugriff aufdem fällige Mitarbeiter Wartungstermine, vor Ort sämtliche was auch reden levanten Arbeitsschutz Informationen, erleichtert. die er für seine Arbeit braucht - auf sein Smartphone, Tablet oderund seinen 2. Vorbereitung mobilen Laptop. Planung Dazu fokussiert der Techniker die Maschine oder den Automaten Prüftermine einfach mit und derWartungen Kamera seines müssen Endgeräts. geplant Das und ter trainierte miniert wer System den. Damit erkenntlässt anhand sich vermeiden, des Bildes dass den Wartungsturnusse Gerätetyp und spieltmitSchaltpläne, anderen Verkabelungsübersichten Vorgängen kollidieren, Maschinen oder Reparaturanweisungen zu ungünstigen Zeiten aus ein.der ProEin duktion wesentlicher genommen Vorteil werden des oder Systems: Terminab Knowledge.Hub stimmungen nicht ist mög webbasiert lich sind,und weil deshalb die zuständigen mit einem Mitinternetfähigen arbeiter außer Haus Gerät sind. Vor jederzeit allem überall verfügbar. zyklisch wiederkehrende WartunAuf erfor spezielle Anforderung lässt gen dern ein genaues Timing sich der das System allerdingsum auchStilloff mit Instandhaltung, line betreiben. stände zu vermeiden.

gebnisse zu dokumentieren: Nachteres zugänglich, da die Software ihre vollziehbar, Informationen leicht auffindbar ja und nur situationsbezogen am besten zentral, sodass ausspielt. jeder “ ZuDas griffhat hat,laut der Softwarenbieter ihn benötigt. mehrere Der Hervon stellerPrü spart Die Vorteile: Dokumentation funPersonalund Reisekosten, der gen, Wartungen und Reparaturen Kunde umgehend händischhat auf Papier oder in einen selbst qualifizierten Support, minimiert programmierten Exceltabellen Schutz vor seinezwar Maschinenausfälle und kann wird noch oft so gehandhabt, Kompetenzabfluss in aber vielen auf Lösung teure ist keine Fällen zeitgemäße Spezialisten mehr. Sie verzichten. ist zeitintensiv und „Wartungsplaner und Inventarsoftware Ort in einer Basisschulung mitverder „Mit diesem Tool versetzen wir fehleranfällig, der Verwaltungsaufhindern das gefürchtete Szenario, dass Anlage und dem Einsatz von auch Nichtfachleute in Arbeit die Lage, wand und die manuelle für Maschinen stillstehen, weil ihr ReparaturKnowledge.Hub vertraut, und einigermaßen die Angestellten komplexe sind enorm. Arbeiten status nicht bekannt oder der Betrieb auf eine „füttert“ Software mit war“, allen zu Eine erledigen“, Software verdeutlicht erledigt das Micha effizien elanstehende die Prüfung nicht vorbereitet betont Ulrich Hoppe. relevanten Informationen, die für Sittek. ter: Sie dokumentiert „Und der Lieferant die Ergebniskann die Wartung und gegebenenfalls diesen se von Support Wartung sogar und Instand per War halInstandsetzung derhilft Maschinen Der Wartungsplaner laut Antungsvertrag tung im System. monetarisieren. Alle relevan “ ten benötigt bieter, die notwendigen Arbeitswerden. Das Informationen funktioniertsind nicht sonur fürbei dieFräsZuschritte zu koor dinieren. Sinnvol „Viele unserer Kunden nutzen An-maschinen, ständigen mit Drehbänken einem Klick oder verfügFerlerweise werden perArt, Software zuwendungen dieser um ihren tibar. gungsstraßen, sondernmacht z.B. auch Diese Übersicht es dem jeder Anlage zu undverbessern“, Maschine Aftersales-Support bei Automaten, wie sie prak möglich, Schwachstellen in tisch den die gesetzMichael lich vorgeschriebenen berichtet Sittek und eran jeder Ecke stehen - im und SuperAbläufen zu identifizieren zu Wartungen, Instandhaltungen, gänzt: „Zugleich machen sie Be ihrmarkt, in der in öffentkorrigieren, dieKantine, Transparenz hilft, hebung von Störungen oderWeiResensibles Wissen nicht ohne lichen Gebäuden, der Anbieter. Arbeitsprozesse zu so optimieren. paraturen zugeordnet. Ein wichtiger Faktor für Unternehmen, abgesehen von der steigenden Effizienz der Abläufe: Die 3. Genaue passende Software bietet eine Wissen in jeder Situation Dokumentation rechtskonforme Dokumentation Knowledge.Hub verbindet u.a. und Inhalte auf praktisch und stellt damitalle Rechtssicherheit. Hinzu Augmented kommt,und dass Virtual die Prüfungen Reality jedem Endgerät Ein Betrieb kanndar. damit leicht nachdann sowienicht 360-Grad-Videos mehr zwischenmit mehder re- Dadurch lasse Prüfungen sich jede Artkorrekt von weisen, dass ren realen Systemen Welt. Dank oderKITools ordnet abgedas Wissen jeder gewünschten und in inden vorgeschriebenen stimmt Systemwerden laut Softwareanbieter müssen, da es kei rea-- Zeiträumen Situation vermitteln - auch offline. stattgefunden haben ne lenSchnittstellenproblematik Gegenständen Informatiogibt. nen und Auf dass Wunsch Core genugentwickelt getan wurde, um Damit einfach sinkt unddie sekundenschnell Fehleranfälligkeit. zu. Learning Productionund die Inhalte Maschinenausfälle ArbeitsWurden Die Software Arbeitsmittel arbeitetund webbasiert Geräte und bereitet sie auf. unfälle zu verhindern. geprüft, ist es notwendig, die Erwww.hoppe-net.de Auf dieser Basis kann der Hersteller seinen Kunden einen qualifizierten Rund-um-die-UhrSupport bieten, ohne selbst dafür permanent Personal bereitzustellen. Er macht den Techniker vor

Für eine gute Planung und flüssige Organisation ist es unerlässlich, die Lebensakten der prüfpflichtigen Anlagen zu kennen. Bilder: Hoppe „Das Thema geht weit über den rein technischen Aspekt des punktgenauen Lieferns von Information hinaus“, ist Michael Sittek, CEO von Core Learning Production, überzeugt: „Der medienpädagogische Blickwinkel, wie bereite ich die Informationen auf, dass sie ihre Aufgabe optimal erfüllen, ist nicht zu unterschätzen. Das gilt keineswegs nur für klassische Lernsituationen, sondern auch in der Unternehmens- oder Instandhaltungspraxis. Je besser die Art des Wissenstransfers die Wahrnehmungsmuster der Menschen bedient, desto wirkmächtiger Wartungsplaner der Hoppe der Inventarstammdaten und istDer sie.“ Bild: Core Learning Production

Hoppe Wartungsplaner und Inventarsoftware

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Digitaler Turbo für mehr Service und Umsatz Wie Unternehmen von einem digitalisierten Servicemanagement profitieren Da sich Produkte und Preise oft nur in Details unterscheiden, sind mittlerweile andere Aspekte für eine Kaufentscheidung relevant. Dabei kann insbesondere der Service den Unterschied machen, denn Kunden wissen guten Service zu schätzen. Tatsächlich ist er jedoch in vielen Firmen nicht auf dem neuesten Stand, weshalb an eine digitale Verwaltung von Servicefällen überhaupt nicht zu denken ist. Doch gerade für kleine Betriebe ist der Service ideal für erste Schritte in Richtung Digitalisierung. Mit einem digitalen Service lassen sich neben der Prozesseffizienz auch der Umsatz steigern - Peak-Networks, u.a. ein Softwareanbieter im Bereich Service, erklärt, wie. Ausgangspunkt jeglicher Servicedigitalisierung sollte immer die Einführung einer Servicemanagementlösung sein. Sie ermöglicht nicht nur, Innendienstprozesse im Servicebereich zu digitalisieren, sondern gleichzeitig auch viele Prozesse im Außendienst zu verbessern. Mit einem solchen Tool lassen sich z.B. Serviceaufträge einfacher verwalten, Rechnungen schneller stellen und verwaltungstechnisch in der gleichen Zeit deutlich mehr Servicestunden abrechnen. Im Außendienst profitieren die Mitarbeiter von einer konsistenten Dokumentation ihrer erbrachten Leistungen und von einer Anbindung über eine Außendienst-App, wodurch sie vollkommen autark arbeiten können.

Einfache Verwaltung Viele Unternehmen verwalten ihre Serviceaufträge noch auf eine sehr aufwendige Art und Weise. Mitarbeiter tragen Aufträge oder servicerelevante Daten manuell in Exceltabellen oder Worddokumenten ein. Dabei müssen sie üblicherweise mehrfach zwischen verschiedenen Tools wechseln. Das bedeutet nicht nur einen

enorm hohen Aufwand, sondern führt letztlich zu einem ineffizienten Service und unzufriedenen Kunden. Schlimmstenfalls schaut sich ein solcher Kunde einfach woanders um. Anders mit einer Servicemanagementlösung: Anstatt Daten mühsam von Hand zu pflegen, sind alle relevanten Informationen in der zentralen Lösung abgelegt (etwa in einer SQL-Datenbank) und lassen sich bedarfsgerecht pflegen und verwalten.

Schnellere Rechnungstellung In vielen Unternehmen dauert es verwaltungstechnisch sehr lange, bis sie eine Serviceleistung in Rechnung stellen. Wenn aber alle Daten digital verfügbar sind, gestalten sich nicht nur sämtliche Arbeitsprozesse deutlich einfacher, sondern Unternehmen

TECHNISCHES OBJEKTMANAGEMENT ,ƞ4/"#Ų/ +01+!%)12+$

können die erbrachten Serviceleistungen auch schneller abrechnen. Mit einer Servicemanagementlösung ist jederzeit einsehbar, an welcher Stelle ein Auftrag ins Stocken gerät - und Unternehmen können gegebenenfalls einschreiten. Die Zeitspanne zwischen Auftragsannahme und dem Einsatz eines Technikers vor Ort lässt sich so optimieren. Das zahlt sich auch positiv auf das Image eines Unternehmens aus: Das Marketing kann mit besonders schnellen Reaktionen auf Supportanfragen werben. Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen besteht darin, ihren Servicebereich adäquat zu fakturieren.

Die in dem ServicemanagementTool enthaltenen Daten zeigen genau, welche Reparaturaufträge ein Unternehmen aus Kulanz oder im Rahmen der Garantie übernommen hat. Ein wesentlicher Bestandteil ist hierbei die Vor-Ort-Reparatur: Welche Posten können Unternehmen aufgrund eines Technikerfehlers nicht abrechnen? Mit einer Servicemanagementlösung verfügen Unternehmen stets über alle relevanten Daten und können somit genauer kalkulieren.

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Nicht nur die Fakturierung ist wichtig, sondern auch die Einsatzplanung der Außendiensttechniker. Unternehmen können Außendiensteinsätze durch ein Servicetool deutlich besser managen. Auf Basis der in der Servicemanagementsoftware hinterlegten Daten zu dem Aufenthaltsort eines Geräts lässt sich schon vor dem Einsatz abschätzen, wie

Bilder: Peak-Networks

lange der Anfahrtsweg dauert. Vorab können Unternehmen auf Basis der Daten ungefähr einen groben Aufwand für die Reparatur oder die Wartung prognostizieren. So ist es möglich, die Route eines Mitarbeiters für einen Tag exakt festzulegen. Des Weiteren können Firmen auf eine grafische Einsatzplanung und -disposition zurückgreifen. Das heißt, dass sich nicht nur Routen effizienter planen lassen, sondern dass Unternehmen Tech-

niker durch eine praktische Kalenderfunktion einplanen und Termine bedarfsgerecht vergeben können. Das ist hilfreich, wenn ein Techniker kurzfristig ausfällt.

Serviceleistungen dokumentieren Nicht nur für die Einsatzplanungen ist das Servicetool nützlich, sondern auch für die Arbeit des Technikers selbst. Es kommt häufig vor, dass Kunden im Anschluss an eine Wartung oder Reparatur selbst Hand an das Gerät legen. Insbesondere Unternehmen aus dem gerätetechnischen Service kennen dieses Phänomen. Damit ist jedoch die durch den Techniker erbrachte Leistung nicht mehr nachvollziehbar, was bei der Abrechnung zu Schwierigkeiten führen kann.

Eine Servicemanagementlösung mit Außendienstmodul ermöglicht es den Technikern, noch vor Ort ein Foto zu machen und es zusammen mit dem Serviceauftrag vom Kunden digital unterzeichnen zu lassen. Damit ist der Ist-Zustand jederzeit dokumentierbar.

Die passende Lösung Damit die Digitalisierung des Servicebereichs tatsächlich gelingt und mehr Nutzen als Kosten verursacht, sollten

Unternehmen bei der Auswahl einer entsprechenden Lösung große Sorgfalt an den Tag legen. Ein wichtiger Aspekt ist die Bedienbarkeit. Das Tool sollte eine möglichst intuitive Navigation zulassen. Anwendern fällt der Einstieg deutlich leichter, wenn sie eine ähnliche Bedienung bereits aus anderen Systemen kennen. Zusätzlich profitieren Mitarbeiter, wenn sie den Auftragsstatus eines Servicefalls über die gewohnte Tab-Steuerung oder über Suchfilter bequem per Klick abrufen können.

Darüber hinaus ist es hilfreich, eine Servicemanagementlösung mit angebundener App auszuwählen. Dann nämlich vereinfacht sich nicht nur die Dokumentation der erbrachten Serviceleistung, sondern Servicetechniker können vollständig mobil arbeiten, etwa indem sie Aufträge oder Routen unterwegs einsehen. Zudem legen sie ihre Serviceaufträge selbst an, was ein vollkommen autarkes Arbeiten ermöglicht. Da in der App alle Dokumente abgelegt sind, hat nicht nur der Außendienst leichtes Spiel vor Ort beim Kunden. Auch der Innendienst profitiert, weil er alle relevanten Daten schnell erhält und nicht erst auf die Rückkehr des Technikers warten muss, um Dokumente bearbeiten zu können. Um von den Vorteilen einer Servicemanagementsoftware möglichst schnell zu profitieren, empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Dienstleister, etwa um alle optimierbaren Prozesse zu identifizieren und die Servicemanagementsoftware individuell anzupassen. Das kann sich insbesondere dann auszahlen, wenn Unternehmen auch in der Zukunft Serviceprozesse optimieren möchten - und dafür ebenfalls die Unterstützung des Dienstleisters in Anspruch nehmen wollen. Nicht nur die Softwarelösung kann über Erfolg oder Misserfolg der Servicedigitalisierung entscheiden. Auch der Dienstleister, der das Tool in die Prozessabläufe implementiert, ist mit Bedacht auszuwählen. Er sollte in der Lage sein, das Tool an die individuellen Bedürfnisse des Anwenderunternehmens anzupassen, denn kein Serviceprozess ist wie der andere. Lorenz Rohrmann, Geschäftsführer der PeakNetworks GmbH www.peak-networks.de


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Von Predictive zu Prescriptive Maintenance Wie die digitale Transformation in der Instandhaltung gelingt Reaktive Wartung und Instandhaltung führen in vielen Industriezweigen schon längst zu echten Wettbewerbsnachteilen. Durch die Auswertung verfügbarer Maschinendaten in Kombination mit statistischen Modellen und Wahrscheinlichkeitsberechnungen etabliert sich Predictive Maintenance, um Serviceintervalle vorab zu planen und Ausfällen vorzubeugen. Mit Machine Learning kündigt sich der nächste Entwicklungsschritt an: Prescriptive Maintenance. Befragt man deutsche Unternehmen zu ihren Plänen rund um Machine Learning, sind die Ergebnisse eindeutig positiv: 72 Prozent der Fertiger und 82 Prozent der Versorger wollen in den kommenden zwölf Monaten ein Projekt anschieben, so das Ergebnis einer Umfrage der International Data Corporation (IDC), ein Marktforschungsund Beratungsunternehmen im Bereich IT. Der Fokus: mehr Wissen aus Daten ziehen, um so Effizienz und Produktivität zu steigern. Dieser Trend und der steigende Automatisierungsgrad liefern den Steilpass für neue Ansätze in Wartung und Instandhaltung Stichwort Prescriptive Maintenance. Bisher galt Predictive Maintenance als Nonplusultra: Durch die Auswertung von historischen Daten über den Zustand von Teilen, Baugruppen und Systemen werden mögliche Probleme vorhergesagt und Wartung vorausschauend geplant, um unerwartete Ausfallzeiten zu reduzieren. Prescriptive Maintenance läutet einen Paradigmenwechsel ein: Statt nur drohende Ausfälle vorauszusagen, werden im Prescriptive Maintenance ergebnisorientierte Empfehlungen für den Betrieb und die Instandhaltung aus der Analytik heraus erarbeitet. Maschinen oder Devices übernehmen faktisch eine aktive Rolle in ihrer eigenen Wartung: In Echtzeit werden Maschinen- und Sensordaten erfasst und ausgewertet. Dabei kommt Machine Learning zum Einsatz, um spezielle Muster in den Datensätzen zu erkennen, daraus Ursachen für Probleme abzuleiten und mit präzisen, zeitnahen Maßnahmen gegenzusteuern, um das Ergebnis rechtzeitig zu ändern.

Technologische Voraussetzungen Machine Learning als Unterkategorie der Künstlichen Intelligenz (KI) ist ein echter Wendepunkt für die Organisation von Instandhaltung: Die Auswertung von Wartungsdaten übernehmen Algorithmen mit natürlicher Sprachverarbeitung in einer Geschwindigkeit, die Computer zuvor nicht leisten konnten. Mit diesen Daten können neuronale Netze Millionen von potenziellen Assoziationen analysieren und genau feststellen, was ein bestimmtes Ereignis verursacht hat und warum. Instandhaltungsanalysen lauteten zuvor etwa: „Wahrscheinlichkeit für einen Motorenausfall innerhalb der nächsten drei Monate liegt bei 75 Prozent.“ Die

KI-gestützte Auswertung dagegen kann eine konkrete Empfehlung geben: „Achtung: Unregelmäßigkeit bei Motor 2. Wahrscheinliche Ursache: Verschleißteil A (Wahrscheinlichkeit: 95 Prozent). Austausch erforderlich.“ Aus technischer Sicht ist für Prescriptive Maintenance eine Kombination aus verschiedenen Systemen und Elementen nötig. Dazu zählt ein Data-Lake, in dem Daten aus verschiedenen Quellen, etwa von IoT-Sensoren oder aus Automatisierungssystemen landen, sowie Analytik, erweitert durch Machine-Learning-Ansätze und die Integration von Softwaresystemen für eine enge Kollaboration im weiteren Verarbeitungsprozess. Für den Analytikprozess liefern bestehende ITLösungen wie etwa ERP-Systeme wichtige Geschäftsprozess- und Transaktionsdaten. Allerdings sind sie in der Regel deutlich älter und basieren auf einer wenig flexiblen Architektur, sodass die Integration eine Hürde darstellen kann. Gerade in der Kombination aus strukturierten und unstrukturierten Daten aus verschiedenen Quellen liegt jedoch die besondere Chance von Prescriptive Maintenance, Analysen auf einer breiteren Datenbasis aufzusetzen und Handlungsoptionen vorzuschlagen.

Mehr als nur ein Technologiewandel So weit die Theorie. In der Praxis erfordert Prescriptive Maintenance nicht nur auf Technologieebene eine Reihe von Umstellungen im Unternehmen, sondern ein generelles Umdenken in verschiedenen Bereichen. Grundsätzlich ist es für die Fertigung einfacher, Maschinenleistung auszureizen, auf Störungen kurzfristig zu reagieren und Symptome zu behandeln. Ein ganzheitlicherer Ansatz, der wie Prescriptive Maintenance auf Ur-

sachenbekämpfung und fortlaufende Pflege setzt, erfordert eine langfristige Perspektive statt Konzentration auf den nächsten zu behandelnden Notfall. Eine Möglichkeit, zu diesem neuen Denken überzugehen, besteht darin, Prescriptive Maintenance zunächst in einem Bereich oder an einem Standort als Proof of Concept einzusetzen. Auf diese Weise kann das Team Erfahrungen sammeln und dazu beitragen, den gesamten Change-Prozess effizienter zu gestalten. Wie bei den meisten Veränderungen in der Unternehmenskultur muss der Impuls dafür von der Spitze der Organisation kommen. Nur die Führungskräfte können Prioritäten für die Ressourcennutzung setzen und festlegen, welche Assets wie geschützt werden müssen. Ob es sich nun um einen Roboterarm handelt, der Schweißnähte setzt, um einen selbstfahrenden Gabelstapler, der eine bestimmte Route im Lager abfährt, um programmierbare Verpackungsausrüstung oder um Rolltore in der Warenausgabe: Jedes Objekt stellt ein kleines Zahnrad im Gesamtgeschäftsprozess dar. Einige, wie die Stromerzeugung, sind unternehmenskritisch und dürfen nicht ausfallen. Andere sind vielleicht weniger wichtig, spielen aber dennoch eine Rolle im operativen Geschäft oder bei der Kundenbindung. Die Größe ist nicht der Treiber, der den Wert beeinflusst, und auch nicht die Kosten für den Ersatz des Vermögenswertes. Ein harmlos aussehender 3-Euro-Riemen in einem Fördersystem kann einen kompletten Make-to-OrderProzess stoppen und verhindern, dass die Spezialanfertigung pünktlich an den Kunden geht und so einen Millionendeal gefährden. Betrachtet man die Ebene der mit der Instandhaltung betrauten Mitarbeiter, so müssen auch sie sich umstellen: Das Modell, das

Das Ergebnis von Instandhaltungsanalysen könnte zukünftig beispielsweise lauten: „Achtung: Unregelmäßigkeit bei Pumpe 2. Wahrscheinliche Ursache: Verschleißteil A (Wahrscheinlichkeit: 95 Prozent). Austausch erforderlich.“ Bild: Infor

die Grundlage für die KI bei Prescriptive Maintenance liefert, muss im Prinzip das gesamte Wissen des Facharbeiters spiegeln, der seine Maschine in- und auswendig kennt. Der Abgleich zwischen den Daten im DataLake und diesem Modell führt zu den genannten Empfehlungen.

nehmens einzubinden. Sie bilden die softwareseitige Klammer für die Technologieelemente im Prescriptive Maintenance und sorgen für zuverlässige Prozesse.

Umstellung bringt Zeitgewinn

Sind darüber grundlegende Aufgaben wie Routineinspektionen, die Verfolgung von Ersatzteilen und Materialien für den Lagerbestand und die Überwachung von Verbrauchs- oder Austauschmaterialien beziehungsweise von Verschleißteilen abgedeckt, haben Mitarbeiter Zeit, sich auf weiterführende Fragen rund um die Analytik zu konzentrieren. Das könnte beispielsweise zu einer besseren Priorisierung von Investitionen führen: Dazu wird der künftige Investitionsbedarf prognostizierten Cash-Zyklen samt möglichen Nachfrageverlagerungen gegenübergestellt. Auf dieser Basis lassen sich Investitionen priorisieren: Sind echte Anschaffungen möglich oder müssen Übergangslösungen her, weil Mittel begrenzt sind? Wer im Unternehmen für Instandhaltung zuständig ist, braucht letztlich genau solche finanzgetriebenen Argumente, um die Anschaffung einer modernen EAM-Lösung durchzusetzen und damit den Startschuss für den Umstieg von reaktiver auf Prescriptive Maintenance zu geben. Michael Burkhard, Account Manager für Infor EAM Enterprise/DACH & CEE ww.infor.com

Für den Mitarbeiter bedeutet das Fluch und Segen zugleich: Nicht mehr kontinuierlich Daten an Monitoren beobachten zu müssen, um mögliche Probleme zu identifizieren, eröffnet Zeitfenster für andere Aufgaben. Doch dafür ist die Bereitschaft erforderlich, die bestehende Komfortzone zu verlassen und Neues zu lernen. Das könnte beispielsweise sein, an einer neu strukturierten, abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit mitzuwirken. Traditionell arbeiten Ingenieure, die sich mit Instandhaltung beschäftigen, an Problemen in der Produktion oder in der Qualitätskontrolle. Aber denken sie auch schon in Richtung Datenanalyse für neue, smarte Prozesse? Hier könnte die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, wie etwa dem (Produkt-)Marketing, helfen, neue Services auf der Basis verfügbarer Daten zu entwickeln. Moderne Enterprise-Asset-Management-(EAM-)Lösungen helfen Anlagenbauern und Instandhaltungsteams, ihre Prozesse zu beschleunigen und ein effektives Asset Management in die Gesamtstrategie des Unter-

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Für 30.000, aber auch für 70.000 Paletten Queisser Pharma aus Flensburg realisiert hochmodernes Logistikzentrum Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet seit über 30 Jahren Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel. Aus dem nördlichen Schleswig-Holstein erfolgt unter anderem die zentrale Distribution für Produkte der bekannten Marken Doppelherz und Protefix für den nationalen und internationalen Markt. Aufgrund des andauernden Wachstums musste nun Platz mittels Neubau eines hochmodernen Logistikzentrums geschaffen werden. Der Neubau war erforderlich, weil der Flensburger Hauptsitz einfach keine Erweiterungsflächen mehr für das Mengenwachstum von Queisser Pharma mehr bot. Ein neuer Standort musste her. Die Wahl fiel dabei auf ein 40.000 Quadratmeter großes Grundstück in rund fünf Kilometer Entfernung. Die neue Zentrale für das weltweite Fulfillment wird in drei Bauabschnitten realisiert. In der letzten Ausbaustufe bietet das vollautomatisierte PalettenHochregallager (HRL) dann Platz für bis zu 70.000 Paletten. Die Planung und Umsetzung übernahm die Pierau Unternehmensberatung aus Hamburg.

Beermann, der für das Projekt zuständige Leiter bei Pierau. Er ergänzt: „Mit gezielter Automatisierung schaffen wir die Voraussetzungen für eine optimale Einlagerung und hocheffiziente intralogistische Abläufe vom Wareneingang bis zum Warenausgang.“

Vollautomatisches Palettenhochlager Herzstück der größten Investition der Firmengeschichte - sie liegt im zweistelligen Millionenbereich - ist das 26 Meter hohe, vollautomatisierte Paletten-HRL in Silobauweise. Es bietet in der er-

Dort werden sie von Staplern aufgenommen, zum Palettenregal gefahren und entsprechend bereitgestellt. Die Kommissionierung der nationalen sowie der weltweiten Exportsendungen erfolgt direkt und auftragsbezogen sowohl auf Ganz- als auch parallel auf Mischpaletten. Im Erdgeschoss des neuen Logistikzentrums sind der Nachschub für die Großkommissionierung sowie das Reservelager für die Kleinkommissionierung vorgesehen.

Effiziente Kommissionierung Zwei Pickplätze stehen hier zur Verfügung, um die Ganzkartonkommissionierung für Exportsendungen und den Nachschub abzuwickeln.

Sven Müller, Logistikleiter bei Queisser Pharma, betont: „Nachdem die Berater von Pierau Planung um Projektleiter Andreas Beermann unseren Bedarf bereits mit der Durchführung einer Zukunftsplanung ermittelt haben, stehen sie uns nun auch bei der Realisierung aller notwendigen Maßnahmen zur Seite.“

Für die Kleinkommissionierung gibt es im Obergeschoss zwölf Pickplätze: „Um die Abläufe effizienter zu gestalten, wird auf eine zweistufige Kommissionierung erweitert“, so Beermann. Er erläutert: „Künftig wird der Nachschub auf Rollcontainern und Paletten bereitgestellt und in ein Durchlaufregal eingelagert. Von hier aus werden die entsprechenden Artikel mithilfe von Pick-by-Light-Technik direkt in vom Lagerverwaltungssystem

vorgegebene Versandkartons kommissioniert.“ Nach der automatischen Deckelung und Etikettierung transportiert Fördertechnik die fertigen Kartons ins Erdgeschoss. Dort werden sie entweder zum Weitertransport an ihren Zielort an den Warenausgangstoren bereitgestellt oder an Bodenlagerplätzen am Warenausgang mit dort gepufferten Teilmengen zu einer versandfertigen Palettensendung zusammengeführt. www.pierau-planung.de

Für Instandhaltung und Qualitätssicherung Syntactix präsentierte auf der Maintenance die neue Version der Paledo-Software

„Mit dem Zugewinn an Fläche und dem HRL, das eine maximale Leistung von 200 Paletten bzw. 1.000 Kartons pro Stunde erreichen kann, sind wir bestens aufgestellt“, erklärt Logistikleiter bei Queisser Pharma, Sven Müller, die Vorteile des Neubaus. Bild: IGV Projekt Consulting

Durch den Neubau „werden am Hauptsitz in Flensburg Flächen für die Produktion frei, und wir sind für weiteres Wachstum bestens gerüstet“, erklärt Sven Müller, Logistikleiter bei Queisser Pharma. Baulich und funktional bietet das neue Logistikzentrum auch diverse Erweiterungsoptionen, um eine weitere Expansion abbilden zu können. „Langfristigkeit war die Grundlage unserer Planung, sowohl bei der Entwicklung der Gebäudestruktur als auch bei der Logistikplanung“, erklärt Andreas

sten Ausbaustufe auf zwölf Ebenen Platz für 30.000 Paletten. Bei Bedarf können aber bis zu 70.000 Palettenstellplätze realisiert werden. Das HRL dient einerseits als Nachschublager der Bereiche Produktion und Versand, aber auch als Kommissionierlager für Exportware. In fünf Gassen sorgt je ein Regalbediengerät für die automatische Ein- und Auslagerung der Artikel. Die Anlieferung aus dem HRL zur Kommissionierung erfolgt artikelrein auf Palette. Die Regalbediengeräte transportieren die Paletten zum Auslagerstich.

In dem dreigeschossigen Neubau bündelt Queisser Pharma in Zukunft die gesamte Logistik, inklusive Lagerhaltung, Kommissionierung sowie Versand für den nationalen und internationalen Markt. Bilder: Queisser Pharma

Das Softwareunternehmen Syntactix zeigte auf der diesjährigen Maintenance die neueste Version der Software Paledo, die für die Instandhaltung und Qualitätssicherung genutzt werden kann. Bei den Neuerungen standen, so die Entwickler, vor allem eine gesteigerte Effizienz sowie eine ganzheitliche digitale Prozessunterstützung im Vordergrund. Auf der Paledo-Softwareplattform ist es möglich, den gesamten Instandhaltungskreislauf abzubilden und zu verwalten - von der Defektmeldung über die Auftragsplanung bis zur Berichterstattung und Datenanalyse, betonen die Entwickler. Damit stehe den Technikern eine transparente Datengrundlage zur Verfügung. Sie erleichtert die Kommunikation untereinander und ermöglicht eine leichte Abstimmung darüber, welche Arbeiten noch zu erledigen sind bzw. welche bereits abgearbeitet wurden, so die Entwickler. Des Weiteren bringt eine übersichtliche Abbildung der Maschinenführerwartung im Rahmen von TPM (Total Productive Maintenance) die Integration der Produktion in die Instandhaltungsprozesse einen guten Schritt weiter, sind sich die Experten von Syntactix sicher. Neben weiteren Verbesserungen für den Benutzer, wie beispielsweise der vereinfachten Protokollerstellung oder der App-Version von Paledo, wurden auch neue Technologien in den Bereichen Datenverfügbarkeit und Prozesstransparenz integriert. So gibt es nun direkte Schnittstellen zu ERP-Systemen und zur Maschinensensorik. Das bereitet den Weg für eine stufenweise Anbindung an verschiedene Industrie-4.0-Prozesse, für die vo-

Die neueste Version von Paledo bietet diverse technologische Verbesserungen. Bild: Syntactix

rausschauende Instandhaltung und das Internet der Dinge. Eingesetzt wird Paledo beispielsweise für die Abwicklung der Instandhaltungsaufträge in einem Kernkraftwerk mit zwei Blöcken in der Nähe von Landshut. Über 1.000 Instandhaltungsaufträge werden hier pro Jahr damit abgewickelt, wobei die Lösung zu Dokumentation der Wartung und Instandsetzungen von Armaturen, Pumpen und Krananlagen sowie zur Durchführung von wiederkehrenden Prüfungen im ExSchutz-Bereich verwendet wird. Durch die Einführung wollte der Kraftwerksbetreiber eine digitale Datenerfassung ohne Medienbruch bei dokumentationsinten-

siven Wartungsarbeiten sicherstellen. Zudem musste die Software eine Übernahme der Aufträge aus dem nuklearspezifischem Betriebsführungssystem ermöglichen, wobei die Rückmeldung der Aufträge in ein proprietäres Dokumentationsverwaltungssystem inklusive statistischer Auswertung der Befunde erfolgt. Für die Instandhalter sollten ferner vor Ort Stücklisten, Montageanweisungen und Schnittzeichnungen bereitgestellt werden. Umgesetzt wurde dies eben mit der Software Paledo, die hier auf zwölf Tablet-PC-Endgeräten mobil genutzt wird. www.syntactix.de


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Bessere Wartung durch digitale Technologien Störungsfrei laufende Anlagen sind die Grundlage jeder Produktion. Voraussetzung dafür ist eine fachgerechte Instandhaltung. Die Wartung von Maschinen und Anlagen orientierte sich bislang zumeist an festen Zeitintervallen, nicht am tatsächlichen Bedarf. Das ist suboptimal: Wird eine Maschine häufiger als nötig gewartet, entstehen überflüssige Stillstände und Kosten, bei zu seltener Wartung erhöht sich die Ausfallwahrscheinlichkeit. Dank digitaler Technologien kann dieses Vorgehen optimiert werden: Die Sensor- und Betriebsdaten, die von „smarten“ Maschinen und vernetzten Anlagen ohnehin erhoben werden, erlauben eine vorausschauende Wartung, die sich nach dem tatsächlichen Bedarf richtet.

Cloudbasierte Plattformen STEP zeigt exemplarisch, wie Instandhaltungsprozesse mit digitalen Technologien künftig effizienter organisiert werden können. Den Benutzern der entwickelten Plattform steht eine webbasierte Oberfläche zur ortsunabhängigen Nutzung zur Verfügung. Darüber hinaus können die Daten von Serviceanfragen automatisiert über eine technische Schnittstelle in die Cloud eingespeist werden, wodurch zeitintensives Einpflegen der umfangreichen Informationen von Hand entfällt.

Daten, die in die Cloud überführt wurden, können anschließend vielfältig weiterverarbeitet werden. So können Servicedienstleister, die an die Plattform angeschlossen sind, ihre Einsätze und Routen effektiver planen. Hierdurch werden die Fahrzeiten und damit die Kosten gesenkt sowie als Nebeneffekt auch noch die Umwelt geschont. Zentral bei Wartungsprozessen ist das passende Know-how des jeweiligen Technikers. Um Transparenz über deren Kompetenzen zu schaffen und somit die Einsatzplanung zu erleichtern, hat STEP eine Verbindung aus Kommunikationsplattform und einer Art sozialem Netzwerk entwickelt, womit sich nicht nur die Kenntnisse der Mitarbeiter, sondern auch technische Informationen zu Maschinen oder vergangenen Wartungs- und Reparaturfällen darstellen lassen. Dies ermöglicht den Technikern einen Erfahrungsaustausch und

unterstützt sie bei ihren Einsätzen. Aber nicht nur die Einsatzplanung der Techniker selbst kann maßgeblich vereinfacht werden, sondern auch die Abstimmung mit der Ersatzteilbeschaffung, da die Plattform über die Verfügbarkeit oder die Lieferzeiten der nötigen Ersatzteile informiert.

Datenschutz und Datensicherheit Aus den Informationen zu prognostiziertem Wartungsbedarf, Kompetenzen und Verfügbarkeiten der Techniker, verschiedenen Standorten und Dringlichkeiten sowie gegebenenfalls notwendigem Ersatzteilbedarf kann dann mit intelligenten Algorithmen eine möglichst optimale Einsatzund Tourenplanung berechnet werden. Bei einer solchen Optimierung von Instandhal-

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Begleitend wurde im Projekt eine rechtswissenschaftliche Untersuchung durchgeführt, um alle Aspekte des Datenschutz- und Arbeitsrechts angemessen zu berücksichtigen, um beispielsweise ein Einspruchsrecht von Technikern oder Einsatzplanern auch bei automatisierten Prozessen zu gewährleisten.

Was man alles tun kann, damit die Produktion nicht stillsteht

Die Ausstattung moderner Maschinen hilft: So können Sensoren zahlreiche Betriebsparameter wie Temperaturen, Druck oder Schwingungen messen, die Aussagen über Zustand und Verschleiß einer Maschine ermöglichen. Dazu können die erfassten Daten fortwährend aufgezeichnet und mit Referenzwerten verglichen werden, um zu prognostizieren, wann eine Maschine vermutlich eine Wartung oder Reparatur erfordert. So können ein Ausfall verhindert und ein Servicetermin frühzeitig angesetzt werden. Bislang ist es hierzu meist nötig, die Einsatzplanung manuell durchzuführen, indem Techniker kontaktiert und die Ersatzteilbeschaffung geregelt werden. Auch hier können digitale Technologien die Effizienz steigern, denn auf Basis der erhobenen Maschinendaten ist auch eine Optimierung des Instandhaltungsprozesses selbst möglich. Neben der Bestimmung des optimalen Wartungszeitpunktes können die Verfügbarkeit und passende Qualifikation von Servicetechnikern ebenso wie das Vorhandensein der richtigen Ersatzteile für eine Optimierung der Einsatz- und Tourenplanung berücksichtigt werden. Mit einer solchen smarten Techniker-Einsatzplanung hat sich das Projekt STEP beschäftigt, das im „Smart Technologieprogramm Service Welt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert wurde. Im Projekt ist eine cloudbasierte Plattform entwickelt worden, um alle notwendigen Informationen rund um Wartungsprozesse zentral und datenschutzkonform erfassen, bereitstellen und darauf basierend Techniker-Aufträge intelligenter planen und steuern zu können.

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Mehr Effizienz, weniger Ausfälle

„STEP zeigt exemplarisch, wie Instandhaltungsprozesse mit digitalen Technologien künftig effizienter organisiert werden können“, erklärt Tilman Liebchen, Begleitforschung des Technologieprogrammes Smart Service Welt I. Bild: Liebchen

tungsprozessen ist eine große Menge von Informationen erforderlich, die teilweise personenbezogen sind. Nicht zuletzt durch das Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung im Mai letzten Jahres stellt der Datenschutz ein zentrales Kriterium dar und wurde daher auf der Plattform von vornherein berücksichtigt. Dies beinhaltet auch, dass jegliche Daten sicher gespeichert und vor missbräuchlichem Zugriff geschützt werden.

Durch die transparente Verknüpfung aller für den Wartungsprozess relevanter Daten kann die Planungskomplexität von Serviceeinsätzen deutlich reduziert und weitgehend automatisiert werden. Serviceeinsätze lassen sich damit effizienter, schneller und kostengünstiger organisieren und durchführen. Unternehmen wie Maschinenhersteller, -betreiber und Servicefirmen sollten deshalb digitale Möglichkeiten zur vorausschauenden Instandhaltung und Einsatzplanung zukünftig ins Auge fassen - damit Ausfälle der Produktion der Vergangenheit angehören. Tilman Liebchen Begleitforschung des Technologieprogrammes Smart Service Welt I www.digitale-technologien.de

Wie sich geringe Strömungsgeschwindigkeiten in Luft messen lassen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert mit „Smart Service Welt“ Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die innovative IKT-gestützte Dienstleistungen ermöglichen und deutsche Technologieanbieter bei der globalen Markterschließung unterstützen. Eine Broschüre, die beim BMWi heruntergeladen werden kann, informiert über die Details. Bild: BMWi

Mit Thermoanemometern sind sehr geringe Luftströmungen messbar (z.B. Zugluftmessungen), auch richtungsunabhängig. Die Sensorik ist jedoch relativ empfindlich gegen mechanische Beanspruchung und Verschmutzung sowie gegenüber turbulenten Strömungen. Ahlborn bringt mit dem neuen Thermoanemometer Typ FDA 05TOK nun ein Messgerät auf den Markt, das mit einer omnidirektionalen, sensitiven Spitze mit einem freiliegenden Hitz-KugelSensor ausgestattet ist. Durch den stabilen Aufbau der Sensorspitze eignet sich das Thermoanemometer besonders für den mobilen Einsatz. Der Messbereich ist von 0,050 bis 1,000 m/s oder 2,500 m/s.

Das neue Thermoanemometer Typ FDA 05-TOK ist optimiert für die Messung geringer Strömungsgeschwindigkeiten in Luft. Bild: Ahlborn

Die gemessene Strömungsgeschwindigkeit ist abhängig vom Luftdruck. Deshalb wird beim Thermoanemometer FDA 05-TOK eine automatische Luftdruckkompensation durchgeführt. Der Luftdrucksensor mit Messbe-

reich 700 bis 1.100 mbar ist im Anschlussstecker untergebracht. Damit werden bei der Messung alle Umgebungseinflüsse berücksichtigt und eine präzise Messung ist laut Hersteller garantiert. www.ahlborn.com

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Mit Machine Learning Vorlaufzeiten verkürzen Wie Ausfälle vorhersehbar werden, zeigt ein Anwendungsbeispiel aus einer Raffinerie Vorausschauende Instandhaltung ist das große Zukunftsversprechen für Anlagenbetreiber und Fertigungsunternehmen. Doch wie sieht es mit der Gegenwart aus? Ein Pilotprojekt des italienischen Öl- und Energieunternehmens Saras zeigt nämlich schon heute, wie ein intelligentes Asset Performance Management (APM) maschinelles Lernen nutzt, um Ausfälle mit einer Vorlaufzeit von 24 bis 45 Tagen vorhersagen zu können. Stillstandszeiten durch Anlagenausfälle und Betriebsstörungen verursachen in der Industrie jedes Jahr Milliarden an entgangenem Umsatz und Gewinn. Betreiber suchen daher intensiv nach neuen Technologien, um exakte Aussagen über die Zuverlässigkeit ihrer Assets zu treffen und an Reaktionszeit zu gewinnen. Denn je früher ein bevorstehender Ausfall gemeldet wird, desto schneller und effektiver können Betreiber reagieren und massive Beeinträchtigungen verhindern. Gängige Instandhaltungspraktiken folgen einem klassischen Schema: eine ganzheitliche Anlagenmodellierung, das Fachwissen zur Auswertung der Daten sowie Ressourcen, um die Wartung aller Systeme sicherzustellen. Rohdaten und Echtzeitdaten werden in ein Modell übertragen, um das Verhalten zu simulieren und mögliche Abweichungen und Unregelmäßigkeiten zu identifizieren. Diese werden überprüft und weitergegeben, sodass entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung eingeleitet werden können. Doch bei der Instandhaltung geht es längst nicht mehr nur um das Vermeiden von unerwarteten Ausfällen: Der Einsatz von maschinellem Lernen in AssetPerformance-Management-Lö sungen (APM) ermöglicht es, über Jahrzehnte gesammelte Betriebsdaten und Daten der Prozessmodellierung mit Echtzeitdaten zu kombinieren und effektiv für die vorausschauende Instandhaltung zu nutzen.

Mithilfe solcher Technologien lassen sich Störungen präzise verorten und Geräteausfälle Monate im Voraus prognostizieren. Sie ebnen den Übergang von einer rein modellbasierten Simulation des Anlagenverhaltens zur smarten Erkennung von fehlertypischen Signaturen.

Automatisieren von Routinearbeiten Die Datenerfassung und -aufbereitung nimmt im APM damit eine neue Schlüsselrolle ein. Gleichzeitig zählt sie auch zu den aufwendigsten Aufgaben überhaupt. Mehr als die Hälfte der Datenauswertung und -analyse entfällt auf die Datenaufbereitung sowie die Überprüfung von Datenzuverlässigkeit und -integrität. In modernen APMLösungen läuft der Datenaufbereitungsprozess daher größtenteils automatisiert ab. Entsprechende Data-Science- und Machine -Learning-Techniken sind dabei direkt in die Anwendung integriert. Einen solchen Low-TouchMachine-Learning-Ansatz bietet beispielsweise Aspen Mtell von Aspentech, das den Löwenanteil der Datenaufbereitung übernimmt. Dazu wird das Interface mit sogenannten Data-Historians zur Abfrage von Prozessdaten verbunden. Eine Verknüpfung zu zustandsbasierten Instandhaltungssystemen liefert zudem Anlagenzustandsdaten, während über

Enterprise-Asset-ManagementSysteme die Wartungshistorie von Assets in die Datenanalyse eingebunden wird.

Mehr als nur Anomalieerkennung Typische Verfahren wie die Anomalieerkennung informieren die Betreiber darüber, dass eine Unregelmäßigkeit aufgetreten ist. Die eigentliche Ursache muss anschließend von den Experten selbst ermittelt werden. Automatisierte Tools liefern hier eine höhere Genauigkeit: In Aspen Mtell kommen beispielsweise sogenannte „Failure Agents“ zum Einsatz. Jeder Agent ist auf eine spezielle Signatur einer Anlage ausgerichtet und kann Abweichungen unmittelbar erkennen. Die Algorithmen lernen dabei permanent - auf Basis des realen Anlagenverhaltens und unter unterschiedlichen Bedingungen, z.B. saisonal, bei Betriebseinsätzen oder wechselnden Einschaltzeiten. Einmal erkannte und „erlernte“ Fehlersignaturen in Anlagen und Geräten lassen sich auf andere, verwandte Maschinen übertragen, um zu verhindern, dass derselbe Fehler erneut auftritt. So lassen sich Tausende von einzelnen Systemen besser schützen bzw. impfen. Predictive („Was wird passieren?“) und Prescriptive Maintenance („Was muss geschehen, damit es nicht passiert?“) verlangen nicht zwangsläufig nach hohen In-

Abweichungen schneller erkennen, dafür sorgt ein sogenannter „Failure Agent“ für jede Signatur.

vestitionen und einer kompletten Neuausrichtung. Insbesondere maschinelles Lernen lässt sich zunächst gezielt für einen Bereich anwenden, z.B. den Ausfall von bestimmten Anlageneinheiten.

Lösung im Praxiseinsatz Diesen Weg schlug auch das italienische Öl- und Energieunternehmen Saras ein. Die Saras Group, ein europäischer Raffineriebetreiber, betreibt unter anderem eine der komplexesten Raffinerien im Mittelmeerraum und fördert 300.000 Barrel pro Tag. Die Optimierung der Zuverlässigkeit über die kapital- und anlagenintensiven Operationen zählt zu den maßgeblichen Bestandteilen der Digitalisierungsinitiative. Saras startete ein Pilotprojekt, um das Potenzial von maschinellem Lernen an vier ausgewählten Geräteeinheiten zu testen: Förderpumpen, Waschölpumpen, Wasserstoffverdichtern und Recycling-Kompressoren. Strategische Zielsetzung war es, die Betriebszeit der Systeme zu optimieren und die Wartungskosten zu senken. Bei der Auswahl der richtigen Lösung gab es eine Reihe von Kriterien zu erfüllen. Sie sollte nicht nur präzise Muster von Normalverhalten sowie Anomalien und mögliche Ausfälle erkennen. Gefragt war auch ein Frühwarnsystem mit einer signifikanten Vorlaufzeit - vom Zeitpunkt der Erkennung bis zum tatsächlichen Ausfall. Darüber hinaus galt es, Fehlersignaturen zu erfassen und für die Analyse ähnlicher AnlagenAssets zu nutzen. Die Verantwortlichen bei Saras entschieden sich schließlich für Aspen Mtell.

Schnelle Implementierung

Eine sichere Früherkennung kann bei Raffinerien Betriebs- und Wartungskosten effektiv senken. Die Experten der Saras Group jedenfalls gehen davon aus, dass sich mit der neuen Lösung langfristig die ungeplanten Stillstandszeiten in der Raffinerie um bis zu zehn Tage reduzieren lassen. Bilder: Aspen

Saras konnte die Lösung innerhalb von wenigen Wochen erfolgreich implementieren und in kürzester Zeit erste Ergebnisse verzeichnen. Dazu trug unter anderem das schnelle Erstellen der anlagenspezifischen „Failure Agents“ bei, um Störungen innerhalb der vier vorabdefinierten Geräteeinheiten zu identifizieren. Diese Agenten nutzten dazu 52

Millionen Sensordaten, einschließlich Zustands- und Prozessdaten. Die umfassende Datenbasis gewährleistete eine sichere Früherkennung von Anlagenausfällen und erlaubt es den Betreibern, die Lösung systemweit zu skalieren. Gleichzeitig werden so falsche Warnmeldungen verhindert. Insgesamt überprüfte das Team 163 Qualitätsprobleme (wie schlechte Werte und fehlende Werte) und verknüpfte die Auftragshistorie der vier Geräteeinheiten, darunter 340 bisherige Arbeitsaufträge. Die Wartungshistorie umfasste 17 Fehlerklassifizierungscodes.

Schnelle Ergebnisse Die Agenten identifizierten den spezifischen Fehlermodus der Anlagen auf den Punkt und ohne Fehlalarm. Für einen Kolbenkompressor beispielsweise erreicht die Genauigkeit der Vorhersage 91 Prozent bei einer Vorlaufzeit von 30 Tagen. Bei einem anderen Beispiel wurde die einmalig erlernte Fehlersignatur auf zwei andere Maschinen zur Zuverlässigkeitsprüfung übertragen, wobei zwei eindeutige Vorfälle vorhergesagt werden konnten: der Ausfall eines Ventils aufgrund hoher Austrittstemperatur (39 Tage Vorlaufzeit) sowie der Austausch eines Ventils aufgrund eines Instrumentenausfalls (25 Tage Vorlaufzeit). Saras geht davon aus, dass sich mit der neuen Lösung langfristig die ungeplanten Stillstandszeiten in der Raffinerie um bis zu zehn Tage reduzieren lassen. Für den Umsatz rechnen die Betreiber durch den Einsatz dieser Lösung mit einer Steigung von 1 bis 3 Prozent, während die Wartungskosten minimiert und die Betriebskosten um 1 bis 5 Prozent gesenkt werden. In einem nächsten Schritt ist geplant, Aspen Mtell mit Unterstützung des Schwesterunternehmens Sartec flächendeckend in der gesamten Raffinerie zu implementieren. Robert Golightly, Senior Product Marketing Manager, Aspen Technology www.aspentech.com www.saras.it


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So gelingt das Prüffristenmanagement Überblick, Planung, Dokumentation - das sind die drei entscheidenden Säulen Um den Arbeitsschutz sicherzustellen, haben Gesetzgeber und Berufsgenossenschaften Gesetze und Richtlinien erlassen, an die sich Unternehmer und Kommunen halten müssen. So sind z.B. regelmäßige Prüfungen in festgelegten Zeiträumen durchzuführen. Das ist mit einem hohem Personal- und Organisationsaufwand verbunden. Außerdem steigen die Anforderungen kontinuierlich. Eine Software kann helfen, Fehler zu vermeiden und den Überblick zu bewahren. Ein gutes Prüffristenmanagement beruht auf drei Säulen: Überblick, Planung und Dokumentation. Eine passende Software wie der Wartungsplaner und die Inventarsoftware unterstützen nach Angaben des Softwareherstellers, der Hoppe Unternehmensberatung, Firmen dabei, in diesem Bereich zeitgemäß aufgestellt zu sein.

1. Überblick erhalten Um den vorgeschriebenen Kontrollpflichten nachzukommen, benötigt man zuallererst den Überblick über das betriebliche Inventar. Eine entsprechende Software, wie die Inventarsoftware, hilft dabei, ein ausführliches Bestandsverzeichnis über alle Vermögensgegenstände eines Unternehmens zu führen, was für die nötige Transparenz sorgt. Die Software erfasst laut Hersteller darüber hinaus den Standort des Arbeitsmittels, die Garantiezeiten und die vorgenommenen Reparaturen, was wichtig für die Prüfungen ist. Daher ist die Inventarsoftware nach Anbieteraussage auch als rechtssicherer Versicherungsnachweis geeignet. Dass Maschinen und Anlagen regelmäßig überprüft werden müssen, ist kein Geheimnis. Doch daneben gibt es noch diverse andere überwachungsbedürftige Betriebsmittel, die man auf Anhieb vielleicht nicht auf dem Schirm hat: Elektrogeräte und Einsatzfahrzeuge, Regale, Leitern - sogar Tore und Fenster unterliegen Prüffristen. Um hier den Überblick nicht zu verlieren, kann man eine Software wie den Wartungsplaner einsetzen. Diese Lösung erfasst laut Softwareentwickler die zu überprüfenden Gegenstände und Geräte und bietet diverse Detailfunktionen. Die Mitarbeiter erhalten so schnell einen Überblick über den Wartungszustand der prüfpflichtigen Arbeitsmittel sowie Zugriff auf fällige Wartungstermine, was auch den Arbeitsschutz erleichtert.

2. Vorbereitung und Planung Prüftermine und Wartungen müssen geplant und terminiert werden. Damit lässt sich vermeiden, dass Wartungsturnusse mit anderen Vorgängen kollidieren, Maschinen zu ungünstigen Zeiten aus der Produktion genommen werden oder Terminabstimmungen nicht möglich sind, weil die zuständigen Mitarbeiter außer Haus sind. Vor allem zyklisch wiederkehrende Wartungen erfordern ein genaues Timing mit der Instandhaltung, um Stillstände zu vermeiden.

„Wartungsplaner und Inventarsoftware verhindern das gefürchtete Szenario, dass Maschinen stillstehen, weil ihr Reparaturstatus nicht bekannt oder der Betrieb auf eine anstehende Prüfung nicht vorbereitet war“, betont Ulrich Hoppe.

Der Wartungsplaner hilft laut Anbieter, die notwendigen Arbeitsschritte zu koordinieren. Sinnvollerweise werden per Software zudem jeder Anlage und Maschine die gesetzlich vorgeschriebenen Wartungen, Instandhaltungen, Behebung von Störungen oder Reparaturen zugeordnet.

3. Genaue Dokumentation Hinzu kommt, dass die Prüfungen dann nicht mehr zwischen mehreren Systemen oder Tools abgestimmt werden müssen, da es keine Schnittstellenproblematik gibt. Damit sinkt die Fehleranfälligkeit. Wurden Arbeitsmittel und Geräte geprüft, ist es notwendig, die Er-

gebnisse zu dokumentieren: Nachvollziehbar, leicht auffindbar und am besten zentral, sodass jeder Zugriff hat, der ihn benötigt. Die Dokumentation von Prüfungen, Wartungen und Reparaturen händisch auf Papier oder in selbst programmierten Exceltabellen wird zwar noch oft so gehandhabt, ist aber keine zeitgemäße Lösung mehr. Sie ist zeitintensiv und fehleranfällig, der Verwaltungsaufwand und die manuelle Arbeit für die Angestellten sind enorm. Eine Software erledigt das effizienter: Sie dokumentiert die Ergebnisse von Wartung und Instandhaltung im System. Alle relevanten Informationen sind so für die Zuständigen mit einem Klick verfügbar. Diese Übersicht macht es möglich, Schwachstellen in den Abläufen zu identifizieren und zu korrigieren, die Transparenz hilft, Arbeitsprozesse zu optimieren. Ein wichtiger Faktor für Unternehmen, abgesehen von der steigenden Effizienz der Abläufe: Die passende Software bietet eine rechtskonforme Dokumentation und damit Rechtssicherheit. Ein Betrieb kann damit leicht nachweisen, dass Prüfungen korrekt und in den vorgeschriebenen Zeiträumen stattgefunden haben und dass genug getan wurde, um Maschinenausfälle und Arbeitsunfälle zu verhindern. www.hoppe-net.de

Für eine gute Planung und flüssige Organisation ist es unerlässlich, die Lebensakten der prüfpflichtigen Anlagen zu kennen. Bilder: Hoppe

Hoppe Wartungsplaner und Inventarsoftware Der Wartungsplaner der Hoppe Unternehmensberatung basiert auf der DIN EN ISO 9001 und entspricht nach Anbieterangaben den Empfehlungen der Berufsgenossenschaften für das Prüffristenmanagement. Er deckt laut Hersteller alle Ansprüche in der Instandhaltung in einem System ab und macht die übersichtliche Erfassung von Störungen, Instandhaltungsarbeiten, Prüfungen, Wartungen und Reparaturen möglich. Integriert in die Software sind mobile Lösungen per Scanner oder App für iOS und Android. Um ausführliche Protokolle der Sicherheitsüberprüfungen zu hinterlegen, können Text-, Bild- und Sprachaufnahmen eingebunden werden. Die Inventarsoftware des gleichen Herstellers bietet nach dessen Angaben eine einfache und übersichtliche Erfassung und Pflege

der Inventarstammdaten und erfüllt die Vorgaben des Handelsgesetzbuchs. Neben der Protokollierung von Kaufs- und Verkaufsdaten oder der Zuordnung von Kostenstellen für einzelne Inventare können mit der Software auch Rundumbestände definierter Büros gezielt gemanaged werden. Um langes Suchen zu umgehen und tägliches Inventory Management zu vereinfachen, können via App erfasste Daten als CSV-Datei verschickt werden. In der eigens entwickelten App für iOS und Androidbetriebssysteme können zudem Bilder, Filme oder Sprachaufnahmen für einzelne Inventargüter hinterlegt werden. Übrigens: Der Hersteller bietet beide Programme als voll funktionsfähige Demoversion an, die 21 Tage lang ausprobiert und getestet werden kann. www.wartungsplaner.de www.inventarsoftware.de

SEE VITAL SIGNS. TAKE VITAL ACTION. www.uhlenbrock.org

In der Welt von Ultimo dreht sich alles um Verwaltungsprozesse und die Software, die Sie dafür benötigen. Wenn Sie für die Instandhaltung verantwortlich sind, möchten Sie nichts lieber, als dass Ihre Anlagen Ihnen erzählen, wann die nächste periodische Wartung nötig ist, welche Aufgaben zu erledigen sind, welche Vertragspflichten an der Reihe sind oder wo der genaue Standort einer Anlage ist. Ultimo sorgt dafür, dass die entscheidenden Signale Ihrer Instandhaltung übermittelt werden. Sodass Sie diese erkennen und entschlossen handeln können. Are you listening?

Der Schlüssel zur Optimierung? All Ihre Anlagen erzählen ihre Geschichte. Aber hören Sie auch hin? Fragen Sie uns sales@ultimo.com

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Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Wolff Publishing

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Red Bull Racing, der in Milton Keynes ansässige Formel-1-Rennstall, nutzt Wärmebildkameras von Flir und zwar nicht nur, um die Wärmeentwicklung in den Rennautos genau im Blick zu haben.

Hier muss man sauschnell sein Jedes Rennen des Aston Martin Red Bull Teams erfordert akribische Vorbereitungen - und zwar sowohl auf der Rennstrecke als auch hinter den Kulissen in der Rennfabrik. Eine entscheidende Rolle in der Kommunikation spielt hierbei die IT, wobei die IT-Spezialisten die Übermittlung der Daten zwischen dem Rennteam und der Fabrik von jedem Ort der Welt sicherstellen müssen. Für den entscheidenden Vorsprung bei der Formel eins spielen natürlich immer die Fähigkeiten des Rennfahrers eine große Rolle. Doch der beste Fahrer kann nicht punkten, wenn die Technik streikt und das Auto nicht optimal funktioniert.

Rund 60 Mitarbeitern unterstützen die Fahrer an der Rennstrecke. Hinzu kommen Ingenieure und Mechaniker in der Fabrik. Bilder: Aston Martin Red Bull Racing

Deshalb sind die Dinge, die sich hinter den Kulissen auf der Rennstrecke und in der Fabrik abspielen, mindestens genauso wichtig wie der Fahrer und das Rennauto. In der Fabrik von Aston Martin Red Bull testet beispielsweise das Team die Aerodynamik des Rennwagens im Windkanal. Die Spezialisten überwachen aber auch diverse am Fahrzeug befestigte Sensoren und führen virtuelle Simulationen und Analysen aus, um sicherzustellen, dass der Rennwagen unter den jeweils unterschiedlichen Rennbedingungen stets seine maximale Leistung bringt. Das bedeutet aber auch: Ganz gleich, wohin das Team während der Rennsaison reist, überall müssen unzählige Daten verarbeitet, gespeichert und für den sofortigen Abruf bereitgestellt werden. Eine Schlüsselrolle in diesem Zusammenhang

spielt das firmeneigene Rechenzentrum. Es ist unerlässlich, dass dieses Rechenzentrum am Hauptsitz in Milton Keynes täglich und rund um die Uhr mit maximaler Leistung verfügbar ist. Damit dies klappt, müssen die Spezialisten unter anderem den Zustand aller Komponenten des Rechenzentrums im Auge behalten. Hier verlässt sich das IT-Team auf die Wärmebildfunktionen der Flir One Pro. Doch die Wärmebildtechnik kommt auch noch in ganz anderen Bereichen zum Einsatz. Insgesamt sind bei Aston Martin Red Bull Racing circa 700 Mitarbeiter beschäftigt. An einem typischen Rennwochenende reist aber jeweils nur eine Gruppe von circa 60 Mitarbeitern zur jeweiligen Rennstrecke. Das bedeutet jedoch nicht, dass das restliche Team an diesem Wochenende frei hat. Weiter auf Seite 18

ISSN

1864-4554

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Mit einer neuen Lösung lässt sich die Zustandsüberwachung auf Anlagenteile ausdehnen, die dafür bislang zu kostenintensiv schienen. Alle Details im unten stehenden Artikel. Bild: SKF

CM: Erschwingliche Lösung für alle Bis dato war die zustandsabhängige Instandhaltung meist auf besonders betriebswichtige und stationäre Maschinen konzentriert, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet war, dass entsprechende Überwachungslösungen relativ teuer und aufwendig waren. Nun bringt SKF mit dem Multilog IMx-16Plus, der auf dem Multilog IMx-8 basiert, eine Lösung auf den Markt, die die Zustandsüberwachung auch für weniger kritische sowie mobile Anlagen erschwinglich und damit attraktiv macht. Das System, das Zustandsdaten wie zum Beispiel von Schwingungsoder Temperatursensoren empfängt, ermöglicht es, rotierende Maschinen zu überwachen und damit ungeplante Stillstände zu minimieren, die Verfügbarkeit von Anlagen zu verbessern und den Maschinenbetrieb zu optimieren. Eingesetzt werden kann es z.B. an Motoren, Ventilatoren, Getrieben, Spindeln oder auch an Pumpen und Kompressoren. Der SKF Multilog IMx-16Plus empfängt mobile Daten via GPRS sowie LTE und ist zusätzlich mit EthernetSchnittstellen ausgestattet (RJ45 oder Wi-Fi). Neben 16 analogen Eingängen - die typischerweise für Schwingungssensoren genutzt werden, aber auch die Option bieten, bis zu acht Temperatursensoren direkt anzuschließen - verfügt er außerdem über vier digitale Kanäle für Drehzahlsensoren. Freddy Hernández, Leiter der Produktlinie Überwachungssysteme bei SKF, dazu: „Das System ist flexibel genug, um sich an eine enorme Bandbreite von Produktionsumgebungen und bedingungen anzupassen.” www.skf.de


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lich, dass das Rechenzentrum täglich rund um die Uhr reibungslos funktioniert. Er muss dafĂźr sorgen, dass jeder, der am Rennen beteiligt ist, stets auf alle entscheidenden Daten zugreifen kann. „Wir mĂźssen das ganze Jahre Ăźber und insbesondere an den Rennwochenenden sicherstellen, dass das Rechenzentrum genauso effizient und zuverlässig funktioniert, wie es sollte“, erklärt Gary French. Und das ist gar nicht so einfach. „In der Vergangenheit waren wir mehrfach von Stromausfällen betroffen, die die Leistung des Rechenzentrums beeinträchtigten. Obwohl diese nie zu ernsthaften Problemen fĂźhrten, veranlassten sie uns dennoch dazu, uns nach einer LĂśsung umzusehen, mit der wir solche Probleme frĂźher erkennen kĂśnnen“, verdeutlicht er.

Dank ihrer speziellen Bildverarbeitung macht die One Pro mehr Details sichtbar als frĂźhere Generationen. Zum neuen Design gehĂśrt auĂ&#x;erdem ein anpassbarer Stecker, den Anwender an ihr Smartphone anschlieĂ&#x;en kĂśnnen, ohne dieses aus seiner SchutzhĂźlle nehmen zu mĂźssen.

Fortsetzung von Seite 17 Ein Team von Ingenieuren und Mechanikern ist Ăźber das gesamte Rennwochenende hinweg in der heimischen Fabrik aktiv, um den Mitarbeitern an der Rennstrecke von dort aus Fernsupport zu geben. Gary French, Data Center Manager von Aston Martin Red Bull Racing, ist dafĂźr verantwort-

Typische Rennwochenenden Bereits seit dem Jahr 2014 ist Flir Systems ein sogenannter Innovation Partner von Aston Martin Red Bull Racing. In diesem Zusammenhang unterstßtzte das Team von Flir den Rennstall zunächst nur beim Erfassen der Temperaturdaten von den Rennwagen. Schnell erkannte man allerdings, dass es sich lohnt, die Zusammenarbeit auch auf andere Bereiche auszuweiten: Mittlerweile verwendet das Team von Aston Martin Red Bull Racing Wärmebildkameras sowie Test-

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und PrĂźfinstrumente dieses Herstellers auch in ganz anderen Betriebsbereichen und -anlagen, beispielsweise auch fĂźr das Wärmemanagement des Windkanals. AuĂ&#x;erdem kommen die SicherheitslĂśsungen von Flir zum Einsatz, um mit einer Kombination aus Wärmbild- und visuellen Kameras den Innen- und AuĂ&#x;enbereich aller Fabrikgebäude zu Ăźberwachen.

Das richtige Messwerkzeug „Da wir Flir-Produkte bereits in verschiedenen Bereichen unseres Teams nutzten und durch die bestehende Partnerschaft fiel es uns leicht, Ratschläge einzuholen, welche Wärmebildkameras sich am besten fĂźr unser Rechenzentrum eignen wĂźrden“, betont Gary French und ergänzt: „Letztendlich haben uns fĂźr die Flir One Pro entschieden.“ Die grĂśĂ&#x;ten Herausforderungen in einem Rechenzentrum sind das Vermeiden und Handhaben von Elektrik- und KĂźhlproblemen. Ohne die richtigen Instrumente zum AufspĂźren typischer Problemstellen lassen sich die zugrunde liegenden Probleme jedoch nicht mit bloĂ&#x;em Auge erkennen. „Obwohl unser neuestes Rechenzentrum mit einer fortschrittlichen Stromverbrauchs- und TemperaturĂźberwachungslĂśsung ausgestattet ist, kann diese keine defekten elektrischen AnschlĂźsse erkennen, die heiĂ&#x; werden und einen Brand verursachen kĂśnnen.

Beim Flir One Pro handelt es sich um einen Wärmebildkamera-ZubehÜraufsatz, der an iOS- und Android-Geräten genutzt werden kann. Er kombiniert einen Wärmesensor, der Temperaturen von bis zu 400 Grad Celsius messen kann, mit diversen Messwerkzeugen und einer Berichterstellungsfunktion. Bilder: Flir

Mit thermischen ĂœberprĂźfungen an den Racks lassen sich Bereiche mit zirkulierender HeiĂ&#x;luft erkennen. Hier ist an den Lufteinlässen der Geräte alles kĂźhl und in Ordnung.

Bild: Aston Martin Red Bull Racing

Das Gleiche gilt fĂźr unsachgemäĂ&#x; eingebaute Hardware, die eine HeiĂ&#x;luftzirkulation verursacht“, verdeutlicht French. Um diese potenziellen Risiken zu Ăźberwachen, benĂśtigten er und sein Team ein kleine und einfache Wärmebildkamera, mit der sich grundlegende ĂœberprĂźfungen der Rechenzentrumsinfrastruktur ausfĂźhren und dabei typische Problemstellen deutlich erkennen lassen. „Als man uns die Flir One vorfĂźhrte, wussten wir sofort, dass wir die perfekte LĂśsung fĂźr unsere Anforderungen gefunden hatten.

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Durch ihr geringes Gewicht und ihre kompakten Abmessungen lässt sie sich einfach Ăźberall mit hinnehmen und ist bei Bedarf jederzeit griffbereit, um Elektrikoder KĂźhlprobleme zu ĂźberprĂźfen.“ Doch damit nicht genug. „Die Wärmebilder sind so hochwertig und aussagekräftig, dass wir das betreffende Problem sofort fĂźr die GeschäftsfĂźhrung sichtbar machen und die zur Behebung erforderlichen Geldmittel beantragen kĂśnnen. Durch die Smartphone-Integration lassen sich erkannte Probleme ganz einfach und sofort Ăźbermitteln“, ergänzt der Spezialist. Die Nutzung der Wärmebildtechnik hat sich fĂźr Gary French und sein Team jedenfalls als äuĂ&#x;erst nĂźtzlich erwiesen und French mĂśchte dies sogar noch weiter ausbauen. „KĂźnftig mĂśchte ich regelmäĂ&#x;ige ĂœberprĂźfungen mit einer Wärmebildkamera ausfĂźhren, um das Risiko von Stromversorgungsund KĂźhlproblemen zu reduzieren und der GeschäftsfĂźhrung einen besseren Einblick in alle Problembereiche zu ermĂśglichen, die wir dabei aufspĂźren“, erklärt Gary French abschlieĂ&#x;end. www.flir.eu/flirone https://redbullracing.redbull.com


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Auswuchtlösung für Rotoren bis 50 Kilogramm Pasio 50 SC von Schenck Rotec punktet bei Wellen und Walzen Die Auswuchtlösung Pasio 50 SC eignet sich laut Hersteller zum Auswuchten scheiben- und walzenförmiger Rotoren mit Einzelgewichten von bis 50 Kilogramm. Die Maschine horizontaler Bauart deckt nach Angaben von Schenk Rotec nicht nur einen großen Anwendungsbereich ab, sondern punktet auch mit hoher Messgenauigkeit. Sie lässt sich in übergeordnete Leitsysteme implementieren und unterstützt die Umsetzung auswuchttechnischer Prozesse in Smart Factories. Bei der Entwicklung der Pasio 50 SC gab es laut Schenk Rotec drei Leitgedanken: smart, safe und precise. Dabei sind es nach Herstellerangaben vor allem drei Faktoren,

Integrierte Selbstdiagnose die die neue Auswuchtmaschine zu einer „smarten“ Komplettlösung machen, nämlich die schnelle und einfache Inbetriebnahme, ihr ge-

Mobile Onlinediagnoselösung Memosens-Sensoren im laufenden Betrieb überwachen Knick bietet mit Memoview eine mobile Onlinediagnoselösung für Memosens-Sensoren an. Damit lassen sich diese Sensoren direkt im Prozess und ohne Trennung der Sensor-TransmitterVerbindungen überprüfen. Das Gerät Memoview ist für den Anschluss an die tragbaren Portavo-Analysenmessgeräte konzipiert. Es liest alle Daten und Messwerte der Memosens-Sensoren aus - und zwar im laufenden Betrieb. Diese Daten werden dann zur Visualisierung, Verarbeitung und Speicherung an das Portavo-Gerät übertragen.

direkt auf dem Display dargestellt. Über den integrierten Datenlogger im Portavo können bis zu 10.000 Werte aufgezeichnet und direkt gespeichert werden. Somit ist eine Verwaltung der aufgezeichneten Messwerte und Sensordaten, wie Kalibrierdaten, allgemeine Sensorinformationen wie Seriennummer, Bestellcode, sowie die Belastungsdaten wie Verschleiß, SIP oder CIP-Zyklus Messtechnik zum gewährleistet. „Draufschieben” Zusätzlich bietet das Analysenmessgerät Portavo mit dem Memoview besteht aus einer „Sensor Network Diagramm“ eine Funktion zur Echtzeitkontrolle von seitlich geschlitzten Manschette mit integrierter Empfangseinheit. Sensoren. Das Diagramm stellt hierbei die relevanten Sensordaten Diese wird einfach über die Kupplung angesteckter Memosenswie Nullpunkt, Steilheit, StandSensoren geschoben. zeiten, Kalibrier-Timer, Impedanz Da Messwerte und Sensordaten inund Antwortzeiten in einem duktiv übertragen werden, könGraphen dar. Damit genügt ein nen sie von der Empfangseinheit Blick, um sich über den aktuellen kontaktlos mitgelesen werden. Sensorzustand zu informieren. Die über ein Verbindungskabel an https://academy.knick-interdas Analysenmessgerät übernational.com/de/memosens-knick mittelten Daten werden dann www.knick.de

ringer Platzbedarf und die Möglichkeit, sie in die übergeordneten IT-Netzwerke und Produktionsleitsysteme des Anwendern einbinden zu können. „Safe“ ist die neue Pasio 50 SC laut Hersteller nicht nur wegen ihrer Selbstdiagnose und ihrer Schutzhaube nach ISO 21940-23 (Klasse C), sondern auch wegen des neuen, einfach bedienbaren Drehbügel-Bandantriebs. Zudem erfordert sie eine Zweihandbedienung zum Eindrehen in die Ausgleichsposition.

Die Pasio 50 SC kann Rotoren mit Durchmessern von bis zu 600 Millimetern auswuchten. Typische Prüflinge sind etwa Kurbelwellen, Elektroanker, Walzen, Lüfter oder Schleifscheiben. Mit der optionalen amagnetischen Ausstattung lässt sich die Maschine auch für die Bearbeitung magnetischer Rotoren konfigurieren. Bilder: Schenck Rotec

Sicher dank Zweihandbedienung

ten von weniger als 0,5 gmm pro Ebene erreichbar, sodass die meisten Rotoren schon nach dem ersten Messlauf innerhalb der Toleranz sind. Damit lassen sich laut Hersteller in der Praxis mit der Pasio 50 SC die Effizienz vieler auswuchttechnischer Prozesse in der Qualitätssicherung und Instand-

Der Aspekt „precise“ zeigt sich schließlich nach Angaben der Entwickler in der hohen Messgenauigkeit, die sich mit dieser universell einzusetzenden Auswuchtmaschine erzielen lässt. Pro Messebene sind Restunwuch-

haltung erheblich verbessern. Die Bedienung der Auswuchtmaschine ist einfach, denn vom Einrichten des Rotors bis zum Ausgleich der Unwucht kann sich der Anwender über die Software des Messgeräts durch den gesamten Auswuchtprozess führen lassen. www.schenck-rotec.de

SmartTouch

Die neue Generation der Klima-Messtechnik. Das Universal-Klimamessgerät testo 400. Smarter: Mit Touch-Display so intuitiv zu bedienen wie Ihr Smartphone. Schneller: Zeit sparen - einfache Dokumentation & Berichterstellung vor Ort. Besser: Fehlerfrei & routiniert durch jede Messung mit dem Mess-Assistenten.

www.testo.de/testo-400 Das Memoview eignet sich laut Hersteller vor allem zur Wartung und Messwertkontrolle von Messstellen, die über keine festen Anzeigeeinheiten mehr verfügen. Bild: Knick 1

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DIAGNOSE VON MASCHINENF Ausrich�ehler

Unwucht

Fehlausrichtung ist ein Zustand, in dem die geometrischen Mi�ellinien zweier gekuppelter Wellen nicht kolinear entlang der Rota�onsachse beider Wellen bei Betriebsbedingungen verlaufen. Ein in axialer Richtung dominierendes 1X und 2X Schwingungssignal verweist in der Regel auf eine Fehlausrichtung zwischen zwei gekuppelten Wellen.

Unwucht ist ein Zustand, in dem die geometrische Mi�ellinie einer Rota�onsachse nicht mit der Massenmi�ellinie übereins�mmt.

v [mm/s]

Strukturelles mechanisches Spiel

1X

Ein ro�erendes mechanisches Spiel entsteht durch ein übermäßiges Spiel zwischen Rotor und Lager.

MP

PM

MP

WINKELVERSATZ

Unwucht = m d ω2

Rieme

MP

PM

• Mangelha�e Montage • Mangelha�e Grundpla�e • Mangelha�e Grundpla�enauflage • Verzogene Grundpla�e

MP

PM

Riemenantriebe sind industrielle Antriebs bestehend aus: • Antriebsscheibe • Abtriebsscheibe • Riemen

PM

v [mm/s] 1X 2X 3X Axial f [Hz]

Eine reine Unwucht erzeugt ein Signal bei der Drehzahl mit 1X Schwingungssignal, dominierend in Radialrichtung. f [Hz]

1X

v [mm/s]

Ein strukturelles mechanisches Spiel kann ein 1X Signal in Radialrichtung erzeugen, das im horizontalen Messwert dominiert. Messungen sollten an den Schrauben, Füßen und Grundpla�en vorgenommen werden, um Änderungen von Amplitude und Phase zu ermi�eln. Eine Verringerung der Amplitude und ein Phasensprung von 180° bestä�gen dieses Problem.

RIEMENANTRIEBSFEHLER

Radial

Ex

Verschlissener Riemen a [m/s2]

fN

1X, 2X, 3XfB

STATISCHE UNWUCHT

f [Hz]

Der Rot

f[Hz]

Flügel- & Schaufelräder

Sta�sche Unwucht wird durch eine Unwuchtmasse außerhalb der Schwerpunkt-Mi�elachse erzeugt.

Sta�sche Unwucht tri� auf, wenn die Maschine außer Betrieb ist. Der Rotor ro�ert, bis sich die Unwuchtmasse in der untersten Stellung befindet. Durch sta�sche Unwucht wird ein radial dominierendes Schwingungssignal bei 1X und phasengleiche Signale an beiden Wellenenden erzeugt.

a [m/s2] Winkelversatz ist sichtbar, wenn die Mi�elachsen der Wellen an einem Punkt entlang der projizierten Achse beider Wellen übereins�mmen. Im Spektrum ist eine hohe Axialschwingung bei 1X sowie einige 2X und 3X mit einem Phasensprung von 180° an der Kupplung in Axialrichtung erkennbar. Diese Signale können auch in Radialrichtung bei einer niedrigeren Amplitude und phasengleich sichtbar sein.

Hoh sich Leic • Ph Ri • Sc

Die Riemenfrequenz fB und die ersten zwei (oder sogar drei) Harmonischen sind im Spektrum sichtbar. 2 fB dominiert im Allgemeinen das Spektrum.

Fehlausrichtung der Scheiben

fBPF Radial

PM

1X der An- oder Abtriebsscheibe sichtbar und dominierend im axialen Messwert.

PM

MOMENTENUNWUCHT PARALLELVERSATZ

f [Hz]

Ermi�elte und trendbes�mmte fBPF, Ans�ege und Harmonische können auf ein Problem verweisen, wie beispielsweise Flügeldiffusor- oder Diffusor-Lu�spaltdifferenzen.

v [mm/s] 1X 2X 3X Radial

Ver�kaler Winkelversatz

Beispiel: 3 Streben im Einlass; x = 3 9 Flügel; s = 9 x · fBPF = fn · s · x

Ein Flügel oder eine Schaufel erzeugt eine Signalfrequenz namens Flügelpassierfrequenz fBPF = s fn

Paralleler Versatz

Horizontaler Winkelversatz

Ro�erendes mec Momentenunwucht wird durch zwei iden�sche Unwuchtmassen verursacht, die sich in der Radialebene der Welle um 180° versetzt befinden.

Momentenunwucht kann sta�sch ausgewuchtet werden. Während der Rota�on erzeugt die dynamische Unwucht ein radial dominierendes Schwingungssignal bei 1X und gegenphasige Signale an beiden Wellenenden.

Ein ro�erendes mechanisches Spiel entsteht durch ein

f [Hz]

Schwingungsgrenzwerte - ISO 10816-3 Mechanische Schwingungen – Bewertung der Schwingungen von Maschinen durch Messungen an nicht-ro�erenden Teilen.

DYNAMISCHE UNWUCHT

Wälzlager

DIN ISO 10816-3

Gruppe 1

Maschinentyp

Große Maschinen 300 kW < P < 50 MW

Maschinen mittlerer Größe 15 kW < P < 300 kW

Motor H > 315 mm

Motor 160 mm < H < 315 mm

Fundament

flexibel

starr

flexibel

Radial

10–1000 Hz r>600 min-1 2–1000 Hz 120<r<600 min-1

AUSRICHTUNGSTOLERANZEN IN DER ÜBERSICHT

s

Rota�onsfrequenz 1X und Harmonische

starr

Effektivge11,0 schwindigkeit veff mm/s QMW 7,1

Parallelversatz entsteht, wenn die Mi�elachsen zueinander parallel, jedoch versetzt sind. Im Spektrum ist eine hohe Radialschwingung bei 2X und ein niedrigeres 1X mit einem Phasensprung von 180° an der Kupplung in Radialrichtung zu sehen. Diese Signale sind auch in Axialrichtung bei einer niedrigeren Amplitude und einem Phasensprung von 180° an der Kupplung in der Axialrichtung sichtbar. In der Praxis ist die dynamische Unwucht die am häufigsten au�retende Form der Unwucht. Dynamische Unwucht ist sta�sche Unwucht Während der Rota�on erzeugt die dynamische Unwucht ein radial dominierendes Schwingungssignal bei 1X, und die Phase und Momentenunwucht gleichzei�g. ist von der Masseverteilung entlang der Achse abhängig.

aENV [m/s2]

Gruppe 2

f [Hz]

4,5 3,5 2,8 2,3 1,4

Zulässige Gesamtschwingungswerte

Neulich in Betrieb genommene Maschinen

Eingeschränkter Langzeitbetrieb

Uneingeschränkter Langzeitbetrieb

Vibrationsbedingte Schäden

Komponente

Rahmen (oben)

Fundament 40

30 Schwinggeschwindigkeit 20

DOKUMENTATION ÜBER DAS AUSWUCHTEN

12,0

10

v in mm/s (QMW)

3

8,0 5,3

3,0 2,0

2

Strömungsprobleme

Vorher

4,5

5

1

Nachher

PM

Bei der Schwingungsanalyse lassen sich im Zusammenhang mit Strömungen zwei grundlegende Probleme diagnos�zieren: • Turbulenz • Kavita�on

Gilt für Hubkolbenverdichter auf starren Fundament Frequenzbereich für bewegliche Komponenten: 2–1 * Hinweis: Vor Nutzung der Tabelle lesen Sie bi�e di

PM

Frequenzsprektren vor/nach dem Auswuchten und Auswuchtdiagramm.

WO SIND MESSUNGEN VORZUNEHMEN?

a [m/s2]

1X

Turbulence

a [m/s2]

1X

fBPF

Beurteilung von Schwingu in Rohrleitungssystemen

Kavita�on

100 Chao�sch

f [Hz]

Wellendurchhang

mm/s QMW

f [Hz]

Schwinggeschwindigkeit

Die obenstehend empfohlenen Ausrichtungstoleranzen sind allgemeine, auf Erfahrungswerten beruhende Werte und sollten nicht überschri�en werden. Sie sollten nur dann herangezogen werden, wenn durch betriebsinterne Standards oder vom Maschinen- oder Kupplungshersteller keine anderwei�gen Werte vorgeschrieben sind.

Chao�sch

200

Die Messpunkte mit dem höchsten 1X Schwingungspegel sind von der Rotorkonstruk�on und dem Ort der Unwucht abhängig.

10

1

Lü�er-Kategorien und Vibra�onsgrenzwerte gemäß ISO 14694

Wellendurchhang entsteht entweder infolge einer axialen Asymmetrie der Welle oder durch äußere Krä�e, die auf die Welle einwirken und die Verformung verursachen. Eine durchhängende Welle führt zu axial entgegengesetzten Krä�en an den Lagern, die im Schwingungsspektrum bei 1X in der Axialschwingung dominieren. 2X und radiale Messwerte können ebenfalls zu sehen sein.

12,5 11,8

12,5 11,8

12,5 11,8

7,1

v [mm/s]

7,1

6,3

1X 2X

7,1

Zulässige Auswertungsgeschwindigk

9,0

7,1

6,3

7,1

7,1

7,1

6,3

Korrektur

11,2

Frequenzbereich

7,1

10 Gefahr

11,2

9,0

9,0

9,0

12,5 11,8

11,2

1

7,1

7,1

10–1000 Hz

10–1000

100

6,3

50 30 20

Axial

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

4,5

VWO in mm/s 10 5

QMW in mm/s

2,8

2,8

starr

flex.

P ≤ 300 kW

starr

f [Hz]

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flex.

P ≤ 15 kW

Industrie, Stromgenerator

Sehr guter Zustand

starr

flex.

P > 15 kW

Transport, Seefahrt

Guter Zustand

starr

flex.

P ≤ 37 kW

starr

flex.

P ≤ 37 kW

Petrochemie

Eingeschränkter Zustand/Alarm

starr

flex.

P ≤ 75 kW

starr

3,2

3 2

2,8 ©PRÜFTECHNIK AG flex.

Hauptlager

P ≤ 75 kW

Transit, Tunnel

Kri�scher Zustand/Abschaltung

2,0

1

Getriebe

Komponente MBR

PRÜFTECHNIK Condi�on Monitoring Gm 85737 Ismaning, Germany


FEHLERN

entrieb

Resonanz

Gleitlager

Resonanz ist ein Zustand, der verursacht wird, wenn die Erregerfrequenz mit der Eigenfrequenz der Maschinenstruktur übereins�mmt (bzw. einen annähernden Wert erreicht). Das Ergebnis sind hohe Schwingungen.

d gängige ssysteme,

Elektromotoren

Gleitlager bieten eine sehr geringe Reibungsfläche zur Lagerung und Führung eines Rotors in einer zylinderförmigen Buchse, die die Welle umhüllt und mit einem Schmiermi�el angefüllt ist, um den Kontakt zwischen den beiden Metalloberflächen zu verhindern. 0,3-0,5X 1X s [μm]

1. Biege-Eigenform

Dynamischer Zusammenghang: Ø1 ω1 = Ø2 ω2 Riemenfrequenz: l = Riemenlänge

2. Biege-Eigenform

3. Biege-Eigenform

3,1416 ω1 Ø1 I

ƒB =

SCHWINGUNGSQUELLEN Doppelte Netzfrequenzschwingung: 2 · fL Stabpassierfrequenz: fbar = fn · nbar Synchronfrequenz: fsyn = 2 · fL / p Schlupffrequenz: fslip = fsyn – fn Polpassierfrequenz: fp = p · fslip

fL: Netzfrequenz nbar: Anzahl der Rotorstäbe p: Anzahl der Pole

Läu� die Welle im Bereich der 1., 2. und 3. kri�schen Drehzahl, werden Resonanzschwingungen angeregt.

xzentrische Riemenscheiben

f [Hz] Hohe Schwingungsdämpfung aufgrund des Ölfilms: • Hohe Frequenzsignale werden gegebenenfalls nicht übertragen • Wegsensoren und permanente Erfassung empfohlen

Resonanzans�eg mm/s

• Resonanz kann mit anderen gängigen Maschinenfehlern verwechselt werden. • Für eine sachgerechte Resonanz-Diagnose sind zusätzliche Tests erforderlich.

• Exzentrizität des Stators • Lockere Statorwicklungen • Exzentrische Rotoren • Probleme mit dem Rotor • Lockere Anschlüsse • Lockere Rotorstäbe • Lockerer Rotor

kein harmonischer Zusammenhang

1. 2. 3. BiegeBiegeBiegeEigenform Eigenform Eigenform

Ölwirbel: • Ölfilm-Stabilitätsprobleme • Kann 0,3 - 0,5X Komponente im Spektrum verursachen

EXZENTRIZITÄT DES STATORS

Lagerspiel-Probleme (ro�erendes mechanisches Spiel) rev/min

• Eisenbrand • Kurzgeschlossene Statorbleche • Kippfuß

Phasensprung um 180°

hes 1X der exzentrischen Riemenscheibe im Spektrum htbar, in Radialrichtung dominierend. cht zu verwechseln mit Unwucht, aber: hasenunterschied in ver�kaler und horizontaler ichtung entweder 0° oder 180°. chwingung am stärksten parallel zum Riemen.

Grad

r geometrische Mi�elpunkt s�mmt mit der ta�onsachse der Riemenscheibe nicht überein.

PM v [mm/s]

PM

1.O.

VERSCHLEIß

v1 = 30 mm/s ϕ1 = 60... 80°

a [m/s2] 1X

2X

PM

Radial

Lebensdauer überschri�en, Lagerüberlastung, unsachgemäße Montage, Fer�gungsmangel, unzureichende Schmierung.

v1 = 3 m/s ϕ1 = 240°

• 1X und 2X Signale • fL ohne Seitenbänder • Radial dominierend • Bei der Analyse zweipoliger Maschinen empfiehlt sich eine hohe Auflösung

2fL

[m/s ] 2

f [Hz]

f [Hz] Amplitude bei Rota�onsfrequenz fn, verursacht durch Restunwucht am starren Rotor.

z

PM

1X

v [mm/s]

Riemenresonanz Wenn die Riemen-Eigenfrequenz mit der 1X Schwingung der An- oder Abtriebsscheibe übereins�mmt, ist diese Frequenz im Spektrum sichtbar.

Wälzlager

rev/min

1X

Verschleiß

Starker Ans�eg der Amplitude der Rota�onsfrequenz fn am Resonanzpunkt, Ans�eg abhängig von der erregenden Kra� (Unwucht) und der Dämpfung.

f [Hz]

HOCHFAHR- ODER AUSLAUFTEST

Износ Verschleiß

EXZENTRISCHE ROTOREN

Sie entstehen beim Ein- oder Ausschalten der Maschine. Durch die Verfolgung von Spektrenreihen bei unterschiedlichen Schwingungssignalen kann die Resonanz ermi�elt werden.

chanisches Spiel

Der Einsatz eines Tachometers ist op�onal, und der Datensammler muss diese Art von Test unterstützen.

übermäßiges Spiel zwischen Rotor und Lager.

• Rotorversatz • Ausrich�ehler • Mangelha�e Grundpla�e

Das Schwingungsspektrum besitzt einen höheren Geräuschpegel und lagertypische Frequenzen können ermi�elt werden. Erhöhter Stoßimpulspegel.

LAUFBAHNSCHÄDEN

PM

1 – Außenringschaden 2 – Innenringschaden 3 – Wälzkörperschaden 4 – Käfigschaden

RESONANZDIAGNOSETESTS

0P [m/s2]

a [m/s2] fp 1X 2X

TSchlupf

Gleitlager

s [μm]

Radial

Radial

Bumptest

2fL

Außenringschaden a [m/s2]

Rota�onsfrequenz 1X Harmonische und SubHarmonische

v[mm/s] s[mm]

α D d Z n

Abklingkurve Stoßanteil, Eigenschwingung, ver�kal

Frequenzgang, ver�kal

Eigenfrequenz, ver�kal

v in mm/s (RMS) gemäß ISO 20816-8 Design-Typ

vert.

19,5 13,0 8,0 7

horiz.

24,0

24,0

16,0 10,7

16,0 10,7

vert.

Eigenfrequenz, horizontal

* Kleine Bohrverbindungen; Rohrleitungen; Dämpfer

28,5

n · Z (1 – d cos α) D 60 · 2

1BPFI 2 ..

4BPFI

PROBLEME MIT DEM ROTOR f [Hz]

Wälzkörperschaden

d 2 · BSF = n · D (1 – [ cos α]2) D 60 · d

8,7

3 ..

Innenringschadensfrequenz BPFI sowie zahlreiche Seitenbänder im Abstand 1X.

n · Z (1 + d cos α) D 60 · 2

Überrollfrequenz Wälzkörper

19,0 12,7

a [m/s2]

Seitenbänder im Abstand FTF

FTF =

DIN ISO 13373-3:2015

Große Lager

Kleine Lager

1X Radial

n (1 – d cos α) D 60 · 2 Wälzkörperüberrollfrequenz BSF mit Harmonischen sowie Seitenbänder im Abstand FTF.

f [Hz]

• Unsymmetrische Stromverteilung in den Rotorstäben • Unwuchtzustände an Rotoren • Tri� erst nach einer gewissen Betriebsdauer auf

Beispiel für Überrollfrequenzen

0P[m/s2]

ten im Drehzahlbereich 120–1800 min-1. 1000 Hz für sta�onäre Komponenten: 10–200 Hz. ie Beschreibung der DIN ISO 10816-8.

1. Thermische Rotorbiegung a [m/s2]

Rota�onsfrequenz Käfig © Copyright 2018 PRÜFTECHNIK AG

• Modula�on des Schwingungszeitsignals mit der Schlupffrequenz fSchlupf • TSchlupf ≈ 2–5 s

• fp, 1X, 2X und 2fL Signale • 1X und 2fL mit Seitenbändern bei fP • Radial dominierend • Hohe Auflösung erforderlich

a [m/s2] Seitenbänder im Abstand fN 1X

Überrollfrequenz Innenring BPFI =

19,5 13,0

f [Hz]

Innenringschaden

BPFO =

t [ms]

f [Hz] Außenringschadensfrequenz BPFO sowie Harmonische eindeu�g sichtbar

Überrollfrequenz Außenring 2nd mod. 1 mod.

Design-Typ

Kontaktwinkel Teilkreisdurchmesser Wälzkörper-Durchmesser Anzahl der Wälzkörper Wellen-UpM

Frequenzgang, horizontal

st

horiz.

1BPFO 2 .. 3 .. 4BPFO

Response – Komponentenschwingung

Erregung – Kra�impuls

f [Hz]

Zylinder (seitlich) Zylinder (Stab)

PM

Käfigschaden

Kugellager SKF 6211; n = 2998 UpM

FTF und 2., 3., 4. Harmonische

a [m/s2]

f [Hz]

Abmessungen Überrollfrequenzen D = 77,50 mm d = 14,29 mm Z = 10 α = 0°

ungen gemäß VDI 3842

BPFO = n / 60 · 4,0781 = 204 Hz BPFI = n / 60 · 5,922 = 294 Hz Kä�igrota�onsfrequenz FTF 2 BSF = n / 60 · 5,239 = 264 Hz und Harmonische sichtbar FTF = n / 60 · 0,4079 = 20 Hz

2. Beschädigte oder gerissene Rotorstäbe f [Hz] a [m/s2]

Der Frequenzbereich für min-1 und 0P Geschwindigkeitsmessungen beträgt 10 Hz bis 10 kHz

1X

2X

3X

4X Radial

PROBLEME MIT DER SCHMIERUNG a [m/s2]

Lager in gutem Zustand

Lagerzustand sollte überprü� werden

Lager in schlechtem Zustand

Höhere Schwankungen der Stoßimpulsstärken und Schadensfrequenzen

• 1X und Harmonische mit Seitenbändern bei fP • Hohes Auflösungsspektrum erforderlich • Mögliches Signal für Schwebung

Hoher Temperaturans�eg nach der Schmierung Daraus folgender leichter Temperaturans�eg

f [Hz]

3. Lockerer Rotorstab • Lau�ahnschaden • Defekte Dichtung • Verunreinigtes Schmiermi�el

© Copyright 2018 PRÜFTECHNIK AG

Marginale

300

DIN ISO 10816-7

Design

Pumpentyp

Leistung

keit in mm/s - gemäß VDI 3834

0 Hz

10–1000 Hz

≤ 0,1–10 Hz 100 60

10,0 5,6

Generator

Kategorie 2 Rotodynamische Pumpen für allgemeine oder weniger kritische Anwendungen.

< 200 kW < 200 kW

< 200 kW < 200 kW

Effektivgeschwindigkeit 7,6 veff 6,5 10–1000 Hz r>600 min-1 2–1000 Hz r<600 min-1

6,0

3,5

Kategorie 1 Rotodynamische Pumpen mit hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit oder Sicherheit.

mbH y

GEN

8,5 6,1

4,0

5,1

130

3,5

4,2

80

Neulich in Betrieb genommene Maschinen

GBX

0,5 min-1 1,0 min-1 2,0 min-1

5,0

2,5 mm/s QMW

Gondel/Turm

9,5

50

3,2 mm/s QMW Uneingeschränkter Langzeitbetrieb

a [m/s2]

1X

2X

fStab

2fStab

Vibrationsbedingte Schäden

• fStab und 2fStab mit 2fL Seitenbändern • 2fStab kann höher sein • 1X und 2X können au�reten

UNSACHGEMÄßE MONTAGE Lagerkrä�e an Pendellagern • Montagefehler • Fehlerha�e Gehäuseberechnung • Fer�gungsmangel am Lagergehäuse

Lagerringe unrund, verspannt • Montagefehler • Unsachgemäße Lagerung der Lager • Fer�gungsmangel an der Welle • Lagergehäuse überdreht

f [Hz] 4. Lockere Anschlüsse

Schwerwiegende Schwingung Lagertemperatur steigt an Festlager Lu�spalt

Verunreinigung

a [m/s2]

1X

2X 2fL Radial

Stoßimpuls SchadensfrequenzHüllkurve

μm Eingeschränkter Langzeitbetrieb

• Wartungsfehler • Defekter Fe�mengenregler • Verstop�er Fe�austri�

Radial

r < 600 min-1

Verdrängung Sp-p

100 Hz

Frequenz

• Unzureichende Schmiermi�elmenge • Unterlastung

Pendellager

• 2fL übermäßiges Signal mit Seitenbändern bei 1/3 fL • Elektrisches Phasenproblem • Sofor�ge Abhilfemaßnahmen müssen eingeleitet werden

Schrägeinbau Montagefehler Axial 1X, 2X & 3X f [Hz]

NAT

Tel.: +49 89 99616-0

Unsere interna�onalen Ansprechpartner finden Sie unter www.pru�echnik.com

© PRÜFTECHNIK Dieter Busch AG


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MESS-

w www.b-und-i.de

UND

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A April 2019

Einstieg in die Welt der Dichtheitsprüfung Das 65eco von Hematech Prüftechnik ergänzt nun das 60pro „Sämtliche Produkte, die Gase oder Flüssigkeiten enthalten oder damit in Berührung kommen, müssen auf ihre Dichtheit hin überprüft werden. Nur so kann deren Funktionalität im täglichen Einsatz sichergestellt werden“, weiß Harald Hellerich, Geschäftsführer der Hematech Prüftechnik. Das Unternehmen bietet neben dem Dichtheitsprüfgerät 60pro nun mit dem 65eco auch ein preiswerteres und kompaktes Gerät an, das - wie der Hersteller betont - mit allen Standardfunktionen ausgerüstet ist und mit einer hohen Genauigkeit punktet. Dichtheitsprüfungen sind in sehr eine große Auswahl an passvielen Bereichen im industriellen genauen Sonderfunktionen, wie Umfeld erforderlich - ganz gleich, z.B. die Prüfung geschlossener ob in der Automobilindustrie und Volumen, Prüfung mit Unterdruck ihren Zulieferern, bei Haushaltsoder differenzierte Prüfdruckbegeräten, Elektrogeräten, Elektroreiche aus. werkzeugen, Medizinprodukten Es gibt aber auch Anwender, die oder Steuergeräten, Sensoren, für ihre Aufgaben in der DichtPumpen und Armaturen. Dementheitsprüfung eine ökonomisch sprechend groß und vielfältig ist Alternative suchen, die mit den auch der Einsatzbereich für das gängigen Standardfunktionen und neue Dichtheitsprüfgerät. einer guten Genauigkeit zurechtGenutzt werden hier unter kommen und dabei auch noch anderem die Dichtheitsprüfgeräte Wert auf kompakte Abmessungen der aktuellen Serie 60pro von legen. Hematech Prüftechnik. Diese „Genau dafür haben wir das neue Geräte zeichnen sich laut HerDichtheitsprüfgerät 65eco entsteller durch eine sehr hohe Messwickelt“, betont Armin Bruder, der genauigkeit und Robustheit sowie Vertriebsleiter, und führt aus: „Das

neue Gerät weist eine hohe Messgenauigkeit auf und passt für viele Standardanwendungen. Es besitzt die Funktionalität des großen 60pro, ist aber leichter, mit kompakten Abmessungen und verfügt über 99 Prüfprogramme, was ein hohes Maß an Flexibilität im Dichtheitsprüfverfahren ermöglicht.“ Mit den kompakten Abmessungen und den vorhandenen Schnittstellen lässt sich dieses Gerät auch in Produktionsanlagen integrieren. Zur Technik: Das 65eco arbeitet

Das 65eco und das 60pro haben die gleiche Benutzerführung und Bedienphilosophie. Es bedarf also keiner Umstellung für den erfahrenen Anwender des 60pro, um mit dem 65eco zu arbeiten. Bild: Hematech Prüftechnik

nach dem Differenzdruckverfahren mit Druckanstiegsmessung. Die Messgenauigkeit des Differenzdruckes liegt bei 2 Prozent. Es bietet einen Prüfdruckbereich von 0,2 bis 6,0 bar/ü. Im Standardumfang verfügt das 65eco über eine frontseitige USB-

Schnittstelle für die Datensicherung. An der Rückseite befinden sich eine serielle und die digitale Maschinenschnittstelle. Auf Wunsch kann das Gerät aber auch mit einer Profibus- oder ProfinetSchnittstelle ausgerüstet werden. www.hematech.de

Sensor prüft den Zustand von Lagern ABB adaptiert Smart-Sensor-Technologie auf Stehlager, um Stillstände zu vermeiden

DIGITALES ULTRASCHALLPRÜFGERÄT

NON-INVASIVE FLUID MONITORING Lecksuche & -bewertung ISO 13485 certified Maschinenprüfung Ready for IEC 60601 Kondensatableiterprüfung (4th edition) Elektrische Inspektion Visit us at COMPAMED Hall 8A, Booth N08!

Besuchen Sie uns: Halle 26, Stand E09 1-5 April 2019 • Hannover Messe

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Als Teil des Portfolios „Ability Condition Monitoring“ für den Antriebsstrang bringt ABB nun den Ability Smart Sensor für Stehlager der Marke Dodge auf den Markt. Dieser ermöglicht einen „Gesundheitscheck“ von Lagern, denn die Technologie liefert durch eine Analyse des Lagerzustandes anhand von Vibrations- und Temperaturdaten frühzeitig Hinweise auf mögliche Probleme. „Lager sind kritische Komponenten in Förderanlagen und sind häufig der erste Indikator für ein Anlagenproblem“, weiß Jonas Spoorendonk, Digital Portfolio Manager Motors and Generators bei ABB Automation Products. Er ergänzt: „Die Anzeige des Lagerzustandes ermöglicht dem Personal eine schnelle und sichere Identifikation eines potenziellen Problems, sodass die Wartung geplant und ein nicht vorhergesehener Stillstand vermieden werden kann.“ Um derartige Stillstände zu vermeiden, nutzt der neue ABB Ability Smart Sensor für Stehlager Algorithmen zur Analyse, dem Management und der Sicherstellung der Leistung der Komponenten. Der Smart Sensor selber wird auf einfache Weise am Lager befestigt und kommuniziert drahtlos über

Dank der Zustandsüberwachung mithilfe des ABB Ability Smart Sensors für Stehlager sollen sich laut Hersteller Stillstandszeiten bei unterschiedlichsten Anwendungen, wie zum Beispiel bei Schüttgutförderanlagen, vermeiden lassen. Derartige Anlagen kommen beispielsweise im Bergbau, der Zuschlagstoff- und Zementherstellung sowie bei Anwendungen in der Nahrungsund Genussmittelindustrie zum Einsatz. Bild: ABB

beispielsweise ein Smartphone oder ein Bluetooth Gateway. Diese Fähigkeit dient der Sicherheit der Mitarbeiter und ermöglicht einen

einfachen Zugriff auf die Daten der Lager an Orten, die nur schwer oder unter Gefahr zugänglich sind. www.abb.de

ATEX-Zertifizierung der mechanischen Rheintacho-Tachometerfamilie Die Rheintacho-Baureihe der Wirbelstromtachometer (mit optionalen Getrieben) wurde unlängst vom Zertifizierungspartner CML gemäß Anhang II der Richtlinie 2014/34/EU für explosionsgefährdete Umgebungen für alle EU-Länder und die UK zugelassen. Das Projekt wurde aufgrund von individuellen Anfragen potenzieller Kunden initiiert, die einen sicheren Drehzahlmesser für spezielle Anwendungen benötigen. Letztendlich war dies der Auslöser dafür, die gesamte Produktpalette nun zertifizieren zu lassen. Das bedeutet: Die Produktgruppen M, MF, ML und MLF sind nun

Diese mechanischen Tachometer werden in verschiedenen Industrien verwendet, beispielsweise für die Betankung von Flugzeugen, in der Farben- und Lackproduktion sowie in der Papier- und Zellstoffproduktion. Bild: Rheintacho

in ATEX-Versionen verfügbar. In der Summe gibt es nun zwölf verschiedene Modelle in vier verschiedenen Produkttypenkate-

gorien, die mit oder ohne die Integration der Getriebe ausgewählt werden können. www.rheintacho.de


MESS-

April A 2019

UND

UHF-Handheld fürs Smartphone Turck erweitert mit dem PD20 sein RFID-Produktportfolio und zwar um ein UHF-Handheld zur Anbindung an ein Smartphone. Abhängig vom einzulesenden RFID-Datenträger und der Umgebung hat das Gerät eine Lesereichweite von zwei Metern und mehr. Die Anbindung an das Endgerät erfolgt dabei über die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse des Smartphones oder mittels LightningAdapter für die Apple-Geräte. Insgesamt steht beim PD20 allerdings die Smartphone-Nutzung im Vordergrund. Der Kunde kann mittels App beispielsweise die Daten per Inventory- oder Lesebefehl erfassen und per Schreibbefehl auf dem Datenträger ändern. Die ausgelesenen Daten lassen

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Das Potenzial der Feldgeräte ausnutzen Wie das geht und welche Potenziale sich ergeben, zeigt Endress+Hauser in Hannover Die intelligente Nutzung von Daten und Informationen von Geräten der Feldebene stehen beim Messeauftritt von Endress+Hauser auf der Hannover Messe 2019 im Vordergrund, denn hier verbergen sich in Prozessanlagen große Potenziale. Die Grundlage dafür sind die innovativen Diagnoseinformationen der Heartbeat Technology, einer Technik für eine hohe Anlagenverfügbarkeit.

Anwender steuern das PD20 über die kostenlose App des Herstellers auf einem Android- oder iOS-Smartphone oder Tablet. Bild: Turck

sich nach Herstellerangaben per E-Mail vom Smartphone weitersenden und können so in anderen Systemen oder Datenbanken genutzt werden. www.turck.com

Wartung mithilfe von RFID Einfacher Nachweis durchgeführter Arbeiten Speziell in prozesstechnischen Anlagen der chemischen Industrie ist die Sicherheit beim Transport mitunter gefährlicher Prozessmedien von besonderer Bedeutung. Um diese stets zu gewährleisten, sind unter anderem auch regelmäßige Kontrollen und Wartungen der dort eingesetzten Schläuche gesetzlich reglementiert. Die RFID-Technologie kann hier unterstützen. Mithilfe eines RFID-Handhelds und der „Schlauchmanager“-Software des Pepperl+Fuchs Startups Neoception wird der Prüfer schrittweise durch die Wartungsprozedur geführt. Durch die automatische Identifikation und die Software sind Fehler nahezu ausgeschlossen, wie der Hersteller betont. Jeder Schlauch ist dabei eindeutig über einen UHF-RFID-Transponder identifizierbar, welcher unter anderem folgende Informationen liefert: Equipment-Nummer, Prüfdatum und -uhrzeit, Schlauchlänge und -durchmesser, Leitfähigkeit, Prüfdruck und das Datum der nächsten Inspektion. Mit RFID-Handhelds von Pepperl+Fuchs und Ecom sowie kundenspezifischer Software von Neoception lassen sich die Wartungsaufgaben auch in explosionsgefährdeten Bereichen durchführen.

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Außerdem wurde nach Angaben des Herstellers bei der Gestaltung der Benutzeroberflächen darauf geachtet, dass sich die Software auch ergonomisch mit Handschuhen bedienen lässt. Und es gibt noch andere Komfortfunktionen, wie zum Beispiel eine Lokalisierungsfunktion. Diese wertet die Signalstärke des Antwortsignals der Transponder aus und hilft so, Suchzeiten nach einem Prüfobjekt zu reduzieren. Übrigens: Ergänzend zur Funkidentifikationstechnik RFID können über den integrierten Imager weiterhin auch alle optischen 1Dund 2D-Codes gelesen werden. Die Ergebnisse der Prüfung lassen sich medienbruchfrei an ein Backend-System übertragen und dienen so der Dokumentation und zum Nachweis der durchgeführten Prüfungen. www.pepperl-fuchs.com

Die Basis für die intelligente Datenund Informationsnutzung ist bei Endress+Hauser die sogenannte Heartbeat Technology, ein Portfolio an digitalen Schnittstellen und Konnektivitätsmodulen sowie das Netilion IIoT-Ökosystem. Die Lösungen eignen sich für die Erbauer neuer, aber auch für die Betreiber bestehender Anlagen.

Heartbeat Technology Hintergrund: Viele Geräte von Endress+Hauser sind bereits mit der Heartbeat Technology ausgestattet. Dadurch liefern die Geräte klare, standardisierte Diagnosemeldungen und Monitoringdaten - Daten, die bestens geeignet sind, um die Anlage gemäß ihrem wirklichen Bedarf zu warten. Das bedeutet: Die Daten sind also schon heute vorhanden und mit

Mit dem Cloud-basierten IIot-Ökosystem zeigt Endress+Hauser intelligente und vernetzte Anwendungen rund um das Industrial Internet of Things (IIoT). Bild: Endress+Hauser

den Netilion-Anwendungen werden sie nun noch effektiver nutzbar - und zwar nicht nur, aber eben auch für die vorausschauende Wartung. Diese Daten liefern über die Netilion-Anwendungen nämlich zusätzlich auch Anhaltspunkte für die Be-

triebszuverlässigkeit und die Prozesssicherheit. Ein Produkthighlight auf der Messe ist der neue Liquiphant FTL51B. Der robuste Grenzstandschalter eignet sich für den Einsatz in allen Flüssigkeiten und verfügt nun ebenfalls über Heartbeat Technology für die dokumentierte Durchführung der wiederkehrenden Prüfung ohne Ausbau oder Prozessunterbrechung. Ebenfalls neu und mit Heartbeat Technology ist der Gammapilot FMG50 zur radiometrischen Füllstandsmessung, der dort eingesetzt wird, wo andere Messverfahren an ihre Grenzen stoßen. Weitere Highlights auf dem Messestand sind die Durchflussmessgeräte der Proline 300/500 sowie ein neuer Promass A Durchflusssensor für kleine Durchflüsse, verfügbar auch in Zweileitertechnik. www.endress.com

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E: frankr@uesystems.com | W: www.uesystems.de | T: +49 (0)171 868 1255 Mithilfe der RFID-Handhelds sowie der Software von Neoception lassen sich Wartungsaufgaben sogar in explosionsgefährdeten Bereichen effizient durchführen. Bild: B&I


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MESS-

UND

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Der Blick tief ins Innere des Getriebes Endoskop erlaubt Einblicke in das Hubwerksgetriebe eines Zweiträger-Brückenkrans Die Papiermaschine 6 (PM6) der Papierfabrik Palm in Wörth am Rhein produziert jährlich 650.000 Tonnen Wellpappenrohpapier. Der vielseitige Verpackungsgrundstoff hat ein Flächengewicht von bis zu 160 g/m2. Um die riesigen Papierrollen Tag und Nacht sicher zu transportieren, kommen hier Zweiträger-Brückenkrane zum Einsatz. Nun haben die Spezialisten von Konecranes mithilfe eines Endoskops tief ins Innere des Getriebes geschaut und gleichzeitig das Getriebeöl der Krane eingehend analysiert - und das mit einem erstaunlichen Ergebnis. Die Verpackungsbranche ist papierhungrig. So wundert es nicht, dass der Absatz in diesem Bereich im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent gestiegen ist. Genau in diesem Sektor ist die Papiermaschine 6 (PM6) der Papierfabrik Palm in Wörth am Rhein im Einsatz. Sie produziert rund um die Uhr jährlich rund 650.000 Tonnen Wellpappenrohpapier. Dieses wird aufgerollt und gelagert und zwar auf großen Rollen. Diese tonnenschweren Papierrollen müssen Tag und Nacht sicher transportiert werden. Das übernehmen die Hubwerke der elf Zweiträger-Brückenkrane, die in der Fabrik seit Produktionsstart

im Jahr 2002 zum Einsatz kommen. Unlängst hat der Papierhersteller die Spezialisten von Konecranes damit beauftragt, acht dieser Krane genauer zu durchleuchten. Und das war auch notwendig, denn nach einer Ölanalyse und einer endoskopischen Untersuchung mussten die Instandhaltungsexperten sogar ein Hubwerksgetriebe komplett austauschen. „Die Krane sind Tag und Nacht im Einsatz“, bestätigt auch Sven Bohrer, Elektroingenieur bei der Papierfabrik Palm, und verdeutlicht die Bedeutung dieser Lastenträger: „Sollte einmal einer ausfallen, müsste die Produktion

Über die Bedeutung von Ölanalysen Die Ölanalyse ist Teil der Instandhaltungs- und MainmanWartungsdienste von Konecranes. Sie ist an allen Anlagen möglich, an denen Öl aus dem Hubgetriebe entnommen werden kann. Besonders empfehlenswert ist nach Angaben des Dienstleisters die Analyse für leistungsfähige Hubgetriebe, die große Mengen teurer Öle erfordern. Die Vorteile laut Anbieter: Die Ölanalyse erlaubt ein frühzeitiges

Feststellen von Verschleißsymptomen wie Verbrennungen oder Metallpartikeln und verhindert in der Folge Schäden und ungeplante Ausfälle. Sie dient zu einer Optimierung der Ölwechselintervalle, was die Verfügbarkeit steigert und gleichzeitig unnötige Wartungsarbeiten minimiert. Anhand des Analyseberichts sind fundierte Entscheidungen zu Wartung, Instandsetzung und Generalüberholung der Krane möglich.

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stillstehen oder zumindest enorm verlangsamt werden, bis der Schaden behoben ist. Das würde uns Zeit und Geld kosten.“ Um zu sehen, wie es um die Krane steht, haben die Spezialisten von Konecranes in einem ersten Schritt das Getriebeöl der Hubwerke von acht der elf Zweiträger-Brückenkrane genauestens untersucht. Denn das Öl lässt tief blicken: Die enthaltenen Abriebmetalle und Verschleißstoffe lassen nämlich Rückschlüsse auf den Zustand des gesamten Getriebes zu. Nico Zamzow, Vice President Industrial Service EMEA Central bei Konecranes, erklärt die Methode: „Die Ölanalyse schützt den Kran. Mit ihr können eventuelle Schäden früh entdeckt und behoben werden. Zudem können Anlagenbetreiber mithilfe des ausführlichen Analyseberichts die Instandsetzung und Wartung der Krane optimieren und so ihre Lebensdauer enorm verlängern.“ Für die Ölanalyse bei Palm entnahmen die Experten Proben aus den Hubwerksgetrieben der acht Zweiträger-Brückenkrane. „Die Proben werden in unserem eigenen Labor untersucht. Dabei vergleichen die Mitarbeiter im Labor den heutigen Zustand des Öls mit Proben, die wir 2016 genommen haben“, so Zamzow. Er betont: „So stellen wir die Aussagekraft und Qualität der Untersuchungsergebnisse sicher.“ Das Ergebnis für Palm war auffällig: Sieben der acht Krane zeigten sich „gesund“. Im Getriebeöl dieser Krane waren nur wenige bis keine Fremdkörper oder Verschleißstoffe enthalten. Im Getriebeöl des Automatikkrans 5, der im Rollenlager zum Einsatz kommt, hingegen zeigte sich ein erhöhter Ferrit-Anteil von 273 Milligramm pro Kilogramm Öl. Zamzow verdeutlicht: „Eisenteilchen im Öl weisen auf erhöhten Verschleiß hin, etwa wenn Metallteile aufeinanderreiben.“ Wird die Ursache für den Verschleiß nicht behoben, kann dies das Getriebe nachhaltig beschädigen; selbst ein Komplettausfall ist nicht ausgeschlossen. „Frisst sich das Getriebe fest, während eine Rolle am Haken hängt, wird es sehr schwierig, diese zu bergen und den Kran zu reparieren“, erläutert Nico Zamzow eines der möglichen Probleme. Um festzustellen, ob bereits ein Schaden vorliegt, setzen die Konecranes-Experten auf die Kranzuverlässigkeitsanalyse CRS (Crane Reliability Study). In der modular aufgebauten Analyse prüfen sie sicherheitsrelevante Bauteile wie das Hubwerks-

Für die Ölanalyse mussten die Experten Proben aus den Hubwerksgetrieben der acht ZweiträgerBrückenkrane nehmen. Bilder: Konecranes

getriebe sowie den Stahlbau, die Antriebe und die elektrische Ausrüstung des Krans. Das Verfahren wird dabei mit der MainmanSoftware von Konecranes auf jeden Kran individuell abgestimmt. Ergänzend befragen die Instandhaltungsexperten Kranführer und Techniker vor Ort. Das Ergebnis der Analyse fließt in einen detaillierten Bericht für den Betreiber ein - und zwar mit konkreten Handlungsempfehlungen. Bei Palm nutzt Konecranes auch ein Endoskop zur Untersuchung des Hubwerksgetriebes. „Wie in der Medizin kommen wir mit dem Endoskop an unzugängliche Stellen, ohne das ganze Getriebe auseinandernehmen zu müssen. Für die CRS verwenden wir ein spezielles, ölresistentes Modell, das für den industriellen Einsatz entwickelt wurde und mit verschiedenen Objektiven aus-

gerüstet werden kann,“ berichtet Nico Zamzow. Für die Serviceexperten war nach der endoskopischen Untersuchung klar: Das Hubwerksgetriebe musste ausgetauscht werden. Zusätzlich mussten die Seiltrommel, das Seiltrommellager, der Schleifringkörper, die Trommelkupplung und die Motorkupplung erneuert werden. „Weil wir den Verschleiß frühzeitig entdeckt haben, können wir das alte gegen ein neues Getriebe austauschen, ohne die Produktion zu beeinträchtigen“, berichtet Zamzow - ein wichtiger Aspekt. Um vor Komplettausfällen und Problemen geschützt zu sein, setzt die Papierfabrik nach eigenen Angaben auch künftig auf Serviceleistungen wie etwa Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten von Konecranes. www.konecranes.de

Jürgen Friedmann, Leiter Mechanik bei der Papierfabrik Palm, freut sich über das Erreichte: „Dank der Ölanalyse und endoskopischen Untersuchung laufen unsere Krane jetzt wie geschmiert für die kommenden Jahre.“

Die Kranzuverlässigkeitsanalyse CRS Die Crane Reliability Study (CRS) ist eine hersteller- und typenunabhängige Kranzuverlässigkeitsanalyse von Konecranes für Kranund Hebezeugkomponenten wie Hubwerke, Motoren, Seile, Getriebe und Kranbahnen. Sie besteht aus mehreren Modulen, die individuell zusammengestellt werden können, nämlich der Inspektion und der Analyse der technischen Dokumentationen mit der Konecranes-Software Mainman, der Analyse von Prozessen und Abläufen sowie Interviews mit Bedienern und Instand-

haltern, detaillierter Analysen der Baugruppen und Komponenten sowie einer Kostenanalyse unter Berücksichtigung des Return on Investment. Der abschließende Prüfbericht gibt laut Dienstleister einen detaillierten Überblick zum künftigen Wartungs-, Instandhaltungs- und Modernisierungsbedarf, um Sicherheit, Verfügbarkeit, Produktivität und Einsatzdauer der Krananlagen zu steigern. Konecranes greift dabei auf die Erfahrungen aus mehr als 450.000 Wartungen von Krananlagen zurück.


Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

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Energie-Effizienz

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Kooperationspartner entwickeln eine kompakte, dezentrale Anlage zur Rückgewinnung von Energie aus Prozessgasen, deren Herzstück ein Turbinengenerator ist. Die Details hierzu auf Seite 27.

Die Schifffahrt ist einer der Hauptverursacher von Luftverschmutzung. Eine neue Technologie verspricht nun eine deutliche Reduzierung der Reibung. Bild: Rudolpho Duba / pixelio.de

So wird ein Fracht- zum Luftschiff „Ohne Gegenmaßnahmen werden die klima- und gesundheitsschädlichen Abgase von Kreuzfahrt- und Frachtschiffen im Jahr 2020 die Emissionen aller anderen Quellen in der EU übertreffen”, warnt der Naturschutzbund Deutschland. Eine Gegenmaßnahme könnte das Aircoating sein, ein Oberflächenbeschichtungsverfahren nach dem Vorbild eines Schwimmfarns. Die Bionik, also das Lernen von der Natur und die technische Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse, führt immer wieder zu erstaunlichen Lösungen. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) setzt man nun auf die Lösungen einer eher unscheinbaren Pflanze, nämlich des Schwimmfarns Salvinia Molesta, um dem Energiehunger der Schifffahrt zu begegnen. Die Blätter dieses Farns haben auf der Oberfläche einen dichten Besatz mit Haaren. Diese haben die Form von winzigen Schneebesen. Dank dieser besonders geformten Haare ist es der Pflanze möglich, Wasser auf den Haarspitzen zu tragen, ohne dass das Haar oder das Blatt nass selber wird. Es entsteht nämlich eine Luftschicht zwischen Träger und Wasser. Dies ist die Grundidee des Aircoating: Man nutzt dieses Air-Tiles-Prinzip und schafft

eine Beschichtung, die Luft einschließt. In der Folge wird beispielsweise der Schiffsrumpf gar nicht mehr nass; das Frachtschiff wird damit zu einer Art Luftschiff, denn es gleitet mittels einer Luftschicht, die es vom Wasser trennt, durch das Wasser. Hintergrund: Kommt ein Schiff mit Wasser in Berührung, gibt es drei Probleme, nämlich einerseits die Korrosion, dann die Anhaftung von marinen Organismen am Schiffskörper, das zumeist mit hochgiftigen Antifouling-Beschichtungen verhindert wird, und natürlich die Reibung, die sich negativ auf den Energieverbrauch auswirkt. Zu den Dimensionen: Bis zu 14.000 Liter Schweröl verbrauchen große Frachtschiffe und zwar in der Stunde. Einen großen Anteil, nämlich rund 70 Prozent, an diesem Verbrauch hat die Reibung. Reduziert man durch technische Maßnahmen diese Rei-

bung, reduziert sich in der Folge auch der Energieverbrauch. Das Aircoating, also das patentierte Oberflächenbeschichtungsverfahren nach dem Vorbild des wasserabweisenden Schwimmfarns, setzt genau hier an: Diese Methode sorgt nämlich dafür, dass etwa auf dem Anwendungsgebiet der Schifffahrt sich zwischen dem mit einer strukturierten und funktionalisierten Oberfläche beschichteten Schiffsrumpf und dem Meerwasser eine permanente Luftschicht hält. Praktisch bedeutet dies: Die Flächen werden nicht „nass“. Dadurch gelingt es, den durch Reibungswiderstand verursachten Energieverlust deutlich zu senken, was eine massive Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und des daraus resultierenden Schadstoffausstoßes zur Folge hat. Weiter auf Seite 26

Durch 63 neue LED-Leuchten wurde in einem Kalibergwerk die Leistung um 12.000 Watt und damit um 60 Prozent reduziert. Alle Details im unten stehenden Beitrag. Bild: Schuch

Glück auf - Spot an Mit einem herzhaften „Glück auf“ grüßt man sich heute noch auf dem Grubengelände in Merkers, auch wenn in diesem Kalibergwerk nicht mehr aktiv abgebaut wird. Die Verwaltung und die technische Instandhaltungen finden aber auch in Merkers noch vor Ort statt - und zwar unter Tage. Die Beleuchtung dieser Untertagewerkstätten erfolgt noch weitestgehend mithilfe von konventionellen Hallenstrahlern. Die Betreiber entschieden sich aber mittlerweile für einen Technologiewechsel hin zu einer energieeffizienten LED-Beleuchtung. Ende 2017 begann die Firma Schuch ein neues Beleuchtungskonzept für die Grube Merkers zu erarbeiten. Begehungen vor Ort, diverse Lichtmessungen und Analysen der Umgebungs- und Betriebsbedingungen führten zu dem Entschluss, die Feuchtraumleuchten der Baureihe 162 von Schuch zu nutzen. Eine speziell für diesen Einsatz konzipierte Ausführung dieser LED-Leuchte wird nun die gesamten Werkstätten des Kalibergwerks blendfrei und gleichmäßig ausleuchten. Wichtig hierbei: Mit ihrem Polyestergehäuse trotzt die Leuchte auch dem hohen Salzstaubanteil der Umgebungsluft. Die Umrüstung erfolgt seit Mitte 2018 und zwar schrittweise. Die Großgeräteregenerierung und die Elektroabteilung machten den Anfang. Hier sorgen die neuen, rund 15.000 Lumen starken Leuchten bei einer Installationshöhe von sechs Metern für eine einheitliche Ausleuchtung der Arbeits- und Randbereiche sowie des oberen Lichtraums. Ein DALI-EVG ermöglicht die Steuerung der Beleuchtung. So wird die Anlage außerhalb der Arbeitszeit auf drei Prozent heruntergefahren, bleibt aber in Betrieb. www.schuch.de


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Verschwendete Energie in Strom umwandeln Kooperationspartner entwickeln kompakte, dezentrale Energierückgewinnungsanlage In vielen industriellen Prozessen entweicht Prozessgas ungenutzt in die Atmosphäre. „Der Ausgangspunkt war, diese Gase energetisch nutzbar zu machen“, erklärt Dr.-Ing. Rolf Pfeiffer, geschäftsführender Gesellschafter bei Deprag. Dabei ist die Rückgewinnung von Energie aus Prozessgasen nicht neu. „Neu ist aber, dass mit unserer Entwicklung in einer kleinen, kompakten, dezentralen Energierückgewinnungsanlage auch geringe Mengen von Restenergie im Leistungsbereich von 5 bis 200 Kilowatt in Strom umgewandelt werden können.“ Möglich macht dies der Deprag GET-Turbinengenerator. Er kann praktisch überall dort eingesetzt werden, wo diese Energie ungenutzt den industriellen Prozess verlässt. Im Jahr 2011 wurden von der Universität Bayreuth, der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden und Deprag Schulz ein gemeinsames Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das durch die Bayerische Forschungsstiftung gefördert wurde. Das Ziel dieser Forschung war es, bislang ungenutzte Energie nutzbar zu machen, indem vorhandene Abwärmeströme effizient in elektrische Energie umgewandelt werden. Liegt das ungenutzte Energiepotenzial nicht in Form von Druck, sondern als Wärme vor, muss die Nutzung über einen gesonderten, geschlossenen Kreislauf erfolgen, zum Beispiel über einen ORC-Prozess (Organic Rankine Cycle).

Wie aus der Energie im Arbeitsfluid Strom wird Auf dieser Basis entwickelten die drei Projektpartner eine ORCVersuchsanlage. Dies wurde am Zentrum für Energietechnik (ZET) der Universität Bayreuth aufgebaut und getestet. In einem zweiten Forschungsprojekt in den Jahren 2015 und 2016 optimierten im Rahmen des Kompetenzzentrums für Kraft-Wärme-Kopplung (KoKWK) die Partner die Anlage

Eine kompakte Einheit aus einer MikroExpansionsturbine mit einem elektrischen Generator erzeugt Strom aus Gas. Ohne den dazugehörigen elektrischen Schaltschrank ist der Expander nicht viel größer als eine Schuhschachtel und kann dort eingesetzt werden, wo Gas von einem höheren Druckniveau auf ein niedrigeres gebracht wird. Bilder: Deprag

sowie den von Deprag gelieferten Turbinengenerator, sodass insgesamt der Wirkungsgrad erheblich gesteigert werden konnte. Der GET-Turbinengenerator wandelt die im Arbeitsfluid enthaltene Energie in Strom um und zwar wie folgt: Gas strömt in die Turbine ein, wird durch Düsen „entspannt“, beschleunigt, trifft auf das Turbinenrad und gibt dort seine Energie ab. Dessen kinetische Energie wird durch den Generator in elektrische Energie umgewandelt. In diesem System stellen Turbine und elektrischer Generator eine kompakte Einheit dar, denn sie besitzen eine gemeinsame Welle. Die Folge: Dreht sich die Turbine, dreht

sich auch der Rotor des Generators. Der Turbinengenerator ist in den Baugrößen 5 kW, 30 kW, 60 kW, 120 kW und 175 kW erhältlich und wird individuell für den jeweiligen Prozess konfiguriert. Zur strömungsmechanischen Auslegung und Konstruktion des Turbinengenerators ist es nämlich notwendig, die spezifischen Prozessparameter zu definieren: Art des Mediums, Eingangs- und Ausgangsdruck, Massenstrom sowie Eingangs- und Ausgangstemperatur. Zudem benötigen die Fachleute eine genaue Anwendungs- und Prozessbeschreibung. Das eigens entwickelte Turbinenberechnungsmodell un-

Für unterschiedliche Medien ausgelegt terstützt die Ingenieure bei der Auslegung. Das Tool ist mit einer Stoffdatenbank verknüpft, um für unterschiedlichste Arbeitsfluide die entsprechenden Fluideigenschaften bei gegebenen Betriebspunkten zu ermitteln. Des Weiteren sind verschiedene Verlustmodelle in der Software integriert, die durch Messungen validiert worden sind. Dadurch ist es möglich, die Geometrie der strömungsführenden Bauteile exakt festzulegen. Das Berechnungstool wurde immer wieder angepasst und verbessert, sodass die Leistungskenndaten sehr schnell und effizient ermittelt werden können. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Zeitund Kostenersparnis. Mit dem Turbinenberechnungsmodell sind

Fortsetzung von Seite 25 Die Entwickler konnten im Labor bereits eine Reduzierung der Reibung um circa 20 Prozent erreichen. Doch das ist nicht alles: Das am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelte und erprobte Verfahren macht zudem hochgiftige, Wasser verunreinigende Antifouling-Beschichtungen zur Abwehr von Algenbefall bei gleichbleibendem Effekt überflüssig. Darüber hinaus beugt die abschirmende Wirkung der Lufthülle der Korrosion vor - beides Themen, die nicht nur in der Schifffahrt von Bedeutung sind. Man denke nur an Gebäude oder technische Infrastrukturen, wie zum Beispiel Offshoreplattformen, die im oder am Wasser genutzt werden. Zurück zur Schifffarhrt: Dank der umweltfreundlichen AircoatingBeschichtung verringern sich

Der GET-Turbinengenerator ist in einem offenen und geschlossenen Prozess einsatzbar und kann für unterschiedliche Medien wie CO2 oder Kältemittel ausgelegt werden. Bei der ORC-Versuchsanlage in Bayreuth wird beispielsweise MM aus der Gruppe der Siloxane verdampft. Dr.-Ing. Rolf Pfeiffer, geschäftsführender Gesellschafter bei Deprag, betont: „Unser Rückgewinnungssystem lässt sich für eine Vielzahl von Anwendungen einsetzen, um direkt Prozessgase zu verstromen oder durch Integration unserer GET-Einheit in einen ORC-Prozess indirekt ungenutzte Abwärme zu verwerten.“ Auf dem Bild die Kooperationspartner: Tobias Popp, M.Eng. (KoKWK), Dr.-Ing. Rolf Pfeiffer (DEPRAG), Sebastian Kutzner, B.Sc. (ZET), J. Müller, B.Eng. (KoKWK), Dr. Andreas Obermeier (ZET), Dipl.-Ing. (FH) Josef Hauer (DEPRAG) und Prof. Dr. Andreas P. Weiß (KoKWK).

nicht nur strömungsmechanische Auslegungen von einstufigen Axialturbinen möglich. Es können auch zweistufige Axialturbinen sogenannte Curtis-Turbinen sowie Cantilever-Turbinen berechnet werden. Der GET-Turbinengenerator ist sowohl in einem offenen als auch in einem geschlossenen Prozess einsetzbar. Er kann für verschiedene Medien wie z.B. Druckluft, Erdgas, CO2, Stickstoff, Cyclopentan oder Kältemittel wie R245fa, R134a und Ähnliche ausgelegt werden. In der Folge ist die Energierückgewinnung in weiteren Anwendungsbereichen denkbar. Beim Transport von Erdgas über Tausende Kilometer bestehen beispielsweise zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für derartige Lösungen. Die besondere Herausforderung ist dabei, den hohen Anforderungen im EX-Schutz und diversen Zulassungsbestimmungen nachzukommen. Diese Richtlinien wurden 2017 erstmals erfüllt. Die Green Energy Turbine kann so beispielsweise in Gasverteilungsstationen von Stadtwerken eingesetzt werden: Das Gas wird dabei nach dem Transport in den Pipelines auf einen niedrigeren Druck entspannt. Bei der Transformation von Drücken wandelt der Expander wertvolle Energie in elektrischen Strom um.

Lernen von der Natur: Die Aircoating-Technologie kopiert die Technik des Schwimmfarns, um daraus elastische Kacheln und Folien herzustellen, welche anschließend auf den Schiffsrumpf angebracht werden können. Sie schirmen die Schiffsoberfläche vom Kontakt mit Wasser ab, was zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Bilder: Patentpool

außerdem der Reibungswiderstand und die Bremswirkung, die aufgrund von zersetztem Metall und der Anhaftung von Meeresorganismen am Schiffsrumpf entstehen. Weitere Vorteile, neben dem reduzierten Energieaufwand,

Die Wärmeenergie kann jedoch auch von natürlichen Vorkommen (Geothermie) stammen. Hierbei wird die kostenlose Wärme des Thermalwassers, welches mit 100 bis 180 Grad Celsius aus der Tiefe kommt, über Wärmetauscher in den ORC-Kreisprozess eingekoppelt. Die Restwärme wird meist noch in ein Fernwärmenetz eingespeist, bevor das Thermalwasser über eine weitere Bohrung wieder zurück in die Erde geschickt wird. Aber auch Wärmequellen von stationären Anwendungen (BHKWs, Schiffsmotoren, usw.) können in einem ORC-Prozess genutzt werden. Grundsätzlich eignet sich jeder Verbrennungsmotor für die zusätzliche Verwendung von Turbinen, denn selbst ein sehr effizient arbeitender Verbrennungsmotor kann nur rund ein Drittel der Energie, die im Kraftstoff steckt, in mechanische Arbeit umsetzen. Die verbleibenden 60 Prozent gehen dagegen als Abwärme im Abgas und im Kühlwasser verloren. Ein Ansatz besteht darin, diese thermische Energie auf der Grundlage eines Kreisprozesses zu nutzen. Hierbei stellt der Turbinengenerator eine Schlüsselkomponente dar. Durch die gewonnene elektrische Leistung können andere Verbraucher versorgt und der Gesamtwirkungsgrad verbessert werden. www.deprag.com

bilden eine kostengünstige Produktion, niedrigere Wartungsaufwände und eine insgesamt kurze Amortisierungszeit der Folierung. Unter anderem mit dem notwendigen Kapital unterstützt wurden die Spezialisten des KIT bei der Entwicklung übrigens von der Patentpool Group unter der Leitung von Dr. jur. Heiner Pollert in München: „Mit Aircoating beteiligen wir uns an einem Projekt, das die globale Schifffahrt durch große Treibstoffeinsparungen und verminderte Emissionswerte sehr viel umweltfreundlicher macht. Auf das Gesamtproblem des Klimawandels ist dies zwar nur eine kleine Antwort - eine flächendeckende Etablierung der Technologie verspricht jedoch die langfristige Verbindung von ökologischem Fortschritt mit wirtschaftlichem Erfolg.“ www.patentpool.de www.aircoating-technologies.com


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Druckluftlecks mit Ultraschall erkennen Druckluft ist zu teuer, als dass man sie sinnlos verschwendet Druckluft ist ein teurer Energieträger, und dennoch haben - wie das US-Energieministerium festgestellt hat - mehr als 50 Prozent aller Druckluftsysteme Probleme hinsichtlich ihrer Energieeffizienz. Experten für Kompressoren schätzen, dass bis zu 30 Prozent der erzeugten Druckluft durch Undichtigkeiten im Druckluftsystem verloren gehen - entsprechend hoch sind die Kosten, die damit einhergehen. Grund genug, diese Leckagen endlich in den Griff zu bekommen. Die Druckluftleckageuntersuchung mithilfe von Ultraschall ist hierbei eine wertvolle Hilfe. Die Einführung eines Programms zum Umgang mit einer Druckluftleckage ist laut dem Luft- und Körperschallmessinstrumentenhersteller UE Systems eine wirtschaftliche und effektive Möglichkeit, die Effizienz eines Druckluftsystems zu verbessern. Ein solches Programm dient zum Erkennen und Reparieren von Druckluftlecks, bevor sie zu einem großen Problem werden. So lassen sich Zeit, Geld und Energie einsparen. Bei dem luftübertragenden Ultraschall ist die Ortung von Druckluftund Druckgaslecks die am weitesten verbreitete Anwendung. Jüngste Fortschritte bei den Ultraschallüberwachungsgeräten ermöglichen dabei sogar die monetäre Quantifizierung der Druckluftleckagen. Eine effektive Ultraschall-Druckluftleckuntersuchung konzentriert sich dabei auf folgende Schlüsselfaktoren: Bewertung, Erkennung, Identifikation, Verfolgung, Reparatur, Überprüfung und Neubewertung. Auf diese Weise lässt sich bei einer typischen Produktionsanlage der Energieverbrauch im Bereich der Druckluft um etwa 10 bis 20 Prozent reduzieren, betonen die Experten von UE Systems.

Ultraschallgerät auswählen Und so funktioniert es in der Praxis: Für die Ultraschall-Leckagesuche ist ein Ultraschallgerät mit Frequenzabstimmungsfunktion sinnvoll. Die empfohlene Frequenzeinstellung beträgt 40 kHz. Bei Ultraschallgeräten, die auf einer festen Frequenz arbeiten oder bei denen die Frequenzabstimmung nicht zur Verfügung steht, sind die Geräte normalerweise werkseitig fest auf 38 kHz eingestellt. Es gibt verschiedene hochfrequente Schallquellen, die diese Ultraschallgeräte erkennen. Für die Erkennung von Druckluft- und Druckgaslecks ist der Ursprung des Ultraschalls die Turbulenz. Sie entsteht, wenn ein komprimiertes Gas in einem Rohr oder Gefäß durch kleinste Schlitze oder Öffnung mit Druck in die Atmosphäre austritt. Turbulenzen entstehen aber auch bei einsaugender Luft, also bei Vakuumleckagen. Bei Vakuumlecks liegt allerdings ein geringeres Ultraschallgeräusch vor, da der größte Teil der Turbulenz im Inneren des Gehäuses oder der Rohrleitung liegt. Daher ist es schwieriger, Vakuumlecks mit Ultraschall zu finden als eine Leckage, die in die Atmosphäre austritt - möglich ist es aber dennoch und zwar wenn

Es wurden mehrere unabhängige Studien durchgeführt, in denen ein UltraschallLeckageinspektionsbericht mit den tatsächlichen Energieeinsparungen verglichen wurde. Dabei wurde festgestellt, dass eine Ultraschall-Leckuntersuchung von den Kosten her betrachtet bei gerade einmal 20 Prozent der Einsparungen liegt, wenn die Druckluftleckagen beseitigt werden.

genügend turbulentes Ultraschallgeräusch vorhanden ist und gegebenenfalls spezielle Sensoren verwendet werden.

Grob-zu-fein-Methode Beim Scannen nach Druckluftleckagen in der Anlage ist zu beachten, dass hochfrequente Töne (Ultraschall) sehr energiearm, also intensitätsarm sind. Aufgrund der geringen Energie kann der Schall keine festen Oberflächen durchdringen, sondern er wird von festen Oberflächen reflektiert. Deshalb ist es wichtig, mit dem Ultraschallgerät in alle Richtungen zu scannen und gleichzeitig die Empfindlichkeit einzustellen. Diese Vorgehensweise ist notwendig, um den genauen Ort des Lecks zu bestimmen. Wenn grob die Richtung des Druckluftlecks lokalisiert wurde, kommt die Fokussiersonde zum Einsatz. Sie wird über das am Messgerät angeschlossene Scanning-Modul aufgesetzt, um den Scanbereich zu fokussieren und somit den Ort der Leckage genau zu bestimmen. Diese Methode der Druckluftleckerkennung mit Ultraschall wird als Grob-zu-fein-Methode bezeichnet.

Erstellen einer Inspektionsroute Es wird empfohlen, vor der Inspektion einen Rundgang durchzuführen. Der Prüfer sollte dies nutzen, um herauszufinden, in welchen Bereichen oder Zonen Druckluft verwendet wird. Ebenso sind Pläne über die Verlegung der Druckluftleitungen ein gutes Hilfs-

mittel bei der ersten Sichtung dieser Bereiche. Notieren sollte man sich ferner alle Sicherheitsgefahren und Zonen, in denen der Zugang zu dem Messpunkt schwierig und die Verwendung von Leitern oder zusätzlicher PSA notwendig ist. Außerdem benötigt man in vielen Fällen auch einen Zugang zu verschlossenen Bereichen. Auch alle offensichtlichen Anzeichen für „Druckluftmissbrauch“, wie z.B. das Reinigen der Kleidung mit Druckluft, sowie mögliche Leckagestellen und unsachgemäße Rohrleitungsinstallationen sollte man vermerken. Das Wissen über mögliche Leckagen oder produktionsbedingte Verwendung der Druckluft (z.B. zum Bewegen von Teilen, Produkten, Luftmessern usw.) hilft dem Prüfer dabei, sich darüber bewusst zu sein, woher die Geräusche kommen beziehungsweise, wo deren Ursprung ist. Ein mögliches Ziel einer Druckluftinspektion könnte beispielsweise sein, Bereiche oder Anwendungen zu finden, in denen Druckluft missbräuchlich oder nicht effizient genutzt wird. In einem zweiten Schritt kann man dann nach Alternativen zur Verwendung von kostspieliger Druckluft suchen. Ebenso muss überlegt werden, welche Art von Leckagen mit Ultraschall gesucht und erkannt werden sollen, wie etwa Lecks in DruckgasDruckluftoder systemen, Vakuumlecks oder Kältemittellecks. Es empfiehlt sich, nach dem Durchgang einen Bereich nach dem anderen auszuwählen, um ihn dann zu inspizieren.

Los geht’s beim Kompressor Aus Gründen der Einheitlichkeit ist es sinnvoll, mit dem Kompressor oder der Zufuhrseite zu beginnen und dann über die Verteilerleitungen zu den Bereichen zu gehen, in denen die Druckluft verwendet wird. Nachdem die Druckluftleckagen mit dem Ultraschallgerät gefunden wurden, sollte ein Markierungssystem (z.B. Etiketten) vorhanden sein, um die Leckagen markieren zu können. Das Etikett sollte die Möglichkeit bieten, nachdem der Ort des Lecks bestätigt wurde, die Nummer des Lecks, den Druck, die Art des Gases, eine kurze Beschreibung der Leckagestelle und den Dezibelwert des Lecks, der auf dem Ultraschallgerät angezeigt wurde, vermerken zu können. Die Kosten des Lecks, die mit entsprechender Software dargestellt

Eine erfolgreiche Druckluftleckageprüfung hängt davon ab, ob das richtige Ultraschallmessgerät für die Anforderungen der Prüfung verwendet wird, das Personal entsprechend geschult ist und eine detaillierte Planung der Inspektion durch einen ersten Rundgang gemacht wurde. Die Dokumentation der Lecks und der damit verbundenen Leckagekosten und die Reparatur sind die nächsten Schritte. Bilder: UE Systems

werden können, sind sehr hilfreich, um ein Bewusstsein für die Kosten von Druckluft- oder Druckgasleckagen zu schaffen. Neben der Reparatur des Druckluftlecks hängt der Erfolg der derartigen Druckluftleckagenuntersuchung weitestgehend von der Berichterstattung und der Dokumentation dieser Ergebnisse ab.

Dokumentation und Berichterstattung Zu Dokumentationszwecken gibt es beispielsweise die Leak Survey App von UE Systems, die für iOSund Androidsysteme verfügbar ist. Diese App ermöglicht dem Prüfer laut Hersteller eine einfache Dokumentation der Druckluftund Druckgaslecks sowie der Darstellung der damit verbundenen Kosten. Bei der Darstellung der Kosten und des LPM-Verlusts (Liter

pro Minute) der Druckluft- oder Druckgaslecks ist zu beachten, dass dies überschlagene Kosten sind. Diese Kosten basieren auf dem Dezibelwert, den Kosten pro Kilowattstunde Strom und dem Druck an der Leckagestelle. Idealerweise ist der Druck an der Leckagestelle zu verwenden, schließlich kann es sein, dass dort, wo die Leckage auftritt, der Druck des Kompressors (beispielsweise 8 bar) auf 5 oder 4 bar heruntergeregelt ist. Mithilfe eines Manometers lässt sich der tatsächliche Druck bestimmen oder man zieht eine Person zurate, die mit dem Druckluftsystem vertraut ist. Für Spezialgase wie z.B. Helium, Stickstoff oder Argon basieren die Kosten der Leckagen ebenfalls auf den Dezibelwerten, den Drücken und den Kosten der Gase in Euro pro tausend Liter. www.uesystems.eu


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Return on Investment: Null Jahre Dezentrale Kraftwerke für Unternehmen senken vom ersten Tag an die Energiekosten „Die Energieversorgung der Zukunft wird von Unternehmen bestimmt, die rechnen können“, ist Mario Münch, Inhaber und Geschäftsführer von Münch Energie, einem der größten dezentralen Energieversorger Deutschlands, überzeugt. „Dezentral erzeugte Energie, beispielsweise über Photovoltaik, ist deutlich günstiger, sicherer und nachhaltiger als der Strom aus dem Netz“, so Münch weiter. Und er muss es wissen, denn sein Unternehmen baut dezentrale Kraftwerke für Unternehmen, die, wie er betont, vom ersten Tag an deutlich die Energiekosten senken. Innovativ ist dabei die Verbindung von ökologischer Energieerzeugung über Photovoltaik und Blockheizkraftwerk mit vielfältigen dezentralen Speichermöglichkeiten direkt im Unternehmen und einer smarten, digitalen Steuerung des Systems. Wie sich Nachhaltigkeit und umweltbewusste Prozesse im Wettbewerb auswirken, zeigt sich exemplarisch in der Textilbranche, wo insbesondere der Mittelstand mit der EEG-Umlage und den hohen Strompreisen zu kämpfen hat. Deshalb suchte beispielsweise die Textilveredelung Drechsel GmbH aus dem oberfränkischen Selb nach Alternativen; Alternativen, die gleichzeitig einen fairen Weg zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit darstellen sollten. Sie setzen deshalb auf ein nachhaltiges Energiekonzept.

Formalitäten mit der Bundesnetzagentur und der Kommunikation mit den lokalen Stromanbietern. Die Energiebilanz des Textilveredlers jedenfalls sieht heute gut aus. Beim Strom liegt der CO2Footprint des Unternehmens bei null.

Ohne Verletzung der Dachhaut

Strom für den Eigenverbrauch Seit 2017 arbeitet eine Photovoltaikanlage auf dem Firmengelände von Drechsel. Sie erzeugt Strom für den Eigenverbrauch. „Das ist unser Beitrag für eine lokale Energieerzeugung und die Vermeidung von Monstertrassen durch unsere Region. Außerdem kompensieren wir so einen Teil der Aufwendungen für die EEG-Umlage“, betont Bernd Drechsel, Geschäftsführer der Drechsel GmbH. Er ergänzt: „Nachhaltige Energie, die möglichst sparsam eingesetzt wird, ist ein wesentliches Element unseres ganzheitlichen Energiemanagements. Und das reicht von der Beleuchtung über LEDLampen, konsequente Wärmerückgewinnung bis zu energieeffizienten Motoren und der kontinuierlichen Optimierung aller Veredlungsprozesse.“ Die Photovoltaikanlage von Münch Energie „senkt unsere Energiekosten vom ersten Tag an. Wir können unsere Kosten besser planen und wir dokumentieren damit, dass wir ökologisch und sozial verantwortlich handeln.

„Dezentral erzeugte Energie, z.B. über Photovoltaik, ist deutlich günstiger, sicherer und nachhaltiger als der Strom aus dem Netz“, betont Mario Münch, Inhaber und Geschäftsführer von Münch Energie. Er ergänzt: „Das ist unsere Antwort für einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle, wir vermeiden Monster-Stromtrassen von Nord- nach Süddeutschland und werden einen wesentlichen Beitrag zur Elektromobilität leisten.“

Die entsprechende Zertifizierung ist ein wichtiges Argument im Kundengespräch“, bestätigt Drechsel

Auch für Flachdächer Er erklärt den Projektablauf: „Münch Energie hat uns ein schlüsselfertiges Konzept präsentiert, bei dem unsere individuellen Anforderungen und ein intelligenter Energiemix im Fokus stehen.“ Das bedeutet: Die Energiespezialisten haben sich um alles gekümmert: vom Bauantrag über das technische Konzept und dessen Umsetzung bis zu den

Münch Energie wurde im Jahr 2004 gegründet und hat heute 75 Mitarbeiter. Zu den Kunden gehören energieintensive Unternehmen in ganz Europa. Sitz des Energieversorgers ist das oberfränkische Rugendorf. Münch Energie wurde für sein nachhaltiges Engagement mehrfach ausgezeichnet, u.a. als innovativstes bayerisches Familienunternehmen. 2018 erhielt Münch Energie den Green Product Award. Bilder: Münch

Münch Energie nutzt in der Regel vorhandene Dachflächen zur Energiegewinnung durch Photovoltaik. Dafür haben sie ein spezielles, patentiertes Halterungssystem entwickelt, das die sichere Montage der Anlage ermöglicht, ohne die Dachhaut zu verletzen. Als Energiespeicher werden neben klassischen Batterien auch unkonventionelle Speichermöglichkeiten genutzt wie Druckluft, die Antriebstechnik von Hubwagen oder Wasserbecken. Die digitale Steuerung legt, abhängig von der Wettervorschau, fest, wann Energie sofort verbraucht oder in den unterschiedlichsten Speichern abgelegt werden sollte. Auf diese Weise können Unternehmen energieautark werden. Und so funktioniert es: Mit der „Münch Energie Intelligenz“ wird auf Basis einer 16-tägigen Wettervorhersage und Wolkenbildern möglichst viel günstige Energie vor Ort mit Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken erzeugt. Der stark schwankende Energiefluss wird dann nicht nur einfach in Batterien zwischengespeichert, sondern intelligent und digital mit anderen Sektoren gekoppelt.

Druckluft und Stapler als Stromspeicher Praxisbeispiele von Münch Energie verdeutlichen dies: Bei Sägewerken wird in der Mittagspause der günstige Sonnenstrom nicht ins Netz eingespeist, sondern sofort mit Kompressoren in Druckluft umgewandelt. In Rohrleitungsnetzen und großen Druckluftspeichern wird die Energie dann für den Bedarf nach der Mittagspause bevorratet. In Bürogebäuden hingegen wird über Wärmepumpen für bis zu drei Tage im Voraus günstige Wärme erzeugt und in Warmwasserspeichern abgelegt. Große Wasserversorgungsunternehmen wiederum erhöhen bei Sonnenschein die Pumpenlei-

Das Carport-Projekt wurde in der Zwischenzeit verwirklicht und ermöglicht ein V2H bzw. V2G. Für die Mitarbeiter bedeutet dies über 4.000 steuerfreie Euro mehr pro Jahr.

stung und nutzen so die bestehenden Hochbehälter als „Pufferbatterie“. Oder Logistikunternehmen: Sie verwenden selbst erzeugten Strom beispielsweise für ihre Staplerflotte und können so mit jedem Elektrostapler - im Vergleich zu einem Dieselstapler über 4.000 Euro jährlich an Treibstoffkosten sparen, so Münch. Die Staplerbatterie wird damit zu einem Baustein im flexiblen Energiespeichersystem.

Das Gesamtenergiekonzept stimmt Diese firmenindividuelle Komplettlösung hat Münch Energie nicht nur im eigenen Betrieb umgesetzt, sondern auch bei zahlreichen deutschen Unternehmen wie dem Baur Versand in Burgkunstadt, Kaeser Kompressoren in Coburg oder der Fernwasserversorgung Oberfranken in Kronach. Wie ein Unternehmen heute mit Energiegewinnung, -nutzung und -verbrauch umgeht, wird mehr und mehr zum Wettbewerbsfaktor. Im Lebensmitteleinzelhandel dient die günstige Energie sogar der Kundenbindung. Beispiel: die BiomarktKette Denn’s.

Kostenlose Ladestation Im Rahmen eines Gesamtenergiekonzeptes wird in neuen denn’s Märkten in Deutschland günstige Energie vor Ort erzeugt. Zum ganzheitlichen Konzept gehört auch eine für den Kunden kostenfreie Ladeinfrastruktur für Elektromobile auf dem Parkplatz. Der ökologisch bewusste Kunde hat die Wahl, mit seinem Elektroauto zu einem konventionellen Lebensmittelhändler zu fahren oder zu denn’s, wo er auch noch kostenfrei Strom tanken kann. Das Zusatzangebot steigert die Frequenz und Verweildauer in den Märkten. Das dezentrale Energiekonzept ist, so Münch, auch noch deutlich günstiger als die Energie von den bisherigen Energieversorgern. Bei einem Return on Investment von null Jahren rechnet es sich für

Unternehmen bereits vom ersten Tag an. Sind die Anlagen nach zehn Jahren abgeschrieben, fallen die Energiekosten noch einmal kräftig - auf einen Bruchteil der vergleichbaren Stromkosten aus dem Netz. Und wenn dann noch der firmeneigene Fuhrpark mit Elektroautos bestückt und in das intelligente Energiesystem einbezogen wird, dann ist auch die Mobilität konkurrenzlos günstig.

V2H und V2G Das oberfränkische Energieversorgungsunternehmen Münch Energie setzt im eigenen Umfeld sogar die Vision von V2H (Vehicle to Home) bzw. V2G (Vehicle to Grid) bereits konkret um. Was heißt das? Im Durchschnitt steht ein Elektroauto mehr als 20 Stunden des Tages einfach nur herum. Diese Zeit kann besser genutzt werden, z.B. indem das Elektromobil zum temporären Batteriespeicher wird. Die so gespeicherte Energie kann wieder ins Stromnetz (V2G) bzw. in das Energiesystem des Eigenheims (V2H) eingespeist werden.

Tanken für 14 Cent pro Liter In der Praxis bedeutet dies: Bei Münch können die Mitarbeiter ihre Elektrofahrzeuge während der Arbeitszeit mit günstigem Strom betanken - für umgerechnet 14 Cent pro Liter. Durch bidirektionale Ladetechnologie kann der Mitarbeiter diesen Strom aus dem Fahrzeugspeicher dann auch zu Hause nutzen, d.h. in seine heimische Energieinfrastruktur einspeisen, und damit u.a. seine Heizkosten deutlich senken. Bei konsequenter Umsetzung bedeutet das: Benzinpreise achteln, Heiz- und Stromkosten zu Hause vierteln. Das summiert sich laut Mario Münch für den Mitarbeiter auf über 4.000 steuerfreie Euro im Jahr - ohne einen Cent Mehrausgaben für sein Unternehmen. Und für Umwelt und Klimaschutz ermöglicht das eine emissionsfreie Zukunft. www.muench-energie.de


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Platzsparende Werkstattlösung Kompaktstationen von Kaeser zur Drucklufterzeugung (nicht nur) für Werkstätten Das Herzstück der Kompaktstationen i.Comp 8 und 9 ist das Antriebskonzept, das laut Hersteller eine Vielzahl von Vorteilen mit sich bringt. Die Kolbenkompressoren wurden z.B. so konzipiert, dass sie bedarfsgerecht sowie geräuscharm, energie- und kostensparend die Leistung bringen, um den angeforderten Druckluftbedarf stufenlos zu decken, aber auch dauerlauffähig sind. Mit einem Volumenstrom von 412 bis 580 Litern pro Minute eignen sich die Kompressoren der i.Comp-Serie von Kaeser für zahlreiche Applikationen im Handwerk und in der Industrie.

Der konstante Druck liegt bei bis zu 11 bar. Unter dem korrosionsfreien, schallisolierten und schlagfesten Gehäuse verbirgt sich eine komplette moderne Druckluftstation, bestehend aus dem Kom-

pressorblock und einem Kältetrockner. Mit dieser Ausstattung liefert der i.Comp ölfrei verdichtete Druckluft. Es gelangt also kein Öl in die komprimierte Luft. In der Folge entsteht auch kein ölbelastetes Kondensat, das aufwendig entsorgt werden müsste. Auch Ölwechsel und Ölkontrolle fallen weg, was insgesamt niedrige Servicekosten mit sich bringt. Eine Besonderheit ist, dass die zu verdichtende Luft durch den Kolbenboden angesaugt wird. Das sorgt laut Hersteller für einen besonders guten Füllgrad und damit

Die drehzahlgeregelten und geräuscharmen Kompressoren i.Comp lassen sich in der stationären Tower-Version in Werkstätten, aber auch in anderen Bereichen einsetzen. Bild: Kaeser

verbunden für eine hohe Effizienz. Für die Steuerung ist eine Sigma Control 2 zuständig. Sie ermöglicht eine Druckvorwahl und stufenlose Drehzahlvariationen. Außerdem lässt sie sich an eine maschinen-

übergreifende Steuerung, wie z.B den Sigma Air Manager 4.0 anbinden. Die Kompaktstationen i.Comp 8 und 9 wurden speziell für den Werkstatteinsatz entwickelt. www.kaeser.com

Boge feiert sich auf der Comvac in Hannover Druckluftexperte zeigt Jubiläumsedition der Schraubenkompressorreihe S-4 Seit 111 Jahren ist das Unternehmen Boge aktiv. Passend zu diesem Firmenjubiläum gibt es nun eine limitierte Edition S 111-4 des Schraubenkompressors aus der S-Baureihe. Dieser Kompressor, der sich unter anderem durch seine Energieeffizienz und seine Optik auszeichnet, ist allerdings nicht die einzige Neuheit, die es auf der Comvac im Rahmen der Hannover Messe bei Boge zu sehen gibt. Zu sehen sein wird der auch optisch auffällig gestaltete Kompressor erstmals im April am Stand B56 in Halle 26 im Rahmen der Comvac. Für Aufmerksamkeit am Messestand in Hannover dürfte aber auch der kompakte Schraubenkompressor C-2 sorgen. Er ist laut Hersteller sowohl für Behälter- als auch Bodenmontage geeignet, wartungsfreundlich sowie schallreduziert. Der kompakte Schraubenkompressor C-2 ist sowohl für die Behälter- als auch die Bodenmontage geeignet.

111 Jahre Boge

„Passend zu unserem Unternehmensgeburtstag präsentieren wir eine limitierte Edition S 111-4 unseres Schraubenkompressors aus der populären S-Baureihe“, freut sich der Geschäftsführer Thorsten Meier und ergänzt: „Dieser ist wie gewohnt durchdacht bis ins Detail und als Jubiläumsmaschine mit besonderen Features ausgestattet.“

Einen niedrigen Energiebedarf durch einen hohen Wirkungsgrad verspricht auch der Turbokompressor LPT 150. Er arbeitet mit einem ölfreien Verdichtungsprinzip, basierend auf einer luftgelagerten Antriebswelle und kombiniert mit einem Permanentmagnetmotor. Die Containerlösung Blueprotect, ebenfalls in Hannover zu sehen,

Optisch fällt die Jubiläumsedition des S-4 auf. Bilder: Boge

Das neue System Blueprotect sorgt für einen umweltschonenden Schutz vor Schädlingen bei der Getreidelagerung.

ist für Silobetreiber gedacht: Stickstoff aus der Umgebungsluft verdrängt bei diesem System im Silo den Sauerstoff und entzieht so Schädlingen und Schimmelpilzen die Lebensgrundlage. Das gelagerte Getreide wird dadurch umweltschonend und ohne chemische Wirkstoffe geschützt. Die bekannte Fernüberwachung Boge Airstatus wurde nun ebenfalls deutlich erweitert und wird künftig unter dem Namen Boge Connect standardmäßig in größeren Anlagen angeboten. Die Steuerung Airtelligence Provis wurde außerdem um einige Ausstattungsmerkmale ergänzt. Die Weiterentwicklung Airtelligence Provis 3 verarbeitet nun eine unbegrenzte Anzahl von Maschinen und Komponenten. Außerdem wurde Boge Analytics integriert und die Steuerung bietet mit OPC UA ein offenes Datenformat. www.boge.de


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Druckluftaufbereitung ohne Kompromisse Beko Technologies mit Neuheiten in der Mess- und Katalysetechnik auf der Comvac Beko Technologies zeigt in Hannover nicht nur Neuheiten im Bereich der Mess- und Katalysetechnik, sondern das Neusser Unternehmen legt außerdem einen Fokus auf die individuellen Anforderungen und Bedürfnisse von Produzenten unterschiedlicher Branchen. „Mit flexiblen Lösungen sorgen wir dafür, dass diese immer mit der für ihren Prozess passenden Druckluftqualität arbeiten“, bestätigt Norbert Strack, einer der beiden Geschäftsführer. Neu von Beko Technologies ist beispielsweise der Metpoint MEQ, ein Gerät zum Erfassen und Virtualisieren von Daten, das eine zeitund ortsunabhängige Kontrolle von Anlagen- und Kompressordaten ermöglicht. Zu sehen sein wird auf der Messe in Hannover aber auch der Metpoint MCA, eine kleine mobile

Messeinheit. Sie basiert auf dem Messsystem zur Erfassung von Restölgehalt Metpoint OCV compact in Verbindung mit einem Metpoint BDL Datenlogger. Optional können Partikelzähler und Sensorik zur Erfassung von Durchfluss, Drucktaupunkt und Betriebsdruck ergänzt werden. „Unser Ziel ist es, Druckluft-

anwendungen durch unsere Messtechniklösungen noch transparenter zu machen und Produktionsleiter zu befähigen, fundiertere Entscheidungen zu treffen“, verdeutlicht Norbert Strack, einer der beiden Geschäftsführer. Außerdem hat das Unternehmen seine Lösung rund um die

Druckluft aus der Containerstation Erdölchemieunternehmen setzt auf besonders energiesparende Drucklufterzeugung Unimatic aus Hamburg, ein norddeutsches Unternehmen der Erdölchemie, nutzt nun eine DruckluftContainerstation mit drei drehzahlgeregelten Schraubenverdichtern und einer besonders energiesparenden Trocknerkombination. Thorsten Bockelmann, Technischer Direktor bei Unimatic, erklärt: „Diese Verdichter arbeiten über einen breiten Drehzahlbereich mit hohem Wirkungsgrad. Deshalb können gut jeweils zwei Verdichter mit Halblast laufen und bedarfsgerecht Druckluft erzeugen. Eine sonst übliche Kaskadierung ist nicht notwendig.“ Die Unimatic-Ingenieure entschieden sich für den Einsatz von drei drehzahlgeregelten Schraubenkompressoren vom Typ L 75 RS von Compair, die jeweils maximal 12 Kubikmeter Druckluft pro Minute erzeugen. Deren Verdichterstufe ist mit einem hocheffizienten Elektromotor ausgestattet. Außerdem kommt die vollelektronische Steuerung Delcos 3100 zum Einsatz. Sie sorgt für die Überwachung der Betriebsparameter und für den kontinuierlichen Abgleich von Bedarf und Liefermenge. Die Forderung, auch die Druckluftaufbereitung unter diesen Bedingungen so effektiv wie möglich zu gestalten, führte dazu, dass der Chemiebetrieb zu den ersten Anwendern der CDT-Drucklufttrockner von Compair gehört. Kälte- und Adsorptionstrockner sind in einem kompakten Gehäuse kombiniert und können wahlweise als reine Kältetrockner oder in Kombination mit der Adsorptionsstufe betrieben werden. Diese Wechselfunktion und die optimale regelungstechnische Abstimmung von Kälte- und Adsorptionstrocknung über die Regelgrößen Temperatur und Feuchtegehalt spart so viel Energie, dass sich die Anschaffungskosten schnell amortisieren, betonen die Spezialisten von Compair. Das untermauert auch eine Modellrechnung von Unimatic, nämlich ein Vergleich mit einem Schraubenkompressor mit Kältetrockner und nachgeschalteter Adsorptionstrocknung: „Die Qualität der Druckluft ist bei beiden identisch, die Liefermenge ebenfalls. Bei 8.000 Betriebsstunden und Stromkosten von zwölf Cent pro Kilowattstunde ergeben sich für den CDT-Hybridtrockner aufbereitungsspezifische Energiekosten von rund 6.100 Euro. Bei

Delcos 3100 sorgt für die Überwachung der Betriebsparameter. Bild: Compair

der Anlage mit separatem Kälteund Adsorptionstrockner sind es

12.200 Euro.“ Der Anwender spart also 50 Prozent Energie. Hinzu kommen die Energiekosten, die sich aus dem erhöhten Differenzdruck ergeben. Dieser ist mit 0,6 bar doppelt so hoch wie beim Hybridtrockner. „Das bedeutet eine weitere Energiekosteneinsparung von rund 2.500 Euro - und der finanzielle Mehraufwand bei der Anschaffung amortisiert sich innerhalb kurzer Zeit“, betonen die Experten von Unimatic. www.compair.de

Der neue Bekokat sorgt für eine ölfreie Druckluft mit einem Restölgehalt von 0,001 Milligramm pro Kubikmeter.

Bekokat-Katalysetechnik erweitert. Das Aufbereitungsverfahren, das sich für hochsensible Anwendungen wie die Lebensmitteloder Pharmaproduktion eignet, realisiert eine konstant ölfreie Druckluft mit einem maximalen Restölgehalt von 0,001 Milligramm pro Kubikmeter. Mit dem Bekokat CC-018 wird auf der Comvac ein kleineres Gerät für Durchflussleistungen von maximal 18 Kubikmetern vorgestellt. Es eignet sich zum Beispiel für Labore als Einstieg in die Katalysetechnik, wenn absolut ölfreie Druckluft bei einem kleinen Volumenstrom direkt an der Endanwendung erzeugt werden soll. „In vielen Branchen kommt es bei der Druckluft auf höchstmögliche Reinheit an, um einer Kontamination des Produktes zum Beispiel mit Restöldampf vorzubeugen. Daher haben wir für ölfreie Druckluft bei uns im Unternehmen ein eigenes Kompetenzfeld geschaffen“, verdeutlicht Strack. Auch im Bereich der Drucklufttrocknung gibt es eine Neuheit, nämlich den warmregenerierenden Adsorptionstrockner Ever-

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Vor allem bei sensiblen Gütern muss die pneumatische Förderung absolut risikofrei sein. Nur so bleiben Reinheit und Qualität erhalten. Aber nicht nur die Verschmutzung des Schüttguts, sondern auch eine Kontamination des gesamten Systems hätte fatale Folgen. Vertrauen Sie auf AERZEN Gebläse und Verdichter-Aggregate: ölfrei gemäß ISO 8573-1 (Ölfreiheit Klasse O), dazu äußerst robust und langlebig. AERZEN bietet Ihnen für jede Anwendung das richtige Produkt – drei Technologien, maximal zuverlässig. www.aerzen.com

dry, der ab sofort mit der neuen Option Sorbead ECO lieferbar ist. Durch Einsatz eines speziellen Trockenmittels benötigt dieser nun eine niedrigere Desorptionstemperatur. Der Hersteller verweist in diesem Zusammenhang auf einen um 10 bis 15 Prozent gesenkten Energieverbrauch des neuen Trockners. www.beko-technologies.com

„Unser Ziel ist es, Druckluftanwendungen durch unsere Messtechniklösungen noch transparenter zu machen und Produktionsleiter zu befähigen, fundiertere Entscheidungen zu treffen“, betont Norbert Strack, einer der beiden Geschäftsführer. Bilder: Beko

HALLE 26, STAND E12


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Neue BaugrĂśĂ&#x;e bei den E-Kompressoren Die Modellreihe Delta Screw von Aerzen umfasst jetzt sieben Varianten Die Schraubenverdichtergeneration Delta Screw, eine E-Kompressorbaureihe von Aerzen, wurde um das Verdichteraggregat VM 100 erweitert. Damit sind es nun sieben Modellvarianten. Das neue Aggregat, das auf der Comvac 2019, der internationalen Leitmesse fĂźr Druckluft- und Vakuumtechnik in Hannover zum ersten Mal zu sehen sein wird, zeichnet sich laut Hersteller durch seine Effizienz im oberen Volumenstrombereich und durch die integrierte elektrische SchallhaubenlĂźfter aus. Mit der Neuentwicklung des VM 100 reagiert Aerzen nach eigenen Angaben auf bedarfsspezifische Anforderungen im Niederdruckbereich und die wachsenden AnsprĂźche an leistungsfähige Geräte. Der neue Verdichtertyp ist fĂźr einen Volumenstrombereich von 1.500 bis 7.620 Kubikmeter in der Stunde konzipiert. Er erreicht einen maximalen Differenzdruck von 3,5 bar. Damit umfasst die Produktpalette der E-Kompressoren jetzt sieben BaugrĂśĂ&#x;en im Volumenstrom-

bereich von 330 bis 7.620 Kubikmeter in der Stunde und Antriebsleistungen von 30 kW bis 630 kW. Alle Schraubenverdichter der Klasse E punkten nach Angaben des Herstellers mit ihrer Energiebilanz. â&#x20AC;&#x17E;Effizienz plusâ&#x20AC;&#x153; nennt Aerzen das Konzept aus Leistungsoptimierung und Ressourcennutzung, Rentabilität und Flexibilität. Mit einer Einsparung von bis zu sechs Prozent Energiekosten Ăźber eine Betriebszeit von zehn Jahren sei das Investitionsvolumen nahezu gedeckt.

Zum Einsatz kommen strĂśmungsoptimierte Ansaugkanäle. Sie sollen den Druckverlust deutlich reduzieren, betonen die Entwickler. Durch die Zufuhr kĂźhler AuĂ&#x;enluft direkt in den Ansaugfilter soll eine weitere Leistungsverbesserung erreicht werden. Wie alle Geräte der Reihe verfĂźgt der VM 100 Ăźber eine Schallhaube mit innen liegenden Zuund Abluftkulissen, was die kompakte Bauform begĂźnstigt. Das patentierte Prinzip des verbauten Reflexionsschalldämpfers schĂźtzt auĂ&#x;erdem vor Verunreinigungen

Eine Besonderheit des neuen Modelltyps VM 100 ist der bereits integrierte Schallhaubenlßfter. Neu ist auch die platzsparende horizontale Position des Druckschalldämpfers. Bild: Aerzen

und sorgt fĂźr Prozesssicherheit Ăźber die gesamte Lebensdauer der Anlage hinweg. Zum Einsatz kommt eine Ăśl- und absorptionsmittelfreie Drucklufttechnologie: Die Ă&#x2013;lfreiheit ist gemäĂ&#x; ISO 85731/Klasse 0 zertifiziert.

Gesteuert werden die Geräte mithilfe der AER-tronic-Software. Ă&#x153;ber das integrierte Panel lassen sich der Ansaug-, End- und Ă&#x2013;ldruck sowie die End- und Ă&#x2013;ltemperatur Ăźberwachen. www.aerzen.com

Druckluft nur nach Verbrauch bezahlen Aus fixen Kosten werden variable Posten in Abhängigkeit von der Produktionsmenge Bei einer Druckluftstation fallen in aller Regel Investitions-, Wartungs- und sonstige Servicekosten an. Und diese Kosten sind erst einmal fix. Anders bei der Pay-per-Use-LĂśsung des Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader. Hier werden aus fixen Druckluftkosten variable, von der Produktionsmenge abhängige Kosten. Bezahlt wird nämlich nur der tatsächliche Druckluftverbrauch, der anhand real gemessener Werte erfasst wird. Dieses Bezahlmodell wird im Ă&#x153;brigen unabhängig von der Wahl des Kompressorenherstellers angeboten. Mit der Pay-per-Use-LĂśsung von Mader wird Druckluft zu einem direkt von der Produktionsmenge abhängigen Budgetposten, was besonders GeschäftsfĂźhrer und Controller Ăźberzeugen dĂźrfte. Doch auch Umwelt- und Energiemanagementbeauftragte kĂśnnten von der Transparenz in Sachen Druckluftverbrauch und den leicht zugänglichen Informationen fĂźr das eigene Audit-Berichtswesen profitieren. FĂźr Instandhaltungsleiter dĂźrften hingegen die Versorgungssicherheit im Druckluftbereich und der vergleichbar geringe Aufwand mit der Druckluftanlage von Bedeutung sein. Kurzum: Eine derartige Pay-per-UseLĂśsung bietet allerlei Vorteile.

â&#x20AC;&#x17E;Druckluft wird zukĂźnftig pro Kubikmeter bezahlt, der Kunde muss sich bis zu sechs Jahre lang um nichts mehr kĂźmmern, hohe Investitionen entfallen komplettâ&#x20AC;&#x153;, erklärt Peter Maier, geschäftsfĂźhrender Gesellschafter bei Mader, das Konzept. Und er verweist auf einen Aspekt, der das Angebot von Mader von vielen anderen unterscheidet, nämlich die Herstellerunabhängigkeit. â&#x20AC;&#x17E;Wir agieren markenunabhängig und bieten unserem Kunden die Kompressorstation an, die am besten zu seinem Bedarf passtâ&#x20AC;&#x153;, ist Maier Ăźberzeugt. DarĂźber hinaus gibt es, so Maier, keine monatlichen Mindestabnahmemengen und die Abrechnung basiere auf real gemessenen Werten. Die

erfassten Realwerte der Druckluftanlage werden aber nicht nur zur centgenauen Abrechnung genutzt - sie sind auĂ&#x;erdem die technische Basis fĂźr eine permanente Ă&#x153;berwachung und Analyse des Druckluftsystems. Dazu werden mittels Sensorik und Messtechnik Messwerte aus dem Druckluft- und Pneumatiksystem erfasst und auf DSGVOkonformen Servern in Europa gespeichert. Ă&#x153;ber das Looxr-Onlineportal sind die Daten zudem in Echtzeit abrufbar - und zwar von Ăźberall aus; ein Internetzugang genĂźgt. Besonders wichtig: Mithilfe der automatisierten Analyse der erfassten Messdaten kĂśnnen auch Handlungsempfehlungen

Realisiert wird die LĂśsung in Kooperation mit dem Spin-off Looxr von Mader, das die Software zur Erfassung des Druckluftverbrauchs und Ă&#x153;berwachung des Druckluftsystems liefert. Im Kubikmeterpreis enthalten sind laut Anbieter der Pay-per-Use-LĂśsung auch die regelmäĂ&#x;igen Wartungen nach Herstellervorgaben mit Original-Ersatzteilen . Bild: Mader

fĂźr die vorausschauende Wartung und die energetische Optimierung des Druckluftsystems abgeleitet werden. â&#x20AC;&#x17E;Dabei geht es um ganz konkrete OptimierungsmaĂ&#x;nahmen, basierend auf tatsächlich gemessenen Datenâ&#x20AC;&#x153;, betont Werner LandhäuĂ&#x;er von Looxr. Looxr ist Ăźbrigens ein Spin-off von Mader, das die Software zur Erfassung des Druckluftverbrauchs und Ă&#x153;berwachung des

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Druckluftsystems liefert. FĂźr den Pay-per-Use-Kunden von Mader heiĂ&#x;t das nach Aussage von Maier: â&#x20AC;&#x17E;Der Kunde muss sich um nichts mehr kĂźmmern, die Versorgung mit Druckluft ist jederzeit gesichert.â&#x20AC;? Etwaige Probleme im Druckluftsystem wĂźrden dank Monitoring und professioneller Smart-DataAnalyse nämlich bereits im Vorfeld vorhersagbar. â&#x20AC;&#x17E;So kĂśnnen wir rechtzeitig eingreifen und einen Ausfall verhindernâ&#x20AC;&#x153;, erklärt Peter Maier. Punkten kĂśnne das Pay-per-UseModell auch in Sachen Nachhaltigkeit, denn die Kunden bekommen laut den Druckluftspezialisten eine optimal auf ihren Bedarf abgestimmte, energieeffiziente Druckluftanlage. Ein wichtiger Punkt, denn die Experten von Mader gehen davon aus, dass im Vergleich zu älteren Bestandsanlagen bei vielen Kunden bis zu 50 Prozent der Energiekosten eingespart werden kĂśnnten, u.a. auch deshalb, weil die neuen Kompressoren mit WärmerĂźckgewinnungssystemen ausgestattet sind. â&#x20AC;&#x17E;Die Abwärme kann der Kunde kostenfrei nutzen, zum Beispiel fĂźr die Heizung oder als Prozesswärmeâ&#x20AC;&#x153;, betont Peter Maier. www.mader.eu www.mader-energieeffizienz.de www.looxr.de


REINIGUNG

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Haftfestigkeitsprobleme beim Lackieren? Warum gerade die CO2-Schneestrahlreinigung in der Kunststofflackierung punktet Wie bei metallischen Komponenten erfolgt auch die Reinigung von Kunststoffkomponenten vor der Lackierung seit langer Zeit mit sogenannten Powerwash-Anlagen. Die Bauteile durchlaufen dabei zunächst einen Reinigungsschritt mit einem meist alkalischen Medium, daran schließen sich mehrere Spülzonen, ein Haftwassertrockner sowie eine Kühlzone an. Die Reinigung beansprucht nicht nur viel Produktionsfläche, sondern auch Ressourcen. Doch es gibt noch andere Probleme bei diesem Verfahren … Teile aus Kunststoffen verhalten sich anders als ihre Pendants aus Metall. Durch die vor einer Lackierung notwendigen Reinigung eingebrachten Wärme dehnen sich die Kunststoffe aus, sodass Wasser eingelagert wird. Während der Trocknung werden die Teile erneut erwärmt. Dies kann unter Umständen ein Grund sein, dass sich später auf der gereinigten Oberfläche teilweise Formulierungsbestandteile des Kunststoffs wie Trennmittel, Additive oder Füllstoffe finden. Diese sind aus tieferen Schichten nach oben migriert und können zu einer Störung der Haftfestigkeit des Lacks führen. Angesichts dieser Schwierigkeiten wundert es nicht, dass viele Firmen nach alternativen Reinigungsmethoden suchen, wobei hier die CO2-Schneestrahltechnologie in den Fokus kommt. Hier erfolgt die Reinigung nämlich trocken, was zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Das eingesetzte Reinigungsmedium ist praktisch unbegrenzt haltbares, flüssiges

Kohlendioxid. Es wird als Nebenprodukt bei chemischen Herstellungsprozessen sowie der Energiegewinnung aus Biomasse gewonnen und ist daher umweltneutral. Zum Einsatz kommt diese Technologie z.B. im Quattro-Clean-System der ACP Systems AG. Hierbei wird das nicht brennbare, nicht korrosive und ungiftige Kohlendioxid durch die verschleißfreie Zweistoff-Ringdüse des Systems geleitet und entspannt beim Austritt zu feinem CO2-Schnee. Dieser wird durch einen ringförmigen Druckluft-Mantelstrahl gebündelt und auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt. Beim Auftreffen des minus 78,5 Grad Celsius kalten, nicht abrasiven Schnee-Druckluftstrahls auf die zu reinigende Oberfläche kommt es zu einer Kombination aus thermischem und mechanischem Sublimations- und Lösemitteleffekt. Durch diese vier Wirkmechanismen entfernt das System laut den Experten von ACP Systems partikuläre und filmische

Verunreinigungen von der gesamten Oberfläche oder definierten Bereichen zuverlässig und reproduzierbar. Dabei erfolgt die Reinigung materialschonend, sodass auch empfindliche und fein strukturierte Oberflächen behandelt werden können. Die Kraft der Druckluft strömt dabei die abgelösten Verunreinigungen weg. Diese werden anschließend durch eine integrierte Absaugung entfernt, sodass eine Rückkontamination ausgeschlossen ist. Da das CO2 unter Atmosphärendruck sublimiert, sind die Werkstücke nach der Reinigung trocken. Das bedeutet: Sie können sofort ionisiert, aktiviert und lackiert werden. Ein weiterer Vorteil der trockenen Reinigung ist die daraus resultierende höhere Gestaltungsfreiheit bei Bauteilen, da nicht mehr auf schöpfende

Die Reinigungslösung lässt sich direkt in die Lackierlinie integrieren und auch über ein Produktionsleitsystem steuern. Bild: ACP

Geometrien zu achten ist. Ergänzend zur Reinigungsleistung überzeugt der chemikalienfreie Prozess durch deutlich niedrigere Investitions- und Betriebskosten sowie einen deutlich geringeren Flächenbedarf. Die gesamte Reinigungsanlage lässt sich laut Hersteller platzsparend in eine Kabine - vergleichbar einer Lackierkabine - integrieren. Ein weiteres Plus des Reinigungssystems ist sein modularer Aufbau: Für den Einsatz in Lackieranlagen kommen beispielsweise je nach Anforderung ein oder mehrere Düsenarrays zum Einsatz. Die Au-

tomatisierung des Reinigungsprozesses kann mittels Roboter, Linear- oder Portalsystem erfolgen. Alle Prozessparameter wie Medienverbräuche von Druckluft und Kohlendioxid, Strahlzeit, Strahlwinkel und Bewegungsablauf - inklusive 3D-Bewegungen - lassen sich auf das jeweilige Lackiergut abstimmen und in der Steuerung hinterlegen. Außerdem kann der Wirkbereich des Düsenarrays automatisch entsprechend der Geometrie des Werkstücks skaliert werden, wie der Hersteller des Quattro-Clean-Systems betont. www.acp-systems.com

Reinigungstechnik Reinigungstechnik ·· Kommunaltechnik Kommunaltechnik

Nur eine saubere Umgebung ermöglicht perfekte Oberflächen Auf der „Surface Technology Area“ in Halle 5 stellt Ruwac im Rahmen der Hannover Messe verschiedene Lösungen für die Steigerung von Sauberkeit und Sicherheit in Unternehmen der Oberflächentechnik vor. Erreicht werden diese Ziele beispielsweise mit mobilen Saugern und stationären, oder auch mithilfe von semimobilen Absauganlagen, die sich dank ihres modularen Konstruktionsprinzips an den individuellen Einsatzfall anpassen lassen. Wie sich diese Lösungen nutzen lassen, zeigen einige exemplarische Einsatzbeispiele: Pulverbeschichtende Betriebe können zum Beispiel staubexplosions-

geschützte Absauganlagen nutzen, um Pulverrückstände aus der Produktion zu entfernen und - je nach Anlagendesign - beim Farbwechsel den nicht benötigten Pulverlack sortenrein zurückzugewinnen. Für diese Aufgabe bieten sich zentrale Absauganlagen an. In Nasslackierbetrieben hingegen kommen auch Gas-Ex-Sauger von Ruwac zum Einsatz, die mit einem trichterförmigen Saugorgan ausgestattet sind. Sie saugen den Farbnebel direkt an der Entstehungsstelle ab. Damit leisten sie nicht nur einen Beitrag zum Arbeitsschutz, sondern auch zur Betriebssicherheit, weil die Farbnebel entzündlich sind. www.ruwac.de

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Die Spezialisten von Ruwac zeigen auf der HMI sowohl mobile als auch stationäre Sauganlagen und zwar für gas- als auch für staubexplosionsgefährdete Bereiche. Derartige Sauger und Absauganlagen sind ein fester Bestandteil in vielen Unternehmen der Oberflächentechnik. Bild: Ruwac

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REINIGUNG

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Eine hochwertige Lackierung verzeiht kein Fett Sollen Bauteile aus Metall oder Kunststoff lackiert werden, steht das Entfetten im Fokus „Lackbenetzungsstörende Substanzen“ oder kurz LABS nennt der Fachmann verschiedenste Rückstände wie Öle, Fette, Trennmittel oder Spuren von Kühlschmierstoffen, die ein gleichmäßiges Auftragen der Lackschicht verhindern und so zu trichterförmigen Störstellen und den sogenannten Kratern im Lack führen. Hierbei handelt es sich nicht nur um einen optischen Mangel, sondern diese Beschädigung wirkt sich auch funktional aus, wenn an diesen Schadstellen Korrosion beginnt. Gründe für das Vorhandensein von Öl- und Fettspuren oder allgemein LABS gibt es viele - z.B. aus den vorigen Prozessschritten wie der spanenden Bearbeitung, der Formgebung, der Verwendung von Öl im Bauteil selbst oder wegen kleiner Unachtsamkeit der Mitarbeiter. Eine hohe Qualität wird bei einer Lackierung aber nur dann erreicht, wenn die zu lackierende Fläche gleichmäßig benetzt wird. Deshalb kommt dem wirksamen Entfetten beziehungsweise der Teilereinigung eine so hohe Bedeutung zu. Folglich heißt es vor dem Lackieren: wirklich gut reinigen. So auch bei folgendem Fall: Hier drehte es sich um die Lackierung von Metallbauteilen in einer UV-Lackieranlage. Das ursprüngliche Produktionskonzept beinhaltete eine Reinigung mittels Plasma vor der Zuführung der Produkte in die Lackierkammer. Die Basisidee der Plasmareinigung ist, dass deren reaktive Teilchen die Fette/Öle vom Bauteil ablösen, indem sie chemisch reagieren oder sie beim „Aufprall“ eines Plasmateilchens quasi absprengen. Gegen diesen Gedanken ist prinzipiell nichts einzuwenden, doch in diesem Fall war die Reinigungswirkung ungenügend. Der Hersteller hatte somit als Zwischenlösung den Plasma-Part aus der Fertigungslinie ausgebaut und führte an dieser Stelle anders

Der Dampferzeuger für die Lackieranlage erzeugt Wasserdampf mit einer Temperatur von 170 bis 180 Grad Celsius bei einem Druck von 10 bar. Hintergrund: Dieser Dampf enthält dann keine Wassertröpfchen oder Kondensat mehr; man spricht daher von Trockendampf. Bilder: Dino

vorgereinigte Bauteile seiner UVLackieranlage zu - ein suboptimaler Zustand. Deswegen ging man auf die Suche, welcher Reinigungsprozess sich zum einen eignet und sich zum anderen in den Bauraum der ehemaligen Plasmareinigung integrieren ließe. Eine Reinigungsmöglichkeit ist der Einsatz von Heißdampf bzw. genauer „Trockendampf“. Als Methode durchaus bekannt und etabliert, gelingt es dem Trockendampf, Schmutzteile, Fette etc. von einer Oberfläche zu lösen, vor sich herzutreiben und mit dem Dampf-Abstrom mitzureißen. Allerdings wurde Trockendampf bislang noch nicht für die Teilerei-

nigung vor Beschicken der UVLackierung eingesetzt. Vorversuche im Laboratoriumsmaßstab, bereits mit Dampferzeugern des Herstellers Dino, konnten allerdings die Wirksamkeit des Verfahrens unter Beweis stellen, sodass man nach diesem erfolgreichen Test daran ging, die Produktionsanlage entsprechend umzubauen. So wird nun in einem ElektroDampferzeuger des Typs CD18 aus Edelstahl von Dino mittels elektrischer Heizelemente entmineralisiertes Wasser verdampft, das über eine Speisewasserpumpe vom Tank oder direkt aus der Leitung in den Druckbehälter gefördert wird. Die Dampfleistung liegt bei 24 Kilogramm pro Stunde. Der Wasserdampf wird für die Anwendung auf 170 bis 180 Grad Celsius überhitzt, der Druck steigt auf 10 bar statisch proportional an. Hintergrund: Bei dieser Temperatur enthält der Dampf keine Wassertröpfchen und kein Kondensat mehr. Man spricht daher auch von Trockendampf. Über eine isolierte Leitung wird dieser Trockendampf mit 8,5 bis 9 bar Arbeitsdruck einer gesteuerten Düse zugeführt, die ihn dann auf das zu reinigende Produkt strahlt. Analog zum Versuch treibt der Dampf Vaseline-, Öl- und Schmutzpartikel vor sich her, löst sie ab und führt sie der Absaugung zu. Nach Angabe des Verwenders bleibt eine trockene, saubere und von der Oberflächenspannung lackierfähige Oberfläche zurück. Die Absaugung hinter dem Objekt ist dabei enorm wichtig, um den mit Partikeln beladenen Abdampf und anfallendes Kondensat aufzunehmen. Denn durch Energieabgabe und Temperaturunterschiede am zu reinigenden Produkt sowie an Umgebungsflächen und der Absaug-Verrohrung ist Kondensieren bei Trockendampf eine standardmäßige Folge, die berücksichtigt werden muss. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Anlagenbetreiber, Dino aus Bremen für Dampferzeuger und Peripherie sowie dem Unternehmen für die Absaugung machte es schließlich möglich, die neue TrockendampfReinigungsanlage in den Prozessraum der vormaligen Plasmareinigung zu integrieren. Es konnte sogar die vorhandene, ansteuerbare Hubeinheit weitergenutzt werden. Sie realisiert nämlich die Bewegung der Strahldüse. Gleiches gilt für die vorhandene Absauganlage. Da ihre Grundleistung für die Aufgabe ausreichend war, wurde sie zur Aufnahme des Abdampfes adaptiert und um Kondensatsammler ergänzt. Lediglich im Be-

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Bevor die Produktionsanlage entsprechend umgebaut wurde, musste das System in Vorversuchen im Laboratoriumsmaßstab die Wirksamkeit des Verfahrens zeigen.

reich der Transporttechnik und bei der Teile-Übergabe in die Lackierkabine musste Vorsorge getragen werden, dass kein Kondensat eingeschleppt wird, was z.B. durch

eine Klapptüre sowie Abdeckungen an Produkt und Fördertechnik gegeben ist. Jörn Jacobs, Fachjournalist www.dino-bremen.de

Bild: IHW

Trockensauger: Neues Einstiegsgerät Der neue Trockensauger TS 711 Basic von Electrostar/Starmix ist für den gewerblichen Einsatz, beispielsweise auch für Reinigungsdienstleister geeignet. Er besitzt einen fünflagigen HEPA-VliesFilterbeutel. Das Gerät ist mit einer 700-Watt-Turbine ausgestattet, die 210 mbar Unterdruck und 38 l/s Volumenstrom erzeugt. Das Behältervolumen liegt bei 11 Litern brutto. Von der Ausstattung her ist das Gerät praktisch der kleine Bruder des TS 714. Ebenso wie dieser lässt sich auch der TS 711 Trockensauger einfach einhändig transportieren. Verschließbare Kabelhaken mit Platz für das zehn Meter lange Netzkabel, das mithilfe eines Drehverschlusses schnell wieder abgenommen werden kann, sorgen für Ordnung. Nach getaner Arbeit lassen sich Zubehör und Bodendüse sauber verstauen. Mittels der eingebauten stufenlosen Leistungsregulierung/Eco-Modus lässt sich

Der TS 711 Basic, also der kleine Bruder des TS 714, ist für den gewerblichen Einsatz gedacht. Bild: Electrostar/Starmix

der TS 711 Basic laut Hersteller an die Herausforderungen verschiedener Bodenbeläge anpassen. Die umschaltbare Universaldüse, der 200 Zentimeter lange Schlauch inklusive Handgriff und das zweiteilige Saugrohr aus Alu runden den Trockensauger ab. www.starmix.de


FERTIGUNGSTECHNIK

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Manuelle Montage durchgängig protokolliert BMW optimiert manuell ausgeführte Montageschritte bei der Bremsleitungsmontage Mehr als 330.000 Achsen fertigt BMW in seinem Werk Regensburg jährlich für unterschiedliche Modelle der 1er Serie, für die 3er Limousine und die M3-Limousine, den X1 und X2 sowie das 4er Cabrio bzw. das M4 Cabrio und den 2er Gran-Tourer. Obwohl die Achsen alle über die gleiche Linie laufen, gleicht trotzdem kaum eine der anderen: Rund einhundert verschiedene Front-, Heck- und Allradantriebsversionen sind es allein für die unterschiedlichen Motorisierungen. Hinzu kommen Rechts- und Linkslenker oder beispielsweise Modelle mit sonderlackierten Bremssätteln. Diese hohe Fertigungsvarianz macht manuell ausgeführte Montageschritte unverzichtbar. Um bei der Achsfertigung Fehler sicher zu vermeiden, nutzt der Automobilhersteller hier eine aktive Prozessüberwachung. Die eingesetzte Lösung - es handelt sich hier um mechatronische Drehmomentschlüssel der MWRBaureihe sowie Focus-61Steuerungen, beides von Atlas Copco Tools - kontrolliert dabei die entscheidenden Parameter schon während des Verschraubens, informiert die Werker und dokumentiert alle Anzugsvorgänge lückenlos im BMW-Produktionssystem. Wie der Autohersteller diese intelligent vernetzte Technik nutzt, lässt sich an einem exemplarischen Achsmodul für

Per Datenfunk werden alle Anziehresultate der akkugespeisten MWR-Schrauber an die Focus-61-Steuerung (im Bild) und in das übergeordnete Produktionsleit- und Steuersystem von BMW übermittelt, über die Fahrzeugidentifikationsnummer (VIN) mit dem jeweiligen Auto verwechslungssicher verheiratet und durchgängig dokumentiert.

einen 3er gut verfolgen: Der entsprechende Bandabschnitt stellt hierbei eine Montagezelle dar, in der flinke Hände sofort damit beginnen, Hydraulikschläuche für die Bremsen an den vorgesehenen Stellen zu platzieren.

„Gewöhnliche Drehmomentschlüssel bestätigen zwar, dass ein Mindestdrehmoment erreicht wurde, doch zu fest angezogene Schraubverbindungen bleiben unentdeckt“, verdeutlicht Christian Böhm, Quality-Assurance-Spezialist bei Atlas Copco Tools. Mit der neuen Lösung, die BMW nun nutzt, werden hingegen die Anziehdaten jedes einzelnen Achsmoduls newtonmeter- und winkelgradgenau abgespeichert.

Nachdem sie deren Gewindeanschlüsse eingefädelt haben, ziehen die Werker sie mit den dokumentationsfähigen MWRKnickschlüsseln präzise endfest. „Die sofortige Rückmeldung am Werkzeug und über Info-Bildschirme in der Zelle gibt den Bedienern beruhigende Gewissheit über das Montageergebnis und sie können sich dem nächsten Bauteil zuwenden“, erklärt Christian Böhm, Quality-AssuranceSpezialist bei Atlas Copco Tools. Weil die handlichen MWR-Produktionsschraubschlüssel trotz ihrer integrierten Funkmodule obendrein weniger als ihre Vorgänger wiegen, ist die Arbeit durch bessere Ergonomie leichter geworden. Doch das ist für Böhm und BMW nicht der wesentlichste Vorteil der elektronischen Handschlüssel. „Gewöhnliche Drehmomentschlüs-

Durch ihre Kompatibilität lässt sich die kommunikationsfähige Schraub- und Prüftechnik mit minimalem Aufwand in das vorhandene System integrieren. So werden alle relevanten Daten fehlerfrei in die Datenwelt von BMW übertragen. Das bedeutet: Jetzt gibt es kein Vertun mehr, ob eine Verschraubung i.O. ist oder nicht, wie die Produktionsverantwortlichen bestätigen.

sel bestätigen zwar, dass ein Mindestdrehmoment erreicht wurde, doch zu fest angezogene Schraubverbindungen bleiben unentdeckt“, warnt der Qualitäts-Experte. Das berge gerade bei sicherheitskritischen Schraubfällen, wie hier an der Bremsanlage, ein gewisses Risiko. Gefügeveränderungen im Material durch ein Überlasten beim Anziehen könnten schlimmstenfalls zum Ausbleiben der Bremswirkung führen. Dieses Grundproblem hätten auch halbintelligente Knickschlüssel noch nicht gelöst. Letztere überwachten zwar schon das Drehmoment, jedoch konnten sie noch keine Anziehwinkel erfassen, geschweige denn dokumentieren, blickt Böhm zurück. „Eine gewisse Restunsicherheit blieb und zusätzliche Prüfschritte waren hierdurch nötig. Das machte die Montage für BMW allerdings ein Stück weit ineffizient“, erinnert sich Böhm an die Situation früher.

Das Automobilwerk in Regensburg produziert derzeit neun verschiedene Modelle und Sonderausführungen - auf einer einzigen Produktionslinie. Bild: BMW

daten in Sekundenbruchteilen erfasst und sie mit den Datensätzen des jeweiligen Fahrzeugs „verheiratet”. „Die so entlasteten Kollegen können sich jetzt ganz auf den eigentlichen Schraub-

„in Ordnung“) speichert das neue System die Anziehdaten jedes einzelnen Achsmoduls und zwar newtonmeterund winkelgradgenau. Und diese Werte sind auch nach vielen Jahren noch

Produktions- und Prüfwerkzeug in einem Anders bei der neuen Lösung: Weil die farbigen Info-Displays im Blickfeld der Mitarbeiter nach Ampelmanier und darüber hinaus mit den gemessenen Werten unmittelbares Feedback über jedes individuelle Anziehergebnis geben, können die Werker bei etwaigem Überschreiten der strengen BMWToleranzen sofort gegenwirken oder nachbessern. Die Schlüssel vom Typ MWR 25 TA halten laut Hersteller die Genauigkeitsvorgabe von plus/minus sieben Prozent problemlos ein und nach den positiven Erfahrungen der Regensburger seien praktisch keine Fehler mehr aufgetreten. Und es gibt weitere Vorteile der neuen, digitalen Schraubtechnik: „Synchron zu den Schraubvorgängen übertragen die akkugespeisten MWRs via Datenfunk Drehmomente und Drehwinkel jeder einzelnen Verschraubung an die in der Station installierte Focus-61-Steuerung.“ Diese kommuniziere ihrerseits mit dem BMW-eigenen Produktionsleit- und Steuersystem und weiß über die Vorlaufdaten auch schon genau, zu welchem Auto die nächste ankommende Achse gehört. Die BMW-Fertigungsverantwortlichen schätzen laut Böhm an dieser Ausrüstung insbesondere, dass das System ohne jegliches Zutun der Werker alle Anzie-

Die Montagemitarbeiter arbeiten in drei Schichten. Wichtig hierbei ist, dass an wirklich jeder dieser vielen Hunderttausend Achsen die Bremsleitungen korrekt angezogen werden. Unterstützung bekommen sie dabei von mechatronischen Drehmomentschlüsseln der MWR-Baureihe (MWR steht für Mechatronic WRench) und Focus-61-Steuerungen, die Atlas Copco Tools für die industrielle Serienfertigung entwickelt hat. Bilder: Atlas Copco Tools

prozess konzentrieren, und trotzdem behält BMW den flächendeckenden Überblick“, betont Böhm. Der Clou dabei: Statt eines bloßen I.O.-Signals (für

sauber rückverfolgbar, was vor dem Hintergrund etwaiger Produkthaftungsfragen sehr wertvoll sein kann. www.atlascopco.de

Dass die Kombination aus Focus-61-Steuerung und den MWR-Schlüsseln für BMW einen hohen Optimierungswert hat, erkannten die Regensburger schon nach ersten gemeinsamen Tests.


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ARBEITSSICHERHEIT

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Zentrale Absaugtechnik für saubere Luft Wer den Lötführerschein erwirbt, sollte dies unter guten Luftbedingungen tun Die Löttechnik ist nach wie vor eines der beherrschenden Fügeverfahren in der Elektronikfertigung, wobei die Qualitätsanforderungen sehr hoch sind. Den Standard auf hohem Niveau zu halten, das heißt, die neuesten Techniken - vor allem auf dem Gebiet des Handlötens - zuverlässig zu beherrschen, war und ist das Ziel des Ausbildungsverbunds Löttechnik Elektronik (AVLE), der unter anderem den Lötführerschein entwickelt hat. Auf die Idee, einen eigenen Verbund für den Bereich Löttechnik zu gründen, kamen Unternehmen aus der Elektronikproduktion, Maschinen- und Geräteherstellung und aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung. Aus eigenen Erfahrungen erkannten sie die Notwendigkeit, sich in Sachen Löttechnik für ein firmenübergreifendes qualifiziertes Berufsbild zu engagieren. Im Detail waren dies die Firmen Hannusch Industrieelektronik, die Ersa GmbH, die Firma Rafi sowie Zollner Elektronik. Zudem kooperiert der Fachverband Elektronikdesign FED e.V. mit dem AVLE. Die Ziele der Gründungsmitglieder waren klar: Qualität, Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit von Handlötstellen zu verbessern. Von Anfang an war den Verantwortlichen die Notwendigkeit eines strukturierten Schulungsmodells bewusst. So entstand ein modulares Aufbauprogramm. Gangolf Götz von Rafi, Produktions- und Seminarleiter im AVLE, erklärt: „Modul eins geht auf die Grundlagen des Lötens ein und vermittelt Basiswissen für das Löten von THT-Bauteilen. Modul zwei lehrt SMT-Basiswissen und Modul drei erweitert die SMT-Kenntnisse. Modul vier behandelt das Thema Rework komplexer Bauteile. Das sind die ersten vier von acht Module.“ Wichtig bei der Vermittlung der Lötkenntnisse sind natürlich professionell ausgestattete Räume, hochwertige Schulungsunterlagen und geeignete Trainer aus der Praxis. Die Spezialisten von Rafi in Weingarten setzten das Konzept entsprechend um und richteten zwei komplett mit Handlötgeräten ausgestattete Seminarräume ein. Mittlerweile werden hier jährlich ca. 250 bis

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Zum Einsatz kommt eine LRA 1200 als zentrale Absauganlage für den Lötrauch. Gangolf Götz von Rafi, Produktions- und Seminarleiter im AVLE, ist froh, dass man sich dem Thema Luftreinhaltung als Teil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes angenommen hat. Er erklärt: „Beim Wechseln der Filter sieht man erst, was wir ohne eine Absaugung in unseren Lungen hätten. Man sieht diese Rückstände auch in den Absaugrohren am Arbeitsplatz, die wir halbjährlich reinigen. Durch den Einsatz dieser Absauganlagen können wir unseren Kunden einen gesundheitsbewussten Arbeitsplatz garantieren.“

300 sogenannte Lötführerscheine ausgestellt. Hinzu kommen noch einmal rund 150 kundenspezifische Lötschulungen pro Jahr. Auch die automatisierten Lötverfahren sind Teil des Trainingsprogramms. Im Schulungscenter Weingarten werden anhand von bereitgestellten Lötautomaten die Grundlagen und Wirkungsweisen verschiedener Techniken, z.B. des Selektivlötens, Wellenlötens oder das Dampfphasenlöten von THTund SMT-Bauelementen auf Flachbaugruppen vermittelt. Doch nicht nur Systembediener, sondern auch Führungskräfte drücken hier die Schulbank: In eigens für Führungskräfte im Umfeld der Fertigung von elektronischen Baugruppen eingerichte-

Die “A++” Teleskop-Abdeckung für den Schutz horizontaler Achsen

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ten Schulungen oder auch für Fachpersonal werden Prozesse und Parameter des SMT-Prozesses vorgestellt und vertieft. Erfolgreich bestücken heißt: Vom Baugruppenlayout und Design der Lotpads über den Einsatz spezieller Lotpasten und Schablonen in temperaturkontrollierter Umgebung bis hin zur Bestückung und zum Wärmeprofil des ReflowOfens müssen alle Prozessparameter exakt aufeinander abgestimmt werden. Ein äußerst unangenehmes, weil gefährliches Nebenprodukt beim Löten ist allerdings der Lötrauch. Was prinzipiell als Rauch wahrgenommen wird, sind in erster Linie Zersetzungsprodukte aus Flussmitteln, Lötwerkstoffen und Rückständen von Reinigungsmitteln, die sich zu klebrigen Aerosolen verbinden. Diese luftgetragenen Schadstoffe können erhebliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Deshalb sind die gesetzlichen Vorgaben für die Beseitigung von Lötrauch aus der Luft am Arbeitsplatz sehr streng. Geregelt wird dies in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) und den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS). Hintergrund: Lötrauch enthält, wie bereits beschrieben, neben groben Partikeln auch Fein- und Feinststäube sowie gasförmige Komponenten. In diesem Kontext wird auch von Krätzestaub gesprochen. Der wiederum entsteht, wenn das im Lot enthaltene Metall an der Luft oxidiert. Oftmals neigen auch die eingesetzten Flussmittel zu starker Flockenbildung, wobei beim Einsatz bleifreier Lote insgesamt mehr Festpartikel gebildet wer-

Der Riese unter den Schutzwänden

Das Schulungszentrum besitzt auch Anlagen zum automatisierten Löten. Bilder: AVLE

den als bei bleihaltigen. Auch die im Lot enthaltenen Flussmittel verdampfen beim Löten, das Lot härtet aus. Die entstehenden Dämpfe jedenfalls können gesundheitsschädlich sein. Deshalb genügt es nicht, verunreinigte Luft einfach nur abzusaugen. Das restlose Beseitigen sämtlicher anfallender Stäube, Rauche, Dämpfe, Gase oder Gerüche funktioniert nur dann, wenn auch die entsprechenden Filtertechnologien eingesetzt werden.

Wirkungsgrad erhöhen Dafür hat Rafi in Absaug- und Filteranlagen vom Typ LRA 1200 der ULT AG investiert. Ein LRA 1200 arbeitet mit einem Absaugvolumen von bis zu 1.700 Kubikmetern in der Stunde. An den Handarbeitsplätzen fungiert das LRA 1200 als zentrale Absauganlage. Mit der Anlage verbunden sind Absaugarme, die an jedem einzelnen der zwölf Arbeitsplätze installiert sind, und für die Erfassung des Lötrauchs an der Emissionsquelle sorgen. Auch an den Anlagen zum Selektiv- und Dampfphasenlöten sowie zum Rework werden jeweils Absauganlagen vom Typ LRA 1200 eingesetzt. Wichtig ist hierbei der Wirkungsgrad von Ansaug- und Filtertechnologie. Dieser steht und fällt mit der Qualität der Schadstofferfassung, wobei größte Nähe zur Schadstoffquelle optimal ist. Die

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einfache Formel lautet: je größer die Entfernung, desto höher die erforderliche Energie. So bedeutet eine Verdoppelung des Abstandes zur Schadstoffquelle eine Vervierfachung der Saugleistung und einen extrem hohen Energieeinsatz, um die gewünschte Menge an Partikeln zu erfassen. Praktische Anwendungen haben gezeigt, dass die Luftschadstoffe im Prinzip weder nur grob noch nur fein sind, sondern sich meist zwischen Partikelgrößen zwischen 1 µm und etwa 10 µm bewegen. Um Partikel aller Größen entsprechend zu erfassen und zu filtern, sind optimal entwickelte Filtrationsprinzipien erforderlich. Ziel ist es, die schadstoffbelastete Luft wieder in saubere Atemluft umzuwandeln. Dazu müssen alle entstehenden Schadstoffe erfasst und gefiltert werden. Das bedeutet: Es muss alles abgefangen werden - erst die groben Partikel, dann feine Stäube und letztendlich auch Gase und giftige Dämpfe. Wie in diesem Kontext vorzugehen ist, darauf weisen auch zahlreiche Informationen, Verordnungen und DINVorschriften hin. Und so funktioniert es in der Praxis: Eine Vorfilterstufe scheidet zuerst größere Partikel ab. Dies verhindert das Verstopfen oder vorzeitige Sättigen nachgeordneter Feinstaubfilter bzw. Partikelfilter. Diese wiederum fungieren als Hauptfilter und binden unter anderem feinste Aerosoltröpfchen. Eine längere Filterstandzeit des Hauptfilters ist sehr wichtig, resultiert sie doch in Einsparungen hinsichtlich Energie-, Betriebs- sowie Wartungs- und Ersatzteilkosten. Dieser sogenannte HEPA Filter/HKlasse Filter (High Efficiency Particulate Air Filter) kommt bei der Luftreinigung mit einem Abscheidegrad von mehr als 99,95 Prozent zum Zuge. Diese Filter werden oftmals als Speicherfilter genutzt, da sie sich für klebrige Stäube am besten eignen. Zu guter Letzt hilft ein Adsorptionsfilter, z.B. Aktivkohle, aufgrund seiner schwammartigen Oberfläche bei der Beseitigung giftiger Gase und Dämpfe. Die Hauptfilter werden einmal pro Jahr ausgetauscht; spätestens wenn eine Signalleuchte den gesättigten Filter anzeigt. Die Vorfilter werden im Schnitt alle drei Monate ersetzt. www.ult.de www.avle-training.de


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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Sanfte Robotik mit künstlicher Intelligenz Festo zeigt auf der Hannover Messe die Bionic-Soft-Hand und den Bionic-Soft-Arm Die menschliche Hand mit ihrer Kombination aus Kraft, Geschicklichkeit und Feinmotorik ist ein wahres Wunderwerkzeug der Natur. Wir können damit greifen, halten, drehen, tasten, tippen oder drücken. Da liegt es nahe, einen Roboter in kollaborativen Arbeitsräumen mit einem Greifer auszustatten, der diesem Vorbild nachempfunden ist und durch künstliche Intelligenz auch noch lernen kann, verschiedene Aufgaben zu lösen. Dass und vor allem wie es geht, zeigt Festo auf der Hannover Messe 2019 mit einer pneumatischen Roboterhand, die mit einem „Arm“, in diesem Fall einem pneumatischen Leichtbauroboter kombiniert ist. Die Bionic-Soft-Hand wird pneumatisch betrieben, das heißt die Finger bestehen aus flexiblen Balgstrukturen mit Luftkammern. Umschlossen sind die Bälge in den Fingern von einem speziellen 3D-Textilmantel, der sowohl aus elastischen als auch hochfesten Fäden gestrickt ist. Damit kann über das Textil genau bestimmt werden, an welchen Stellen die Struktur sich ausdehnt und damit Kraft entfaltet und wo sie an der Ausdehnung gehindert wird. Dadurch ist sie leicht, nachgiebig, anpassungsfähig und sensibel, aber dennoch in der Lage, starke Kräfte auszuüben. Um den Aufwand für die Verschlauchung dabei möglichst gering zu halten, haben die Entwickler von Festo eigens eine

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 17. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2019. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de

kleinbauende, digital geregelte Ventilinsel konstruiert. Diese ist direkt unterhalb der Hand angebracht. Dadurch müssen die Schläuche zur Ansteuerung der Finger nicht durch den kompletten Roboterarm gezogen werden. Das bedeutet: Die Bionic-SoftHand lässt sich mit nur je einem Schlauch für Zuluft und Abluft einfach anschließen und in Betrieb nehmen. Außerdem lassen sich mit den eingesetzten proportionalen Piezoventilen die Bewegungen der Finger präzise regeln.

Künstliche Intelligenz sorgt ... Bei der Bionic-Soft-Hand kommt die Methode des ReinforcementLearning zum Einsatz, also das Lernen durch Bestärken. Das bedeutet: Statt einer konkreten Handlung, die sie nachahmen muss, bekommt die Hand lediglich ein Ziel vorgegeben. Dieses versucht sie durch Ausprobieren im Trial-and-Error-Verfahren zu erreichen. Anhand des erhaltenen Feedbacks optimiert sie nach und nach ihre Aktionen, bis sie schließlich die gestellte Aufgabe löst. Das Einlernen der dazu nötigen Bewegungsstrategie geschieht in einer virtuellen Umgebung anhand eines digitalen Zwillings, der mithilfe der Daten einer Tiefenkamera und der Algorithmen der künstlichen Intelligenz erstellt wird. Dass es funktioniert, wird auf der Messe zu sehen sein, denn hier soll die Bionic-Soft-Hand einen zwölfseitigen Würfel so drehen,

dass am Ende eine vorher festgelegte Seite nach oben zeigt. Ergänzt wird die Hand durch den Bionic-Soft-Arm. Hierbei handelt es sich um einen flexiblen, pneumatischen Roboterarm, der es ermöglicht, dass beispielsweise Mensch und Maschine gleichzeitig dasselbe Werkstück bearbeiten - und zwar ohne dass der Mensch vor dem Roboterarm abgeschirmt werden muss. Dieser Bionic-Soft-Arm ist praktisch eine kompakte Weiterentwicklung des Bionic-MotionRobot von Festo, dessen Anwendungsspektrum deutlich erweitert wurde. Möglich macht das sein modularer Aufbau: Er lässt sich mit bis zu sieben pneumatischen Balgsegmenten und Drehantrieben kombinieren. Damit ist er in Reichweite und Beweglichkeit flexibel und kann bei Bedarf auch auf engstem Raum um Hindernisse herum arbeiten. Gleichzeitig ist er von Grund auf

Die Bionic-Soft-Hand und der Bionic-Soft-Arm im Einsatz. Der Clou dabei ist, dass das Erlernen der Bewegungsstrategie in einer virtuellen Umgebung anhand eines digitalen Zwillings geschieht. Außerdem ermöglicht diese Lösung es, dass Mensch und Maschine gleichzeitig dasselbe Werkstück bearbeiten, ohne dass sie voneinander abgeschirmt werden müssen. Bilder: Festo

nachgiebig und kann gefahrlos mit dem Menschen zusammenarbeiten.

... für die unfallfreie Steuerung Eine direkte Mensch-Roboter-Kollaboration ist mit dem BionicSoft-Arm ebenso möglich wie der Einsatz in klassischen SCARA-Anwendungen, zum Beispiel Pickand-Place-Aufgaben.

Je nach Aufbau und montiertem Greifer lässt sich der modulare Roboterarm für die verschiedensten Anwendungen nutzen. Seine nachgiebige Kinematik erleichtert ihm die Anpassung an unterschiedliche Aufgaben an wechselnden Orten: Der Wegfall aufwendiger Sicherheitseinrichtungen wie von Käfigen oder Lichtschranken verkürzt laut Hersteller die Umbauzeiten und ermöglicht einen flexiblen Einsatz. www.festo.com

Die strikte Trennung zwischen der menschlichen Arbeit und den automatisierten Aktionen von Robotern wird zunehmend aufgehoben. Ihre Arbeitsbereiche verschmelzen zu einem kollaborativen Arbeitsraum, in dem vor allem Roboter gefragt sind, die sich flexibel anpassen und sich auf unterschiedliche Szenarien einstellen.

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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Energieführungssystem erkennt Verschleiß Auf engstem Raum Daten, Energie, Flüssigkeiten und Luft ausfallsicher führen Mit der Micro Flizz bietet Igus ein kompaktes Energieführungssystem für Verfahrwege von bis zu 100 Metern an. Sie besteht aus einer Energiekette, flexiblen Chainflex-Leitungen für enge Biegeradien sowie einem Führungskanal aus Aluminium. Die Energieführung kann auch mit dem neuen smarten CF.D-System eingesetzt werden. Dieses überwacht vorausschauend die Datenübertragungseigenschaften der Leitung und warnt rechtzeitig vor einem Ausfall. Ein Einsatzbeispiel für das neue Einergieführungssystem Micro Flizz von Igus sind z.B. Regalbediengeräte. Bei diesem Einsatzszenario sind schnelle Gassenfahrten gepaart mit wenig Platz üblich. Deshalb kommen hier in erster Linie Stromschienen zum Einsatz, die allerdings nur für die reine Energieübertragung eingesetzt werden. Sind aber in der Horizontalen und Vertikalen nicht nur Energie, sondern auch Daten, Flüssigkeiten und Luft gleichzeitig zu führen, dann braucht es ein Energieführungssystem - und zwar ein solches, das auch unter den genannten Bedingungen punkten kann.

Möchte der Anwender die Übertragungseigenschaften seiner eingesetzten Busleitung überwachen, bietet Igus jetzt die Möglichkeit, das CF.D-System in die Micro Flizz einzusetzen. Dieses System erkennt, wie der Hersteller betont, bereits im Vorfeld Veränderungen der Übertragungseigenschaften der Leitung und informiert auf diese Weise die Instandhalter rechtzeitig über einen notwendigen Austausch. So lassen sich die

Wartung vorausschauend planen und ein unerwarteter Anlagenstillstand vermeiden. Dabei ist das System dank seines modularen Aufbaus leicht zugänglich und damit einfach zu reinigen, sodass auch ein Einsatz im Bereich der Pharmazie und Lebensmittelherstellung möglich ist. Erhältlich ist das Energiekettensystem abhängig vom Durchmesser der Leitungen in drei verschiedenen Größen. www.igus.de

Basis sind die vorhandenen CAD-Daten Igus bietet mit Micro Flizz ein Energieführungssystem an, das mit Fahrgeschwindigkeiten bis zu 6 m/s und Beschleunigungen von bis zu 4 m/s2 zurechtkommt. Es besteht aus einer KunststoffEnergiekette, die in einem Kanal aus Aluminium verfährt. Zum Einsatz kommen hochflexible Chainflex-Steuer-, Daten- und Motorleitungen für enge Biegeradien. Außerdem lassen sich auch Lichtwellenleiter so führen. Damit sind dann Datenraten bis zu 10 GBit/s möglich.

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Ein Vorteil der Micro Flizz besteht neben der optionalen Überwachung in ihrer besonderen Konstruktion: Integrierte Seitenflügel halten nämlich die Energiekette im gestreckten Zustand jederzeit in einer speziellen Nut im oberen und unteren Teil des Kanals fest. Zusammen mit Kunststofffedern an den Stegen sorgen diese für ein sanftes und ruhiges Abrollen. Auf diese Weise werden laut Hersteller Reibung, Verschleiß, Energieaufwand und Geräuschentwicklung gesenkt. Bild: Igus

Kompetenz in Kompensatoren

Einlagige Gewebekompensatoren (PFE) Temperaturbereich: -60°C bis +200°C

Weich-PVC-Kompensatoren (PVC) Temperaturbereich: -40°C bis +60°C

Gummi- und ElastomerKompensatoren (PGU) Temperaturbereich: -50°C bis +130°C



Vereinfacht die Fehlerdiagnose, hilft im Servicefall Instandhalter betreuen zumeist Maschinen verschiedener Hersteller und Baujahre. Jede Maschine hat aber ihre eigene Bedienoberfläche und Diagnosemenüs. Bosch Rexroth vereinfacht die Instandhaltung solch heterogener Maschinenparks nun durch die App Digital Service Assistant. Damit lesen Instandhalter drahtlos Fehlermeldungen und Serviceinformationen aller installierten Rexroth-Steuerungen aus. Die App Digital Service Assistant (DSA) bietet unter anderem eine schnelle Hilfe im Servicefall. Sie greift hierfür drahtlos auf den Fehlerspeicher aller mit RexrothSteuerungen ausgerüsteten Maschinen zu, liest die Serviceinformationen aus und identifiziert die Komponenten eindeutig. Die App ersetzt damit das bislang notwendige, zeitaufwendige Recherchieren zur Identifizierung der auszutauschenden Komponenten.

PEKOMP Kompensatorenbau GmbH Spielburgweg 23, D - 41844 Wegberg Tel.: +49(0)24 34 / 99 70 - 10, Fax: - 11 E-Mail: info@pekomp.de Mehrlagiger Gewebekompensator (PST) Hier für Abgas von 450 bis 500°C sowie Funkenflug und Schlackespritzer von außen.

Der Instandhalter ruft nämlich mit der App lediglich entweder das elektronische Typenschild der Komponente ab, scannt einen QR-Code oder gibt die individuelle Serialnummer ein. Damit kann der Maschinenbediener oder Instandhalter direkt an der Maschine das passende Ersatzteil bestellen oder einen Reparaturauftrag auslösen. Per Fingertipp können außerdem lokale Servicespezialisten von Bosch Rexroth kontaktiert und auf Wunsch alle relevanten Informationen über die App direkt an den Service übermittelt werden. Damit lassen sich laut App-Entwickler auch komplexe Fragestellungen schnell lösen und Maschinenstillstandszeiten verkürzen. Die App Digital Service Assistant soll im 1. Quartal 2019 kostenlos im Apple App Store sowie anschließend im Google Play Store für Smartphones und Tablets abrufbar sein. Nach der Installation definieren die Nutzer in der SPS der Maschinen, welche Daten ausgelesen werden dürfen. Um die Datensicherheit zu gewährleisten, ist die Verbindung zur Maschine verschlüsselt. Die App selber hat keine Schreibberechtigung. www.boschrexroth.com

Komplett vormontiert als einbaufertige Einheit.

Mehrlagiger Gewebekompensator (PFM) mit integrierter Vorisolation für Abgas aus Erdagsfeuerung 600 bis 800°C. Konische Einbaueinheit im bereits montierten Zustand beim Kunden.

Seit über 20 Jahren fertigt PEKOMP Weichstoff- und Elastomer-Kompensatoren von hoher Qualität für die verschiedensten Einsatzgebiete. Temperaturen von -60° bis 1400°C werden ebenso bewältigt wie hochagressive Abgase oder Druckstöße. Ob 25 mm oder 22 Meter Durchmesser: PEKOMP fertigt für Ihre individuelle Anlage den perfekten Kompensator.

Die App ist auch in einer Whitelabel-Version für OEMs verfügbar. Bosch Rexroth bleibt in diesem Fall für den Endanwender im Hintergrund. Bilder: Bosch Rexroth 


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Fortsetzung von Seite 1 Diese Technik eröffnet laut Entwickler neue Möglichkeiten, denn der Kontext wird passgenau erfasst, sodass augmentierte Inhalte während der Bewegung auf die Veränderung reagieren und stabil mitgeführt werden können. Das bedeutet: Veränderungen am Objekt werden direkt während des Montageprozesses sichtbar und bewegliche Teile wie Türen und Klappen werden in Echtzeit verfolgt. Auch eine genaue Positionierung dieser Informationen in Relation zu dem im Kamerabild sichtbaren Objekt wird damit möglich und ist essenziell, zum Beispiel wenn es darum geht, Schweißpunkte auf einen Gegenstand zu projizieren. Die Technologie des modellbasierten Trackings arbeitet im Gegensatz zu anderen Ansätzen am Markt direkt auf Basis der originären CAD-Datenbestände der Kunden, welche auch für die Visualisierung der 3D-Modelle genutzt werden. Eine aufwendige und interaktive Reduktion der Daten durch IT-Experten, wodurch häufig wertvolle semantische Zusatzinformationen verloren gehen, ist somit nicht nötig. Diese durch die gemeinsame Verwendung von Instant3Dhub und Visionlib entstehenden Vorteile erprobt Siemens bereits im Bereich der elektrischen Antriebstechnik. Hintergrund: Die Antriebssysteme werden kundenspezifisch gefertigt. Das bedeutet: Hinter jedem Antrieb steht entsprechend ein individueller CAD-Datensatz, sozusagen der digitale Zwilling mit sämtlichen Produktspezifikationen. Während des gesamten Produktlebenszyklus sollen bei Siemens zukünftig AR-Technologien zum Einsatz kommen. So auch bei der Qualitätssicherung, wie beispielsweise der Prüfung, ob ein gefertigtes Bauteil auch mit dem CAD-Entwurf übereinstimmt. „Mit Instant3Dhub können wir sicherstellen, dass die AR-Anwendungen während der gesamten Prozesskette auf das eine, kundenspezifische CAD-Modell zugreifen können“, erklärt Dr. Christian Mundo, Digital Officer der Business Unit Large Drives bei der Siemens AG. Er ergänzt: „Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Der Abgleich verläuft cloudbasiert und automatisiert. Instant3Dhub gibt uns die Möglichkeit, Objekte einfach zu erkennen, Metadaten können durchgehend zu dem entsprechenden Modell genutzt und eingeblendet werden. Weitere A nwe n d u n g s m ö g l i c h k e i t e n liegen bei der Schulung unserer Serviceingenieure oder dem Kundenservice vor Ort, beispielsweise zur schnellen Erkennung eines defekten Bauteils.“ Doch das ist noch nicht alles: Derzeit wird am Fraunhofer IGD an der Datentransformation zur Vorbereitung für den 3D-Druck direkt aus der Anwendung heraus,

ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK beispielsweise für benötigte Ersatzteile gearbeitet. Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt ist die Einrichtung größerer Kollaborationsmöglichkeiten, durch die mehrere Endgeräte an derselben AR-Session teilnehmen können, was Fernwartungsszenarios erleichtern soll. Eine weitere Vision für die Zukunft ist außerdem die Integration einer Erkennung vorher unbekannter Objekte unter Ein-

bindung von künstlicher telligenz. https://instant3dhub.org/ www.visionlib.com

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Das Potenzial der AR-Anwendungen geht über die Wartungen hinaus. Gerade auf der Komplexitätsstufe großer Industrieanlagen mit der Notwendigkeit einer optimierten Prozesssteuerung gewinnt der digital Twin an Bedeutung. Dieses zu jedem real existierenden Objekt digitale Replikat beinhaltet neben den 3D-CAD-Daten diverse andere Informationen z.B. zur Beschaffenheit einzelner Bauteile oder verwendeter Materialen.

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Industrie 4.0 revolutioniert auch den Instandhaltungsservice. Wo früher der Instandhalter viele Einzelinformationen sammeln und aufwändig auswerten musste, bietet Schaeffler jetzt cloudbasierte Produkte und Lösungen zur Zustandsüberwachung an. Erstmals können Wartungsintervalle belastungsabhängig bestimmt werden. Das Wälzlagerleben wird damit vorhersehbar, die Instandhaltung planbar. Das bringt Kosteneinsparungen und ermöglicht eine intelligente Ersatzteilbevorratung. Besuchen Sie uns auf der Hannover Messe. Ihr kostenloses Ticket erhalten Sie ganz einfach hier: www.schaeffler.com/hannover-messe

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Straubfresser statt Fahrverboten Können die neuen Filter Cubes von Mann+Hummel Fahrverbote vermeiden? Seit Ende letzten Jahres werden sogenannte Filter Cubes des Herstellers Mann+Hummel zur Senkung der Feinstaubkonzentration am Stuttgarter Neckartor eingesetzt. Nun haben die Spezialisten aus Ludwigsburg diese Technologie weiter optimiert. Dank eines neuen Kombifiltermediums fangen diese Filtertürme nicht nur Feinstaub, sondern auch NO2 aus der Luft. Die stationären Filteranlagen verbessern an den Hotspots, wie eben dem Neckartor oder anderen kritischen Stellen, den Gesundheitsschutz von Menschen und könnten sogar Fahrverbote in Innenstädten überflüssig machen. In den Mann+Hummel Filter Cubes sind Ventilatoren eingebaut, die die Umgebungsluft anziehen. Gefiltert wird diese durch einen neu entwickelten Kombifilter. Dieser verfügt neben einer Filterlage für Partikel, um den Feinstaub aus der Luft zu filtern, über zusätzliche Aktivkohlelagen. Sie adsorbieren das NO2. Zum Einsatz kommen dabei hochporöse Aktivkohle-Medien, die durch ihre große Oberfläche sehr effektiv sind. Der Filter soll über 80 Prozent des NO2 und des Feinstaubs aus der angesaugten Luft binden. Dennoch zeichnet sich die Technologie, wie der Hersteller betont, durch einen geringen Druckverlust aus, sodass der für die Reinigung notwendige Energieeinsatz gering ist.

Modular aufgebaut Der Clou dabei: Das System ist modular aufgebaut, sodass je nach Bedarf auch mehrere Filter Cubes übereinander zu einer Filtersäule verbaut werden können. So eine Filtersäule mit drei weiterentwickelten Filter Cubes reinigt dann beispielsweise 14.500 Kubikmeter Luft in der Stunde. Über eine Steuerungselektronik lässt sich der Betrieb bedarfs-

der NO2- und Feinstaubbelastung können wir 40 Prozent der verkehrsbedingten Emissionen kompensieren. Auf diese Weise tragen wir zum Schutz der Anwohner bei und präsentieren zudem eine echte Alternative zu Fahrverboten in Innenstädten.“

Feinstaubfilter zeigen Wirkung

Durch stationäre Filteranlagen wie den Filter Cube, der beispielsweise auch in Werbetafeln, an Bushaltestellen oder Bahnhöfe eingesetzt werden kann, lässt sich die Konzentration von Feinstaub und Stickstoffdioxid vor Ort senken. Bilder: Mann+Hummel

gerecht regulieren, sodass man auf die aktuelle Luftqualität reagieren kann. Zusätzlich erfassen integrierte Sensoren die Luft- und Wetterdaten, die in einer Cloud zusammengeführt und analysiert werden. Werner Lieberherr, Vorsitzender der Geschäftsführung, ist von der Bedeutung dieser Entwicklung überzeugt und erklärt: „Mit unserer Technologie zur Senkung

Berührungslose und verlustfreie RFID-Druckmesstechnik Druckaufnehmer der Baureihe PT-RF nutzen neueste RFIDTechnologie, um kontaktlos mit dem handlichen Lesegerät zu interagieren — ohne Batterie oder aufwändige Verkabelung. Sie liefern unmittelbare Messergebnisse mit einem Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Sicherheit für Mensch, Maschine und Umwelt. Dieses wartungsfreie System kann einfach in bestehende Anlagen integriert werden. Es vereinfacht nicht nur Service- und Instandhaltungsabläufe bis hin zur Dokumentation der Messergebnisse, sondern hilft auch, die Effizienz und Leistungsfähigkeit zu steigern. Erfahren Sie mehr unter www.stauff.com/de/pt-rf und auf der Hannover Messe oder auf der Bauma in München

Dass diese Technik funktioniert, zeigt ein Pilotprojekt, unter anderem gefördert vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg und unterstützt von der Landeshauptstadt Stuttgart. Hierbei wurden seit Ende letzten Jahres insgesamt 17 Filtersäulen am Stuttgarter Neckartor installiert. Hintergrund: Die Messstelle am Stuttgarter Neckartor hatte bis 2017 wiederholt einen der drei Grenzwerte für Feinstaub überschritten. Mit dem Pilotprojekt wird nun erprobt, ob durch den Einsatz der Technologie die Feinstaubbelastung vor Ort reduziert werden kann. Und erste Auswertungen zeigen, dass die Filter Cubes einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der Feinstaubbelastung haben. Konkret senken sie die Partikelkonzentration vor Ort um 10 bis 30 Prozent. Das wiederum entspricht rund 40 Prozent aller Feinstaubpartikel, die von vorbeifahrenden Fahrzeugen verursacht werden. Diese entstehen mehrheitlich durch den Bremsvorgang oder Straßenabrieb - nur zu einem geringeren Teil durch Abgase. Prof. Dr. Achim Dittler, Institutsleiter „Gas-Partikel-Systeme“ am Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik am Karlsruher Institut für Technologie, ist im Rahmen des Pilotprojekts am Stuttgarter Neckartor an Messungen und Auswertungen beteiligt. Er bekräftigt die ersten Ergebnisse: „Anhand zeitlich und räumlich hochaufgelöster Messungen lokaler Partikelgrößenverteilung und Partikelkonzentration, die wir im Rahmen einer Masterarbeit mit mobiler Feinstaubmesstechnik durchführen, können wir die Minderungswirkung der Feinstaubfresser-Säulen quantifizieren. Nach Auswertung erster Messungen können wir nachweisen, dass die Minderungswirkung von 30 Prozent im Nahbereich und über 10 Prozent in der Fläche erreicht wird.“ Die positiven Zwischenergebnisse der Feinstaubfiltration lassen sich analog auf die Wirksamkeit der Technologie zur Senkung der NO2-Konzentration übertragen.

Bis zum Sommer dieses Jahres werden nun die seit letztem Jahr am Stuttgarter Neckartor installierten Filter Cubes auf die neue Technologie umgerüstet. Bis Ende des Jahres sollen die weiterentwickelten Filter auch im Rahmen eines Pilotprojekts in Ludwigsburg zum Einsatz kommen.

Das bestätigen Simulationsergebnisse eines unabhängigen Ingenieurbüros. Deshalb werden nun bis Mitte dieses Jahres die Filter Cubes am Stuttgarter Neckartor auf die neue Technologie umgerüstet. Der Hersteller erwartet so auch für Sticktoffdioxid eine Reduzierung von 10 bis 30 Prozent der lokalen Konzentration. Das entspricht 40 Prozent aller NO2und Feinstaubemissionen, die von vorbeifahrenden Fahrzeugen verursacht werden.

Reduzierung von Stickstoffdioxid Christoph Erdmenger, Abteilungsleiter für Nachhaltige Mobilität im Verkehrsministerium Baden-Württemberg, bekräftigt das Vorhaben: „Wir freuen uns, dass inzwischen eine Stickstoffdioxidfilterung am Neckartor möglich erscheint. Um dies zu erreichen, haben wir diese und andere Versuche gerne unterstützt. Die Messwerte sind am Neckartor 2018 nicht nur beim Feinstaub, sondern auch bei Stickstoffdioxid stark gesunken. Wir sind optimistisch, mit einem weiteren Bündel an Maßnahmen die Messwerte in die Nähe des Grenzwertes zu senken. Dabei setzen wir maßgeblich auf den Beitrag der Stickstoffdioxidfilterung.“ Im dritten Quartal 2019 beginnt nun auch in Ludwigsburg ein Pilotprojekt, bei dem Filter Cubes mit Kombifiltern eingesetzt werden. Auf Basis eigener Berechnungen und einer Simulation eines unabhängigen Ingenieurbüros geht man davon aus, dass insgesamt 23 Filtersäulen die Schadstoffkonzentration an der Ludwigsburger Friedrichstraße nachweislich verbessern werden. An der dort angesiedelten Messstation wurden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in den letzten Jahren überschritten. Die Filterspezialisten erwarten auch hier eine Reduzierung von 10 bis 30 Prozent NO2 und Feinstaub. Das entspricht wiederum 40 Prozent aller Feinstaub- und NO2-Emissionen, die von vor-

beifahrenden Fahrzeugen verursacht werden. Oberbürgermeister Spec zeigt sich von dem Vorhaben überzeugt: „Wir verfolgen verschiedene Ansätze zur Verbesserung der Luftqualität und wollen Fahrverbote in Ludwigsburg vermeiden. Dazu haben wir für die gesamte Stadt ein Bündel an Maßnahmen im Rahmen des Bundes-Sofortprogramms ‚Saubere Luft‘ geschnürt.

Vorreiter: Stuttgart und Ludwigsburg Darüber hinaus ist die Neuentwicklung von Mann+Hummel im Rahmen unseres InnovationsNetzwerks LivingLaB für uns von großer Bedeutung“, erklärt der OB und ergänzt: „Im Zuge der Wirtschaftsförderung unterstützen wir Mann+Hummel bei der Entwicklung neuer Umwelttechnologien bei Mess- und Filtrationsgeräten für Innenräume sowie hier im Außenbereich. Gleichzeitig sind wir aufgrund der bisherigen Simulationen überzeugt, dass wir eine zusätzliche Verbesserung der Luftqualität im belasteten Abschnitt der Friedrichstraße erreichen werden. Damit werden unsere Chancen, Fahrverbote unter allen Umständen zu vermeiden, noch größer.“ Weltweit ist der Einsatz von Filtersäulen überall dort sinnvoll, wo Menschen besonderen Stickstoffdioxidund Feinstaubbelastungen ausgesetzt sind. Das gilt zum Beispiel an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen und großen Kreuzungen. Weitere Einsatzmöglichkeiten könnten Bushaltestellen oder U-Bahnhöfe sein. Dafür entwickelt Mann+Hummel auch Filtrationskonzepte, die sich direkt in Bushaltestellen integrieren lassen oder in Form von Werbetafeln und Informationswänden aufgestellt werden können. Übrigens: Auch in Shanghai, Delhi und Bangalore (Indien) wurden mittlerweile Filter Cubes an belasteten Orten installiert. www.mann-hummel.com


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Verschleißflächen schnell instand setzen

12.603 Federbaugrößen direkt ab Lager

Weiss Spindeltechnologie setzt auf das Laserauftragsschweißen

Die Spezialisten von Gutekunst haben ihre eingegangenen Bestellungen ausgewertet und auf diese Weise die Federbaugrößen, die besonders stark nachgefragt werden, in das Standardsortiment aufgenommen. Insgesamt bietet das Unternehmen nach eigenen Angaben damit mehr als 12.000 Federbaugrößen direkt ab Lager an. Die Lagerverfügbarkeit des Katalogsortiments liege bei durchschnittlich 92 Prozent - bei einer Auslieferung innerhalb von drei bis fünf Tagen. Zum Vergleich: Sonderanfertigungen können schon einmal sechs bis acht Wochen dauern. Damit dies möglich ist, hat sich Gutekunst einiges einfallen lassen, um Kunden die passende Feder anbieten zu können. Sehr früh schon hat das Unternehmen beispielsweise in kundenorientierte Auswahl- und Berechnungsprogramme investiert. Bereits in den 1980er-Jahren gab es PC-basierte Auswahlmedien; damals noch als DOS-Programme auf Disketten. Heute nutzen die Kunden fast aus-

Wenn zentrale Spindelteile verschleißen oder beschädigt werden, gilt es, diese schnell und dauerhaft zu reparieren. Die Spezialisten der Siemens-Tochter Weiss Spindeltechnologie setzen dafür seit letztem Jahr auf das Laserauftragsschweißen. Mit diesem Verfahren lassen sich Materialverbindungen erzeugen, die den jeweiligen Anforderungen angepasst sind, sodass das instand gesetzte Bauteil einem neuen funktionell in nichts nachsteht, betonen die Spezialisten. Der Verschleiß von Bauteilen, die für die zuverlässige Funktion von Motorspindeln wichtig sind, lässt sich nicht vermeiden. Ursächlich dafür sind unter anderem regelmäßig erforderliche Werkzeugwechsel, bei denen mitunter Verunreinigungen in die Werkzeugaufnahme eindringen können. Diese hinterlassen im Laufe der Zeit Spuren in Form von Kratzern und anderen Abdrücken in Planfläche und Kegel. Wenn die Beschädigungen zu groß werden, müssen die entsprechenden Bauteile ausgetauscht oder instand gesetzt werden. Weiss Spindeltechnologie bietet grundsätzlich beide Möglichkeiten an: Haben Anwender einen entsprechenden Servicevertrag abgeschlossen, bevorratet das Unternehmen verschleißträchtige Spindelteile und tauscht diese bei Bedarf in kürzester Zeit aus. Andernfalls gilt es, schnellstmöglich eine Instandsetzung durchzuführen, damit die Stillstandszeit der betroffenen Maschine möglichst kurz ist. Diverse Instandsetzungsbetriebe setzen hierbei häufig auf sogenanntes Aufchromen, das jedoch ein paar Schwächen aufweist. So dauert etwa der Beschichtungsvorgang relativ lange, da es sich um einen aufwendigen elektrochemischen Vorgang handelt, der von externen Spezialisten erledigt wird. Beim Aufchromen müssen zudem jene Oberflächen, die nicht beschichtet werden sollen, abgedeckt werden. Darüber hinaus ist das anschließende Schleifen der Chrombeschichtung ein zeitraubender Vorgang. Nicht zu vergessen, dass auch aus Umweltsicht der Umgang mit Chrom wenig empfehlenswert ist. Heute steht ein neues Reparaturverfahren zur Verfügung, das sich vielfältig einsetzen lässt, wie Christian Kleinhenz, Vertriebs- und Serviceleiter bei Weiss, erklärt: „Mit dem drahtbasierten Laserauftragsschweißen lassen sich klassische Spindel-Verschleißflächen ebenso schnell und zuverlässig instand setzen wie diverse Beschädigungen an Gehäusen und Wellen. Selbst bei Werkzeugaufnahmekegeln funktioniert dieses Verfahren. Chromen setzen wir hier aus Qualitätsgründen nicht ein.“ Und so funktioniert es: In einem ersten Schritt gilt es, die beschädigten Stellen um durchschnittlich 0,2 Millimeter abzuschleifen. Anschließend wird via Laseraufschweißen rund 0,4 Millimeter Material pro Arbeitsgang aufgebracht. „Meist genügt ein einziger Auftragsvorgang“, erklärt Weiss-Reparaturleiter Oskar Neuner, und ergänzt: „Bei Bedarf

Die Instandsetzung erfolgt in drei Schritten, wobei das instand gesetzte Bauteil einem neuen funktionell in nichts nachsteht. Bild: Weiss Spindeltechnologie

lässt er sich aber problemlos wiederholen.“ Weiss setzt für das Laserauftragsschweißen eine Anlage von AlphaLaser ein, die den Draht automatisch zuführt und so für eine gleichmäßige Schichtdicke sorgt. Es folgt ein hochpräzises Finish in Form eines Schleifvorgangs, bei dem etwa 0,2 Millimeter des aufgetragenen Metalls abgetragen werden. So lassen sich die ursprünglichen Bauteileigenschaften im Hinblick auf Form und Funktion wiederherstellen. Die hohe Qualität und Zuverlässigkeit dieser Instandsetzungsmethode liegt unter anderem in der Verwendung einer gepulsten,

energiereichen Laserstrahlung begründet, mit der das Beschichtungsmaterial in Drahtform aufgetragen wird. Oskar Neuner führt weiter aus: „Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die Laserstrahlen zeitlich und örtlich begrenzt einwirken. So bleibt das Gefüge im Basismaterial zuverlässig stabil, und es besteht bei den hochwertigen Bauteilen keine Gefahr von Verzug.“ Ein weiterer Vorteil des drahtbasierten Laserauftragsschweißens ist die Möglichkeit, das Bauteil je nach Anforderung mit unterschiedlich legierten Stählen zu beschichten. www.weissgmbh.de

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schließlich die Internetplattform Federnshop.com. Dort können sie nicht nur die gewünschte Feder nach vielfältigen Kriterien auswählen, sondern auch direkt und ohne Registrierung ihre individuellen Federn selbst berechnen, CAD-Daten in über 60 Formaten erzeugen und auch Anfragen generieren. Flankierend finden Interessenten auf „blog.federnshop.com“ zahlreiche Informationen und Wissensthemen rund um Metallfedern und Federwerkstoffe - zudem steht die Technikabteilung für jede Frage zum Federnbedarf zur Verfügung. Und das ist auch sinnvoll, denn die Feder ist zwar eines der ältesten Maschinenelemente, trotzdem fordert der mechanische Kraftspeicher auch heute noch täglich die Gutekunst-Entwicklungsingenieure am Hauptstandort Metzingen. Mit einem Beratungsanteil von häufig über 50 Prozent bei kundenspezifischen Federn ist bei der Federnauslegung nämlich immer noch viel Know-how notwendig. www.federnshop.com

Bild: Gutekunst

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Saubere Luft ganz ohne Wärmeverlust Neue Absaugtechnik einer Schlosserei vereint Mitarbeiterschutz und Energieersparnis Wo geschweißt, geschliffen oder geschnitten wird, entstehen gesundheitsgefährdende Rauche und Stäube, die möglichst direkt und möglichst vollständig entfernt werden müssen - nicht zuletzt fordert dies auch der Gesetzgeber -, und er macht dabei übrigens keinerlei Unterschiede, ob es sich um Produktionsbetriebe oder um Reparaturwerkstätten handelt. Deshalb hat nun die Martin Sicking GmbH, eine Firma, die im Bereich der Wartung und Instandsetzung von Land- und Baumaschinen im Münsterland aktiv ist, eine neue Absaugtechnik installiert, die Mitarbeiterschutz und Energieersparnis unter einen Hut bringt. Die Martin Sicking GmbH hat ihren Sitz in Stadtlohn im Münsterland. Der Familienbetrieb, der auf eine mehr als 60 Jahre lange Firmengeschichte zurückblicken kann, verkauft nicht nur Landmaschinen, Gartengeräte und Kommunaltechnik, sondern kümmert sich auch um deren Instandsetzung und Wartung - ein wichtiger Unternehmenszweig, wie Jan Sicking, ein Verantwortlicher für die Bereiche Verwaltung und Organisation in der Martin Sicking GmbH erklärt. Er betont zudem: „Gerade zur Erntezeit herrscht Hochbetrieb bei uns. Wenn die Maschinen im Einsatz sind, kommt es zwangsläufig auch zu Ausfällen, welche schnell behoben werden müssen. Unser Vorteil ist, dass wir alle Bereiche unter einem Dach abdecken und bestens ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter im Betrieb haben.“

Abscheidegrad: Nahezu 100 Prozent So lassen sich Ausfallzeiten von Maschinen vermeiden beziehungsweise möglichst kurz halten. „Der Grundstein für gute und zuverlässige Arbeit sind fachlich bestens ausgebildete Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen und

„Die Ecocube ist für fast alle Aufgabenstellungen im Bereich der Filtration von Rauchen und Stäuben einsetzbar, findet auch in der kleinsten Werkstatt Platz, schont mit ihrer energiesparenden Arbeitsweise den Geldbeutel und ist dank Modulbauweise auch noch zu einem vergleichsweise günstigen Preis zu haben“, betont Teka-Geschäftsführer Simon Telöken.

flexibel auf vielfältige Problemstellungen reagieren können“, betont der 25-Jährige Jan Sicking, der im vergangenen Jahr den Meister als Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik absolviert hat und in den väterlichen Betrieb eingestiegen ist. Um weiterhin auf diesen Grund-

stein bauen zu können, legt die Firma großen Wert auf eine fundierte Ausbildung. „Uns geht es da wie den meisten Handwerksbetrieben. Es wird immer schwieriger, gute Leute zu finden. Daher werden die Nachwuchskräfte immer wichtiger“, verdeutlicht Sicking. Moderner Arbeitsschutz spielt in diesem Zusammenhang auch eine wichtige Rolle. „Wir wollen unsere Mitarbeiter bei uns im Betrieb halten. Sie sollen sich wohlfühlen. Dazu gehört auch, dass sie sich keine Gedanken um ihre Gesundheit machen müssen“, so Sicking weiter. Daher stellte sich für Vater und Sohn im Rahmen einer Betriebsmodernisierung die Frage, wie Mitarbeiter besser vor Schadstoffen aus der Luft geschützt werden können, ohne die vorhandene Wärme im Winter aus der Halle blasen zu müssen. Anfang 2017 erhielten sie mit der stationären Absaug- und Filteranlage vom Typ Ecocube des Herstellers Teka Absaug- und Entsorgungstechnologie die passende Antwort. Anders als Schlauchabsaugungen zur Abgasabführung entfernt diese Absaug- und Filteranlage nicht nur punktgenau, sondern filtert die Schadstoffe aus der Luft und führt die gereinigte Luft bei Bedarf zurück. Wie gut das funktioniert, zeigt sich bei dem Mitarbeiter Michael Brockherde, als dieser in der Schlosserei eine Baggerschaufel schweißt. Auch wenn Funken fliegen und Qualm aufsteigt - die gräulichen Rauchwaden haben keine Chance, sich in der ca. 300 Quadratmeter großen Schlosserei auszubreiten. Eine Haube an einem sechs Meter langen Absaugarm nimmt sie, wie von den Berufsgenossenschaften empfohlen, nämlich direkt an der Entstehungsstelle auf. Über zwei weiteren Handarbeitsplätzen schweben ebenfalls Absaughauben mit an der Wand befestigten Armen, die sich flexibel hin und her bewegen lassen und die beim WIG-, Elektroden oder Schutzgasschweißen entstehenden Rauche aufnehmen. Ein paar Meter weiter entfernt eine Untertischabsaugung die beim Schneiden an einem Handplasmatisch entstehenden schädlichen Partikel. Über eine Rohrleitung gelangen sie zum Ecocube. Die Anlage mit einem maximalen Ventilatorvolumenstrom von 7.000 Kubikmetern in der Stunde ist platzsparend in einer Ecke der Halle untergebracht. Die schadstoffhaltige Luft wird in die Filterselektion geführt. Hier lagern sich die Schadstoffpartikel an der Oberfläche der Nano-

Mitarbeiter Lars Föcking bei der Arbeit an einem Handplasmaschneidtisch. Die entstehenden Partikel werden durch die Untertischabsaugung direkt abgeschieden. Ein Funkenvorabscheider sorgt für Sicherheit. Bilder: Teka

Der Absaugarm kann nah an die zu schweißende Stelle herangeführt und bewegt werden.

Filterpatronen mit einem Abscheidegrad von nahezu 100 Prozent ab, bevor sie automatisch per Durckluftstoß gelöst und im Staubsammelbehälter gesammelt werden. „Früher war hier im Winter alles zu. Wenn zwei Schweißer eine Schneide erneuerten, sah man nicht viel. Das ist jetzt mit der Absauganlage nicht mehr der Fall“, beschreibt Jan Sicking die positive Entwicklung. „Die Luft ist deutlich besser geworden“, bestätigt auch Mitarbeiter Michael Brockherde. Das Thema Energieeinsparung war ein weiterer wichtiger Punkt für die Entscheidung zugunsten der Anlage. Mittels einer Sommerund Winterschaltung kann die gereinigte Luft nämlich im Winter ohne Wärmeverlust zurück in die Halle geleitet werden. „Wir können

jetzt im Winter Türen und Tore überwiegend geschlossen halten und behalten die Wärme in der Halle, ohne schmutzige Luft einatmen zu müssen“, freut sich Brockherde. Ein zusätzlicher Anreiz für die Investition in die Absaugung war für Martin und Jan Sicking die staatliche Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Im Fall der Martin Sicking GmbH betrug sie zehn Prozent der Gesamtinvestition. „Im April wurde die Absauganlage installiert und im Juni hatten wir bereits den Zuwendungsbescheid auf dem Tisch. Bürokratische Hürden konnten wir Dank der Unterstützung von Teka gut meistern“, so Sicking. www.sicking-stadtlohn.de www.teka.eu

Energieeffizient dank BAFA-Finanzierung Seit Jahren gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Förderprogramme zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien unter anderem auch für die Anschaffung einer modernen, energiesparenden Absaug- und Filtertechnik. In diesem Zusammenhang können Unternehmen bis zu 30 Prozent staatlichen Investitionszuschuss - für KMUs kann es zusätzlich einen Bonus von bis zu zehn Prozent der förderfähigen Kosten geben - bei ganzheitlichen Modernisierungen bzw. für för-

derfähige Komponenten von Einzelmaßnahmen erhalten. „Oftmals fehlen jedoch zeitliche Kapazitäten für die nicht selten monatelang dauernde Förderprozedur“, weiß Uwe Heinz, Vertriebsleiter bei Teka. Und so unterstützt das Unternehmen mit seinem Know-how - und zwar nicht nur, wenn es um die Absaug- und Filteranlagen, sondern eben auch, wenn es um die staatliche Förderung geht. „Wichtig ist, die Anträge vor der Anlagenbestellung einzureichen“, betont Uwe Heinz. www.bafa.de


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Das spart 10.000 Euro pro Fahrzeug und Jahr Zentralschmierung optimiert Fahrzeug- und Maschinenbetrieb bei Recyclingunternehmen Das Familienunternehmen Bartscherer wurde 1921 als erster privater Entsorgungsbetrieb in Berlin gegründet. Es ist vor allem im Gewerbebereich tätig und übernimmt alle Arten der Abholung - vom Altpapier über Kunststoffe und Folien bis hin zu Abfällen aus Gewerbebetrieben. Am Standort Berlin-Reinickendorf wird dann das Material gesammelt, sortiert, gepresst und anschließend der Industrie zur Wiederverwertung bereitgestellt. Für den Entsorgungs- und Recycling-Spezialisten ist der reibungslose Betrieb des Fuhr- und Maschinenparks eine Grundvoraussetzung, allerdings gab es genau hier in der Vergangenheit immer wieder Probleme. Die Firma Bartscherer beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und verfügt über einen Fuhrpark von 80 Lastwagen. Das reicht vom Pritschen-Lkw über Hakenabroller bis hin zum Müllfahrzeug. Darüber hinaus sind auf dem Werksgelände diverse Papierpressen und Sortieranlagen im Einsatz. Dabei sind, bei einem modernen Lkw, die meisten Lager an Chassis und Fahrwerk gemäß Herstellerangaben wartungsfrei. Dies betrifft unter anderem Achsschenkelbolzen, Lenkachsen, Federbolzen oder Bremsnachsteller. Dennoch verfügen die Lager beispielsweise in Drehkränzen oder Anhängerkupplungen immer noch über Schmiernippel für die einmalige Versorgung im Rahmen des Regelservices. Allerdings sind die entsprechenden Intervalle eher für den durchschnittlichen Betrieb ausgelegt. In der Praxis bedeutet dies: Sie reichen für die Ansprüche bei den Entsorgungsfahrzeugen nicht aus. Dies bestätigt Markus Lange, geschäftsführender Gesellschafter bei Bartscherer. Seiner Erfahrung nach ist eine regelmäßige Schmierung seiner Fahrzeuge und Maschinen unbedingt erforderlich, um die Verfügbarkeit und einen sicheren Produktionsablauf zu ermöglichen. „Bei ungünstigen Schmierrhythmen oder vernachlässigter Wartung ist es eine Frage der Zeit, bis die ersten Lager oder Bolzen festgefressen sind und für teures Geld ausgetauscht werden müssen. Kosten für die Werkstatt, Ersatzteile und Ausfallzeiten sind dann die Folgen“, weiß er. Um dies zu verhindern, hat Lange schon vor geraumer Zeit einen anderen Weg eingeschlagen. An einigen Fahrzeugen war bereits eine Zentralschmieranlage in Progressivbauweise von SKF vorhanden, beispielsweise zur Ver-

Markus Lange, geschäftsführender Gesellschafter bei Bartscherer, ist mit den Schmieranlagen äußert zufrieden. Er betont: „ Wir haben festgestellt, dass Bauteile mit unserer Lösung bis zu vier Mal länger halten als bei Handschmierung.“

Markus Lange von Bartscherer (links) und Andreas Herzer, Team Leader Service Center Lubrication Business Unit bei SKF, freuen sich, denn die Verfügbarkeit der Fahrzeuge und Maschinen wurde spürbar erhöht. Gleichzeitig sanken die Kosten für die Wartung.

sorgung des Container-Hakenlifts. „Unsere Idee war es, auch andere Stellen wie Lenkachsen, Achsschenkelbolzen oder Drehkränze regelmäßig zu bedienen“, so Lange. Aus diesem Grund holte er sich Unterstützung von Andreas Herzer, Team Leader Service Center Lubrication Business Unit von SKF. Also machten sich Herzer und sein Team an die Detailarbeit. „Es ist gut, wenn schon eine Zentralschmierung für den Aufbau existiert. Die zusätzlichen Schmierstellen können dann an diese vorhandene Zentralschmieranlage angeschlossen werden“, schildert Herzer. Ist keine vorhanden, kann auch ein komplettes System mit Pumpenaggregat installiert werden. „Dabei war es wichtig, jede Stelle durch eine eigene Leitung direkt am entsprechenden Auslass des Dosierverteilers anzuschließen. Dadurch ist sichergestellt, dass die Positionen unabhängig vom Gegendruck in der Leitung und im Lager zuverlässig mit der richtigen Menge versorgt werden. Einfach

„Die Komponenten an den Fahrzeugen und Maschinen kommen mit viel Schmutz in Berührung. Eine Zentralschmierung verhindert Verschleiß“, erklärt Lange. Als Beispiel nennt er Drehkränze an den Anhängern: „Diese halten heute ungleich länger. Da rostet eher die Karosserie.“

ein T-Stück in eine vorhandene Leitung einzusetzen und davon Fett abzuzapfen, wäre falsch und würde die Funktion beeinträchtigen“, erläutert der Schmierungsfachmann. Die verbauten SKF Zentralschmieraggregate KFG1 verfügen serienmäßig über drei Fettauslässe. Von denen wurde zur Versorgung des Container-Hakenlifts bislang eine verwendet.

Jede Stelle zuverlässig versorgt Für den Anschluss der zusätzlichen Chassis-Schmierstellen nutzte man einen weiteren Auslass, ohne dass hiervon die Versorgung der Aufbauten beeinträchtigt wäre. Darüber hinaus brachten die Experten am Fahrzeugrahmen einen oder gegebenenfalls auch mehrere weitere Progressivverteiler an. Der bzw. die Progressivverteiler übernehmen die Dosierung für jede einzelne der neu hinzugekommenen Schmierstellen. Für die Verbindung vom Pumpenaggregat zum Verteiler kam ein Hochdruckschlauch zum Einsatz. Zwischen den Verteilerauslässen und den Schmierstellen wurde druckfestes, UV-geschütztes Kunststoffrohr angebracht. „Die geschützte Verlegung der Leitungen war besonders wichtig: Wenn das Fahrzeug häufig abseits befestigter Straßen unterwegs ist, kann eine Leitung durch Steinbrocken oder Äste schnell beschädigt werden“, verdeutlicht Herzer diesbezüglich die Herausforderung. Bei stark gefährdeten Leitungsabschnitten, beispielsweise entlang eines heißen Auspuffs, kam dann sogar verzinktes Stahlrohr zum Einsatz. Das war natürlich nicht alles: Bei anderen Fahrzeugen des Fuhrparks wurden sogar die

Ladebordwände an das Schmiersystem angeschlossen. Bei Anhängern und Aufliegern wiederum werden die Zuggabelbolzen oder Drehkränze nun ebenfalls automatisch mit Schmierstoffen versorgt. Oder der 20-TonnenSchaufellader: Früher mussten die Instandhalter umständlich an bis zu 30 Stellen an dem Fahrzeug manuell schmieren. Jetzt erledigt dies eine zentrale Anlage. Ermutigt durch die positiven Ergebnisse entschied sich Lange, auch einige der vorhandenen Maschinen und Anlagen automatisch schmieren zu lassen, so zum Beispiel die großen Ballenpressen und die stationären Pressenaggregate. Je nach Hersteller wird mit Fett oder Fließfett geschmiert. Ketten von Förderbändern werden hingegen mit Öl versorgt. „Eine besondere Herausforderung war die Ausrüstung einer Sortieranlage. Hier arbeiten jede Menge Teile und insgesamt sind 200 Schmierstellen regelmäßig zu versorgen. Diese Aufgabe übernimmt jetzt eine Zentralschmierung von SKF. Seither läuft die Anlage problemlos, prozesssicher und ohne größere Ausfälle“, betont Lange. Und auch bei den Lkws rentiert es sich, denn früher gab es bei diesen Fahrzeugen alle 100.000 bis 150.000 Kilometer Probleme mit den Achsschenkeln. In der Folge mussten oftmals teure Ersatzteile angeschafft und die Bolzen zeitaufwendig eingebaut werden. Dies gehört nun dank einer zuverlässigen und genau dosierten Fettversorgung der Vergangenheit an und das rechnet sich. „Pro Jahr fallen nun 156 Arbeitsstunden für eine manuelle Schmierung weg. In der Summe mit dem Arbeitslohn sparen wir mindestens 10.000 Euro pro Fahrzeug und Jahr an Kosten für den Abschmierservice ein“, bestätigt der geschäftsführende Gesellschafter von Bartscherer Markus Lange und ergänzt: „Jetzt genügt es, den Vorratsbehälter des Schmieraggregats einmal im Monat aufzufüllen. Das kann der Fahrer während des Tankens erledigen.“ Zum Einsatz kommen übrigens ausschließlich Fette und Fließfette, die biologisch abbaubar sind. www.bartscherer-recycling.de www.skf.com

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Spezialschmierstoffe: Entscheidend für eine funktionierende Antriebstechnik Auf der Hannover Messe 2019 zeigt OKS schmiertechnische Lösungen für spezielle Anwendungen in der Antriebstechnik. Zu sehen sein werden unter anderem Spezialschmierstoffe für die Lebensmitteltechnik, wie zum Beispiel das Höchsttemperatur-Lagerfett OKS 4220. Dieses Wälzlagerfett, konzipiert für den Einsatz bei hohen Lasten und Temperaturen, ist NSF H1 zertifiziert und frei von MOSH/MOAH-Substanzen, wodurch das Risiko von ungewollten Kontaminationen auf ein Minimum reduziert wird. „Unverkennbar ist der Trend, durch intelligente Additive ohne kritische Bestandteile die Leistungsfähigkeit von Schmierstoffen weiter zu steigern“, erklärt Markus Breitenbach, Leiter Marketing der OKS Spezialschmierstoffe GmbH, und ergänzt: „Biologisch abbaubare Spezialschmierstoffe und Reiniger sowie wasserbasierende Gleitlacke und Korrosionsschutzprodukte tragen ebenfalls dazu bei, die Umwelt zu entlasten und die Produktsicherheit in sämtlichen Industriebereichen zu erhöhen.“ Häufig übertrifft, so betonen die Spezialisten von OKS, die Leistungsfähigkeit der neu entwickelten, umweltschonenden Lösungen dabei die der herkömmlichen Produkte. Ein passendes Praxisbeispiel von OKS ist die Schmierung von Transportketten bei der Herstellung von Aluminium-Getränkedosen. Nach dem Tiefziehen werden die Dosen lackiert und diese

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Schmiersysteme im Einsatz an Pumpen Schmierstelle gegen Verschmutzungen und Wassereintritt hermetisch abdichten Pumpen werden oft unter extremen Bedingungen betrieben. Dabei kann der direkte Kontakt zwischen Partikeln oder Schlamm und bewegten Teilen in einer Pumpe schnell zu Verschleiß und in der Folge zum Ausfall der Pumpe führen. Um die Lebensdauer von Lagern zu maximieren, muss deshalb das Eindringen von festen Verunreinigungen und Wasser verhindert werden. Eine Abdichtung der Welle durch die Stopfbuchse kann nur durch eine permanente Schmierung der Packung sichergestellt werden. Möglich macht dies beispielsweise der Einsatz des automatischen Schmierstoffgebers Star Varia von der Firma Permatec.

Spendezeit einstellbar

Durch den Einsatz eines Hochtemperaturkettenöls konnten der Schmierstoffverbrauch reduziert und die Standzeit einer Transportkette verlängert werden. Bild: OKS

Lackierung bei ca. 210 Grad Celsius eingebrannt. Der Transport durch den Einbrennofen erfolgt mit schnell laufenden Ketten, die einen Durchsatz von bis zu 20.000 Dosen/h erreichen. Durch den Einsatz des Hochtemperaturkettenöls OKS 3570/1 reduzierte sich hier der Verbrauch im Vergleich zum bisher eingesetzten Schmierstoff laut Hersteller um über 60 Prozent und was die Instandhalter freut - die Standzeit der Transportkette verlängerte sich auf das Doppelte. www.oks-germany.com

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Diese Schmiersysteme können von Hand installiert und gewechselt werden. Je nach Anforderung wird die Schmierstelle in der gewünschten Spendezeit fortwährend mit frischem Schmierstoff versorgt - und zwar genau in der gewünschten Menge, wie der Hersteller betont. Damit Pumpen nämlich reibungslos und störungsfrei arbeiten, ist eine zweckmäßige und auf die Schmierstelle individuell abgestimmte Menge an gefordertem Schmierstoff unabdingbar.

Ideal für schwer erreichbare Stellen Durch den Einsatz eines derartigen Schmierstoffgebers werden außerdem der Wartungsaufwand erheblich reduziert und darüber hinaus auch die Arbeitssicherheit erhöht. Durch die Auslagerung von schwer zugänglichen Schmierstellen, beispielsweise durch Schlauchzuleitungen an rotierenden Teilen, reduziert sich nämlich der Aufenthalt in Gefahrenbereichen.

Schmierstelle vor Schmutz geschützt

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Besonders wichtig bei Pumpen: Durch den Einsatz des Star Vario wird laut Hersteller die Schmierstelle gegen Verschmutzungen oder Wassereintritt hermetisch abgedichtet. Außerdem verhindert der Schmierstoff einen vorzeitigen Verschleiß oder Undichtigkeiten an Achsabdichtungen zur Pumpe. Die Schmierung durch das elektromechanische Schmiersystem erfolgt nach Herstellerangaben in einer exakt auf die Schmierstelle abgestimmten Dosierung über einen einstellbaren Zeitraum. So werden z.B. Stopfbuchsen, Labyrinthe, Elektromotoren oder Achslager zuverlässig geschmiert und sind unempfindlich gegen Umwelteinflüsse. Übrigens: Zum Thema gibt es umfassendes Informationsmaterial, das kostenlos beim Hersteller online bestellt oder heruntergeladen werden kann. www.perma-tec.com

Ein online abrufbares Video (https://www.youtube.com/watch?v=6E6KYMVWaUo) erklärt die Schmierung an Pumpen anschaulich. Bilder: Perma-tec

Nachschlagewerk automatische Schmierung Umfangreiche Hintergrundinformationen zur Schmiertechnik machen aus dem Perma Lube Book ein praktisches Nachschlagewerk für die automatische Schmierung. Es greift die Sicht- und Vorgehensweise des Anwenders auf und führt diesen nach Angaben der Autoren in drei Schritten zur optimalen Schmierlösung: Zunächst wird anhand von Branche, Hauptanwendung, wie Förderbändern, Elektromotoren, Lüfteranlagen, Pumpen, oder dem jeweiligen Maschinenelement die Schmierstelle definiert. Als Nächstes werden Parameter für die Montageart abgefragt, aus denen sich eine direkte oder indirekte Montage ergibt. Dies führt weiter zum nächsten Schritt, der Auswahl des geeigneten Schmiersystems dieses Herstellers samt dem passenden

Schmierstoff. Das Buch liefert aber nicht nur eine Übersicht über die Schmierlösungen für unterschiedliche Branchen, sondern es werden auch digitale Werkzeuge, beispielsweise zur Bestimmung der erforderlichen Schmiermenge, oder eine digitale Schmierstellenverwaltung vorgestellt. Praktische Tipps zur Arbeitserleichterung vor Ort und Checklisten zur Ermittlung der optimalen Montageart runden das Werk inhaltlich ab. Das Lube Book kann online angefordert werden und ist in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch, Tschechisch, Polnisch und Portugiesisch in gedruckter Form erhältlich. Elektronische Versionen sind zusätzlich in Chinesisch und Japanisch verfügbar. www.perma-tec.com/lube-book


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Unfallrisiko beim Transportieren reduzieren Abschaltbarer Permanentkranmagnet erlaubt Lastaufnahme und -ablage bis 3 Tonnen Bei der Verwendung von Lastaufnahme- sowie Anschlagmitteln ist höchste Vorsicht geboten, denn bereits kleine Unachtsamkeiten können schwerwiegende Folgen haben - bis hin zu tödlichen Verletzungen. Eine häufige Ursache für derartige Unfälle ist beispielsweise das Abgleiten von Haken an glatten Oberflächen, aber auch der unbemerkte Verschleiß von Anschlagmitteln wie Seilen oder Bändern. Doch gerade bei metallischen Lasten gibt es auch Alternativen. Ein Fall aus der Praxis: Beim Transport eines Blechpakets mittels Blechhaken stieß der Mitarbeiter, der diese Last führte, unbeabsichtigt mit einem Haken gegen ein anderes Paket. Daraufhin rutschte der Haken ab und die Bleche stürzten herunter - und sie fielen direkt auf den zuständigen Arbeiter. Das ist kein erfundenes Beispiel ganz im Gegenteil. Diesen Praxisfall beschreibt die BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) in der Onlinerubrik „Aus Unfällen lernen“. Und es ist kein Einzelfall, macht aber deutlich, wie eine ungeeignete Lastaufnahmeeinrichtung sowie Fehler oder Nachlässigkeit bei der Handhabung schnell gefährliche, sogar tödliche Unfälle nach sich ziehen können. Außerdem stellt der Verschleiß einen nicht unerheblichen Risikofaktor dar. Doch gerade beim Transport von metallischen Werkstücken wie Rohren oder Blechen lassen sich viele dieser potenziellen Gefahrenquellen vermeiden, nämlich durch den Einsatz des PermanentKranmagneten für Flachmaterial der Magna-C GmbH. Damit

Sicherer Transport … können, wie die Experten des Unternehmens betonen, selbst schwere Lasten von bis zu 3 Tonnen Gewicht sicher und schnell angehoben beziehungsweise abgesenkt werden. Und was die Instandhalter und die Beauftragten für die Arbeitssicherheit besonders freut - es gibt keinen Verschleiß. Geeignet ist das Modell beispielsweise für Eisenplatten sowie andere flache Stahlwerkstücke mit ausreichender Eigenstabilität. Doch es können auch andere Teile wie Zylinder damit bewegt werden. Zur Technik: Die eingesetzten, ex-

Speziell für die Blechverarbeitung bietet Magna-C auch eine Vorrichtung aus einer Distanztraverse und Dünnblechmagneten an. „Da es sich bei Kranmagneten um sicherheitsrelevante Komponenten handelt, beraten wir unsere Kunden bei der Auswahl des geeigneten Modells und unterstützen sie in der sachkundigen Handhabung - denn die Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen“, erklärt Fabian Förster, Vertriebsingenieur bei der Magna-C Gmbh.

trem starken Neodym-Magnete sind so angeordnet, dass ein tiefes Magnetfeld entsteht. Dadurch können sie auch bei Lasten mit größerer Materialstärke verwendet werden.

… von Flach- und Rundmaterial Sie verfügen über ein ausreichendes Hebevermögen für Gewichte zwischen 3 und 3.000 Kilogramm. „Zudem ist die Haftfläche mit einer V-förmigen Vertiefung versehen, die das Halten von zylindrischen Körpern bis 600 Kilogramm ermöglicht“, erklärt Fabian Förster, Vertriebsingenieur bei der MagnaC GmbH, und ergänzt: „Das Hebevermögen bei runden Werkstücken beträgt in etwa 30 Prozent des Ausgangswertes.“ Besonders clever: Aufgrund der hohen Tragkraft lassen sich darüber hinaus auch verzunderte,

raue oder verschmutzte Teile bewegen. Entsprechende Tabellen zur Bestimmung und Bewertung verschiedener Einflussgrößen wie Spalte und Materialgüte auf das Hebevermögen liegen dabei jedem Produkt bei. Und so funktioniert der Lasttransport in der Praxis: Mithilfe eines Hebels zum An- und Abschalten des Magnets kann die sichere Lastaufnahme beziehungsweise -ablage innerhalb von wenigen Augenblicken durchgeführt werden. Ein integrierter Verriegelungsschalter dient dabei zum Arretieren des Hebels und verhindert so ein unbeabsichtigtes Herabfallen der Last.

Geringere Unfallgefahr - kein Verschleiß „Insgesamt muss ein fachkundiger Bediener nur wenige Arbeitsschritte durchführen: aufsetzen, zuschalten, sichern, heben, fördern, absetzen, abschalten. Das sind sehr einfache, sehr schnelle und dadurch sehr sichere Vorgänge“, betont Förster. Durch die Nutzung von Magnetkraft und den daraus resultierenden Verzicht auf Anschlagmittel ergeben sich einige Vorteile für die Produktivität und Arbeitssicherheit: „Anschlagmittel sind in der Handhabung prinzipiell zeitintensiv und arbeitsaufwendig. Oft sind zwei Bediener notwendig“, weiß Förster und erklärt: „Darüber hinaus sind sie unfallträchtiger und unterliegen deutlichem Verschleiß.“ So müssen sie nicht nur häufiger ausgetauscht werden, sondern auch die Sicherheit nimmt ab, da

Bei der Bewegung mittels Kranmagnet weist die Last zwei Freiheitsgrade - Heben und Senken sowie Drehen - sowie eingeschränkt einen dritten, nämlich das Schwenken, auf. Hierbei ist zu beachten, dass der Magnet aufgrund der wirkenden Scherkraft beim Schwenken über nur etwa 30 Prozent der angegebenen Haftkraft verfügt, das Gewicht also dementsprechend reduziert werden muss. Bilder: Magna-C

besonders bei Ketten und Seilen Verschleiß meist unentdeckt bleibt. Kranmagnete hingegen verschleißen laut Hersteller sehr langsam, da sie mechanisch kaum belastet werden. Aus diesem Grund können sie über einen beinahe unbegrenzten Zeitraum eingesetzt werden; ein Ausfall sei nur bei Beschädigung oder der Abnutzung der Oberfläche zu erwarten. Außerdem tolerieren sie kurzfristig Werkstücktemperaturen von bis zu 80 Grad Celsius und dauerhaft von bis zu 60 Grad Celsius. Zudem sind die korrosionsgeschützten Magnete wartungsarm: Es genügt eine einmal jährlich stattfindende Sichtprüfung mit anschließendem Funktionstest

Kranmagnete gibt es in sechs verschiedenen Ausführungen, die sich vor allem in ihrem Hebevermögen unterscheiden.

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Lastaufnahme- sowie Anschlagmittel können leicht an glatten Oberflächen abgleiten. Ein weiteres Problem ist der Verschleiß. Bild: Dieter Schütz/pixelio.de

und der Dokumentation der Ergebnisse, die auf Wunsch auch vom Kranmagnethersteller durchgeführt werden können. Darüber hinaus hält Magna-C weitere Kranmagnete für andere Anwendungsbereiche vorrätig. Zu diesen zählen Modelle für Rundmaterial oder dünne Bleche und Rohre. Die Unterschiede liegen vor allem in der Tiefe von Magnetfeld und V-Nut, die auf den jeweiligen Zweck hin optimiert wurden. Für eine bessere Hantierbarkeit sind zusätzlich Schwenkmagnete erhältlich. Alle Produkte verfügen über eine große Öse, mit deren Hilfe sie sich leicht mit dem Kran verbinden lassen. www.magna-c.com

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Magnetisch, flexibel und rückstandsfrei Neue Lösung für ein flexibles Kennzeichnen im Lager und bei der Kommissionierung Mit magnetischen Kennzeichnungsprodukten lassen sich diverse intralogistische Prozesse flexibel organisieren und optimieren, denn diese Kennzeichnungsprodukte eignen sich sowohl für die Beschilderung von Regalen als auch für das Beschriften von Lagerboxen sowie für die Auszeichnung von Ladungsträgern. Das Kürnacher Unternehmen Schallenkammer bietet diesbezüglich nach eigenen Aussagen für fast jede Aufgabenstellung das passende Magnetsystem. Das eindeutige Kennzeichnen, Beschriften und Beschildern von Bauteilen, Regalen, Lagerboxen und Ladungsträgern gehört traditionell zu den wichtigsten Faktoren bei der effizienten Organisation moderner Materialflussprozesse. Als flexible, sichere und handhabungsfreundliche Lösung für diese identtechnischen Aufgabenstellungen bewähren sich in der Praxis immer wieder die Magnetprodukte, wobei es in diesem Bereich durchaus unterschiedlichste Produkte für die verschiedensten Einsatzzwecke gibt. Von der Schallenkammer Magnetsysteme GmbH werden beispielsweise die permanentmagnetischen Graviflex-Magnetfolien angeboten und zwar in unterschiedlichen Dicken, Haftkräften, Farben und Formen, also zum Beispiel auf der Rolle, als Platten, Streifen oder Bändern. Sie lassen sich an allen eisenhaltigen Halbzeugen, Bauteilen, Regalen oder Transportgeräten anbringen und mit Text, Barcodes oder Matrixcodes individuell bedrucken. Sie sind laut Hersteller immer wieder rückstandsfrei ablösbar und können mit wenigen Handgriffen jederzeit an anderen Einsatzorten eingesetzt werden. Das mache sie zu einer vielseitigen sowie über lange Zeit mehrfach verwendbaren Kennzeichnungslösung. Das Beschichten mit farbigen PVC-Folien und das kunden- oder prozessspezifische Bedrucken gehören dabei ebenso zum Leistungsspektrum von Schallenkammer wie das passgenaue Zuschneiden einsatzfertiger Bänder, Platten, Etiketten, Plaketten und Symbolen. Eine Alternative zu den fertig bedruckten Magnetschildern ist die frontseitige Beschichtung der Graviflex-Elemente mit einer

...informiert

VTH wartet mit digitalem Content für Techniker und Instandhalter auf Auf der Website www.vth-verband.de bieten der VTH Verband Technischer Handel e.V. und die VTH-Qualitätspartner aus der Lieferindustrie vielfältigen, nutzwertigen Content an. Gleich drei neue digitale Formate sind hinzugekommen.

Whitepaper „Predictive Maintenance“

Die Magnettaschen für Palettenregale verfügen über eine Einsteckhülle aus einer transparenten Kunststofffolie zum Einstecken beschrifteter Kartonstreifen.

Whiteboard-Folie. Dadurch erhält die Magnetfolie eine mit wasserlöslichen Tintenstiften farbig beschreibbare und trocken abwischbare Oberfläche. Diese Lösung eignet sich beispielsweise für Zwischen- und Pufferlager mit schnell drehenden Produkten oder für Ladungsträger, die innerhalb der Produktions- oder Lagerlogistik ständig neuen Aufgaben zugeordnet werden müssen. Die geeigneten Stiftesets erhält der Anwender ebenfalls bei Schallenkammer.

Tasche mit Wechselstreifen Basierend auf der Magnetfolie gibt es von diesem Anbieter außerdem Magnettaschen für Palettenregale. Sie sind standardmäßig im Format 318 x 74 Millimeter zu haben und verfügen an ihrer Vorderseite über eine Einsteckhülle aus einer transparenten Kunststofffolie. Hier lässt sich von oben ein beschrifteter Streifen aus dünnem Karton einschieben. Er ist in der Klarsichthülle vor Staub und Schmutz geschützt und lässt sich jederzeit auswechseln. Der Papierstreifen kann manuell oder am PC beschriftet werden; die darauf abgestimmten Beschriftungsbögen zur Verarbei-

tung in handelsüblichen Druckern gehören ebenfalls zum Portfolio des genannten Anbieters. Über das Standardformat können die Magnettaschen auch in individuellen Sondergrößen hergestellt werden. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Einstecktaschen realisieren, die exakt auf die Profilgeometrie der Stahlträger des Palettenlagers abgestimmt sind.

Was tun ohne Eisen? Für alle Fälle, in denen die Regale, Transport- und Lagerbehälter keine eisenhaltigen und magnetischen Flächen aufweisen, stellt Schallenkammer die sogenannten Ferropad-Haftflächen zur Verfügung. Dabei handelt es sich um dünne ferromagnetische Tafeln oder Folien, deren Rückseiten mit einer stark haftenden, aber lösbaren Selbstklebeschicht versehen sind. Diese Elemente lassen sich dann z.B. an Kunststoffboxen, Holzregalen oder Ladungsträgern aus Aluminium anbringen und bieten so einen eisenhaltigen und sicher haftenden Untergrund für das flexible Handling der Magnetfolienschilder oder die Anbringung der Magnettaschen. www.schallenkammer.de

Das erste VTH-Whitepaper im neuen Layout beleuchtet das Thema „Predictive Maintenance“. Zunächst geht es um eine Definition und wie sich dieses Wartungsmodell von konventionellen unterscheidet. In der betrieblichen Praxis kommen bislang vor allem „Reactive Maintenance“ und „Preventive Maintenance“ zum Tragen. Das Whitepaper stellt sie „Predictive Maintenance“ gegenüber und benennt die Vorteile des neuen Ansatzes. www.vth-verband.de/ predictive-maintenance

„Erzählende“ Infografiken Nach VTH-Umfragen ist in neun von zehn Fällen ein unfachmännischer Einbau von Flachdichtungen der Grund für Probleme mit Flanschdichtungen. Anlass genug, die passende Infografik „Fachgerechte Montage von Flachdichtungen“ zu entwickeln. Die Reihe praxisnaher Illustrationen startete mit „Schutzmaßnahmen für Schlauchleitungen“, z.B. auch zur Verwendung als Werkstattposter, und wird regelmäßig weitergeführt. www.vth-verband.de/infografiken

Erfolgsgeschichten im Video Um den zahlreichen innovativen Dienstleistungen aus der Branche eine attraktive Plattform zu bieten, rief die VTH-Qualitätspartner-Initiative die „Erfolgsgeschichten“-Videos ins Leben. In HD-Qualität thematisieren sie interessante Anwendungen. Das erste Video zeigt, wie der Technische Händler Knip, sein Kunde Korsch und der VTH-Qualitätspartner Norres gemeinsam die Lösung für eine reinigungsarme Schlauchleitung fanden. Die zweite Erfolgsgeschichte „Wartung digitalisieren“ illustriert die enge Kooperation zwischen dem Technischen Händler Protec, dem Global Player Zentis und dem VTH-Qualitätspartner Contitech. www.VTH-Erfolgsgeschichten.de

Kreativ überspitzter Animationsfilm Von einem fiktiven Fall erzählt ein unterhaltsamer Animationsfilm: Ein fachfremder Online-Händler verursacht mit seinen Billigprodukten eine Umwelt- und Zugkatastrophe. Ob der geistesgegenwärtige Fachhändler Tim Hoffmann rettend eingreifen kann? Die Antwort gibt das Video im VTHYoutube-Kanal und auf: www.Wir-liefern-Qualität.com Die Graviflex-Magnetfolien lassen sich mit Text, Barcodes oder Matrixcodes bedrucken. Bilder: Schallenkammer


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Die leichte, aber leistungsstarke Alternative

Die Zahn- und Kegelräder aus Kunststoff sind die leichte, aber dennoch robuste Alternative zu Stahlmodellen. Bilder: Norelem

Norelem erweitert sein Produktportfolio um Verzahnungsteile aus Kunststoff Ein geringes Gewicht, gepaart mit einer hohen Korrosionsbeständigkeit, Laufruhe und einem niedrigen Wartungsaufwand dank Selbstschmierung und das bei einem gutem Preis-Leistungs-Verhältnis keine Frage, Zahnräder aus Kunststoff bieten im Vergleich zu Stahlmodellen viele Vorteile. Dies ist auch der Grund, warum Norelem nun zahlreiche Ausführungen in sein Sortiment aufgenommen hat.

Das Sortiment umfasst unter anderem auch KunststoffZahnstangen in Modul 0,5 bis 3 mit einer Standardlänge von 250 Millimetern.

Kombination aus Zahnstange und Stirnzahnrad setzt Dreh- in Linearbewegungen oder umgekehrt um. Das Sortiment umfasst hier Kunststoffmodelle in Modul 0,5 bis 3 mit einer Standardlänge von 250 Millimetern. Kunststoff-Kegelräder in Modul 1 bis 3,5 wiederum stehen mit Übersetzungen von 1:1 bis 1:5 als Standardausführung zur Verfügung. Sie werden vor allem für den Bau von Winkelgetrieben benötigt, die wiederum in Anwendungen mit hohen Untersetzungen und Drehmomenten sowie schnellen Bewegungen gefragt sind. Alle Verzahnungsteile sind in Ausführungen sowohl aus dem Standardwerkstoff Polyacetal als auch dem Premium-Material Polyketon erhältlich. Während Polyacetal eine hohe Härte und einen niedrigen

Reibungskoeffizienten garantiert, hat Polyketon eine höhere Lebensdauer und punktet mit einer besseren Leistungs übertra gung. Auch die Anfälligkeit für Zahnbruch ist deutlich reduziert. Beide Kunststoffe sind in einem Temperaturbereich von minus 40 Grad Celsius bis plus 140 Grad Celsius einsetzbar. www.norelem.de

Chemikalienbeständige Filterkerzen, die hohen Temperaturen trotzen

Edelstahl-Schweißbolzen für Stauff-Schellen

Die Filtration Division von Eaton stellt die neue Loftrex-NylonFilterkerze vor. Diese schmelzgeblasene Tiefenfilterkerze hält Betriebstemperaturen von bis zu 120 Grad Celsius sowie organischen Lösungsmitteln stand. Die Filter aus einem Nylon 6.6Polymermaterial werden mittels der sogenannten Melt-BlownTechnologie gefertigt. Durch das wiederholte Aufschichten der Fasern im Herstellungsprozess verfügt die Filterkerze laut Hersteller über eine enorme Kapazität zum Abscheiden von Partikeln. Ihre abgestufte Porenstruktur hält die Partikel abhängig von ihrer Größe in unterschiedlichen Bereichen in der Filtermatrix zurück. Größere Teilchen werden in den äußeren Schichten zurückgehalten und kleinere weiter im Inneren. Bill Laidlaw, Global-Cartridge-Pro-

Auf der Hannover Messe zeigt Stauff erstmals eine Erweiterung des Befestigungsprogramms für die StauffSchellen. Die Schweißbolzen, mit denen die Schellen direkt auf der Unterkonstruktion befestigt werden können, sind nämlich nun auch in Edelstahl lieferbar. Bislang gab es diese Schweißbolzen nur in Stahl mit Kupferüberzug. Sie verfügen über ein M6-Innengewinde und ersetzen die sonst verwendeten Anschweißplatten, die zur Befestigung von Rohr-, Schlauch- und Kabelschellen in der StandardBaureihe entsprechend DIN 3015 (Teil 1) eingesetzt werden. Auch auf andere gängige Befestigungselemente, z.B. für Spanngurte, Kabelbinder oder Kabelschutz-Wellschläuche, lässt sich dieses Funktionsprinzip übertragen. Die so entstehende Verbindung zeichnet sich laut Hersteller durch hohe Stabilität sowie durch schnelle und somit kostengünstige Montage der Schellen aus. In vielen Einsatzbereichen, wie zum Beispiel dem industriellen Leichtbau, ist das Bolzenschweißen zudem die einzig technisch umsetzbare Lösung zum Befestigen der Schellen auf der Unterkonstruktion. Durch die Programmerweiterung um Schweißbolzen aus Edelstahl können die Vorteile dieser Verbindungstechnik nun auch dort genutzt werden, wo der Werkstoff Edelstahl vorherrscht. Das gilt z.B. für den Marine- und Offshorebereich, für den Aggregate-, Tank- und Behälterbaubau sowie die Prozesschemie. Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich sind Maschinen und Anlagen für die Lebensmittelverarbeitung. www.stauff.com

duct-Manager der Filtration Division von Eaton, führt aus: „Die Loftrex-Nylon-Filterkerzen sind die ideale Lösung für die Filtrationsherausforderungen von Klebstoffen, Lacken, Druckfarben, Lösungsmitteln und Wachsen. Denn bei diesen Anwendungen sind die härtesten Bedingungen Alltag.“ Außerdem zeichnet sich die neue Filterkerze durch eine besonders glatte Oberfläche aus, was die Fasermigration reduziert. Hintergrund: Freigesetzte Fasern aus Filtermaterialien können nämlich ihrerseits Quelle von Verunreinigungen sein und Produktionserträge mindern sowie zu Anlagenschäden führen. Die Filterkerzen erfüllen die Vorgaben der FDA 21CFR und sind somit für den Einsatz in Lebensmittel- und Getränkeanwendungen zugelassen. www.eaton.de

Das zeitaufwendige Nacharbeiten von Schweißstellen entfällt nahezu komplett, betont der Hersteller und verweist auf die kurze Schweißzeit und die punktuelle Wärmebeeinflussung. Auf diese Weise entsteht kaum ein Materialverzug. Bild: Stauff

Die Loftrex-Nylon-Filterkerze ist laut Hersteller eine leistungsfähige und langlebige Filterkerze, die dank ihres feinporigen Materials hohe Mengen an Verunreinigungen zurückhält. Bild: Eaton

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formschlüssige und schlupffreie Übertragung von Kräften mit wechselnder Drehrichtung. Dies kann zum Heben und Senken von Maschinenelementen oder Lasten genutzt werden. Geradverzahnte Kunststoff-Stirnzahnräder mit zwölf bis 150 Zähnen sind bei Norelem in Modul 0,5 bis 3 erhältlich. Die

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Die von Norelem angebotenen Zahnräder, Zahnstangen und Kegelräder aus Kunststoff sind zum Beispiel für Kraftübertragungsund Positionieraufgaben im Maschinenbau oder auch für Einsätze in der Automatisierungstechnik konzipiert. So gewährleisten z.B. die Stirnzahnräder laut Hersteller eine

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MESSEN & EVENTS

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Bauma setzt auf Nachhaltigkeit

Bild:Mesago

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HMI: Industrial Intelligence

Nachhaltige Lösungen für Innovationspreis nominiert

Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen im Fokus

Bei der Bauma, der weltweit führenden Messe für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte (München, 8. bis 14. April), ist Nachhaltigkeit eines der Kernthemen; schließlich hat die Baubranche naturgemäß einen sehr großen ökologischen Fußabdruck.

Wer wissen will, was unter dem Stichwort digitale Transformation der Industrie zu verstehen ist, wer erfahren möchte, wer die Treiber dieser Entwicklung sind und wohin die Reise geht, findet die Antworten in den Digital-Factory-Hallen auf der Hannover Messe, die vom 1. bis 5. April 2019 stattfindet.

Ein großes Thema der Messe ist das Vermeiden oder Reduzieren von Emissionen aller Art. Beispiel: das Kaltfräsen alter Fahrbahndecken. Um die hierbei entstehenden großen Mengen an Feinstaub zu senken, entwickelte beispielsweise die Bomag GmbH die Ion Dust Shield Technologie: Das System ist in einem Kasten direkt am Förderband der Fräse installiert. Eine Absaugung zieht die Staubpartikel durch ein elektrisches Feld. Sie laden sich positiv auf und werden vom negativ geladenen Gehäuse

angezogen. Dabei verklumpt der Feinstaub dauerhaft zu ungefährlicheren gröberen Partikeln und kann mit dem Fräsgut abtransportiert werden. Diese Lösung brachte Bomag auf die Liste der Nominierten für den Bauma Innovationspreis 2019. Weitere Themen, die hier von Bedeutung sind, sind der Elektroantrieb von Baumaschinen, die Reduktion von Stäuben und Emissionen sowie das Gewinnen von Rohstoffen in Abraumhalden. www.bauma.de

Bild: Messe München

Servparc: 25.-26.06. Die Veranstaltung Servparc, die in Frankfurt a.M. stattfindet, versteht sich als der Hotspot für Zukunftstrends in Facility Management, Industrieservice und IT. Auf fünf Stages werden für die Industrie relevante Themen wie Innovationen und Digitalisierung abgebildet. Und dabei wird es sehr konkret: Was bedeutet die digitale Transformation für die FM-Branche? Was ist der Nutzen einer langfristigen und nachhaltigen Kundenbeziehung im Vergleich zu einer kostenorientierten Entscheidung? Welche Pflichten hat der Betreiber einer Immobilie und wie kann man deren Organisation rechtssicher aufstellen? Hochkarätige Vertreter des Fachgebiets und zahlreiche namhafte Firmen laden zur Diskussion ein, um Maßnahmen und Strategien zu besprechen. B&I begleitet die Servparc, bei der Interaktion und Networking im Vordergrund stehen, in der Ausgabe 3/19. www.servparc.de

Instandhaltung schafft und bewahrt Werte: Auf der In.Stand werden industrielle Dienstleistungen von spezialisierten Serviceunternehmen sowie internen Wartungs- und Instandhaltungsorganisationen abgebildet. Das Portfolio reicht dabei von Consulting und Finanzierung, über Integration und Training, bis hin zu Wartung und Rückbau oder Recycling. Jetzt informieren und anmelden unter www.in-stand.de

23.–24. Oktober 2019 | Messe Stuttgart

Im Bereich Digital Factory präsentieren die Unternehmen Lösungen, die aus den enormen Datenmengen der digitalisierten Produktion selbstständig lernen, sich selbst optimieren, Maschinenausfälle voraussagen und Industrie-4.0Prozesse beschleunigen. „Die Unternehmen im Bereich Digital Factory machen den digitalen Wandel innerhalb der Industrie möglich”, verdeutlicht Arno Reich, Global Director Digital Factory im Team der Hannover Messe, und ergänzt: „Machbar wird er dann im Zusammenspiel von Automation und Industrial IT. Die große Dynamik dieses Wandels zeigen unter anderem die immer neuen Allianzen zwischen klassischen IT-Anbietern und Industriekonzernen.” Zwei weitere Themen rücken dabei noch stärker in den Fokus. Das ist zum einen Data Analytics. Dabei geht es um Software, die anhand intelligenter Datenanalyse der Industrie hilft, den Energie- und Ressourcenverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig Flexibilität,

Bild: Deutsche Messe AG

Agilität und Qualität von Produktionsabläufen zu verbessern. Zum anderen bekommt das Thema Blockchain seine eigene Präsenz auf der Messe. Mit Blockchain lassen sich Verträge verifizieren, Lieferketten überwachen oder im IoT vernetzte Anlagen vor Cyberangriffen und Ausfällen schützen. Insgesamt rechnet die Messeleitung mit 6.500 Ausstellern, über 220.000 Besuchern und mehr als 1.400 Events, die im Rahmen der Messe stattfinden. www.hannovermesse.de

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 2, März/April 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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