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DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Die Sicherheit fährt immer mit Sicher mit 127 Sachen an der Ostseeküste entlang - das geht im „Schwur des Kärnan“. So heißt eine der herausragenden Attraktionen des Hansa-Parks, gelegen im Ostseebad Sierksdorf an der Lübecker Bucht. Die Achterbahnen des Erlebnisparks, die zu den größten und spektakulärsten Europas zählen, haben alles, was den Adrenalinspiegel nach oben schnellen lässt, wie einen Rückwärtsfreifall. Damit alles jederzeit zuverlässig funktioniert, wird z.B. alljährlich eine Inspektion mit Endoskopie der im Park eingesetzten Industriegetriebe durchgeführt.

Zum Einsatz kommen SEW-Getriebemotoren und mehrere Frequenzumrichter der Baureihe Movidrive.

Keine Kompromisse gab es ebenfalls bei der Auswahl des Achterbahnbauers: „Der Schwur des Kärnan“ ist nach „Fluch von Novgorod“ und „Die Schlange von Midgard“ die dritte Anlage, die die Gerstlauer Amusement Rides GmbH im Hansa-Park errichtete. Das Unternehmen aus dem bayerischen Münsterhausen zählt zu den internationalen Experten im Achterbahnbau. Ob Herz, Heartline Roll oder Terraincoaster - „Der Schwur des Kärnan“ bietet eine Vielzahl spannender Achterbahn-Elemente und verschafft den 16 Gästen pro Zug gleichermaßen erhöhten Puls sowie einen attraktiven Blick auf die Ostsee der Lübecker Bucht. Die Anlage umfasst insgesamt drei dieser Züge. Während eine Reisegruppe gerade kreischend auf der Strecke unterwegs ist, wird in den beiden anderen ein- und ausgestiegen - auch dafür setzt der Hansa-Park auf Antriebstechnik von SEW-Eurodrive. Hierbei handelt es sich um fünf Zusatzantriebe mit jeweils 22 kW Leistung. Die Achsen treiben Reibräder an, die für den

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1864-4554

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November 2019

Stresstest: Sachverständige überprüfen Schweißnähte bei neuer Pipeline. Seite 20

Der Betreiber des Hansa-Parks setzt bei der spektakulären Achterbahn „Der Schwur des Kärnan“ auf den Service für Industriegetriebe von SEW-Eurodrive. Bilder: Hansa-Park

Adrenalin ist garantiert - zumindest bei den Fahrgästen, denn die Techniker in Sierksdorf verzichten gern auf dieses Stresshormon während der Saison. Für Henrik Kazanczuk, Technischer Leiter der Abteilung Fahrgeschäfte, stand deshalb fest, dass SEW-Antriebstechnik verbaut werden muss.

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Vortrieb der Fahrwagen bis zum Kettenlift sorgen. Praktisch umgesetzt wurde das Ganze mit SEW-Getriebemotoren und mehreren Frequenzumrichtern der Baureihe Movidrive B. Für den Kettenlift ist hingegen eine Antriebsleistung über 300 kW notwendig, um jeden Zug vollbesetzt mit einer Geschwindigkeit von 3 m/s vertikal nach oben zu ziehen. Von dort aus geht es dann mit natürlichem Gefälle und bis zu 127 km/h auf die 1.235 m lange Strecke. Bei der Auslegung von Frequenzumrichter und Getriebemotor hat SEW-Eurodrive angesichts schwer zu bestimmender Losbrechmomente eine energetisch sinnvolle Reserve eingerechnet, die für den HansaPark einen wichtigen Beitrag für mehr Verfügbarkeit und längere Lebensdauer darstellt. „Wir wollen unsere Technik nicht im roten Bereich betreiben, weil dieses unweigerlich zulasten der Lebensdauer geht. Geplant sind mindestens zehn Jahre Betriebszeit“, betont Henrik Kazanczuk. Weiter auf Seite 22

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TOP NEWS Studie: Intelligente Instandhaltung Thema ist noch nicht in der Industrie angekommen Seite 02 Drohnen in der Intralogistik? Über Planungsfehler und das Potenzial von Drohnen Seite 10 20 Prozent weniger Stillstände Wie Yamauchi den Produktionsprozess optimiert und Stillstände eliminiert Seite 12 Energieaudit vs. Energiemanagementsystem Unternehmen stehen erneut vor dieser Entscheidung Seite 26

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Das kann doch nicht wahr sein ...

Seit Jahr und Tag berichtet die B&I von neuen Lösungen und Techniken, welche die Arbeit der Instandhalter erleichtern. In der Rubrik Condition Monitoring stellen wir beispielsweise regelmäßig Zustandsüberwachungstechnologien vor, die dem Instandhalter zeigen, wenn, wo und was nicht optimal läuft. Wir berichten über Smart-Maintenance-Ansätze

sowie über die Bedeutung der Analyse von Daten für die Wartung und erklären ausführlich die Vorteile von Augmented-Reality-Lösungen, mittels derer Spezialisten sich ortsunabhängig in die Instandsetzung einschalten und beraten können - und dann das. Eine neue Studie von Acatech, die im Detail im unten stehenden Artikel vorgestellt wird, kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Befragten

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die Instandhaltung immer noch nach dem Feuerwehr-Prinzip organisieren und damit erst tätig werden, wenn es „brennt”, also wenn eine Maschine oder Anlage auf einmal stillsteht. Bei der Art und Weise, wie in vielen Firmen die Wissensweitergabe in der Instandhaltung organisiert ist, kann man ebenfalls nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen und gerade mal ein Drittel der befragten Unternehmen doku-

mentiert die durchgeführten Arbeiten digital und zentral. Es gibt also noch viel zu tun, viel zu erklären und viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Die angespannte wirtschaftliche Konjunkturlage könnte allerdings den modernen Instandhaltungsthemen in die Hände spielen, denn hier schlummert ein enormes Optimierungspotenzial. Wir jedenfalls werden nicht müde, uns den Themen zu widmen - verVolker Zwick sprochen.

Es ist noch weit hin zur Smart Maintenance Studie: Intelligente Instandhaltung ist in der Industrie noch nicht angekommen Eine neue gemeinsame Studie von Acatech, der deutschen Akademie der Technikwissenschaften, und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML gibt Aufschluss darüber, wie weit deutsche Unternehmen bei der Umsetzung einer „intelligenten Instandhaltung“ sind. Und um es gleich vorwegzunehmen: Die Ergebnisse sind ernüchternd. Basis dieser Studie „Smart Maintenance - Der Weg vom Status quo zur Zielvision“ ist eine Umfrage unter 96 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, für die intelligente Instandhaltung ein zunehmend bedeutendes Thema ist. Unter anderem stellte sich aufgrund dieser Umfrage heraus, dass die meisten Unternehmen über keine oder nur eine sehr schwache Datenbasis verfügen, die Auskunft über bald auftretende Störungen oder die Notwendigkeit von Instandhaltungsmaßnahmen geben könnte. So gab über die Hälfte (57 Prozent) der befragten Unternehmen an, dass Elemente in der Fabrik erst dann instand gehalten werden, wenn ein Problem bereits aufgetreten ist. Mit Echtzeitdaten könnten Systeme besser überwacht

und Probleme präventiv vermieden werden - doch nur vier Prozent der Unternehmen nutzen diese Möglichkeit. Erschwerend kommt hinzu, dass das Wissen darüber, wie Elemente in einer Fabrik gewartet und überprüft werden können, häufig in den Köpfen einzelner Mitarbeiter steckt. Dabei sollte eben dieses Wissen dokumentiert und anderen Beschäftigten bereitgestellt werden, z.B. in Form eines Wikis im Intranet. Nur so kann, beispielsweise im Falle eines Personalausfalls oder wenn Mitarbeiter in Rente gehen, sichergestellt werden, dass für die Firma wichtiges InstandhaltungsKnow-how nicht verloren geht. Doch in mehr als einem Viertel der befragten Firmen, konkret bei 27 Prozent, geschieht dies nicht: Dort wird individuelles Instandhal-

tungswissen stattdessen bei Bedarf mündlich weitergegeben. Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen gibt an, Wissen zwar in Papierform bereitzustellen, dabei aber keine standardisierten Prozesse zur Wissenserweiterung zu nutzen. Zudem sollte vorhandenes personenbezogenes Wissen eigentlich nicht nur dokumentiert, sondern auch kontinuierlich erweitert werden - gerade, da durch neue technische Innovationen die Arbeitsabläufe verbessert werden können. Dennoch bietet über die Hälfte (53 Prozent) der befragten Unternehmen keine speziellen Schulungsmaßnahmen im Bereich Digitalisierung für erfahrene Mitarbeiter an. Im Falle auftretender Komplikationen werden sie stattdessen von Kollegen, die über eine

Nicht einmal ein Drittel der Befragten dokumentiert digital und zentral. Bild: B&I, Daten: Acatech Studie

entsprechende Expertise verfügen, unterstützt. Dabei können bestimmte Aufgaben bei der Instandhaltung heute mithilfe von Augmented Reality (AR) oder Virtual Reality (VR) besonders einfach und effektiv erledigt werden. Diese Technologien können z.B. bei Schulungen und der gemeinsamen Bearbeitung von Aufgaben bei räumlicher Trennung der involvierten Mitarbeiter sinnvoll eingesetzt werden. Dennoch gibt gerade einmal jedes zwanzigste befragte Unterneh-

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men an, AR für diese oder ähnliche Zwecke zu nutzen. Die technologischen Möglichkeiten sowie die hohen Anforderungen der Smart Maintenance sind die größten Herausforderungen für das Instandhaltungspersonal in vielen Unternehmen. Die Autorinnen und Autoren der Studie skizzieren daher eine Zielvision der Smart Maintenance für die produzierende Industrie in Deutschland und stellen dabei Best-Practice-Anwendungen vor. So zeigen sie am Unternehmensbeispiel Bilfinger, wie durch künstliche Intelligenz Industrieanlagen automatisch digitalisiert werden können und am Beispiel Evonik, wie Virtual Reality ein zeit- und ortsunabhängiges Training von Beschäftigten ermöglicht. Die Studie gibt Unternehmen außerdem eine Roadmap an die Hand, die ähnlich wie der von Acatech entwickelte Industrie 4.0 Maturity Index einen Weg zur Smart Maintenance weisen soll. „Die Bedeutung der Smart Maintenance für die Smart Factory konnten Acatech und das Fraunhofer IML über die letzten Jahre hinweg deutlich machen und in die Köpfe wesentlicher Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bringen. Dennoch zeigt die Umfrage, dass nach wie vor viele Unternehmen der Instandhaltungsorganisation eine zu niedrige Priorität einräumen. Die neue Studie macht nun eindringlich deutlich, welchen Wertbeitrag Smart Maintenance leisten kann, wie sie erreicht werden kann und wie dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland weiterhin gesichert wird“, so Michael Henke, Institutsleiter Fraunhofer IML und Leiter des Projekts „Smart Maintenance Der Weg vom Status quo zur Zielvision“. www.acatech.de


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Branchenindikator auf Talfahrt Schlechte Stimmung der deutschen Wirtschaft offenbart sich im Branchenindex Die Auswertung der vierteljährlichen Umfrage des FVI und FIR für den Branchenindikator Instandhaltung für das dritte Quartal zeigt, wie sehr sich die schlechte Stimmung in der Gesamtwirtschaft auf die Instandhaltung auswirkt. Betroffen sind von dieser Entwicklung sowohl die innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen als auch die externen Dienstleister. Im Detail sinkt erstmals seit Beginn der Erhebung der Indexwert der innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen auf einen Wert unter null. Auch auf seiten der industriellen Instandhaltungsdienstleister verzeichnet der Index Einbußen. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen … Zu den industriellen Instandhaltungsdienstleistern: Hier sank im dritten Quartal - und zwar entgegen den positiven Erwartungen aus dem Vorquartal - die Stimmung um 13 Punkte. Mit 26 Punkten erreichte der Index hier den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2016. Allerdings fällt die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation sogar etwas besser aus als im vergangenen Quartal. Sie wird von jeweils 48 Prozent der industriellen Instandhaltungsdienstleister als befriedigend oder gut empfunden. Der Blick in die Zukunft fällt allerdings weniger optimistisch aus. 17 Prozent (das entspricht einem Minus von 37 Prozentpunkten) der Befragten erwarten hier eine günstige, 22 Prozent (das entspricht einem Plus von 18 Prozentpunkten) hingegen eine ungünstige Entwicklung. Die Erwartungen für das kommende Quartal fallen damit insgesamt etwas schlechter aus als in der letzten Umfrageperiode, prognostizieren jedoch überwiegend gleichbleibende bis positive Entwicklungen. Zumal die aktuelle Auftragslage relativ unverändert im Vergleich zum Vorquartal wahrgenommen wird. 39 Prozent (ein Plus von 4 Prozentpunkten) schätzen sie als gut ein. Für die Zukunft sieht die

Mehrheit der Instandhaltungsdienstleister (52 Prozent) hier eine gleichbleibende Entwicklung. Bei der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen geben nur noch 48 Prozent der Befragten an, im vergangenen Quartal steigende Beschäftigtenzahlen verbucht zu haben, im Vorquartal sagten das noch 65 Prozent. Auch die Erwartungen für das nächste Quartal sind in dieser Kategorie zurückgegangen. Hier geben 43 Prozent (vorher 68 Prozent) der Befragten an, mit steigenden Mitarbeiterzahlen zu rechnen. 13 Prozent hingegen prognostizieren aktuell einen Abbau von Arbeitsstellen. Die Entwicklung des Preises wird von der Mehrheit der industriellen Instandhaltungsdienstleister als unverändert (78 Prozent) oder steigend (22 Prozent) bewertet. Für das kommende Quartal erwarten 70 Prozent der Befragten gleichbleibende und 30 Prozent sogar steigende Preise.

Stimmungstief Die Stimmungslage bei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen, die sich in der letzten Umfrageperiode noch stabilisieren konnte, brach im dritten Quartal ein: Der Branchenindex sank das

erste Mal seit Beginn der Erhebung auf unter null Punkte (minus 3,8 Punkte) ab. Die Erwartungen für das kommende Quartal sinken ebenfalls - und zwar in den meisten Kategorien. So wird z.B. die aktuelle Budgetierung schlechter als noch im vergangen Quartal wahrgenommen. Zwar sieht die Mehrheit (75 Prozent) diese immer noch als gut oder befriedigend an, aber 26 Prozent bewerten die Budgetierung der eigenen Abteilung als schlecht - im Vorquartal waren es nur 15 Prozent. Allerdings rechnet mit 72 Prozent immer noch ein Großteil der Befragten mit einer gleichbleibenden oder günstigeren Entwicklung in dieser Kategorie. Bei den Mitarbeiterzahlen verzeichneten 34 Prozent der befragten Instandhaltungsabteilungen einen Rückgang. Für die Zukunft rechnen sogar 31 Prozent mit einem weiteren Stellenabbau, was doppelt so viele sind als im zweiten Quartal und dem höchsten Wert seit Beginn der Erhebung. Nichtsdestotrotz wird die Auslastung der Mitarbeiter weiterhin als hoch empfunden (83 Prozent). Für die Zukunft wird hauptsächlich mit einer gleichbleibenden (51 Prozent) oder steigenden Auslastung (46 Prozent) gerechnet. Das wiederum dürfte einem weiteren Stellenabbau entgegenwirken. Die stärkste Veränderung im Vergleich zu der letzten Erhebung verzeichnet der Anteil der Fremdleistungen. Nachdem dieser im vergangen Quartal von 42 Prozent der Instandhaltungsabteilungen als hoch eingestuft wurde, geben dies aktuell nur 26 Prozent der Befragten an. In Zukunft rechnen jedoch 32 Prozent (plus 17 Prozentpunkte) wieder mit einem steigenden Anteil an Fremdleistungen. Die Auswertung des Umfragesonderteils „Datenanalysen in der Instandhaltung“ zeigt, dass neben Predictive Maintenance eine Vielzahl weiterer Anwendungsfälle von Datenanalysen in der Praxis verbreitet ist. Unter anderem stellt das Ableiten von Rückschlüssen über die Produktivität von Maschinen und Anlagen aktuell einen weitverbreiteten Ansatz dar. Zu den Details: 45 Prozent und damit knapp die Hälfte der Instandhaltungsdienstleister gaben an, bereits Methoden der Datenanalyse in ihrem Unternehmen für die Erbringung von Instandhaltungsdienstleistungen zu verwenden. Viele Firmen gaben ebenfalls an, verschiedene Datenanalyseanwendungen entweder im Pilotbetrieb zu testen (36 Prozent) oder aktuell die Einführungsmöglichkeiten zu prüfen (32 Prozent).

Die politischen Unsicherheiten mit dem ungeregelten Brexit und den globalen Handelsstreitigkeiten schlagen sich offensichtlich in der Stimmung der deutschen Wirtschaft nieder und das wiederum zeigt sich auch im Branchenindex für die Instandhaltung. Bild: FVI

Neben Predictive Maintenance als Anwendungsfall wurden viele weitere Beispiele wie die Verwendung von Algorithmen zur Generierung smarter Fehlermeldungen angeführt. Bei den Nutzenversprechen ihrer Datenanalyseprojekte gaben die meisten Instandhaltungsdienstleister an, z.B. durch die Vermeidung schwerwiegender Stillstände Instandhaltungskosten einsparen zu wollen. Die Steigerung von Produktivität und Qualität in

der Produktion stellen mit einem Anteil von je 50 Prozent ebenfalls häufige Nutzenversprechen dar, die Einsparung von Energiekosten nannten nur 27 Prozent. Aktuell läuft die Befragung zum Branchenindikator für das vierte Quartal, diesmal mit dem Sonderthema „Obsoleszenzmanagement“. Das FVI bittet um rege Teilnahme. Die Onlinebefragung dauert nur wenige Minuten. http://ih-indikator.de/

In.Stand 2019: Premiere gelungen Am 24. Oktober ging nach zwei Tagen die In.Stand zu Ende. Zur Premiere der Fachmesse für Instandhaltung und Services wurden 86 Aussteller und 1.238 Besucher in Stuttgart registriert. Auch wenn die Zahl der Besucher noch Luft nach oben lässt - die hohe Besucherqualität war bemerkenswert: Mehr als 50 Prozent Instandhalter, davon zwei Drittel an Investitionsentscheidungen maßgeblich beteiligte Fachbesucher, kamen mit konkreten Investitionsabsichten oder Fragen zur betrieblichen Instandhaltung zur In.Stand. 44 Prozent der Fachbesucher legten für den Besuch der Fachmesse in Stuttgart eine Entfernung von 100 Kilometern und mehr zurück. Jeder fünfte Fachbesucher kam aus Bayern. Zu den wichtigsten Auslandsbeteiligungen zählten die Schweiz und Österreich. Viele Anbieter haben die Premiere offensichtlich genutzt, um sich zu informieren und ein Bild vom Messekonzept zu machen. Die Rückmeldungen sind überaus positiv, betont die Messeleitung. Sebastian Schmid,

Abteilungsleiter Technologie Messe Stuttgart, dazu: „Uns war es wichtig, einen positiven Erstaufschlag in Stuttgart für das an Bedeutung zunehmende Thema Instandhaltung zu schaffen. Die Stimmung war gut, es herrscht ein hoher Informationsbedarf und wir werden die Veranstaltung gemeinsam mit der Branche konsequent weiterentwickeln und ausbauen.“ Philipp Neuwirth, Team Coordinator Sales und Partner Management Industrie 4.0 bei Schaeffler Monitoring Services, lobt vor allem das kompakte Messeformat: „Die In.Stand bietet eine gute Möglichkeit, sich mit Fachbesuchern aus der Instandhaltung zu vernetzen. In Kombination mit unserem Fachvortrag und der Podiumsdiskussion haben wir eine sehr erfolgreiche Messebeteiligung realisiert.“ Für die Zukunft der Messe ist laut Messeleitung eine Segmenterweiterung in Richtung handwerklicher Instandhaltung geplant. Weiterhin hoch bewertet wird der wichtige Faktor Fortbildung im Rahmenprogramm. www.in-stand.de

Auf die nächste In.Stand, die vom 21. bis 22. Oktober 2020 wieder in Stuttgart stattfinden wird, freut sich Wolfram Huonker von der Landesmesse Stuttgart, der maßgeblich für die Umsetzung der Messe verantwortlich war. Bild: B&I


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Schäden erkennen, bevor sie auftreten HTWK-Absolvent erhält Preis für seine Abschlussarbeit Wie können Straßenbahnen bei laufendem Betrieb so überwacht werden, dass potenzielle Defekte zweifelsfrei festgestellt werden, noch bevor sie tatsächlich auftreten? Andersherum formuliert: Wie kann eine ständige, kostenintensive „Kontrolle auf Verdacht“ vermieden werden? Eine technische Lösung für dieses Problem wurde vor Kurzem mit dem Preis der Zukunftsstiftung Südraum für die beste Abschlussarbeit des Jahres 2018 geehrt. Der Preisträger, Andreas Blum, ein Absolvent des Studiengangs Maschinenbau an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig), freut sich über 1.000 Euro, mit denen der Preis dotiert ist. Die Masterarbeit „Weiterentwicklung eines Rad-Schiene-Prüfstands zur Untersuchung und Früherkennung des Radlagerverschleißes an mobilen Maschinen“ von Andreas Blum überzeugte die Jury. Darin bearbeitete Blum die schwingungstechnische Erkennung fahrzeugspezifischer Schäden von gleisgebundenen Fahrzeugen - in diesem Fall Straßenbahnen - im Hinblick auf eine praktikable Handhabung bei zukünftigen diagnostischen Untersuchungen. Andreas Blum ist seit seinem Studienabschluss 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der von ProAndreas Blum (li.) und Professor Dr.-Ing. Mathias Rudolph am Rad-Schiene-Prüfstand in einem fessor Mathias Rudolph geleiteten Messtechniklabor der Hochschule. Projektpartner der nun ausgezeichneten Arbeit waren die Projektgruppe Industrielle MessLeipziger Verkehrsbetriebe (LVB), die Firma Sonotec sowie die SDS Schwingungsdiagnose Service technik und im Projekt „DiagnOpGmbH mit Sitz in Zwenkau, ein Dienstleister im Bereich der technischen Diagnose. Bild: Lizette tik“ an der HTWK Leipzig. Dabei Ardelean/HTWK Leipzig beschäftigt er sich mit der Entwickfasst - bestenfalls bei laufendem szenarien mit einer eigens entlung von drahtlosen, optischen Betrieb. So wird erst im Bedarfswickelten Auswertungssoftware und energieautarken Sensorknofall, aber immer noch rechtzeitig nachzuweisen. Auch die Lokaliten zur berührungslosen Schwineingegriffen. sation verschiedener Ermüdungsgungsdiagnose an Maschinen. schäden war durch eine ZuordHintergrund: Die Betriebsbereit- „Zur Schadensdiagnose wurden messtechnische Untersuchungen nung der charakteristischen Fehschaft von Straßenbahnen hängt des Körper- und Luftschalls mit lerfrequenzen möglich. Neben stark von einer zustandsabhängidem messtechnischen Teil der Argen Instandhaltungsstrategie ab. ultraschallfähiger Messhardware durchgeführt. Die gewonnenen beit entstand ein SimulationsDas bedeutet, MaschinenausDaten werden jedoch von verwerkzeug, das die dynamischen fällen nicht durch zyklische schiedenen Störeinflüssen überVorgänge am Versuchsstand Durchsicht und Reparatur auf Verlagert. Trotz dieser messtechnisch realitätsnah wiedergibt“, so der dacht vorzubeugen, sondern der schwierigen Bedingungen ist es Preisträger. tatsächliche Verschleiß wird gelungen, die generierten FehlerDie SDS GmbH, ein Projektpartner durch technische Diagnostik erder Masterarbeit, lobt deren innovativen Charakter. Geschäftsführer Johannes Köllner betont: „Die Bewertung von SchwingungssigBuchtipp: Condition Monitoring Praxis nalen über den Rad-Schiene-KonSchaeffler-Mitarbeiter aus den Optimierung der Verfügbarkeit takt ist noch weitgehend unBereichen Operativer Service und und Effizienz generiert. Viele erforscht. Mit Blums ForschungsTraining haben ihr in der Praxis Grafiken und Bilder begünstigen arbeit fällt es uns leichter, Schwingesammeltes Expertenwissen in ein tiefes Verständnis. gungssignale aus mobilen Madem neu erschienenen Fachbuch In der täglichen Arbeit des Inschinen zu bewerten und ein„Condition Monitoring Praxis“ verstandhalters dient „Condition zuordnen. Wir erhalten wertvolle arbeitet. Monitoring Praxis“ als NachErkenntnisse für die Entwicklung schlagewerk und Helfer. Darüber neuer Produkte und Verfahren für hinaus eignet sich das Buch zur die Zustandsdiagnose.“ Vorbereitung einer Zertifizierung www.l.de/verkehrsbetriebe nach DIN ISO 18436-2 Kategorie I www.sds-diagnose.de und II. www.sonotec.de www.schaeffler.de www.htwk-leipzig.de

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LK Metall fertigt seit diesem Jahr die Plattenwärmetauscher selbst Bisher bezogen die Kunden von LK Metall die Wärmerückgewinnungseinheiten von einem externen Hersteller. Dieser musste Anfang 2019 die Produktion einstellen. Um weiterhin die Lieferbarkeit zu gewährleisten und die internen Kapazitäten noch besser zu nutzen, entschied sich das Unternehmen deshalb für die eigene Fertigung. Der erste Plattenwärmetauscher mit Gehäuse wurde bereits ausgeliefert - weitere befinden sich derzeit im Auftragsbestand. LK Metall bietet neben diesen Einzelkomponenten zur Wärmeübertragung auch eine komplette prozesslufttechnische Anlage in verschiedenen Baugrößen an. Die modular aufgebaute Kompaktanlage LK PT, bestehend aus einem Zuluftventilator, Abluftventilator und Wärmeerzeuger, lässt sich durch weitere Komponenten wie Abluftfilter oder kombinierte Heiz- und Kühlregister mit Tropfenabscheider flexibel den Anforderungen anpassen. Wo und wie derartige Anlagen eingesetzt werden, zeigt folgendes Praxisbeispiel: Kommen diese bei Lackier- und Trocknungsprozessen zu Einsatz, erfüllen sie zwei Aufgaben: Sie saugen beim Lackieren nämlich einerseits die belastete Abluft ab und sorgen andererseits für die nötige Frischluftzufuhr. Für den Trocknungsprozess erzeugt ein Wärmeüberträger, wie z.B. eine Brennkammer, ein Pum-

pen-Warmwasser-Register oder ein Gasflächenbrenner die entsprechende Warmluft. Im Gegensatz zum Einsatzwärmetauscher, der mit einem Brennersystem die Prozessluft aufheizt, nutzt der LK Plattenwärmetauscher mit Gehäuse die warme Abluft. Dabei wird durch das Wärmerückgewinnungsprinzip ein Teil der in der Abluft enthaltenen Energie zurückgewonnen und dem Trocknungsprozess über die damit vorgeheizte Frischluft wieder zugeführt, was Energie spart. Ein weiterer Vorteil liegt laut Hersteller der Plattenwärmetauscher auch in der geringen Größe und der leichten Integration in bestehende Anlagen. Als „eine richtige Entscheidung, den Plattenwärmetauscher im Gehäuse künftig im eigenen Unternehmen zu produzieren“, sieht es Patrick Bergmann, Leitung Geschäftsfeld Prozesstechnik in der LK Metall Niederlassung in Weißandt-Gölzau. Er ergänzt: „Wir verwenden für die Wärmerückgewinnungseinheiten die gleichen Bauteile wie für die prozesslufttechnische LK PT Kompaktanlage. Somit fügt sich diese Komponente perfekt in die Gesamtanlagentechnik ein.“ Das Wichtigste ist ihm allerdings, dass angesichts der aktuellen Marktsituation die Kunden von LK Metall eine kurzfristig lieferbare und hochwertige Alternative zum bislang gewohnten Angebot finden. www.lk-metall.de

Der Anlagenbauer LK Metall aus Schwabach fertigt seit 2019 in eigener Produktion eine Wärmerückgewinnungseinheit für prozesstechnische Anlagen, die im Gewerbe und in der Industrie zum Einsatz kommen. Bild: LK Metall

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Das 280 Seiten umfassende Fachbuch „Condition Monitoring Praxis“ eignet sich auch als Lehrbuch. Bild: Schaeffler

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Instandsetzen in 48 Stunden Dienstleister setzt auf Vergussmaterial aus Epoxidharz

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Maschinen und Produktionsanlagen wie zum Beispiel Kolbenkompressoren, Pumpen und Motoren erzeugen im Betrieb oftmals starke Schwingungen. Mit der Zeit entstehen dadurch Schäden an den darunterliegenden Betonfundamenten. Risse im Fundament und Schäden an den Ankerbolzen sind typisch und sie wirken sich auch auf die Ma schinen und Anlagen aus. So werden z.B. die Lager davon zunehmend in Mitleidenschaft gezogen, sodass Maschinen, Anlagen und Wellen häufiger ausgerichtet werden müssen. Deshalb sollten betroffene Betonfundamente saniert werden, allerdings ohne die Produktion tagelang lahmzulegen - und das ist möglich. Um die Betriebsunterbrechung bei einer derartigen Instandsetzung so kurz wie möglich zu halten, bietet die MIM Marineund Industriemontage GmbH aus Hamburg beispielsweise das sogenannte Chockfast-Verfahren an: Das hier eingesetzte Vergussmaterial aus Epoxidharz besitzt eine hohe Druckfestigkeit und härtet innerhalb von nur 48 Stunden komplett aus, sodass die Anlage sofort nach dem Aushärten wieder in Betrieb genommen werden kann. „Reine Betonfundamente von Industrieanlagen benötigen heutzutage nach circa 15 bis 20 Jahren erste größere Instandhaltungsarbeiten“, erklärt Andreas Frese, Geschäftsführer bei MIM. Doch er kennt auch die Probleme, die damit einhergehen: „Viele Unternehmen befürchten hohe finanzielle Einbußen durch einen langen Maschinenstillstand und lassen die Anlagen ohne Wartung weiterlaufen. Erst wenn zum Beispiel erhöhte Schwingungen oder Schäden an der Maschine auftreten, wird der Betrieb zwangsweise unterbrochen.“ Die Reparaturarbeiten sind dann häufig mit hohen Kosten durch lange Stillstandzeiten verbunden - teilweise müssen auch komplette Anlagenkomponenten ausgetauscht werden. Ähnliches gilt für das Fundament: „Der Neuverguss eines Betonfundaments ist zwar relativ günstig - bis er vollständig getrocknet ist und der Betrieb wiederaufgenommen werden kann, vergehen jedoch teilweise bis zu vier Wochen durch die lange Aushärtezeit herkömmlicher Baumaterialien“, berichtet Frese.

Ein typisches Schadensbild, das Instandhalter kennen: Risse im Betonfundament. Bei stark schwingenden Maschinen wie etwa Hubkolbenkompressoren treten diese häufig auf.

„Die Verwendung von Chockfast hat sich von Beginn an bewährt, sodass unsere Kunden in mehr als 40 Jahren bei korrekter Installation bisher das Fundament nicht erneut instand setzen mussten“, betont Andreas Frese, Geschäftsführer der MIM GmbH.

Doch nicht nur diese lange Aushärtezeit ist problematisch: Beton besitzt außerdem aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften nur eine eingeschränkte Resistenz gegen dynamische Belastungen, sodass Fundamente in regelmäßigen Abständen instand gesetzt werden müssen. „Bei stark schwingenden Maschinen wie etwa Kolbenkompressoren stößt die Widerstandsfähigkeit des Fundaments schnell an ihre Grenzen“, so der Geschäftsführer weiter.

Fundament mit besseren Eigenschaften Als Folge der dynamischen Belastung entstehen Risse im Beton und weitere Schäden, speziell wenn Chemikalien oder Öl eintreten. Dadurch sinkt die Druckfestigkeit der Betonstruktur, es können sich etwa die Ankerbolzen lösen, das Schwingungsverhalten ändern und in der Folge die Sicherheit der Anlagen beeinträchtigt werden. In extremen Fällen verändert sich durch die stärker werdenden Schwingungen und das zunehmend instabiler werdende Fundament sogar die Maschinenausrichtung, was zu weiteren Schäden führen kann. Anders stellt es sich beim Epoxidharz Chockfast dar, wie die Spezialisten von MIM betonen: Das Material lasse sich schnell und einfach bei Temperaturen ab 15 Grad Celsius anmischen und vergießen. Die Vorteile gegenüber Beton fußen auf den speziellen physikalischen Eigenschaften: So

Das American Petroleum Institute (API) rät gemäß der Richtlinie 686 beim Neuverguss und der Reparatur von Betonfundamenten zum Einsatz von Epoxidharz, wozu auch Chockfast zählt. Hier ein Neuverguss mit Chockfast red SG.

liegen Druck- und Zugfestigkeit deutlich über denen von Beton. Einen weiteren positiven Aspekt stellt die deutlich geringe Aushärtezeit dar, die lediglich zwischen 18 und 48 Stunden liegt. Auf diese Weise sind keine langen Ausfallzeiten und in der Folge nur niedrige finanzielle Einbußen zu befürchten, die mit dem notwendigen Maschinenstillstand während der Instandsetzung einhergehen. Außerdem ist Chockfast öl- und säurebeständig, weshalb keine zusätzliche Beschichtung wie bei herkömmlichen Fundamenten benötigt wird.

Vermessungen vor dem Verguss Das Material wird in verschiedenen Ausführungen als Zweioder Drei-Komponenten-Epoxidharz angeboten und eignet sich je nach Einsatzzweck und Schichtdicke für den Verguss eines neuen Fundamentes sowie für Reparaturarbeiten an bereits bestehenden Fundamenten. Eingesetzt werden kann es in allen Bereichen, in denen große Anlagen wie Werkzeugmaschinen, Kolbenkompressoren, Motoren, Getriebe, Kranschienen oder Tankhalterungen benötigt werden. Außerdem lassen sich mit Chockfast Anlagen auf Unterrahmenkonstruktionen (Skids) aufstellen. Zusätzlich liefert MIM bei Bedarf auch neue Vergussanker, welche während des Epoxidharz-Vergusses mit in das Fundament eingegossen werden, um über die nächsten Jahre für eine hohe An-

lagensicherheit zu sorgen. „Weisen einzelne Maschinenteile ein ungewöhnliches Laufverhalten oder das Fundament große Schäden auf, sollte vor den Reparaturarbeiten jedoch nach den Ursachen geforscht werden“, mahnt Frese und ergänzt: „Dazu werden verschiedene Messverfahren eingesetzt, die auch im laufenden Betrieb durchgeführt werden können.“ Hierzu zählen unter anderem Schwingungsmessungen, um eventuelle Ursachen für die Maschinenprobleme zu finden. Zusätzlich sollten Risse im Fundament lokalisiert werden. MIM unterstützt nach eigenen Angaben bei der genaueren Ursachenanalyse sowie der Festlegung von sinnvollen Instandsetzungen. Außerdem sorge das Unternehmen dafür, dass vor dem Verguss des Fundaments die Maschinen optimal ausgerichtet werden. Eine weitere Möglichkeit ist die regelmäßige Kontrolle des Schwingungsverhaltens von Anlagen, um teuren Schäden effektiv vorzubeugen. „Ein langfristiger Schutz von Betonfundament und Anlage wird am besten gewährleistet, indem vor der Instandsetzung gründlich nach den Ursachen der Risse und gegebenenfalls bereits aufgetretenen Anlagenschäden geforscht wird. Auf Basis dieser Ergebnisse fällen wir dann zusammen mit dem Unternehmen eine Entscheidung für eine technisch und finanziell passende Maßnahme zur Reparatur des Fundaments“, so Frese abschließend. www.mim-hamburg.de

Bevor das Fundament erneuert wird, sollte nach den Schadensursachen geforscht werden. MIM führt dazu im Vorfeld umfassende Vermessungsarbeiten, unter anderem mit Schwingungsmessungen und 3-D-Scans durch. Bilder: MIM


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Wann Vibrationsmessungen ein Muss sind Wer die Vibrationsexposition kennt, kann Gesundheitsschäden vorbeugen Arbeiter, die mit vibrierenden oder schlagenden Werkzeugen und Anlagen arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko, beispielsweise dauerhaft an Durchblutungsstörungen der Finger bis hin zu Schädigungen im Bereich der Wirbelsäule zu leiden. Mit gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschutzmaßnahmen muss der Arbeitgeber diese Gefahr jedoch minimieren. Dazu ist er verpflichtet, die Vibrationsexposition im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung mittels fachkundiger Personen zu ermitteln. Der Industriedienstleister Infraserv steht hier mit dem passenden Fachpersonal zur Seite. Während bei den für die Arbeitgeber verpflichtend durchzuführenden Gefährdungsbeurteilungen bisher vorrangig Lärmmessungen im Vordergrund standen, rücken nun ergänzend dazu Vibrationsmessungen in den Fokus. Denn auch von Vibrationen am Arbeitsplatz, wie z.B. beim Fahren und Bedienen von Maschinen, können Gefährdungen für die Gesundheit entstehen. Schmerzen im Hals-, Schulterund Rückenbereich, Durchblutungsstörungen, Nervenschädigungen sowie Knochen- und Gelenkerkrankungen können die Folge sein. „Vibrationen haben nicht nur Auswirkungen auf Knochen und Gelenke, sondern auch auf Muskeln, Nerven und die Durchblutung sowie die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit“, so Pascal Friedrich, Projektleiter im Schallschutz von Infraserv Höchst. Daher sieht die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) vor, dass bei Arbeiten mit vibrierenden und schlagenden Werkzeugen und Maschinen bestimmte Auslöseund Expositionsgrenzwerte nicht überschritten werden dürfen, um das Risiko von vibrationsbedingten Schädigungen und Leiden zu minimieren.

Vibrationsexposition erkennen und handeln Von der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung e.V. heißt es dazu: „Wird an einem Arbeitsplatz ein Auslösewert überschritten, sind gemäß LärmVibrationsArbSchV in einem Vibrationsminderungsprogramm Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik durchzuführen.“ Dazu zählen beispielsweise die Vibrationsverminderung durch passende technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen wie die Verwendung von vibrationsarmen Maschinen, Schutzmatten, die die Vibration verringern, eine Zeitbeschränkung für vibrationsintensive Arbeiten, aber auch die Bereitstellung einer entsprechenden PSA wie Vibrationsschutzhandschuhe. Um feststellen zu können, ob solche Präventionsmaßnahmen notwendig sind, müssen Arbeitgeber, deren Beschäftigte mit vibrierenden Geräten arbeiten, unter Umständen im Rahmen der vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung die Vibrationsexposition, der die Mitarbeiter ausgesetzt sind, von fachkundigen Personen ermitteln lassen. Das trifft beispielsweise auf Arbeiten

zu, die mithilfe von Geräten wie Aufbruch- oder Abbauhämmer, Meißel- oder Bohrhämmer, Bodenverdichter, hochtourige Bohrer, Meißel, Fräsen, Schrauber, Sägen, Schneide-, Schleif- und druckluftbetriebene Poliermaschinen sowie Rotations-, Schwing- oder Exzenterschleifer, aber auch Laubbläser, Frei- und Heckenschneider bis hin zu Kehrwalzen zu erledigen sind. Doch auch beim Fahren auf Muldenkippern, Baggern, Gabelstaplern und Baustellen-Lkws ist man oftmals hohen Vibrationen ausgesetzt. Selbst an einem Büroarbeitsplatz kann die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten, zum Beispiel durch einen direkt angrenzenden Produktionsbereich, von dem Vibrationen ausgehen, verringert werden. Eine Unterstützung der Arbeitgeber hinsichtlich der Erfüllung der Arbeitsschutzvorgaben bietet der Industriedienstleister Infraserv Höchst unter anderem mit der Messung der jeweiligen Vibrationsexposition durch entsprechendes Fachpersonal an. Mit Messscheibe und Tablet ausgerüstet prüfen Heike Bauerfeld und Pascal Friedrich, beides Projektleiter im Schallschutz von Infraserv Höchst, beispielsweise vor

Ort die Vibrationen, die in Gabelstaplern auf die Fahrer wirken. Die beiden Experten haben beim Institut für Arbeitsschutz den erstmalig angebotenen Fachkundenachweis mit Prüfung erfolgreich absolviert und sind nach Angaben des Industriedienstleisters damit - neben Mitarbeitern vom Institut für Arbeitsschutz - zwei von bundesweit nur fünf Personen, die Vibrationsmessungen im Arbeitsschutz gemäß rechtlichen Vorgaben durchführen dürfen.

Ganzkörper-, Handund Armvibrationen Die Vibrationsmessungen am Arbeitsplatz werden vom genannten Industriedienstleister seit diesem Jahr sowohl für die Mitarbeiter im eigenen Unternehmen als auch für andere Arbeitgeber angeboten. Zuerst steht bei der Prüfung eine Analyse des Tätigkeitsprofils des Mitarbeiters im Vordergrund: Welche Tätigkeiten übt er wie häufig und wie lange aus? Wie ist die Schwingungsbelastung im jeweiligen Einsatzgebiet? Über den Zeitraum von acht Stunden wird ein Schwingungsgesamtwert, ein sogenannter Tages-

Vibrationen beim Arbeiten können auf Dauer gefährlich sein: Sind die gesetzlich vorgegebenen Auslöse- und Expositionsgrenzwerte beim Arbeiten überschritten, ist das Risiko deutlich höher, dass der betreffende Arbeiter längere Zeit oder sogar dauerhaft unter Schmerzen am Hals-, Schulter- und Rückenbereich, Durchblutungsstörungen, Funktionsstörungen bis hin zu Gelenkund Wirbelsäulenschädigungen leidet. Bild: Infraserv Höchst

expositionswert ermittelt. Dieser wird mit den rechtlich festgelegten Auslöse- und Expositionsgrenzwerten für Vibrationen abgeglichen, die in der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung verankert sind. „Wir messen zwei Arten von Vibrationen: zum einen die Ganzkörpervibrationen, bei denen mit einer Messscheibe die im Sitzen, Stehen oder Liegen in den Körper eingeleiteten Vibrationen gemessen werden, zum anderen die Hand- und Armvibrationen, die beim Einsatz von handbetriebenen Geräten - wie Bohrmaschinen, Elektromeißeln oder auch Hochdruckreinigern - hervorgerufen werden“, so Heike Bauerfeld. Werden die festgelegten Auslösebeziehungsweise Expositionsgrenzwerte überschritten, sind wie bereits genannt - Schutzmaßnahmen zur Reduzierung der Gesundheitsgefährdung notwendig

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- beispielsweise mithilfe des Einsatzes von Schutzmatten oder Vibrationshandschuhen, einem Maschinentausch oder auch mit Prozessveränderungen, um die Dauer des Arbeitseinsatzes an bestimmten Maschinen zu verringern. Doch nicht nur im Bereich Vibrationen, auch sonstige Gefährdungsbeurteilungen, die für einen Arbeitgeber notwendig und vorgeschrieben sind, werden vom genannten Industriedienstleister angeboten. Zum Serviceportfolie des Dienstleisters gehören ferner die Mitarbeiterunterweisung und -schulung, die Beratung über notwendige Arbeitsschutzmaßnahmen wie geeignete PSA sowie die Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen - bis hin zur Unterstützung beim Aufbau oder der Optimierung von Arbeitsschutzmanagementsystemen. www.infraserv.com


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INDUSTRIESERVICE

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Ganzheitliches Prüfkonzept ... ... für elektrische Betriebsmittel und Anlagen Um eine fehlerfreie Funktionalität zu gewährleisten, müssen elektrische Betriebsmittel und Anlagen regelmäßig überprüft werden. Neben den entsprechenden Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV Vorschrift 3 und 4) verpflichtet hierzu auch die gesetzliche Betriebssicherheitsverordnung. Wisag unterstützt Firmen dabei nach eigenen Angaben mit einem ganzheitlichen Prüfkonzept, welches nicht nur eine lückenlose und rechtssichere Dokumentation beinhaltet. Die elektrische Betriebssicherheitsprüfung ist ein Muss für jeden Arbeitgeber und keineswegs optional. Das ist in den DGUV Vorschriften 3 und 4, also den gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften für elektrische Anlagen und Betriebsmittel sowie der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) fest verankert. Die Nichteinhaltung der Vorschriften der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) kann zum einen den Verlust des Versicherungsschutzes durch die zuständige Berufsgenossenschaft, einen Träger der DGUV, nach sich ziehen, zum anderen stellt die Missachtung der gesetzlichen Verpflichtungen - speziell im Falle von Unfällen mit Personenschäden - unter Umständen sogar eine Straftat mit persönlicher Haftung dar. Um Fristverletzungen oder Konsequenzen wegen Nichteinhaltung zu verhindern, greifen viele Unternehmen auf Servicedienstleister wie die Wisag Elektrotechnik, die entsprechende Betriebssicherheitsprüfungen durchführen, zurück. Der genannte Dienstleister, eine Tochtergesellschaft der Wisag Industrie Service Holding, übernimmt nach eigenen Angaben für seine Kunden den gesamten Prozess, der notwendig ist, um den gesetzlichen Prüfvorschriften zu genügen - von der Fristverwaltung bis

hin zur rechtssicheren Prüfung und Dokumentation.

Prüfpflichtig sind auch Kaffeemaschinen Der Prüfpflicht unterliegen übrigens nicht nur elektrisch betriebene Produktionsmaschinen und Anlagen sowie Stromversorgungs- und Verteilerkomponenten von Elektroinstallationen, sondern auch elektrische Betriebsmittel, die in jedem Arbeitsalltag zum Einsatz kommen wie beispielsweise Kaffeemaschinen, PCs oder Steckdosenleisten. Auch diese werden von dem ganzheitlichen Prüfkonzept des genannten Dienstleisters nach eigenen Angaben erfasst. „Eine Prüfung beginnt mit der Erstellung eines Ausführungskonzepts, das sich an den kundenspezifischen Gegebenheiten orientiert“, erklärt Thorsten Möhrle, Bereichsleiter der Wisag Elektrotechnik Süd-West. Er verdeutlicht: „So wissen die Kollegen schon im Vorfeld, was sie vor Ort beachten müssen. Unsere Prüfmaßnahmen werden ausschließlich durch eigene Elektrofachkräfte durchgeführt, die nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben geschult und befähigt wurden.“ Bei der Prüfung kommen spezielle Messgeräte von Gossen Metrawatt zum Einsatz.

TÜV SÜD Chemie Service Verwurzelt in der chemischen Industrie Seit Beginn der Chemie in Deutschland gab es die Eigenüberwachung. Die TÜV SÜD Chemie Service GmbH ist hervorgegangen aus den Eigenüberwachungen der Chemiekonzerne Bayer, Hoechst und Dow Chemical. Unsere Sachverständigen kommen aus der Chemie und kennen Ihre Anlagen in Theorie und Praxis. Wir sprechen Ihre Sprache.

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Damit können alle Messungen und Messverfahren auf Basis der gesetzlichen und technischen Vorgaben ausgeführt werden. Die Ergebnisse werden laut Dienstleister mit dem Elektromanager von Mebedo rechtssicher dokumentiert. Werden Mängel nachgewiesen, müssen diese im Anschluss beseitigt werden. Im Nachgang hat die Firma, welche die Betriebssicherheitsprüfung von den externen Profis durchführen ließ, Zugriff auf eine Cloud-Lösung des Serviceunternehmens, sodass Prüfprotokolle

Der Industriedienstleister übernimmt für Kunden die elektrische Betriebssicherheitsprüfung und prüft ortsveränderliche Betriebsmittel, ortsfeste Anlagen sowie Maschinen. Dabei werden auch die ebenfalls prüfungspflichtigen Elektrogeräte, die in jedem Arbeitsalltag zum Einsatz kommen, vom Ventilator bis zur Kaffeemaschine, nicht vergessen. Bild: Wisag

beliebig heruntergeladen und verwaltet werden können. „Als Dienstleister haben wir für unsere Kunden alle Fristen im Blick und vereinbaren auf Wunsch frühzeitig einen Termin für die nächste Prüfung, schließlich handelt es sich hierbei um eine wie-

derkehrende Maßnahme. Bei Bedarf kümmern wir uns außerdem um die Beseitigung der Mängel oder die Installation neuer Betriebsmittel“, betont Thorsten Möhrle die Vorteile des ganzheitlichen Services aus einer Hand. www.wisag.de

Digitaler Zwilling von komplexen Anlagen ... erlaubt echtzeitnahe Zustandsüberwachung und vorausschauende Datenanalyse Der Industriedienstleister Bilfinger und das Technologieunternehmen Akselos haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Ziel ist die Implementierung der Digital-Twin-Technologie von Akselos für komplexe Anlagen in der Offshore- und Prozessindustrie, um damit die Anlagenlebensdauer zu verlängern, die Kosten für Inspektion und Wartung zu senken sowie durch die mögliche echtzeitnahe Zustandsüberwachung die Funktion und Sicherheit von Anlagen zu erhöhen. Das Technologieunternehmen Akselos hat nach eigenen Angaben die schnellste und am weitesten fortgeschrittene Engineering-Simulationstechnologie entwickelt, den vorausschauenden Digital Twin, um kritische Infrastruktur auf der ganzen Welt zu schützen. Durch die digitale Nachbildung, also die digitale Twintechnologie, können große und komplexe Anlagen nahezu in Echtzeit überwacht und analysiert werden, wie die Verantwortlichen des Industriedienstleisters Bilfinger und des Startups Akselos betonten. Die neuartige Simulationstechnologie „reduced basis finite element analysis“ (rb-FEA) und die Industrieerfahrung von Bilfinger werde es nach Angaben beider Unternehmen ermöglichen, den aktuellen Zustand einer Anlage schnell und präzise zu bewerten. Zudem könnten so mögliche Defekte erkannt werden, noch bevor sie auftreten. Thomas Leurent, CEO von Akselos, sagt zur Zusammenarbeit: „Bilfinger hat eine Reputation für Effizienz und Innovation. Wir freuen uns sehr, den Kunden gemeinsam als Partner unsere neue Technologie vorstellen zu können. Sie basiert auf MIT-lizenzierten Algorithmen und überschreitet die Möglichkeiten von herkömmlichen Digital Twins bei Weitem: Sie ermöglicht Anlagenbetreibern nicht nur, Anlagen in Echtzeit zu überwachen, sondern hilft ihnen, potenzielle künftige Defekte vorherzusehen.“ „Durch die Partnerschaft mit Akselos erweitern wir unser Digitalisierungsangebot und bieten unseren

Kunden noch bessere Zustandsanalysen ihrer Industrieanlagen“, ergänzt Tom Blades, CEO von Bilfinger. Er betont zudem: „Dadurch können wir die verbleibende Lebenszeit von Plattformen erhöhen. Gleichzeitig können wir Instandhaltungskosten senken und die Funktionsfähigkeit und Sicherheit von Anlagen verbessern.“

Digital-TwinTechnologie Der Industriedienstleister will die Digital-Twin-Technologie für seine Kunden aus allen Kernindustrien verfügbar machen. Ein erster Anwendungsbereich werden große und komplexe, fest installierte sowie schwimmende Offshoreanlagen sein. Dabei werde der Service des Dienstleisters in den Bereichen Engineering und Zustandsüberwachung mit der genauen Finite-Elemente-Lösung von Akselos vereint. Bilfinger plant, die Vorteile der Digital-Twin-Technologie nicht nur bei bestehenden, sondern auch für die Entwicklung von neuen Anlagen zu nutzen. Mit den Kompetenzen in Engineering, Inspektion und Instandhaltung könne das Unternehmen die Verfügbarkeit und Restlaufzeit von Anlagen erhöhen. Umfassende Finite-Elemente-Modelle werden nahezu in Echtzeit mit Sensordaten aus Inspektion und Zustandsüberwachung aktualisiert. Auf dieser Grundlage könne der sichere Betrieb der Anlagen garantiert und die Inspektionsintervalle

verlängert werden, so der Dienstleister. Und die Verantwortlichen sehen einen weiteren Vorteil: Indem die Software von Akselos auch für Anlagenmodifikationen oder zur Planung neuer Anlagen eingesetzt wird, könnten auch Anlagendesign und -funktionalität verbessert und Investitionskosten gesenkt werden. Der Digital Twin von Akselos sei laut dem Industriedienstleister eine perfekte Ergänzung zu seiner cloudbasierten Plattform, der Bilfinger Connected Asset Performance (BCAP). BCAP vereint Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Engineering, Betrieb, Instandhaltung und beispielsweise Sensoren zur Zustandsüberwachung. Indem diese Daten kombiniert, analysiert und mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, ermögliche BCAP neue Einsichten in die Optimierung des Anlagenbetriebs durch vorausschauende Instandhaltung. „Indem wir BCAP mit der Technologie von Akselos vereinen, können wir ungeplante Stillstandzeiten und Systemausfälle weiter reduzieren“, so Blades. Er betont zudem: „Gleichzeitig können wir Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen noch gezielter ausführen. Unsere Erfahrung zeigt, dass wir mit unseren digitalen Lösungen Instandhaltungskosten um bis zu 30 Prozent senken und ungeplante Stillstandzeiten um bis zu 25 Prozent reduzieren können. Außerdem können wir die Anlageneffektivität und -performance um bis zu 15 Prozent steigern.“ www.bilfinger.com www.akselos.com


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Digitalisierte Schichtübergabe - weltweit Covestro stellt globale Produktionsanlagen auf digitales Schichtbuch um Die Covestro AG setzt im Rahmen ihrer Digitalisierungsinitiative nun auf ein neues elektronisches System, um die Schichtübergabe im gesamten Konzern zu verbessern. Zum Einsatz kommt hierbei der Shiftconnector, eine Lösung der Eschbach GmbH. Mittlerweile sind bereits über 40 Betriebe von Covestro auf der ganzen Welt damit ausgestattet; weitere 50 Fertigungsanlagen sollen bis Ende dieses Jahres folgen. Am Ende werden insgesamt 8.000 Anwender das digitale Schichtbuch als Informationsquelle bei der Schichtübergabe nutzen. „Schichtübergaben sind traditionell ein neuralgischer Punkt in einem 24-Stunden-Schichtbetrieb“, weiß Dr. Klaus Schäfer, CTO und Vorstandsmitglied bei der Covestro AG, aus seiner fast 30-jährigen Erfahrung in der Prozessindustrie. Ergo galt es für Covestro im Rahmen der unternehmensweiten Digitalisierungsinitiative, ebendiesen kritischen Prozess zu verbessern und global zu vereinheitlichen.

Dr. Schäfer betont: ,,Ich glaube, bei allen diesen Veränderungen ist wichtig, dass für die Mitarbeiter in unseren Produktionsanlagen deren Arbeit mit diesen Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekten einfacher und besser wird. Der Shiftconnector spielt da eine ganz entscheidende Rolle im Bereich der Produktion.“ Der bisherige Projekterfolg bestätigt diesen Ansatz. „Das Shiftconnector-Team bei Esch-

Der Shiftconnector fügt mithilfe des OEE-Moduls alle Verlustinformationen zusammen und errechnet am Monatsende eine anlagenspezifische OEE-Kennzahl. Gleichzeitig nutzt die Software die zugrunde liegenden Daten für zahlreiche visuelle Reports, die dabei helfen, Verlustgründe genau nachvollziehen zu können.

Keine leichte Aufgabe, denn „eine Kernanforderung an die IT bestand darin, ein global einheitliches elektronisches System für die Schichtübergabe zu implementieren“, verdeutlicht der Covestro-Projektleiter Michael Knust. Stephan Krebber, Program Director Digitalisierung bei Covestro, ergänzt: ,,Die Anforderungen waren klar: Wir wollten ein System finden, das wir weltweit für alle Betriebe nutzen können, auch wenn es regional unterschiedliche Anforderungen gibt.“ Los ging es Anfang des Jahres 2018. Bis zu diesem Zeitpunkt kamen bei dem Werkstoffhersteller unterschiedliche elektronische und papierbasierte Ansätze für die Schichtübergabe zum Einsatz.

Digital und webbasiert

bach hat uns mit seiner Flexibilität und Schnelligkeit bei der Implementierung der Anwendung überzeugt“, betont Krebber.

wurde eine Schnittstelle zu SAP PM realisiert. Außerdem kann auf das Schichtbuch durch Mitarbeiter bis auf Shopfloor-Ebene zugegriffen werden. Davon profitiert beispielsweise Peter Gartz, Schichtmeister bei Covestro, im täglichen Schichtbetrieb. „Früher war es so, dass ich meine Informationen mühsam vor Schichtende sammeln musste“, erinnert sich Gartz. Der Betriebsleiter Jan Schönberger fügt an: „Heute schreibt der Schichtmeister oder jeder andere Mitarbeiter auch eine Meldung im Shiftconnector, und wir sehen, was in den letzten drei Wochen jetzt wirklich Wichtiges passiert ist.“ Derzeit läuft der Roll-out auf die weiteren 50 Produktionsanlagen auf Hochtouren. Da gibt es noch eine Menge zu tun für das Digitalisierungsteam bei Covestro. Stephan Krebber präzisiert: „Wir wollen bis Ende des Jahres fast alle Anlagen mit dem Shiftconnector ausstatten.“ In der Endausbaustufe nutzen dann 90 Betriebe das interaktive Schichtbuch für die Frühbesprechung und Schichtübergabe. Übrigens: Das OEE-Modul io.Performance des interaktiven

Der Shiftconnector wird bereits seit dem Jahr 2005 von Eschbach angeboten und ist weltweit bei diversen Produktions- und Versorgungsunternehmen im Einsatz. Das browserbasierte System zeichnet sich laut den Entwicklern durch flexible Konfiguration, eine einfache Bedienung und offenen Schnittstellen zu anderen produktionsrelevanten Systemen wie MES, CMMS, ERP oder Historian-Servern aus. „Wir haben mit dem Shiftconnector ein Instrument, mit dem wir die Qualität, Effizienz und letztlich Sicherheit in unseren Betrieben weiter steigen können“, bestätigt auch der CTO von Covestro, Dr. Klaus Schäfer. Bild: Covestro

Schichtbuchs wurde in der aktuellen Version des Shiftconnectors 7.3 umfassend erneuert.

Die OEE im Blick Die OEE (Overall Equipment Effectiveness beziehungsweise die Gesamtanlageneffektivität) setzt sich dabei aus produktionsspezifischen Parametern zusammen. Die Kennzahl gibt im Ergebnis wieder, wie viel der für die Produktion geplanten Zeit tatsächlich genutzt wurde, um ein spezifikationsgemäßes Produkt herzustellen.

Abteilungs- und hierarchieübergreifend Dass die Integration der Anwender weltweit bisher gelungen ist, bezeugt auch der von Covestro intern ausgelobte Innovation-Award, den das Shiftconnector-Projektteam im Bereich „Business Processes“ im Jahr 2018 für sich entscheiden könnte. Damit auch die Kommunikation zur Instandhaltung nahtlos und ohne Informationsbrüche erfolgt,

Andreas Eschbach, Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH in Bad Säckingen, betont: „Mit dem Shiftconnector bieten wir unseren Anwendern eine visuell ansprechende Lösung, die anlagenbezogene Informationen auswertet, Kosten einspart und maximale Transparenz gewährleistet. Mitarbeiter im Schichtbetrieb sehen schnell und detailliert, warum es einen Stillstand gab, weshalb eine Charge langsamer produziert wurde oder ob es zu Qualitätsverlusten kam. Prozessingenieure können außerdem Entscheidungen aus einem umfassenden Datenschatz mit detaillierten Verlustinformationen ableiten.“ Bild: Eschbach

Dabei wird zwischen Verfügbarkeits-, Geschwindigkeits- und Qualitätsverlusten unterschieden. Das OEE-Modul des Shiftconnectors ist dabei für den Batchbetrieb und für vollkontinuierliche Anlagen ausgelegt. Der optionale Batch Monitor bringt in komplexen Produktionsumgebungen zusätzliche Transparenz und ist insbesondere auch für Vielzweckanalgen in der chemischen Produktion geeignet. Die Daten werden üblicherweise aus dem Prozesshistorienserver ausgelesen, beispielsweise aus dem OSISoft PI System oder aus Aspen InfoPlus.21. Wenn eine Anlage z.B. für die Herstellung einer Charge fünf Stunden gelaufen ist, obwohl sie in der Regel dafür nur vier Stunden benötigt, dann erscheint im Schichtbericht automatisch ein farblich markierter Eintrag. Nun muss der Anlagenfahrer oder der Schichtführer diesen Verlust begründen, beispielsweise mit dem Ausfall eines Kompressors. „Das ist einer der wesentlichen Vorteile der Integration: Die Informationen kommen aus erster Hand direkt vom Schichtarbeiter, der ja ohnehin seine Einträge im Schichtbuch hinterlegen muss“, erklärt Andreas Eschbach. Auf diesem Wege werde nicht nur Arbeitszeit gespart, sondern die Mitarbeiter werden zudem auch Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. www.covestro.de www.eschbach.com

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Die wichtigsten Erwartungen an das neue digitale Schichtbuch fasst Michael Knust wie folgt zusammen: ,,Die technische Anforderung an das System war im Endeffekt, das es webbasierend ist, dass ich von verschiedenen Orten aus das System bedienen kann und dass eine Schnittstelle in Richtung SAP vorhanden ist.“ Ein weiterer zentraler Punkt bei dem internationalen Roll-out war außerdem die aktive Einbindung aller Mitarbeiter in den Betrieben.

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Kommen Drohnen in der Intralogistik? Über Planungsfehler bei Logistikanlagen und das Potenzial von Drohnen Kardex Mlog mit Sitz in Neuenstadt am Kocher ist ein Anbieter für integrierte Materialflusssysteme und Hochregallager. Das Unternehmen verfügt über Erfahrung in der Planung, Realisierung und Instandhaltung von vollautomatischen Logistiklösungen. Hartmut Schaffroth ist dort der Leiter der Fertigung. Er spricht im Interview über häufige Planungsfehler beim Bau von Logistikanlagen und steht dem Potenzial von Drohnen in der Intralogistik skeptisch gegenüber. Herr Schaffroth, welche Planungsfehler sollten man beim Bau von Logistikanlagen unbedingt vermeiden? Auf alle Fälle sollte man vermeiden, dass einzelne Güter bei der Planung vergessen werden. Das gilt besonders für Ladungen, die sehr oft umgeschlagen werden. Diese müssen in der richtigen Menge und mit realistischen Maße und Gewichten im Mengengerüst berücksichtigt werden. Als Bauherr muss ich also das Spektrum der einzulagernden Artikel sehr genau kennen. Das klingt jetzt vielleicht selbstverständlich, führt in der Praxis aber immer wieder zu Fehlern. Außerdem muss schon während der Planung bekannt sein, was am betreffenden Standort überhaupt gebaut werden darf: Es kommt beispielsweise vor, dass Beschränkungen in der Bauhöhe übersehen werden. Gleiches gilt für die Beschaffenheit des Baugrunds: Ist dieser überhaupt tragfähig oder werden zusätzliche Fundamente benötigt? Wer auf Sand bauen will, muss mit erheblich höheren Baukosten rechnen. Das kann letzten Endes zum Scheitern des Projekts führen. Gibt es denn die völlig fehlerfreie Projektplanung, die während der Bauphase nicht mehr verändert werden muss? Das ist bei der Planung und dem Bau einer hochkomplexen Logistikanlage immer anzustreben. Während der Bauphase ergeben sich aber manchmal Gegebenheiten, die Änderungen auf der Detailebene verursachen können. Für solche Fälle ist es sehr effektiv, einen Anbieter mit eigener Produktion zu beauftragen. Bei einer großen Nähe zur Fertigung sind Änderungen schnell möglich.

Hartmut Schaffroth, Leiter Fertigung bei Kardex Mlog, sieht den größten Klärungsbedarf beim Einsatz von Drohnen in der Intralogistik bei der Sicherheit: „Das gilt vor allem dort, wo Drohnen am Arbeitsplatz über die Köpfe von Menschen hinwegfliegen.“ Bilder: Kardex Mlog

Welche weiteren Vorteile bietet die Fertigung am Standort Deutschland? Unsere Anlagen bilden oft das Herzstück einer Logistikanlage. Sie sichern den Transport innerhalb eines Betriebes, vom Wareneingang über Lager und Produktion bis hin zum Warenausgang. Der Kunde ist deshalb auf eine möglichst hohe Verfügbarkeit angewiesen, die möglichst nahe 100 Prozent liegen sollte, also bei 98 bis 99 Prozent. Das kann nur sichergestellt werden, wenn wir den Entstehungsprozess des Produktes von Anfang bis Ende begleiten. Das beginnt beim Design und gilt gleichermaßen für Materialbeschaffung, Konstruktion und Herstellung bis hin zu Qualitätssicherung, Montage und Inbetriebnahme.

Continental hatte Kardex Mlog mit der Modernisierung von drei Regalbediengeräten und dem Tausch des bestehenden Lagerverwaltungsrechners gegen das Mlog Control Center (MCC) beauftragt. Unternehmen der Reifenindustrie stellen grundsätzlich besonders hohe Anforderungen an ihre Intralogistik. Der Produktionsprozess erfordert eine hohe Leistung und maximale Anlagenverfügbarkeit im Dreischichtbetrieb. Notwendig sind u.a. sehr robuste Schwerlastbediengeräte zur Handhabung von Paletten mit Gummimischungen bis hin zu entsprechenden hochdynamischen Geräten für Reifen - Drohnen kämen mit Reifen jedenfalls (noch) nicht zurecht.

Als wissenschaftlicher Beirat sind Sie auch in aktuelle Forschungsprojekte involviert. Was spricht Ihrer Meinung nach aus heutiger Sicht gegen den Einsatz von Drohnen im Materialfluss? Derzeit gehören noch die Geschwindigkeit sowie die Geräuschentwicklung von Drohnen zu den größten Hemmnissen. Hinzu kommt die begrenzte Kapazität der Akkus, weshalb die Drohnen den benötigten Strom häufig nachtanken müssen. Bei einer Transportkapazität von 20 bis 30 Kilogramm beträgt die mögliche Flugzeit nur etwa sechs Minuten. Der größte Klärungsbedarf besteht jedoch im Hinblick auf die Sicherheit. Das gilt vor allem dort, wo Drohnen am Arbeitsplatz über die Köpfe von Menschen hinwegfliegen. Hier muss noch sauber geregelt werden, wie Unfälle vermieden werden und wie im Falle eines Absturzes verfahren werden muss. Vor diesem Hintergrund sind Drohneneinsätze in mannlosen Fertigungen viel eher denkbar. Wo liegt denn hier der Vorteil von Drohnen beispielsweise gegenüber fahrerlosen Transportsystemen? Speziell im Kleinteilebereich können Drohnen viel schneller agieren, um den Nachschub in der hochflexiblen Fertigung vollautomatisch und bedarfsgerecht zu sichern. Denkbar wäre hier auch der Einsatz von Drohnenschwärmen. www.kardex-mlog.de

Moderne LED-Beleuchtung senkt die Kosten Ein führender Spezialist für Hydraulikanlagen konnte seinen Gesamtenergieverbrauch um rund zehn Prozent reduzieren allein durch eine Modernisierung der Beleuchtung auf hocheffiziente LED-Technik. Eine Anschaffungs- und Einbauinvestition musste die Hydraulik Schwerin GmbH, Teil der weltweit agierenden Hydraulik Nord Group, dafür nicht tätigen. Das Unternehmen mietete nämlich die neue Beleuchtung bei der Deutschen Lichtmiete. Seit mehr als 40 Jahren steht die Hydraulik Schwerin GmbH für eine gute Expertise in der Ventilblockfertigung und im Aggregatebau. Dank der hohen Fertigungstiefe und Innovationskraft zählt das Unternehmen zu den führenden Anbietern in der stationären Hydraulik. Gefertigt wird in einer hochmodernen Produktionsstätte in Schwerin. Die Produktionsstätte ist nach der Umrüstung auf LED-Technik nicht nur bis in den letzten Winkel, sondern darüber hinaus auch besonders effizient und kostengünstig ausgeleuchtet. Denn während in der Vergangenheit Quecksilberdampflampen im rund 4.000 Quadratmeter großen Produktionsbereich installiert waren, sorgen nun hocheffiziente LED-Leuchten für gute Arbeitsbedingungen. Die Energieeinsparung ist immens: Der Verbrauch sank um 64 Prozent von 470 kwh auf 170 kwh pro Leuchte. Dieter Müller, Produktionsleiter der Hydraulik Schwerin GmbH, verdeutlicht die Hintergründe der Umrüstung und zeigt auf, wie die Modernisierungsmaßnahme gemeinsam mit der Deutschen Lichtmiete realisiert wurde. Welche Gründe waren aus-

schlaggebend für die Modernisierung der Beleuchtung in den Schweriner Werkhallen? Wir wollten nicht länger auf das Auslaufmodell Quecksilberdampflampe setzen. Zumal die Lichtstärke im Produktionsbereich keineswegs unseren Vorstellungen entsprach und die Quecksilberdampflampen häufig ausgetauscht werden mussten. Doch auch eine Erneuerung führte immer nur zu einer kurzfristigen Verbesserung. Innerhalb von nur zwei bis drei Jahren reduzierte sich die Lichtstärke in der Regel um die Hälfte. Warum haben Sie sich für eine Beleuchtung im Mietmodell entschieden? Planungssicherheit war für uns ein entscheidendes Argument. Im Mietkonzept der Deutschen Lichtmiete mussten wir keine Investition tätigen, sondern zahlen eine monatliche Mietrate. In dieser sind Wartung und Service inklusive. Auf diese Weise profitieren wir über die gesamte Mietdauer von zehn Jahren von einer garantierten Beleuchtungsstärke. Die uns zum Vergleich vorliegenden Kaufoptionen boten uns Garantien von maximal fünf Jahren. Wie bewerten Sie das Ergebnis der Umrüstung? Die Produktionshallen sind nun ideal ausgeleuchtet und bieten unseren Mitarbeitern deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Zugleich haben wir unseren Gesamtenergieverbrauch dank der effizienten LED-Technik um zehn Prozent reduziert. Das führt trotz monatlicher Mietraten zu nennenswerten finanziellen Einsparungen. Und wir sparen insgesamt nicht nur Kosten, sondern auch Zeit- und Personalaufwand. www.deutsche-lichtmiete.de

Die Hydraulik Schwerin GmbH ersetzte Quecksilberdampflampen durch LED-Modelle. So sank der Energieverbrauch um 64 Prozent je Leuchte. Bild: Deutsche Lichtmiete


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Hier zählt noch der sprichwörtliche Handschlag Auf der Suche nach dem Erfolgsrezept von Afriso Afriso ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit weltweit über 1.100 Mitarbeitern, davon über 550 an vier deutschen Standorten. Produziert werden Mess-, Regel- und Überwachungsgeräte für Haustechnik, Industrie und Umweltschutz. Gegründet wurde das Unternehmen im 1869 durch Adelbert Fritz. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums beantworten die heutigen Geschäftsführer Elmar und Jürgen Fritz, Urenkel des Unternehmensgründers, einige Fragen. Über die Jahrzehnte hinweg hat sich Afriso immer wieder neu erfunden und weitere Geschäftsfelder erschlossen. Kann das Unternehmen dieser Linie in Zukunft treu bleiben? Jürgen Fritz: Seit 150 Jahren entwickeln und produzieren wir innovative Produkte und bewegen uns auf den verschiedensten Geschäftsfeldern. Auch in Zukunft können die jeweiligen Märkte und unsere Kunden aus Großhandel, Handwerk und Industrie immer wieder Neues von Afriso erwarten. Aus unserer Sicht gibt es allerdings nicht nur „die eine“ vielversprechende Chance für die Zukunft, sondern eine ganze Reihe attraktiver Geschäftsfelder und Ideen, mit denen wir uns aktiv beschäftigen. Großes Potenzial sehen wir beispielsweise in unseren Produkten für den Smart-Home-Markt, in unseren Mess- und Regeltechnikkomponenten für OEM-Kunden im Bereich der Heizungs- und Wassertechnik ebenso wie für vernetzte Handmessgeräte, Sensormodule und Apps, die dem Handwerker den Umgang mit der stetig wachsenden Datenflut erleichtern und Messprotokolle direkt über Schnittstellen digital weitergeben können. Mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz hat sich das Unternehmen bereits beschäftigt, als das Thema noch nicht en vogue war. Was verbinden Sie mit dem Claim „Technik für Umweltschutz“? Elmar Fritz: „Technik für Umweltschutz“, diesen Begriff füllen wir bereits seit Jahren mit Leben, zum Beispiel mit unseren Produkten, die helfen, die Luft rein zu halten, das Grundwasser zu schützen und Energie einzusparen. Insofern ist die Nachhaltigkeitsthematik für uns überhaupt nicht neu. Dies betrifft nicht nur die Produkte, sondern zieht sich für uns durch die gesamte Wertschöpfungskette und spiegelt sich selbst in Bereichen wider, die nicht direkt mit dem Geschäftlichen zu tun haben. So engagieren wir uns an unseren Standorten für die Umwelt, haben beispielsweise auf unserem Firmengelände in Güglingen neuen Lebensraum für Bienen, Hummeln & Co. geschaffen und haben große Teile des Firmenareals der Natur vorbehalten. Jürgen Fritz: Geschäftlich gesehen, ist „Technik für Umweltschutz“ sehr von gesetzlichen Bestimmungen abhängig. Deshalb müssen wir stets in der Lage sein,

schnell und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Entscheidend ist es für uns auch in Zukunft angesichts der zu erwartenden, weiter zunehmenden Umwelt- und Klimaschutzthematik, bei gesetzlichen Änderungen frühzeitig die geeigneten Lösungen auf den Markt zu bringen. Was tun Sie intern, um Ihr Unternehmen noch nachhaltiger aufzustellen? Jürgen Fritz: Bei Neu- und Umbauten hat Energieeffizienz für uns eine zentrale Bedeutung. Bei unserer jüngsten Erweiterung am Standort Güglingen zum Beispiel haben wir konsequent auf moderne, umweltfreundliche Technik gesetzt, von Geothermie und Wärmepumpentechnik bis zu Fußbodenheizung, Solarthermie, Fotovoltaik und der eigenen Regenwassersammlung und -nutzung. Auch in der Produktion sind wir bestrebt, alle Möglichkeiten zum Energiesparen konsequent zu nutzen. Dabei helfen uns unsere Mitarbeiter enorm mit ihren Verbesserungsvorschlägen aus der Praxis. Seit geraumer Zeit sind Sie auch im Bereich Smart Home tätig. Welche Erwartungen haben Sie an diesen Produktbereich?

Jürgen Fritz: Die Erwartungen sind sehr groß. Dieser Markt wird in den kommenden Jahren nochmals erheblich an Dynamik gewinnen und sich weiterentwickeln. Für uns ist Smart Home die perfekte Lösung, weil es unsere klassischen Warngeräte in das digitalisierte Zeitalter bringt und den notwendigen Schritt der Vernetzung ermöglicht. Ein wesentlicher Vorteil unserer Lösungen ist ihr modularer Aufbau und ihre Systemoffenheit. Davon profitieren Großhandel, das Handwerk, der Endanwender und auch andere Technikanbieter gleichermaßen. Da unsere Lösungen mit den wichtigsten Funkstandards arbeiten, können wir die unterschiedlichsten Anforderungen der Anwender erfüllen. Ein Vorteil unserer Lösung gerade unter Sicherheitsaspekten ist darüber hinaus, dass es sich um kein

Der Hauptsitz liegt in Güglingen im Landkreis Heilbronn (Baden-Württemberg).

Die Brüder und und gleichzeitig Urenkel des Firmengründers Adelbert Fritz: Jürgen (links) und Elmar Fritz (rechts) im Interview. Bilder: Afriso

cloudbasiertes System handelt. Mit einer hohen Kompetenz in der App-Entwicklung, über die wir aufgrund unserer 2015 getätigten Übernahme des Startup-Unternehmens Codeatelier verfügen, sehen wir uns hier technisch wie auch in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Fortschrittlichkeit optimal aufgestellt. Wie sehr beschäftigt Sie der Megatrend Digitalisierung, nicht nur bezogen auf Ihre Produkte, sondern ebenso auf Ihre Prozesse, Ihre Fertigung oder Logistik? Elmar Fritz: Um das Thema Digitalisierung kommt heute selbstverständlich niemand mehr herum. Dazu haben wir 2017 mit der Einführung von SAP eine starke Basis gelegt. Zug um Zug können wir jetzt die Prozesse in allen Bereichen des Unternehmens verschlanken. Ganz aktuell arbeiten wir an wesentlichen Erleichterungen für den Bereich Logistik, die bis zum Herbst 2020 mit einem neuen

Logistikzentrum am Standort Güglingen verwirklicht werden. Wird Afriso auch in den folgenden Generationen ein familiengeführtes Unternehmen bleiben? Elmar Fritz: In der Tat war vom ersten Tag an bis heute über 150 Jahre kontinuierlich stets mindestens ein Familienmitglied in der Geschäftsleitung tätig. Das ist sicherlich eine Besonderheit. Vielleicht haben wir einfach auch Glück mit unserer Familie und unserem Verständnis untereinander. Die Hoffnung und die Aussichten sind sehr gut, dass auch die nächste Generation eines Tages die Geschicke des Unternehmens übernehmen wird. Wir würden es uns auf jeden Fall wünschen, dass wir ein familiengeführtes Unternehmen bleiben. Die Chancen dafür stehen sehr gut, schließlich haben wir beide zusammen sieben Kinder, die prinzipiell für diese Aufgabe infrage kommen. www.afriso.de

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Es ist unser Service, der uns zu einem außergewöhnlichen Partner macht. Service, das ist für uns umfassende Dienstleistung mit dem Ziel, Ihre Produktionsabläufe vor Ort noch gezielter und effektiver zu unterstützen und so einen Mehrwert zu schaffen, der über die reine Instandhaltung hinausgeht. Denn wir respektieren Menschen und Leistung und haben Freude daran zu helfen. Ob für ein schnelles Troubleshooting oder eine ganzheitliche Lösungsfindung - wir unterstützen Sie da, wo Sie uns brauchen. Offen, hochqualifiziert und mit fundiertem technischem Wissen aus langjähriger Erfahrung in den unterschiedlichsten Branchen der Industrie.


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20 Prozent weniger Maschinenstillstände Wie Yamauchi den Produktionsprozess optimiert und Stillstände eliminiert Bei Yamauchi, einem Hersteller von Kunststoffspritzgussteilen aus dem belgischen Hasselt, sah man sich in der Vergangenheit oft mit Maschinenstörungen konfrontiert, ohne die exakte Ursache hierfür zu kennen. Auf der Suche nach Abhilfe stieß das Unternehmen auf das funkbasierte und nachrüstbare System Smartmonitor von Werma. Als Alternative zu herkömmlichen Maschinen-Daten-Erfassungssystemen gibt dieses nach Herstellerangaben sofort Aufschluss über die Häufigkeit und Ursachen von Stillständen und bietet so konkrete Ansatzpunkte zur Prozessoptimierung. Yamauchi Corp. N.V. (Belgium) ist eine Tochtergesellschaft der japanischen Yamauchi Corporation. Das Unternehmen mit Sitz im belgischen Hasselt ist auf die Herstellung von Kunststoffspritzgussteilen spezialisiert und produziert in Belgien jährlich mehr als eine Milliarde Kunststoffteile. Zum Einsatz kommen diese unter anderem im Automobilsektor und in der Batterieindustrie. Rudi Vermeulen, Werkleiter bei Yamauchi in Hasselt, verdeutlicht die Ausgangssituation der Produktion: „Wir haben 50 Spritzgussmaschinen, die auf zwei Produktionshallen verteilt sind. Der gesamte Maschinenpark in den beiden Hallen wird von drei Mitarbeitern gesteuert.“ Damit sah sich das Unternehmen mit zwei Herausforderungen konfrontiert, sobald es zu einer Störung kam: Zum einen sind die beiden Hallen durch eine Beton-

Erster Fehler schnell entdeckt mauer räumlich voneinander getrennt und daher nicht auf einen Blick überschaubar. Zum anderen beträgt die Distanz zwischen der vordersten und der hintersten Maschine rund 100 Meter. Durch diese räumlichen Begebenheiten kam es häufig zu Maschinenstörungen, welche lange Zeit unbemerkt blieben und somit nicht behoben werden konnten. Aus diesem Grund machten sich die Verantwortlichen auf die Suche nach einem nachrüstbaren System, welches Maschinenstörungen zuverlässig anzeigt und darüber hinaus sämtliche Maschinendaten an einen zentralen Leitstand übermittelt. Eine weitere Anforderung war, dass diese Informationen zudem ortsunabhängig auf dem Smartphone einsehbar sind. Fündig wurde man bei Werma Signaltechnik: Denn mithilfe deren

Clever: Eine zusätzliche Signalleuchte in der Kantine zeigt an, ob und wenn ja in welchem Bereich der Produktionshallen eine Maschinenstörung vorliegt.

Lösung, dem Smartmonitor, sind alle relevanten Daten sämtlicher Maschinen, Anlagen und manueller Arbeitsplätze nun auf Knopfdruck sichtbar. Das System besteht aus Funksendern, die als zusätzliches Element in der Signalsäule den jeweiligen Zustand per Funk an einen Funkempfänger übermitteln. Dieser Empfänger sammelt alle Daten und überträgt diese lückenlos in eine Datenbank. Über die mitgelieferte Software werden diese Daten dann auf einem zentralen Leitstand dargestellt. Alles wird dokumentiert und Reports zeigen vielfältige Möglichkeiten zur dauerhaften Prozessund Produktivitätssteigerung auf. So werden bei Problemen laut den Entwicklern der Lösung Reaktionszeiten verkürzt, der Fertigungsablauf optimiert und auch kein Stillstand mehr verpasst. Im belgischen Werk von Yamauchi informieren Werma Signalsäulen bereits seit Jahren über den aktuellen Status der jeweiligen Maschine. Durch eine Fachzeitschrift wurde das Unternehmen dann auf die Nachrüstlösung zur Maschinenüberwachung aufmerksam.

Auf jeder Maschine befand sich bereits eine Werma-Signalsäule, welche ohne großen Aufwand nun um ein Smartmonitor-Modul ergänzt wurde.

Diese kann mithilfe eines entsprechenden Funkmoduls ohne großen Aufwand in die bestehenden Signalsäulen integriert bzw. nachgerüstet werden. Der Werkleiter war interessiert und kontaktierte daraufhin seinen Ansprechpartner bei Werma, den Technical Account Manager Kurt De Pauw. Dieser stellte kurz darauf ein Demoset für erste Tests bereit. „Nach der Installation des Demosets wurde schnell deutlich, wo eines der Probleme vieler Stillstände lag“, führt Vermeulen aus und betont: „Es lag schlicht und einfach am Rohstoff. Allein während der 21-stündigen Testphase kam es zu 96 Alarmmeldungen.“ Er ergänzt: „Und dank des Smartmonitors konnten wir nun auch eindeutig zuordnen, wo die Ursache für die Störungen lag.“

Rudi Vermeulen, Werkleiter (Mitte), und Guy Biets, Produktionsleiter (rechts) bei Yamauchi Corp. N.V., freuen sich gemeinsam mit Kurt De Pauw, Technical Account Manager bei Werma Benelux (links), über den Erfolg des neu eingeführten Systems. Bilder: Werma

„Durch diese Optimierungsmaßnahmen konnten wir die Maschinenstillstandzeiten bisher bereits um 20 Prozent reduzieren“, freut sich Vermeulen. Auf die Frage, ob sich das Unternehmen auch weitere Systeme und Lösungen angesehen hat, antwortet der Werksleiter: „Ja klar, eine weitere Lösung wäre ein umfangreiches Maschinendatenerfassungssystem des jeweiligen Ma-

auf diese Lösung zu setzen. Durch den Smartmonitor konnte das Unternehmen nicht nur seine Maschinenstillstandzeiten verringern: „Inzwischen führen wir auch eine Stückzählung mit dem System durch. Dadurch können wir die Fertigstellung von Aufträgen prognostizieren. So lassen sich die Rüstzeiten besser vorbereiten und auch Soll/Ist-Vergleiche während der Auftragsbear-

Die Verantwortlichen können den Status aller Maschinen zu jeder Zeit und auf jedem beliebigen Bildschirm kontrollieren.

Sämtliche Fehlermeldungen wurden durch eine Charge eines neuen Produktionsmaterials ausgelöst. So konnte bereits nach wenigen Stunden das erste Problem lokalisiert und zeitnah gelöst werden. „Wir waren so begeistert, dass wir gleich alle unsere 50 Spritzgussmaschinen mit einem Funksender ausgestattet haben“, betont Vermeulen. Dank der mitgelieferten Software können die Verantwortlichen bei Yamauchi außerdem jederzeit über verschiedene Bildschirme den aktuellen Zustand der Maschinen einsehen. Zusätzlich wurden inzwischen auch in der Kantine und im Außenbereich, da dort keine Bildschirme existieren, vernetzte Signalsäulen installiert, die dem verantwortlichen Mitarbeiter optisch und akustisch auf Störungen hinweisen. Dies wird durch die sogenannte Head-of-Line-Funktion ermöglicht: Dabei werden Zustände der einzelnen Maschinen auf eine Signalsäule im einsehbaren Bereich gespiegelt. So konnte die Reaktionszeit noch weiter verkürzt werden.

schinenherstellers gewesen. Albeitung erstellen“, verdeutlicht Vermeuten einen weiteren Vorteil. lerdings ist der Anschaffungswert solcher komplexen Systeme um „Zudem werden wir ab sofort auch ein Vielfaches höher und die Inalle neuen Maschinen von Beginn tegration auch wesentlich zeitaufan mit Werma-Signalsäulen und wendiger.“ dem Smartmonitor ausstatten. So Für Yamauchi war gerade die einwird unsere Produktion noch fache und schnelle Integration des weiter optimiert“, so Rudi Verfunkbasierten Systems der entmeulen abschließend. scheidende Vorteil und der Grund,, www.werma.com

Die Betonwand zwischen den beiden Produktionshallen stellte bislang ein Hindernis bei der Erkennung von Maschinenstörungen dar. Dank einem zusätzlich angebrachten „Repeater“ können die Signale nun einwandfrei übertragen werden.


des Thema ist ein großes Knowhow vorhanden.“ Charles Bahr, Referent

Y L R A E S D BIR „Die Mischung aus Kongress, Messe, Networking, Impuls – ich finde das eine tolle Innovation.“ Christian Lindner, Bundesvorsitzender FDP

„Wir sind von der ersten Servparc grundsätzlich sehr angetan: ein lebendiges, interaktives, zeitgemäßes Event-Format. Insbesondere die Verbindung von Kongress und Messe über die vier Stages ist sehr gut gelungen. […] Wir werden auf jeden Fall gerne wieder dabei sein.“ Astrid Grüter, Chief Communication Officer, ENGIE “Wir haben uns auf der Servparc 2019 als Aussteller wohlgefühlt und interessante Kontakte geknüpft, vor allem zu Bewerbern. Besonders positiv bewerten wir die Idee „alles unter einem Dach“, die spannenden Themen der Key Note und vieler Vorträge und den zeitgemäßen Look.“ Dr. Wolfgang Häfele, Sprecher des Vorstandes der Dussmann Group „Ich bin sehr positiv überrascht über die erste Servparc. Der Wechsel von einer Messe zu einem Networking-Event ist wirklich gut gelungen. Ein guter Mix aus Content in den Vorträgen, einer großen Bandbreite von Anbietern und Networking. Fühlte sich für mich nach einem gelungenen Neustart mit einer hoffentlich langen Zukunft an.“ Frank Bögel, General Director, Planon Conject GmbH „Mit dem neuen Konzept und der offenen Gestaltung hat uns die Sevrparc 2019 überzeugt. Auf den verschiedenen Flächen konnten wir unsere Dienstleistungen themenbezogen präsentieren. Vor allem das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm hat zu einem gelungenen Auftakt beigetragen.“ Martin Schenk, Vorsitzender der Geschäftsführung der STRABAG Property and Facility Services GmbH und GEFMA Vorstand „Die Servparc ist für uns einer der wichtigsten Branchentreffs im Jahr. Wir freuen uns über die Entwicklung der Servparc – weg von einer klassischen Messe hin zu einer lebendigen Kommunikationsund Interaktionsplattform für mehr Wissensaustausch und Networking. Die Servparc bietet uns eine gute Plattform, um sich über die Zukunftsthemen der FM-Branche auszutauschen und die breite Kompetenz und Technikexpertise von SPIE zu präsentieren.“ Ludger Essing, Vertriebsleiter Efficient Facilities, SPIE Deutschland & Zentraleuropa: „Angefangen vom sehr jungen und direkten servparc-Marketing im Vorfeld, waren in den zwei Tagen TOP-Besucher in der Halle zu finden, die hier auch hingehören. Die Gespräche kamen gleich auf den Punkt und hatten eine sehr gute fachliche Tiefe.“ Bernhard Pieper, Leiter Marketing der DEOS AG. „Erfolg braucht Mut zur Veränderung. Diesen Mut hat die Messe bewiesen. Offen, modern und

überraschend, bietet das neue Konzept einen idealen Rahmen für Austausch und Networking. Auch die Integration des Kongresses mit zukunftsweisenden Themen hat den Auftritt bereichert. Ich denke, alle Teilnehmer und Gäste werden das bestätigen. Allen anderen sei gesagt: Lasst Euch diese Gelegenheit nicht entgehen und macht mit – Möglichkeiten gibt es viele.“ Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung der WISAG Facility Service Holdig GmbH „Ob Karriere oder Auftragsgenerierung, auf der Servparc gibt es für jeden den richtigen Hotspot. Die Interaktion dabei macht das Ganze sehr spannend und es macht einfach Spaß, hier zu sein.“ Harun Bajrami, Vonovia SE „Ich finde den Aufbau hier sehr gut gelungen, die Veranstaltung ist gut organisiert und man kann sich viele interessante Vorträge anhören. Ich komme auf jeden Fall nächstes Jahr wieder!“ Artjom Gossen, Westfälische Hochschule „Für mich war spannend zu sehen, wie das Publikum sich sehr intensiv und interaktiv mit neuen Themen auseinandersetzt. Auf der Messe sind die verschiedenen spezialisierten Themenbereiche sehr stark ausgeprägt und für jedes Thema ist ein großes Knowhow vorhanden.“ Charles Bahr, Referent „Die Mischung aus Kongress, Messe, Networking, Impuls – ich finde das eine tolle Innovation.“ Christian Lindner, Bundesvorsitzender FDP „Wir sind von der ersten Servparc grundsätzlich sehr angetan: ein lebendiges, interaktives, zeitgemäßes Event-Format. Insbesondere die Verbindung von Kongress und Messe über die vier Stages ist sehr gut gelungen. […] Wir werden auf jeden Fall gerne wieder dabei sein.“ Astrid Grüter, Chief Communication Officer, ENGIE “Wir haben uns auf der Servparc 2019 als Aussteller wohlgefühlt und interessante Kontakte geknüpft, vor allem zu Bewerbern. Besonders positiv bewerten wir die Idee „alles unter einem Dach“, die spannenden Themen der Key Note und vieler Vorträge und den zeitgemäßen Look.“ Dr. Wolfgang Häfele, Sprecher des Vorstandes der Dussmann Group „Ich bin sehr positiv überrascht über die erste Servparc. Der Wechsel von einer Messe zu einem Networking-Event ist wirklich gut gelungen. Ein guter Mix aus Content in den Vorträgen, einer großen Bandbreite von Anbietern und Networking. Fühlte sich für mich nach einem gelungenen Neustart mit einer hoffentlich langen Zukunft an.“

Frank Bögel, General Director, Planon Conject GmbH „Mit dem neuen Konzept und der offenen Gestaltung hat uns die Sevrparc 2019 überzeugt. Auf den verschiedenen Flächen konnten wir unsere Dienstleistungen themenbezogen präsentieren. Vor allem das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm hat zu einem gelungenen Auftakt beigetragen.“

Statements Servparc „Wir sind von der ersten Servparc grundsätzlich sehr angetan: ein lebendiges, interaktives, zeitgemäßes Event-Format. Insbesondere die Verbindung von Kongress und Messe über die vier Stages ist sehr gut gelungen. […] Wir werden auf jeden Fall gerne wieder dabei sein.“ Astrid Grüter, Chief Communication Officer, ENGIE

JETZT . N E D LAN

Martin Schenk, Vorsitzender der Geschäftsführung der STRABAG Property and Facility Services GmbH und GEFMA Vorstand -------------------------------------„Die Servparc ist für uns einer der wichtigsten Branchentreffs im Jahr. Wir freuen uns über die Entwicklung der Servparc – weg von einer klassischen Messe hin zu einer lebendigen Kommunikationsund Interaktionsplattform für mehr Wissensaustausch und Networking. Die Servparc bietet uns eine gute Plattform, um sich über die Zukunftsthemen der FM-Branche auszutauschen und die breite Kompetenz und Technikexpertise von SPIE zu präsentieren.“ Ludger Essing, Vertriebsleiter Efficient Facilities, SPIE Deutschland & Zentraleuropa:

„Angefangen vom sehr jungen und direkten servparc-Marketing im Vorfeld, waren in den zwei Tagen TOP-Besucher in der Halle zu finden, die hier auch hingehören. Die Gespräche kamen gleich auf den Punkt und hatten eine sehr gute fachliche Tiefe.“ Bernhard Pieper, Leiter Marketing der DEOS AG.

“Wir haben uns auf der Servparc 2019 als Aussteller wohlgefühlt und interessante Kontakte geknüpft, vor allem zu Bewerbern. Besonders positiv bewerten wir die Idee „alles unter einem Dach“, die spannenden Themen der Key Note und vieler Vorträge und den zeitgemäßen Look.“ Dr. Wolfgang Häfele, Sprecher des Vorstandes der Dussmann Group „Ich bin sehr positiv überrascht über die erste Servparc. Der Wechsel von einer Messe zu einem Networking-Event ist wirklich gut gelungen. Ein guter Mix aus Content in den Vorträgen, einer großen Bandbreite von Anbietern und Networking. Fühlte sich für mich nach einem gelungenen Neustart mit einer hoffentlich langen Zukunft an.“ Frank Bögel , General Director, Planon Conject GmbH „Mit dem neuen Konzept und der offenen Gestaltung hat uns die Sevrparc 2019 überzeugt. Auf den verschiedenen Flächen konnten wir unsere Dienstleistungen themenbezogen präsentieren. Vor allem das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm hat zu einem gelungenen Auftakt beigetragen.“

Hotspot für Zukunftstrends in Facility Management, Industrieservice und IT Messe Frankfurt Martin Schenk, Vorsitzender der Geschäftsführung der STRABAG 17.– 18.06.2020 Property and Facility Services

„Erfolg braucht Mut zur Veränderung. Diesen Mut hat die Messe bewiesen. Offen, modern und überraschend, bietet das neue Konzept einen idealen Rahmen für Austausch und Networking. Auch die Integration des Kongresses mit zukunftsweisenden Themen hat den Auftritt bereichert. Ich denke, alle Teilnehmer und Gäste werden das bestätigen. Allen anderen sei gesagt: Lasst Euch diese Gelegenheit nicht entgehen und macht mit – Möglichkeiten gibt es viele.“ Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung der WISAG Facility Service Holdig GmbH „Ob Karriere oder Auftragsgenerierung, auf der Servparc gibt es für jeden den richtigen Hotspot. Die Interaktion dabei macht das Ganze sehr spannend und es macht einfach Spaß, hier zu sein.“ Harun Bajrami, Vonovia SE „Ich finde den Aufbau hier sehr gut gelungen, die Veranstaltung ist gut organisiert und man kann sich viele interessante Vorträge anhören. Ich komme auf jeden Fall nächstes Jahr wieder!“ Artjom Gossen, Westfälische Hochschule

DIE ZUKU NFT HAT EINE ADRESSE servpa„Für rc.mich de war spannend zu se-

hen, wie das Publikum sich sehr

GmbH und GEFMA Vorstand -------------------------------------„Die Servparc ist für uns einer der wichtigsten Branchentreffs im Jahr. Wir freuen uns über die Entwicklung der Servparc – weg von einer klassischen Messe hin zu einer lebendigen Kommunikationsund Interaktionsplattform für mehr Wissensaustausch und Networking. Die Servparc bietet uns eine gute Plattform, um sich über die Zukunftsthemen der FM-Branche auszutauschen und die breite Kompetenz und Technikexpertise von SPIE zu präsentieren.“ Ludger Essing, Vertriebsleiter Efficient Facilities, SPIE Deutschland & Zentraleuropa:

Konzept einen idealen Rahmen für Austausch und Networking. Auch die Integration des Kongresses mit zukunftsweisenden Themen hat den Auftritt bereichert. Ich denke, alle Teilnehmer und Gäste werden das bestätigen. Allen anderen sei gesagt: Lasst Euch diese Gelegenheit nicht entgehen und macht mit – Möglichkeiten gibt es viele.“ Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung der WISAG Facility Service Holdig GmbH „Ob Karriere oder Auftragsgenerierung, auf der Servparc gibt es für jeden den richtigen Hotspot. Die Interaktion dabei macht das Ganze sehr spannend und es macht einfach Spaß, hier zu sein.“ Harun Bajrami, Vonovia SE „Ich finde den Aufbau hier sehr gut gelungen, die Veranstaltung ist gut organisiert und man kann sich viele interessante Vorträge anhören. Ich komme auf jeden Fall nächstes Jahr wieder!“ Artjom Gossen, Westfälische Hochschule „Für mich war spannend zu sehen, wie das Publikum sich sehr intensiv und interaktiv mit neuen Themen auseinandersetzt. Auf der Messe sind die verschiedenen spezialisierten Themenbereiche sehr stark ausgeprägt und für jedes Thema ist ein großes Knowhow vorhanden.“ Charles Bahr, Referent „Die Mischung aus Kongress, Messe, Networking, Impuls – ich finde das eine tolle Innovation.“ Christian Lindner, Bundesvorsitzender FDP Statements Servparc „Wir sind von der ersten Servparc grundsätzlich sehr angetan: ein lebendiges, interaktives, zeitgemäßes Event-Format. Insbesondere die Verbindung von Kongress und Messe über die vier Stages ist sehr gut gelungen. […] Wir werden auf jeden Fall gerne wieder dabei sein.“ Astrid Grüter, Chief Communication Officer, ENGIE

Präsentationsfläche zum Early Bird-Tarif sichern – noch bis 13.12.2019.

„Angefangen vom sehr jungen und direkten servparc-Marketing im Vorfeld, waren in den zwei Tagen TOP-Besucher in der Halle zu finden, die hier auch hingehören. Die Gespräche kamen gleich auf den Punkt und hatten eine sehr gute fachliche Tiefe.“ Bernhard Pieper, Leiter Marketing der DEOS AG. „Erfolg braucht Mut zur Veränderung. Diesen Mut hat die Messe bewiesen. Offen, modern und überraschend, bietet das neue

“Wir haben uns auf der Servparc 2019 als Aussteller wohlgefühlt und interessante Kontakte geknüpft, vor allem zu Bewerbern. Besonders positiv bewerten wir die Idee „alles unter einem Dach“, die spannenden Themen der Key Note und vieler Vorträge und den zeitgemäßen Look.“ Dr. Wolfgang Häfele, Sprecher des Vorstandes der Dussmann Group „Ich bin sehr positiv überrascht über die erste Servparc. Der Wechsel von einer Messe zu einem Networking-Event ist wirklich gut gelungen. Ein guter Mix aus Content in den Vorträgen, einer großen Bandbreite von Anbietern und Networking. Fühlte sich für mich nach einem gelungenen Neustart mit einer hoffentlich langen Zu-


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Schritt für Schritt zur Smart Factory Wie das Internet der Dinge in der Industrie Realität werden kann Die Vorteile von Industrie 4.0 sind für alle produzierenden Betriebe greifbar - selbst wenn sie ältere Maschinenparks betreiben. Möglich wird das durch Lösungen zur Anbindung bestehender Betriebsmittel an das Internet der Dinge. Ein Beispiel sind die Erhebung von Anlagendaten direkt an der Maschine und die anschließende Auswertung mithilfe von Business Intelligence, um letztendlich die Effizienz der Produktion zu steigern und Prozessabläufe zu optimieren. Die dafür erforderlichen Soft- und Hardwarelösungen lassen sich häufig problemlos nachträglich integrieren - zum Beispiel mithilfe von spezialisierten IT-Dienstleistern. In Echtzeit nachverfolgen, wo sich ein bestimmtes Objekt befindet, und heute Bauteile austauschen, die morgen defekt wären: Die Vernetzung industrieller Anlagen eröffnet vielfältige Potenziale und schafft größtmögliche Transparenz bezüglich der Produktionsvorgänge. Die gewonnenen Informationen helfen dabei, betriebswirtschaftliche Fragestellungen zu beantworten - beispielsweise, ob sich die Auslagerung eines bestimmten Prozessschritts lohnt oder aus welchen Gründen eine Maschine nicht die volle Leistung erbringt. Mithilfe von IndustriePCs und individuell auf die erforderliche Anwendung zugeschnittener Business-Intelligence-Software lassen sich Maschinen und Anlagen jeden Alters vernetzen. Das ermöglicht es Mittelständlern, am Internet der Dinge (kurz: IoT) zu partizipieren, ohne die enorme Investition in einen State-of-theArt-Maschinenpark tätigen zu müssen. Als Systemintegratoren liefern ITSystemhäuser wie die SieversGroup aus Osnabrück, die bundesweit an vier Standorten vertreten ist und derzeit rund 330 Mitarbeiter beschäftigt, die gesamte erforderliche Infrastruktur aus einer Hand - von der Softund Hardware über die ITSecurity bis hin zu stabilen WLAN-Netzwerken.

Per Retrofit zur intelligenten Maschine Die Sievers-Group bietet Unternehmen, die ihre bestehenden Anlagen und Maschinenparks fit für Industrie 4.0 machen möchten, nach eigenen Angaben eine einfache Lösung: das Retrofit mithilfe sogenannter EdgeComputing-Systeme. Diese werden, wie das Systemhaus erläutert, direkt an der

Auf dieser Basis lassen sich die Informationen mithilfe von Business-Intelligence-Lösungen für Reportings, Planungen oder Simulationen nutzen. Treten an einer Maschine Anomalien auf, können Unternehmen zeitnah reagieren und mögliche Stillstände vermeiden. In Kombination mit betriebswirtschaftlichen Informationen zu Produktion oder Absatz lassen sich aus den Anlagendaten aber auch Optimierungspotenziale für die gesamte Fertigung ableiten. Dazu berät das Systemhaus seine Kunden und entwickelt die mathematisch-statistischen Modelle zur Verrechnung und Auswertung der Massendaten. Gerade im Rahmen von Industrie 4.0 spielt der Schutz vor Cyberkriminellen eine enorm wichtige Rolle. „Um die Datensicherheit unserer Kunden stets im Blick zu haben, nehmen wir ein aktives Monitoring auf der Systemumgebung vor und betreiben eine Security-Leitstelle, die 24/7 verfügbar ist“, betont diesbezüglich Robert Brockbals, Divisionsleiter Business Solutions bei der Sievers-Group. Bild: Sievers-Group

Maschine angebracht, wo sie Anlagendaten wie Temperaturen, Drücke oder Schwingungen zentral erfassen und auswerten. Nur relevante Informationen wie zum Beispiel Messwerte außerhalb eines definierten Toleranzbereichs werden anschließend an zentrale Datenbanken weitergeleitet. „Manche Roboter erzeugen vier Gigabyte Daten pro Sekunde. Eine solche Informationsflut kann nicht vollständig erfasst und historisiert werden. Die EdgeComputing-Systeme agieren hier als Gatekeeper“, erklärt Robert Brockbals, Divisionsleiter Business Solutions bei der SieversGroup. Das entlastet die Datennetze und verringert die Latenz. Die Messwerte der einzelnen Maschinen werden in einer Datenbank zusammengefasst und mit Daten aus ERP-, CRM- oder BDESystemen verknüpft.

In Kombination mit betriebswirtschaftlichen Informationen zu Produktion oder Absatz lassen sich aus den Anlagendaten Optimierungspotenziale für die gesamte Fertigung ableiten. Bild: akos147 auf Pixabay

Datenströme leiten und sichern Durch die Vernetzung von Produktionsanlagen entstehen im industriellen Umfeld in einem großen Umfang Datenströme, die es zu leiten und zu sichern gilt. Im Rahmen von Industrie-4.0-Konzepten stellen IT-Systemhäuser wie das genannte dazu auf Wunsch stabile WLAN-Netzwerke und belastbare Security-Konzepte bereit. Die Schaffung eines hochverfügbaren Netzes ist die Grundvoraussetzung für die smarte Fabrik. Nur so lassen sich große Datenmengen verarbeiten, die einen Einblick in den Status quo der Fabrik ermöglichen. Um Produktionsanlagen mit verlässlichem Wi-Fi auszustatten, kommen Technologien wie Radiating Cable zum Einsatz, wie sie auch die SieversGroup anbietet. Diese Schlitzkabel funktionieren wie eine Antenne mit gleichmäßiger Abstrahlung. So wird eine lückenlose Netzabdeckung mit Highspeed-WLAN von bis zu 150 Mbit/s erreicht. Es gibt zudem anwenderspezifische Faktoren, die eine Verwendung von Schlitzkabeln erfordern. Beispielsweise gibt es bestimmte Werkstoffe, die herkömmliche WLAN-Signale absorbieren. Dazu gehört unter anderem Aluminium. Sobald die Produktionsanlage vernetzt ist, gilt es, die sensiblen Daten im Maschinenpark gegen externe Angriffe zu schützen, denn kein Unternehmen, egal welcher Art und Größe, ist vor Cyberkriminellen sicher, wie auch zahlreiche Vorfälle in der jüngsten Vergangenheit zeigen. Um die Datensicherheit ihrer Kunden zu gewährleisten, nimmt die Sievers-Group nach eigenen Angaben ein aktives Monitoring auf

Die Vorteile der Vernetzung industrieller Anlagen sind vielfältig. Durch die gewonnene Transparenz beispielsweise in den Produktionsvorgängen kann man in Echtzeit nachverfolgen, wo sich ein bestimmtes Objekt befindet, aber auch welche Bauteile einer Fertigungsanlage zeitnah auszutauschen sind, da sie anderenfalls in Kürze defekt wären und zum Beispiel einen teuren Anlagenschaden oder gar einen -stillstand verursachen würden. Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

der Systemumgebung vor und betreibt eine Security-Leitstelle, die rund um die Uhr verfügbar ist. Außerdem simuliert das Osnabrücker Systemhaus auf Wunsch äußere Angriffe, um Schwachstellen wie beispielsweise offene Firewall-Ports aufzudecken. Im Nachgang erhält der Kunde ein Protokoll sowie eine Risikobewertung, sodass akute Sicherheitslücken schnell beseitigt werden können.

Die Vorteile von Transparenz Die Vernetzung und Überwachung eines bestehenden Maschinenparks erschließen Unternehmen im Wesentlichen über vier Anwendungsbereiche von Industrie 4.0: Condition Monitoring, Energy Management, Asset Tracking und Predictive Maintenance. Das Ziel ist immer der bedarfsgerechte Einsatz von Betriebsmitteln. Beim Asset Tracking, der permanenten analytischen Inventur von Werkzeugen, werden Objekte mittels RFID durchgehend geortet. Auf diese Weise können Unternehmen den Einsatz wertvollen Equipments optimal managen und einen Zeit- und Kostenaufwand vermeiden, der bei der Suche oder dem Verlust benötigter Werkzeuge entsteht. „Intelligente“ Gegenstände erfassen permanent Daten über ihren Zustand oder die Umgebung und sind in der Lage, mit ihrem Bediener, anderen Objekten sowie ICTSystemen zu kommunizieren. Beim Condition Monitoring wird so der Zustand von Maschinen und Anlagen überwacht, indem Sensoren Daten über das direkte Umfeld eines Objekts sammeln. Die frühzeitige bedarfsgerechte Ausrichtung von Wartungszyklen anhand dieser Daten ist das Prinzip der Predictive Maintenance, also der vorausschauenden Instandhaltung. Da jeder Anwender seine Maschine anders nutzt, ist es vorteilhaft, den Verschleiß mit dieser Technologie präzise und individuell zu kalkulieren. Eine Analysesoftware kann die Sensordaten erfassen und auswerten sowie frühzeitig einen möglichen Ausfall von Komponenten erkennen.

Defekte Bauteile, die den baldigen Stillstand einer Anlage zu verursachen drohen, können so erkannt und ausgetauscht werden, bevor ein tatsächlicher Schaden entsteht. Das damit verbundene Einsparpotenzial ist enorm, da neben einer Verkürzung von Stillstandzeiten auch der Stromverbrauch reduziert und Wartungskosten gesenkt werden. Das ist auch im Hinblick auf das Energy Management von Bedeutung, das eine Effizienzmaximierung durch die Einsparung von Energiekosten ermöglicht. Energiedaten können zudem auf einen zu erwartenden Defekt hinweisen - etwa, wenn eine Maschine unnötig viel Energie verbraucht, weil eines der Bauteile abgenutzt ist.

Retrofit in der Praxis Einer der Kunden der SieversGroup, der die Vernetzung seines Maschinenparks mithilfe des Systemhauses bereits erfolgreich abgeschlossen hat, stammt aus der kunststoffverarbeitenden Industrie. Die verwendete neue Sensorik untersucht nun die Spritzgussmaschinen, die flüssigen Kunststoff produzieren, kontinuierlich auf Verschleiß. Die Herausforderung: Das Spritzen des Kunststoffes in die Formen muss mit konstanter Geschwindigkeit erfolgen, damit eine gleichmäßige Befüllung gewährleistet wird. Im Kunststoff befinden sich jedoch Glasfaserpartikel, deren Körnung für Abrieb sorgt. Wenn dieser Verschleiß eintritt, dreht sich die Spritzgussmaschine schneller, um eine gleichmäßige Fließgeschwindigkeit zu erreichen. Dadurch entsteht mit der Zeit ein übermäßiger Energieverbrauch. „Anhand der Energiedaten lässt sich prognostizieren, wann ein Bauteil getauscht werden sollte, um den Verbrauch wirtschaftlicher zu gestalten und einen drohenden Defekt zu verhindern“, erläutert Brockbals. Der Schritt ins Internet der Dinge ermöglicht dem Anwender auf diese Weise eine wirtschaftliche und zuverlässige Kunststoffproduktion. www.sievers-group.com


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Hallenheizung - mieten statt kaufen Dexion Energie spart 45.000 Euro pro Jahr durch die Miete einer neuen Hallenheizung Eine veraltete Heiztechnologie in Hallengebäuden ist energieintensiv und damit teuer. Mit hohen Investitionskosten verbunden und zudem aufwendig ist aber auch eine Modernisierung einer alten Hallenheizung, weshalb viele davor zurĂźckschrecken. Eine Alternative lautet: die Hallenheizung einfach mieten. Bei Dexion hat man sich fĂźr diese komfortable LĂśsung entschieden. Der weltweit aktive Spezialist fĂźr LagerlogistiklĂśsungen setzt hierfĂźr auf das jĂźngste Dienstleistungsprodukt von KĂźbler - das sogenannte „Heizwerk“. Und profitiert so nicht nur von Einsparungen, sondern auch von den Vorteilen moderner Infrarotheiztechnik.

Je nach Schichtbetrieb und Wärmebedarf kann Dexion jede Heizzone einzeln regeln.

zent Gesamtprimärenergie eingespart werden. Das Monitoring, also die permanente Ăœberwachung der neuen Heizungsanlage, erfolgt ebenfalls durch ein System von KĂźbler - und zwar Ăźber das Energie- bzw. Wärmemanagementsystem E.M.M.A. Dieser Name beziehungsweise diese AbkĂźrzung steht fĂźr Energy Monitoring & Management Application. Dieses Tool stellt unter anderem auch die Verbrauchsanalysen und Dokumentationen bereit, die Dexion fĂźr das interne Qualitätsmanagement sowie fĂźr

die Audits nach ISO 50001 und ISO 14001 benÜtigt. Die Transparenz, die durch das Energiemanagementsystem gewonnen wird, hat aber auch Vorteile im laufenden Betrieb: Beispielsweise konnten Dexion auf Grundlage der Auswertungen wichtige Einspartipps fßr die Regelung der Ein- und Ausschaltzeiten gegeben werden. Relevante Einsparpotenziale wurden mithilfe dieses Systems sogar auch in Bereichen aufgedeckt, werden, die ßber den reinen Heizungsbetrieb hinausgingen. In Laubach waren dies beispielsweise hohe Energieverluste durch zu lange TorÜffnungszeiten - ein Phänomen, das ßbrigens in vielen Produktions- und Lagerhallen ein Problem darstellt und durch speziell hierfßr entwickelte Softwaremodule wie Tor-Off oder Tor-Off plus geregelt werden kann. Die eigentliche Steuerung der Anlage wollte Dexion selbst ßbernehmen. Dafßr wurden dann zwei Digitalsteuerungssysteme der neuen und mehrfach patentierten Linie Celestra installiert. Zudem wurde die Produktionshalle in insgesamt zehn Heizzonen eingeteilt.

In der Produktionshalle von Dexion sorgen jetzt Infrarotheizungen der Linie Optima plus fĂźr ein zugfreies Arbeitsklima. Bilder: KĂźbler

Sie kÜnnen nun je nach Schichtbetrieb und Wärmebedarf einzeln angesteuert und geregelt werden. Fßr Dexion bietet das eine bisher nicht bekannte Flexibilität, den Heizprozess an unterschiedliche Arbeitsaufkommen anzupassen und jederzeit steuernd eingreifen zu kÜnnen.

Modernisierung im laufenden Betrieb Die gesamte ModernisierungsmaĂ&#x;nahme fand im laufenden Produktionsbetrieb statt. Trotzdem konnte die neue energieeffiziente Infrarotheizungsanlage termingerecht in Betrieb gehen und so bereits die volle Heizperiode 2018/2019 genutzt werden. Bei Dexion ist man mit der neuen HeizungslĂśsung hochzufrieden: „Die Modernisierung unserer Hallenheizungsanlage war ein voller Erfolg“, bestätigen die Verantwortlichen. Und die Ergebnisse der ersten Betriebssaison untermauern diese Aussage: Der Endenergieverbrauch in der Stahlfertigungshalle hat sich um 57 Prozent reduziert. Im gleichen Zeitraum konnte auch der Stromverbrauch der heizungsrelevanten Komponenten um fast 96 Prozent gesenkt werden. Insgesamt wurden also

62 Prozent Primärenergie eingespart. Doch nicht nur energetisch kann diese LĂśsung Ăźberzeugen, auch finanziell zahlt sich die Entscheidung fĂźr die Heizungsmodernisierung aus: Der Spezialist fĂźr Lagerlogistik verzeichnete gleich im ersten Betriebsjahr eine Kosteneinsparung von Ăźber 45.000 Euro - und das nach Abzug der Miete. Das Fazit bei Dexion: „Das Mietmodell hat unser Wärmeproblem gelĂśst. Heizwerk ist fĂźr uns die pragmatische und wirtschaftliche Antwort auf die Modernisierungsfrage der Hallenheizungsanlage.“ www.dexion.de www.kuebler-hallenheizungen.de

Das Dienstleistungspaket „Heizwerk“ spart den Nutzern nicht nur Kosten, sondern auch jede Menge Arbeitsaufwand.

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Seit rund 40 Jahren wurden die Produktions- und Lagerhallen bei Dexion am Standort Laubach mit Warmluftgebläsen beheizt. Doch die Effizienz der alten Heizanlage lieĂ&#x; messbar nach und ihr Betrieb war mit hohen Kosten verbunden. Schon länger haben sich die Verantwortlichen deshalb mit der Frage beschäftigt, wie man die Altanlage durch moderne Heizungstechnologie ersetzen kĂśnnte. Als der Hallenheizungsspezialist KĂźbler dann im Jahre 2017 seine neue Wärmedienstleistung namens „Heizwerk“ auf den Markt brachte, stand die Entscheidung fest: Die MĂśglichkeit, ein energieeffizientes und kostensparendes Infrarotheizungssystem zu nutzen und das ganz ohne eigenen Investitions- und Abschreibungsaufwand, Ăźberzeugte Dexion und gab letztendlich den Ausschlag, die SanierungsmaĂ&#x;nahme unmittelbar umzusetzen. Im Dienstleistungsangebot Heizwerk bĂźndelt KĂźbler seine Infrarotheizsysteme, die Digitalisierung des Heizprozesses sowie sein Know-how in Engineering und Anlagenbetrieb in einem Paket. FĂźr den Kunden ist dies laut dem Wärmedienstleister komfortabel, denn die Aufwendungen z.B. fĂźr Investition, Abschreibung, Anlagensteuerung, Wartung etc. entfallen; stattdessen wird ein fester Mietpreis vereinbart. Und fĂźr den Nutzer geht dies in den allermeisten Fällen mit einer Ersparnis einher, denn die Wärmekosten der neuen Heizungsanlage liegen, von KĂźbler garantiert, auch bei dem Mietmodell in der Regel deutlich unter denen der Altanlage, wie der Dienstleister betont. So auch bei Dexion: Installiert wurden hier Infrarotheizungen der Hochleistungslinie Optima plus. Sie sorgen in der 8.500 Quadratmeter groĂ&#x;en Stahlfertigungshalle fĂźr ein komfortables und sauberes Arbeitsklima. Das Wärmeprinzip dieser Infrarotheizungen ähnelt dem der Sonne und ist fĂźr den Menschen deshalb angenehm, weil bei der WärmeĂźbertragung so gut wie keine Warmluft entsteht, die fĂźr Zug oder Staubaufwirbelungen sorgen kĂśnnte. Darin liegt auch der entscheidende Vorteil fĂźr die Effizienz von Infrarotwärme in hohen Hallenräumen. Denn es bilden sich keine Warmluftpolster, die physikalisch bedingt unter das Hallendach steigen und dort ungenutzt verpuffen kĂśnnten. Durch diesen Effizienzvorteil konnten bei Dexion Ăźber 62 Pro-


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

Induktionsanwärmgerät spart Zeit und Geld Indischer Baumaschinenhersteller setzt bei der Serienmontage auf Simatherm-Geräte Die Niederlassung eines internationalen Baumaschinenherstellers in Indien verwendet für das Anwärmen von Flanschen Simatherm-Induktionsheizgeräte. In der Montagestätte werden Straßenwalzen für den indischen Markt zusammengebaut. Jede dieser Straßenwalzen hat an der Hinterachse je zwei Flansche. Für den raschen und schonenden Einbau der Kugellager in das Flanschgehäuse werden die Flansche auf 110 Grad Celsius aufgeheizt. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen darf die Aufwärmzeit pro Flansch allerdings nicht mehr als zehn Minuten betragen. Nur so kann nämlich das Tagessoll von 48 Walzen erreicht werden. Die beim Baumaschinenhersteller in Indien verwendeten Simatherm-Induktionsanwärmgeräte wärmen in kurzer Zeit die Wälzlager schonend auf die erforderliche Montagetemperatur von 110 Grad Celsius an. Denn diese Temperatur wird bei durch-

Das Fett wird beim Anwärmen nicht beschädigt. Die Lager können sofort montiert werden. Bilder: Simatec

schnittlichen Lagergrößen nach nur wenigen Sekunden erreicht. Mit den Induktionsanwärmgeräten können aber nicht nur Lager, sondern auch andere ringförmige, metallische Bauteile wie Lagergehäuse, Wälzlager, Dichtungen, Ritzel und Zahnräder usw. erwärmt werden. Verglichen mit alten Anwärmmethoden wie zum Beispiel Ölbad, Heizplatte oder Ofen werden viel Zeit, Energie und Geld eingespart. Außerdem wird die Temperatur der Werkstücke mittels Temperatursonde überwacht und am Gerät angezeigt - all dies sind Gründe, warum der Baumaschinenhersteller in Indien diese Geräte nun einsetzt. Hintergrund: Die Aufpresskraft zur Montage nimmt mit der La-

gergröße erheblich zu. Macht man sich die Wärmeausdehnung der Metalle zunutze, können Lager und andere ringförmige Werkstücke ohne Kraftaufwand auf eine Welle montiert oder in ein Gehäuse eingebaut werden. Beim Erwärmen eines Werk-

Die Induktionsanwärmgeräte gibt es in fünf Größen. Damit können Bauteile von bis zu 800 Kilogramm erwärmt werden.

stückes bleibt das Gerät selber kalt und kann gefahrlos berührt werden. Kunststoffdichtungen und Schmierstoffe werden ebenfalls nicht heiß. Deshalb können auch vorgefettete Lager erwärmt werden, was - so der Hersteller - ein einzigartiger Vorteil dieser Geräte sei.

Schont Dichtungen und Schmierstoffe Das Fett wird beim Anwärmen der Lager ebenfalls nicht beschädigt und die Lager können sofort nach Erreichen der vorgewählten Temperatur montiert werden. Der Montageleiter des Baumaschinenherstellers war von den ersten eingesetzten Simatherm-Anwärmgeräten so überzeugt, dass er bereits einige Wochen später ein zweites Gerät kaufte. „Aufgrund der hervorragenden Leistungen und des zuverlässigen Betriebs von Simatherm-Heizgeräten wärmen wir jetzt die Flansche in weniger als zehn Minuten auf. Aus diesem Grund haben wir uns für einen weiteren Kauf eines Simatherm IH 210F

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entschieden“, so der verantwortliche Montageleiter. Die Induktionsanwärmgeräte gibt es in fünf Größen. Je nach Größe können Bauteile von bis zu 800 Kilogramm erwärmt werden.

Für Bauteile bis 800 Kilogramm Jedes Gerät ist mit Auflagejochen von unterschiedlichen Querschnitten ausgerüstet. Die größeren Geräte sind mit einem Schiebejoch ausgerüstet. Dies vereinfacht besonders das Handling mit schweren Bauteilen. Ein Temperaturfühler zur kontinuierlichen Überwachung der Werkstücke sowie die speziellen Simatherm-Wärmeschutzhandschuhe, mit welchen das erwärmte Teil gefahrlos angefasst werden kann, gehören zum Standardlieferumfang. Ganz neu ist das Volcano IH025, das aufgrund seines geringen Gewichts von 4,5 Kilogramm mobil ist. Somit kann die Montage vor Ort bei der Anlage erfolgen - das Heizgerät kann nämlich zum Werkstück gebracht werden. www.simatec.com


Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

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Condition Monitoring

Die Nokia-Drohnen werden je nach Bedarf mit Suchscheinwerfern, Kameras und/oder Kommunikationssystemen sowie mit Sensoren für Rauch, Bewegung, Wärme oder Strahlung ausgerüstet.

Überwachung mit Drohnen & LTE Drohnen bzw. ganze Drohnenschwärme können große und weitläufige Fabrikareale aus der Luft überwachen. So lassen sich Unfälle oder Defekte schnell erkennen. Damit dies funktioniert, sind sie mit verschiedenen Sensoren und Kameratypen ausgerüstet. Wenn sie über ein privates LTE-Netz verbunden sind, funken sie diese Daten sicher und zuverlässig an eine ZenFolgendes Szenario in einer Chemiefabrik zeigt exemplarisch auf, wie Drohnen bei der Überwachung genutzt werden können. Angenommen der Druck in einer Gas-

Die Einrichtung des privaten LTE-Netzes im Frequenzbereich von 3,7 GHz ist unkompliziert und kann von der hauseigenen IT übernommen werden. Unternehmen brauchen zum Betrieb nur das Equipment sowie eine Lizenz für ein privates LTE-Netz, die sie einfach bei der Bundesnetzagentur beantragen können. Bilder: Nokia

leitung fällt plötzlich ab. Im ersten Moment weiß niemand, was genau passiert ist. Deshalb müssen die Verantwortlichen in einem ersten Schritt die Situation analysieren und Daten gewinnen. Hierfür heben mehrere Drohnen ab. Während sie über das Gelände fliegen, erfasst eine Wärmebildkamera an Bord einen regungslosen Menschen unter einem Dach. Eine ebenfalls integrierte HD-Kamera streamt Bilder einer gebrochenen Gasleitung in der Nähe. Außerdem registriert der Gassensor an einer Drohne eine Gaswolke. Alle diese Daten senden die Fluggeräte an eine Kontrollstelle. Die Verantwortlichen und die Rettungskräfte bekommen mit diesen Informationen einen Überblick über die Lage und können entsprechend reagieren. Natürlich kann ein solcher Unfall auf einem In-

dustriegelände trotz aller Sicherheitsvorkehrungen nicht ausgeschlossen werden. Aber Drohnen helfen nicht nur im Schadensfall, sondern dienen auch dazu, einen solchen Unfall im Vorfeld zu verhindern. Ein ganzer Schwarm von ihnen kann hierfür beispielsweise regelmäßig über dem Areal patrouillieren und unter anderem nach Feuer, Schäden, Leckagen oder ausgetretenem Gas suchen. Die „unmanned aerial vehicles“ (unbemannte Luftfahrzeuge, UAVs) können autonom entweder vorher oder vor Ort festgelegte Routen abfliegen, aber auch durch einen Operator manuell gesteuert werden. Dabei lassen sich Zonen definieren, die sie auslassen sollen, beispielsweise aufgrund spezieller Überflugrechte. Weiter auf Seite 18

ISSN

1864-4554

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Als erster Vertreter einer neuen IoT-GatewayFamilie für Remote-Maintenance-Aufgaben unterstützt das RMG/941 vier verschiedene Funktionsbereiche. Bild: SSV Software Systems

Sicherheit hoch vier beim Fernzugriff Fernüberwachungs- und Fernwartungsaufgaben werden immer komplexer. Eine einfache IoT-Cloudanbindung mit Dashboard sowie eine VPN-Zugriffsmöglichkeit reichen oftmals nicht mehr aus. Zumal die Anforderungen an die Cybersecurity durch immer neue Bedrohungen ebenfalls steigt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat SSV im Rahmen eines Open-Innovation-Prozesses mit dem RMG/941 nun ein spezielles IoT-Gateway entwickelt. Dieses vereint vier Aufgabenbereiche aus der industriellen Fernwartung in einem DIN-Hutschienengehäuse. Neben der klassischen VPN-Fernzugriffsschnittstelle für manuelle Wartungsaufgaben wird besonders die Komponenten-, Maschinen- und Anlagenanbindung an die IoT-Plattformen der Cloudplattformen per CoAP, MQTT, REST oder OPC UA unterstützt. Dafür steht eine echte Ende-zuEnde-Sicherheitslösung vom Sensor bis zum Aktor zur Verfügung. Damit lassen sich z.B. Sensormesswerte auf der einen Seite mittels einer Public-Key-Infrastruktur (PKI) mit einer digitalen Signatur versehen, die Aktoren am anderen Ende mithilfe eines X.509Zertifikats und eines öffentlichen Schlüssels verifizieren können. Dadurch sind laut Gatewayentwickler die Authentizität und Integrität der Daten für verteilte Anwendungen gewährleistet. Neben integrierten Machine-Learning-Funktionen zur Anomalieerkennung durch eine permanente Echtzeitanalyse von Sensordaten besitzt das RMG/941 einen modularen Baukasten für ein sicheres Softwarefernupdate von OT-Baugruppen. www.ssv-embedded.de


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CONDITION MONITORING

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Werkstoffprüfung mit Zustandsüberwachung Prüfsoftware testXpert III Analytics von Zwick-Roell bietet jetzt Condition Monitoring Die zunehmende Vernetzung und Kommunikationsfähigkeit von Anlagen und Maschinen im Rahmen von Industrie 4.0 hat das Potenzial zur Erkennung von Fehlern, für die Optimierung von Produktionsprozessen und für umfangreichere statistische Auswertungen. Auch der Zustand der Maschinen selbst kann überwacht werden, um schleichende Veränderungen sichtbar zu machen und langfristigen Fehlern vorzubeugen. Doch das genügt nicht in allen Bereichen … Während in der Produktion unter Umständen bestimmte Fehlermargen noch toleriert werden, die sich nicht auf die Produktqualität auswirken, kommt es in den Bereichen Materialprüfung und Qualitätssicherung auf absolut sichere Prüfergebnisse an. Und deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass Materialprüfmaschinen sich im optimalen Zustand befinden und keine Fehler aufweisen. Zwick-Roell hat deshalb die neue Funktion „Condition Monitoring“ in die Prüfsoftware testXpert III integriert. Sie überträgt den aktuellen Zustand von Prüfmaschine, Sensorik und Zubehör in eine Datenbank. Aufbereitet von testXpert Analytics, einem Thin Webclient, erfolgt der Zugriff auf die gesammelten Daten im Firmennetzwerk - und das ganz einfach und geräteunabhängig per Webbrowser. Von dieser Funktion profitieren die Verantwortlichen unter anderem bei umfangreichen Maschinenparks, beispielsweise

mit örtlich weit voneinander entfernten Prüflaboren. Aber auch Prüfzentren mit einer großen Anzahl an Maschinen lassen sich so leichter im Blick behalten, wenn man die Daten jeder einzelnen Prüfmaschine einsehen kann. Angezeigt werden unter anderem Betriebsstunden, Prüfzeiten, mögliche Überlastzustände der Kraftaufnehmer und die Zeit bis zur nächsten Kalibrierung. Zudem übernimmt die Software die Funktion eines elektronischen Wartungshandbuchs und erinnert an regelmäßig anstehende Instandhaltungsbeziehungsweise Wartungsarbeiten. Deren Ausführung wird nach Bestätigung durch den jeweiligen Mitarbeiter nachvollziehbar geloggt. Auch das Zubehör, sowohl aktiver als auch passiver Art, wird mitverwaltet. Für die Zukunft ist zudem eine Anzeige zur Auswertung der gesammelten Daten aller angeschlossenen Prüfmaschinen in Planung. Die verantwortlichen In-

standhalter erfahren dann auf einen Blick, wie es um den gesamten Maschinenpark steht und können Arbeiten an mehreren Prüfmaschinen - wie anstehende Kalibrierungen - zeitlich zusammenlegen. www.zwickroell.com

Das PWT 100 ist ein Testgerät zur Funktionskontrolle sowie Justage, das PWM 21 ein Prüfgerät zur Diagnose und Justage von Heidenhains-Messgeräten. Das PWT 100 ist vor allem für den mobilen Einsatz bei der Funktionskontrolle von Messgeräten dieses Herstellers in Maschinen und Anlagen vor Ort in der Fertigung gedacht. Es bietet kompakte Abmessungen und ein robustes Design. Die Bedienung erfolgt über einen integrierten 4,3-Zoll-Touchscreen.

Das Testgerät ist der Nachfolger der Baureihen PWT 10, PWT 17 und PWT 18, es weist jedoch, wie der Hersteller betont, einen höheren Funktionsumfang auf, der durch Firmware-Updates noch erweitert werden soll. Ergänzt wird dieses Testgerät durch das PWM 21, ein Prüfgerät mit besonders engen Messtoleranzen. Dieses Gerät kann kalibriert werden und bietet laut Hersteller einen großen Funktionsumfang. So ist neben dem Einsatz bei der

Inbetriebnahme und der Funktionskontrolle von Messgeräten auch eine Diagnose im geschlossenen Regelkreis möglich. Zusammen mit der ATS-Software ist das PWM 21 ein komplettes Justage- und Prüfpaket. Der Funktionsumfang umfasst einen Verbindungsdialog, umfangreiche Positionsanzeigen, Diagnosefunktionen, Anbau- und Prüfassistenten sowie die Anzeige und Änderung von Speicherinhalten. www.heidenhain.de

Fortsetzung von Seite 17 Damit solche Einsatzszenarien auch in der Praxis funktionieren, sind die Drohnen miteinander und mit einer Zentrale vernetzt. Dorthin funken sie die erfassten Daten.

5G verfügbar sein wird. Das abgeschlossene Mobilfunknetz steht exklusiv der Chemiefabrik zur Verfügung. Damit bleiben die sensiblen Daten in der Hand der Fabrik. Die Drohnen authentifizieren sich über SIM-Karten mit dem Netzwerk. Auf das private LTE-Netz können verschiedene Dienste aufgesetzt werden. Nokia hat dazu beispielsweise die Digital Automation Cloud mit der Lösung Drone Networks entwickelt - ausschließlich für den professionellen Einsatz. Dabei handelt es sich um eine cloudbasierte Ende-zu Ende-UAV-

Umgebung mit EDGE-Technologie für die Kontrolle der Drohnen und für die Übertragung von gesammelten Daten. Diese werden analysiert, optional lokal, und liefern so wichtige Erkenntnisse.

dischen Betrieben für die Überwachung in Echtzeit einsetzen, entweder in Ausnahmesituationen oder routinemäßig - zum Beispiel bei der Inspektion von Baustellen, Produktionsstätten, Pipelines, Funktürmen, Oberleitungskabeln, Schienenwegen oder Straßen. Mit ihrer Hilfe können der Wartungsbedarf, der Baufortschritt oder der Zustand nach Unwettern oder Unfällen festgestellt werden. Die Drohnenschwärme können auch von Hilfsorganisationen eingesetzt werden, im Rahmen der gemeinnützigen Initiative Nokia Saving Lives. Das phil-

ippinische Rote Kreuz etwa nutzt sie zusammen mit einem portablen LTE-Netz von Nokia.

Stabile Datenübertragung … Der Clou dabei: Das können sie auch noch, falls das öffentliche Netzwerk überlastet ist, denn sie sind idealerweise in ein privates LTE-Netz eingebunden, das derzeit auf 4G basiert, aber auch für

Dank der neuen Condition-Monitoring-Funktionalität in der Prüfsoftware herrscht stets Klarheit über den aktuellen Zustand der Prüfmaschine, der Sensorik und des Zubehörs. Bild: Zwick-Roell

Testgeräte zur Funktionskontrolle, Justage und Diagnose

… in kritischen Situationen Die Drohnen können über einen längeren Zeitraum unterwegs sein und weite Strecken zurücklegen. Das ist günstiger, als bemannte Helikopter loszuschicken. Sie lassen sich in großen Unternehmen und in mittelstän-

Blue Range gegen Bakterien Paradox: Ausgerechnet die Reinigung von Lebensmittelmaschinen verbreitet Bakterien im ganzen Betrieb. Anders mit der „Blue Range“ von SKF: Dank ihrer extrem glatten Oberfläche bietet die extrem dichte Kugellagereinheit den ® SKF ist eine eingetragene Marke der SKF Gruppe | © SKF Gruppe 2019

meisten Keimen keinerlei Nistplatz. So sorgt das hygienische Design der blauen SKF Food Line-Lager für mehr Sauberkeit und Sicherheit – bei geringerem Wartungsaufwand und weniger Wasserverbrauch.

Einsetzbar auch bei Naturkatastrophen Nach Naturkatastrophen können sie effizient nach vermissten Menschen suchen. Transportdrohnen liefern zusätzlich Erste-Hilfe-Sets und Medizin schnell aus. An ein derartiges privates LTENetz können am Boden sowie innerhalb oder außerhalb von Gebäuden auch selbstfahrende Transportfahrzeuge (Autonomous Intelligent Vehicles) und autonom arbeitende, mobile Roboter eingebunden werden.

Fahrzeuge und Roboter einbinden Dazu gehören z.B. Gabelstapler, die ihre Befehle über das LTE-Netz erhalten. Im Gegensatz zu Wi-Fioder Ethernet-Netzwerken gibt es keine Verbindungsprobleme, wenn sie an einem anderen Ort auf dem Gelände eingesetzt werden sollen. Integrierte Dienste wie Push-to-Talk oder Push-to-Video erlauben eine direkte Kommunikation, zum Beispiel die Meldung eines Mitarbeiters zur Situation vor Ort an die Zentrale. Zusätzlich können über ein sogenanntes Indoor Positioning System Waren oder Bauteile auch in großen Fabrikhallen getrackt werden. www.nokia.com


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CONDITION MONITORING

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Schwingungsmesssystem mit Mehrwert Schwingungsdiagnosesystem Peakstore 5 ermöglicht nun auch das Betriebswuchten Beim tragbaren Schwingungsmesssystem Peakstore 5 erfolgt die Datenerfassung mit bis zu zwölf Schwingungskanälen und einem Drehzahlkanal. Damit lassen sich bei vielen Antrieben alle erforderlichen Messpositionen bedienen, ohne Sensoren umsetzen zu müssen. Das auch per App bedienbare Schwingungsdiagnosetool wurde nun um das Betriebswuchten erweitert. Die Messung und Beurteilung der Schwingungen von wälzgelagerten Industriegetrieben sowie die Analyse der enthaltenen Frequenzen und deren Signifikanz ermöglichen eine detaillierte Einschätzung des Schädigungszustands. So können belastbare Verfügbarkeits- und Zuverlässigkeitsprognosen von Produktionsanlagen gestellt und Instandhaltungsaktivitäten besser geplant werden. Letztendlich generiert der Betreiber von Produktionsanlagen damit einen messbaren monetären Vorteil: In der Regel wird der Aufwand für ein Condition Monitoring System bereits durch nur einen rechtzeitig erkannten Schaden x-fach amortisiert. Für solche mobile Messungen bietet die Gfm Gesellschaft für Maschinendiagnose seit einigen Jahren das tragbare System Peakstore 5 an. Mit bis zu zwölf Sensoren - sie werden mit Magneten an der Maschine angebracht werden die Schwingungen erfasst.

Das Betriebswuchtmodul ist als separate Lizenzoption zum Peakstore 5 erhältlich.

Dabei kann die Drehzahl veränderlich sein. Das System ist per App fernsteuerbar, um auch die Diagnose von Maschinen zu ermöglichen, die während des Betriebs nicht zugänglich sind. Es können laut Hersteller zudem Zusatzinformationen, zum Beispiel Fotos von Typenschildern direkt zur Messung abgespeichert werden.

Außerdem lassen sich, so der Hersteller, Messzeiten von 1,5 sek bis zu 164 sek sowie unbestimmt einstellen. Wobei bei der unbestimmten Messzeit mit zwölf Kanälen mit je 51,2 kHz Abtastrate rund vier Stunden lang Messdaten aufgezeichnet werden können. Eine Auswertung der Messdaten ist sofort am Gerät möglich. Die Daten können aber auch direkt für eine Analyse verschickt werden. Neu ist die Funktion Betriebswuchten - das entsprechende Modul ist als separate Lizenzoption zum Peakstore 5 erhältlich. Konkret werden beim Betriebswuchten an einem fertig montierten Rotor die durch Unwucht verursachten Schwingungen gemessen und erforderliche Ausgleichsmassen berechnet. Dies erfolgt in ein oder zwei Wuchtebenen und bei variabler Drehzahl.

Beim Betriebswuchten werden an einem fertig montierten Rotor die durch Unwucht verursachten Schwingungen gemessen und erforderliche Ausgleichsmassen berechnet. Bilder: Gfm

Der Ablauf ist laut Hersteller simpel: In einem ersten Schritt werden die zwei Ausgleichsebenen definiert. Es werden zwei Beschleunigungssensoren und ein Drehimpulsgeber installiert. Und es sind ein paar Eingaben erforderlich. Zunächst wird dann eine Urmessung durchgeführt. Anschließend werden an einer Ausgleichsebene eine Testmasse angebracht und eine erste Testmessung durchgeführt. Danach wird dieser Vorgang für die zweite Ausgleichsebene wiederholt. Auf der Basis dieser Daten berechnet das System die Aus-

gleichsmassen und die Orte der Anbringung. Das System berücksichtigt, dass die Anbringung von Ausgleichsmassen nur an bestimmten Radien oder Winkeln möglich ist, oder aber, dass Massen nicht hinzugefügt, sondern entfernt werden sollen. Anschließend sind bis zu fünf Validierungsmessungen möglich, um die Unwucht schrittweise zu minimieren. Schließlich wird ein Protokoll generiert, das den gesamten Vorgang dokumentiert und die Wuchtgüte nach DIN ISO 21940-11:2017-03 angibt. www.maschinendiagnose.de

Vorausschauende Instandhaltung auf Basis von künstlicher Intelligenz (KI) SKF hat einen Vertrag über die Akquisition von Presenso Ltd. unterzeichnet. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das Software für die vorausschauende Instandhaltung auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt. Die KI-Fähigkeiten dieser Software ermöglichen es der fertigenden Industrie, auch solchen Unregelmäßigkeiten in den Produktionsanlagen auf die Schliche zu kommen, die sich bislang nur ganz schwer aufspüren ließen. Außerdem leisten die Presenso-Programme dies sogar automatisch; also ohne dass die Victoria Van Camp, im Konzernvorstand von SKF zuständig für Technologie-, Geschäfts- und Produktentwicklung, erklärt: „Bei SKF dreht sich alles um die zuverlässige Rotation, die Technologieführerschaft und die Lösung härtester Herausforderungen. Mit Presenso stößt jetzt ein Team erstklassiger KI-Entwickler zu SKF, das ein einsatzbereites Analysesystem im Gepäck hat. Gemeinsam werden wir den Begriff ,Zuverlässigkeit‘ neu definieren und die KI zu einem integralen Bestandteil der Produktion machen.“ Bild: SKF

Instandhaltungsmitarbeiter dazu auf das Fachwissen von Datenwissenschaftlern zurückgreifen müssten, betonen die Experten. Derartige Kompetenzen von Presenso will SKF nun dazu nutzen, um das „Rotating Equipment Performance“ (REP)Konzept des Unternehmens zu stärken. Presenso hat seinen Sitz in Haifa, Israel. Die Übernahme steht derzeit noch unter dem Vorbehalt bestimmter behördlicher Genehmigungen; sie wird aber voraussichtlich im Laufe des vierten Quartals abgeschlossen. www.skf.de

Instandhaltung – jetzt gezielt planbar! Industrie 4.0 revolutioniert auch den Instandhaltungsservice. Wo früher der Instandhalter viele Einzelinformationen sammeln und aufwändig auswerten musste, bietet Schaeffler jetzt cloudbasierte Produkte und Lösungen zur Zustandsüberwachung an. Erstmals können Wartungsintervalle belastungsabhängig bestimmt werden. Das Wälzlagerleben wird damit vorhersehbar, die Instandhaltung planbar. Das bringt Kosteneinsparungen und ermöglicht eine intelligente Ersatzteilbevorratung. www.schaeffler.de

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Fit fĂźr den finalen Stresstest mit 175 bar Sachverständige des TĂœV Hessen ĂźberprĂźfen SchweiĂ&#x;nähte bei neuer Pipeline Die fast 500 Kilometer lange Pipeline fĂźr Erdgas, die sich derzeit in Bau befindet, heiĂ&#x;t Eugal, was als AbkĂźrzung fĂźr „Europäische Gas-Anbindungsleitung“ steht. Sie verläuft von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis in den SĂźden Sachsens, von dort weiter Ăźber die Grenze in die Tschechische Republik. Ende dieses Jahres soll der erste Leitungsstrang fertiggestellt sein. Die BauĂźberwachung und Qualitätssicherung sind bei diesem Projekt eine groĂ&#x;e Herausforderung. Vor allem die SchweiĂ&#x;nähe mĂźssen genau kontrolliert werden. Ăœber eine vorgeschaltete VerfahrensprĂźfung wird beispielsweise bereits im Vorfeld der Arbeiten sichergestellt, dass nur entsprechend zertifizierte Betriebe und Mitarbeiter auf der Baustelle arbeiten. Zudem werden die SchweiĂ&#x;nähte vor Ort und als Testnähte im Labor in mehreren Verfahren von unabhängigen PrĂźfern untersucht. Am Ende steht dann der Stresstest. Hier mĂźssen die Pipeline-Abschnitte einem Druck von 175 bar standhalten. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Material und Konstruktion den Qualitätsnormen entsprechen und die Pipeline nach der Fertigstellung sicher betrieben werden kann. Bei der SchweiĂ&#x;nahtprĂźfung wird akribisch untersucht, ob die Naht den Anforderungen von Anwendungs- und Produktnorm entspricht. Zwei Kompetenzen werden darĂźber festgestellt: Zum einen kann die PrĂźfung dazu dienen, die Personalqualifizierung in der SchweiĂ&#x;technik herzustellen, entweder eines SchweiĂ&#x;ers fĂźr manuelle Arbeiten oder eines Bedieners fĂźr maschinelle Prozesse. Zum anderen kann die Quali-

fizierung einer Firma oder eines Betriebs fĂźr ein SchweiĂ&#x;verfahren auf diese Weise erfolgen. Firmen beauftragen dafĂźr eine unabhängige Stelle wie TĂœV Hessen. Sie mĂźssen diese PrĂźfung vorhalten kĂśnnen. Dabei legen Normen und Regel-

auĂ&#x;erdem, wann die PrĂźfungen etwa fĂźr Gasleitungen, den Stahlbau oder Druckbehälterbau - stattfinden mĂźssen und wie sie auszusehen haben. Oft kommt eine Kombination von mehreren PrĂźfverfahren zum Einsatz. So auch in diesem Fall: Die

Die Pipeline besteht aus jeweils 18 Meter langen und 15 Tonnen schweren Rohrabschnitten. Diese mĂźssen korrekt verschweiĂ&#x;t und fehlerfrei sein, weshalb der Qualitätssicherung beim Bau eine wichtige Rolle zukommt. Insgesamt 45.300 RohrstĂźcke werden so auf der Wanderbaustelle zusammengeschweiĂ&#x;t. Bilder: Gascade Gastransport

werke zum einen fest, wie die SchweiĂ&#x;naht eines gewissen Verfahrens auszusehen hat. Sie definieren Grenzbereiche, Spielräume und Fehler und beschreiben

Bei den zerstĂśrenden Verfahren mĂźssen die PrĂźfstĂźcke in die Werkstatt gewissen normativen Anforderungen entsprechen. Hierzu werden sie mit mechanisch-technologischen Verfahren wie Zugversuch, Kerbschlagbiegeversuch oder Biegeversuch geprĂźft. Bild: TĂœV Hessen

SchweiĂ&#x;nahtqualitäten werden unter anderem in zerstĂśrungsfreien PrĂźfverfahren (ZfP) und den zerstĂśrenden Methoden ermittelt, die zerstĂśrende PrĂźfung findet stationär im Labor statt. Zu den ZfP-Verfahren gehĂśren unter anderem die SichtprĂźfung, die Radiografie mit RĂśntgenuntersuchung von Naht und Grundwerkstoff, die Ultraschalloder die OberflächenrissprĂźfung. Diese Art der Untersuchungen ist auch mobil auf Baustellen vor Ort mĂśglich. Bei den zerstĂśrenden Verfahren werden die PrĂźfstĂźcke in die Werkstatt des Labors geliefert. Diese Proben mĂźssen gewissen normativen Anforderungen in der Ausgestaltung entsprechen. Sie werden dann mit mechanisch-technologischen Verfahren wie Zugversuch, Kerbschlagbiegeversuch oder Biegeversuch geprĂźft.

Die Pipeline fßr Erdgas verläuft ßber 485 Kilometer auf einer Strecke von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis in den Sßden Sachsens. Sie endet in Deutschneudorf, an der Grenze zur Tschechischen Republik.

Entscheidend fĂźr SchweiĂ&#x;nähte ist auĂ&#x;erdem der metallografische Part: DafĂźr wird ein StĂźck der SchweiĂ&#x;naht herausgetrennt, um den Querschliff untersuchen zu kĂśnnen. Sie gibt Ausschluss darĂźber, ob der Nahtaufbau mit Wurzel, Lagen und Decklage fehlerfrei ist. Im sogenannten Makroschliff kann man UnregelmäĂ&#x;igkeiten oder Poren gut sehen. AuĂ&#x;erdem wird eine HärteprĂźfung bei bestimmten Werkstoffen durchgefĂźhrt. Diese aufwendigen PrĂźfungen von SchweiĂ&#x;nähten und Werkstoffen stellen die Qualität von Bauprojekten sicher. Eine unabhängige Stelle bestätigt dann die Normkonformität. Schon vor der Produktentstehung werden auĂ&#x;erdem das schweiĂ&#x;technische Personal qualifiziert und der Entstehungsprozess abgenommen: Denn Unternehmen mĂźssen sogenannte SchweiĂ&#x;verfahrensprĂźfungen ablegen. Diese haben je nach Ausgangsmaterial und Umfang verschiedene Geltungsbereiche.

Welding Procedere Specification Am Ende der PrĂźfung steht die SchweiĂ&#x;anweisung, eine Welding Procedere Specification (WPS), die von der unabhängigen Stelle freigegeben wird. Das Personal des so qualifizierten Betriebs ist angehalten, die SchweiĂ&#x;arbeiten nach der WPS auszufĂźhren. All diese Regularien spielen natĂźrlich auch beim Bau der Eugal eine Rolle. Durch diese

Pipeline soll Erdgas aus Russland innerhalb Deutschlands und nach Tschechien transportiert werden. DafĂźr werden zwei parallele Rohrstrecken neben der bestehenden Opal (Ostseepipeline-Anbindungsleitung) gebaut. Sie sind 485 und 329 Kilometer lang. Im Herbst 2018 wurde mit den Arbeiten begonnen. Die Fertigstellung ist Anfang 2021 geplant. FĂźr die Pipeline werden jeweils 18 Meter lange und 15 Tonnen schwere Rohre mit einem Innendurchmesser von 1,40 Metern zusammengeschweiĂ&#x;t und abschnittsweise mit Kränen in die Gräben abgelassen. Die Rohre selber bestehen aus niedriglegiertem Stahl L485 ME, sind thermomechanisch gewalzt und wurden aus Blechen mit 22,3 Millimeter Wandstärke zusammengefĂźgt. Der Werkstoff wurde speziell fĂźr den Pipelinebau ausgelegt, da er die entsprechende Zähigkeit und Festigkeit aufweist, um einen Druck von 100 Bar auszuhalten. Die Leitung liegt kunststoffummantelt mindestens 1,20 Meter tief im Boden. Insgesamt 45.300 RohrstĂźcke werden so auf der Wanderbaustelle zusammengeschweiĂ&#x;t. Der GroĂ&#x;teil dieser SchweiĂ&#x;nähte wird dabei auĂ&#x;erhalb des Grabens gefertigt. Weiter auf Seite 21

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Im Graben werden die VerbindungsstĂźcke per Hand von zwei SchweiĂ&#x;ern parallel im Lichtbogen-Hand-Verfahren zusammengefĂźgt. Vor Ort auf der Baustelle und im Labor erfolgt dabei während des Baus der Leitungen eine Untersuchung der SchweiĂ&#x;nähte. Der TĂœV Hessen stellt als unabhängiger Gutachter dabei sicher, dass die Rohre allen Anforderungen und Normen entsprechen. Bild: Pexels auf Pixabay


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Heiße Bilder mit hoher Aussagekraft Neue Wärmebildkamera mit Bildgebung für extrem hohe Temperaturen Vor Kurzem hat Flir eine industrielle Wärmebildkamera vorgestellt, die eine berührungslose Temperaturmessung bis 1.030 Grad Celsius sowie eine Wärmebildgebung in einem Gerät vereint. Mit der neuen Wärmebildkamera TG297 aus dem Hause Flir können berührungslos Temperaturen zwischen minus 25 Grad Celsius und plus 1.030 Grad Celsius gemessen und gleichzeitig entsprechende Wärmebilder erstellt werden.

Störungen im Hochtemperaturbereich ... Die Kamera ist für die Fehlersuche in Industrieanlagen konzipiert und verfügt laut Hersteller über einen speziellen Filter, mit dem Wartungs-, Reparatur- und Betriebstechniker die Ursache häufiger Störungen in Hochtemperaturanwendungen wie Brennöfen, Schmelzöfen, Gussanlagen und Fertigungsmaschinen visuell darstellen können. Sie zeigt dem Benutzer heiße und kalte Bereiche, die auf mögliche

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 17. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2019. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

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Bankverbindung Deutsche Bank Hagen, BLZ 450 700 24 Konto 688 9000 USt-IdNr. DE189086853 Erscheinungsort: Hagen Erfüllungs- und Zahlungsort: Hagen Gerichtsstand: Hagen

Probleme hindeuten, auf. In der Regel werden hohe Temperaturen in Wärmebildern weiß dargestellt. Die TG297 verfügt jedoch auch über einen verstellbaren Hochtemperaturfilter, der den dynamischen Wärmebildbereich verbessert. Sobald der Filter aktiviert ist, können Benutzer die Farbveränderungen sehen, welche die Unterschiede am oberen Ende des Temperaturbereichs der Kamera anzeigen. Die 210 × 64 × 81 Millimeter große und unter 400 Gramm leichte Wärmebildkamera enthält einen herstellereigenen 160 x 120 Lepton-Wärmebildsensor und verfügt über eine digitale Bildoptimierung. Die vom Hersteller patentierte Multi Spectral Dynamic ImagingTechnologie hebt für eine gute Bildschärfe über die integrierte Kamera für sichtbares Licht

Fortsetzung von Seite 20 Ein Abschnitt von fünf bis sechs Rohren wird dort in teilmechanisierten Metall-Aktiv-Gas-SchweißProzessen mit einem Schweißroboter verbunden. Im Graben müssen die restlichen Verbindungsstücke per Hand zusammengefügt werden. Dabei arbeiten sich zwei Schweißer parallel im Lichtbogen-Hand-Verfahren von der 6-Uhr- auf die 12-Uhr-Position, um den Kreis abzuschließen. Wichtig beim Schweißen ist eine korrekte Wärmeführung und Schutz gegen die teilweise extremen Umgebungsbedingungen auf der Baustelle - schließlich findet der Pipelinebau auch bei extremen Verhältnissen wie Regen, Schlamm, Schnee und Hitze statt.

Die Schweißnähte im Blick Der TÜV Hessen übernimmt die Bauüberwachung der Eugal. Sieben Spezialisten sind hierfür vor Ort. Die Sachverständigen prüfen, ob die Ausführung der Schweißnähte der Norm DVGW GW350 entsprechen und ob die Rohre in die Rohrgräben anforderungsgemäß eingebracht werden. Außerdem führen sie die finale Stressdruckprüfung der Leitung in Abschnitten durch. Bereits im Vorfeld wurden die Voraussetzungen für die Qualitätssicherung geschaffen: Die am Bau tätigen Firmen haben hierfür eine gültige Verfahrensprüfung erhalten, wofür sie vom TÜV Hessen zertifiziert wurden. Für die Prüfungen der Schweißnähte kommen vor Ort zerstörungsfreie Verfahren zum Einsatz: Ausnahmslos alle gefertigten Schweißnähte werden geröntgt und geschallt. Außerdem müssen

Details auf Wärmebildern hervor. Die Kamera für sichtbares Licht kann auch zur Aufnahme visueller Bilder mit einer eingebetteten Temperaturmessung eingesetzt werden. Auf dem internen vier Gigabyte großen Flash-Speicher können Benutzer bis zu 50.000 Bilder speichern. Das Gerät wird mit einem wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akku betrieben und kann mit einem voll aufgeladenen Akku für fünf Stunden durchgängig betrieben werden.

... schnell und einfach erkennen Das IP54-Gehäuse der Wärmebildkamera ist laut Hersteller für den Einsatz in einer rauen Umgebung entwickelt. Die Kamera verfügt über ein 2,4 Zoll Farb-LCD-Display, einen

die Schweißnähte einer Sichtprüfung und einer Oberflächenrissprüfung, begleitet durch den TÜV Hessen, standhalten. Gelingen diese Prüfungen, ohne dass Mängel festgestellt werden, bestätigt dies eine einwandfreie Rohrverbindung. Hinzu kommt eine Prüfungsleistung, die sich der Bauherr selbst auferlegt hat: In regelmäßigen Abständen schneidet der Prüfdienstleister sogenannte Testnähte heraus, die er im Rahmen einer zerstörenden mechanisch-technologischen Prüfung labortechnisch untersucht. Der Umfang dieser Prüfung ist zwei- bis dreimal so hoch wie eine gängige Verfahrensprüfung. So werden Materialien und Schweißnähte unter strengen Bedingungen getestet: Im Labor wird zum Beispiel der Kerbschlagbiegeversuch als Standardtest bei minus 20 Grad Celsius durchgeführt, um das Material so stark wie möglich zu belasten und zu stressen. Normativ gefordert ist der Versuch aber bei lediglich 0 Grad Celsius. Zudem werden diese Kerbschlagproben aus verschiedenen Uhrzeitpositionen der Naht untersucht und zudem immer aus der Schweißnahtmitte und der Randzone, der sogenannten Wärmeeinflusszone, um ebenfalls den Übergang zum Grundwerkstoff zu überprüfen. Ist eine Testnaht fehlerhaft, wird der gesamte Entnahme- und Prüfprozess so lange wiederholt, bis die Naht den Kriterien entspricht. Sachverständige des TÜV Hessen überprüfen vor Ort neben den Nähten selbst auch die Vorbereitungen für den Schweißprozess und untersuchen die Rohrkanten, die miteinander verschweißt werden. Außerdem wird sichergestellt,

Die Wärmebildkamera TG297 zur berührungslosen Temperaturmessung mit Bildgebung ist unter anderem für Wärmemessungen bis 1.030 Grad Celsius zum Beispiel in Glasschmelzöfen, Brennöfen und Schmiedewerkstätten konzipiert. Bild: Flir

Multipointlaser, der den Messbereich klar markiert, sowie über eine LED-Taschenlampe für Arbeiten in dunklen und schwer zugänglichen Bereichen. Neben einer USB 2.0 Schnittstelle gibt es zudem eine integrierte Bluetooth Low Energy-Technologie (BLE) - damit lassen sich Bilder und Daten auf ein

Mobilgerät hochladen, freigeben und direkt vor Ort in Berichten verarbeiten. Der Betriebstemperaturbereich für die Nutzung der Kamera liegt bei minus 10 Grad Celsius bis plus 45 Grad Celsius, gelagert werden kann sie bei minus 30 Grad Celsius bis plus 55 Grad Celsius. www.flir.de

dass der Draht als aufzuschmelzender Schweißzusatz aus der richtigen Charge stammt.

die Effizienz der Leitung optimiert und ihre Funktionsfähigkeit beweist. Ein Zertifikat des Sachverständigengutachters vom TÜV Hessen bescheinigt den Bauherren schließlich, dass die Leitung betrieben werden darf. Jürgen Bruder, CSO TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH Mitglied der Geschäftsleitung www.tuev-hessen.de www.eugal.de www.gascade.de

Finaler Stresstest mit 175 bar Wasserdruck Für den finalen Stresstest der Pipeline wird Wasser mit einem Druck von 175 bar in die Rohrabschnitte gepumpt und der Druck eine Zeit lang aufrechterhalten. So lösen sich Verspannungen im Rohr, was

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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Fortsetzung von Seite 1 Damit die „gesunde Auslegung“ nicht zulasten der Energieeffizienz geht, sind in der neuen Achterbahn ausschließlich IE2Motoren mit Frequenzumrichter eingebaut. Letztlich mündete die Auslegung des Kettenlifts in einem Drehstrommotor mit 400 kW Nennleistung. Weil diese Größenordnung nicht mehr vom SEW-Produktportfolio abgedeckt wird, fiel die

Robuster Betrieb Wahl auf einen VEM-Motor mit entsprechendem Frequenzumrichter. Die Motor-Getriebe-Kombination wurde bei SEW-Eurodrive in Bruchsal montiert und das Antriebspaket durch den SEW-Service in Betrieb genommen.

Ansprechpartner zu haben. Deshalb übernahm das technische Büro von SEW-Eurodrive in Augsburg als Betreuer der Firma Gerstlauer die Auslegung und das Engineering der Antriebe. Ein dreistufiges Kegelstirnradgetriebe mit Vollwelle sorgt für die Drehzahl-DrehmomentWandlung. Ein Industriegetriebe des Typs X3 KS 200 liefert in der Baugröße 200 ein Nenndrehmoment von 79 kN. Seine Industriegetriebe-Plattform konzipierte der Bruchsaler Antriebsspezialist so, dass sich mit den Stirn- und Kegelstirnradgetrieben nahezu jede Einbaulage oder Wellenanordnung realisieren lässt. Diese Getriebe gibt es als Katalogprodukt in feiner Stufung in 23 Baugrößen, acht Grundvarianten und einem Übersetzungsbereich von 6,3 bis 450. Die hohe Leistungsdichte ermöglicht zudem Gewichts- und

Das im Kärnan verbaute SEW-Getriebe der Baureihe X lässt sich im montierten Zustand sehr gut endoskopieren. Während ein Servicemitarbeiter den Kamerahals mit der Fotolinse in das Getriebe führt, steuert der zweite die Linse über einen Joystick, um so nah wie möglich an die Zahnflanken zu gelangen.

in der Achterbahn ein Kühlsystem für das Getriebeöl zum Einsatz. Das Getriebe hat nicht nur eine robuste Bauweise, im laufenden Betrieb punktet es auch durch seine geräuscharme Verzahnung. Dieser leise Betrieb vergrößert die Komfortzone bei den Gästen, während sie auf ihren nächsten Zug warten - ein Anspruch, der ebenfalls darin mündete, dass der Frequenzumrichter mit 6 kHz getaktet ist, um die Geräuschentwicklung im Motor so gering als möglich zu halten.

Begutachtung per Endoskopie Die Auslegung des Kettenlifts erfordert einen Dehstrommotor mit 400 kW Nennleistung.

Hintergrund: Hansa-Park war es bei der antriebstechnischen Ausrüstung der neuen Achterbahn wichtig, nur einen Lieferanten als

damit auch Kostenersparnisse. Standardisierte Zusatzausstattungen von SEW-Eurodrive runden die Antriebslösung ab. So kommt

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„Wir legen großen Wert auf widerstandsfähige, betriebssichere und wartungsfreundliche Antriebe was bei den SEW-Industriegetrieben der Baureihe X durchweg der Fall ist“, erzählt der Technische Leiter der Abteilung Fahrgeschäfte, Henrik Kazanczuk, der seit mehr als 30 Jahren in dieser Branche tätig ist. Frequenzumrichter würden deshalb in der Regel nach zehn Jahren ausgetauscht und die Altgeräte dann in Bereichen zum Einsatz kommen, die sich weniger kritisch auf die Verfügbarkeit auswirken - zum Beispiel als Antrieb einer Kulisseneinheit. „Unsere Gäste kommen zu uns und erwarten schlichtweg, dass sie alle Attraktionen uneingeschränkt nutzen können. Für wichtige Funktionen halten wir deshalb Ersatzteile parat. Dazu zählen große Frequenzumrichter ebenso wie die passenden Getriebe“, betont Henrik Kazanczuk. Damit das Fahrgeschäft während der Saison zuverlässig läuft, sind neben der täglichen Prüfung permanente Wartung und Instandhaltung der Antriebe unerlässlich. Nach Abschluss der Saison, etwa im November, findet zusätzlich eine Endoskopie der eingesetzten Getriebe statt. Zunächst war hierzu der regionale Außendienst von SEWEurodrive vor Ort in Sierksdorf. Er hat die Antriebe aufgenommen und festgestellt, wie der Zugang zu den Getrieben ist und ob sie geeignet sind, per Endoskopie begutachtet zu werden. Nach einer Bedarfsanalyse und

Konzeption unterbreitete der SEW-Service dann dem Kunden ein individuelles Angebot, woraufhin der Hansa-Park den Serviceeinsatz in diesem Umfang zu einem festgelegten Termin während der Parkschließung bestellte. Hierzu kamen zwei Servicemitarbeiter von SEW-Eurodrive nach Sierksdorf und führten alle erforderlichen Arbeiten durch.

gewährleisten können. „Steht eine Anlage, dann darf das nicht mehrere Tage dauern“, so Kazanczuk. Für den Freizeitpark an der Ostseeküste ist die Partnerschaft zu SEW-Eurodrive deshalb in erster Linie darauf ausgelegt, gut zusammenzuarbeiten. „Wir kennen das für uns zuständige Team persönlich“, betont Kazanczuk. Die Zusammen-

Adrenalin garantiert: Im „Schwur des Kärnan“ geht es rückwärts 60 Meter im Freifall in die Tiefe - und das bei einer Geschwindigkeit von 127 km/h. Außerdem gehört die Bahn mit 73 Metern zu den höchsten Achterbahnen in ganz Europa.

Das im Kärnan verbaute Getriebe der Baureihe X lässt sich im montierten Zustand sehr gut endoskopieren. In Verbindung mit einer Ölanalyse ergibt sich eine gute Gesamtsicht auf den Zustand des Getriebes und somit Aufschluss über mögliche Auffälligkeiten. Die Auswertung des Bildmaterials übernahmen die Produktingenieure des Bereichs Industriegetriebe-Service der SEW-Eurodrive in Bruchsal. Sie stellten keine besonderen Auffälligkeiten fest. Ihre Empfehlung lautete, eine weitere Endoskopie erst in zwei Jahren vorzunehmen. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Betriebssicherheit des HansaParks wird die Überprüfung jedoch weiterhin jährlich erfolgen. Parallel dazu legt der Park großen Wert darauf, dass die technischen Partner schnellen Service und eine zügige Ersatzteillieferung

arbeit ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen - was auch in einer Werkvorschrift des Hansa-Parks mündete, für die Antriebstechnik der Fahrgeschäfte durchgängig einen Hersteller einzusetzen.

Schneller Service Ein weiterer Aspekt der Standardisierung ist der generelle Aufbau der Fahrgeschäfte: Vor allem bei der Konzeption der Schaltschränke geht das Unternehmen immer den gleichen Weg, damit die Techniker des Hansa-Parks bei ihren Arbeiten ein möglichst homogenes Bild vorfinden und sofort wissen, welche Funktionen sich hinter welcher Tür verbergen. Klaus Kröner, SEW-Eurodrive, Bruchsal www.sew-eurodrive.de/ retrofit-service


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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Rotating Equipment Performance SKF verspricht Betriebskostensenkungen durch Optimierungskreislauf in fünf Schritten Fast überall, wo sich in der Technik etwas dreht, kommen maßgeschneiderte Wälzlager zum Einsatz. Ein Spezialist für diese „Herzstücke“ rotativer Systeme ist SKF: Von der Fertigung über die (Fern-)Überwachung und vorausschauende Instandhaltung bis hin zur Wiederaufarbeitung reichen die Kompetenzen des Unternehmens, das nach eigenen Angaben nun auch effizienzsteigernde Betreibermodelle anbietet. Dabei bezahlt der Kunde im Grunde nicht mehr für einzelne Komponenten oder Dienstleistungen, sondern eher für die betriebskostensenkende „Rotating Equipment Performance“. Hierbei werden auch erfolgsabhängige Lösungen beziehungsweise Verträge mit festen monatlichen Nutzungsgebühren angeboten. Maschinenstörungen und ungeplante Stillstände sind eine ernst zu nehmende Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit. Sie verschlechtern die Produktivität und Fertigungsqualität und treiben zugleich die Gesamtbetriebskosten in die Höhe. Um nicht in diese Zwickmühle zu geraten, muss der Maschinenpark so zuverlässig und effizient wie möglich laufen. Aus diesem Grund bietet SKF nun mit dem Rotating Equipment Performance (REP)-Konzept einen Lösungsansatz, der nach Aussagen des Unternehmens die Verfügbarkeit, Leistung und Qualität von Maschinen deutlich optimieren kann. „Mit REP hat der Kunde im Prinzip Zugriff auf einen großen Baukasten aus Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die sich individuell zusammenstellen und mit maßgeschneiderten Geschäftsmodellen kombinieren lassen - etwa gemäß Nutzung oder Ersatzteilverfügbarkeit“, erklärt Rupert Motschenbacher, der als treibende Kraft hinter dem REP-Center in Schweinfurt steht. Ziel jedes einzelnen Modells sei es, die maximale Leistung zu minimierten Lebenszykluskosten aus den jeweils vorhandenen Maschinen herauszuholen. „Zu diesem Zweck greifen wir nicht nur auf unser über einhundertjähriges Anwendungswissen in der Wälzlagertechnologie zurück, sondern auch auf die Errungenschaften modernster Digitaltechnik - beispielsweise in Sachen Smart Data oder Industrial Internet of Things“, so Motschenbacher weiter. Im Rahmen eines solchen Projekts analysieren die SKF-Experten in einem ersten Schritt den Ist-Zustand.

Dazu untersuchen sie, je nach Kundenwunsch, sowohl die vorhandenen Maschinen und deren Schmierungstechnik als auch die derzeitigen Produktionsprozesse inklusive Ersatzteilmanagement und Instandhaltungsverfahren.

Analysieren „Aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen können wir bereits erste Verbesserungspotenziale ableiten“, erläutert der REPFachmann. Um diese Potenziale genauer zu evaluieren, bietet sich in einem zweiten Schritt eine tiefer gründende Erkennung möglicher Produktionsrisiken an.

Erkennen Dafür hält SKF ein ganzes Arsenal an Überwachungstools bereit, das von handlichen, netzwerkfähigen Lösungen bis hin zu fest installierten Onlinesystemen reicht. Damit der Kunde in der daraus resultierenden Sensordatenflut (z.B. von miteinander vernetzten Maschinen) nicht untergeht, reduzieren intelligente Algorithmen die Informationen auf betriebswichtige Parameter und leicht verständliche Berichte. „Und wenn doch einmal interpretationswürdige Daten auftauchen, können diese im Bedarfsfall von ausgewiesenen Anwendungsexperten in den SKFFerndiagnosezentren genauer unter die Lupe genommen werden - und zwar in Windeseile via Cloud“, betont Motschenbacher. So oder so beuge die hochmoderne Fehlerfrüherkennung

überraschenden Ausfällen der Anlage vor.

Instandhalten Der dritte Schritt des REP-Ansatzes beschäftigt sich mit der Instandhaltung. Um die Stillstandzeiten so weit wie möglich zu verkürzen, hat SKF unter anderem geeignete Werkzeuge im Sortiment, die von Anwärmgeräten und Abziehern für Lager bis hin zu automatischen Schmiersystemen reichen. Hinzu kommen Dienstleistungen wie Ausrichten, Auswuchten, Einund Ausbau oder auch Schmierung. Außerdem können die Experten - sogar auf Basis eines Benchmark-Vergleichs mit den Instandhaltungsprozessen ähnlicher Unternehmen - zusätzliche Ansätze zur Effizienzsteigerung der Instandhaltung ermitteln.

Verbessern „Dank der Erkenntnisse aus den Analysen beziehungsweise Leistungsvergleichen lassen sich in einem vierten Schritt genau diejenigen Verbesserungsmaßnahmen umsetzen, die für die bestmögliche Performance der Maschinen bei geringstmöglichen Gesamtbetriebskosten sorgen“, fährt Motschenbacher fort. Dazu könnten beispielsweise lagertechnisch optimierte Antriebssysteme, leistungsgesteigerte Spindeln oder auch ein effizienteres Schmierungsmanagement gehören. Letzteres werde in der Praxis oft vernachlässigt, obwohl sich die Schmierung maßgeblich auf die Lagerlebensdauer und damit auf die Funktionstüchtigkeit vieler Maschinen auswirke. Deshalb empfiehlt der Experte: „Um die wirtschaftlichste und wirkungsvollste Schmierungslösung zu finden, können wir regelrechte Audits durchführen, sodass die rotativen Systeme im Endeffekt mit ihrer maximalen Leistungsfähigkeit bei maximaler Gebrauchsdauer laufen.“

Durch das REP-Konzept liefert SKF nicht mehr nur Komponenten, sondern optimiert vielmehr die Leistung des gesamten Maschinenparks und dadurch dessen betriebswirtschaftliche Effizienz. Das Ziel ist es, die Gesamtbetriebskosten zu senken.

durch eine rechtzeitige Wiederaufarbeitung deutlich verlängert werden. Dadurch lässt sich viel Geld sparen. „Außerdem fällt die professionelle Rekonditionierung eines Lagers im Schnitt etwa 20 bis 50 Prozent günstiger aus als die Anschaffung eines neuen Lagers, was auch die Wartungskosten senkt und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Betreiber fördert“, verdeutlicht Motschenbacher in diesem Zusammenhang. Ähnliches gelte übrigens auch für Spindeln. Hinzu komme, dass sich die Rekonditionierung besonders reibungslos in das Ersatzteilmanagement einbinden lasse, was folglich auch der Verfügbarkeit des Maschinenparks diene. Von

diesem Ansatz zur Kreislaufwirtschaft profitiert letztlich noch die Umwelt, da eine Wiederaufarbeitung viel weniger Ressourcen verschlingt (z.B. Rohstoffe, Energie etc.) als die Herstellung neuer Produkte. Letztendlich verspricht das REPKonzept also eine optimierte Leistung des gesamten Maschinenparks und infolgedessen auch eine Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Effizienz. „An diesen kundenseitig erzielten Performancesteigerungen wollen wir uns nun messen lassen - und zwar im Rahmen leistungsorientierter Verträge zum beiderseitigen Vorteil“, betont Rupert Motschenbacher. www.skf.de

Wiederaufarbeiten

Bei scheinbar unerklärlichen Auffälligkeiten im Maschinenbetrieb können Fernwartungsexperten die Daten genauer analysieren und daraus Empfehlungen ableiten. Bilder: SKF

Zeigen sich relevante Hinweise auf eine Einschränkung der Gebrauchsdauer von Lagern oder auch Werkzeugmaschinenspindeln, kann deren Lebenszyklus 1

05.11.2019 10:08:33


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FERTIGUNGSTECHNIK

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Spindellager innovativ überwachen Lösung für weniger Maschinenausfälle und höhere Maschinenauslastung Die Hauptspindel einer Werkzeugmaschine bestimmt in hohem Maße die erreichbare Spanleistung, die Oberflächenqualität und Präzision. Die Spindellagerung wiederum zählt zu den am höchsten belasteten Komponenten, da sie die Bearbeitungskräfte bei sehr hohen Drehzahlen über eine lange Zeit präzise übertragen muss und Kollisionen nach wie vor nicht ausgeschlossen werden können. Daher verwundert es nicht, dass der größte Anteil an Werkzeugmaschinenausfällen auf defekte Spindeln zurückzuführen ist, insbesondere als Folge von Kollisionen und andauernder, aber unentdeckter Überlastung. Schaeffler bietet mit SpindleSense ein Überwachungssystem für Spindellager an, das laut Entwickler vor dauerhafter Überlast und Kollisionsschäden schützt. Hierzu überwacht ein Sensorring die Verlagerung des Spindellagers mikrometergenau. Die Messung der Verlagerungen ermögliche in Kombination mit dem Wälzlager-Know-how von Schaeffler eine Bewertung der Betriebsbedingungen. Dabei sollen, so versprechen die Experten, kritische Betriebszustände innerhalb von zwei Millisekunden detektiert werden. Hierfür misst die am Spindellager integrierte Sensorik mit einer sehr hohen Auflösung die Verlagerung der Spindelwelle unter Last in fünf Raumrichtungen drei translatorisch und zwei rotatorisch. Übersteigen die ermittelten Einfederungen an den Wälzkörpern eine spezifische Schwelle, wird vom Sensorring ein elektrisches Warnsignal an die Maschinensteuerung ausgegeben. Die Schwelle wird für jeden Spindel- und Maschinentyp individuell festgelegt. Sie basiert auf einer Bewertung der betriebsrelevanten Lagerkennwerte, wie Pressung, BohrRoll-Verhältnis und Käfigtaschenspiel, in welche das WälzlagerKnow-how von Schaeffler ein-

fließt. Die gesamte Software und alle erforderlichen Algorithmen sind in den 16 Millimeter breiten Sensorring integriert. Das bedeutet: Es sind keine weiteren Komponenten für das System notwendig. Das System ist lokal funktionsfähig und gibt ein individualisiertes Warnsignal an die Maschinensteuerung aus, das folgende Einsatzzwecke ermöglicht: Detektion eines Crashs (Kollision): Die Sensorik ist in der Lage, innerhalb von zwei Millisekunden eine Überlastung an einem digitalen Ausgang anzuzeigen. Durch eine schnelle Abschaltung des Antriebes können so schwere Folgeschäden minimiert oder sogar verhindert werden. Langzeitschutz für die Werkzeugmaschinenspindel: In der Praxis werden dauerhafte mechanische Überlastungen der Spindellager oft nicht erkannt. Im Gegensatz dazu löst Spindle-Sense bei entsprechender Parametrierung der Überlast sofort ein Warnsignal aus. Der Betreiber kann sein Bearbeitungsprogramm schon nach dem ersten Teil modifizieren, die Spindelbelastung durch ein neues Werkzeug, veränderte Schnittwerte oder

durch einen besser geeigneten Werkzeugtyp reduzieren. Er erreicht damit geringere Spitzenlasten, reduziert deren Anzahl und profitiert so von einer längeren Gebrauchsdauer der Spindel mit geringeren Ausfallzeiten der Werkzeugmaschine. Am Ende bedeutet das für den Betreiber mehr Produktionszeit und weniger Reparaturkosten. Für die Ausgabe der Messwerte stehen zwei Optionen zur Auswahl: Variante C-A0 gibt Alarmmeldungen aus, sobald die individuell festgelegten Grenzwerte für die Lagerbelastung und die Kinematik erreicht werden. Variante C-A1 gibt die gemessenen radialen und axialen Verlagerungen inklusive der Verkippungen über den CAN-Bus aus. Mit diesen Verlagerungswerten können auch Werkzeugmaschinen- und Spindelhersteller Analysetools zur Optimierung der Spindelauslastung entwickeln, zum Beispiel indem das vom Sensorring gemessene Einfede-

Auf der EMO zeigte Schaeffler die ersten serienreifen SensorringEinheiten SRS inklusive radialem und axialem Messring mit Innendurchmesser 70 Millimeter. Weitere Baugrößen mit 80 und 100 Millimeter Innendurchmesser sollen bis zum Jahresende lieferbar sein. Die Breite beträgt einheitlich 16 Millimeter. Zum Aufbau: 1 Abstandssensoren; 2 Auswerteeinheit; 3 Anschlusskabel. Bild: Schaeffler

rungskollektiv als Lastkollektiv visualisiert wird. So erfährt der Maschinenbetreiber beispielsweise genau, mit wie viel Prozent er seine Spindel bei der Bearbeitung mechanisch auslastet. Er kann dann noch gezielter den Bearbeitungsprozess der Maschine hinsichtlich Auslastung und Gebrauchsdauer verändern. Das bedeutet: Trotz maximaler Spindelbelastung werden schädliche Überlasten vermieden. Der Betreiber erhöht durch den sichereren Betrieb im Grenzbereich nicht nur seine Produktivität, sondern profitiert

gleichzeitig von einer längeren Gebrauchsdauer der Spindel und von weniger Maschinenausfällen. Eine weitere Anwendung der gemessenen Verlagerungen über CAN-Bus besteht darin, diese zur Nullpunktkompensation zu verwenden. Damit werde es möglich, mit größeren Schnittwerten die gleiche Qualität oder mit unveränderten Schnittwerten eine höhere Qualität zu produzieren. Ebenso kann die Überwachung einer maximalen Verlagerung zur Qualitätssicherung eingesetzt werden. www.schaeffler.com

Voller Durchblick am Montageplatz Schraubdaten-Kommunikationszentrale von Desoutter mit neuen externen Displays Der neue Bildschirm „Sight“ visualisiert nicht nur Montageprozesse und Schraubergebnisse am Arbeitsplatz, sondern erlaubt auch einen Fernzugriff auf die Menüstruktur der SchraubdatenKommunikationszentrale Connect von Desoutter. Bei der Entwicklung lag, so der Hersteller, ein Augenmerk auf einer schnellen sowie reibungslosen Installation und Einrichtung der Geräte. Die Connect wurde im vergangenen Jahr von Desoutter vorgestellt. Dieser „Industrial Smart Hub“ fungiert als Kommunikationszentrale für eine schnelle und sichere Datenübertragung zwischen WLAN-AkkuSchraubwerkzeugen und übergeordneten Systemen des Anwenders. Der neue Bildschirm, das externe Display „Sight“, punktet überall dort, wo diese Steuerungszentrale von Desoutter weit entfernt von den Montage-Arbeitsplätzen installiert ist, denn er sorgt so für den nötigen Durchblick. „Unsere neue Bildschirmserie informiert den Werker detailliert und in Echtzeit über Schraubergebnisse und Montagefortschritt“, erläutert Michael Loosen, Produktmanager bei Desoutter in Maintal, und ergänzt: „Darüber hinaus können autorisierte Mitarbeiter über den bedienerfreundlichen Touchscreen auf die Menüstruktur der Connect zugreifen.“ Was jeweils auf dem Display angezeigt werden soll, kann individuell definiert werden. Die Sight-Displays sind ausschließlich mit Desoutters Connect-Platt-

Die neuen Bildschirme informieren detailliert und in Echtzeit über Schraubergebnisse und Montagefortschritt. Hier im Bild werden beispielsweise die Informationen von sechs Schraubstationen gleichzeitig angezeigt. Der Montageprozess an der oberen, mittleren Station ist gerade in Arbeit, der Fortschritt wird über die Ellipse dargestellt. Bild: Desoutter

form kompatibel. Die Bildschirme sind WLAN-fähig, besitzen eine LAN-Schnittstelle und sind - je nach Modell - mit zwei bis fünf USB-Anschlüssen ausgestattet. Die sichere Dokumentation sowie Übertragung aller Schraubdaten zum und vom Bildschirm wird von Desoutters CVI-Key-Software

gewährleistet: „CVI-Key erlaubt oder sperrt den Zugang zu den Parametern am Sight-Display. So können Manipulationen in der Produktion sicher verhindert werden“, führt Loosen aus. In Kürze sollen die Displays auch über eine Werkerführung verfügen und dem Monteur auf Bauteilbildern die Schraubpunkte anzeigen können, stellt Michael Loosen in Aussicht. Außerdem unterstütze dann der „Werkzeugin-Position”-Status den Einsatz einer Positionsüberwachung. „Künftig wird das Display also sicherstellen können, dass die Abläufe der in der Connect hinterlegten Montageprozesse exakt eingehalten werden“, erklärt Loosen. Übrigens: Passend zur jeweiligen Anwendung und den individuellen Bedürfnissen stehen auch einfach zu installierende Displays als 15-Zoll- sowie als 7-ZollVariante zur Verfügung. Außerdem ist ein Modul erhältlich, über das auch andere externe Bildschirme des Anwenders mit dem Industrial Smart Hub Connect verbunden werden können. www.desoutter.de


Sonderteil DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

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Energie-Effizienz

ISSN

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November 2019

Ein Entwurf von La Mont aus dem Jahr 1943 eröffnet heute neue Möglichkeiten für ein Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk. Seite 27

Der Blick in das Caverion Operational Center in München zeigt es: Die Digitalisierung ist im Facility Management angekommen. Bilder: Caverion

Die neue E-Klasse für Gebäude In der Betriebsphase eines Gebäudes kann der Energieverbrauch zur Kostenfalle werden, denn 80 Prozent der Lebenszykluskosten einer Immobilie entstehen im Betrieb. Umso wichtiger ist es, dass gebäudetechnische Anlagen regelmäßig überprüft und gewartet werden. Neue digitale Ansätze decken rund um die Uhr Fehlfunktionen auf und schließen die Überwachungslücke. Ein Praxisbeispiel mit beeindruckenden Resultaten macht deutlich, was in diesem Zusammenhang möglich ist. Die Rede ist vom Bürokomplex Uptown, gelegen im Münchner Stadtbezirk Moosach. Er besteht aus vier siebengeschossigen Basisgebäuden sowie einem 146 Meter hohen Büroturm - einem der höchsten Gebäude Süddeutschlands. Die ca. 3.000 Büroarbeitsplätze werden von namhaften Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation, IT, Bankwesen und Medizin genutzt. Auf einer Bruttogeschossfläche von beinahe 80.000 Quadratmetern gilt es, möglichst energieeffizient zu heizen, zu kühlen und zu lüften. Dafür sorgt der Gebäudedienstleister Caverion, der seit 2012 das technische Gebäudemanagement vor Ort verantwortet. Die fortlaufende Optimierung der Anlagen

Konzept: beilker.de // © Photo: iStock

HALLENHEIZUNG

führte bislang zu einer Energieeinsparung von 60 Prozent, zum Beispiel bei der Gebäudeklimatisierung. „Das ist natürlich kein Zufall, sondern Ergebnis eines komplexen Energiemanagements. Digitale Lösungen spielen hierbei eine zunehmend wichtige Rolle. So überwachen Sensoren die Leistung der Anlagen und übermitteln die Daten zur Auswertung an eine Fernwarte, das sogenannte Operational Center“, erklärt Andreas Blassy, Head of Digital & Energy Services bei Caverion. Das Operational Center für Objekte in Deutschland befindet sich in München. Dort sitzen Ingenieure und kontrollieren in Echtzeit Leistung und Energieverbrauch der aufgeschalteten Anlagen. Diese erkennen Fehlfunktionen oder werden durch einen automatischen Alarm über Unregelmäßigkeiten informiert. Die

Fehlerbehebung erfolgt direkt am Computer mittels Fernsteuerung oder durch einen Techniker vor Ort. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zusatzleistungen zum festen Wartungsplan werden nur dann erbracht, wenn sie tatsächlich benötigt werden - man spricht hierbei von „need based services“. Zudem sinken durch die fortlaufende Optimierung die Betriebskosten. Des Weiteren kommt die eingesparte Energie der Umwelt zugute. Auch Fehlfunktionen werden unmittelbar erkannt und können behoben werden, bevor es zu kostenintensiven Ausfällen kommt. „Ein weiterer Vorteil ist, dass wir ähnliche Objekte in puncto Leistung und Verbrauch im System miteinander vergleichen können. Die Gebäude lernen quasi voneinander”, erklärt Blassy. Weiter auf Seite 27

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Der Austausch der Wechselrichter ist attraktiv für Solarparks der Megawatt-Klasse, die vor und während der Boomphase der Solarenergie errichtet wurden. Bild: skeeze, Pixabay

Repowering im Solarpark Beim Thema Repowering denkt man an die Windenergie. Dass es auch im Solarbereich wirtschaftlich lohnende Ansätze gibt, zeigt ein Beispiel aus Hettenleidelheim. Hier hat die Juwi Operations & Maintenance GmbH als Betriebsführer vier kleinere Zentralwechselrichter durch zwei leistungsstärkere Modelle ersetzt. Hintergrund: Der 1,4 Megawatt-Freiflächen-Solarpark ist seit dem Jahr 2006 in Betrieb. Betreiber ist eine Tochtergesellschaft der Sparkasse Rhein-Haardt. Seit der Inbetriebnahme betreut die Juwi O&M den Solarpark. Nachdem in den Jahren 2017 und 2018 die Anzahl der Wechselrichterstörungen zugenommen hatte, stand der Betreiber vor der Frage „Reparatur oder Repowering”. „Nach Prüfung des Sachverhaltes und Ermittlung der Kosten fiel die Entscheidung sehr schnell für das Repowering“, erklärt der Sparkassenvorstand Thomas Distler, denn viele ältere Wechselrichter zeigen nach etwa zehn Jahren vermehrte Auffälligkeiten im Betrieb. Im gleichen Zeitraum ist der Wirkungsgrad von Wechselrichtern im Schnitt um mehr als fünf Prozentpunkte gestiegen. Da ein Wechselrichtertausch an der Vergütungshöhe für den Solarstrom nichts ändert, rechnet sich ein Tausch von älteren Wechselrichtern in vielen Fällen. „Weniger Ausfallzeiten und Reparaturkosten sowie der höhere Wirkungsgrad wirken sich natürlich positiv auf den Ertrag der Anlagen aus. Wir gehen beim Park in Hettenleidelheim von einem jährlichen Mehrertrag von gut zwei Prozent aus“, betont Juwi-Projektleiter Udo Schappert, der den Austausch betreute. www.juwi.de


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Energieaudit vs. Energiemanagementsystem Nach vier Jahren stehen Unternehmen erneut vor dieser Entscheidung Eine Novelle im Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) verpflichtete Unternehmen bis Ende 2015 erstmals zur Durchführung eines Energieaudits nach DIN EN 16247-1 und danach in einem Intervall von vier Jahren. Alternativ dient als Nachweis zur Erfüllung der Vorgaben ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001. In diesem Jahr werden nun die vorgeschriebenen Wiederholungsaudits fällig. Inzwischen haben sich aber einige Voraussetzungen verändert und betroffene Unternehmen sollten ihre Entscheidung neu abwägen. Die Verpflichtung nach EDL-G, die vom Gesetzgeber am 22. April 2015 beschlossen wurde und die Durchführung eines Energieaudits (alternativ: Einführung eines EnMS) zum 5. Dezember 2015 verlangte, gilt bis heute unabhängig von etwaigen Energieoder Stromsteuerentlastungen oder der Inanspruchnahme der Besonderen Ausgleichsregelung des EEG. Mit dem Gesetz erfüllt die Bundesregierung die europäische Richtlinie zur Steigerung der Energieeffizienz (2012/27/EU) in ihrer seit Ende 2012 bestehenden Fassung. Mit der Umsetzung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beauftragt. Die Verpflichtung umfasst auch dezentrale Standorte oder Unternehmen, an denen sie mehrheitlich beteiligt sind (verbundene Unternehmen). Bei Nichterfüllung droht ein Bußgeld in Höhe bis zu 50.000 Euro. Ausgenommen von den EDL-GVorgaben sind lediglich öffentliche Träger, soweit sie im konkreten Fall hoheitlich tätig sind. Freigestellt sind Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch von unter 500.000 KWh/Jahr über alle Energieträger hinweg. Allerdings müssen auch diese eine Erklärung in einem Onlineverfahren an das BAFA

richten, aber in geringerem Umfang.

ISO 50001: Ein lohnender Aufwand Kein Zweifel: Die Einführung eines EnMS nach DIN EN 50001 ist mit mehr Aufwand verbunden als ein Audit nach DIN EN 16247. Während ein EnMS eine eigene Stabsstelle mit Energiemanagementbeauftragten erfordert, verlangt ein Audit nach DIN EN 16247 lediglich einen Ansprechpartner im Unternehmen. Dagegen ist der geforderte externe Berater beim Audit gleichzeitig Auditor. Ein Energiemanagement wird in der Regel mithilfe eines externen Beraters eingeführt und dann durch einen weiteren externen Auditor geprüft. „Die Kosten belaufen sich je nach Unternehmensgröße und Standortzahl zwischen 8.000 und 20.000 Euro“, schätzt Tobias Peselmann, der als Geschäftsführer der pbr.NETZenergie GmbH schon viele Audits in Kliniken durchgeführt hat. Außerdem erfordere ein Energiemanagement jährliche Nachweise, während ein Energieaudit durch abnehmenden Aufwand charakterisiert sei. Ein komplettes Energieaudit belaufe sich zum

Vergleich auf etwa 4.500 Euro alle vier Jahre in Abhängigkeit von Unternehmensgröße und Standortzahl. Doch diese Mühe kann sich lohnen, weiß Peselmann: „Da man sich im Rahmen eines EnMS die Energienutzung und den Verbrauch im eigenen Unternehmen sehr viel genauer anschaut als bei einem Audit, werden meist beachtliche Einsparpotenziale aufgedeckt und umgesetzt.“ Insbesondere für Unternehmen mit hohem Energieverbrauch empfiehlt der Fachmann ein EnMS. Erst recht, wenn eine Rückerstattung der EEG-Umlage oder des Stromsteuerspitzenausgleichs angestrebt wird, was überhaupt erst bei Vorliegen eines 50001-Zertifikates möglich werde. Zwar decke ein Energieaudit ebenfalls Einsparmöglichkeiten auf, aber es fordere keine quantitativen Ziele und eine Verpflichtung zur Umsetzung bestehe auch nicht.

Beim zweiten Mal wird´s einfacher Hat ein Unternehmen mehrere Niederlassungen mit vergleichbaren Strukturen und Verbräuchen, bietet das sogenannte „Multi-Site-Verfahren“ im Rahmen der DIN EN 16247-1 eine Alternative zur Aufnahme aller Daten. Dieses System ermöglicht ein Clustern vergleichbarer Standorte: Unternehmen müssen nicht mehr jeden Standort, sondern nur noch eine repräsentative Anzahl auditieren lassen. Eine Vereinfachung beim Wiederholungsaudit ist gegeben, weil vor diesem Hintergrund allein diese Standorte betrachtet werden könnten. Um nicht wieder bei null anfangen zu müssen, wird man die gleichen Gebäude wie beim Erstaudit betrachten, da die Datenlage schon einmal erarbeitet wurde und nicht mehr aufwendig aufgenommen werden muss. Zum Vergleich: Nach ISO 50001 ist der Aufwand laut Auditplan vorgegeben.

Individuelle Betrachtung sorgt für Klarheit Mehrere Überlegungen rund um die Aspekte Zeit, Kosten und Nutzen - jeweils vor dem Hintergrund der vorliegenden Energieversorgungsstruktur und deren technischen Voraussetzungen prägen den Entscheidungsprozess.

Unternehmen sollten ihre Energieversorgungsstruktur sehr genau auf ihre Energierecht-Compliance prüfen lassen und anschließend zwischen Kosten und Nutzen eines Audit oder EnMS abwägen. Wurde ein Wiederholungsaudit bis zum 31.12.2019 verpasst, sollten Betroffene zügig reagieren: „So schnell wie möglich nachholen, um ein Bußgeld zu vermeiden“, rät Sebastian Igel, Vorstand der Energie-Admin AG. Idealerweise erstellt man sich einen individuellen Energierechtsfristenkalender, um wichtige Fristen nicht zu versäumen. Bild: Free-Photos auf Pixabay

„Wir suchen für die Unternehmen nach geeigneten Auditierungsvarianten zur Umsetzung der Vorgabe“, erklärt Sebastian Igel, Vorstand der Energie-Admin AG. „Denn sowohl Energieaudit als auch EnMS weisen Vor- und Nachteile auf.“ Abgesehen vom bereits beschriebenen Mehraufwand bei Einführung eines EnMS können weitere Faktoren ausschlaggebend sein. „In manchen Unternehmen reichen die messtechnischen Voraussetzungen gar nicht mehr aus, um beispielsweise den Anforderungen eines Energiemanagements zu genügen“, erklärt Energierechtsexperte Igel. Eine individuelle Betrachtung verschaffe in solchen Fällen Klarheit. „Wenn die Einführung eines EnMS zum Erhalt des StromsteuerSpitzenausgleichs oder im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung im EEG genutzt wird, werden sich die Kosten des EnMS leicht aus den erzielten Vergünstigungen refinanzieren“, versichert Sebastian Igel und ergänzt: „Wenn darüber hinaus eine Verbesserung der Energieeffizienz und damit eine weitergehende Kostenminderung erzielt wird, umso besser.“ Anders kann es sich bei Unternehmen verhalten, die weder den Stromsteuer-Spitzenausgleich noch die Besondere Ausgleichsregelung nutzen können. Hier muss sich der mit einem EnMS verbundene Mehraufwand allein durch die Steigerung der Energieeffizienz rechnen. Bei dieser Kosten-Nutzen-Bewertung müsste man allerdings unterstellen, dass Ansätze zur Energieeffizienzsteigerung bei Durchführung eines Energieaudits unentdeckt geblieben beziehungsweise nicht zur Umsetzung gekommen seien. Geht es dem Management ausschließlich darum, seinen energierechtlichen Verpflichtungen aus dem EDL-G nachzukommen

und ist der Meinung, die sich bietenden Ansätze zur Energieeffizienzsteigerung auch ohne externe Hilfe zu erkennen, wird die Beschränkung auf ein Energieaudit oftmals die kostengünstigste Vorgehensweise sein. „Allerdings fordern im Bereich des produzierenden Gewerbes immer mehr Unternehmen von ihren Vertragspartnern den Nachweis eines Energiemanagements nach ISO 50001, um zu belegen, dass sie nur mit nachhaltig agierenden Partnern kooperieren und damit die eigenen Prozesse sauber halten“, berichtet Tobias Peselmann aus seiner Beraterpraxis. Neben den Vorgaben des EDL-G müssen Unternehmen auch die Einhaltung aller anderen energierechtlichen Vorgaben beachten (= energierechtliche Compliance). Hier komme es immer wieder zu unschönen Überraschungen. Insbesondere wenn eigene Stromerzeugungsanlagen (PV, BHKW, Netzersatz) betrieben werden, sei Vorsicht geboten: Leicht gehe der Eigenversorgerstatus verloren, der eine vollständige oder teilweise Befreiung von der EEG-Umlage gewähre. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die stromerzeugende Anlage nicht von derselben juristischen Person betrieben wird, die den selbst erzeugten Strom verbraucht, oder wenn eigenerzeugter Strom auch an Dritte geleistet wird, und die Messung des Eigenverbrauchs nicht viertelstundengenau erfolgt. In beiden Fällen sei EEG-Umlage zu zahlen. Wichtig ist dabei: Die Ansprüche auf die EEG-Umlage verjähren in der Regel nicht. So kann es zu Nachforderungen für weit längere Zeiträume als die übliche Verjährungsfrist von drei Jahren kommen. Sebastian Igel, Vorstand Energie-Admin AG www.energie-admin.ag


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Eine Zukunftstechnologie aus dem Archiv Firmennetzwerk arbeitet an der Entwicklung kostengünstiger sowie dezentraler Gasund Dampferzeugung auf Basis von alten Plänen Insgesamt elf mittelständische Unternehmen entwickeln im Rahmen des Netzwerks „ChilledTurbines“ gemeinsam mit Hochschulwissenschaftlern kostengünstige und effiziente Kleinkraftwerke auf Basis mehrstufiger Dampfturbinen. Den fachlichen Ansatz lieferten dabei lange vergessene Unterlagen aus einer dunklen Phase deutscher Geschichte. Über 75 Jahre lagen diese unbeachtet im Firmenarchiv der auf industrielle Wärmeübertrager, Feuerungs- und Kesselbau spezialisierten La Mont GmbH in Berlin. In der detaillierten und präzisen Dokumentation aus dem Jahr 1943 geht es um die Entwicklung eines Gas- und Dampfturbinenprozesses, bei dem eine vorgeschaltete Gasturbine Dampf zum Antrieb einer gekoppelten zweiten Turbine erzeugt. Gedacht war dies damals für militärische Zwecke. Ein Drittel weniger Spritverbrauch oder ein drastisch höherer Aktionsradius für Flugzeuge und Panzer, das versprach man sich damals von dem Projekt, dessen industrielle Umsetzung im letzten Moment durch das Kriegsende verhindert wurde. In der Folge geriet das technologische Konzept in Vergessenheit. Nachdem die Unterlagen über 75 Jahre lang im Firmenarchiv von La Mont in Berlin lagen, macht man sich nun tatsächlich an die Umsetzung und zwar im Rahmen

des im Sommer 2018 gegründeten, länder- und branchenübergreifenden Firmennetzwerks ChilledTurbines - natürlich geht es aber jetzt um eine friedliche Nutzung der Technologie, die energetisch und wirtschaftlich viele Vorteile verspricht. Preiswert und hochflexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse der Nutzer adaptierbar, sollen damit sowohl wärme- als auch stromgeführte Prozesse ermöglicht werden. „Unter Einbindung einer bereits vorhandenen neuartigen Schei-

benturbine wollen wir erstmals sowohl eine mehrstufige Gas- als auch Dampfturbine konstruieren, die mit gekühlten Scheiben ausgestattet sind“, erklärt La MontChef Prof. Udo Hellwig. Das Kühlmedium solle dabei in der Scheibe verbleiben, wodurch erstmals Gasbetriebstemperaturen bis 2.000 Grad Celsius und ein im Vergleich zum derzeitigen Stand der Technik drastisch höherer Wirkungsgrad ermöglicht würden. Als erste praktische Anwendung peilt das Firmenbündnis aus

Fortsetzung von Seite 25 Andreas Blassy ergänzt: „So baut sich eine immer größere Datenbank aus Erfahrungswerten auf. Daraus leiten wir immer neue Verbesserungsmöglichkeiten ab.“ Nicht nur der zuständige Projektleiter ist darüber im Bilde, sondern auch der Kunde: Im Kundenportal erhält dieser alle aktuellen Werte sowie Berichte zu durchgeführten und geplanten Maßnahmen. Der Weg zur Anbindung ist einfach: Die Daten für die Fernüberwachung werden von Sensoren an den technischen Anlagen erfasst. Und diese sind in den meisten Fällen bereits Teil der Gebäudetechnik, um die Messung, Steuerung und Regelung (MSR) zu ermöglichen. Die Übertragung richtet sich streng nach der VDMARichtlinie zur IT-Sicherheit. „Sensible Daten werden extern übertragen. Das wirft natürlich Fragen zur Datensicherheit auf“, sagt Blassy und betont zudem: „Bei Einhaltung der Richtlinie ist das Sicherheitsniveau allerdings vergleichbar mit einem hoch abgesicherten, unternehmenskritischen Netzwerk - also sehr hoch.“ Einen wichtigen Aspekt bei diesem Thema sollte man allerdings nicht unterschätzen: Der Grundstein für einen effizienten Gebäudebetrieb wird bereits bei der Planung und Errichtung der einzelnen Gewerke gelegt. „Wenn hier Fehler gemacht werden, kann im Betrieb natürlich nur noch eingeschränkt nachgebessert werden“, erklärt Blassy. Gebäudetechnik werde immer technisierter und komplexer. Bereits Feinheiten können einen nicht unerheblichen Unterschied machen. Spezialisierte Fachunternehmen bieten Planung, Bau und Betrieb deshalb aus einer Hand an. „Denn wer kennt die Anlagen besser als derjenige, der diese verbaut hat?“, so Blassy weiter. Beim Projekt Uptown war Caverion beispielsweise bereits an der Installation

der technischen Anlagen beteiligt. Die Digitalisierung ist im Facility Management angekommen und zeigt, dass die Leistungen eines zeitgemäßen Gebäudedienstleisters bereits weit über die klassischen Hausmeisterdienste hinausgehen. Doch viele zögern noch. Andreas Blassy vermutet: „Vielen ist das Angebot der Facility Manager schlichtweg noch nicht bekannt und es bestehen Unsicherheiten bezüglich der Amortisationszeit. Doch die Berechnungen können sehr präzise den Return on Investment voraussagen, also ab

wann die getätigte Investition einen Ertrag bringt.“ Die zu erwartenden Energieeinsparungen lägen zwischen zehn und 30 Prozent, je nach Gebäudetyp und -alter. „Und neben langfristig geringeren Kosten bleibt das gute Gewissen, einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet zu haben. Betrachtet man den gesamten Gebäudebestand, verursachen Nichtwohngebäude 50 Prozent der Treibhausgasemissionen. Wir bieten Lösungen, um den Ausstoß aktiv zu reduzieren.“ www.caverion.de

Professor Udo Hellwig diskutiert mit dem Leiter der La Mont Konstruktionsgruppe Mario Wolter einen Entwurf des Prototpyen einer Scheibenturbine für Dampf.

Turbinenfachleuten, Verarbeitern, Kessel-, Ofen- und Kompressorherstellern sowie den Forschungsbereichen Strömungstechnik der TH Wildau (Brandenburg) und Oberflächentechnik bzw. Maschinenbau der TU Chemnitz dezentrale Kleinkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von rund 10 bis 100 Kilowatt an. Mit einem Preis deutlich unterhalb des üblichen Niveaus sollen sie erheblich attraktiver werden als derzeit verfügbare Lösungen. Erreichen will man das durch eine besonders einfache Konstruktion, den Verzicht auf ein geteiltes Turbinengehäuse und durch die

Visualisierung der neuartigen Scheibenturbine für Dampf. Bilder: La Mont

Fertigung komplizierter metallischer Geometrien mittels 3-DDruck. Den Bedarf für die erforderliche hohe Stückzahl sieht Dr. Markus Petersen gegeben: „Die Elektrifizierung der Autoflotte wird den Stromverbrauch gerade auf dem Lande stark erhöhen. Das bestehende Stromnetz wird das nicht leisten können, deshalb brauchen wir mit ,chilled turbines‘ preiswert und dezentral in den Häusern erzeugten Strom“, ist sich der Netzwerkmanager von der koordinierenden Kölner Advanced Biomass Concepts GmbH sicher. Eine Fehlermöglichkeits- und -wirkungsanalyse anhand der bereits verfügbaren Turbine habe zudem die Machbarkeit eines solchen GuD-Kleinkraftwerks bei einem Zeithorizont von rund fünf Jahren bestätigt. Zunächst arbeiten die Entwicklungspartner an der Materialauswahl und der konstruktiven Auslegung des Systems für vier völlig unterschiedliche ScheibenläuferAnwendungsfälle. Hellwig nennt diese Projekte des Firmenbündnisses anspruchsvoll, aber auch extrem spannend: „Wir planen hier hochpräzise Hightecharbeitsmaschinen“, so der Verfahrenstechniker. Unterstützung für das Vorhaben kommt vom Bundeswirtschaftsministerium und zwar mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand ZIM. Ohne die Fördermittel aus der ZIMProgrammsäule Kooperationsnetzwerke hätten die Akteure wohl schwerlich zusammengefunden und die Turbinenpläne wären vermutlich im Dunkel des Archivs geblieben. www.chilledturbines.com www.zim.de

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Sicher sein, dass nichts mehr läuft Reparaturschalter garantieren Stillstand der Anlage bei anstehenden Wartungsarbeiten Seit 1615 wird bei der niederländischen Brauerei Royal Grolsch Bier gebraut. Am Unternehmenssitz in Enschede entstehen unter anderem traditionelle Sorten wie Pilsner, Weizen und Helles sowie alkoholfreie Biere und Spezialbiere. Die Abfüllung der fertigen Getränke in Flaschen und Dosen erfolgt ebenfalls im eigenen Betrieb. Um hier einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, ist eine regelmäßige Wartung der Abfüllanlagen nötig. Dabei muss natürlich stets auf die Einhaltung der Sicherheitsstandards geachtet werden, um Mitarbeiter während Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen nicht durch stromführende und sich bewegende Teile zu gefährden. Deshalb wurde die Anlage mit mehreren Sicherheitsschaltern ausgestattet. Damit aus Wasser, Hopfen, Hefe und Malz ein schmackhaftes Gebräu entsteht, sind zahlreiche komplexe und perfekt aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte sowie viel Know-how, Geduld und solide Handwerkskunst notwendig. Denn erst nach der etwa einwöchigen Hauptgärung sowie einer durchschnittlichen Nachgärung und Lagerzeit von weiteren vier bis sechs Wochen erfolgt die Abfüllung in Fässer, Flaschen oder Dosen. Die Brauerei Royal Grolsch besitzt zu diesem Zweck eine eigene vollautomatisierte Abfüllanlage, sodass die Biere nach dem Brauvorgang zeitnah in den Handel gelangen können. „Die Abfüllanlage wirkt im Prinzip wie ein Nadelöhr“, erklärt Ralf Schick, Geschäftsführer bei der Kraus & Naimer GmbH. Er ergänzt: „Stockt hier der Betrieb etwa aufgrund einer Störung und es kann kein Bier mehr abgefüllt werden, entstehen im gesamten nachfolgenden Logistikprozess erhebliche Verzögerungen. Bei just in time kann das sehr schnell Lieferschwierigkeiten an Getränkehändler und Gastronomiebetriebe nach sich ziehen.“ Umso wichtiger ist es deshalb, dass die automatisierten Anlagen regelmäßig auf mögliche Störungen überprüft und gegebenenfalls gewartet werden. Dabei muss stets gewährleistet sein, dass alle Mitarbeiter, die während einer Wartung an der Anlage arbeiten, nicht Gefahr laufen, durch spannungsführende Teile oder die laufende Anlage verletzt zu werden. Um solche Arbeitsunfälle zu verhindern, müssen Industrieanlagen deshalb über entsprechende Reparaturschalter verfügen. Kraus & Naimer besitzt langjährige Erfahrung in der Konstruktion und Herstellung entsprechender Schalter: Das 1907 in Wien gegründete Unternehmen produziert seit der ersten Stunde Schalter für die verschiedensten Anwendungen und besitzt weltweit sechs Produktionsstätten und 18 Vertriebsorganisationen. Seit 2007 betreut der deutsche

Um Unfälle zu vermeiden, lässt sich der Deckel der Reparaturschalter ausschließlich in der Null-Stellung vom Gehäuse abnehmen.

Die eingebauten Reparaturschalter der KGSerie verfügen unter anderem über ein großzügig bemessenes, UV-beständiges Gehäuse, das laut Hersteller einen einfachen Anschluss ermöglicht. Bilder: Kraus & Naimer

Firmenstandort in Karlsruhe, welcher unter anderem für den Support und die Herstellung von Reparaturschaltern verantwortlich ist, über die holländische Vertriebsgesellschaft auch die Grolsch Brauerei. „Im Fall von Haupt- und Lasttrennschaltern steht an allererster Stelle die Funktionalität, sprich: die Einhaltung der Sicherheit für alle Beteiligten“, erläutert Schick.

Sicherheit zum Abschließen „Bei Royal Grolsch ist ein Reparaturschalter der KG-Serie mit Platz für drei Vorhängeschlösser im Einsatz. Dadurch können bis zu drei Arbeiter gleichzeitig die Anlage betreten und Wartungsarbeiten an dieser durchführen“, erklärt der Geschäftsführer. Und so funktioniert es in der Praxis: Nachdem die Anlage abgestellt und der Reparaturschalter auf die Position „Null“ gesetzt wurde, bringt jede direkt an der Reparatur beteiligte Person ein Vorhängeschloss am Reparaturschalter an. Auf diese Weise kann die Anlage nur mit Zustimmung aller Beteiligten wieder in Betrieb gesetzt werden. Um Stromschläge zu verhindern, lässt sich die Schalterabdeckung außerdem lediglich in der Schalternullstellung abnehmen. Weiterhin verzichtet Kraus & Naimer bei dieser Art von Schalter auf eine Metallachse; stattdessen werden die Achsen aus Kunststoff gefertigt. „Dadurch wird verhindert, dass die Achse über ein eventuell spannungsführendes Teil im Inneren des Schalters Spannung nach außen führt und eine Spannungsverschleppung

auftritt“, verdeutlicht Schick. Der in dieser Anwendung eingesetzte Schalter vom Typ KG20 ist dreipolig und arbeitet mit einem Dauerstrom von 20 A bei einer Schaltleistung von 7,5 kW (AC23B/A). Die komplette Reihe an Reparaturschaltern deckt einen Bereich von 20 A (5,5 kW) bis 315 A (132 kW) ab. Das Kunststoffgehäuse zeichnet sich, wie der Hersteller betont, durch eine besonders hohe mechanische Festigkeit aus. Die Schutzwirkung ergibt sich des Weiteren durch eine hohe UV-Beständigkeit. Innen liegende Komponenten werden außerdem vor Fett, Öl oder anderen chemischen Substanzen geschützt.

Einfacher Anschluss Der eingesetzte Kunststoff genügt der Klasse V0 und ist damit flammhemmend und nicht selbst brennbar. Besonders im Hinblick auf die mitunter feuchte Umgebung bei der Bierabfüllung ist eine Schutzklasse von IP66/67 erforderlich. Um bei größeren Schwankungen der Umgebungstemperatur einen Druckausgleich herstellen zu können, verfügt das Gehäuse über eine optionale Entlüftungsöffnung. Diese kann bei Bedarf einfach geöffnet werden. Durch die spezielle Konstruktion bleiben beim Öffnen sowohl die Schutzart als auch der Berührungsschutz erhalten. „In heutigen Anlagen kommen aus energie- wie auch prozesstechnischen Gründen immer mehr frequenzgesteuerte Antriebe zum Einsatz. Die Reparaturund Wartungsschalter für EMVgerechtes Anschließen von Frequenzumrichter-gesteuerten Antrieben sind mit großflächig verbundenen Schirmklammern oder mit auf Schienen montierten Bügelschellen zur unterbrechungsfreien Durchleitung des Kabelschirmes ausgestattet“, führt Schick aus und verdeutlicht: „Bei Anordnung des Reparaturschalters zwischen Frequenzumrichter und Motor ist er als Trennschalter bis 400 Hz und als Lastschalter bei Frequenzen von 40 Hz bis 100 Hz einsetzbar. Das EMV-Feature lässt sich mit einem EMV-Kit auch ohne großen Aufwand nachrüsten.“ Herzstück eines Schalters sind die Kontakte: Für Langlebigkeit sorgen diesbezüglich spezielle Kontaktmaterialien und optimierte Kontaktgeometrien, erklären die Spezialisten von Kraus

Der Schalterhersteller Kraus & Naimer beliefert die Brauerei bereits seit über zehn Jahren mit seinen Produkten. Unter anderem wurden zahlreiche Reparaturschalter verbaut, um eine sichere Wartung der Anlagen zu gewährleisten.

& Naimer. Dieser Hersteller beschränkt sich dabei nicht ausschließlich auf Kupfer, sondern verarbeitet auch spezielle Legierungen mit Edelmetallen wie etwa Gold. Auf diese Weise gewährleistet der Reparaturschalter eine hohe Zuverlässigkeit für bis zu 150.000 Schaltzyklen.

weniger Tage nach Auftragsvergabe beim Kunden montiert werden können. Bei Bedarf sind auch individuelle Lösungen möglich, welche entweder aus einem Baukastensystem mit mehr als 17.000 Teilen zusammengestellt

Baukastensystem für individuelle Lösungen „In der Regel muss die Anlage selbst noch vor dem Schalter ausgetauscht werden“, erläutert Schick. „Doch auch neue Schalter lassen sich schnell und einfach in eine Anlage integrieren: Uns ist bei der Konstruktion wichtig, dass der Schalter unkompliziert angeschlossen werden kann. Deshalb ist das Gehäuse großzügig bemessen, was die anfallenden Installationsarbeiten massiv beschleunigt.“ Die Kabeleinführung ist laut Hersteller durch Vorprägungen problemlos nach allen Seiten möglich und erhöht so den Freiheitsgrad bei der Montage. Kraus & Naimer bietet nach eigenen Angaben eine Vielzahl an Standardschaltern, die innerhalb

Die niederländische Brauerei produziert Bier für den niederländischen und internationalen Markt. Bild: Royal Grolsch.

oder vom genannten Hersteller von Grund auf neu konstruiert werden können. Im Fall von Royal Grolsch handelte es sich um Standardschalter, welche von der niederländischen Niederlassung in Hengelo definiert wurden. www.royalgrolsch.com www.krausnaimer.com

Durch den Einsatz von speziellen Kontaktlegierungen punkten die Reparaturschalter mit einer hohen Zuverlässigkeit für bis zu 150.000 Schaltzyklen, betont der Hersteller. Außerdem schützen die Kabelschirme die Leitungen zusätzlich gegen elektromagnetische Einflüsse.


DRUCKLUFT TECHNIK

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Sparsame Drucklufterzeugung ohne Strom Positive Kostenbilanz für Dieselkompressor nach 13.000 Betriebsstunden in vier Jahren Die Krebs Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Hamburg ist an den norddeutschen Küsten und deren Häfen als Korrosionsschutz- und Beschichtungsspezialist aktiv. Das Problem: In Ermangelung entsprechender Kraftstromanschlüsse bei einigen Betriebsstätten mussten die Verantwortlichen bezüglich der Druckluftversorgung nach brauchbaren Alternativen suchen. Man entschied sich vor rund vier Jahren für Kompressoren, die per Dieselmotor angetrieben werden. Nach rund 13.000 Betriebsstunden ziehen die Verantwortlichen nun ein positives Resümee: Die günstigen Verbrauchswerte der eingesetzten Turbokompressoren von Compair wirken sich positiv aus. Von den insgesamt acht Dieselkompressoren, die bei der Krebs Unternehmensgruppe genutzt werden, kommen allein fünf im Rostocker Hafen zum Einsatz - und das unter durchaus anspruchsvollen Einsatzbedingungen. Die Kompressoren laufen nämlich an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr - also 24/7. Eingesetzt werden Modelle des Typs C 250 TS-12 aus der Baureihe C200 TS-24 bis C270 TS-9 von Compair. Alle Kompressoren aus dieser Baureihe setzen auf eine BiTurbo-Technologie, also auf zwei Turbolader.

Genutzt werden die Maschinen im Rostocker Hafen unter anderem dazu, um die bis zu 1.000 Tonnen wiegenden Monopiles mit einem Durchmesser von über neun Metern für Offshorewindkraftanlagen von innen und außen zu strahlen und zu beschichten. Bemerkenswert ist, dass die Auftraggeber dabei unterschiedliche Ausführungen in der Beschichtung wünschen. Für die Fachleute von Krebs ist das aber kein Problem. Gegenüber dem Betriebsgelände ist außerdem ein Her-

steller von Hafenmobilkranen ansässig, für den man ebenfalls Strahl- und Beschichtungsarbeiten ausführt. Aktuell wird dort sogar der weltgrößte Hafenmobilkran gebaut. Krebs ist dabei auch auf diese Dimensionen der zu bearbeitenden Stahlbauteile vorbereitet.

Notdienst für den Fall des Falles Gearbeitet wird ganzjährig, wobei mobile und beheizbare Hallen

Für Nutzer wichtig: Die Kompressoren sind laut Hersteller service- und reparaturfreundlich.

dabei eine entsprechende Arbeitsumgebung bieten, damit die Strahlund Beschichtungsarbeiten überhaupt durchgeführt werden können. Klar ist aber: Ausfallen dürfen die Kompressoren nicht. Durch einen entsprechenden Wartungsvertrag

Herausforderung: 24/7 Durch den zweiten Lader erfolgt eine Vorverdichtung der Ansaugluft, wodurch der Energieaufwand über die eigentliche Verdichterstufe laut Kompressorhersteller deutlich reduziert wird. In der Praxis bedeutet dies, dass der Kraftstoffbedarf des Dieselmotors deutlich gesenkt werden kann. Seinen Anteil an der hohen Energieeffizienz hat auch die Steuerung, die - wie Compair betont -, dafür sorgt, dass der Kompressor energieeffizienter gegenüber vergleichbaren Modellen läuft. Zudem sei der Kompressor im Vergleich zu anderen mit vergleichbarer Leistung leichter und kompakter in seinen Abmessungen. Was das in der Praxis bedeutet, zeigt sich bei der Kompressorausführung mit Fahrgestell, die besonders flexibel eingesetzt werden kann: Ihr Gewicht bleibt nämlich unterhalb von 3.500 Kilogramm, sodass einerseits keine besonders leistungsstarken Zugfahrzeuge benötigt werden und andererseits diese Anhänger noch mit einer Fahrerlaubnis der Klasse BE gezogen werden dürfen. Bei der Firma Krebs kommen allerdings nur Versionen mit Kufenrahmen - also ohne Fahrwerke -, zum Einsatz, da die Kompressoren hier nur selten umgesetzt werden.

Positives Fazit nach vier Jahren im Einsatz

Die Firma Krebs entschied sich für Versionen mit Kufenrahmen - also ohne Fahrwerke, da die Kompressoren sehr selten umgesetzt werden. Der Druckluftbedarf des Unternehmens liegt bei 10 bar bei 24 l/min. Bilder: Compair

www.pekomp.de

Kompetenz in Kompensatoren

Einlagige Gewebekompensatoren (PFE) Temperaturbereich: -60°C bis +200°C

Weich-PVC-Kompensatoren (PVC) Temperaturbereich: -40°C bis +60°C

SCRT-Technik reduziert Stickoxide Weniger Verbrauch bei gleicher Leistung ist nur die halbe Miete. Da die Turbo-Screw-Kompressoren außerdem über ein Abgasreinigungssystem mit SCRT-Technik (Selective Catalytic Reduction Technology) verfügen, das laut Hersteller nahezu sämtliche Rußpartikel und Stickoxide aus den Dieselabgasen entfernt, punkten die eingesetzten Kompressoren auch in dieser Hinsicht.

wird deshalb eine hohe Verfügbarkeit sichergestellt. Das bedeutet: Bis auf das tägliche Betanken im laufenden Betrieb führt ein Servicepartner alle Service- und Wartungsarbeiten wie Innenreinigung, Filterwechsel, Motorservice usw. an den Maschinen aus. Ein Notdienst ist ebenfalls miteingeschlossen.

Gummi- und ElastomerKompensatoren (PGU) Temperaturbereich: -50°C bis +130°C



Mittlerweile haben die Kompressoren mehr als 13.000 Betriebsstunden in vier Jahren auf dem Buckel - Zeit für ein Resümee: Nennenswerte Stillstand- beziehungsweise Ausfallzeiten sind ausgeblieben. Wenn es zu Störungen kam, sorgte ein lokaler Servicepartner für schnelle Abhilfe. Die Kraftstoffeinsparung liegt in der Summe bei circa 25 Prozent im Vergleich zu Druckluftkompressoren mit ähnlicher Abgabeleistung. www.compair.de

PEKOMP Kompensatorenbau GmbH Spielburgweg 23, D - 41844 Wegberg Tel.: +49(0)24 34 / 99 70 - 10, Fax: - 11 E-Mail: info@pekomp.de Mehrlagiger Gewebekompensator (PST) Hier für Abgas von 450 bis 500°C sowie Funkenflug und Schlackespritzer von außen. Komplett vormontiert als einbaufertige Einheit.

Mehrlagiger Gewebekompensator (PFM) mit integrierter Vorisolation für Abgas aus Erdagsfeuerung 600 bis 800°C. Konische Einbaueinheit im bereits montierten Zustand beim Kunden.

Seit über 20 Jahren fertigt PEKOMP Weichstoff- und Elastomer-Kompensatoren von hoher Qualität für die verschiedensten Einsatzgebiete. Temperaturen von -60° bis 1400°C werden ebenso bewältigt wie hochagressive Abgase oder Druckstöße. Ob 25 mm oder 22 Meter Durchmesser: PEKOMP fertigt für Ihre individuelle Anlage den perfekten Kompensator.




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DRUCKLUFT TECHNIK

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Smarter Adsorptionstrockner in x Varianten Der neue Ultrapac Smart ist bereit für Industrie 4.0 und IoT Der Trend zu modularen Maschinenkonzepten in der Verpackungs- und Abfülltechnik ist unübersehbar. Kundenspezifische Lösungen, die sich flexibel dem schnellen Wandel der Marktbedingungen anpassen können und maximale Produktivität bieten, stellen hohe Anforderungen an die Hersteller der Anlagenkomponenten. Donaldson, ein Hersteller von Filtrationslösungen, hat diese Ansprüche bei der Entwicklung des Adsorptionstrockners Ultrapac Smart berücksichtigt. Druckluft wird beispielsweise in der Verpackungs- und Abfülltechnik nicht nur für die pneumatischen Steuerungen und als Energie für eine Vielzahl von Aktoren

eingesetzt, sie muss auch im Dauerbetrieb als sichere hochreine und keimfreie Prozessluft zum Beispiel in Abfüllprozessen zur Verfügung stehen.

Donaldson, ein weltweit präsenter Hersteller von Filtern für mitunter sensible Einsatzbereiche in der Lebensmittel-, Getränkeund Verpackungsindustrie, hat mit Ultrapac Smart ein Druckluftaufbereitungssystem entwickelt, das nach Entwicklerangaben die hohen Standards in diesem Anwendungsbereich erfüllt. Der modular aufgebaute Adsorptionstrockner bietet laut Hersteller die Voraussetzungen für die digitale steuerungs- sowie wartungstechnische Integration und die Anpassung an die vielfältigen Installations- und Einbaubedingungen in der Verpackungs- und Abfülltechnik, insbesondere bei Retrofit-Maßnahmen. Der Ultrapac Smart stellt nach Angaben der Entwickler bedarfsgerecht die benötigte Druckluft in gleichbleibender Qualität nach den Reinheitsklassen gemäß ISO 8573-1:2010 unter kontinuierlicher Erfassung und Regelung des vorgegebenen Drucktaupunktes zur Verfügung. Wolfgang Bongartz, Product Line Manager Industrial bei Donaldson in Haan, betont: „Unsere hochgenauen Messeinrichtungen haben uns in die Lage versetzt, über längere Zeiträume die Einhaltung der Prospektangaben unterschiedlichster Trocknerkonstruktionen zu prüfen. Dabei haben wir große Abweichungen festgestellt. Für die Entwicklung unserer neuen Baureihe war daher die stabile Einhaltung des vorgegebenen Drucktaupunktes - Standard minus 40 Grad Celsius - im Dauerbetrieb mit einer Drucktaupunktsteuerung eine unverzichtbare Voraussetzung. Dies ist von besonderer Bedeutung, da sich bei veränderndem Druck die Taupunkttemperatur ändert.“

Energiesparend Die Trocknerkartuschen, in einem speziellen Verfahren mit einem adsorptiven stabilen Trockenmittel befüllt, sind für die LongLife-Regeneration ausgelegt. Als besonders energiesparend konzipiert ist die Superplus-Ausführung mit integriertem Taupunkttransmitter, der direkt im Druckluftstrom misst. Die Umschaltung zwischen den beiden Kartuschen erfolgt erst, wenn das Trockenmittel absolut gesättigt ist. Das minimiert laut Entwickler den Druckluftbedarf dieses kaltregenerierenden Adsorptionstrockners, der im Gegensatz zu warmregenerierenden Trocknern keine Heizenergie für

Das neue System der Ultrapac Smart Adsorptionstrockner zur Erzeugung hochreiner Druckluft ist unter anderem für den Einsatz in der Verpackungs- und Abfülltechnik konzipiert.

den Regenerationsvorgang benötigt. Die Geräuschentwicklung beim Umschaltvorgang konnte mit einem neu entwickelten Schalldämpfer in den Bereich von 60 dB(A) gesenkt werden.

partikel bis zu 0,01 μm entfernt, ist das Sicherungselement, damit die trockene Druckluft den Reinheitsgradvorgaben entsprechend zur Verfügung steht.

Variabel einsetzbar ... Der Ultrapac Smart kann den räumlichen Bedingungen angepasst werden; er kann nämlich stehend, waagerecht, horizontal oder an der Wand befestigt betrieben werden. Außerdem lässt sich der Ein- und Austritt der Druckluft in unterschiedliche Richtungen ausrichten. Ein abnehmbares Display ermöglicht die komfortable Überwachung des Adsorptionstrockners auch bei engen Platzverhältnissen. Damit lassen sich unter anderem Taupunkt, Zykluszeiten oder Temperatur ablesen.

... und ganz schön smart

Wenn auf der Rückseite des kompakten Ultra-Smart-Systems zum Beispiel Aktivkohleadsorber im Parallelstrom betrieben werden, halbiert sich die Bauhöhe.

Die integrierten Ultrapleat-Energiesparfilter bieten laut Hersteller eine optimale Filtrationsleistung bei geringem Differenzdruck. Bei Eintritt der Druckluft werden vom Ultrapleat-Vorfilter bereits Flüssig- und Feststoffpartikel abgeschieden beziehungsweise zurückgehalten, bevor sie in eine der beiden Trockenmittelkartuschen strömt. Der Nachfilter, der nach Herstellerangaben Feststoff-

Die Daten können über Bluetooth und App sowie über Schnittstellen wie Bussysteme, WLAN gelesen werden - ein wichtiges Kriterium für das Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0. Für den sicheren Betrieb von Verpackungs- und Abfüllanlagen ist es entscheidend, dass - wie der Hersteller betont - mit dem genannten Druckluftaufbereitungssystem eine Ebene der Digitalisierung erreicht wird, die eine kontinuierliche Überwachung der Funktionsabläufe und eine vorausschauende Wartung der leicht zugänglichen Komponenten erlaubt. www.donaldson.com

Durch ein neues Schalldämpferkonzept liegt der Schallpegel des Adsorptionstrockners bei 60 dB(A). Bilder: Donaldson


REINIGUNG

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Unterschiedlichste Fassaden effektiv reinigen Nutzbare Techniken, praktische Tipps und geltende Gesetze Um Fassaden von Verschmutzungen zu befreien, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung: Kalt- und Heißwasserhochdruck, Partikelstrahlverfahren sowie die Reinigung mit Trockeneis. Bei der Anwendung der jeweiligen Technik muss aber stets berücksichtigt werden, mit welcher Oberfläche man es zu tun hat, denn nur so lassen sich Beschädigungen vermeiden. Des Weiteren ist es wichtig, die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen vor Ort zu kennen, um alle hier geltenden Vorschriften bezüglich Emissionen oder Abwassereinleitung einzuhalten. Heißwasserhochdruckreiniger haben sich in der Fassadenreinigung als effektive, wirtschaftliche Methode bewährt und werden sehr häufig eingesetzt. Sie sind praktisch der Standard, wenn es um die Fassadenreinigung geht. Der geringe Wasserverbrauch im Vergleich zum Arbeiten mit einem normalen Wasserschlauch sowie die hohe Reinigungsleistung sind hier besonders von Vorteil.

leistungsdüsen noch verstärken. Sie bringen gegenüber Flachstrahldüsen eine um etwa 40 Prozent höhere Reinigungsleistung. Im Gegensatz zum Kaltwasserhochdruckreiniger kann der Anwender bei Heißwassergeräten zusätzlich den Faktor Temperatur einsetzen. Wird in einem Bereich zwischen 60 und 80 Grad Celsius gearbeitet, führt dies zu einem deutlich schnelleren Aufbrechen von Schmutzkrusten und Ablagerungen.

Ergonomische Geräte erleichtern die Arbeit: Am Markt gibt es beispielsweise Hochdruckpistolen, die die Rückstoßkraft des Hochdruckstrahls nutzen, um die Haltekraft für den Anwender zu reduzieren. Eine entsprechende PSA ist natürlich obligatorisch.

Je nach Oberfläche und Schmutzart kann der Anwender die Faktoren Wassermenge, Druck, Temperatur und - falls benötigt - Reinigungsmittel sowie Einwirkzeit variieren. Große Wassermengen bis zu 1.000 Liter in der Stunde lösen dabei den Schmutz und transportieren ihn durch die Schwemmwirkung schnell ab. Zusammen mit der Wassermenge bestimmen Düsendruck und Aufprallwinkel den Aufpralldruck, also die Kraft, die auf die zu reinigende Fläche ausgeübt wird. Die mechanische Wirkung lässt sich durch den Einsatz von HochNaturstein lässt sich ebenfalls mit Heißwasserhochdruck reinigen. Allerdings muss das Reinigungsmittel bei säureempfindlichen Oberflächen alkalisch oder neutral sein.

Öl, Fett und Ruß lassen sich somit leichter entfernen. Auch die Tiefenwirkung ist höher, sodass Wurzelrückstände von Moos und Flechten nachhaltiger entfernt werden und sich damit ein Nachwachsen verhindern lässt. Ein Reinigungsmittel kann bei Bedarf die Wirkung noch verstärken; bei der Auswahl des Reinigungsmittels sollten allerdings sowohl die Beschaffenheit der Oberfläche als auch die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden (siehe Kasten). In der Anwendung empfiehlt sich die sogenannte Zweischrittme-

thode. Dabei wird zunächst das Reinigungsmittel aufgebracht, nach Einhalten der Einwirkzeit wird es mit Hochdruck abgewaschen. Ein Vorteil beim Einsatz von Heißwasserhochdruckreinigern bietet die Dampfstufe: Die Wassermenge wird dabei um die Hälfte reduziert, dafür tritt bis zu 155 Grad Celsius heißer Dampf aus. Damit ist eine besonders intensive Reinigung möglich, die auch hartnäckige Verschmutzungen wie Farben oder Bitumenanstriche wirkungsvoll lösen kann. Der niedrige Arbeitsdruck bei der Dampfstufe schont zudem empfindliche Oberflächen. Partikel- und Trockeneisstrahlverfahren sind sinnvolle Alternativen zur Hochdruckreinigung, wenn Fassaden nicht zu sehr gewässert werden dürfen, besonders wassersparende Verfahren vorgeschrieben sind, keine Reinigungsmittel eingesetzt werden dürfen oder die Schmutzwassermenge begrenzt ist (siehe Kasten auf Seite 32).

Oberfläche: Putz Bei Putzfassaden empfiehlt sich die Verwendung von Heißwasserhochdruck, oft in Kombination mit der Dampfstufe. Das schonende Verfahren erzielt eine sehr gute Reinigungswirkung. Man sollte allerdings nicht zu lange an einer Stelle arbeiten, um Farben nicht anzulösen. Beim Einsatz von Hochdruck hat sich zur Schonung der Oberfläche die Verwendung einer Flachstrahldüse bewährt, da bei korrektem Arbeitsabstand der punktuelle Druck nicht zu hoch wird. In jedem Fall sollte von oben nach unten gereinigt werden, damit keine sogenannten Läufer

Heißwasserhochdruck in Kombination mit einer Flachstrahldüse schont die Putzfassade und entfernt dennoch effektiv den Schmutz. Bilder: Kärcher

entstehen - also Schmutzwassertropfen, die in die bereits gereinigte Fläche gelangen. Die sehr kurzen Trocknungszeiten beider Methoden führen dazu, dass Folgearbeiten direkt im Anschluss durchgeführt werden können. Um Ruß und Öle zu lösen, kann man bei Bedarf ein neutrales Reinigungsmittel verwenden. Bei Edelputzen ist der Einsatz eines schwach alkalischen Reinigungsmittels möglich.

Oberfläche: Natur- und Kunststein Natur- und Kunststein gibt es in säureempfindliche Varianten wie Marmor, Dolomit, Travertin, Jura, Solnhofener Platten, kalkhaltige Natursowie zementhaltige Kunststeine, aber auch in säurebeständigen Arten wie Granit, Schiefer, Ziegel, Fliese und Klinker. Weiter auf Seite 32

Wissen, was Recht ist Fassadenreinigungen finden immer im öffentlichen Raum statt, sodass es wichtig ist, sich über die von Ort zu Ort und von Land zu Land variierenden gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften zu informieren. Eine Abwassereinleitung ist in jedem Fall genehmigungspflichtig. Handelt es sich lediglich um Schmutzwasser, kann das Wasser nach einer Filtration eingeleitet werden. Die aufgefangenen Feststoffe sind zu entsorgen. Wurde ein Reinigungsmittel eingesetzt, muss das Wasser aufgefangen, filtriert und neutralisiert werden. Auch hinsichtlich der Verwendung von Strahlmitteln, dem Entstehen von Staub, Lärm oder Abgas sind die entsprechenden Regelungen einzuhalten.


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stellung der jeweiligen Reinigungsparameter, sowohl Trockeneis- wie auch Partikelstrahlverfahren.

Oberfläche Holz

Wer Metallfassaden mit Hochdrucktechnik reinigen möchte, sollte Naturhaar- oder Polyamidbürsten (starr oder rotierend) verwenden. So besteht keine Gefahr, dass die hinter der Fassade liegende Isolierschicht beschädigt wird.

Fortsetzung von Seite 31 Generell lässt sich auch bei Kunstund Naturstein mit Heißwasserhochdruck oder Dampf arbeiten. Hat man es allerdings mit säureempfindlichen Oberflächen zu tun, muss das Reinigungsmittel alkalisch oder neutral sein. Außerdem sollte vor Beginn der Arbeiten festgestellt werden, ob

der Werkstoff offenporig, also saugfähig ist. Wenn dies der Fall ist, sollte vor der Anwendung des Reinigungsmittels vorgewässert werden, da es sonst in das Material eindringt und Schäden verursachen kann. Ist die Oberfläche extrem wasserempfindlich oder die Verschmutzung besonders gravierend, wie

Das Niederdruck-Partikelstrahlverfahren: Spezialist für besondere Fälle Beim Niederdruck-Partikelstrahlverfahren wird eine Strahlpistole über einen Baukompressor mit Druckluft versorgt. Zusätzlich werden der Luft in der Mischkammer ein sehr feines, weiches Strahlmittel sowie Wasser für staubbindendes Arbeiten hinzugefügt. Wichtig bei der Auswahl des Strahlmittels ist, dass dessen Mohssche Härte und die Korngröße individuell zur Verschmutzung und der originalen Fassadenoberfläche ausgewählt werden müssen. Das Gemisch aus Luft, Wasser und Strahlmittel tritt an der Düse der Pistole aus, wobei Luftdruck, Wasser- und Strahlmittelmenge individuell regulierbar sind. Auf diese Weise können Oberflächen mit minimaler Abrasion gereinigt werden. Für das Trockeneisstrahlen benötigt man ein Strahlgerät, das die Eispellets in einen Druckluftstrahl eindosiert, sowie einen Strahlschlauch mit Pistole und Düse,

über die das Luft-Eis-Gemisch auf die Oberfläche gelangt. Hinzu kommt ein Kompressor mit ausreichend Luftdruck und Luftmenge. Für die Reinigungsleistung ist vor allem die mechanische Energie maßgeblich. Die Trockeneispellets, die eine geringe Mohssche Härte (1-2) haben, können mit einer hohen Geschwindigkeit von 150 m/s regelrecht auf die Oberfläche geschossen werden. Unterstützend wirkt die thermische Energie speziell bei warmen Oberflächen -, wenn das gefrorene CO2 mit einer Temperatur von minus 79 Grad Celsius auftrifft. Infolgedessen wird der Schmutz brüchig und spröde, sodass er sich leicht entfernen lässt. Mit dem kaum abrasiven Verfahren lassen sich Öl, Fett, Klebstoffe oder Bindemittel von zahlreichen Oberflächen lösen, empfindliche Oberflächen entschlacken oder auch Farbanstriche von Metall schonend entfernen.

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beispielsweise ein Graffiti, kann sehr gut mit Trockeneis gearbeitet werden, um schnell und schonend das gewünschte Reinigungsergebnis zu erzielen. Metallfassaden benötigen ebenfalls eine regelmäßige Reinigung.

Holz ist wohl eines der am längsten verwendeten Fassadenmaterialien und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Unbehandeltes Holz zeigt schnell Verwitterungserscheinungen; behandeltes Holz wird mit Zusätzen wie Nanopartikeln vor Verwitterung geschützt. Diese Beschichtung muss allerdings regelmäßig erneuert werden, um das einheitliche Erscheinungsbild zu erhalten. Wer unbehandelten Holzfassaden wieder eine homogene Optik verleihen möchte, kann mit einem Heißwasserhochdruckreiniger sehr gute Ergebnisse erzielen. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Fassade vollständig geschlossen ist bzw. dahinterlie-

gende Bauteile durch das Wasser nicht beschädigt werden. Auch sollte ein frostfreier Zeitraum für die Arbeiten gewählt werden, damit das Holz nach der Reinigung ausreichend trocknen kann. Bei robusten Laubholzfassaden haben sich ein Druck von 100 bar sowie eine Temperatur zwischen 60 Grad Celsius und 80 Grad Celsius als geeignet erwiesen. Bei empfindlicheren Hölzern wie Lärche oder Fichte empfiehlt sich ein Druck von 50 bar. Egal, welches Fassadenmaterial vorliegt - um die korrekte Technik zu wählen, sollte vorab auf einer Probefläche getestet werden. Ist die Fassade säureempfindlich, zieht sie Wasser? Welches Reinigungsmittel erzielt in welcher Konzentration und Zeit die gewünschte Wirkung? Wer im Vorfeld sorgfältig vorgeht, erreicht das gewünschte Ergebnis und vermeidet Substanzverlust bzw. -abtrag oder andere dauerhafte Schäden durch falsche Reinigungsmittel. www.karcher.de

Oberfläche Metall Aluminium punktet durch die Bildung einer natürlichen Oxidschicht, die vor Korrosion schützt. Bei eloxiertem Aluminium wird diese Oxidschicht künstlich erzeugt und verstärkt, wodurch das Material besonders widerstandsfähig wird. Allerdings ist die Oberfläche damit chemisch angreifbar, sowohl durch Säure als auch durch Lauge. Um eine Reinigung nach RAL-GZ 632 durchzuführen, ist zunächst eine Musterfläche mit Referenzmessungen vor und nach der Reinigung durchzuführen. Um Schäden vorzubeugen, empfiehlt sich der Einsatz von neutralen Reinigungsmitteln, die von der GRM (Gütegemeinschaft für die Reinigung von Metallfassaden e.V.) freigegeben sind. Bei beschichteten oder lackierten Metallfassaden gilt es vor allem, die sogenannte Kreidung zu entfernen. Polymere auf der Fassadenoberfläche zersetzen sich und so verlieren die eingebetteten Farbpigmente ihren Halt und werden vom Regen ausgewaschen. Um dieser unschönen Optik Herr zu werden, können Reinigungsmittel mit Schleifzusätzen sowie geeignete Fassadenpads verwendet werden. Die Arbeiten werden manuell oder mit Unterstützung elektrisch betriebener, handgeführter Poliermaschinen durchgeführt. Wer bei der Reinigung mit Hochdrucktechnik arbeiten möchte, sollte Naturhaar- oder Polyamidbürsten (starr oder rotierend) verwenden. Durch die große Öffnung an der Bürste strömt das Wasser in Niederdruck aus und es besteht keine Gefahr, dass das Hochdruckwasser in die hinter der Fassade liegende Isolierschicht eindringt. Zur Entfernung von Graffiti eignen sich, bei passender Ein-

Verbesserte Gas-Ex-Sauger Ruwac optimiert die Baureihen DS 1220 und DS 2520 Was die Ruwac-Ingenieure mit den von ihnen hergestellten GasEx-Saugern unternommen haben, bezeichnet man in der Automobilindustrie als Modellpflege: Die Grundkonstruktion bleibt, wie sie ist. Aber es wurden zahlreiche Detailverbesserungen umgesetzt, um die Leistung und Funktion der Fahrzeuge oder, in diesem Fall, der Sauger zu optimieren. Bei den Baureihen DS 1220 und DS 2520 der Ruwac-Gas-ExSauger für die Zonen 1 und 2 kommen nun neue, energieeffiziente Drehstrommotoren zum Einsatz, die speziell für den Betrieb in Gas-Ex-Zonen entwickelt wurden und entsprechend zugelassen sind. Weitere Komponenten, beispielsweise der elektrischen Ausrüstung, wurden ebenfalls durch neueste Baureihen der jeweiligen Hersteller ersetzt. Die zentrale Eigenschaft der genannten Sauger bleibt jedoch weiterhin erhalten: Beide genannten Baureihen sind laut Ruwac auch unter anspruchsvollen Bedingungen für den Dauerbetrieb in Industrieanwendungen geeignet und erlauben z.B. das Einsaugen brennbarer Stäube sowie von isolierenden, also nicht leitfähigen Stäuben.

Permanent geerdete Sammelbehälter Belegt wird dies durch eine Untersuchung der Dekra Exam, die vom genannten Sauggerätehersteller entsprechend beauftragt wurde. Das Prüfinstitut hat nachgewiesen, dass diese Gas-ExSauger nicht leitfähige Stäube und Granulate aufsaugen können, ohne dass mit dem Risiko zündfähiger Büschelentladungen zu rechnen ist. Hierzu leisten diverse konstruktive Merkmale der Sauger jeweils

Die Gas-Ex-Sauger DS 1220 und DS 2520 sind laut Hersteller für den Dauerbetrieb in Industrieanwendungen geeignet. Bild: Ruwac

einen wichtigen Beitrag, darunter der ableitfähige Gehäusewerkstoff (GFK), die leitfähigen Saugdüsen, der permanent geerdete Sammelbehälter und die Luftführung mit begrenzten Strömungsgeschwindigkeiten. Der modulare Aufbau dieser Saugerbaureihen erlaubt eine anwendungsbezogene Auswahl der Ausstattung. Die Sauger können je nach gewählter Ausstattung zum Beispiel bis zur Temperaturklasse T5 betrieben werden oder mit Filtern der Staubklasse H nach EN 60335-2-69. www.ruwac.de


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Risiko für Aufzüge und industrielle Anlagen TÜV-Verband warnt vor den neuen Herausforderungen durch Cyberangriffe „Fahrstuhl des Grauens“ heißt ein niederländischer Horrorthriller, bei dem ein Aufzug ein grausiges Eigenleben entwickelt. Nun warnen die Experten des TÜV, dass digitale Steuerungen, die als Einfallstor für Cyberkriminelle nicht nur in industriellen Anlagen, sondern z.B. auch in Aufzügen verbaut sind, diese sogar zum Absturz bringen können. So kann das Horrorszenario im genannten Film plötzlich real werden. Doch auch in ganz anderen Bereichen machen sich die Experten Sorgen … Ein paar Fakten: Im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen von Aufzügen sind hierzulande im vergangenen Jahr rund 3.100 Anlagen wegen „gefährlicher Mängel“ sofort stillgelegt worden, so ein Ergebnis des Anlagensicherheitsreports 2019 des TÜV-Verbands. „Bei den Kontrollen der unabhängigen Prüforganisationen tauchen immer wieder gefährliche Mängel wie beschädigte Absturzsicherungen oder defekte Notrufsysteme auf, die Menschen in akute Gefahr bringen können“, erklärt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Laut Report entdeckten die Prüfer bei rund 73.500 weiteren Aufzügen „sicherheitserhebliche Mängel“, die eine Reparatur der Anlagen erfordern, aber keine sofortige Stilllegung.

Das entspricht 12 Prozent aller 587.500 im Betrieb geprüften Aufzüge. „Neben Risiken wie Materialermüdung und Verschleiß entstehen mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung der Anlagen im Internet of Things neue Gefahren. Cyberangriffe können Aufzüge zwischen den Etagen zum Stehen bringen oder sogar einen Absturz herbeiführen“, warnte Bühler. Noch fehle es aber an gesetzlichen Regelungen, die eine unabhängige Prüfung kritischer Systeme wie der digitalen Aufzugssteuerung ermöglicht. Bühler fordert: „Der Gesetzgeber muss jetzt handeln, bevor es zu ernsten Cyberattacken auf Maschinen und Anlagen kommt.“ Hintergrund: Im Anlagensicherheitsreport sind die Mängelstatistiken aller Prüfungen ent-

halten, die von den Zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) im Jahr 2018 vorgenommen wurden. Zu den geprüften Anlagen gehören neben Aufzügen auch Druckbehälteranlagen wie beispielsweise Gasspeicher und Dampfkessel sowie bestimmte Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen (Ex-Anlagen). Das zentrale Thema des aktuellen Reports ist dabei die Prüfung von Anlagen, die zunehmend mithilfe von Software gesteuert, von Sensoren überwacht und im Internet of Things (IoT) digital vernetzt werden. „Die digitale Aufzugssteuerung ist ein Einfallstor für kriminelle Hacker“, warnt Bühler und ergänzt: „Angreifer könnten nicht nur die Aufzüge selbst manipulieren, sondern die gesamte technische Gebäudeaus-

Quelle: Anlagensicherheitsreport 2019. Bild: TÜV-Verband

rüstung.“ Das Problem hierbei: Die Steuerungssoftware von Aufzügen ist für die Prüfer bis heute oft eine Blackbox - und eine Überprüfung dementsprechend nicht möglich. Außerdem sei die digitale Vernetzung auch in ganz anderen Bereichen, beispielsweise bei Ex-Anlagen eine Herausforderung. So werden beispielsweise in der Industrie Tanklager für entzündliche Kraftstoffe oder Gase zunehmend digital überwacht, um Füllstände oder den Druck zu messen. „Die Manipulation von Messwerten kann bei Ex-Anlagen zu einer Katastrophe führen“, betont Bühler und verweist auf einen entsprechenden Vorfall: „Ein nur

Damit die Aufzüge nicht aus der Zeit fallen Wie sich serielle Schnittstellen über GSM zukunftssicher via Internet anbinden lassen Durch die Umstellung der Telefonie auf paketorientierte Technik steht die klassische Datenfernübertragung von seriellen Schnittstellen vor dem Aus. Das bedeutet: Modemverbindungen über das analoge Festnetz und Datenübertragungen im G2-Netz werden nicht mehr unterstützt und sind auf dem Weg ins Technikmuseum. Die Herausforderung bei Aufzugssteuerungen ist aber, dass sie immer noch in großer Zahl ebendiese langlebigen Techniken nutzen. Außerdem geht eine Änderung der Aufzugssteuerung nicht selten mit hohen Investitionen ein. Doch welche Alternativen gibt es? Das Internet Protocol (IP) ist heute das Maß aller Dinge - auch in der

Telefonie. Das bedeutet aber: Ein „Anruf“ aus dem Festnetz zur se-

riellen Schnittstelle der Aufzugssteuerung ist nicht mehr möglich, da die serielle Welt per IP nicht angesprochen werden kann. Das Problem: An der Aufzugssteuerung und der DFÜ-Software kann in aller Regel nichts geändert werden. Trotzdem sollen aber beide über das Internet verschlüsselt kommunizieren. Das geht über einen Umweg, das heißt die ausgehenden Daten der Steuerung/DFÜ-Software müssen als „Modem“ angenommen und auf „IP“ übersetzt werden. Die ankommenden Daten müssen dann wieder von „IP“ auf „Modem“ zurückübersetzt werden. Einfach gesagt: Sowohl die Steuerung als auch die DFÜ-Software müssen glauben, dass sie mit einem Modem kommunizieren. Um das zu erreichen, gibt es zwei Lösungen. Die erste Variante erfordert einen Rechner des Aufzugsunternehmens mit Internetzugang, die kostenlose Software des virtuellen Comports („baseSer-IP“), die DFÜ-Software des Herstellers und eine von außen erreichbare IP-Adresse. An der Aufzugssteuerung wird das entsprechende GSM-Modul mit passender Schnittstelle und internetfähiger Mobilfunkkarte benötigt. Der Verbindungsaufbau wird grundsätzlich seitens der Aufzugssteuerung initiiert. Der „Anruf“

Die Anbindung von seriellen Steuerungen über GSM an das Internet und damit das Auslesen sind möglich. Bild: Hans Braxmeier, Pixabay

des Aufzugsunternehmens in die Aufzugsanlage wird durch „baseSer-IP“ in eine SMS gewandelt, die einen verschlüsselten Verbindungsaufbau der Aufzugssteuerung an die IP-Adresse beim Aufzugsunternehmen auslöst. Steht die verschlüsselte Internetverbindung, werden die Daten ausgetauscht und für beide, Aufzugssteuerung und DFÜ-Software, passend gewandelt. Die Vorteile dieser Lösung: Sie bietet Unabhängigkeit durch den Einsatz freier Mobilfunkkarten und die Aufzugssteuerung kann weiter genutzt werden. Dieses System hat aber auch Nachteile, denn der Verbindungsaufbau dauert bis zu 30 Sekunden. Hinzu kommen die Kosten von ca. 6 Cent pro SMS bei „Anruf“ durch die Aufzugsfirma. Die zweite Lösung besteht darin, die Aufzugssteuerung über ein mobiles Virtual Private Network (VPN) erreichbar zu machen. Innerhalb dieses Netzwerks ist eine IP-Adresse, und damit die Aufzugssteuerung, erreichbar. So kann eine Internetkommunikation aufgebaut werden. Al-

knapp gescheiterter Cyberangriff auf eine petrochemische Fabrik in Saudi-Arabien im Jahr 2017 hat gezeigt, dass solche Szenarien eine reale Gefahr sind.“ Deshalb sind aus Sicht des TÜVVerbands sowie der ZÜS unabhängige Prüfungen auch in der digitalen Welt dringend erforderlich. Dafür müsse die Politik jetzt die Grundlagen schaffen und beispielsweise die Gesetzgebung anpassen, einen Zugang zu Software und Daten sicherstellen, eine Prüfung nach Gefährdungspotenzial ermöglichen und die Überprüfbarkeit von künstlicher Intelligenz sicherstellen, fordern die Experten. www.vdtuev.de

lerdings sind die Anfangsinvestitionen für ein mobiles VPN für den Aufzugsbauer hoch, da dieser sein eigenes mobiles VPN benötigt. Der Dienstleister Base Engineering bietet hier eine kostengünstigere Variante an. Ohne mühsam und teuer ein mobiles VPN zu installieren, kann das Aufzugsunternehmen einfach die günstigen Roamingkarten für einen kombinierten Aufzugsnotruf mit Steuerungsdatenübertragung nutzen. Bei Verwendung dieser Roamingkarten ist der Base-Routingserver kostenfrei nutzbar und schafft so die Vorteile eines mobilen VPN ohne Mehrkosten bei maximaler Arbeitsentlastung für das Aufzugsunternehmen.

Verbindung in Sekundenbruchteilen Bei Nutzung der Base-Roamingkarten verbindet sich die DFÜSoftware des Herstellers über einen VPN-Tunnel mit dem BaseRoutingserver. Die Mobilfunkkarte ist über den Base-Routingserver unter einer festen IPAdresse zu erreichen. „base-Ser-IP“ kennt also diese IP-Adresse. Diese Lösung bietet laut Dienstleister diverse Vorteile. So erfolgt die Verbindung zur Aufzugssteuerung über den Routingserver in Sekundenbruchteilen. Außerdem entstehen keine Kosten durch den Wegfall der SMS-Gebühren. Zudem ist „base Ser-IP“ Teil des mobilen VPNs und damit nicht mehr öffentlich erreichbar. Außerdem sind keine hohen Anfangsinvestitionen zu tätigen und die Lösung ist einfach zu installieren. Nadja Müller, IT-Journalistin https://base-engineering.com


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Robuste Mobilcomputer im Einsatz Mobile Datenerfassung im industriellen Umfeld bei BASF Die BASF Personal Care and Nutrition GmbH entwickelt, produziert und vermarktet mit 1.200 Mitarbeitern ein breites Sortiment an Inhaltsstoffen für die Kosmetikindustrie sowie für Haushalts- und Industriereiniger. Für die umfangreichen Lagerbewegungen sollten zeitgemäße Geräte für die mobile Datenerfassung eingeführt werden. Hierfür suchten die Verantwortlichen von BASF in Düsseldorf Terminals für ihre Gabelstapler, Handscanner und Ex-geschützte Tablets für Lageranwendungen. Die wichtigsten Anforderungen an die MDE-Geräte waren die Industrietauglichkeit, die Ergonomie und die Kompatibilität mit dem SAP-ERP-System - und man wurde fündig. Die Lageranwendungen wie Warenvereinnahmung, Warenumfuhren, Warenbereitstellungen sowie die Inventuren werden bei BASF über SAP-Standardfunktionen und in einem WarehouseManagementsystem bearbeitet. Mit neuen Geräten zur mobilen Datenerfassung sollte die Basis der Kommunikation vom bisherigen veralteten Netzwerkprotokoll auf zukunftsfähige RadioFrequency-Lösungen (RF) umgestellt werden, unter anderem um sichere Verbindungen sowie eine Kostenreduktion durch den Wegfall der Middleware-Server zu erhalten. Zur direkten Anbindung an das SAP-System erforderte die SAPITS-Funktion (Internet Transaction Server) die Eignung der Geräte für Web-Applikationen mittels Industrie-Webbrowsern. Zudem ging es um die Kompatibilität zum Produktions-WLAN mit Wi-Fi Protected Access 2 (WPA2), der sicheren Authentifizierung mit einem Pre-SharedKey (PSK) und die Handscanner sollten sich per Bluetooth mit dem Staplerterminal verbinden. Zusätzlich stand ein Support der Geräte von mindestens fünf Jahren auf der Anforderungsliste. „Wir hatten konkrete Anforderungen an die Technik, an die Ergonomie und an den Support der Geräte. Bei der Auswahl ging es außerdem um einen zuverlässigen Lieferanten und Dienstleister“, berichtet Marius Hermsen, Team Lead für Application Systems und Warehousing bei BASF. Er betont dabei auch ganz besonders die Anforderungen an die Ergonomie: „Bei den Staplerterminals benötigen wir für die Bedienbarkeit der SAP-Dialoge ein erweitertes Sichtfeld von wenigstens 10 Zoll.“ Per Touchscreen nutzen die Mitarbeiter nämlich Funktionen wie einen Info-Button, wenn beispielsweise eine Palette auf einem gesperrten Platz abgestellt wurde. „Wir brauchen außerdem Platz für weitere Zusatzfunktionen wie den Klärfall-Button für eine Störungsmeldung an SAP, wenn sich eine Palette nicht am registrierten Platz befindet. Diese Informationen sollen dann direkt in einem Arbeitsvorrat des klärenden Mitarbeiters landen“, so Hermsen weiter. BASF suchte aber nicht nur eine Hardware, sondern auch einen neuen Lieferanten und SupportPartner. Es sollte ein erfahrenes Auto-ID-Systemhaus sein, das jederzeit verfügbar ist und Anfragen zeitnah bearbeitet. „Wir benötigen einen guten und

Bei den technischen Anforderungen an die MDE-Geräte waren Faktoren wie die Kompatibilität mit SAP-ERP und dem IndustrieWLAN, die Ergonomie und der Support entscheidend. Bild: BASF

schnellen Support und wollen nicht ständig nachhaken müssen. Diesen Partner haben wir mit Aisci Ident gefunden“, berichtet Marius Hermsen. Dieses Unternehmen wurde Hermsen von anderen BASF-Standorten empfohlen. Aisci Ident wurde 1995 am heutigen Standort Bad Salzuflen gegründet und gehört nach eigenen Angaben hierzulande mittlerweile zu einem der führenden Systemhäuser für Auto-ID-Systeme. Neben dem Vertrieb von Systemen zur Erzeugung und Er-

fassung von Barcodes bietet das Unternehmen auch Beratungsund Serviceleistungen rund um Barcode-Hard- und -Software. Als Systemhaus realisiert es darüber hinaus auch komplexe AutoID-Projekte in den Bereichen Produktion, Handel, Logistik und angrenzenden Industriezweigen. Die Experten von Aisci haben bei BASF für die Technikauswahl unterschiedliche industrietaugliche MDE-Geräte zur Verfügung gestellt und den Prozess vor Ort begleitet. „Für eine solche Entscheidung können wir unsere Erfahrungen aus einer großen Zahl ähnlicher Industrieprojekte einbringen“, erläutert Uwe Nolte, Vertriebsmitarbeiter bei Aisci. Für Staplerterminals empfiehlt er eine Mindestgröße, damit SAPMenüs noch lesbar sind. Displays über 12 Zoll sind aber nach seiner Erfahrung für einen Stapler bereits zu groß und behindern die Sicht. Für mobile Anwendungen sind zwar Bluetooth-Handscanner vorteilhaft, können von den Staplerfahrern allerdings im Regal leicht liegen gelassen werden. Nolte verweist zudem darauf, dass die Geräte robust sein müssen angesichts der ständigen Erschütterungen auf Gabelstaplern.

Nach dem Test entschied sich BASF für die Staplerterminals VMT 7012 von ADS-Tec und für den Funk-Handscanner PowerScan PBT 9500 von Datalogic. Bild: AISCI Ident

Bei der Bedienung vom Stapler aus sei eine Leseentfernung von drei bis fünf Metern zu beachten. Sollen auf dem Stapler Etiketten erstellt werden, sei auch die Stromversorgung des Druckers zu klären. So spreche der starke Verschleiß der Ladekontakte durch die starken Vibrationen gegen eine Ladestation auf dem Stapler. Nach dem ersten Testlauf wurden die verbleibenden Geräte für einen Langzeittest ausgewählt. Im nachfolgenden 3-monatigen Dauereinsatz ging es vorrangig um die Alltagstauglichkeit, die Ergonomie und die Systemstabilität. Dabei wurden auch Abbrüche der WLAN-Verbindungen und die Geschwindigkeit der Systemrückmeldungen untersucht. „Wir waren mit den Testergebnissen sehr zufrieden. Die gestellten Anforderungen wurden erfüllt“, fasst Marius Hermsen die Ergebnisse zusammen. Nach dem Test entschied sich BASF also für die Staplerterminals VMT 7012 von ADS-Tec und für den FunkHandscanner PowerScan PBT 9500 von Datalogic. In den Gefahrstofflagern der BASF gemäß ATEX-Zone 2 dürfen ausschließlich ATEX-zertifizierte Geräte eingesetzt werden. Auch hier hatte Aisci eine Gerätevorauswahl für Tests zur Verfügung

gestellt. BASF wählte das ATEXzertifizierte Industrietablet Agilex und den Bluetooth-Handscanner BCS 3678 EX von Bartec aus. „Unsere Anforderungen an die Technik wurden vollumfänglich erfüllt. Wir mussten allerdings gemeinsam mit Aisci zusätzlich nach einer ATEX-geschützten Halterung suchen“, so Hermsen. Ein weiteres kleines Problem: Es stellte sich heraus, dass bei den Schubmaststaplern die Fahrgastzelle wie ein Faradayscher Käfig wirkt und den WLAN-Empfang zu stark einschränkt. Zusammen mit dem Systemhaus wurden deshalb externe Antennen ausgewählt, vor Ort getestet und letztendlich nachgerüstet. „Wir nutzen die ausgewählte Technik jetzt seit vielen Monaten und die MDE-Geräte zeigen sehr stabile Laufeigenschaften und wir haben keine Probleme mit Systemabstürzen“, zeigt sich Marius Hermsen sehr zufrieden mit dem Betrieb. Er betont zudem die Vorteile der Zusammenarbeit mit Aisci: „Neben der Technik sind für uns der gute Support, die große Flexibilität bei Testgeräten und die schnelle Hilfe bei auftretenden Problemen mindestens genauso wichtig.“ www.aisci.de

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Fehlervermeidung vor Fehlererkennung J. C. König nutzt Betriebsführungssystem für mehr Effizienz im Lager und Fertigung Die richtige Bestandshöhe im Ersatzteillager lässt sich durchaus festlegen - aber nur dann, wenn eine konsistente Datenhistorie für die zukünftige Bedarfsabschätzungen vorliegt. Die Voraussetzungen dafür hat die Joh. Cuno König Stiftung & Co. KG aus Solingen im vergangenen Jahr geschaffen. Seitdem nutzt das Familienunternehmen das Betriebsführungssystem GS-Service für die Organisation und Dokumentation der Produkte und Prozesse im Bereich Materialwirtschaft. Und nun hat vieles ein Ende: Ladenhüter im Lager, gebundenes Kapital, suboptimale Artikelsuche, erhöhte Wegezeiten und vor allem die Fingerzeige externer Zertifizierer. Bosch macht es. Leonie macht es. ZF Sachs, Siemens VDO, Haldex und viele andere auch - sie alle

beziehen Präzisions-Tiefziehteile funktionen sowie betriebswirtaus Solingen. In Deutschlands schaftliche Anwendungen zu bekanntester Klingenstadt haben einem Informations- und Mananämlich auch Hülsen eine lange gementsystem. Tradition. J. C. König - im Jahr der Die objektorientierte Software, Gründung 1882 noch Schneidwadie als skalierbare Client-/Serverrenhersteller - fertigt hier seit inLösung konzipiert ist, baut dabei zwischen acht Jahrzehnten Hohlauf einer Standardtechnologie körper, sodass beispielsweise auf und arbeitet unter aktuellen viele hochpräzise Tiefziehteile aus Microsoft-Betriebssystemen. Solingen stammen. Von Vorteil: Durch die offene Bei Tiefziehteilen von J. C. König Systemarchitektur lässt sich GShandelt es sich um dünnwandige Service an andere Systeme und zumeist rotationssymmetriankoppeln. Beispiel: Die Verbinsche Teile aus Stahl, Edelstahl und dung zum DMS (DokumentenNE-Legierungen mit Wandstärken Management-System) bei J. C. von 0,15 bis 2,3 Millimeter. Sie König ist nur noch eine Frage der kommen primär in der AutomoZeit. Seit November 2018 ist GStive-Industrie von Servolenkung, Service allerdings primär für ABS-Systemen über Airbags und Organisation und DokumenLambdasonde bis Brems- und tation der Ersatzteilhaltung und Schließsystem zum Einsatz. die Instandhaltungsprozesse im Einfache und komplexe GeoEinsatz. metrien aus dem Hause J. C. König werden aber oft auch in den Neue Systematik im Bereichen E-Mobilität, SteuerLager und Messtechnik, Sanitär, Hausgeräte sowie Maschinen- und Anlagenbau verwendet. 182 Mit- „Wir haben das Ersatzteilmaarbeiter erwirtschafteten 2017 nagement komplett neu aufeinen Umsatz von 27,1 Mio. Euro. gebaut - zunächst aufgeräumt In puncto Qualitätsmanagement und einiges entsorgt. Das fing bei macht das Team um GeschäftsTeilen an, die Ewigkeiten im Lager führerin Iris König keine Komprolagen und doch nicht mehr gemisse: „Unsere Unternehmenspobraucht wurden, und ging bis hin litik hat die Null-Fehler-Strategie zu Komponenten, die niemand als Grundlage. Jeder Mitarbeiter zuordnen konnte, weil sie externe handelt nach der Devise FehlerDienstleister einfach dagelassen vermeidung vor Fehlererkennung.“ hatten“, berichtet Melissa Jansen, Als suboptimal erwies sich außerdem die Tatsache, dass laut Audit als Antreiber Jansen „ein Externer nichts gefunden hätte, weil keine Systematik existierte oder die Lagerorte Seit November 2018 nutzt das nicht verzeichnet waren“. Unternehmen für das ErsatzteilIntegriert verlief der physische handling und perspektivisch wie digitale Neuaufbau der Laauch für die Instandhaltungsprogestruktur mit ihren immerhin zesse das Betriebsführungs700 Artikeln zuzüglich Kleinsystem GS-Service von Greengate. teilen: mit neuer ArtikelnumDirekter Anlass war ein Audit. mernvergabe, einer Trennung Die im Automotive-Segment von elektrischen und mechamaßgebliche Zertifizierung IATF nischen Ersatzteilen und den in 16949 wollte es nämlich ganz GS-Service hinterlegten Mindestgenau wissen: Wie laufen die Pround Meldebeständen. zesse im Ersatzteilmanagement „Jetzt ist der Prozess einfach deab? Sind Reparaturarbeiten an finiert. Neue Artikel werden auf den Maschinen, die MängelverBasis des Lieferscheins in GSfolgung bei den UnfallverhüService eingegeben, und unsere tungsvorschriften und WartungsInstandhalter füllen den Entprozesse dokumentiert? nahmeschein aus, ein kleiner Das bisherige hybride Handling Zettel, auf dem vermerkt wird, aus Papier und Excel - der welcher Artikel in welcher Menge Klassiker - war hierfür nicht ausfür welche Maschine entnommen reichend. „Deswegen entschiewurde. Das wird dann ein Mal den wir uns nach dem Erstkonwöchentlich in GS-Service vertakt im Februar 2018 ziemlich bucht und bedeutet wenig Aufschnell für GS-Service“, so Melissa wand, zumal die Kollegen den Jansen, Assistenz Leitung Proganzen Tag an den Anlagen sind, duktion Umwelt-/Arbeitssicherund da auch gebraucht werden“, heitsmanagement. erläutert Melissa Jansen. Grundsätzlich integriert GSStichwort Maschinenpark: Wenn Service als dem ERP nachgeordbis zu 20 Umformprozesse samt netes System Planungs-, DokuNachbehandlung und QS-Durchmentations- und Überwachungsläufe notwendig sind, um den

Das bisherige hybride Handling mit Papier und Excel in der Instandhaltung war nicht ausreichend, um der im Automotive-Segment maßgeblichen Zertifizierung IATF 16949 gerecht zu werden. Deshalb entschied man sich für die Einführung von GS-Service. Bilder: Greengate

perfekten Hohlkörper zu produzieren, ist geplante Instandhaltung in puncto Anlagenverfügbarkeit unverzichtbar. „Die Grundzüge des Maschinenparks sind in GS-Service bereits abgebildet“, erläutert Paul Schulz, Projektleiter bei Greengate. „Die geplanten Wartungen stehen jetzt auf der Agenda, das den Maschinen zugeordnete Ersatzteilmanagement vereinfacht die Prozesse wesentlich“, bestätigt Melissa Jansen und ergänzt: „Mit GS-Service werden wir samt Nachweisen, also digitalisierten Auftragsbögen, die Instandhal-

tung der wartungsbedürftigen Infrastruktur organisieren: Das betrifft nicht nur unsere Schlüsselanlagen wie die 16 Transferpressen oder 12 Stanzautomaten, sondern auch etwa die Anlagen für die Oberflächenbehandlung und Entfettung, Regale, Krane, unsere vier Paternoster, die Gabelstapler sowie die QS-Messsysteme wie die Waagen, die turnusmäßig kalibriert werden müssen. Schritt für Schritt kommen wir hier voran. Das Testsystem jedenfalls hat schon gut funktioniert.“ www.greengate.de

„Direkt vertraut gefühlt …“ Melissa Jansen, Assistenz Leitung Produktion Umwelt-/Arbeitssicherheitsmanagement bei der Joh. Cuno König Stiftung & Co. KG, ist Audit-Beauftragte des Solinger Familienunternehmens. Sie befasst sich verantwortlich mit der Auditierung unter anderem nach ISO 14001, ISO 45001 sowie der IATF 16949. Im Interview äußert sie sich zum Instandhaltungssystem GS-Service. Frau Jansen, was war ihr erster Eindruck vom System? Von der Maske her habe ich mich direkt vertraut gefühlt und gefragt: Habe ich jetzt Windows oder Outlook aufgemacht? Das Handling ist einfach, man hat das Gefühl: Mit Learning by Doing kommt man weiter und nicht erst nach einer Woche Intensivschulung. Was war das erklärte Ziel bei der Einführung von GS-Service? Die IATF 16949 - der Großteil unserer Kunden kommt aus dem Automobilbereich - macht klare Vorschriften, beispielsweise zu Dokumentation der Schlüsselfertigungsanlagen, wichtigen Ersatzteilen, der Verfügbarkeit von Kennzahlen, Ausweichmaschinen, zu Wartung und vorbeugender Instandhaltung. Da mussten wir optimieren. was wir mit GSService getan haben. Sie haben sich nach eigenen Angaben zeitnah für GS-Service entschieden. Warum? Nach dem Messekontakt ging

Melissa Jansen, Assistenz Leitung Produktion Umwelt-/Arbeitssicherheitsmanagement bei der Joh. Cuno König Stiftung & Co. KG, im Interview.

alles superschnell mit Terminen, der Vorstellung des Systems, mit Angeboten etc. Das hat inhaltlich und vom Austausch her einfach gepasst, zumal wir nicht ewig Zeit hatten. Wie lang dauerte die Implementierung? Wenn es drei Monate waren, dann war es viel. Wir haben das Ersatzteilmanagement in dieser Zeit komplett neu aufgebaut, und ich muss sagen: Der Support seitens Greengate war erstklassig. Was steht noch an? Wir befassen uns aktuell mit der Aufnahme geplanter Wartungen in GS-Service, abgebildet werden sollen auch die UVV-Prüfungen. Ebenso steht die Anbindung ans DMS auf dem Programm. www.jc-koenig.de


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WLAN-gesteuerte Hebebockanlage â&#x20AC;Ś â&#x20AC;Ś erleichtert die Instandhaltung neuester TriebzĂźge im Werk der BLS in Spiez (CH) Die BLS, ein Eisenbahnverkehrsunternehmen in der Schweiz, hat das Werk in Spiez modernisiert und zwar unter anderem mit HebebĂścken von Pfaff Verkehrstechnik. Diese sind fĂźr die Instandhaltung von TriebzĂźgen der neuesten Generation gedacht. Das Besondere hierbei: Die gesamte Hebebockanlage, die mehrere Hundert Tonnen anheben kann, wird kabellos Ăźber eine WLAN-Infrastruktur gesteuert. Das erhĂśht die Flexibilität und die Arbeitssicherheit bei den Wartungsarbeiten, denn es gibt beispielsweise am Boden keine stĂśrenden Steuerleitungen mehr. Die BLS gehĂśrt mit Ăźber 3.000 Beschäftigten zu den grĂśĂ&#x;ten Verkehrsunternehmen der Schweiz. Sie betreibt neben touristischem Verkehr auch die Berner S-Bahn und damit das zweitgrĂśĂ&#x;te SBahn-Netz der Schweiz. Diese Verkehrssysteme sind auf eine zuverlässige Wartung und Inspektion angewiesen. Deshalb wurden in einer Bauzeit von zwei Jahren die Werkstätten in Spiez, einer Gemeinde des Schweizer Kantons Bern, modernisiert und dort zugleich auch der Brandund Arbeitsschutz auf den neuesten Stand gebracht. Neu ist dort die Hebebockanlage. Durch diese Investition mĂśchte die BLS die Voraussetzungen fĂźr eine effiziente Organisation und eine ergonomische DurchfĂźhrung von Wartungsarbeiten bei geringstmĂśglichen Stillstandzeiten schaffen.

Wartungs-App fßr Anschlagpunkte Die Dokumentation der Montage und Wartung von Anschlageinrichtungen zur individuellen Absturzsicherung ist zeitaufwendig, denn Dachdecker und Co. arbeiten hier zumeist noch mit Papier und Stift. Die digitale Anwendung ABSLock Book von ABS Safety ermÜglicht laut den Entwicklern im Vergleich zur genannten Methode einen komfortableren, schnelleren und transparenteren Prozess. Die neue App erfasst alle Anschlagpunkte und Systemkomponenten, ihre Position auf dem Dach, die individuelle Befestigungsvariante sowie alle erforderlichen Stammdaten zum Objekt, Produkt und ausfßhrenden Montagebetrieb. Die App läuft autark und vereint alle Daten vor Ort auf dem Mobilgerät. www.absturzsicherung.de

Die neu installierten 16 HebebĂścke der Marke Pfaff-silberblau haben eine Traglast von jeweils 25 Tonnen und kĂśnnen als Teilanlage Lokomotiven oder als Gesamtanlage ganze TriebzĂźge mit einem Gesamtgewicht bis 400 Tonnen und einer Gesamtlänge bis 105 Metern fĂźr Wartungszwecke anheben und absenken. Das funktioniert beispielsweise beim vierteiligen Triebzug Mutz (â&#x20AC;&#x17E;Moderner Universeller TriebZugâ&#x20AC;&#x153;), der ein Gesamtgewicht von 217 Tonnen aufweist. Die tief in die Gleisgrube ragenden Lastklauen der HebebĂścke und die weite Lastausladung ermĂśglichen das Heben der Schienenfahrzeuge an den Drehgestellrahmen oder den Auflagepunkten am Wagenkasten, wobei der Lastarm auch unter Volllast horizontal verstellbar ist. Die HebebĂścke heben und senken die Fahrzeuge mit Geschwindigkeiten von 295 mm/min. Die geringe Hub- bzw. Senkgeschwindigkeit erlaubt den kurzzeitigen Aufenthalt von Personen unter der sich hebenden bzw. senkenden Last fĂźr spezielle Wartungs- oder Reparaturarbeiten gemäĂ&#x; den Sicherheitsaspekten der DIN EN 1493. Die Gleichlaufregelung beträgt plus/minus 2 Millimeter, das heiĂ&#x;t

alle 16 HebebĂścke regeln den Hub- bzw. Senkvorgang in einem Toleranzbereich von nur vier Millimetern. FĂźr ein ergonomisches Arbeiten kann die HubhĂśhe flexibel bis zur MaximalhĂśhe von 2.800 Millimetern genutzt werden. Diverse Adapter bieten vielfältige MĂśglichkeiten zum Anheben unterschiedlicher Fahrzeugtypen. An den federbelasteten Schienenfahrwerken befindet sich eine Umgreifeinheit. Das mechanische Design und die AuĂ&#x;engeometrie der HebebĂścke gewährleisten laut Hersteller, dass keine stĂśrenden Konturen durch Versteifungselemente im Gleisund Zugbereich vorhanden sind.

Die Energieversorgung der HebebĂścke erfolgt Ăźber die Gleisgrube. Bilder: Pfaff Verkehrstechnik

Hebt die Standards und setzt neue MaĂ&#x;stäbe CXTÂŽ NEO und TRUCONNECTÂŽ erhĂśhen Wirtschaftlichkeit und Komfort im Lasten-Handling: Auf Hochleistung jahrzehnte lang vertrauen. Ergonomische Bedienbarkeit, präzise Lasten-Positionierung und stufenlose Steuerung aller Antriebe des Krans erhĂśhen GLH(IÂż]LHQ],KUHU$EOlXIH'LH)UHTXHQ]XPULFKWHU7HFKQLN schĂźtzt noch besser vor VerschleiĂ&#x; und Belastung.

Die etablierte Internetanwendung ABS-Lock Book steht Nutzern zukßnftig als eigenständige App fßr iPhones und Android-Mobiltelefone zur Verfßgung. Bild: ABS Safety

'XUFK7UDQVSDUHQ]JHZLQQHQ So erkennen Sie Optimierungspotenzial oder WartungsbeGDUIXPJHKHQG'HU758&211(&7ÂŽ5HPRWH6HUYLFHHUIDVVW DOOH%HWULHEVGDWHQLP.XQGHQSRUWDO\RXU.21(&5$1(6 ZHUGHQ1XW]XQJVPLW,QVWDQGKDOWXQJVGDWHQYHUNQÂ SIWÂą jederzeit fĂźr Sie abrufbar.

konecranes.de

Insgesamt drei WLAN-AccessPoints unterhalb des Hallendachs mit jeweils drei zusätzlichen Antennenverstärkern spannen im Hallenbereich ein gleichmäĂ&#x;ig starkes WLAN-Netz auf. Jeder Hebebock ist mit einer Antenne zum Empfang des WLANSteuersignals des Hauptschranks ausgerĂźstet. Die flexible Positionierung des Steuerpults am je-

weiligen Hebebock, also direkt am Einsatzort, erhĂśht die Sicherheit bei den Instandhaltungsarbeiten. Dabei ist das Sicherheitsniveau der Ăźber WLAN-gesteuerten Anlage identisch mit den kabelgebundenen Systemen, betont der Hersteller und verweist darauf, dass die Anlage der DIN EN 1493, einer europäischen Norm fĂźr Fahrzeug-HebebĂźhnen mit einer oder mehreren Hubeinheiten zum vollständigen Anheben von Fahrzeugen, um diese zu untersuchen und an ihnen zu arbeiten, entspricht. Die gesamte Hebebockanlage wurde in zwei Wochen aufgebaut und konfiguriert. Die Dimensionierung der Halle einschlieĂ&#x;lich Gleisen, Hebebockanlage und Steuerung erlaubt die einfache Erweiterung um bis zu acht zusätzliche HebebĂścke, um zukĂźnftig noch längere TriebzĂźge beziehungsweise solche mit einer anderen Wagenkastenunterteilung warten zu kĂśnnen. www.pfaff-silberblau.com


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Herunterfallendes Werkzeug ist gefährlich Magnetische Befestigungslösungen fixieren Werkzeug und Kleinteile Verloren gegangene oder heruntergefallene Werkzeuge und Kleinteile sind bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten ein Risiko. Sie können zu Personenschäden, aber auch zu Defekten und Schäden an Produkten, Anlagen und Maschinen führen. Einfache Hilfsmittel wie magnetische Befestigungslösungen minimieren diese Gefahr, denn durch spezielle Haftpunkte kann beispielsweise das Werkzeug an Metalloberflächen geheftet werden, sodass ein Herunterfallen verhindert wird. Passende Werkzeugschalen und Magnetteller funktionieren nach demselben Prinzip. Monteure, Instandhalter und Servicetechniker brauchen für ihre Arbeiten Werkzeuge und diverse Kleinteile wie zum Beispiel

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Befestigungselemente. Die Aufbewahrung während des Arbeitsvorgangs ist jedoch nicht immer einfach. „Hammer, Zange, Schraubenschlüssel, Nägel oder Schrauben werden häufig direkt nacheinander benötigt und sollten daher möglichst zügig zur Hand sein“, weiß Axel Bartsch, Geschäftsführer der Magna-C GmbH. Er ergänzt: „Fehlt es an Möglichkeiten, sie kurz zwischenzulagern, müssen einige Teile eventuell auch außerhalb der Griffweite abgelegt werden. Dies kann einen Installations- oder Reparaturvorgang durchaus verzögern.“ Bei Arbeiten in erhöhter Position, beispielsweise auf einer Leiter oder einem Gerüst, besteht zudem das große Risiko, dass ungünstig abgelegte Teile abrutschen oder versehentlich hinuntergestoßen werden. Dabei können unten stehende Personen getroffen und schwer verletzt werden. Um derartige Unfälle zu vermeiden und ein effizientes Arbeiten sicherzustellen, können z.B. Befestigungslösungen von Magna-C eingesetzt werden. Diese magnetischen Haftpunkte eignen sich beispielsweise zur Fixierung von Werkzeugen oder Schrauben an metallischen Oberflächen wie Metallwänden, Maschinengehäusen und Gerüsten. „Der Vorteil gegenüber anderen Hilfsmitteln besteht darin, dass das Werkzeug nicht geklemmt oder an einen Haken gehängt werden muss“, erklärt Bartsch. „Stattdessen wird es einfach mittels Magnetkraft an den Haftpunkt geheftet, der wiederum an einer günstigen, ebenen Oberfläche aus Metall hält.“ Für das Anbringen des Haftpunkts selbst muss weder gebohrt und geschraubt noch geklebt werden. Er lässt sich somit jederzeit wieder abnehmen und einfach versetzen. Robuste Magnete, die mit Gummi ummantelt und durch ein verzinktes U-Profil aus Stahl geschützt sind, sorgen laut Hersteller für die Langlebigkeit. Aufgrund der großen Haltekraft würden auch schwere Werkzeuge wie Rohrzangen nicht abrutschen, betont der Hersteller. Durch die Eigenhöhe der Magnete von 23,5 Millimetern besteht zudem Raum für voluminöse Werkzeuggriffe. Besonders praktisch sind die Haftpunkte direkt an Maschinen: „An modernen Anlagen benötigen Techniker zur Einstellung und Justierung mittlerweile keinen kompletten Werkzeugkoffer mehr, sondern nur noch einige wenige Werkzeuge“, so Bartsch. Er erklärt: „Mit den magnetischen Haftpunkten kann der Werker nun

alle notwendigen Gerätschaften wie Inbus- und Maulschlüssel immer an einer optimalen Stelle an der Maschine griffbereit haben.“ Sollen mehr Werkzeuge und Kleinteile sicher fixiert werden, empfehlen sich Magnetteller und -schalen. Wie die Haftpunkte können auch sie beispielsweise von Maschine zu Maschine mitwandern. „Darin sind Kleinteile ebenfalls jederzeit sicher verwahrt und griffbereit - und zwar selbst dann, wenn die Schalen und Teller samt Inhalt kopfüber hängen“, betont Bartsch und verdeutlicht: „Sie bleiben auch dann im Behältnis,

Kleinteile sind sicher verwahrt und griffbereit - selbst wenn sie kopfüber hängen.

Magnetische Haftpunkte etwa eignen sich zur Fixierung von Werkzeugen oder Schrauben an metallischen Oberflächen wie Metallwänden oder Maschinengehäusen. Bilder: Magna-C

wenn dieses von der Oberfläche abgenommen wird.“ Die Teller und Schalen sind in nicht rostendem, glänzendem Edelstahl ausgeführt und mit einer griffigen, gummierten Haftfläche versehen, um die Unterlage zu schonen. Magna-C hat verschiedene Formen und Abmessungen im Portfolio - zum Beispiel rund mit einem Durchmesser von 155 Millimetern und einer Tiefe von 50 Millimetern oder rechteckig mit 355 x 165 x 30 Millimetern. All diese Lösungen können ein Gewicht von mindestens zwei bis drei Kilogramm tragen. Magna-C hat jedoch auch Magnetlösungen entwickelt, um Werkzeug und Kleinteile direkt am Körper aufbewahren zu können: Die mobilen Kleinteilehalter für Latzhose, Gürtel und Oberarm sowie das Handkissen sorgen für ein besonders zügiges und ergonomisches Arbeiten, da ein Sich-Bücken oder -Verrenken etwa um Material wie Nägel, Schrauben oder Muttern aufzunehmen - entfällt. Die Kleinteilehalter „Latzhose“ und „Gürtel“ lassen sich an Latzhose, Jackentasche oder Gürtel

einhängen und klemmen. Das Kleinteilehandkissen besteht aus einer rostfreien Stahlhaftfläche in einem robusten Kunststoffgehäuse und einem Klettarmband. Mit seiner Hilfe können Kleinteile wie Schrauben, Muttern, Nägel oder Scheiben griffbereit am Handrücken befestigt werden. Der Halter „Oberarm“ eignet sich laut Hersteller besonders gut für größere Werkzeuge wie Zangen oder Maulschlüssel und lässt sich dank Klettverschluss an jede Armstärke anpassen. www.magna-c.com

Der Halter „Oberarm“ eignet sich besonders gut für größere Werkzeuge.

TRBS-konforme Leitern für ruhiges Gewissen Krause stellte auf der A+A gleich mehrere Produktneuheiten in diesem Bereich vor Die Änderungen der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 2121-2) stellen gewerbliche Nutzer von Leitern vor neue Herausforderungen. Für viele Steigtechnik-Anwender sorgen diese neuen Regeln für einige Verwirrung und in der Tat ist auch einiges zu beachten. Wird die Leiter als Arbeitsplatz genutzt, darf diese laut der seit Ende 2018 geltenden TRBS 21212 nur noch bei Stand des Anwenders auf einer Stufe oder Plattform zum Einsatz kommen. Sprossen sind nur noch zum Erreichen höher gelegener Arbeitsplätze und somit als Verkehrsweg zugelassen. Auch die Standhöhen und Arbeitszeit pro Schicht sind zu beachten. Krause bietet, um diesen Anforderungen gerecht zu werden, die TRBS-konformen Leitern aus der Serie Stabilo +S an. Die als Anlege-, Schiebe-, Mehroder Vielzweckleiter erhältlichen Leitern können sowohl als Verkehrsweg (Aufstieg zu einem höheren Arbeitsplatz mit Verlassen der Leiter), als auch als Arbeitsplatz (Ausführung einer Tätigkeit auf der Leiter stehend) eingesetzt werden. Speziell zur „Neuen Norm DIN EN 131“ wurde die Trigon-Traverse entwickelt. Sie ermöglicht seit der Normänderung in 2018 weiterhin die normkonforme Nutzung des

Die Stabilo +S ist Arbeitsplatz und Verkehrsweg in einem. Bild: Krause

entnehmbaren Leiternteils von Schiebe- und Vielzweckleitern ein Alleinstellungsmerkmal, das in dieser Form laut Hersteller nur bei Krause-Leitern zu finden ist und auch in den neuen Leitern der Stabilo +S Serie zum Einsatz kommt. Der genannte Hersteller bietet auch Sonderlösungen an, z.B. um eine Maschine zu erreichen, als fahrbare Arbeitsbühne, mit fester Höhe oder mit akkubetriebener

Höhenverstellung, falls die bisherige Leiter aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr infrage kommt, beispeislweise weil schwere Güter transportiert werden müssen oder der Arbeitsplatz einer Leiter nicht mehr ausreicht. Die speziellen Konstruktionen werden an die Gegebenheiten vor Ort angepasst und können in bestehende Produktionsprozesse integriert werden. www.krause-systems.de


ZULIEFERTEILE

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Die mögen es wirklich heiß … Neue Silikonschläuche für Anwendungen in extremen Umgebungen Parker Hannifin bietet nun eine Silikonschlauchserie für den Einsatz im Thermal-Management-Anwendungen an. Die Schläuche der Serie 6722 X-Treme eignen sich, so der Hersteller, beispielsweise für Leitung, Konvektion, Kondensation und Strahlung - also für alle Prozesse, die zur Erhöhung, Aufrechterhaltung oder Senkung der Temperatur eines Systems oder einer Komponente dienen. Die extrudierten Silikonschläuche erfüllen die SAE J20 R3 Klasse ASpezifikation. Sie eignen sich damit für eine Vielzahl von Kühlflüssigkeiten und halten laut Hersteller Parker Hannifin beispielsweise Belastungen durch Ozon und UV-Strahlung besser stand als andere Materialien. Die 6722er-Serie ist zudem chemikalien- und oxidationsbeständig und bewahrt ihre Stabilität auch bei extremen Betriebs-

temperaturen. Ihr Temperatureinsatzbereich liegt zwischen minus 54 Grad Celsius und plus 177 Grad Celsius, sodass die Schläuche u.a. auch in Motorräumen problemlos eingesetzt werden können. Nach Herstellerangaben ein weiterer Vorteil: Die Schläuche bleiben über lange Zeit flexibel und elastisch, was das Risiko von Rissbildung, Aushärtung oder Trockenfäule reduziert. Und diese Flexi-

bilität erleichtere auch die Installation, vor allem in engen Räumen und um Hindernisse herum. Darüber hinaus bieten die neuen Silikonschläuche, wie der Hersteller betont, eine gute Schallund Vibrationsdämpfung. Alle diese Vorteile tragen nach Entwicklerangaben in der Summe zu einer verlängerten Lebensdauer bei, sichern die Leistung von Stromkreisen und Geräten und senken außerdem die Kosten für

Die Silikonschläuche können laut Hersteller nicht nur in einer Vielzahl an industriellen Anwendungen verwendet werden, sondern eignen sich auch für den Einsatz in Lkws, Bussen oder Motoren bzw. anderen Anwendungen, bei denen ein hocheffizienter Kühl-/Heizkreislauf erforderlich ist. Sie verfügen zudem über alle erforderlichen Eigenschaften für eine Vielzahl von Industrieanwendungen, bei denen die Temperaturbeständigkeit herkömmlicher Gummischläuche nicht ausreicht. Bild: Parker

Wartung, Ausfallzeiten, Garantie und Logistik. www.parker.com

Dichtungen in Multilayertechnologie lösen Dichtungsprobleme in einem Chemiebetrieb Chemieanlagen sind aufgrund der zahlreichen Gesetze und Normen sowie klaren Vorgaben bei der Montage der Dichtungen ein sehr anspruchsvoller Anwendungsbereich; zumal das Schadenspotenzial einer chemischen Anlage enorm ist, wenn Dichtungen versagen. Um hier die passenden Lösungen parat zu haben, sind Expertenwissen und Erfahrung unabdingbar. So auch bei einem ganz konkreten Projekt in einer Chemieanlage. Das Anforderungsprofil war entsprechend anspruchsvoll. Das Dichtungsmaterial musste einerseits einem breiten Spektrum an Chemikalien standhalten, aber auch bis ca. 180 Grad Celsius temperaturbeständig sein. Notwendig war ferner eine hohe Witte-

rungs- und Alterungsbeständigkeit sowie Flammwidrigkeit. Deshalb wurde zunächst von den Verantwortlichen ein FKM-Werkstoff gewählt. Im Verlauf der Projektgespräche mit den Dichtungsspezialisten der Tec-Joint AG stellte sich allerdings heraus, dass die Anlagen von Zeit zu Zeit mit Heißwasserdampf gereinigt werden, was eine abbauende Wirkung auf die gewählte FKMDichtung hat und somit ein Risiko darstellt. Deshalb entwickelte Tec-Joint eine Multilayerlösung, die aus der Kombination der FKM-Dichtung mit zwei Lagen PTFE-Folien besteht. Diese wurde all den bereits genannten Anforderungen gerecht. Doch sie bietet noch mehr, denn die Lösung punktet unter

Die Tec-Joint AG aus der Schweiz ist eine Tochter des internationalen SchoopKonzerns und auf die Produktion und Weiterverarbeitung von Platten, Folien und Multilayern nach Kundenspezifikationen spezialisiert. Bild: Tec-Joint

anderem mit der Anti-Haftungswirkung des PTFE, sodass die Dichtungen im Fall der Revision einfach und unproblematisch vom Flansch zu lösen sind und

die Oberflächen bei der Demontage nicht beschädigt werden. www.tec-joint.ch

Schmutzabweisend und korrosionssicher

- kurz gefasst - eine einfache Form, um eine Tür auf sichere Weise zu verschließen. Der spezielle Schraubdeckel, den Emka nun entwickelt hat, beinhaltet einen Dichtring in der Außennut, der Schmutz und Feuchtigkeit vom Innern des Vorreibers fernhält. Diese Abdeckung erfüllt den Schutzgrad IP65 und verhindert außerdem das Eindringen von Strahlwasser. So kann der Vorreiber sogar mit einem Hoch-

Gehäuse, Mutter, Schraubdeckel und Betätigung sind aus Edelstahl V4A. Bilder: EMKA Beschlagteile

Der Schraubdeckel dichtet den Vorreiber zuverlässig gegen Schmutz ab.

druckreiniger gesäubert werden. Die Komponenten bestehen allesamt aus Edelstahl V4A mit der AISI 316 und sind damit besonders widerstandsfähig gegen Korrosion und chloridhaltige Medien. Die Abdeckung wird in das speziell eingebrachte Gewinde des Vorreibergehäuses eingeschraubt. Für den Verschluss sind verschiedene außen liegende Betätigungen in Dreikant-, Vierkant-

Info

Eine Tür im industriellen Schrankbau ist auf der einen Seite normalerweise über Scharniere am Türrahmen schwenkbar befestigt. Auf der anderen Seite gibt es einen Verschluss, der Türrahmen fasst. Dieser Verschluss wird Vorreiber genannt. Durch ein einfaches Drehen der Betätigung des Vorreibers oder mithilfe eines verbauten Schließzylinders erfolgt eine Betätigung der schrankinnenseitigen Verschlusszunge. Vorreiber sind also

und Sechskantform verfügbar. Vierkant-Betä ti gun gen sind als Bahn sowohl mit als auch ohne Außensteg erhältlich. Alle innen liegenden Betätigungen sind für eine Anwendung mit Schraubdeckel nicht einsetzbar. www.emka.com

auswählen berechnen anfragen informieren

In Zusammenarbeit mit einem Kunden hat EMKA Beschlagteile nun einen neuen Verschluss mit Schraubdeckel entwickelt. Er verhindert, dass sich Schmutz, Sand und kleine Steine im Vorreiber festsetzen. Auch materialschädliche Feuchtigkeit bleibt außen vor. Die Edelstahlkonstruktion verhindert zusätzlich das Eintreten aggressiver Korrosion.

federnshop.com

Neue Verschlüsse mit Schraubdeckel für im Boden angebrachte Klappen und Türen


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MESSEN & EVENTS

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Februar 2020: Maintenance Dortmund

Jubiläumsausgabe der SPS

Wichtigste Instandhaltungsmesse im ersten Halbjahr - B&I wieder mit Messezeitung dabei

Zum 30. startet die Messe mit neuem Namen durch

Schraubenschlüssel und Schmierstoffe werden zwar auch in Zukunft gebraucht, aber es kommen neue, smarte Werkzeuge hinzu, die eine smarte Instandhaltung ermöglichen. Was heute schon technisch möglich ist, welche Auswirkungen diese technischen Innovationen auf die Instandhaltungspraxis haben, das erfahren die Besucher der Instandhaltungsmesse Maintenance, die am 12. und 13. Februar 2020 in Dortmund stattfindet. B&I begleitet die Messe in der kommenden Ausgabe in gewohnter Weise wieder mit einem ausführlichen Messe-Sonderteil.

Aus der SPS IPC Drives wird die SPS - Smart Production Solutions. Am Konzept und der inhaltlichen Ausrichtung wird aber nicht grundsätzlich gerüttelt - und dazu gäbe es auch keinen Grund: Immerhin werden rund 1.650 Anbieter von Automatisierungstechnik aus aller Welt vom 26. - 28. November 2019 als Aussteller in Nürnberg erwartet.

In nicht allzu ferner Zukunft wird der Großteil der Instandhalter unter anderem mit AugmentedReality-Werkzeugen wie AR-Brillen durch Inspektionsprozesse geführt - und das, wenn es sein muss, sogar weltweit. Außerdem wird in den meisten Unternehmen die Auswertung der von den Maschinenkomponenten gesammelten Betriebsdaten klare Vorhersagen zur Restlebensdauer liefern - und gegebenenfalls zu einem Austausch von bestimmten Komponenten auffordern -, noch bevor diese ausfallen und zu einem ungeplanten Stillstand einer Maschine oder Anlage führen. Zu vielen komplexen Anlagen wird es auch einen digitalen Zwilling geben, der alle instandhaltungsrelevanten Daten enthält und der beispielsweise bei der Identifikation von Ausfallursachen und beim Bestellen von Ersatzteilen unter die Arme greift. Dies sind nur einige Themen, die auf der Instandhaltungsfachmesse in Dortmund eine Rolle spielen

Die Digitalisierung hat einen enormen Einfluss auf die Automatisierungsbranche. Zahlreiche Aussteller zeigen daher auf der SPS Smart Production Solutions ihre Lösungsansätze, aber auch diverse Produkte und Applikationsbeispiele zur digitalen Transformation. Auch IT-Anbieter sind vermehrt auf dieser Messe vertreten, wobei die IT-Themen fokussiert im Verbund

werden - und zwar sowohl bei den Ausstellern als auch im begleitenden Rahmenprogramm. Geplant sind hierbei Vorträge auf den Science- und Solution-CenterBühnen, Diskussionsrunden und geführte Messerundgänge. Außerdem können die Besucher an „Guided Tours“ zu den aktuellen Themen „Data Analytics in der Instandhaltung“ und „Mobile Assistenzsysteme“ teilnehmen.

Zeitgleich: Pumps & Valves Bei der Planung des Rahmenprogramms arbeitet der Messeveranstalter mit Experten aus Instituten und Verbänden zusammen - zum Beispiel mit dem Fraunhofer IML, dem FIR der RWTH Aachen und dem VDI. Man darf also gespannt sein. Übrigens können sich Besucher schon heute den kostenfreien Eintritt zur Messe sichern. Wer einen Besuch der Messe plant, gibt bei

der Onlineregistrierung den Gutschein-Code 2507 ein und erhält daraufhin ein kostenloses Ticket. Gespannt sein können die Leser der B&I auch auf die Ausgabe 1/2020, denn in der darin beiliegenden Messezeitung werden bereits zahlreiche Produkte, Lösungen und Technologien vorgestellt, die auf der Instandhaltungsmesse zu sehen sein werden. Parallel zur Maintenance findet in Dortmund die Pumps & Valves statt. Die zum dritten Mal stattfindende Messe unterscheidet sich von anderen Messen dadurch, dass sie sich auf zwei zentrale Produktbereiche der Energie- und Prozesstechnik konzentriert. Maria Soloveva dazu: „Dass eine Veranstaltung Pumpen- und Armaturentechnik unter einem Dach vereint und dabei sehr nah an den Anwenderbranchen bleibt, ist einzigartig.“ Mit einer Eintrittskarte ist der Besuch beider Messen möglich. www.maintenance-dortmund.de (Gutschein-Code 2507 nutzen)

mit den Automatisierern dargeboten werden. Einblicke in spezielle Themen und die Möglichkeit, sich von Anbietern zu individuellen Anforderungen beraten zu lassen, gibt es auf den Gemeinschaftsständen „Automation meets IT” in Halle 6 sowie vom „AMA Zentrum für Sensorik, Mess- und Prüftechnik” in Halle 4A. www.sps-exhibition.com

Auf der SPS - Smart Production Solutions, der Fachmesse für die smarte und digitale Automatisierung, stehen aktuelle Produkte und Lösungen der industriellen Automation, aber auch richtungsweisende Technologien der Zukunft im Fokus. Bild: Mesago / Mathias Kutt

SAVE THE DATE! 21.– 22.10.2020 Messe Stuttgart Launch-Partner

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 6, November 2019  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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