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Juni 2020 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

Spezialisten von Kärcher reinigen den Südturm des Berliner Doms. Seite 15

Wie Arburg die Zuganker von Spritzgießmaschinen verschraubt. Seite 24 Kostensenkung schnell und drastisch: Die Greengate AG deckt zehn Schwachstellen im konventionellen Ersatzteilmanagement auf. Bild: Falco auf Pixabay

TOP NEWS Aus FDBR, WVIS und SET wird VAIS Neuer Verband der Anlagenbauer und Industriedienstleister Seite 02 Bilfinger: Virtueller Industrieservice Mit Kunden in die „virtuelle Industrieanlage“ einsteigen Seite 06 Reparatur, Ersatz oder Upgrade? Was tun, wenn ein Scheibenläufermotor defekt ist Seite 09 Arbeitsschutz in Zeiten von Corona Vom Corona-Tracer bis zu Desinfektionssprühgeräten Seite 14

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring 17 Mess- & Überwachungstechnik

Digitaler Neustart im Lager Markante Einsparpotenziale verorten die Spezialisten von Greengate bei konventionell gemanagten Ersatzteillagern. „Das ist insofern erstaunlich, als man Ineffizienzen relativ einfach erkennen und auch ausmerzen kann“, betont Greengate-Vorstand Martin Gerwens. Eine neue Schwachstellenanalytik zeigt die zehn typischen Kostenfallen im Ersatzteillager auf. Problematisch ist laut Martin Gerwens die vermeintliche Irrelevanz der eigenen Lagerhaltung von Ersatzteilen: „Dafür verantwortlich ist das Mindset zum Thema Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung von Ersatzteilen. Ersatzteile und Lager gelten immer noch als zwar ungeliebter, aber notwendiger Appendix des operativen Instandhaltungsgeschäfts.“ Diese Perspektive verkenne das Optimierungspotenzial, das sich bei Greengate in 20 Jahren Instandhaltungsanalyse vor allem beim Ersatzteilmanagement in produzierenden Umgebungen offenbart habe. Martin Gerwens erklärt vor diesem Erfahrungshorizont die Vorgehensweise: „Deswegen steigen wir mit der von jedem nachvollziehbaren 10-Punkte-Schwachstellenanalytik in unsere Roadmap zur Digitalisierung des Ersatzteilmanagements ein.“ Diese Roadmap zum digitalen Ersatzteilmanagement adressiert zwei Herausforderungen, nämlich eine optimale Verfügbarkeit von Ersatzteilen für eine hohe Anlagenverfügbarkeit bei gleichzeitiger Minimierung von Ineffizienzen. Sie ist, wie

Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

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Management & Technologie

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Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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Zulieferteile

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NEUE KRAFT FÜR IHRE MASCHINEN

Messen & Events

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Impressum

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· Herstellerunabhängig · Neuwertige Instandsetzung und Überholung Ihrer Generatoren – auch vor Ort · Neuer Antrieb für Ihre AC/DC-Elektromotoren

Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Greengate-Vorstand Martin Gerwens betont in Bezug auf die Lager: „Wir sprechen hier von sogenannten Low Hanging Fruits, also von einer Amortisation binnen Monaten. Danach wird Geld verdient“. Bilder: Greengate

die Experten von Greengate betonen, besonders für Unternehmen mit hohen Anlagenintensitäten, vollkontinuierlicher Produktion, intensiver Anlagenverkettung oder verteilten Infrastrukturen von Interesse. Der Greengate-Vorstand Gerwens führt weiter aus: „Wir hatten schon Kunden, die allein durch eine fundierte Volumenanpassung im Ersatzteillager über 1,2 Millionen Euro an gebundenem Kapital freischaufeln konnten. Und das in nur einem Jahr.“ Ein weiteres Unternehmen, von dem er berichtet, erzielte 80.000 Euro Einsparungen oder 15 Prozent des Bestandsvolumens in wenigen Monaten. „Kritische Faktoren wie Anlagenverfügbarkeit und Instandhaltungsaufwände sind noch nicht einmal verrechnet“, führt er weiter aus und ergänzt: „Wieder andere haben die vergleichsweise wenig aufwendige Digitalisierung des eigenen Ersatzteillagers als Startpunkt für die schrittweise Digitalisierung ihrer kompletten Infrastruktur und Betriebsmittel genutzt.“ Weiter auf Seite 11

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Mehr zum Thema unter bit.ly/247instabmr

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NACHRICHTEN

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Social Distancing in Produktionswerken

Gegenüber seinen Beschäftigten hat jeder Arbeitgeber laut Arbeitsschutzgesetz eine Schutz- und Fürsorgepflicht. Kurz gesagt bedeutet dies, dass er dafür sorgen muss, die Erkrankungsrisiken und Gesundheitsgefahren im Betrieb so gering wie möglich zu halten. Da diese Regelungen in Bezug auf die Pandemie nicht ausreichen, haben das Bundesministerium für

Arbeit und Soziales und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) im April den Arbeitsschutzstandard Covid 19 für Unternehmen erstellt. Hierin wird unter anderem ein Mindestabstand von 1,5 Metern definiert, der überall einzuhalten ist. Außerdem fordert der Arbeitsschutzstandard auf, Abläufe so zu organisieren, dass die Beschäftigten möglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben.

Das fängt bei der Anwesenheit an, geht über die Pausenregelungen und reicht bis zum Thema Homeoffice. Bei einem unvermeidlichen direkten Kontakt soll außerdem durch ergänzende Maßnahmen, wie Mund-Nase-Bedeckungen oder Schutzscheiben, Sicherheit hergestellt werden. Hierfür müssen ein Hygienekonzept umgesetzt und die Mitarbeiter entsprechend eingewiesen werden. Grundlage sind die Hygienemaßnahmen, wie

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sie im Codiv-19-Arbeitsschutzstandard beschrieben sind. Ergänzend sind die branchenspezifischen Hilfestellungen zu beachten. Diese finden sich online bei der DGUV (www.dguv.de) gelistet. Hier gibt es außerdem Broschüren, Informationsmaterialien und Plakate, die bei der Planung des Wiederhochfahrens in den Firmen unterstützen, denn nur mit Vorsicht schützen wir uns vor einer zweiten Welle. Volker Zwick

Aus FDBR, WVIS und SET wird VAIS

Führungswechsel bei der GIS

Verband der Anlagenbauer und Industriedienstleister mit neuem Namen und Inhalten

André Panné löst Dr. Ansgar Niehof als Geschäftsführer ab

Im Zuge der Neuausrichtung des Fachverbands Dampfkessel-, Behälter- und Rohrleitungsbau e.V. (FDBR), des Wirtschaftsverbands für Industrieservice e.V. (WVIS) und des Wirtschaftsverbands Anlagenbau und Industrieservice e.V. (SET) haben die Mitglieder nun einen neuen Verbandsnamen gewählt. Der zuletzt unter dem Namen SET agierende Verbändeverbund tritt ab sofort als VAIS Verband für Anlagentechnik und Industrieservice e.V. auf. Fünf neue Fachbereiche bilden nun die Kernthemen der Branchen ab.

Der bisherige GIS-Geschäftsführer Dr. Niehof verantwortete als Mitglied der Geschäftsführung seit 2012 den Aufbau des Unternehmensbereichs Industrie, betrieb die Integration der GIS in die Robur und akquirierte Neugeschäft im Bereich Enterprise Asset Management im In- und Ausland. Dr. Niehof wird sich nun neuen Aufgaben außerhalb der Robur widmen.

Der VAIS Verband repräsentiert mit mehr als 700.000 Mitarbeitern und einem Geschäftsvolumen von 65 Milliarden Euro einen bedeutenden Wirtschaftsbereich in Deutschland. Er versteht sich als Fach- und Wirtschaftsverband zur Förderung und Vertretung der fachlichen und wirtschaftlichen Belange seiner Mitglieder. In der Onlineversammlung am 7. Mai 2020 stimmten die Mitglieder unter anderem über die Aufstellung neuer Fachbereiche für

Nachfolger des bisherigen GIS-Geschäftsführers Dr. Nierhof ist seit dem 1. Mai 2020 André Panné, der den Bereich Industrie vor allem in Richtung Industrie 4.0 und Digitalisierung ausbauen will. André Panné zeichnen mehr als 25 Jahre Führungsverantwortung in der Unternehmensberatung und im Interimsmanagement für Unternehmen der ITK Industrie aus. Desgleichen gehören umfassende Managementerfahrung in internationalen Konzernen und in Startups in den Bereichen Geschäftsführung, Digitalisierung und Digitale Transformation, Innovationsmanagement, Strategieentwicklung sowie Projektmanagement zu seinem Portfolio. Er freut sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben: „Sehr gerne nehme ich die Herausforderung an, die Zukunft der GIS gemeinsam mit Bernd Heselmann zu moderieren und mit dem Team aktiv zu gestalten. Das Thema Enterprise Asset Management ist eine Schlüsselfunktion für die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft und die GIS ist mit ihrer

Dr. Lothar Meier von Infraserv Höchst, der als Vorsitzender des WVIS in der Vergangenheit aktiv war und nun ebenfalls im Vorstand des VAIS aktiv ist, sieht im Verband nun eine effektive Möglichkeit, die „Anliegen, aber auch die Lösungsangebote unserer Mitglieder nachhaltig in der Wirtschaft und gegenüber politischen Entscheidungsträgern adressieren zu können”. Bild: Infraserv

die interne und externe Arbeit des neuen Verbandes ab.

Fünf neue Fachbereiche Die neuen Fachbereiche bilden mit ihren Schwerpunkten „Anlagenbau & Komponenten“, „Industrie- & Anlagenservice“, „Digitalisierung & Künstliche Intelligenz“, „Neue Technologien & Umwelt“ sowie „Wirtschaftspolitik & Imageförderung“ die Kernthemen der Branche ab. Insbesondere für den neu eingerichteten Fachbereich „Wirtschaftspolitik und Imageförderung“ hat Dr. Lothar Meier klare Vorstellungen: „Wir benötigen ein effizientes Netzwerk innerhalb der serviceorientierten Zielbranchen und qualifizierte Kontakte nach Berlin, um die Bedeutung unserer Branche für die deutsche Industrie zu verdeutlichen und die Anliegen, aber auch die Lösungsangebote unserer Mitglieder nachhaltig in der Wirtschaft und gegenüber politischen Entscheidungsträgern adressieren zu können.“ Den Vorstandsvorsitz übernimmt Jörg Klasen (Standardkessel Baumgarte Holding GmbH), der bereits seit 2013 das Verbandsgeschehen als Vorsitzender für den FDBR verantwortete und ge-

meinsam mit Dr. Lothar Meier (Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, vormals WVIS) und Klaus Dieter Rennert (Hitachi Power Europe GmbH, vormals SET) die Fusion umsetzte. Dr. Lothar Meier wurde im April vom derzeit 14-köpfigen Vorstand zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Als Schatzmeister wurde Niklas Wiegand (Bilfinger SE) bestimmt. Die neue Webseite des VAIS ist in Vorbereitung. www.wvis.eu www.fdbr.de www.set-online.de

VAIS-Vorstandsvorsitzender Jörg Klasen geht davon aus, dass nach der Zuordnung der Mitgliedsunternehmen zu den neuen Fachbereichen bereits vor der Sommerpause die Arbeit an den neuen Themen beginnen kann. Bild: SET

Wir betreuen als Spezialist für Instandhaltungslösungen, Serviceprojekte jeder Komplexität – inkl. der Installation, die laufende Anlagenüberwachung bis hin zur Datenanalyse, Reparatur und Optimierung einzelner Komponenten. Off-Highway Powertrain Services sind unser Metier. www.powertrain-services.de

Erfahrung und ihrem Portfolio somit Türöffner für die Industrie 4.0.“ www.gis-systemhaus.de www.robur-industry-service.com

Leadec übernimmt IVG Göhringer IVG Göhringer ist auf Messtechnik spezialisiert. Seit dem 1. Juni 2020 gehört das Unternehmen nun zu

WORAUF SIE SICH VERLASSEN KÖNNEN AUS LEIDENSCHAFT FÜR PERFEKTEN POWERTRAIN SERVICE

Bezugnehmend auf die aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Krise betont das neue Mitglied der GIS-Geschäftsführung André Panné: „Wir können alle aus dieser Not eine Tugend machen und interne Optimierungsprojekte angehen. Welche Maßnahmen zur Prozessoptimierung oder Effizienzsteigerung lassen sich jetzt vorbereiten? Wo könnte Digitalisierung oder Automatisierung helfen? Welche seit Langem liegen gebliebenen Projektideen können jetzt begonnen werden?“ Bild: GIS

Leadec. Mit der Übernahme verstärkt der Industriedienstleister seine technische Kompetenz im Bereich Predictive Maintenance. Der Messtechnikspezialist ergänzt das Portfolio von Leadec um professionelle Dienstleistungen wie Prüfungen, Abnahmemessungen vor Ort bis hin zu Schulungen der Instandhaltungsmitarbeiter und vertreibt Messgeräte zur Fehlersuche in Produktionsanlagen. „IVG Göhringer vereint HardwareVertrieb und tiefes Expertenwissen über industrielle Netzwerke und Feldbussysteme. Beides ist sehr wertvoll, um unser Angebot rund um Predictive Maintenance voranzutreiben“, kommentiert Markus Glaser-Gallion, CEO von Leadec, den Zukauf. www.leadec-services.de


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W I R D D I G I TA L

Servparc in diesem Jahr als digitales Event Spannende Vorträge an beiden „Messetagen” - Teilnahme kostenfrei möglich Die Servparc versteht sich als der Hotspot für Zukunftstrends in Facility Management, Industrieservice und IT. Aus gegebenem Anlass wird die Servparc in diesem Jahr aber nicht vor Ort in Frankfurt, sondern als digitales Event stattfinden. An der Brisanz und der Aktualität der Themen, die in den zahlreichen Vorträgen diskutiert werden, ändert dies natürlich nichts. Dabei stellt das Vortragsprogramm die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in den Fokus und zeigt praktische Lösungswege auf. Die Servparc wird auch in diesem Jahr als Treffpunkt für Experten und Fachkräfte aus Facility- und

Gebäudemanagement fungieren diesmal in digitaler Form. Die Onlineveranstaltung ermöglicht

Anbietern und Anwendern, ihr Fachwissen sowie ihr berufliches Netzwerk zu erweitern.

Das zweitägige Vortragsprogramm wird wie bereits 2019 von René Travnicek moderiert und besteht aus Podiumsdiskussionen im Studio sowie Fachvorträgen als Liveübertragung.

Digitale Veranstaltung Zu den Highlights gehören u.a. ein moderiertes Gespräch mit Zukunftsforscher Tristan Horx zum

Vorträge - Timetable für den 17. Juni Begrüßung durch René Travnicek

10:15 - 10:35 Uhr

Covid19: Auswirkungen auf die FM-Branche und Ausblick auf die Post-Corona-Zeit Jörg Hossenfelder und Thomas Ball, beide Lünendonk & Hossenfelder GmbH

11:05 - 11:35 Uhr 11:35 - 11:55 Uhr

Covid 19 Pandemie - Krise oder Chance für das Facility Management? Entwicklung einer Krisen-Strategie für das Facility Management Dr. Georg Wiesinger, BPE Dr. Wiesinger GmbH Betreiberverantwortung: Angewandtes Krisenmanagement im FM Wolfgang Inderwies, IndeConsult Covid19 - FM-Krisenmanagement am Beispiel des Universtitätsspitals Zürich Karin Schaad, Universitätsspital Zürich

11:55 - 12:00 Uhr

Zwischenmoderation

12:00 - 12:30 Uhr

Moderiertes Gespräch „Die Welt nach Corona” mit Tristan Horx (Zukunftsinstitut)

12:30 - 13:30 Uhr

Pause

13:30 - 13:45 Uhr

Anmoderation Nachmittag: Sportlicher Start in den Nachmittag

13:45 - 14:15 Uhr 14:15 - 14:45 Uhr

14:45 - 15:45 Uhr 14:55 - 15:15 Uhr 15:15 - 15:45 Uhr 15:45 - 16:00 Uhr 16:00 - 16:15 Uhr 16:15 - 16:30 Uhr 16:30 - 17:00 Uhr

Ab 17:00 Uhr

Thema „Die Welt nach Corona“ (17.06., 12:00 Uhr) und eine Keynote von Dr. Udo Bohdal-Spiegelhoff, Deloitte, zum Thema „Resiliente Führung in unsicheren Zeiten“ (18.06., 12:00 Uhr). Auch der Vortrag „(Weg-)Gehackt: Warum ITSicherheit nicht nur von IT abhängig ist“ (17.06., 15:15 Uhr) von Philipp Kalweit, Kalweit ITS - er steht auf der Forbes „under 30“-Liste -, verspricht spannend zu werden.

Keynotes, Vorträge und Diskussionen Alle Programmpunkte sind interaktiv gestaltet und bieten die Möglichkeit, Fragen zu stellen, an Abstimmungen teilzunehmen oder sich per Videochat einer Podiumsdiskussion zuzuschalten. Abgerundet wird das Event von einer digitalen Abendveranstaltung am Mittwoch.

Interaktiv

10:00 - 10:15 Uhr

10:35 - 11:05 Uhr

JJuni 2020

Nachhaltigkeit Zukunft lernen aus Corona - Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften voranbringen! Prof. Dr. Peter Hennicke, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH Diskussionsrunde: Chancen der Covid19 Pandemie für den Klimaschutz Prof. Dr. Peter Hennicke, Wuppertal Institut Thomas Häusser, Drees & Sommer Andreas Blassy, Caverion Moderation: René Travnicek Digitalisierung Moderiertes Gespräch „Digitalisierung im FM“ mit Prof. Dr. Joachim Hohmann, TU Kaiserslautern digital done differently - Wie neue Technologien die Branche verändern Rita Marie Roland und Bala Nagaraj, beide PricewaterhouseCoopers GmbH (Weg)gehackt: Warum IT-Sicherheit nicht nur von IT abhängig ist Philipp Kalweit (Kalweit ITS, steht auf der Forbes „under 30“-Liste) Kaffeepause/Zwischenmoderation Workplace Workspace as a Service - Nutzen statt besitzen in der modernen Arbeitswelt Dr. Andreas Meister, VRP Move Consultants AG, Basel New Work erleben - Die neue Jochen Schweizer / mydays Erlebniswelt Axel Praus, ww workingwell GmbH Diskussionsrunde: Chancen und Herausforderungen für das Facility Management von Büroflächen Axel Praus (ww workingwell GmbH), Dr. Andreas Meister (VRP Move Consultants AG, Basel) und Dr. Georg Wiesinger (BPE Dr. Wiesinger GmbH) Networking Hour Stand: 26.05., Änderungen vorbehalten

Getreu dem Motto „Networking next Level” können Teilnehmer darüber hinaus während der gesamten Veranstaltungsdauer über die Matchmaking-Funktion des digitalen Eventtools miteinander in Kontakt treten. Dies ist sowohl für Teilnehmer untereinander als auch mit Referenten und Vertretern von Anbieterunternehmen möglich.

Kostenfreie Teilnahme Eine Teilnahme an der digitalen Servparc 2020 ist für Anwender kostenfrei. Anbieter können sich u.a. in Form eines digitalen Ausstellerprofils, mit dem Sponsoring einzelner Programmpunkte oder durch die Bereitstellung einer Präsentation „on demand“ an der Veranstaltung beteiligen.

Einfache Anmeldung Die vollständige Agenda sowie weitere Informationen zum Ablauf und zur Registrierung stehen auf der Veranstaltungswebsite (siehe unten) zur Verfügung.

GEFMA unterstützt Servparc Der Branchenverband GEFMA unterstützt als ideeller Träger die Servparc, die von der Mesago Messe Frankfurt durchgeführt wird. Der Branchenverband GEFMA steht für einen Markt mit 134,28 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 4,75 Prozent. Übrigens: Die Servparc 2021 wird wie geplant vom 30.06. bis 01.07.2021 wieder in Frankfurt am Main stattfinden. www.gefma.de www.servparc.de


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So einfach melden Sie sich in wenigen Schritten zur digitalen Servparc an Um an der digitalen Veranstaltung teilnehmen zu können, ist ein onlinefähiges Endgerät mit Zugang zum Internet notwendig. Dies können ein klassischer Desktop-PC, ein Notebook, ein Tablet, ein Smartphone oder ein anderes Endgerät sein. Um den Sprechern folgen zu können, muss das Endgerät natürlich über Lautsprecher verfügen. Tipp: Mit einem Headset stören die Umgebungsgeräusche weniger und auch die Kollegen, die beispielsweise einen Vortrag nicht mitverfolgen möchten, sind nicht gestört. Für die Teilnahme am Event ist es außerdem zwingend notwendig, sich vorab anzumelden. Das geht einfach und ist in wenigen Schritten erledigt. Starten Sie dazu den Webbrowser und gehen Sie auf die Webseite der Veranstaltung www.servparc.de Scrollen Sie auf der Seite bis zur Schaltfläche „Jetzt registrieren” und klicken Sie diese an.

Verlief die Registrierung erfolgreich, wird dies im nachfolgenden Fenster noch einmal bestätigt.

10:00 - 10:10 Uhr

Begrüßung und Ausblick auf den zweiten Tag

10:10 - 10:30 Uhr

Gespräch mit Gremiumsmitgliedern

10:30 - 11:00 Uhr

Erfolgsfaktoren zur Führung der Generation Y und Z Volkan Öztürk, GROVV events

11:30 - 11:50 Uhr

Digitalisierung Moderiertes Gespräch „Digitalisierung im FM“ mit Prof. Dr. habil. Michael May, HTW Berlin Gesteigerte Portfolio-Performance durch Datendemokratisierung Tobias Decker, Building Minds Die 5 wichtigsten BIM bzw. BIM2FM-Anwendungsfälle unter die Lupe genommen - halten sie, was sie versprechen? Matthias Mosig, TÜV SÜD Advimo GmbH

11:50 - 12:00 Uhr

Zwischenmoderation

12:00 - 12:30 Uhr

Resiliente Führung in unsicheren Zeiten Dr. Udo Bohdal-Spiegelhoff, Deloitte Consulting GmbH

12:30 - 13:30 Uhr

Pause

13:30 - 13:45 Uhr

Anmoderation Nachmittag: Sportlicher Start in den Nachmittag

13:45 - 14:15 Uhr

Wird die Generation Z auch im Job zur Generation Greta? Kristina Bierer und Elisa Pietrasch, CLEVIS GmbH

14:15 - 14:45 Uhr Legen Sie hierzu ein Passwort an und geben Sie an, ob Sie sich selber oder eine andere Person anmelden. Zudem sind ein paar weitere Eingaben notwendig, wobei nur jene, die rot gekennzeichnet sind, obligatorisch sind. Außerdem müssen Sie einwilligen, dass diese Daten verwendet werden dürfen. Bestätigen Sie diese Eingaben mit „weiter”, geben Sie an, dass Sie sich als Teilnehmer registrieren und wählen Sie im nächsten Feld die Veranstaltung „Servparc” aus.

Bild: B&I

Vorträge - Timetable für den 18. Juni

11:00 - 11:10 Uhr 11:10 - 11:30 Uhr Auf der Website, die sich nun öffnet, haben Sie die Auswahlmöglichkeit zwischen „Neuer Kunde” und „Bereits Kunde”. Wenn Sie noch nie auf einer Konferenz oder Veranstaltung der Mesago waren, müssen Sie hier über „Neuer Kunde” ein Kundenkonto anlegen.

Außerdem bekommen Sie an die von Ihnen angegebene E-MailAdresse eine Bestätigung zugesandt. Die eigentlichen Zugangsdaten zum Onlineevent erhalten Sie in einer separaten E-Mail ca. 1 bis 2 Wochen vor der Veranstaltung über den Anbieter „Talque“. Tipp: Bei Fragen zur Registrierung unterstützt Mesago mit einem Telefonsupport unter 07 11/6 19 46-692.

14:45 - 15:15 Uhr 15:15 - 15:30 Uhr 15:30 - 16:15 Uhr

16:15 - 16.30 Uhr

Workplace How coronavirus is driving new workplaces and workforces Peter Ankerstjerne, JLL Die Zukunft ist flexibel - Ortsflexibles Arbeiten Tilman Naujoks, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO Kaffeepause/Zwischenmoderation Nachhaltigkeit Auf dem Weg zum CO2-neutralen Gebäudebetrieb - mit carbonFM Prof. Dr. Andrea Pelzeter, Hochschule fürWirtschaft und Recht Berlin Philipp Salzmann, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Diskussionsrunde Prof. Dr. Andrea Pelzeter, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Philipp Salzmann, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Kay-Uwe Steinke, Apleona HSG BS (Projektpartner) Daniel Stumpf, BIM Berliner Immobilienmanagement Verabschiedung und Ausklang

Stand: 26.05., Änderungen vorbehalten

Bestätigen Sie noch einmal Ihre Eingaben, akzeptieren Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und senden Sie dann die Registrierung ab.


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INDUSTRIESERVICE

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Jetzt punktet der virtuelle Industrieservice Wie Bilfinger mit Kunden den Einstieg in die „virtuelle Industrieanlage“ vollzieht Zum Schutz der Gesundheit schränken derzeit viele Betreiber von Industrieanlagen den Zugang zu ihren Anlagen ein, denn wenn weniger Menschen auf der Anlage unterwegs sind, ist das Risiko einer Ausbreitung des Corona-Virus geringer. Das Problem dabei: Viele dieser Anlagen stellen essenzielle Produkte des alltäglichen Gebrauchs her, zum Beispiel Kraftstoffe oder Chemikalien. Um den Betrieb ebendieser Industrieanlagen mit reduziertem Personal vor Ort zu gewährleisten, setzt Bilfinger auf zwei Lösungen im Rahmen eines virtuellen Industrieservices. Bilfinger fährt als Dienstleister derzeit zwei Strategien, um in der gegenwärtigen Situation einen reibungslosen Betrieb von Industrieanlagen sicherzustellen, nämlich einmal den sicheren Zugriff auf die Systeme zur Steuerung und Überwachung der Produktion von jedem internetfähigen Computer aus sowie die Zuschaltung von Experten an anderen Standorten für Wartungsaufgaben vor Ort per Augmented Reality respektive über eine AR-Brille. So setzt beispielsweise die Bilfinger Maintenance GmbH derartige AR-Brillen ein, wenn Spezialwissen für bestimmte Wartungsoder Reparaturaufgaben gefordert ist. Anstatt den Experten also auf die Reise an den anderen Standort zu schicken, kann er sich über eine Software mit einem bereits vor Ort befindlichen Kollegen verbinden. Trotz einer Entfernung kann der Spezialist so über die ARBrille des Kollegen vor Ort die An-

lage in Echtzeit sehen und sich mit ihm gleichzeitig telefonisch besprechen. Über einen Bildschirm kann er bei Bedarf sogar weitere Informationen zur Wartung oder Reparatur in das Sichtfeld des Kollegen einblenden, etwa technische Daten oder Herstellerhinweise. Besonders wichtig: Der Kollege vor Ort hat dabei die Hände frei und kann so die Reparatur oder Wartung ausführen.

Für schwierige Einsatzbedingungen In einem anderen Projekt in Polen konnte Bilfinger einem Mitarbeiter des Kunden auf der Anlage eine AR-Brille zur Verfügung stellen, um so virtuell Zutritt zu der Anlage zu erhalten. Ein tatsächliches Betreten der Anlage durch Bilfinger-Mitarbeiter war aufgrund der Pandemie kurzfristig nicht möglich.

„Mit AR-Brillen können wir Zeit sparen, Reisekosten senken und in der aktuellen Situation gesundheitliche Risiken mindern“, erklärt Jörg Stieglitz, Rollout Manager Digital Solutions bei der Bilfinger Maintenance GmbH, und ergänzt: „Je nach den individuellen Bedürfnissen der Kollegen oder Kunden stellen wir dafür die jeweils passende Hard- und Software zur Verfügung.“ Lösungen „von der Stange“ kommen hier nämlich schnell an ihre Grenzen, denn die rauen Umgebungsbedingungen in der Prozessindustrie stellen besonders hohe Anforderungen an die ARBrillen und die verwendete Software. So muss ein sicherer Einsatz gemäß den jeweils gültigen Standards gewährleistet sein, etwa in explosionsgefährdeten Bereichen einer Anlage. Und selbst bei lauten Hintergrundgeräuschen muss der Mitarbeiter vor Ort die

Analysesoftware von Bilfinger steigert die OEE, senkt den Energieverbrauch und erleichtert die Instandhaltung Mit Bilfinger Connected Asset Performance (BCAP) bieten die Spezialisten von Bilfinger Digital Next den Betreibern von Industrieanlagen eine modular aufgebaute Digitalisierungslösung. Im Kern handelt es sich dabei um eine cloudbasierte Plattform, auf der alle Daten aus den Bereichen Engineering, Betrieb und Instandhaltung einer Anlage zusammengeführt werden. Ab sofort wird im BCAP Solution Store die Analysesoftware Trendminer angeboten, die vielfältige Funktionalitäten zur Analyse von Daten integriert. Das BCAP Self-Service Analysetool von Trendminer ist, wie der Anbieter betont, eine umfassende und dennoch einfach zu bedienende Analyselösung für alle

Die Zuschaltung von Experten von anderen Standorten über Augmented Reality ist gerade in der jetzigen Situation ein Vorteil. Bilder: Bilfinger

AR-Brille noch durch Sprachsteuerung bedienen können. Vor diesem Hintergrund hat die Bilfinger Digital Next GmbH aus den Angeboten am Markt die am besten für den Industrieservice geeigneten ausgewählt. Die Digitaltochter des Konzerns hat die Fernwartung per AR-Brille in den letzten Jahren für Bilfinger entwickelt und erprobt. Mit der Übergabe an die Bilfinger Maintenance GmbH erfolgt nun der praktische Einsatz der Technologie bei der Fernwartung im Instandhaltungsgeschäft. „Unser Angebot entwickeln wir auch künftig fortlaufend weiter“, so Stieglitz. „Aufgrund der aktuell deutlich angestiegenen Nachfrage prüfen wir etwa gerade Möglichkeiten, wie eine solche Zuschaltung eines Experten aus der Ferne auch mit Standardsoftware und -geräten wie Kameras oder Smartphones funktionieren kann.“

nen die Kunden sich in die Anlagensysteme einloggen, als ob sie selbst vor Ort wären. „Im Prinzip ist das wie eine Art virtuelle Verlängerung des Kabels, mit dem der Rechner mit den ITSystemen der Anlagen verbunden ist“, erklärt Dunn und verdeutlicht: „Der Rechner kann dann so auf die Systeme zugreifen, als ob er tatsächlich mit einem physischen Kabel mit ihnen verbunden wäre.“ Das Team von Bilfinger Greylogix richtet diesen Zugriff für die Kunden ein und führt fortlaufend die erforderlichen Sicherheitsupdates durch. „Dabei hilft uns die Erfahrung im Industrieservice sehr: Wir kennen die Anlagen, Systeme und Anforderungen unserer Kunden oft bereits seit vielen Jahren“, so Dunn.

Sicherer Fernzugriff auf die IT-Systeme

Ein Praxisbeispiel zeigt auf, was möglich ist. Vor wenigen Wochen kam etwa ein bestehender Kunde der Bilfinger Greylogix in Hamburg auf Marvin Dunn zu und ließ einen Fernzugriff auf die Systeme einrichten. „So spart unser Kunde nicht nur Zeit, Aufwand und Kosten, sondern schützt auch die Gesundheit der Mitarbeiter. Kein Kollege muss nun mehr eigens ins Werk geschickt werden, um Zugriff auf die Produktionssysteme zu erhalten.“ Neben dem ortsunabhängigen Zugriff auf die Steuerungssysteme der Anlage bietet Bilfinger weitere Lösungen für eine virtuelle Anlage an: Auf Wunsch übernehmen die Experten auch die regelmäßige Überprüfung der Anlagendaten und informieren den Kunden, sollten Unregelmäßigkeiten auftreten. Außerdem kann die Bilfinger-Tochter nach eigenen Angaben mit Standorten in Deutschland, Österreich, Schweiz, den Niederlande und Russland die Aufzeichnung sowie Speicherung der Daten sicherstellen und die IT-Infrastruktur der Industrieanlagen modernisieren und warten. Schritt für Schritt lässt sich so die Anlage „virtualisieren“. www.bilfinger.com

Die Analysesoftware Trendminer ermöglicht unter anderem die schnelle und einfache Durchführung von Vor-Analysen, um die Entwicklung von Datenmodellen zur Produktivitätssteigerung und Betriebskostenoptimierung zu unterstützen.

Mitarbeiter, die in der Produktion tätig sind und den Prozess in der Anlage verantworten. BCAP integriert die verschiedenen Datenquellen, wodurch weitreichende Analysen, ein automatisches Monitoring und Alarmhinweise von kritischen Anlagenzuständen durch Trendminer ermöglicht werden.

Diese Analysemethoden verfügen über intuitive Funktionen wie z.B. Golden Batch, Root-Cause-Analysen, Anomaliedetektion etc. Insgesamt ermöglicht es die Software laut Entwickler, die Gesamtanlageneffektivität (OEE) zu steigern, den Energieverbrauch zu senken und notwendige Instandhaltungsmaßnahmen zu prognostizieren.

Eine weitere Lösung für den Anlagenbetrieb mit reduziertem Personal vor Ort bietet die Bilfinger Greylogix GmbH. Der Systemingenieur von Bilfinger Greylogix, Marvin Dunn, richtet Industriekunden einen direkten, verschlüsselten Zugriff auf ihre Systeme zur Steuerung und Überwachung ihrer Produktionsanlagen ein. Per Virtual-Private Network (VPN)-Verbindung kön-

NEUE KRAFT FÜR IHRE MASCHINEN Neuwertige Instandsetzung und Überholung Ihrer Generatoren – auch vor Ort · Komplette Projektabwicklung aus einer Hand · Professionelle und kompetente Ersatzteilversorgung

Neuer Antrieb für Ihre AC/DC-Elektromotoren · Vom Austausch defekter Komponenten bis hin zur kompletten Überholung Ihrer Elektromotoren

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Einstieg in die „virtuelle Anlage“


INDUSTRIESERVICE

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Drei Generationen - drei Firmen - eine Vision Wie aus einem kleinen Handwerksbetrieb die Uhlenbrock-Gruppe wurde Der Industrieservice- und Instandhaltungsdienstleister Uhlenbrock ist vielen in der Branche ein Begriff - doch das Unternehmen Uhlenbrock ist mehr als das. Mittlerweile gehören drei Firmen zur Gruppe. B&I sprach mit David Uhlenbrock, dem Enkel des Firmengründers Anton Uhlenbrock, über die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, seine Visionen für die Zukunft und über die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft. Los ging die Erfolgsgeschichte im Jahr 1954. Damals begann Anton Uhlenbrock in einer Scheune Maschinen zu reparieren - zuerst Landmaschinen und später dann Maschinen aus der Textilindustrie, die früher einmal das Münsterland prägte. Dies waren die Anfänge des Instandhaltungsunternehmens Anton Uhlenbrock, das heute mit dem Slogan „Die ganze Welt der Antriebstechnik“ für sich und seine Dienste wirbt. Was mit Antriebstechnik gemeint ist, zeigt sich, wenn man das moderne Besucherinformationszentrum in Steinfurt betritt: Im weitläufigen Empfang findet sich alles, was mit Antriebstechnik zu tun hat: Lager, Elektromotoren, Riemen, Steuerungstechnik sowie Werkzeuge und Maschinen. Insgesamt 180.000 verschiedene Cund Sonderteile bevorratet der Instandhaltungsspezialist, der unter dem Stichwort TSA, das als Abkürzung für transparente, sichere Anlagenverfügbarkeit steht, Anlagen entlang des kompletten Lebenszyklus betreut. Doch die Uhlenbrock-Gruppe ist mehr als das gleichnamige Instandhaltungsunternehmen. Seit dem Jahr 2013 gehört auch die seinerzeit insolvente Bolz GmbH aus Gronau mit dazu. David Uhlenbrock hat daraus die Bolz Production GmbH geformt - heute ein erfolgreicher internationaler Anbieter von technischen Walzen mit mittlerweile mehr als 100 Mitarbeitern. Und nun folgt die Übernahme der Gesellschaftsanteile des Walzenspezialisten Josef van Baal GmbH in Krefeld - allerdings unter ganz anderen Vorzeichen, als dies bei Bolz der Fall war. Herr Uhlenbrock, was verbindet Sie mit Ihrem Großvater, dem Gründer? Mein Großvater wollte unbedingt selbstständig sein. Er hatte sein handwerkliches Talent, 400 DM in der Tasche, die er sich von seinem Bruder geliehen hat und sehr viel Mut. Vielleicht ist es dieser Unternehmergeist und auch dieser Mut, der sowohl mich als auch meinen Vater, der seit vielen Jahrzehnten die Firma geleitet und Uhlenbrock zu dem Instandhaltungsspezialisten gemacht hat, der er heute ist, verbindet. Ist das auch der Grund, warum Sie sich 2013 entschlossen haben, die damals insolvente Firma Bolz zu übernehmen? Ein Grund war es schon, zu beweisen, dass auch ich das unternehmerische Talent, die Führungsstärke und die Tatkraft besitze, die schon mein Großvater und Vater mit ihrer Unternehmensgründung bewiesen haben.

„Ich finde es sehr wichtig, die Menschen in sämtliche Veränderungsprozesse einzubinden. Nur so können sie sich mit dem Unternehmen und den notwendigen Veränderungen identifizieren und sind auch motiviert, sich selber in die Prozesse einzubringen. Ohne Team geht nichts“, betont David Uhlenbrock im Interview. Bild: Uhlenbrock

Aber auch die finanzwirtschaftliche Herausforderung hat mich gereizt. Dabei war es durchaus ein Sprung ins kalte Wasser, denn mit der Entwicklung, der Konzeption und der Produktion von technischen Walzen hatte ich bis dato nichts am Hut. Dennoch zeigte sich, dass in jeder Krise eine Chance steckt. Wir haben ein bemerkenswertes Comeback hingelegt. Können Sie dies konkretisieren? Nach nun sieben Jahren fällt das Fazit mehr als positiv aus: Die

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heutige Bolz Production GmbH hat sich von einem Schwerpunktanbieter für die Druckindustrie zu einem Hersteller technischer Walzen entwickelt, der europaweit Kunden mit Heiz- und Kühlwalzen bis zu einem Durchmesser von 1.000 Millimetern und einem Gewicht von bis zu 5.000 Kilogramm beliefert. Die Kunden sind fast alle großen Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Herstellung, Beschichtung und Prägung von Folien, Papier, Vliesstoffen und anderen Materialien. Nun kann man sagen, das Unternehmen wächst und gedeiht. Wir sind heute nicht nur wieder konkurrenzfähig, sondern inzwischen einer der führenden internationalen Anbieter in Deutschland für die Produktion von Walzen für die Druckindustrie und von technischen Walzen für den allgemeinen Maschinenbau. Welche Bedeutung hat das Instand haltungsunternehmen Uhlenbrock heute in der Firmengruppe? Das Instandhaltungs- und Serviceunternehmen, das ich mit meinem Vater gemeinsam führe, ist und war die Basis von allem - und dennoch hat es sich mit der Zeit verändert. Früher galt „löschen, wenn´s brennt“ als Motto der In-

„Unsere Kunden können uns immer erreichen - uns beide genauso wie alle anderen Techniker. Ein Spirit, der über Jahrzehnte gewachsen ist. So etwas kriegen sie nicht mit Kontrolle hin, sondern nur durch Vertrauen und Selbstständigkeit“, so Hubert Uhlenbrock. Bild: B&I

standhaltung. Ein Motor wurde also erst bei bereits eingetretenem Schaden abgeholt und repariert. Das hat sich geändert: Proaktive Instandhaltungskonzepte werden für unsere Kunden zunehmend wichtiger, um die Produktivität und Kosten der Produktionsprozesse zu verbessern, ohne dabei gleich in neue Anlagen investieren zu müssen. Die Themen Energieeinsparung und Nachhaltigkeit gewinnen ebenfalls an Bedeutung, wobei auch heute noch unglaublich hohe Energieeinsparpotenziale brachliegen. Wenn man sich zum Beispiel vor Augen führt, dass in einem Produktionsprozess die Lasten zeitlich variieren, ist es logisch, dass durch eine flexible Prozessregelung und hocheffiziente Motorsteuerungssysteme, die gewährleisten, dass nur die für einen bestimmten Durchfluss benötigte Energie verbraucht

wird, enorm hohe Energieeinsparungen möglich sind. Um derartige Einsparpotenziale zu erschließen, ist Spezialwissen gefragt. Spezialwissen, das sich beispielsweise auch bei unserem TSAPaket zeigt. TSA steht dabei als Abkürzung für transparente, sichere Anlagenverfügbarkeit. Hier betreuen wir eine Anlage entlang des kompletten Lebenszyklus. Und wir suchen gemeinsam mit unseren Kunden aktiv nach Verbesserungsmöglichkeiten und werden so schon lange lange, bevor es zu einem Stillstand kommt, tätig. Dabei untersuchen unsere Spezialisten die Ursachen für mögliche Probleme und Ausfälle, streben nach Verbesserungen und versuchen den Grund, warum beispielsweise ein Lager oder ein Antrieb immer wieder Probleme macht und ausfällt, zu erkennen und zu beseitigen. Weiter auf Seite 8

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Kompetenz für außergewöhnliche Lösungen Lobbe Industrieservice ist führend im Bereich der Automatisierung von technischen Dienstleistungen. Dazu zählen eine Reihe automatisierter Vorgänge, Fachpersonal, technisches Know-how und hohe Flexibilität. Anstehende Projekte werden unter Berücksichtigung aller für die Sicherheit relevanten Aspekte realisiert. Damit gewährleistet Lobbe Industrieservice eine höchstmögliche Verfügbarkeit der technischen Ressourcen von Industrieunternehmen. Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG Stenglingser Weg 4 − 12 D-58642 Iserlohn Telefon 0 23 74 - 504 - 0 info@lobbe.de www.lobbe.de

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Fortsetzung von Seite 7 Wir machen also keine zustandsorientierte, sondern eine verbesserungsorientierte, proaktive Instandhaltung. Das dritte Unternehmen im Bunde ist nun die Josef van Baal GmbH, die seit Anfang dieses Jahres mit dazugehört. War das auch eine Notübernahme? Nein, im Gegenteil. Die Firma van Baal wurde 1976 als Dreherei für Walzenbau gegründet und hat sich im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten zu einem weltweit führenden Anbieter von Walzen für die Kunststoffindustrie entwickelt. Dieses Mal ist aber keine Krise das Motiv für die Übernahme, sondern der natürliche Abschied in den Ruhestand des bisherigen Geschäftsführers Josef van Baal. Aufgrund seines Ausscheidens haben sich die derzeitigen Inhaber dazu entschlossen, die Nachfolgeregelung zu lösen, indem sie die Geschäftsanteile in jüngere Hände übergeben haben: Ich übernahm Anfang diesen Jahres die Gesellschafteranteile der Josef van Baal GmbH und bin als alleiniger Geschäftsführer für den Krefelder Standort verantwortlich. Wie passt dieses Unternehmen in die Firmengruppe? Neben dem Engineering und der Herstellung der Walzen hat die van Baal GmbH eine starke Gemein-

samkeit mit den beiden anderen Unternehmen: eine hohe Serviceorientierung. Anstatt branchenüblicher Lohnfertigung werden gemeinsam mit dem Kunden technische Lösungen für Walzen und Maschinen entwickelt und so sukzessiv weitere Fortschritte im Engineering und der Prozesstechnik ermöglicht. Damit sind vor allem auch Anpassungen vorhandener Walzen an beispielsweise neuen Maschinen und Anlagen möglich. Wie sind diese drei Unternehmen nun von der Corona-Krise betroffen? Die Coronavirus-Pandemie stellt uns alle, die deutsche Wirtschaft und den Arbeitsmarkt vor ganz neue, große Herausforderungen. Jedenfalls sind in dieser Lage vor allem Anpassungsstärke und Zuversicht gefragt. Obwohl wir natürlich hier und da mit Einschränkungen in den Lieferketten oder im Personal zu kämpfen haben und gerade in der ersten Anpassungsphase die bestmögliche Handhabung noch sehr ungewiss war, haben sich die wirtschaftlichen Abläufe unter Berücksichtigung des höchstmöglichen Schutzes unserer Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden inzwischen gut eingespielt. Bei Uhlenbrock war unsere erste Reaktion, den Zutritt zum Ladengeschäft zu schließen und ein

Warenausgabesystem im Lager einzurichten. Unser Team haben wir in ein Kleingruppensystem eingeteilt - sie arbeiten in einem täglichen Schichtsystem: Eine Hälfte des Teams ist vormittags im Betrieb, die andere Hälfte nachmittags und arbeitet zu den jeweils anderen Zeiten im Homeoffice. In diesem Zusammenhang müssen wir unsere IT-Profis im Team loben, denn die Digitalisierung ist bei uns durch sie wirklich auf dem neuesten Stand und ermöglicht selbst von zu Hause aus Zugriff auf die Infrastruktur und internen Datenbanken. Auftragsrückgänge konnten wir bisher noch keine verzeichnen. Bei Bolz production und van Baal haben wir auf das neue Gesetz für das Kurzarbeitergeld zurückgreifen müssen, da aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklungen Aufträge zunächst erst einmal ausgeblieben sind, um die Beschäftigung aller Angestellten zu sichern. Hier danken wir der Politik, dass sie die Schwelle sehr schnell von 30 Prozent auf 10 Prozent der vom Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten zurückgestuft hat und man nicht erst Minusstunden vorweisen muss. Das ist eine große Hilfe, um gemeinsam gut gesichert durch diese Herausforderung zu kommen. Den von Kurzarbeit betroffenen Minijobbern im Unternehmen, die

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keine Kurzarbeit erhalten, zahlen wir für den Monat März freiwillig eine Sonderzahlung in Höhe von 60 Prozent des entfallenen Lohns, denn die Minijobber sind für uns genauso wichtig wie alle anderen Arbeitnehmer. Das kann allerdings nur eine kurzfristige Maßnahme sein, die darüber hinaus nicht finanzierbar ist. Hier warte ich noch auf eine Regelung aus der Politik, dass auch Minijobber Kurzarbeitergeld bekommen. Werden derzeit noch Instandhaltungsarbeiten durchgeführt? Im Servicebereich sind wir auch weiterhin an den Standorten unserer Kunden im Einsatz. Mit dem Einhalten der notwendigen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen zur Risikominimierung ist das bisher kein Problem. Auf die leichte Schulter nehmen wir die Bedrohung natürlich nicht. Der Schutz unserer Mitarbeiter ist bei uns immer im Vordergrund. Die Ausgestaltung der konkreten Maßnahmen machen wir dabei immer abhängig von den jeweiligen Anforderungen unserer Kunden vor Ort. Zur Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen und der erhöhten Dringlichkeit der Hygiene- und Abstandmaßnahmen haben wir jeden Einzelnen im Team sensibilisiert. Und die Einhaltung überprüfen wir auch zur Sicherheit

aller Beteiligten, denn am Ende trägt jeder Einzelne dazu bei, dass sich ein Virus nicht weiter ausbreitet. Welche Auswirkungen sehen Sie mittelfristig durch die aktuelle Krise und in welchem Zeitraum sehen Sie wieder eine Erholung? Wir haben festgestellt, dass gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten die Instandhaltung an Bedeutung zunimmt und die bestehenden Maschinen und Anlagen instand gehalten werden, anstatt neue Maschinen zu kaufen. Auch wenn mittel- bis langfristig die Aufträge eher ein wenig zurückgehen, streben wir an, diesem Rückgang mit unserem umfassenden Serviceportfolio entgegenzuwirken. Deswegen laufen auch die Investitionen in das Unternehmenswachstum trotz Krise bei uns weiter. Und weil Infektionsschutz und Hygiene das Gebot der Stunde sind, wurden zum Schutz aller externe Toiletten und Waschgelegenheiten zur Verfügung gestellt. So fühlen sich alle sicherer und sind auch motivierter. Prognosen für die Zukunft sind zum aktuellen Zeitpunkt schwierig. Fest steht jedenfalls, dass diese Zeit einen pragmatischen Umgang mit Corona braucht und Macher. Dann können sich aus dieser Krise durchaus auch positive, nachhaltige Lösungen entwickeln. www.uhlenbrock.org


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Scheibenläufermotor defekt, was nun? Scheibenläufermotoren? In den 1970ern waren diese Motoren der Antrieb der Automatisierungstechnik schlechthin. Heute gibt es zahlreiche Alternativen, die mit Scheibenläufermotoren konkurrieren oder ihnen längst den Rang abgelaufen haben. Aber nostalgisch ist das Thema nicht, denn noch heute arbeiten Scheibenläufermotoren in etlichen Anlagen. Doch der Zahn der Zeit nagt auch an ihnen. Die Frage ist: Was also tun, wenn Ersatz gefragt ist?

Scheibenläufer reparieren Wenn Scheibenläufermotoren nicht in die beschriebenen Überlastsituationen kommen, laufen sie oft über Jahre reibungslos. Die Lebensdauer begrenzende Größe sind meist die Lager, die über die Zeit verschleißen. Funktioniert der Rest der Anlage aber nach wie vor zuverlässig, kann eine Reparatur des Antriebs sinnvoll sein. Die Freiburger Mattke AG hat dazu bereits vor Jahren einen Reparaturservice installiert, um in solchen Fällen weiterhelfen zu können. Klaus Bütow, Vorstand des Unternehmens, erklärt: „Um einen Scheibenläufer reparieren zu können braucht es Know-how und das nötige Werkzeug, zum Beispiel mit dem wir die Lager ein- und auspressen, sowie den Motor vor dem Auseinanderbauen ent- und danach wieder magnetisieren können. Reparatur ist zwar nicht unser Kerngeschäft, aber wir bieten das unseren Kunden als Serviceleistung und liegen mit

den Aufträgen hier schon im dreistelligen Bereich pro Jahr.“ Sind alle Ersatzteile vorrätig, ist die Reparatur in ein bis zwei Tagen erledigt und die Anlage läuft wieder wie zuvor.

Scheibenläufer ersetzen Scheibenläufer Ist eine Instandsetzung nicht möglich, stellt sich die Frage nach einer Alternative. Muss wieder ein Scheibenläufermotor angeschafft werden? Noch heute gibt es Anwendungen, die auf diese Antriebe angewiesen sind, zum Beispiel, wenn absoluter Gleichlauf gefragt ist. Bürstenlose Motoren neigen zu Cogging (Rastmoment). Wird der Antrieb mit einer Sinuskommutierung bestromt, ist das zwar kaum wahrnehmbar, aber in Anwendungen wie Schleifen oder Ziehen von feinen Glasröhren oder Siliziumstäben sowie in der Mess- und Regeltechnik im Labor ist das unter Umständen problematisch. Hier kommt man oft nicht um die Anschaffung eines neuen Scheibenläufermotors herum. Das Problem hierbei: Weil der Antrieb viel seltener angefragt wird, sind die Produktionsstückzahlen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen und die Preise ent-

sprechend gestiegen. Wo man also nicht zwingend auf einen Scheibenläufer angewiesen ist, kann daher ein adäquater Ersatz sinnvoll sein.

Bürstenlose Servomotoren als Ersatz In manchen Fällen wird der Ausfall eines bewährten Antriebs zum Anlass für den Retrofit einer Anlage. Auch hier haben die Freiburger Experten für Elektronik und Mechanik eine pfiffige Lösung entwickelt: In ihrem Produktsortiment bieten sie nämlich bürstenlose Servomotoren als Ersatz für Scheibenläufer. Der Clou der MC17BL-, MC19BLund MC23BL-Antriebe: Sie sind baugleich mit herkömmlichen Scheibenläufermotoren, haben eine identische flache Bauform, die gleiche Wellenlänge und Wellendurchmesser und stimmen an Zentrierbund sowie an der Befestigungsbohrung mit den Vorgängern überein. Sie können damit 1:1 als Ersatz von Scheibenläufermotoren von Parvex, Axem, Servalco, ABB oder BBC dienen, ohne dass Anwender mechanische Veränderungen an der Maschine vornehmen müssen. Die permanentmagneterregten Synchronmotoren der MCxx-BLReihe überzeugen durch ein sehr

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Die MCxx-BL-Reihe ist aus mechanischer Sicht baugleich mit herkömmlichen Scheibenläufermotoren. Bild: Mattke

Reparatur, Ersatz oder Upgrade? Das ist hier die Frage

Die Vorteile von Scheibenläufermotoren sind auch heute noch überzeugend: Die Antriebsart baut sehr flach, weil der Kommutator die Form einer Scheibe hat, auf der die stromdurchflossenen Wicklungen angebracht sind. Man spricht deshalb auch gerne vom Flundermotor. Durch das Fehlen eines Eisenkerns ist außerdem das Trägheitsmoment gering, was für viele Anwendungen vorteilhaft ist. Die Kohlenbürsten überstreichen ferner auf der Scheibe gleichzeitig mehrere Leiter. Das führt zu hervorragenden Rundlaufeigenschaften. Dass beim Scheibenläufermotor Spannung und Drehzahl sowie Strom und Drehmoment direkt proportional zueinander sind, vereinfacht zu guter Letzt auch die Regelung. Aber es gibt auch einen entscheidenden Nachteil: Im Stillstand stehen die Kohlebürsten auf einem Punkt. Der gesamte Strom fließt dann in diese Stelle, erhitzt die Kupferbahnen und hebt sie ab. Das bedeutet: Wenn ein Antrieb aus dem Stillstand ein hohes Drehmoment entwickeln oder ohne zusätzliche Bremse eine Last halten soll, ist das ungünstig. Gleichzeitig hat sich der ganze Motoren-Markt in den letzten Jahrzehnten natürlich deutlich weiterentwickelt, sodass für viele Anwendungen nun gute Alternativen zum Scheibenläufermotor existieren. Aber ist ein Tausch immer die richtige Lösung, wenn ein Scheibenläufermotor seinen Dienst quittiert?

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hohes Drehmoment-VolumenVerhältnis, und haben eine exzellente dynamische Leistung mit hoher Maximaldrehzahl von bis zu 5.000 Umdrehungen pro Minute. Standardmäßig sind die Antriebe mit Resolver ausgestattet, können auf Wunsch aber auch mit Inkremental- oder Absolutwertgeber geliefert werden. Die Seltenen-Erden-Magnete halten auch hohen Temperaturen stand. Die Antriebe werden in achtpoliger Ausführung mit Sinuskommutierung und integriertem Thermoschutz geliefert. Drehbar abgewinkelte Stecker erleichtern den Einbau ebenso wie das kompakte Design. Weil die neue Antriebsart auf eine andere Kommutierungstechnik setzt, wird für die bürstenlosen Servomotoren allerdings auch ein entsprechender Servoregler benötigt. Mattke bietet dazu digitale Servoregler mit idealen Soft- und Hardwareeigenschaften. In die Regler sind analoge und digitale Ein- und Ausgänge, verschiedene Geberinterfaces, CANBus und USB-Schnittstellen etc. integriert. Bütow erklärt: „Damit sind die neuen Zuleitungen, die die alternative Antriebsart benötigt, die wesentliche Herausforderung bei der Umrüstung. Und ob ich in diesem Zusammenhang überhaupt von einer Herausforderung

reden sollte, ist fraglich. Den Platz für die neuen Leitungen findet man eigentlich fast immer.“

Dank Retrofit bereit für Industrie 4.0 „Eine kommunikative Anbindung ist für einen Antrieb generell nichts Neues“, ergänzt Bütow und betont: „Immer schon musste ein Antrieb mit dem Rest der Anlage irgendwie kommunizieren. Aber ein direkter Zugriff auf alle Betriebs- und Diagnosedaten des Antriebs, wie ihn heute viele Anwendungen fordern, war bei den guten alten Scheibenläufermotoren natürlich noch nicht integriert.“ Das ändert sich nun: Dank der neuen Scheibenläuferersatzmotoren und der Servoantriebe von Mattke ist die Maschine nicht nur innerhalb kürzester Zeit auf die neueste Antriebstechnik umgerüstet, sondern auch auf dem neuesten Stand der Kommunikationstechnik. Alle üblichen Kommunikationsbusse werden unterstützt. Insgesamt wird also nicht nur der Tausch des Antriebs zu geringeren Kosten ermöglicht, sondern Retrofit macht Anlagen auch fit für Industrie 4.0. www.mattke.de

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Blockchain-Einsatz in Zeiten von Corona Beispiele zeigen, was mit dieser Technologie im Unternehmensumfeld möglich ist Eines ist schon jetzt offensichtlich: Die Corona-Pandemie treibt die Digitalisierung in allen Bereichen und Branchen extrem schnell voran. Punkten könnte dabei gerade eine Technologie, die bis dato im Unternehmensumfeld kaum Beachtung gefunden hat und die aufgrund diverser Bedenken bisher eher zögerlich zum Einsatz kam. Dabei könnte die Blockchaintechnologie gerade jetzt bei der Lieferung von Material, aber auch bei der Eindämmung der Infektion selbst eine massive Hilfe sein. Angeblich hat Donald Trump der Berliner Polizei Atemschutzmasken geklaut. Berichten zufolge verschwand eine Lieferung von Atemschutzmasken in Thailand. Die 200.000 Masken waren von der Berliner Polizei bestellt und bezahlt worden, bevor sie beschlagnahmt und vermeintlich in die USA umgeleitet wurden. Ein Paradebeispiel für mangelhaftes Supply Chain Management, das mithilfe der Blockchaintechnologie hätte verhindert werden können.

Lieferketten und Originalität Kritische Lieferungen, wie die genannten Atemschutzmasken und weitere Schutzausrüstung, aber auch Medikamente lassen sich eigentlich auf sehr sichere Art und Weise nachvollziehbar machen nämlich mithilfe der Blockchaintechnologie. Gerade in der aktuellen Gesundheitskrise wäre diese Technologie hierfür bestens geeignet, denn Blockchain würde es möglich machen, Lieferungen sicher zu identifizieren und nachvollziehbar zu machen. Dadurch könnten Verlustrisiken enorm reduziert werden. Keine andere Technologie bietet eine so transparente Nachvollziehbarkeit von Lieferketten wie die Blockchain. Aber auch die Produktoriginalität kann darüber gesichert werden. In Bezug auf Medikamente und Schutzausrüstung kann das im Moment eine Frage von Leben und Tod sein. Trotz der unzweifelhaften Vorteile dieser Technologie kommt die Blockchain in der Industrie noch immer sehr zögerlich zum Einsatz. Grund dafür ist vor allem noch viel Un- oder Halbwissen beziehungsweise Gerüchte, die sich um sie ranken. Zum anderen ist die Technologie für viele immer noch schwer greifbar und die Eigenschaften und damit verbundenen Potenziale sowie die möglichen Anwendungsbereiche wenig bekannt.

automatisiert stattfinden und effizienter gestaltet werden. In Bezug auf die Schutzkleidung bieten sich also gleich mehrere Vorteile bei der Nutzung der Blockchain: Sie schafft Vertrauen durch Manipulationssicherheit, Transparenz durch die Offenlegung des Lieferstatus und Schnelligkeit durch Automatisierung.

Vielfältige Einsatzszenarien

Helene Stil studierte Business Management und berät als Consultant des Blockchain Solutions Center bei T-Systems Multimedia Solutions Unternehmen bei Lösungen für die digitale Transformation mithilfe der Blockchaintechnologie. Dabei entwickelt sie gemeinsam mit den Kunden konkrete Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsszenarien. Bild: T-Systems

Jeder weitere Block basiert auf dem Wert des vorherigen Blocks, sodass Änderungen und Manipulationen sofort sichtbar werden. Über Konsensmechanismen erfolgt eine implizite Übereinkunft der Netzwerkteilnehmer auf einen gültigen Zustand des Systems. Nicht nur sorgt diese Technologie für Transparenz und Vertrauen, sie ermöglicht gleichzeitig auch Automatisierung durch den Einsatz von Smart Contracts.

Smart Contracts mit Vertragsbedingungen Smart Contracts sind digitale Verträge, wobei hier bestimmte Vertragsbedingungen hinterlegt werden können. Programmcodes mit Wenn-dann-Logik steuern automatisch während des Vertragsverlaufs bestimmte verknüpfte Aktionen. Komplette Geschäftsprozesse können somit

Von diesen Vorteilen können Unternehmen natürlich auch über die Corona-Pandemie hinaus profitieren. Ein Beispiel: Die Maschine des Produzenten fällt aus und er kann die Lieferung für die Weiterverarbeitung nicht pünktlich liefern. Wenn die Maschine beispielsweise mit einer IoT-Komponente angeschlossen ist, können diese Informationen an die Blockchain übermittelt werden. So erfahren weitere Parteien im SupplyChain-Prozess sofort von der Verzögerung und können sich darauf einstellen. Die gewonnene Zeit ist ungemein wertvoll und ermöglicht, betroffene Parteien - weitere Lieferanten oder Kunden - zeitig und umfassend über die Verzögerung in Kenntnis zu setzen und genauere Vorhersagen über den weiteren Verlauf zu treffen. Die denkbaren Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und mit Sicherheit werden weitere folgen. Bis dahin sollten Unternehmen sich in qualifizierten Partnerschaften genauer mit dem Thema auseinandersetzen und eruieren, ob die Blockchain auch für sie eine denkbare Lösung ist. Helene Stil, Blockchain Consultant bei T-Systems Multimedia Solutions www.t-systems.com

Transparenz, Vertrauen und Effizienz Ganz grundsätzlich ist die Blockchain ein Kommunikationsmedium zur Übertragung von Werten. Sie besteht aus miteinander fortlaufend verketteten Blöcken. Jeder Block der Kette erzeugt dabei einen bestimmten Wert, der das Ergebnis eines Blocks beinhaltet.

Einfach ausgedrückt sind Blockchains spezielle Datenbanken. Sie können Transaktionsdaten transparent verwalten - und das ohne eine zentrale Kontrollinstanz und ohne die Notwendigkeit gegenseitigen Vertrauens. Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

Durch schichtsilikatbasierte Additivierung Lager- und Getriebelebensdauer steigern Die Anzahl der Windenergieanlagen (WEA) weltweit steigt seit vielen Jahren kontinuierlich an. Dabei wächst nicht nur die Menge der Anlagen, sondern auch deren Leistung und Komplexität. Während die Leistung der noch vor einigen Jahren gebauten Anlagen nur 1 bis 2 MW betrug oder sogar noch im kW-Bereich lag, geht nun die Tendenz zu deutlich leistungsstärkeren und größeren Anlagen mit Leistungen von 8 MW oder mehr. Laut WEA-Herstellern wird die Tendenz auch in den nächsten Jahren weiterhin unverändert bleiben, sodass die Technik immer mehr leisten muss. Mit steigenden Größen und Leistungen wächst selbstverständlich auch die Belastung auf mechanische Bauteile wie Lager und Getriebe. Diese weisen schon nach wenigen Jahren Laufzeit zahlreiche mechanische Schäden auf und müssen oft vorzeitig ausgetauscht werden, was mit enormen Kosten verbunden ist. Eine Verbesserung der Lage ist allerdings nicht zu erwarten, denn aus wirtschaftlichen Gründen werden die Mechanismen so klein wie möglich gehalten, sodass es zu enormen Belastungen der Kontaktoberflächen kommt, was schnell zu Materialermüdung und anderen Schäden führt. Diese Schäden können nach einer bestimmten Zeit einen Totalausfall des Systems verursachen, was wiederum teure Reparaturen und eine unerwünschte Stillstandzeit zur Folge haben kann. Die Rewitec GmbH, ein mittelständisches Unternehmen aus Lahnau, das zu dem englischen Chemiekonzern Croda gehört, bietet eine effiziente Lösung für das oben beschriebene Problem an. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet Ölund Schmierfettadditive, die wie das Unternehmen betont eine schützende und reparierende Wirkung haben. Neben dem Oberflächenschutz sorgt die Technologie für eine Reibungs- und somit auch für eine Temperaturreduktion in Getrieben und Lagern. Auf diese Art und Weise werden Effizienz und Lebensdauer der Bauteile signifikant erhöht, so die Experten von Rewitec. Bei der Technologie handelt es

sich um Schichtsilikate in Form von Mikro- und Nanoteilchen mit mehreren weiteren Zusätzen, die für optimale Wirkung sorgen, wie der Hersteller verdeutlicht. Dabei wird der Schmierstoff von aktiven Teilchen als Träger benutzt, um die Oberflächen zu erreichen und sie durch Adsorption zu bedecken. Die aufgebaute Schicht wird bei Bedarf durch die im Schmierstoff verbliebenen Teilchen repariert, sodass eine lange und zuverlässige Wirkung gewährleistet ist. Die neue, modifizierte Oberfläche weist eine geringere Rauheit auf, was zu einer gleichmäßigeren Lastverteilung im System führt und dadurch die lokalen Belastungen erheblich reduziert. Diese Technologie ist in Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten und Hochschulen in zahlreichen Tests geprüft und durch entsprechende Patente geschützt. Aktuell wird das Produkt laut Hersteller vor allem im Bereich der Windenergie, aber auch in der Automobiltechnik weltweit erfolgreich eingesetzt. Da bereits über 2.000 Windenergieanlagen behandelt wurden und bei vielen der Oberflächenzustand im Lager und Getriebe vor und nach der Anwendung analysiert wurde, verfügt man nach Herstellerangaben über eine große Erfolgsstatistik. Die vor der Anwendung vorhandenen Schäden konnten überwiegend repariert und der Oberflächenzustand deutlich verbessert werden, so die Entwickler der Ölund Schmierfettadditive. Die Oberflächen werden mittels der Additive durch leichtes Polieren der Rauheitsspitzen und Auffüllen der Rautiefen geglättet, was aus tribologischer Sicht optimal ist. Ein Beispiel für diesen Prozess ist in der unten stehenden Abbildung anhand eines Hauptlagers einer GE 1,5 MW Anlage dargestellt. Diese Oberflächenmodifikation führt nicht nur zur sichtbaren Reparatur der Oberflächen und der Reduktion der Vibrationen in der Anlage, sondern kann auch die Lebensdauer der kritischen Bauteile verdoppeln oder sogar verdreifachen. Dies wurde, wie das Unternehmen betont, durch die auf den gemessenen Rauheitswerten basierte Simulation von SentientScience belegt. www.rewitec.com

Die Oberfläche des Hauptlagers einer GE 1,5 MW Anlage vor sowie fünf und zwölf Monate nach der Anwendung. Der Pfeil zeigt die gleiche Verschleißspur auf der Oberfläche. Der Oberflächenrauheitswert Ra reduziert sich von 0,556 µm über 0,406 µm auf 0,225 µm. Bild: Rewitec


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Fortsetzung von Seite 1 Laut den Experten von Greengate gibt es folgende zehn typische Kostenfallen bei einem Ersatzteillager:

1. Kapitalbindungskosten Irrational hohe Ersatzteilbestände sind zu verzeichnen, wenn keine adäquate Volumenanpassung erfolgt. Derartige Volumenanpassungen im Lager erfolgen aber nur, wenn digital dokumentiert und damit nachvollziehbar ist, dass die Anlagenverfügbarkeit nicht unter niedrigeren Ersatzteilbeständen leidet.

2. Lagerhaltungskosten Die Unterhaltung vieler Lager ist im Regelfall unnötig. Die Anpassung der Lagerplätze an Instandhaltungsworkflows und -bedarfe kann einhergehen mit der Auflösung von Schwarzlagern und der Substitution veralteter Einlagerungsmethoden.

MANAGEMENT & TECHNOLOGIE kommen, deren Menge zudem nicht bedarfs-/verbrauchsorientiert (Sukzessiv-/Spontanverschleiß) berechnet ist. Als Kostentreiber gelten weiterhin sogenannte Notstandskäufe, die erfolgen, wenn ein gelagertes Ersatzteil nicht auffindbar ist.

Kombination aus Predictive Maintenance und digitalisiertem Ersatzteilmanagement (z.B. erhöhte technische Lebensdauer von Anlagen/Maschinen oder effizienter Ressourceneinsatz) nie erschließen können.

6. Auditkosten und Rechtliches

8. Lagerverluste

Zertifizierungen: Ist das Ersatzteilmanagement unzureichend dokumentiert, können Wiederholungsaudits notwendig werden. Als problematisch gilt im Übrigen die durch gesetzliche Auflagen erschwerte Verschrottung nicht mehr benötigter und nie dokumentierter Ersatzteile.

7. Anlagenkosten Wer seine Ersatzteile mit PC-Listen, Klemmbrettern, Bestellblöcken, Aktenordnern und Königswissen managt, wird die Vorteile der

Ist ein Ersatzteil nicht digital und strukturiert hinterlegt, droht ein Domino-Effekt nicht wertschöpfender Tätigkeiten: Zum Zeitaufwand für die Suche des richtigen Ersatzteils im richtigen Lager kommt der Zeitaufwand für erhöhte Wegezeiten. Dadurch potenzieren sich die Wartezeiten von Kollegen aus Instandhaltung und Produktion.

Neue Wertschöpfung statt Lagerverlusten - ein digitalisiertes Ersatzteilmanagement ermöglicht unter anderem den Weiterverkauf nicht benötigter Ersatzteile (keine Überlagerung), die Reparatur von Austauschteilen, die Eigenproduktion von Ersatzteilen mittels 3DDrucks, eine akkurate Garantieüberwachung, die Einlagerung ausschließlich bekannter Teile sowie die Ermittlung zu priorisierender Ersatzteile (Kritikalität). Auch der Diebstahl lässt sich so leichter in den Griff bekommen.

9. Planungsverluste Ist Wissen zu Ersatzteilen personell konzentriert und nicht digital hinterlegt, ist eine ersatzteilbasierte Bewertung der Beschaffung neuer Anlagen und Maschinen kaum möglich. Ebenso ist keine hinreichende Datenbasis zur Bewertung möglicher Ausfallszenarien vorhanden.

3. Dispositionskosten

Unter Effizienzgesichtspunkten ist ein konventionelles Ersatzteilmanagement eine tickende Zeitbombe. Angesichts des erheblichen Optimierungspotenzials sollte das Thema eine Neubewertung erfahren. Bilder: Greengate

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10. Know-how-Verluste

Deutliche Einsparpotenziale gibt es, so die Experten von Greengate, einem Anbieter von Instandhaltungssoftware, bei konventionell gemanagten Ersatzteillagern. „Das ist insofern erstaunlich, als man Ineffizienzen relativ einfach erkennen und ausmerzen kann“, meint GreengateVorstand Martin Gerwens und verdeutlicht, „wir sprechen hier von sogenannten Low Hanging Fruits, also von einer Amortisation binnen Monaten.“ Um Führungskräfte wie Geschäftsführer, Werks-, Produktions- und Instandhaltungsleiter zu sensibilisieren, haben die Experten deshalb eine Schwachstellenanalytik mit zehn typischen Kostenfallen im Ersatzteillager erarbeitet.

Individuell konzentriertes Wissen ist kein orts- und zeitunabhängig verfügbares Unternehmenswissen.

Fehlen valide Informationen zum Ersatzteilmanagement, erfolgt nur ein vager Abgleich der Ersatzteilstrategie mit weiteren Teil-

strategien im Unternehmen wie der Instandhaltungsund Fertigungsstrategie. www.greengate.de

4. Stillstandskosten Ist das notwendige Ersatzteil nicht vorhanden oder auffindbar, drohen Produktivitätsverluste durch Maschinenstopp, erhöhten Ausschuss und erhöhte Rüstzeiten. Im schlimmsten Fall kommen auf das Unternehmen neben dem Verlust von Reputation und Liefertreue auch Konventionalstrafen zu.

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5. Beschaffungskosten Der Ersatzteileinkauf gilt als neuralgischer Punkt: Wird er nicht abteilungs- und/oder werksübergreifend koordiniert, lässt sich weder mengen-/rabattoptimiert agieren noch lassen sich Optimierungen bei Lieferzeiten und Lieferkosten erzielen. Beide Faktoren fußen im Regelfall auf einem profunden Lieferantenmanagement (Händler, Hersteller, Service), das auch den Einkauf zu teurer OEM-Teile unterbinden könnte. Kooperieren technischer Einkauf und die Instandhaltung bei der Ersatzteilbeschaffung nicht, kann es zum Kauf falscher Ersatzteile

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„Das verstehen wir unter Plug & Press …“ Roland Ruf vom gleichnamigen Hersteller von Brikettieranlagen im exklusiven Interview Die Idee der Brikettpressung war Mitte der 1980er Jahre eine Revolution. Durch die Volumenreduzierung spart man nämlich nicht nur Platz, Zeit und Kosten für das Handling, die Lagerung und den Transport, sondern es lassen sich auch höhere Erlöse für die Reststoffe erzielen. Diese Vorteile überzeugten damals und heute. Entsprechend groß ist die Nachfrage bei Ruf, einem der bekanntesten Hersteller von Brikettieranlagen. Das Unternehmen entwickelt und produziert in Bayern, ist aber in der ganzen Welt aktiv: In der Summe laufen inzwischen in mehr als 100 Ländern über 5.000 dieser Anlagen, die Metall, Holz, Biomasse oder andere Reststoffe mit hohen Durchsatzleistungen zu kleinen Briketts pressen - materialabhängig von 20 kg/h bis 4.800 kg/h. B&I sprach mit Roland Ruf, einem der beiden Söhne des Firmengründers und heutigem Mitglied der Geschäftsführung darüber, wie der Mittelständler die Wartung, Instandhaltung und den Service abwickelt. Herr Ruf, Ihre Pressen kommen weltweit zum Einsatz. Wie stellen Sie sicher, dass die Anlagen die in den allermeisten Fällen ja kundenindividuell ausgestattet sind -, wenn sie beim Kunden ankommen, auch problemlos laufen? Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang die Qualitätssicherung während der Produktion. So werden beispielsweise die Hydrauliköltanks, die wir ebenfalls selbst herstellen, bereits im Vorfeld auf Dichtigkeit geprüft. Auf diese Weise lassen sich bereits zahlreiche mögliche Fehlerquellen ausschließen. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang natürlich auch die abschließende Funktionsprüfung, denn jedes Brikettiersystem durchläuft, bevor es überhaupt ausgeliefert wird, einen 20 Stunden lang andauernden Probelauf hier im Haus. Setzen Sie hier die gleichen Materialien ein, die der Kunde dann später mit der Presse auch bearbeiten wird? Nein, bei diesem Probelauf arbeiten wir ausschließlich mit Holz, denn jede Maschine kann Holzspäne verpressen, aber nicht jede Metall. Für uns ist dieser Test dennoch sehr aussagekräftig, denn wir erkennen auch bei Holz, ob Probleme an einer Presse auftreten und können gegebenenfalls nachbessern, beispielsweise wenn eine Hydraulikverschraubung undicht oder eine Dichtung vergessen sein sollte. Aber natürlich wissen wir ganz genau, welches Material der Kunde mit unseren Maschinen später verarbeiten möchte. Wir führen nämlich bereits im Vorfeld unter anderem Pressversuche damit durch, um beispielsweise herauszufinden, welcher Maschinen-

typ mit dem jeweiligen Material am besten zurechtkommt. Dabei lassen sich auch andere technische Fragen klären, wie zum Beispiel die, welcher Pressdruck die besten Ergebnisse produziert. Wenn der Probelauf ohne Probleme durchlaufen ist, wie geht es dann weiter? Wer kümmert sich beispielsweise um die Logistik und um den Aufbau der Anlagen? Da kümmern wir uns selbst darum, wobei rund 90 Prozent aller Anlagen, die wir produzieren, nicht mehr demontiert werden müssen, sondern so, wie sie bei uns gelaufen sind, zum Kunden transportiert werden können. Dort müssen diese eigentlich nur noch aufgestellt und mit dem Stromnetz verbunden werden das war’s dann auch schon. Wir hatten dafür einmal den Slogan „Plug & Press“ entwickelt. Damit dies so funktioniert, werden unsere Pressen - die zwar auf einem Baukastensystem beruhen - kundenindividuell gefertigt, d.h. wir berücksichtigen hier natürlich eventuell vor-

handene Silos oder Transporteinrichtungen, indem wir unsere Anlagen genau so konzipieren, dass diese perfekt passen. Im Idealfall bedeutet dies, dass unsere Anlagen einfach mit dem Stapler an den geplanten Einsatzort verbracht werden und schon kann es losgehen. Wenn wir allerdings nicht nur unsere Pressen liefern, sondern uns auch um den Materialtransport kümmern, also beispielsweise Hebe-Kipp-Geräte, Silos oder Lösungen für den Fremdteilausstoß in die Anlagen einbauen, dann bauen wir die gesamte Anlage erst einmal bei uns auf, bevor wir diese ausliefern und in aller Regel dann gemeinsam mit dem Kunden bei ihm vor Ort aufstellen. Haben Sie hierfür eigene Servicetechniker? Ja. Bei Kunden in Deutschland und im umliegenden Ausland übernehmen das unsere fünf Servicetechniker, die hier in der Zentrale ansässig sind. Außerdem haben wir Tochterfirmen beziehungsweise Landesvertretungen

Brikettieranlagen lassen sich nicht nur für Metall- und Holzspäne einsetzen, wie das Beispiel des Lebensmittelherstellers Del Monte zeigt. Er nutzt derartige Anlagen, um alles, was bei einer Ananas übrig bleibt und nicht als Fruchtfleisch in den Dosen landet, zu verpressen. Diese Briketts lassen sich stapeln und als CO 2-neutraler Brennstoff nutzen. Bild: Ruf

Roland Ruf im Gespräch mit dem B&I-Chefredakteur Volker Zwick. Bild: Klingauf

im Ausland, die beispielsweise die Anlagen in Japan, in China oder in den USA aufbauen und betreuen. Wie hoch ist der Wartungsaufwand bei Ihren Anlagen? In unseren Anlagen ist ein Hydrauliksystem verbaut und dieses gilt es entsprechend zu warten. So sind beispielsweise die Hydraulikschläuche immer wieder zu wechseln, wobei hier der Gesetzgeber für die entsprechenden Regelungen und Vorschriften gesorgt hat. Natürlich müssen auch der Ölfilter und das Hydrauliköl regelmäßig gewechselt werden. Außerdem sollten die Anlagen regelmäßig auf Leckagen oder andere Probleme hin überprüft werden, wobei natürlich auch in unseren Pressen diverse Sicherheitsvorkehrungen eingebaut sind. Fällt beispielsweise der Hydraulikölstand unter ein bestimmtes Level oder wird die Maschine und damit das Öl zu heiß, verweigert die Anlage ihren Dienst, sodass keine Folgeschäden entstehen können. Alles in allem ist der Wartungsaufwand bei unseren Anlagen also durchaus überschaubar, wobei wir hierfür bei unseren Anlagen auf eine nutzungsdauerabhängige Wartung setzen. Wichtig hierbei ist, dass das eingesetzte Hydrauliköl unsere Spezifizierungen erfüllt, schließlich steigt der Druck bei unseren Anlagen mehrfach pro Minute auf bis zu 300 bar an - und damit muss das Öl natürlich zurechtkommen.

Nutzen Sie ein System, um den Zustand Ihrer Anlagen zu überwachen? Normalerweise nicht, aber denkbar ist es natürlich auch, Sensoren einzubauen, um eine zustandsorientierte Instandhaltung darstellen zu können. Bei einigen Spezialprojekten haben wir dies auch schon umgesetzt. So kommt beispielsweise eine Presse von uns bei einem namhaften Autobauer aus dem süddeutschen Raum zum Einsatz und die relevanten Nutzungsund Wartungsdaten laufen hier im System des Autobauers zusammen. Wartung ist ja nur die halbe Miete. Im Schadenfall muss ja auch sichergestellt sein, dass die für eine Instandsetzung notwendigen Ersatzteile vorrätig und vor allem schnell bei den Anwendern sind. Wie stellen Sie das sicher? Wir haben hier ein großes Lager und unser eigener Anspruch ist es, an Werktagen innerhalb von 24 Stunden ein benötigtes Ersatzteil herausschicken zu können. Hierfür haben wir rund 90 Prozent aller Teile, aus denen unsere Anlagen bestehen, immer vorrätig. Bei Verschleißteilen wie dem Presskolben oder der Pressform sind es sogar 100 Prozent. Gibt es einen Retrofit - also eine Komplettüberholung mit Modernisierung der Pressen - bei Ihnen im Werk? Ja, auch wenn unsere Anlagen oftmals kundenindividuell ausgestattet sind, kaufen wir auch Anlagen zurück und bereiten diese entsprechend auf. Für so manchen Kunden ist dies durchaus eine interessante, preisgünstige Alternative. Natürlich bereiten wir auch bereits vorhandene Anlagen für unsere Kunden auf beziehungsweise passen sie entsprechend den eventuell geänderten Kundenbedürfnissen individuell an. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn eine vorhandene Anlage an einem anderen Ort, mit anderen Parametern und/oder für andere Materialien eingesetzt werden soll. www.brikettieren.de


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

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Wer weiß was? Wissensmanagement praxisnah Wie sich das Qualitätsmanagement verbessern und die Dokumentation sicherstellen lässt Firmen müssen, nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung und der schnellen Mitarbeiterfluktuation, die Ressource Wissen nachhaltig und effizient managen. Mit der Revision der ISO 9001 und ISO 14001 werden Unternehmen sogar explizit dazu angehalten, genau zu definieren, wie das vorhandene Wissen zur Umsetzung der Unternehmensziele beiträgt und wie dieses Wissen aufrechterhalten und den Mitarbeitern verfügbar gemacht wird. Das Ludwigshafener Unternehmen Türmerleim sah sich im Zuge der Revision nun vor die Herausforderung gestellt, den Normanforderungen in Zeiten der Digitalisierung und Big Data gerecht zu werden. Das Unternehmen setzt dazu auf ein integriertes System, um das Wissen, welches sich mit Unternehmensstrukturen, deren Prozessen oder Kundenbeziehungen befasst, zu managen. Das Traditionsunternehmen Türmerleim, gegründet im Jahr 1889, produziert und entwickelt mit rund 130 Mitarbeitern Klebstoffe für den Einsatz in der Holzverarbeitung, für die Etikettierung sowie die Verpackungs- und Tabakindustrie. Unlängst wollte nun das Unternehmen vor dem Hintergrund der Revisionen der ISO 9001 und 14001 aus dem Jahr 2015 die bestehende Zertifizierung erfolgreich fortführen. Die Norm legt zwar fest, dass, aber nicht wie genau Unternehmen das systematische Wissensmanagement umzusetzen haben, um sich weiterhin für eine der international wichtigsten Normen im Qualitätsmanagement zertifizieren lassen zu können. Michael Viete, Qualitätsmanagementbeauftragter und zuständig für die Pflege des Integrierten Managementsystems (IMS) bei Türmerleim, überlegte daraufhin, das bisherige Managementhandbuch durch eine selbst entwickelte Software zu ersetzen. Eine bessere Antwort fand er dann allerdings bei der webbasierten Software Orgavision des gleichnamigen Unternehmens. In einem ersten Schritt nutzte Viete erst einmal die kostenfreie vierwöchige Testversion: „Wir haben sämtliche Dokumente und Formblätter unseres Einkaufs, wie Prozessbeschreibungen, Verfahrensund Arbeitsanweisungen, in die Testversion implementiert, um zu prüfen, wie praxistauglich das System für uns ist“, erinnert er sich. Nach Ablauf der Testphase waren sowohl Michael Viete als auch sein Kollege aus der IT und die Geschäftsführung vom System überzeugt. „Orgavision ist genau das, was wir gerade brauchen“, bestätigt der QM-Beauftragte. Für Türmerleim war es besonders wichtig, die Dokumente für das Qualitäts- und Umweltmanagement innerhalb eines Systems so zu strukturieren, dass alle Arbeits- und Prüfprozesse inklusive etwaiger Vorgaben in Audits dargestellt werden können. Laut diesen Normen muss beispielsweise die Historie eines Dokuments mit Versionsverlauf inklusive Prüfung und Freigabe nachvollziehbar sein. Ändern sich also Prozesse oder Verfahren, müssen nicht nur ein Dokument, sondern alle damit verbundenen Verfahrensund Arbeitsanweisungen sowie Formblätter überarbeitet werden.

Da jede Änderung sehr tief reichend ist und eine normgerechte Dokumentation mit sich bringt, wäre dies ohne unterstützende Software ein sehr aufwendiger Prozess. „Normanforderungen, die für uns in der Programmierung eines eigenen Systems sehr komplex gewesen wären, lassen sich mit Orgavision ganz einfach umsetzen“, berichtet Viete.

Transparenz im Workflow Neben den Forderungen der ISO Revision lag ein Hauptaugenmerk auch auf einer benutzerund anwenderfreundlichen Umsetzung der Dokumentenlenkung. Und so funktioniert es in der Praxis: Jedem Prozess werden Prozess-Zuständige zugeteilt, die

sich mit den damit verbundenen Aufgaben befassen. Freigabe und Prüfung aller Dokumente erfolgt dann über einen automatischen Workflow, bei dem die Zuständigen E-Mails erhalten und wenn notwendig - an ihre Aufgaben erinnert werden. Sobald ein Dokument aktualisiert wird, übernimmt Orgavision automatisch die neuen Daten in alle verknüpften Dateien und dokumentiert normgerecht, wer wann etwas geändert hat. Wie bei den allermeisten Unternehmen gibt es bei Türmerleim auch einige vertrauliche Schriftstücke, die nur einem begrenzten Mitarbeiterkreis zur Verfügung gestellt werden dürfen. Hierfür bietet Orgavision die Möglichkeit, ein individuelles Rollen- und Rechtesystem abzubilden, das den Zugang auf bestimmte Pfade und Dokumente einschränkt. Konkret bedeutet dies: Man kann

Orgavision ist seit 2009 mit der gleichnamigen Anwendung am Markt vertreten. Die Softwarelösung dient dem Aus- und Aufbau von Qualitätsmanagement (QM), der Unternehmensdokumentation, dem Wissens- sowie dem Umweltmanagement sowie zur Verbesserung der internen Kommunikation.

Interessenten können die Lösung, so wie dies die Türmerleim GmbH auch getan hat, 30 Tage vollumfänglich, kostenlos und unverbindlich testen. Bilder: Orgavision

genau festlegen, wer etwas lesen oder ändern darf und wer nicht. Jeder Mitarbeiter hat an seinem Arbeitsplatz Zugriff auf Orgavision. „Die Akzeptanz ist groß, die Kollegen loben vor allem die Suchfunktion“, berichtet Viete. Die Volltextsuche selektiert beispielsweise innerhalb von Sekunden die benötigten Dokumente.

Wissensmanagement nach ISO-Norm In Anlehnung an das Prinzip der Mitarbeiterbeteiligung aus dem Qualitätsmanagement haben Mitarbeiter außerdem nun die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge einzubringen, auf Fehler oder Lücken hinzuweisen oder Abläufe zu kommentieren. Die Anmerkungen erhalten die im System hinterlegten Verantwortlichen dann per E-Mail. Damit ist die Hürde zur Abgabe von Verbesserungsvorschlägen offensichtlich abgebaut worden, und immer mehr Mitarbeiter machen von dieser Funktion Gebrauch. Der gesamte Prozess nach dem Ideenvorschlag kann ebenfalls nachverfolgt werden, indem die Prozessverantwortlichen alle Ergebnisse in Orgavision sam-

Top-Tipp

Disposition aus dem Homeoffice Praktisch überall: GreenGate-Lösungen für die Vereinbarkeit von Social Distancing und Instandhaltung. Wie passen das allgemeine Social Distancing-Gebot und IT-gestützte Instandhaltung zusammen? Wie lassen sich Auräge und Aufwände von Fremddienstleistern berührungslos und trotzdem rechtssicher rückmelden? Wie können Instandhalter ohne Vis-a-vis-Rücksprache auf Support von Kollegen und umfassende Informationen zurückgreifen?

www.greengate.de

meln und dokumentieren. Diese Dokumentation reicht von der ersten Idee bis hin zur Verfolgung und Inkrafttreten konkreter Maßnahmen. Einen Mehrwert bietet außerdem die Kommentarfunktion durch Mitarbeiter. Sie fördert auch den kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Unternehmen. Der strukturierte Ansatz zum Wissensmanagement nach ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 brachte Türmerleim jedenfalls die Rezertifizierung für Qualitätsund Umweltmanagement. Der Qualitätsmanager Michael Viete ist in diesem Zusammenhang besonders stolz auf das erste, mit Orgavision durchgeführte Audit. „Der Auditor war sichtlich beeindruckt, wie strukturiert wir mithilfe von Orgavision die gestiegenen Anforderungen der Normen abgebildet haben“, betont er. Eine im System ermöglichte Schlagwortsuche trug dabei maßgeblich zum einfachen Auffinden der benötigten Dokumente während der Rezertifizierung bei. Nach Eingabe einer Prüfmethode werden dem Nutzer nämlich alle zum Prozess gehörenden Dokumente angezeigt. www.tuermerleim.de www.orgavision.de


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ARBEITSSICHERHEIT

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Eine Ampel sorgt für geregelten Zutritt Signalampel-Set für eine geregelte Zutrittskontrolle bei Corona Angesichts der Corona-Pandemie suchen Unternehmen nach Möglichkeiten, die Sicherheitsvorgaben bei der Pandemiebekämpfung umzusetzen. Werma Signaltechnik bietet hierfür beispielsweise die Ampellösung Signalset an: Damit kann die Zutrittskontrolle zu firmeninternen Räumlichkeiten und Hallen ebenso organisiert werden wie der Zugang zu öffentlichen Einrichtungen. Der Signalgerätehersteller Werma bietet mit dem Signalampel-Set eine einfache Möglichkeit, eine geregelte Zutrittskontrolle umzusetzen. Die Lösung zur Zutrittskontrolle besteht aus einer funkgesteuerten Signalsäule, die für den Außenbereich geeignet ist und mithilfe der Farben Grün und Rot eindeutig anzeigt, ob derzeit ein Zutritt möglich ist. Zudem wird mithilfe einer Beschriftungstafel die Bedeutung der Farben eindeutig erläutert. Grün bedeutet beispielsweise „Bitte eintreten“ und Rot „Bitte warten“. Diese Tafel kann alternativ angebracht werden. Dank der mitgelieferten Fernbedienung können die Mitarbeiter einfach auf Knopfdruck die Farbe

Mit diesem System kann beispielsweise den Personen vor dem Eingang eines Geschäftes oder einer öffentlichen Einrichtung signalisiert werden, ob ein Zugang derzeit gewährt werden kann oder nicht. Somit ist sichergestellt, dass der notwendige Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Bild: Werma

des Signals im Außenbereich abändern.

Das Set lässt sich schnell und einfach auf- und abbauen, ist sofort einsatzbereit. Dank Plug & Play muss man lediglich den Netzstecker in die Steckdose stecken. Sollte kein Stromanschluss außerhalb des Gebäudes vorhanden sein, kann die Signalsäule alternativ mit einem USB-Anschlusselement ausgerüstet werden, welches an einer handelsüblichen USB-Powerbank angeschlossen wird. Alternativ kann die Signalampel um ein sogenanntes „Sprachausgabeelement“ erweitert werden. Auf dieses lassen sich individuelle MP3- bzw. Sprachnachrichten aufspielen. So lassen sich eindeutige Anweisungen per Knopfdruck wiedergeben. www.werma.com

Unter Spannung darf nicht spannend sein Wie sich Anlagen und Schaltkästen mithilfe einer Hightechflüssigkeit reinigen lassen Eine regelmäßige Wartung und Reinigung von Maschinen, Anlagen und Schaltkästen erhöht nachweislich die Betriebssicherheit. Doch nicht immer ist es möglich, zu diesem Zweck die Stromversorgung zu unterbrechen. Folglich müssen diese Arbeiten oftmals unter Spannung (AuS) durchgeführt werden. Unterstützung hierbei bietet 3M mit der neuen Novec Hightechflüssigkeit. Sie ermöglicht nach Angaben des Herstellers eine tiefe und besonders gründliche Elektronassreinigung - und zwar ohne, dass hierfür der Betrieb ruhen muss. Normen wie die DIN VDE 0105100 verlangen die regelmäßige Wartung von elektrischen Anlagen. Denn damit kann möglichen Gefahren wie Kriechströmen, Überschlägen, Kurzschlüssen oder gar Bränden vorgebeugt werden. Doch nicht in jedem Betrieb ist es möglich, dazu die Produktion ruhen zu lassen und Maschinen oder Schaltkästen vom Netz zu nehmen. Ähnliches gilt für sensible Anwendungen wie in Krankenhäusern oder in Flughäfen. In diesen Fällen stellt das Arbeiten unter Spannung eine geeignete Lösung dar. Für eine effektive Nassreinigung unter diesen Bedingungen eignet sich beispielsweise der Sicherheitsreiniger Rivolta S.L.X. 500 der

Voraussetzung für das Arbeiten unter Spannung ist unter anderem, dass die ausführende Person über eine AuS-Zusatzausbildung entsprechend DIN EN 0105-100 verfügt. Bilder: 3M

Bremer & Leguil GmbH aus Duisburg. Die Novec Hightechflüssigkeit von 3M ist dabei ein

Der Vergleich vorher (links) und nachher (rechts) zeigt die Wirkung des Reinigers eindrucksvoll. Klar ist: Eine regelmäßige Nassreinigung elektrischer Anlagen trägt zu einer erhöhten Betriebssicherheit bei.

wichtiger Bestandteil dieses Reinigers. Sie ist schnell trocknend, chemisch inert und elektrisch nicht leitend. Beim Arbeiten unter Spannung unterstützt sie eine schnelle und effektive Verteilung des Reinigers. Dabei können alle üblichen Metalle, Kontaktbeschichtungen, Isolationswerkstoffe, Farben, Lacke, Gummi und Kunststoffe auf diese Weise benetzt werden. Aufgrund der niedrigen Oberflächenspannung und des hohen spezifischen Gewichts erreicht und umspült der Reiniger elektrische Bauteile auch an schlecht zugänglichen Stellen. So können, wie der Hersteller betont, Verunreinigungen selbst aus kleinsten Spalten materialschonend entfernt werden. www.3m.de/novec www.bremer-leguil.de

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Arbeitsschutz in Zeiten von Corona Corona-Tracer für betrieblichen Infektionsschutz Inform bringt in Kooperation mit dem niederländischen Unternehmen Safedrivepod den CoronaTracer auf den deutschen Markt. Dies sind wartungsfreie Geräte in der Größe einer Streichholzschachtel, die Mitarbeiter wie ihren Mitarbeiterausweis am Körper tragen. Sie zeichnen AnnäBild: herungen auf weniger als zwei Meter zwischen Mitarbeitern ano- Inform nym und ohne GPS auf. Die kleinen Geräte sind in Sachen Infektionsschutz eine praxistaugliche Alternative zu Tracking-Apps auf Smartphones. Indem sie Kontakte zwischen Mitarbeitern erfassen, können Unternehmen gezielt dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard nachkommen und Infektionsschutz gewährleisten, ohne pauschale Beschäftigungsverbote und Betriebsschließungen zu riskieren. Die Geräte sind sofort einsatzbereit, müssen nicht gewartet oder aufgeladen werden und haben eine Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten bei typischen Arbeitszeiten. Deshalb werden im Betrieb keine Ladestationen für die Geräte benötigt. Dabei wird die Zuordnung jedes Geräts zu dem jeweiligen Mitarbeiter nur an einer vertrauenswürdigen Stelle im Unternehmen hinterlegt. Mithilfe der Geräte lassen sich bei Infektionsfällen die Kontaktpersonen der letzten zwei Wochen nachvollziehen und somit Gefährdungslagen beurteilen. www.safedrivepod.com www.corona-tracer.com www.inform-software.de Desinfektionssprühgeräte für den mobilen Einsatz Um Mikroben auf Flächen, Geräten, Geländern und Abfallcontainern zu bekämpfen, ist eine gute Benetzung mit ausreichender Menge Desinfektionsmittel wichtig. Cemo bietet in diesem Zusammenhang ein Sortiment praxiserprobter Sprühgeräte an - vom Kanister-Pumpenset bis hin zum mobilen SprühCaddy für größere Flächen. www.cemo.de Corona-Schutz für Kunden und Mitarbeiter Zu viel Nähe und Tröpfcheninfektionen gelten als Gründe für das um sich greifende CoronaVirus. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind daher dringend notwendig. Die notwendigen Produkte hierfür hat der hessische Hersteller Löw Ergo in einem Corona-Portfolio in seinem Webshop verfügbar gemacht. Die Spuckschutz-Wände aus Acrylglas beispielsweise sind in verschiedenen Größen und Ausführungen als durchgehende Komplettabschirmungen mit und ohne Seitenflügel oder auch mit Durchreiche verfügbar. Sie sind als werkzeugloses Stecksystem mit Standfüßen ausgeführt und einfach zu installieren. Abstand halten mit Corona-Hinweismatten: Geeignet hierfür sind Bild: Löw Ergo die Schmutzfangmatten mit spezifischen Covid-19-Hinweisen. Sie sind in verschiedenen Größen und mit Aufdrucken verfügbar. www.sitz-besser.de Mobile Handhygiene leicht gemacht Die Günzburger Steigtechnik hat flexible Waschstationen entwickelt. Die Rollcontainer sind mit integrierten Waschbecken ausgestattet und machen so eine schnelle Handhygiene an unterschiedlichsten Einsatzorten möglich. Universalspender für Seife, Desinfektionsmittel und Trockentücher, Müllvorrichtungen sowie ausreichend Platz für praktische Lagerboxen sind ebenfalls enthalten. Die Neuheiten sind in zwei Ausführungen erhältlich: Typ 1 weist ein großes Edelstahlwaschbecken mit schwenkbarer Armatur sowie großer Abtropffläche auf. Zudem ist ein ausziehbarer Schlauch für den Wasserzulauf bei dieser Rollcontainer-Variante bereits integriert. Typ 2 ist kompakter. Das Waschbecken ist hier 400 x 300 Millimeter groß, besitzt einen integrierten Mülleimer und lässt sich hygienisch und ohne Handberührung mit dem Fuß bedienen. www.steigtechnik.de


REINIGUNG

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Da staunen die Engel im Himmel über Berlin Wie Kärcher den großen Südturm des Berliner Doms reinigt Im März dieses Jahres reinigten die Spezialisten von Kärcher den Südturm des Berliner Doms. Die Domfassade des im Herzen der Hauptstadt gelegenen Doms, eine der größten evangelischen Kirchen in Deutschland, wird derzeit nämlich umfassend saniert. Kärcher hat im Rahmen seines Kultursponsoringprogramms weltweit schon über 140 Denkmäler restauratorisch gereinigt. Dazu zählen neben den Kolonnaden des Petersplatzes in Rom, der Christusstatue in Rio de Janeiro, den über 3.300 Jahre alten Memnonkolossen im oberägyptischen Luxor und den Präsidentenköpfen am Mount Rushmore auch der Aachener Dom und die Kaiser-WilhelmGedächtnis-Kirche in Berlin. Nun stand die Reinigung des großen Südturm des Berliner Doms an. Die Sanierung und damit auch die Reinigung der Domfassade wurden notwendig, da vor rund zwei Jahren Fassadenschäden entdeckt wurden. „Die Schäden wur-

den unter anderem durch Ruß, Regen und Abgase verursacht. Zudem hat eindringendes Regenwasser das Gemäuer und die Sandsteinsubstanz verschiedener Schmuckelemente und Figuren am Dom stark beeinträchtigt“, berichtet Baudenkmalpflegerin Damaris Gorrissen. Im vergangenen Jahr konnte die Domgemeinde bereits die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für eine gemeinsame Kampagne für die Fassadensanierung gewinnen. Bundesweit sind mittlerweile Spenden in Höhe von 167.000 Euro bei der Stiftung eingegangen. Insgesamt benötigt die Gemeinde 1,6 Millionen Euro für die Sanierung.

„Die Sanierung des Doms ist für uns eine der zentralen Aufgaben der nächsten Jahre und ein riesiges Projekt. Dass wir jetzt die Firma Kärcher mit ihrer Erfahrung aus vielen restauratorischen Reinigungsprojekten als Unterstützer gewinnen konnten, ist natürlich eine großartige Hilfe“, betont Michael Kösling, geschäftsführender Domprediger. Die Experten von Kärcher entfernen Ablagerungen und Verkrustungen aus Ruß, Gummiabrieb und Staub, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte auf dem Sandstein abgelagert haben. Dabei kommt das sogenannte Niederdruck-Partikelstrahlverfahren zum Einsatz: Aus einem Ab-

Die Reinigungen der Denkmäler und der historischen Gebäude finden stets in enger Zusammenarbeit mit Denkmalschützern, Restauratoren und Kunsthistorikern statt. Bilder: Kärcher

stand von 10 bis 20 Zentimetern und mit einem Oberflächendruck von 0,5 bis 1 bar tragen die Spezialisten, ausgestattet mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen, die Schmutzschichten mit einem AluminiumsilikatStrahlmittel ab. Diese Methode wurde vorab vom Landesdenkmalamt festgelegt und bei Voruntersuchungen bestätigt. „Das hier angewendete Verfahren ist zwar sehr aufwendig und zeitintensiv, zugleich ist es aber auch sehr wirksam und substanzschonend. Mit der restauratorischen Fassadenreinigung des Südturms können wir unseren Teil dazu beitragen, dass ein wichtiges historisches Erbe in Berlin nachhaltig geschützt und erhalten

bleibt“, erklärt Kärcher-Projektleiter Nick Heyden, der die Arbeiten vor Ort koordiniert. www.karcher.de

Der Dom gilt als das Eingangstor zur berühmten Museumsinsel und ist eine der größten evangelischen Kirchen in Deutschland.

Neue wasserbasierte Hochleistungsreiniger von IBS Scherer IBS Scherer hat wasserbasierte Spezialreiniger im Sortiment, die so der Hersteller - mühelos hartnäckigste Verschmutzungen effektiv beseitigen. Sie alle fallen nicht unter die VOC-Richtlinie und sind damit besonders umweltfreundlich. Zu den Details: Die beiden Spritzreiniger WAS 10.100 und WAS 10.500 wurden speziell für ein breites Anwendungsspektrum konzipiert und überzeugen laut Hersteller unter anderem in Waschautomaten, Spritz- und Flutreinigungsanlagen sowie wässrigen Teilereinigungsgeräten, denn sie entfetten und reinigen in einem. WAS 10.100 entfernt Kühlschmierstoffe, Bohr- und Schneidöle, Konservierungsmittel wie Wachse, Hydrauliköle und Fette. WAS 10.500 ist zusätzlich für Ultraschallgeräte geeignet und als neutraler Reiniger kennzeichnungsfrei sowie aluminiumverträglich.

Der Ultraschallreiniger WAS 20.100 entfernt nach Herstellerangaben Eingebranntes, Verkokungen sowie Ölkohle. Er ist damit u.a. ein guter Reiniger für Motorenteile und Zylinderköpfe, da er zudem aluminium- und buntmetallverträglich ist sowie einen Korrosionsschutz bietet und auch als Entschäumer wirkt. Die IBS-Spezialreiniger WAS 30.100 (Hochdruckreiniger) und WAS 30.300 (Werkstattreiniger) sind für Hochdruckanwendungen sowie Sprüh- und Wischverfahren konzipiert. Sie sind auch für grobe Verunreinigungen geeignet. Die Schaumhaftung verstärkt die Einwirkung. Danach lassen sich die Geräte, Fahrzeuge, Böden und Flächen etc. streifenfrei reinigen. Mit seinem Glanz- und Abperleffekt ist der WAS 30.100 besonders schonend. Geeignet für jedwede Art von Boden (Beton, Keramik, Fliesen beschichtet oder unbeschichtet)

ist der WAS 40.100 (Industrie- und Werkstattböden). Er eignet sich für die Grund- und Unterhaltsreinigung. Reifengummiabrieb (Gabelstapler) beseitigt er genauso wie hartnäckige Ablagerungen, Öl- und Fettrückstände. Einen gebrauchsfertigen Mehrbereichsreiniger hat IBS mit dem WAS 50.100 im Programm: Multifunktional reinigt er effektiv und materialschonend Maschinen, Werkzeuge, Oberflächen. Der Sicherheitsreiniger ist kennzeichnungsfrei und dabei aluminium- und buntmetallverträglich. Mit der Entwicklung des IBSSpezialreinigers WAS 60.100 (Harzentferner) wurde ein Produkt auf den Markt gebracht, das laut Hersteller effektiv starke Harzverklebungen sowie Flecken löst und u.a. Bitumen, Teer, Verkrustungen, Eingetrocknetes und Eingebranntes beseitigt. www.ibs-scherer.de

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REINIGUNG

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Pulverbeschichtung: Saugen statt Maskieren Warum ein Landmaschinenhersteller nun auf Ruwac-Sauger setzt Grün und Orange - das sind die Firmenfarben der Amazonen-Werke und damit die vorherrschenden Farbtöne bei der Pulverbeschichtung im Werk Hude-Altmoorhausen bei Oldenburg. Dort fertigt das 1883 gegründete Familienunternehmen in einer neuen Produktionsstätte Maschinen für die Großflächensätechnik. Bei der Pulverbeschichtung geht es dabei ganz neue Wege. In insgesamt neun Standorten produziert Amazone unter anderem Feldspritzen, Düngestreuer, Sämaschinen, Geräte für die Bodenbearbeitung und Kommunalfahrzeuge. Dabei werden rund 80 Prozent der produzierten Geräte und Maschinen exportiert - in insgesamt über 70 Länder. Damit gehört das Unternehmen nicht nur zu den Marktführern für Ackerbaugeräten in den Sparten Bodenbearbeitung, Sätechnik, Düngen und Pflanzenschutz, sondern auch zu den innovativsten Unternehmen der Branche: Mit 32 DLG-Medaillen bei den letzten zehn Agritechnica-Messen hält das Unternehmen den Spitzenplatz in der Branche. Innovativ ist das Unternehmen aber nicht nur, wenn es um die Entwicklung neuer Landmaschinen geht, sondern auch bei der Optimierung der Produktionstechnik. Hier steckt die Optimierung allerdings oft im Detail, wie das Beispiel der Pulverlackierung in Altmoorhausen zeigt.

Da Landmaschinen im Betrieb extremen Belastungen unterliegen man denke nur an die mechanischen Beanspruchungen zum Beispiel durch Steinschlag auf dem Acker oder durch korrosive Düngemittel -, werden diese nicht einfach lackiert. Stattdessen setzt man auf die Pulverbeschichtung, denn pulverbeschichtete Oberflächen bieten eine hohe chemische und mechanische Beständigkeit. Allerdings stellt sich bei der Beschichtung immer die Frage, wie man verhindert, dass Pulverrückstände in den Schraub- und anderen Bohrlöchern verbleiben und nachfolgende Montagevorgänge erschweren. Normalerweise werden diese Löcher deshalb vor dem Beschichten mit Stopfen verschlossen oder abgeklebt. Das wiederum hat jedoch den Nachtteil, dass jede einzelne Bohrung vor dem Lackieren mit einem Stopfen versehen oder maskiert und nach dem Lackieren auch wieder demaskiert werden muss - das ganz Verfahren ist also entsprechend aufwendig.

Deshalb suchte das Team um Sascha Jastremsky, den Leiter Pulverapplikation bei Amazone, nach einer Alternative, bei der man auf die Stopfen verzichten konnte. Stattdessen sollten die mit Pulverlack beschichteten Bohrungen nach dem Lackiervorgang gereinigt werden. Für diese Aufgabe wurde nun ein Ruwac-Sauger angeschafft. Mit ihm saugt ein Mitarbeiter jetzt direkt nach der Lackierung die Löcher aus, während sich die frisch beschichteten Bauteile im Fördersystem der Beschichtungsanlage befinden und langsam an ihm vorbeitransportiert werden. Dieser Prozess lässt sich also gut in die Fließfertigung integrieren. Für diese Arbeit stehen dem Bediener des Saugers mehrere Spezialdüsen zur Verfügung, die exakt in die jeweiligen Bohrungen passen und für diese Anwendung gefertigt beziehungsweise ausgewählt wurden. Zum Einsatz kommt hier ein direktangetriebener Sauger aus dem Standardprogramm von Ruwac. Der Sauger vom Typ DA

Bei einem typischen Bauteil sind acht Bohrungen zu reinigen. Hierfür werden drei verschiedene Düsen benötigt. Bild: Ruwac

1300 M ist mit einem Taschenfilter ausgestattet, dessen Oberfläche 2,6 Quadratmeter groß ist. Dennoch ist der Sauer kompakt, gut rollbar und hält Stäube der Klasse M zu 99,9 Prozent zurück. Wichtig: Weil die Pulverstäube explosionsfähig sind, ist der Sauger gemäß Staub-Ex-Zone 22 nach ATEX-Richtlinie ausgeführt. Für Ruwac haben sich die Verantwortlichen unter anderem deshalb entschieden, weil schon an

einem Schleifplatz ein Sauger dieses Herstellers zum Einsatz kommt, mit dem man gute Erfahrungen gemacht hat. Außerdem, so Sascha Jastremsky, „hat Ruwac die neue Art der Bauteilvorbereitung beim Pulverbeschichten sachverständig und kooperativ unterstützt“. Auch deshalb habe sich diese Lösung aus Sicht von Amazone im Praxisbetrieb bestens bewährt. www.ruwac.de

Mit Luftblasen gegen Ablagerungen Säuberung von Kühlkanälen mithilfe eines mechanischen Pressluftverfahrens In den Leitungen von Spritzgusswerkzeugen bildet sich mit der Zeit durch Korrosion oder Kalkablagerungen eine Isolationsschicht. Diese verringert den Querschnitt dieser Kanäle. In der Folge kann nicht mehr genügend Wärme in der gleichen Zeitspanne abgeführt werden. Um trotzdem eine effiziente Kühlung von Spritzgusswerkzeugen zu gewährleisten, ist deshalb eine regelmäßige Reinigung notwendig. Zum Einsatz kommen dabei in aller Regel chemische Methoden, wobei diese Säuberungen zumeist auch noch manuell ausgeführt werden müssen, was ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für die Mitarbeiter darstellt. Doch es gibt Alternativen. Die Firma Wattec bietet bereits seit geraumer Zeit genau für diese Fälle eine vollautomatische Reinigungshilfe an, die laut Hersteller solche Ablagerungen schnell und sicher entfernt - den Dreyproper. Nun wurde die vierte Generation des Reinigungsgeräts vorgestellt und diese verfügt jetzt zusätzlich über das sogenannte Rampling-Verfahren - ein mechanisches Ausstattungsmerkmal zur Unterstützung der chemischen Säuberung. Dabei werden über eine frequenzgeregelte Pumpe und einen zusätzlichen Pressluftanschluss Luftblasen in den Volumenstrom des Reinigungsmittels eingespritzt, um beispielsweise hartnäckige Kalkablagerungen oder Schlammschichten zu entfernen. Dies erhöht, wie der Hersteller betont, die Effizienz des Reinigungsvorgangs nochmals um 15 Prozent gegenüber der bisherigen Methode. Grundsätzlich funktioniert aber auch die verbesserte Version ebenso wie die Vorgänger: Um Ablagerungen in einem Spritz-

„Über eine vollautomatische Veränderung des Drucks werden die Luftblasen abwechselnd vergrößert und verkleinert“, erklärt Joachim Rohmann, Geschäftsführer von Wattec, und verdeutlicht: „Die dabei entstehende Strömung wirbelt die Luftblasen durcheinander und dadurch prallen sie immer wieder gegen die Ablagerungen. Auf diese Weise werden selbst hartnäckige Verkrustungen abgelöst und mitgerissen.“

gusswerkzeug zu entfernen, wird das Reinigungsgerät an dessen Kühlkanäle angeschlossen. Anschließend aktiviert sich als Erstes die Trinkwasserflutung, dann wird die Umwälzpumpe einge-

schaltet und Frischwasser durch die Kanäle gepumpt, um festzustellen, ob es im Spritzgusswerkzeug eine undichte Stelle gibt. Wurde keine Leckage gefunden, beginnt das Gerät, die Reinigungschemikalie einzuleiten und der eigentliche Säuberungsprozess startet. „Wir stellten fest, dass auf dem Kalk oder Rost in den Leitungen manchmal eine Schlammschicht entsteht und diese durch die Reinigung zwar gelockert, aber nicht vollständig gelöst wurde“, berichtet Joachim Rohmann, Geschäftsführer der Wattec GmbH. Er ergänzt: „In diesen Fällen konnte die Chemikalie auch die darunterliegenden Ablagerungen nicht mehr erreichen. Daher suchten wir nach einer Lösung für dieses Problem.“ Das Ergebnis war das sogenannte RamplingVerfahren - eine mechanische Bürstmethode mithilfe unterschiedlich großer Luftblasen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem BMWi im Rahmen eines WIPANO-Programms gefördert. Für das neue Feature wurde dem

Um sich von der Effizienz und der einfachen Bedienung des Dreyproper 4.0 zu überzeugen -hier ein Vorher-nacher-Bild -, können Anwender das Gerät auch probeweise anmieten. In einem solchen Fall fahren die Reinigungsexperten von Wattec zur Einweisung an den jeweiligen Einsatzort. Dort stehen sie auch gerne beratend zur Seite, um beispielsweise bei der Optimierung des Kühlwassers zu unterstützen. Bilder: Wattec

Dreyproper nun eine mehrstufige Kreiselpumpe hinzugefügt, die frequenzgeregelt ist und hohen Druck erzeugen kann. Direkt nach dieser Pumpe ist ein Pressluftanschluss montiert, mit dessen Hilfe Luftblasen in den Volumenstrom des Reinigungsmittels eingespritzt werden. „Über eine vollautomatische Veränderung des Drucks werden die Luftblasen abwechselnd vergrößert und verkleinert“, erklärt Rohmann. „Die dabei entstehende Strömung wirbelt die Luftblasen durcheinander und dadurch prallen sie immer wieder gegen die Ablagerungen. Auf diese Weise werden selbst hartnäckige Verkrustungen abgelöst und mitgerissen,“ beschreibt Rohmann die Funktionsweise. Mit dieser Methode lässt sich die Innenfläche der Kühlkanäle großflächig bürsten, wodurch sowohl isolierende Schlammschichten als auch die Ablagerungen darunter entfernt werden. Die Reinigungswirkung steigt dank des neuen

Verfahrens laut Hersteller um bis zu 15 Prozent. Im Anschluss an den gesamten Reinigungsprozess wird die Chemikalie mit einer zweiten Lösung neutralisiert und danach mit Frischwasser ausgespült. Dadurch wird sichergestellt, dass sämtliche chemische Rückstände aus dem Spritzgusswerkzeug entfernt werden. „Um die Stillstandszeiten der Anlage zusätzlich zu verkürzen, kann nun sogar der neue Pressluftanschluss genutzt werden“, so Rohmann. „Damit lassen sich die Kühlkanäle schnell und unkompliziert ausblasen, wodurch keinerlei Flüssigkeit im Spritzgusswerkzeug zurückbleibt - es ist sofort sauber und trocken.“ Am Ende werden alle Anschlüsse des Dreypropers vom jeweiligen Spritzgusswerkzeug abmontiert und das Reinigungsgerät, in dem sich nun die neutralisierte Lösung befindet, entfernt. Die gereinigte Anlage ist direkt einsatzbereit. www.wattec.de


Juni Sonderteil Condition Monitoring

2020 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Mit dem Didactum Monitoring System 300 können laut Hersteller unternehmenswichtige Anlagen und Systeme auf umfassende Art und Weise geschützt werden. Bild: Didactum

Webbasierte Fernüberwachung von Maschinen Das Didactum Monitoring System 300 des Herstellers Didactum aus Münster wird auf eine DIN-Hutschiene installiert. An der Haupteinheit befinden sich sechs Anschlüsse für Sensoren. Der Anwender kann aus dem Sensorsortiment eine individuelle Überwachungslösung zusammenstellen. So können zum Beispiel wichtige Umwelteinflüsse wie Temperatur, Feuchtigkeit oder Luftkühlung permanent gemessen und überwacht werden. Auch Sensoren für die Erkennung von Wasser oder Feuerbrand lassen sich anschließen. Am Monitoringsystem angeschlossene Strom- und Spannungssensoren unterstützen das permanente Power Monitoring in den zu überwachenden Räumen und Anlagen. Bereits vorhandene Sensoren werden mit Unterstützung von Messkonvertern in das Condition Monitoring des IP-basierten Überwachungssystems eingebunden. Außerdem lassen sich wichtige Anlagen, Systeme und Maschinen per Zweidrahtkabel in die Echtzeitüberwachung einbinden. Meldet eine Maschine oder eine Anlage eine Störung, werden die zuständigen Mitarbeiter per SNMP Trap, E-Mail und/oder SMS informiert. Kostenintensive Stillstandszeiten können durch den Einsatz des ethernetbasierten Mess- und Überwachungssystems laut Hersteller reduziert werden. www.didactum-security.com Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Durch das rechtzeitige Erkennen des Schadens konnte die Zementmühle bis zum Instandsetzungstermin mit voller Leistung produzieren. Bilder: Gfm

Mehr Entscheidungsspielraum ... ... bei der Instandsetzung - dafür sorgt das Condition Monitoring von Maschinen und Anlagen. Was das in der Praxis bedeutet, zeigt das Verfügbarkeits-Tuning bei Antrieben von Zementmühlen: Diese müssen normalerweise 340 Tage im Jahr 24 Stunden lang verfügbar sein. Das funktioniert nur, wenn die Qualität des Antriebs und vor allem die Instandhaltung stimmen. Jeder Betreiber von Maschinen und Anlagen wünscht sich, dass die Wälzlager und Getriebe jahrelang störungsfrei arbeiten so lange, bis sie ihre projektierte Lebensdauer erreicht haben. Doch das ist Theorie, denn viele Einflussfaktoren führen in der Praxis dazu, dass so manche Antriebselemente diesen Zeitpunkt nicht erreichen selbst bei optimaler Pflege. Um den konkreten Verfügbarkeitserwartungen dennoch gerecht zu werden, muss man stets wissen, was mit dem Antrieb passiert und welche Bauteile zu welchem Zeitpunkt ihren Abnutzungsvorrat verbraucht haben werden. Das Problem dabei: Der Abnutzungsvorrat baut sich nicht linear ab. Das bedeutet: Der alljährliche Blick durch den Schaulochdeckel reicht zumeist nicht aus, um sich ein Urteil über den Zustand

bilden zu können, zumal Wälzlager beispielsweise überhaupt nicht einsehbar sind. Daher sind Werkzeuge, die wenigstens alle paar Tage aktuelle und belastbare Zustandsinformationen liefern, so wichtig. Hier kommt die Schwingungsdiagnose ins Spiel. Diese Technik hat sich in den letzten 60 Jahren als Mittel der Wahl etabliert, denn Schwingungen enthalten sehr viele Informationen, insbesondere über mechanische Phänomene. Außerdem breiten sich Schwingungen sehr gut aus und sind leicht zu messen und zu interpretieren. Wenn beispielsweise die Laufbahn eines Wälzlagers einen Fehler aufweist, so erzeugt jeder Wälzkörper, der diese Stelle passiert, einen Stoß. Mit welcher Frequenz, also wie oft pro Sekunde die Stöße erzeugt werden, ergibt sich aus den inneren Wälzlagerdaten und der Drehzahl.

Ähnlich äußern sich Defekte an Zahnrädern. Es werden spezifische Schwingungen erzeugt, die sich anhand der Frequenz exakt einer mechanischen Ursache zuordnen lassen. So sind aus dem Schwingungssignal anhand weniger Regeln eindeutige Rückschlüsse auf den Schädigungszustand eines Antriebs möglich. Die Messung erfolgt meist mit piezoelektrischen Beschleunigungssensoren. Diese sind hinreichend genau und decken einen großen Messbereich ab. Außerdem sind sie robust und leicht zu installieren. Sichtbar gemacht werden die Schwingungen im Spektrum und im Hüllkurvenspektrum. Da moderne Antriebe häufig mit veränderlichen Drehzahlen betrieben werden, nutzt man stattdessen das Ordnungsspektrum und das Hüllkurvenordnungsspektrum. Weiter auf Seite 18


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CONDITION MONITORING

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Transformatorölüberwachung to go Mobile Lösung erweitert Einsatzmöglichkeiten der Gas-in-Öl-Analyse EMH bietet nun, neben stationären Systemen, mit dem Hydrocal 1011 genX P ein tragbares Gerät zur Analyse von Transformatoröl an. Nutzen lässt sich die mobile Lösung beispielsweise im Bereich von Leistungstransformatoren. Durch die Mobilität erschließt das Gerät aber auch neue Einsatzmöglichkeiten für die Gas-in-Öl-Analyse in anderen Anwendungen und Bereichen. Die von EMH entwickelten, stationären Gas-in-Öl-Analysesysteme werden bereits seit Langem von Netzbetreibern und Versorgungsunternehmen eingesetzt. Sie fungieren hierbei als eine Art Frühwarnsystem, indem sie die Leistungstransformatoren überwachen. Die fest installierten HydrocalSysteme erfassen dabei kontinuierlich die Konzentrationen von Wasser und bestimmten „Schlüsselgasen“, die im Transformatoröl gelöst sind. Sobald die Messungen vordefinierte Grenzwerte überschreiten, wird das Wartungspersonal per Alarmmeldung auf eine notwendige Überprüfung der Anlage hingewiesen. Die Systeme tragen also dazu bei, die Lebensdauer der Transformatoren zu verlängern und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Netzversorgung insgesamt zu sichern.

Fortsetzung von Seite 17 All diese Spektren werden in modernen Systemen mit hoher Auflösung gebildet, sodass Schwingungen sehr feingliedrig, also bis auf wenige Millihertz genau gemessen werden können. Diese Genauigkeit ist notwendig, um einerseits Defekte zuverlässig zu analysieren und gleichzeitig Fehlinterpretationen sicher zu vermeiden. So weit zur Theorie. Interpretiert man nun das unten abgebildete Spektrogramm, das von einem Antrieb einer Zementmühle stammt, so erkennt man, dass sich die Amplituden bestimmter Frequenzen der Schwingung mit der Zeit erhöhen. Dass es sich dabei um Schadensfrequenzen handelt, wurde zuvor schlicht ausgerechnet. Aus dem konkreten progressiven Amplitudenverlauf konnte auf einen kritischen Schadenverlauf geschlossen werden, der über kurz oder lang den Ersatz der geschädigten Teile erfordert. Der Clou dabei: In diesem Stadium

Die Methodik der Gas-in-ÖlAnalyse ist aber nicht nur auf Leistungstransformatoren anwendbar, sondern auch auf andere mit Öl gefüllte und elektrisch betriebene Geräte. Dazu zählen beispielsweise kleinere Verteiltransformatoren, für die sich der Einsatz eines stationären Systems nicht rechnen würde, sowie andere ölgefüllte Hochspannungsanlagen (Mess/Schutztransformatoren, CTs/PTs, Leistungsschalter etc.). Statt solche Geräte in vorgegebenen Intervallen einer umfangreichen Wartung zu unterziehen, ermöglicht das neue mobile Gerät nun eine einfache und flexible Kontrolle der wichtigsten Parameter vor Ort. Das System ermöglicht die Messung der Ölfeuchte sowie die Einzelmessung von Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Methan, Azetylen, Ethen, Ethan,

Sauerstoff, Stickstoff und Propan. Die Messgenauigkeit entspricht dabei mindestens den Vorgaben gemäß IEC 60567. Wie wichtig eine Kontrolle ist, zeigt die Praxis: So deuten beispielsweise erhöhte Werte von Kohlenmonoxid auf einen möglichen Schaden der Festkörperisolation hin, andere Werte dienen den Experten als Indikatoren für Überhitzung, Teilentladung oder energiereiche Lichtbogenbildung. In den meisten Fällen steht bereits unmittelbar nach der Messung fest, ob und welche Wartungsarbeiten nun in die Wege geleitet werden müssen. Herzstück des neuen Analysegerätes ist ein wartungsfreies NIR-Infrarot-Messystem mit Headspace-Extraktion nach IEC 60567. Das bedeutet: Öl- oder auch Gasproben werden direkt in die Extraktionskammer eingebracht und dort innerhalb kür-

Der Einsatz der Mobillösung zahlt sich vor allem bei kleineren Anlagen aus, die nun mit vergleichsweise geringem Aufwand häufiger kontrolliert werden können. Die Technologie der mobilen Gas-in-Öl-Analyse punktet außerdem bei der Installation oder Reparatur von Leistungstransformatoren. Bild: EMH

zester Zeit automatisch einer umfassenden Analyse unterzogen. Das tragbare Gas-in-Öl-Analysesystem wurde von EMH als „genX“-Gerät konzipiert und bietet damit, wie der Hersteller betont, eine erweiterte Funktionalität. Dazu zählen beispielsweise zahlreiche Schnittstellen zur Datenübertragung per WiFi, USB

oder LAN sowie ein SD-Speicher zur Dokumentation der Arbeitsergebnisse. Die Bedienung erfolgt über ein integriertes 7-Zoll-TFT-Farbdisplay. Alternativ zum Touchscreen können alle Gerätefunktionen auch über den genX-Webserver von jedem Smartphone, Tablet oder PC aus gesteuert werden. www.emh.eu

Doppelte Überwachung Wärmebildkameras mit integrierter Fotokamera Die kombinierten, industrietauglichen Foto- und Wärmebildkameras aus der Thermoview TV40-Serie von Fluke Process Instruments ermöglichen die kontinuierliche Prozessüberwachung und generieren automatische Alarme bei Überhitzung oder anderen definierten Unregelmäßigkeiten. Entdeckt wurde die Schädigung mithilfe des Peakanalyzers, einem OnlineCondition-MonitoringSystem der Firma GfM.

der Schädigung ist aber noch genug Zeit, die Instandsetzung vorzubereiten: Ersatzteile können beschafft, Hebezeuge besorgt, das Instandsetzungspersonal organisiert und ein entsprechender Stillstand eingeplant werden. Das Schadenbild, das sich nach dem Öffnen des Getriebes zeigte, bestätigt schließlich das Ergebnis der durchgeführten Schwingungsdiagnose. Wenngleich das Ausmaß der Schädigung noch keine Einschränkung erfordert

Die Amplituden bestimmter Schadfrequenzen der Schwingung haben sich mit der Zeit erhöht, wie das Spektrogramm zeigt.

hat, handelt es sich doch um eine signifikante Vorschädigung, die einen Totalausfall des Antriebs nach sich gezogen hätte. Condition Monitoring führt also zu einer immensen Verfügbarkeitserhöhung, von der der Anlagenbetreiber unmittelbar profitiert. Der finanzielle Aufwand für so ein System ist dagegen sehr niedrig. Eine derartige Überwachung ermöglicht beispielsweise der Peakanalyzer, das OnlineCondition-Monitoring-System von Gfm. Dieses überwacht die Schwingungen an beliebig vielen Sensoren vollautomatisch und ohne menschliches Zutun. Alle paar Minuten werden die Schwingungen gemessen und analysiert. Nur wenn konkrete Hinweise auf einen möglichen Schaden vorliegen, gibt das Gerät einen Alarm aus. Dann ist der Instandhalter gefragt, eine kompetente Entscheidung zu treffen. In der Regel wird man den Antrieb erst einmal weiterbetreiben, aber den Zustand konkreter beobachten und in aller Ruhe eine Instandsetzung einleiten. www.maschinendiagnose.de

Die Wärmebildsysteme Thermoview TV40 von Fluke überwachen Prozesse wie Warmumformung, Bremsentests und Formdrücken sowie verschiedenste Anlagen wie beispielsweise Kalköfen, Müllverbrennungsanlagen und Kessel. Sie sind zur festen Montage gedacht. Angeboten werden zwei Modelle und zwar mit Auflösungen von 320 x 240 Pixel oder 640 x 480 Pixel. Weitere Modelle sollen folgen. Unabhängig von der Auflösung ermöglicht die Thermoview TV40 eine kontinuierliche Temperaturüberwachung im Bereich von minus 10 Grad Celsius bis plus 1.200 Grad Celsius. Das Aluminiumgehäuse der Kombikamera erfüllt die Schutzart IP67 und verträgt Umgebungstemperaturen bis 50 Grad Celsius. Wenn das nicht reichen sollte,

Verschiedene Objektive, einschließlich Weitwinkelobjektiven, sind zum Austausch vor Ort verfügbar. Bild: Fluke Process Instruments

kann ein zusätzliches Kühlgehäuse genutzt werden. Dann kommt das Gerät mit Temperaturen bis zu 200 Grad Celsius zurecht. Die Standardausführung enthält ein fest eingebautes Objektiv und kommt daher ohne externe bewegliche Teile aus. Die Bildraten liegen bei 9 bzw. 60 fps. Die Geräte und ihr motorisierter Fokus lassen sich per Internet einstellen und steuern. Wärmebilder und Fotos können dabei überlagert angezeigt werden. Das erleichtert zum Beispiel die Ausrichtung der Kamera. Nutzer können außerdem die Emissionsgrade und Alarmbedingungen für verschiedene Messfelder individuell festlegen. Aufnahmen mehrerer Kameras lassen sich für Anzeige und Analyse sogar kombinieren. www.flukeprocessinstruments.de


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Leckagenortung im laufenden Betrieb Tragbare Lösung erschließt hohe Energieeinsparpotenziale - nicht nur bei der Druckluft Das neue UY000001 von Ipf Electronic ist ein Handheldgerät für die gezielte Ortung von Leckagen in Druckluftnetzen. Darüber hinaus lässt sich das Gerät aber auch an Gas- und Dampfleitungen sowie Vakuumanlagen einsetzen. Hier wie da hilft es, Leckagen zu entdecken und ermöglicht auf diese Art erhebliche Energiekosteneinsparungen. Druckluft ist der teuerste Energieträger überhaupt, denn deren Erzeugung benötigt viel Energie. Hinzu kommt, dass von Firmen viel dieser teuren Druckluft verschwendet wird: Schätzungen zufolge geht in rund 80 Prozent aller Betriebe pro Jahr bis zu 50 Prozent der Druckluft aufgrund von Leckagen in Verbrauchsnetzen verloren. Das Problem dabei: Leckagen sind nicht einfach zu entdecken. Wenn überhaupt, lässt sich das Geräusch der aus einer Undichtigkeit in einer Leitung oder einem Anschluss entweichenden Luft nur über das Gehör wahrnehmen. Doch in der Praxis ist dies kaum möglich, denn zumeist werden solche Anzeichen durch laute Umgebungsgeräusche in der Produktion erst gar nicht registriert. Die Folge: Die Kompressoranlage

muss permanent den Druckluftverlust ausgleichen, was zu hohen und vor allem völlig unnötigen Energiekosten führt. Mit der richtigen Ausstattung ist aber die Leckagesuche kein Problem. Das Suchgerät UY000001 von Ipf Electronic rückt beispielsweise mit Kamera, Mikro und Kopfhörer den Leckagen auf die Pelle und ermöglicht das Orten ebendieser im laufenden Betrieb. In technischer Hinsicht besteht die Handheldlösung aus einem Mikrofon mit Ultraschallwandler, einer Kamera mit Farbdisplay, einem Schalltrichter, einem Richtrohr für punktgenaue Ortungen kleinster Leckagen auf engem Raum sowie einem Kopfhörer. Und so funktioniert es: Druckluftleckagen in Verbrauchsnetzen erzeugen Geräusche im Ultraschall-

bereich. Richtet man das Leckagesuchgerät über die Kamera auf einen Bereich, in dem sich mutmaßlich eine Undichtigkeit befindet, werden die Ultraschallwellen der ausströmenden Druckluft mithilfe des Schalltrichters gebündelt und über das Mikrofon aufgezeichnet. Die Ultraschallwellen werden in hörbare Frequenzen gewandelt und an den Kopfhörer übertragen. Aufgrund der Erfassung im Ultraschallbereich lassen sich störende Umgebungsgeräusche weitestgehend ausblenden, wobei der Kopfhörer zusätzlich die Geräuschkulisse reduziert. Für ein genaues Anpeilen der Leckagestelle lässt sich zudem ein integrierter Laserpointer (Laserklasse 2) einsetzen. Ist ein Leck gefunden, zeigt das integrierte

Weniger Wartung, mehr Arbeitssicherheit Endress+Hauser zeigt eine intelligente Art, pH-Messstellen zu automatisieren Der Anbieter von Messgeräten, Dienstleistungen und Lösungen für die industrielle Verfahrenstechnik bringt mit Liquiline Control CDC90 nun ein System auf den Markt, das pH bzw. Redox misst. Darüber hinaus reinigt und kalibriert es vollautomatisch die angeschlossenen Elektroden. Das System verspricht unter anderem eine bessere Planbarkeit der Wartungseinsätze und ein Mehr an Arbeitssicherheit, da gefährliche Messstellen seltener aufgesucht werden müssen. In vielen Produktionsprozessen braucht es einen exakten pH-Wert, um eine hohe Produktqualität zu erhalten. Deshalb muss dieser Wert immer wieder oder auch ständig gemessen und kontrolliert werden. Dabei gilt: Je aggressiver das Medium, in welchem die pHElektrode misst, desto höher ist der Wartungsaufwand, denn nur ein korrekt gewarteter Sensor liefert wirklich präzise Messwerte. In Anwendungen mit harten Prozessbedingungen, wie sie beispielsweise in Chemiewerken, Kraftwerken, Minen oder Papierfabriken vorkommen, ist eine kontinuierliche Instandhaltung deshalb auch entsprechend aufwendig und führt zu hohen Betriebs- und Wartungskosten. Das neue System Liquiline Control CDC90 Endress+Hauser verspricht, diese Aufwände zu reduzieren und es soll gleichzeitig für präzise, reproduzierbare und jederzeit verfügbare Messergebnisse sorgen. Möglich wird dies durch eine kontinuierliche Sensorwartung, das heißt bei einer automatisierten Messstelle werden die angeschlossenen Sensoren immer in gleichbleibender Qualität gereinigt und kalibriert. Dies hilft, die Reinigungs- und Kalibrierzyklen zu optimieren. Wer die Zuverlässigkeit seiner Messwerte weiter erhöhen möchte, kann mit Liquiline Control CDC90 sogar seine Messstelle redundant betreiben. Mit der redundanten Messung erkennt das

Der Zugriff auf die komplette Messstelle ist über Smartphones und Tablets möglich. Bild: Endress+Hauser

System Sensorverschmutzungen selbstständig und löst dann eine Reinigung aus. Das Anlagenpersonal kann zudem über Tablets und Smartphones von jedem Ort aus auf die komplette Messstelle zugreifen und bei Bedarf eine Sensorwartung aus der Ferne anstoßen. Eine Automatisierung mit Liquiline Control CDC90 macht auch dem Wartungs- und Servicepersonal das Leben leichter, denn einerseits beschränkt sich der Wartungsaufwand in der Regel auf den Tausch verbrauchter Sensoren und leerer Puffer- beziehungsweise Reinigerkanister. Andererseits wird die Messstelle vom System automatisch dokumentiert und auf Wunsch über eine Software visualisiert. Das erleichtert das Erfüllen von Nachweispflichten und veranschaulicht Optimierungspotenziale für die Messstelle.

Liquiline Control CDC90 hat zudem eine permanente Verbrauchs- und Verschleißkontrolle. Diese überprüft kontinuierlich die Füllhöhe der Kanister und den Status verschiedener Verschleißteile, wie beispielsweise der Dichtungsringe in der angeschlossenen Armatur. Steht eine Wartungsmaßnahme an, wird das Anlagenpersonal frühzeitig vom System informiert und kann den Einsatz entsprechend planen. Die Integration von Liquiline Control CDC90 in Prozessleitsysteme ist dank zahlreicher Kommunikationsstandards einfach und nahtlos möglich. Der integrierte Webserver ermöglicht außerdem den Fernzugriff auf die komplette Messstelle und erlaubt so eine schnelle Diagnose und Beseitigung eventuell auftretender Störungen im Prozess. www.endress.com

Das UY000001 versetzt Anwender laut Hersteller in die Lage, kaum hörbare sowie nicht erkennbare Leckagen aus mehreren Metern gezielt zu lokalisieren, bei Bedarf selbst kleinste Lecks punktgenau zu orten und durch deren Beseitigung hohe Einsparungen bei den Energiekosten zu erzielen. Bild: Ipf Electronic

Farbdisplay den jeweiligen Druckverlust in l/min an. Wurden zuvor die Kosten pro Liter bzw. Kubikmeter Druckluft im Gerät hinterlegt, lassen sich außerdem die durch das Leck verursachten jährlichen Kosten in einer frei wählbaren Währung im Display anzeigen. Alle gesammelten Messergebnisse sowie ergänzende Informationen inklusive eines Bildes des Leckageortes können im Gerät gespeichert, via USB-Stick auf einen PC übertragen und anschließend über eine Software für eine lückenlose Dokumentation ausgewertet werden.

Überdies ermöglicht die Software die Erstellung von ausführlichen Umweltmanagementreports gemäß ISO 50001. Als ergänzendes Zubehör stehen ein Schwanenhals- und ein Parabolspiegelmikrofon zur Verfügung. Während sich die Schwanenhalsvariante zur zielgerichteten Ortung von Lecks an schwer zugänglichen Stellen aus sehr kurzen Distanzen eignet, lässt sich das Parabolspiegelsystem (Kamera und Laserpointer sind bereits integriert) zur Leckagesuche aus großen Entfernungen (maximal 12 Meter) nutzen. www.ipf.de


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Leckagen auf Knopfdruck an- und abschalten Mit dem Fraunhofer IPA konstruiert Mader einen Druckluftdemonstrator Mit einem Druckluftdemonstrator möchte das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA die Auswirkungen von Druckluftleckagen live sichtbar machen und zugleich den Grundstein für den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Bekämpfung von Druckluftleckagen legen. Für den Bau eines entsprechenden Demonstrators beauftragte das Forschungsinstitut den Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader. Leckagen sind für einen Großteil der Verluste in einem Druckluftsystem verantwortlich. Bis zu 30 Prozent der Energie werden durchschnittlich über Leckagen verschwendet. Ein Vergleich macht die Dimension des Problems, mit dem auch Instandhalter regelmäßig zu tun haben, eindrucksvoll deutlich: Bei 60.000 Druckluftanlagen in Deutschland und einem Stromverbrauch von 16,6 Terrawattstunden pro Jahr könnte allein durch die Beseitigung von Druckluftleckagen so viel Strom einge-

spart werden, wie Hamburg und München zusammen pro Jahr verbrauchen. Für Professor Sauer, Bereichsleiter ressourceneffiziente Produktion am Fraunhofer IPA und Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) an der Universität Stuttgart, ist das Grund genug, diesen Druckluftleckagen zu Leibe zu rücken. Gemeinsam mit den Forschern des Fraunhofer IPA will er dabei künstliche Intelligenz (KI) nutzen, um Leckagen in Druckluftsystemen schnell und gezielt zu ermitteln.

Aus seiner täglichen Arbeit bei Mader weiß Balachtsis, der für das Innovationsmanagement bei Mader verantwortlich ist, wie wichtig Transparenz ist, wenn es um Druckluft geht. „Wenn Seminarteilnehmer live sehen, welche direkte Folge ein geknickter Schlauch oder gar eine Leckage im System haben, werden sie eher bereit sein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, so Balachtsis. Dann, so sagt er, steige auch die Bereitschaft Leckagen zu ermitteln und zu beseitigen. Bilder: Mader

Der Druckluftdemonstrator, den das Fraunhofer IPA daraufhin in Zusammenarbeit mit Mader konstruiert, soll die Datengrundlage hierfür liefern. „Der Demonstrator schafft die Basis für unsere datengetriebene Produktionsforschung, etwa durch das Trainieren selbstlernender Algorithmen“, erläutern Christian Dierolf und Christian Schneider vom Fraunhofer IPA.

Verstehen, wie sich Leckagen ... Zunächst gilt es aber zu verstehen, wie sich eine Undichtigkeit im System bemerkbar macht. Hierfür wurde ein Handlingsystem aufgebaut, das eine automatisierte Fertigung simuliert. An vier Stationen Pressen, Schwenken, Aufnehmen mittels Vakuums und Transportieren -, können jeweils maximal vier unterschiedliche Szenarien gewählt werden: alles dicht, Knick im Schlauch, Loch im Schlauch und mechanische Undichtigkeit. „Egal welche Szenarien gewählt werden, die Messwerte, das heißt der Volumenstrom und der Druck, sind jederzeit auf dem Display ablesbar“, berichtet Vasileios Balachtsis, der das Projekt bei Mader intern koordinierte. Alle Mess- und Sensordaten werden

Das Fraunhofer IPA hat sich zum Ziel gesetzt, den Prozess weiterzuoptimieren. Der Demonstrator schaffe die Basis für die datengetriebene Produktionsforschung etwa durch das Trainieren selbstlernender Algorithmen, erklären die Fraunhofer-Forscher.

zusätzlich mittels OPC UA automatisiert auf die Industrie-4.0Plattform „Virtual Fort Knox“ übertragen. Dort werden sie für weiterführende Analysen verarbeitet. In Zukunft sollen dank dieses Systems Leckagen nicht nur ermittelt und lokalisiert werden.

... im System bemerkbar machen Auch die Bezeichnung und Bestellnummer des betroffenen Bauteils soll per App ausgespielt werden. So könne sich der Druckluftverantwortliche Zeit sparen und ins-

besondere die Ausfallzeiten minimieren, zeigen sich die Forscher überzeugt. www.mader.eu

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 18. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 10 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2020. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

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Druckluftüberwachung über Standorte hinweg Kompressor-Management-System von Airleader im Einsatz bei Euscher Euscher gehört zu den führenden Herstellern in Europa, wenn es um die Herstellung von Präzisionstiefziehteilen aus Metall geht. Dabei ist für das Bielefelder Unternehmen die Druckluftzuführung von elementarer Bedeutung für die Produktionsprozesse. Um die Versorgung mit diesem Medium sicherzustellen, setzen die Verantwortlichen von Euscher bereits seit vielen Jahren auf die Kompetenz von Oltrogge. Damit die Druckluftvorgänge hier noch besser überwacht, gesteuert und effizienter genutzt werden können, haben die Spezialisten für Oberflächen- und Drucklufttechnik bei Euscher nun eines der innovativsten Technik- und Softwaresysteme von Airleader installiert. „Druckluft ist Kernbestandteil unserer Produktion. Wenn da etwas ausfällt, steht alles still. Das kann sich heutzutage niemand mehr leisten“, erläutert Eberhard Budde, Produktionsleiter bei Euscher, die Bedeutung eines absolut störungsfreien und risikominimierten Ablaufs bei der Produktion von Präzisionstiefziehteilen. Hinzu komme der vergleichsweise hohe Aufwand für die lückenlose Überwachung, weil sich die Produktion bei Euscher auf zwei Standorte aufteilt. „Deshalb suchten wir gemeinsam mit dem Kunden nach einer Lösung, die für mehr Transparenz im laufenden Betrieb sorgt, Produktionsvorgänge in beiden Werken einheitlich visualisiert und damit letztendlich für eine Steigerung der Produktions-

Am Standort Bielefeld wurde nun ein Kompressor-Management-System des Herstellers Airleader installiert.

effizienz sorgt“, erklärt Sascha Borowczak, Gebietsverkaufsleiter bei Oltrogge, die Herangehensweise bei dem Projekt. Während einer anfänglichen, sorgfältigen Prüfung der bestehenden

Mit den Daten zu Druckverlusten im Netz sowie zu Temperatur und Stromverbrauch der Kompressoren kann das Unternehmen jetzt genau kalkulieren, mit welchem Energieumsatz welche Produkte hergestellt werden.

Anlage identifizierte die Spezialisten für Oberflächen- und Drucklufttechnik zunächst Störungen und Leckagen sowie potenzielle Risikobereiche in den beiden Werksstandorten. Aufgrund der Ergebnisse dieses Prüfprozesses empfahlen die Experten von Oltrogge für die zukünftige Überwachung eine moderne, digital steuerbare Technik, die mögliche Störungen und Ausfallrisiken in Echtzeit erfasst und ein vorausschauendes Eingreifen erlaubt. Deshalb wurde am Standort Bielefeld unlängst ein KompressorManagement des Herstellers Airleader installiert. Dieses System hat sich bereits im Werk in Vilsendorf bewährt. Neu ist allerdings, dass die erfassten Gesamtdaten der Sensoren über beide Standorte miteinander vernetzt und im Falle einer drohenden Störung direkt als Alarm an den Produktionsleiter weitergeleitet werden. So ist der Einsatz des 24-StundenNotdienstes von Oltrogge ohne zeitliche Verzögerung möglich. Diese lückenlose Datenüberwachung aller Standorte durch das Airleader-System ist in dieser Form einzigartig; Oltrogge setzt es bisher nur beim Kunden Euscher in dieser Detailtiefe ein. Obwohl anfänglich ausschließlich zur Risikominimierung und besseren Überwachung genutzt, hat die installierte Technik für Euscher zusätzlich deutliche Verbesserungen bei der effizienten Kostenkalkulation und Optimie-

Bei Euscher, einem der führenden Hersteller von Präzisionstiefziehteilen aus Metall in Europa, spielt die Druckluft eine wichtige Rolle in der Produktion. Bilder: Oltrogge

rung der Produktion ermöglicht. Dank der exakten Daten zu Druckverlusten im Netz, Temperatur und Stromverbrauch der Kompressoren kann das Unternehmen jetzt nämlich viel genauer kalkulieren, mit welchem Energieumsatz welche Produkte möglichst effizient hergestellt werden können. Im Rahmen des Projekts nutzte Oltrogge die aktuellen Modernisierungsarbeiten gleichzeitig für die Installation eines Systems

Sascha Borowczak, Gebietsverkaufsleiter bei Oltrogge, und Eberhard Budde, Produktionsleiter von Euscher (v.l.n.r.) sind mit der neuen Lösung mehr als zufrieden.

Designed to take the lead – die neue BOGE S-4 Baureihe.

Mehr Informationen unter: www.boge.com/s-4

zur Rückgewinnung der anfallenden Wärme aus dem Einsatz der Kompressoren; ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion des CO2-Footprints des Unternehmens. Eberhard Budde schätzt die kundenfokussierte Arbeitsweise sehr: „Das ist ein klarer Pluspunkt und für mich ein weiterer Beleg, weshalb wir seit so vielen Jahren mit Oltrogge zusammenarbeiten.“ www.airleader.de www.oltrogge.de

Wohin es führt, wenn man ein Entwicklerteam ermuntert, auch tausendfach Bewährtes in Frage zu stellen, beweist die neue BOGE S-4 eindrucksvoll: Ihr bemerkenswert leiser Lauf, die ausgeprägte Wartungsfreundlichkeit und der enorme Effizienzzuwachs sind Ergebnis eines völlig neuen Aufbaus – mit klarer Abgrenzung der Funktonsbereiche und vielen grundlegend neuen Detaillösungen. Mit der „Neuerfindung des Schraubenkompressors“ wurde ein Durchbruch erzielt, der die künftige Rolle und Bedeutung dieser Technologie neu definiert. Die neue boge.de/s-4 BOGE S-4.


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Eine Baureihe bietet nun x Varianten Neue Generation von Schraubenkompressoren verspricht hohe Wandlungsfähigkeit Boge bietet seine neue Generation der C-2-Kompressoren in unterschiedlichsten Varianten an. Erhältlich sind sie sowohl als anschlussfertige Komplettlösung mit Druckluftbehälter und Trockner, aber auch als Stand-alone-Version für größere Gesamtanlagen. Allen gemein ist, dass die Maschinen nicht nur kompakt konstruiert sind, sondern auch, dass sie - was die Instandhalter freut - dank gut zugänglicher Komponenten besonders wartungsfreundlich sind. Wie viel unterschiedliche Versionen es von der überarbeiten CBaureihe gibt, macht schon allein die Tatsache klar, dass Boge diese C-2-Kompressoren sowohl rie-

men- als auch direktgetrieben beziehungsweise frequenzgeregelt und dabei gleichzeitig direktgekuppelt anbietet - und das alles im gleichen Gehäuse.

Standardmäßig sind sie mit einem IE3-Motor ausgestattet sind. Bei höheren Ansprüchen an die Effizienz kann auch ein IE4Motor verbaut werden. Ab einer Leistung von 7,5 kW sind die Kompressoren außerdem mit einem frequenzgeregelten Lüfter verfügbar: So passt sich die Kühlleistung optimal an die Umgebungsbedingungen an. Auch ein Trockner lässt sich über die gesamte Baureihe hinweg integrieren, ebenso wie eine auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Steuerung. Anwender haben hier die Wahl zwischen der Basissteuerung base control und der focus control 2.0 für höhere Ansprüche. Egal, welche Ausstattung auch im Detail geordert wird, eines ist allen Modellen aus dieser Serie gemein: Die Maschinen der neuen C-2-Baureihe sind als Plugand-Play-Lösung eine komplette Druckluftstation auf kleinstem Raum und zwar ohne oder - bei

Serienmäßig sind die neuen C-2-Kompressoren mit einer Schalldämmhaube ausgestattet. Damit sind die leiser als ihre Vorgänger. Bild: Boge

dieser Baureihe erstmals bis zu einer Leistung von 22 kW - auch mit Behälter. Beide Varianten wurden, wie die Experten von Boge betonen, ergonomisch optimiert und besonders bedienerfreundlich designt. Das zeigt sich auch in der Praxis. Das Steuerungspanel ist je nach Variante direkt im Frontblech oder abgewinkelt eingebaut. Auch der Schaltschrank, die Riemen und alle anderen War-

tungsteile sind dank einfach abnehmbarer Verkleidungen leicht zugänglich. Auch hinsichtlich der Lautstärke gibt es eine Änderung: Dank der serienmäßig eingebauten Schalldämmhaube sind nämlich alle Kompressoren noch leiser als zuvor. Mit einer optional angebotenen Superschalldämmung lässt sich der Schallpegel sogar um weitere Dezibel reduzieren. www.boge.de

Druckluft- und Stromversorgung mobil Kaeser setzt beim Mobilair M59 auf den neuen Hatz-Dieselmotor Der neue mobile Baukompressor Mobilair M59 von Kaeser bietet eine integrierte pV-Regelung. Das bedeutet, dass mit ein und derselben Anlage je nach Bedarf große Druckbereiche abgedeckt werden können. Zum Einsatz kommt dabei unter anderem ein neuer Motor mit Abgasstufe V. Diverse Optionen im Bereich der Druckluftaufbereitung und die Möglichkeit, mit ergänzenden Generatoren Strom zu erzeugen, sorgen für Flexibilität. Die mobilen Baukompressoren des Models Mobilair M59 fördern bei niedrigster Druckeinstellung bis zu 5,5 m³/min. Die Druckverstellung erfolgt dabei per Tastendruck an der Steuerung Sigma Control Smart. Angetrieben wird der Baukompressor durch einen HatzMotor, der die EU-Abgasstufe V erfüllt. Um die zusätzliche Last für den notwendigen Dieselpartikelfilter zu kompensieren und um auch weiterhin einen Baukompressor mit optionalem Druckluftnachkühler und gleichzeitig großem Tankvolumen für eine komplette Tagesschicht anzubieten, setzt der Hersteller Kaeser nun auf Leichtbau: Aluminium bietet sowohl einen Gewichtsvorteil als auch die gleiche Robustheit und Wertbeständigkeit wie PE. Bei der aus größeren MobilairModellen bereits bekannten pVRegelung, die nun auch in den M59 Verwendung findet, hat der stufenlos einstellbare Maximaldruck (p) einen direkten Einfluss auf den maximalen Volumenstrom (V). Das bedeutet in der Praxis: Der Betrieb eines Aufbruchhammers mit maximal 7 bar ist dank dieser flexiblen Regelung mit ein und derselben Anlage genauso

Die europäische Version des M59 wird unter anderem in einer Version mit einem Gesamtgewicht unter 750 Kilogramm angeboten. Dies erlaubt ein ungebremstes Fahrwerk. Außerdem benötigt der Fahrer keinen Anhänger-Zusatzführerschein, er kann ein kleineres Zugfahrzeug wählen und das Ankuppeln oder Rangieren auf der Baustelle per Muskelkraft wird einfacher. Bild: Kaeser

möglich wie zum Beispiel Sandstrahlen bei 10 bar. Außerdem kann so auch dem Druckverlust beim Arbeiten mit langen Schlauchleitungen entgegengewirkt werden. Übrigens: Neben der Version bis 10 bar gibt es auch eine Version für Druckeinstellungen von 6 bis 14 bar für noch mehr Flexibilität mit ein und demselben Kompressor. Die europäische Version des M59 gibt es in einer Version mit einem Gesamtgewicht unter 750 Kilogramm. So kann ein ungebremstes Fahrwerk eingesetzt werden. Alternativ steht aber auch ein auflaufgebremstes Fahrgestell zur Wahl. Das kommt auch zum

Einsatz, wenn zum Beispiel ein Generator oder eine Druckluftaufbereitung mit Filterkombination für technisch ölfreie Druckluft gewählt wird. Die M59-Baukompressoren können optional mit einem 8,5 oder 13 kVA-Generator ausgerüstet werden und lassen sich so als mobiles Kraftwerk auf Baustellen einsetzen. Auch hier punktet die pV-Regelung: Abhängig vom eingestellten Maximaldruck und von der abgenommenen elektrischen Leistung sorgt die Steuerung für das maximal mögliche Druckluftvolumen für gleichzeitig Luft und Strom. www.kaeser.com


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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

Bearbeitung und Instandhaltung optimieren NUM bietet aktives Schwingungskontrollsystem für CNC-Werkzeugmaschinen an Das neue Schwingungsdämpfungssystem auf Beschleunigungssensorbasis wurde vom CNCLösungsanbieter NUM entwickelt, um durch die nahezu vollständige Eliminierung von Werkzeugkopfvibrationen die Bearbeitung zu verbessern und mittels der möglichen Maximierung der Materialabtragungsrate (MRR) zur Produktivitätssteigerung beizutragen. Das System kann aber auch wertvolle Echtzeit-Feedbacks für die vorbeugende Wartung liefern. Es ist als nachrüstbare Option für jede Werkzeugmaschine erhältlich, welche die digitalen Servoantriebe Mdlux von NUM verwendet, die wiederum Teil der Flexium+ CNC-Plattform dieses Unternehmens sind. Die meisten Beschleunigungssensoren sind nur in der Lage, niederfrequente Abtastraten zu erfassen und erfordern eine zusätzliche Signalaufbereitungselektronik, bevor sie - meist über Feldbus - an das CNC- oder SPSSystem angeschlossen werden können. Typischerweise können nämlich Beschleunigungsdaten nur alle 20 Millisekunden abgerufen werden, was für die Schwingungs-

Die Schwingungsdämpfung ist „an“. Trace 2 zeigt die Geschwindigkeit der X-Achse, während Trace 1 belegt, dass sich der gemessene Punkt auf der Maschine bewegt und dass die Beschleunigung nur die programmierte Geschwindigkeit ist (die Eigenfrequenz wurde vollständig kompensiert).

Die Schwingungsdämpfung ist „aus“. Trace 2 zeigt die Geschwindigkeit der X-Achse, während Trace 1 belegt, dass der gemessene Punkt auf der Maschine mit der Eigenfrequenz (etwa 3 Hz) schwingt. Bilder: NUM

dämpfung an Werkzeugmaschinen unzureichend ist. Anders der Beschleunigungssensor im neuen Schwingungsdämpfungssystem von NUM. Er tastet alle 100 Mikrosekunden ab, sodass er für die Regelung von Bandbreiten bis zu mehreren Hundert Hertz eingesetzt werden kann. Der kleinflanschige Beschleunigungssensor kann einfach am Werkzeugkopf der Maschine befestigt werden und hat eine Emp-

findlichkeit von 0,02 g (1,96 m/sec/sec), bei einem Messbereich von plus/minus 2 g (plus/minus 19,6 m/sec/sec). Der Sensor wird direkt mit dem digitalen Servoverstärker verbunden, wodurch keine zusätzliche Signalaufbereitungselektronik erforderlich ist. Mit dem Ausgangssignal des Beschleunigungssensors kann somit das Verhalten des Drehzahlregelkreises direkt beeinflusst werden. Das aktive Schwingungsdämpfungssystem nutzt die Option Drive Embedded Macros (DEM-X), die für die digitalen Hochleistungs-Servoverstärker Mdlux von NUM verfügbar ist. Diese Option ermöglicht es, Echtzeitmakros in den Antrieb zu integrieren, um dessen Regelalgorithmen anzupassen.

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Eine der interessantesten Anwendungen des neuen aktiven Schwingungsdämpfungssystems ist aufgrund der verschiedenen Vibrationsmodi der mechanischen Struktur einer Werkzeugmaschine die Kompensation von Tool Center Point (TCP)-Vibrationen. Auch wenn die Maschine mit einem hochauflösenden Geber (integriert im Servomotor) ausgestattet ist, war es nämlich bisher nicht möglich, die TCP-Vibrationen zu dämpfen - weil sie nicht gemessen wurden. Obwohl komplexe Systemmodellierung und Zustandsregler möglicherweise wirkungsvolle Ergebnisse liefern könnten, ist deren Komplexität sehr hoch und die Kompensationsrobustheit eher schwach. So würde beispielsweise bei einer kleinen Parameteränderung, wie z.B. Trägheit, die Wirkung der Kompensation vollständig verloren gehen. Durch die Verwendung des neuen, aktiven Schwingungsdämpfungssystems zur Messung und dynamischen Änderung der TCP-Beschleunigung in jeder der Hauptachsenrichtungen X, Y und Z ist es nun möglich, die Schwingungen sehr genau zu dämpfen.

Mit diesem Ansatz können Schwingungen des Werkzeugkopfes effektiv eliminiert werden, wodurch der Werkzeugverschleiß deutlich reduziert und die MRR des Bearbeitungsprozesses maximiert werden. Übrigens: Die Messdaten können auch zur weiteren Auswertung oder zur Verwendung mit der Prozessüberwachungssoftware von NUM auf das Windows-Betriebssystem hochgeladen werden.

Messdaten für präventive Wartung Sie sind nützlich für präventive Wartungsanwendungen, bei denen frühzeitig auf mögliche Maschinenprobleme hingewiesen wird, bevor es zu teuren Reparaturarbeiten kommt. Typischerweise gehören dazu das Erkennen von Spindelschwingungen, die durch Lagerprobleme verursacht werden, das Erkennen einer einsetzenden Leistungsverschlechterung durch erhöhte Reibung oder Spiel, sowie das Erkennen von übermäßigem Werkzeugverschleiß oder -bruch. www.num.com

SEW-EURODRIVE—Driving the world

Igus erlaubt Wartung nach dem Ampelprinzip Die Drylin-Linearführungssysteme müssen oftmals im Dauerbetrieb oder auch in abrasiven Umgebungen extremen Bedingungen standhalten. Die Linearführungen von Igus, die schmiermittelfrei gleiten, bestehen aus Hochleistungskunststoffen und können deshalb in diesen Bereichen genutzt werden. Doch irgendwann muss man auch diese Lager tauschen. Doch wann? Antwort auf diese Frage liefert der neue smarte Linearschlitten von Igus. Getreu dem Ampelprinzip „Bei Rot bleib stehen, bei Grün darfst gehen“ bekommt der Instandhalter hier auf Knopfdruck eine klare Information über den anstehenden Wartungsbedarf. Um frühzeitig den Verschleiß der Tribo-Polymerlager zu erkennen, hat Igus dieses System entwickelt. Das Prinzip: Ein Sensor, direkt auf der Gleitfolie aufgebracht, misst den Verschleiß des schmutz- und staubunempfindlichen Lagers und gibt dem Anwender rechtzeitig ein Signal, wenn die Verschleißgrenze erreicht ist. Dieses Signal kann dann über das Kommunikationsmodul Icom an ein anderes System weitergeleitet werden - beispielsweise per Bluetooth, LoRa oder LTE. „Seitens unserer Kunden gab es aber auch das Feedback, dass es noch kein einheitliches, übergeordnetes und wirtschaftliches System für die Verarbeitung der

Signale gibt. Daher haben wir jetzt zusätzlich eine Lösung entwickelt, die ganz ohne Netzwerkanbindung die Funktion erfüllt“, erklärt Stefan Niermann, Leiter der DrylinAntriebstechnik. Herausgekommen ist das neue System, das dem Ampelprinzip folgend dem Instandhalter über eine Rot/Grün-LED-Anzeige am Schlitten anzeigt, ob die Gleitfolie in einem guten Zustand ist oder bereits die Verschleißgrenze von 0,5 Millimetern erreicht hat. Dazu muss der Instandhalter lediglich einen Knopf am Schlitten drücken. Eine Wartung kann so rechtzeitig geplant werden. Für einen schnellen Wechsel der Lager setzt Igus auf eine clevere Austauschtechnologie, denn die Gleitfolie lässt sich direkt auf der Schiene tauschen. Die Linearachse oder das Mehrachsportal mit Zahnriemenantrieb muss also nun nicht mehr aufwendig auseinandergebaut werden. Ein kostenloses Werkzeug hilft bei der Demontage des alten und der Montage des neuen Lagers. Stillstandszeiten und Wartungskosten reduzieren sich so deutlich. Das bedeutet: Eine Anlage kann nach einem solchen Austausch bereits innerhalb von Minuten wieder in Betrieb genommen werden. In vielen Fällen muss sie außerdem nicht einmal neu referenziert werden. www.igus.de

Nutzung

Ersatzteil-Service

In 95 % aller Fälle noch am gleichen Tag auf dem Weg zu Ihnen Ob für Ihre Ersatzteil- Bevorratung, für Umbauten oder Instandsetzungen – das Ersatzteil ist in 95 % aller Fälle noch am gleichen Tag auf dem Weg zu Ihnen. Wir bieten Ihnen eine stetig hohe Verfügbarkeit und sofortige Bereitstellung von original SEW-EURODRIVE Ersatzteilen. Auch bequem und einfach über das Kundenportal Online Support und unsere 24h Service Hotline bestellbar.

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Der Ersatzteil-Service ist Teil unseres Serviceangebots entlang des kompletten Anlagenlebenszyklus. www.sew-eurodrive.de/life-cycle-services Gerne beraten wir Sie auch persönlich. edg.marktmanagement@sew-eurodrive.de

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FERTIGUNGSTECHNIK

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Längere Standzeiten für Präzisionswerkzeuge Kombinierte Ent- und Beschichtung gibt Werkzeugen die Originalstandzeit zurück Präzisionswerkzeuge kommen zum Einsatz, wenn hochwarmfeste Werkstoffe wie Titan, Inconel oder hochfeste Stähle besonders präzise bearbeitet werden. Um den Qualitätsvorgaben gerecht zu werden, ist es nötig, diese Werkzeuge regelmäßig aufzubereiten. Müller Präzisionswerkzeuge bietet nun, wie das Unternehmen betont, eine Kombination aus Be- und Entschichten an, mit der benutzte Werkzeuge nach der Aufbereitung die Standzeit von Neuwerkzeugen erreichen. Bei der Zerspanung neuer, hochwarmfester Werkstoffe entstehen Aufschmierungen und Aufschweißungen an den Werkzeugoberflächen, sodass diese immer rauer werden. Das zieht einen schlechteren Spanfluss und die Bildung von Aufbauschneiden nach sich. Ein weiteres Problem ist das sogenannte Cobalt Leaching, das beim Entschichten des Werkzeuges auftritt und die Nachbeschichtung des instand gesetzten Werkzeugs gefährdet. Müller Präzisionswerkzeuge bietet nun eine Kombination aus Be- und Entschichten an, mit der - so die Experten - das Cobalt Leaching wirksam vermieden wird. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Werkzeuge auch ihre erste Beschichtung im Hause Müller bekommen haben.

Zum Einsatz kommt bei dieser Werkzeugaufbereitung die Kombination der Beschichtungsanlage Pi 411 Plus mit einer Entschichtungsanlage CT-40 von Platit. Für die Perfektion sorgt dann ein abschließender, besonders präziser Polierprozess. Und so funktioniert es: Bei dem in Kooperation mit der Roboterakademie Birkenfeld entwickelten Verfahren bringt zuerst ein Druckluftstrahl Polierstrahlmittel gleichmäßig auf die Werkzeugoberfläche auf. Auf diese Weise werden eventuelle Droplets entfernt und eine homogene, extrem glatte Werkzeugoberfläche entsteht. Dies wirkt sich äußerst positiv auf die Standzeit und die Bearbeitungsqualität der Sonderwerkzeuge aus. „Dank dieser spezifischen Kombination von Be- und

Entschichten lassen sich Werkzeuge nicht wie üblich nur drei- bis fünfmal aufbereiten“, erklärt Mathias Schmidt, Geschäftsführer von Müller Präzisionswerkzeuge, und ergänzt: „Wir entschichten, schleifen und beschichten, solange dies die Werkzeuggeometrie erlaubt.“ Der Vorteil für den Anwender liegt in stabileren Prozessen sowie einer höheren Prozesssicherheit. Zudem wird der Ausschuss verringert und die Standmengen wachsen, sodass letztendlich die Werkzeugkosten pro Bauteil deutlich reduziert werden. Dass und wie gut diese Technik funktioniert, hat das Praxisbeispiel aus der Serienfertigung von Abgasturboladergehäusen bei einem bekannten Automobilzulieferer gezeigt. Während ein Neuwerk-

Zwei Verfahren wirken gemeinsam gegen Cobalt Leaching und sorgen für besonders glatte Schichten. Bild: Müller Präzisionswerkzeuge

zeug 400 Teile bohren konnte, bevor es aufbereitet werden musste, waren mit ihm nach Anwendung des herkömmlichen Verfahrens noch 300 Bohrungen möglich, dann 200 und beim letzten Durchgang nur noch 100. Zudem brachen die Werkzeuge beim letzten Durchgang teilweise ab. Mit dem neuen Entschichtungsverfahren ließ sich die Oberflächenbeschichtung einschließlich der Aufschmierungen abtragen, die durch die Verwendung

immer weicherer und zäherer Werkstoffe entstehen. Damit entspricht das Werkzeug fast dem Neuzustand und erreicht auch nach dem zweiten oder dritten Nachschliff immer wieder seine Originalstandzeit. Müller Präzisionswerkzeuge bietet die Entschichtung und das nachfolgende Beschichten sowohl für seine eigenen Werkzeuge als auch in der Lohnbeschichtung für Fremdwerkzeuge an. www.mueller-sien.de

Sechsmal produktiver, deutlich prozesssicherer Wie Arburg die Zuganker von Spritzgießmaschinen jetzt verschraubt Das 1923 gegründete Familienunternehmen Arburg gehört weltweit zu den führenden Maschinenherstellern für die Kunststoffverarbeitung. Das Stammwerk in Loßburg ist dabei der alleinige Produktionsstandort. Gefertigt werden hier unter anderem Spritzgießmaschinen. Deren Herzstück ist die Schließeinheit und für ihre Montage ist Präzision deshalb das oberste Gebot. „Die drehmomentkorrekte Montage der je nach Modell acht bis zwölf Zugstangen sind eine der wichtigsten Schraubfälle an unseren Allrounder-Spritzgießmaschinen“, erklärt Martin Widmaier, Gruppenleiter Betriebsmittelkonstruktion bei Arburg, die hohe Bedeutung dieses Montageschritts. „Ein präzises Verschrauben dieser Stangen schafft erst die Voraussetzung für die optimale Kraftverteilung in der Schließeinheit - und somit für perfekte Produktionsergebnisse der Spritzgießmaschine im späteren Einsatz“, so der Diplom-

Wirtschaftsingenieur. In Kooperation mit dem Werkzeuglieferanten Technik Center Tuningen stimmte der Gruppenleiter der Betriebsmittelkonstruktion deshalb ein Tensor-Elektroschraubsystem von Atlas Copco Tools auf diese besondere Fügeaufgabe ab. Der in einem Werkzeugwagen untergebrachte Tensor-RevoSchrauber erhält dabei über ein WLAN-Modul alle Daten zu den jeweils benötigten Drehmomenten und Anziehwinkeln. Zudem lässt sich das System mit der elektronischen Maschinenakte ver-

binden, die jeden Allrounder durch die Fertigung begleitet. Um bei einem Zieldrehmoment von 3.400 Newtonmetern (Nm) ein etwaiges Verspannen der Gussplatten zuverlässig auszuschließen, ist der digital gesteuerte Hochmomentschrauber auf ein zweistufiges Anziehen programmiert: Im ersten Schritt überträgt der Tensor Revo zunächst 1.800 Nm in den Schraubfall, in der zweiten Stufe zieht das Werkzeug dann aufs Endmoment von 3.400 Nm an. Der Bediener wechselt dabei manuell vom Programm für 1.800 Nm

... macht Lasten leichter

www.fetra.de

Der Tensor Revo informiert den Bediener mithilfe von Lichtsignalen und einer Drehmomentanzeige über das Schraubergebnis. Bild: Atlas Copco Tools

in das Programm für 3.400 Nm. Beeindruckt sind die Loßburger von der Geschwindigkeit: Im Vergleich zum zuvor verwendeten Hochmoment-Pneumatikschrauber dreht das neue Werkzeug 30-mal

schneller und erreicht so die benötigten 3.400 Nm in weniger als zehn Sekunden. Der Zeitbedarf für das Verschrauben der Zuganker konnte so auf insgesamt nur noch zehn bis zwölf Minuten reduziert werden, freut sich der Wirtschaftsingenieur: „Die neue Schraubtechnik hat uns in diesem Montagebereich insgesamt rund sechsmal produktiver und noch prozesssicherer - gemacht und zugleich die Fertigungsqualität weiter erhöht.“ Überzeugt hat auch die hohe Wiederholgenauigkeit. „Der drehmomentstarke und dokumentationsfähige Revo unterschreitet unsere bereits eng gesteckte Toleranzvorgabe von plus/minus fünf Prozent noch einmal deutlich“, bestätigt Widmaier. In der Praxis senke der Revo die Drehmomentabweichungen sogar auf unter zwei Prozent. Außerdem seien die Handhabung und Ergonomie deutlich verbessert worden. Der Schrauber kommt ohne Druckluftschläuche oder Hydraulikleitungen aus und benötigt zum Betrieb nur eine 230Volt-Steckdose. www.atlascopco.de


Juni Sonderteil Energie-Effizienz

2020 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Ein Spezialist für Maschinen und Anlagen zur Steinbearbeitung nutzt eine Gaswärmepumpe in einer Kühl- und Heizlösung. Seite 26

Im März trafen sich die Kooperationspartner zum Startschuss für das Forschungsprojekt InfraEff in Ludwigshafen. Details im unten stehenden Beitrag. Bild: Gerd Altmann, Pixabay

Wie sieht die Hallenbeheizung der Zukunft aus? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Forschungsprojekt InfraEff von TU Kaiserslautern und Kübler Ludwigshafen, das ebendieser Frage nachgeht. Bei InfraEff geht es um die Entwicklung einer benutzeradaptierten und hybriden Infrarotheizung mit der Integration regenerativer Energien. 30 Monate Laufzeit hat das groß angelegte Projekt und einen Gesamtumfang von 1,031 Millionen Euro. „Wir planen, durch das Projekt eine Energieeinsparung von 30 Prozent zu erreichen, das bedeutet eine CO2-Reduktion von 8 Millionen Tonnen“, erklärt Dr. Jens Findeisen von Kübler. Die Zahlen seien eine konservative Schätzung, darüber sind sich beide Projektpartner einig. Das Projekt legt einen Schwerpunkt auf die Kombination gasbetriebener Infrarotsysteme mit erneuerbaren Energien. Svenja Carrigan, Professorin am Lehrstuhl für Bauphysik an der TU Kaiserslautern, erklärt: „Fakt ist, dass wir derzeit auf fossile Brennstoffe wie Erdgas angewiesen sind. Auch wenn wir uns einig sind, dass der Fokus für die Zukunft in erneuerbaren Energien liegen wird, so ist ein Anliegen des Projekts aufzuzeigen, wann der Einsatz fossiler Brennstoffe sinnvoller und effizienter ist als andere Energiequellen.“ www.kuebler-hallenheizungen.de Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Was ist sinnvoll? Ein Abriss, ein Neubau oder das Weiterbetreiben von Anlagen, die 2021 aus der EEG-Förderung fallen? Die Betreiber müssen sich jetzt Gedanken machen. Bild: 272447 auf Pixabay

Wenn die EEG-Förderung ausläuft Bereits nächstes Jahr werden die ersten Anlagen aus der EEG-Förderung fallen und damit auch ihren Sonderstatus bei den Einspeiserechten verlieren. Wer also sehr früh in Photovoltaikanlagen investiert hat, muss sich nun überlegen, wie es danach weitergeht. Ist ein Weiterbetrieb von Bestandsanlagen überhaupt sinnvoll? Und wenn ja, in welcher Form? Die EEG-Förderung wird ab dem Tag der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage 20 Jahre lang gewährt. 2001 wurde die EEGFörderung eingeführt. Das bedeutet, dass bereits im nächsten Jahr die ersten Anlagen mit EEG-Förderung, die 2001 installiert wurden, aus der Förderung fallen und damit auch ihren Sonderstatus bei den Einspeiserechten verlieren. Laut der aktuellen Gesetzeslage werden dann alle Photovoltaikanlagen behandelt wie Großkraftwerke. Das bedeutet, dass sie nur über einen Direktvermarkter Strom ins Netz liefern dürfen - und das unabhängig davon, wie groß oder vor allem wie klein eine Anlage ist. Das Problem dabei: Es wird sich wohl kaum ein Direktvermarkter finden lassen, der kleine Photovoltaikanlagen als Dienstleister aufnehmen wird. Als „klein“ gelten in diesem

Zusammenhang Anlagen bis 100 Kilowattpeak Leistung; so sieht es zumindest die Bundesnetzagentur. Viele Photovoltaikanlagen, wie sie beispielsweise auch auf den Hallendächern von Firmen oder bei landwirtschaftlichen Betrieben installiert wurden, dürften allerdings unter dieser Grenze liegen. Die Bundesnetzagentur hat die Bundesregierung bereits mehrfach auf das Problem hingewiesen und Lösungsvorschläge unterbreitet. Aber bisher ist keine Gesetzesänderung in Sichtweite. Die Frage für Betreiber ist also, welche Möglichkeiten es gibt, wenn die Förderung ausläuft? Was ist sinnvoll? Ein Abriss, ein Neubau oder das Weiterbetreiben? Einfache Antworten auf diese Frage gibt es nicht, denn welche Lösung für die Betreiber die beste ist, hängt von vielen Faktoren wie Anlagengröße, Eigenbedarf am Standort

und der Perspektive für den Betrieb ab. Ganz grundsätzlich wäre der Weiterbetrieb als Einspeiseanlage die einfachste Lösung. Doch gerade sie ist rechtlich derzeit nicht möglich. Wer seine Photovoltaikanlage nach Auslaufen der EEG-Förderung am Netz weiterbetreiben möchte, braucht nämlich Stand heute verpflichtend einen Direktvermarkter, weil mit Auslaufen der EEG-Förderung jede Photovoltaikanlage ihr Sonderrecht des Einspeisevorranges verliert. Das bedeutet: Der Betreiber ist gesetzlich verpflichtet, seinen Strom am freien Strommarkt über einen Vermarkter zu vertreiben. Technisch ist zwar heute bereits ein direkter, sicherer und transparenter Vertrieb vom Erzeuger zum Verbraucher möglich, rechtlich ist dies allerdings nicht zulässig. Weiter auf Seite 26


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Fortsetzung von Seite 25 Wer keinen Direktvermarkter findet, kann seine Anlage trotzdem weiterbetreiben und den Strom selbst verbrauchen. Dabei müssen Betreiber allerdings sicherstellen, dass von der Photvoltaikanlage kein Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden kann. In der aktuellen Rechtslage dürfte dieses Szenario für die Mehrzahl der Photovoltaikanlagen zutreffen. Entscheidend ist, dass am Standort der Photovoltaikanlage ausreichend Eigenverbrauch vorhanden ist. Optimieren lässt sich der Eigenverbrauch durch die Investition in einen Stromspeicher. Gewerbespeicher gibt es heute in allen Kapazitäts- und Leistungsklassen, sodass auch ein Betrieb mit ausreichend Energie versorgt werden kann. Unabhängig von der aktuellen und zukünftigen Gesetzeslage dürfte das für ein PostEEG-Szenario wirtschaftlich die interessanteste Lösung sein. Die nächste Variante ist der Abriss und der Neubau, denn mit der Demontage der alten Anlage nach Ende der EEG-Vergütung und einem Neubau lässt sich die EEG-Förderung wieder neu starten. Wichtig: Dabei müssen alle elektrischen Komponenten erneuert werden, lediglich die Unterkonstruktion kann auf dem Dach verbleiben. Der komplette Registrierungsprozess muss ebenfalls neu durchlaufen werden. Die neue Anlage erhält dann nach neuer Registrierung wiederum für 20 Jahre alle Privilegien und eine Förderung. Allerdings ist die Förderung heute sehr klein und Photovoltaik rechnet sich viel besser, wenn der

Sonnenstrom selbst verbraucht wird. Deshalb sollte der Schritt zu einem Neubau sehr gut überlegt sein, denn Photovoltaikmodule guter Qualität liefern 30 und mehr Jahre zuverlässig Strom. Das zeigen immer mehr Altanlagen. Wer heute Photovoltaik neu baut, installiert in der Regel nur so viel, dass der erzeugte Strom selbst verbraucht werden kann. Ein Stromspeicher dient als Puffer, um den selbst erzeugten Strom nach Sonnenuntergang nutzen zu können. Das ist wirtschaftlich darstellbar und im Hinblick auf die regelmäßig steigenden Strompreise auch sinnvoll. Die meisten Bestandsanlagen wurden aber als Einspeiseanlage errichtet und nicht nach dem Verbrauch am Standort. Daher kann es durchaus sein, dass vom Dach viel mehr Leistung geliefert wird, als unterm Dach gebraucht wird. Das ist aber kein Grund zu überhasteten Handlungen, denn die Bundesregierung muss irgendwann handeln, wenn sie es mit der Energiewende ernst meint. 2021 fallen zwar nur wenige PVAnlagen aus der Förderung, im Laufe der nachfolgenden Jahre werden es aber immer mehr. Da es sich um Einspeiseanlagen handelt, kann sich Deutschland nicht erlauben, diese von der Netzeinspeisung auszuschließen, denn das würde den Anteil der erneuerbaren Energien an der Netzversorgung irgendwann spürbar verringern. Außerdem ist es heute für Vermarkter bereits möglich, einen rechtlich sicheren Direktvertrieb vom Erzeuger zum Verbraucher zu realisieren. Der Energielogistikexperte Torsten Zoerner bietet beispielsweise seit Jahren ein

sicheres und gleichzeitig transparentes Abrechnungssystem auf Basis der Blockchain an. Das System ist erprobt und einsatzbereit und wird in abgeänderter Form vom Heidelberger Grünstromanbieter Stromdao GmbH bereits seit 2017 eingesetzt. Dass dieser Direktvertrieb aktuell für Dienstleister noch nicht rentabel ist, steht auf einem anderen Blatt. Dies könnte durch gesetzliche Regulierung so an eine

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dezentrale Versorgung mit volatilen Energien angepasst werden, dass eine dezentrale und regionale Versorgung für Vermarkter durchaus interessant ist. Der Energiemarkt ist ein extrem geregelter und reglementierter Markt. Es ist also durchaus möglich, dass auch kleine erneuerbare Energieerzeuger in Zukunft für eine Direktvermarktung interessant sein können, wenn ein passendes gesetzliches Umfeld geschaffen

Effizient heizen und kühlen mit Gas Burkhardt-Löffler nutzt die Systemvorteile einer Gaswärmepumpe Burkhardt-Löffler ist ein Spezialist für Maschinen und Anlagen zur Steinbearbeitung. Das Unternehmen hat unlängst in Bayreuth eine rund 4.000 Quadratmeter große Halle und ein großes Verwaltungsgebäude gebaut. Wie bei Industrieneubauten üblich, spielte in der Bauphase der Einsatz effizienter und EnEV-konformer Gebäudetechniken eine wichtige Rolle. Während sich die Verantwortlichen für die Produktionshallen ein flexibles und energiesparendes Heizsystem wünschten, sollte das Verwaltungsgebäude aufgrund seiner großen Glasflächen eine kombinierte Kühl- und Heizlösung bekommen - und das alles möglichst aus einer Hand. Schwank konnte beide Gewerke abdecken, denn zum Produktportfolio dieses Anbieters von Heizund Kühllösungen gehören neben Hell- und Dunkelstrahlern, Warmluftgeräte, Torluftschleier, Wärmerückgewinnungssysteme, Gaswärmepumpen und RLT-Systeme. Der Einkaufsleiter von BurkhardtLöffler Dipl.-Ing. Michael Hannweber ist froh darüber, dass er auf diese Weise alles aus einer Hand bekommen konnte: „Normalerweise hätten wir für diese Aufgabenstellung zwei spezialisierte Lieferanten beauftragt.“ Für die Fertigungsbereiche planten die Experten von Schwank acht vollisolierte und stufenlos modulierende Dunkelstrahler mit je 29 kW, die zeit- und temperatur-

Neben den technischen Vorteilen überzeugt die Gaswärmepumpe bei Burkhardt-Löffler vor allem durch ihre schnelle Installation und wirtschaftliche Betriebsweise. Bild: Schwank

abhängig verschiedene Heizzonen regeln. Für den Bürotrakt hingegen setzten sie auf eine Gaswärmepumpe mit 85 kW Leistung, die kühlen und heizen kann. Die hier erzeugte Kälte oder Wärme wird über Kältemittelleitungen an einen Plattenwärmetauscher geleitet, der die Energie dann an das

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wird. Eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien ist eben vor allem dezentral und regional. Bis der gesetzliche Rahmen von zentraler auf dezentrale Energieversorgung angepasst wird, bleibt für Bestandsanlagen ohne EEGFörderung als wirtschaftlichste Betriebsform wohl vor allem die Nutzung eines Stromspeichers, um den Eigenverbrauch anteilig zu erhöhen. www.dlg.org

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Medium Wasser übergibt und in einem Pufferspeicher bereitstellt. Über individuell regelbare Innenkassetten werden die Büroräume dann jeweils auf die gewünschten Temperaturen gebracht. Zur Technik: Die Gaswärmepumpe wird mit einem Gasmotor betrieben, was mit diversen Vorteilen einhergeht. So entfällt durch die Nutzung der Primärenergie Gas statt Strom der Zwischenschritt der Stromherstellung beispielsweise in einem Kohle- oder Erdgaskraftwerk, das lediglich mit einem Wirkungsgrad von circa 40 Prozent aufwarten kann. Das spiegelt auch der Strompreis im Verhältnis zu Gas wider (bei gleicher Leistung betragen die Gaskosten rund ein Drittel der Stromkosten). Die Wirtschaftlichkeit der Gaswärmepumpe ist somit unter anderem dem günstigeren Energiepreis geschuldet. Hinzu kommt, dass bei gasbetriebenen Wärmepumpen keine zusätzlichen Kosten durch die Bereitstellung elektrischer Leistungen anfallen. Zudem vermeidet die Gaswärmepumpe elektrische Lastspitzen und kann direkt in das vorhandene Stromnetz angebunden werden. Doch es gibt auch noch weitere, technische Vorteile: So kann die Gaswärmepumpe ihre eigene Motorabwärme für den Heiz- und Kühlprozess nutzen. Folgerichtig muss sie ihren Heizbetrieb bei den Registerabtauphasen nicht unterbrechen, sondern kann die Motorabwärme für diesen Prozess nutzen. Umgekehrt steht im Kühlbetrieb die Motorabwärme zur Warmwasserbereitung zur Verfügung. www.schwank.de


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So viel Kälte bei so geringen Kosten Neue Kälteanlage für die Rohrextrusion der DRS punktet bei der Energieeffizienz Die Kunststoffextrusion ist energieintensiv. Dementsprechend ist den Betreibern derartiger Anlagen jede Möglichkeit willkommen, den Stromverbrauch und damit die Betriebskosten zu reduzieren. Eine wichtige Stellschraube ist dabei die Kältetechnik, denn mit dem richtigen System lassen sich hier erhebliche Summen einsparen. Dies zeigt eindrucksvoll das Beispiel der DRS Deutsche Rohrwerke Sachsen GmbH in Bautzen. Hier ging das jüngste umfangreiche Expansionsprojekt mit einem riesigen neuen Kältebedarf einher. Diesen deckt jetzt eine Container-Kühlanlage - zuverlässig und erstaunlich sparsam. Für die DRS fügten sich 2019 mehrere günstige Ereignisse so zusammen, dass der Rohrhersteller seine Produktion schlussendlich mehr als verdoppeln konnte. „Eine atemberaubende Entwicklung“, erinnert sich Geschäftsführer Andreas Seibel, die sich auch durchaus an den Zahlen ablesen lässt. Die DRS hat zuvor sechs Extrusionslinien mit einem Ausstoß von 300 bis 400 Kilogramm in der Stunde betrieben. Nun kamen sechs neue Linien mit jeweils 900 bis 1.000 Kilogramm dazu. Außerdem wurde der Maschinenpark um eine neue Spritzgießmaschine mit 200 Tonnen Schließkraft und eine neue Regranulierungsanlage erweitert. Bereits während der Verhandlungen um die neuen Kundenaufträge startete die DRS ihre Suche nach Partnern für die Umsetzung des Großprojekts. Recht einfach ließ sich dabei die räumliche Situation klären, weil die Bautzner ein benachbartes Grundstück samt passender Gewerbeimmobilie übernehmen konnten. Dann kam aber das Thema Kälte auf den Tisch, denn es war klar, dass die bestehende Kältetechnik die neue Produktion auf keinen Fall hätte versorgen können. „Wir haben uns sehr bewusst für den neuen Schritt entschieden und sorgfältig unsere Lieferanten ausgewählt“, berichtet Seibel. Die Firma Reisner-Kältesysteme kannte er bereits von früheren beruflichen Stationen, sowohl aus Nutzersicht als auch über Empfehlungen seiner Kunden. Trotzdem holte er mehrere Vergleichsangebote ein: „Wir hatten hohe Anforderungen an die Kältetechnik. Bei den Dimensionen und der absehbar komplizierten Terminlage waren uns auch die Beratung, die Konzeption und letztlich die Projekt-

Drei Kälteanlagen mit je 400 kW Leistung und die dazugehörigen Schaltschränke sind im Container installiert.

abwicklung wichtig. Deshalb haben wir Zeit und einige Überlegungen investiert, um das beste Angebot auszuwählen.“ Das Reisner-Konzept konnte Seibel gleich in mehrfacher Hinsicht überzeugen: „Reisner konnte eine konkurrenzlos kurze Lieferzeit realisieren.“ Zur Inbetriebnahmephase der neuen Produktionsanlagen stand aber das neue Kältesystem noch nicht zur Verfügung. Hier stellte Reisner mit einer Leihanlage sicher, dass die neuen Kunststoffverarbeitungslinien gründlich getestet und eingerichtet werden konnten.

Leistung zuschalten, Energie sparen „Wir fühlten uns von Anfang an gut beraten, auch durch Mirko Jurke vom Reisner-Vertriebspartner Jurke Engineering GmbH - und während der ganzen Planungsphase hervorragend begleitet“, so Seibel. Den Ausschlag für diese Kälteanlagen gab allerdings letztendlich das Energiesparkonzept, dass das

Team um Reisner-Geschäftsführer Thomas Imenkämper ausgearbeitet hatte. Es fußt unter anderem darauf, dass die neue DRS-Produktion zwar viel Kälteleistung benötigt, aber nicht immer mit Volllast versorgt werden muss. Das maßgeschneiderte Kältesystem setzt sich deshalb aus drei separaten Kühlmaschinen zusammen. Jede erbringt maximal 400 kW Kühlleistung, sodass insgesamt 1.200 kW zur Verfügung stehen. Welche Anlage wie stark belastet wird, regelt die individuell programmierte Reisner-Steuerung. Dabei geht die bedarfsgerechte Versorgung noch weiter, denn auch jedes einzelne Aggregat ist nochmals regelbar und kann auf bis zu 25 Prozent Teillast heruntergefahren werden. Damit ist sichergestellt, dass der Energieverbrauch in jeder gegebenen Produktionssituation immer so niedrig bleibt wie möglich. Außerdem sorgt der autarke Betrieb der einzelnen Kühlmaschinen für eine beruhigende Betriebssicherheit. Den Energiespareffekt hat Reisner durch weitere Technologien verstärkt, die den Verbrauch zusätzlich drücken. So passen die Kältemaschinen mithilfe des herstellereigenen VarioVerfahrens ihre Kondensationstemperatur den in Deutschland üblichen niedrigen Außentemperaturen an. Und das lohnt sich, denn je niedriger die Kondensationstemperatur, desto effizienter das Kältesystem. Dank punktgenauer Regelung spart die DRS auch bei den Kondensatoren Energie. Sie sind mit EC-Ventilatoren ausgestattet, die ihre Leistung an den jeweiligen Betriebspunkt anpassen. Schließlich ergänzen zwei Trockenkühler, ebenfalls mit EC-Ventilatoren, das Kältesystem. Jeder dieser Trockenkühler erbringt bis zu 600 kW Kälteleistung.

DRS-Geschäftsführer Andreas Seibel und Reisner-Geschäftsführer Thomas Imenkämper (v.l.n.r.) kontrollieren am Touchpanel, wie sich die Anlage jedem Betriebspunkt anpasst.

Kältesystem pro Jahr 1.366.743 kWh verbrauchen. Allein die Vario-Technologie senkt den Energieeinsatz um 550.687 kWh. Die Winterentlastung spart nochmals rund 636.784 kWh pro Jahr ein. Das reduziert den Stromverbrauch auf 178.272 kWh jährlich beziehungsweise um rund 87 Prozent. Das zeigt sich auch bei den Kosten: Müsste die DRS mit einem herkömmlichen Kältesystem jedes Jahr allein 205.011 Euro an Energiekosten für die Kühlung aufwenden, sind es mit der nun installierten Anlage 26.891 Euro. Entsprechend niedriger fällt der CO2-Ausstoß aus. Beim hiesigen Strommix bleiben der Atmosphäre jährlich rund 630 Tonnen Kohlendioxid erspart.

Lösung „in a box“ Ein weiterer Pluspunkt: Das System arbeitet mit dem neuen Kältemittel R513a. Dieses gefährdet in viel geringerem Maß das Klima als vergleichbare Substanzen. Sein sogenanntes Global Warming Potential (GWP) beträgt nur 631 - das heute immer noch häufig genutzte Kältemittel R410A bringt es dagegen auf einen GWP von 2.088. „Unsere neuen Kälteanlagen hat Reisner direkt in einen Container integriert“, berichtet Andreas Seibel und verdeutlicht: „Wir mussten dazu nur ein Fundament

bereitstellen. Im Inneren war der Container bereits verrohrt und verkabelt. So ging alles ganz schnell. Außerdem haben wir zwar mit dem neuen Gebäude Raum dazugewonnen, aber wir sind trotzdem froh um jeden Kubikmeter, der uns für die eigentliche Produktion zur Verfügung steht.“ Die Inbetriebnahme des Kältesystems im November vergangenen Jahres jedenfalls verlief reibungslos und die Experten haben bei der Umsetzung auch an die Instandhaltung gedacht. So machen robuste Komponenten und ein wartungsfreundlicher Aufbau des Containers die Wartung einfach. Außerdem haben die Experten auch die Kühlwasserqualität immer im Blick, denn in der Rohrextrusion kann es zu einer hohen Feststofffracht kommen, was letztlich die Funktion aller Anlagenteile beeinträchtigen kann. Deshalb hat Reisner in den 20 Kubikmeter fassenden Produktionstank ein Vollstrom-Rücklauffiltersystem eingebaut. Ohne Rückstaugefahr und ohne großen Pflegeaufwand halten die Filter das Wasser zuverlässig sauber und schützen damit die gesamte Produktion. Dosieranlagen für Biozid und Korrosionsschutzmittel ergänzen das Wasserpflegekonzept und ersparen dem DRS-Team das Handling der Chemikalien. www.technotrans.de www.reisner-cooling.de

Eindrucksvolle Effekte

Der Kältecontainer steht geschützt bei der Siloanlage und lässt sich im Fall einer neuen Umstrukturierung schnell und einfach an einem anderen Ort wieder aufstellen. Bilder: Reisner

Zusammen entlasten sie die Kälteanlagen schrittweise, wenn die Außentemperaturen fallen, und können im Winter die Produktion sogar komplett versorgen. Dann wird die Verdichterenergie der Kältemaschinen zu 100 Prozent eingespart. Aus all diesen Maßnahmen wurde also ein Komplettpaket geschnürt, das den Energieverbrauch niedrig hält. In Zahlen ausgedrückt: Ohne Energiespartechnologien würde das DRS-

Die Feststofffracht in der Rohrextrusion ist hoch, doch was diese Filter zurückhalten, kann die Produktion nicht mehr beeinträchtigen.


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FA C I L IR T YE I M N IA GN UA NGGE M E N T

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Systemwasser ist schützenswert Flexibel dank unterschiedlicher Antriebsarten Wie Druckhalteanlagen, Vakuumentgaser und Schlammabscheider den Betrieb optimieren eine neue Industriekehrmaschine an Kärcher bietet mit der KM 120/250 R Classic

REINIGUNGSGERÄTE

Seit 1974 besteht Betriebsstelle Krummhörn, vonistder AG aufgebaut und Die kompakte unddie wendige KM 120/250 R Classicseinerzeit von Kärcher einRuhrgas Einsteigermodell im Bereich bis 2010 unter der Firmierung e.on Gastransport GmbH weitergeführt. Dort wird das von Nor weder Industriekehrmaschinen. Dennoch sei sie genauso zuverlässig, robust und einfach zu gen gelieferte Gas in das deutsche Netz eingespeist. Heute liegt die Verantwortung für diesen bedienen wie die größeren Maschinen der Reihe, betont der Hersteller. Rohrnetzbezirk bei der Open Grid Europe GmbH. Das Betriebsgelände wurde in den letzten Jahren einen Rzeitgemäßen Stand gebracht. mit der der neuen WärmeverKärcher energetisch bietet die KMauf 120/250 tet laut Hersteller dabei nichtZusammen nur pressdruck Bürsten autosorgung installierte man dabei auch Komponenten für die Druckhaltung, die Vakuumentgasung Classic mit unterschiedlichen Andurch die Emissionsfreiheit, sonmatisch dem Untergrund anpasst, und diean. Schlammabscheidung, die Qualität desein Systemwassers zu verbessern. trieben Je nach Einsatzzweck umdern auch durch besonders nachhaltig was gewährleiste, dass auch stehen Versionen mit Diesel-, niedriges Betriebsgeräusch. So große Mengen grober Schmutz Der der Wärmeversorgung die häufiger mobilen vorgesehen. LPG-Umbau oder Batterietechnik zur Verkannimmer die Kehrma schiauftretenden ne z.B. auch ebenso Heizzentrale effizient aufgenommen für das Betriebsgelände wurde im Störungen im bestehenden HeiDas Gebäude, in dem sich die zenfügung. in lärmsensiblen Bereichen zum werden wie feiner Staub. Jahr 2012 geplant. Anlass waren zungssystem. trale Wärmeversorgung befindet, Der elektrische Fahrantrieb punkEinsatz kommen. 02.05.2013 10:12 Der Kehrbehälter weist ein Uhr Seite 1 Im Zentrum der Anlage steht die Verdichtereinheit, die das ankommende norwegische OffshoreHarald Beek, der bei Open Grid wurde anschließend komplett Die Arbeitsbreite liegt bei 1.200 Fassungsvermögen von 250 LiGas auf den erforderlichen Transportdruck von bis zu 84 bar komprimiert. Das ist notwendig für Europe die Leitung und Koorentkernt. Erst nach diesen Schrit Millimetern, wobei sich der Antern auf. Er wird hydraulisch ge- den Weitertransport in das deutsche und anschließende in das europäische Fernleitungsnetz. Die mit batteriegetriebene Version arbeitet nicht nur emissionsfrei - wichtig fürLeistung den Einsatz ge-MW dination des gesamten Umbauten konnte das Unternehmen Der einem Elektromotor angetriebene Verdichter vom Typ ICL hat eine vonin 13,6 schlossenen Hallen -, sondern auch besonders leise. Bilder: Kärcher projektes zwischen Planungsbüro, Bußmann aus Emsbüren den alten und wird überwiegend mit Windenergie betrieben. Bild: Open Grid Europe Industrielieferanten und den ausKesselbestand demontieren, der führenden Firmen innehatte, verPlatz wurde anschließend für den der zur Auf diesemit Weise werden die Hochleert. Ausdehnungsgefäße Zur Ausstattung gehört werden Schnellverschlüssen deutlicht die Herausforderung: Aufbau der Kaskade benötigt. Gänze genutzt werden, weil kein effizienzpumpen geschützt, außerdem ein leistungsfähiger geöffnet. Die Maschine ist damit unter „Die Betriebsverfügbarkeit der VerAußerdem wurde in diesem Baufestes Gaspolster erforderlich ist. sie dauerhaft die gewünschte LeisTaschenfilter mit großer Filteranderem durch die widerstandsdichterstation muss jederzeit abschnitt die hydraulische TrenDas wirkt sich ebenfalls günstig tung erbringen können. Der zufläche. Dieser wird bei Bedarf mitfähige Vollgummibereifung auch gewährleistet sein. Daher entnung der Primärseite von den weiauf die Platzverhältnisse aus, denn sätzliche Pluspunkt: Der Spirotrap hilfe eines Vibrationsmotors wirfür den Einsatz in der Schwerschied man sich für ein neues teren Anlagenteilen mittels Wärdie Gefäßeabgereinigt, fallen kleinerum auseine als Magnet sichGieße nichtreien, wie der ein kungsvoll industrie,kann z.B. in herkömmliche Bauformen. Filter zusetzen. Der Druckverlust Gesamtkonzept.“ metauscher vorgenommen. hohe Abscheideleistung, eine Metallbearbeitung oder in LogisWilms Kehrsaugmaschinen Die Behälter verfügen nämlich bleibt dauerhaft gering, unEine ständige Anpassung der inSchon zu diesem Zeitpunkt sahen lan ge Lebensdauer und ein tikbereichen konzipiert. für kleine und große Flächen über eine austauschbare Sackabhängig vom Füllstand. zwischen veralteten Technik war die Verantwortlichen vor, das staubfreies Arbeiten zu erreichen. Aber auch Anwendungen in wemit Benzin- oder BatterieMembrane aus der Butyl-Kautschuk, nicht mehr sinnvoll. Im Altbestand Systemwasser in dem neuen BeDie Bedienung Maschine ist niger anspruchsvollen Umgebunantrieb die das Anlagenmedium vonweitder befanden sich zu diesem Zeitreich durch Druckhaltung, Entgaeinfach und laut Hersteller gen wie in Produktions- und Schlammabscheider Atmosphäre trennt. DerUnkomBefüllpunkt zwei Gasgroßkessel mit sung und Schlammabscheidung gehend selbsterklärend. Lagerhallen damit ebenso mitsind Magnet stand wird mittelssich Niveaujeweils 1,2 MW sowie ein BHKW dauerhaft zu optimieren. Im Bepliziert gestaltet auch und die möglich wie Einsätze in AußenDifferenzdruckmessung mit 1,2 MW thermischer Leistung. stand hatte es die Komponenten erfasst Wartung. Die Kehrwalze lässt sich bereichen, etwa auf VerladeDie Abscheidung selbst erfolgt im Die Planung der neuen Anlage lag noch nicht gegeben. und permanent überwacht. Das werkzeuglos wechseln. Serviceplätzen oder Baustellen. Wird die Maschine auch in der Dämmerung oder in dunklen Hallen eingesetzt, empfiehlt sich die Ausstattung zwei Frontstrahlern, die optional angeboten werden. laufenden Betrieb. in Händenmit von Gerwin Akkermann Überströmventil stellt die Funkzugänge für die Antriebseinheit www.kaercher.comDazu wird der flexible Abziehmechanismus bevon der PSK GmbH, dem Planungs tion selbst bei Stromausfall sicher Umbau der tätigt und alle Partikel werden in & Sachverständigen Kontor in und vermeidet außerdem DruckWärmeversorgung Wilsum. Der TGA-Fachplaner schläge im System. den Auffangbereich geleitet. Nun Wilms Hochdruckreiniger setzte bei seinem Ansatz auf eine In der zentralen Wärmeversorkann das Entleerungsventil geKalt- und Heißwasser für Nun wurde das Systemwasser sogung wurde ein Spirovent öffnet werden. Durch den AnKaskade aus vier Gas-Brennwerthöchste Ansprüche zusagen selbst zu einer AnlagenSuperior S6A in den Rücklauf inlagendruck wird dann das kesseln mit jeweils 450 kW, erMit anforderungsgerechten Tüchern und flexibler Bereitstellung zu mehr Effizienz komponente, die wie ein anderes stalliert, der sich problemlos in schmutzige Füllwasser ausgespült. gänzt mit einer Wärmepumpe Bauteil auch einen wichtigen neue sowie in bestehende AnAnschließend wird das Ventil geVitocal 300. Diese dient vor allem Für die Optimierung der Produktionsumgebung sind bereits kleine Details, wie der richtige Einlagen einbinden lässt. Das Gerät schlossen und der Vorgang ist beBeitrag zum Betrieb leistet und der Klimatisierung des Versatz von Verbrauchsmaterialien, also z.B. Wischtüchern oder Spendern, von Bedeutung. Werden von Spirotech bietet dabei eine endet. daher eine entsprechend hohe waltungsgebäudes, die nach Eindiese entsprechend dem Bedarf und den Anforderungen des Unternehmens eingesetzt, wirkt Abscheideleistung von nahezu Auf dem Betriebsgelände wurden Qualität aufweisen muss. Für die schätzung der Verantwortlichen sich das u.a. auf die Anzahl der verwendeten Verbrauchsgüter oder auf die Arbeitszeit, die für fünf weitere Bereiche für Vereingesetzten frequenzgeregelten 100 Prozent, wie der Hersteller immer wichtiger wird. eine bestimmte Aufgabe benötigt wird, aus. Auch die Menge an verwendeten Komplementärbraucher und Verteilung definiert, Pumpen war dies wichtig, denn sie betont. Im Zusammenspiel mit Gegenüber einem BHKW, das als lösungen wie Chemikalien, Lacken oder Farben lässt sich so minimieren. die nach und nach bis zum Jahr reagieren aufgrund ihrer Bauweise einer Druckhalteanlage bedeutet Nebenprodukt Strom geliefert sehr viel empfindlicher auf Druckdies, dass eine schnelle und exakte hätte, gab man der Wärmepumpe Ein nicht zweckoptimiertes WischWerden industrielle Verbrauchsbrauch und beugen Verschwen- 2017 umgebaut und erneuert im schwankungen, Lufteintrag und Reaktion kann. Auf diese den Vorrang. Die Gesamtleistung tuch kann im täglichen Produkmaterialien zum Beispiel nicht am dung vor,erfolgen was letztendlich auch wurden. So hat man die Bild: Wilms Schrubbautomaten Kimberlyverlegten Fern lei tun Erdboden magnetische Schmutzpartikel als Weise werden Betriebsbe konnte von ursprünglich 2,4 auf tionsprozess weitreichende Folgen Nutzungsort bereitgestellt, kann Entsorgungskosten minimiert. zur Hartbodenreinigung Clark gen ausgetauscht und für diesen die alten Modelle. dingungen besonders stabil und MW gesenkt werden. In der 1,8 haben. So ist z.B. bei der Reinigung es zu einer unnötigen Arbeitszeitwww.kcprofessional.de halbautomatisch oder Abschnitt ebenfalls die SpirotechSchutz undkommen. die Betriebsgleichmäßig. neuen Gesamtleistung wurdeoder be- „Der von Maschinen, Fließbändern verschwendung Verstufenlos elektronisch Komponenten Druckhaltung, sicherheit für alle Anlagenteile Ist der Vakuumentgaser in Betrieb, reits eine Redundanz von 0,45 MW rauen Oberflächen wichtig, diese bringt z.B. ein Mitarbeiter pro Entgasung und Schlammsind bei einem solchen Projekt überwacht der sogenannte berücksichtigt. fussel- und rückstandsfrei zu Schicht nur zehn Minuten damit, abscheidung installiert. Gleiches großer Bedeutung“, erläutert von Smartswitch den EntgasungsproClever: Bei Bedarf können die säubern. Denn Fremdkörper in Verbrauchsmaterialien zu holen, Autonome Reinigung: Hako zeigt, wie es geht gilt für die Verdichterhallen und Gerwin Akkermann. „Gleichzeitig zess und schaltet das Gerät auf Kessel innerhalb der Kaskade Maschinen und Anlagen führen im summiert sich die Zeit bei 30 MitBrenngasvorwärmungen, den werden dauerhaft Kosten gespart, Stand-by, sobald keine Luft mehr einzeln gewartet werden, ohne schlimmsten Fall zu Sicherheitsarbeitern pro Schicht auf mehrere Das Interesse an der autonomen Mittelpunkt des Betriebspunktes. etwa bei dem Energieeinsatz für einer vorfreigesetzt wird. Nach dass eine Versorgungsunterrisiken, Stillstandszeiten und ProTausend Stunden im Jahr. Mit Reinigung nimmt zu; das war Zudem wurden in der TechnikzenPumpen der Wartung. “ definierten wird in Amdie brechung erfolgen muss. duktionsausfällen. flexiblen oder und bei mobilen Systemen auch auf derZeit Interclean Die Anlage zur Wärmeversorgung Entgasung wieder gestartet. Diese Die eingesetzte Wärmepumpe mit Entspricht das Tuch nicht den lässt sich diese Verschwensterdam zu spüren, die im Mai trale je ein Spiropress Multicontrol bekam eine automatische dem BedarfHako angepasste Arbeits110 kW Leistung liefert allerdings individuellen Reinigungsaufgaben, dungsart leicht beheben. stattfand. zeigte dort mit Kompakt Solo, ein VakuumDruckhalteanlage des Typs Spiroweise führt zu einem niedrigeren nur einen kleinen Anteil an der ist auch der Verbrauch „Für unsere viertelgefalteten Hi-One den aktuellen Entwick- entgaser Spirovent Superior S6A press Multicontrol Kompakt Solo Energieverbrauch und geringeren Wärmeversorgung. Dazu greift sie Wischtücher wesentlich höher. Wypall-Wischtücher für hohe Reilungsstand der autonomen Rei- und ein Spirotrap Schlammabscheider installiert. Letztere mit einem Druckbereich von 2,0 Verschleiß. auf 12 Latent-Wärmespeicher mit Müssen Flüssigkeiten aufgewischt nigungsanforderungen bieten wir nigung. Wilms Allzwecksauger bis 5,6 bar. Das drucklose GrundAls weitere Neuerung wurde ein jeweils fünf Kubikmetern zu. Aloder starke Verunreinigungen entbeispielsweise den mobilen und Konkret demonstrierte eine kom- wurden in den einzelnen Abbewährt in vielen Branchen gefäß (0,5 bar) mit 500 Litern ist Spirotrap Magnet mit der Nennlerdings kann durch entspre fernt werden, empfehlen sich geschlossenen Wischtuchspender pakte Scheuersaugmaschine live schnitten in DN 80 bis DN 150 und Betrieben direkt an die Steuereinheit anweite DN 100 als Flanschchende Umschaltvorgänge im Hysaugfähige Tücher mit textilartiger an. So sind Tücher immer griffam Messestand einen praxis- eingesetzt, angepasst Bild:anHakodie jeweiligen Leitungsgrößen. geschlossen und wird mit einem ausführung in denDie Rücklauf indrauliksystem zwischen Heizund Struktur. „Unsere Wypall Forcemax bereit. Außerdem ist der Spender nahen Einsatzfall. Zuschauer Alledass Druckhalteanlagen wurden Zusatzgefäß von 500 Litern erstalliert. Er wird vom kompletten Kühlbetrieb gewechselt werden. Wischtücher absorbieren 40 Prosparsam im Verbrauch und schützt erlebten, wie die Maschine mit- an, die Identifizierung und Vertriebsnachweis: jeweils mit einer automatischen gänzt. Volumenstrom durchflossen, Die Verteilung von Wärme und zent mehr Öl und das fünf Mal den Inhalt vor Kontaminationen“, hilfe neu entwickelter Antriebs- Umfahrung von Hindernissen Hans Wilms GmbH & Co. KG Nachspeiseeinrichtung mit Druckhaltung wobei dasspezieller innen sitzende Kälte mit RLT-Anlagen schnellerwird als textile Putzlappen“, Die berichtet Nadine Woll.konnte auftechnik, SensorikSpiround sicher funktioniert. Erftstraße 34 Systemtrennung ergänzt. Bei der grund ihres Aufbaus als zurohr die schwebenden Teilchen realisiert, vor allem in den Büros. betont Nadine Woll, MarketingNeben der Bereitstellung ist auch der im eigenen Hause ent- Neben Hi-One zeigte das 41238 Mönchengladbach Umsetzung waren ebenfalls sätzliches Element in die Technikausbremst und sie in den AuffangDie Inbetriebnahme des ersten managerin bei Kimberly-Clark Prodie Darreichungsform von Mawickelten Navigationssoftware Unternehmen aus der Telefon (0 21 66) 98 83 Zeitfenster festzulegen, um den zentrale werden. Bei der bereich absinken lässt. Abschnitts, der Austausch der fessional. terialien eingefügt im Produktionsprozess standardisierte Arbeiten selbst- Scrubmaster-Reihe die Modelle Telefax (0 21 66) 8 35 73 Eingriff in dieRlaufenden Installation erwiesBedeutung. es sich als vorDie magnetischen Partikel bis 5 B75 alten wenn Kesselanlage gegen die Auch Fertigungsspezialisten von zentraler So ständig ausführen kann. R, B120 und den Prozesse neuen E-Mail: info@wilms.de so gering wie möglich zu halten. teilhaft, dass die Anschlüsse µm bleiben haften, denn der Kaskadenlösung, erfolgte im Jahr ihre Verbrauchsmaterialien sorgkommt es beispielsweise beim AbAuch die Sicherheit spielte wäh- B175 R. Die kompakten und www.wilms.de Die Installation der Wärmepumpe beidseitig Gerät Schlammabscheider verfügt über wendigen 2014 -auswählen, allerdings erst einer fältig wird nach oft außer reißen einesam Tuchs vonvorhanden einer unrend der Vorführung eine große Ride-on-Scheuersaugund die baulichen Eingriffe Versind. die sogenannte akribischen Vorbereitung, es Acht gelassen, wie diese denn tatsächperforierten Rolle leichter zu Rolle, denn die Dry-Pocket-Konbesondere Her- maschinen decken mit im einer waltungsgebäude wurden teils an Ebenfalls nicht selbstverständlich: struktion mit einem innen galt, ein Zeitfenster für die Inlich eingesetzt werden. Das kann Fusselablagerungen. Dies kann vor ausforderung der autonomen Flächenleistung von 3.000 bis zu Wochenenden oder zu UrlaubsDurch die Qualität der Dichtungen liegenden, besonders starken stallation zu finden. Da die Verzur Folge haben, dass Menge, Verallem in der Lebensmittelindustrie Reinigungstechnik liegt im Ein- 7.560 Quadratmetern eine große zeiten ausgeführt. und der Membrane wird sogar Mag Er entzieht öffentlichen dem Füll- Bandbreite dichterstation nichtBereitstellungsohne Weiteres wendung oder schwerwiegende Folgen haben. satznet. in komplexen, an Anwendungswww.open-grid-europe.com eine kurzzeitige Rücklauftemwasser kontinuierlich selbst die außer Betrieb gehen darf, wurde methode nicht zweckmäßig auf Vorgeschnittene Produkte beheund sich wandelnden Umge- möglichkeiten ab. Perfektion aus Prinzip. www.spirotech.de Partikel, mit trat bloßem Auge www.hako.com vonProblem, über 70sorgen Grad Celsius ein angemeldet denSperrfenster eigentlichen Bedarf und aus- peratur ben dieses gleichbungen. die Hi-One den Beweis www.psk-solutions.de nicht mehr zu erkennen sind. toleriert. kann der Inhalt eine Notversorgung mit einer gerichtet sind. zeitig für Zudem einen kontrollierten Ver-

Typische Verbrauchsmaterialien im Fokus


WA R T U N G S - & W E R K S TAT T B E D A R F

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Elektrohandschrauber einfach parametrieren Wie das geht, zeigt Deprag Schulz in der Kombination Minimat-ED und Comcenter ED Der flexibel zu nutzende und - wie der Hersteller betont - kostengünstige Elektrohandschrauber Minimat-ED lässt sich in Verbindung mit dem Comcenter ED an unterschiedliche Schraubfälle anpassen. Dabei sind selbst komplexere Schraubabläufe darstellbar.

AL OPTI M

werden. Selbstverständlich kann der Anwender, wie bisher auch, die Drehzahlen der einzelnen Schraubstufen beliebig anpassen. Daniel Guttenberger, Produktmanager für Deprag Schraubtechnik, betont: „Der elektronische Handschrauber empfiehlt sich für alle Anwendungen, besonders aber bei Arbeitsplätzen mit variierenden Anzugsparametern“, und ergänzt: „Der MinimatED mit Comcenter ED ist eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Schraubsystemen.“ Der Schrauber erleichtert zudem das Überprüfen der Anzugsparameter: Der Bediener sieht alle eingestellten Werte auf der digitalen Anzeige und muss diese nicht extra an einem dafür vorgesehenen Prüfplatz kontrollieren. Dies garantiert eine hohe Prozesssicherheit. Außerdem punktet der Handschrauber mit einer schlanken Bauform und einem niedrigen Werkzeuggewicht. www.deprag.com

T.

Schnittstelle aber weiterhin flexibel eingestellt oder über vordefinierte Schraubprogramme ausgewählt werden - per Tastendruck direkt am Schrauber. Dabei können bis zu fünf Verschraub- und fünf Löseprogramme (mit vordefinierten Drehmoment- oder Drehwinkelwerten) gespeichert und angewählt werden. Das Schrauben kann da-

Der gesamte Schraubablauf kann komplett voreingestellt werden - der Werker muss lediglich das richtige Schraubprogramm auswählen. Ein integriertes Schnellwechselfutter erleichtert den Werkzeugwechsel. Bilder: Deprag Schulz

. LÄ U F

Beim Comcenter ED stehen vier Eingänge für die Programmwahl sowie Ausgänge für Statusmeldungen (IO/NIO/READY) zur Verfügung. Die Programmanwahl kann unter anderem über eine Toolbox oder einen Scanner erfolgen. Zudem ist eine externe Startfreigabe des Schraubers über eine übergeordnete SPS oder ein Positionskontrollstativ (PKS) möglich.

nach sofort beginnen. Bei Erreichen des Zielwerts schaltet der elektronische Handschrauber ab. LEDs zeigen dem Bediener außerdem an, ob der Schraubvorgang erfolgreich abgeschlossen ist. Zudem ist am Display das erreichte Abschaltmoment sichtbar. Möglich macht dies der MinimatED, der in drei Varianten für Drehmomente von 0,24 bis 4,8 Nm bei Drehzahlen bis 1.500 Umdrehungen pro Minute verfügbar ist. Die Drehzahlen sind bis zur Maximaldrehzahl des jeweiligen Schraubertyps für jedes Schraubprogramm individuell parametrierbar. Mit dem Minimat-ED können auch komplexere Schraubabläufe realisiert werden. Hat ein Anwender verschiedene Schraubfälle mit wechselnden Anzugsparametern, so kann dies mit mehrstufigen, parametrierbaren Schraubprogrammen umgesetzt werden. In den einzelnen Programmen werden die Drehmoment- und Drehwinkelwerte eingestellt. Der gesamte Schraubablauf kann damit komplett voreingestellt werden - die Bedienperson muss lediglich das richtige Schraubprogramm auswählen. Auf der digitalen Anzeige kann dies nochmals kontrolliert

A LL E S

Das Comcenter ED wird über ein Webinterface bedient, was eine komfortable Parametrierung des Schraubers sicherstellt. Dabei kann die Basisstation sowohl über Ethernet als auch über WLAN ins Netzwerk eingebunden werden. Um den Zugriff über WLAN zu ermöglichen, kann das Comcenter als Access Point eingerichtet werden; der Zugriff auf Einstellungen oder das Erstellen und Abändern von Schraubprogrammen ist damit jederzeit über Smartphone, Tablet oder andere mobile Endgeräte möglich. Mit der Erweiterung des Funktionsumfangs beim Comcenter ED ist die Ansteuerung des Schraubers nun auch über Einund Ausgänge möglich. Sobald die E/A-Schnittstelle über das Webinterface aktiv gesetzt ist, haben die Tasten direkt am Schrauber keine Funktion mehr und die benötigte Prozesssicherheit ist damit gewährleistet. Das für den Schraubvorgang erforderliche Drehmoment kann bei einer deaktivierten E/A-

Wie ortsfeste Leitern … … für einen sicheren, normgerechten Zugang sorgen Ortsfeste Steigtechniklösungen werden individuell an die jeweilige Situation angepasst und bieten dauerhaft einen sicheren und dauerhaften Zugang an Gebäuden, Anlagen oder Maschinen. Dies gilt insbesondere, wenn große Höhen überwunden werden müssen. Der Hersteller Krause hat in diesem Zusammenhang seine Prozesse und Produkte bereits an die neuen Anforderungen der geänderten Norm DIN 18799-1 angepasst. Die Anwendungsbereiche für ortsfeste Leitern sind vielfältig: Sie dienen zum Beispiel als Aufstieg für Kontroll- und Wartungsarbeiten an Gebäuden, als Notabstiegsleitern als Fluchtweg oder als Zugang für Wartungsund Reparaturarbeiten an maschinellen Anlagen. Dabei gelten Normen und Vorgaben für den Bau von Steig- bzw. Schachtleitern - und diese sind umfangreich und komplex. So regelt zum Beispiel die jüngst aktualisierte DIN 18799-1 die Vorgaben und sicherheitstechnischen Anforderungen für ortsfeste Steigleitern. Auch die Anforderungen an die baulichen Anlagen und Antennentragwerke als Zugang für Wartungs- und Reinigungsarbeiten wurden darin überarbeitet und aktualisiert. So sind nun Absturzsicherungen bereits ab einer Steighöhe (Gesamtabsturzhöhe) von drei

Metern statt wie bisher fünf Metern erforderlich. Eine Unterscheidung der Anwender zwischen ungeübten, wenig geübten und geübten Personenkreisen mit unterschiedlichen Ruhebühnenabständen entfällt; es gibt nur noch einen einheitlichen Abstand von 10 Metern. Die Abstände der Ruhebühnen bei Leitern mit Steigschutz bleiben aber mit 10 Metern unverändert. Die Höhe der untersten Sprosse bei ortsfesten Leiteranlagen wurde an die geltende DIN EN ISO 14122-4 angeglichen und muss künftig in einem Abstand zwischen 100 bis 400 Millimetern zum Boden montiert sein. Auch für den Umsteigebereich bei mehrzügigen Leitern gelten nach der Normänderung der DIN 18799-1 neue Maßvorschriften. Bestehende Anlagen bleiben hiervon jedoch unberührt. Bei der Planung von ortsfesten

Unterschiedliche Anwendungsfälle erfordern flexible Lösungsansätze und eine entsprechende Expertise. Der Steigtechnikhersteller Krause bietet hierzu nicht nur ein modulares und wirtschaftliches Baukastensystem, sondern unterstützt auch bei der Erstberatung, der Montage, der Einweisung und Schulungen. Bild: Krause

Lösungen steht neben der Sicherheit der Anwender und der Erfüllung der Normvorgaben stets die flexible Anpassung an bauliche Gegebenheiten sowie eine effiziente und damit kostensparende Installation im Fokus. Der Hersteller Krause hat daher ein modulares und wirtschaftliches Baukastensystem entwickelt, das es nach eigenen Aussagen ermöglicht, selbst komplexe, ein- oder mehrzügige Anlagen mit einer Zeitersparnis von bis zu 30 Prozent zu montieren. Das modulare Baukastensystem

steht - je nach Bedarf - in zwei verschiedenen Materialausführungen zur Verfügung: leichtes Aluminium oder stabiler, feuerverzinkter Stahl. Angeboten werden aber auch andere Lösungen: Wenn beispielsweise ein sicherer Abstieg für Kontroll- und Wartungsarbeiten in Kläranlagen, Trinkwasserversorgungsanlagen, Deponien oder Rückhaltebecken notwendig wird, punkten die Schachtleitern dieses Herstellers. www.krause-systems.de/ produkte/ortsfeste-leitern

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Optimierte Beschaffung von Metallfedern ... weil diese C-Teile in beinahe allen technischen Anwendungen benötigt werden Druckfedern, Zugfedern und Schenkelfedern sind typische C-Teile. Sie stehen nicht im Mittelpunkt des Beschaffungsprozesses, werden aber in beinahe allen technischen Anwendungen benötigt. Und genau deshalb ist es lohnenswert, sich einmal im Detail mit dem Beschaffungsprozess zu beschäftigen, zumal hier in aller Regel viel Potenzial zur Optimierung steckt. Die Fragestellungen bei der Federauslegung sind vielfältig: Kommt es zu einer Druck-, Zugoder Biegebelastung? Reicht eine Standardfeder oder muss diese extrem widerstandsfähig sein? Braucht es eine Feder mit einer linearen oder mit einer progressiven Kennlinie? Wie klein oder groß darf beziehungsweise muss sie sein? Soll es eine Version mit geraden oder mit geformten Enden sein? Diese exemplarischen Fragen machen klar, wie komplex die Auswahl bei Federn ist. In vielen Fällen reicht eine Metallfeder aus dem Katalog - aber eben nicht in allen. Manchmal sind die Anforderungen so individuell, dass Standardfedern diesen nicht gerecht werden Dann ist es wichtig, dass der Federnhersteller flexibel auf Kundenwünsche reagieren und neben den schnell ab Lager verfügbaren Standardfedern auch individuelle Metallfedern liefern kann. Gutekunst Federn ist ein solcher Hersteller, der eben nicht nur ein umfangreiches Katalogprogramm mit 12.603 Federbaugrößen ab Lager, sondern auch eine individuelle Federnherstellung bis 12 Millimeter Drahtstärke bietet. In speziellen Anwendungsfällen wird die Metallfeder dann nämlich genau auf die Einbausituation und die individuellen Anforderungen abgestimmt: als zylindrische Feder, Kegelfeder, Tonnenfeder oder Bienenkorbfeder mit variablen Federkennlinien und Windungsabständen. Dabei erfolgt die Auslegung und Berechnung der Druckfedern, Zugfedern und Schenkelfedern nach DIN EN 13906 mit verschiedenen Konstruktionshilfsmitteln. Zum Einsatz kommen beispielsweise ein Federberechnungsprogramm sowie Konstruktionsdaten in Form von CAD-Daten

Jede Feder wird abhängig von den Anforderungen, die an sie gestellt werden, aus Federstahldraht an einem Federwindeautomat hergestellt. Die Metallfeder ist also ein rein mechanisches Produkt. Das ist auch der Grund, warum der Federauslegung eine so hohe Bedeutung zukommt, denn eine nachträgliche Änderung - beispielsweise über ein Softwareupdate oder eine Funktionsanpassung - ist nicht möglich.

und Diagrammen. Gutekunst Federn setzt dazu zur optimalen Auslegung und Berechnung von individuellen Metallfedern unter Berücksichtigung der Deutschen Norm für Federn auf ein eigenes Federberechnungsprogramm namens WinFSB für Druck-, Zugund Schenkelfedern. Die Berechnung kann nach unterschiedlichsten Varianten durchgeführt werden, beispielsweise nach Weg- und Kräfteverhältnissen oder einfach nach Baumaßeigenschaften.

Federn per Software berechnen Das Federberechnungsprogramm WinFSB berechnet nach Angaben der Entwickler die gewünschte Metallfeder mit allen wichtigen Parametern, bietet zusätzlich verschiedene Diagramme (wie die Federkennlinien und das Goodman-Diagramm) sowie eine direkte Schnittstelle zum CADGenerator für 2D- und 3D-CADDaten. Es steht dabei als OnlineFederberechnung und OfflineFederberechnung (PC-Version) für jedermann im Webportal von Gutekunst frei zur Verfügung.

Konstrukteure arbeiten ausschließlich mit CAD-Programmen. Das verstärkt grundsätzlich den Trend zu Standardprodukten, denn hier liegen die CAD-Daten bereits vor. Die Konstrukteure verlieren so keine Zeit: Einfach auf der Anbieter-Website die Daten herunterladen und in das Konstruktionsprogramm einspielen. Gutekunst Federn bietet jedoch neben seinem CADDaten-Angebot für das Standardfedernprogramm auch direkt CAD-Daten für individuell berechnete Metallfedern an.

Immer aktuell informiert über Betriebstechnik und Services Ob anschauliches Video, informativer Newsletter, gehaltvolles Whitepaper oder tagesaktuelle Entwicklungen: Der VTH Verband Technischer Handel e.V. informiert Techniker, Instandhalter und Einkäufer regelmäßig über neue Inhalte aus den Tätigkeitsfeldern von rund 240 leistungsstarken Großhändlern für industriellen und technischen Bedarf im D-A-CH-Raum. Dazu nutzt er als zentrale Plattform seine Website: www.vth-verband.de Darüber hinaus spielt der VTH die Informationen gezielt auf seinen Kanälen in Sozialen Netzwerken aus, um möglichst viele Fachleute direkt zu erreichen.

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CAD-Daten auch für Individualfedern Damit kann jeder Konstrukteur seine Wunschfeder über WinFSB berechnen und anschließend sofort im 2D- und 3D-Format herunterladen. So ist es für individuelle CAD-Daten schon ausreichend, eine einfache Baumaßberechnung nach Drahtstärke „d“, äußerem Windungsdurchmesser „De“, ungespannter Länge „L0“ und Anzahl der Windungen durchzuführen, um die benötigten CAD-Daten zu erhalten. www.federnshop.com

Passt eine der Katalogfedern in klassischer zylindrischer Bauform in Normalstahl EN 10270-1 und rostfrei 1.4310, dann ist der Federnbedarf schnell gedeckt. Den vollständigen Federnkatalog mit Shop und CADDaten-Generator sowie das individuelle Federnberechnungsprogramm dieses Herstellers finden sich auf dessen Webportal.

Der YouTube-Kanal „VTH Verband Technischer Handel e.V.“ bündelt an einer zentralen Stelle alle neuen Videos des VTH: Reale Erfolgsgeschichten zeigen, wie die professionelle Zusammenarbeit mit Technischen Händlern in der Praxis zu erfolgreichen Lösungen in diversen Fragestellungen führt. In der Xing-Gruppe „TH Netzwerk Technischer Handel“ vernetzen sich weit über 1.000 Technische Händler sowie ihre Kunden, Lieferanten und Dienstleister. Die vielfältigen Beiträge zu Marktgeschehen, Trends, Terminen, Gesetzen, Normen, Regeln und Events ergänzen die Foren der Fachgruppen Antriebstechnik, Dichtungstechnik, Klebtechnik, Persönliche Schutzausrüstungen sowie Schlauch- und Armaturentechnik mit spezifischen Beiträgen. LinkedIn ist neben Xing für den VTH die Plattform, wo Thomas Vierhaus, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VTH, Fachimpulse setzt und neue Informationen aus Industrie und Handel mit einer internationalen Community diskutiert. Speziell die Beiträge zum Arbeitsschutz in der Corona-Krise wurden oft von mehreren Tausend Nutzern gesichtet. Auf Facebook bündelt der VTH nutzwertige Meldungen aus den Fachgruppen und Regionen der Mitglieder und kündigt neue Publikationen an. Die Postings enthalten viele Profitipps sowie Hinweise auf die aktuelle Gesetzeslage, auf Normen oder akute Entwicklungen. Sie lassen sich gut teilen und weiterverbreiten – wertvoll für jedes Netzwerk und immer ein Gewinn für die eigene Reputation. Im Newsletter „IQ – Impulse für Qualität“ informiert die Leistungsgemeinschaft aus Technischem Handel und 23 exponierten Markenherstellern – die VTH-Qualitätspartner – über Trends und Ansätze, die das Marketing beflügeln. Jetzt kostenlos abonnieren: www.vth-verband.de/iq VTH-Mitglieder profitieren darüber hinaus von digitalen Rundschreiben der Verbandsgeschäftsleitung. Hier erfahren die Unternehmen alles, was die Branche aktuell bewegt: Änderungen von Normen, gesetzliche Regelungen in Pandemie-Zeiten, Hilfestellung zur Digitalisierung usw. Noch nicht Mitglied? Schreiben Sie an info@vth-verband.de

Metallfedern sind kleine Kraftspeicher. Bei Belastung nehmen sie Energie auf und bei Entlastung geben sie diese wieder ab. Auch wenn die Grundfunktionalität die gleiche ist, gibt es zwischen den Federn große Unterschiede. Bilder: Gutekunst


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Vom Leergehäuse bis zum Schaltschrank Geos-Serie von Spelsberg punktet sowohl im Innen- als auch im Außenbereich Zum Schutz empfindlicher elektrischer, elektronischer und elektromechanischer Komponenten sind zuverlässige Gehäuse das A und O. Sie müssen selbst unter erschwerten Bedingungen den Einflüssen durch Witterung, Temperatur, Chemikalien oder Krafteinwirkungen dauerhaft standhalten. Dies bietet, wie der Hersteller betont, die Geos-Serie. Doch neben dieser hohen Widerstandsfähigkeit zeichnet sich die Serie durch ihre zahlreichen Varianten und Anpassungsmöglichkeiten aus. Insgesamt werden aktuell 32 Varianten im Hoch- und Querformat angeboten und es gibt nun sogar Desinfektionsmittelspender auf Geos-Basis (siehe Kasten). Unabhängig von der Größe und der Ausführung ist die Langlebigkeit der Leergehäuse und Schaltschränke aus dieser Serie durch die Verwendung des robusten Materials Polycarbonat (PC) sichergestellt. PC ist nämlich UV-stabil und witterungsbeständig und schützt die innen liegenden Einbauten nicht nur vor sehr hohen oder niedrigen Temperaturen, sondern auch vor den Einflüssen durch Öle oder Fette. Selbst an möglichen Schnittkanten ist durch die Verwendung des Kunst-

Das Belüftungselement Bel Air transportiert auftretendes Kondensat aus dem Gehäuse.

stoffs die Korrosionsbeständigkeit dauerhaft sichergestellt. Hinzu kommt ein spezielles Design nach dem Dichtprinzip „Drain Protect“, das die Gehäuse im Verbund mehrerer Maßnahmen dauerhaft resistent gegen Feuchteeintrag macht.

Kurs auf Spitzenleistung Dazu tragen beispielsweise der weit übergreifende Deckel sowie die Ablaufrinne entlang der Gehäuseseiten im Kasten, die Feuchtigkeit zur Rückseite ableitet, ebenso wie die umlaufende Elastomerdichtung bei. Für den Fall extremer klimatischer Bedingungen sind die Produkte zudem vorbereitet für das Belüftungselement Bel Air. Dieses transportiert auftretendes Kondensat aus dem Gehäuse. Durch einen ständigen Luftaustausch kann sich die Luft im Inneren mit der Umgebungsluft vermischen und befördert die

Feuchtigkeit nach außen. Der permanente Druckausgleich entlastet aber zeitgleich die Dichtung. Einen großen Beitrag zur Flexibilität leisten zum einen Befestigungsdome im Kasten und zum anderen das intelligente Einbausystem. Letzteres ermöglicht einen werkzeuglosen Einbau im 25-Millimeter-Raster. So kann eine variable Bestückung mit anwendungstypischen Komponenten ohne Beeinträchtigung

Nummerierung der Grundkörper übereinstimmen müssen. Die Dreibackenfutter punkten mit überzeugenden Werten; einem Rundlauf von kleiner 0,03 Millimeter, einem Planlauf von kleiner 0,01 Millimeter und einer Spannwiederholgenauigkeit von kleiner 0,01 Millimeter. Angeboten werden sie in vier Baugrößen mit Durchmessern von 50 Millimetern, 64 Millimetern, 104 Millimetern und 160 Millimetern. Zusätzlich zu jedem Backenfutter liefert Norelem auch Zylinderstifte in verschiedenen Größen mit. Die Stifte werden an der Backenoberseite eingesteckt und dienen zum erhöhten Spannen kleiner Teile.

der technischen Eigenschaften erfolgen. Der Zwischenrahmen der Schaltschranktüren wiederum dient als Basis für das Zubehör zum individuellen Ausbau. So lassen sich beispielsweise Einbauplatten, Berührungsschutzmodule oder Innentüren anbringen. Die Berührungsschutzmodule ermöglichen den Ausbau des Gehäuses zum Kleinverteiler und sorgen laut Hersteller für einen zuverlässigen Schutz vor Manipu-

Der große Öffnungswinkel von 180 Grad sorgt für eine einschränkungsfreie Montage von Einbauten. Darüber hinaus befinden sich in den Türen, ebenso wie in den Deckeln, weitere Befestigungsdome.

Die Stifte dienen zum erhöhten Spannen kleiner Teile. Damit sind alle Flächen des Werkstücks optimal erreichbar.

Damit sind alle Flächen des Werkstücks zum Beispiel während des Mess- oder Beschriftungsprozesses zugänglich. Über die an der Unterseite befindlichen Gewinde können die Backenfutter auch ortsfest verschraubt werden. www.norelem.de

Die Hermes Fassadenreinigung GmbH aus Kirchhundem-Brachthausen ist üblicherweise auf die Herstellung und den Vertrieb von Produkten für die professionelle Fassadenreinigung spezialisiert. Nun hat das Unternehmen einen Desinfektionsmittelspender für den Innen- und Außenbereich entwickelt - und zwar auf Basis der widerstandsfähigen Geos-Gehäuse von Spelsberg (siehe oben). Wichtig war den Spezialisten der Hermes Fassadenreinigung, die Technik und Desinfektionsmittel im Innern vor einem unbefugten Zugriff zu schützen. Außerdem mussten alle Bauteile, also der Behälter des Desinfektionsmittels, eine Pumpe, ein Trafo, ein Zeitrelais, Reihenklemmen, Sicherungselemente, eine Düse und ein Sensor in dem Gehäuse Platz finden. In kürzester Zeit entstanden die marktreifen Desinfektionsmittelspender Handclean 2020, die durch eine Reihe funktionaler Eigenschaften überzeugen.

ENERGIEWENDE MIT H2-TECHNOLOGIE KLINGER®-Dichtungen sind dabei

Durch ihre kompakte Bauweise und und den Einsatz von Aluminiumgrundkörpern bei den Größen 104 mm und 160 mm sind sie leicht und ergonomisch zu bedienen. Die Backenfutter der Baugröße 50 mm und 64 mm bestehen aus Stahl. Für die Spannbacken aller Ausführungen wird gehärteter Stahl verwendet. Bilder: Norelem

lation durch ihre werkzeuglose Montierbarkeit, während die Demontage ausschließlich mit Werkzeug erfolgen kann. Auch eine anwendungsoptimierte Ausstattung der Schaltschränke ist umsetzbar. Möglich macht dies der Einbau von Türfeststellern, Türkontakten zur Fernabfrage des Öffnungszustands oder einer Innenbeleuchtung zur schattenlosen Ausleuchtung des Arbeitsfeldes. www.spelsberg.de

Desinfektionsmittelspender auf Geos-Basis

Norelem-Spanntechnik: Hohe Präzision bei geringen Spannkräften Die Präzisions-Dreibackenfutter von Norelem ermöglichen das einfache Innen- und Außenspannen runder Werkstücke. Sie wurden, wie der Hersteller betont, extra für Anwendungen entwickelt, die eine hohe Präzision bei geringen Spannkräften erfordern. Sie eignen sich damit zum Beispiel für Aufgaben in der Messtechnik und für Laserbeschriftungen. Das Spannen des Werkstücks erfolgt bei diesem Dreibackenfutter über ein Drehen des Spannrings von Hand oder mit dem mitgelieferten Spannhebel. Die gehärteten Spannbacken sind nach außen hin abgestuft und umkehrbar. Für die Umkehrung ist jede Spannbacke mit zwei Nummern gekennzeichnet, die mit der

Die Leergehäuse und Schränke entsprechen der Schutzart IP 66/IP 67, sind nach IEC 62208, UL 50, UL 50E und CSA 22.2 umfangreich zertifiziert sowie nach IEC 61439 geprüft. Bilder: Spelsberg

Mithilfe eines transparenten Gehäusedeckels lassen sich beispielsweise die Füllstände des Desinfektionsmittelbehälters ablesen. Außerdem ist der Deckel abschließbar und erlaubt den Zugriff auf das Innere ausschließlich befugten Personen mit dem entsprechenden Schlüssel. Hermes Fassadenreinigung bietet zurzeit vier verschiedene Modelle ihrer Spender an. Kunden können dabei zwischen zwei Gehäusegrößen wählen und sich zudem für eine Installation mittels Wandmontage oder Standfuß entscheiden. www.hermes-fassadenreinigung.de

Germany

KLINGER GmbH Rich.-Klinger-Straße 37 D-65510 Idstein T + 49 61 26 4016 - 0 F + 49 61 26 4016 - 11 mail @ klinger.de

www.klinger.de


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MESSEN & EVENTS

www.b-und-i.de

Metav Web-Sessions 90 Aussteller zeigen jetzt online ihre Innovationen 2020 wäre eigentlich ein Metav-Jahr gewesen, doch aufgrund des Corona-Virus wurde die Messe auf den 23. bis 26. März 2021 verschoben. Damit Interessenten trotzdem nicht auf Informationen aus der Produktionstechnik verzichten müssen, stehen rund 90 Aussteller bereits jetzt online am Start. Die Aussteller zeigen und erklären unter dem Motto „Let’s talk about innovation“ in der Zeit vom 15. bis 19. Juni 2020 im Rahmen der Metav Web-Sessions ihre Innovationen, Lösungen und Best Practices. Jede Session dauert 30 Minuten und ist so gegliedert, dass die Teilnehmer nach dem 20minütigem Vortrag 10 Minuten Zeit haben, um live Fragen von dem jeweiligen Referenten beantwortet zu bekommen. Aktuell sind laut Metav-Veranstalter VDW 98 Vorträge an den fünf Tagen in der Zeit von 9 bis 18 Uhr geplant. Ein Teil der Vorträge ist in Englisch. Themenschwerpunkte sind die Digitalisierung, Präzisionswerkzeuge, Werkzeugmaschinen und -systeme, Software, Messtechnik und Qualitätssicherung, additive Fertigung, Komponenten und

Systeme, Medizintechnik und Dienstleistungen. „Die größte Herausforderung für die Industrie besteht darin, wie Unternehmen ihre Produktion nach dem Lockdown wiederhochfahren, ihren Absatz stabilisieren und schnell lieferfähig werden können“, beschreibt VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer die aktuelle Situation. Deshalb hätten die Metav-Aussteller in kürzester Zeit die Einladung des VDW angenommen, denn mit den Web-Sessions haben sie die Chance, den Dialog mit ihren Kunden wiederaufzunehmen und darzustellen, welchen Beitrag ihre Produkte für die Neuaufstellung der Produktion leisten können. Die Teilnahme ist für alle Beteiligten kostenfrei. www.metav-websessions.de

Servparc 2020 als digitales Event Die Mesago Messe Frankfurt hat sich wegen der zunehmenden Verbreitung von Covid-19 in Europa dazu entschieden, die Veranstaltung in diesem Jahr in digitaler Form auszurichten. Das virtuelle Event wird zum geplanten Messetermin, also am 17. und 18. Juni online stattfinden. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Registrierung aber notwendig. Das abwechslungsreiche Liveprogramm besteht aus Kurzvorträgen und Diskussionen zu aktuellen Themen der Branche wie zum Beispiel zur Digitalisierung und zum Thema Nachhaltigkeit. Die Onlineteilnehmer können sich interaktiv einbringen und beispielsweise Fragen stellen oder Anregungen geben. Selbst zum Networking bleibt am ersten Abend Zeit und Raum. Details zur virtuellen Veranstaltung, zu den Inhalten, Vorträgen und Fachdiskussionen finden sich im B&I-Servparc-Special ab Seite 3 in dieser Ausgabe. www.servparc.de

Juni 2020

Maindays jetzt auf November verschoben Die Maindays, die ursprünglich am 17. und 18. März hätten stattfinden sollen, wurden zunächst auf den Juni verschoben (B&I berichtete). Doch auch dieser Termin lässt sich angesichts der Pandemie nicht halten. Der neue Termin ist nun im November. Konkret findet der Maindays-Kongress vom 24. bis 25. November 2020 im Dorint

Hotel in Potsdam statt - und zwar zeitgleich mit der Jahrestagung SAP EAM 2020 -, dem Treffpunkt für die Instandhaltung im SAPUmfeld. Besonders clever: Teilnehmer können zwischen den Vorträgen beider Tagungen hin- und her wechseln. www.maindays.de www.sap-eam.de

Live-Webinare und Aufzeichnungen von Reiff Der Entwicklungspartner der Industrie, Reiff Technische Produkte, bietet mehrere Live-Webinare und Aufzeichnungen von Webinaren in den Bereichen Schlauchtechnik, Dichtungssysteme, Klebetechnik, Zahnriementechnik und Kunststofftechnik an. Zum Beispiel geht es am 9. Juni ab 10 Uhr um die „Grundlagen der Zahnriementechnik”. Behandelt wird unter anderem die Auslegung von Zahnriemenantrieben. Das Webinar „Grundlagen der Kunststoffe” wurde vom Mai auf den 16. Juni verschoben. Es findet

ebenfalls ab 10 Uhr statt und führt in die drei unterschiedlichen Kunststoffarten Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere ein. Diverse Aufzeichnungen von Webinaren, beispielsweise zu den Themen „Lebensmittel und Trinkwasserschläuche für die Foodindustrie” oder zu den „Grundlagen der Klebetechnik” stehen ebenfalls online nach einer kurzen Registrierung zum Ansehen bereit. www.reiff-tp.de/ newsroom/webinare

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 3, Juni 2020  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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