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Weilheim-Schongau 03/2017

www.facebook.de/ azubiplusmagazin

Azubi+ im Internet www.azubiplus.de


02 Azubi+

Wir bedanken uns herzlich bei allen beteiligten Unternehmen, Lehrkräften und Schülern für das großartige Feedback zu AZUBI+. Durch euer Interesse und eure Unterstützung ist AZUBI+ nicht nur mittlerweile in elf Landkreisen und Regionen vertreten, sondern ebenfalls fester Bestandteil in allen Schulen und in allen Ausbildungsbetrieben.

redaktion

Da uns euer gelungener Start ins Berufsleben sehr am Herzen liegt, halten wir euch zusätzlich auf unserer Homepage und auf Facebook auf dem Laufenden. Dort könnt ihr alles rund um Job und Schule posten oder welche Themen ihr in der nächsten Ausgabe gerne lesen möchtet.

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Klar wissen wir, dass aller Anfang schwer ist – aber der Weg entsteht ja bekanntlich beim Gehen. Bei euren ersten Schritten ins Berufsleben wollen wir euch gerne begleiten und euch ein wenig den Weg ebnen. Bei uns seht ihr auf einen Blick, welche Firmen gerade nach Verstärkung suchen. Egal ob im kaufmännischen, sozialen oder technisch-handwerklichen Bereich, hier ist für jeden etwas dabei. Dabei sollte eines nicht vergessen werden: der frühe Vogel fängt den Wurm. Oder in dem Fall: Der schnelle Schüler schnappt sich die Wunschausbildung! Für euren Start ins Berufsleben drücken wir die Daumen und wünschen euch neben netten Kollegen und coolen Chefs, dass für euch im Idealfall euer Beruf auch ein wenig Berufung ist und ihr dadurch mit Spaß und Motivation bei der Sache seid.

Ausbildungsangebote für technische, handwerkliche und kaufmännische Berufe.................. ab 03

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mit dieser Ausgabe unseres Magazins AZUBI+ freuen wir uns, euch das nunmehr bereits zehnte Heft präsentieren zu können. Auch in dieser Ausgabe haben wir für euch die interessantesten, attraktivsten und spannendsten Ausbildungsplätze aus der heimischen Region herausgesucht und hoffen, dass eure Traumstelle mit dabei ist. Wie immer ist das Magazin randvoll gepackt mit wissenswerten Tipps und Infos rund um Schule, Ausbildung und Berufsstart.

AZUBI+ fragt............. 03, 09, 12, 16, 22, 28 Jobs zum Schmunzeln!............................04 Entscheidungshilfe...................................06 Viva la Bewerbung!.................................. 14 Fehler bei der Bewerbung vermeiden.......... 15 Und statt aber, wollen statt müssen........... 18 Hürden nehmen......................................20 Wenn die Sprache entscheidet...................26 Gut ist nicht immer gut gemeint!................30 Wie präsentiere ich mich?......................... 32 AZUBI+ Gewinnspiel...............................34 Einstellungstest - Kein Problem!.................35

Ausbildungsangebote für kaufmännische Berufe.....................ab 24

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Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrkräfte und Ausbilder,

Ausbildungsangebote für soziale und gesundheitliche Berufe.................................. ab 33

Ein gutes Händchen bei der Wahl eures Ausbildungsplatzes und einen erfolgreichen Start ins Berufsleben wünscht euch euer AZUBI+ Team

Ausgabe: 03/2017 Verlag:

Kreisboten-Verlag Mühlfellner KG Am Weidenbach 8 · 82362 Weilheim www.kreisbote.de Geschäftsführer: Daniel Schöningh

Verantwortlich für den Anzeigenteil: Helmut Ernst Anzeigen Weilheim: Am Weidenbach 8 · 82362 Weilheim Tel. 08 81 / 686-17 · anzeigen-wm@kreisbote.de Richard Hartmann, Birgit Happach, Astrid Fischl, Tobias Prade, Conny Gschwendtner

Anzeigen Schongau: Münzstraße 14, 86956 Schongau Tel. 0 88 61 / 92-146 · anzeigen-sog@kreisbote.de Rainer Hornberger, Karin Hornik, Steffen auf der Heide, Franz Rösch, Nina Hunte

Anzeigendispo / Koordination: Rainer Hornberger

Rundschau Penzberg: Karlstraße 9, 82377 Penzberg Tel. 0 88 56 / 914-10 · anzeigen-pb@dasgelbeblatt.de Manuela Miskowitsch, Fabian Glaser, Matthias Adelberger

Erscheinungsweise: 3x jährlich

Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Maria Hofstetter, Melanie Wießmeyer Grafik, Layout & Druck: Ostenrieder Design & Marketing Birkland 40, 86971 Peiting


Azubi+ fragt nach ...

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Technischer Systemplaner für Sanitär- und Heizungstechnik – ein vielseitiger Beruf mit vielen Weiterbildungsmöglichkeiten Warum hast du dich für die Ausbildung zum Technischen Systemplaner für Sanitär- und Heizungstechnik entschieden und was macht dir daran Spaß? „Durch ein einwöchiges Praktikum hat Haustechnik Oberland mir einen spannenden Einblick in die Welt des Technischen Systemplaners für Versorgungs- und Ausrüstungstechnik ermöglicht. Ich war so begeistert, dass ich mich gleich beworben habe. Dieser Beruf bietet jeden Tag was Neues, heute noch Rohrleitungen zeichnen und morgen schon den Einbau einer Heizungsanlage planen. Zur Theorie gehört auch die Praxis und das kombiniert Haustechnik Oberland hervorragend. In der Ausbildung arbeitet man auf der Baustelle, im Kundendienst und im Lager, um den Zusammenhang aller Abteilungen zu verstehen. So lässt es sich viel leichter arbeiten. Im Büro arbeitet man eng mit den Projektleitern zusammen, um keine Missverständnisse entstehen zu lassen. Wenn du mal Hilfe brauchst, ist immer jemand da. Aus jeder Abteilung versucht dir jemand etwas beizubringen oder zu zeigen. Dies ist sehr praktisch, weil man viel lernt und das nicht nur vom Beruf selber. Außerdem stehen nach der Ausbildung viele Möglichkeiten der Weiterbildung zur Verfügung.“

Maximilian Wachlinger 18 Jahre


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m u z s b Jo ! n l e z n u m h Sc Glückskekstexter

Professionelle Kuschler

Wir alle kennen sie, die chinesischen Glückskekse, in denen sich kleine Zettelchen mit Weisheiten verstecken. Die Texte sind manchmal so sonderbar oder abgedroschen, dass der ein oder andere sich sicher schon mal gefragt hat, wer sich die Texte eigentlich ausdenkt. In der Tat gibt es professionelle Glückskekstexter, die mit den kleinen Weisheiten ihr Geld verdienen.

Kuscheln und damit Geld verdienen? Ja, auch das geht. Über das Internet werden professionelle Kuschler vermittelt, die einsamen Menschen eine Portion Nähe und Körpernähe schenken. Aktuell gibt es die Ausbildung zum Kuschelprofi zwar nur in den USA, aber vielleicht ist dieser ungewöhnliche Job ja für Diejenigen was, die nach dem Schulabschluss das Fernweh packt.

Kokusnuss-Security

Hunde-Surflehrer

Kokosnüsse können nicht nur sehr lecker, sondern auch sehr gefährlich sein. Dann nämlich, wenn sie von Palmen fallen und auf den Köpfen von ahnungslosen Menschen landen. Deshalb gibt es in manchen Hotels angestellte Kokosnuss-Sicherheitsbeauftragte, die dafür zuständig sind, Kokosnuss-Unfälle zu verhindern, wie beispielsweise in einem Hotel auf den Jungferninseln. Da arbeiten, wo andere Urlaub machen – klingt nach einem Traum, ist aber durchaus realisierbar.

Auf Facebook kursieren immer wieder Videos von surfenden Hunden. Anfang Oktober 2016 hat sich der Hunde SurfA-Thon des Helen Woodwars Animal Centers im US-amerikanischen Santa Fe zum elften Mal gejährt. Bei der Veranstaltung werden Spendengelder für gerettete Hunde gesammelt. Mit den Einnahmen soll den Tieren ein neuen Zuhause geschaffen werden. Für das Event werden immer wieder freiwillige Helfer gesucht, die den Tag mit Hunden am Strand verbringen und für den guten Zweck mithelfen.

© rcfotostock, Romolo Tavani, Andrey Popov; YakobchukOlena, javier brosch, Katrina Brown; fotolia.com

Ausbildung im Focus


Technische / Handwerkliche und kaufmännische bERUFE

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ung d i e h c s t n E h i l fe

Entscheidungen können lästig sein. Sie können müßig sein, anstrengend, schwierig und sogar manchmal ein wenig weh tun. Denn entscheidet man sich für eine Option, schließt man damit viele andere aus. Dabei sind jetzt nicht die 22 verschiedenen Sorten an der Eisdiele gemeint, oder die unzähligen Filme und Serien, welche über eine Vielzahl an StreamingAnbietern bezogen werden können. Und doch sind diese Beispiele typisch für unsere Zeit: immer mehr Angebot und eine immer riesigere Auswahl erschweren die Entscheidungsfindung.

Entscheidungen fallen dann besonders schwer, wenn viel davon abhängt. Gerade solche, die den weiteren Lebensweg und die nächsten Jahre betreffen, können Kopfzerbrechen bereiten. Dies spüren häufig Schülerinnen und Schüler, die sich die Frage stellen, was nun nach dem Schulabschluss kommt. Eine Lehre, weiter auf die Schule, ein freiwilliges soziales Jahr? Die Möglichkeiten sind riesig. So gab es in Deutschland im vergangenem Jahr allein 328 anerkannte Ausbildungsberufe, wobei das Angebot der dualen Ausbildungsmöglichkeiten noch hinzu kommt. Unbegrenzte Möglichkeiten sollten sich eigentlich nach großer Freiheit anfühlen. Bei einem zu großen Angebot und zu vielen Optionen wandelt sich die Entscheidungsfreiheit allerdings eher zur Entscheidungsfalle. Der Druck, die falsche Wahl zu treffen, führt im schlimmsten Fall dazu, dass man gar keine Entscheidung treffen möchte oder treffen kann. Lieber nichts wählen, als das verkehrte. Ein solches Verhalten nennt die Kommunikationspsychologie Entscheidungsaversion. Zu viel Auswahl, zu viel Druck, zu viel Angst – das alles lähmt und verhindert einen Entschluss.

Maximierer oder Genügsamer Wie trifft man nun eine gute Wahl? Hierbei kann es hilfreich sein, sich zu fragen, was man eigentlich für ein Entscheidungstyp ist. Der amerikanische Psychologe Barry Schwartz unterscheidet zwischen zwei Typen: Maximierer und Genügsame. Maximierer wollen nicht nur eine Entscheidung, sie wollen die beste Entscheidung. Dafür wird

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ausführlich recherchiert, Daten, Fakten, Bewertungen gesammelt und letztendlich genau verglichen und abgewogen. Doch trotz aller Maßnahmen beschleichen Maximierer oftmals Zweifel. Denn es könnte ja da draußen etwas noch Besseres geben. Die Genügsamen dagegen wissen, dass es sowas wie die beste Wahl oftmals gar nicht gibt. Sie schauen sich die vorhandenen Möglichkeiten an und wählen aus dieser die aus, die ihnen am meisten zusagt und die sie für die Beste halten. Oft zeigt sich, dass die Genügsamen auch nach der getroffenen Wahl zufriedener sind, da sie sich den Druck der »perfekten Wahl« nicht machen. Bildlich gesprochen genießt der Genügsame im Restaurant schon längst sein Essen, während der Maximierer mit knurrendem Magen noch die Speisekarte ausführlich studiert. So kann die entspanntere Haltung des Genügsamen auch bei Entscheidungsschwierigkeiten helfen. Sich bewusst zu machen, dass es nicht die einzig wahre und richtige Entscheidung gibt, kann viel Druck nehmen.

Hilfreiches Ausschlussverfahren Das zentrale Problem bei Entscheidungen ist, dass man nicht genau weiß, was man will. Andererseits kann dafür oft sehr genau ausgeschlossen werden, was auf gar keinen Fall gewollt ist. Durch so ein Ausschlussverfahren verringern sich die Möglichkeiten erheblich, was sich positiv auf die Entscheidungsfindung auswirkt. Genauso wie vom Ungewollten auszugehen kann es helfen, auch vom Schlimmsten auszugehen. Was wären die schlimmsten Konsequenzen meiner Entscheidung? Könnte ich es rückgängig machen und was müsste ich dazu auf mich nehmen? Sich bewusst machen, dass Entscheidungen im seltensten Fall auf ewig sind, nimmt diesen die Last. Für den Fall, dass man sich immer noch nicht sicher ist, wären die Worte Heinrich von Steins zu empfehlen: Hüte dich vor einem Entschluss, zu dem du nicht lächeln kannst. Der beste Beweis für eine gute Entscheidung ist somit auch ein gutes Gefühl. Damit Entscheidungen nicht mehr lästig, müßig, anstrengend oder schmerzhaft sind, hilft die eigene Intuition. Denn die Freiheit zu Wählen sollte nicht durch den Druck der perfekten Entscheidung geschmälert werden.

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Ausbildung im Focus


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Azubi+ fragt nach ... Ein rundum anspruchsvoller Handwerksberuf: Christina Pentenrieder wird Maßschuhmacherin Warum hast du dich für die Ausbildung zur Maßschuhmacherin entschieden und was macht dir daran Spaß? „Ich hatte zuerst gar nicht daran gedacht, diesen Beruf zu erlernen. Mein Stiefvater hatte beim Einkaufen gesehen, dass beim Schuhmachermeisterbetrieb Schlegel eine Ausbildungsmöglichkeit besteht und meinte zu mir, ob das nicht was wäre. Ich wollte was mit den Händen machen, nicht im Büro und vor dem Computer sitzen. Außerdem bin ich von Anfang an auf die Kunden zugegangen und das kam gut an. Beim ersten Gespräch meinte Herr Schlegel: ‚Du schaust aus, als ob du handwerklich begabt bist‘ und ich habe die Stelle angeboten bekommen. Ich habe mich natürlich schon vorher im Internet informiert, um was es in dem Beruf geht. Es stellt sich heraus, dass es echt Spaß macht. Ich mag auch die Ausbildung in dem familiären Betrieb. Zur Ausbildung gehört zum Beispiel die Schuhreparatur – man schleift einen Absatz ab, sucht den richtigen Kleber aus und überprüft die Standfestigkeit sowie die Optik. Außerdem lerne ich, wie man einen Schuh selber macht. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, Schuhe zu nähen. Weitere Themen der Ausbildung sind der Aufbau des Fußes, des Körpers und der Ablauf beim Gehen sowie Fachrechnen und Zeichnen. Es ist wirklich ein abwechslungsreicher Beruf, bei dem man auf die unterschiedlichen Wünsche der Kunden eingehen muss. Das tolle an meinem Ausbildungsbetrieb ist, dass, wenn es mal ruhiger ist, ich für die Prüfung üben kann. Ich habe auch schon vier Schuhe selber gemacht und ich werde mit jedem besser. Da habe ich den anderen Azubis was voraus. Mein Chef lässt mich viel machen und fordert mich, das finde ich gut. Wenn man den Beruf erlernen möchte, sollte man keine zwei linken Hände haben. Bei Interesse an dem Handwerk lohnt es sich, bei einem Schuhmacher nachzufragen und sich zu informierte. Und, man muss auch als Frau keine Angst haben, sich für diesen Beruf zu entscheiden. Theoretisch besteht im Anschluss die Möglichkeit zur Weiterbildung und sich selbstständig zu machen. Die Ausbildung lohnt sich wirklich, denn es macht richtig Spaß, man hat Erfolgserlebnisse, es ist anspruchsvoll und als Schuhmacher wird man gebraucht.“

Christina Pentenrieder 17 Jahre


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Fachinformatiker für Systemintegration oder Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung – spannend und richtig cool! Warum habt ihr euch für die Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration beziehungsweise zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung entschieden und was macht euch daran Spaß? Luca: „Mein Vater macht genau dasselbe und so kam ich darauf. Und, weil ich mich für die IT und Technik schon immer interessiert habe, beschäftigte ich mich mit dem Berufsbild des Fachinformatikers für Systemintegration. Ich habe dann bei K&L den Schnuppertag besucht und ein Praktikum gemacht. Beides hat mir so gut gefallen, dass ich mich bei K&L beworben habe und ich wurde gleich genommen. Auf das Unternehmen kam ich, weil sie sich Anfang der neunten Klasse bei uns in der Schule vorgestellt hatten und Schnuppertag anboten. Der Beruf ist sehr abwechslungsreich und jeden Tag lerne ich was dazu. Ich sitze natürlich am Computer, aber eben nicht nur. Ich bin zum Beispiel auch draußen in den Filialen unterwegs. Bei der Systemintegration sind wir vor allem dafür verantwortlich Störungen zu beheben, wenn diese auftreten. Wir lösen die IT-Probleme, betreuen Server und Daten und stellen die Hardware für die anderen Mitarbeiter bereit. Toll ist an dem Beruf auch, dass man vieles was man lernt auch privat anwenden kann.“ Dionisios: „Mich haben schon als ich klein war Computer interessiert. Ich habe mich dann gefragt, wie funktioniert so ein Computer und seine Programme. Und dieses Interesse hat mich zum Beruf des Fachinformatikers für Anwendungsentwicklung gebracht. Über Bekannte habe ich von der Ausbildung bei K&L erfahren und mich daraufhin beworben. Nach zwei Schnuppertagen war klar, das will ich machen. Die Arbeit ist für mich spannend. Ich finde es cool, dass wir zum Beispiel die Programme schreiben, die in den Filialen und in der Zentrale genutzt werden.“ Habt ihr Tipps für Schüler für die Berufsfindung? Luca: „Man muss wissen, was zu einem passt, wo die Interessen liegen und dann Praktika machen. Nur so merkt man, ob es einem Spaß macht.

Luca Ball (17 Jahre) und Dionisios Paliogiannis (16 Jahre)

Als Fachinformatiker für Systemintegration sollte man ein technisches Verständnis haben und zum Beispiel wissen, wie man einen PC öffnet.“ Dionisios: „Man sollte wirklich schauen, dass es einem gefällt was man tut, sonst kommt man nicht motiviert in die Arbeit. Für den Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung sollte man davor vielleicht schon mal programmiert haben und Grundkenntnisse über Computer haben.“


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! G A BEWERBUN

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R-59 2016

Eins ist klar: Wer sich im Bewerbungsprozess von der Masse abheben will, muss sich definitiv etwas einfallen lassen. Völlig verrückte Bewerbungen, die um jeden Preis einen bleibenden Eindruck hinterlassen wollen, nennt man Guerilla-Bewerbungen. Wieso eigentlich? Den Begriff »Guerilla« (dt. Kleinkrieg) verbindet man oft mit paramilitärischen Truppen, die sich durch den dichten Dschungel kämpfen. Doch keine Sorgen: Guerilla-Bewerbungen sind ganz harmlos und kommen stets in friedlicher Mission. Der gemeinsame Nenner mit ihrem Namensursprung ist lediglich die Vorliebe zur Überraschung. Guerilla-Bewerbungen sind nichts anderes, als eine kreative Präsentation der Bewerbungsunterlagen, die allein durch ihren Auftritt überzeugen und sich dem potenziellen Arbeitgeber ins Gedächtnis prägen soll. Die Guerilla-Bewerber nutzen ihre kreative und ausgefallene Bewerbung als Waffe im Kampf um die begehrte Stelle. Und manch einer hatte echt schon ganz irre Ideen: Lebenslauf auf der Klopapierrolle, Bewerbungsunterlagen im Karton mit Chefs Lieblingspizza oder Bratpfannen als Umschlag für Unterlage.Ausgefallen ja, keine Frage, aber cool oder doch eher peinlich? Wo liegt denn die goldene Mitte? Der Grat zwischen Lustig und Lächerlich ist in der Tat sehr schmal. Peinlich wird das Ganze, wenn man Chefs erreicht, die einfach keinen Bock mehr auf oberlustige Bewerber haben. Das, was anfangs noch witzig ist, nervt auf Dauer. Beim 10. Geweih in der Post verdrehen die Chefs der Werbeagentur Hirsch nur noch entnervt die Augen. Aber was haben sich manche Bewerber schon nicht alles einfallen lassen! Eine 19-jährige wollte zum Beispiel einmal ein Praktikum im Radio machen und rief auf YouTube dazu

auf, den Radiosender mit Zuschriften zu bombardieren. Der Plan ging auf, tausend Mails und Briefe überzeugten und das Praktikum war besiegelt. Auch eine Grafikerin hatte einen genialen Einfall, als sie ihrer Bewerbung im Advent einen Schoko-Osterhasen beilegte. Die Botschaft: »Ich bin meiner Zeit voraus!« Das Netz ist voll mit sehr kreativen, lustigen aber doch inhaltvollen und durchdachten Guerilla-Bewerbungen. Soll man es nun wagen oder doch lieber lassen? In manchen Branchen, wie beispielsweise in der Medien- und Werbebranche, sind Guerilla-Bewerbungen sehr beliebt. Diese Branchen, weil sie selber ständig neue Trends und Innovationen aufspüren und nutzen, sind ungewöhnlichen Bewerbungen gegenüber deutlich aufgeschlossener. Am Ende zählt aber auch hier die Leistung und die Persönlichkeit des Bewerbers, egal wie verpackt. Kreativität ist ein probates Mittel um mit Ideenreichtum zu glänzen und ganz unkonventionell aus der Masse hervor zu stechen. Eine Guerilla-Bewerbung zündet jedoch nur dann, wenn die Form, das Design, den Inhalt und die Kernbotschaft unterstützt oder hervorhebt. Wenn man zu sehr von der Norm abweicht begibt man sich mit so einer Bewerbung schnell auf ein sehr dünnes Eis. Andererseits ist es vielleicht ein Mittel um aufzufallen. Schau dir vorher das Unternehmen bei dem du dich bewerben willst genau an. Je konservativer der Auftritt, desto klassischer solltest du dich bewerben. Die Antwort liegt auch hier irgendwo in der Mitte zwischen Klopapierlebenslauf und der Standardbewerbung. Kreativ, aber doch professionell und elegant.

© LizardJ, fotolia.com; Fitzpatric, wikipedia.org

Ausbildung im Focus


15 Fehler, die du bei deiner Bewerbung vermeiden solltest Wenn du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden möchtest, solltest du unbedingt einige Fehler vermeiden und daran denken, dass die Zeit der Personalchefs knapp ist. Bereits der erste Blick auf deine Unterlagen entscheidet oftmals ob du für die Lehrstelle oder den Job in Frage. Hier kannst du lesen, was dir mit großer Wahrscheinlichkeit die Chancen verbaut und dich schon im Vorfeld disqualifiziert. Es lohnt sich, wenn du dir die folgenden Punkte bei deinem Bewerbungsschreiben zu Herzen nimmst:

Automaten- und Urlaubsfotos Fangen wir mit einem einfach zu vermeidenden Fehler an: dein Bewerbungsfoto. Klar, so ein professionelles Bewerbungsfoto im adretten Hemd oder der weißen Bluse ist nicht immer das coolste. Und sicherlich fühlst du dich im Freizeitlook auch wohler. Doch ehrlich gesagt interessiert das in der Personalabteilung niemanden. Es gibt einfach Standards, die du einhalten musst. Erkundige dich vorher was zum Dresscode deines zukünftigen Arbeitgebers passt. Als Bäckerlehrling brauchst du natürlich nicht mit Krawatte und Sakko aufs Foto, aber ein ordentliches Hemd und eine geschäftstaugliche Frisur sind trotzdem ein Muss. Schau selbstbewusst in die Kamera und sag’ dir beim professionellen Fotoshoot innerlich »Ich bin perfekt für den Job!«

Der Fehlerteufel Personalchefs bekommen täglich etliche Bewerbungen auf den Schreibtisch. Bereits beim Überfliegen deiner Bewerbung stechen ihnen deshalb Rechtschreib- und Grammatikfehler ins Auge. Ein echtes No-Go! Es ist weit weniger schlimm, wenn dir Fehler im Alltag passieren. Deine Bewerbung jedoch sollte perfekt sein. Frag’ Freunde und andere kluge Köpfe, ob Sie deinen Text Korrektur lesen. Das gibt dir außerdem die Sicherheit nicht gleich an dieser Hürde zu scheitern.

bei gängigen Namen wie »Maier«, »Mayer« oder »Meier« ist Sorgfalt wichtig. Schau lieber zweimal nach, ob du den Namen deines Ansprechpartners richtig geschrieben hast. Es lohnt sich.

Schachtelsätze und chaotische Formulierungen Das Lesen deiner Bewerbung sollte keine Mühe machen. Deshalb solltest du in kurzen, gut strukturierten und leicht verständlichen Sätzen schreiben. Verzichte auf die vielen Kommas in endlos langen Schachtelsätzen. Die werden von Personalern maximal überflogen. Versuche möglichst professionell zu klingen und spare dir komplizierte Formulierungen. Schreibe nur was für dich selbst auch Sinn ergibt.

08/15-Sätze, die jede/r schreibt Sätze wie »hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stelle ...« punkten kaum bei Personalern. Warum solltest du schließlich sonst schreiben. Auch »an Ihrer Stelle bin ich sehr interessiert« ist öde und vorhersehbar. Besser ist es konkret zu schreiben, was dich wirklich an dem Job oder der Ausbildungsstelle interessiert. Zeige deinen persönlichen Willen, warum genau du der/die Richtige bist. Nimm’ Bezug auf das, was die Firma macht und was später zu deinem Berufsbild gehören wird. Fülle deine Sätze mit Leben und nicht mit leeren Phrasen.

Weniger ist mehr. Deshalb sollte dein Anschreiben nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein. Konzentriere dich auf das Wesentliche. Solltest du bereits ein Praktikum absolviert oder in anderen Jobs gearbeitet haben, formuliere deine Erfahrungen kurz und interessant. Stell deine Talente und Fähigkeiten heraus – ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Es verhält sich wie im Internet. Zu lange Texte langweilen schnell und machen dich nicht wegen ihrer Ausführlichkeit zum geeigneten Kandidaten. Halte dich an relevante Informationen, die in Zusammenhang mit der ausgeschriebenen Stelle stehen

Die falsche Schreibweise des Ansprechpartners Das ist eigentlich ganz logisch. Wer wird schon gerne mit falschem Namen angesprochen? Sollte dir das passieren, landet deine Bewerbung wahrscheinlich treffsicher im Müll. Gerade

© Melpomene, Yael Weiss; fotolia.com

Das viel zu lange Anschreiben


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Azubi+ fragt nach ... Abwechslungsreiche Arbeit im Team als Chemikantin Warum hast du dich für die Ausbildung zur Chemikantin entschieden und was macht dir daran Spaß? „Zur Ausbildung als Chemikantin habe ich mich entschieden, weil der Chemikanten-Beruf auch in Zukunft gefragt ist. Da ich eher praktisch veranlagt bin, fallen mir die Tätigkeiten an großen Maschinen sehr leicht und machen mir Spaß. Ich bin auf dem Land groß geworden und habe schon früh Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Maschinen gesammelt. Am ‚Tag der Offenen Tür‘ der Roche Ausbildung konnte ich mir einen ersten Einblick in die Welt des ‚Chemikanten-Lebens‘ verschaffen. Der ausschlaggebende Punkt mich für diesen technisch orientierten Beruf zu entscheiden, war letztendlich ein Praktikum bei Roche. Da wurde mir richtig klar, dass ich diesen Beruf ausüben will. Großen Spaß machen mir auch das Arbeiten im Team und die abwechslungsreichen Tätigkeiten. Monotonie bei der Arbeit kenne ich nicht. Mir ist immer bewusst, dass unsere Produkte Patienten helfen. Daher trage ich selbst auch eine gewisse Verantwortung und das gibt mir zusätzlich Motivation, sorgfältig und genau zu arbeiten. Viele meinen der Chemikanten-Beruf wäre ein reiner Männerberuf! Das ist eine veraltete Denkweise, die heute nicht mehr der Wahrheit entspricht! Ich habe hier einige Kolleginnen, alle aufgeschlossene und taffe Frauen, die als Chemikantinnen in ihrem Beruf angekommen sind.“

Nadine Lehmann 19 Jahre


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und statt aber … wollen statt müssen Zwei Tipps von Bernard Roth, einem Professor der Stanford-Universität: Lass die Wörter »aber« und »müssen« weg, dann fallen dir Herausforderungen leichter. Was wir denken und sagen, hat Auswirkungen auf unser Handeln und darauf, wie wir z.B. mit Problemen im Job oder privat umgehen. Bernhard Roth vertritt die Meinung, dass wir erfolgreicher sind, wenn wir die Wörter »aber« und »müssen« aus unserem Wortschatz streichen. Wenn wir sie durch »und« und »wollen« ersetzen, können wir unser Gehirn überlisten und erledigen Dinge in unserem Alltag wesentlich leichter. Wir vermeiden innere Blockaden und erreichen unsere Ziele und Vorhaben leichter. Wie das geht?

»und« statt »aber«

»wollen« statt »müssen« Wenn wir den ganzen Tag denken »wir müssen noch dies und das erledigen«, sind wir schon erschöpft bevor wir richtig loslegen. Etwas »müssen« fühlt sich immer nach Fremdbestimmung an und als müssten wir unsere Freiheit aufgeben. Wer aufstehen »muss« und arbeiten gehen »muss«, wird kaum motiviert am Morgen aus dem Bett springen. Wer dagegen aufstehen »will« und arbeiten gehen »will«, hat das Gefühl, sein Leben selbst in der Hand zu haben und die Wahl selbst getroffen zu haben. Denn eigentlich haben wir ja einen konkreten Nutzen: Wir erledigen unsere Arbeit gerne, haben mehr Spaß daran und verdienen Geld, um unser Leben so zu gestalten wie wir es wollen. Klar ist das irgendwie schräg, doch wenn es hilft den Tag stressfreier zu bewältigen, lohnt sich der Versuch doch unser Gehirn auszutricksen, oder?

Übernimm das Kommando Das Buch von Bernard Roth heißt »The Achievment Habit: Stop Wishing, Start Doing, and Take Command of Your Life«. Leider ist es bisher nur auf Englisch erschienen. Also los! Hören wir auf uns etwas zu wünschen und fangen wir stattdessen an, es zu tun. Übernehmen wir die Verantwortung für unser Leben.

© rangizzz, fotolia.com; HarperBusiness/amazon

Oft finden wir Ausreden, wenn wir noch etwas erledigen sollten: »Eigentlich will ich heute Abend mit Freunden ins Kino, aber ich muss noch für meine Prüfung lernen.« Sofort entsteht ein Konflikt in uns und wir haben das Gefühl, dass es nur ein »entweder oder« gibt und wir uns entscheiden müssen. Wenn wir jedoch das »aber« durch ein »und« ersetzen, versucht unser Gehirn laut dem Standford-Professor automatische eine Lösung zu finden und wir fangen an, zu überlegen wie wir beides an diesem Abend erreichen können. Ein einfacher Trick, der uns motiviert statt auszubremsen. Plötzlich erscheint es möglich ins Kino zu gehen und trotzdem auf die Prüfung zu lernen. Bernard Roth glaubt, dass wir mit dem Wort »aber« Probleme schaffen, die es eigentlich nicht gibt. Denn warum sollten wir nicht vor dem

Kino und nach dem Kino noch eine konzentrierte Lerneinheit schaffen? Hört sich kompliziert an? Der alte Spruch »Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.« kann ein hilfreiches Motto sein.

Wo ein Wille ist,

ist auch ein Weg.


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Du hast Dich für eine Ausbildungsstelle beworben und wurdest jetzt zum Gespräch geladen? Wir gratulieren, denn das be­deutet, dass Du die erste Hürde genommen und einige andere Bewerber hinter Dir gelassen hast. Der potentielle Ausbilder sig­nalisiert damit, dass er an Dir interessiert ist. Jetzt möchte er Dich persönlich kennenlernen – und wir zeigen Dir, wie Du Dich optimal vorbereitest. Denn: Vorbereitung ist alles – und je besser Du vorbereitet bist, desto weniger wirst Du nervös auf den Nägeln kauen und Dir bei der Antwort die Stimme versagen.

Sei gut auf Fragen vorbereitet Gut vorbereitet bist Du, wenn Du Dich gründlich über das Unternehmen informiert hast, bei dem Du Dich bewirbst. Informiere Dich, ob es sein Geld vorwiegend mit dem Verkauf von Produkten verdient, mit der Entwicklung als »Erfinder« unterwegs ist oder der Schwerpunkt auf der Kundenberatung liegt? Verschaffe Dir einen Überblick über das Produkt oder die Dienstleistung, mit der Du in Zukunft zu tun haben könntest und bilde Dir eine Meinung dazu. Wissen solltest Du auch Fakten wie, wie viele Mitarbeiter hier beschäftigt sind, wann die Firma gegründet wurde, wo der Hauptsitz und wo die Filialen sind.

Informiere Dich über die Ausbildung Hier ein Beispiel, das wir natürlich frei erfunden haben: Du stellst Dich beim Handelsunternehmen »TradeGood« in München vor. Gegründet hat es Bauingenieur Albrecht Richter im Jahr 1973. Die 310 Mitarbeiter verkaufen, verpacken und verschicken Rohre aus Materialien wie Eisen, PVC oder Glasfaser, die in Italien hergestellt werden. Kunden sind hauptsächlich Bauunternehmen. Seit 2001 führen Martin und Alina Richter das Unternehmen mit einer kleinen Werkstatt, einem Lager, einer Spedition und einem Großraumbüro. So oder so ähnlich halt. Dann solltest Du logischerweise genau über die Ausbildung Bescheid wissen, die Du machen möchtest. Informiere Dich, wie Dein Alltag im Groben aussehen könnte, wie die Schul- und Arbeitszeit aufgeteilt ist und welche beruflichen Möglichkeiten sich mit dem Abschluss auftun könnten. Bei der Recherche hilft Dir das Internet (Tipp: Auf der FirmenWebseite findest Du die benötigten Infos meistens in der Rubrik »Über uns«). Nutze auch die Erfahrung und das Wissen Deiner Eltern, Lehrer oder Verwandten.

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h auf ein ic m h ic e it e r e Wie b vo r ? h c ä r p s e g s g n u B ew e r b Die »W-Fragen«: Was willst Du, wer bist Du und wo siehst Du Dich Der Frage nach dem »Warum?« kommst Du nicht aus. Sei vorbereitet auf persönliche Nachfragen wie: Warum gerade diese Ausbildung – und warum bei ihnen. Hast Du Dich etwa für eine Ausbildung zum Handelsfachwirt in einem Mode-Geschäft entschieden, könnte die Antworten lauten: »Ich möchte später im Einkauf arbeiten. Mit dem Handelsfachwirt in ihrem Mode-Geschäft XY bekomme ich einen Einblick in alle Abteilungen und weiß auch, was die Kunden kaufen. Das brauche ich, wenn ich später einmal die richtigen Artikel einkaufen möchte.« Oder Du bewirbst Dich als Mechatroniker: »Ich habe schon immer mein Fahrrad und Motorrad selber repariert und bin technisch interessiert.« Bleib bescheiden, aber selbstbewusst.

Was sind Deine Stärken und Schwächen? Sei auch vorbereitet auf: Kannst Du Dir vorstellen, für eine gewisse Zeit im Büro zu arbeiten? Bist Du teamfähig? Bist Du eher der theoretische »Denker« oder arbeitest Du lieber körperlich? Was sind Deine Stärken und Schwächen? Bist Du ein Eigenbrötler oder gesellig? Hast Du schon einmal in die Branche reingeschnuppert? Was sind Deine Hobbies – sei nicht zu langatmig bei der Antwort darauf, sonst läufst Du Gefahr, als »Freizeitkönig« rüberzukommen – und welches Fach hat Dir in der Schule am besten gefallen. Und zu guter Letzt und ganz wichtig sind Deine beruflichen Ziele oder anders gesagt: Wo siehst Du Dich nach dem Abschluss? Bitte vergiss nicht, Dir auch ein paar Fragen an die Interviewer zu überlegen. Denn Dein potentieller Ausbilder möchte ja, dass Du während der Arbeit und der Ausbildung mitdenkst.

Übung macht den Meister Keine Angst: Wenn Du gut vorbereitet bist, gibt es die »total falsche Antwort« nicht. Man will nur von Dir hören, dass Du ernsthaft interessiert und motiviert bist. Schreibe Dir die möglichen Fragen auf und übe das Gespräch am besten mit Deinen Freunden, Geschwistern oder den Eltern. Wenn Du Dich gut mit dem Unternehmen und den möglichen Fragen, die gestellt werden, beschäftigt hast, kann wirklich nichts mehr schief gehen. Bleib cool und geh entspannt-zuversichtlich, interessiert und ein bisschen demütig ins Gespräch. Und glaub an Dich. Wir drücken Dir auf jeden Fall die Daumen!


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Seht her – das ist mein Job! AusbildungsScout Maxi Langer hilft Schülern bei der Berufsorientierung

Maxi Langer berichtet in Schulklassen über seine Ausbildung und beantwortet Fragen der Schüler

Weilheim/Landkreis – Schülerinnen und Schüler besser über das System der Beruflichen Bildung, über Ausbildungsberufe, Beschäftigungs- und Karrierechancen zu informieren, ist das Ziel der „Ausbildungs- Scouts“, einer Initiative der bayerischen IHKs. Von engagierten Auszubildenden, die nur wenige Jahre älter sind, erfahren sie aus erster Hand alles Wichtige über die duale Berufsausbildung. Diese Kampagne bringt allen Beteiligten – Auszubildenden, Schülern, Schulen sowie Betrieben – Vorteile. Maxi Langer berichtet im Interview von seiner Ausbildung und seinen Erfahrungen als AusbildungsScout. Maxi, du bist seit September 2014 Azubi beim Schleifmaschinenhersteller Isog Technology. Welchen Beruf erlernst du dort und warum hast du dich ausgerechnet für diesen entschieden? Maxi Langer: „Seit September 2014 mache ich bei Isog Technology meine Ausbildung zum Mechatroniker. Das heißt, ich bin derzeit im dritten Lehrjahr und bin bald mit meiner Ausbildung fertig. Der Mechatroniker vereint

eigentlich zwei Berufe, den Elektroniker und den Mechaniker. Das ist etwas, was mir super gut gefällt. Die Aufgaben im Job sind dadurch total vielfältig und abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere. Und mir ist nie langweilig.“ Im Frühjahr 2016 warst du einer der ersten, der sich dafür entschieden hat, bei dem bayernweiten Projekt der IHK-Ausbildungs-Scouts mitzumachen. Worum geht es dabei? Maxi: „Die IHK-Ausbildungs- Scouts sind Azubis aus ganz vielen IHK-Berufen. Wir gehen in Schulklassen und berichten über unsere Ausbildung. So helfen wir den Schülern bei der Berufsorientierung und zeigen, dass es ganz viele interessante Berufe gibt und die Ausbildung eine super Basis für die Zukunft ist. Da sind Köche dabei oder Bankkaufleute oder eben auch Mechatroniker wie ich. Vielen Betrieben fehlen einfach die Lehrlinge, sie bekommen immer weniger Bewerbungen für ihre Ausbildungsplätze. Mit den Scouts wollen wir das ändern.“


23 Und was machst du konkret, wenn du als Scout vor einer Klasse stehst? Maxi: „Ich stelle den Mädels und Jungs meinen Beruf vor und wie ich dazu gekommen bin. Dafür habe ich eine Präsentation dabei. Ich erzähle ihnen aus meinem Ausbildungsalltag, was meine täglichen Aufgaben in der Firma sind, wie die Ausbildung überhaupt abläuft. Im Gespräch ergeben sich dann meistens auch noch Fragen. Damit sich die Schüler besser vorstellen können, worum es in meinem Job geht, zeige ich ihnen viele Fotos. Zum Beispiel von Maschinen, mit denen ich arbeite. Oder ich bringe meine Übungsstücke aus der Lehrwerkstatt mit. Das sind zum Beispiel selbst gedrehte Schrauben und selbst gefräste Zahnräder. Die werden später in Maschinen eingebaut, die wir bei Isog Technology herstellen.“ Wie bist du zu den Scouts gekommen? Maxi: „Meine Firma ist ein bekannter Ausbildungsbetrieb in Weilheim. Die IHK-Geschäftsstelle in Weilheim hat uns kontaktiert und gefragt, ob wir uns mit einem Azubi an dem Projekt beteiligen wollen. Unsere Ausbildungsleitung war davon begeistert. Unser Ausbilder hat dann uns Azubis gefragt, ob jemand mitmachen möchte. Für mich klang das spannend, deshalb habe ich zugesagt und dann am eintägigen Seminar für die Ausbildungsscouts in der IHK-Geschäftsstelle teilgenommen.“ Gibt es noch andere Gründe, warum du mitmachst? Was bringt es dir, ein Ausbildungs-Scout zu sein? Maxi: „Für Schüler ist es wichtig, mehr über die verschiedenen Berufe zu erfahren. Da weiß man als Jugendlicher viel zu wenig. Zu meiner Schulzeit hätte ich so eine Info super gefunden. Deshalb finde ich es jetzt auch gut, meine Erfahrungen an andere weiterzugeben, vor allem weil mir meine Ausbildung und mein Beruf echt Spaß machen. Dann kommt dazu, dass ich als Scout auch was für meine persönliche Weiterentwicklung mache. Ich übe zum Beispiel, mich vor mir unbekannten Leuten frei zu präsentieren. Dafür gibt es ansonsten nicht so viele Gelegenheiten. Ich finde, dadurch gewinne ich an Selbstsicherheit. Und das kann ja schließlich nie schaden.“

Würdest du den Scout-Job weiterempfehlen? Maxi: „Ja, unbedingt! Abgesehen davon, dass es wirklich Spaß macht, den Schülern zu helfen und ihre Fragen zu beantworten, trainiert man eben auch sicheres Auftreten und freies Sprechen.“ Wie oft bist du im Einsatz und wie bereitest du dich vor? Maxi: „So ungefähr drei Mal im Schuljahr besuche ich – immer zusammen mit einem zweiten Scout aus einem anderen Beruf – Klassen in einer der Schulen in unserem Landkreis. Manchmal geht es auch ein bisschen weiter weg. Ich war zum Beispiel auch schon mal in Garmisch-Partenkirchen und in Tutzing an meiner alten Schule. Den Termin stimmt Marina Gattinger, unsere Koordinatorin von der IHK-Geschäftsstelle Weilheim, mit mir und meinem Ausbilder ab. Vor dem jeweiligen Termin checke ich auf alle Fälle immer noch einmal meine Präsentation und schaue, ob ich etwas aktualisieren muss.“ Wie reagieren denn die Schüler auf dich? Maxi: „Die Schüler reagieren in der Regel total gut auf uns, meistens wissen sie ja nicht so richtig, was sie bei dem Termin erwartet. Oft sind sie auch überrascht, wie echt und geraderaus wir berichten und löchern uns dann mit Fragen, zum Beispiel auch übers Gehalt. Es ist immer eine sehr ehrliche Atmosphäre, das finde ich voll gut. Ich glaube, den Schülern gefällt es auch, dass sie praktisch mit Gleichaltrigen über das wichtige Thema der Berufswahl sprechen.“ Hättest du dir in deiner Schulzeit so ein Angebot gewünscht? Maxi: „Ja, das hätte mir auf alle Fälle gut gefallen. Da es so etwas aber nicht gab, habe ich ab der 8. Klasse Praktika gemacht und mich so beruflich orientiert.“ Mehr Infos Kontakt für interessierte Azubis, Ausbildungsbetriebe und Schulen: Marina Gattinger, Regionalkoordinatorin in der IHK-Geschäftsstelle Weilheim, Tel. 0881/9257429, E-Mail: Gattinger@muenchen.ihk.de.


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Ausbildung im Focus

Du

bist

wie

du

klingst

!

Wenn die Sprache über einen Job entscheidet Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film: Eine Software erstellt allein anhand der Sprache ein detailliertes Persönlichkeitsprofil einer Person. Sie kann dadurch ermitteln, ob ein Bewerber zu einem Unternehmen passt oder nicht. Sieht so die Zukunft des Bewerbungsgespräches aus? (pr) – Nach der anfänglichen Euphorie über die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch drängen sich meist schon kurz darauf die allseits bekannten wie unangenehmen Nebenwirkungen wie Aufgeregtheit oder Nervosität in die eigene Gedankenwelt. Im Gehirn beginnt es zu Rattern, denn die gesamte Zukunft hängt scheinbar von dem nun anstehenden Vorstellungsgespräch ab – dem Auge in Auge-Zusammentreffen mit dem künftigen Arbeitgeber. Bis hierher nichts Neues, jedoch scheint sich nun tatsächlich etwas bisher nie dagewesenes am Bewerbungs-Horizont zu regen, mit geradezu revolutionärem Potenzial: Die Rede ist von der Software »Precire« des gleichnamigen Aachender Unternehmens. »Die Software nutzt Sprache und Text, um ein valides Bild von Mitarbeitern, Kunden, Bewerbern und weiteren Gesprächspartnern zu zeichnen.« Das bedeutet, indem man den Bewerber über ganz alltägliche, von der künftigen Arbeit völlig unabhängige, Dinge sprechen lässt, und die Software währenddessen Analysen über Sprechgeschwindigkeit, Sprach-Komplexität, Pausen und die Betonung der Wörter, also über die gesamte Rhetorik, anstellt. Die gesprochene Sprache der Bewerber wird von Precire in abertausende kleiner Bestandteile zerlegt, und anschließend mit Mustern und Strukturen psychologisch fun-

dierter Referenzdaten verglichen. Auf diese Weise vermag es die Software, präzise Aussagen über die kommunikative Wirkung der Sprache des Bewerbers zu fällen, und weiterhin Emotionen, Persönlichkeit, berufliche Belastbarkeit sowie die sprachliche Kompetenz eines Menschen einzuschätzen.

Von einer Sprachprobe auf den Charakter eines Menschen schliessen – und das hinnerhalb von 15 Minuten? Geht das wirklich? In jedem Fall verdeutlicht diese Entwirklung abermals, wie essentiell wichtig ein sprachlich sicheres Auftreten in unserer modernen Zeit ist. Unsere Sprache ist nach dem ersten äusseren Eindruck die nachhaltigste und prägendste Eigenschaft, mit der wir bei unserem Gegenüber punkten können. Sich mit der eigenen Sprache auseinanderzusetzen und das volle Potenzial im Umgang mit derselben herauszukitzeln, ist ein großer und wichtiger Baustein auf dem Weg in eine beruflich vielversprechende Zukunft. Nicht hilfreich hierbei ist der verbreitete und zeitlich häufig überbordende Gebrauch von Smartphone-Messengern wie WhatsApp oder ähnliches. In diesen Messengern wird der Nutzer mit der Zeit unweigerlich darauf konditioniert, sich möglichst kurz, knapp und stichpunktartig zu fassen, Abkürzungen und unvollständige Sätze zu formulieren und sich anstelle der Wirkung seines Satzbaus lieber auf angehängte Emoticons und Smileys zu verlassen. So praktisch diese Form der Kommunikation im hektischen Alltag auch erscheinen mag, nützlich für das Weiterentwickeln des eigenen Sprachverständnisses oder für die Vielfalt des eigenen Wortschatzes ist dies ganz und gar nicht.


kaufmännische bERUFE

Denn dies ist ebenfalls nicht zielführend, und entlarvt den Sprecher vielmehr als ungeschickten Wichtigtuer. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden bei der Vorbereitung für das Bewerbungsgespräch. Es kommt immer auf das richtige Maß an. Übertreibungen und eine unangebrachte Hervorstellung

der eigenen Fähigkeiten sind kontraproduktiv. Grundsätzlich gilt, sich je nach Situation auf das eigene Gespür zu verlassen, flexibel zu bleiben, dem Gegenüber genau zuhören und stets offen und ehrlich ohne unnötige Abschweifungen auf die gestellten Fragen zu antworten. Ebenfalls bekannt sollte sein, dass man sich im Bewerbungsgespräch nicht zu verstellen braucht. Der Arbeitgeber möchte schließlich dein wahres Ich kennen lernen, und keine vorgeschobene Alibi-Persönlichkeit. Zudem fliegen Flunkereien in der Regel ohnehin früher oder später auf, und dann sind die Folgen weitaus unangenehmer, als sie es noch zu Beginn gewesen wären. Im Bezug auf die leidige Nervosität kann es schon helfen, sich im Vorfeld des Bewerbungsgespräches über die eigenen Stärken bewusst zu werden, und diese auch klar definieren und aussprechen zu können. Man wird staunen, dass dies zum einen gar nicht so einfach ist, wie es zunächst klingen mag, und zum anderen, weil dies eine ganz eigene, beruhigende Sicherheit verschafft. Und damit kann beim nächsten Vorstellungsgespräch dann auch kaum mehr etwas schief gehen.

© Markus Mainka, tostphoto, Hanna; fotolia.com

Vielmehr führt dies zu einer gegenteiligen Entwicklung, die dann im Nachhinein nur schwer wieder zu korrigieren ist. Unsere Sprache ist ein mächtiges Mittel, und was für den Musiker sein Instrument und für den Bauarbeiter seine Schaufel ist, so ist die Sprache für den Bewerber ein Werkzeug, das stetig geschult, geschliffen und weiterentwickelt werden soll. Ein wortgewandter Linguistik-Jongleur hinterlässt zweifellos mehr Eindruck beim künftigen Arbeitgeber als ein nur in abgehackten Stichpunkten und leeren Wortphrasen sprechender Bewerber. Denn im direkten Dialog gibt es leider keine Emoticons, die man zur Verdeutlichung des Gesprochenen an den Gegenüber weiterleiten kann. Knallharte, direkte Kommunikation ist der Trumpf, den der Bewerber ausspielen und für sich einsetzen kann, um erfolgreich zu sein. Dabei muss man den Arbeitgeber beim Gespräch nicht um jeden Preis rhetorisch um den Finger wickeln – nur allzu leicht tappt man daraufhin in eine weitere Falle, indem man unangebracht und über-engagiert mit vermeintlich schlauen Fremdwörtern und Fachbegriffen um sich wirft.

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Azubi+ fragt nach ... Berufliche Zukunft mit vielen Weiterbildungsmöglichkeiten als Sozialversicherungsfachangestellte bei der AOK Bayern Warum hast du dich für die Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten entschieden und was macht dir daran Spaß?

Laura Constantini 19 Jahre

„Als es nach der Schule darum ging „Was mache ich denn (jetzt) eigentlich?“, kamen für mich zwei Möglichkeiten in Frage: Studium oder Ausbildung. Ein Studium konnte ich relativ schnell ausschließen, da ich direkt nach der Schule in die Arbeitswelt einsteigen und zunächst einmal Berufserfahrung sammeln wollte. Nun blieb nur noch die Frage „Was?“. Durch Bekannte bin ich auf die AOK Bayern gestoßen. In meiner Recherche zum Beruf „Sozialversicherungsfachangestellte/r“, überzeugten mich sowohl die vielen Weiterbildungsmöglichkeiten aber vor allem auch die unterschiedlichen Aufgabenbereiche mit ständigem Kundenkontakt. Bei meinem Praktikum wurde ich herzlich im Team aufgenommen und war direkt von der angenehmen Arbeitsatmosphäre begeistert. Ab da stand für mich fest: In der AOK Bayern sehe ich meine berufliche Zukunft.“


Kaufmännische Berufe

Azubi+ im Internet

www.azubiplus.de

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Ausbildung im Focus

Gut ist nicht immer gut gemeint! Oder was will uns der Dichter damit sagen? Am Ende eines Praktikums oder einer Ausbildung ist immer ein Zeugnistag! Es gibt zwei Formen der Beurteilung: das einfache Arbeitszeugnis (eher selten), das nur eine Bescheinigung darstellt, oder das qualifizierte Arbeitszeugnis, in dem auch die Inhalte des Praktikums / der Ausbildung, dein Verhalten und deine Leistungen dokumentiert werden. Die Sprache im Ausbildungszeugnis hört sich oftmals etwas übertrieben und hochgestochen an und eigentlich immer positiv. Aber Achtung, nicht täuschen lassen!

»Vorsicht, Versager!«

© alphaspirit, strichfiguren.de; fotolia.com

»Er war tüchtig und in der Lage seine Meinung zu vertreten und zeigte eine erfrischende Art im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten«. Na, klingt

das nicht toll? Nein, das tut es wirklich nicht, heißt nämlich übersetzt: Er kann keinerlei Kritik vertragen, war frech und hatte keine Manieren«. Hinter manchen Superlativen in einem Arbeitszeugnis verbirgt sich nicht selten ein vernichtendes Urteil und eine geheime Botschaft, die andere potenzielle Arbeitgeber vor dem Kandidaten warnen soll.

»Er war stets bemüht« Das sich fast jedes Zeugnis auf den ersten Blick schön liest (manchmal so schön, dass man selber glaubt, der Chef sei der größte Fan von einem), hat einen triftigen Grund. Und das steckt dahinter: das deutsche Gesetz besagt, dass ein Praktikums-/ Ausbildungszeugnis immer wahr und wohlwollend formuliert sein muss. Das klingt zunächst nach einer guten Lösung. Sinn und Zweck dieser Regelung ist, dass das Zeugnis deine zukünftigen Berufschancen nicht negativ beeinflussen soll. Aber Vorsicht! Arbeitgeber sind zwar dazu verpflichtet, positive Formulierungen zu nutzen, doch natürlich haben einige Vorgesetzte eine Lösung dafür gefunden, ihrem Ärger Luft zu machen. Es haben sich Geheimcodes entwickelt, die jeder Chef entschlüsseln kann bzw. können sollte.Dadurch schützen Unternehmen auch Mitarbeiter vor unfreiwillig schlechten Bewertungen. Natürlich gibt es noch mehr Tücken im Praktikums- oder Ausbildungszeugnis. Hinter »sie war sehr kommunikativ« steckt: »sie quatscht, statt zu arbeiten«, hinter »immer pünktlich« steckt »nicht bereit, eine Minute länger zu arbeiten« und hinter »sie erledigte ihre Aufgaben ordnungsgemäß« steckt »sie zeigte keine Initiative«. Die Alarmglocken sollten bimmeln, wenn sich irgendwo das Wort »bemüht« finden lässt – das bedeutet nie etwas Gutes, sondern eben, das man sich bemüht, ansonsten aber nichts geschafft hat.


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»Der Da Vinci Code«

»Vielen Dank für die Blumen«

Der Geheimcode der Arbeitgeber erstreckt sich ja nicht nur auf den negativen Bereich, besonders erfolgreiche Praktikanten / Azubis lassen sich auch so auf den ersten Blick erkennen. Hauptmerkmal eines sehr erfolgreichen Zeugnisses ist das magische »ST«. Hast du die Aufgaben stets zur vollSTen Zufriedenheit erledigt, entspricht das einer Eins mit Sternchen. Da diese Formulierung grammatikalisch nicht korrekt ist, verzichten immer mehr Unternehmen auf das ST.

Am Ende ist es obligatorisch, dass der Arbeitgeber sein Bedauern über das Ausscheiden des Praktikanten / Auszubildenden ausdrückt und ihm für die geleistete Arbeit dankt. Fehlt diese Floskel, wissen sofort alle anderen, potenziellen Chefs sofort Bescheid: Der Bewerber wird von seinem alten Chef nicht wirklich vermisst. Auch das Ende des Arbeitsverhältnisses mit einem krummen Datum (also z. B. 24.06. statt 30.06) macht deutlich, dass einem fristlos gekündigt wurde.

Grundsätzlich entsprechen diese Abstufungen dem Schlunotensystem:

Also lies dein Arbeitszeugnis auf jeden Fall immer sorgfältig durch! Solltest Du doch irgendwo eine schlechte Bewertung erkennen, dann ist ein klärendes Gespräch mit dem Verfasser ratsam und oft auch lohnenswert.

• sehr gut = stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt • gut = stets zu unserer vollen Zufriedenheit oder zu unserer vollsten Zufriedenheit (ohne stets) • befriedigend = zu unserer vollen Zufriedenheit • ausreichend = zu unserer Zufriedenheit • mangelhaft = hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden


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Ausbildung im Focus

Bewerbungsgespräch: Wie präsentiere ich mich? Du hast Dich theoretisch gut auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet? Das ist super! Jetzt solltest Du Dich noch mit der nonverbalen Kommunikation beschäftigen. Das betrifft alles, was Du nicht sagst, aber viel mehr über Dich aussagt, als Dir vielleicht bewusst ist: Dein Äußeres, Deine Körperhaltung, Deine Mimik und Deine Gestik.

Ein Negativ-Beispiel Dazu gleichmal vorab: Es ist natürlich keine gute Idee, wenn Du 15 Minuten zu spät und - mit einer Hose, die gefühlt in der Kniekehle hängt und die Kapuze tief in die Stirn gezogen – reinschlurfst und Dich ohne Begrüßung auf dem Stuhl gegenüber der netten Dame oder dem netten Herrn plumpsen lässt. Und wenn Du auf die Frage, warum Du gerade bei ihnen eine Aus-bildung machen möchtest, mit den Schultern zuckst und Dich vielleicht sogar genötigt fühlst zu murmeln: »Ist mir nix Besse-res eingefallen«, ist diese Ausbildungsstelle schonmal keine Option mehr. Das ist freilich arg überzeichnet, aber Du weißt, was wir damit ausdrücken wollen. Wie aber geht’s richtig? Wir zeigen es Dir!

»Kleider machen Leute« Die Novelle von Gottfried Keller kennst Du vielleicht nicht,

© YakobchukOlena, Marco2811; fotolia.com

aber der Titel sagt eigentlich alles: »Kleider machen Leute« bedeutet so viel wie, dass Dein Äußeres bei Deinem Gegenüber den ersten, prägenden Eindruck über Dich als Person

Es würde mich freuen, wenn Sie mich einstellen ;-)

hinterlässt. Das mag oberflächlich klingen, ist aber ein Fakt. Ist der Eindruck nämlich positiv, gehst Du mit einem Vorsprung ins Gespräch. Alleine deshalb lohnt es sich, sich im Vorfeld ein paar Gedanken um die Kleidung zu machen. Regel Nummer eins ist, dass Du Dich in Deinen Klamotten wohl fühlst, denn nur so wirkst Du authentisch und strahlst das notwendige Selbstbewusstsein aus - aber eben nicht der Hose-in-der-Kniekehle-und-Kapuzen-Look. Grundsätzlich gilt: Achte darauf, dass Deine Anziehsachen mit dem unternehmensüblichen Dress-Code übereinstimmen. Wenn Du etwa in der Bank vorsprichst, wo Du viel Zeit im Büro verbringst und Kundenkontakt hast, bist Du mit einem klassischen Business-Look gut beraten. Stellst Du Dich für eine Ausbildungsstelle zum Mechatroniker vor, ist leger angesagt. Allerdings solltest Du vorsichtshalber auf Jeans und Turnschuhe verzichten, das kommt nicht überall gut an. Im Zweifelsfall gilt: Lieber zu »gut«, als zu »schlecht« angezogen. Und dass Du nebenbei Deine besten Manieren »überziehst«, ist ja selbstverständlich.

Mimik und Gestik Jetzt stehst Du also vor der Ausbilderin und/oder dem Ausbilder. Halte bei der Begrüßung mit dem Interviewpartner Blick-kontakt und reich ihm oder ihr die Hand. Beim Händeschütteln nicht zu fest, aber auch nicht zu lustlos drücken. Das weißt Du ja. Aber weißt Du auch, dass man beim Sitzen viel falsch machen kann? Achte auf eine entspannte Körperhaltung und rutsche nicht nervös herum. Die Hände legst Du am besten ruhig auf die Oberschenkel oder den Tisch, spiele auf keinen Fall mit irgendwelchen Gegenständen oder furchtle beim Sprechen wild mit ihnen herum. Vergiss nicht den Rücken gerade zu halten und am besten schlägst Du die Beine nicht übereinander, sondern bleibst wortwörtlich mit beiden Beinen am Boden. Beim Zuhören und Sprechen solltest Du dem Gesprächspartner weiterhin in die Augen schauen, das signalisiert ihm Interesse an dem, was er sagt – was Du natürlich hast, versteht sich. Am besten übst Du das zu Hause, damit es ganz natürlich für Dich ist und Du Dich ganz auf das Gespräch konzentrieren kannst. Üben solltest Du auch die Gesichtsmimik. Lächelst Du die ganze Zeit oder guckst Du ernst? Ein freundliches Lächeln ist nie verkehrt, aber bevor es verkrampft, überheblich oder viel-leicht sogar so wirkt, als ob Du sie oder ihn auslachst, bleib ernst und achte darauf, dass die Mundwinkel nicht nach unten fallen. Tipp: Wenn Du (lautlos) den Satz wiederholst »Das Gespräch läuft gut«, dann wirkt sich das positiv auf die Mimik aus. Probier’s aus! Nervös? Musst Du nicht, denn wenn Du Dich am Interview-Termin an die paar Richtlinien hältst, bist Du wirklich optimal für den großen Tag gerüstet.


Soziale und gesundheitliche bERUFE

www.azubiplus.de www.azubiplus.de

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Azubi+ Gewinnspiel


35 Einstellungstest? Kein Problem! Don't panic lautet die Parole, wenn dir eine Einladung zum Einstellungstest ins Haus flattert. Mit ein bisschen Vorbereitung schaffst du diese Hürde mit links. Hier die wichtigsten Tipps:

Bei Anpfiff:

Aufwärmphase:

• Vom Einfachen zum Schweren: Die erste Aufgabe ist oft eine leichtere Einstiegsaufgabe.

• Dein Berufsberater weiß Rat. Erkundige dich bei ihm: Welche Testverfahren nutzt das Unternehmen, das dich eingeladen hat? Dann kannst du dich gezielt vorbereiten. • Üben, üben üben: Je besser du mit den einzelnen Testarten vertraut bist, desto besser läuft's auch in der Prüfungssituation. Im Internet und auch bei der Agentur für Arbeit findest du Übungstests, die dich in den Bereichen Allgemeinwissen, Sprache, Mathematik, Konzentrationsvermögen, technischem Verständnis, und visuellem Denkvermögen vorbereiten. • Tagesschau rules! Für den Allgemeinbildung hilft es, nicht nur den Vornamen der Kanzlerin zu wissen. Lies regelmäßig die Tageszeitung und Schau die Nachrichten, dann weißt du über Politik im In- und Ausland Bescheid. • Oone Fela! Im Bereich Sprache geht es um deine Rechtschreibung, aber auch um den Ausdruck und deine Argumentation. Und auch das kannst du üben. Oft gefragt, sind Aufsatzthemen nach dem Motto: »Welche Überlegungen waren für meine Berufswahl ausschlaggebend?«. Hier kannst du Informationen über den Betrieb einfließen lassen.

• Tief durchatmen: Lies dir die Arbeitsanweisungen genau durch und schaue dir die Beispiele an. Sie enthalten wichtige Hinweise.

• Viele Tests sind so angelegt, dass man in der vorgegebenen Zeit nicht alles schaffen kann. Löse also zuerst die Aufgaben, die dir liegen. Langes Grübeln hilft nichts.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: • Think positive! Hast du ein schlechtes Gefühl nach dem Test, dann mache dir bewusst: Es sind nicht immer die Bewerber mit den besten Ergebnissen, die letztendlich genommen werden. Entscheidend ist, wie sie insgesamt in den Betrieb passen. Du hast also durchaus noch Chancen. • Eine Erfahrung mehr: Hat es diesmal nicht geklappt, hast du schon für den nächsten Test geübt. Besorge dir das Testergebnis und arbeite gezielt an deinen Schwachstellen. Dann klappt es beim nächsten Mal!

• Kein Für ohne Wider: Kommen kritische Aufsatzthemen dran, solltest du verschiedene Sichtweisen beleuchten, um zu zeigen, dass du ausgewogen argumentierst. • Bei den Konzentrationstests geht es entweder um Worte, Zahlen oder Zeichnungen. Hier kommt es auf Sorgfalt und Geschwindigkeit an. • Schaffe dir reale Testsituationen. Mache einige Übungen in festgelegter Zeit, dann bringt dich nichts mehr aus der Ruhe. • Have a break. Am Tag vor dem Test ist relaxen angesagt. Unterni­mm etwas mit Freunden, gehe spazieren oder gönne dir einen Film. Es hilft nichts, bis spät in die Nacht zu üben. Dein Gehirn, braucht Zeit, um die Infos zu verarbeiten.

© pathdoc, Kaarle; fotolia.com


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Azubi+ Magazin Weilheim  

Azubi+ Magazin - dein regionales Ausbildungsmagazin. Ausgabe Weilheim/Schongau 03/2017

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