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ausbildung im focus

AZUBI+ Interview Dr. Thomas Geppert

Junge Menschen für das Kochen begeistern Azubi+: Herr Dr. Geppert, Sie haben einmal gesagt: »Am Gastgewerbe und dem DEHOGA Bayern reizt mich vor allem seine enorme wirtschaftliche Bedeutung, aber auch seine Vielfältigkeit. Es erfüllt mich mit Stolz, eine Dienstleistungsbranche mittelständischer Prägung zu vertreten, die in über 40.000 Betrieben rund 400.000 Erwerbstätige sowie 10.000 Auszubildende + 1.000 Dual Studierende im bayerischen Gastgewerbe beschäftigt.«

Die hohe Zahl der Auszubildenden bringt auch eine gro e Verantwortung für die jungen Menschen mit sich. Welche Berufsorientierungsveranstaltungen und unterstützende Ma nahmen bietet der DEHOGA Bayern den Betrieben im Hotel- und Gaststätten-Bereich vor oder während der Ausbildungszeit für ihre Auszubildenden an? Dr. Geppert: Auf allen TV- Kanälen laufen Kochshows, die jungen Menschen für das Kochen begeistern. Nun ist es an uns, diese Begeisterung in die richtigen Bahnen zu lenken. Auf über 200 Berufsinformationsveranstaltungen pro Jahr, an den Schulen und bei jedem Schnupperpraktika in unseren Hotels und Gastronomiebetrieben erklären wir daher, wie eine Ausbildung strukturiert abläuft.

Azubi+: Wie gestaltet sich das erste Ausbildungsjahr im Gastronomiebereich in der Küche oder dem Service und hierbei insbesondere die Arbeitszeiten? Dr. Geppert: Unsere Auszubildenden, ob Köche, Hotel- oder Restaurantfachleute, Hotelkaufleute oder Fachleute für Systemgastronomie, sie alle haben im ersten Jahr zwei Tage Berufsschule und drei Tage im Betrieb mit je 8 Stunden.

Geschäftsführer des DEHOGRA Bayern

Dabei werden fundierte Grundkenntnisse wie Service, Küche, Wareneinkauf, aber auch Themen wie Umwelt, Hygiene und vor allem freundlicher Umgang mit dem Gast vermittelt.

Azubi+: Immer mehr hält die Digitalisierung, die nicht immer Auslöser für Wohlbefinden sein muss, auf verschiedenste Art Einzug in den Berufsalltag. Inwieweit berührt dies schon den Alltag der Auszubildenden zum einen in der Berufsschule, zum andern im Betrieb? Dr. Geppert: Es gibt kaum eine Branche, die so digital ist wie die Hotellerie und Gastronomie. Seit vielen Jahren erfolgen alle unsere Hotelbuchungen weltweit digital und auch intern wird jedes Zimmer, jede Reservierung aber auch alle Waren, Rezepte in der Küche oder Kassenabrechnungen in einem digitalen System verwaltet. All das Lernen unsere Auszubildenden sozusagen »on the job« und flankierend in der Berufsschule. Ohne Digitalisierung ist Tourismus und Gastgewerbe schon lange nicht mehr denkbar.

Azubi+: Welche Weiterbildungsangebote stehen den jungen Menschen nach ihrem Berufsabschluss offen? Dr. Geppert: Nach einer Ausbildung gehen junge Fachkräfte erst einmal ins Ausland oder bleiben auch im Lehrbetrieb. Nach einem Jahr ist eine Weiterbildung in einer der zahlreichen Hotelfachschulen, der IHK oder Hochschule zum Staatl. Geprüften Hotelbetriebswirt, zum Bachelor, zum Küchen-, Hotel-, Restaurant- – oder BarMeister oder neu zum Sommelier – dem Weinberater möglich. Auch das Dualstudium im Tourismus, HospitalityManagement oder Catering ist sehr angesagt.

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Azubi+ Magazin Ebersberg  

Azubi+ Magazin - dein regionales Ausbildungsmagazin. Ausgabe Ebersberg 03/2018

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