DONNERSTAG, 15. MAI 2025
LENZBURGER WOCHE
Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.
PP 5600 Lenzburg · Nummer 20 · Post CH AG
SALZKORN Ein ganzes Leben in zwei Worten
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für nächste 7 Tage exklusiv bei Nicole Lüthi gründet eine neue Spielgruppe in Ammerswil – mit viel Herz und Naturanschluss.
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Foto: Romi Schmid
Die neue Spielgruppe Miniwil setzt auf Natur und Nähe Ammerswil Draussen spielen, Tiere füttern, Natur entdecken: Die neue Spielgruppe Miniwil bietet Kindern ab zweieinhalb Jahren ein naturnahes Abenteuer mit viel Freiraum zum Wachsen. Gründerin Nicole Lüthi setzt auf Herzblut, Naturverbundenheit und eine grosse Portion kindliche Neugier. ■
ROMI SCHMID
S
chon als Teenager wusste Nicole Lüthi, dass sie mit Kindern arbeiten möchte. Ihr Wunsch: eine Spielgruppe schaffen, in der Kinder nicht nur spielen, sondern auch entdecken, lernen und ganz sie selbst sein dürfen. «Das Kinderlachen und die unterschiedlichen Entwicklungsphasen spornen mich an, ihnen etwas Un-
vergessliches zu ermöglichen», so die zweifache Mutter. In der neuen Spielgruppe soll sich der Alltag mehrheitlich draussen ab spielen – im Wald, auf Wiesen oder auf dem nahegelegenen Bauernhof, wo die Kinder Kühe füttern oder Pferde streicheln dürfen. «Ich selbst bin sehr gerne draussen. Die Natur lehrt uns so viel – über Materialien, Jahreszeiten und über uns selbst», sagt Lüthi. Wenn es regnet, stürmt oder klirrend kalt ist, bietet ein heller, gut ausgestatteter Raum auf dem Schulgelände eine warme Alternative mit Bauklötzen, Puppenecke, Büchern und Spielen.
Spielen, staunen, wachsen
Ein typischer Spielgruppenmorgen beginnt mit einem Begrüssungslied. Danach folgen freies Spielen, Basteln, Malen, Tiere beobachten oder einfach dem Rascheln der Blätter lauschen. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Lied. «Wir bieten den Kindern einen
abwechslungsreichen, geborgenen Rahmen mit klaren Strukturen und viel Raum für Fantasie.» Die Gruppen sind bewusst klein gehalten: Maximal zehn Kinder pro Morgen werden von zwei erfahrenen Spielgruppenleiterinnen betreut. «Wir sind beide Mütter und bringen viel Herzblut mit», so Lüthi, die 2023 ihre Spielgruppenausbildung mit Diplom abgeschlossen hat. Miniwil findet jeweils mittwochs und freitags statt. Bei grosser Nachfrage kommt der Donnerstag dazu. Der Halbjahresbeitrag beträgt 480 Franken – darin enthalten sind alle Materialkosten, Ausflüge, eine Geburtstagsüberraschung und ein Willkommensgeschenk. Am Mittwoch, 28. Mai, bietet ein Tag der offenen Tür Gelegenheit, die neue Spielgruppe kennenzulernen und einen Einblick ins vielfältige Angebot zu gewinnen. «Wir freuen uns auf viele kleine und grosse Besucherinnen und Besucher», sagt Lüthi.
Peter von Matt hat über Peter Bichsel geschrieben: «Das ist Peter Bichsels Kunst: das Schweigen zu erzählen, in dem ein Tinu Niederhauser ganzes Leben steckt.» Klingt paradox – und doch ist das Schweigen, das Nichtssagen, oft viel bedeutsamer als alles, was gesagt wird. Der Bauer, der auf die Frage des Journalisten «Wie sind Sie zufrieden mit der Ernte in diesem Jahr?» knapp antwortet: «Geit scho.» Und schweigt. Die Stille ist nicht leer. Sie ist voller Geräusche, die niemand hören kann: das Klirren der Frostnächte im Frühling, das Rascheln des Geldes, das nie reicht, das Stechen im Rücken, wenn er sich bückt. Da ist der Blick zur Scheune, wo das Heu zu wenig ist. Da ist seine Frau, seit Jahren krank an der Seele. Das kurze Innehalten, bevor er antwortet – als würde er all das abwägen, was er nicht sagen wird. Alles, was nicht ausgesprochen wird, steht plötzlich da – mitten im Hof – als hätte es ein Gesicht. Vielleicht sogar einen Namen. Der Mann vom Radio wartet auf mehr. Er wartet lange. Dann senkt er leicht den Kopf. Kein Nicken, kein Kopfschütteln. Nur eine Geste des Verstehens. Er hat begriffen, dass er nichts begreifen kann. Nicht mit Worten. Nicht heute. Später, beim Schneiden des Beitrags, lässt er die Pause drin. Er hört sie sich mehrfach an. Weil sie spricht. Weil sie etwas erzählt, das kein Mikrofon ganz erfassen kann. Und zwei Wörter. «Geit scho.» Peter Bichsel – er hätte wahrscheinlich gesagt: «Die kürzesten Sätze tragen die schwerste Last.» Und dann hätte er eine Zigarette geraucht. Und nichts weiter erklärt. Weil man nicht alles erklären muss. Manches genügt, wenn man es nur hört. Oder eben: nicht hört. Ein ganzes Leben in zwei Worten.
Tinu Niederhauser
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