FREITAG, 30. MAI 2025
LENZBURGER WOCHE
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SALZKORN Erleben statt abhaken
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Symbolisches Geschenk: Regierungsrat Markus Dieth überreicht dem Amtsleiter Oliver Vogel ein Modellauto. Kronenplatz 12, Lenzburg +41 76 701 17 12 info@balcony-bikes.com, www.balcony-bikes.com
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Foto: Romi Schmid
Ein Leuchtturmprojekt für sichere Mobilität Schafisheim Nach umfassender Sanierung wurde am Samstag die Prüfhalle des Aargauer Strassenverkehrsamts feierlich eingeweiht. Die modernisierte Anlage gilt als kantonales Vorzeigeprojekt – nachhaltig, funktional und bereit für die Mobilität von morgen. ■
ROMI SCHMID
D
ie Prüfhalle in Schafisheim ist weit mehr als ein Ort der Fahrzeugkontrolle. Für viele Aargauerinnen und Aargauer ist sie fester Bestandteil des Alltags – sei es für die Fahrprüfung oder die periodische Kontrolle. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1973 und wurde nach über 50 Jahren umfassend erneuert – mit deutlich mehr als einem frischen Anstrich. «Wir feiern heute einen echten Leuchtturm – ökologisch,
wirtschaftlich und architektonisch», sagte Regierungsrat Markus Dieth bei der Eröffnung. Herzstück der Sanierung ist die Photovoltaikfassade – die erste ihrer Art an einem kantonalen Gebäude. Sie versorgt die Halle mit selbst produziertem Strom und unterstreicht den nachhaltigen Ansatz. Auch das Gebäudeinnere wurde umfassend modernisiert – die technische Infrastruktur wurde erneuert und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden deutlich verbessert. Die Modernisierung erfolgte im laufenden Betrieb – eine logistische Herausforderung. Bis zu 600 Fahrzeuge pro Tag werden hier geprüft. «Dass das trotz Umbau möglich war, ist der grossen Leistung aller Beteiligten zu verdanken», sagte Oliver Vogel, Leiter des Aargauer Strassenverkehrsamts. Die Sanierung war ursprünglich mit 18 Millionen Franken veranschlagt. Doch unerwartete Zusatzarbeiten – darunter Asbestfunde, marode Bodenplatten und ein sanierungsbedürftiges Dach – sowie Bau-
teuerung und Lieferengpässe liessen die Kosten auf 22,56 Millionen Franken ansteigen. Eine Machbarkeitsstudie hatte zuvor gezeigt, dass eine Sanierung gegenüber einem Neubau nicht nur günstiger, sondern auch ökologisch sinnvoller war. Der Grosse Rat bewilligte den ursprünglichen und den Zusatzkredit.
Zeichen der Wertschätzung
Auch die Symbolik kam nicht zu kurz: Regierungsrat Markus Dieth überreichte Oliver Vogel ein Modellauto – als Zeichen der Anerkennung für das erfolgreiche Projekt und den grossen Einsatz aller Beteiligten. Im Anschluss an die Ansprachen hatten die Gäste Gelegenheit, die modernisierte Halle bei Führungen selbst in Augenschein zu nehmen. Sie zeigten sich beeindruckt vom neuen Auftritt des «Strassi» – funktional, zukunftsbereit und ein sichtbares Zeichen für nachhaltige öffentliche Infrastruktur. Fazit: Die Prüfhalle in Schafisheim ist kein gewöhnlicher Zweckbau mehr – sie ist ein kantonales Vorzeigeprojekt.
Tourismusgipfel in Lenzburg. Touristikerinnen und Touristiker auf Kulturpfaden. Keine Geröllhalden, sondern blühende Wiesen. Denn es ist längst erwiesen: Der Christine von Arx Aargau ist reich bestückt mit Kultur. Aber wie kamen Kultur und Tourismus überhaupt zusammen? Historisch gesehen war die Kultur zuerst da – und der Tourismus reiste aus England an. Im 18. Jahrhundert zogen adlige Herren auf ihre Grand Tour, suchten Bildung in südlichen Gefilden – und rollten dabei durch die Schweiz. Damals noch ohne auszusteigen. In den Städten ist der Kulturtourismus heute längst Opfer seines eigenen Erfolges. Der Untergang Venedigs wird nicht erst seit der Kreuzfahrtindustrie beschworen – das geschieht bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts, damals noch wegen der habsburgischen Armee. «Besuchen Sie Venedig, solange es noch da ist!» – funktioniert seither. Mich als Historikerin stimmt das fast optimistisch. Mit Blick auf ländliche Regionen: Reicht dort ein einzelnes Kulturangebot, dass jemand eigens eine Reise dafür unternimmt? Es kommt bestimmt auf das Gesamtpaket an – auf den kooperativen Schulterschluss zwischen Kultureinrichtungen, Tourismusakteuren und Gastgebern. Und: auf den Mut, ein klares Narrativ zu setzen. Denn «Vielfalt» ist vielleicht sympathisch, aber kein Alleinstellungsmerkmal. Erst wenn der Gast einmal da ist, können wir ihn ans reiche Buffet führen. Eine Positionierung innerhalb des Kulturtourismus könnte die Kreativkultur leisten. Klug ins Paket geschnürt, wären kreative Erlebnisse und Residenzen eine spannende Alternative zur touristischen Monokultur. Die Vorteile des Kreativtourismus liegen auf der Hand: längere Aufenthaltsdauer, unabhängig von Jahreszeiten, echte Begegnungen, Teilhabe statt Konsum, erleben statt abhaken, Slow statt Show. Wobei – ein bisschen Show dürfte es für mich schon sein. Und ich weiss auch schon, zu welchem Kreativziel es mich zieht: zum Monti-Ferienzirkuswagen. Eine Grand Tour ins Erleben, mittendrin, von Ort zu Ort unter dem Zirkussternenzelt. Christine von Arx, Historikerin
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