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Nr. 20 27. Jahrgang Freitag, 15. Mai 2026

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Bescheidener Ertrag, gute Qualität

Der Grimbart

Weinjahrgang 2025 Die Kellermeister haben trotz einigen Wetterproblemen gut gearbeitet Ulrich Fluri

Das Jahr 2025 macht deutlich: Die Winzer stehen vor einer Wende, die sich bereits seit Längerem ankündigt. Die klimatischen Veränderungen bilden die grösste Herausforderung. Der Weinjahrgang 2025 ist trotz seiner Wetterkapriolen kurz vor der Erntezeit zwar von der Menge her nicht überragend ausgefallen, der guten Qualität tat das aber keinen Abbruch. Das ist die Botschaft und das Fazit des Verbands der Weinproduzenten der Region Basel-Solothurn anlässlich ihrer Medienorientierung vom letzten Dienstag in der «Baselbieter Weingalerie» in Aesch. «Die Winzerinnen und Winzer sind immer mehr gefordert, mit geeigneten Massnahmen die Launen der Natur etwas zu umschiffen», so die allgemeine Konklusion von Verbandspräsident Andreas Buser aus Niederdorf. In seiner detaillierten Analyse nannte dann Urs Weingartner, Rebbaukommissär am Ebenrain-Zentrum die letztjährigen positiven Indikatoren, welche die hohen Erwartungen an eine gute Ernte geschürt haben: Der nicht zu frühe Austrieb, kaum Spätfröste und wenig Krankheitsdruck. Dazu habe ein wassertechnisch optimaler Frühling und Sommer für eine sehr frühe Reife gesorgt. Diese wurde aber von einem nassen Herbst abgelöst, der die Ernte verzögerte, mit entsprechenden Fäulnisproblemen. Die Pilzkrankheiten konnten im Sommer zwar gut kontrolliert werden, starke Hagelschläge bis in den Herbst hinein dezimierten die Ertragsmenge je nach Region dann aber beträchtlich. So lag es dann am Können der Kellermeister, das eingebrachte Traubengut trotzdem zu Weinen von hoher Qualität

Die beiden Blauburgunder «Liestaler» und «Syydebändel» (links und rechts) sind im Finale zum «Staatswein».

Weinproduzentenverband als Organisator des Wettbewerbs «Staatswein».

zu verarbeiten. «Fast problemloses Weinjahr – bis zur Ernte», fasste Weingartner zusammen. Und damit meint er eben die drittkleinste Menge der Dekade in unserer Region, die nur rund ein Prozent des landesweiten Weinanbaugebietes ausmacht. Punkto Oechsle stehen die beiden häufigsten Sorten, Blauburgunder und Riesling Silvaner, mit 91,8 Grad und 77,7 Grad aber sehr gut da. Für den Rebbaukommissär ist indes von zentraler Bedeutung, dass in unserer kleinen Region die Qualität im Vordergrund stehen muss. Und so ist dann der Qualitätswettbewerb mit der Vergabe des Labels

Kolumne

Fotos: U. Fluri

«Staatswein» eine immer wieder grosse Motivation in der Arbeit der Winzer und Kellermeister. Nach einer bereits erfolgten Vorselektion durch eine ausserkantonale Fachjury werden nun am 1. Juni im Schloss Ebenrain aus den jeweils drei Finalisten die Besten der Sorten Weissweine, kräftige und aromatische Weissweine oder Cuvées, Pinot noirs in allen Facetten und reinsortige Rotweine oder Cuvées gekürt. Dabei sind mit dem Liestaler Pinot noir von Kaufmann Weinbau und dem Syydebändel Pinot noir Barrique zwei Oberbaselbieter Tropfen mit guten Siegeschancen im Rennen.

Der Dachs wird in der Fabel «Grimbart» genannt. Der Europäische Dachs (Meles meles) ist eine von vier Arten der Gattung Meles. Die ersten Dachsähnlichen gab es schon im Miozän vor etwa 20 Millionen Jahren. Die Gattung Meles tauchte vor etwa 5 Millionen Jahren auf. Das schwarzweisse Raubtier gehört zur Familie der Marder und ist ein faszinierendes Tier, das man selten zu Gesicht bekommt, weil es nachtaktiv ist. Den ersten und lange Zeit einzigen Dachs sah ich auf einer Wanderung mit meinem Vater in der Ostschweiz. Bis in diesem Jahr dachte ich nie mehr an Dachse, bis an jenem 18. Februar 2025, als ich in der Stadtkirche Liestal das Konzert von Christian Zacharias besuchte. Mir stellte sich die Frage, auf welcher Strecke ich nach Hause zurückfahren sollte. Ich entschied mich für die Autobahn und die Strecke durchs Laufental. Die Strecke über Ziefen und den Holzenberg schien mir wegen Wildgefahr zu heikel. Dummerweise war das die falsche Entscheidung, denn vor Brislach schoss etwas von links nach rechts über die Strasse. Ein kurzer Knall. Ich stellte mein Auto auf rechterhand auf einem Platz ab und ging zurück. In der Mitte der Strasse lag reglos ein Dachs. Sofort rief ich die Polizei an, die den Wildhüter schickte. Kurz darauf war dieser vor Ort. Ich hörte einen Schuss und roch Schwarzpulver. «Das Tier hatte einen gebrochenen Rücken. Sie können nichts dafür», sagte er. In dieser Nacht kam ich nicht zur Ruhe. Ausgerechnet ich musste einen Grimbart überfahren. Es schmerzt mich noch heute.

Thomas Brunnschweiler

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