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FREITAG, 2. MAI 2025

LENZBURGER WOCHE

Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.

PP 5600 Lenzburg · Nummer 18 · Post CH AG

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Man hört es ja überall: Wir sollen uns optimieren. Körper optimieren, Ernährung optimieren, Zeitmanagement optimieren. Vom perfekt strukturierten Wochenplan bis hin zur atmungsaktiven Trinkf laRomi Schmid sche, die uns daran erinnert, wann wir Wasser zu uns nehmen sollen – es gibt nichts, was sich nicht noch verbessern liesse.

Der neue Forstwerkhof – gebaut aus eigenem Holz – bietet viel Platz für Forstmaschinen.

Ein nachhaltiger Werkhof aus dem eigenen Wald Egliswil Der Forstbetrieb Rietenberg hat seinen Werkhof modernisiert – mit Holz aus den eigenen Wäldern und viel Gemeinschaftsgeist. Beim Einweihungsfest kamen rund 40 Personen zusammen, um auf die hervorragende Zusammenarbeit anzustossen.

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Foto: Debora Hugentobler

DEBORA HUGENTOBLER

er Forstbetrieb Rietenberg pflegt und bewirtschaftet Wald der Gemeinden Boniswil, Dintikon, Hallwil, Hendschiken, Villmergen, Seengen und Egliswil. Zum Fest im Firmental versammelten sich Gemeinderätinnen und Gemeinderäte jener Gemeinden, Mitglieder der Forstkommission, das Team des Forstwerkhofes und Vertretende der 21 mitwirkenden Unternehmerbetriebe. «Wir haben einen Freudentag zu vermel-

den – für die Gemeinde Egliswil und für alle Mitwirkenden», sagte Gemeindeammann Ueli Voegeli bei seiner Ansprache. Der neue Forstwerkhof sei ein Gemeinschaftsprojekt, das überregional genutzt werde. Laut Voegeli «die moderne Zentrale für den Forstbetrieb Rietenberg». Die echte Nachhaltigkeit dieses Baues erkenne man daran, dass 95 Prozent des genutzten Holzes aus dem eigenen Forst Rietenberg stammt. «Ein wunderschönes Projekt, das hier zusammengekommen ist», bestätigte Nadia Negro, Vorsitzende der Baukommission. Der Kredit von 580 000 Franken wurde bereits Ende 2022 von der Ortsbürgergemeinde Egliswil bewilligt. Nun sei das Projekt termingerecht und im Rahmen des Budgets abgeschlossen worden.

Mehr als nur ein kleines Update

Die fast 40 Jahre alten Sanitäranlagen wie auch die Küche wurden ersetzt. Entstanden sind zudem ein Anbau für Maschinen, eine Trennwand plus zwei Garagentore gegen Durchzug und ein Büro. Eine

Holzkiste, eingebettet in die bestehenden Räumlichkeiten, verkörpert das neue Büro. Im Innern befindet sich ein Kaminofen, welcher als Heizung dient. Die Idee – sein Büro am selben Ort zu haben wie den Arbeitsplatz der Mitarbeiter – habe Matthias Bruder, Leiter Forstwerkhof, bereits vor 10 Jahren zum ersten Mal ausgesprochen.

Der Natur angepasst

Mit einem Sturmholzbänkli aus eigenem Holz «Für die Ruhe nach dem Sturm» bedankte sich Bauleiter Gregor Notter im Namen der Schäfer Holzbautechnik. Das Projekt sei anders als üblich. Verstrebungen wurden konstruktiv angepasst, um dem Holz des Waldes gerecht zu werden. Auch Dreckkanten, die die Schäfer Holzbautechnik sonst nicht verbaut, kamen bewusst zum Einsatz. Mit wenig Verschnitt wurde viel herausgeholt. «Etwas zu erschaffen aus dem, was der Wald hergibt, war toll», sagte Notter. Beim Waldumgang am 6. September wird der Bau der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ich habe versucht, mitzumachen. Wirklich. Zum Beispiel beim Frühstück: Statt Kaffee und Brot sollte es ein Smoothie aus Avocado, Grünkohl und Dingen, die aussehen wie Moos, sein. «Für mehr Energie!», versprach das Rezept. Das Resultat war, dass ich drei Stunden später beim Bäcker eine grosse Schoggigipfeli-Notbremsung einlegen musste. Oder beim Thema Achtsamkeit: Statt die Hunderunde einfach nur zu gehen, sollte ich bewusst jeden Schritt spüren, jeden Atemzug wahrnehmen, jeden Grashalm betrachten. Leider waren die Grashalme weniger spannend als der (sehr offensichtliche) Versuch des Hundes, sich in etwas zu wälzen, das schon in der Steinzeit stinkig war. Auch beim Thema Ordnung wird gern optimiert: Minimalismus heisst das Zauberwort. Zehn Teile im Kleiderschrank! Fünf Spielsachen pro Kind! Ein Gedanke im Kopf! Und dann kommt der Alltag und räumt alles wieder schön durcheinander. Kinder sammeln Steine, Stöcke und leere Schneckenhäuser. Hunde sammeln Matsch. Und Mütter? Sie sammeln Bastelwerke, Brotreste aus Jackentaschen und halbe Gedanken. Inzwischen habe ich meine persönliche Optimierung gefunden: Ich optimiere meine Erwartungen. Anziehen, essen, rausgehen, überleben. Ohne die Trinkflasche, die piepst. Ohne den Wochenplan, der scheitert. Dafür mit einem echten Lachen über all das, was wieder einmal ganz anders läuft als geplant. Und mit einem Schoggigipfeli in der Hand. Romi Schmid, Redaktorin

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