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LBA 22/2024 vom 30. Mai 2024

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DONNERSTAG, 30. MAI 2024

LENZBURGER WOCHE

Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzende Gemeinden.

PP 5600 Lenzburg · Nummer 22 · Post CH AG

SALZKORN Achtsamkeit

unschlagbare

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für nächste 7 Tage exklusiv bei Informierten zum Kauf des ABB-Areals: Patrick Nussbaumer, Andreas Schmid, Armin Tschopp und Daniel Mosimann.

Foto: Carolin Frei

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Lenzburg Das städtebaulich wichtige Gebiet Aabach Nord soll sich weiterentwickeln können und die Werkhöfe zusammengelegt werden. Umsetzbar ist dies auf dem seit 2011 stillgelegten ABB-Areal. ■

CAROLIN FREI

B

evor der Kaufvertrag für das rund 30 000 Quadratmeter grosse ABBAreal am 23. Mai unterzeichnet werden konnte, mussten einige Hürden genommen werden. Unter anderem mussten die Untergrundbelastung und die Belastung der Bausubstanz überprüft werden. Für den Stadtrat war von Anfang an klar, dass die ganze Parzelle für die städtische Nutzung zu gross ist und somit ein passender Partner gefunden werden muss. Fündig wurde man bei der Reisezentrum AG, das zur Knecht-Gruppe gehört. «Es gibt vier Gründe, die für den Kauf des ABB-Areals sprechen. Seitens Stadt sind dies die Entwicklung von Aabach Nord und die Zusammenführung

der Werkhöfe von Stadt, SWL und Forstdiensten Lenzia», sagt Vizeammann Andreas Schmid. Für den Partner Reisezentrum sind es die Umstellung aller Fahrzeuge der Regionalbus Lenzburg AG von Diesel auf Elektro. Zudem müsse das Unternehmen die Flotte ausbauen, um den Anschluss auf den geplanten Viertelstunden-Takt der SBB gewährleisten zu können, sagte Patrick Nussbaumer, CEO Eurobus AG.

Parzellierung folgt später

So unterschiedlich die jeweiligen Pläne sind, so gibt es doch Synergien, die bei der späteren Überbauung genutzt werden können. Bevor es so weit ist, muss die Dekontamination – unter anderem von Asbest und PFAS – im Gebäude und im Boden durchgeführt werden. Im Zusammenhang mit der Dekontamination der Untergrundbelastung soll zudem die dort vorhandene Kiesreserve genutzt werden. Das Baugesuch für den Rückbau und die Einleitung Änderungen Nutzungsplanung «Kiesabbau» möchte man im 2. Halbjahr 2024 einreichen. Das zweite Baugesuch wird dann für die Dekontamination des Un-

tergrunds gestellt und das dritte für den Neubau, dessen Inbetriebnahme 2032 bis 2035 geplant ist. Der Kaufpreis beläuft sich auf 6,7 Millionen Franken. Für den Rückbau, die Dekontamination des Untergrunds und der Bausubstanz, wofür sich die Käuferin gegenüber der Verkäuferin verpflichtet hat, sind 10,5 Mio. Franken eingeplant.

Antrag auf Rückkauf

Aufgrund der Regelung der Finanzkompetenzen konnte der Stadtrat den hälftigen Kaufpreis nicht allein übernehmen. Deshalb wurde ein Kaufkonsortium der Stadt gegründet, in welchem die Kaufanteile wie folgt verteilt sind: 5/18 Einwohnergemeinde Lenzburg, 1/18 Ortsbürgergemeinde Lenzburg und 12/18 Kies Lenz AG. «Nach der Zustimmung durch den Einwohnerrat und den Souverän kann die Einwohnergemeinde die anderen Anteile zu ursprünglichen Kaufkonditionen abkaufen», betont Schmid. Der Einwohnerrat befindet am 20. Juni und das Stimmvolk an der Urnenabstimmung vom 22. September über den Rückkaufkredit in Höhe von rund 6,4 Millionen Franken (13/18 Anteile).

«Weisheit», «Tapferkeit», «Besonnenheit» und «Gerechtigkeit» sind die vier Kardinaltugenden von Platon. Würde der griechische Philosoph heute leben, Peter Buri käme vielleicht noch «Achtsamkeit» als fünfte dazu. Die ursprünglich im Buddhismus verortete Bewusstseinsqualität wanderte über die Psychotherapie in unseren Kulturraum ein und erlebte in der jüngeren Zeit einen wahren Boom. Im Gleichschritt mit ihrer inflationären Durchdringung verbreiterte sich auch die Interpretations- und Definitionspalette der Achtsamkeit: Das Spektrum reicht von der banalen Sicherheitsmaxime für Autofahrer über allgemeine Geistesgegenwart bis hin zum esoterisch angehauchten, universellen Lebensberatungs- und Geschäftsmodell. Die schönsten und wertvollsten Achtsamkeiten sind jedoch jene, die nicht zelebriert, kultiviert oder kommerzialisiert, sondern im Alltag einfach gelebt werden. Wie das Beispiel, das eine Familie kürzlich mit ihrer in Lenzburg wohnenden, hochbetagten Mutter erlebte. Sie geht jeden Freitag pünktlich um 13 Uhr zum Coiffeur, den kurzen Weg von ihrer Wohnung zur Abzweigung Aavorstadt/Burghalde mit dem Rollator bewältigend. Als sie kürzlich eines Freitags um 13 Uhr nicht auftauchte, wurde dies im besagten Salon nicht einfach schulterzuckend und zur Tagesordnung übergehend zur Kenntnis genommen. Die lang jährige «persönliche» Coiffeuse machte sich grosse Sorgen um ihre betagte Stammkundin: Zuerst erfolgte ein (erfolgloser) Versuch einer telefonischen Kontaktaufnahme mit der Seniorin, dann mit ihrer Tochter und mit der Schwiegertochter. Letztere konnte schliesslich den Sachverhalt vor Ort klären («Fernsehschlaf») und die Schwiegermutter, wenn auch mit etwas Verspätung, zum Coiffeur begleiten. Eine kleine Geschichte (k)einer Selbstverständlichkeit – aber vor allem ein gross(artig)es Beispiel von Achtsamkeit als gelebte Tugend. Peter Buri

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