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21. Dezember 2017 | Nr. 51 | 78. Jahrgang

Verbreitungsgebiet: Grenchen, Bettlach, Selzach BE: Romont, Lengnau, Pieterlen, Meinisberg, Safnern, Meienried, Büren a.A., Rüti b.B., Arch, Leuzigen Inserate: Kapellstrasse 7, 2540 Grenchen, Tel. 032 654 10 60, e-mail: inserate@grenchnerstadtanzeiger.ch Redaktion: Tel. 032 652 66 65

> IN DIESEM STADT-ANZEIGER Am Sonntag ist Heiligabend: Die Pfarrer der Region verraten, wie sie die Weihnachtstage erleben.

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WOCHENTHEMA

Nach fünf Jahren wieder ein Traumstart DER WINTER hat definitiv auf dem Grenchenberg Einzug gehalten. Am Sonntag wurde der Betrieb auf dem Grenchenberg aufgenommen. «Der Betrieb während den Weihnachtsund Neujahrstagen ist gesichert», freut sich Pascale Ris, Vizepräsident des Verwaltungsrates der Skilift Grenchenberg AG. Ebenfalls können alle vier Schneeschuh-Trails benutzt und geführte Schneeschuhwanderungen gebucht werden. JOSEPH WEIBEL

Einfach traumhaft: Dieses Bild stammt nicht aus dem fernen Norden, sondern vom frisch verschneiten Grenchenberg. (Bild: Jana Cslovjecsek)

ann gab es letztmals Mitte Dezember Schnee und gespurte Pisten auf dem Grenchenberg? Pascale Ris, VR-Vizepräsidentin der Skilift Grenchenberg AG, muss in den Annalen weit zurückblättern: «Das war in der Saison 2012/13, also vor fünf Jahren.» Ein solch früher Betriebsbeginn ist für ein kleines Skigebiet matchentscheidend. «In dieser Zeit verkaufen wir Saison-Abonnements und hoffen dann natürlich auf eine lange Saison.» Die könnte bis zum 11. März

laufen, sofern es die Verhältnisse zulassen. Derzeit sieht es gut aus. Nachdem es am Montag fast den ganzen Tag schneite, dürfte die Schneedecke (am Sonntag waren es 50 bis 80 Zentimeter) weiter angewachsen sein. Wer ein Saison-Abi auf dem Grenchenberg erwirbt, profitiert von 20 Prozent Rabatt auf Tageskarten in Présd’Orvin. Und günstiger wird’s auch in der Region Adelboden-Lenk. Das Saison-Abi berechtigt zu einer vergünstigten Einheitstageskarte. «Leider können wir die letztes Jahr lancierte Aktion Jura-Ski nicht im gewünschten Rahmen

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weiterführen, weil sich die Sportbahnen Balmberg kurzfristig zurückgezogen haben», bedauert Pascale Ris. Es gehe dabei weniger um zusätzliche Einnahmen. «Wir wollen vielmehr auf die kleinen, aber ebenfalls attraktiven Naherholungsskigebiete aufmerksam machen.» Die Betriebszeiten auf dem Grenchenberg: Jeweils Mittwoch von 13.30 bis 16.30 Uhr, Samstag, 12 bis 16.30 Uhr, und Sonntag, 10 bis 16.30 Uhr. Ab 3. Januar Nachtskifahren (bis 28. Februar), jeweils Mittwoch und Freitag von 18.30 bis 21 Uhr.


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Veranstaltungen

Donnerstag, 21. Dezember 2017 | Nr. 51

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IMPRESSUM

amtlicher Anzeiger für die Stadt Grenchen, www.grenchnerstadtanzeiger.ch Verbreitungsgebiet: Grenchen, Bettlach, Selzach, Romont, Lengnau,Pieterlen, Meinisberg, Safnern, Meienried, Büren a. A., Rüti b. B., Arch, Leuzigen Erscheinungsweise: wöchentlich, Donnerstag Herausgeber: AZ Anzeiger AG, Kapellstrasse 7, 2540 Grenchen Geschäftsführerin: Lara Näf, 032 654 10 66, lara.naef@azmedien.ch Redaktion: Grenchner Stadt-Anzeiger Dejo Press GmbH J. Weibel Tel. 032 652 66 65 redaktion@grenchnerstadtanzeiger.ch Inseratenverkauf: AZ Anzeiger AG, Kapellstrasse 7, 2540 Grenchen, 032 654 10 60 inserate@grenchnerstadtanzeiger.ch Druckerei: Mittelland Zeitungs Druck AG, Neumattstr. 1, 5001 Aarau Inserateschluss: Mittwoch, 10.30 Uhr Inseratepreis: mm sw CHF -.81 / mm farbig CHF 1.21 Stellen: mm sw CHF -.91 Immobilien: CHF -.86 alle Preise zuzüglich 8% MwSt. Auflage WEMF-beglaubigt: 23 196 Ex. (WEMF 2017) Copyright: AZ Anzeiger AG Der Grenchner Stadt-Anzeiger ist Mitglied des Regional-Kombis Ein Produkt der

Verleger: Peter Wanner www.azmedien.ch Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB:

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EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE

Das kleine Weihnachtswunder JOSEPH WEIBEL

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eit einigen Wochen ist Bert wie verwandelt. Der eigentlich gutmütige Mann wettert über Gott, die Welt und vor allem über all die «dumme Sieche» in der Stadt. Wer ihn von weitem schon am Stammtisch sitzen sieht, sucht gleich wieder das Weite. Pech für all jene, die am Stammtisch sitzen und Bert immer dann erscheint, wenn man es am wenigsten vermutet. «Ich habe manchmal das Gefühl», klagt Urs, «der Bert lauert uns in einer Ecke auf und wartet bis wir im Restaurant sind». Peter, Paul und Benno nicken stumm als wollten sie sagen: Ja, das ist so.

Es ist Dienstagabend, drei Tage vor Heiligabend. Die Wanduhr im Restaurant zeigt auf 19.30 Uhr. Die Vierer-Runde am Stammtisch fühlt sich sicher. Nach 19 Uhr, hat sie die Erfahrung gemacht, erscheint Bert nicht mehr. Also bestellen Peter, Paul, Urs, und Benno noch eine Stange. «So schön. Wir sitzen hier gemütlich und werden nicht ständig von diesem «Dubbel» angemacht», sagt Paul und lässt sich die neue Stange mit einer schönen Schaumkrone servieren und wischt wohlig über den Glasrand: «Prost zusammen. Wir trinken auf Bert». Und während er das sagt, bricht er in schallendes Gelächter aus. Seine Stammtischbrüder stimmen mit in das Gelächter ein. Mittlerweile ist 22.30 Uhr. Die vier Männer werden immer lauter. Zwischenzeitlich sind sie bei Stange Nummer Acht angelangt. Sie diskutieren heftig über die Frage, ob der regelmässige Bierkonsum ein Alkoholproblem offenbaren könne. «Ich trinke zu Hause keinen Schluck Alkohol», versucht Benno das Gespräch zu entschärfen. «Ich auch nicht», feixt Paul. «Wenn ich Alkohol trinken will, gehe ich in die Beiz». Die Frage, ob regelmässiger Bierkonsum ein Alkoholproblem widerspiegelt, wurde an diesem Abend aber nicht mehr beantwortet. Hingegen löste sich die Runde gegen 23 Uhr auf, weil Vreni, so heisst die Serviceangestellte, sich weigert, den vier trinkund redseligen Männern noch Stange Nummer Zehn zu servieren. «Jetzt ist Schluss, Buben», sagte sie burschikos und schickte sich an, die Zeche bei den vier volltrunkenen Männern einzuverlangen. «Du hast nur eine Beiz, wir haben viele», maulte Benno zurück und plusterte sich auf wie ein Federvieh, dass sich so Wärme verschafft. «Geht jetzt nach Hause, morgen ist auch wieder ein Tag», erwidert Vreni unbeeindruckt und hält einen Finger vor den Mund, als wollte sie sagen: «Kein Wort mehr!»

Es ist Mittwochabend. Benno, Peter, Paul und Urs sitzen im «Kreuz» und schimpfen über Vreni, die Serviceangestellte. «Was glaubt die eigentlich? Ich gebe der keinen Rappen Trinkgeld mehr. Ich lasse mir sogar die Fünfräppler herauszählen», ereifert sich Urs und tippt mit dem Finger auf den Tisch. «So nicht, Madame. So nicht mit mir, nicht mit uns!». Vreni hat heute frei und Ursula serviert. «Ist die neu?», fragt Benno in die Runde. «Frag sie doch!», erwidert Paul. Sie schauen der jungen Dame nach. «Mann, die hat aber lange Beine. Da ist eigentlich gar nichts auszusetzen an der», sagt Benno und schaut in die Runde. Seine Kollegen nicken. «Guter Schuss, muss ich sagen». Paul würde sie gerne in ein Gespräch verwickeln. An der Theke steht aber die alte Frau Müller. Seine Frau Eva hält viel von ihr. Sie sei rechtschaffen und arbeite seit vielen Jahren im «Kreuz». Vor allem aber schätzt seine Eva, dass die Frau Müller sie über alles Wichtige und auch weniger Wichtige auf dem Laufenden hält. Wenn er nun also mit dieser Ursula allzu sehr schäkern würde, so wüsste das anderntags seine Frau. Und das gäbe dann wieder ein Theater zu Hause. Plötzlich schauen sechs Augen auf Peter. «Du könntest sie ja fragen», ereifert sich Benno. «Du bist ledig und hast freie Wildbahn.» «Wieso ich. Was soll ich mit der?» «Fragen, ob sie neu ist hier!», versucht ihm Benno auf die Sprünge zu helfen. «Und dann?» «Dann wissen wir es». Frau Müller kommt an den Tisch. «So ihr vier Aufrechten, wo habt ihr Bert gelassen?» Benno wischt verächtlich mit der Hand durch die Luft. «Der kann uns gestohlen, der dumme ‹Schnorri›!» Frau Müller hebt den Kopf an und schaut förmlich von oben zu den Männern herab: «Und ihr habt das Gefühl, euer Gelaber sei geistreich?» Paul schaut kurz auf, will gleich erwidern und besinnt sich dann aber eines Besseren. Nur kein Stunk mit der, denkt er sich und entschliesst sich, über ihren Spruch zu lachen und nickt anerkennend. «Manchmal geht uns halt das Temperament durch». Frau

(Bild: Shutterstock)

Müller lächelt und wendet sich abrupt vom Stammtisch ab. Die vier Männer schauen ihr nach, und als sie ausser Hörweite ist, stimmen sie gemeinsam ins gleiche Lied. «Die gehört an die Theke. Die ist nicht zum Schnorren da.»

Ursula kommt an den Tisch und fragt nach, ob sie noch was trinken möchten. Klar wollen sie noch was trinken. «Wir sind zum Trinken da», prustet Paul und stimmt in sein unverkennbares und nerviges Lachen ein. «Vier Stangen?», fragt Ursula unbeeindruckt. «Genau», und während Paul das sagt, gibt er mit dem Finger anerkennend zum Ausdruck:: «Du hast recht, Mädchen. Und jetzt ab die Post!» Nach Stange Nummer Fünf schauen sich die acht langsam wässrig gewordenen Augen fraglos an. «Irgendwie ist es schon komisch, dass Bert nicht mehr auftaucht», sagt plötzlich Benno, als habe er eine Eingebung und sorge sich um Bert. «Sei doch froh», widerspricht ihm Paul, «zuerst ärgern sich alle, wenn er kommt und jetzt ist es auch wieder nicht recht.» «Wo wohnt der eigentlich und hat er Frau und Kinder?», hakt Benno nach. «Ich habe mal gehört, der wohne oben in der Schmelzi, in einem etwas heruntergekommenen Haus», glaubt Peter zu wissen. «Ich habe auch gehört, dass der schon lange arbeitslos ist ...» Auf dieses Stichwort haben Peter, Paul und Urs gewartet. «Genau. Und mit dem Geld vom Sozialamt sauft er sich die Hucke voll und macht uns blöd an.» «Ein Bekannter sagte mir kürzlich, Bert habe erst kürzlich seine Frau verloren. Sie hatte Krebs, irgendwas mit den Lymphen oder so», glaubt Urs zu wissen. Innert drei Monaten sei die dann gestorben. «Ja dieser Scheisskrebs», sagt meine Frau auch immer. Paul hält seine Hand unterhalb der rechten Brust. «Uns kann nichts passieren. Wir ölen unsere Leber regelmässig ein». «Bist du sicher, dass du noch eine hast?», fragt Benno nach und schaut fragend in die Runde, ob dieser Schenkelklopfer wohl angekommen ist.

Es ist Freitagnachmittag. Heilig Abend. Man treffe sich nur kurz zu einem Bier, haben drei der vier Männer zu Hause gesagt. Benno ist alleine. Er feiert Weihnachten bei seiner Schwester. Die Frauen sind froh, wenn die Männer kurz abtauchen vor der Heiligen Nacht. Dann können sie in Ruhe die Weihnachtsfeier vorbereiten. «Bleib aber nicht zu lange», warnt Eva ihren Mann Paul. «Nö, höchstens zwei oder drei Bier lang, sagt der und findet seine Überlegenheit, die er mit dieser Aussage ausstrahlt, stark. Zu Hause gibt es dann später auch noch was zu schlucken», lacht Paul und wundert sich, dass seine Frau das nicht so lustig findet. Jedenfalls treffen sich die vier Männer punkt 15 Uhr im «Kreuz» Da ist auch wieder die hübsche Ursula mit ihrem langen Haar, so schwarz wie Ebenholz. Paul fasst seinen ganzen Mut zusammen, nachdem er gesehen hat, dass Frau Müller heute nicht an der Theke ist, und fragt sie: «Und welcher Glücklicher darf mit dir heute Abend Weihnachten feiern?» Ursula schaut etwas traurig zu Paul und sagt: «Mir ist es nicht nach Weihnachten», sagt es, wendet sich ab und schickt sich an, beim nächsten Tisch eine Bestellung aufzunehmen. Paul schaut seine Kollegen fragend an: «Hab ich jetzt etwas Falsches gesagt?» Benno nickt und sagt: « Na ja, man kann auch anders fragen». Und während sie darüber rätseln, wie man die Ursula etwas sanfter hätte anbaggern können, steht Ursula am Tisch und schaut stumm die Runde. «Wisst ihr», sagt sie, «ich kenne einen Mann, dem geht es im Moment nicht so gut. Er hat vor drei Monaten seine Frau verloren. Sie hatte eine aggressive Krebskrankheit und verlor ihren Kampf dagegen in weniger als drei Monaten.» Keiner schaut zum andern. Sie starren betroffen auf die Tischplatte und vermuten, dass Ursula von Bert’s Frau spricht. «Wer ist die Frau gewesen?», fragt Paul verzagt nach. «Meine Mutter», sagt Ursula.

(Bild: Joseph Weibel)

«Und Bert, euer Stammtisch-Kollege, ist mein Vater.» Betretenes Schweigen, das Benno in höchster Not bricht: «Wir haben ihn schon lange nicht mehr gesehen. Wie geht es ihm?» Ihm scheint, während er auf die Antwort wartet, dass Ursula die Tränen zuvorderst stehen. «Du fragst, wie es ihm geht? Es geht ihm verschissen», sagt Ursula zu Benno. «Ich sagte es ja schon». Er sei vor drei Tagen traurig nach Hause gekommen und habe geklagt, dass ihn nun auch seine Kollegen im Restaurant meiden würden. «Dabei», sagte er mir, «habe er mit einer beherrschenden Gesprächsführung nur versucht, möglichst von sich und seinen Problemen abzulenken.» Benno ist der Mutige am Tisch und bricht das Gespräch nicht ab. «Heute, äh, ist doch Heilig Abend. Und du feierst nicht mit deinem Vater?» «Er ist seit heute Morgen verschwunden. Ich weiss nicht, wo er hingegangen ist. Er meinte nur: Ich suche meinen Frieden!»

Den vier Männern ist es mulmig zumute. Keiner weiss, wie er sich aus der unangenehmen Situation winden kann. Da erscheint plötzlich Bert an der Tür des Restaurants und blickt traurig zum Stammtisch. Er schickt sich an, gleich umzudrehen und möglichst rasch von

hier wegzukommen. «He Bert, komm!», ruft Benno ihm nach. Bert schaut aber nicht zurück. Er entfernt sich hastigen Schrittes vom Restaurant. Nun rennt ihm Benno hinterher und schafft es, ihn zur Rückkehr ins Restaurant zu bewegen. Nun sitzt er da am Stammtisch. Er schweigt, die Vier anderen auch. Plötzlich sagt er: «Liebe Freunde, ich habe die Abenden mit euch eigentlich immer genossen. Auch wenn mir immer mehr Gegenwind ins Gesicht geblasen wurde. Ich habe eine schwierige Zeit hinter mir. Meine Tochter Ursula auch. Sie arbeitet erst seit kurzem im «Kreuz» hier. Ich konnte ihr mit Hilfe unseres Sozialamtchefs diese Stelle vermitteln. Ich selber habe vor sieben Monaten meine Stelle in der Eta aufgegeben, weil ich mich ganz meiner Frau widmen wollte. Der Arzt hat uns wenig Hoffnung gemacht. Ich habe mich an dem Strohhalm gehalten. Leider war es vergebens. Ich ging dann zu meinem früheren Chef und fragte, ob ich meine Stelle wieder antreten könnte. Er sagte mir: Ich könne mich ja bewerben. Aber die Chance sei gleich Null. Ich bin nun 54 und stehe vor dem Nichts. Vielleicht könnt ihr begreifen, dass es mir nicht zum Feiern zumute ist.» Er blickt versonnen auf den geschmückten Tannenbaum, der in der Gaststube steht. «Und hier drin», sagt Bert weiter, «ist

um 18 Uhr auch Schluss. Sonst hätte ich mir heute Abend wohl einen geladen».

Als mit Urs einer endlich wieder den Gesprächsfaden findet, versucht er Bert verzweifelt aufzumuntern: «Weisst du, bei uns ist auch nicht gross Weihnachten. Meine Frau hat ein Pastetenhaus im Ofen und füllt es später mit einer cremigen Pilzsauce. Dazu gibt es Backofenfrites und fertig. Einen Weihnachtsbaum haben wir nicht. Meine Frau hält nicht viel von diesem sentimentalen Unsinn.» Bert blickt ihm traurig in die Augen: «Für mich ist das kein sentimentaler Unsinn. Heute, vor 28 Jahren ist unsere Tochter Ursula auf die Welt gekommen. Und wir haben Heiligabend immer ganz besonders hochgehalten.» Bert hat einen Weinkrampf und lässt den Tränen freien Lauf. Seine Tochter Ursula springt herbei und umarmt ihn und weint auch. «Papa, heute ist unser Fest. Mama hätte Freude an uns, wenn wir gemeinsam Weihnachten feiern.» Bert schaut Ursula an und nickt verstohlen mit dem Kopf. «Aber wir haben keinen Weihnachtsbaum. Nichts. Nicht mal ein Stück gutes Fleisch habe ich zu Hause». Unbemerkt steht Frau Bieler am Tisch, die Chefin vom «Kreuz» und hält die Hand auf die Schulter von Bert. «Herr Balgrisch. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir mit Ihnen und Ihrer Tochter heute Abend nach Betriebsschluss gemeinsam Weihnachten feiern könnten. Sie zeigte auf den Raum vor dem Foyer, der sich wundersam und scheinbar unbemerkt in ein Weihnachtsparadies verwandelt hat. Bert ist sprachlos. «Sie meinen, dass ...» «Genau, das meine ich. Und wenn wir schon am Feiern sind, so würde ich Sie gerne ab Neujahr bei uns im Betrieb haben. Sie sind ein hervorragender Logistiker, habe ich mir sagen lassen. Von diesem Wissen würde ich gerne profitieren.» Geschah hier gerade ein Wunder? Benno, Peter, Paul und Urs standen auf und gingen wortlos auf Bert und seine Tochter Ursula zu, nahmen sie in ihren Kreis und umarmten einander stumm. «Ja», sagt Benno, «ein Wunder ist geschehen. Ein Weihnachtswunder!»

REGIONALE FIRMEN STELLEN SICH VOR

Warum weniger mehr ist, und Langeweile sein muss

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ch weiss nicht mehr weiter», sagt die Mutter, die mir vis-à-vis sitzt. Sie wirkt erschöpft und kämpft mit den Tränen. Und dann erzählt sie mir, was der Grund für ihr «Nichtmehrweiterwissen» ist. Seit ihre fast vierjährige Tochter Mara auf der Welt sei, habe sie praktisch keine Zeit mehr für sich. Sie habe gedacht, nach der intensiven Säuglings- und Kleinstkinderzeit von Mara würde sich das etwas ändern. Doch dem sei nicht so gewesen. Sie liebe ihr Kind über alles, aber sie habe Angst, es bald nicht mehr zu schaffen. Mara beschäftige sie rund um die Uhr. Sie habe nicht einmal mehr Zeit, in Ruhe die Zeitung zu lesen. Dabei würde sie doch so viel mit Mara unternehmen und sich viel mit ihr beschäftigen. Wenn sie dann einmal zu Mara sage, sie solle doch etwas für sich spielen, dann komme das Kind nach wenigen Minuten gleich zurück, weil es ihr langweilig sei. Sie wisse nicht, was spielen. Auf meine Frage, wie sie dann auf Mara reagieren würde, sagt mir die Mutter, sie würde halt dann mit ihr etwas spielen oder unternehmen.

Eltern als Animateure ihrer Kinder

Das Beispiel «Mara» aus meiner Praxis steht für viele andere unserer Zeit. Alle Eltern wollen im Grunde genommen nur das Beste für ihre Kinder. Sie wollen, dass es ihrem Kind an nichts fehlt. Es soll beschäftigt sein, Spass haben und so viel wie möglich profitieren und lernen. «Das Beste» eben. Vollgestopfte Tagesprogramme und Kinderzimmer sind in der Folge oftmals schon bei kleinen Kindern die Regel. Genauso wie die wohlgemeinte Funktion der Eltern als Animateure ihrer Kinder. Die Folgen dieser gutgemeinten «Rundumaktivitäten und Angebote» bewirken jedoch genau das Ge-

Langeweile? Durch sie lernen Kinder, sich selbst zu beschäftigen, sich zu motivieren und eigene Spielideen zu entwickeln. (Bild: Pixabay) genteil. Die Kinder können sich schlecht selbst beschäftigen und konzentrieren, werden unruhig und haben den Anspruch, dass immer etwas laufen muss. Weniger ist in diesem Bereich ein wertvolles Mehr. Kinder brauchen Zeiten, in denen es keine Angebote gibt. Langeweile darf und muss stattfinden. Durch diese lernen Kinder, sich selbst zu beschäftigen, sich zu motivieren und eigene Spielideen zu entwickeln. Wie es Mara und ihrer Mutter geht? Mara lernt gerade, Langeweile auszuhalten. Dies sei auch nicht immer einfach für sie selbst, sagt die Mutter. Sie stehe nun nicht mehr immer zur Verfügung,

wähle auswärtige Angebote sorgfältig aus und habe das Spielangebot im Zimmer von Mara stark reduziert. Dies habe sich gelohnt. Mara spiele neuerdings eine gewisse Zeit für sich alleine oder mit dem Nachbarsmädchen, welches nun öfters zu Besuch komme. Und sie selbst, sie könne nun auch wieder ab und zu in Ruhe die Zeitung lesen.

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Besinnliche Momente unter dem Weihnachtsbaum

SEELAND Am Sonntag ist Heiligabend, die Vorfreude auf einen gemütlichen Abend mit der Familie steigt. Für einen gemütlichen Ausklang des Weihnachtsfestes sorgen die Gottesdienste. Wie erleben die Pfarrer selbst die Weihnachtstage? Der Grenchner Stadt-Anzeiger hat nachgefragt Geschenke – Das Highlight für die Kinder

SINJA GRÄPPI

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Auch die Familie und die Verwandten von Jonas Lutzweiler, Pfarrer in Rüti bei Büren, machen es sich an Weihnachten um den geschmückten Tannenbaum gemütlich. Dabei liest oder erzählt jeweils eine Person die Weihnachtsgeschichte. Anschliessend wird zusammen gesungen. «Zum Schluss dürfen die Kinder ihre Geschenke unter dem Baum suchen. Für sie ist die Bescherung natürlich das Highlight an Heiligabend», erklärt Lutzweiler schmunzelnd. Viel Zeit für die Feier bleibt der Familie nicht. Pünktlich um 22 Uhr beginnt der Mitternachts-Gottesdienst in der reformierten Kirche in Rüti. Für Jonas Lutzweiler ist auch während der Messe das gemeinsame Singen ein Höhepunkt in diesem feierlichen Gottesdienst.

eihnachten ist das Fest der Liebe, an dem man sich Zeit nimmt für die Familie und Verwandte. Zusammen feiern, essen, singen und sich gegenseitig beschenken gehören genauso dazu wie der abendliche Gang in die Kirche. Die Seelsorger in den Gemeinden haben es in dieser Zeit natürlich doppelt so streng. Bleibt da noch Zeit für das eigene, private Weihnachtsfest?

Zeit für die Familie

Matthias Hochhuth-Birchmeier sieht sich in diesem Jahr mit einem besonders strengen Programm konfrontiert. Der Pfarrer der reformierten Kirche Arch/Leuzigen zelebriert am 24. Dezember am Abend und einen Tag später am Morgen jeweils einen Gottesdienst in Arch und in Leuzigen. Für das private Fest bleibt am ersten Weihnachtstag nicht viel Zeit übrig. Für ihn sei das aber kein Problem. «Meine Kinder, meine Frau und ich richten die eigene Feier nach den jeweiligen Begebenheiten», sagt Hochhuth-Birchmeier. Der reformierte Pfarrer wuchs in einer Pfarrfamilie in Deutschland auf. An Heiligabend versammelte sich die Familie drei Mal in der Kirche: um 16 Uhr zum Krippenspiel, dann zum Abendgottesdienst und zuletzt zur Mitternachtsfeier. Da habe es zwischendurch

Weihnachtsfeier im kleinen Rahmen

Auch Seelsorger freuen sich auf Weihnachten im Verwandten- und Bekanntenkreis – und natürlich immer gerne in festlicher Atmosphäre. (Bild: Joseph Weibel) nur gerade zu einem kurzen Abendessen gereicht. Das war vor 40 Jahren. «Deshalb habe ich auch heute noch keine Mühe mit einem intensiven Rhyth-

mus während den Weihnachtstagen.» Umso intensiver geniesst er mit seiner Familie eine festliche Feier unter dem Weihnachtsbaum.

Deutlich kleiner fällt die Weihnachtsfeier bei der Bürener Pfarrerin Petra Burri aus. «Am 24. Dezember feiern mein Mann und ich zusammen mit meiner Mutter. Den Weihnachtstag verbringen wir in Deutschland bei meiner Schwiegermutter», sagt Burri. In Deutschland findet am 26. Dezember traditionell der abschliessende Weihnachtsgottesdienst statt. «Ich finde es jedes Jahr wieder schön, einen Besuch in der Kirche zu geniessen, wenn ich auf der Seite der Kirchengänger stehe.» Weil die Pfarrerin der

reformierten Kirche Büren an den beiden Weihnachtstagen nicht zu Hause ist, steht auch kein Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. «Ich sammle jeweils Tannäste im Wald und schmücke sie mit echten Kerzen und Schmuck. Diese Dekoration wirkt natürlich viel einfacher als ein Tannenbaum. Aber es ist meiner Meinung nach eine etwas ökologischere Variante.»

«Lieber kein Baum als ein künstlicher»

Auf ein Weihnachtsfest mit gemütlichem Ausklang in der Kirche freut sich auch Stephan Schmitt, der Pfarrer für die Gemeinden Lengnau, Pieterlen und Meinisberg, obwohl ihm über Weihnachten ein Mammutprogramm bevorsteht. Innerhalb von vier Tagen leitet der katholische Priester in drei Gemeinden fünf Gottesdienste. Dennoch nimmt er sich die Zeit, um das Fest der Liebe mit Freunden zu feiern. «Am 24. Dezember bin ich jeweils bei meinen Nachbarn eingeladen. Traditionell essen wir zusammen Fondue chinoise, singen gemeinsam Weihnachtslieder und horchen Geschichten.» Später sieht sich die gleiche Gruppe dann wieder beim Gottesdienst. Um Weihnachtsstimmung in die Wohnung zu bringen, steht im Wohnzimmer des Pfarrers ein Weihnachtsbaum. Die Kerzen seien elektrisch, der Baum aber echt. Stephan Schmitt: «Ich hätte lieber keinen Baum als einen künstlichen.»


Menschen

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Wenn Mann auf Weihnachtseinkaufs-Bummel geht

GRENCHEN Bald ist Heiligabend, und der Weihnachtsverkauf in den Läden in Grenchen geht in die Schlussphase. Der Grenchner Stadt-Anzeiger hat sich bei verschiedenen Gewerbebetrieben in Grenchen erkundigt, wie der Verkauf im Advent vonstatten gegangen ist SINJA GRÄPPI (TEXT), JOSEPH WEIBEL (FOTO)

wie ihre Frau mit einer Halskette bewundernde Blicke auf sich zieht. Auch Ohrschmuck schenken Männer oft, weil Frauen gerne zu jedem Anlass etwas Passendes anziehen. Und für welches Edelmetall entscheidet sich der Kunde? «Gelb- und Rotgold liegen im Trend», sagt Maegli.

I

n drei Tagen ist Heiligabend. Die meisten Geschenke liegen eingepackt unter dem Weihnachtsbaum. Wir wollten erörtern, welche Überraschungen die Empfänger unterm Weihnachtsbaum erwarten. Zum grossen Einkaufsbummel haben sich vor allem die Männer aufgemacht. Und was schenken Frauen ihren Partnern? Die Frage ist bei der Umfrage bei Grenchner Gewerbebetrieben weitgehend (noch) unbeantwortet geblieben.

Ein Blumenstrauss für die Frau

Für einmal männliche Kunden

Die Boutique Silhouette auf dem Marktplatz ist neben den Grossverteilern das einzige Geschäft, welches adrette Unterwäsche im Verkauf hat. Wen wunderts? Es sind vor allem die Männer, die bei Boutique Silhouette angeklopft haben. Aber auch Grossmütter sind im Advent treue Kunden. Die Boutique hat auch eine Auswahl an edlen Pyjamas. «Männer kaufen eher das ‹Schöne› für ihre Frau, Grossmütter das Praktische für ihre Kinder oder Enkel», erklärt Gisella Toffanin, Inhaberin der Boutique Silhouette. Hektisch wird es aber im Geschäft nicht. Eingekauft wurde frühzeitig, und nicht im letzten Moment. Gisella Toffanin: «Besonders die älteren Kunden wollen Stress vermeiden und kaufen ihre Geschenke bereits im November.»

Kerzenarrangements und dekorative Werkstücke sind im Blumenatelier Allemann besonders beliebte Geschenke für Weihnachten. «Kleider sind nicht typische Geschenke»

Ähnlich sieht es in der Boutique Olivia aus. «In diesem Jahr ist es speziell ruhig. Die Leute jagen heute nur noch den Schnäppchen nach», sagt Geschäftsinhaberin Carmen Leimer. Zudem seien Kleider nicht typische Weihnachtsgeschenke. Vielmehr würden Gutscheine oder Accessoires unter den Weihnachtsbaum gelegt, sagt Carmen Leimer. Zum Beispiel? «Ket-

ten und Tücher sind nach wie vor beliebte Präsente.»

«Gelb- und Rotgold liegen im Trend»

Eher männlich ist auch die Kundschaft in der Bijouterie Maegli. Das bestätigt die Besitzerin der Bijouterie, Gabi Maegli. «Besonders beliebt sind Halsketten», sagt Gabi Maegli. Sie weiss auch warum: «Männer können sich ein gutes Bild darüber machen,

Anders sieht die Welt im Blumengeschäft aus. Wir haben beim Blumenatelier Allemann an der Bahnhofstrasse nachgefragt. «In den letzten Tagen und Wochen kehrte hier vor allem die weibliche Kundschaft ein und aus», verrät Brigitte Allemann. Die meisten Männer kommen erst kurz vor Weihnachten und kaufen sich einen schönen Blumenstrauss für ihre Frau. Wenn es darum geht, Verwandte oder Bekannte zu beschenken, so entscheidet wiederum die Frau. «Frauen haben den besseren Blick für die Details», schmunzelt Allemann. Beliebt sind vor allem dekorative Werkstücke und Kerzenarrangements.

Bleibende Erinnerungen schenken

Fotos sind für die Ewigkeit, könnte man denken. «Richtig», bestätigt Nicole Biedert-Ryf von Foto Ryf. Bei ihr gibt es auch keinen Geschlechtertrend. «Die Kundschaft ist normalerweise gemischt», sagt Biedert. Weil die Fotografie bis zum fertigen Produkt etwas länger dauert, beginnt das Weihnachtsgeschäft dementspre-

Stimmungsvolles und festliches Konzert GRENCHEN Weihnächtliche Stimmung in der Zwinglikirche: Die Musikschule Grenchen und der Jugendchor des HaldenSchulhauses haben ihre Zuhörer mit festlicher Musik in stimmungsvoller Atmosphäre verzaubert.

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Frisur richten für das Weihnachtsessen

Wenn im Dezember Firmen-Weihnachtsessen stattfinden, gibt es auch Arbeit für den Coiffeur. «In dieser Zeit stellen wir fest, dass viele Kunden zwischen zwei Einladungsterminen ihre Frisur nachbessern wollen», sagt Fritz Schlup von Coiffure Création Marc. Auf Weihnachten lässt sich auch eine neue Frisur schenken. Da sind vor allem die Männer gefragt. «Sie kaufen bei uns in erster Linie Gutscheine für ihre Frauen», sagt Schlup.

Hauptverkauf am 23. und 24. Dezember

Anders verläuft das Weihnachtsgeschäft in einer Metzgerei. In der Metzgerei Neuhaus an der Bahnhofstrasse gehen jetzt die Bestellungen ein für die Weihnachtsfeier. Der Hauptverkauf finde allerdings erst am 23. und 24. Dezember statt. Weniger aktiv sind die Kunden bei der Metzgerei Neuhaus, wenn es um den Einkauf für den Jahreswechsel geht. Viele verbringen Silvester auswärts. «Jene, die zu Hause bleiben, schätzen ein Fondue chinoise, das Winzerfondue mit grösseren Fleischstücken oder Filet im Teig», weiss Peter Neuhaus mittlerweile aus langjähriger Erfahrung.

NEWS GRENCHEN

Blues und Rock in der Musigbar Grenchen

Sporadisch tritt in der Musigbar an der Bielstrasse 7 die hauseigene Band auf. Das nächste Mal morgen Freitag, 22. Dezember, ab 21.30 Uhr. Res Mader (Gitarre), Hansruedi Niklaus (Bass) und Jürg Lier (Schlagzeug, Gesang) werden Coverversionen aus der Rock- und Bluesgeschichte auf die Bühne bringen. Erwartet werden zu diesem vorweihnächtlichen Konzert auch einige «Special Guests». Die Musigbar ist ab 21 Uhr geöffnet. mgt

DANIEL MARTINY (TEXT UND FOTOS)

s ist eines der schönsten traditionellen Kulturevents in Grenchen: Das jährliche Adventskonzert der Musikschule Grenchen faszinierte das Publikum in der Zwinglikirche. Das Holzbläser-, Streicher- und Blockflöten-Ensemble der Musikschule und der gemischte Jugendchor, mit Schülern des Haldenschulhauses, liessen die Zuhörer in eine weihnächtliche Stimmung eintauchen. Die rund 60 Kinder und Jugendlichen im Alter von 5 bis 14 Jahren präsentierten nicht nur ihren stolzen Eltern, was sie in den vergangenen Wochen und Monaten einstudiert hatten.

chend früher bei Ryf. Nicole Biedert sagt stellvertretend fürs Gewerbe: «Wir sind auf den Weihnachtsverkauf angewiesen.»

Der gemischte Jugendchor unter der Leitung von Toni Ebnöther.

Das Streicher-Ensemble erfüllte die Zwinglikirche mit bekannten Weihnachtsliedern.

Musik macht Freude

Christa Vogt, die Organisatorin des Konzerts, betonte in ihrer Ansprache, wie wichtig es für ihre Schüler sei, ihr Können der Öffentlichkeit vorzuführen. Eine gewisse Nervosität und darum vielleicht einige falsche Töne gehörten zwar dazu, doch diese Tatsache mache dieses Konzert erst recht einzigartig. Seit 1914 gibt die Gemeinde Grenchen den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ein Instrument zu lernen. Das Motto der Musikschule lautet: «Musik macht Freude, selber Musik machen noch mehr.» Die heutige Musikschule bietet für fast alle Instrumente einen zeitgemässen und kompetenten Unterricht an. «Musik verbindet und schafft Freundschaft und Integration», sagt Christa Vogt.

Festliche Töne: Das Bläser-Ensemble öffnet mit ihrem Klang die Herzen aller Zuhörer. Zusammenspiel fördern

Dabei legt die Musikschule Grenchen besonderes Augenmerk auf Ensembles und Bands, um möglichst viele Kinder im Zusammenspiel zu fördern. Der Musikunterricht findet in der Freizeit statt, und in der heutigen Zeit, mit den vielen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Freizeit, hat das Lernen eines Instruments immer noch eine sehr grosse Bedeutung. Musiklehrer Toni Ebnöther sieht keine «Nachwuchsprobleme». Es sei normal, dass

sich die Interessen immer wieder verschieben. «Manchmal ist eher ein Blasinstrument Trumpf, dann gibt es wieder Jahre, in denen viele Schüler ein Streichinstrument bevorzugen.» Von den Eltern wird zwar eine Kostenbeteiligung am Unterricht verlangt, der Ensemble-Unterricht ist jedoch kostenlos. Zudem wird die Musikschule von Kanton und Gemeinde subventioniert. Die Schule bietet sowohl Streich- wie

auch Blasinstrumente oder akustische Gitarre auf Leihbasis an. Andere Instrumente wie Klavier, Keyboard oder Elektrogitarre müssen selber angeschafft werden. Die Faszination Musik und die Leidenschaft für das Instrument jedenfalls lebt in Grenchen nach wie vor – und zieht viele in ihren Bann.

Der gemischte Jugendchor stimmt weihnächtliche Lieder auch in einer modernen Form an. (Bild: Lara Näf)


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Veranstaltungskalender

Donnerstag, 21. Dezember 2017 | Nr. 51

Warum in die Ferne schweifen? Skiplausch auf dem Grenchenberg. (Foto: Mike Brotschi)

Skifahren auf dem Grenchenberg Die Saison 2017/2018 ist am vergangenen Wochenende mit viel Schnee gestartet. Der Skiliftbetrieb dauert voraussichtlich bis Sonntag, 11. März 2018. Aktuelle Pisten- und Schneeverhältnisse sind auf der Homepage von Grenchen Tourismus ersichtlich.

MELDEN SIE IHREN ANLASS! Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihren Anlass frühzeitig auf der Internetseite www.grenchen.ch unter «Aktuelles –›

Anlässe» einzutragen. Sie erhalten mit einem Eintrag einen kostenlosen Auftritt in diesem Veranstaltungskalender sowie auf der Internetseite der Stadt Grenchen. Weitere Fotos oder umfangreicheres Zusatzma-

terial schicken Sie direkt an die Redaktion des Grenchner Stadtanzeigers: event@grenchnerstadtanzeiger.ch. Einsendungen bis 14 Tage vor Anlass, keine Publikationsgarantie.

Das attraktive Nachtskifahren dauert vom 3. Januar 2018 bis 28. Februar 2018, jeweils Mittwoch und Freitag von 18.30–21 Uhr. Der Verkauf der Saisonabos 2017/ 2018 ist gut gestartet. Bestellung werden weiterhin via skilift@besonet.ch entgegen genommen. Wintersport im Jurabogen www.jura-ski.ch - Saison 2017/2018: Die regionalen Skigebiete Grenchenberg (Grenchen) und Les Près-d’Orvin

DEMNÄCHST

«TANDEM» 17. Januar, 14.00–15.30 Uhr: Offenes Druckatelier für Erwachsene und Kinder. Mit Annatina Graf, Kunstvermittlerin. Kunsthaus Grenchen, Bahnhofstrasse 53.

IN GRENCHEN IST WAS LOS!

DONNERSTAG, 21. DEZEMBER 10.30–22.30 Uhr: Track Cycling Challenge (UCI C1). Bereits zum dritten Mal ist das Tissot Velodrome Austragungsort der Track Cycling Challenge. Mehr als hundert Athleten aus 20 Nationen messen sich in diesen Tagen in verschiedenen Disziplinen. Spannung und Adrenalin sind garantiert. tissotvelodrome.ch Tissot Velodrome, Neumattstrasse 25. 14.30 Uhr: CineTreff Dezember: «Mord im Orient Express». Kino Rex, Bielstr. 17.

FREITAG, 22. DEZEMBER 16.00–3.00 Uhr: End-of-Year-Party: Finale. 80’s, Charts, Rock, Disco. Ab 16 Uhr: After-Work-Party. Baracoa, Centralstrasse 2. 20.00 Uhr: Weihnachts-Tanz mit Santinos Live-Musik. Centro Lounge, Bettlachstrasse 8. 21.30 Uhr: Rössli House Band. Sporadisch tritt in der Musigbar an der Bielstrasse 7 die hauseigene Band auf. Das nächste Mal am 22. Dezember. Res Mader (Gitarre), Hansruedi Niklaus (Bass) und Jürg Lier (Schlagzeug, Gesang) bringen Coverversionen aus der Rock- und Bluesgeschichte auf die Bühne. Erwartet werden zu diesem vorweihnachtlichen Konzert auch einige «Special Guests». Musigbar, Bielstr. 7.

SAMSTAG, 23. DEZEMBER 20.30–23.30 Uhr: «Midnight Sports & Music». Sport, DJs, Tanz, Kiosk für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Eintritt frei. www.midnightschweiz.ch Doppelturnhalle Zentrum, Schulstr. 11.

21.00–3.00 Uhr: «Noche Havanna» – Latin Party. Mit DJ Bomba & Amigos.. Salsa, Bachata, Merengue, Reggaeton, Cumbia, Kizomba, Latino y Mas. Baracoa, Centralstrasse 2.

Anmeldung erwünscht: gaenggi@ irisminder.ch oder 076 502 44 48. Theater Gänggi, Höhenweg 7.

FREITAG, 29. DEZEMBER

20.00 Uhr: Meisterschaftsspiel 1. Liga: TV Grenchen vs. Volley Muri Bern. Doppelturnhalle Zentrum, Schulstr. 11.

19.00 Uhr: «Fräss-Nacht». Kulturinteressierte Menschen «fressen» sich durch die Gastroszene in Grenchen. Baracoa, Centralstrasse 2.

SONNTAG, 31. DEZEMBER 19.00–4.00 Uhr: Silvester-Party. Mit Galadinner und Sound von DJ Horse. Im Anschluss ans Silvester-Galadinner verwandelt sich das Baracoa in einen Partytempel. Für den passenden Sound sorgt DJ Horse. Musikalisch ist natürlich alles dabei: Von Charts, House, Latin und Black bis hin zu den besten Oldies, 80er und Rock. Baracoa, Centralstr. 2.

MONTAG, 1. JANUAR 17.00 Uhr: «Die Hintertür». Eintritt frei. Eine leere schwarze Bühne und völlige Stille. Daraus entwickelt sich eine poetische und witzige Performance mit drei Schlagzeugern. Durch die Hintertür bekommt das Publikum einen neuen Blick auf die reiche Klangwelt der Percussion. Der Basler Fritz Hauser, der Holländer Rob Kloet und der Bündner Conradin Zumthor schenken sich alles und nichts. Schlagfertigkeit vom ersten bis zum letzten Trommelwirbel. www.abendmusik.ch. Zwinglikirche, Zwinglistrasse 9.

DIENSTAG, 2. JANUAR 11.00 Uhr: Neujahrsapéro. Sandra Sieber liest Hans Christian Andersen.

FREITAG, 12. JANUAR

SAMSTAG, 13. JANUAR 14.00–16.00 Uhr: «Gestalte deine eigene Uhr». Kindernachmittag. Aus diversen Uhrenteilen wird eine Uhr hergestellt. Z’ Vieri inklusive. Anmeldung bis 10. Januar: www.museumgrenchen.ch. Kultur-Historisches Museum, Absyte 3. 18.00–19.00 Uhr: Grenchner Fasnacht: Hilari vor dem Stadthuus. Die Grenchner Narren übernehmen das Zepter der Stadt und setzen mit einem närrischen Akt vor dem Hotel-De-Ville den Stapi ab. Bis zum Aschermittwoch, 14.2.2018, leiten die Fasnächtler unter der Leitung des Obernarren Diego I. die närrischen Geschicke der Stadt. Die Grenchner Guggenmusiken spielen auf und im Anschluss wird ein Apéro offeriert. Vor dem Stadthaus, Bahnhofstrasse 20. 20.30–23.30 Uhr: «Midnight Sports & Music». Sport, DJs, Tanz, Kiosk für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Eintritt frei. www.midnightschweiz.ch Doppelturnhalle Zentrum, Schulstr. 11.

DIENSTAG, 16. JANUAR 19.00 Uhr: Vortrag: «Grenchen im Angesicht der Uhrenkrise». Von Daniel Kauz. Kultur-Historisches Museum, Absyte 3.

«WÜTEN, TOBEN, TRAURIG SEIN!» 17. Januar, 19.15–21.15 Uhr: Wenn Kinder plötzlich schreien, wild um sich schlagen oder scheinbar unaufhörlich weinen, sind Eltern stark gefordert. Wie sollen sie sich in diesen Situationen verhalten? Wie können sie ihre Kinder im Umgang mit diesen starken Gefühlen unterstützen? Kurs Nr. 830 für Eltern von 0–6 jährigen Kindern. Anmeldung unter www.kompass-so.ch oder 032 624 49 51. Ort sowie weitere Details werden nach Anmeldung angegeben.

ACH, DU LIEBE MAUER! 19. Januar, 20.00 Uhr: Laientheater, interkulturell-individuell-experimentell Mauern gibt es überall. Zuerst sind sie im Kopf. Unter der Leitung des Solothurner Theaterschaffenden Lorenz Belser erzählen Menschen aus Syrien, Mazedonien, Chile, Peru, Polen, aus der Türkei und der Schweiz: Persönliche Geschichten. Das Stück ist selber entwickelt. Im Anschluss wird ein Apéro offeriert. Eintritt frei. Organisator: Granges Melanges. Weitere Infos: www.granges-melanges.ch. Aula, Schulhaus IV, Schulstrasse 35.

(Biel), gewähren den Käufern von Saisonkarten jeweils ca. 20 % gegenseitig für das andere Skigebiet (ausgenommen sind auf dem Grenchenberg Billets für Einzelfahrten). Die Skilift AG sucht Jugendliche ab 15 Jahren und rüstige Rentner für (bezahlte) Mitarbeit am Skilift. Interessierte melden sich bei Luca Rauber, Betriebsleiter, 079 313 89 85 oder skilift@besonet.ch Die Skiliftbetreiber sind auch dieses Jahr wiederum sehr motiviert, Ihnen mit dem neuen Pistenbully ideale Pistenbedingungen im Naherholungsgebiet Grenchenberg zu bieten. Es wäre schön, wenn die Skilift AG über die Festtage möglichst viele Sportler am Skilift begrüssen kann!

AUSSTELLUNGEN/MUSEEN Kultur-Historisches Museum, Absyte: «Unruhige Zeiten». Bis 13. Mai. Weitere Informationen unter www.museumgrenchen.ch. Mi/Sa/So 14–17 Uhr Kunsthaus Grenchen, Bahnhofstr. 53: «Impression 2017» – Ausstellung für Druckgraphik / «20m2» – Fenster ins Atelier von Martina Baldinger. Beide Ausstellungen bis 11. Februar. Weitere Informationen unter www.kunsthausgrenchen.ch. Mi–Sa 14–17 Uhr/So 11–17 Uhr Regiobank Solothurn AG: Ernst Christen, Photografie. Geöffnet während der Schalteröffnungszeiten.

Grenchner Weihnachtsfenster 2017 Bis Weihnachten sind es nur noch wenige Tage – letzte Gelegenheit, die tollen Adventsfenster zu betrachten: 21 Rosemarie H. Keller Schützengasse 77 22 Grenchen Tourismus Kirchstrasse 10 23 Ref. Kirchgemeinde GrenchenBettlach Zwinglistrasse 9 24 Familie Mark Mettler 15–17 Uhr, Rehweg 19 Wenn nichts anderes erwähnt: Öffnung/Bewirtung: 17–19.30 Uhr

20171221 woz gsaanzn  
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Grenchner Stadt-Anzeiger 51/2017