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DORFPLATZ

Donnerstag, 15. November 2012 Nr. 46

ZWINGEN

– GEDANKENSTRICH –

Ein Konzert zum Abschied

Halbweiss-halbschwarz und anderer Unsinn

– DENKPAUSE –

Für ein Gespräch ist es nie zu spät

Matthias Herzog

A

m 25. Oktober hat die Gemeindeversammlung von Laufen unter anderem über den Quartierplan Kirchgarten der römisch-katholischen Kirchgemeinde abgestimmt. Dabei sind mir einige Kuriositäten aufgefallen. Als Erstes: An mehreren, öffentlichen Orientierungsveranstaltungen wurde wiederholt versichert, dass mit dem vorliegenden Projekt alle Grenzabstände eingehalten würden. Die Aussage wurde mit Folien unterlegt. Trotzdem erwuchs dem Antrag, der verlangte: «Die Grenzabstände sind einzuhalten» Widerstand aus den Reihen der Befürworter. Weshalb eigentlich? Zum Zweiten: Auch der Auftritt von Martin Kolb, Leiter des Amtes für Raumplanung und Mitglied der kantonalen Arealbaukommission, die den Quartierplan Kirchgarten auf Kantonsebene zu prüfen hatte, wirft Fragezeichen auf. Weshalb ergreift ein Mitglied einer kantonalen Kommission mit Prüfauftrag Partei für ein Projekt? Nach den Informationsveranstaltungen und dem Studium der aufgelegten Akten wurden von der Nachbarschaft über 37 Punkte gefunden, in denen gegen gesetzliche Vorgaben verstossen wird oder wo der Quartierplan unvollständig ist. Diese Argumente wurden im Mitwirkungsverfahren sachlich Punkt für Punkt vorgebracht. Dieses Verfahren

dient dazu, auf Probleme hinzuweisen, bevor rechtskräftige Beschlüsse gefasst werden. Dadurch können nicht erkannte Probleme und berechtigte Anliegen bereits in der Entwurfsphase der Planung berücksichtigt werden, so das Gesetz. Weshalb wurde weder seitens der Stadt Laufen noch seitens der römisch-katholischen Kirchgemeinde mit der Nachbarschaft das Gespräch gesucht? Dazu kommt, dass der Mitwirkungsbericht so versandt wurde, dass dieser bei der Nachbarschaft am Donnerstag, 4. Oktober, am gleichen Tag also, an dem auch die Traktanden für die Gemeindeversammlung publiziert wurden, eintraf und nur gerade zwei Tage vor den Herbstferien. An einer Diskussionsrunde war zu vernehmen, dass das Projekt ja nur wenige Anstösser habe, die durch den Quartierplan Kirchgarten unter Beeinträchtigungen zu leiden hätten. Doch dabei ist nicht allein die Zahl der Anrainer massgebend, sondern auch das Mass der Beeinträchtigung. Familienfreundliche Wohnungen wurden mit dem Quartierplan Kirchgarten versprochen; auch für die Nachbarschaft? Mit einem minimalen Grenzabstand bekommt zum Beispiel die an der Weststrasse 7 wohnhafte Familie ein über 14 Meter hohes Gebäude an die Grenze gestellt. Die ganze Überbauung soll sechs solche Baukörper gleicher Höhe erhalten. Der höchste Baukörper ist rund 30 cm weniger hoch als der Valiant-Block an der Röschenzstrasse. Wer würde da nicht Einsprache erheben? Ein Baukommissionsmitglied meinte denn auch: «Die Nachbarschaft kann Einsprache erheben und vor Gericht gehen.» Wollen wir in Laufen so miteinander umgehen? Muss alles vor Gericht ausgefochten werden? Gegen den Entscheid der Einwohnerversammlung hat nun die Nachbarschaft das Referendum ergriffen. Als Versammlungspräsident der römisch-katholischen Kirchgemeinde habe ich nichts gegen eine Überbauung Kirchgarten im Hinterfeld Laufen. Im Gegenteil. Doch das Projekt bedarf der Klärung. Noch immer. Für ein Gespräch mit der Nachbarschaft ist es nie zu spät.

VERANSTALTUNG

Musicals in der St. Katharinenkirche The Wiz, Les Misérables, Jesus Christ Superstar, Elisabeth, Wicked, West Side Story – kennen Sie alle der vorgenannten Musicals? Falls nicht, lohnt sich der Besuch unseres diesjährigen Kirchenkonzerts für Sie ganz besonders. Und sollten Sie bereits alle Musicals gesehen und/oder gehört haben, dann freut es uns umso mehr, Sie begrüssen und mit unseren Interpretationen der abwechslungsreichen Melodien unterhalten zu dürfen. Neben dem musikalischen Genuss werden Sie von unseren beiden jungen Moderationstalenten, Florian Jermann und Michael Becker, viel Wissenswertes über die einzelnen Musicals erfahren. So können Sie sich während gut einer Stunde entspannt zurücklehnen und verfolgen, wie sich die zum Teil weltbekannten Melodien vor Ihrem geistigen Auge zu Bühnenbildern und -szenen verwandeln. Wir sind dankbar, dass Sie mit Ihrem

Besuch Ihr Interesse an der modernen Blasmusik kundtun. Das zeigt uns eindrücklich, dass unser schönes Hobby und damit unser 40-köpfiges Blasorchester in der vielseitigen Kulturlandschaft einen gefestigten Platz einnimmt und bestärkt uns darin, Ihnen auch weiterhin hochstehende Blasmusik anzubieten. Wir freuen uns daher sehr, Sie am 18. November um 17 Uhr in der St. Katharinenkirche zu unserem Kirchenkonzert begrüssen zu dürfen. Dabei werden wir letztmals unter der Leitung unseres langjährigen Dirigenten Beat Hersberger konzertieren. Auch in diesem Jahr möchten wir uns im Anschluss an unser Konzert mit einem feinen Schluck Glühwein und leckeren Knabbereien bei Ihnen für Ihren Besuch und Ihre überaus geschätzte Unterstützung bedanken. Stadtmusik Laufen

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Gini Minonzio

100 Jahre alt: Zum Jubiläum spielte die Brass Band Konkordia Zwingen Highlights.

FOTO: ZVG

Mit einem musikalischen Feuerwerk begeisterte die Brass Band Konkordia Zwingen am letzten Wochenende im Gemeindesaal in Zwingen ihr Publikum. Anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehen schlossen sie ihr Jubiläumsjahr mit einem Highlightkonzert ab. Höhepunkt des Abends boten die Gast-

solisten Bethany Vögtli und Martin Schild die mit ihrem Gesang die Zuhörer verzauberten. Zum Abschluss des Konzerts zeigte die Brass Band einen unterhaltsamen Showteil für diesen sie tosenden Applaus entgegen nehmen durften. Manuela Schaad

LESERBRIEF

NENZLINGEN

Klassenlehrpersonen stärken

Die Seele baumeln lassen

Lehrmeister und Personalchefinnen, Väter und Mütter, Schülerinnen und Schüler betonen jeweils in Gesprächen die Wichtigkeit der Klassenlehrpersonen in unserer Baselbieter Schule. Die Klassenlehrkräfte sind entscheidend für die Teambildung, die Sozialkompetenz und die Leistungsbereitschaft der Kinder und Jugendlichen. Sie müssen bei ausländischen Eltern und deren Sprösslingen vermehrt Integrationshilfe leisten. Weiter haben sie bei unseren Patchworkfamilien und vielen Scheidungskindern Ersatzvater- oder -mutterfunktionen zu übernehmen. Zudem ändert sich das Angebot an möglichen Ausbildungen und Berufen laufend. Eine umfassende individuelle Betreuung und Beratung durch die Klassenlehrer/-innen verbessert die Erfolgschancen und Zukunftsperspektiven unserer Jugend markant. Es ist deshalb sinnvoll und effizient, den Klassenlehrpersonen künftig mehr Arbeitszeit für ihr wachsendes Engagement zugunsten unserer Kinder und Enkel/-innen zu gewähren. Darum empfehlen wir mit grosser Überzeugung ein dreifaches Ja zur guten Schule Baselland. Werner Strüby, Erziehungsrat BL 1990–2002

Lichtmeer: Der Kirchenchor entzündet die FOTO: ZVG Kerzen in der Kirche.

WOS. Mit einem Lichtermeer aus über 1000 Kerzen, meditativen Klängen und nachdenklichen Texten versetzt der Kirchenchor einmal mehr die kleine Kirche in Nenzlingen in eine einmalige Stimmung. Im Zentrum steht diesmal die Skulptur, welche die Chormitglieder gemeinsam auf ihrer letzten Chorreise geschmiedet haben. Für alle, die Lust haben auf eine Stunde Besinnung in entspannter Atmosphäre, entzündet der Kirchenchor am 18. oder am 25. November an zwei Sonntagen um 19.00 Uhr die Kerzen zu Licht und Klangwelt 2012.

GESCHÄFTSWELT

Zemp produziert selber Unsere Backstube ist verschwunden — aber nur scheinbar. Viele Gäste und Kunden, Freunde und Bekannte fragen irritiert, ob wir nicht mehr selber backen? Es ist natürlich nicht unbemerkt geblieben, dass wir seit einiger Zeit gut sichtbar viel Material aus der Liegenschaft reissen in der Hinteren Gasse, wo sich auch unsere Backstube seit 1973 befindet. Doch ein kurzer Abriss von Anfang an: Beim Hochwasser im Juni 1973 standen unsere Backstube, das Mehllager und allgemeine Lagerräume total unter Wasser. Diese Räumlichkeiten befanden sich damals seit Beginn des Zemp Geschäftes unter dem Laden und Restaurant. Kurz vorher hatten wir die Liegenschaft hinter uns von der Landi gekauft mit der Absicht, dort die Backstuben einzurichten, da längst alles viel zu eng war. Nun wurde Druck aufgesetzt und wir bezogen die Räumlichkeiten im Herbst 1973. Vom Tag der offenen Tür wurde noch jahrelang gesprochen und die älteren Leute werden sich daran erinnern. Da gab es nämlich die gut sichtbare, riesen-

grosse Backstube im Hochparterre mit 40 Quadratmeter Ofenfläche. Im 1. Stock waren die Conditorei, Confiserie und der Glacéraum untergebracht, aber diese Räume sieht man nicht von der Strasse aus. In den 70er bis zu den 90er Jahren boomte unser Geschäft; wir belieferten unzählige Läden und Restaurants von Bassecourt bis Basel. Nun kam das grosse Ladensterben, die grossen Center, die Tankstellen Shops, und damit der Rückgang, vor allem im Brotsektor. Nun wurde die Backstube allmählich viel zu gross und unrentabel und eben deshalb wurde nun das Hochparterre geräumt und alle Teile unserer Produktion befinden sich jetzt im 1. Stock. Das Haus ist verkauft und wir sind also im 1. Stock eingemietet. Wir produzieren wie eh und je alles selber, vom Brot bis zu den Pralinés. Klein ist fein, heisst es doch! Wir bemühen uns weiterhin, unsere Gäste und Kunden zu bedienen nach unserem Wahlspruch: Beste Qualität zu tragbaren Preisen. Lotty Zemp Meyer

So, nun haben die Amerikaner ihren ersten schwarzen Präsidenten wiedergewählt. Sagen sie. Gut, wenn sie sich — mit ihrer langen Geschichte des Rassismus — so ausdrücken, kann man ja nicht viel dagegen unternehmen. Aber müssen es ihnen unsere Tageszeitungen nachplappern, ohne eine Sekunde zu überlegen, was sie da sagen? Wieso um Himmels Willen sollten zivilisierte Leute Obama als schwarz bezeichnen? Obama hat eine amerikanische Mutter und einen kenianischen Vater. Damit ist er nicht schwarz, sondern halbweiss-halbschwarz. Tönt blöd? Ja eben, und das zeigt perfekt, wie unsinnig das Ganze ist. Es ist ja völlig egal, wie jemand aussieht. Und es geht beileibe nicht um sprachliche Finessen. Es geht um eine ganze Geisteshaltung, die Menschen nach äusseren Merkmalen zuerst BEurteilt und dann VERurteilt. Der Rassismus mit seinen ganzen elenden Auswüchsen ist in Amerika noch immer gross. Bevor ich mit Gusto weiter wettern kann, muss ich tief Luft holen — was ein Fehler war. Denn diese Pause benutzt ein unbequemer Gedanke, um sich bei mir einzunisten: Wie sieht es eigentlich bei uns aus? Vorurteile gegenüber Gruppierungen sind bei Weitem nicht so verbreitet und schlimm wie in den USA. Das ist klar. Und dennoch: Wir müssen wir stetig wachsam sein und an uns arbeiten, damit sie nicht wachsen. Erstens, weil es zu einer Zivilisation gehört. Und zweitens, weil man mit Vorurteilen anderen und auch sich selber schadet. Was sagen Sie, ich hätte zum gleichen Thema vor drei Jahren schon einen Gedankenstrich geschrieben? Ja, das stimmt. Und seither ist es schlimmer geworden. In den USA, wo der Rassismus in den letzten vier Jahren weiter zugenommen hat, und auch bei uns, wo manche Leute schon zwischen Schweizern und Eidgenossen unterscheiden. Und dabei nicht merken, was sie damit anrichten. Deshalb bleibt das Thema aktuell. Neulich haben mir zwei Jugendliche erzählt, wie sehr sie unter Vorurteilen leiden. Da ist zum Beispiel M., der sich in der Schule wegen der Herkunft seiner Eltern richtiggehend gehasst fühlte. Nur unter Tränen und mit Jahren Verspätung konnte er eine Lehre beginnen. Dabei ist er ein richtig guter Stift und für sein Geschäft eine Stütze! Und auch F. ist kein Einzelfall. In der Schweiz als Schweizer geboren. Guter Lehrling und sehr geschätzt. Doch nach der Lehre will er in die Türkei, ins Herkunftsland seiner Eltern auswandern und hofft, da endlich willkommen zu sein. Es beelendet mich. Denken wir an das ganze Potenzial, das da verschleudert wird? Sind wir eine solche hartherzige Gesellschaft, dass sich selbst Schweizer Kinder unwillkommen fühlen?

ZEMP JUNIOR 4242 LAUFEN Das Paillassebrot in all seinen Variationen viel kopiert

nie erreicht ****************

Unser Winter-Konfekt Rezepte aus aller Welt verheissen ausserordentliche Gaumenfreuden zu Kaffee, Tee oder einem Glas Wein. Unsere Branches, Truffes, MozartKugeln und vieles mehr vertreiben düstere Nebelstimmungen.

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Dr Schwarzbueb steht auf starke Frauen. Am Dienstag wurde an der Vernissage in Breitenbach «Dr Schwarzbueb 2013» vorgestellt. Der 91. Jahrga...

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