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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 26 352 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 078 I 173. Jahrgang I Dienstag, 8. Oktober 2019

Wer wählt?

Festlich eingeweiht

Der «Anzeiger» hat Jugendliche aus dem Amt zu ihrem Wahlverhalten befragt. > Seite 3

Am vergangenen Wochenende gab es in der ARA Cham Grund zum Feiern. > Seite 5

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Diskussion In Affoltern diskutierte ein überparteiliches Wahlpodium zum Thema Klimaschutz. > Seite 6

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Immer wieder schön Die Dorfchilbi in Maschwanden lockte zum gemütlichen Beisammensein. > Seite 7

Maurer – oder doch Laborantin? Vergangenes Wochenende hatten Jugendliche die Möglichkeit, sich im Sportzentrum Schachen einen Eindruck von knapp 60 verschiedenen Lehrberufen zu machen. ................................................... von livia häberling

Der zweitbeste Biersommelier der Welt, Patrick Thomi, ist gebürtiger Ottenbacher. > Seite 8

5. WM-Titel für Affoltemer

FCWB out im Cup Der FC Wettswil-Bonstetten ist im Cup bereits in der 1. Runde ausgeschieden. Im Spiel gegen den SC Buochs resultierte nach 120 hartumkämpften, aber torlosen Minuten im Elfmeterschiessen eine 1:4-Niederlage. Die Innerschweizer zeigten sich am Ende nervenstärker und verwandelten alle vier Schüsse vom Penaltypunkt aus, derweil der FCWB von drei Versuchen nur gerade einen Ball in die Maschen setzte. ................................................... > Bericht auf Seite 16 anzeigen

Was bedeutet der Beruf als Laborantin? Die Standbesucherin darf hier all ihre Fragen stellen. (Bild Mohammed Shahin) Ob Bankfiliale, Schreinerei oder Autogarage, ob Kinderkrippe, Elektroinstallationsfirma oder Lebensmittelgeschäft: An 38 Ständen waren diverse bekannte Firmen aus der Region vertreten – und gegen 60 Lehrberufe

wurden vorgestellt. Während am Freitag die Schulklassen gemeinsam vor Ort waren, bot der Samstag auch Eltern Gelegenheit, sich mit ihren Kindern gemeinsam aus erster Hand über die Berufswahl zu informieren.

Von Concorde bis Super Puma

40. Flugtag der Modellfluggruppe Affoltern in Hausen

Red Bull verleiht Flügel … (Bild Werner Schneiter) Trotz zeitweiligem Regen und bedecktem Himmel strömten am Wochenende wieder Tausende auf den Flugplatz Hausen, wo die Modellfluggruppe Affoltern zum Flugtag einlud, dem grössten der Schweiz. Rund 60 Piloten zeigten eine eindrückliche Show:

Silbermedaille

Enver Sljivar ist neuer und alter Inhaber des Weltmeistertitels der World Kickboxing and Karate Union. Der Affoltemer gewann den Titel bereits zum 5. Mal. Er besiegte in Volketswil seinen deutschen Herausforderer Aquino Neil, einen der erfahrensten Kickboxer Europas. Slijvar schlug seinen Gegner nach eineinhalb Minuten in der dritten Runde K.o. Am 7. Dezember stehen für Enver Sljivar in Frankfurt die nächsten Kämpfe an. ................................................... > Bericht auf Seite 15

8. Ämtler Berufsmesse vom 4. und 5. Oktober in Bonstetten

Viele, viele Jugendliche, eine Frage: Was will ich werden? Und weil Identität wohl kaum irgendwo so stark an den Beruf gekoppelt ist wie in der Schweiz, lautet die Antwort dann nicht «ein erfüllter Mensch» oder «möglichst berühmt», sondern zum Beispiel: «Schreinerin», «Maurer», «Chemielaborantin» oder «Kleinkinderzieher». Doch: Welchen Abschluss braucht es für die Lehre als Automechanikerin? Wie sieht der Tagesablauf eines Kleinkinderziehers aus? Und welche Schulfächer sind als Chemielaborantin wichtig? Das konnten die Sekundarschülerinnen und -schüler aus dem Säuliamt und den angrenzenden Regionen am vergangenen Freitag und Samstag an der Berufsmesse in Bonstetten erfahren – und zwar einmal mehr nicht von Berufsberaterinnen oder Lehrlingsbetreuern, sondern von den Lernenden selbst. Diese hatten sich in teils aufwändiger Arbeit auf die beiden Tage vorbereitet und repräsentierten nun an den selbstgestalteten Ständen ihren Lehrbetrieb und den Berufsstand.

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Volten, Loopings und andere Kunststücke, verstärkt durch Rauchschwaden und Musik. Zu den Highlights der Jubiläumsveranstaltung zählte auch der Auftritt des PC-7-Teams. Die Schweizer Kunstflugstaffel jubiliert 30 Jahre nach ihrer Gründung ebenfalls.

Dazu gesellte sich am Sonntag der Super Puma. Das Super Puma Display Team demonstrierte die Flugeigenschaften des eindrucksvollen Flugobjekts. (-ter.) ................................................... > Bilder und Bericht auf Seite 17

Ein Angebot, das rege genutzt wurde. Zahlreiche Jugendliche waren an diesen beiden Tagen an den Ständen anzutreffen. ................................................... > Bericht auf Seite 7

Dem Himmel entgegen Manch einer mag sich fragen, weshalb Menschen immer wieder ihr Leben riskieren, um Berggipfel zu bezwingen. Autorin Daniela Schwegler dürfte diese Frage nicht zum ersten Mal hören. Vielleicht war das mit ein Grund, weshalb sie ihren vierten Bergfrauenband «Himmelwärts – Bergführerinnen im Porträt» allen mutigen Frauen dieser Welt gewidmet hat. Das Buch erzählt von 12 der insgesamt rund 40 ausgebildeten Schweizer Bergführerinnen. Für die Fotos begleitete Daniela Schwegler drei Fotografen in teilweise abenteuerliche Umgebungen in grosser Höhe, Schnee und Eis. Nun war die Autorin am vergangenen Donnerstag in der Buchhandlung Scheidegger zu Gast, um ihr Buch vorzustellen. Das Publikum brachte der Juristin, Journalistin und Texterin sofort grosse Sympathie entgegen. Daniela Schwegler nahm mit Herzlichkeit und Offenheit den Kontakt auf, erzählte so lebendig, dass man ihr ewig hätte zuhören mögen und auch die gelesenen Passagen aus dem Buch fesselten die Zuhörerinnen und Zuhörer. ................................................... > Bericht auf Seite 8


Erneuerungswahlen für den Rest der Amtsdauer (2018 - 2022) 1. Publikation der Wahlvorschläge 1 Mitglied des Stadtrates Gestützt auf die Wahlausschreibung vom 23. August 2019 sind für die Ersatzwahl eines Mitgliedes des Stadtrates Affoltern am Albis innert der festgesetzten Frist folgende Wahlvorschläge eingereicht worden:

Einbürgerung Mit Beschluss vom 1. Oktober hat der Stadtrat Affoltern am Albis, unter Vorbehalt der Erteilung des Kantonsbürgerrechtes und der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung, in das Bürgerrecht der Stadt Affoltern am Albis aufgenommen: – Mangjuki Biblekaj Leon, 2009, Staatsangehöriger von Kosovo 8. Oktober 2019 Stadtrat Affoltern am Albis

– Michael Bommel, von Zürich, Selbstständig, Affoltern am Albis – Antoinette Frey, von Gossau SG, Bäuerin/ehem. Polizistin, Affoltern am Albis – Claudia Ledermann, von Affoltern am Albis, eidg. dipl. Wirtschaftsfachfrau, Affoltern am Albis

Dienstag, 15. Oktober 2019 angesetzt, innert welcher die Wahlvorschläge zurückgezogen, geändert oder auch neue Wahlvorschläge bei der Wahlvorsteherschaft eingereicht werden können. Jeder Vorschlag muss von mindestens 15 Stimmberechtigten eigenhändig unterzeichnet sein. Diese können ihre Unterschrift nicht zurückziehen. Gemäss § 24 der Verordnung über die politischen Rechte (VPR) geben Personen, die einen Wahlvorschlag unterzeichnen, Namen, Vornamen, Geburtsdatum, Geschlecht und Adresse (Strasse, Hausnummer, Wohnort) an und fügen ihre Unterschrift hinzu. Der Kandidat oder die Kandidatin muss mit Namen, Vornamen, Geschlecht, Geburtsdatum, Beruf, Adresse und Heimatort bezeichnet werden sowie angeben, ob die vorgeschlagene Person dem Organ schon bisher angehört hat. Die wahlleitende Behörde erklärt die Vorgeschlagenen als gewählt, wenn die Voraussetzungen für eine stille Wahl erfüllt sind. Sind gemäss §§ 54 und 55 GPR die Voraussetzungen für eine stille Wahl nicht erfüllt, wird am 9. Februar 2020 eine Urnenwahl durchgeführt. Wahlvorschlagsformulare sind auf der Homepage www.stadtaffoltern.ch oder unter der Telefonnummer 044 762 56 32 erhältlich. Gegen diese Anordnung kann wegen Verletzung von Vorschriften über die politischen Rechte und ihre Ausübung innert 5 Tagen, von der Veröffentlichung an gerechnet, schriftlich Stimmrechtsrekurs beim Bezirksrat Affoltern, Im Grund 15, 8910 Affoltern am Albis, erhoben werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. 8. Oktober 2019 Stadtrat Affoltern am Albis

Zwei Mitglieder der reformierten Kirchenpflege Auf die Wahlausschreibung vom 27. August 2019 ist innert Frist für die Ersatzwahl von zwei Mitgliedern der reformierten Kirchenpflege Knonau für den Rest der Amtsdauer 2018 – 2022 folgender Wahlvorschlag eingereicht worden: Walter von Siebenthal, 1951, Verlagskaufmann, Husrainstrasse 4, Knonau

– Manuel Moser, von Wynigen BE, Bankangestellter, Affoltern am Albis

Gemäss den gesetzlichen Bestimmungen wird eine neue Frist von 7 Tagen bis

Ersatzwahl für die restliche Amtsdauer (2018 – 2022)

Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern vom Oktober 2019 Entlang Strassen und öffentlichen Wegen gelten nachstehende Vorschriften der kantonalen Strassenabstandsverordnung (StrAV, 700.4 §§14-18): • Mauern und Einfriedigungen dürfen die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. • Strassenlampen, Verkehrssignaltafeln und Strassennamensschilder dürfen nicht überwachsen sein. • Über Strassen muss der Fahrraum bis auf eine Höhe von mindestens 4.50 m von Pflanzen, Äste- und Blattwerk von Bäumen und Sträuchern frei gehalten werden; über Rad-, Fuss- und Gehwegen muss die lichte Höhe mindestens 2.5 m betragen. • Morsche und dürre Bäume oder Äste sind zu beseitigen, wenn sie auf die Strasse stürzen könnten. • Auf der Innenseite von Kurven sowie bei Strassenverzweigungen und Ausfahrten, sind die erforderlichen Sichtbereiche freizuhalten. In diesen dürfen Pflanzen, Mauern und Einfriedigungen eine Höhe von 0.8 m nicht überschreiten. Der Sichtbereich zwischen 0.8 m und 3.0 m ist immer freizuhalten. Dieser Vorschrift ist spezielle Aufmerksamkeit zu schenken. • Die Eigentümer von Grundstücken an öffentlichen Strassen, Fusswegen und Plätzen werden aufgefordert, die Bäume, Sträucher, Hecken und Einfriedungen, welche in den Strassen- bzw. Wegraum hineinragen, bis spätestens 4. November 2019 zurückzuschneiden. Nach diesem Termin werden die Mängel auf Kosten des Eigentümers durch die Stadt / Gemeinde oder beauftragte Firma behoben. Es wird jede Haftung für Schäden durch unfachgemässes Schneiden von Bäumen und Sträuchern abgelehnt. Die Stadt- und Gemeinderäte danken für das Verständnis. Stadt und Gemeinden des Bezirks Affoltern

In Anwendung von § 53 des Gesetzes über die politischen Rechte (GPR) wird eine neue Frist von 7 Tagen angesetzt. Bis und mit spätestens 14. Oktober 2019 kann der Vorschlag zurückgezogen, geändert oder auch neue Wahlvorschläge beim Gemeinderat Knonau, Stampfistrasse 1, 8934 Knonau eingereicht werden. Nach Ablauf dieser zweiten Frist können die Wahlvorschläge nicht mehr verändert werden. Die Formulare für die Wahlvorschläge sind bei der Gemeinderatskanzlei, Stampfistrasse 1, 8934 Knonau oder auf der Gemeindewebseite (www.knonau.ch/Rubrik: Politik – Abstimmungen / Wahlen – Ersatzwahl Kirchenpflege) erhältlich. Wählbar ist jede stimmberechtigte Person, die ihren politischen Wohnsitz in der Gemeinde hat. Die Kandidatin oder der Kandidat muss mit Namen und Vornamen, Geschlecht, Geburtsdatum, Beruf, Adresse und Heimatort auf dem Wahlvorschlag bezeichnet werden. Zusätzlich können der Rufname und die Zugehörigkeit einer politischen Partei angegeben werden. Jeder Vorschlag muss von mindestens 15 Stimmberechtigten der Gemeinde unter Angabe von Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse eigenhändig unterzeichnet sein. Diese können ihre Unterschrift nicht zurückziehen. Jede Person kann nur einen Wahlvorschlag unterzeichnen. Sind die Voraussetzungen gemäss § 54 GPR für eine stille Wahl erfüllt, erklärt der Gemeinderat den Vorgeschlagenen als gewählt. Andernfalls findet am 9. Februar 2020 eine Urnenwahl statt. Gegen diese Anordnung kann wegen Verletzung von Vorschriften über die politischen Rechte und ihre Ausübung innert 5 Tagen, von der Veröffentlichung an gerechnet, schriftlich Stimmrechtsrekurs bei der Bezirkskirchenpflege Affoltern, c/o Martin Billeter Präsident, Püntenstrasse 6, 8932 Mettmenstetten, erhoben werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Im Auftrag der reformierten Kirche Knonau Gemeinderat Knonau

Liegenschaftenabgaben 2020 Gestützt auf das Budget 2020 der polit. Gde. Rifferswil hat der Gemeinderat am 1. Oktober 2019 die Gebühren für die Bereitstellung und Benützung der kommunalen Infrastruktur (Bereiche Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung) wie folgt beschlossen: A. Wassertarife 2020 für die Zählperiode 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 (gestützt auf das kommunale Wasserversorgungsreglement v. 23. November 93) 1. Grundtaxe pro Abonnent bzw. Anschluss (Gebäudekomplex) CHF 60.– 2. Zuschlag für jeden weiteren Zähler CHF 30.– 3. Verbrauchsgebühr CHF 1.--/m³ zuzüglich 2,5 % MwSt. B. Abwassergebühren 2020 für die Zählperiode 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 (gem. Gebührenregulativ zur SEVO v. 5.12.01 der Gemeinde Rifferswil) 1. Grundgebühr Einpersonenhaushalt CHF 90.– 2. Grundgebühr Mehrpersonenhaushalt CHF 220.– 3. Mengenpreis CHF 3.50/m³ 4. Grundgebühr Gewerbebetriebe CHF 300.– 5. Jahrespauschale Einpersonenhaushalt ohne Wasserzähler CHF 400.– 6. Jahrespauschale Mehrpersonenhaushalt ohne Wasserzähler CHF 800.– zuzüglich 7,7 % MwSt. C. Abfallgebühren 2020 (gestützt auf die kommunale AbfallVO v. 4.8.92) Sonderabfall, Sperrgut, Altmetall und Elektrogeräte: 1. Jahrespauschale Einpersonenhaushalt CHF 60.– 2. Jahrespauschale Mehrpersonenhaushalt CHF 120.– 3. Jahrespauschale Landwirtschafts-, Gewerbe- und Industriebetriebe CHF 60.– Grüngut: 1. Jahrespauschale EPH CHF 30.– 2. Jahrespauschale MPH CHF 40.– Gegen Vorstehendes kann innerhalb von 30 Tagen, von der Veröffentlichung an gerechnet, schriftlich und begründet beim Bezirksrat Affoltern, Bezirksgebäude, Im Grund 15, PF 121, 8910 Affoltern am Albis, Rekurs erhoben werden. Die Einsprache hat einen Antrag und dessen Begründung zu enthalten. Rifferswil, 11. Oktober 2019 Gemeindeverwaltung Rifferswil


Bezirk Affoltern Wettswil: Bauarbeiten der Stationsstrasse An der Stationsstrasse in Wettswil im Abschnitt Moosstrasse bis Kirchgasse werden ab Montag, 14. Oktober, die Fahrbahn- und Trottoirbeläge, die Randsteine sowie Teile der Entwässerungsleitungen erneuert. Zudem wird die Bushaltestelle «Dorf» hindernisfrei ausgebaut. Die Bauarbeiten dauern bis zirka Juli 2020. Die Arbeiten werden etappenweise ausgeführt. Der Verkehr wird mit Lichtsignalanlagen einspurig durch die Baustellenbereiche geführt. Die Liegenschaften im jeweiligen Baubereich sind mit wenigen Ausnahmen mit Fahrzeugen erreichbar. Das Trottoir entlang der Stationsstrasse ist während der gesamten Bauzeit benutzbar (ausgenommen Bauphase 3). Die Haltestelle «Dorf» kann immer bedient werden. Dafür werden provisorische Haltestellen eingerichtet. Für die abschliessenden Belagsarbeiten muss die gesamte Strecke zwischen der Moosstrasse und der Haltestelle «Dorf» für ein Wochenende für den Verkehr gesperrt werden. Diese Vollsperrung findet voraussichtlich im Sommer 2020 statt. (pd.)

wir gratulieren Zur goldenen Hochzeit Gleich zwei Paare in Affoltern feiern ihren 50-jährigen Ehebund am Donnerstag, 10. Oktober. Erika und Kurt Raimann-Frehner sowie Verena und Heinz Beat Schneider-Schenk wünschen wir schöne Feste und gratulieren von Herzen.

Zum 80. Geburtstag Ebenfalls am Donnerstag, 10. Oktober, feiert Josef Birrer-Portmann in Obfelden seinen 80. Geburtstag. Wir wünschen ihm einen tollen Jubeltag und ein gutes neues Lebensjahr.

Dienstag, 8. Oktober 2019

Facebook bei jungen Erwachsenen kein Thema mehr Der «Anzeiger» befragte Jugendliche zu ihrem Wahlverhalten 29 Säuliämtlerinnen und Säuliämtler aus verschiedensten Parteien kämpfen bei den Wahlen vom 20. Oktober auf mehr oder weniger aussichtsreichen Positionen um einen Sitz im Nationalrat. Der «Anzeiger» hat sich bei jungen Erwachsenen aus dem Knonauer Amt nach ihrem Interesse an politischen Themen umgehört.

Zwei Säuliämtler Studentinnen auf dem Weg zu ihren Hochschulen. Beide wissen bereits, wie sie wählen werden. (Bild Salomon Schneider)

................................................... von salomon schneider

Grundsätzliches Desinteresse an Politik

Gut informiert dank OnlinePlattformen

Junge Erwachsene sind jene Gruppe von Wählenden, die der Urne am häufigsten fernbleiben. 2015 beteiligten sich beispielsweise nur 19,5 Prozent der 18- bis 29-jährigen Zürcherinnen und Zürcher an den Kantonsratswahlen. Dieses Jahr war ein Anstieg der Wahlbeteiligung dieser Gruppe zu verzeichnen, um vier Prozent, auf 23,5. In Zürich lag die durchschnittliche Wahlbeteiligung jedoch bei 36,1 Prozent. Die tiefe Wahlbeteiligung junger Erwachsener hat vielfältige Gründe: Das Wahlverfahren ist im Vergleich zu Abstimmungen kompliziert – gerade wenn die Listen nicht unverändert eingelegt werden, sondern kumuliert und panaschiert wird – die Standpunkte der Kandidierenden auf den immer zahlreicher werdenden Listen sind oft nicht bekannt, zudem geniesst die politische Teilhabe während der ersten Erwachsenenjahre oft nicht höchste Priorität.

Mässiges Interesse an politischen Vorgängen, welches eine Mehrheit der jungen Säuliämtler zeigen, haben beispielsweise die 18- respektive 19-jährige Alina und Aline. «Von Politik habe ich überhaupt keine Ahnung und sie interessiert mich auch nicht», erklärt Alina gegenüber dem «Anzeiger» und Aline schiebt nach: «Und wir werden auch nicht wählen.» Sie informieren sich aber trotzdem über das Weltgeschehen. Sie lesen regelmässig «20 Minuten». Ganz anders sieht dies der 20-jährige Philipp: «Ich finde Politik sehr wichtig. Beispielsweise das Ringen um den Rahmenvertrag mit der Europäischen Union interessiert mich sehr und ich versuche, wenn möglich abstimmen und wählen zu gehen.» Philipp weiss auch schon, wer seine Stimmen für den Nationalrat erhält: «Ich werde die SVP-Liste einlegen.»

Ebenfalls an Politik interessiert sind Vera (21) und Simona (19). «Ich ordne mich Mitte-links ein. Bei den Kantonsratswahlen habe ich beispielsweise mehrere Grünliberale gewählt», erklärt Vera. «Ich verorte mich etwas links von Vera», erläutert Simona und ergänzt: «Ich werde viele Kandidatinnen und Kandidaten von SP und Grünen wählen – vor allem auch Junge, von denen ich einige kenne. Zudem werde ich Kandidaten von verschiedenen Listen aussuchen und Persönlichkeiten anstatt Parteien wählen.» Um auch über die bekannten Politikerinnen und Politiker hinaus die für sie richtige Wahl zu treffen, vertrauen die beiden Säuliämtler Freundinnen auf die Online-Plattformen Easyvote und Smartvote. Easyvote.ch ist eine Plattform des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente, die durch zeitgenössische Aufbereitung von Themen rund um Wahlen und Ab-

Wasserleitungen: Kredit bewilligt

Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli redaktion@affolteranzeiger.ch Redaktion: Livia Häberling Stefan Schneiter Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 26 352 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/Christine von Burg Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 inserat@weissmedien.ch Spezial- und Sonderseiten: Kaspar Köchli Telefon 058 200 57 14, M 079 682 37 61 kaspar.koechli@chmedia.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss Inserate: Dienstagausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Abonnementspreise: ¼ Jahr Fr. 79.– ½ Jahr Fr. 97.– 1 Jahr Fr. 170.– Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@chmedia.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.chmedia.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.chmedia.ch

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Aus den Verhandlungen des Gemeinderats Bonstetten Sitzungsdaten und Termine für das Jahr 2020 Der Gemeinderat hat die Sitzungsdaten und Termine für das kommende Jahr 2020 festgelegt. Folgende Daten sind auch für die Bevölkerung relevant: Gemeindeversammlungen: Dienstag, 23. Juni 2020 (Verabschiedung Rechnung 2019), und Dienstag, 08. Dezember 2020 (Budget 2021). Gemeindliche Anlässe: Neujahrsapéro: Dienstag, 7. Januar 2020, 18.30 Uhr; Freiwilligenanlass: Freitag, 14. Februar 2020, 18 Uhr; Koordinationssitzung mit den Vereinen: Mittwoch, 18. März 2020, 19.30 Uhr; Jungbürgerfeier mit Stallikon und Wettswil: Donnerstag, 18. Juni 2020, 18.30 Uhr; Nationaltagfeier: (1.-August-Feier) Freitag, 31. Juli 2020; Chilbi Bonstetten: Samstag/Sonntag, 29./30. August 2020; Neuzuzügeranlass Sonntag, 30. August 2020.

Wahlen und Abstimmungen Eidg. und kant. finden nächstes Sonntagen statt: 27. September 2020.

Volksabstimmungen Jahr an folgenden 9. Februar, 17. Mai, und 29. November

Behördensprechstunde Die Anliegen der Einwohnerinnen und Einwohner sind dem Gemeinderat wichtig. Deshalb findet ab dem Jahr 2020 monatlich eine Behördensprechstunde statt. Nachstehend die Daten und die anwesenden Gemeinderäte: Dienstag, 28. Januar, Arianne Moser, Erwin Leuenberger; Dienstag, 17. März, Simon Vergés, Markus Reich;

Dienstag, 14. April, Christina Kappeler, Heinz Schlüchter; Dienstag, 19. Mai, Arianne Moser, Simon Vergés; Dienstag, 16. Juni, Erwin Leuenberger, Christina Kappeler; Dienstag, 18. August 2020, Markus Reich, Heinz Schlüchter; Dienstag, 15. September, Erwin Leuenberger, Arianne Moser; Dienstag, 20. Oktober, Heinz Schlüchter, Simon Vergés; Dienstag, 17. November, Christina Kappeler, Markus Reich; Dienstag, 15. Dezember 2020 Erwin Leuenberger, Simon Vergés. Für ein Gespräch sind pro Person/Gruppe bis zu 15 Minuten vorgesehen. Die Sprechstunde findet jeweils von 17 bis 18 Uhr im Sitzungszimmer im 1. OG des Gemeindehauses statt. Selbstverständlich können auch Termine ausserhalb dieser Zeitfenster vereinbart werden.

Ersatz Trinkwasserleitung Bruggenmatt 2 Genehmigung der Projektierung und Abrechnung; in der Gartensiedlung Bruggenmatt sind im Sommer die Bauarbeiten zur Erstellung der Ringschlussleitung beendet worden. Mit dieser Grundlage können nun die öffentlichen Trinkwasserleitungen innerhalb der Gartensiedlung saniert werden. Der Gemeinderat bewilligte zur Erstellung eines Vorprojektes einen Kredit von 30 000 Franken (exklusive MwSt.). Der Zuspruch dieser Arbeit wurde dem Ingenieurbüro ewp AG, Agentur Zürich, erteilt. Die Projektierung und die Erarbeitung eines Kostenvoranschlags als Grundlage für das Kreditgeschäft «Ersatz der Trinkwasserleitung Bruggenmatt 2» an der bevorstehenden Gemeindeversammlung vom 26. November sind beendet.

Die Kosten betragen 26 361.60 Franken (exkl. MwSt.) und unterschreiten den genehmigten Kredit von 30 000 Franken (exkl. MwSt.) um 3638.40 Franken.

Personelles Per Ende September 2019 hat Marco Bisa, Leiter der Abteilung Bevölkerungsdienste, sein Arbeitsverhältnis bei der Gemeinde Bonstetten gekündigt. Er wird per 1. Dezember eine neue Herausforderung im Polizeiwesen annehmen. Wir bedauern den Entscheid von Marco Bisa und danken ihm für die sehr gute Zusammenarbeit. Wir wünschen ihm für seine Zukunft beruflich und privat alles Gute und viel Erfolg. Die offene Stelle wurde bereits ausgeschrieben.

Im Weiteren hat der Gemeinderat ... • Das Budget 2020 der Dileca genehmigt; • Die Anpassung der Steuerbezugsentschädigung verabschiedet; • Die Leistungsvereinbarung Entlastungsdienst für pflegende Angehörige, Alleinstehende und Familien mit Kleinkindern (ELD) genehmigt; • Den Konzessionsvertrag für die Beanspruchung von öffentlichem Grund z.G. der Fernwärmeversorgung Renecon gutgeheissen; • Die Aufhebung des Gemeinderatsbeschlusses vom 25. Januar 2011 bezüglich der unentgeltlichen Benützung des Rigelhüslis als Trauungslokal gutgeheissen; • Der Auftragsvergabe der 6. Überarbeitung der Ausgeichsgebiete Schutzraumbau im Zivilschutzwesen zugestimmt. Christof Wicky, Gemeindeschreiber

stimmungen junge Erwachsene zur politischen Partizipation motivieren will. Smartvote.ch ist die Website eines politisch neutralen Vereins, der durch Ausfüllen eines Fragebogens detaillierte Wahlempfehlungen ermöglicht. Fast alle Kandidierenden für die Nationalratswahlen haben den Fragebogen bereits ausgefüllt. Smartvote zeigt Wählenden für jede Kandidatin und jeden Kandidaten durch eine Grafik an – einen sogenannten Smartspider –, bei welchen Themen die Kandidierenden wie stark mit der eigenen Meinung übereinstimmen.

Facebook wird primär von Ü40ern genutzt Politikwerbung ist immer noch stark von Plakaten und Zeitungsinseraten dominiert. Immer mehr Kandidierende setzen jedoch auch auf Facebook, um Wählende zu erreichen. Junge Erwachsene werden sie damit jedoch wahrscheinlich nur ganz selten erreichen. Von den fünf Jugendlichen, mit denen der «Anzeiger» gesprochen hat, hat kein einziger ein Facebook-Profil. «Ich hatte einmal eins, habe es aber vor Jahren gelöscht», erläutert Vera. Philipp nutzt Pinterest, ein primär bildbasiertes soziales Netzwerk, das 2010 gegründet wurde – im selben Jahr wie Instagram – und über 300 Millionen Nutzende zählt. Die jungen Erwachsenen sind sich einig, dass Facebook primär für ältere Menschen ist, wie ihre Eltern. In ihren Freundeskreisen nutzt niemand Facebook regelmässig.

Einbürgerung per Mausklick Das Einbürgerungsverfahren im Kanton Zürich soll einfacher und transparenter werden. Hierzu können Bewerberinnen und Bewerber ihr Gesuch künftig online einreichen. Die Abwicklung der Einbürgerungsgesuche zwischen Gemeinde-, Kantonsund Bundesebene läuft heute vorwiegend in Papierform ab. Das bringt Probleme mit sich: Zum einen ist der Stand eines Einbürgerungsgesuchs nicht nur für die Bewerberinnen und Bewerber intransparent, auch die beteiligten Amtsstellen wissen nicht, wie weit das Verfahren fortgeschritten ist. Ausserdem führt das heutige Verfahren dazu, dass Bewerbende oft unvollständige Unterlagen einreichen. Das zuständige Gemeindeamt muss Dokumente nachträglich einfordern. Die digitale Plattform «eEinbürgerungZH», die voraussichtlich 2022 zur Verfügung stehen wird, vereinfacht das Einbürgerungsverfahren für die Bewerberinnen und Bewerber, automatisiert die Verwaltungsabläufe und schafft mehr Transparenz. Die Plattform führt die Einbürgerungswilligen online durch den Erfassungsprozess ihres Gesuchs. Am Ende können diese ihre Unterlagen direkt elektronisch einreichen. Es wird für sie nicht mehr nötig sein, vorgängig Dokumente bei der Verwaltung zu besorgen. Ausserdem können sie jederzeit einsehen, wie weit ihr Gesuch vorangekommen ist. Für den Aufbau von «eEinbürgerungZH» bewilligt der Regierungsrat eine Ausgabe von insgesamt 7,26 Millionen Franken: 4,76 Millionen Franken für die Beschaffung der digitalen Plattform und weitere 2,5 Millionen Franken für den Betrieb während fünf Jahren. (pd.)


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Bezirk Affoltern

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Bereit für sauberes Wasser Der Ausbau der ARA Cham ist auch für drei Säuliämtler Gemeinden von Bedeutung Am vergangenen Wochenende wurde in der ARA Cham die neu erstellte 4. Reinigungsstufe festlich eingeweiht. Die Säuliämtler Gemeinden Knonau, Mettmenstetten, Kappel und eventuell auch Hausen planen einen Anschluss an die ARA Schönau ab 2022.

stellt den Abwasserverband dieser Säuliämtler Gemeinden vor die Frage des Weiterbetriebes oder eines Anschlusses an die ARA Schönau. Der Abwasserverband Knonau hat daher gegenüber dem GVRZ sein Interesse an einem Anschluss an die ARA Schönau signalisiert. Der GVRZ seinerseits hat mit Beschluss der Delegiertenversammlung vom 28. November 2018 den drei Zürcher Gemeinden angeboten, sich an die ARA Schönau anzuschliessen und als Vollmitglieder dem GVRZ beizutreten. Der GVRZ würde auf einen Einkaufspreis verzichten. Im Gegenzug müssten die Gemeinden die für den Anschluss notwendige Infrastruktur über die ordentliche Abwassergebühr selber finanzieren.

................................................... von martin mullis «Ein Jahrhundertwerk für den Gewässerschutz», titelte im August 1989 die Einweihungsbroschüre der ARA Schönau des Gewässerschutzverbandes der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee (GVRZ). Am letzten Wochenende wurde in der zentralen Grossreinigungsanlage mit einer Feier die neu erstellte 4. Reinigungsstufe eingeweiht. Während am Freitag der Zuger Baudirektor Florian Weber und viele Behördenmitglieder den neuen Teil der ARA festlich einweihten, wurde am Samstag die Bevölkerung zum Tag der offenen Türen eingeladen. Der Abwasserver-

Kapazität für einen Anschluss ist vorhanden Grosse Interesse der Bevölkerung am Besuchstag in der ARA: Dr. Bernd Kobler, Geschäftsführer der GVRZ. (Bild Martin Mullis) band Knonau, bestehend aus den Gemeinden Knonau, Mettmenstetten und Kappel, betreibt heute eine Klär-

anlage für rund 8000 Einwohner. Die bis Dezember 2022 befristete Einleitungsbewilligung der ARA Knonau

Die ARA Schönau verfügt über eine Kapazität von total 245 000 Einwohnern. Die neu dazukommenden Säuliämtler Gemeinden würden mit rund 15 000 zu den heute bestehenden 150 000 Einwohnern in Zukunft zu einem besseren Kostenteiler für die

Finanzierung der bestehenden Infrastruktur beitragen. Zur Diskussion steht weiter, dass ein späterer Anschluss der Zuger Gemeinde Neuheim und der Gemeinde Hausen ebenfalls erfolgen könnte. Bevor der Anschluss realisiert werden kann, sind jedoch in den drei Gemeinden Knonau, Mettmenstetten und Kappel Volksabstimmungen notwendig. Diese sollen Ende 2020 erfolgen. Bei positivem Ausgang würden die dazu notwendigen Anschlussbauwerke erstellt. In diesem Fall könnte ab 2022 das Abwasser von diesen Gemeinden auf der ARA Schönau gereinigt werden. Mit der zusätzlichen Reinigungsstufe ist die ARA Schönau in der Lage, neben den gewöhnlichen Schmutzstoffen auch Medikamentenrückstände und andere Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser zu entfernen. Der Geschäftsführer des GVRZ, Dr. Bernd Kobler, hält beim Besuch des «Anzeigers» fest, dass seitens der Gemeinden aus dem Knonauer Amt grosses Interesse zu einem Anschluss bestehe und ist zuversichtlich, dass auch aus der Bevölkerung keine nennenswerte Opposition erfolgen werde.

Hausen plant mit einem positiven Budget 2020 Aus den Verhandlungen des Gemeinderats Hausen am Albis ................................................... von gemeindeschreiber christoph rohner An seiner Sitzung vom 1. Oktober 2019 hat der Gemeinderat Hausen den Voranschlag 2020 bei einem Gesamtaufwand von 20,6 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 97 452 Franken zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet. Damit dürfte die Gemeinde Hausen im jahr 2020 bei unverändertem Steuerfuss erneut einen Gewinn schreiben. Für die geplanten Grossprojekte ist dies sicherlich kein Nachteil. Der gegenüber dem Vorjahresbudget um gut 800 000 Franken verbesserte Voranschlag beruht einerseits auf dem Wegfall der ausserordentlichen transitorischen Abgrenzung des Finanzausgleichs, welche das Vorjahresbudget mit zirka 600 000 Franken belastet hat. Andererseits schlagen auch die erwartet höheren Steuereinnahmen (Grundstückgewinnsteuern und ordentlichen Steuern) positiv zu Buche. Aufgrund von Sanierungsvorhaben im Bereich Tiefbau und der vorgeanzeige

sehenen Projektierungstätigkeit bei der Schul- und Sportraumplanung werden die Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen leicht ansteigen und mit 6,26 Millionen Franken veranschlagt. Der am 4. Dezember 2019 anstehenden Gemeindeversammlung wird beantragt, den Voranschlag 2020 zu genehmigen und den Steuerfuss unverändert auf 90 % festzusetzen.

Neubau Sporthalle und Schulgebäude Bereits am 3. September 2019 hat der Gemeinderat zwei Projektierungskreditanträge für eine neue Sporthalle und ein neues Schulgebäude zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet. Diese beiden Projekte wurden der Bevölkerung an der Informationsveranstaltung vom 18. September 2019 zum Thema Schul- und Sportraumplanung vorgestellt. Die beiden Projekte sind Ergebnisse eines im Jahr 2015 erstellten Gesamtentwicklungskonzeptes und ergänzen den damals als dringlich eingestuften und mittlerweile fertiggestellten Doppelkindergarten in Ebertswil.

In der auf der Gemeindehomepage einsehbaren Machbarkeitsstudie werden sowohl der Bedarf als auch die Kostenfolge für die beiden neuen Gebäude ausgewiesen sowie deren grundsätzliche Machbarkeit belegt. Das neue Schulgebäude soll demnach insgesamt 4,9 Millionen Franken kosten, die neue Sporthalle inklusive Tagesstrukturen und Parkierungsanlage, je nachdem ob eine Doppelsporthalle Typ B oder eine Dreifachsporthalle gebaut wird, 16 respektive 18,3 Millionen Franken. Die Gemeindeversammlung soll vorerst aber nur über die Projektierungskredite im Umfang von 0,5 Millionen Franken für das Schulgebäude und 1,18 respektive 1,31 Millionen Franken für die Sporthalle entscheiden. Ihr steht vorgängig auch der Variantenentscheid zu, ob die Projektierung mit der Variante Doppel- oder der Variante Dreifachsporthalle erfolgen soll. Der Gemeinderat empfiehlt aufgrund des weiter ansteigenden Sportraumbedarfs, der grösseren Verwendungsvielfalt sowie der überblickbaren Mehrkosten den Bau einer Dreifachsporthalle.

Reich befrachtete GV-Traktandenliste Neben dem Budget und den beiden Projektierungskrediten sollen der Gemeindeversammlung insgesamt vier weitere Geschäfte zur Beschlussfassung unterbreitet werden. So soll gemeinsam mit den Nachbarsgemeinden Rifferswil und Kappel ein neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr angeschafft werden, wobei der Anteil der Gemeinde Hausen fast 300 000 Franken beträgt. Davon sollen allerdings knapp 120 000 Franken aufgrund von Subventionszusagen nachträglich zurückerstattet werden. Zur Sanierung von Passagen des Stutzbaches und des Heischerbaches beantragt die Tiefbaukommission die Genehmigung zweier Kredite im Umfang von rund 170 000 respektive 195 000 Franken. Schliesslich soll sich die Gemeindeversammlung auch noch mit der am 14. Juni 2019 eingereichten Einzelinitiative «Ortsbildschutz Heisch» befassen. Vorerst muss sie aber nur darüber befinden, ob die in Form einer allgemeinen Anregung eingereichte Einzelinitiative vom Gemeinderat in eine konkrete

Vorlage umgemünzt werden soll. Der Gemeinderat empfiehlt, dem Vorhaben bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine Absage zu erteilen, da absehbar ist, dass mit der erheblichen Kostenfolge nur ein geringfügiger Nutzen einhergeht. Die reich befrachtete Traktandenliste soll die anwesenden Stimmbürger nicht davon abhalten, im Rahmen des traditionellen Apéros im Anschluss an die Versammlung mit dem Gemeinderat auf das vergangene Jahr anzustossen.

Diverses Im Übrigen hat der Gemeinderat am 3. September einen Kredit von 16 000 Franken zur dringlichen Sanierung eines Wasserschadens im Gemeindehaus gesprochen. Sodann hat er mit Beschluss vom 19. September (unter Vorbehalt der Zustimmung von Bund und Kanton) Frau Birgit Mischler-Wingenfeld das Gemeindebürgerrecht erteilt. Am 1. Oktober hat er schliesslich den privaten Gestaltungsplan für das Gebiet «Sagi» im Heisch zuhanden der öffentlichen Auflage verabschiedet.


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Dienstag, 8. Oktober 2019

Schützen Anreize oder Verbote das Klima? Überparteiliches Wahlpodium zum Thema Klimaschutz in Affoltern Klima ist das grosse Wahlkampfthema. An einem Wahlapéro in Affoltern debattierten Vertreter und Vertreterinnen von vier Parteien lebhaft über ihre unterschiedlichen Ansätze für eine griffige Klimapolitik. ................................................... von stefan schneiter Klimaschutz ist eine weltweite Aufgabe. Klimaschutz beginnt aber auch zuhause und in der Wohngemeinde. «Was muss auf Gemeindeebene unternommen werden in der Klimapolitik?», wollte Moderatorin Salome Hurschler, Präsidentin des Jugendparlaments Kanton Zürich, wissen. Für Stefan Gribi, Bezirkspräsident der Grünen aus Affoltern, soll die Stadt Affoltern in all ihren Anlagen und Fahrzeugen von fossilen auf erneuerbare Energiequellen umstellen. Auch sollte der Veloverkehr besser gefördert werden «Affoltern ist eine Katastrophe für Velos» so Gribi. Als passionierte Velofahrerin ist auch FDP-Nationalratskandidatin Arianne

Debattierten engagiert über Klimapolitik: Stefan Gribi (Grüne), Roger Schmutz (SP), Moderatorin Salome Hurschler, Eveline Fenner (EVP) und Arianne Moser (FDP). (Bild Stefan Schneiter) Moser dafür, dem Velo mehr Platz einzuräumen – ohne jedoch deswegen das Auto zu verdrängen. Wichtig, um die Leute vermehrt auf den öffentlichen Verkehr zu bringen, sei auch ein funktionierendes P+R-System nötig. In ihrer Gemeinde Bonstetten sei dieses we-

sentlich besser organisiert als in manch anderen Gemeinden des Bezirks. SP-Nationalratskandidat Roger Schmutz aus Wettswil sieht als wichtigen Ansatz in der Klimapolitik die Aufhebung der räumlichen Trennung zwischen arbeiten und wohnen, was auch

die Gemeinschaft innerhalb der Gesellschaft wieder stärken würde.

«Wir haben nicht ewig Zeit» Zu Netto-Null, also einer klimaneutralen Schweiz bis 2050, bekannten sich

alle am Podium. Unterschiede zeigten sich hingegen im Ansatz dazu. Moser setzt primär auf Regelung über die Kosten. «Klimaschädliches Verhalten muss einen Preis haben. Das Klimaproblem können wir nicht über Verbote lösen», ist Moser überzeugt. Der Weg müsse über Innovation und das Setzen von richtigen Anreizen erfolgen. «Verbote können auch ein Anreiz sein, nur übers Portemonnaie zu steuern, reicht aber nicht», hielt Schmutz entgegen. Früher oder später brauche es ein Verbot von Benzinmotoren. «Ohne Verbote wird es in der Umweltpolitik nicht gehen, das zeige etwa das wirkungsvolle Abfalldeponieverbot», erklärte Gribi. Für Eveline Fenner (Affoltern), die für die EVP für den Nationalrat kandidiert, braucht es beides, einerseits kreative innovative Lösungen, um das Klimaproblem auf breiter Ebene anzupacken. Rein technologisch sei es hingegen nicht zu bewältigen. «Der Druck muss bleiben», so Fenner, auch auf Gesetzesstufe. Man könne nicht einfach zuwarten. «Ob 2030 oder 2050, das kommt extrem schnell. Wir haben nicht ewig Zeit.»

«Das Klima wird häufig unterschätzt» ETH-Professor Andreas Fischlin referierte am vergangenen Dienstag in Affoltern Am Dienstag lud die GLP Knonauer Amt zum Wahlpodium in den katholischen Kirchgemeindesaal in Affoltern. Als Gast referierte Professor Andreas Fischlin, Vorstandsmitglied im Weltklimarat.

2 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit liege die Wahrscheinlichkeit bei über 90 Prozent, dass jedes Jahr so warm und trocken werde wie 2018.

Aktuell werden die Klimaziele deutlich verfehlt

................................................... von livia häberling «Das Klima wird häufig unterschätzt», betonte Professor Andreas Fischlin zu Beginn seines Referats. Um das zu illustrieren, zeigte er den knapp 50 Personen im Publikum zwei Grafiken. Luzern vor 18 000 Jahren, unter einer dicken Eisschicht, und Luzern, vor vier Millionen Jahren, in exotischtropisch anmutendem Klima. Nur zwei bis drei Grad Celsius wärmer als heute sei das Klima auf dem zweiten Bild gewesen, während es zu jener Zeit, zu der Luzern unter einer Eisschicht verborgen lag, zwischen 3,5 und 4,5 Grad kälter gewesen sei. Der Meeresspiegel indes sei im Bild mit tropisch anmutendem Klima 14 Meter höher gewesen als heute, während er anzeige

Von links: Professor Andreas Fischlin, Nationalrätin Tiana Moser und Kantonsrat und Gemeinderat von Ottenbach, Ronald Alder. (Bild Livia Häberling) vor 18 000 Jahren rund 120 Meter tiefer lag, Und das, so Fischlin, «obwohl zwischen diesen beiden Bildern der klimatische Unterschied lediglich zwischen fünfeinhalb und siebeneinhalb Grad beträgt.» Bis heute habe sich das Klima – im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um

rund ein Grad erwärmt. «Alleine durch dieses eine Grad Temperaturanstieg dürfte künftig eines von zehn Jahren so warm werden wie 2018», so Fischlins Prognose. Steige die Erderwärmung weiter auf 1,5 Grad an, dürften in Zukunft zwei von drei Jahren so warm sein, und bei einem Anstieg auf

Hochrechnungen aus Trends der Vergangenheit würden zeigen, dass sich die Temperatur bis im Jahr 2040 auf 1,5 Grad erwärme, – sofern sich nichts ändere. Längerfristig, bis im Jahr 2300, sei mit einem Temperaturanstieg von zirka 8,5 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit und einem Anstieg des Meeresspiegels von 4 Metern zu rechen. Wie also soll die Schweiz also agieren? «Das hängt davon ab, ob man die Trendwende frühzeitig, oder erst verspätet einleitet», sagte Andreas Fischlin und betonte, dass die Schweiz diesbezüglich eine Vorbildfunktion habe. Wolle man frühzeitig agieren, so würde das bedeuten, dass der CO2-Ausstoss ab 2020 deutlich gesenkt werden müsse, bis im Jahr 2050 sollte es möglich sein, ihn ganz auf Null herunterzubringen. Warte man hingegen mit

dem Handeln, so komme man später nicht umhin, das Kohlendioxid wieder aus der Atmosphäre zu entnehmen. Hierzu komme das «Beccs»-Verfahren (Bioenergy with Carbon Capture and Sequestration) in Frage, bei dem Bioenergie genutzt und anschliessend aufgefangen und unterirdisch verpresst wird. Zwar werde dieses Verfahren intensiv getestet, allerdings sei noch nicht klar, ob man damit tatsächlich in der Lage wäre, das CO2 in grosser Masse wieder aus der Atmosphäre zu entnehmen. Andreas Fischlin betonte, dass «Netto Null» früher oder später nötig sein werde, um die Ziele des Pariser Übereinkommens zu erreichen. Das Übereinkommen hat zum Ziel, die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, wobei ein maximaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius angestrebt wird. «Doch die bislang vereinbarten Ziele genügen nicht», betonte Andreas Fischlin. Diese brächten im besten Fall eine Begrenzung auf zirka 3 grad Celsius, womit man die Ziele derzeit deutlich verfehle.


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Dienstag, 8. Oktober 2019

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Infos, Schöggeli und Stifte – alles gratis Gutbesuchte Ämtler Berufsmesse in der Schachenhalle in Bonstetten Am vergangenen Wochenende deckten sich in Bonstetten zahlreiche Jugendliche und ihre Eltern mit Informationen zu Lehrberufen ein – und manchmal auch mit Werbegeschenken. ................................................... von livia häberling Kauffrau oder Laborantin, Elektroinstallateur oder Maurer? Wer sich derzeit mit der Berufswahl beschäftigt, war in der Schachenhalle in Bonstetten am richtigen Ort. Dort konnten sich die Jugendlichen und ihre Eltern an zwei Tagen über mehr als 60 Lehrberufe informieren. Direkt vor Ort an den Ständen gaben Lernende Auskunft aus ihrem Berufsalltag. Da war zum Beispiel Noah Sommer. Der 21-Jährige hat sich nach dem Gymnasium für eine Lehre als Gärtner mit Fachrich-

tung Baumschule entschieden. «Ich bin gerne in der Natur und wollte etwas Handwerkliches machen», erklärte er. Wie ist die Pflanze aufgebaut? Wie sieht sie aus? Was sind ihre Merkmale? Das alles lernt der Obfelder in seiner verkürzten zweijährigen Lehre in den Baumschulen Reichenbach in Hausen. Acer platanoides, Acer pseudoplatanus oder Acer campestre? Bis zum Ende der Schulzeit wird Noah Sommer jeden Ahorn – und 550 andere Pflanzen – mit ihrem botanischen Namen kennen.

Der Rundumblick ist das Schwierigste An einem anderen Stand ist Fabienne Jäckle anzutreffen. Die 18-Jährige hat ihre Lehre als Laborantin bei der Firma Kolb im Sommer abgeschlossen. Mit ihrer Hilfe können Interessierte den Vitamin-C-Gehalt in Zitronensaft bestimmen.

Entlang des Rundgangs konnten die Jugendlichen 38 Stände besuchen.

Nicht Zitronen, sondern Bananen, Heidelbeeren und Trauben hat Philipp Künzli auf einem Teller drappiert. «Ich dekoriere sehr gerne», sagt der angehende Fachmann Betreuung aus Bonstetten. An der Maschine, die er bedient, entsteht aus einem Apfel eine Art Girlande. Für den Job in der Kinderkrippe hat er sich entschieden, weil der den Kindern etwas mitgeben und sie unterstützen, fordern und fördern kann. Fordern wiederum, das tun die Kids auch ihn: «Das Schwierigste in meinem Beruf ist, alle Kinder gleichzeitig im Blick zu haben, damit nichts passiert.»

Auf der Jagd nach Give-Aways Natürlich gibt es in der Schachenhalle in Bonstetten an diesem Nachmittag noch viel mehr zu sehen. An einem Stand wird eine Mauer aus Backstein hochgezogen, an einem anderen kann genagelt werden. Und: Fast überall gibts etwas zu gewinnen. Das kommt an: Von der Stadtverwaltung ein Schöggeli, von Mercedes eine Dächlikappe – oder doch lieber einen Kugelschreiber? «Chame beides haa?» Die beiden Messetage liefen erfahrungsgemäss verschieden ab, sagt OK-Präsident Xavier Nietlisbach: «Am Freitagnachmittag werden die Stände von Jugendlichen überrannt, dafür ist die Qualität der Gespräche eher oberflächlich, und teilweise werden Werbegeschenke höher gewichtet als die Informationen zu den Lehrberufen.» Am Samstag habe es dann wieder eher wenige Besucher gehabt, dafür sei die Qualität der Gespräche viel höher gewesen, da berufsspezifische Punkte besprochen werden. «Die Verweildauer der Interessierten an den Ständen ist dann jeweils einiges länger und die Begleitung durch die Eltern ist jeweils spürbar», so Xavier Nietlisbach.

Philipp Künzli befindet sich im 2. Lehrjahr als Fachmann Betreuung.

Noah Sommer macht nach dem Gymnasium eine Lehre als Gärtner.

Diese Schülerinnen aus der Sekundarschule Bonstetten waren an der Berufsmesse, um sich inspirieren zu lassen. (Bilder Mohammed Shahin)

Dorffest mit Bierkrugschiessen und Grillbraten Die Dorfchilbi in Maschwanden ist beliebter denn je Zusammen mit dem Frauenverein organisierte der Musikverein Maschwanden auch dieses Jahr die beliebte Dorfchilbi. Trotz Regenwetter und fehlendem Kinderkarussell benützte eine grosse Schar Einwohner das beschauliche Fest für ein gemütliches Treffen mit feinem Mittagessen in der Mehrzweckhalle. ................................................... von martin mullis Die Chilbi hat eine jahrhundertealte Tradition. Die eine ist gross, die andere klein, doch eines haben alle gemeinsam: Sie laden Besucherinnen und Besucher ein, gemeinsam ein fröhliches Fest mit Zuckerwatte, Magenbrot und Karussell zu feiern. Auch anzeige

Ein fröhliches Treffen der Maschwander Bevölkerung: Konzert und Mittagessen in der Mehrzweckhalle. (Bild Martin Mullis) wenn die Chilbi im idyllischen Maschwanden nicht mit den grossen Rummelplätzen konkurrenzieren kann, das kleine Dorffest hat dennoch

einen ganz besonderen Charme. Zwar fehlten das Karussell und die Zuckerwatte, und anstelle von Marktständen wurde mit leichten Golfschlägern ver-

sucht, Plastikkugeln in eines der wunderschön geflochtenen Körbchen zu schiessen. An der Maschwander Dorfchilbi gab es trotz des Regenwetters

und fehlendem Kirchweihgedudel einige Highlights. Zum Frühschoppen spielte der Musikverein des Dorfes und in der Mehrzweckhalle durfte der Präsident der Dorfmusik, Martin Zimmermann, gut und gerne 200 Gäste zum Mittagessen begrüssen. Der Nachmittag wurde mit Luftgewehrschiessen verbracht und für die Kleineren stand eine Hüpfburg zur Verfügung. Fast schon legendär zeigte sich jedoch die Bierkrugmeisterschaft im Zentrum der Chilbi. Da werden Bierkrüge über eine Art Holzrutschbahn geschoben mit dem Ziel, dass der Humpen am richtigen Ort stehen bleibt. Organisiert wird die ganz spezielle Chilbi in Maschwanden vom Musikverein und dem Frauenverein. Den Chilbisonntag benutzte auch das Dorfmuseum und lud die Besucher zur Wechselausstellung «Licht – einst und heute» ein, wo auch die Herstellung von Binsenkerzen vorgeführt wurde.


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Dienstag, 8. Oktober 2019

Himmelwärts – Bergführerinnen im Porträt Daniela Schwegler las in Affoltern aus ihrem neuen Buch Allen mutigen Frauen dieser Welt widmete Bestseller-Autorin Daniela Schwegler ihren vierten Bergfrauenband «Himmelwärts – Bergführerinnen im Porträt». Das Buch erzählt von 12 der insgesamt rund 40 ausgebildeten Schweizer Bergführerinnen. Die Buchhandlung Scheidegger organisierte die Lesung in Zusammenarbeit mit dem Alpenclub SAC am Albis. ................................................... von regula zellweger Manch einer mag sich fragen, weshalb Menschen immer wieder ihr Leben riskieren, um Berggipfel zu bezwingen. Autorin Daniela Schwegler kennt diese Frage bestimmt, denn gleich zu Beginn des Buches setzt sie ein Zitat der italienischen Extrem-Bergsteigerin Nives Meroi: «Wenn du dort oben um dich schaust und für einen kurzen, friedvollen Augenblick das Gefühl hast, Teil des grossen Ganzen zu sein.» Die porträtierten 12 Bergsteigerinnen sind sich des Risikos bewusst. Einige erlitten bei Stürzen auch schon schwere Verletzungen. Aber sie sind mit Ausdauer und eisernem Willen in diese Männerdomäne vorgestossen, und keine scheint es je bereut zu haben. Das Publikum brachte der Juristin, Journalistin und Texterin Daniela Schwegler am vergangenen Donnerstag in der Buchhandlung Scheidegger

sofort grosse Sympathie entgegen. Die erfolgreiche Autorin nahm mit Herzlichkeit und Offenheit den Kontakt auf, erzählte so lebendig, dass man ewig hätte zuhören mögen und auch die gelesenen Passagen aus dem Buch fesselten die Zuhörer. Projizierte Reportagefotos ergänzten die Lesung mit visuellen Eindrücken. Der Mix von Lesen und Erzählen bei der Lesung war ebenso klug gestaltet wie der Wechsel von Porträts, Hintergrundinformationen, Bildstreifen und Tourenvorschlägen im Buch. Emotional nahe gehen die Porträts, weil die Autorin sie von den Bergführerinnen in Ich-Form erzählen lässt. Für die Fotos von den 12 Frauen begleitete Daniela Schwegler drei Fotografen in teilweise abenteuerliche Umgebungen in grosser Höhe, Schnee und Eis. Die Bilder sprechen direkt an. Es macht betroffen, wenn man beispielsweise die strahlend lachende Nicole Niquile, die erste diplomierte Schweizer Bergführerin, in Aktion in Nepal sieht – im Rollstuhl. Ursache war kein Bergunfall, beim Pilzesammeln fiel ihr ein Stein auf den Kopf, acht Jahre nach dem Erwerb des Diploms. Seither ist sie querschnittgelähmt. Und nicht zu bremsen. Sie baute 2005 ein Spital in Nepal auf.

1300 Männer – 39 Frauen 39 diplomierte Bergführerinnen und rund 1300 Männer mit dieser Ausbildung – wahrlich kein Gleichgewicht. Die erste Bergführerin meldete sich

Biersommelier-WM

Bergführerinnen

Autorin Daniela Schwegler fesselte die Besucher ihrer Lesung mit einer klug choreografierten Lesung. (Bild Regula Zellweger) als Mann an – und stellte die Männer so vor eine vollendete Tatsache. Nicole Niquille erhielt ihr Diplom als erste 1986. Die zwölfte porträtierte Frau, Carole North, Abenteuerin, Extremalpinistin und Umweltwissenschaftlerin, erhielt ihr Diplom noch vor dem 30. Lebensjahr im September 2019. Sie lebt nach dem Motto «Born to be wild» und ist mit ihrem roten VW-Bus weltweit unterwegs. «Mit netten Leuten unterwegs sein, Spass haben, an die Grenzen gehen, viel und hart klettern und am Abend richtig fertig sein, das ist genial», fasst sie ihre Motivation zusammen. Alle Frauen sind sich bewusst, dass sie mehr Leistung erbrin-

gen müssen, um mit den Männern mithalten zu können. Man kennt das Klischee des traditionellen Bergführers, eines einfachen Naturburschen, eher wortkarg, patriarchalisch. Mehrere der porträtierten Frauen widersprechen diesem Klischee. Sie sind Frauen, Unterländerinnen und Akademikerinnen. Wenn sie sich als Bergführerinnen outen, lösen sie Erstaunen und Interesse aus, aber selten Widerstand. Daniela Schwegler porträtiert ihre Bergführerinnen in einer männerdominierten Berufswelt, aber nie gegen die Männer. «Schenken tun wir ihr nichts, aber tragt Sorge zu ihr», formulierte ein Ausbilder.

Worin unterschieden sich Bergführerinnen von Alpinistinnen? Bergführerinnen sind Alpinistinnen, die einen Schritt weiter gehen und nicht nur die Verantwortung für sich übernehmen, sondern am Berg auch für ihre Gäste. Überspitzt formuliert: Sie stehen mit einem Bein im Grab, mit dem anderen im Gefängnis. Mehrere der porträtierten Bergführerinnen sind verheiratet, oft mit Bergführern. Sie sind Mütter, eine hat ihren Beruf mit ärztlichem Einverständnis bis zum letzten Moment vor der Geburt ausgeübt. Sie scheinen sich nicht vor Verantwortung zu scheuen, sie suchen sie sogar, denn sonst hätten sie nicht diesen Beruf gewählt. Was die Verantwortung gegenüber der Umwelt betrifft, fühlen sich einige ambivalent. Macht es Sinn, möglichst viele Menschen in die doch noch ziemlich unberührte Bergwelt zu führen? Will man das Geknatter von Helikoptern in der friedlichen Schnee-, Eis- und Felswelt? Daniela Schwegler serviert nicht Antworten, sie löst mit allen ihren Büchern auch Fragen aus, deren Beantwortung nicht so einfach ist. Neben den sprachlichen Kompetenzen, der Fähigkeit zu strukturieren und der adäquaten emotionalen Nähe und Distanz zu den Porträtierten machen Offenheit einerseits und Respekt vor den Menschen und ihren Träumen anderseits die Bücher von Daniela Schwegler lesenswert.

Einander besser kennenlernen

Silber für den Ottenbacher Patrick Thomi

Ausflug der Lernenden des Haus zum Seewadel

Am 27. September fanden in Rimini, Italien, die sechsten Weltmeisterschaften der Biersommeliers statt. Der gebürtige Ottenbacher Patrick Thomi erreichte den zweiten Platz.

Spitzensensorik als Begleiterscheinung

Am 25. September war es so weit: Allen 19 Lernenden des Hauses zum Seewadel wurde dieses Jahr zum ersten Mal die Gelegenheit geboten, an einem Tagesausflug teilzunehmen.

In den meisten Ländern führen die Brauereiverbände Vorausscheidungen für die Weltmeisterschaften der Biersommeliers durch. Da Patrick Thomi den Schweizer Meisterschaften unter den ersten vier war, konnte er an den Weltmeisterschaften teilnehmen. In Rimini mussten in der Vorrunde Bierstile erkannt, Geschmäcker herausgeschmeckt und ein schriftlicher Test absolviert werden. Die ersten zehn kamen weiter – Thomi wurde Vierter. Im Halbfinale musste aus drei Bieren eines ausgewählt, erkannt und beschrieben werden. Im Finale der letzten drei musste ein Bier erkannt und der Jury in einer sowohl fachlichen als auch emotionalen Präsentation angepriesen werden: «Ich habe eine eher technische Beschreibung gemacht. Lisa, die Gewinnerin, hat aber flüssiger präsentiert und ein besseres Foodpairing gemacht. Schlussendlich bin ich mit dem zweiten Platz hochzufrieden. Die Tages-

Bereits im Gymnasium hat sich Thomi für Biologie und Chemie interessiert und anschliessend eine Lehre bei Calanda gemacht, als Lebensmitteltechnologe Fachrichtung Bier. Dort hat er die Liebe zum Bier entdeckt, in Deutschland Braumeister studiert und arbeitet seit 2015 als Braumeister bei der Doppelleu Boxer AG – seit diesem April als technischer Leiter. Dass er dabei Spitzensensoriker wurde, ist eine Begleiterscheinung: «Es braucht sicher gewisse Grundvoraussetzungen. Sensorik ist letztlich aber ein Handwerk und abhängig von der Übung. Meine Brauereiarbeit ist für mich dabei sicher ein Vorteil. Ich verkoste fast jeden Tag professionell Bier und trainiere dadurch meine Geschmacksknospen regelmässig.» Ob er in zwei Jahren wieder an den Weltmeisterschaften teilnimmt, weiss er noch nicht: «Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz und der Zeitaufwand für die Vorbereitung ist nicht zu unterschätzen.» (sals)

form hat gestimmt, ich war gut vorbereitet und hatte auch das nötige Quäntchen Glück.»

Der Ottenbacher Patrick Thomi ist ein Meister seines Fachs. Hochkonzentriert verkostet er an den Weltmeisterschaften der Biersommeliers ein Bier und holt die Silbermedaille. (Bild zvg.)

Das Kader und die Ausbildungsverantwortlichen Berti Rüeger und Nadin Leonhard erachten es als sehr wichtig, dass die Lernenden, ausserhalb der Schule und der Ausbildungszeit im Betrieb, die Möglichkeit haben, sich besser kennenzulernen. Der Gedanke, aktiv zu sein, nicht nur zu konsumieren und die Zusammengehörigkeit der Lernenden bereichs- und ausbildungsübergreifend zu fördern, überzeugte auch die Berufsschulen. Jedem Lernenden wurde die Teilnahme ermöglicht. Kurz vor 8 Uhr versammelten sich die jungen Leute im Foyer des Hauses zum Seewadel und machten sich bereit für den Fussmarsch nach Obfelden. Petrus meinte es gut und der erste Programmpunkt, die Actionwelt, konnte trockenen Fusses erreicht werden. Spass, Adrenalin und Action waren in den nächsten Stunden angesagt. Teams wurden alters-, lehrjahrund bereichsübergreifend gebildet. Das Eintauchen in eine Welt voller Geheimnisse konnte beginnen. Durch Intuition und logisches Denken kamen die jungen Leute des Rätsels Lösung immer näher. Jeder Hinweis und jedes noch so kleine Detail war für die Zielerreichung massgebend. Die gestellte Aufgabe, den Raum innerhalb einer Stunde wieder zu verlassen, wurde von allen Gruppen erfolgreich gelöst. Ein feines Mittagessen wartete in Mettmenstetten auf die erfolgreichen Actionwelt-Teilnehmenden, bevor im Anschluss die Reise in Richtung Flughafen zum nächsten Programmpunkt fortgesetzt wurde. Die Besichtigung des Rega-Standortes stand auf dem Programm. Als Einstieg wurden die Organisation, die

Entstehung und die Geschichte der Schweizerischen Rettungsflugwacht vorgestellt. Der Blick in die Einsatzzentrale war sehr beeindruckend. Innerhalb von 15 Minuten ist schweizweit ein Helikopter am Einsatzort – 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. Weltweit werden 400 Flughäfen angeflogen. Im Hangar durfte der Die Lernenden beim Besuch des Rega-Standortes. (Bild zvg.) Ambulanzjet besucht werden und ein Blick in die Das Haus zum Seewadel bietet Wartungshalle des Helikopters sorgte Ausbildungsplätze in verschiedenen für weitere spannende Eindrücke. Die Bereichen an. Wenn die Fähigkeit, der Vorführung des Rega-Films bildete den Wille und das Durchhaltevermögen krönenden Abschluss des ereignisrei- gegeben sind, erhalten auch sprachchen Tages. Die Vorfreude aufs nächs- lich oder lernschwächere Jugendliche te Jahr ist gross und Ideen von den eine Chance auf einen guten Ausbildungsplatz. (pd.) Lernenden sind bereits eingegangen. anzeige


Forum

Dienstag, 8. Oktober 2019

ämtler nationalräte meinen

Eine Chance verpasst Antwort auf die Stellungnahme von Stadtrat E. Meier im «Anzeiger» vom 4. Oktober.

Ronald Alder (glp, Ottenbach)

Tarife im Schilf Der medizinische Fortschritt macht es möglich, dass immer mehr medizinische Eingriffe «ambulant statt stationär» durchgeführt werden können. Dies dient den Patientinnen und Patienten, da sie noch am gleichen Tag nach Hause gehen können, und spart Kosten. Die Gesundheitsdirektion hat darum auf den 1. Januar 2018 eine Liste der Spitaluntersuchungen und -behandlungen festgelegt, die ambulant und nicht mehr stationär erbracht werden sollen, ausser in begründeten Ausnahmefällen. Wie die Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion vom 28. Juni 2019 ausführt, wurden innerhalb dieser Liste «ambulant vor stationär» in den Zürcher Listenspitälern im Jahr 2018 50 Prozent weniger Fälle stationär als noch 2017 behandelt. Das entsprach einem Rückgang von rund 3300 stationären Behandlungen und ermöglichte eine Kostenersparnis um rund 10 Millionen Franken.

Gemäss Medienmitteilung des Verbandes der Zürcher Krankenhäuser (VZK) betrug der durchschnittliche Kostendeckungsgrad 2018 für ambulante Behandlungen nur 79 Prozent. In den beiden Vorjahren waren es 85 Prozent. Aus ökonomischer Sicht besteht also kein Anreiz, mehr Patienten ambulant zu behandeln. Im Gegenteil, die Spitäler haben aus rein finanzieller Sicht einen Anreiz, Behandlungen wenn möglich stationär durchzuführen. Dies widerspricht der gesellschaftlich positiven Absicht, den Wandel von stationär zu ambulant weiter voranzutreiben, im Interesse der Patientinnen und Patienten und der Kosten. Gemäss den Daten des Monitorings der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung zeigt sich, dass die Spitalkosten rund einen Drittel der monatlichen Krankenkassenkosten ausmachen. Im Kanton Zürich reduzierten sich diese Kosten in den letzten drei Jahren von 120 auf 117 Franken pro Monat und versicherte Person. Im glei-

chen Zeitraum sanken die stationären Kosten um 7 Franken pro Monat und versicherte Person, die ambulanten Kosten stiegen um 4.40 Franken. Das heisst, dass jede Verlagerung von stationär zu ambulant einen insgesamt kostendämpfenden Effekt auf die Krankenkassen-Prämien hat. Es sollten also vermehrt Anreize geschaffen werden, die die Verlagerung von stationär zu ambulant vorantreiben. Der aktuelle ungenügende Kostendeckungsgrad für ambulante Behandlungen im Spital verursacht einen deutlichen Fehlanreiz in die falsche Richtung. Mit einer Anpassung des ambulanten Taxpunktwertes für Spitäler könnte aus einem Fehlanreiz ein positiver Anreiz geschaffen werden, damit ausser medizinischen auch wirtschaftliche Faktoren für die vermehrte ambulante Eingriffsdurchführung sprechen. Ich habe darum im Kantonsrat ein entsprechendes Postulat eingereicht. Mehr dazu auf: www.ronald-alder.ch.

Aufklärung zur Fairen Milch Frau Keller möchte gerne Genaueres erfahren, wie die «Faire Milch Säuliamt» produziert wird. Gerne kläre ich auf. Die Vorgaben, wie unsere Säuliämtler Milch bezüglich Fütterung und Haltung produziert wird, sind identisch mit der Schweizer Gesetzgebung. Wir wollen damit möglichst wenige Betriebe ausschliessen. Denn jeden Tag machen drei Milchwirtschaftsbetriebe in der Schweiz ihre Stalltüren für immer zu. Wir von der Genossenschaft vertreten die Ansicht, dass es schade ist um jeden Betrieb der schliesst, denn in unseren Augen kann eine nachhaltige schweizerische Milchproduktion nur sichergestellt sein, wenn Milch auf möglichst vielen Familienbetrieben produziert wird. Beim Tierwohl allerdings gingen wir

über das gesetzliche Minimum hinaus: Wir legten fest, dass wer seine Kühe in einem traditionellen Anbindestall hält, die Tiere im Sommer täglich auf die Wiese lässt («Raus»–Programm). In unserem Bezirk erfüllen 98 % der Betriebe diese Vorgabe. Ist das nun unfair gegenüber den Tieren, wenn wir sagen: Die Bauernfamilie muss vom Ertrag ihrer Arbeit leben können. Es bringt doch nichts, wenn wir für die Tierhaltung immer noch mehr Vorschriften aufstellen, die Bauern aber die Milchproduktion einstellen müssen, weil sie kein Auskommen haben? Ob eine Produktion fortgeführt wird, entscheidet sich an der Frage: Kann man davon leben? Vielen Säuliämtlern ist das wichtig, wenn sie unsere Milch kaufen. Abgesehen davon, dass unsere naturbelassene Voll-

milch nur pasteurisiert ist und die kürzest möglichen Transportwege benötigt. Weitere Informationen finden Interessierte auf unserer Homepage www.di-fair-milch.ch. Ich hoffe, dass viele Ämtlerinnen und Ämtler in den nächsten Tagen die Gelegenheit nutzen und eine Viehschau in der Region besuchen. An diesen Anlässen kann man seine Fragen direkt an die anwesenden Bäuerinnen und Bauern stellen. Nutzen Sie eine der drei Gelegenheiten: Donnerstag, 9. Oktober, in Hausen (beim Albisbrunn), Freitag, 10. Oktober, in Mettmenstetten (bei Familie Haab) oder Samstag, 19.Oktober, in Maschwanden. Werner Locher, Bonstetten, Präsident Genossenschaft Faire Milch Säuliamt

Generationen-Treffen der SVP Unter Leitung von Gesprächsleiter Claude Wuillemin standen in der vergangenen Woche Vertreter von drei Generationen auf der Bühne im Gemeindesaal Bonstetten. Mit Nationalrat Martin Haab, Liste 1 SVP, und den schweizweit bekannten Valentin Landmann und Guido Tognioni, Liste 55+, war ein interessanter politischer Abend garantiert. Da hatte es der weniger bekannte Vertreter der Jungen SVP, Yannik Hälg aus Birmensdorf, nicht leicht. Er warnt in seinen Ausführungen vor einer einseitig auf Städte ausgerichteten Politik, welche unsere Randregionen vernachlässige und benachteilige. Valentin Landmann, bekannt als Strafverteidiger, betonte, dass seine

Devise «Überzeugung mit Argumenten» am Gericht auch in der Politik Gültigkeit habe. Er wolle keine 12-Millionen-Schweiz und die damit verbundene ökologische Belastung. Nationalrat Martin Haab, Bauer und Viehzüchter, nahm die Gelegenheit wahr, aus der eben zu Ende gegangenen Session zu berichten. Die Landwirtschaft wird zunehmend mit Vorwürfen von grünen Theoretikern konfrontiert. Es sind Forderungen damit verbunden, die mit praktischer Erfahrung wenig zu tun haben. Es gilt die Arbeit der Bauern und ihre Bemühungen nachhaltig zu produzieren, ins rechte Licht zu rücken. Der Abschluss der Veranstaltung war dem ehemaligen Spitzenfunktio-

när des Internationalen Fussballverbandes Fifa, Guido Tognioni, vorbehalten. Er zeigt kein Verständnis für die Weigerung des Bundesrates und der Parteien, gegenüber dem Rahmenabkommen mit der EU nicht klar Stellung zu beziehen. Zudem warnt er vor einer Öko-Diktatur, welche Eigentum und Freiheit in Frage stelle. Wenn ein reformierter Pfarrer die Greta von Schweden als eine «Prophetin von Gott gesandt» nenne, sei in der Tat mit allem zu rechnen. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es die Gelegenheit, sich mit den Kandidaten im persönlichen Gespräch zu unterhalten. SVP Bezirk Affoltern

Wählen für Unabhängige 1. Ist Ihnen die Wahl zu kompliziert? Zu anstrengend? Kostet zu viel Zeit? Wählen Sie brieflich. Kostet nichts! Nur den Stopp beim Briefkasten. Und Ihre Unterschrift. 2. Ist keine Partei wirklich die Ihre? Stecken Sie einfach die leere Liste ins blaue Couvert - die hinterste Seite im Listenheft! Einfach so! Leer! 3. Würden Sie gar keinen der vielen Kandidaten wählen? Sei es, weil Sie keine Ahnung haben, wer sie sind,

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oder jene, die Sie kennen, für völlig untauglich halten? Wieder hilft die leere Liste! Zuhinterst, wie gesagt! 4. Gönnen Sie dem einen oder der anren trotzdem Ihre Stimme? Weil Sie sie kennen? Oder sie es wert sind? Oder ihnen den Nebenverdienst nicht verderben wollen? Alles klar! Her mit der leeren Liste. Schreiben Sie einfach die «Guten» in die Liste. Auch zwei Mal, wenn Sie möchten – nur nicht mehr! Die leere Liste zählt! Sie erhöht

die Wahlbeteiligung! Und verhindert ungerechtfertigte Siege! Warum? Wir alle haben Prozentrechnen gelernt. Wir wissen, dass 10 Prozent (Stimmen) von 30 Prozent (Wahlbeteiligung) nur gerade drei(!) Prozent vom Ganzen sind. 3 % sehe ich nicht wirklich als repräsentativ! Aber genau so werden viele Kandidaten gewählt: mit lächerlich kleinen Mehrheiten. Patrick Ludwig, Hedingen

In meinem Leserbrief habe ich nie einen Namen genannt, doch da Sie eine Stellungnahme machten, erlaube ich mir, Sie auch per Namen anzusprechen. Erstmal herzlichen Dank für Ihre Antwort; nun weiss ich, dass Sie neben dem Berufs- und Stadtrat Alltag immerhin am Sonntag noch Zeit fanden, die Zeitung zu lesen. Da habe ich offenbar in einem Wespennest gestochert, mit Erfolg! Sie haben auch nichtig erkannt, dass ich nicht mehr im Erwerbsleben stehe und ein Vereinsmensch bin. Aber, Herr Meier, bei mir sind Sie an der falschen Adresse. Ich war auch einige Jahre als Behördenmitglied tätig, RPK und Wahlbüro (nicht in Affoltern). Auf 35 Jahre Feuerwehrdienst, davon 18 Jahre als FeuerwehrInstruktor darf ich zurückblicken. Über 40 Jahre Vereinsmitglied in einer Harmonie-Musik. Mehr als 30 Jahre in der Jugend-Ausbildung als Leiter oder Betreuer bei Armbrustschützen Zwillikon, Jugend- und Jungschützenkurse Zwillikon und Luftgewehrschiessen für Jugendliche. Dies ist noch nicht abschliessend. Auch im Berufsalltag hatte ich 7x24 Stunden Pikettdienst.

Nicht zu vergessen ist meine Familie. Auf meine Kinder bin ich, dank meiner lieben Frau, stolz. Sie mussten nicht wegen meiner Abwesenheiten am Bahnhof rumhängen, und haben es zu etwas gebracht. Nun, Herr Meier, es entzieht sich meiner Kenntnis, wie oft Sie als Sicherheitsvorstand an einem Sonntag oder nachts um 3 Uhr bei einem Feuerwehreinsatz, nur um Präsenz der Behörde zu zeigen und den Dank auszusprechen, anwesend sind. Ich weiss, das ist auch nicht Ihre Pflicht, und ein Brandfall wird nicht drei Monate vorher angekündigt. Aber da holen ja andere sprichwörtlich die Kohle aus dem Feuer. Jeder einzelne Jugendliche, welcher in einem Verein Anschluss findet, wird nicht am Bahnhof auf Irrwege geführt. Das ist mein Ziel und meine Motivation. Auch dies sollten Sie als Sicherheitsvorstand wissen. Schade, Herr Meier, sie haben leider die Möglichkeit verpasst, die glücklichen Gesichter der jungen Musikanten der Jumba zu sehen, die von einem für sie unvergesslichen grossen Fest zurückkamen! Auch das wäre möglicherweise für Ihre Familie ein schöner und erbauender FamilienSonntagabend gewesen. Werner Steiner, Zwillikon

Thomas Matter on Tour in Bonstetten Nach einer kurzen Vorstellung sprach NR Matter einige aktuelle Themen an. Als Schwerpunkt sprach er über die Medien: «Diese berichten ausschliesslich negativ über die SVP. Kennt jemand eine Tageszeitung, die der SVP gut gesinnt oder neutral ist? Nein, es gibt keine.» «Woher kommt diese Situation?», wollte eine Votantin wissen. Dazu Thomas Matter: «Vermutlich Neid. Denn die SVP war jahrelang erfolgreich und gewann sehr viele wichtige Abstimmungen. Es begann bei der EWR-Abstimmung. Bei der Pressekonferenz am Abend der Abstimmung lautete der Tenor: «Die Schweiz ist ruiniert; der Untergang ist programmiert.» Was passierte danach? Der Schweiz ist es seit dieser Abstimmung noch nie so gut gegangen. Dann kamen die Asylanten und die Migration. Diese Themen lösten bei der Bevölkerung Unsicherheit aus, und viele Menschen vertrauten der SVP. Diese Themen sind momentan nicht aktuell. Was unsere Zukunft massiv beeinträchtigt, ist die Zuwanderung. Keine Partei ausser der SVP will darüber

reden. Was ihn in der letzten Session massiv aufgeregt hat, ist die Verschiebung der Auseinandersetzung über den UNO-Migrationspakt, die Kohäsionsmilliarde und das Rahmenabkommen. Ausser der SVP will sich vor den Wahlen niemand positionieren. Wenn es tatsächlich zu einem Linksrutsch kommen sollte, werden diese Themen zu Ungunsten der Schweizer Bevölkerung in der Wintersession entschieden. Das Rahmenabkommen kann alles zerstören. Bevor Matter zur Beantwortung der Fragen kam, richtete er einen Appell ans Publikum: «Wir müssen unsere Wähler mobilisieren und an die Urne bringen. Nur so können wir uns behaupten. Bei den NR-Wahlen: Liste 1, 28 oder 32 – bitte nur eine – einwerfen. Bei den Ständeratswahlen: Linie 1: Roger Köppel, Linie 2: Leer lassen.» Bei Kaffee und Gipfeli – herzlichen Dank dem Spender Johnny Häfliger – wurde weiter diskutiert und politisiert. Es war sehr interessant, Infos aus erster Hand zu erhalten. SVP Bonstetten

Hetze, Angst und Zweifel Strahlende Mannen und Frauen in Begleitung einer strahlenden Sonne lachen von vielen Plakatwänden. Genau diese Männer und Frauen liessen mir Zeitungen, viel Papier, zustellen. Darin wird immer Hetze, Angst und Zweifel geschürt. Genau diese Hetze, Angst und Zweifel lassen

schwarze Wolken über unserem Land aufziehen. Wer so sät, wird keine gute Ernte einbringen. Männer und Frauen – so nicht! Weil ich unsere wunderschöne, vielseitige und freie Schweiz liebe, wähle ich nicht die SVP. Marianne Stucki, Mettmenstetten

Begabungsförderung Schön zu lesen, dass an der Schule Hedingen Elternarbeit heute als wichtig erachtet wird. Als mein Sohn bei dieser Lehrerin in die 1. Klasse ging, rief ich sie einmal an. Es ging um – Alexander hat sie erwähnt – die überbordenden Hausaufgaben. Das sei Sache der Klassenlehrerin, beschied

sie mir. Die anschliessend angerufene Klassenlehrerin fand, das betreffe nicht ihr Fach, ich solle wieder die andere Lehrerin anrufen. Stattdessen rief ich die IF-Lehrerin an. Sie fand: «Jö, so herzig, dass Sie mich anrufen!» Andreas Irniger , Hedingen

Zuschriften willkommen Der «Anzeiger» nimmt Zuschriften an redaktion@affolteranzeiger.ch gerne an. Ein Leserbrief muss mit Namen, Adresse und Telefonnum-

mer versehen sein, soll in max. 2000 Zeichen ein Thema aus der Region aufgreifen und darf keine persönlichen Angriffe enthalten. . (Red.)


Gewerbe/Dienstleistungen

Blues-Leidenschaft

Von Gold zu Gold

Oliver Mally und Martin Gasselsberger leben leidenschaftlich den Blues. > Seite 13

Kucharczyk/Corrodi sind wieder Schweizer Meister in den Standard-Tänzen. > Seite 15

Dienstag, 8. Oktober 2019

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Sieg im Spitzenkampf Der FC Affoltern besiegte im 3.-Liga-Spitzenspiel den FC Kosova mit 3:1. > Seite 16

Mit einer zweiten Lehre zur beruflichen Zufriedenheit Serie Lernende: Sarina Welti, Fachfrau Betreuung EFZ im Wohnhuus Meilihof, Ebertswil Sarina Welti gefiel die Kreativität, die sie im Beruf als BäckerinKonditorin-Confiseurin ausleben konnte. In der Backstube fehlte ihr aber der Kontakt zu Menschen. In ihrer zweiten Berufslehre als Fachfrau Betreuung EFZ, Fachrichtung Behindertenbetreuung, stehen Beziehungen im Zentrum.

den. Es kommt darauf an, welche Hirnregionen betroffen sind. So können beispielsweise Sprache, Gehör oder Bewegung betroffen sein. Bei potenziellen Bewohnern wird vor der Aufnahme eine Bedürfnisermittlung gemacht und geschaut, inwieweit ein Interessent sich an der Wohngemeinschaft beteiligen und zu deren Ausrichtung passen kann. Beispielweise psychisch Kranke sind bei einer anderen, darauf spezialisierten Organisation, besser aufgehoben. Was nicht heisst, dass die Bewohner des Meilihofs nicht auch einmal von einer depressiven Verstimmung betroffen sein können – wie wir alle auch.

................................................... von regula zellweger Als Sarina Welti ihren Eltern mitteilte, nach der abgeschlossenen Lehre als Bäckerin-Konditorin eine zweite Lehre anpacken zu wollen, zeigten diese grosses Verständnis. Die 21-Jährige wohnt jetzt, im dritten Lehrjahr als Fachfrau Betreuung FaBe im Meilihof in Ebertswil, gern weiterhin auf dem Hof ihrer Eltern auf der Buchenegg. Die definitive Entscheidung für eine Zweitlehre fällte sie aufgrund eines halbjährigen Praktikums im Meilihof. Ihre Fähigkeiten als gelernte Bäckerin-Konditorin kann sie einbringen, indem sie mit den Bewohnern bäckt und wunderschöne Geburtstagstorten zaubert.

Wie eine grosse Familie Die drei Gebäude vom Wohnhuus Meilihof liegen im Oberamt, in ländlicher Umgebung mit Ausblick auf die Alpen. 22 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren leben als Bewohner im Wohnhaus. Rund 40 Personen arbeiten - teilweise auch in Teilzeit - in der Betreuung sowie im Betrieb der öffentlichen Cafeteria und in der Erstellung von Produkten, die im Hofkafi angeboten werden. Ein Teil der Mitarbeitenden ist im Atelierteam tätig und sorgt für abwechslungsreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bewohner. Sarina Welti gehört zum Team Betreuung. Als FaBe betreut sie die Bewohnenden

Achtsamkeit und Kreativität

Sarina Welti kann es gut mit den Bewohnern des Meilihofes. Sie lacht gern bei ihrer Arbeit mit Menschen mit einer Hirnbeeinträchtigung. (Bild Regula Zellweger) in verschiedenen Alltagssituationen wie beim An- und Ausziehen, Waschen, Zähneputzen, Essen und Trinken sowie bei Hausarbeiten. Sie strukturiert den Tagesablauf und begleitet das Zusammenleben in der Gruppe. Der Übergang zwischen den Tätigkeiten der beiden Gruppen ist fliessend. Sarina Welti macht auch mal einen Spaziergang mit Bewohnern oder eben – sie bäckt mit ihnen. Die Beziehungen zu den betreuten Personen gestaltet sie professionell, das hat sie sowohl in der Praxis als auch in der Berufsschule gelernt. Matthias Gretler, Leiter des «Wohnhuus Meilihof», attestiert ihr grosse Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Engagement und Freude an der Arbeit mit behinderten Menschen. Er ist überzeugt, dass ein Betrieb dieser Art nur erfolgreich sein kann, wenn alle, Leitung, Mitarbeitende und Bewohner, am selben Strick ziehen.

Spezialisierung des Meilihofs Grundausbildungen im Gesundheitsbereich werden häufig als Zweitausbildung angepackt. Sarina Welti bedauert nicht, dass sie zuerst Bäckerin-Konditorin gelernt hat: «Man braucht eine gewisse Reife für diesen Beruf, physische und psychische Belastbarkeit, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit.» Empathie allein reicht nicht. Die Schicksale von Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung aufgrund von Unfällen oder Krankheiten gehen zwar unter die Haut, professionelle Arbeit bedeute hier aber auch abgrenzen können. Der Meilihof ist spezialisiert auf Menschen mit Beeinträchtigungen der Hirnfunktionen und mit damit einhergehenden körperlichen Behinderungen. Von einem Hirnschlag oder einer Hirnverletzung Betroffene haben unter unterschiedlichsten Folgen zu lei-

Sympathische Degustation Am 27. September fand die traditionelle Degustation am Küferweg in Obfelden statt. Der Weinladen am Küferweg zeichnet sich durch die Vielfalt an biologischen Weinen aus. Die über 50 Weine, welche degustiert werden konnten, stammen aus der Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien. Als besonderer Höhepunkt durfte dieses Jahr die Winzerin Maria José Velazquez von Casa Los Frailes aus Valencia begrüsst werden. Casa Los Frailes steht vor allem für Monastrell, sie ist die wichtigste Sorte im Tal von Los Alforins bei Valencia. Ob sortenrein oder als Cuvée, ob im Tank, Holzfass oder in der Amphore ausgebaut, ob als Rosé oder Rotwein gekeltert, es mangelt an nichts und Maria José präsentierte die Weine mit viel Begeisterung und Freude.

Myriam Bulliard, Marie José Velazquez, Trudi Keller, Sandra Häner (v. l.). (Bild zvg.) Der laue Abend lockte viele Weinliebhaber zum Verweilen ins gemütliche «Küferwegbeizli» ein. (pd.)

Bioweine Bulliard GmbH, Küferweg 1,Obfelden. Tel. 044 761 10 00, info@bioweinladen.ch, www.bioweinladen.ch. Betriebsferien bis 14. Okt.

Viele Bewohner können sich nur im Rollstuhl fortbewegen und brauchen bei der Mobilisierung umfassende pflegerische Unterstützung. Der Beruf bringt es mit sich, dass man als Mitarbeitende ergonomisch handeln, auch auf die eigene Gesundheit achten muss. Es stehen Hilfsmittel wie Lifte, Rutschbretter und Drehscheiben zur Verfügung, Sarina Welti meint aber: «Abends bin ich müde, auch körperlich.» Matthias Gretler setzt unter anderem auch auf Prävention. Zwei Mal jährlich werden die Mitarbeitenden gezielt geschult, beispielsweise in Kinästhetik, einem Handlungskonzept, mit der die Bewegung von Patienten schonend unterstützt wird. Im Meilihof darf man Ideen, welche die Sicherheit der Bewohner nicht beeinträchtigen, realisieren. Beispielsweise Kanufahren oder Fischen. Solche Freizeitaktivitäten bringen Abwechslung in den Alltag der Bewohner, sie werden zu einem grossen Teil über Spendengelder finanziert.

Kompetenzen kann sie im Betrieb erwerben. Sie hat Supernoten. Die Allgemeinbildenden Fächer muss sie bei der Zweitlehre nicht nochmals abschliessen – deshalb hat sie auch einen Tag weniger Schule als ihre Mitschülerinnen. Die unregelmässigen Arbeitszeiten sieht sie eher als Pluspunkt. Nachtwachen müssen Lernende im Meilihof nicht übernehmen. Das Absolvieren einer Berufsmatura im Anschluss an die Lehre lehnt Sarina Welti ab. Sie sieht sich als Praktikerin im direkten Kontakt mit Menschen – weniger als Führungsperson. Noch nicht. Eine Weiterbildung zur Pflegefachfrau HF kann sie sich allenfalls vorstellen, wenn der «intellektuelle Hunger» wieder stärker wird. Nach Abschluss der Lehre will sie den Meilihof verlassen, um weitere Berufserfahrungen zu sammeln. Als Ausgleich zur Arbeit trifft Sarina Welti Freunde, spielt Volleyball und macht auch sonst gerne Sport. Die Freude an der Arbeit, am empathischen, geduldigen Umgang mit Menschen mit einer Beeinträchtigung, wird sie beibehalten, denn genau dies macht sie beruflich zufrieden. In unregelmässigen Abständen porträtiert der «Anzeiger» Lehrlinge in Ämtler Unternehmen. Bereits erschienen: Julia Meier, Metallbaukonstrukteurin Ernst Schweizer AG, Hedingen; Ueli Fehr, Automobil-Mechatroniker, Garage Albin Herzog AG, Ottenbach; Selina Frey, Augenoptikerin, BOA, Büchi Optik Affoltern; Nina Plocher, Polymechanikerin, Hawa Sliding Solutions AG, Mettmenstetten; Tobias Rutishauser, Schreiner, Schneebeli Schreinerhandwerk, Ottenbach; Alina Beck, Produktionsmechanikerin, Ernst Schweizer AG, Hedingen; Marco Stocker, Baumaschinenmechaniker, Leuthard Bau AG, Merenschwand; Robin Oberholzer, Polymechaniker, AS Aufzüge AG, Wettswil; Saranda Ahmeti, Detailhan-

Berufsschule Damit Sarina Welti die Abschlussprüfung schafft, bereitet der Lehrbetrieb sie gut darauf vor. Alle geforderten

delsfachfrau, Lärchen-Märt, Bonstetten; Cari Pfister, Lernende Büroassistentin EBA, Ernst Schweizer AG, Hedingen; Michelle Stäubli, Zeichnerin, «Werkstatt Architektur Energie», Hedingen; Valeria Spagnoletti, Lernende Drogistin, Vitalis Apotheke, Affoltern.

Wenn Tiere im Alter die letzten Sozialpartner sind Einsamkeit und Isolation sind ein Problem unserer Zeit. Häufig davon betroffen sind ältere und kranke Menschen. In diesen Situationen übernehmen Haustiere eine besonders wichtige Rolle als Sozialpartner. Sie geben dem Menschen das Gefühl, gebraucht zu werden, sind gute Zuhörer und werden nicht ungeduldig. Was würde Struppi sagen, wenn er wüsste, dass Herrchen sehr alt ist und sich nur noch eingeschränkt um ihn kümmern kann? Was würde Mieze sagen, wenn sie wüsste, dass Frauchen vor lauter Gelenkschmerzen manchmal kaum die Futterbüchse aufbringt? In der Schweiz leben schätzungsweise 1,6 Millionen Katzen und etwa eine halbe Million Hunde. Sie brau-

chen Bewegung und Sozialkontakte, darum sind sie auf Besitzer angewiesen, die sich um sie kümmern können. Denn es gibt leider viele Tierfreunde, die so krank, alt oder finanziell schwach sind, dass sie ihren vierbeinigen Freund nicht mehr richtig betreuen können. Darum gibt es den Verein «Mensch und Tier im Glück – MuTiG». Er ergänzt die nötige Versorgung des Tieres und ermöglicht dieser Lebensgemeinschaft, glücklich zusammenzubleiben. (pd.) Verein «Mensch und Tier im Glück», Dorfstrasse 45, Bonstetten, Tel. 044 701 10 00. www.menschund-tier-im-glueck.ch. info@mensch-und-tierim-glueck.ch


Veranstaltungen

Dienstag, 8. Oktober 2019

Ausstellung im Kloster Muri

Tiefe Leidenschaft für den Blues

Das Museum umfasst eine Dauerausstellung mit bedeutenden Werken der Frühen Neuzeit (1480-1780) und eine wertvolle Sammlung mit Büchern und handschriftlichen Dokumenten aus den Anfängen des Buchdrucks bis ins 20. Jahrhundert. Die nächste öffentliche Führung im Museum für medizinhistorische Bücher Muri findet am Sonntag, 13. Oktober, um 14 Uhr statt. (pd.)

Konzert von Oliver Mally und Martin Gasselsberger im Pöschtli Aeugstertal

Treffpunkt: Muri Info - Besucherzentrum keine Anmeldung erforderlich. Dauer: 90 Minuten. Führung und Eintritt sind kostenlos. Kontakt: Muri Info, Corinne Huber, Marktstrasse 4, Muri, 056 664 70 11

Kloster Muri. (Archivbild zvg.)

Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet Wer sich aktiv für die Natur einsetzen und den Lebensraum von Teichrohrsänger, Ringelnatter und Schwertlilien pflegen möchte, der kann mithelfen beim alljährlichen Pflege-Einsatz im Naturschutzgebiet «Steirüti». Der öffentliche Anlass der Stiftung Reusstal und des Naturschutzvereins Muri und Umgebung (Namu) findet unter der Leitung von Josef Fischer, Biologe und Geschäftsführer der Stiftung Reusstal, statt. Mitzubringen sind: Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk. Das Mittagessen wird offeriert. Anmeldung bis 16. Oktober an: info@namu.ch. (pd.) Samstag, 19. Oktober, Beginn: 8.30 Uhr, Ende: zirka 15.30 Uhr, Treffpunkt: Zieglerhaus in Rottenschwil.

Schon sieben Mal traten «Sir» Oliver Mally und Martin Gasselsberger in den letzten Jahren im ausverkauften Pöschtli-Saal auf und begeisterten das Publikum. «Sir» Oliver Mally ist als Österreichs Blues-Aushängeschild weit über die Grenzen hinaus geschätzt und hat sich längst zum Songwriter von grossem internationalen Format entwickelt. Er absolviert mittlerweile jährlich rund 150 Auftritte, seine Tourneen führen ihn durch ganz Europa. Mally spielte schon mit Künstlern wie Louisiana Red, Champion Jack Dupree, Big Jay Mc Neely, Lucky Peterson und der Bluesharp-Legende Sugar Blue. Bereits 13 Mal wurde er zum «Besten BluesRootskünstler» Österreichs gewählt. In den letzten Jahren fand das akustische Spiel immer mehr Einzug in sein Programm. Mit seinen Produktionen sprengt er längst gängige Bluesschemata und integriert gekonnt und mit viel Charisma starke Elemente des Singer-Songwritergenres in seine Musik. Seine Songs sind voller poetischer Sanftmut, und wenn Mally lustvoll leidend B.B.-King-Klänge aus seiner Gitarre zutzelt, ist Memphis, Tennessee, nichts weiter als eine geografische Nebensächlichkeit. Unterstützt von der diffizilen Tastenarbeit seines kongenialen Songwriterpartners Martin Gasselsberger beweist Mally, dass sich akustischer Blues, einfühlsame Balladen und melodischer Jazz wunderbar ergänzen. Die beiden Ausnahmekünstler spielen fast ausschliesslich eigene Songs, die sich teils in der Tradition eines Steve Earle oder Townes van Zandt bewegen, aber auch von BluesLegenden wie Lightnin’ Hopkins oder John Lee Hooker beeinflusst sind; und es hört sich an, als hätten sie die letz-

Legendäres Blues-Duo: Oliver Mally und Martin Gasselsberger. (Bild zvg.) ten Jahrzehnte nichts anderes gemacht, als in den Südstaaten der USA gegen Kost und Logis aufzutreten. Wenn «Sir» Oliver Mally und Martin Gasselsberger miteinander musizieren, dann geben sie Emotionen neue Dimensionen, ihre Mimik zeugt von der tiefen Leidenschaft, die sie für die Musik aufbringen. Das leise Zu-

Bilanz ziehen zu Zwinglis Wirken

Film «Zwingli» und Podiumsdiskussion in der Klosterkirche Kappel Am Freitag, 11. Oktober, wird in der wunderschönen mittelalterlichen Klosterkirche Kappel der Film «Zwingli» gezeigt. Vorgängig diskutieren der Regisseur und Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Wirtschaft darüber, was von Zwingli und «seiner» Reformation geblieben ist. Am 11. Oktober 1531 fand in Sichtweite des Klosters Kappel der Zweite Kappeler Krieg statt. Der Zürcher Reformator Ulrich Zwingli fiel in dieser Schlacht. Ein halbes Jahrtausend danach ist die Welt eine andere und doch: Kriege im Namen der Religion sind heute wie damals ein Thema. Das Zwingli-Jubiläumsjahr neigt

Grosserfolg im Kino: «Zwingli». (Bild zvg.)

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sich seinem Ende zu. Der Zwingli-Film von Regisseur Stefan Haupt, den allein in der Schweiz mehr als 250 000 Menschen gesehen haben, spielte in diesem Gedenkjahr eine besondere Rolle. 500 Jahre nach den Kappeler Kriegen steht das Kloster Kappel noch immer. Am Todestag von Zwingli, dem 11. Oktober 2019, besteht Gelegenheit, um am Originalschauplatz zu gedenken, Bilanz zu ziehen und zumindest im Ansatz eine überkonfessionelle Perspektive zu entwickeln. Unter der Leitung von Pfr. Volker Bleil diskutieren der Regisseur Stefan Haupt (Zürich), Generalvikar der Urschweiz Martin Kopp, der Historiker Josef Lang

(Bern), der Unternehmer Thomas Schmuckli (Bossard Holding, Zug) und Kirchenrätin Esther Straub (Zürich). Das Programm startet um 18 Uhr mit der Podiumsdiskussion und anschliessendem Apéro riche. Danach besteht die besondere Gelegenheit, den Zwingli-Film – noch einmal – in der frühgotischen Klosterkirche zu sehen. (pd.) Freitag, 11. Oktober, 18 Uhr, Kloster Kappel, Kappelerhof 5, Plätze inkl. Apéro riche à 30 Franken/15 Franken (Studierende). Vorverkauf: www.ticketino.com oder www.klosterkappel.ch, Tel. 044 764 88 10 (Abendkasse ab 17.30 Uhr). Die Veranstaltung kann nur als Ganzes gebucht werden.

sammenspiel von zwei Männern, die sich zulassen und nicht vordrängen, trifft in jedem Moment. Aufgrund ihres feinnervigen Zusammenspiels und des Gefühls für Atmosphäre ist ein musikalisch spannender Abend garantiert. Die internationale Presse, bis hin zur amerikanischen «Blues-Revue», überbietet sich denn auch mit Lob für

ihre gemeinsame Aufnahme: «... und wieder ein Geniestreich. Da leuchtet die Musik! Ein Album für die Ewigkeit!!!». (pd.) «Sir» Oliver Mally & Martin Gasselsberger, «Blues & Ballads», Konzert im Pöschtli Aeugstertal, Donnerstag, 17. Oktober, 20.30 Uhr. Essen um 19 Uhr. Reservieren: 044 761 61 38

Methadon als Wirkverstärker in der Krebstherapie Methadon ist mehr als ein Drogenersatz. Seit über 70 Jahren findet es in der Medizin Verwendung, und wird seit 2005 von der WHO als unverzichtbares Schmerzmittel in der Krebstherapie geführt. 2007 stellte die Ulmer Wissenschaftlerin Dr. rer. nat. Claudia Friesen zudem eine unterstützende Wirkung bei Chemoanwendungen mit Tumorzellen fest, die inzwischen international mehrfach bestätigt wurde. Da Methadon als verschreibungspflichtiges Schmerzmittel in der Krebstherapie Anwendung findet, konnten auch weitere Palliativärzte einen positiven Effekt bei ihren Patienten feststellen. So kamen viele Sterbenskranke zu unerwartet neuen Lebenskräften und Tumore begannen zu schrumpfen. Seitdem berichten Betroffene vermehrt über positive Entwicklungen. Trotzdem stossen sie in Gesprächen mit ihren Onkologen und Kliniken immer wieder auf heftigen Widerstand zu Methadon. Als Begründung werden fehlende klinische Studien angemahnt, ebenso wie dramatische Nebenwirkungen. Viele Betroffene in Selbsthilfegruppen zu Methadon in der Krebstherapie berichten jedoch anderes: So steige nach kurzer Eingewöhnungszeit die Lebensqualität deutlich und sie zeigen keinerlei Beschwerden oder problematische Nebenwirkungen. Seit 2017 wird Methadon in der Krebsanwendung vermehrt diskutiert und die Forderungen nach klinischen Studien zu Methadon wurden lauter. Um den Prozess zu beschleunigen, wurde 2018 in Deutschland eine Petition ins Leben gerufen, die öffentliche Gelder für Studien bereitstellen sollte. Im Juli 2019 wurde die Petition parteienübergreifend einstimmig angenommen, sodass Methadon nun zur deut-

schen «Dekade gegen Krebs» gehört (Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags, Pressemeldung vom 4.7.2019). Mit der Gründung des Vereins «Methadon in der Krebsbehandlung» beteiligt sich seit Sommer 2019 auch die Schweiz im Kampf gegen den Krebs. Gegründet von Julia Strasser, bezieht der Verein klar Stellung pro Methadon als Wirkverstärker in der Krebstherapie, unterstützt von Dr. Friesen persönlich. Eine erste InfoVeranstaltung stiess auf positive Resonanz. Eine nächste Veranstaltung steht am 30. Oktober in Hedingen an, um 19.30 Uhr im Restaurant Krone. (pd.) Methadon als Wirkverstärker in der Krebstherapie, Vortrag von Dr. Claudia Friesen, 30. Oktober, 19.30 Uhr, Restaurant Krone, Hedingen.

Spital im Shitstorm Methadon als Wirkverstärker in der Krebstherapie – zu diesem Thema hätte Dr. Claudia Friesen Ende Oktober am Spital Affoltern referieren sollen. Die bereits angekündigte Fortbildungs- und Publikumsveranstaltung wurde allerdings wieder abgesagt. Zu wenig wissenschaftlich untermauert sei der Ansatz, hiess es bei der Spitalleitung und: Im Sinne der Ausgewogenheit hätte man den Vortrag gerne mit einem schulmedizinischen Gegengewicht gebracht, für diesen «Konterpart» aber niemanden gefunden. Auf die Absage folgte Ende August ein veritabler Shitstorm in sozialen Medien. Vor allem aus Deutschland kam heftige Kritik. (tst.)


Sport

Dienstag, 8. Oktober 2019

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«Noch kein Gegner konnte so viel einstecken» Der Affoltemer Enver Sljivar hat am 28. September seinen 5. Weltmeistertitel geholt Enver Sljivar ist neuer und alter Inhaber des Weltmeistertitels der WKU, der World Kickboxing and Karate Union. Nachdem er 2018 den Titel an den deutschen Kickboxer Michael Smolik abgeben musste, konnte er nun den Titel gegen Aquino Neil gewinnen, nachdem Smolik zu einer anderen Kampfföderation gewechselt hat. ................................................... von salomon schneider Nach dem umstrittenen Kampf gegen Michael Smolik 2018, der nach Punkten knapp dem bekannteren Deutschen zugeschlagen wurde, hätte eigentlich Smolik den Titel verteidigen müssen. Da er jedoch zu einer anderen Kampfföderation gewechselt hat, konnte Enver Sljivar, der letzte Titelhalter vor Smolik, den WKU-Titel verteidigen. Enver Sljivar kämpfte deshalb am 28. September gegen den deutschen Herausforderer Aquino Neil, einen der erfahrensten Kickboxer Europas. Enver Sljivars Taktik war es, von Anfang an auf Angriff zu setzen, anstatt die Möglichkeiten abzutasten. Die Taktik ging in der ersten Runde perfekt auf und er konnte den Gegner gleich mehrfach empfindlich treffen – ohne selber einstecken zu müssen. Der Gegner war grösser und schwerer als Enver und ist dafür bekannt, dass er hervorragende Kicks schlägt und die taktische Beinarbeit seinesgleichen sucht. Neil Aquino hat auch eine ähnlich gute Siegesquote wie Enver Sljivar, aber viel mehr Erfahrung – er hat 65 seiner 75 Kämpfe gewonnen.»

Bereits in der ersten Runde angezählt Für Enver war es im Kultur- und Sportzentrum Gries in Volketswil ein Heimspiel. Die Kickbox-Kämpfe gehen grundsätzlich über fünf Runden zu je drei Minuten. Am Schluss wird nach Punkten gewertet, wer mehr Schläge platzieren konnte. Nur wenn ein Gegner das Bewusstsein verliert und nicht mehr weiterkämpfen kann, wird der Kampf früher beendet; dies wird Knock-out oder kurz K.o. genannt. Durch viele Treffer sackte Neil Aquino bereits in der ersten Runde zu Boden und wurde angezählt, konnte aber weiterkämpfen. In der zweiten Runde stand der Kampf hingegen für Enver Sljivar auf Messers Schneide, als Aquino Neil ihm mit eigentlich regelwidrigen Kopfstössen mehrfach zusetzte und Sljivar zu Boden zu gehen drohte. Enver Sljivar war an diesem Abend in allen Belangen überlegen. Der Kampf gewann vor allem dadurch an Spannung, weil Neil extrem viel einstecken konnte. Immer wieder traf Enver Sljivar ihn hart am Kopf, doch er ging nicht zu Boden und kämpfte weiter. «Nach dem Kampf waren wir uns einig, dass es selten einen Kickboxer gegeben hat, der so viel einstecken konnte wie Aquino Neil an diesem Abend», lobt Enver Sljivar die Ausdauer seines Gegners. In der dritten Runde konnte Enver Sljivar dann nach eineinhalb Minuten den Sack zumachen. Er traf seinen Gegner erneut am Kopf, dieser taumelte, ging zu Boden und blieb liegen: K.o.

Der grösste Kampf der Karriere steht bevor Enver Sljivar hat aus dem SmolikKampf seine Lehren gezogen und arbeitet intensiv mit seinem neuen Trainer zusammen: «Edin Zrno ist Sport-

Enver Sljivar (rechts) kann Aquino Neil einen harten Treffer am Kopf zusetzen. Dieser kann aber weiterkämpfen. (Bild zvg.) wissenschaftler und ehemaliger Kickboxer. Er analysiert alle meine Gegner und stellt mich individuell auf sie ein. Da er sowohl taktisch, analytisch als auch kämpferisch Weltklasse ist, kann er mich immer wieder besser machen.» Am 7. Dezember stehen für Enver Sljivar in der Fraport Arena in Frankfurt die nächsten Kämpfe an. Im Turniermodus muss er sich zweimal am selben Abend beweisen. Der Gewinner erhält nicht nur einen Meistertitel, sondern auch einen Vertrag, um in den One Championships anzutreten, der grössten Kickbox-Kampfföderation der Welt. Da es sich beim Kickboxen um eine Randsportart handelt, ist es für die Kämpfer extrem schwierig, Sponsoren zu finden, und die Preisgelder reichen als Auskommen

nicht aus. Für Enver Sljivar geht es in Frankfurt deshalb um sehr viel. «Die Gegner sind extrem stark und ich werde viel Glück brauchen. Wenn ich den ersten Kampf mit K.o. gewinnen kann und nicht zu viel Energie brauche, dann habe ich gute Chancen, im Finalkampf den Titel zu gewinnen.» Am 22. Juni hat sich Enver Sljivar in Kassel durch einen K.o.-Sieg gegen Viktor Bogutsky für diesen Titelkampf qualifiziert.

Gleichzeitig Schweizer und Bosnier Vor dem Kampf ist deshalb für Enver Sljivar auch nach dem Kampf, wie er erklärte: «Für die Kämpfe am 7. Dezember werde ich momentan vor allem an der Kondition arbeiten, um wenn nötig zwei Kämpfe an einem

Von Gold zu Gold im Tanzsport für Hausen Maja Kucharczyk und Davide Corrodi sind wieder Schweizer Meister in den Standard-Tänzen bei der Elite. Obwohl immer noch U21, verteidigten sie ihren Elitetitel vom letzten Jahr würdig. Sie seien überglücklich und dankbar, verkündeten Maja Kucharczyk und Davide Corrodi nach ihrem Erfolg. Als Titelträger werden sie am kommenden Samstag, 12. Oktober, die Schweiz

an den Weltmeisterschaften Standard in Bilbao, Spanien (U21) und am 30. November in Vilnius, Litauen (Elite) stolz vertreten. Zusammen mit ihrem Coach Jasmin Corrodi feiern sie ihre fünfte Goldmedaille bei der Elite (dreimal 10-Tanz und zweimal Standard). Es war ein sehr emotionaler Sonntag. Letztes Jahr gewannen Maja und Davide diesen Titel das erste Mal, gegen die viel älteren Spezialisten in den Standardtänzen bei der Elite. Damals gewannen sie vier von fünf Tänzen. Konkurrenz spornt an. Sie ruhten sich

Maja Kucharczyk und Davide Corrodi bei ihrer Tanzperformance.

nicht aus auf ihrem Erfolg, sondern trainierten intensiv weiter. Als das Paar, welches mit fünf bis sechs Trainingsstunden pro Tag im Verhältnis zu anderen wohl am härtesten an sich arbeitet, schafften sie es, sich den Titel auch in der Einzeldisziplin erneut zu holen. Und dieses Mal glasklar mit noch grösserem Abstand, und zwar in allen fünf Tänzen. Der Event in der Armeesporthalle in Frauenfeld war gut organisiert, mit schöner Atmosphäre. Nicht nur die neun ausländischen Juroren, auch das

Publikum sah sie als klare Sieger und war begeistert von ihrer Darbietung. Die Nation Schweiz steht hinter dem Elitepaar und hofft auf noch mehr Gold, auch international. Den Auftakt boten sie eine Woche vor der Schweizer Meisterschaft in Chengdu, China. Dort wurden sie zu Stars, sie tanzten nämlich bis ins Finale und erreichten den 6. Platz! Dies, in dem bis in die obersten Ränge ausverkauften «Mega Stadion» und mit Public Viewing draussen. (pd.) Info: www.davide-maja.ch

Die Freude über den Schweizer Meistertitel ist riesig. (Bilder zvg.)

Abend über die gesamte Dauer bestehen zu können.»» Sljivars offensiver Kampfstil könnte beim hochkarätigen Teilnehmerfeld das Zünglein an der Waage sein. Denn nur die wenigsten Kämpfer haben so viele Kämpfe mit K.o. gewonnen wie Enver Sljivar. Er hat bisher 43 Profikämpfe bestritten, 38 gewonnen – 22 durch Knock-out – und nur fünfmal verloren. Wie immer wird Enver Sljivar auch in Frankfurt mit einer bosnischen und einer Schweizer Fahne über den Schultern in die Arena einlaufen: «Ich fühle mich gleichzeitig als Schweizer und als Bosnier. In Bosnien bin ich geboren und dort habe ich meine Wurzeln. In der Schweiz bin ich erwachsen geworden und hier bin ich mit meiner Familie zu Hause.»

Viel Pech zum Saisonende Mit dem «Extrême sur Loue» in Ornans hat Urs Huber die diesjährige Rennsaison abgeschlossen. Aber nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Zwei Stürze und ein Defekt zwangen den Mettmenstetter zur vorzeitigen Rennaufgabe. Eigentlich mag Urs Huber die anspruchsvolle Strecke des «Extrême sur Loue» in Ornans in der Franche-Compté. Schliesslich konnte er den Wettkampf schon fünf Mal für sich entscheiden. Doch am Donnerstagabend und noch den ganzen Freitag vor dem Rennen hatte er das Gefühl, krank zu werden, und trug sich sogar mit dem Gedanken, den Start abzusagen. Doch er erholte sich gerade noch rechtzeitig und fuhr mit dem Vorhaben nach Frankreich, die Prüfung zu gewinnen. In der ersten Abfahrt stürzte Huber jedoch. Glücklicherweise mit glimpflichem Ausgang für Mann und Maschine. Doch noch bevor er wieder aufs Bike steigen konnte, rutschte er im steilen Gelände erneut aus und schlug dabei mit dem linken Knie hart auf einem Stein auf. Erst nach etwa 20-minütiger Fahrt hatte er sich so weit gesammelt, dass er wieder an den Sieg glaubte. Doch die Freude über den erneuten Kontakt zur Spitzengruppe währte nur kurz. Fünf Minuten später erlitt Huber einen Defekt und musste das Rennen 50 Kilometer vor dem Ziel aufgeben. (map.)


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Sport

Dienstag, 8. Oktober 2019

FCWB scheitert im Cup gegen Buochs Fussball 1. Liga Cup-Qualifikation: SC Buochs – FC Wettswil-Bonstetten 4:1 n.E. (0:0) Nach 120 torlosen aber hartumkämpften und unterhaltsamen Minuten, scheiterte der FCWB im Elfmeterschiessen deutlich. Die Qualifikation für den CupWettbewerb 2020/2021 endet für die Ämtler bereits in der ersten Runde.

ten lenken. Somit ging es mit dem torlosen Unentschieden in die Pause.

Zweite Hälfte mit Vorteilen für WB

Der FCWB musste nach der ersten Niederlage in der laufenden Meisterschaft eine Reaktion zeigen. Im Cup trafen die Ämtler auf den SC Buochs. In diesem Spiel wollte man die leichte Torflaute in der WB-Offensive beenden. Denn in den letzten drei Spielen wurden lediglich zwei Treffer erzielt. Trainer Oswald musste dabei wegen Sperren und Verletzungen auf vier Stammspieler verzichten. Allerdings hatten auch die Gastgeber einige Absenzen zu beklagen und so durften sich auf beiden Seiten Spieler beweisen, die in dieser Saison noch nicht so oft zum Einsatz gekommen waren.

Kampfspiel in Buochs Auf dem tiefen Geläuf in Buochs zeichnete sich von Anfang an ein Kampfspiel ab. Nach wenigen Minuten spielten sich die Nidwaldner mit etwas Glück durch die Abwehr der Gäste, doch der Abschluss strich über das Gehäuse. Danach übernahmen die Zürcher vermehrt das Spieldiktat und konnten nach einem Energieanfall von Dzelili ihren ersten Torschuss notieren.

WB und die Penaltys – von den gesamt letzten sechs Elfmetern traf lediglich Claudius Brüniger. (Bild Kaspar Köchli) Die Gastgeber wurden indes immer wieder gefährlich mittels Konter über die rechte Seite. So brauchte es eine starke Parade von Torhüter Baumgartner nach 25 Minuten, damit der FCWB nicht in Rückstand geriet. Kurz vor der Pause stach der agile Heini in den

WB II kommt in Fahrt

Fussball 2. Liga: WB II – Horgen I 4:0 (1:0) Nach harzigem Meisterschaftsstart unterstrichen die Reserven Wettswil-Bonstettens ihre ansteigende Form und bodigten Horgen souverän. 2018 in die 2. Liga aufgestiegen, gelang der zweiten Mannschaft von WB eine grandiose Spielsaison mit resultierendem dritten Schlussrang. Nun, im bekanntlich schwierigen zweiten Jahr, kamen die Ämtler bislang nur zaghaft in die Gänge. Am vergangenen Sonntag empfingen sie Horgen – und fanden zurück zu ihrem gepflegten und ideenreichen Aufbau- und Direktpassspiel, welches letzte Saison Schlüssel zum Erfolg war. Bereits nach drei Minuten zappelte der Ball in den Horgener Maschen, allerdings wurde der Treffer sehr umstritten wegen Abseitsposition annulliert. Nach einer halben Stunde gab es keine Einwände mehr, als Eckert nach Flanke von Yondhen zum 1:0 einnetzte. WB hatte das Geschehen jederzeit im Griff, Horgen gelangte bis zum Seitenwechsel lediglich zu einem gefährlichen Abschluss. Die Partie wurde jederzeit fair geführt. Umso unverständlicher, dass von der Gästebank immer wieder durch Zwischenrufe Hektik ge-

schürt wurde und der Schiedsrichter zwei Gelbe Karten gegen die Provokateure verhängen musste. Nach Wiederanpfiff setzten die Rotschwarzen weiter Akzente und belohnten sich verdient mit dem 2:0 durch Eckert (48. Minute). Ein weiteres Tor des letztjährigen Schützenkönigs wurde aberkannt, dies nach einem Zuckerpass von Chamba Yondhen. Ihm war es in der Folge vergönnt, auf feines Zuspiel von Captain Buchmann das vorentscheidende 3:0 zu markieren. Die Partie war entschieden. Auch eine dumm eingehandelte Rote Karte für WB-Keeper Salajka änderte nichts am Geschehen. Im Gegenteil, die dezimierten Platzherren erzielten durch Eckert noch den vierten Treffer und kamen zu einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg. WB II hat den Tritt definitiv wieder gefunden. «Wir haben endlich so gespielt, wie wir es können. Hinten diszipliniert nichts zugelassen und gegen vorne mit viel Zug und guten direkten Pässen agiert», so Matchwinner Eckert. Er selber ist bereits bei acht Toren angelangt, letztes Jahr glückten ihm deren 20. WB ist mit zwölf Punkten aus acht Spielen auf den sechsten Rang vorgerückt. (kakö)

Strafraum und konnte nur noch mit unfairen Mitteln gebremst werden. Der gute Schiedsrichter entschied folgerichtig auf Elfmeter. Dabei übernahm Peter die Ausführung. Seinen platzierten Schuss konnte der starke Buochser Keeper Epp gerade noch um den Pfos-

Matchtelegramm: Sportplatz Seefeld, Buochs, 100 Zuschauer. FCWB: Baumgartner; Heini, Rüegger, Brüniger, Thalmann; Capone (78. Brunner), Peter,

Nervenspiel Elfmeterschiessen In der Verlängerung wollten beide Mannschaften die Entscheidung herbeiführen. Demnach war es ein ständiges Hin und Her. Mit zunehmender

Miljkovic, Dzelili (90. Hager); Allemann (49. Grujicic), Marjanovic (64. Schneebeli). Weitere WB-Resultate: FCWB 2 – Horgen 4:0, Adliswil – FCWB 3 2:4; Jun. A (CCJL) – Schaffhausen 0:3, Jun. Ba (CCJL) – Glattbrugg 2:3

Sieg im Spitzenkampf Fussball 3. Liga: FC Kosova 2 - FC Affoltern 1:3 (1:2) An einem kühlen Sonntag fand das Spitzenspiel des Tabellenzweiten FC Kosova 2 gegen den Tabellendritten aus Affoltern im Juchhof statt. Die Ämtler waren die klar bessere Mannschaft und siegten mit 3:1. Der FCA setzte von Anfang an alles daran, das Spieldiktat in die Hand zu nehmen. Und so war es auch nicht erstaunlich, dass die Blau-Weissen in den Anfangsminuten mehrmals zu Topchancen kamen. Vor allem das schnelle Passspiel über die Flügel mit den darauffolgenden scharfen Flanken von Stähli fielen auf. Die Heimmannschaft war total überfordert mit dem Tempo des FCA. Die von Trainer Jevremovic perfekt eingestellte Mannschaft belohnte sich selbst für ihre Leistung. Himmelreich bekam den Ball am linken Strafraumende angespielt, schüttelte mit der Annahme seinen Gegenspieler ab und haute das runde Leder kompromisslos in die linke untere Ecke unter Mithilfe des gegnerischen Pfostens. Nach dem Tor hatte man keineswegs das Gefühl, dass der FCA nun einen Gang herunterfahren würde. Im Gegenteil, man kreierte weiter gute Chancen. Nach gut 25 Minuten traf Stähli nur den Pfosten. Jedoch mussten die vielen FCA-Fans nicht lange auf einen weiteren Torerfolg warten. Nach einem langen Einwurf von Captain Luchsinger kam der Ball auf Umwegen zu Himmelreich, der sich per Kopf ein zweites Mal in die Skorerliste eintragen konnte.

Stabile Verteidigung

Steht dort, wo ein Torjäger stehen muss; Nils Eckert erzielte seine Saisontreffer sechs bis acht. (Bild Kaspar Köchli)

Im zweiten Durchgang kam der FCWB gut in die Partie und liess sich vom verschossenen Elfmeter nicht verunsichern. Schon in der 48. Minute kombinierten sich die Ämtler erneut vor das Nidwaldner Tor, doch auch in diesem Angriff konnte die WB-Offensive den Ball nicht ins Netz bugsieren. Nach zehn weiteren Minuten zappelte der Ball endlich im Tor. Allerdings wurde die herrliche Volleyabnahme vom jungen Grujicic vom Schiedsrichter wegen eines Fouls aberkannt. Die Nidwaldner konnten erst wieder zehn Minuten vor Spielschluss eine Chance verzeichnen. Bis dahin hatte die Abwehr der Ämtler alles im Griff und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Gäste endlich in Führung gehen würden. Kurz vor dem Schlusspfiff der regulären Spielzeit kamen die Gastgeber aus 16 Metern frei zum Abschluss. Zum Glück für die Zürcher Equipe zischte der Ball am kurzen Pfosten vorbei. Danach war Schluss, die Verlängerung Tatsache.

Spieldauer liessen auch die Kräfte nach und es entwickelten sich kaum noch hochwertige Chancen. Die letzte Möglichkeit ergab sich dem eingewechselten Hager, doch wiederum war beim stark aufspielenden Epp Endstation. Nach 120 torlosen Minuten musste das Elfmeterschiessen über den Gewinner der Partie entscheiden. In dieser Lotterie waren die Gastgeber aus der Innerschweiz nervenstärker. Sie verwandelten alle vier Schüsse, wobei der FCWB in drei Anläufen zwei Mal scheiterte, einzig Brüniger verwandelte sicher. Dies bedeutet, dass die Ämtler aus den letzten sechs Versuchen vom Penaltypunkt, lediglich einmal trafen – eine Schwäche, die sich am Samstag entscheidend auswirkte. Damit schieden die Ämtler schon in der ersten Runde der Cup-Qualifikation für die Saison 2020/2021 aus. Nun hat Trainer Oswald zwei Wochen Zeit bis zum nächsten Meisterschaftsspiel. Denn aufgrund der Nationalmannschaftspause wurde das Spiel mit den Ländle-Kickern aus Balzers verschoben. (LTh)

Nun drückte der FCA nicht mehr so fest wie vor dem Tor. Einige Fehler schlichen sich ein und der FC Kosova 2 wachte langsam auch auf. So kam es, dass kurz vor der Halbzeit ein Spie-

Dank solider Abwehrleistung konnte das Aufbäumen der Gastgeber abgewehrt werden. (Bild zvg.) ler des FC Kosova 2 nach Ballverlust der Gäste mit Volltempo auf den Sechzehner stürmte. Er fackelte nicht lange und traf den Ball perfekt, sodass Torhüter Aegerter ohne Chance blieb. Nach dem Start der zweiten Halbzeit riss der FCA das Spielgeschehen wieder an sich, jedoch haperte es fast immer am letzten Pass oder der Pfiff des Schiedsrichters ertönte aufgrund von Offsides. Der FCA stand sehr offensiv und manchmal konnten die Gastgeber Nadelstiche in Form von schnellen Kontern setzen. Nach etwa 15 Minuten der zweiten Halbzeit hatte man das Gefühl, die Gäste trauerten den Chancen nach, die das hochverdiente 1:3 bedeutet hätten. Der FC Kosova 2 witterte seine Chance und hatte nun mehr Spielanteile. Der FCA verteidigte aber wie gewohnt sehr stabil und die Innenverteidiger Wildi und Tustonja gewannen beinahe jeden Zweikampf, sodass die Gastgeber fast zu keinem Torschuss kamen.

Zehn Minuten vor Schluss gab es dann noch eine Achterbahn der Gefühle: Der eingewechselte Rama, der sein Comeback nach Verletzung gab, konnte im gegnerischen Sechzehner nur durch ein Foul gestoppt werden. Der Gefoulte trat gleich selbst an – und konnte den Ball nicht im Tor unterbringen. Jedoch sprang der Ball zurück in die Füsse von Rama, der dann wiederum durch ein Foul zu Boden ging – nochmals Elfmeter! Dieses Mal übernahm Routinier Ismajlaj die Verantwortung und versenkte den Ball per Pfosten ins Netz. Der ganze FCAAnhang konnte aufatmen. In einer sehr fair geführten Partie gewann der FC Affoltern am Albis gegen den FC Kosova 2 verdient mit 3:1. (pd.) FCA: Aegerter, Luchsinger , Tustonja, Wildi, Toski (Mijatovic), Steigmeier (Oetterli), Ismajlaj (Suter), Huber (Shala), Buqa (Antenen), Himmelreich (Rama), Stähli (Premananthan)


Sport

Dienstag, 8. Oktober 2019

Akrobatik und Luftballett unter Regenwolken Der 40. Modellflugtag auf dem Flutplatz Hausen begeisterte erneut Tausende Vom Looping über die Volte bis zum majestätischen Gleiten mit Rauchfahne und Musikbegleitung: Der Flugtag der Modelfluggruppe Affoltern in Hausen bot einmal mehr Spektakel – auch unter Mithilfe der PC-7-Staffel und des Super Puma Display Teams der Armee. ................................................... von werner schneiter Sie heissen Bölkov 209 Monsun, Blackbird, L39 Albatros Breitling, Turbine Apache, Akro Doppeldecker oder XL Power Specter 700. Und so weiter. Es sind die kleinen Kopien grosser wie zum Teil geschichtsträchtiger Flugzeuge, welche die mehreren tausend Zuschauer am Wochenende auf dem Flugplatz in Hausen begeisterten. Sie gleichen den richtigen Jets aufs Haar, tönen gleich, erreichen Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h. Und sie riechen wie das Original, weil sie ebenfalls mit Kerosin betankt werden. Und manchmal schwingt Nostalgie mit, zum Beispiel bei den LockheedModellen – eine Marke, die vom Himmel verschwunden ist. Sie alle heben von der Piste Richtung Regenwolken ab, gesteuert von hoch konzentrierten Piloten, die das Publikum begeistern, weil sie ihren Maschinen alles abverlangen. Sie lassen sie drehen, von Musik begleitet senkrecht nach oben steigen. Sie bringen die Modelle in der Luft zum Stillstand und lösen Rauchschwaden aus, mit denen Synchronflüge und akrobatische Einlagen noch eindrucksvoller werden. Plötzlich richten sich dann die Augen auf ein besonders eindrucksvolles Modell: die Concorde, 140 kg schwer und 10 Meter lang. Sie stammt aus

Ein Star des Flugtags hebt ab: die Concorde. (Bilder Werner Schneiter) Bayern und repräsentiert einen Wert von gegen 100 000 Franken. Majestätisch schwebt sie unter der Wolkendecke. Ihre Landung wird mit viel Applaus quittiert. Der gilt natürlich auch dem Steuermann, für den ein Absturz zur teuren Angelegenheit würde.

Programmieren statt bauen Aber da sind alles Routiniers am Werk. Allerdings werde heute mehr riskiert als in früheren Jahren, sagt der im OK für Kommunikation zuständige Wolfgang Auth. Nach seinen Worten werden Modelle – meist aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder aus Karbonfasern hergestellt - heute in der Regel «pfannenfertig» erworben. Stundenlanges Bauen und Basteln ist nicht mehr nötig, «nur noch» Programmieren. Weil nicht mehr Hunderte von Stunden investiert werden müssen und Herzblut aus diesem Grund nicht mehr so ausgeprägt ist, schwindet auch die Angst vor einem Absturz. Kommt es dazu, so kauft man halt ein

Sie haben den Modellflugtag vor 40 Jahren ins Leben gerufen: Sven Wiesendanger (links) und Ueli Aeberhard.

neues Modell. Einfache sind schon für 200 bis 300 Franken erhältlich. Grenze nach oben: offen … «Angst ist beim Modellflug ohnehin ein schlechter Ratgeber», sagt Wolfgang Auth.

Kunstflugstaffel begeisterte Die 40. Austragung des Modellflugtags, dem grössten in der Schweiz, wurde aber auch durch «richtige» Flieger aufgewertet. So erhielt das PC-7Team, die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe, für ihren samstäglichen Auftritt viel Applaus. Atemberaubend, was die von Cyril Johner geführte Truppe – ein veritables Luftballett mit einem ganz besonderen Höhepunkt zum Schluss: dem «Tunnel». Beeindruckt zeigte sich das Publikum auch am Sonntag bei der Präsentation der Flugeigenschaften eines Super Puma des Super Puma Display Teams.

Atemberaubend und nicht ganz einfach – ein ganz besonderes Highlight zum Schluss erntete viel Applaus: Der «Tunnel» des PC-7-Teams.

Das PC-7-Team, die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe, begeisterte mit einem veritablen Luftballett.

Äusserst erfolgreiche Säuliämtler Läufer René Nüesch und Hubert Rinderknecht beim 6-/12-Stundenlauf in Brugg Anlässlich der diesjährigen Austragung des 24/12/6-Stunden Laufs in Brugg (AG), am 28./ 29. September nahmen auch zwei Säuliämtler teil: Hubert Rinderknecht aus Stallikon und René Nüesch aus Obfelden. Hubert Rinderknecht nahm die zwölf Stunden unter seine Füsse. Zur Geisterstunde um Mitternacht wurde der Lauf gestartet. Nach sehr gutem Beginn kam dann bei Rinderknecht gegen den Morgen ein Durchhänger. Er musste öfters vom Laufen zum Gehen wechseln. In der letzten Stunde änderte sich dies und er konnte wieder sein gewohntes Tempo laufen und noch

einige Teilnehmer überholen, was am Schluss mit 78,811 km belohnt wurde und den 2. Platz in seiner Kategorie einbrachte. Der andere Ämtler Sportler René Nüesch, machte sich um 6 Uhr auf den Weg, um möglichst viele Runden innerhalb der nächsten sechs Stunden zu laufen. Der 6-Stundenlauf gehörte gleichzeitig zur 1. Schweizer Meisterschaft.

54 Kilometer nicht ganz erreicht Nüesch versuchte ein gleichmässiges Tempo zu laufen und nur kurz anzuhalten, um etwas zu trinken. Bis eine halbe Stunde vor Schluss ging alles perfekt auf, dann machten sich leichte Krämpfe im Oberschenkel bemerkbar.

Dies führte dazu, dass Nüesch sein Tempo reduzieren musste und nicht die erhoffte und angepeilte Distanz von 54 km erreichte. Um 12 Uhr war der Lauf dann für alle beendet, jeder Teilnehmer bekam ein paar Minuten vorher ein Säckchen mit auf den Weg, um dieses nach dem Ertönen der Schlusssirene auf den Boden zu legen. Nun konnten noch die Restmeter vermessen werden.

1. Kategorienplatz Bei Nüesch resultierten nach sechs Stunden 51,502 km, was in der Schweizer Meisterschaft den 11. Rang ergab, in seiner Kategorie sogar den 1. Platz. (pd.)

Hubert Rinderknecht nach dem Lauf. (Bilder zvg.)

René Nüesch mit der Medaille und seinem Diplom.

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078_2019  

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