Page 23

Sport

Freitag, 22. August 2014

23

Podest-Ränge für die OLG Säuliamt Staffel-OL-Meisterschaft zwischen Emmental und Thun

Sieger am Sprint Triathlon in Riga: Patrick Rhyner. (Bild Bruno Rhyner)

Am Sonntag, 17. August, fand im Hügelgebiet zwischen Emmental und Thun die Schweizer Staffelmeisterschaft im Orientierungslauf statt. Dabei klassierten sich das Damenteam D185 der OLG Säuliamt auf dem zweiten und das Herrenteam H160 auf dem dritten Schlussrang.

Erster Europa-Cup-Sieg

................................................... von martin kehrer

Patrick Rhyner gewinnt Sprint Triathlon

Am einzigen Tag ohne Regen seit einigen Wochen trafen sich die Schweizer OL-Läufer im hügeligen Gelände westlich des Emmentales in der Nähe des Schallenbergpasses zur Schweizer Meisterschaft 2014 im Staffel-OL für Dreier-Teams. Das Wetterglück war besonders wichtig, weil sich das Wettkampfzentrum bei Heimenschwand – wie beim OL nicht so selten – im Freien auf einer Wiese ohne Garderoben oder Duschen befand. Dafür wurden die Läufer und Läuferinnen von dort mit einem sensationellen Ausblick auf die Bergwelt des Berner Oberlandes belohnt. Das Laufgebiet im Staufenwald war ausgesprochen ruppig, mit hohen Heidelbeerstauden und tiefem Boden. Die längeren Bahnen führten zusätzlich zwei Mal durch einen tiefen Graben, was manche Läufer konditionell an die Grenze brachte. Die OLG Säuliamt konnte dieses Jahr nicht mit einem starken Eliteteam starten, weil Raffael Huber wegen gleichzeitig stattfindender Studentenweltmeisterschaft und Andreas Müller aus persönlichen Gründen un-

Auf Position 20 stieg Patrick Rhyner in Riga aus dem Wasser, auf dem Rad fuhr er zur Spitzengruppe und im abschliessenden Lauf liess er sämtliche Gegner hinter sich, der erste Sieg in einem Europa-Cup-Rennen war Tatsache. Gross war der Jubel. ................................................... von hanspeter feller Nach 750 Metern Schwimmen betrug der Rückstand auf die Spitze rund 30 Sekunden. Auf dem Rad nahm Rhyner sofort die Verfolgung auf und bereits auf der ersten von vier Runden gelang ihm der Anschluss an die 10-köpfige Spitzengruppe. Vor dem Wechsel zum Lauf konnten weitere Athleten zur Spitze aufschliessen. Nach der 20 km Radfahrt ging es auf die 4,8 km Laufstrecke. «Im Laufen habe ich mich sofort gut gefühlt», sagte Rhyner. Plötz-

lich lag er alleine an der Spitze. Nach halber Distanz liefen vier Athleten zu ihm auf. Einen Kilometer vor dem Ziel erhöhte der 24-jährige Rifferswiler das Tempo und konnte sich von seinen Gegnern lösen und mit vier Sekunden Vorsprung ins Ziel Laufen. Er gewann das Rennen in einer Zeit von 53:31.2 vor den beiden Israeli Amitai Yonah und Ron Darmon, der auf Rhyner sechs Sekunden verlor. 65 Athleten beendeten das Rennen, Rhyner war der einzige Schweizer am Start. Für die 750 m Schwimmen benötigte Rhyner eine Zeit von 8:58, für die 20 km Radfahren 27:01 und für die 4,8 km Laufen 15:53. Für den Wechsel vom Schwimmen aufs Rad betrug die Zeit 53 Sekunden und für den zweiten Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke 20 Sekunden. Dieser Sieg ist für Patrick Rhyner eine grosse Genugtuung. Es war das erste Mal, dass er bei einem grossen internationalen Rennen zuoberst auf dem Podest stand.

Das bewährte Damenteam D185 beim Kartenstudium nach ihren Läufen. Von links: Yvette Zaugg, Lucia Hasler, Berti Kehrer. (Bild zvg.) abkömmlich waren. Sandro Vock und Denis Steinemann errangen zusammen mit einem dritten Kollegen aber trotzdem den beachtlichen 13. Schlussrang bei der Herren Elite. Auch Lena Spalinger, Michelle Zehnder und Rahel Hatt klassierten sich in der Kategorie «Damen kurz» im guten 8. Rang. In den Seniorenkategorien 135/ 160/185 muss die Zahl der Lebensjahre der drei Staffelmitglieder mindestens die betreffende Summe ergeben. Die beiden reinen Säuliämtler Staffeln H160 mit René Vock, Hannes Ineichen, Kaspar Oettli und das bewährte

Frauenteam D185 mit Lucia Hasler, Berti Kehrer und Yvette Zaugg belegten in diesem schwierigen Gelände den ausgezeichneten dritten respektive zweiten Schlussrang! Die übrigen Staffeln der OLG Säuliamt klassierten sich erwartungsgemäss in den mittleren bis hinteren Ranglistenregionen, wobei bei diesen Teilnehmern ja auch das freundschaftliche Gemeinschaftserlebnis und die Bewältigung eines schwierigen und fordernden OL-Wettkampfes innerhalb des individuellen Leistungsniveaus im Vordergrund stehen.

Nur das Wetter spielte nicht ganz mit Der Weltcup als Ziel Positive Bilanz der ersten Saisonhälfte beim TC Wettswil

Jori Villiger startet in die neue Fechtsaison

Mit dem «Kids-Camp», der traditionellen Trainingswoche für Junioren zum Ende der Sommerferien, wurde die erste Saisonhälfte des Tennisclubs Wettswil abgeschlossen. Die Clubverantwortlichen ziehen trotz schwieriger Wetterverhältnisse eine positive Bilanz.

In wenigen Wochen startet die neue Fechtsaison. Der Säuliämtler Jori Villiger bereitet sich seit Mitte Juli intensiv auf sein erstes Jahr als Fechter in der Kategorie Junioren vor.

«Papi, wieso dauert das Sommerlager eigentlich nicht zwei Wochen?» Die Frage einer 9-jährigen Teilnehmerin am Kids-Camp deutet es an: Die von der Tennisschule let’s play organisierte Trainingswoche für Junioren war einmal mehr ein voller Erfolg. Gegen 50 Kinder feilten unter der kundigen Leitung der Trainer Caroline Cecchetto, Andrea Dürst und Guido Baumann sowie weiterer Helferinnen und Helfer an ihren Fertigkeiten auf dem Tennisplatz. Wegen der Wetterkapriolen musste allerdings verschiedentlich «Plan B» aus der Tasche gezogen werden, was den Kids beispielsweise einen kurzfristig anberaumten Ausflug an die Leichtathletik-EM auf dem Zürcher Letzigrund bescherte.

Sommerfest mit Motto «Brasil» Genauso wenig wie die Kinder im Kids-Camp liessen sich die Clubmitglieder am traditionellen Sommerfestwochenende, das jeweils Ende Juni auf der TCW-Clubanlage am Ettenberg stattfindet, von Petrus’ offenbar schlechter Laune anstecken. Zwar fiel ein schöner Teil der Clubmeisterschaftsspiele ins Wasser, was aber mit einem stimmungsvollen Fest am Samstagabend kompensiert wurde. Passend zur Fussballweltmeisterschaft stand es unter dem Motto «Festa do Brasil». Entsprechend kamen nicht nur kulinarische Köstlichkeiten auf den Tisch, sondern auch eine «heisse» brasilianische Tanzgruppe auf die Bühne. Ihre Animationskünste führ-

TC Wettswil diesmal mit 11 Teams beteiligte, wenn man die gemischte 1.-Liga-Mannschaft mitrechnet, die sich aus jungen Aktiven des TCW und des TC Säuliamt zusammensetzt und jedes Jahr offiziell für einen der beiden Clubs antritt. Diesmal ging sie für den TC Säuliamt ins Rennen und erreichte das Ziel Ligaerhalt zum Schluss sicher. Captain Guido Baumann war trotzdem nicht rundum zufrieden, fielen doch etliche Spieler mit VerletzunDas Kids-Camp war ein voller Erfolg. (Bild zvg.) gen aus, so dass die ten dazu, dass selbst hartgesottene Aufstiegsrunde knapp verfehlt wurde. Tennisfans statt des Rackets für ein- Ob Teamleader Dominik Gilli (R2) im mal ausgelassen ihre Hüften schwan- nächsten Jahr dabei ist, steht noch gen und das Clubhaus mitunter in nicht fest. Er folgte einem Angebot aus den USA und schiebt nun ein Jahr einen Hexenkessel verwandelten. Übers Ganze gesehen stand der als Mitglied eines College-Teams ein, Tennissport natürlich auch diesmal in von dem er sich auch tennismässig der ersten Saisonhälfte eindeutig im einiges versprechen darf. Was die übrigen TCW-Teams beVordergrund. Selbst in der eher ruhigen Sommerferienzeit, die im TCW trifft, gab es den Aufstieg der 3.-Ligaseit Jahren mit den Mixed-Clubmeis- Jungsenioren um Captain Adrian terschaften eingeläutet wird, wurde Mäder und den Abstieg der 2.-Ligaauf der Anlage wettkampfmässig Ten- Jungseniorinnen von Captain Nicole nis gespielt. Als Mitorganisator des Gallmann zu vermelden. Die weiteren Säuliamt Open konnten mit der acht Teams hielten ihre LigazugehöDurchführung von Vorrundenspielen rigkeit, was fallweise als Erfolg oder Erfahrungen für 2015 gesammelt wer- eher als Enttäuschung zu werten ist. den, wenn der TC Wettswil als Haupt- Die Synchronizität, mit der ein Grossteil der Mannschaften das jeweilige veranstalter auftreten wird. Wochenende mit einem Sieg oder einer Niederlage beendete, liess bei Interclub als Achterbahnfahrt Spielleiter René Moser das Bild einer Der Saisonauftakt war wie üblich Achterbahnfahrt aufkommen, das die durch die Interclub-Meisterschaften Interclub-Saison 2014 des TCW wohl geprägt gewesen, an denen sich der treffend charakterisiert. (BK)

Der Übertritt in die höchste Nachwuchskategorie (Jahrgänge 1995-1997) bedeutet eine grosse Herausforderung. Erstes Saisonziel von Jori Villiger ist, sich mit guten Resultaten an den Schweizer Qualifikationsturnieren für die ersten Weltcups der Saison in Luxemburg und Thessaloniki zu empfehlen. Während der vergangenen Monate konnte der Nachwuchssportler aus Bonstetten schöne Erfolge feiern. National gewann er an den Schweizermeisterschaften gleich drei Medaillen: Gold und Silber bei den Kadetten bzw. Junioren im Team des Zürcher Fechtclubs sowie Bronze im Einzelwettbewerb. International sammelte Jori Villiger an verschiedenen Europacup-Turnieren Qualifikationspunkte. In Kopenhagen stand er gar auf dem Podest und gewann die Bronzemedaille. Der Saison-Höhepunkt war die erstmalige Teilnahme an der Europameisterschaft im Einzel- und Teamwettbewerb, welche im Februar in Jerusalem stattfand.

Als «Swiss Olympic Talent» viel unterwegs Aufgrund seiner guten Leistungen ist Jori Villiger Inhaber der Nationalen Swiss Olympic Talents Card. Mit dieser ist es einfacher, gegenüber dem Lehrbetrieb und der Berufsschule die zahlreichen Absenzen für Trainings und Turnierreisen zu begründen. Dank dem vorhandenen Verständnis der verantwortlichen Personen sind die täglichen Trainings und die jährlich über zwanzig Turnierbesuche erst möglich. Neben den Trainings in

Jori Villiger. (Bild zvg.) Zürich gehören abendliche Einheiten in Bern und Basel zum Alltag. Die Anreise zu den Wettkämpfen im Ausland erfolgt meist bereits am Donnerstag oder Freitag, was wiederum eine hohe Flexibilität des Arbeitgebers erfordert. Die vielen Flug- und Zug-Reisen sowie Hotelübernachtungen sind kostenintensiv. Nebst seinem Eigenbeitrag vom Lehrlingslohn, findet Jori Villiger im familiären Umfeld Unterstützung. Auch kann er auf Bekannte und einen privaten Sponsor zählen, welche ihn regelmässig supporten. Im sportmedizinischen Bereich wird er durch den erfahrenen Sportmediziner und Ernährungsspezialisten, Dr. med. Hansruedi Fischer, Tremonte, unterstützt. Damit ein weiterer Teil der Reisekosten für die Fechtsaison 2014/2015 fremdfinanziert werden kann, hat Jori Villiger sein Projekt bei «I believe in you» lanciert. Auf diesem Weg kann der Nachwuchssportler schon mit kleinen Geldbeträgen direkt unterstützt werden. Diese finanzielle Unterstützung ermöglicht es ihm, sich auf sein mittelfristiges Ziel, die Qualifikation für eine Junioren-Europa- oder Weltmeisterschaft, zu konzentrieren. Infos: www.ibelieveinyou.ch, unter Jori Villiger.

065 2014