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Vermischtes

Freitag, 22. August 2014

Auf den Spuren von General Suworow Jubiläumstour des Gentleman Radclubs Amt Gelitten haben sie zuweilen, die 17 GRCler, die sich für die 40-Jahre-Jubiläumstour angemeldet hatten. Aber nicht wie sonst im August wegen der Hitze, sondern wegen des Tourenverlaufs, der 224 Kilometer und kraftraubende 7100 Höhenmeter für die Gentleman-Biker parat hatte. ................................................... von martin platter Regen, Regen und nochmals Regen. Nein, so hatten sich die Männer des Gentleman Radclubs Amt (GRC) ihre fünftägige Jubiläumstour von Affoltern über Sattel, Chinzig Chulm, Sustenpass und die Grosse Scheidegg nach Grindelwald nicht vorgestellt. Aber: Es hat in der Höhe zumindest nicht geschneit. Dass die Königsetappe vom Muotathal über den Chinzigpass nach Altdorf und wieder hinauf nach Wassen schon am zweiten Tourentag anstand, überforderte dann aber doch das eine oder andere Mitglied. Bereits die Höhendifferenz jenes sagenumwobenen Alpenübergangs, den der russische General Suworow 1799 für sein 21000 Mann zählendes Heer als Fluchtweg vor den Franzosen auserkoren hatte, flösste Respekt ein. Schon der erste Teil der Steigung hoch zum Liplisbüel hat es in sich. 600 Höhenmeter und das gleich nach dem Morgenessen. Die älteren Mitglieder, die eine halbe Stunde früher in Muotathal gestartet waren, erkälteten sich fast, als die regelmässigen Trainingsund Ausfahrtenteilnehmer noch vor Erreichen der Alp buchstäblich an ihnen vorbeiflogen. Noch lagen aber fast 1000 Höhenmeter hinauf zum Gipfel auf 2073 Meter vor den strammen Mannen. In den letzten steilen Rampen blieben dann auch noch diejenigen kleben, die sich mit dem Auto bis ins Liplisbüel hatten hochshutteln lassen.

Das Beste nach der Passhöhe: runterlaufen! Was sie nicht wussten: Das Beste kam erst noch. Nach dem gequälten Foto der abgekämpften Herren bei der Suworow-Gedenktafel auf dem Chinzig folgte … genau: Für die meisten der Fussmarsch hinunter nach Biel bzw. nach dem Mittagshalt runter auf die

Klausenpassstrasse etwas oberhalb von Bürglen. Der Weg war zuweilen so steil und rutschig, dass man sich nicht nur fragte, wie das der 69-jährige Suworow mit seinem Heer vor 225 Jahren angestellt hatte. Viele GRCler hatten auf dem wunderbar anspruchsvollen Singletrail schlicht zu viel Respekt, dass sie ihr gefederter «Drahtesel» abwerfen könnte. Zwei fürchteten sich sogar so sehr, dass sie sich kurzerhand in eine Seilbahn setzten, die sie runter ins Tal brachte. Der dritte Tag von Wassen über den Sustenpass nach Meiringen stellte sich als nicht minder anforderungsreich heraus. Zumal der grösstenteils unbefestigte Weg abseits der Passstrasse gewählt wurde. Wieder kein gemütliches Einrollen nach dem Morgenessen. Grasbewachsene Rampen sogen das letzte Quäntchen Energie aus den Oberschenkeln. Selbst die Stärksten waren kurz vor der Passhöhe zum Laufen gezwungen. Einsetzender Regen liess dann einige auf die tolle Abfahrt abseits der Passstrasse verzichten. Im Nachhinein wohl ein vernünftiger Entscheid. Ein Gentleman-Fahrer stürzte offroad so unglücklich auf die Rippen, dass er die Tour vorzeitig beenden und sich in Spitalpflege begeben musste.

Die neue Boule-Anlage ist Teil des öffentlichen Spielplatzes um den Kirchenpark.

Sandmalen: Urs Rudin zeigt, wie es geht. (Bilder zvg.)

Der Sandmaler hat fasziniert Ein gelungenes Fest zum Schulbeginn in Affoltern Am Fest zum Schulbeginn wurde die neue Boule-Anlage im Kirchenpark der reformierten Kirche Affoltern eröffnet und für die Öffentlichkeit freigegeben. Zum dritten Mal hat die reformierte Kirche Affoltern am letzten Sonntag der Sommerferien zu einem Fest zum Schulbeginn eingeladen. Viele Familien sind der Einladung gefolgt und haben diesen wunderbaren Anlass bei idealen Wetterbedingungen genossen. Nach einem Familiengottesdienst mit

viel Musik und einer traumhaft sandigen Geschichte wurden die Kleinen wie auch die Grossen in den Bann des Sandmalers Urs Rudin gezogen. Auf seinem Sandtisch entstanden passend zu seiner selbst komponierten Musik unglaubliche Bilder, die er kurz nachher mit einer Handbewegung wieder wegwischte. Ein Picknick, Schlangenbrot und viele Spiel- und Erlebnisorte im Kirchenpark rundeten das Fest ab. So hatten die Kinder Gelegenheit, mit Urs Rudin eigene Sandbilder zu malen, sie

durften bei der Seilbrücke der Jungschar Aiona ihren Mut beweisen, Mohrenköpfe schiessen, Cross-Boccia spielen, eine Sandkarte basteln, ein Flechtbild kreieren und dergleichen mehr. Für das Fest wurde die hintere Terrasse des Kirchgemeindehauses begehbar gemacht und zu einem Boule-Platz ausgebaut. Ab sofort gehört dieser Platz zum öffentlichen Spielplatz um den Kirchenpark. Wer bisher eine Boule-Anlage in Affoltern vermisst hat, ist herzlich eingeladen, den Platz zum Spielen mit Freunden zu nutzen.

sport Das Beste zum Schluss: Königswetter! Wenigstens für die beeindruckende Fahrt von Meiringen über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald hielt der Himmel zunächst dicht. Kühle Temperaturen und Nieselregen auf dem Kulminationspunkt liessen die Vorfreude auf den Wellnessbereich mit Hallenbad und Sauna im Hotel am Zielort dennoch wachsen. Der Schlusstag der Tour war wettermässig endlich vom Feinsten. Sonne, blauer Himmel und angenehme Temperaturen wie auf den letzten beiden Viertagestouren begleiteten die Gentlemänner bei ihrer Fahrt auf die Kleine Scheidegg, wo bereits die Bikemarathon-Schweizermeisterschaft im Gang war. Die Abfahrt nach Interlaken, vorbei an kilometerlangen Autostaus, bildete den Abschluss der ereignisreichen Jubiläumstour mit zahlreichen stimmungsmässigen und topografischen Höhepunkten. Dass der Letzte auf dem Brünig im bequemen Reise-Car gemeistert wurde, nahmen für einmal selbst die Angefressenen ganz gelassen.

Teilnehmer- und Streckenrekord nochmals verbessert Beliebtes Bike-Rennen des Skiclubs Hausen Mit 60 Startern konnten die Organisatoren des Skiclubs Hausen im Jahr eins nach dem 20-Jahr-Jubiläum des AlbishornBikerennens abermals einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen. Marathon-Schweizer-Meister Urs Huber verbesserte seinen eigenen Streckenrekord um 15 Sekunden! ................................................... von martin platter Als Willy Studer, Heinz Gaisser und Oskar Studer am Mittwochabend um 18.30 Uhr mit ihren Fahrzeugen auf den Parkplatz Chratz in Hausen rollten, staunten sie nicht schlecht. So viele Bikerinnen und Biker wie noch nie hatten sich bereits eingefunden und bereiteten sich für das Rennen aufs Albishorn vor. Kaum hatten die Organisatoren Tisch und Laptop zur Erfassung der Teilnehmenden aufgestellt, bildete sich eine Schlange, die lang und länger wurde. Mittendrin der neue Schweizer Meister im Mountainbike-Marathon, Urs Huber, und seine Gattin Simone, denen es sichtlich Spass machte, sich unters gemeine Biker-Volk zu mischen. 60 Startnummern wurden schliesslich montiert so viele wie noch nie in der 21-jährigen Geschichte des Wettkampfes. Besonders erfreulich war die grosse Anzahl Nachwuchsfahrer. Viele davon sind Kinder des Kids Bike Treff, die der Radrennclub Amt seit geraumer Zeit mit grossem Zulauf jeweils Montagabends in Affoltern beim Vita Parcours (Beginn um 18 Uhr) durchführt. Der Start des Rennens musste wegen des grossen Zulaufs um acht Minuten verschoben werden, was der guten Laune auf dem Rennplatz aber keinen Abbruch tat.

Huber nicht zu bremsen Endlich oben! Gipfelfoto mit den sportlichen Mitgliedern des Gentleman Radclubs Amt bei der Suworow-Gedenktafel auf dem Chinzigpass. (Bild Martin Platter)

Der Rennverlauf ist schnell erzählt. Nach dem Startschuss von Willy Studer setzte sich unter dem Tempo-

diktakt von Urs Huber eine Zweierspitze mit Reto Wolf vom Pulk ab. Wolf, der das Rennen aufs Albishorn auch schon zu seinen Gunsten entscheiden konnte, musste jedoch bald spüren, dass die Pace von Huber zu schnell für ihn war. Huber zog durch und erreichte das Ziel unterhalb des Restaurants Albishorn in neuer Bestzeit von 23:22 Minuten. Damit verbesserte der Leistungsträger des RRC Amt seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr nochmals um 15 Sekunden. 2013 erwies sich der Sieg auf dem Allein auf weiter Flur rast Urs Huber in neuer Rekordzeit Albis als gutes dem Ziel auf dem Albishorn entgegen. (Bild Heinz Gaisser) Omen für den am Samstag bevorstehenden Parforceritt des Clubs. Es ist der Türlersee-Testlauf «Grand Raid» von Verbier über 125 Ki- am 3. September. Treffpunkt ist wie lometer nach Grimentz, den Huber immer um 18 Uhr beim Restaurant heuer unbedingt ein viertes Mal ge- Erpel. winnen möchte. Seine Ehefrau Simone tat es ihm gleich und verbesserte Resultate ihre Zeit aus dem Vorjahr um 28 Se- Herren (10 km/460 Hm): 1. Urs Huber (Arni) 23:22. 2. Reto Wolf (Affoltern) 26:40. 3. Roger Tillmann kunden auf 31:32 Minuten. Auch die Leistung des Youngsters (Hausen) 28:02. 4. Hermann Blaser (Aeugst) 28:10. verdient eine Erwähnung. Der erst 5. Cyrill Rüttimann (Ebertswil) 28:26. 6. Philippe zehnjährige Jan Tillmann, im Vorjahr Weingartner (Einsiedeln) 29:28. 7. Nicola Votta (Zünoch Zweiter, erreichte den Gipfel als rich) 29:35. 8. Marco Riemensberger (Bonstetten) schnellster Nachwuchsfahrer bereits 30:29. 9. Alexis Panoussopoulos (Zürich) 30:53. nach 33:52 Minuten. Innerhalb nur ei- Ruedi Lehmann (Birmensdorf) gl. Zeit. nes Jahres hat sich der Viertklässler Frauen: 1. Simone Huber (Arni) 31:32. 2. Linda um fast drei Minuten verbessert. Ein Epprecht (Bonstetten) 40:33. 3. Anne Insly (Zürich) spezieller Dank gebührt den Organisa- 41:34. toren des Skiclubs Hausens, die das Jugend (Jg. 98 und jünger): 1. Jan Tillmann (Hausen) Rennen auf hohem technischen Ni- 33:52. 2. Ilona Tillmann (Hausen) 34:50. 3. Kai veau (Lichtschranken-Zeitmessung) in Wenk (Hausen) 39:14. 4. Cedric Graf (Ottenbach) aller Seelenruhe Jahr für Jahr durch- 44:56. Timo Müller gl. Zeit. führen. Bleibt noch der Hinweis auf den nächsten öffentlichen Sportanlass Weitere Infos unter www.skiclub-hausen.ch.

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