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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 678 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 63 I 170. Jahrgang I Dienstag, 9. August 2016

Strombetrieben

Über den Wolken

In der Garage von ElektrofahrzeugPionier Peter Ackermann stehen ein Twike und ein Tesla. > Seite 3

«Startpunkt Säuliamt»: Ein Segelflug vom Regen in die Sonne, mit Martin Platter. > Seite 4

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Im Druckzentrum Der Weg des «Anzeigers» von der Redaktion über die Druckerpresse bis in den Briefkasten. > Seite 5

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Liebevoll behandelt In der Affoltemer Tierklinik Dennler steht das Tier im Mittelpunk. > Seite 6

Von den Toten auferstanden Das Reusstal und damit auch das Knonauer Amt gehören seit Menschengedenken zu den Brutgebieten der Weisstörche. In den 1950er-Jahren ausgestorben, ist die Wiederansiedlung der majestätischen Zugvögel eine Erfolgsgeschichte. ................................................... von salomon schneider

Überwintern auf Müllhalden Bereits während der 1950er-Jahre wurden aufgrund einer Einzelinitiative zahlreiche Jungstörche aus Algerien geholt, wo diese den Sommer verbrachten. Hier wurden sie aufgezogen und erst nach vier bis fünf Jahren freigelassen, wenn sie die Geschlechtsreife erreicht hatten. Schnell stellten sich Paarungserfolge bei den Störchen ein, die nach der Partnerwahl ein Leben lang zusammenbleiben. Beobachtet

Trauminsel entdecken Bike Adventure Tours hat neu Reisen nach Palawan im Programm. > Seite 7

FCWB: Start mit einer Niederlage Zum Saisonstart drehte der FC Wettswil-Bonstetten in Gossau erst in der zweiten Halbzeit auf. Den 0:2-Rückstand aus den ersten 45 Minuten konnten die Ämtler allerdings nicht mehr wettmachen. Die Leistungssteigerung sollte nur noch zum Anschlusstreffer durch Christoph Siefkes reichen. Die Erkenntnis aus Halbzeit eins: WB agierte insbesondere im Abwehrverbund zu unsicher. Die nächste Gelegenheit, zu punkten, bietet sich kommenden Samstag am ersten Heimspiel gegen den FC Balzers. ................................................... > Bericht auf Seite 11

Wie der Weissstorch den Weg zurück ins Knonauer Amt fand

Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,2 Metern und einem Gewicht von bis zu 4,5 Kilogramm ist der Weissstorch der zweitgrösste Vogel der Schweiz – nach dem 2007 erstmals wieder angesiedelten Bartgeier. Dass die Population seit Anfang des 20. Jahrhunderts immer stärker zurückging und der Storch schlussendlich ausgestorben war, hatte zahlreiche Gründe. Störche nutzen als Segler die Thermik, um in den Süden zu fliegen. Viele kollidierten mit Hochspannungsleitungen. Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft wurden immer mehr Feuchtgebiete trockengelegt, was dem Storch als Fleischfresser die Nahrungsgrundlage entzog. Pestizide und intensive Bejagung erledigten schlussendlich auch die letzten Störche. Diese Entwicklung passierte sowohl in Europa als auch in der Subsahara-Zone, wo die Störche den Winter verbrachten.

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Zwei Ämtlerinnen beim Tri-Circuit vorne Caroline Koethe (Rifferswil, Team Koach) liegt nach sieben von elf Rennen in der Swiss Triathlon Jahreswertung der Frauen an 1. Stelle. Auf Rang 3 folgt die Ebertswilerin Claudia Glättli (UBS Tri Club). Der Triathlon Circuit umfasst Schweizer Triathlon-Wettkämpfe über die olympische Distanz. Es folgen zudem noch die Mitteldistanzen in Murten und Locarno. (bs) anzeigen

Dieses Storchenpaar nistet in einem von den Aargauischen Elektrizitätswerken auf einem Hochspannungsmast montierten Nistkorb. Im Knonauer Amt werden vergleichbare Angebote vergeblich gesucht. (Bild Salomon Schneider) wurden aber auch homosexuelle Störche, die keinen Nachwuchs hatten oder ein Männchen mit zwei weiblichen Vögeln, die dann sehr viel Nachwuchs hatten. Störche sind ortstreu und kehren jeden Sommer wieder zum Nest zurück, welches dann ausgebaut wird. Nachdem die Fütterung über den Winter eingestellt wurde, begannen die wiederangesiedelten Störche in den Süden zu ziehen. «Sie zogen aber nur bis Spanien. Dies hat den Vorteil, dass die Reise weniger lang dauert, weniger gefährlich ist und dort nicht so viele verheerende Pestizide eingesetzt werden, wie in Subsahara-Afrika. Andererseits überwintern sie in Spanien

auf offenen Müllhalden», weiss Margrit Enggist vom Verein Storch Schweiz. Ob die Störche wieder in die Subsahara-Zone ziehen, wenn die offenen Müllhalden aufgrund von EU-Regulierungen geschlossen werden, wird sich zeigen, wenn es so weit ist. Da sich die Störche gut an das Ende der Winterfütterung in der Schweiz gewöhnten, ist anzunehmen, dass sie auch mit dieser Umstellung zurechtkommen.

Aargau mit Vorbildfunktion Störche nisten dort, wo die Nahrungssituation gut ist. «Man kann Störche nicht zwingen, an einem bestimmten

Ort zu nisten. Wenn aber die Nahrungssituation stimmt und Nistplätze zur Verfügung gestellt werden, nutzen Störche diese auch gerne», erläutert Margrit Enggist. Eine Initiative der Aargauischen Elektrizitätswerke zeigt dies deutlich. Auf zahlreichen Hochspannungsmasten im Reusstal wurden Nistkörbe angebracht, die heute allesamt eine Storchenfamilie beherbergen. Auf der Zürcher Seite des Reusstals gibt es bisher keine vergleichbaren Initiativen. Da im Knonauer Amt die Nahrungssituation für Störche optimal ist, kann trotzdem mit einem weiteren Wachstum der Storchpopulation gerechnet werden.

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Wer gewinnen will, muss Limiten ausreizen Wahl-Hausemerin Emma Pooley am Olympia-Einzelzeitfahren Das Olympische Strassenrennen in Rio hat Emma Pooley vorzeitig aufgegeben – auch im Hinblick auf das morgen stattfindende Einzelzeitfahren. Im Olympischen Strassenradrennen ist am Sonntag auch die Wahl-Hausemerin Emma Pooley gestartet. Der schwere Sturz der führenden Holländerin Annemiek van Vleuten musste für die Britin wie ein Deja-vu gewesen sein. Noch in der dritten Juli-Woche war Pooley an der Thüringen-Rundfahrt bei Regen in einem ölverschmutzten Kreisel selber bei hohem Tempo gestürzt und mit dem Rücken

voran in den Randstein geprallt. Im Interview, dass sie im Vorfeld der Weltspiele in Rio mit dem «Anzeiger» geführt hatte, sagte Pooley denn auch: «Wenn man an der Spitze fährt und gewinnen will, muss man immer ans Limit gehen.» Stürze seien im Radsport manchmal einfach auch Pech, wie ihr Beispiel gezeigt habe. Denn die Situation an der Thüringen-Rundfahrt habe nicht besonders gefährlich angemutet und sie sei auch kein unüblich grosses Risiko eingegangen. Die Säuliämtler Sports-Awards-Gewinnerin gab das Olympische Strassenrennen in Rio vorzeitig auf, um sich im Hinblick auf das morgen statt-

findende Einzelzeitfahren zu schonen. Ein ernüchterndes Fazit zieht die Multisportlerin bezüglich ihres Auskommens als Profi-Sportlerin. Obschon sie zu den weltbesten Radfahrerinnen und Duathletinnen zählt, ist sie auf private Sponsoren und Preisgelder angewiesen, um über die Runden zu kommen. Das Lotto-Soudal-Radteam, für das sie heuer den Giro femminile gefahren ist, hatte kein Budget für einen Lohn. Und das, obschon Pooley 2014 am Giro drei Etappen und das Trikot der besten Bergfahrerin gewonnen hatte. (map.) ................................................... > Interview auf Seite 11

200 32 Emma Pooley. (Bild zvg.)

9 771661 391004


Politische Gemeinde Affoltern am Albis Primarschulgemeinde Affoltern am Albis Sekundarschulgemeinde Affoltern am Albis/ Aeugst am Albis

Gemeindeversammlung Weil weder von der politischen Gemeinde noch von den beiden Schulgemeinden behandlungsreife Geschäfte vorliegen, wurde die Gemeindeversammlung vom 12. September 2016 abgesetzt. Die nächste Gemeindeversammlung wird somit am Montag, 5. Dezember 2016, stattfinden. Affoltern am Albis, 9. August 2016 Die Gemeindevorsteherschaften

Ausserordentliche Gemeindeversammlung

Pour nous tu n’es pas loin, juste de l’autre côté du chemin.

ABSCHIED UND DANK

1. Bewilligung eines Kredits von Fr. 170 000.– (davon Fr. 154 100.– gebundene Ausgaben) oder Bewilligung eines Kredits von Fr. 110 000.– (davon Fr. 95 800.– gebundene Ausgaben) für die Sanierung des Schulhauses Jahrgang 1843 2. Bewilligung eines Kredits von Fr. 1 100 000.– (davon Fr. 764 900.– gebundene Ausgaben) oder Bewilligung eines Kredits von Fr. 900 000.– (davon Fr. 595 700.– gebundene Ausgaben) für die Sanierung des Schulhauses Jahrgang 1913 3. Zustimmung zur Veräusserung der Liegenschaft Obstgarten (Haus an der Jonenbachstrasse 20 mit Grundstück) zum Mindestpreis von Fr. 2 Mio. an die/den Meistbietende/-n Hinweise Die Anträge und dazugehörigen Unterlagen zu den vorstehenden Traktanden sowie das Stimmregister können ab dem 24. August 2016 in der Gemeindeverwaltung Rifferswil eingesehen werden. Anfragen im Sinne von § 51 Abs. 2 des Gemeindegesetzes sind bis spätestens Ende Kalenderwoche 34 in schriftlicher Form an den Gemeinderat einzureichen.

TO D E S A N Z E I G E

In Liebe und Dankbarkeit haben wir Abschied genommen von unserem lieben Mami, Schwiegermami, unserer Grandmaman, Ur-Grandmaman, Schwägerin und Tante

Wir haben die schmerzliche Pflicht, Sie vom Hinschied unseres ehemaligen Aktiv- und Ehrenmitgliedes

Célina Grunder-Koller

Josef Koller

12. April 1922 – 25. Juli 2016

20. Juli 1933 – 29. Juli 2016

Wenige Wochen nach unserem Papi ist auch sie von ihren Leiden erlöst worden und für immer eingeschlafen.

zu unterrichten. Wir werden Sepp in ehrendem Andenken bewahren. Der Familie entbieten wir unser tiefempfundenes Beileid.

Herzlichen Dank den behandelnden Ärzten. Besonderen Dank an das Team der Langzeitpflege Sonnenberg, Haus Rigi 2, für die liebevolle Pflege. Herrn Pfarrer Schneebeli danken wir für die berührenden und einfühlsamen Abschiedsworte. Allen, die noch Kontakt mit ihr hatten und sie noch besuchten, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Harmonie Affoltern am Albis Die Urnenbeisetzung mit anschliessendem Trauergottesdienst findet am Freitag, 12. August 2016, um 11.00 Uhr auf dem Friedhof in Affoltern am Albis statt.

Affoltern am Albis, im August 2016 In Liebe: Jacqueline und Ron Shaw Eliane und Martin Aeberhard Simone Aeberhard Philippe Aeberhard und Zhenmei Xi mit Eric Marcel Grunder Verwandte und Bekannte

Einladung zu der am Mittwoch, 7. September 2016, Beginn 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle (Turnhalle Primarschulhaus Rifferswil) stattfindenden ausserordentlichen Gemeindeversammlung Geschäfte

Am Ende einer Reise steht die dankbare Heimkehr.

Gedanken und Augenblicke, sie werden uns immer an Dich erinnern, uns glücklich und traurig machen und Dich nie vergessen lassen.

Auf Wunsch von Mami fand der Abschied im engsten Familienkreis statt.

TO D E S A N Z E I G E

Anstelle von Blumen gedenke man des Spitals Affoltern, Postkonto 80-7664-4, Vermerk «LZP Sonnenberg».

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir traurig Abschied von

Gilt als Leidzirkular.

Hans Reif-Kaiser

Traueradresse: Eliane Aeberhard, Lindenstrasse 2A, 4533 Riedholz

21. März 1941 – 5. August 2016

Nach langer und schwerer Krankheit durfte er friedlich einschlafen. In stiller Trauer: Myrtha Reif-Kaiser Hans und Monika Reif-Probst mit Anja Thomas und Jasmin Reif-Mühlematter mit Silvan Arthur Reif Oskar Reif und Heidi Bühler Myrtha und Adolf Hediger-Reif Verwandte und Freunde

Es gibt eine Zeit zum Leben und eine zum Sterben. Wenn die Kraft zu Ende geht, ist es kein Sterben – es ist Erlösung.

Nach einem langen erfüllten Leben ist heute meine geliebte Ehefrau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und unser Grosi friedlich eingeschlafen.

Wir danken dem Ärzte- und Pflegeteam des Bezirksspitals Affoltern für die liebevolle Pflege. Auf Wunsch des Verstorbenen findet keine Abdankung statt. Es werden keine Leidzirkulare verschickt.

Luise Studer-Bulfoni

Traueradresse: Myrtha Reif-Kaiser, Stockenweg 73, 8906 Bonstetten

30. März 1935 – 7. August 2016

In Liebe und grosser Dankbarkeit nehmen wir Abschied. Otto Studer-Bulfoni Reto und Angela Studer-Wegmüller mit Philipp und Lisa Annelis Studer und Gilbert Gerber Claudia und Roger Götschi-Studer mit Ivo und Nick Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Traueradresse: Otto Studer-Bulfoni, Guthirtstrasse 14, 6300 Zug

Gemeinderat Rifferswil Rifferswil, 9. August 2016

Todesfälle Bonstetten In Bonstetten ist gestorben:

Reif Hans geboren 21. März 1941, von Bonstetten ZH, Ehemann der Reif, geb. Kaiser, Myrtha, wohnhaft Stockenweg, 73, Bonstetten. Er starb in Affoltern am Albis am 5. August 2016. Auf Wunsch des Verstorbenen findet keine Abdankung statt. Bestatungsamt Bonstetten

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Bezirk Affoltern

Dienstag, 9. August 2016

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«Schlechte Akkus sind Schnee von gestern» Auf Erkundungsfahrt mit Elektrofahrzeug-Pionier Peter Ackermann Das Knonauer Amt ist eine Energieregion. Nicht nur in Sachen Solarstrom ist der Bezirk ganz vorne dabei, auch strombetriebene Fahrzeuge sind ein zentrales Thema. Der Hedinger Peter Ackermann besitzt zwei Elektromobile – die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Fahrtwind auf der Hauptstrasse zwischen Hedingen und Affoltern am Albis lässt das Verdeck des kleinen, stromlinienförmigen Elektromobils flattern. Das Fahrzeug – ein Twike – gehört dem Hedinger Architekten Peter Ackermann. Seit 18 Jahren fährt er damit durch die Region und zieht neugierige Blicke auf sich. Wer ein Elektroauto lenkt, ist auf Schweizer Strassen auch heute noch Exot. «Für Kurzstrecken ist das Twike optimal», sagt Ackermann, im Führersitz liegend, in der Hand den Steuerknüppel des Mobils. «Es macht einfach Spass, damit herumzukurven». Das Twike kommt ohne Steuerrad aus und erinnert an die elektromobile Pionierzeit: Das Einsteigen beispielsweise erfordert beachtliche Flexibilität. Die Füsse der Insassen ruhen zur Sicherheit auf Velopedalen, für den Fall, dass auf der Strasse der Akku ausgeht. «Das Twike war eines der ersten Elektromobile, das über 80 Kilometer pro Stunde fuhr», erklärt Ackermann und meint weiter: «Die Batterien der Anfangszeit waren schwach. Da blieb man schon mal auf der Strasse liegen.» Heute seien die Pedalen nur noch Ablageflächen für die Füsse. «Dank neuester Akkutechnologie ist die Reichweitenangst Schnee von gestern.» Szenenwechsel. In der Tiefgarage von Ackermanns Haus ist das Twike parkiert und eingestöpselt. Mit Strom von der hauseigenen Solaranlage wird

das Gefährt aufgeladen. «Wenn man ein Elektroauto fährt, muss man es auch mit erneuerbarer Energie betreiben. Sonst sind Elektroautos kaum umweltverträglicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor» Auch das zweite Elektromobil im Fuhrpark von Peter Ackermann wird gerade aufgeladen. Mit der Pionierzeit der Elektromobilität hat dieser Wagen allerdings nichts mehr zu tun: Es ist ein Tesla Model S. Nicht gerade ein Auto, das für die breite Allgemeinheit erschwinglich ist. «Tatsächlich, ich habe noch nie so viel Geld für ein Auto ausgegeben», gibt Ackermann zu. «Aber wenn man eine Idee gut findet, dann muss man es einfach tun.» Tesla-Gründer Elon Musk habe alles richtig gemacht: Schöne Autos, angenehmes Fahrverhalten, eine hohe Reichweite und eigene Gratis-Ladestationen strategisch auf der ganzen Welt verteilt.

Eindrückliche Beschleunigung Auf der Autobahneinfahrt Wettswil demonstriert Ackermann, was sein Tesla leistet. Scheinbar ohne Mühe beschleunigt der Strom-Sportler in knapp über drei Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Das ist zwar nicht angenehm, aber eindrücklich. «Ganz normales Autofahren – ohne Lärm, ohne Emissionen. Das ist die Zukunft!», schwärmt Ackermann. Zwischenhalt an der Autobahnraststätte Knonauer Amt. Auch hier könnte Ackermann seinen Tesla aufladen – an einer E-Tankstelle der EKZ. «Man sieht sie überall. Die Elektromobilität ist alltagstauglich geworden», ist der Architekt überzeugt. «Die Zeiten, in denen Elektromobile untauglich und unzuverlässig waren, sind definitiv vorbei.» Und genau diese Botschaft will Ackermann unter die Leute bringen – zum Beispiel mit sei-

Peter Ackermann mit seinem Twike aus der Pionierzeit ...

... und im hochmodernen Tesla S. (Bilder zvg.)

Vollsperrung der Mülibergstrasse Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli Redaktion: Salomon Schneider Redaktion@affolteranzeiger.ch Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 24 678 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/ Christine von Burg Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 inserat@weissmedien.ch Sonderseiten: Kurt Haas, Mediaberatung Telefon 058 200 5718, M 079 270 35 67 info@mein-mediaberater.ch

Aeugst: Bauarbeiten am 13. und 14. August Die seit Oktober 2015 mehrmals verschobene Vollsperrung der Mülibergstrasse in Aeugst soll nun am 13. und 14. August stattfinden. Das Wetter hat nicht mitgespielt und die für Juni 2016 angekündigten Deckbelagsarbeiten sowie die Markierungen auf dem Teilstück Sonnenbergstrasse bis Birkenhof konnten nicht wie geplant ausgeführt werden. Diese Arbeiten – für welche die Mülibergstrasse, Abschnitt Sonnenbergstrasse bis Birkenhof, gesperrt werden muss – sind nun für Samstag, 13. August, ab 5 Uhr bis Sonntag, 14. August, um 15

Uhr vorgesehen. Neues Verschiebedatum bei schlechter Witterung wäre das Wochenende vom 27. und 28. August. Die Umleitungen erfolgen ab dem Kronenplatz in Affoltern über Hedingen, Bonstetten und Stallikon nach Aeugst. In umgekehrter Richtung geht es ab Aeugstertal über Hausen a. A. (Reppischtalstrasse in Riedmatt, Albis-passstrasse bei Vollenweid und die Aeugsterstrasse) – Aeugst a. A. (Affoltern,- Dorf- und Affolternstrasse – Affoltern a. A. (Aeugster-, Jonental-, Zürichstrasse) zum Kronenplatz. Die Zufahrt zum Weiler Müliberg ist von Affoltern her jederzeit möglich.

Allen Anwohnenden im Baustellenbereich, die über keine rückwärtige Erschliessung verfügen, wird empfohlen, während der Vollsperrung ihre Fahrzeuge ausserhalb der Baustelle zu parkieren. Das Trottoir bleibt während den Bauarbeiten benützbar.

wir gratulieren Zum 85. Geburtstag Johann Anton Henggeler, Affoltern, feiert heute Dienstag, 9. August, den 85. Geburtstag. Wir wünschen dem Jubilaren einen frohen Festtag.

Zum 80. Geburtstag In Affoltern feiert René Burri am kommenden Donnerstag, 11. August, den 80. Geburtstag. Wir wünschen ihm alles Gute.

Verspätungen im öV Die PostAuto-Linien 225 und 235 verkehren aufgrund der Vollsperrung nach geändertem Betriebsregime. Es gilt, die Fahrgastinformationen in den Bussen sowie an den Haltestellen zu beachten. Es ist mit Verspätungen zu rechnen, die Anschlüsse an die S-Bahn können nicht gewährleistet werden.

Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss: Dienstagsausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.azmedien.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.azmedien.ch

nem Elektroauto-Club, der «eGroup Knonaueramt». Zurück auf der Autobahn: Als er von einem anderen Tesla überholt wird, muss Ackermann schmunzeln. «Das sieht man selten. Aber doch immer öfter.» Zahlen des Zürcher Strassenverkehrsamts zeigen: Im Kanton sind derzeit gut 1600 reine Elektrofahrzeuge zugelassen. Im Bezirk Affoltern gerade mal 70. «Die grossen Autohersteller hatten bisher kein Interesse, gute Elektroautos anzubieten», begründet Ackermann. Mit Tesla steige jetzt der Druck und das sei gut so. «Ich bin überzeugt: Die jüngere Generation wird die Zeit ganz ohne Verbrennungsmotoren noch erleben.» (pd.)

Der rot markierte Abschnitt der Mülibergstrasse in Aeugst wird am 13. und 14. August komplett gesperrt, die blauen Pfeile zeigen die Möglichkeiten der Zu- und Wegfahrt. (Bild zvg.)

Zum 88. Geburtstag Heinrich Hegetschweiler Hobacher in Ottenbach feiert heute Dienstag, 9. August, seinen 88. Geburtstag. Wir gratulieren ihm ganz herzlich.


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Sommerserie

Dienstag, 9. August 2016

Ein Segelflug vom Regen in die Sonne Sommerserie «Startpunkt Säuliamt» (6): Über den Wolken … Wie cool wäre das denn: Ohne lange Fahrt zum Flughafen und nervenaufreibendes Einchecken einfach abheben und die Sorgen des Alltags hinter sich lassen. Was Reinhard Mey besingt, machte die Segelfluggruppe Knonaueramt möglich. ................................................... von martin platter Gewitterwolken ziehen sich am Himmel zusammen. Ausgerechnet heute, nach fünf wunderschönen Tagen mit stahlblauem Himmel, exzellenter Fernsicht und hochsommerlichen Temperaturen. Schon prasseln die ersten Tropfen auf die transparente Cockpit-Haube des schlanken Segelflugzeugs mit der Kennung HB-3413. Es ist zwölf Uhr mittags auf dem Flugplatz in Hausen. Über Funk spricht mein Pilot Andrea Schlapbach zu Ruedi Schneebeli, dem Führer des Schleppflugzeuges: «Komm, wir warten noch, bis der Schauer vorbei ist.» Schlapbach zieht die Haube zu, damit es nicht ins Flugzeug regnet. Sofort beschlägt die Scheibe. Im Cockpit wirds schwül wie in einer Sauna. Mit Vierpunktgurten festgezurrt sitzen wir in einem «Duo Discus XL», ein akrobatiktaugliches Hochleistungssegelflugzeug für zwei Personen mit einer Spannweite von 20 Metern und einem maximalen Abfluggewicht von 750 kg. Im Inneren ist es recht eng, aber nicht unbequem. Man liegt mehr als dass man sitzt. Das Flugzeug lässt sich von beiden Plätzen aus fliegen. Entsprechend verfügt es über synchrone Steuerknüppel und Fusspedale. Wie bei einem Linienflugzeug verfügen beiden Piloten über mechanische und elektronische Instrumente sowie moderne Flug-Computer.

Einsteigen und losfliegen ging nicht Einsteigen und losfliegen. So einfach wie ich mir das vorgestellt hatte, gings dann aber doch nicht. Rund eine Stunde dauerten die Vorbereitungen. Zuerst musste das Gerät, das im Hangar an der Decke aufgehängt war, flugbereit gemacht werden. Absenken auf den Boden, es vom «Pyjama» (die Staubschutztücher für Tragflächen und Cockpithaube heissen tatsächlich so!) befreien, die Flügelenden anbringen, den Heckkuller entfernen und eine allgemeine Funktionskontrolle durchführen. Der Push-Back, also das zurückrollen des Flugzeugs in die Startposition, erfolgte von Hand und

zu Fuss über die halbe Länge der Startbahn. Dann erhielt ich noch einen Schnellkurs in Fallschirm-Manipulation, denn jeder Segelflieger trägt einen dieser textilen Lebensretter. Und nun das: Immer dickere Tropfen prasseln auf uns nieder. Gemeinsam halten wir die Plexiglashaube einige Zentimeter geöffnet, damit wir nicht noch mehr ins Schwitzen geraten. Nach ein paar Minuten lässt der Regen endlich nach. Ruedi Schneebeli eilt zu uns herüber, wischt mit einem Tuch notdürftig die dicksten Wassertropfen von den Tragflächen. Beim Segelfliegen ist eine perfekte Aerodynamik das A und O. Sogar die Fugen zwischen Tragfläche und dem Flügelende wurden mit einem Klebeband abgeklebt.

Sanfter Start Dann rollt Ruedi mit seiner einmotorigen Robin DR 400 auf die Startbahn und zieht sanft das Schleppseil straff, das an der Spitze unseres Flugzeugs befestigt ist. «Ready for take off!» Erstaunlich sanft setzt sich unser Segelflieger in Bewegung. Das ist nicht selbstverständlich, wie mir Andrea erklärt hatte. Wir haben niemanden, der den Flieger beim Start ausbalanciert und auch kein Fahrwerk unter den Flügeln. Lediglich zwei Bug- und eine Heckrolle. Das heisst: Als Ruedi anzieht, sind wir leicht auf die Seite gekippt, da der linke Flügel noch am Boden liegt. Mit der ersten Bewegung muss Andrea den Segelflieger aufrichten, um die Tragfläche nicht zu beschädigen. Dank Routine und des windstillen Wetters gelingt ihm das wie vorgesehen. Nach wenigen Metern heben wir bereits ab. Rechts unter uns ist Rifferswil zu sehen, links bereits der Zugersee und die Innerschweiz. Unsere Flugroute: Über Emmen, Entlebuch, Emmental und Thunersee wollen wir das Flugzeug auf den Flugplatz Saanen überführen. Je nach Thermik möchte mir Andrea über dem Berner Oberland noch ein paar Segelflugmanöver zeigen. Alles klappt wunderbar. Nach wenigen Minuten haben wir den grauen Himmel hinter uns gelassen. Auf rund 2000 Metern Höhe, bzw. 1600 Meter über Grund schleppt uns Ruedi mit gut 180 km/h ins Zielgebiet, das wir nach 40 Minuten erreichen. Was mit dem Auto eine fast dreistündige Fahrt bedeutet hätte, schaffen wir in einem Fünftel der Zeit! Das Beste aber kommt erst noch. Die Thermik ist besser als erwartet, Andrea ist in seinem Element. Als Chronist diverser Schwei-

Einzigartiges Erlebnis für den Schreibenden: Ein Segelflug mit Andrea Schlapbach im Duo Discus XL. (Bild Andrea Schlapbach) zer Segelflugmeisterschaften spüre ich nun am eigenen Leib und vor allem im Magen, wie beim Steigen und Sinken die Schwerkraft auf den Körper einwirkt.

Flaues Gefühl im Magen Das Variometer piepst ohne Unterlass – ein Zeichen, dass wir permanent am Steigen oder Sinken sind. Nur mit der Kraft des Aufwindes aus einem Couloir schrauben wir uns hoch bis auf 2700 Meter und schiessen dann entlang der nächsten Bergflanke wieder zu Tal. Von einem Hochplateau winken uns Wanderer zu. Plötzlich zeigt das Kollisionswarngerät Flarm, das Andrea mitentwickelt hat, ein weiteres Flugobjekt in unserem Luftraum. Es ist ein zweiter Segler, der sich wie wir im Aufwind in die Höhe schraubt. «Unglaublich nahe», rufe ich Andrea zu. Der quittiert: «Die Distanz beträgt zirka 120 Meter». Ich staune. In der Luft wirkt alles viel näher als es effektiv ist. Andrea zeigt, was er und der Duo Discus können: Nach kurzem Sinkflug erreichen wir 250 km/h, nahezu die vom Hersteller erlaubte Maximalgeschwindigkeit. Andrea zieht den Vogel hoch, bis wir nur noch etwa 110 draufhaben und kippt dann – nach einem Moment der Schwerelosigkeit – über den Flügel nach rechts in die nächste weite Schlaufe. Ich blicke aufs Flügelende und habe das Gefühl, dass wir

uns an Ort drehen. Dabei hat unsere Flugbahn einen Radius von etwa 150 Metern. «Alles okay bei dir?», fragt er nach jedem Manöver mit besorgtem Unterton. Ich bejahe artig – auch dann noch, als sich ein flaues Gefühl in der Magengegend breit macht, das ich vom Achterbahnfahren kenne. Ich bin froh, als wir nach knapp 90 Minuten in Saanen landen, denn das mulmige Gefühl im Magen klingt gegen Ende des Fluges nicht mehr ab. Sehr sanft und nach kürzester Zeit stehen wir im Gras auf der Seite der Landebahn und neigen uns wieder zur Seite. Eine echte Bilderbuchlandung. Andrea lächelt zufrieden.

Zurück mit dem Motorflieger Der Push-Back erfolgt wieder von Hand zu einem der alten, halbrunden, halb zerfallenen Militärkavernen, in denen früher die Kampfjets der Luftwaffe untergestellt waren. Die nächsten Wochen verbringen die Mitglieder der Segelfluggruppe Knonaueramt ihr Sommerlager im Saanenland. Die Zeiten sind unsicherer denn je und ich frage mich, wie es sich unser Militär leisten kann, die Infrastruktur derart vergammeln zu lassen. Zurück nach Hausen fliegt uns Ruedi mit der Robin. Über dem Napfgebiet türmen sich die Gewitterwolken bedrohlich vor uns auf. Immer wieder tänzelt das Flugzeug mit den Windböen. Doch Ruedi lässt sich nicht anzeige

In der Luft wirkt alles viel näher, man hat zuweilen den Eindruck, die Flügelenden streiften die Berggipfel. (Bild map.)

aus der Ruhe bringen. Routiniert justiert er Gemisch, Propeller und Leitwerke, hält so das Kleinflugzeug sicher in der Luft. Mit leichtem Rückenwind schaffen wir die knapp 130 km in 40 Minuten, ehe wir in Hausen sanft aufsetzen. Nach exakt fünf Stunden mache ich mich vom Flugplatz wieder auf den Nachhauseweg. Andreas trockenen Humor werde ich wohl nicht so schnell vergessen: «Passagiere, die sich beim Fliegen nicht übergeben, sind mir immer eine Freude», sagte er zum Abschied mit breitem Grinsen. Infos: sgka.ch.

Startpunkt Säuliamt In der diesjährigen Sommerserie machen sich «Anzeiger»-Journalisten auf den Weg – zu Fuss, per Velo, Schlauchboot oder mit einem x-beliebigen anderen Fortbewegungsmittel – und berichten von ihren Erlebnissen unterwegs. Die einzigen Vorgaben: das Säuliamt als Startpunkt und die Reisedauer von fünf Stunden. Bereits erschienen: Mit dem Schlauchboot von Ottenbach nach Mellingen, 19. Juli; Medienreise in die Emilia Romagna, 22. Juli; Kreuz- und Quer per Bus, 26. Juli; Zu Fuss von Uerzlikon bis zur Alpwirtschaft Brunegg, 29. Juli; Wo ein Drahtesel einem Wasserbüffel begegnet, 3. August.


Bezirk Affoltern

Dienstag, 9. August 2016

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Der Weg der Buchstaben, bis sie gelesen werden können Der «Anzeiger» wird in Aarau auf der modernsten Druckanlage der Schweiz hergestellt Jeden Dienstag und Freitag informiert der Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern über Neuigkeiten aus dem Säuliamt. Es sind viele Arbeitsschritte nötig und ein langer Weg, bis die Leser die Zeitung geniessen können. ................................................... von martin mullis Die Feststellung «Es stand im ‹Anzeiger›» ist im Säuliamt eine nicht selten zu hörende Redewendung. Der «Anzeiger» gilt im Säuliamt als zuverlässiges Nachrichtenorgan, als Meinungsforum und nicht wenige Leser halten ihn auch für ein wichtiges Kulturgut. Die kostenlose Lieferung in jede Haushaltung wird von der Bevölkerung sehr geschätzt. Der Weg der zirka 25 000 Exemplare von der Redaktion über die Druckerpresse bis in den Briefkasten zweimal wöchentlich, ist eine regelrechte technische und logistische Herausforderung. Diese beginnt bei der Übermittlung eines Artikels vom Journalisten an die Redaktion. Fast geisterhaft und je nach Computer sogar von einem «Windgeräusch» begleitet, rasen Texte und Bilder vom Berichterstatter ins Redaktionsbüro. Die Ablieferung eines Zeitungsberichtes ist von keiner Uhrzeit abhängig. Verlangt der Redaktionsschluss oder die Aktualität des Themas eine Zustellung mitten in der Nacht, so stellt das technisch absolut kein

Problem dar. Ein Tastendruck genügt und der Verantwortliche für die Gestaltung der Zeitung ist in der Lage, jederzeit mit der Arbeit zu beginnen. Ist die Zeitung druckbereit, genügt ein ebensolcher Tastendruck um die digitale Version nach Aarau in die Druckerei zu übermitteln. Bei der dortigen Mittelland Zeitungsdruck AG spielt ein Ungetüm namens KBA Commander CT mit Jahrgang 2014 die Hauptrolle. Albert Schützinger, Abteilungsleiter Zeitungsdruck ist sozusagen der Chef der modernsten Druckmaschine der Schweiz.

30 Minuten und 14,5 Kilo Farbe für 25 400 Zeitungen Die 25 400 Exemplare des «Anzeigers» werden an diesem Donnerstagnachmittag in der Halle, welche so gross ist wie ein Fussballfeld, innert gut 30 Minuten gedruckt. Dafür wird zu 90 % recyceltes Papier verwendet, welches in grossen dicken Rollen von rund 1,5 Metern Durchmesser angeliefert wird. Die Ausgabe Nr. 62 des «Anzeigers» vom Freitag, 5. August 2016, verbrauchte insgesamt 14,5 Kilogramm Farbe nämlich 9,9 Kilo schwarz, 1 Kilo Magenta (Purpurrot), 2 Kilo Yellow (Gelb) und 1,7 Kilo Cyan (Türkis). Patrick Hohler, Leiter Zeitungsproduktion, ist verantwortlich für den Druck von rund einem Dutzend weiterer Zeitungen der AZ Medien. Gedruckt werden Produkte in den Formaten Broadsheet für den «Anzeiger» und Tabloid für Pendlerzeitungen wie

Der «Anzeiger» wird gedruckt: Patrick Hohler, Leiter Zeitungsproduktion. (Bild Martin Mullis) zum Beispiel «20 Minuten». Die Zeitungen, welche unter den kritischen Augen von Patrick Hohler gedruckt werden, liest er in der Regel nie. Mit einem Augenzwinkern korrigiert er dann allerdings seine Aussage und hält fest, dass er den «Anzeiger» viel-

leicht bei einer der sehr seltenen Arbeitspausen doch auch schon näher angeschaut habe. Sehr genau hinschauen muss auch Rotationsdrucker Sandro Scanga bei den ersten Exemplaren, welche am Ende der Druckstrasse vom Com-

mander CT ausgespuckt werden. Nach dem Druck werden allfällige Werbebeilagen hinzugefügt, die Zeitungen versandbereit in spezielle Wagen verpackt, wo sie dann von der Post am späteren Nachmittag abgeholt und im Säuliamt weiterverteilt werden.

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Stalliker Autor nimmt mit in die Zukunft

Die deutsche Sprache geht vor die Hunde...

«Wasserraub in Zürich» – Jürg M. Steinegger hat seinen ersten Roman vorgestellt

Aus dem Handy ertönt ein Ohrwurm, ich nehme ab und höre «Fauler Hund aufstehen», ich stehe in 20 Minuten vor deiner Tür. Aus dem Tuner ertönen die News, dann von Swiss Financial Information den Swiss Market Index, alles O.K. Jetzt mit Tempo ins Bad: Hot Shower Cleaning und nach dem Trocknen die Crème «Care and Repair». Blick in den Spiegel: Heute brauchts mehr Repair. Shorts und T-Shirt und Sneakers montiert. Toast und Café (Nein, nicht take away aus dem Karton) Zähne putzen mit White Colour Shining Cream, dann Lip Gloss für spröde Lippen. Mein Timing ist perfekt. Aus dem Handy tönt dieser schreckliche Song. Ein richtiges No Go. Muss ich unbedingt changen? Was ist geplant? Skating, Sailing oder Biken. Biken ist angesagt, also Helm auf und bequem mit dem Üetliexpress in die Höhe. Sie sieht wieder top aus, wie aus dem Truckli. Ihre Augen: Shining. Ihr «Active Shield» aus der KosmetikSchublade nicht zu killen. Nach zwei Down-Hill-Fahrten ist es schon wieder vorbei. Sie hat noch ein Date mit einer Freundin. Und neue Kleider hat sie auch schon wieder, ich glaube, sie hat einen Sponsor ... «Wait and see», sagt mein Kollege. Nach einem Hamburger (US-Style) mit Ketchup und Coke sind alle dunklen Wolken vertrieben. Es hat ja so viele Mütter mit schönen Töchtern. Who cares? Ich habe mir kürzlich ein Zürichdeutsches-Wörterbuch gekauft, höre vor dem Einschlafen «S’Totemügerli» von Franz Hohler und hoffe, dass die Amerikanisierung unserer Umgangssprache endlich gestoppt wird . Hoffen darf man ja.

Ein junger Mann zwischen Verantwortung und Versuchung, ein mysteriöses Rätsel und persönliche Verstrickungen – der Zukunftsroman von Jürg Steinegger verspricht Spannung. ................................................... von thomas stöckli Wasser ist d e r wertvolle Rohstoff in der zukünftigen Region Zürich, wie sie Jürg M. Steinegger in seinem Roman beschreibt: Die Firma Wassercom kontrolliert den Zürichsee als Trink-

persönlich 30 Jahre in den USA gelebt Jürg Steinegger, geboren 1938 in Neuhausen am Rheinfall, hat an der Kunstgewerbeschule Zürich Innenarchitektur studiert. 1964 wanderte er in die USA aus, wo er sich nach drei Jahren selbstständig machte und insbesondere für Banken Filialen einrichtete. «Mit Donald Trump habe ich einmal eine ganze Woche verhandelt», verrät er. Um Büroflächen in einem von seinen Wolkenkratzern sei es damals gegangen, erinnert sich Steinegger und beschreibt den US-Präsidentschaftskandidaten als «unnachgiebige Person». Nach dreissig Jahren in New York kehrte Jürg Steinegger zurück in die Schweiz. Er lebt in Gamlikon und schreibt nebenbei schon länger Geschichten. «Wasserraub in Zürich» ist sein erster Roman.

Jürg M. Steinegger mit seinem Zukunftsroman. (Bild Thomas Stöckli) wasserreservoir von der privilegierten und durchregulierten rechten Seeseite aus. Als Gegenpol fungiert die Schifffahrtsgesellschaft auf der ärmeren aber auch freieren linken Seite. Dazwischen steht Hauptperson Ernesto Cavial. Soeben in die Direktion der Wassercom gewählt, muss er als Erstes aufklären, wohin konstant ein Teil des kostbaren Nasses verschwindet. Zu-

gleich fühlt er sich auch vom Pulsieren des Lebens jenseits der Grenze angezogen. Dem ominösen Wasserraub auf der Spur, macht sich Ernesto diesseits und jenseits des Sees gefährliche Feinde. Wem kann er jetzt noch vertrauen? Seinem Vater? Seiner Schwester Effy, zu der er eine besonders enge Beziehung pflegte? Oder einer der anderen Frauen in seinem Leben?

Fingerbrains als Kommunikationsmittel, persönliche Amulette, die gleichzeitig als Ausweis, Zahlungsmittel und zur totalen Überwachung dienen, fremdartige Baustoffe und Fortbewegungsmittel machen immer wieder deutlich, dass die Geschichte in der Zukunft spielt. Ansonsten erscheint das Zürich der Zukunft nämlich erstaunlich vertraut. Die Hauptperson Ernesto ist zwar intelligent, schafft es aber nicht, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Mehr widerwillig rutscht er in die bedeutenden Rollen, die andere ihm zugedacht haben. Er muss sich manipulieren, von seinen Trieben steuern und sogar wiederholt in einem «Institut für psychologische Rechtbarkeit» kaltstellen lassen. Menschliche Intrigen spielen ebenso eine Rolle wie Politik, Machtmissbrauch und familiäre Konflikte. «Ernesto ist ein guter Mensch», ergreift der Autor dennoch Partei für seine Figur. Auf dem Neuhauser Literaturboot hat Jürg M. Steinegger, der dort geboren wurde, aber schon lange in Stallikon lebt, seinen ersten Roman vorgestellt. Erfolgreich: «Das Boot war voll», so der Autor. Rheinabwärts las Schauspieler Raphael Burri aus dem Buch vor – «das kann ich nicht», meint Steinegger. Umso mehr liegt ihm das Schreiben. Vor allem Kurzgeschichten und nicht nur aus der Zukunft. So spielt eine seiner grösseren Geschichten im Mittelalter, eine andere zur Zeit, «als die Menschen von den Bäumen runterkamen», wie er selber sagt. Jürg M. Steinegger, Wasserraub in Zürich, edition vogelfrei, ISBN 978-3-9521051-6-0, erhältlich auch in der Buchhandlung Scheidegger, Affoltern.

Mani Wyss, Stallikon ................................................... > Weitere Zuschriften auf Seite 6


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Forum

Dienstag, 9. August 2016

Hoffnungsloser Fall?

Was ist aus uns geworden?

Der Teufel steckt im Detail, Gastkommentar von Kantonsrat Olivier Hofmann im «Anzeiger» vom 5. August.

Wenn ich jeweils unseren GrüngutContainer vor dem Entleeren inspiziere, muss ich feststellen, dass dieser zu einem Drittel mit Grundnahrungsmitteln bestückt ist. Ganze Brotlaibe etc. werden einfach weggeworfen. Ich frage mich, wie gut es uns noch geht, und wie lange noch. Könnte man nicht mit mehr Gedanken einkaufen, da es ja an jeder Ecke Einkaufsläden gibt. Ich habe auch mit den Leuten der Grüngut-Abfuhr gesprochen, die mir meine Aussagen bestätigten und die Hände über den Köpfen zusammenschlugen. Es könnte einmal eine Zeit kommen, da sich sehr viele schwertun

Kantonsrat Olivier Hofmann meint, der Teufel stecke im Detail. Der Hund liegt doch eher bei Kantonsräten wie ihm begraben, die offensichtlich nur abnicken, was der «Kanton» ihnen vorgibt. Mit Kanton meint KR Hofmann wohl die kantonale (Fach-) Verwaltung und ihre Regierungsräte (Exekutive) – die dem Volk bzw. seinen Vertretern (Kantonrat, das wäre eigentlich die Legislative) – die Raumplanungsabsichten z.B. mit dem Richtplan vorlegen. Es wäre an den Kantonsräten zu steuern, was die Verwaltung und ihre Führungsfiguren – wenn sie denn führen würden und nicht lediglich von ihrer Verwaltung gesteuert werden – in der Raumplanung zu tun hätten. Es ist also nicht mit Anfragen zum Wachstum in den ländlichen Gemeinden an den Kantonsrat getan, die dann der zuständige Regierungsrat Kägi von seiner Fachverwaltung beantworten lässt. KR Hofmann und seine Kollegen müssten auch beachten, wer diese Fachverwaltung z.B. im Amt für Raumentwicklung (ARE) und den andern mitwirkenden Ämtern und Fachstellen ist. Das sind mehrheitlich junge Hochschulabsolventen – hochmotivierte Raumplaner oder Geografen o. ä. – die sehr oft nie in der Praxis der Privatwirtschaft gearbeitet haben und begeistert umsetzen wollen, was gerade Trend ist an Ideen zu Raumordnungskonzepten, Metropolitanräumen oder Verdichtungsstrategien, einfach alles, was in ihren Augen unglaublich wichtig sein soll. Das Ergebnis, z.B. der Richtplan, wird dann von publireportage

den Laien im Regierungsrat und Kantonsrat praktisch durchgewinkt oder eben abgenickt, ist zu befürchten bzw. bei KR Hofmann – seinem Kommentar nach – «berechtigt» anzunehmen. Zudem werden Konzepte bzw. Planungen von gestern, durch die Zuwanderung von heute jährlich 60 000 bis 90 000 Menschen laufend überholt und zur Makulatur gemacht. Es ist von KR Hofmann also nicht zu fragen, was den Gemeinden in Zukunft gestattet werden soll, sondern der Kantonsrat müsste seinen Regierungsräten und damit der Fachverwaltung die Aufträge erteilen, was die Bevölkerung und die Gemeinden in der Raumplanung bzw. Siedlungsentwicklung wollen! Offensichtlich hat KR Hofmann sein (bürgerliches) Mandat nicht verstanden. Abnicker, die vom gleichartigen Vorgänger die Klinke zum Kantonsrat in die Hand gedrückt bekommen haben, nützen der Bevölkerung nichts. Wir brauchen keine langweiligen Zinnfiguren, sondern vor allem handelnde Kantonsräte. Die gleiche Apathie und Untertanenhaltung herrscht offensichtlich auch in der Planungsgruppe Knonaueramt, deren Planerin und Delegierte auch vor der kantonalen Fachverwaltung des ARE stramm stehen und jene Vorgaben als von Gott gegeben hinnehmen. Herr Hofmann, sagen Sie dem Regierungsrat und der Verwaltung, was sie zu tun haben und warten Sie nicht auf Wunder. Nicht bloss anfragen, sondern aktiv steuern ist gefragt – die Verwaltung hat der Bevölkerung und den Gemeinden nicht zu sagen, was sein soll! Hans Häusermann, Ottenbach (24 Jahre Fachverwaltungspraxis in der Baudirektion)

würden, wenn sie gewohnheitsmässig weiter so einkaufen und das Vorige einfach wegwerfen. Ich möchte an die Millionen hungernder Menschen erinnern, die auf unserem Planeten wohnen. So darf es einfach nicht weitergehen! George Faoro, Hedingen

Weggeworfen: Brot, Kuchen und Äpfel. (Bild George Faoro)

Das Tier steht im Mittelpunkt Immer wieder werden Leserbriefe veröffentlicht, die das Spital Affoltern betreffen. Ich möchte das heute für die Tierklinik Dennler machen, weil beide Institutionen nach dem gleichen Prinzip arbeiten: Im Spital steht der Mensch, bei der Tierklinik das Tier im Mittelpunkt. Den Anfang macht immer die Beratung am Telefon. Ich bin immer und jederzeit, ohne Warteschlaufe gut beraten worden und habe immer, wenn nötig auch sofort, einen Termin bekommen. In der Praxis selber bin ich, bzw. meine kranken Tiere immer pünktlich dran gekommen – es gab nie Wartezeiten. Die Behandlungen waren und sind immer liebevoll, geduldig und einfühlsam. Die Ärzte und die medizinischen Assistentinnen sind ein Team. Die Behandlung wird durch Nachfragen und Tipps für die Nachbe-

handlung liebevoll ergänzt. Es bleiben keine Fragen offen. Auch meine Katzen fühlten, fühlen sich immer wohl, weil sie spüren, dass für sie das Menschen- beziehungsweise Tierischmöglichste getan wird. Stationäre Tiere kann man regelmässig besuchen und sie werden äusserst liebevoll und den Umständen entsprechen bestmöglich versorgt. Auch ich hatte meinen «Patient Pablo» da – er wurde wieder gesund. Im Moment habe ich wieder ein Sorgenkind, oder -kater. Jairo ist in Behandlung. Einmal letzten Sonntag, Notfall, und jetzt wieder am Samstag, ich denke, hoffe, er schafft es. Ich habe einfach die Gewissheit, dass ich jederzeit und immer anrufen kann, und dass notfalls immer jemand erreichbar ist. Im Namen meines Katers Jairo möchte ich noch folgende Geschichte

erzählen: Er musste aufgrund seiner Vorgeschichte «vorlaufen»... und danach ist er – ganz freiwillig – auf den Behandlungstisch gesprungen. Das spricht für ein absolutes Vertrauen. Ein riesiges Dankeschön von mir und ja ein Miau, Wuff, Mümel-mümel, Kräh und und und . . . von allen Tieren dem Tierärzte- und Praxisteam der Tierklinik Dennler Helen Casanova, Obfelden, mit Pablo und Jairo PS: mit einer Bitte an die Gemeinde, der Klinik vier gratis Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Es ist, wenn man alleine ist, nicht immer einfach einen Parkplatz zu finden und entweder gibt man sein krankes Tier ab oder muss mit ihm bis zur Klinik laufen, was wieder unnötig Stress bedeutet . . .


Gewerbe/Dienstleistungen

Selbstgebrautes

30 Jahre «Hirschen»

Der Verein Malzheimer lädt zum Sommerfest ins Schützenhaus Obfelden. > Seite 8

Brigitte Gubler feierte ihr Wirtejubiläum und lud zum Fest ein. > Seite 9

Die Trauminsel Palawan entdecken Neue Reise im Programm von Bike Adventure Tours

Dienstag, 9. August 2016

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Tolle Weiten Der Dreisprung-Wettkampf war der Höhepunkt am LeichtathletikMeeting der LV Albis. > Seite 11

ratgeber

Die Kunst des «Zahnziehens» von milan herzog*

Einsame Lagunen, weisse Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, bunte Korallenriffe und sattgrüne tropische Vegetation. Durch dieses Tropenparadies zwischen Südchinesischem Meer und Sulusee führt die BikeEntdeckungsreise zur Trauminsel Palawan. Mit dem Bike geht es entlang palmengesäumter Sandstrände, durch tropischen Dschungel und faszinierende Karstfelslandschaften, meist auf breiten Naturwegen, gelegentlich auch auf Offroad- oder Singletrails. Mit Bike, Boot, zu Fuss und im Wasser schnorchelnd taucht man in die tropische Inselwelt von Palawan und der kleineren Insel Coron ein; erforscht das Höhlensystem von Ugong Rock, passiert auf abenteuerlichen Pfaden wackelige Holzbrücken im tropischen Regenwald und geniesst beim Schnorcheln die bunte Unterwasserwelt. Ein besonderes Abenteuer ist die Kanufahrt durch die Höhle auf dem

Biken auf palmengesäumten Sandstränden. (Bild zvg.) längsten unterirdischen Fluss der Welt, einem Unesco-Weltnaturerbe. Dank der Gastfreundschaft der Filipinos fühlt man sich im tropischen Inselparadies vom ersten Moment an willkommen. Kein Wunder, hat sich die Bike-Entdeckungsreise auf den Phi-

lippinischen Inseln Palawan und Coron bereits in den wenigen Monaten, seit sie bei Bike Adventure Tours im Programm steht, zum Renner entwickelt. (bat) Weitere Infos unter www.bike-adventure-tours.ch.

Griechisch essen im Säuliamt Der «Spycher» in Mettmenstetten mit neuem Angebot Bisher war der «Spycher» in Mettmenstetten für gute Schweizer Küche bekannt. Unter der Leitung von Gastgeberin Agi Kämpf, die aus Griechenland stammt, wurde jetzt eine griechische Speisekarte lanciert. Griechenland hat eine Speisekultur, die bis in die Antike zurückreicht. Sie hat zahlreiche Innovationen erlebt, doch eines ist gleich geblieben; griechisch wird gemeinsam gegessen. «Anstatt, dass jeder seine Vorspeisen für sich bestellt, äussern alle ihre Wünsche und das Essen wird in die Mitte des Tisches gestellt, damit alle teilen können», schwärmt Agi Kämpf mit funkelnden Augen und ergänzt: «Griechisch ist optimal geeignet, um auswärts genossen zu werden. Griechische Menus bestehen immer aus zahlreichen verschiedenen Speisen, die über mehrere Kochvorgänge zubereitet werden. Für einen Privathaushalt ist das ein riesiger Aufwand.»

Wein aus Zeiten vor der Reblaus Die Karte wartet dann auch mit zahlreichen traditionellen und modernen Spezialitäten auf, alle nach Hausrezep-

Agi Kämpf präsentiert ihre Moussaká und die dazu passende griechische Dekoration. (Bild Salomon Schneider) ten von Agis Familie. Besonders stolz ist sie auf die Orektiká, Vorspeisen, die aus verschiedenen Gerichten bestehen und mit griechischem Pitabrot gegessen werden. Dazu empfiehlt sie einen Wein aus Malagouzià-Trauben. Diese Rebe war einmal fast ausgestorben und wurde nie von der Reblaus befallen. «Er gehört also zum erlauchten Kreis der Weine, die noch wie vor 100 Jahren schmecken. Diese speziellen Weine können bei uns zum Händlerpreis erstanden werden», erzählt Agi Kämpf.

Typisch mediterran geht es auch bei den Hauptspeisen zu. Die Moussaká hat die optimale Balance zwischen sämig und bissfest, das Kritharotto – Teigwaren, die wie Risotto zubereitet werden – schmeckt exotisch und gleichwohl vertraut und das Lamm ist rosa und zart. Zu den vielfältigen Speisen empfiehlt das charismatische Wirtepaar Agi und Silvio passende Weine oder andere Getränke und beide wissen das riesige Fachwissen mit spannenden Geschichten zu untermauern. (sals)

Volg-Märkli erfüllen Herzenswünsche Die Erfüllung eines Herzenswunsches hilft Kindern mit einer schweren Krankheit, neue Kraft, Zuversicht und Mut zu gewinnen. Bis 17. September haben Volg-Kunden die Möglichkeit, ihre beim Einkauf im

Volg-Laden gesammelten Volg-Märkli oder ihre vollen Markenhefte der schweizweit tätigen Non-Profit-Organisation Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe zu spenden. Volg rechnet den Gesamtbetrag um und rundet ihn auf. Ziel der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe ist es, Freude und Abwechs-

lung in das Leben von Kindern zu bringen, die mit einer Krankheit, Behinderung oder mit den Folgen einer schweren Verletzung leben. Mit ihrer Spende helfen Volg-Kunden mit, die ganz persönlichen Herzenswünsche dieser Kinder zu erfüllen und ihren nicht immer einfachen Alltag zu bereichern. (pd.)

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In den letzten Jahren hat die Komplexität der Behandlungsmassnahmen in der Zahnmedizin zugenommen. Der Chronologische Ablauf einer Therapie ist heute um ein Vielfaches an seinen Massnahmen gestiegen und aufwendiger als in der Vergangenheit. Hat man noch vor einigen Jahren «einfach» einen Zahn entfernt, weil er krank war und die entstandene Lücke sich ihrem normalen Heilungsverlauf selbst überlassen, haben sich heute die Behandlungsansätze aufgrund vieler wissenschaftlicher Untersuchungen bahnbrechend verändert. So hat man heute die Kenntnis, dass es in den ersten Monaten nach einer Zahnextraktion zu einem immensen Knochenverlust des alten Zahnfachs kommt. Es liess sich ermitteln, dass etwa 60 % des Knochenvolumens in den ersten sechs Monaten nach der Zahnentfernung abgebaut werden und dadurch besonders im Frontzahnbereich, wo der zahntragende Knochen von vornherein schon eher dünn ist, zu dramatischen Verlusten des Knochenvolumens kommt. Im Ergebnis zeigen sich diese dann in starken Ästhetischen Beeinträchtigungen im Frontzahnbereich, welcher ja eine wichtige psychosoziale Funktion hat.

Den Knochen so wenig wie möglich stressen So ist es heute wichtig, eine sogenannte Rückwärtsplanung zu betreiben. Man muss sich dafür genau überlegen, wo man das Therapieziel setzt, um dann die Behandlungsschritte zu definieren, wie man von dort zu dem aktuellen Zustand gelangt («rückwärts geht»). Sollte nämlich der Wunsch nach einer Implantat-Versorgung bestehen, müssen zwingend schon mit der Zahnentfernung entsprechende Massnahmen getroffen werden, um einem Knochenverlust entgegenzuwirken. Dies beginnt schon mit der Zahnentfernung selbst, eine atraumatische Extraktion des Zahnes sollte dabei erfolgen, ob mit Ultraschall, mit Extractor oder andern Techniken ist dabei nicht so relevant. Entscheidend ist es, den Knochen so gering wie möglich zu stressen. Um das Zahnfach in seinem Volumen zu erhalten, hat es sich als entscheidende Massnahme bewährt, dieses mit Knochenersatzmaterial zu versorgen (Socket Preservation, Ridge Preservation), da es nicht vom Körper resorbiert wird, so kann das Knochenvolumen gehalten werden. Dies ist besonders auch unter dem Aspekt wichtig, da das knochenbedeckende Weichgewebe mit einer Knochenschrumpfung auch verloren geht. Dadurch wäre sozusagen zu wenig Zahnfleisch vorhanden, was für eine Implantation eine schlechte Voraussetzung ist. Dies wird aber mit dem Knochenerhalt verhindert. In der Zahnheilkunde sagt man quasi «das Weichgewebe folgt dem Knochen» – ist er weg, ist auch das Zahnfleisch weg.

Der Zeitpunkt ist entscheidend Ein weiterer wichtiger Faktor, um dem Knochenverlust entgegenzuwirken oder ihn gar zu verhindern, ist die

Bestimmung des richtigen Zeitpunktes, das Implantat zu setzen. Wenn man von dem Knochenverlust bedingt durch die Heilung des Zahnfaches nach der Zahnentfernung ausgeht, wäre der richtige Zeitpunkt Zahnarzt Milan sofort Herzog. (Bild zvg.) eigentlich nach der Zahnentfernung. Theoretisch ist das richtig, aber aufgrund folgender damit verbundener Schwierigkeiten kompliziert umzusetzen. Erstens muss man wissen, dass das Implantat nicht genau dort hingehört, wo der Zahn war, sondern in der Regel eine leicht versetzte Position gegenüber dem Zahn hat, da der Zahn ja auch eine andere Form als das Implantat besitzt und auch anders im Knochen verankert ist. Der Zahn wird über das Parodont am Knochen fixiert und ist quasi wie ein Stossdämpfer durch Fasern gelagert, während das Implantat im Knochen verknöchert. Man müsste also durch das Zahnfach bohren, um die korrekte Achse für das Implantat zu bekommen, dies gestaltet sich meist schwierig, weil gerade der Knochen des Zahnfaches ausserordentlich stabil und fest ist, und eine korrekte Bohrung verhindern kann.

Chronologischer Ablauf einer genau definierten Planung Des Weiteren ist das Zahnfach also nicht durch das Implantat einfach auszufüllen, sondern bildet komplizierterweise bei einer Sofortimplantation ein erschwerendes Hindernis, um das Implantat zu verankern. Das heisst, der Querschnitt der Zahnwurzel ist nicht gleich dem Querschnitt des Implantates. Ferner macht es eine Sofortimplantation meist nötig, längere Implantate zu benutzen, als die Zahnwurzel lang war, weil man ja das Implantat stabil einbringen muss. Dies ist meist nur im umliegenden Knochen des Zahnfaches möglich, besonders dort wo die Zahnwurzelspitze war. Und zum Schluss kann man den Bereich, den man dann operiert hat, nicht einfach vernähen, da man ja eine Lücke im Weichgewebe hat, wo die Zahnkrone herausragte. Daher wird meist verzögert ein Implantat gesetzt, das heisst in der Regel nach acht bis 14 Wochen. Der Vorteil ist hier, dass das Knochenvolumen noch nicht massiv abgebaut wurde, dass meist schon eine Art junger Knochen in dem alten Zahnfach vorhanden ist, der besonders heilungsaktiv ist und eine Verknöcherung des Implantates (Osseointegration) positiv begünstigt und dass eine geschlossene Weichgewebsdecke vorhanden ist, die es ermöglicht, Knochenersatzmaterial zu verwenden und dann mittels Membrantechnik und Weichgewebe dicht zu adaptieren (GBR). Die Zahnextraktion ist somit ein Therapieschritt des chronologischen Ablaufes einer genau definierten Planung und ist damit Bestandteil bei einer Implantation. * Der Autor ist Zahnarzt mit eigener Praxis in Affoltern. Infos unter www.praxisherzog.ch.


veranstaltungen

Streetparade und Gastro-Wettbewerb Die «Spyre» hat mehrere Eisen im Feuer Am kommenden Samstag steigt rund ums Zürcher Seebecken wieder die Streetparade. Mittendrin wird die Spyre Bar aus Affoltern sein. Sie hat einen Teil des Lovemobiles von Star-DJ Pat Farrell gesponsert. Das Motto: Weiss und Neon. Für das musikalische Highlight sorgen ab dem Start Pat Farrell selber, Von Künstlerhand geprägt: die Spyre Bar Lounge Robin Tune, der in Affoltern. (Bild zvg.) dem «Spyre»-Publikum bestens bekannte Jérôme Vana, meln. «Sehr schönes Ambiente, gute Ron Tryer und Robbie Fiesta. Mit zehn Musik und aufgestelltes Personal und Leuten seines Teams wird Serge ein abwechslungsreiches Programm», Gabathuler die ganze Parade mitma- lobt ein Gast auf der Award-Webseite, chen. Ab Mitternacht verlagert sich «bin immer sehr gerne da, ob gemütder Festbetrieb wieder nach Affoltern, lich trinken oder feiern», schreibt ein wo dann die Afterparty gefeiert wird. anderer. Noch bis Ende September kann «Wir unterstützen immer gerne etwas», begründet Gabathuler sein Enga- man seine Stimme abgeben – online gement an der Streetparade. So enga- oder auf den Bewertungskarten, die giert sich die Bar auch für die Ämtler im Lokal aufliegen. Die Note und die Band Night, im Fussball und im Beach- Anzahl der Bewertungen entscheiden volleyball. Am Konzept von Pat Farrell dann nebst der Fachjury zu je einem habe ihn insbesondere angesprochen, Drittel, wer die beliebte Auszeichnung dass der Star die Bühne nicht nur für bekommt. Mit den Rängen zwei (2007) und sich selber nutzt, sondern auch jundrei (2012) hat die «Spyre» bereits begen DJs eine Plattform bietet. wiesen, dass sie den Vergleich mit anderen Betrieben nicht zu scheuen «Best of Swiss Gastro» braucht. «Es wird aber immer schwieUnterstützung kann die «Spyre» nun riger», ist sich Gabathuler bewusst. Naallerdings auch selber gebrauchen. Im türlich will er auch diesmal möglichst Wettbewerb «Best of Swiss Gastro» ist gut abschneiden, aber es geht auch die Affoltemer Bar mit dem von Künst- darum, zu hören, was die Gäste schätlerhand geprägten Ambiente in der zen und was nicht. «Die Kommentare Kategorie «Bar & Lounge (Nightlife)» sind spannend», so Gabathuler. (tst.) für einen der begehrten Awards nominiert. Ziel ist es jetzt, möglichst viele, Abstimmen: www.bestofswissgastro.ch/guide/spyre/ möglichst gute Bewertungen zu sam- weitere Infos unter www.spyre.ch.

Bier verbindet. Von links: Thomas Nyffenegger, Gregor Meier, Stefan Krieger, David Nyffenegger, Simon Nyffenegger, Kevin Blum und Alexander Bürger. (Bild zvg.)

Selbstgebrautes testen Verein Malzheimer lädt zum Sommerfest Bierliebhaber werden auf ihre Kosten kommen am Sommerfest des Vereins Malzheimer vom Sonntag, 14. August, im Schützenhaus Obfelden. Das Biertrinken steht nicht mal an erster Stelle, bei den «Malzheimern», verrät Simon Nyffenegger, der in der Kerngruppe des Vereins fürs Marketing zuständig ist: «Als Kollegen verliert man sich oft schnell aus den Augen. Wir wollen den Zusammenhalt stärken.» Am Anfang stand ein fünfstündiger Bierbrau-Kurs, den die Vereinsgründer gemeinsam absolvierten. Dass der erste eigene Versuch dann auf Anhieb gelang, hat sie selber überrascht. «Die Prozesse sind relativ einfach», so Simon Nyffenegger. Viel kräftiger als das fade Bier aus dem Handel seien ihre Kreationen, finden die Hobbybrauer. Zum ursprünglichen Amber sind mittlerweile ein Helles und ein Dunkles dazuge-

kommen. Die «Malzheimer» brauen in einer Affoltemer Gastro-Küche jeweils 100 Liter aufs Mal. Logisch, dass beim nächsten Treff dann auch degustiert wird. Zur achtköpfigen Kerngruppe sind mittlerweile rund 20 «Friends» dazugekommen. Sie tragen den Verein mit ihrem Jahresbeitrag von 50 Franken mit, dafür werden sie mit Selbstgebrautem entschädigt und dürfen gratis ans jährlich stattfindende Bierbraufest. «Friend kann jeder werden», sagt Simon Nyffenegger. Von 13 bis 19 Uhr wird am 14. August gefeiert. Fast so lange dauert es nämlich auch, ein Bier zu brauen. Diesen Vorgang dürfen die Festbesucher begutachten. Im Eintrittspreis von 45 Franken für Nichtmitglieder sind Speis und Trank inbegriffen. Die Gäste werden mit Grilladen und natürlich mit gutem Bier verwöhnt. (tst.) Sommerfest am Sonntag, 14. August, 13 bis 19 Uhr, Schützenhaus Obfelden. Infos unter malzheimer.ch.


Vermischtes

Dienstag, 9. August 2016

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30 Jahre «Hirschen» und Leitplankenbier Brigitte Gubler vom Wettswiler Gasthof Hirschen jubilierte und lud zum Festen ein Drei Jahrzehnte – oder wie jemand errechnete 10 959 Tage – führt die Wirtin den Wettswiler «Hirschen». Das wurde am vergangenen Wochenende gebührend gefeiert. ................................................... von kaspar köchli Am 5. August 1986 übernahm Brigitte Gubler die gemütliche Lokalität von Sepp Huwyler. «Und es ging gleich richtig los», lacht sie. «Schon am ersten Abend testete mich der Turnverein Bonstetten, ob man überhöckeln kann – ich blieb pickelhart. Daraufhin setzte sich die nimmermüde Schar auf die Leitplanke beim hauseigenen Parkplatz und verköstigte sich mit einem selbstmitgebrachten Harass Bier.» Der Ausdruck hat sich bis heute gehalten. «Hat jemand über Gebühr Sitzleder, sage ich jeweils, dass es ab sofort nur noch Leitplankenbier gebe.»

Zweitägiges Fest auf Bauernhof Die Festlichkeiten begannen am Freitagabend für geladene Gäste, die Jubilarin lud Freunde, Bekannte, Behörden- und Vereinsdelegierte auf den schmucken Bauernhof Weiss oberhalb Bonstettens ein. Wettswils Gemeindepräsident Hanspeter Eichenberger unterstrich in seiner Lobesrede den sozialen Stellenwert von Wirtshäusern. «Da werden Kontakte geknüpft, Probleme diskutiert und Gemütlichkeit gelebt, aber auch politisiert und manchmal gepoltert.» Und er scherzte: «Es heisst, dass man am Stammtisch unter anderem aus erster Quelle erfahre, wer jetzt neu als Paar zusammen ist – oder eben nicht mehr.» Am Samstag war der Anlass öffentlich, er wurde um 11 Uhr mit dem Konzert der Bonstetter Musik eingeläutet. Im weiteren Verlauf sorgten die

Jubiläumsständchen für Wirtin Brigitte Gubler mit ihren Söhnen Sven (links) und Oliver. (Bild Kaspar Köchli) Tambouren Obwalden, die Geschwister Wigger und die Gin-Gin Drummers für die musikalische Umrahmung. Bis 18 Uhr herrschte reger Festbetrieb. Brigitte Gubler dankte gerührt allen für ihr Kommen und die vielen Geschenke sowie dem Abenteuerverein «Papahigh’s Güx Freunde» für

dessen vorzügliche Bedienung der Besucher.

«Ich mache gerne weiter» Über der Eingangstür des Gasthofs prangt ein von Stammgästen angebrachtes Strassenschild «Brigitte

Gubler Platz». Auf die unweigerliche Frage, ob alles in alter Manier weitergehe, meint die «Hirschen-Mutter»: «Ja, so lange ich gesund bin, mache ich gerne weiter.» Beständig bleibt auch die gutbürgerliche Küche, in der Koch Ramesh – am Fest verzückte er die Gäste mit seinem Mah Meh – seit 27

Jahren das Zepter schwingt. Nach wie vor werden im «Hirschen» auch die monatlichen Jazzkonzerte stattfinden. Brigitte Gubler freut sich auf viele weitere gemütliche Stunden mit ihren Gästen und lacht: «Auch die Leitplanke ist nach wie vor intakt und einsatzbereit . . .»

Ein ganzes Jahr bangen … Donnschtig Jass: Rückblick aus Sicht des OK Präsidenten Nach der Bewerbung im Sommer 2015 erhielten wir Besuch von SF DRS in Bonstetten. Als wir unser Konzept vorgestellt hatten, war die Begeisterung in Leutschenbach gross. Kurze Claude Wuillemin. Zeit danach erhiel- (Archivbild) ten wir die Zusage, dass Bonstetten die Möglichkeit erhalten wird – Sieg gegen Küsnacht vorausgesetzt- eine Live Sendung in Bonstetten durchzuführen. Nach dem Studium des Pflichtenheftes (14 Seiten), hat der Gemeinderat das definitive Okay gegeben. Die Herausforderung war sehr speziell: alles vorbereiten, im Wissen, dass es vielleicht eine Woche vor dem Anlass heissen wird: The Winner is Küsnacht!

45 Hotelzimmer auf Abruf Die erste Sitzung mit SF DRS fand Mitte Januar in Zürich statt. Anschliessend wurden das OK zusammengestellt und die Chargen verteilt. Einige Herausforderungen waren sehr speziell. SF DRS benötigte für das Personal 45 Hotelzimmer für ihre Mitarbeiter. Bei einer Absage würden die Kosten zu Lasten der Gemeinde gehen. Wir fanden vier Hotels, die als Entgegenkommen bei einer kurzfristigen Absage, keine Rechnung stellen würden. Ein Anlass ohne freiwillige Helfer ist unmöglich. Wie und woher sollen

die 100 Helfer während der Sommerferien aufgetrieben werden? Obwohl wir schon im Juli und August verschiedene Anlässe haben (Musik im Dorf, Jubiläum des Schiess- und Turnvereins, 1.-August-Feier, Chilbi) ist es uns gelungen, mithilfe der ansässigen Vereine und in persönlichen Gesprächen, diese Leute zu finden. Nochmals herzlichen Dank an alle. Die Vorbereitungen einer Live Sendung verursachen Kosten. Unabhängig davon, ob die Sendung nach Bonstetten kommt oder nicht, entstanden Ausgaben (Fanartikel, Fan T-Shirt, Carreise, Ausscheidungsturnier, Inserate, usw.) von 8000 Franken zu Lasten von Bonstetten. Bonstetten darf sich als Gegenleistung der Schweiz präsentieren. Geplant waren zwei Filme. Der erste (etwas speziell aus Bonstetten) wurde während der Sendung in Chur gezeigt. Der zweite (Ortsporträt von Bonstetten) wäre am Samstag und Sonntag nach dem Sieg in Chur gedreht worden. Das Drehbuch stand fest und die mitwirkenden Personen waren auf Pikett. Leider vergebens, leider … Die Enttäuschung in Chur war schnell vorbei. Das OK hatte sehr früh beschlossen, bei einer Niederlage ein Ersatzfest – die Bonstetter Dorf-Chochete – durchzuführen. Die OK-Sitzung fand unmittelbar nach der Rückreise aus Chur statt. Das Catering und der Getränkeservice waren auf beide Varianten vorbereitet. Die grösste Aufgabe war die Umteilung der Helfer. Nach unzähligen

Mails, SMS, Telefons und Gesprächen, waren alle Helfer so flexibel, dass wir die Feinplanung in Angriff nehmen konnten.

Über 300 Stunden Arbeit Kommen die Bonstetterinnen und Bonstetter ans Ersatzfest? Dies war die letzte unbekannte Frage! An diesem 28. Juli spielte das Wetter mit, der Platz wurde am Nachmittag bereitgestellt, die 50 Helfer erschienen pünktlich um 17.30 Uhr! Was Bonstetten anschliessend erlebte, war ganz einfach grandios. Die ersten Besucher waren schon vor 18 Uhr auf dem Platz und ruckzuck waren die 350 Plätze besetzt. Die Stimmung war ausgelassen, die Tambouren «Trümmlig» und der Drehorgelmann Werner Utz aus Bonstetten bildeten den musikalischen Rahmen. Die aus dem Buch «Bonstetten kocht» angebotenen Menus und Desserts fanden grossen Anklang. Das OK konnte zufrieden zurückblicken und die über 300 Stunden Arbeit wurden gebührend belohnt. Wie es Markus Reich (Festredner an der 1.-August-Feier in Bonstetten) sagte: Bonstetten lebt! Und wie! Ich möchte zum Schluss das OK erwähnen und mich bei Primus Kaiser, Charly Höhn, Marco Fetz, Matthias Baumann, Stefan Bürgi) recht herzlich bedanken. Es hat sehr viel Freude gemacht. Claude Wuillemin Gemeinderat, OK Präsident

«Trümmlig» an der «Dorfchochete» in Bonstetten. (Bild zvg.)

«Trümmlig» mit einer Weltpremiere Erster Auftritt mit Mallet Perkussion Bei der Bonstetter «Dorfchochete» vom 28. Juli sorgte der Tambourenverein Trümmlig für die Musik. Dieses Mal nicht nur mit den gewohnten Basler Trommeln, sondern zum ersten Mal auch mit Xylo-, Vibra- und Marimbafon. In zwei rund 15-minütigen Einsätzen unterhielt Trümmlig die anwesenden Gäste und präsentierte die beiden neuen Stücke «El Cumbanchero» und «William Tell Ouverture». So hatte Trümmlig nicht nur viel Rhythmik, sondern auch viel Melodie zu bieten. Unterstützt wurde «Trümmlig» dabei von zwei Tambouren der Jugendmusik Bezirk Affoltern (Jumba). Videos von diesem Auftritt finden sich auf der «Trümmlig»-Homepage. Nach diesem gelungenen Auftritt ging es gleich weiter: Bereits zum zweiten Mal durfte «Trümmlig» die 1.-August-Feier der Stadt Zürich beglei-

ten. Diese beinhaltete eine kurze Parade mit Trachten, diversen Musikvereinen und Fahnendelegationen, sowie bekannten Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Auf dem Bürkliplatz angekommen, wurden die traditionellen Reden gehalten, bevor die Ehrengäste zum Mittagessen ins Hotel Savoy weiterzogen. Vor dem Hotel Savoy fand als Abschluss ein kurzes Platzkonzert des Unteroffiziersvereins Zürich und des Tambourenvereins Trümmlig statt, unterstützt von Salutschüssen der Zürcherischen Compagnie 1861. Wer «Trümmlig» einmal live sehen will, kann dies am Samstag, 27. August, um 19 Uhr an der Chilbi in Bonstetten. Dann spielt «Trümmlig» auf dem Platz der reformierten Kirche. Weitere Infos unter www.truemmlig.ch.


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Sport

Dienstag, 9. August 2016

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«Ich war im Rennen schon immer ziemlich ängstlich und rücksichtsvoll, leider!» Interview mit der Hausemer Olympia-Teilnehmerin Emma Pooley Im Hinblick auf das Einzelzeitfahren von morgen Mittwoch hat Emma Pooley das Olympische Radrennen in Rio de Janeiro am letzten Sonntag aufgegeben. Im Interview mit dem «Anzeiger» spricht die in Hausen wohnhafte Britin über ihre Ambitionen, Freuden und Frust des Sportlerdaseins.

Olympia sah ich aber sehr wohl eine Chance. Deshalb habe ich mich für eine halbe Saison nochmals auf den Radsport konzentriert – einzig mit dem Ziel Rio. Denn die coupierte Zeitfahrenstrecke sagt mir zu.

Das Olympische Strassenrennen ist für Emma Pooley nicht ganz nach Wunsch verlaufen. Als gute Bergfahrerin erhofft sich die 33-Jährige aber Medaillenchancen für das morgen stattfindende Einzelzeitfahren. Im Vorfeld der Spiele führte der «Anzeiger» ein Interview mit der Wahl-Hausemerin und früheren Säuliämtler Sportlerin des Jahres, die in Rio de Janeiro für Grossbritannien das Radstrassenrennen und das Einzelzeitfahren bestreitet.

............................................................... Nun sind Sie der Thüringen-Rundfahrt in der dritten Juli-Woche ziemlich übel gestürzt. Wie ist es zu diesem Sturz gekommen? Regen, nasse Strassen, dazu Öl in einem Kreisel, den ich mit 45 km/h versucht habe zu durchfahren. Da bin ich ausgerutscht und mit dem Rücken voran in die Strassenrandsteine geknallt. Das war einfach Pech, denn die Situation mutete nicht besonders gefährlich an und ich bin auch kein unüblich grosses Risiko eingegangen.

«Anzeiger»: Emma Pooley, wie würden Sie sich selbst beschreiben? Emma Pooley: Konzentriert, selbstkritisch, oft gestresst, aber meistens humorvoll. Sie sind eigentlich aus der britischen Rad-Nationalmannschaft ausgetreten, um sich ganz auf die Triathlon- bzw. DuathlonLangdistanz zu konzentrieren. Was hat Sie dazu bewogen, es dann aber doch nochmals im Strassenradsport und Einzelzeitfahren zu versuchen? Ich bin Profi-Athletin und versuche meine Ziele da zu setzen, wo ich glaube, eine Erfolgschance zu haben. Vor meinem Wechsel habe ich deshalb nicht gesagt, ich würde nie wieder ein Strassenrennen fahren. Ich weiss aber auch: Wegen seiner Struktur ist der Profi-Radsport sehr schwierig mit anderen Sportarten zu kombinieren. Darum hatte ich letztes Jahr keinen Vertrag mit einem Radsportteam. Für

Die Zeitfahrstrecke hat ebenfalls einige ruppige Steigungen, was mir entgegen kommt. Das klingt jetzt vielleicht seltsam: Aber ich versuche mir möglichst wenig Gedanken zum Ausgang des Rennens zu machen, was natürlich schwierig ist. Meine Taktik ist, mich komplett auf mich zu konzentrieren und die Strecke so schnell, wie es mir möglich ist, zurückzulegen.

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«Wenn man gewinnen will, muss man immer ans Limit gehen.»

Welche Verletzungen haben Sie erlitten? Schwere Prellungen, einen Bluterguss an der Hüfte, dazu Schürfungen an Hüfte, Ellbogen, Knie, und Gesäss sowie kleine Frakturen am Steissbein. Bei den Männern wird in Strassenrennen tendenziell immer rücksichtsloser gefahren. Ist das bei den Frauen auch so? Wenn ja, was sind die Gründe dafür? Bei den Frauen ist das weniger der Fall – oder es ist mir noch nicht aufgefallen (lacht). Es ist aber schon so: Wenn man an der Spitze fährt und gewinnen will, muss man immer ans Limit gehen. Wenn man älter wird, denkt man in der Regel mehr über die Risiken nach, die dem Radsport innewohnen. Wie ist das bei Ihnen? Das ist bei mir weniger der Fall, da ich im Rennen schon immer ziemlich

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«Möglichst wenig Gedanken zum Ausgang des Rennens machen.»

Emma Pooley bei ihrem letzten Olympia-Einsatz im Einzelzeitfahren in London, das sie als Sechste beendete. (Bild zvg.) ängstlich leider!

und

rücksichtsvoll

war,

Was reizt Sie generell an extremen Ausdauerleistungen? Sind Sie masochistisch veranlagt? Ich liebe Sport und das Gefühl, gesund zu sein. Ich mag es, meinen Körper bis ans Limit zu pushen und will immer mein Bestes geben – vor allem, wenn ich die Unterstützung eines gutes Trainers habe, der an mich glaubt. Ja, das heisst leiden müssen – aber alle leiden bei einem Ausdauersport. Egal wie schnell oder langsam beispielsweise ein Marathon gelaufen wird. Das weiss jeder Hobbysportler aus eigener Erfahrung. Gestern Sonntag haben Sie im Strassenrennen ein Team mit Weltmeisterin Lizzie Armistead gebildet. Können Sie uns noch-

mals die Besonderheiten der Strecke und die daraus resultierenden taktischen Herausforderungen beschreiben? Das Rennen war 137 km lang und bis etwa 30 km vor dem Ziel coupiert. Dann kam ein längerer Berg mit stellenweise bis zu 20 Steigungsprozenten. Vor allem die kurvenreiche Abfahrt hatte es in sich, da sie über weite Strecken durch Wald führt, was die Strasse bezüglich Haftung unberechenbar machte. Die letzten etwa acht Kilometer gehen dann flach ins Ziel an der Copacabana. Das allgemeine Ziel aller Nationalteams war, deren Leaderinnen möglichst frisch zu dieser letzten Steigung zu bringen. Auch das morgige Zeitfahren soll nicht ohne sein. Wo liegen die Herausforderungen dort und mit welchen Zielsetzungen gehen Sie den Kampf gegen die Uhr an?

............................................................... Die ohnehin schon angespannte finanzielle Situation im Frauensport hat sich in den letzten Jahren eher noch verschlechtert. Es ist sehr schwierig geworden, gute Sponsoren zu finden. Wie bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt? Zum Glück habe ich mit NGI (Norwegian Geotechnical Institute) einen sehr treuen Sponsor. Zudem verdiene ich manchmal bei Triathlons oder Duathlons Preisgeld. Von einem Strassenradsportteam werde ich nicht bezahlt. Ich bin dieses Jahr wohl für das LottoSoudal-Team die Giro femminile gefahren. Aber die hatten kein Budget für einen Lohn. Es ist so, wie es ist. Nächste Saison möchte ich Teilzeit arbeiten oder studieren, für die zukünftige Karriere. Welche sportliche Auszeichnung bedeutet Ihnen bisher am meisten? Weltmeistertiteln in zwei Sportarten: Zeitfahren 2010 und LangdistanzDuathlon 2014 und 2015. Und welche sportliche Auszeichnung möchten Sie unbedingt noch erreichen? Einen Sieg bei einem Berg-UltraLauf! Und einen Marathon unter 2:35 Stunden wäre schön. Interview: Martin Platter

Dreisprung-Wettkampf Glückloser Saisonauftakt war der Höhepunkt für den FCWB Leichtathletik-Meeting der LV Albis

Fussball 1. Liga: FC Gossau – FC Wettswil-Bonstetten 2:1 (2:0)

Die Zwillinge Simon und Roman Sieber vom LC Schaffhausen sorgten für den Höhepunkt am diesjährigen 1.-August-Meeting der LV Albis. Sie sprangen im Dreisprung Weiten, welche in dieser Saison erst von wenigen Dreispringern erreicht wurden.

Nicht zum ersten Mal stand eine Reise zu einem Auswärtsspiel nach Gossau (SG) für die Ämtler unter keinem guten Stern. Mit 2:1 ging man zum Auftakt der Saison 2016/2017 als Verlierer vom Platz. Über die gesamte Spielzeit gesehen, wäre ein Punktgewinn verdient gewesen.

Die Kerndisziplin von Simon Sieber ist zwar der Hochsprung, aber er ist auch ein ausgezeichneter Dreispringer. Und in dieser Disziplin ging er in Affoltern an den Start. Mit einer Weite von 15,03 Metern gewann er den Wettkampf und etablierte sich damit auf Platz drei der diesjährigen Schweizer Bestenliste. Nur sechs Zentimeter weniger weit sprang sein Zwillingsbruder Roman Sieber, der Vize-Schweizer Meister im Hoch- und Dreisprung.

Hochkarätiges Teilnehmerfeld Gute Resultate wurden auch in den Wurfdisziplinen erzielt. Tom Reuter vom LAC TV Unterstrass, 4. der Schweizer Bestenliste, kam mit 66,23 m nahe an seine diesjährige Bestweite. Im Diskuswerfen der U18 warf Jan Scherrer vom STV Auw ein

Top-ten-Resultat. Bei den Speerwerfern U16 war der diesjährige Jahresbeste am Start, mit 43.19 m blieb er jedoch hinter seiner diesjährigen Bestweite. Bei den Frauen lief die Bronzemedaillegewinnerin an den Schweizer Meisterschaften über 400 m, Pascale Gränicher von der LG Küsnacht-Erlenbach, eine ansprechende Zeit über die 200-m-Distanz. Auch den Frauen gelangen sehr gute Wurfresultate. Jasmin Lukas vom LC Brühl LA im Kugelstossen und Sandra Haslebacher vom TV Wohlen AG im Diskuswurf warfen ihre Geräte auf Weiten, welche für eine Klassierung in den Top Ten der Schweiz reichten. Bei den U20 erzielte Lydia Boll vom LC Schaffhausen ebenfalls ein Spitzenresultat. Nicht so gut besetzt waren dieses Jahr die Sprints und die Hürdenläufe sowie das 3000-m-Rennen. Die Werferinnen und Werfer nutzten aber eine der seltenen Startgelegenheiten während der Sommerferien. Für die Teilnehmenden ging es um eine Standortbestimmung und um die Vorbereitung der 2. Saisonhälfte, welche Mitte August mit weiteren Meisterschaften und guten Wettkämpfen in Angriff genommen wird. Hanspeter Feller

................................................... von marc enskat Die 250 Zuschauer bekamen beim Spiel zwischen dem FC Gossau und dem FC Wettswil-Bonstetten zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten zu sehen. Die erste Halbzeit gehörte den St. Gallern, welche zur Pause mit 2:0 in Führung gingen. Die zweite Halbzeit sah die Gäste als die bessere Mannschaft. Zu mehr als dem Anschlusstreffer reichte es schlussendlich aber nicht.

knapp zehn Spielminuten. Nach einer Viertelstunde musste Fortuna dem FCWB erstmals zur Seite stehen, als gleich zwei Abschlussversuche von Gossau an der Latte landeten. Die St. Galler drückten dem Spiel nun den Stempel auf. WB agierte im Abwehrverbund unsicher. Die logische Folge war die Führung für die Fürstenländer nach 38 Minuten. Die Ämtler liessen trotz numerischer Überzahl drei Angreifer gewähren. Beim Abschluss in die weite Ecke hatte Torhüter Thaler keine Abwehrchance. Nur zwei Minuten später doppelten die St. Galler nach. Zu frei liess der FCWB die Angreifer gewähren. Der Gossauer Knöpfel markierte mit seinem zweiten Treffer den 2:0-Halbzeitstand. Mit dem Pausenpfiff hatte das Heimteam gar noch die Möglichkeit, das Skore weiter zu erhöhen. Die Pausenführung war für die St. Galler verdient. Aufseiten des FCWB musste etwas passieren.

Wechsel brachten neuen Schwung Ämtler starteten gut Der FCWB fand sehr gut ins Spiel und wusste in den ersten Minuten gefällig zu kombinieren. Der berühmte Faden riss aber bereits nach Ablauf von

Trainer Dosch nahm in der Pause zwei Änderungen in der Aufstellung vor. Diese Massnahme verfehlte ihre Wirkung nicht. Wie ausgewechselt traten die Ämtler in der zweiten Halbzeit auf

und kamen ihrerseits zu etlichen Torchancen. In der 57. Minute war es der wieselflinke Siefkes, welcher im Zentrum Blumer mustergültig in Szene setzte. In souveräner Manier markierte er mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für den FCWB das Anschlusstor. Zeit genug war noch für mindestens den Ausgleich. An Chancen mangelte es nicht. So wurde ein Offsidetor von Blumer in der 85. Minute wohl zu Recht aberkannt. Auch wenn der Ausgleich aufgrund der zweiten Halbzeit verdient gewesen wäre, sollte er nicht mehr fallen. Die Hypothek aus Durchgang eins wog zu schwer. Das gesamte Spiel brachte den Verantwortlichen wichtige Erkenntnisse für den weiteren Saisonverlauf. Vornehmlich an den Defiziten aus der ersten Halbzeit gilt es nun während der Woche konzentriert zu arbeiten, sodass im ersten Heimspiel kommenden Samstag gegen den FC Balzers die ersten Punkte ins Trockene gebracht werden können. Matchtelegramm: Sportplatz Buechenwald, Gossau SG, 250 Zuschauer. FCWB: Thaler, Constancio, Waser (82. Dukhnich), Bozhinov (45. Brahimi), Bozic, Gouiffe à Goufan, Hotnjani, Le Bigonsan, Peter (45. Blumer), Siefkes, Teixeira, Machado.


063 2016  
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