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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 25 470 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 62 I 173. Jahrgang I Dienstag, 13. August 2019

Feuerwehr-Cadillac

Auf Zuger Gebiet

Drei autoaffine Affoltemer haben das allererste Feuerwehrauto im Bezirk restauriert. > Seite 3

Die Maschwander Allmend wird von der Korporation Maschwanden beaufsichtigt. > Seite 5

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Aus dem Mittelalter Das Haus «Chloster» in Aeugstertal ist Zeitzeuge verschiedener Bauepochen. > Seite 6

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Keine Augenweide Die Bibliothek Ottenbach will die Kisten ihrer Lesebänke attraktiver bestücken. > Seite 9

Es hat noch freie Lehrstellen Start in die Berufslehre: Viele entscheiden ganz kurzfristig Kommenden Montag starten wie in den Vorjahren knapp zwei Drittel aller diesjährigen Schulabgängerinnen und -abgänger eine Berufslehre. Noch aber sind nicht alle offenen Lehrstellen im Bezirk besetzt. ................................................... von urs e. kneubühl Durchschnittlich rund 15 000 Schülerinnen und Schüler sind dieses Jahr im Kanton Zürich von der Schule abgegangen. Etwa zwei Drittel von ihnen wenden sich einer passenden Ausbildung zu. Einige sind bezüglich Traumlehrstelle nicht fündig geworden, haben sich – trotz Auswahl an offenen Lehrstellen – noch nicht entscheiden können oder erproben sich und den möglichen Beruf vorerst noch in einem Praktikum. Und dies, obwohl viele von jenen, die heute eine Lehre machen, sich nicht mehr lebenslang an einen Beruf binden. Schliesslich bieten zahlreiche Weiterbildungen individuelle Entwicklungsmöglichkeiten.

Kleines Bauprojekt – grosse Wirkung

Die Zahl der Lehrstellen, die jetzt, kurz vor dem offiziellen Lehrbeginn, im Kanton Zürich noch nicht vergeben werden konnten, kann das Mittelschul- und Berufsbildungsamt noch nicht exakt beziffern. Noch kämen täglich neue Lehrverträge herein, genauere Zahlen seien erst in den nächsten Wochen möglich. Es seien aber wohl kaum grossartige Änderungen sowohl bezüglich der offen bleibenden Lehrstellen als auch hinsichtlich der beliebtesten gewählten Berufe anzunehmen, wird prognostiziert. 2018 stand Kaufmann/Kauffrau EFZ bei den bei jungen Frauen und Männern ganz oben auf der Rangliste, während auf Rang zwei und drei bei den jungen Frauen Fachfrau Betreuung EFZ und Fachfrau Gesundheit EFZ kamen. Bei den jungen Männern hingegen standen an zweiter und dritter Stelle Informatiker EFZ und Detailhandelsfachmann EFZ.

Spätentschlossene: «eine Art Plan B» Xavier Nietlisbach, Präsident des Lehrstellenforums Bezirk Affoltern, bestätigt seinerseits, dass auch dieses Jahr

wieder «etliche Berufswählende sich erst kurzfristig entscheiden. Dies ist eine Art Plan B, was ja durchaus ein gesellschaftliches Thema ist». Nietlisbach spricht aus Erfahrung, schliesslich ist er Leiter der Berufsbildung bei der Ernst Schweizer AG. «Es ist so: Jeder will, wenn er einen braucht, einen guten Handwerker, aber bei der Berufswahl sind sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Eltern bezüglich Unterstützung eher zurückhaltend. Und bei der Bezahlung guter Handwerksarbeit verlieren schliesslich die meisten zusätzlich keine besonders netten Worte zugunsten handwerklicher Berufsleute», merkt Nietlisbach schmunzelnd an. Man sei im Bezirk Affoltern aber grundsätzlich auf Kurs, erklärt er und schätzt die Zahl der zurzeit noch offenen Lehrstellen auf «rund sechzig bis hundert und zwar in den verschiedensten Berufen». Nietlisbach stellt zudem fest, dass bei den Schulabgehenden auch hierzulande die KV-Lehre nach wie vor sehr gefragt ist. «Allerdings», schränkt er umgehend ein, «erfreut sich der Informatik-Beruf EFZ in der Applikationsentwicklung wie in

der Systemtechnik bei jungen Leuten weiter zunehmender Beliebtheit.»

Noch immer offene Lehrstellen Ausgebucht sind die offenen Lehrstellen im Bezirk und in der Region durchaus noch nicht. Im offiziellen Lehrstellennachweis LeNa sind diese noch zahlreich zu finden – etwa in den Branchen Detailhandel, Gesundheit, Pflege und Medizin, genauso in technischen und in handwerklichen Berufen. Dies bestätigen auch Xavier Nietlisbach sowie weitere Fachstellen. Genannt werden unter anderen mehrere Lehrstellen als Assistentin/Assistent Gesundheit und Soziales EBA, Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ sowie Gesundheit EFZ, genauso Dachdeckerin/Dachdecker EFZ oder Detailhandelsassistentin/-assistent EBA, Detailhandelsfachfrau/-fachmann EFZ sowie Detailhandelsfachfrau/-fachmann Bewirtschaftung EFZ. Die Palette ist so gross wie breit und geht von Anlagenund Apparatebauer/-bauerin EFZ bis hin zu Zimmermann/Zimmerin EFZ. Lehrstellen: www.berufsberatung.ch/dyn/show/2930.

WB glückt das Heimdebüt

Es war eigentlich ein unbedeutendes Bauprojekt: Für 2,2 Mio. Franken sollte der Bahnübergang Landikon aufgehoben und durch eine Unterführung ersetzt werden. Doch daraus entwickelte sich in den 80ern ein emotionaler Abstimmungskampf, bei dem es weniger um das Projekt selber als grundsätzlich um die N4 – heute A4 – durchs Knonauer Amt ging. Die Abstimmungserfolge der Autobahngegner haben zu veränderten Strassenprojekten geführt. Das dürfte die N4 mehrheitsfähig gemacht haben. ................................................... > Sommerserie auf Seite 13

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Vandalensicher Sitzbänke aus dem Albisbrunn in Hausen – von der Idee zur Umsetzung. > Seite 11

Faszinierende Spielzeugwelt Im Spielzeugmuseum Pegasus Small World in Aeugstertal beim Türlersee werden bei Erwachsenen Erinnerungen an heissgeliebte Spielzeuge wach und Kinder entdecken die Wunderwelt historischen Spielzeugs. Puppen, Blechautos, Modelleisenbahnen, Kuscheltiere, handgearbeitete Holzfiguren aus dem Erzgebirge und viele weitere elektrische und mechanische Sammlerraritäten aus der Zeit von 1890 bis 1980 sind im Pegasus Small World ausgestellt. Alle Ausstellungsstücke sind wertvolle Originale, nichts ist nachgebaut. Gesammelt hat sie Ewald Schuler in über 40 Jahren. Zu all den Spielsachen weiss er viel Spannendes zu erzählen, über ihre Herstellungsgeschichte, ihre Eigenheiten und ihre Veränderungen im Laufe der Zeit. ................................................... > Bericht auf Seite 7

Rückkehr an die SVP-Parteispitze Die Wahlen im Frühjahr 2019, als man 5,6 Prozent Wähleranteil einbüsste und im Kantonsrat einen Verlust von neun Mandaten in Kauf nehmen musste, haben bei der kantonalen SVP zum Umsturz geführt. Als Präsident folgte auf Konrad Langhart Jungspund Patrick Walder, diesem wurde Toni Bortoluzzi als erfahrener Vize zur Seite gestellt (der «Anzeiger» hat berichtet). «Die Wahlanalyse im Frühjahr hat gezeigt, dass wir unsere Wählerbasis nicht genügend mobilisieren konnten», so der alt Nationalrat aus Affoltern. Wie will die kantonale SVP das ändern? «Aufrütteln, eigene Behäbigkeit abschütteln und gewisse Dinge an den Pranger stellen», so die Medizin der SVP. ................................................... > Bericht auf Seite 9 anzeigen

Neues Trainerduo Das Fanionteam des FC Affoltern startet mit Boris Jevremovic und Mirko Dzajiz als neuem Trainerduo in die Saison. Nach diversen Abgängen sind sie von Beginn weg gefordert: «Für mich stellt die Neuausrichtung keine Gefahr dar, sondern eine Chance», betont allerdings Jevremovic. «Meine Zielsetzung für die kommende Saison ist, ein grossartiges Team zu formen und alle Spieler erfolgreich weiterzuentwickeln. Zudem möchten wir mit guten Resultaten und vorbildlichem Verhalten auf uns aufmerksam machen.» In seiner Aktivzeit scorte Jevremovic in der 1. Liga für Zug94, den FC Tuggen, SC Cham und FC Baden. ................................................... > Interview auf Seite 19

Bei der Heimpremiere auf dem neuen Kunstrasen gewann WB nach spannendem Kampf 2:1. (Bild Kaspar Köchli) Gespannt wurde das erste Spiel des FC Wettswil-Bonstetten (1. Liga) auf seinem jüngst fertiggestellten neuen Hauptplatz erwartet. Obschon mit den Reserven Winterthurs kein attraktiver Gegner aus der Agglomeration gastierte, strömten viele Zuschauer auf die Sportanlage Moos. Belohnt wurden sie bei schönstem Wetter mit einem

intensiven, spannenden Spiel. WB gelang es, einen frühen Rückstand noch zum 2:1-Sieg zu drehen. Ausschlaggebend war seine starke Physis und Spielfreude in Hälfte zwei, als die Eulachstädter nur dank ihres überragenden Torhüters nicht vollkommen unter die Räder gerieten. Am nächsten Samstag ist Meisterschaftspause, WB

ist im Schweizer Cup gegen Wohlen (1. Liga) engagiert. Mit einem Sieg würden die Ämtler unter die besten 32 Teams vorstossen. Es dürfte abermals von einem Cup-Highlight im Moos geträumt werden. (kakö)

................................................... > Bericht auf Seite 19

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Strassensperrung Für die Durchführung eines Strassenfestes der Chrischona, evangelische Freikirche, Affoltern a. A., ist die Obstgartenstrasse am Samstag, 17. August 2019, von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr gesperrt. Die Zufahrt für Anwohner ist gewährleistet.

Nach einem arbeitsreichen Leben wurde

Kynologischer Verein Affoltern am Albis

Heinrich Hegetschweiler

TO D E S A N Z E I G E

2. Juni 1921 – 8. August 2019

von seinen Altersbeschwerden erlöst. Wir sind traurig, aber auch dankbar.

Reglemente und Verordnungen Der Stadtrat Affoltern am Albis hat am 6. August 2019 folgendes Reglement einer Teilrevision unterzogen und genehmigt:

Ernst Hegetschweiler Maya Hegetschweiler mit Anisa Verwandte und Freunde Der Abschiedsgottesdienst findet am Freitag, 16. August 2019, um 14.00 Uhr in der reformierten Kirche Ottenbach statt. Es werden keine Leidzirkulare versandt. Traueradresse: Ernst Hegetschweiler, Im Oelberg, 8913 Ottenbach

• Dienstreglement der Stadtpolizei Affoltern am Albis Der Beschluss ist der Publikation unter www.amtliche-nachrichten.ch angehängt und liegt während der Rekursfrist bei der Abteilung Präsidiales, 3. Stock, Verwaltungszentrum, Marktplatz 1, 8910 Affoltern am Albis, zur Einsicht auf. Gegen diesen Beschluss kann innert 30 Tagen, von der Mitteilung an gerechnet, beim Bezirksrat Affoltern, Im Grund 15, 8910 Affoltern am Albis schriftlich Rekurs erhoben werden. Die in dreifacher Ausfertigung einzureichende Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Beschluss ist, soweit möglich, beizulegen. 13. August 2019 Stadtrat Affoltern am Albis

Todesfälle Affoltern am Albis Am 29. Juli 2019 ist in Affoltern am Albis gestorben:

Anton Rigo geboren am 11. März 1932, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis ZH. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Bestattungsamt Affoltern am Albis

Mettmenstatten

Mit grosser Betroffenheit müssen wir von unserer Vereinskameradin und unserem lieben Ehrenmitglied Abschied nehmen

Monique Müller-Wannenmacher 30. September 1945 – 6. August 2019

Monique war über 35 Jahre eine unermüdliche Helferin in unserem Verein. Bis sie von ihrer Krankheit zurückgebunden wurde, engagierte sie sich leidenschaftlich als Kursleiterin, Gruppenleiterin, Verantwortliche für den Wirtschaftsbetrieb und bot zu jeder Zeit auch bei vielem anderen eine helfende Hand. Für ihre aussergewöhnliche Hilfsbereitschaft und ihre tatkräftige Unterstützung sind wir ihr zutiefst dankbar. Es wird viele Situationen und Momente geben, die an sie erinnern. Monique bleibt in unseren Herzen. Jack, Simone, Thomas und den weiteren Angehörigen sprechen wir unser tiefes Mitgefühl und herzliches Beileid aus.

Du hast viele Spuren der Liebe und Fürsorge hinterlassen. Die Erinnerung an all das Schöne mit Dir wird stets in uns weiterleben.

Der Vorstand und alle Kameradinnen und Kameraden Die Abdankung findet im engsten Familienkreis statt.

Nach schwerer und mit viel Geduld ertragener Krankheit ist mein geliebter Mann, mein Papi, mein Schwiegervater und unser Nonno

Anton Angelo Rigo-Orlandazzi 11. März 1932 – 29. Juli 2019

von uns gegangen. Die Lücke, die Du hinterlässt, ist gross und wir vermissen Dich. Ida Rigo-Orlandazzi Paula und Theo Aeschlimann Götschi mit Laura Michelle Götschi und Fabio Bartesaghi Marcel und Alison Götschi mit Maxime Wir haben uns am 9. August 2019 in aller Stille von ihm verabschiedet. Anstelle von Blumenspenden gedenke man der Stiftung Spital Affoltern, zugunsten der Palliativstation, Postkonto 85-391373-1. Traueradresse: Ida Rigo-Orlandazzi, Bachmattstrasse 11, 8910 Affoltern am Albis

Am Freitag, 16. August 2019, 13.30 Uhr, findet auf dem Friedhof, anschliessend um 14.15 Uhr in der reformierten Kirche, die Beisetzung/Abdankung für

Hans Gallmann Der Friedhofvorsteher

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, auf grünen Auen lässt er mich weiden zur Ruhstatt am Wasser führt er mich.

Ottenbach

Psalm 23

Alte Dachlisserstrasse 3, statt.

Am 8. August 2019 ist in Affoltern am Albis gestorben:

Hegetschweiler, Heinrich geb. 2. Juni 1921, von Ottenbach ZH, zuletzt wohnhaft gewesen in Ottenbach (Im Oelberg), mit Aufenthalt in der Langzeitpflege Affoltern am Albis. Die Bestattung findet am Freitag, 16. August 2019, statt. Die Urnenbeisetzung im Gemeinschaftsgrab erfolgt im engsten Familienkreis. Die Abdankung in der evangelisch-reformierten Kirche Ottenbach beginnt um 14.00 Uhr. Die Friedhofvorsteherin

Stallikon Am Sonntag, 4. August 2019, ist in Stallikon ZH gestorben:

Weyermann-Küng Johannes Ulrich geboren am 13. Dezember 1950, von Stallikon ZH und Huttwil BE, wohnhaft gewesen Aumüli 1, 8143 Stallikon. Die Abdankungsfeier findet am Freitag, 23. August 2019, 14.00 Uhr, in der reformierten Kirche Stallikon statt. Es findet keine Beisetzung auf dem Friedhof Stallikon statt. Bestattungsamt Stallikon

TO D E S A N Z E I G E Ein grosses Herz hat ganz unerwartet und viel zu früh aufgehört zu schlagen. Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt. Ein Mensch, der uns lieb war, ging. Was uns bleibt, sind Liebe, Dankbarkeit und Erinnerung.

HERZLICHEN DANK

Johannes Ulrich Weyermann

für die vielen Zeichen der Anteilnahme, die wir erfahren durften beim Abschied von unserem lieben

ist am 4. August 2019 im 68. Altersjahr in seinem Haus in der Aumüli im Beisein seiner Liebsten verstorben. Wir sind unendlich traurig. Gleichzeitig sind wir sehr dankbar für all seine Liebe und Fürsorge während unseren gemeinsamen, glücklichen Jahren und dass wir ihm bis zu seinem Tod so nah sein durften. Hansueli, wir vermissen dich sehr. In stiller Trauer Monika Weyermann-Küng Sven Weyermann mit Karola Mario und Reto Wäfler mit Familie Lina Ufenast-Weyermann und Sara mit Familie und Philipp Abdankung: am Freitag, 23. August 2019, um 14.00 Uhr, in der Kirche Stallikon. Die Urne wird später im engsten Familienkreis beigesetzt. Anstelle von Blumen gedenke man des Vereins Spitex Knonaueramt Konto 87-267156-1, IBAN CH78 0900 0000 8726 7156 1, oder der Schweizer Berghilfe, 8134 Adliswil, Konto 80-32443-2, IBAN CH44 0900 0000 8003 2443 2, Vermerk: H. U. Weyermann Traueradresse: Monika und Sven Weyermann, Aumüli 1, 8143 Stallikon

Alois Zemp Wir danken herzlich: – dem Schützenverein Dachlissen-Mettmenstetten und dem Veteranen-Bezirks-Schützenverein Affoltern für den letzten Fahnengruss. – dem Pflegepersonal der Palliative Villa Sonnenberg für seine gute Pflege während den zwei Wochen seines Aufenthalts. – Herrn Pfarrer L. Huber und Frau A. Bozzola, Orgel, für die persönliche und feierliche Abdankung und die musikalische Umrahmung. – allen Verwandten, Freunden, Nachbarn und Bekannten, die uns auf diesem schweren Weg des Abschieds begleitet haben. Danke für die Spenden und Zuwendungen an die Palliative Station oder andere Institutionen. Jede Karte, jeder Gruss hat uns in unserem Leid getröstet. Mettmenstetten, im August 2019 Dreissigster: Sonntag, 18. August 2019, 9.30 Uhr in der kath. Kirche Mettmenstetten

Die Trauerfamilie


Bezirk Affoltern

Achtung, Kinder überraschen Das Ziel der neuen Schulwegkampagne der Beratungsstelle für Unfallverhütung: Fahrzeuglenkende sollen vorbereitet sein, dass sich Kinder oft überraschend verhalten. Für Kinder ist der Schulweg ein ganz besonderes Erlebnis. Sie spielen, toben herum und erzählen sich die neuesten Geschichten. Dass entlang der Strasse Gefahren lauern, geht dabei schnell vergessen. Pro Jahr gibt es im Schweizer Strassenverkehr total 950 Unfälle mit Kindern – zu Fuss, mit dem Velo oder dem Trottinett. Dabei werden 180 Kinder schwer verletzt; durchschnittlich sieben Kinder verlieren ihr Leben. Im Alter zwischen 4 und 9 Jahren verunfallen Kinder vor allem beim Queren der Strasse – auf dem Fussgängerstreifen oder daneben. Zum Schulstart lanciert die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) eine neue, auf drei Jahre ausgelegte Sicherheitskampagne, welche die Gefahren im Strassenverkehr auf und neben dem Schulweg thematisiert: Fahrzeuglenkende werden darauf aufmerksam gemacht, dass sich Kinder auf dem Trottoir oder auf der Strasse oft überraschend verhalten und sich so in Gefahr bringen. Sie tun dies nicht aus Absicht oder wegen schlechter Erziehung – sondern weil sie eben Kinder sind. So haben sie zum Beispiel aufgrund ihrer Körpergrösse ein eingeschränktes Blickfeld und können über Hindernisse nicht hinwegblicken. Je nach Alter ist ihr Gefahrenbewusstsein noch wenig entwickelt. Für Kinder unter 10 Jahren ist es auch eine grosse Herausforderung, zu beurteilen, wie schnell ein Auto auf der Strasse unterwegs ist. Fahrzeuglenkende müssen daher doppelt aufpassen: für sich selbst und für das Kind. (pd.)

Dienstag, 13. August 2019

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Mit Veteranen-Status zurück auf der Strasse Der 1934er-Cadillac des Feuerwehr-Oldtimer-Vereins Affoltern ist restauriert Rund 700 Stunden Fronarbeit haben Rolf Brönnimann, Felice Senn und Max Zollinger in das Bijou des Vereins zur Erhaltung alten Feuerwehrmaterials der Gemeinde Affoltern (Vefa) investiert. Das Resultat kann sich sehen und – was den Anlasser betrifft – sogar hören lassen. ................................................... von thomas stöckli Die Bereifung erneuern, die Bremsen neu belegen und Bremstrommeln ausdrehen, den Anlasser überholen und den Anlasser-Zahnkranz ersetzen, die Kupplung revidieren und das Getriebe abdichten. Das alles stand an für den 1934er-Cadillac, der von 1945 bis Ende der 60er-Jahre für die Feuerwehr Affoltern im Einsatz stand und nun vom Verein zur Erhaltung alten Feuerwehrmaterials der Gemeinde Affoltern (Vefa) für die Nachwelt erhalten wird. Ende 2018 nahmen die drei autoaffinen Affoltemer Rolf Brönnimann, Felice Senn und Max Zollinger die Arbeiten in Angriff. Es sollte ein intensives Projekt mit vielen Überraschungen, Rückschlägen ebenso wie schönen Erlebnissen, werden. Das Wichtigste vorneweg: Nach 700 Stunden Fronarbeit ist die Motorfahrzeugkontrolle bestanden, der Veteranen-Status im Fahrzeugausweis eingetragen und der Cadillac wieder bereit, den Menschen Freude zu bereiten.

Ziel erreicht: Die Mechaniker Rolf Brönnimann, Felice Senn und Max Zollinger (vorne von links) sowie Vefa-Präsident Thomas Bietenholz mit dem restaurierten 1934er Feuerwehr-Cadillac. (Bilder Thomas Stöckli)

Anlasser-Zahnkranz als Sorgenkind

Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli redaktion@affolteranzeiger.ch Redaktion: Livia Häberling Stefan Schneiter Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 25 470 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/Christine von Burg Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 inserat@weissmedien.ch Spezial- und Sonderseiten: Kaspar Köchli Telefon 058 200 57 14, M 079 682 37 61 kaspar.koechli@chmedia.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss Inserate: Dienstagausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Abonnementspreise: ¼ Jahr Fr. 79.– ½ Jahr Fr. 97.– 1 Jahr Fr. 170.– Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@chmedia.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.chmedia.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.chmedia.ch

Die Achterbahn der Gefühle während der sanften Restaurierung zeigt sich am besten am Beispiel des maroden Anlasser-Systems. Optimal verlaufen sei die Beschaffung eines Anlasser-Ritzels. Über sein persönliches Netzwerk gelangte Felice Senn an Daniel Zogg, der in den USA eine Autogarage betreibt und neben dem gesuchten Teil auch noch Pedalgummis und Fensterführungsgummis besorgen konnte. Zum Sorgenkind entwickelte sich dagegen der Anlasser-Zahnkranz. So reisten die Vefa-Mechaniker eigens über 400 km bis in die Gegend von Mainz. Zehn Wochen sollten sie warten, bis dort ein neuer Zahnkranz hergestellt würde. Die Kontaktperson sei schwer erreichbar gewesen, habe immer wieder andere Angaben gemacht und sie vertröstet. «Irgendwann haben wir gedacht: das wird dieses Jahr nichts mehr», blickt Brönnimann zurück. Ein «Plan B» war gefragt: Über seinen Schwager gelangte er an dessen Bruder, den in die USA ausgewanderten Guido Crameri, und der konnte tatsächlich einen neuen originalen Zahnkranz ab Cadillac-Werk auftreiben. Innert zehn Tagen reiste das Teil dann aus Florida nach Affoltern, wo Brönnimann es problemlos auf das Schwungrad aufschrumpfen und an der Kurbelwelle befestigen konnte. Als er einen guten Monat später in Graz, Österreich, weilte, liess es sich Crameri nicht nehmen, einen «Abstecher» in die Schweiz zu machen und den Cadillac zu besichtigen. «Er war total begeistert», erinnert sich Brönnimann.

Unterstützung von vielen Seiten Begeisterung und Unterstützung durften die Vefa-Mechaniker auch bei der Überholung des Getriebes erfahren. So fertigte der Zwilliker Ernst Hubschmid eigens für den Einbau von Kupplung und Getriebe sowie die fehlende Führungsbüchse Spezialwerkzeug an – kostenlos. Je tiefer die drei Mechaniker ins Innenleben des Oldti-

Blick in den Innenraum des Klassikers – abgerundet mit dem neuen «Swiss Finish». mers hineinblickten, desto deutlicher zeigte sich der Handlungsbedarf: Hier eine Schadstelle im Zylinderkopf, da eine vergammelte B-Säulen-Abdeckung und dort verfaultes Holz im Innenleben der Tür. Und so wurde die sanfte Renovierung immer umfassender. Der Fahrgastraum bekam einen neuen Holzboden samt Lasur und darüber einen Teppich, der sich ins Gesamtbild einfügt. Zum «Swiss Finish», wie es Max Zollinger benannt hat, gehört der Ausbau unter den Sitzbänken. So bekam etwa der dort verlaufende Auspuff eine Verkleidung, was das unangenehme Aufheizen der Sitzbank eindämmt. «Ich bin manchmal nachts erwacht, weil mir etwas in den Sinn kam», blickt Zollinger auf die intensive Zeit zurück. Besonders erschüttert habe ihn der Moment, als Brönnimann die Seitenscheiben mit den spröden Abdichtgummis rausriss – ohne dass sie zu diesem Zeitpunkt Ersatz gehabt hätten. Via Kontakt vom OldtimerTeile-Markt in Fribourg konnten neue Gummis aus den USA beschafft werden. Nun lassen sich die vorderen Seitenfenster des Oldtimers wieder auf- und zuklappen. Damit das Gesamtbild stimmt, hat die Carrosserie Baumann und Wild die inneren Fensterrahmen und Türpanneauabschlüsse frisch lackiert – kostenlos. Weiter unterstützen auch die Garagen von Michael Zemp und Hands Peter Jung, Affoltern, sowie Karl Graf, Mettmenstetten, die Arbeiten mit Infrastruktur und Spezialwerkzeug.

Belastungsprobe im Albisgüetli Am 14. Mai kam dann der erste Moment der Wahrheit: Würden Anlasser

Guido Crameri, der den neuen Anlasser-Zahnkranz auftreiben konnte, besichtigt den Vefa-Cadillac. (Bild zvg.)

und Kupplung funktionieren? Und wie sie das taten! So stand einer ersten Probefahrt über den Albis und ins Sihltal nichts mehr im Weg. Nach einem Motorenservice folgte dann der alles entscheidende Termin beim Strassenverkehrsamt Albisgüetli. Am 22. Juli, 14.13 Uhr auf Bahn 6. Und der Experte schenkte dem Feuerwehr-Oldtimer gar nichts, schaute ganz genau hin und schickte den Cadillac sogar in den «Rüttler», was Oldtimern sonst üblicherweise erspart bleibt. Der Cadillac nahm auch diese Hürde und erhielt auf Anhieb die Zulassung als Veteranenfahrzeug. Somit muss er nur noch alle sechs Jahre vorgeführt werden, die jährliche Laufleistung ist allerdings auf 3000 Kilometer beschränkt. anzeige

«Ich kann ihnen gar nicht genug danken», würdigt Vefa-Präsident Thomas Bietenholz die von Brönnimann, Senn und Zollinger geleistete Arbeit. «Sie haben noch viel mehr gemacht, als vorgesehen.» Und das, ohne das in einer ausserordentlichen Generalversammlung gesprochene Budget voll auszuschöpfen. Damit der gute Zustand des Klassikers nun möglichst lange konserviert werden kann, steht für alle Vefa-Chauffeure ein Fahrkurs bei Felice Senn an. Der frisch restaurierte Cadillac wird der Bevölkerung anlässlich des jährlichen Vefa-Grillplauschs vom 7. September in Zwillikon vorgestellt. Bereits am 31. August ist er an der «Blue Light Night» der Feuerwehr Ottenbach zu Gast.


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Schulen und Kurse Im Vorfeld des Nationalen Spitex-Tages 2019 lädt die Spitex Knonaueramt die Bevölkerung zu einem Themenabend ein.

«Gemeinsam für eine sichere Medikation im Alter» Dienstag, 20. August 2019, 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr Aula Schulhaus Ennetgraben, 8910 Affoltern am Albis. Referate Dr. Helen Roth, Co-Chefärztin Spital Affoltern Christine Rex, MScN Leitung Pflege Spitex Knonaueramt Dr. Carla Meyer-Massetti, Spitalapothekerin FPH Universitätsspital Basel Der Eintritt ist frei. Apéro offeriert von der Stiftung zur Weid.

www.spitexka.ch


Bezirk Affoltern

Dienstag, 13. August 2019

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Warum Maschwanden auch im Kanton Zug aktiv ist Aufsicht der Korporation über die Maschwander Allmend – in Zusammenarbeit mit dem Kanton Zug Was in früheren Zeiten als Weideland benutzt wurde, ist heute eine mit Riedflächen durchsetzte und grosse Artenvielfalt aufweisende Moorlandschaft: Die Maschwander Allmend auf Zuger Gebiet wird von der Korporation Maschwanden beaufsichtigt – in enger Zusammenarbeit mit dem Zuger Amt für Raum und Verkehr. ................................................... von werner schneiter Die Maschwander Allmend erstreckt sich zwischen Lorze und Reuss vom Rüssspitz (wo Reuss und Lorze zusammenfliessen) bis zum Weiler Stadelmatt, der zur Gemeinde Hünenberg gehört. Von den 129 Hektaren sind 7 Hektaren Wald. Es sind 270 Bewirtschaftungseinheiten vorhanden. Von besonderem Wert sind die Flachmoore beim Rüssspitz; sie sind von zahlreichen Ufergehölzen umgeben und dank den fünf Riedtypen auch vielfältig. Schmale Wassergräben mit Ufergebüsch, Giessen und Auenwald wechseln mit Mooren ab und bilden wertvolle Lebensräume. So ist die Maschwander Allmend ein Brutgebiet diverser Sumpfvögel. Sieben Vogelarten figurieren auf der Roten Liste; sie sind auf Moorlandschaften angewiesen. «Die Kombination von Ried- und Auenelementen trägt zur besonderen Bedeutung der Maschwander Allmend bei. Die Lorze durchfliesst die Moorlandschaft in ihrem naturnahen Lauf», heisst es in einem Gebietsbeschrieb des Kantons Zug. Eine Moorlandschaft von besonderer Schönheit, die dank ihrer Grösse einmalig ist im Schweizer Mittelland.

Bewährte Besucherlenkung Durchsetzt ist die Allmend von Wassergräben, Feldgehölz und Kopfweiden, die im Kulturland zwischen Streuwiesen liegen. Gegen Süden der Allmend nehmen die Flächen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung zu. Östlich der Lorze verzahnen sich Äcker, Wiesen und Flachmoore. Weil die Maschwander Allmend auch ein gefragtes Naherholungsgebiet ist, hat der Kanton Zug ein sogenanntes Besucherlenkungskonzept auf den Weg gebracht – mit restriktiveren Regeln, anzeige

Markus Bühlmann, Landchef der Korporation Maschwanden, bei Hinweistafeln, die im Rahmen des Zuger Besucherlenkungskonzepts in der Maschwander Allmend platziert worden sind. Dieses Konzept hat sich bewährt. (Bild Werner Schneiter)

Als Maschwander Bauern Zuger Zöllner in die Lorze warfen Wechselvolle Geschichte der Maschwander Allmend

Die Geschichte der Maschwander Allmend geht ins 15. Jahrhundert zurück, und seit Urzeiten sind die Maschwander im Besitz dieses Landes, das vollständig auf Zuger Gebiet liegt. Sie umfasst 129 Hektaren, aufgeteilt auf zwei Parzellen: 127,4 ha Gemeinde Hünenberg und 1,6 ha Gemeinde Cham. Die älteste Urkunde datiert aus dem Jahr 1481. Es ist eine wechselvolle, von Heinrich Funk und Max Bühlmann aufgezeichnete Geschichte mit Höhen und Tiefen, mit Diskussionen und Streit um Verbauungen, Hochwasserschutz, Tauschhandel, Nutzungen und anderen Rechten. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Maschwander Allmend als Weideland benutzt. Und sie lieferte immer wieder Geschichten zum Schmunzeln. So haben Zuger Zöllner bei der Lorzebrücke Maschwander Bauern schikaniert. Diese wussten

sich zu wehren: Sie warfen die Zöllner kurzerhand in die Lorze – ein Vorfall, der sogar Regierungsräte beschäftigte. Und nach dem ersten Weltkrieg forderte die Zuger Genossenschaft für industrielle Landwirtschaft die Maschwander Korporation auf, ihr einen Drittel der Allmend in Pacht zu überlassen. «Freiwillig oder unter Zwang», hiess es da ultimativ. Schon nach einem Jahr, aus dem ein Verlust von 28 000 Franken resultierte, bat die Genossenschaft die Maschwander, das Land wieder zurückzunehmen, weil sie ansonsten Konkurs anmelden müsse.

Verteilen der Gerechtigkeiten dauerte 40 Jahre Rund 120 Jahre vor diesem Vorfall, nämlich 1801, wählte die Maschwander Gemeindeversammlung eine Kommission von neun Mitgliedern. Diese

hatte den Auftrag, die Allmend unter die 54 Gerechtigkeiten zu verteilen – eine mühevolle Arbeit, die 40 (!) Jahre in Anspruch nahm. Dies bildete den Grundstein für die Bildung der Holzkorporation, die sich seit drei Jahren Korporation nennt. Heute sind es 49 Gerechtigkeiten, verteilt auf rund 30 Inhaber. Eine Viertel-Gerechtigkeit ist das Minimum. Es gibt Besitzer mit drei Gerechtigkeiten. Weil diese nicht unter das bäuerliche Bodenrecht fallen, sind sie frei handelbar. Neu ist in den Statuten verankert, dass ein Verkauf oder Verpachten nur noch unter Inhabern von Gerechtigkeiten möglich ist. Bodenbesitzerin ist allein die Korporation. Als Inhaber von Gerechtigkeiten haben die Bewirtschafter ein Nutzungsrecht. 10 Hektaren beträgt die nicht verteilte Fläche; diese wird direkt durch die Korporation bewirtschaftet. (-ter.)

aber auch mit Lockerungen. So gibt es ab Mühlauer Brücke Richtung Rüssspitz entlang der Reuss Feuerstellen. Westlich des Allmendwegs bis Rüssspitz, das als sogenanntes «Smaragdgebiet» eingestuft ist, gilt ein Zutrittsverbot für Hunde, östlich davon gilt Leinenzwang, ennet der Mühlauerstrasse endet diese Leinenpflicht. «Dieses Besucherlenkungskonzept hat sich bewährt», sagt Markus Bühlmann, Landchef der Korporation Maschwanden. Nach seinen Beobachtungen hat sich die Fauna seither ausgedehnt. Littering oder Vandalismus sind die Ausnahme. Auch wurden schon Tafeln versprayt. Ab und zu landen Ballonfahrer im Naturschutzgebiet. Informationsbedarf für Besucher gibt es vor allem während der Streuernte, wenn die Bauern mit schwerem Gerät ins Gebiet fahren müssen, während für andere das Verbot gilt. Oder wenn das Schneiden von Kopfweiden fällig wird und nur der Strunk übrig bleibt, dann müsse man sich erklären, fügt Markus Bühlmann an. «Aber nach einem halben Jahr sehen sie wieder toll aus.»

Unterhaltsarbeiten im Auftrag des Kantons Zug Im Auftrag des Kantons besorgt die Korporation Maschwanden Unterhaltsarbeiten. Zu denen gehören unter anderem die Neophyten-Bekämpfung, Uferholz- und Gewässerpflege, aber auch Biberschutz. So werden durch den gefrässigen Nager gefährdete Bäume mit 1,5 Meter hohem Maschendrahtgeflecht geschützt. Gemäss neuem Gehölzkonzept des Kantons Zug werden die sich rasant ausbreitenden Weiden reduziert und Eichen gefördert. Die Maschwander Allmend zählt noch drei sogenannte Schwarzpappeln, eine sehr seltene Art. «Das Entbuschen ist eine unserer Hauptarbeiten», sagt Markus Bühlmann, der von einer sehr guten Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Kantons Zug spricht. Zu seinen Aufgaben gehören auch wöchentliche Kontrollgänge durch die Allmend mit Blick auf die Absperrvorrichtungen. Beim Thema Hochwasserschutz runzelt Bühlmann die Stirn. Der Kanton Aargau hat ein grosses Projekt in Arbeit, das bei der Holzkorporation und im Kanton Zug auf Ablehnung stösst. Dieses Thema greift der «Anzeiger» zu einem späteren Zeitpunkt auf.


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ratgeber steuern

Ein hochmittelalterlicher Wohnturm im Aeugstertal?

Hans Ulrich Meuter, lic. iur. und dipl. Steuerexperte

Dienstag, 13. August 2019

Besteuerung Vereine

Das «Chloster» ist Zeitzeuge verschiedener Bauepochen

Vereine unterliegen bei den Staatsund Gemeindesteuern der Gewinnund der Kapitalsteuer und bei der direkten Bundessteuer der Gewinnsteuer. Die Steuerpflicht besteht unabhängig davon, ob der Verein im Handelsregister eingetragen ist oder nicht. Ist der Verein zur Eintragung ins Handelsregister verpflichtet, finden die Vorschriften des Obligationenrechts zur kaufmännischen Buchführung Anwendung. Liegt keine Eintragungspflicht ins Handelsregister vor, besteht die vereinfachte Buchführungspflicht. Die Grundsätze der ordnungsgemässen Buchführung gelten aber sowohl für die kaufmännische wie auch für die vereinfachte Buchführungspflicht. Grundlage für die Festsetzung des steuerbaren Reingewinns und des steuerbaren Eigenkapitals bildet die Jahresrechnung, bestehend aus Bilanz und Erfolgsrechnung. Die Steuergesetze sehen jedoch diverse Abweichungen gegenüber dem in der Erfolgsrechnung ausgewiesenen Gewinn und dem in der Bilanz ausgewiesenen Eigenkapital vor. Eine Besonderheit bei der steuerlichen Gewinnermittlung von Vereinen bildet die sogenannte Spartenrechnung. Ertragsseitig werden Mitgliederbeiträge nicht zum steuerbaren Gewinn gerechnet. Zu den steuerbaren Einkünften zählen hingegen Betriebsgewinne, Bruttoeinnahmen aus Liegenschaften, Finanzerträge und Erträge aus öffentlichen Veranstaltungen. Von den steuerbaren Einkünften können die zu deren Erzielung erforderlichen Aufwendungen in vollem Umfang abgezogen werden, andere Aufwendungen nur insoweit, als sie die Mitgliederbeiträge übersteigen. Bei der Kapitalsteuer werden die Vermögenswerte nach den für die Vermögenssteuer natürlicher Personen geltenden Grundsätzen bewertet. Liegenschaften sind zu den für die natürlichen Personen massgebenden Verkehrswerten steuerbar. Bei der direkten Bundessteuer werden Gewinne unter 5000 Franken nicht besteuert. Bei den Staatsund Gemeindesteuern liegen die Freibeträge beim steuerbaren Gewinn bei 10 000 Franken und beim steuerbaren Eigenkapital bei 100 000 Franken. Werden diese Schwellenwerte überschritten, erfolgt die Besteuerung des gesamten steuerbaren Reingewinns resp. steuerbaren Eigenkapitals.

Das Haus «Chloster» im Aeugstertal ist in verschiedenen Epochen entstanden. Der älteste, nordwestliche Teil dürfte aus dem Hochmittelalter stammen, die restliche Nordfassade aus dem Spätmittelalter, der südliche Teil aus dem 17. Jahrhundert. Möglicherweise kontrollierten einst hiesige Ritter von da aus die Wege über die Buchenegg, den Müliberg und zum Türlersee.

poesie

Zeit für sich Zeit den Himmel zu betrachten, auf der Wiese liegen und Wolken ziehen lassen. Mit einem Grashalm den andern am Ohr kitzeln, spüren, dass die Zeit für einen Moment stillsteht und man trotzdem nichts verpasst. Ohne Uhr in den Tag hinauslaufen, Minuten nicht von Bedeutung sind. Für ein paar Stunden alles um sich vergessen und geniessen, dass man mit Liebe lebt ... Sandra Leuteritz

................................................... von bernhard schneider Als Architekt Hans Schlegel die Liegenschaft «Chloster» Mitte der 1980erJahre sanierte, fielen ihm die dicken, bis 80 Zentimeter starken Mauern auf, die im westlichen Teil der Nordfassade bis zum zweiten Wohngeschoss des markanten Gebäudes reichen. Eine mittlere Mauer führte gar bis ins dritte Wohngeschoss. Handelt es sich um einen mittelalterlichen Wohnturm? Eine sichere Antwort auf die Frage ist nicht möglich, doch der «Anzeiger» begab sich zusammen mit Hans Schlegel und dem Aeugster Gemeinderat Bruno Fuchs auf Spurensuche.

Ein Blick von aussen zeigt die wichtigsten Bauetappen des Hauses im «Chloster»: Links der Tanne die Nordfassade mit Ursprung im Hoch- beziehungsweise Spätmittelalter. Rechts davon der Anbau aus dem 17. Jahrhundert. (Bilder bs)

Ein Blick auf das Gebäude Das Haus «Chloster» ist auffallend gross für ein Haus, das deutlich vor 1800 seine heutigen Umrisse erhielt. Verschiedene Bauetappen stechen auf den ersten Blick ins Auge. Feststeht, dass ein grosser Aus- und Umbau des Gebäudes 1659 abgeschlossen wurde. Der heutige Dachaufbau stammt im Wesentlichen aus dieser Bauphase. Der Nordteil des Gebäudes ist offensichtlich deutlich älter. Zuerst dürfte der nordwestliche Hausflügel mit den dicken Aussenmauern errichtet worden sein. Pro Wohngeschoss sind nördlich drei Doppelfenster nebeneinander angebracht, an der Westfassade je eines. Nicht nur an den Aussenwänden, auch im Keller ist die dicke Grundmauer noch immer erkennbar. Auf der Höhe des ersten Wohngeschosses wurde wohl bereits beim Bau im Hochmittelalter östlich dieses ältesten Gebäudeteils, in der Mitte des heutigen Kellers, eine Türe ausgebrochen. Das eichene, massive Türgewände, dessen Kanten in gotischer Manier abgefasst sind, ist noch heute sichtbar. Demnach würde die Türe wohl aus dem 13. bis 15. Jahrhundert stammen. Der östliche Teil der Nordfassade ist sichtbar jünger. Die Stockwerke sind nicht gleich hoch wie im westlichen Teil, was aus den nach oben verschobenen Fensterreihen ersichtlich ist. Hans Schlegel vermutet aufgrund der Analyse der Wände und der hölzernen Türe, dass dieser älteste Gebäudeteil aus dem Hochmittelalter, das vom 9. bis zur Mitte 13. Jahrhunderts dauerte, die andere Hälfte des Nordflügels aus dem anschliessenden Spätmittelalter, wohl aus dem 14. Jahrhundert, stammt.

Von Sellenbüren oder von Eschenbach? Der Grund, weshalb heute nur noch selten Reste von Gebäuden aus dem Hochmittelalter vorhanden sind, liegt darin, dass sie meist vollständig aus Holz gebaut wurden. Ein Wohnturm mit dicken Mauern deutet darauf hin, dass er von Adligen errichtet und bewohnt wurde. Die Lage des gut befestigten Turms zeigt, dass er der Absicherung verschiedener Wege gedient

Auf Entdeckungsreise im Mittelalter: links Bruno Fuchs, Aeugster Gemeinderat, und Architekt Hans Schlegel, der den hochmittelalterlichen Kern des Gebäudes entdeckt hat, im Kellereingang. Die ungewöhnlich dicken Mauern sind gut ersichtlich. haben dürfte, denn er lag zwischen zwei Pässen, jenem über die Buchenegg und jenem über den Müliberg, sowie an der Reppischtalstrasse, die im Süden zu den eschenbachischen Besitzungen Schnabelburg und Kappel sowie nach Sihlbrugg führte. Wer den Turm errichten liess, lässt sich nicht eruieren. Im Vordergrund stehen die Freiherren von Sellenbüren und von Eschenbach. Für beide Adelshäuser wäre dieser Turm sowohl aus militärischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll gewesen. Der mutmassliche Wohnturm gehörte zur erstmals im Jahr 883 erwähnten Siedlung Borsikon im Aeugstertal, die im 18. Jahrhundert von der Landkarte verschwand. Im Hochmittelalter war unser Gebiet ein vollständig integrierter Teil des Deutschen Reiches. Die Verwaltung übernahmen Adelsgeschlechter wie die Freiherren von Sellenbüren, von Eschenbach, von Bonstetten oder die Meyer von Knonau. Die Freiherren von Sellenbüren und von Eschenbach wurden im Rahmen von Fehden ausgelöscht, andere Adlige verarmten. Nur wer es schaffte, in den Adel einer Stadt integriert zu werden, überlebte als Adelsfamilie das Spätmittelalter, so die Herren von Bonstetten in Bern und die Meyer von Knonau in Zürich. Der letzte bekannte Freiherr von Sellenbüren, Konrad, stiftete das Kloster Engelberg, wo er 1126 ermordet wurde. Das Aussterben der Herren von Sellenbüren dürfte den Aufstieg der Eschenbacher begünstigt haben. Diese bauten um 1150 die Schnabelburg und die Burg Maschwanden, 1185 stifteten sie das Kloster Kappel. Infolge ihrer Beteiligung am Königsmord von 1308

Ausschnitt aus der Tür des hochmittelalterlichen Wohnturms mit hölzernen Nägeln, links schliesst der Abschlussbalken an. Die Türe könnte aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammen und wurde wohl anlässlich der spätmittelalterlichen Erweiterung des Gebäudes errichtet.

wurden Schnabelburg und das Städtchen Maschwanden im Rahmen des Rachefeldzugs der Habsburger zerstört. Nach der Verhängung der Reichsacht über die ganze Familie soll der letzte Eschenbacher unerkannt als Viehwirt gelebt und sich vor seinem Tod 1343 zu erkennen gegeben haben, worauf er mit ritterlichen Ehren beerdigt wurde. Hätte der Wohnturm einer Adelsfamilie gehört, die das Spätmittelalter überlebte, wäre er vermutlich als deren Besitz in irgendwelchen Akten dokumentiert worden. Dem ist nicht so. Es ist daher wahrscheinlicher, dass er von einem bereits im Hochmittelalter ausgestorbenen und deshalb schlecht dokumentierten Adelsgeschlecht gebaut wurde.

Ausbau für eine Beginengemeinschaft? Was geschah nach dem Aussterben der Turmherren? Gemäss unsicheren Quellen sollen anschliessend Beginen im «Chloster» gelebt haben. Darunter versteht man Angehörige einer christlichen Gemeinschaft, die kein Ordensgelübde ablegten, sich dennoch nach bestimmten religiösen Regeln richteten und ein einfaches, eheloses Leben in einer Gemeinschaft führten. Der spätmittelalterliche Anbau an den Wohnturm könnte im Zusammenhang mit der Gründung eines Beginenhofs gestanden haben. Die Steuerverzeichnisse des 15. Jahrhunderts nennen uns erstmals Namen der Bewohner von Borsikon. Die Haushaltvorstände hiessen Uely Lendly, Berchtold Keller, Heini Swellinger, Hanns Trütsch und Ruedy Graf, der

das höchste Vermögen aller Steuerzahler im Raum der heutigen Gemeinde Aeugst versteuerte. Vom Kloster ist keine Rede – entweder waren die Beginen von der Kopfsteuer befreit oder sie hielten sich nicht mehr im «Chloster» auf. Dann hätte möglicherweise der Besitzer dieses Hauses den Namen «Graf» erhalten, denn in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden oft aus Beinamen – in diesem Fall «Graf» als Bewohner des Turmes – Familiennamen gebildet.

Überblick Der mutmassliche Wohnturm im «Chloster» zeigt, wie wichtig archäologische Befunde für die Geschichtsforschung sind. Werden sie allerdings nicht von schriftlichen Quellen gestützt, ist ihre Interpretation oft schwierig. Vieles deutet darauf hin, dass die Entdeckung von Hans Schlegel zutrifft: Im «Chloster» wurde von einem Adelsgeschlecht wie den von Sellenbüren oder den von Eschenbach ein befestigter Turm mit dicken Steinwänden errichtet. Dieser wurde im Spätmittelalter durch einen gleich grossen Anbau ergänzt und könnte eine Beginengemeinschaft beherbergt haben. Die hölzerne Türe, welche die Verbindung zwischen diesen beiden Teilen öffnet, stammt wohl aus dem 13. oder 14. Jahrhundert und wurde entweder beim Bau des Wohnturms oder im Rahmen der spätmittelalterlichen Bauerweiterung konstruiert. Sicher ist, dass das Gebäude in seinem heutigen Umfang 1659 fertiggestellt und spätestens von da an landwirtschaftlich genutzt wurde.


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Dienstag, 13. August 2019

VW-Käfer und BMW-Isetta (oben) aus den 1960er-Jahren. (Bilder Stefan Schneiter)

Rechts Bild-Lilli von 1957, die als Vorbild für Barbie (links) ab 1959 diente.

Faszinierende Welt alter Spielsachen Im Spielzeugmuseum Pegasus Small World in Aeugstertal wird Spielzeuggeschichte lebendig Das Spielzeugmuseum Pegasus Small World in Aeugstertal weckt bei den Erwachsenen Erinnerungen an unbeschwerte Spielstunden mit Blechautos und Eisenbahnen, kuscheligen Teddybären und Puppen. Kinder entdecken die Wunderwelt historischen Spielzeugs. ................................................... von stefan schneiter Der Besuch im Spielzeugmuseum Pegasus Small World in Aeugstertal beim Türlersee ist ein Eintritt in eine Welt voller Farben und Wunder. Tausende, ja Abertausende von historischen Spielsachen sind im Museum zu finden: Puppen, Blechautos, Modelleisenbahnen, Kuscheltiere, handgearbeitete Holzfiguren aus dem Erzgebirge und viele weitere elektrische und mechanische Sammlerraritäten aus der Zeit von 1890 bis 1980. Gesammelt hat sie Ewald Schuler. «Spielsachen haben mich schon immer fasziniert. Mit rund 20 Jahren begann ich sie zu sammeln, über 40 Jahre lang. Irgendwann wusste ich nicht mehr, wohin mit ihnen. Da war es naheliegend, sie in einem Museum zusammenzubringen», erzählt der 70-Jährige, der neben der Leitung des Spielzeugmuseums auch im Spielwarenladen Pegasus an der Augustinergasse in Zürich arbeitet und zudem noch im Messebau tätig ist.

Ein Märklin-Bahnhof um 1910.

Vorbereitung aufs Leben Vor 20 Jahren, am 1. Oktober 1999, wurde das Museum eröffnet. Im stilgerecht nachgebauten Gebäude einer alten Scheune, das damals als Fertighaus in drei Tagen hochgezogen wurde. Auf drei Etagen in über 100 Vitrinen wird wertvolle Spielsachen präsentiert, die auch Zeugen der Zeitgeschichte sind. «Mich interessierte stets die Geschichte des Spielzeugs. Dieses spiegelt ja die Industrialisierung von den Anfangsjahren bis heute, etwa bei den Eisenbahnen oder Autos bis hin zu den Weltallraketen. Die Kinder lernten mit den Spielsachen die Welt kennen. Mädchen erhielten Waschmaschinen oder Kochherde nicht nur zum Spielen, sondern wurden damit vorbereitet auf ihr Leben als Hausfrau», erzählt Ewald Schuler. In Führungen, die er regelmässig in seinem Museum durchführt, weiss er unerschöpflich viel Spannendes und Informatives über die Spielsachen zu erzählen, über ihre Herstellungsgeschichte, ihre Eigenheiten und ihre Veränderungen im Laufe der Zeit. So war in früheren Jahren Weissblech das billigste Material, weshalb Spielzeug aus Blech gefertigt wurde. Heute hat längst Kunststoff Blech als meistverwendetes Material abgelöst. Vier Hauptelemente bilden den Kern des Museums: Blechautos und -eisenbahnen aus der Zeit von 1890 bis 1980 machen einen grossen Teil der Sammlung aus. Die rund 700 Steiff-

tiere – die legendären «mit dem Knopf im Ohr» – geschaffen von Margarete Steiff aus Schwaben, sind wertvolle Klassiker des Marktführers für Stoffund Plüschtiere. Die handgearbeiteten, hölzernen Miniaturen aus dem Erzgebirge lassen Weihnachtsstimmung aufkommen.

Barbie mit deutschen Wurzeln Zur Kollektion der Puppen gehört neben solchen von Käthe Kruse, Sasha Morgenthaler und Schildkröt natürlich auch Barbie. Die Ursprünge dieses amerikanischen Dream-Girls, das bis heute Millionen Mädchen auf der Welt bezaubert, liegen nicht in den USA, sondern in Deutschland. In der Bild-Zeitung erschien 1952 bis 1961 ein Comic mit Lilli, die sich äusserlich durch Schmollmund, betonte Wimpern, Rossschwanz und einen üppig geformten Frauenkörper auszeichnete. Nach deren Vorbild wurde ab 1955 die Puppe Bild-Lilli produziert, welche wiederum von den Gründern der US-Firma Mattel auf einer Europareise entdeckt wurde. 1959 erlebte Barbie, benannt nach der Tochter des einen Mattel-Gründers und seiner Frau, ihr Debüt in New York, von wo aus sie den Siegeszug um die ganze Welt antrat. Im Spielzeugmuseum ist nebst verschiedenen frühen Barbie-Puppen auch Bild-Lilli ausgestellt, ein Sammlerstück, das heute mehrere tausend Franken wert ist. Alle Ausstellungsstücke sind wertvolle Originale, nichts ist nachgebaut.

Die Steifftiere von 1972 bewegen sich.

Schon früher waren die meisten von ihnen sehr teuer. Schuler erzählt, dass ein Bär von Steiff früher den Wochenlohn eines Arbeiters kostete, eine Krokodillokomotive von Märklin gut einen halben Monatslohn verschlang. «Darum», so Schuler, «fand man Spielzeug, wie es hier im Museum zu sehen ist, nie in Arbeiterfamilien.» Erstanden hat Schuler all die Ausstellungsobjekte an Spielzeugbörsen, von Antikspielzeughändlern oder auf privatem Weg. Kaum etwas ist von Flohmärkten. Die grossen und kleinen Besucher müssen sich nicht aufs Anschauen von unbeweglichen Spielsachen beschränken. Viele Figuren und Fahrzeuge setzen sich per Knopfdruck in Bewegung. In einem kleinen Vorführraum können Besucher Dok-Filme anschauen, etwa über die berühmten Spielzeughersteller Märklin oder Steiff. Und jedes Jahr gibt es Sonderausstellungen. Derzeit über Elastolin, aus dem – als Vorläufer des Kunststoffs – viele Ritter, Indianer- oder Soldatenfiguren gefertigt wurden. Das Restaurant steht nicht nur Besuchern nach dem Museumsbesuch zur Verfügung, sondern kann für private Anlässe oder Firmenfeste auch gemietet werden.

Das Spielzeugmuseum ist in einem Scheunennachbau untergebracht.

Spielzeugmuseum Pegasus Small World, Habersaat 3 beim Türlersee, Aeugstertal, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Betriebsferien 26. August bis 15. September. Eintritt: Erwachsene 7 Franken, Kinder 4 Franken. www.spielzeug-museum.ch.

Holzminiaturen aus dem Erzgebirge.

Zu allen Spielsachen weiss Ewald Schuler viel Informatives zu erzählen.

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Dienstag, 13. August 2019

«Den Sommer im Säuliamt geniessen»

Wenn die Welt Kopf steht: Stand-up-Paddle-Tour auf dem Türlersee. (Bild Irene Janser)

Rotmilan im Abflug zwischen Heisch und Hausen. (Bild Albert A. Stahel)

Schmetterling auf dem Sommerflor. (Bild Elisabeth Gretler)

Zwischenlandung in Wettswil. (Bild Markus Husy)

Schwalbenfütterung. (Bild Katrin Züger)

Schmetterling und Biene auf rotem Sonnenhut. (Jacqueline Ott)

Bachlibelle in Mettmenstetten. (Bild Christine Risi)

«Den Sommer im Säuliamt geniessen» – unter diesem Titel hat der «Anzeiger» seine Leser zum Fotowettbewerb eingeladen – mit tollen Resultaten, wie die Auswahl auf dieser Seite zeigt. Noch bis Montag, 12. August, kann man Bilder einsenden, in Originalgrösse und mit Betreff «Fotowettbewerb» an redaktion@affolteranzeiger.ch. Bitte Adresse sowie Telefonnummer angeben.

Ein Schwalbenschwanz auch in Bonstetten. (Bild Roman Noth)

Die Enkel Noa (mit Lesebrille) und Evan auf der Lesebank – eine gute Idee der Bibliothek. (Bild Emerita Schnider)


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Dienstag, 13. August 2019

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Toni Bortoluzzi will mithelfen, die Zürcher SVP aus dem Gegenwind zu nehmen Der alt Nationalrat aus Affoltern ist als 1. Vizepräsident in die Parteispitze zurückgekehrt Als erster Vizepräsident der SVP des Kantons Zürich ist alt Nationalrat Toni Bortoluzzi wieder an die Schalthebel zurückgekehrt. Mit markanterem, provokativerem Auftreten die Wählerbasis mobilisieren – das ist Teil der selbstverordneten Medizin.

Elisabeth Pflugshaupt (2. Vize). Inzwischen mischen auch Junge mit, die sich laut Bortoluzzi stark engagieren und gute Figur machen. «Sie stehen an der Front, wir stehen mit Rat und Tat zur Seite. Christoph Blocher ist jetzt nicht mehr dabei. Er hat keinerlei Funktionen und kommt auch nicht zu Parteileitungssitzungen.» Auf dessen finanzielles Engagement angesprochen, schmunzelt Toni Bortoluzzi und will keine Zahlen bekannt geben. Er wird sie kennen. Immerhin so viel, dass die Kasse der SVP mit rund einer halben Million Franken gut gefüllt ist; damit lässt sich Wahlkampf machen.

................................................... von werner schneiter Zwölf Jahre Gemeindepräsident in Affoltern, während 24 Jahren Nationalrat, Regierungsratskandidat, Ständeratskandidat, Bundesratskandidat: Kaum einer in seiner Partei kann auf ein reichhaltigeres politisches Leben zurückblicken als Toni Bortoluzzi. Er machte auch mit provokativen Aussagen landesweite Schlagzeilen; nachdem er sich 2015 aus dem Parlament zurückzog, wurde es ruhiger. Bis in diesem Frühjahr. Was hat ihn, den 72-Jährigen, bewogen, an die Front zurückzukehren – in einem Alter, wo andere als Pensionäre ein Leben ohne Stress geniessen? Wir treffen Toni Bortoluzzi an seinem Zweitwohnsitz in Elm GL, wo Ehefrau Kathrin aufgewachsen ist. Das Ehepaar besitzt dort seit rund 30 Jahren einen Hausteil. Der prächtige Holzbau stammt aus dem Jahr 1557 und war in früheren Jahren ein Restaurant. Der Sitzplatz draussen gibt den Blick frei auf die Glarner Hauptüberschiebung und auf das Martinsloch, Unesco-Weltkulturerbe. Einen Steinwurf von den Bortoluzzis entfernt wohnt Vreni Schneider, die erfolgreichste Skifahrerin der Schweiz. Vor der Haustüre ist der Heuet im Gang – eine prächtige Kulisse offenbart sich, es ist still.

Die Wählerbasis aufrütteln

Entspannung vor dem Wahlkampfauftakt im Garten des Zweitwohnsitzes in Elm mit prächtiger Sicht Richtung Glarner Hauptüberschiebung: Kathrin und Toni Bortoluzzi. (Bild Werner Schneiter) «Seit drei, vier Jahren läuft es nicht mehr rund» Mit der Ferienatmosphäre ist es aber bald vorbei, spätestens am 22. August, wenn die SVP nach Uster zum offiziellen Wahlkampfauftakt einlädt. Dann ist auch Toni Bortoluzzi dabei. Ja, wir wiederholen die Frage: Warum tut er sich das nach aufwühlenden, erfolgreichen Politjahren nochmals an? «Seit drei, vier Jahren läuft es in unserer Partei einfach nicht mehr rund. Auch ehemalige Mandatsträger machen sich Sorgen», begründet Bortoluzzi seine nach einer Anfrage erfolgte Rückkehr an die kantonale Parteispitze. Der Tief-

punkt folgte bei den Wahlen im Frühjahr 2019, als die SVP 5,6 Prozent Wähleranteil einbüsste und im Kantonsrat einen Verlust von neun Mandaten in Kauf nehmen musste. Dass die SVP gleichwohl stärkste Fraktion geblieben ist, dürfte für die Granden der Partei ein schwacher Trost sein. Und diese ehemaligen Würdenträger haben mehrmals getroffen, natürlich auch mit Christoph Blocher. Es kam zum Umsturz, der diskrete Parteipräsident Konrad Langhart zog den Kürzeren. Er wurde vom Jungspund Patrick Walder abgelöst, der jetzt rundum gelobt wird. Er wird nun unterstützt durch Toni Bortoluzzi (1. Vize) und

Besser machen, lautet dabei die Devise: «Die Wahlanalyse im Frühjahr hat gezeigt, dass wir unsere Wählerbasis nicht genügend mobilisieren konnten. Diese wollen wir nun aufrütteln. Wir können hier nicht links und rechts von uns fischen gehen. Wir wollen aufzeigen, mit welchen finanziellen Konsequenzen letztlich der von LinksGrün beheizte Klima-Hype verbunden ist.» Die SVP setze sich für eine vernünftige Umweltpolitik ein, ohne dass die wirtschaftliche Prosperität darunter leiden müsse. «Mehr Abgaben und Umverteilung helfen nicht und schädigen den Mittelstand», so Bortoluzzi, für den die beim Thema Klima für mehr Abgaben und Umverteilung eintretende FDP sich vom liberalen Weg verabschiedet hat. «CVP und FDP gehen am Schluss mit schöner Regelmässigkeit Kompromisse mit den Linken ein, nicht mit uns», so der 1. Vize. «Frei und sicher, keine EU-Unterwerfung mit dem Rahmenvertrag, Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen, eine sichere AHV und eine gute Gesundheitsvorsorge – das sind be-

kannte SVP-Wahlkampfthemen. Eine Abstimmung über den Rahmenvertrag dürfe nicht auf Gesetzes-, sondern müsse auf Verfassungsstufe erfolgen, womit das Ständemehr zur Anwendung komme, sagt Bortoluzzi. «Es muss uns gelingen, wieder stärker wahrgenommen zu werden», fügt er bei, auch im Wissen, dass die SVP an Kampfkraft eingebüsst hat und in letzter Zeit mit nicht gerade geschicktem Themensetting aufgelaufen ist. So ist auch das Thema Asyl etwas in den Hintergrund geraten, und die nicht umgesetzte Masseneinwanderungsinitiative hat das Volk weniger in Wallung versetzt. «Auch 20 000 Asylsuchende sind nicht wenig. Steigen die Zahlen, so verunmöglicht das die Integration und führt zu Verdruss und Abwehrhaltung», so der alt Nationalrat.

«Nüd höbele – hoble» «Aufrütteln, eigene Behäbigkeit abschütteln und gewisse Dinge an den Pranger stellen. An Veranstaltungen, in Inseraten, Flyern und in den sozialen Medien» – so lautet die Medizin der SVP, die im Kanton Zürich ihre zwölf Nationalratssitze verteidigen muss. Keine leichte Aufgabe, weil auch bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst ein erneuter Rückgang des SVP-Wähleranteils prognostiziert wird. Die bereits lancierte und von der Werbeagentur Goal entworfene Inseratenkampagne hat schon viel zu reden gegeben – zur Freude von Toni Bortoluzzi auch im «Anzeiger». Auf dem Gartensitzplatz in Elm erinnert er sich an einen Spruch, den der 1996 verstorbene Grafiker Geri Frey vor seiner Wahl in den Nationalrat im Jahr 1991 kreiert hat – in Anlehnung an den Schreinerberuf: «Nüd höbele – hoble».

Was macht die Glückspost in der Bücherkiste? ................................................... von christine häusermann

D

ie Bücherkiste der Bibliothek Ottenbach, am Ufer der Reuss beim Pontonierhaus, ist dieses Jahr gut getarnt. Man hat sie auf die Waldseite verbannt, weil lesen und ab und zu den freien Blick auf die Reuss geniessen, macht ja niemand. Bücherkisten sind Überraschungspakete, man weiss nie, welche Auslese man darin findet und genau das macht neugierig. Die Auswahl ist beschränkt, das hilft beim Entscheiden, was wissenschaftlich erforscht ist. Eine zu grosse Auswahl und man ist hoffnungslos überfordert, ob im Kleianzeige

derladen oder in der Bibliothek. Wissenschaftlich belegt ist auch, dass ein Entscheid nicht rein rational getroffen werden soll, man muss spüren, ob sich die Wahl richtig anfühlt. Aber das ist bei Büchern wenig problematisch, man liest den Klappentext, «schneugget» etwas im Buch hin und her und dann weiss man, obs passt oder nicht. Der Blick in die Bücherkiste in Ottenbach ist allerdings keine Augenweide. Obenauf liegt eine verknitterte Glückspost mit einem strahlenden Prinz Harry auf dem Cover. Heisst denn die Bücherkiste Heftlikiste? Gut gemeint oder rasch entsorgt? Oder ist für manche die Bücherkiste gar ein Mülleimer? Ein Abfallhai sieht anders

aus und einer steht gleich um die Ecke. Haben die Leute unbewusst Angst vor dem Abfallhai? Lieber weg in die Bücherkiste! Oder doch gut gemeint? Die Glückspost für Zweitleser? Aber hiesse das nicht, die Zeit mit dem Dreschflegel totschlagen? Der Ottenbacher Felix Hofstetter, der eine Verschnaufpause nach seinem Frühsport macht, ist anderer Meinung: «Super, dank der Bücherkiste weiss ich jetzt endlich, dass Prinz Charles nicht der Vater von Prinz Harry ist.» Ja, die Bücherkiste ist nicht grad gut dotiert mit Literatur. Die obligaten «Frauenromane», sogenannt leichte Lektüre für Frauen im Sommer aber schreiben Sie mal einen Liebesroman!

Neben einem obligaten Cat-WarriorRoman – mein Kater ist Jäger genug, einen Krieger brauchen wir nicht auch noch – besteht der Rest aus alten Jugendbüchern. Sind die für die vielen Jugendlichen des Pontonierfahrvereins gedacht, der ja kein Nachwuchsproblem hat? Harmlose Büechli nach dem harten Stacheln? Meine Begeisterung hält sich in Grenzen, aber ich Felix Hofstetter beim Stöbern in der Bücherkiste nehme eins der Ju- nach dem Frühsport. (Bild ch) gendbücher mit nach Hause. Nicht weil ich nochmals Tiefe.» Schön nicht? Nadine Schor von 14 sein möchte, sondern weil es inte- der Bibliothek Ottenbach informiert ressant ist, welche Themen Jugendli- auf mein Nachfragen, dass sie die Kische offenbar ansprechen. Beim An- te nun wieder attraktiver bestücken blick der vielen antiquierten Bücher will, schliesslich ist sie noch bis Mitte stellt sich die Frage, ob man mit Bü- September vor Ort. cherkisten das Lesen fördern will oder Ein paar Tage später entschädigt macht es die Bibliothek gleich wie die mich die Bibliothek Merenschwand – Glückspostleserin, pardon, der Glücks- der Kulturkanton Aargau halt: Auf postleser? Rasch entsorgt oder gut ge- einer Velotour stoppe ich bei einer meint? Was gänzlich in der Kiste fehlt, Lesebank und finde einen ungelesenen sind Sachbücher, ausser einem Buch Markaris, in dem ein Typ Steuerschuldüber Wale gibt die Kiste nichts her. ner und -hinterzieher umbringt, wenn Und der Sommer wäre auch die Zeit, sie nicht binnen fünf Tagen zahlen. sich mal auf einer Waldwiese liegend Offenbar mussten sie auf die griechieinen alten Stifter oder Hofmannsthal sche Ausgabe «nicht zum Nachmachen reinzuziehen. «Da stiege ich vom Pfer- empfohlen» drucken. Wen wunderts, de und schritte in des Sommerlands die Idee ist bestechend.


Forum

10 ämtler kantonsräte meinen

Thomas Schweizer (Grüne, Hedingen)

Autobahnzubringer und Demokratie Die Baudirektion – noch unter dem SVP-Baudirektor Markus Kägi – hat die Projektierung des Autobahnzubringers Obfelden/Ottenbach an die Hand genommen und festgestellt, dass das Projekt nicht 65 Mio., sondern 80 Mio. Franken kostet. Der Regierungsrat hat infolgedessen beschlossen, die Vorlage nochmals dem Kantonsrat zu unterbreiten. Die Kostensteigerung von fast einem Viertel sei eine wesentliche Änderung, die nochmals dem demokratischen Prozess unterworfen werden müsse. Es sind somit nicht die Grünen, sondern es ist die Kantonsregierung, welche den demokratischen Prozess für den Autobahnzubringer Obfelden/Ottenbach nochmals angestossen hat. Ein demokratischer Prozess besteht darin, sich Meinungen zu bilden und diese auch zu vertreten. Man kann Ja stimmen, in einer Demokratie darf man auch Nein stimmen. Die Grünen des Bezirks Affoltern haben sich bereits 2012 gegen diese neue Strasse eingesetzt. 2019 wurde nochmals darüber diskutiert und wiederum beschlossen, dass Verkehrsprobleme nicht mit neuen Strassen gelöst werden sollen. Dass neue Strassen auch neuen Verkehr anziehen, ist keine blödsinnige Behauptung, sondern eine vielfach bestätigte Tatsache. Damals wie auch heute zeigen die Grünen einen Weg auf, der die Kinder auf dem Schulweg gut schützt. Die Verkehrssicherheit auf den Ortsdurchfahrten publireportage

Dienstag, 13. August 2019

Bett im Wald

soll mit Verkehrsberuhigungsmassnahmen und Tempo 30 verbessert werden. Das ist sofort und kostengünstig umsetzbar. Tempo 30 erhöht die Sicherheit und verursacht weniger Lärm. In einem Rechtsstaat ist auch das Ergreifen von Rechtsmitteln möglich. Dabei entscheiden die Gerichte. Betroffene haben sich auf dem Rechtsweg gegen die Linienführung der Strasse gewehrt und für Verbesserungen eingesetzt. Von diesem demokratischen Recht macht auch der TCS regelmässig Gebrauch. Er wehrt sich seit Jahren gegen die Einführung von Tempo 30. Er hat mehrfach das Bundesgericht angerufen, z.B. bei der Einführung von Tempo 30 auf Ortsdurchfahrten in Münsingen oder Sumvitg sowie gegen Tempo 30 aus Lärmschutzgründen in der Stadt Zürich. Er hat zwar in allen Fällen verloren, doch hat das zu grossen Verzögerungen geführt. Die grossen Verzögerungen haben mich zwar geärgert, aber Rechtsmittel sind auch ein Teil des Rechtsstaates, zu dem ich stehe. Das Einspracherecht steht dem TCS übrigens weiterhin offen, auch in Obfelden, wenn hier Tempo 30 dereinst eingeführt werden sollte. Im Gegensatz zu vielen Leserbriefschreiberinnen und -schreibern sowie Kommentatoren vertraue ich weiter auf den Rechtsstaat und die demokratischen Prozesse und hoffe, dass die Mehrheit einen weisen Entscheid fällt.

Ruhestätte für ermattete Jäger, Luxusliege für müde Rehlein, Liebesnest oder kostengünstige Entsorgung? Am Donnerstag, 8. August, gefunden auf dem Aeugsterberg, leider zu nass für ein Schläfchen. (Leserbild Walter Keller, Obfelden)

Roger Köppel in Wettswil Im Rahmen seiner Wahlkampftour durch die 162 Gemeinden im Kanton Zürich machte Roger Köppel am 6. August in Wettswil Halt. Trotz Sommerferien verfolgte im ausgebuchten Saal vom Schulhaus Ägerten ein interessiertes Publikum seine Ausführungen. Wettswil war das 80. Etappenziel von Ständeratskandidat Roger Köppel. Die beiden jetzigen Ständeräte bekämpfen weder die masslose Einwanderung noch den EU-Rahmenvertrag. Damit das Zürcher Stimmvolk eine wirkliche Auswahl hat, stellt sich

Roger Köppel als Ständerat zur Verfügung. Über 100 Anwesende erlebten einen voll motivierten, humorvollen und pointierten Köppel. Voller Elan und mit überzeugenden Argumenten sprach er über den Klimanotstand mit seinen Kostenfolgen für den Mittelstand, die masslose Einwanderung mit den sozialen Folgen und den EU-Rahmenvertrag mit dem Verlust der Selbstbestimmung. Danach wurde die Diskussion eröffnet, in welcher er die Anliegen aus dem Publikum aufnahm und sachlich und ausführlich beant-

wortete. Es spielte dabei keine Rolle, ob die Voten kritisch waren oder sich mit seiner Meinung deckten. Unter grossem Applaus und der Übergabe eines Geschenkes verabschiedete der Sektionspräsident und Nationalratskandidat Marc Bochsler gegen 21.30 Uhr den Referenten. Beim anschliessenden Apéro wurde noch munter weiterdiskutiert und Roger Köppel war auch da ein gefragter Mann. SVP Orts-Sektion Wettswil am Albis


Gewerbe/Dienstleistungen

Open-Air Gottesdienst

«Hören und Zuhören»

Zum Ferienende lädt die Kirchgemeinde Stallikon-Wettswil auf den Üetliberg. > Seite 16

Die Spitex Knonaueramt empfängt zur Info-Veranstaltung in der Aula Ennetgraben, Affoltern. > Seite 17

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Rennsport-Feeling Das älteste Seifenkistenrennen der Schweiz steht in Rossau vor der nächsten Ausgabe. > Seite 18

Prägende Erfahrungen Ästhetisch schön und vandalensicher

Selbsterfahrungsworkshop in Affoltern

Kursleitung: Ursula Staffiero und Steven Gehre. (Bild zvg.)

Einen Selbsterfahrungsworkshop zu frühen Prägungen aus Schwangerschaft und Geburt – das bieten Ursula Staffiero und Steven Gehre Mitte September an. Oft wird angenommen, dass diese frühe Zeit und die Geburt sehr wenig Einfluss auf unser Sein hat. Jedoch sind diese Erfahrungen sehr tief und prägen uns, wie wir leben. Unser grösster Weg beginnt in den ersten Monaten unseres biologischen Daseins und wir leben mit den Konsequenzen von da an. Unbehandelte pränatale und Geburtstraumata zeigen sich in vielen verschieden Mustern, generieren Verhalten und prägen unser Tun. Sehr viele Stresszeichen als Erwachsene räsonieren mit diesen ganz frühen Erfahrungen, wo wir extrem verletzlich sind. Als Erwachsene finden wir uns dann oft zurückgeworfen in diese Hilflosigkeit. Diese frühen Traumata zu verstehen hilft, tiefgreifende Veränderungen zu machen. Der Workshop geht über zwei Tage und die Gruppe ist auf sechs Teilnehmende beschränkt. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit für seinen eigenen Prozess, welcher durch die Seminarleiter geführt und von der

Gruppe unterstützt wird. Der Support von den gegenseitigen Prozessen in der Gruppe hilft Empathie zu generieren und Selbstmitgefühl zu den verletzlichen Teilen in uns. Die unterstützende Rolle als Helfer kann genauso heilsam sein wie sein eigener Prozess. «In den Sessions möchten wir die Aufmerksamkeit zu den Körperprozessen und aufkommenden Bilder erlauben. Wir hören auf der Ebene der Seele, was wir brauchen, um unser Ganzes in unser Leben zu integrieren. Jeden Tag wird es eine kurze Sequenz von ‹schamanischem Trommeln› geben, um die Teilnehmenden tiefer in das Stadium des Unbewussten eintauchen zu lassen. Zeit für die Integration ist am Ende jeder Sitzung und am Ende des Workshops gegeben. Dieser Workshop wird in tiefem Respekt und Empathie gehalten, für den Prozess jeder teilnehmenden Person sowie die Bedürfnisse der Gruppe», so die Zielsetzung. Selbsterfahrungsworkshop, Leitung Ursula Staffiero und Steven Gehre, am 14. und 15. September, 10 bis 18 Uhr. Max. 6 Teilnehmende, Kosten: 420 Franken. Anmeldung unter: steven@gehre.ch oder Telefon 044 869 22 00. Gemeinschaftspraxis für Osteopathie und Eltern-Baby-Therapie Gehre und Staffiero, Zürichstrasse 82, Affoltern. www.gehre.ch.

Pallas Kliniken verstärken Augenheilkunde in Affoltern Das Pallas Kliniken Zentrum in Affoltern und die Augenarztpraxis von Dr. Beat Haab treten ab sofort mit vereinten Kräften auf. «Mit dem Augenzentrum in Affoltern habe ich glücklicherweise einen Partner gefunden, der meine Ansprüche voll erfüllt», freut sich Dr. Beat Haab. «Die Pallas Kliniken sind schweizweit hoch angesehen und bekannt für herausragende Qualität. Es ist mir deshalb eine Freude, meine Patientinnen und Patienten seit Juli zusammen mit meinem Team und dem des Pallas Kliniken-Zentrums am Standort der Pallas Kliniken zu behandeln.» Für die Patientinnen und Patienten steht mit Dr. Beat Haab, Dr. Dietlinde Hadavi und Dr. Elke Marie Gand ein dreiköpfiges Fachärzteteam bereit, welches mit seiner Expertise für die Bevölkerung in Affoltern einsteht. Dr. Elke Marie Gand, medizinische

Spannen zusammen: Dr. Elke Marie Gand und Dr. Beat Haab. (Bild zvg.) Standortleiterin in Affoltern, sagt: «Dieser Zusammenschluss der beiden Kliniken sowie die Integration von Dr. Haab in unser Ärzteteam versprechen einen reibungslosen Übergang für alle bestehenden Patientinnen und Patienten in eine Praxis mit besserer Versorgung, höherer Erreichbarkeit auch bei Notfällen und garantierter Urlaubsvertretung». (pd.)

Sitzbänke aus dem Albisbrunn – von der Idee zur Umsetzung

Am Anfang stand die Idee mit Jugendlichen ein Produkt herzustellen, welches einen bleibenden Wert hat, langlebig ist, hohen ästhetischen Ansprüchen genügt und der Allgemeinheit dient. Durch die Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Hausen, für welchen die Albisbrunn Trainingsund Orientierungswerkstatt (T&O) bereits vandalensichere Grillstellen baut, kam die Idee, eine besondere Sitzbank zu gestalten. Sitzbänke gibt es unzählige in verschiedenen Formen, Farben und Materialien. Zu Beginn schauen diese meistens noch ansprechend aus. Die Witterung und oft auch Vandalen setzen diesen öffentlichen Sitzgelegenheiten aber arg zu und schon bald geben sie ein jämmerliches Bild ab. Nicht so die Eichensitzbank der T&O-Albisbrunn.

Jede Eichensitzbank ein Unikat Jede Sitzbank ist einzigartig, da der Eichenstamm optimal, entsprechend seiner natürlichen Form, genutzt wird. So entstehen Unikate, die trotzdem als Albisbrunn T&O-Produkt erkennbar sind. Die Eichenstämme werden einzeln ausgesucht und stammen aus dem Kanton Zürich oder den angrenzenden Kantonen. Die Sitzfläche der Sitzbank besteht aus dem massiven Eichenstamm,

Sonne und Wasser verleihen den Holzbänken eine wunderbare Patina. (Bild zvg.) von welchem der sogenannte Splint entfernt wurde. So kann das Holz unbehandelt bleiben, da das Kernholz der Eiche durch die natürliche Gerbsäure äusserst wetterbeständig ist. Die Lehne besteht aus einem dicken Eichenbrett, welches wenn möglich aus dem gleichen Stamm gesägt wurde. Die Konsolen, die Sitzbank und Lehne verbinden, sind aus verzinkten Eisenprofilen. Durch das Einwirken von Sonne und Wasser bleibt das Holz in Bewegung und verfärbt sich, was ihm eine wunderbare Patina verleiht. Die Eichensitzbank ist zwei Meter lang, die Lehne ca. 95 cm hoch und die Sitzfläche 42 bis 50 cm ab Boden.

Wirklich vandalensicher Albisbrunn als Jugendheim weiss, wie Bauten oder Gebrauchsgegenstände beschaffen sein müssen, so dass sie auch starke Belastungstests bestehen. Die Eichensitzbank der T&O-Albisbrunn ist trotz der wunderbaren Ästhetik so massiv gebaut, dass sie mit Muskelkraft nicht beschädigt werden kann. Selbst Sprayereien lassen sich wieder entfernen. Mit einem Gewicht von ca. 350 kg ist die Sitzbank auch sicher vor Diebstahl. (pd.) Wer Interesse an einer solchen Eichensitzbank hat, kann sich bei der T&O-Albisbrunn, Timo Homberger, 044 764 81 03 oder tundo@albisbrunn.ch melden.

Traditionsanlässe im «Mühligolf»

Festen und Kräftemessen am 17. und 18. August in Wettswil Am nächsten Samstag feiert das Wettswiler Restaurant Mühligolf wie jedes Jahr sein Sommernachtsfest, tags darauf finden das Steinstossen und ein Frühschoppenkonzert statt. 1997 rief Robert Mühlethaler, damals Wirt im Aeugster Restaurant Müliberg, das erste Müliberg-Steinstossen ins Leben. Jahrelang lockte als Hauptpreis ein Muneli. Der Wettkampf etablierte sich zum beeindruckenden Traditionsanlass. Den sportlichen Höhepunkt bildete die Veranstaltung im Jahr 2005, als die Schweizer Meisterschaft ausgetragen wurde. Mühlethaler erinnert sich: «Der Fribourger Maire hatte ein Jahr zuvor das Eidgenössische Schwingund Älplerfest mit dem 83,5-kgUnspunnenstein gewonnen – und das mittels Rekordstoss auf 4,11 Meter. Zweiter wurde der Schwyzer Stählin. Und jetzt lieferten sich die beiden bei meinem Steinstossen einen begeisternden Zweikampf, schliesslich gelang Stählin die Revanche hauchdünn.»

Gaumen- und Ohrenschmaus am Sommernachtsfest 2011 schlug Mühlethaler seine Zelte neu im Wettswiler Restaurant Mühligolf bei der Driving Range auf. Seinen Traditionsanlass zügelte er mit, einfach mit der Namensanpassung «Mühligolf»-Steinstossen. An neuer Stätte kommt es nun am nächsten Wochenende zur bereits achten Auflage.

Organisator Röbi Mühlethaler mit Steinstoss-Vorjahressieger Urs Hutmacher, der den von Auto Graf AG (Meilen) gesponserten Hauptpreis gewann. (Bild Kaspar Köchli) Dazu gehört auch am Samstagabend ab 18 Uhr das Sommernachtsfest, welches ebenfalls seit eh und je am gleichen Datum stattfindet. «Mit dem Engagement des Duos Lucky Boys dürfen wir uns in der Tat glücklich schätzen» strahlt Mühlethaler. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt, so wird unter anderem spektakulär Paella vor Ort frisch zubereitet, begleitet vom spanischen Kultgetränk Sangria. «Ob mit oder ohne Reservie5rung, alle sind herzlich willkommen», betont der Gastgeber.

Kraftakte und Frühschoppen Am Sonntagmorgen beginnt ab 11 Uhr der sportliche Wettkampf, während parallel dazu die «Lucky Boys» zum Frühschoppenkonzert einladen. Beim Steinstossen, das keine Anmeldung erfordert, misst sich die Konkurrenz in den Disziplinen Herren I (40-kg-Stein), Herren II (22 kg), Frauen und Kinder (je 8 kg) sowie «Stammtisch». Die Rangverkündigung erfolgt um zirka 18 Uhr. «Das wird wieder ein Gaudi-Wochenende», so Mühlethaler vorfreudig. (kakö)


Serie

Dienstag, 13. August 2019

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Ein Mosaikstein auf dem Weg zu einer veränderten Verkehrsplanung Sommerserie «etwas bewegt»: Das Referendum gegen die Unterführung Landikon 1983 Im Jahr 1983 scheiterte ein kleines Bauprojekt nach einem emotionalen Abstimmungskampf an der Urne: Die Aufhebung des Bahnübergangs Landikon. Hätte nicht eine kleine Gruppe um den Obfelder Sozialdemokraten Heiner Stolz in letzter Minute opponiert, wäre der 2,2-Millionenkredit locker durchgewinkt worden. ................................................... von bernhard schneider Der Zürcher Regierungsrat verfolgte bis 1983 die Strategie, von Hand bediente Bahnübergänge aufzuheben und die Strasse jeweils in eine Unterführung zu verlegen. Unmittelbar bevor die Zürcher Stimmberechtigten am 27. April 1983 eine entsprechende Vorlage zur Aufhebung des SBBNiveauübergangs Pilgersteg, Gemeinde Dürnten, ablehnten, beriet der Kantonsrat am 11. April über die Aufhebung des Bahnübergangs Landikon.

Verschiebung des Redaktionsschlusses Der Obfelder Sozialdemokrat Heiner Stolz erinnert sich: Kurz vor der abschliessenden Kommissionssitzung zur Vorberatung des lange Zeit unbestrittenen Geschäftes liess sich der damalige Ämtler SP-Kantonsrat, Martin Lenzlinger, überzeugen, dagegen zu opponieren. Der «Anzeiger» hat am 11. April 1983 eigens für dieses Geschäft den Redaktionsschluss verschoben und die Druckerei so zu einer Sonderleistung genötigt, damit der Berichterstatter telefonisch aus dem Rathaus einen Beitrag für die Dienstagsausgabe diktieren konnte: «Der Bau einer Bahnunterführung in Landikon, verbunden mit einer Strassensanierung, hat im ‹Anzeiger› bereits Anlass zu heftigen Auseinandersetzungen geboten. Der Kantonsrat hat dem Projekt gestern mit 112:12 Stimmen zugestimmt.» Im Rat wurde das Projekt von Jean Metz, SP Regensdorf, vertreten, wie der «Anzeiger» berichtete: «Die Querverbindung über das Säuliamt in die Stadt Zürich werde erleichtert, und Birmensdorf könne zu Lasten Landikons entlastet werden.» Demgegenüber argumentierte der Kommissionspräsident Martin Lenzlinger, «dass die Automatisierung der Bahnschranken vom Sicherheitsstandpunkt aus gesehen der Unterführung völlig ebenbürtig, aber viel rascher verwirklicht ist.» Die Ämtler Kantonsräte Erich Rüfenacht, SVP, und Rolf Hegetschwei-

Der Bahnübergang Landikon heute: Die Schranken werden automatisch geschlossen, wenn eine S-Bahn durchfährt – und das Verkehrsaufkommen rechtfertigt die Investition in eine Unterführung unbestrittenermassen nicht. (Bild bs) ler, FDP, unterstützten dagegen den Antrag des Regierungsrats: «Rüfenacht bekannte, er befürworte alle Bestrebungen für die Aufhebung von NiveauÜbergängen, und Hegetschweiler kritisierte, dass Lenzlinger nicht nur gegen diese Vorlage, sondern auch gegen den gestreckten Üetlibergtunnel eingestellt sei: auf diese Weise akzeptiere er keine der offiziell vorgeschlagenen Lösungen für eine Entlastung Birmensdorfs.» Rolf Hegetschweiler bezog sich mit dem Üetlibergtunnel auf die sich damals in der Planungsphase befindende N4 durchs Knonauer Amt.

Verkehrspolitische Folgen Damit traf Rolf Hegetschweiler den Kern der Debatte: Es ging weniger um den 2,2-Millionen-Kredit als um die N4 – heute A4 – durchs Knonauer Amt. Ein Blick auf die Namen der Befürworter und Gegner der Vorlage zeigt: Wer den Bau der Autobahn befürwortete, sagte meist ja zur Landiker Vorlage, und umgekehrt. Der Graben ging quer durch alle Parteien: An der Medienkonferenz gegen die Vorlage referierte unter andern der Bonstetter SVPGemeinderat Fredy Kradolfer, im Abstimmungsflugblatt der Gegner lehnte FDP-Kantonsratskandidatin Margit Huber das «verkehrspolitisch fragwürdige Projekt» ab.

Nach dem Nein des Volks zur Vorlage titelte der Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern: «Das Volk will keine Strassen mehr!» Der Titel nahm insbesondere Bezug auf das Resultat des Bezirks Affoltern, der mit einer Dreiviertelmehrheit Nein sagte. Tatsächlich wurde kurz danach eine Serie von Strassenbauprojekten – etwa die Umfahrung Eglisau und der Ausbau der Hirzel-Strasse – abgelehnt. In der Folge wurde im Kanton Zürich auch die Standesinitiative gegen die N4 durchs Knonauer Amt gutgeheissen, besonders klar erneut im Bezirk Affoltern. Doch längerfristig bestätigte sich der «Anzeiger»-Titel nicht. Denn die kritischen Voten der Stimmberechtigten zum Strassenbau führten bei der Baudirektion zu einem Umdenken: Bahnübergänge wurden automatisiert, nicht mehr aufgehoben, so beispielsweise in Hedingen und Mettmenstetten. Nach dem kantonalen Votum gegen die N4 wurde im Hinblick auf die Kleeblattinitiativen, die sich auf eidgenössischer Ebene gegen drei geplante Autobahnabschnitte wandten, auch die Autobahnplanung angepasst: Die Autobahn wurde von der Ebene zwischen Wettswil und Hedingen in den Islisbergtunnel verlegt. Birmensdorf wird nun nördlich und westlich umfahren statt östlich durch Landikon. Die Folge dieser Planänderungen war, dass die Kleeblattinitiativen am 1. April 1990 klar abgelehnt wurden, auch im Kanton Zürich.

Auswirkungen auf die Kantonsratswahlen

Zum Dank für den Abstimmungskampf hat der Maschwander Karikaturist H.U. Steger Heiner Stolz eine Zeichnung des Bahnübergangs Landikon geschenkt.

Das Referendum gegen «schrankenlosen Verkehr» durch Landikon wirkte sich auch auf die Kantonsratswahlen vom 24. April 1983 aus: Wohl dank der verkehrspolitischen Gegensätze zwischen dem Bisherigen Rolf Hegetschweiler und der neu kandidierenden Margit Huber holte die FDP ein zweites Mandat, sodass beide gewählt wurden. Die SP, deren Sitz angesichts des Verzichts auf eine Listenverbindung und des Rücktritts ihres prominenten Kantonsrats Martin Lenzlinger gefährdet war, konnte ihn verteidigen, und zwar mit Hans Steiger, den der «Blick» einmal als «Autofeind Nummer 1» bezeichnete. Weitgehend ausserhalb

der verkehrspolitischen Polarisierung wurden hingegen die beiden SVP-Kantonsräte, Erich Rüfenacht und Otto Schneebeli, wiedergewählt.

Verkehrspolitische Episode Spricht man heute mit den damaligen Hauptexponenten, erscheint «Landikon» trotz des damals heftigen Abstimmungskampfs mit viel Polemik auf beiden Seiten als verkehrspolitische Episode. Der damals engagierte Befürworter Rolf Hegetschweiler erinnert sich spontan kaum mehr daran: «Aus heutiger Sicht ist es erstaunlich, dass die Baudirektion damals eine solche Vorlage gebracht hat.» Mit der Verschiebung der Autobahn in den Islisbergtunnel und der Umfahrung Birmensdorf, die das Dorf wesentlich wirkungsvoller entlaste als damals geplant, sei eine Unterführung Landikon überflüssig geworden. Heiner Stolz beurteilt dies ähnlich: «Die Situation hat sich geändert. Damals stauten sich die Autos täglich vor dem Bahnübergang Birmensdorf und wir wollten die Umfahrung durch Landikon verhindern.» Es ging dabei nicht nur um Landikon, sondern auch um die Fortsetzung durch Wettswil. Handbetriebene Schranken seien heute kaum mehr vorstellbar, fährt Heiner Stolz fort, der zum Auftakt der Opposition gegen die Unterführung Landikon im «Anzeiger» namens der SP Amt einen Leserbrief veröffentlichte: «An der Landschaft um Birmensdorf und Wettswil wird derzeit verkehrspolitisch mächtig herumgeplant. Das Grossprojekt eines Autobahndreiecks soll einmal in Wettswil, dann wieder in Landikon und hoffentlich gar nirgends realisiert werden … Birmensdorf soll einmal links, einmal rechts umfahren werden.» Das Projekt «Landikon» bringe «nichts ausser Mehrverkehr durch Wettswil.» Er fügte ein Bild der damaligen Barrierenwärterin in Landikon bei: «Ihr Arbeitsplatz wird auch ohne Unterführung wegautomatisiert.» Stolz bilanziert er heute: «Unsere damalige Argumentation hat sich bestätigt. Die Barriere ist nie zu einem Problem geworden. Obwohl wir die N4 nicht verhindern konnten, mit der neuen, wesentlich verbesserten Strassenführung im Raum Knonauer

Im «Anzeiger» vom 12. April 1983 schien alles klar: 112:12 Stimmen im Kantonsrat für die Unterführung. Amt–Birmensdorf hat sich die Diskussion um die Unterführung Landikon erübrigt.» Vielleicht hat das Referendum gegen die Unterführung Landikon im Effekt einen Beitrag zum Bau der Autobahn durchs Knonauer Amt geleistet, denn die Abstimmungserfolge der Autobahngegner in den 1980er-Jahren führten zu veränderten Strassenprojekten, welche die N4 mehrheitsfähig machte. Manchmal sind die langfristigen Auswirkungen anders, als alle glauben.

«Geschichten, die bewegt haben» Zeitungsartikel bilden meist eine Momentaufnahme ab, allenfalls eine Entwicklung in der Vergangenheit. In der Sommerserie 2019 will der «Anzeiger» den Fokus darauf richten, was daraus wurde. So greifen die Journalisten ein Thema auf, über das sie einst geschrieben haben, und zeigen, was sich seither bewegt hat – vielleicht auch im Zusammenhang mit ihrer Berichterstattung. (tst.) Bereits erschienen: «Ein kurzer, aber berührender Brief aus Tschorny Bor», 16. Juli; «Vom Sorgenkind zum Vorzeigeobjekt», 19. Juli; «Nachhaltiger Journalismus», 23. Juli; «Sitten kennenlernen, Sprache sprechen, Fuss fassen», 26. Juli; «Vom Marionettentheater zum Erlebnisweg mit Diamanten», 31.Juli; «Trauernd, aber nicht traurig», 6. August; «Ich bin ein gottbegnadeter Redner», 9. August.


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Veranstaltungen

Dienstag, 13. August 2019

Open-Air Gottesdienst auf dem Üetliberg Zum Ferienende lädt die Kirchgemeinde Stallikon-Wettswil zum Open Air Gottesdienst auf dem Üetliberg ein.

Offen für neue Sängerinnen und Sänger: der Singkreis Bezirk Affoltern. (Bild zvg.)

Mitsingen mit dem Singkreis Bezirk Affoltern Der Singkreis Bezirk Affoltern freut sich auf neue Sängerinnen und Sänger. An zwei offenen Proben können Interessierte mitsingen und so den Chor und seinen Dirigenten Brunetto d’Arco kennen lernen.

Die erste offene Probe findet am Montag, 19. August, statt. Ein Teil des Chores beginnt dann, Chorwerke der Komponistinnen Mel Bonis und Fanny Hensel Mendelssohn einzustudieren. Die zweite Gelegenheit zum Schnuppern bietet sich am Montag, 21. Oktober. Dann beginnen die Proanzeige

ben für die Sommerkonzerte 2020 mit ersten Stücken aus der Messe in As-Dur von Franz Schubert. Beide Proben dauern von 20 bis 22 Uhr und finden im Singsaal des Schulhauses Zwillikon statt. Die gesungenen Stücke werden für alle neu sein, so dass diese zwei Proben eine sehr gute Gelegenheit sind, im Chor zu schnuppern. Das erste Konzert im Chorjahr 2019/20 findet am 2. November statt. Der Singkreis widmet sein ganzes Programm den Komponistinnen Mel Bonis, Fanny Hensel Mendelssohn und Clara Schumann. Neben Chorwerken sind auch Solostücke für Sopran, Klavier und Orgel zu hören.

Der beliebte Gottesdienst zum Ferienende am 18. August findet auf der Terrasse des Restaurants Uto Kulm statt, mit einer wunderbaren Sicht auf Alpen und Zürichsee. Der familienfreundliche und kurzweilige Gottesdienst mit Pfarrer Kuttler beginnt um 10.15 Uhr. Speziell eingeladen sind Kinder, die im neuen Schuljahr in die erste Klasse oder den ersten Kindergarten kommen. Ihnen wird ein Segen für den neuen Lebensabschnitt zugesprochen.

Höhepunkte sind jeweils die Sommerkonzerte im Juni, wo grosse Chorwerke mit einem professionellen Orchester und renommierten Gesangssolisten zur Aufführung gelangen. Dieses Mal die Messe in As-Dur von Franz Schubert. (pd.) Informationen: Regula Klee-Hauser, Präsidentin des Singkreises Bezirk Affoltern, 044 761 94 11 oder regula.klee@singkreisaffoltern.ch). www.singkreisaffoltern.ch. Offene Proben: 19. August und 21. Oktober, 20-22 Uhr, Singsaal Zwillikon. Konzerte: Komponistinnen der Romantik: 2. November, 19.30 Uhr, ref. Kirche Bonstetten. Sommerkonzerte Franz Schubert Sinfonie Nr. 8 in h-Moll und Messe in As-Dur, 19.-21. Juni 2020.

Getauft auf dem Üetliberg. (Bild zvg.)

Die Musikgesellschaft Stallikon wird den Gottesdienst musikalisch begleiten. Alle Besucherinnen und Besucher sind im Anschluss zum Apéro eingeladen. Gästen, die mit der Üetlibergbahn anreisen, wird empfohlen, um 9.47 Uhr in Uitikon Waldegg einzusteigen. Bei schlechtem Wetter findet der Gottesdienst in der Kirche Stallikon statt, ebenfalls um 10.15 Uhr und ebenfalls mit der Musikgesellschaft. Bei unsicherer Witterung informiert ab Samstagabend die Homepage www.kirche-stallikon-wettswil.ch oder der Anrufbeantworter von Pfarrer Kuttler, 044 700 01 53, über den definitiven Veranstaltungsort. (pd.)


Veranstaltungen

Dienstag, 13. August 2019

«Hören und Zuhören»

Uraufführung von neuem Chorwerk

Nationaler Spitex-Tag am Samstag, 7. September Das Motto des diesjährigen nationalen Spitex-Tages heisst «Hören und Zuhören». Beides sind zentrale Elemente des Pflegealltags und der Beziehung zwischen Pflegenden und ihren Kundinnen und Kunden. Bereits am 20. August lädt die Spitex Knonaueramt zu einer InfoVeranstaltung. Spitex-Fachpersonen hören ihren Kundinnen und Kunden täglich zu. Zuhören ist ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation zwischen Pflegenden und Kunden. Insbesondere für den Beziehungsaufbau und eine gute Pflege ist ein persönliches Gespräch eine wichtige Grundlage. Pflegende erkundigen sich beispielsweise, wie es den Kundinnen und Kunden geht, was und wie sie etwas verstehen (im eigentlichen und übertragenen Sinne), damit sie erfahren, wie es um ihren Gesundheitszustand steht, und wo sie Hilfe und Unterstützung benötigen. Diese Kompetenz der Pflegenden ist wichtig, um den Grad der Autonomie ihrer Kunden richtig einzuschätzen und sie in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Denn die Spitex verfolgt den Grundsatz «Hilfe zur Selbsthilfe»: Sie baut auf den Ressourcen der Kundinnen und Kunden auf und leitet diese an, gewisse Tätigkeiten nach Möglichkeit selbst zu erledigen.

Hören (können) Viele ältere Menschen, welche unter anderem von der Spitex gepflegt werden, haben Hörschwierigkeiten, die ihren Alltag erschweren. Wenn eine Hörminderung bekannt ist, dauert es im Schnitt sieben Jahre, bis konkrete Massnahmen getroffen werden. Einschränkungen beim Hören können zu Rückzug und zu sozialer Isolation führen. Gespräche mit Mitmenschen werden zu anstrengend, und es können Missverständnisse entstehen. Hören können bedeutet für die Men-

Die Spitex kann mithelfen, eine angemessene Medikation zu gewährleisten. (Bild zvg.) schen, weiterhin aktiv am Leben teilhaben zu können, sozial eingebunden zu sein und möglichst selbstständig zu leben. Thomas Heiniger, Präsident von Spitex Schweiz, erklärt: «Der nationale Spitex-Tag ist wie der Muttertag oder der Vatertag. Spitex dient und hilft immer und überall. Die Spitex ist für die Gesellschaft ein Leistungserbringer von hohem Stellenwert: Dank der Spitex können Menschen länger und selbstständiger in ihrer vertrauten Umgebung leben. Am Spitex-Tag stellen die Spitex-Organisationen in der ganzen Schweiz der Bevölkerung ihr breites Angebot vor, damit die Menschen wissen: Die Spitex ist für sie da, wenn sie professionelle Pflege und Unterstützung benötigen. Immer und überall.» Im Vorfeld des Spitextages führt die Spitex Knonaueramt eine Veranstaltung zum Thema «Gemeinsam für eine sichere Medikation im Alter» durch. Der Anlass findet am Dienstag, 20. August, um 18.30 Uhr in der Aula

des Schulhauses Ennetgraben in Affoltern statt.

Der Verein Spitex Knonaueramt Der Verein wird getragen von knapp 3000 Mitgliedern in den 14 Bezirksgemeinden. Neue Vereinsmitglieder sind jederzeit willkommen. Rund 200 Mitarbeitende arbeiten bei der Spitex Knonaueramt, meist teilzeit. Dies entspricht etwa 95 Vollzeitstellen. Drei Viertel der Mitarbeitenden wohnen im Bezirk Affoltern. Damit zählt die Spitex Knonaueramt zu den grösseren Arbeitgebern im Bezirk. Es ist eine Herausforderung, im ausgetrockneten Stellenmarkt genügend Pflegefachpersonal zu finden. Die Spitex Knonaueramt bildet bis zu zehn eigene Lernende (Fachfrau/ Fachmann Gesundheit FaGe, Assistentin/Assistent Gesundheit & Soziales AGS oder Pflegefachfrau/Pflegefachmann HF) aus. Interessierte Menschen können sich für eine Ausbildung in einem Pflegeberuf anmelden unter

www.spitexka.ch. Die Spitex Knonaueramt bevorzugt Lernende aus dem Bezirk Affoltern. Die Spitexzentren befinden sich aktuell in Affoltern, Bonstetten, Hausen und Obfelden. Die Mitarbeitenden der psychiatrischen Spitex sind am Standort der Geschäftsleitung in Affoltern stationiert. Ab 1. Dezember wird der Standort Affoltern neu zum Haus zum Seewadel gehören. Im Jahr 2018 verrechneten die Spitex Knonaueramt bei den Kundinnen und Kunden 62 470 Pflegestunden sowie 18 398 Stunden von nicht krankenkassenpflichtigen Leistungen. Dies entspricht gesamthaft 221 Stunden pro Tag in durchschnittlich 334 Einsätzen pro Tag. (pd.) «Gemeinsam für eine sichere Medikation im Alter», Dienstag, 20. August, 18.30 Uhr, Aula Schulhaus Ennetgraben, Affoltern. Referate: Dr. Helen Roth, Co-Chefärztin Spital Affoltern; Christine Rex, MScN Leitung Pflege Spitex Knonaueramt; Dr. Carla Meyer-Massetti, Spitalapothekerin FPH Universitätsspital Basel. Eintritt frei. www.spitexka.ch.

Der Grat über dem Vierwaldstättersee Wo man dem Himmel ein Stück näher ist – die aussichtsreiche Bergwanderung vom Samstag, 24. August, führt vom Stoos auf den Klingenstock und über den Grat zum Fronalpstock, mit Sicht auf den Vierwaldstättersee und die Innerschweizer Alpen.

Stefan Büsser im digitalen Stress. (Bild zvg.)

«Masterarbeit» von Stefan Büsser Das Start-up Favorix GmbH präsentiert Stefan Büsser mit seinem Programm «Masterarbeit» am Samstag, 28. September, in Bonstetten. Die ganze Schweiz kennt seine Bestof-Bachelor-Sendung. Dabei hat Stefan Büsser noch viel mehr zu bieten: Seine «Masterarbeit»! Stefan Büsser lehrt sein Publikum, warum die sogenannt sozialen Medien eigentlich total asozial sind und was

einen beim Blick übers Handy-Display hinaus erwartet. Was passiert, nachdem das letzte Video gepostet und alle Bilder geliked sind? Gibt es überhaupt noch ein Offline-Leben und wie sieht das aus? Bestimmt das Internet unseren Lebensinhalt oder unser Leben den Inhalt des Internets? (pd.)

Mit der Bahn geht es über Zug nach Schwyz und mit dem Bus zur Talstation der Standseilbahn Schwyz-Stoos. Bei der Bergstation Stoos angekommen, startet die Wanderung beim Dorfausgang mit einem Zickzack-Aufstieg über Wiesen bis zum Klingenstock, mit einer freien Sicht auf den grossen Mythen. Hier oben, wo man dem Himmel ein Stück näher ist, gibt es eine Mittagspause und die Gruppe verpflegt sich aus dem Rucksack. Nun beginnt die Gratwanderung auf 1935 Metern. Der Weg ist gut ausgebaut und gesichert, aber festes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind wichtige Voraussetzungen. Bei schönem Wetter

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und an klaren Tagen oder über dem Nebelmeer sind die Aussichten traumhaft. Von Zentralschweizer Alpen umgeben, führt ein schmaler Bergpfad über den Grat. Rechts ist immer der Stoos im Blickfeld und links unten glitzert der Vierwaldstättersee. Dann geht es in einem Auf und Ab über Rot Turm und den Nollen bis zum Huser Stock. Nach einer kleinen Passage mit engen Kurven wird der Weg etwas breiter und man steigt zur Alphütte Furggeli hinunter. Nun folgt ein letzter steiler Anstieg bis zum 1922 Meter hohen Fronalpstock, mit einer einzigartigen Aussicht auf zehn Schweizer Seen und unzählige Alpengipfel. Nach einem Aufenthalt im Bergrestaurant führt die Sesselbahn zum Dorf Stoos hinunter, wo es mit der Standseilbahn zur Talstation Schwyz-Stoos und mit dem Bus und der Bahn wieder nach Hause geht. Dölf Gabriel, Wanderleiter Geführte Wanderung am 24. August. Anmelden bis 21. August an miteinander.wandern@bluewin.ch oder per Telefon 044 761 99 36 und 079 288 22 72. Weitere Infos: www.miteinanderwandern.ch.

André Fischer, künstlerischer Leiter des Zürcher Konzertchores, nutzte im letzten Halbjahr ein Sabbatical an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), um eine Eigenkomposition zu schreiben. Die Uraufführung – mit Ämtler Beteiligung – ist am Sonntag, 1. September. Mit seiner Komposition «Musica Salutaris» konzipierte André Fischer ein doppelchöriges geistliches Chorwerk um Sätze des grossartigen Barock-Komponisten Heinrich Schütz (1585–1672), zu welchen seine eigene Musik hinleitet und aus welchen sie wieder hervorgeht. Das vom Komponisten selber zusammengestellte Libretto ist mehrsprachig in Deutsch, Rätoromanisch, Englisch, Italienisch und Latein. Es konfrontiert Bibeltexte mit geistlicher Poesie vom mehrmals für den Friedensnobelpreis nominierten Uno-Generalsekretär-Assistenten Robert Muller (1923–2010), weltlicher Poesie von Jon Guidon (1892–1966) und Luisa Famos (1930–1974), Texten von Eveline Hasler und Worten von Papst Franziskus und Hans-Peter Dürr (1929–2014). Der Zürcher Konzertchor – zirka 80 Sängerinnen und Sänger, darunter auch einige Säuliämtler – wird das anspruchsvolle Werk zusammen mit zwölf Topmusikern und Solisten uraufführen, am Sonntag, 1. September, 17 Uhr, im Fraumünster in Zürich. (LaR) Weitere Infos unter www.zkc.ch.

Kirchenchor sucht Verstärkung Für den Weihnachts-Gottesdienst vom 25. Dezember wird der Kirchenchor Cham ein Werk von Johann Baptist Schiedermayr einstudieren, die «Pastoralmesse op 72-C-Dur». Begleitet wird der Chor von Instrumentalisten, SoliChor und dem Organisten Heini Meier. Dazu braucht der Chor in allen Stimmlagen Verstärkung. Der Chor probt jeweils donnerstags, von 20 bis 21.45 Uhr im Singsaal im Schulhaus Städtli 1 in Cham. Die erste Probe ist am Donnerstag, 19. September um 19.30 Uhr im Städtli 2 mit Stimmbildung von Barbara Suter. Am Samstag, 28. September, findet ein Probentag statt. An diesem Tag wird in den einzelnen Stimmen intensiv für die Aufführung an Weihnachten geprobt. Interessierte dürfen unverbindlich an einer Probe teilnehmen. Das Notenmaterial wird zur Verfügung gestellt. Anmeldungen nimmt Roswitha Gomez, Co-Präsidentin aus Knonau, ab sofort, spätestens aber bis 16. September gerne entgegen. (pd.) Roswitha Gomez, Husrainstrasse 4, 8934 Knonau, rgomez@bluewin.ch

Führung durchs Kloster-Museum Die nächste öffentliche Führung im Museum Kloster Muri findet am Sonntag, 18. August, um 14 Uhr statt. Anhand einzigartiger Exponate erlebt der Besucher die Geschichte des im Jahr 1027 von den Habsburgern gestifteten Klosters Muri. Eine beeindruckende und wechselvolle Zeitgeschichte von der Reformation, dem Barock mit seiner Pracht- und Machtentfaltung bis hin zur Vertreibung des Ordens und der Auflösung des Klosters im Jahr 1841. (pd.) Öffentliche Führung am Sonntag, 18. August, 14 Uhr, Treffpunkt: Muri Info-Besucherzentrum,

«Masterarbeit» von Stefan Büsser, Samstag, 28. Sep-

keine Anmeldung erforderlich. Dauer: 90 Minuten.

tember, 20 Uhr, Gemeindesaal Bonstetten. Tickets

Führung gratis; Museumseintritt: 10 Franken

unter ticketcorner.ch/favorix erhältlich. Informa-

(Freier Eintritt mit Raiffeisenkarte und Schweizer

tionen: comedydihei.ch.

Über den Grat zum Fronalpstock mit wunderbaren Aussichten. (Bild zvg.)

Museumspass).


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Sport

Dienstag, 13. August 2019

Formel-1-Feeling an der Rennstrecke zwischen Hauptikon und Rossau 55. Grand Prix im Seifenkistenrennen am 18. August

Fahrkünste sind genauso gefragt wie bei Formel-1-Rennen.

Am 18. August startet das älteste Seifenkistenrennen der Schweiz in Rossau in die nächste Ausgabe. Heulende Motoren, Benzingeruch oder Abgase – nein, all das gibt es beim Seifenkistenrennen in Rossau sicher nicht. Man fährt sogar fast klimaneutral. Aufgeregt sind die zirka 100 Teilnehmenden aber sicher wie die Grossen. Die Technik muss stimmen, die Bremsen müssen funktionieren, die Strecke wird in Gedanken nochmal durchgegangen. Helm auf, Handschuhe an und dann kann es losgehen. Es gilt, die mit Hindernissen bestückte

Strecke zwischen Hauptikon und Rossau möglichst schnell, aber fehlerfrei zu absolvieren. Jeder Drift führt zu Zeitverlust und sollte vermieden werden. Als Lohn für die Bastelei und eine rasante Fahrt winken ein Pokal, die obligate Bratwurst und eine tolle Atmosphäre, welche zum Fachsimpeln einlädt.

Teilnehmerzahl steigt kontinuierlich In den letzten Jahren stieg die Anzahl der Teilnehmenden am Grand Prix kontinuierlich an. Immer mehr Jugendliche aus der Region nahmen am Rennen teil und einige konnten sich so für die Schweizer Meisterschaft

Erfolgreiche Zieleinfahrt nach bewältigtem Streckenparcours. (Bilder zvg.) qualifizieren. Unterstützung bekommt der SC Rossau durch viele fleissige Hände aus Rossau und Umgebung. Auf- und Abbau des Festgeländes, Streckenposten, Aufbau der Werbetafeln, Sponsorengewinnung sind nur einige der vielen Punkte, welche Jahr für Jahr auf der Liste stehen. SC-Präsident Stefan Brun ist froh um sein eingespieltes Team und dankbar für den Rückhalt im Dorf. Durch die Unterstützung der Sponsoren und Inserenten im Programmheft ist es wiederum möglich, Seifenkisten neuen Teilnehmenden zur Verfügung zu stellen. So kann jede und jeder interessierte Jugendliche zwischen sieben und 16 Jahren am

Gold für Sophia Sindersberger

Erfolgreiche Schweizer Meisterschaften U12 & U14 in Limpachtal Vom 16. bis 17. Juli fanden in Limpachtal (SO) die Schweizer Meisterschaften der U12 & U14 im Golfen statt. In der Altersklasse U14 holte sich die Wettswilerin Sophia Sindersberger die Goldmedaille. Die mit einem Handicap von 7.0 in diese Saison gestartete Wettswilerin gewann bereits im Vorfeld der Schweizer Meisterschaften sechs Turniere in der Altersklasse U14 Girls in der Region Ost. Die gesammelten Punkte für die Swiss Golf Order of Merit berechtigten sie, die Schweiz an drei Turnieren im Ausland (Lyon und Chantilly, F, sowie Royal Waterloo, B) zu vertreten. Sie nahm in der Schweiz an zwei U18anzeige

Turnieren statt, an welchen sie die Ränge 17 in Lugano und 4 in Cranssur-Sierre belegte. Aufgrund ihres fleissigen Trainings im Elitekader Zentralschweiz und auf der Driving Range in Wettswil beim Pro Ole Pedersen verbesserte sie stetig ihr Handicap bis 5.7 und ging somit gut vorbereitet an die Schweizer Meisterschaften nach Limpachtal. Bei den Girls begann die Schweizer Meisterschaft für Sophia Sindersberger vom Golfclub Ennetsee nicht so rosig. Sie musste bereits auf den ersten drei Bahnen auf den schnellen Greens fünf Schläge abgeben. Sie kämpfte sich dann aber zurück und übernahm mit einer 76-er Runde die knappe Führung vor ihrer Klubkollegin Sarah Uebelhart. Während diese

Rennen teilnehmen, ohne eine eigene Kiste besitzen zu müssen. Zur Einstimmung auf das Rennen am Sonntag findet am Vortag das Boxenstopp-Fest im Wagenschopf der Familie Hug statt. Ab 19 Uhr ist die Festwirtschaft geöffnet. Boxenstopp-Fest am Samstag, 17. August, ab 19 Uhr im Wagenschopf der Familie Hug an der Hauptikoner Strasse in Rossau. Grand Prix am Sonntag, 18. August, ab 9 Uhr. 1. Lauf: 10 Uhr; 2. Lauf: 13 Uhr; 3. Lauf: 15 Uhr; Siegerehrung um. 17.30 Uhr. Die Festwirtschaft ist am Samstag und Sonntag für alle Fahrer, Fahrerinnen und Gäste geöffnet. Das Rennen findet bei jeder Witterung statt. Renn-Anmeldungen und weitere Infos unter www.gp-rossau.brun-net.ch.

Diesen Sonntag: Schnellst Obfelder An diesem Sonntag, 18. August, findet in Obfelden der traditionelle Wettkampf um den Titel «Schnellst Obfelder» statt. Gestartet wird auf der Tartanbahn auf vier Bahnen. Am Sonntagmorgen steht für alle Obfelderinnen und Obfelder der «Schnellst Obfelder» auf dem Programm. Gestartet wird an diesem sehr beliebten Anlass in Kategorien von Klein bis Gross. Anmeldungen können direkt auf Platz getätigt werden. Gelaufen wird auf der Tartanbahn, damit die vielen jungen und älteren Sprinterinnen und Sprinter gute Rennbedingungen auffinden. Der Fairness halber sind Nagelschuhe nicht erlaubt. Viel eher empfiehlt es sich, mit guten Lauf-/Joggingschuhen anzutreten. Weitere Informationen sind auf der Homepage des TVO unter www.tvobfelden.ch zu finden. Einen Tag davor sind alle Einwohnerinnen und Einwohner von Obfelden und allen umliegenden Gemeinden herzlich eingeladen, auf dem Sportplatz Zendenfrei vorbeizuschauen und sich bei einer herzhaften Bratwurst und einem erfrischenden Getränk die packenden Spiele am Obfelder Grümpi anzusehen. Den ganzen Tag über ist eine grosse Festwirtschaft in Betrieb. (ef)

Klingler souverän Begleitet von lauter DJ-Musik startete die Sportkletter-Weltmeisterschaft in Hachioji (Japan) am Sonntagvormittag, 11. August, mit der Boulder-Qualifikation der Damen. Petra Klingler (Bonstetten) nahm die Qualifikation als dritte Athletin in Angriff und zeigte mit fünf Tops in acht Versuchen einen souveränen Auftritt. Als Gruppen-Zweite gelang ihr der Einzug ins Halbfinale von heute Dienstag problemlos. (pd.)

Weltklasse zum Nulltarif

Freestyle Masters am 18. August Athleten und Trainer sind bereit für den sportlichen Höhepunkt dieses Sommers auf der Wasserschanzen-Anlage in Mettmenstetten. Der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, Michel Roth blickt optimistisch in die Zukunft.

Sophia Sindersberger freut sich über den ersten Platz an den Schweizer Meisterschaften. (Bild zvg.) am zweiten Tag noch auf Platz vier zurückfiel, vergrösserte Sophia Sindersberger ihren Vorsprung mit einer 77-er Karte auf insgesamt fünf Schläge. Total resultierten somit 153 Schläge (+9) und eine neues HCP von 4.9. Der zweite Platz ging an Tina Sophia Honnef (Thunersee), welche auf dem Schlussloch Ladina Luder (Waldkirch) überholen konnte. Als Schweizer Meisterin U14 wird Sophia vom 25. bis 26. September am prestigeträchtigen Evian Championship Junior Cup in Frankreich teilnehmen dürfen. An dieses Turnier kommen Junioren aus der ganzen Welt, um diese Meisterschaft zu spielen. (SeSa)

Die Trainingseinheiten laufen auf Hochtouren und das junge Schweizer Team steigt gut gerüstet in den Wettkampf. Selbstverständlich liegt auch für sie der Saisonhöhepunkt im Winter. Die Anlage in Mettmenstetten ermöglicht jedoch derart guten Sport auf höchstem Wettkampfniveau, dass der anstehende Anlass als offizielles FIS-Race klassiert wird. Wer die Sprünge im Detail nachvollziehen will, muss sehr gut und vor allem sehr schnell zählen können. Drei Salti sind auf höchster internationaler Stufe heute üblich. Dazu kommen noch bis zu fünf Schrauben – und das alles in drei Sekunden!

Starke Weissrussen und Ukrainer als Favoriten Seit einigen Wochen nutzen auch Athleten anderer Nationen die ausgezeichneten Trainingsmöglichkeiten in Mettmenstetten. Allen voran sind die Australier, Weissrussen und Ukrainer häufige Gäste im Jumpin und ihre besten Springer zählen zu den Favoriten. Mit Aleksandr Abramenko (UKR) und Hanna Huskova (BLR) stellen die

Waghalsige Sprünge gibts am Freestyle Masters zu sehen. (Archivbild tst.) beiden Teams auch die aktuellen Olympiasieger von Pyeongchang. Auch das junge Schweizer Team wird ganz vorne um den Titel in Mettmenstetten springen. Der erst 18-jährige Noe Roth gewann diesen Winter sensationell WM-Bronze und möchte auch vor heimischem Publikum reüssieren. Beim Mannschaftswettkampf an den Weltmeisterschaften gewann das Schweizer Mixed-Team Gold. Entsprechend werden weitere Schweizer Talente die Favoriten herausfordern. Das Freestyle Masters bietet nicht nur für Sportbegeisterte spannende Momente – es ist der perfekte Familienausflug. Der Eintritt ist kostenlos und der Jumpin Slackline-Park steht allen Kindern zur Verfügung. (pd.) Freestyle Masters am Sonntag, 18. August, im Jumpin, Rossauerstrasse 33, Mettmenstetten. Festwirtschaft ab 12 Uhr, 13 Uhr Juniorenwettkampf, 14 Uhr Finale Freestyle Masters, 16 Uhr Rangverkündigung.


Sport

Dienstag, 13. August 2019

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Geglückte Premiere auf dem neuen Platz Fussball 1. Liga: FC Wettswil-Bonstetten – FC Winterthur II 2:1 (0:1) Beim Heimdebüt auf dem nigelnagelneuen Hauptplatz trat WB vor allem in Hälfte zwei bärenstark auf und besiegte Gegner Winterthur verdient.

Gleich fünf Rotschwarze verpassten innerhalb von zwanzig Sekunden die Vorentscheidung. Meister dieses bizarren Szenariums blieb der überragende Milosavijevic mit vier mirakulösen Paraden, einmal rettete das Aluminium für den besten Akteur des Spiels. Dank ihm durfte Winterthur bis zuletzt auf einen Lucky-Punch hoffen. WB blieb aber bis zum Schlusspfiff wachsam und konzentriert, Lohn dafür war der erste Sieg auf dem neuen Kunstrasen. Die knapp 300 Zuschauer sahen eine intensive und spannende Partie, die trotz fünf Verwarnungen fair geführt wurde.

................................................... von kaspar köchli Der Zuschaueraufmarsch am vergangenen Samstagnachmittag auf dem Wettswiler Moos war erwartungsgemäss gut, männiglich wollte der WBPremiere auf dem neuen Kunstrasen beiwohnen. Dies traf offensichtlich auch auf die Sonne zu, die sich pünktlich zum Matchbeginn von ihrer strahlenden Seite zeigte. Wenig Erleuchtendes aus Sicht der Heimischen ereignete sich in der vierten Spielminute. Die Abwehr liess sich durch die stark pressenden Eulachstädter naiv den Ball abluchsen und Costa erzielte für sein Team fulminant den Führungstreffer. Die Reaktion der Platzherren erfolgte postwendend, ohne jedoch Zwingendes heraufbeschwören zu können. Der Schock über das Torgeschenk währte länger als erhofft. Jedenfalls war es Winterthur, das vehement am nächsten Treffer schnupperte, so beanspruchte WB zweimal Riesenglück. Zuerst rettete der Querbalken für den bereits geschlagenen Torhüter Thaler, dann verhinderte dieser selbst magistral gegen den quirligen Costa – einige Gäste hatten die Arme bereits zum Jubeln gehoben. Die Schlussszene in Hälfte eins gehörte WB. Lugo lancierte trickreich Allemann, dessen Schuss vom starken Winterthurer Schlussmann Milosavijevic entschärft wurde.

Verdienter Sieg dank starkem Kollektiv

Roman Heini (links rutschend) gelingt zwölf Minuten vor Schluss WBs 2:1-Siegestor. (Bild Kaspar Köchli) WB dreht Spiel nach Pause Die Rotschwarzen stürmten förmlich aus der Garderobe, mit einem Gewaltschuss setzte Flavio Peter ein erstes markantes Zeichen. Kurz darauf war der Ausgleich bereits Tatsache. «Ich sah, dass Pippo einen zweiten Haken schlug und wusste, dass er auf den hinteren Pfosten flanken

würde, so schüttelte ich meinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung ab und brachte mich in Position», lautete der bescheidene Beschrieb von Kopfballschütze Lugo zum 1:1, dem der Assist von Allemann vorausgegangen war. WB bestimmte fortan das Geschehen, ohne dem Gegner noch Chancen zuzugestehen. Einzige Ausnahme bil-

dete die 72. Minute. Der vorgerückte Hasler geriet völlig vergessen, konnte aber mutterseelenallein vor Thaler kein Kapital daraus schlagen. Die Reihe war wieder an den Heimischen. Deren zielstrebige Bemühungen wurden schliesslich belohnt, als Heini auf Vorarbeit von Thalmann den Ball zum 2:1 ins Netz lenkte. Unglaubliches spielte sich zehn Minuten vor Schluss ab.

Den Vollerfolg verdiente sich WB dank seiner guten Kollektivleistung und der frappanten Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte. «Zuerst war Geduld gefragt, dann kamen wir über Kampf, Willen und Disziplin zurück ins Spiel und drehten die Partie verdient», lautete das Fazit von Assistenztrainer Morina. Und Teammanager Marc Enskat zeigte sich zufrieden: «Ein schöner Sieg auf einem schönem Platz – und jetzt wollen wir im Cup angreifen!» In der Hauptrunde des Schweizer Cups spielt WB am nächsten Samstag auswärts beim Erstligisten Wohlen um den Einzug in den 1/16-Final. Sportplatz Moos, 290 Zuschauer; WB – Winterthur II 2:1 (0:1) Thaler; Rüegger, Todzi, Brüniger (60. Thalmann), Studer; N. Peter, Miljkovic (90. Brunner), F. Peter, Allemann (60. Capone), Heini (79. Dzelili); Lugo Tore: 4. Costa 0:1; 47. Lugo 1:1; 78. Heini 2:1.

«Die Neuausrichtung ist eine Chance» Das Fanionteam des FC Affoltern startet mit neuem Trainerduo – Interview mit Trainer Boris Jevremovic Nach der Ära Filipovic/Correia steht die 1. Mannschaft nun unter den Fittichen des Trainerduos Jevremovic/Dzajic. Am kommenden Wochenende beginnt mit dem Meisterschaftsspiel gegen den FC Engstringen der Ernstkampf. Im nachstehenden Interview stellt sich Boris Jevremovic vor und gibt Einblick in seine Trainer-Philosophie. Boris Jevremovic, Sie treten in die Fussstapfen des langjährigen Trainer-Gespanns Filipovic/Correia. Was hat Sie dazu bewogen, sich als Trainer der 1. Mannschaft des FCA zu bewerben? Boris Jevremovic: Ein ehemaliger Teammanager aus meiner 1.-Liga-Zeit wusste, dass ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung bin und hat mir empfohlen, mich beim FCA zu bewerben. Er kennt den Verein sehr gut und war der Meinung, dass beim FCA ein grosses Potenzial für mich als junger und aufstrebender Trainer vorhanden sei! Als ich dann von der Neuausrichtung des Vereins erfahren habe, hat mich das zusätzlich motiviert, mich um diesen spannenden und attraktiven Posten zu bemühen. Ausserdem empfand ich, wohnhaft im Kanton Zug, den FC Affoltern als Nachbarn aus dem Kanton Zürich schon immer als sehr gute Adresse. Wann traten Sie Ihr neues Amt an? Offiziell starteten wir am 1. Juni mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Zuvor fanden einige interne Sichtungstrainings statt, damit ich alle Spieler von der 1. und 2. Mann-

schaft persönlich kennenlernen und genauer beobachten konnte. Dies half mir, eine definitive Selektion der Spieler vorzunehmen und die Kaderplanung bis Ende Juni abzuschliessen. Das Fanionteam hat in der eben abgelaufenen Saison nicht geglänzt und nur mit einem Mittelfeldplatz abgeschlossen. Zudem treten zahlreiche Leistungsträger zurück. Wahrlich – keine leichte Aufgabe wartet auf Sie. Welche Zielsetzungen haben Sie für die kommende Saison? Es wird in der Tat nicht einfach, einen derartigen Umbruch erfolgreich zu bewältigen. Ich vertraue jedoch auf meine Stärken und glaube an unsere Jungs, die das FCA-Wappen mit Stolz auf der Brust tragen! Für mich stellt die Neuausrichtung keine Gefahr dar, sondern eine Chance. Ganz nach dem Motto: If you focus on results, you will never change. If you focus on change, you will get results. Meine Zielsetzung für die kommende Saison ist, ein grossartiges Team zu formen und alle Spieler erfolgreich weiterzuentwickeln. Zudem möchten wir mit guten Resultaten und vorbildlichem Verhalten auf uns aufmerksam machen. Von der für die Anstellung verantwortlichen Sportkommission wird Ihnen eine hohe Fach- und Sozialkompetenz attestiert. Das Fanionteam weist wie so viele andere Fussball-Mannschaften eine multikulturelle Zusammensetzung auf. Inwiefern könnte Ihre Herkunft ein Vorteil sein, eine solche Truppe zu führen? Für mich spielt die Herkunft im Allgemeinen absolut keine Rolle.

Einzig der Charakter zählt! Egal ob Schweizer, Ausländer oder Doppelbürger (wie ich). Als neuer Trainer muss man sich den Respekt der Spieler sowieso verdienen und auch deren Vertrauen gewinnen. Eventuell fällt es mir dank meiner Herkunft einfacher, die Spieler ausländischer Herkunft besser zu verstehen, was man als Vorteil bezeichnen könnte.

Mannschaft von Zug94 in der 1. Liga. Hier und auch bei anderen Vereinen der gleichen Spielklasse (FC Tuggen, SC Cham, FC Baden) etablierte ich mich als Topscorer. Weitere Stationen waren der FC Ibach, FC Emmenbrücke, FC Thalwil und FC Ägeri. ..................................................................

«Ich verfolge eine offensive und attraktive Spielweise.»

Welches ist Ihre Trainer-Philosophie? Ich verfolge eine offensive und attraktive Spielweise mit möglichst viel Ballbesitz. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

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«Ich glaube an meine Jungs, die das FCAWappen mit Stolz auf der Brust tragen.» ................................................................. Was würden Sie als Ihre Stärken als Trainer bezeichnen? Kommunikationsstärke, Überzeugungskraft, Motivationsfähigkeit, Fach- und Sozialkompetenz, aber auch Winnermentalität. Was erwarten Sie von Ihren Schützlingen? Respekt, Disziplin, Teamwork und Vorbildfunktion im Verein. Zu Ihrer Biographie: Könnten Sie sich kurz vorstellen: Geboren bin ich am 29. Mai 1984 in Jagodina, Serbien. Inzwischen bin ich glücklich verheiratet und stolzer Papi von einem jetzt einjährigen Sohn.

Will den FCA erfolgreich weiterentwickeln: Boris Jevremovic. (Bild zvg.) Bereits als Dreijähriger kam ich in die Schweiz, wo ich aufwuchs und alle Schulen sowie eine Lehre als Elektriker und eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachmann erfolgreich abschloss. Beruflich bin ich aktuell als Senior Sales Manager im Bereich Innenarchitektur tätig. Zu meinen liebsten Hobbys gehören Reisen, Tennis und Kochen. Wie verlief Ihre Aktivkarriere? Meine fussballerischen Wurzeln liegen in der Innerschweiz. Beim FC Ibach spielte ich von den F- bis zu den C-Junioren und wurde C- und A-Meister Junioren mit Zug94. Mit 17 Jahren schaffte ich den Sprung in die 1.

Auf welche Trainerstationen blicken Sie zurück? Die ersten Erfahrungen durfte ich als A-Juniorentrainer beim SC Cham und als B-Juniorentrainer beim FC Ägeri sammeln. Zu dieser Zeit war ich parallel noch als Spieler der 1. Mannschaft im jeweiligen Verein aktiv. Meine erste Trainerstation bei den Aktiven war die 2. Mannschaft des SC Emmen (4. Liga), wo ich zweieinhalb erfolgreiche Saisons verbrachte. Im Winter 2017/18 wurde ich Cheftrainer beim FC Srbija ZH (2. Liga) und rettete die 1. Mannschaft vor dem Abstieg in die 3. Liga. Danach legte ich eine Babypause ein und nutzte die Zeit auch für den erfolgreichen Abschluss des UefaA-Diploms. Mit 35 Jahren gehören Sie noch nicht zum alten Eisen. Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie gelegentlich dank Ihrer Erfahrung als Spielertrainer auflaufen würden? Wenn es sein muss, vorgesehen ist es aber nicht. Ich habe genügend hungrige Spieler im Kader. Interview Rolf Oberhänsli


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