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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 23 913 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 60 I 168. Jahrgang I Dienstag, 5. August 2014

Zweimal erwischt

Mehr Fairness

Grosskontrolle im Üetlibergtunnel: Auch ein Wiederholungstäter ging ins Netz. > Seite 3

Daniela Bomatter sprach zum 1. August in Hausen über die Verteilung von Energie. > Seite 5

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Bekannte Stimme «The Voice»-Finalistin Rahel Buchhold sang am Nationalfeiertag in Knonau. > Seite 6

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Ferienpläne Wohin geht es? Eine kleine Ferienumfrage in Affoltern liefert Antworten. > Seite 9

«Die Schweiz hat den Ausländern vieles zu verdanken» Bundesfeier in Affoltern mit Regierungspräsidentin Regine Aeppli Regierungspräsidentin Regine Aeppli sprach am 1. August auf dem Marktplatz Affoltern vor grossem Publikum über die wichtige Stellung der Ausländer unter uns und appellierte stark an Toleranz und Offenheit. ................................................... von marianne voss Die Zürcher Bildungsdirektorin und derzeitige Regierungspräsidentin nahm sich an diesem 1. August exklusive nur Zeit für Affoltern. Ihre Rede war aufs Säuliamt zugeschnitten, also keineswegs geeignet, um sie an weiteren Feiern zu wiederholen. Sie ging der Frage nach, wo die Schweiz stehen würde ohne Ausländer und wies gleich zu Beginn darauf hin, dass ein Viertel der Bevölkerung Affolterns keinen Schweizer Pass habe. In lockeren, humorvollen Worten und mit selbstkritischem Witz zeigte sie auf, dass wir ziemlich ärmlich dastehen würden ohne alle die fleissigen und kreativen Menschen aus andern Nationen in unserer Mitte. So erwähnte sie als naheliegendes Beispiel, dass im Spital Affoltern 650 Mitarbeitende

aus 40 Nationen beschäftigt sind, auf deren Unterstützung jede und jeder im Krankheitsfall angewiesen ist.

Secondos besonders kreativ Sie erzählte die Geschichte vom Sparschäler Rex – sein Erfinder, Alfred Newec, hat ausländische Wurzeln – und betonte: «Wenn wir nüchtern Bilanz ziehen, stellen wir fest, dass die Schweiz den Ausländern vieles zu verdanken hat.» Es seien oft die Secondos, «die besonders kreativ sind, wenn sie den kulturellen Graben zwischen Auswanderung und Neuorientierung überwunden haben». Früher habe man sich auch innerhalb der Schweiz die Köpfe eingeschlagen, das sei zum Glück vorbei. «Heute bezeichnen wir unser Land als Willensnation. Das heisst, wir sind eine Nation, weil wir zusammengehören wollen. Auf diese Erfindung dürfen wir zu Recht stolz sein.» Zum Schluss berichtete die SPPolitikerin von ihrem «Vorgänger», Erziehungsdirektor und später Bundesrat Jakob Dubs, der schon im 19. Jahrhundert sehr weltoffene Pläne für die Schweiz hatte und in Venedig oder Nizza einen Schweizer Mittelmeerhafen errichten wollte. Und sie rief dazu

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Township Sommerserie: Bernhard Schneider berichtet vom Besuch in Soweto, Südafrika. > Seite 10

Glänzende Aemtler Bühne Es ist ein mutiges Stück, das sich die Aemtler Bühne zu ihrem 30-Jahr-Jubiläum vorgenommen hat. Anlässlich der Premiere von Kurt Schwitters’ musikalischer Groteske «Zusammenstoss» vergangenen Samstagabend im Kloster Kappel zeigte sich allerdings, dass der Mut sich gelohnt hat. Der Funke, ausgelöst von der brillanten Inszenierung, der zitatreichen Musik, fein gesetzter Choreografie und allesamt hinreissenden Darstellern sowie zwei Sopranistinnen, sprang auf das begeisterte Publikum über. «Zusammenstoss» ist ein gelungenes Gesamtkunstwerk in der Tradition der Aemtler Bühne, der Spielort Kloster Kappel trägt seinerseits ein wichtiges Stück Würze zum Spektakel bei. (kb.) ................................................... > Premierenbericht auf Seite 15

Zwischenhalt Uerzlikon

Regierungspräsidentin Regine Aeppli und Gemeindepräsident Clemens Grötsch freuen sich über die grosse Festgemeinde vor dem Kasino. (Bild Marianne Voss) auf, zum kulturellen und wirtschaftlichen Reichtum und zur Vielfalt unseres Landes Sorge zu tragen. «Pflegen wir die Beziehungen mit unsern Nachbarn. Setzen wir das Geschaffene nicht leichtfertig aufs Spiel. Behalten

wir einen kühlen Kopf und ein warmes Herz.» Ihre Worte wurden mit einem grossen und warmen Applaus gewürdigt. ................................................... > Weiterer Bericht auf Seite 4

Vor zweieinhalb Wochen wurde er an der Elfenbeinküste von Staatspräsident Alassane Ouattara verabschiedet, Anfang September tritt er seinen voraussichtlich letzten Posten in Neuseeland an. Dazwischen tankt Botschafter David Vogelsanger Energie – zu Hause in Uerzlikon.

................................................... > Bericht auf Seite 3 anzeigen

Obfelden stellt die halbe WM-Equipe Weltreiterspiele in Caen: Dressur mit Hans Staub und Caroline Häcki Vier Dressurreiter werden die Schweiz Ende August an den Weltreiterspielen in Caen, Frankreich, vertreten. Der Schweizerische Verband für Pferdesport gab kürzlich seine Selektion bekannt. Die Jüngste und der Erfahrenste im Team wohnen in Obfelden. ................................................... von thomas stöckli

Zwei Obfelder Dressurreiter an den Weltreiterspielen: Hans Staub auf Warbeau und Caroline Häcki auf Rigoletto Royal. (Bild zvg.)

Seit 1990 kommen alle vier Jahre Pferdesportler aus aller Welt zusammen, um sich an den Weltreiterspielen (WEG) zu messen. Eine von acht Disziplinen ist dort das Dressurreiten. Bei der Premiere vor 24 Jahren hat sich die Schweiz in dieser Disziplin noch Mannschafts-Bronze gesichert, danach aber den Anschluss verpasst. Equipenchefin Evelyne Niklaus rechnet denn auch nicht mit einer Medaille: «Ein Rang in den besten zwölf der Teamwertung wäre gut.» Einer, der die Blütezeit des Schweizer Dressursports noch selber erlebt und geprägt hat, ist Hans Staub. 1994 erreichte er mit dem 7. EinzelRang sein bestes Resultat. Nun, 20 Jahre später, ist er immer noch dabei –

nicht mehr gleich beweglich wie damals, wie der Obfelder selber sagt, aber routinierter denn je. Für den Rappwallach Warbeau dürfte es allerdings das letzte grosse Turnier sein.

Reise in die Normandie am 21. August Während Hans Staub Erfahrung und Ruhe ins Team bringt, sind es bei Caroline Häcki ihre Frische und Unbeschwertheit, die sie auszeichnen. Ihren Partner Rigoletto Royal hat sie auf der Weide entdeckt, gekauft und selber ausgebildet – mit Erfolg: Letztes Jahr gewannen die beiden ihren ersten Grand Prix und Rigoletto wurde zum Schweizer Pferd des Jahres gekürt. In die Normandie reisen die Dressurreiter am Donnerstag, 21. August. Acht bis zehn Stunden dürfte die Fahrt dauern – für die turniererfahrenen Pferde ist dies Routine. «Rigoletto döst häufig», weiss Caroline Häcki, die im Pferdeanhänger eine Kamera installiert hat. Die Eröffnungszeremonie der WM findet am Samstag statt, am Montag, 25. August, stehen Hans Staub und Caroline Häcki dann mit dem Team erstmals im Einsatz. ................................................... > Bericht auf Seite 16

200 32 9 771661 391004


Obfelden

Bestattungen Ottenbach

Am 1. August 2014 ist in Affoltern am Albis gestorben:

Am 3. August 2014 ist in Ottenbach ZH gestorben:

Kradolfer-Schwaninger Esther

Schmidiger, Niklaus Ferdinand

geb. 13. Februar 1921, von Obfelden ZH und Erlen TG, wohnhaft gewesen in Obfelden, Sentmattstr. 30, Witwe des Kradolfer Traugott.

geb. 8. Mai 1948, von Romoos LU, Ehegatte der Vollenweider Schmidiger, Verena, wohnhaft in 8913 Ottenbach, Zwillikerstrasse 7a. Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis ohne Abdankung in der Kirche statt.

Erdbestattung am Donnerstag, 7. August 2014, 14.00 Uhr, in Obfelden, anschliessend Abdankung in der reformierten Kirche. Die Friedhofvorsteherin

Der Friedhofvorsteher

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Ernst Baltisberger 28. März 1918 – 27. Juli 2014 Gründungs- und Ehrenmitglied

Ernst hat die letzte Reise in den Töff-Himmel angetreten. Wir werden Dich in guter Erinnerung behalten. Stamm Zürich Stammvater Max Frutiger

Dein Wort ist meines Fusses Leuchte Und ein Licht auf meinem Weg. Psalm 119, 105

TODESANZEIGE Traurig und doch dankbar nehmen wir Abschied von unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Gotte

Esther Kradolfer-Schwaninger 13. Februar 1921 – 1. August 2014

Nach einem langen und erfüllten Leben durfte sie im 94. Lebensjahr im Pflegezentrum Affoltern am Albis ruhig und in Frieden einschlafen. Wir vermissen Dich: Alfred und Vreni Kradolfer-Schärer mit Daniel und Irène Kradolfer-Stäheli mit Micha Andreas und Erika Kradolfer-Joost mit Tabea, Timon und Levi Simon Kradolfer und Sandra Agner Margrit Kradolfer Hugo und Pia Kradolfer-Antener mit Damaris Kradolfer Sandra und Dominik Stäuble-Kradolfer Walter Kradolfer Die Erdbestattung findet am Donnerstag, den 7. August 2014, um 14.00 Uhr in Obfelden statt. Anschliessend Abdankung in der reformierten Kirche. (In der Gemeinde werden keine Leidzirkulare versandt.) Traueradresse: W. und M. Kradolfer, Sentmattstrasse 30, 8912 Obfelden

WIR DANKEN VON HERZEN für die grosse Anteilnahme und die vielen Zeichen der Verbundenheit, die wir beim Abschied von

Bernhard Sidler-Müller erfahren durften. Wir danken allen, die Bernhard auf seinem letzten Weg persönlich oder in Gedanken begleitet haben. Ebenfalls danken wir für die Trost spendenden Gespräche, die vielen Briefe und Karten, die schönen Blumen und die vielen Spenden. Ein besonderer Dank geht an Susanna Desax für die einfühlsamen und trostreichen Worte sowie an Anette Bodenhöfer und Claudia Laimer-Riediker für die musikalische Umrahmung der Trauerfeier. Hedingen, im August 2014

Die Trauerfamilien

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Bezirk Affoltern

1. August war laut aber ungefährlich Zusammenfassend verliefen der 1. August und die Nacht auf den 2. August aus Sicht der Kantonspolizei Zürich problemlos und friedlich. Trotzdem gab es für die Polizisten einiges zu tun. Trotz des vielen Feuerwerks, welches in der Nacht gezündet wurde, kam es nur in den wenigsten Fällen zu polizeilichen Interventionen. Der Brand an einem ToiToi-WC in Bonstetten war auf das fahrlässige Abfeuern von Feuerwerk zurückzuführen. Der Lärm des Feuerwerks und die öffentlichen oder privaten Feste waren für die Bevölkerung offensichtlich kein Problem. Vor Mitternacht kam es im ganzen Kanton Zürich lediglich zu einer Lärmklage wegen Feuerwerks. Nach Mitternacht häuften sich die Lärmklagen, dann vor allem wegen der Feste, die noch im Gang waren, wie die Kapo mitteilte. Zwischen Mitternacht und vier Uhr musste die Polizei rund 20 Mal wegen Anrufen von belästigten Anwohnern ausrücken.

wir gratulieren Zur eisernen Hochzeit Gestern Montag, 4. August, feierte Hans Hurst aus Stallikon seinen 91. Geburtstag und morgen Mittwoch, 6. August, mit seiner Ehefrau Silvia den 65. Hochzeitstag. Wir gratulieren herzlich und wünschen dem Jubelpaar alles Gute sowie weitere erfreuliche gemeinsame Jahre.

Zur goldenen Hochzeit In Affoltern feiern Margrit und Ernst Althaus-Stüdle am kommenden Donnerstag, 7. August, das Fest der goldenen Hochzeit. Zum 50-jährigen Ehebund gratulieren wir herzlich, wünschen einen schönen Festtag und alles Gute.

Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Redaktion: Chefredaktor: Werner Schneiter Thomas Stöckli, Redaktor Salomon Schneider Redaktion@affolteranzeiger.ch Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 23 913 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/Tiziana Dinisi Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 inserat@weissmedien.ch Sonderseiten: Kurt Haas, Mediaberatung Telefon 058 200 5718, M 079 270 35 67 info@mein-mediaberater.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss: Dienstagsausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.azmedien.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.azmedien.ch

Dienstag, 5. August 2014

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Vom Krisen- ins Erdbebengebiet Der in Uerzlikon wohnhafte David Vogelsanger wird Botschafter von Neuseeland Der aus Altersgründen voraussichtlich letzte Posten als Botschafter des Uerzlikers David Vogelsanger, befindet sich gleichzeitig auch an seiner absoluten Wunschdestination. Anders als ins Krisengebiet der Elfenbeinküste wird ihn seine Frau nach Neuseeland begleiten. ................................................... von martin mullis Am Gartenzaun vor dem wunderschönen und alten Haus in Uerzlikon wird der Besucher von Bari, dem Grossen Schweizer Sennenhund und Bärli, einem Appenzellermischling, mit ziemlich viel Gebell begrüsst. Nur ein ganz mutiger Hundekenner würde sich wagen, das Tor zu öffnen und das Grundstück zu betreten. Doch der Hausherr David Vogelsanger weist die beiden Hunde energisch zurecht, und sie verwandeln sich augenblicklich in ein freundlich wedelndes Empfangskomitee. Botschafter Vogelsanger ist sich aus beruflichen Gründen gewohnt, bestimmt aufzutreten und auch ein exzellenter Gastgeber zu sein. Das Haus, ein ehemaliges Bauernhaus und Dorfrestaurant in Uerzlikon, ist sein Elternhaus. Zwar ist Diplomat Vogelsanger in Zürich aufgewachsen, verbrachte jedoch, seit sein Vater dieses Haus kaufte, stets viel Zeit im Säuliamt und wohnt nun seit mehr als zehn Jahren im elterlichen Haus im Oberamt. Selbst während der Zeit, als sich seine Arbeitsstelle in Bern und später in Mailand befand, verbrachte er die meisten Wochenenden in Uerzlikon. Im Jahre 2010 wurde der Diplomat an die Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) berufen. Vier Jahre vertrat Vogelsanger die Schweiz im Land mit 25 Millionen Einwohnern und erlebte dort hautnah Krisen und Kriege. Da seine Frau aus Sicherheitsgründen im Säuliamt blieb, hauste er in Abidjan sozusagen in einer Junggesellenwohnung. Als ehemaliger Ikrk-Delegierter besass David Vogelsanger allerdings einige Erfahrung in Sachen Risikogebiete und überstand die Zeit unbeschadet, obwohl die Schliessung der Botschaft durch den Bundesrat einige Male kurz bevorstand.

Neuseeland als Wunschdestination Seine neue Arbeitsstelle führt ihn nun nach Wellington, Neuseeland. Der Bundesrat hat David Vogelsanger per September 2014 zum ausserordentlichen und bevollmächtigten Botschafter in Neuseeland ernannt. Dort ist er auch zuständig für die Cook-Inseln, die Republik Fidschi-Inseln, für den unabhängigen Staat Samoa, das Königreich Tonga und Tuvalu. Den Botschafterposten in Wellington bezeichnet

Sie freuen sich auf Neuseeland: Laura und David Vogelsanger in ihrem schönen Haus in Uerzlikon. (Bild Martin Mullis)

Abschiedsbesuch bei Staatspräsident Alassane Ouattara, unmittelbar vor dem Abflug. (Bild zvg.) der Diplomat als absolute Wunschstelle, von dieser Destination habe er schon immer geträumt, versichert David Vogelsanger. Er freut sich auch sehr, dass ihn seine Frau Laura und natürlich die beiden Vierbeiner diesmal begleiten können, da Neuseeland zwar als Erdbebengebiet gilt, sonst jedoch als ein sicheres und stabiles Land bezeichnet werden darf. Der Botschafterposten wird für den Säuliämtler Diplomaten nicht nur der am weitesten von der Schweiz entfernte, sondern auch voraussichtlich die letzte Arbeitsstelle

als Botschafter sein. Bis zum Antritt am 2. September 2014 verbleibt der Familie Vogelsanger nicht mehr allzu viel Zeit, um die grosse logistische Herausforderung des Umzugs in die weit entfernte Destination zu bewältigen. Der Säuliämtler Diplomat freut sich jedoch auf die neue Aufgabe und ist überzeugt, dass seine Frau und er sich in Neuseeland wohlfühlen und von der dortigen Regierung herzlich willkommen geheissen werden. David Vogelsanger stellte in allen Ländern, in denen er sein Land vertre-

ten hat fest, dass die Schweiz einen ausgezeichneten Ruf besitzt. Er ist überzeugt, dass unser Land das beste politische System der Welt besitzt. Als Mitglied der SVP bezeichnet er die Erhaltung der Unabhängigkeit der direkten Demokratie als wichtigste Aufgabe der Politik. Seine Erfahrungen und Erlebnisse, auch wieder in Afrika, bestärken ihn in der Überzeugung, dass insbesondere die Neutralität der Schweiz äusserst wertvoll ist, auch für die wichtige Rolle als Vermittler.

Grosskontrolle der Polizei im Üetlibergtunnel Einigen Fahrzeuglenkern wurde der Führerausweis auf der Stelle abgenommen Die Kantonspolizei Zürich, unterstützt durch das Institut für Rechtsmedizin IRM und das Forensische Institut Zürich FOR hat in der Nacht auf Sonntag, 3. August, auf der Autobahn A3 stadtauswärts eine verkehrs- und kriminalpolizeiliche Grosskontrolle durchgeführt. Elf Motorfahrzeuglenker fuhren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Die Polizisten aus verschiedenen Abteilungen kontrollierten zwischen zirka 2 und 7 Uhr im Üetlibergtunnel der

A3, Fahrbahn Basel, mehr als hundert Fahrzeuge und deren Insassen. Sie führten über 70 Atemlufttests und über zehn Drogenschnelltests durch. Das Urkundenlabor überprüfte über 30 Ausweise auf ihre Echtheit. Sieben Personenwagen-Lenker wurden wegen Fahrens unter Drogeneinfluss angezeigt. Vier Autofahrer fuhren unter Alkoholeinfluss. Sie mussten alle den Führerausweis auf der Stelle abgeben, den ausländischen Lenkern wurde ein Fahrverbot für die Schweiz auferlegt. Ein Brasilianer wurde wegen Verstosses gegen das Ausländerrecht verhaftet. Drei Fahrzeuglenker wurden we-

gen weiterer Delikte zur Anzeige gebracht, wie Führen eines Fahrzeuges trotz Ausweisentzug oder verbotenem Waffentragen. Die Polizei stellte auch über 20 Ordnungsbussen und Beanstandungsrapporte wegen verschiedener Übertretungen oder technischer Mängel an den Fahrzeugen aus.

Zweimal in dieselbe Kontrolle Ein Personenwagenlenker fiel in der letzten Nacht besonders auf. Während die Polizei sich einrichtete, fuhr er mit seinem Auto auf der bereits gesperrten Fahrbahn auf die Kontrollstelle zu.

Natürlich wurde er gleich kontrolliert. Die Polizisten führten einen Atemlufttest durch, welcher positiv verlief und zeigte, dass der Fahrer unter Alkoholeinfluss stand. Er wurde angezeigt und musste seinen Ausweis auf der Stelle abgeben. Einige Stunden später fuhr derselbe Lenker mit demselben Fahrzeug wieder in die gleiche Kontrollstelle. Die Polizisten kannten ihn ja bereits und deshalb wurde er wieder angehalten. Da er keinen Führerausweis mehr hatte, wurde er zusätzlich wegen Fahrens trotz Ausweisentzug angezeigt. Ein weiterer Atemlufttest verlief ebenfalls positiv.


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 5. August 2014

Geschichtsstunde mit Stolz und Optimismus Kantonsrat Martin Haab als Festredner in Bonstetten Bonstetten feierte den Geburtstag der Schweiz einmal mehr auf dem Bauernhof der Familie Weiss – mit vielen Besuchern, einem traditionellen Programm mit prächtigem Feuerwerk und einem Festredner aus Mettmenstetten.

Festredner zeigt sich aber grundsätzlich optimistisch, wie er zum Schluss festhält, «dass wir Schweizer dank unseren Werten und unserem Willen die Herausforderungen der Zukunft annehmen und erfolgreich bestreiten werden».

................................................... von urs e. kneubühl

Nach den festlichen Worten Martin Haabs zieht sich das Dorffest hin, über die Dämmerung und bis in die tiefe Nacht hinein. An den Tischen laufen die angeregten Gespräche weiter – vom als misslich reklamierten Sommerwetter über Jugend und Jugendarbeit (Was bringt uns JugendPlus und ist der Standort des Jugendhauses richtig?) bis hin zu Flüchtlingsfamilien aus Syrien und der Frage, wie man diese gut und rasch integrieren könne? «Auch die humanitäre Verpflichtung gehört zur Schweiz», hält eine Bonstetterin dazu fest und ergänzt: «Es ist deshalb richtig, wenn wir am Geburtstag unseres Landes auch über diese Themen reden.» Schliesslich, es ist mittlerweile die Dunkelheit am Himmel aufgezogen, finden traditionsgemäss und sehr zur Freude der jüngsten Festbesuchenden der Lampionumzug und das offizielle wie prächtige Feuerwerk der Gemeinde statt. Und längst spielt in der Scheune auch die Kapelle Quöllfrisch mit lüpfiger Musik zur Unterhaltung und zum spärlich genutzten Tanz auf.

Der Ausblick ist grossartig. Hier, auf dem Hof der Familie Weiss, an der Dachenmassstrasse oberhalb Bonstetten-Schachen, lässt sich das Haupttal des Säuliamts überblicken – hinüber an den Islisberg, hinauf in die Fildern und hinunter bis zum Zugersee. Eine würdige Stätte, um den Nationalfeiertag, den Geburtstag der Schweiz zu feiern. Längst nicht zum ersten Mal an diesem Ort, wie Gemeindepräsident Bruno Steinemann in seiner Begrüssung mit Dank an die Bauernfamilie, an Mitgestaltende und Helfende betont. Dass Bonstetten mit seinen fast fünfeinhalbtausend Einwohnern eine, wie auf der Homepage betont, «lebendige Gemeinde» ist, manifestiert sich auch am Aufmarsch – es ist viel Volk anwesend. Und dennoch, weiss der Gemeindepräsident auch, dass sich trotz intaktem Dorf- und Vereinsleben heute keiner unter den über dreissig ansässigen Vereinen mehr findet, der ausreichend Helferinnen und Helfer

Lichtzauber, Musik und Gespräche

Martin Haab, Landwirt und Kantonsrat.

Auf den Lampionumzug haben sich die Jüngsten gefreut. (Bilder Urs E. Kneubühl)

zusammenbekommt, um die 1.-August-Feier mit anschliessendem Fest auf die Beine zu stellen und durchführen zu können. Draussen vor und drinnen in der Scheune sitzen entsprechend zahlreiche Festbesuchende, darunter viele Familien, verpflegen und vergnügen sich, plaudern miteinander und harren der Dinge, die da kommen sollen. Die Stimmung ist absolut «dorffestmässig», man kennt und schätzt sich.

redner Martin Haab seinerseits startet seine Rede mit einem kurzen Geschichtsabriss über Bonstetten, das, wie er ausführt, «im Jahr 1122 in einem Dokument des Bistums Konstanz erstmals schriftlich erwähnt wird und auch mit den 1217 erstmals erwähnten Herren von Bonstetten deutlich älter ist als die Eidgenossenschaft». Der Mettmenstetter Landwirt und Kantonsrat versichert in der Folge, dass es mehrere Gründe gäbe, um stolz auf die Schweiz zu sein. «Es gibt nicht viele staatliche Gebilde, die auf eine solch gute, langjährige und intakte Tradition ihrer Staatsform zurückblicken, wie wir Schweizer es tun können». Hält Haab weiter fest und nennt auch die schöne Landschaft, ebenso die Souveränität. Letztere, merkt Haab an, wanke zwar ein bisschen, aber

Martin Haab: Stolz und Optimismus Den offiziellen Teil startet traditionell der Musikverein Bonstetten, der später auch den vielkehlig gesungenen Schweizer Psalm musikalisch begleitet und die Anwesenden ein weiteres Mal mit schmissiger Musik unterhält. Fest-

«wir können stolz sein auf unsere direkte Demokratie. Im Vergleich zu den Menschen in Staaten der Europäischen Union geniessen wir da ein wirkliches und grosses Privileg.» In der Schweiz gelte uneingeschränkt: Das Volk hat das Sagen, nicht die Politiker! Ebenso stolz dürfe man als Schweizer auch auf die sehr gute Verfassung sein, «in welcher unsere Grundrechte gesichert und hochgehalten werden und unsere Freiheit fest verankert ist». Und eben diese, so der Mettmenstetter Kantonsrat, sei immer wieder gefährdet, wie man wisse – «einerseits durch linke Ideologien, dann aber auch durch andere Staaten wie die USA, die unsere Banken ‹ausnehmen›, oder Frankreich, Deutschland oder die EU, die von uns auch immer mehr Geld, Geld, Geld wollen». Der

Philosophische Gedanken von Raffaele Cavallaro Am 1. August ist die Welt in Kappel in Ordnung

Gut besuchte 1.-August-Feier in Affoltern, die von der Harmonie musikalisch umrahmt wurde. (Bild Marianne Voss)

Geschenkte Zeit in Affoltern 1.-August-Feier und Neuzuzüger-Begrüssung Die Feier am Vormittag des 1. August in Affoltern war sehr gut besucht. Sie erhielt dieses Jahr noch eine Ergänzung: Im Vorfeld wurden die neu Zugezogenen und neu Eingebürgerten begrüsst.

ter dem Vordach statt. Viele Interessierte hatten sich versammelt, um die Rede von Regierungspräsidentin Regine Aeppli zu hören, den rassigen Musikvorträgen der Harmonie Affoltern zu lauschen und das gemütliche Zusammensein bei Getränken und einer Wurst zu geniessen.

................................................... von marianne voss

«Was wünschen wir der Schweiz?»

Schon um 10 Uhr versammelten sich rund 100 Gäste im Kasino Affoltern. Es waren geladene neu Zugezogene und neu Eingebürgerte. Der Gemeinderat habe dieses Jahr den Neuzuzüger-Anlass mit der 1.-August-Feier kombiniert, erklärte der Affoltemer Gemeindepräsident Clemens Grötsch. Er sei mit der Beteiligung sehr zufrieden. Nach einer Frühstücks-Stärkung erhielten die Gäste durch Herbert Gübeli (Kommission Dorfgeschichte) einen Einblick in die Geschichte von Affoltern. Sie erfuhren anhand von zahlreichen Bildern, was einmal war und was heute ist. Nach diesem «Vorprogramm» fand die offizielle Bundesfeier draussen un-

Clemens Grötsch begrüsste die Festgemeinde zum 723. Geburtstag der Schweiz und stellte ein paar Fragen in den Raum: «Was wünschen wir der Schweiz? Was haben wir für ein Geschenk? Was wünschen wir uns für die Zukunft und was wünschen wir uns für unser Land?» Er freue sich, dass alle Anwesenden ein Geschenk mitgebracht hätten. Nämlich Zeit, um jetzt da zu sein. Nach der zum Nachdenken anregenden Rede von der Regierungspräsidentin sang man der guten Tradition folgend die Schweizer Nationalhymne – ein Gesang, der sich begleitet von der Harmonie durchaus hören lassen durfte und dem Anlass auch eine würdige Feierlichkeit verlieh.

Kappel setzt auf eine schlichte 1.-August-Feier, bei der die zwischenmenschlichen Begegnungen im Zentrum stehen. Stimmig war die Rede des Präsidenten der Aemtler Bühne, Raffaele Cavallaro. Für das leibliche Wohl sorgte der Feldschützenverein Kappel. ................................................... von regula zellweger Es war wie schon immer: Holztische und Bänke auf dem Parkplatz, die obligate Lichtergirlande mit bunten Glühbirnen, mal rot, mal blau, mal kaputt, mal gelb, ein Dorfverein am Grillieren der Bratwürste, der Holzstoss bereit zum Brennen bei Einbruch der Dämmerung und Gemeinderat Hans Arnold, der für jeden Besucher nach einer herzlichen Begrüssung einen Bon für ein Getränk und eine Wurst aus der Brusttasche zog.

Patriotismus Hans Arnold ist berührt, wenn er die Landeshymne hört. Er braucht keine neue, die alte gefällt ihm. Er ist stolz, Schweizer zu sein, zufrieden – und meint, Kappel sei eine «stille» Gemeinde, politisch eher ruhig. Die Neuzuzüger würden sich schnell und gut ins Dorfleben integrieren, das Politisieren sei nach wie vor eher Sache der Alteingesessenen. Das Vereinswesen ist lebendig und zudem gibt es in Kappel keine Ortsparteien. Stolz ist er beispielsweise darauf, dass Kappel mit seinen bald 1000 Einwohnern keinen Werkhof hat – die Arbeiten werden im Milizsystem erledigt. Souverän begrüsste er mit ein paar Worten die Anwesenden und führte den 1. AugustRedner ein: den Präsidenten der Aemtler Bühne und jungen Mettmenstetter alt Gemeinderat Raffaele Cavallaro.

Diskutieren über Kappel: Redner Raffaele Cavallaro (Mitte) Gemeinderat Hans Arnold (links) und Gemeindepräsident Kurt Bär (rechts). (Bild Regula Zellweger) Zusammenstösse oder zusammen stossen Selbstverständlich nimmt Raffaele Cavallaro in seiner Rede Bezug zur Premiere von «Zusammenstoss», die am 2. August im Kloster Kappel über die Bühne ging. Er missbrauchte aber die Zeit als Redner nicht für PR, sondern wob Hinweise auf das neue Stück der Aemtler Bühne geschickt in seine besinnliche Rede ein. «Zusammenstösse», erklärte er, «erlebt man täglich, weil man selber bestimmen möchte – andere aber auch.» Er meint, selbst entscheiden setze Interesse und eine Auseinandersetzung voraus. Das unreflektierte Übernehmen einer Parteiparole habe nicht viel mit Freiheit zu tun. Er wies auf das Dilemma hin, selbst zu entscheiden oder zu delegieren. Vertrauen sieht er als das Zauberwort, Vertrauen in die anderen und die eigene Vertrauenswürdigkeit. Denn das Zusammenleben – hier erwähnt Cavallaro lobend das Zusammenspiel der Ämtler Gemeinden, der Vereine, der Kooperationen und der Zweckverbände - gelinge nur mit Vertrauen. «Für

eine solche Zusammenarbeit braucht es Mut und die Gewissheit, dass auch andere ähnliche Ziele haben wie man selbst.»

Vertrauen, Neugier und Kreativität Cavallaro ist Vater einer kleinen Tochter und Lehrer. Er wünscht sich, dass wir uns alle kindlichen Eigenschaften wie Vertrauen, Neugier und Kreativität bis ins hohe Alter bewahren. Und gegenseitiges Wohlwollen, viel Vertrauen und Mut, um die Aufgaben in Familie, Schule, Gemeinde und Bezirk mit Freude zu meistern, ohne dabei die verantwortungsvolle Freiheit aufzugeben. Zum Schluss nahm er wieder Bezug zum Theaterstück «Zusammenstoss»: «Die Wörter ‹zusammen stossen› können auch heissen, sich gemeinsam für etwas einzusetzen.» Man sass noch lange auf den Holzbänken, lauschte der guten alten Landeshymne, sah die Funken des Feuers zum Himmel irrlichten, plauderte, lachte, trank und ass und genoss es, dass im «stillen» Kappel das Knallen und Knattern von Feuerwerk nicht zum 1. August gehört.


Bezirk Affoltern

Dienstag, 5. August 2014

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Mehr Fairness in der Verteilung von Energie Daniela Bomatter sprach zum 1. August in Hausen Die 1.-August-Feier in Hausen am Albis, wie immer von Kultur im Dorf organisiert, konnte am Türlersee bei angenehmen Wetterbedingungen stattfinden. Die Ansprache zum Thema «2000-Watt-Gesellschaft» wurde von einem aufmerksamen Publikum mit viel Applaus bedacht. ................................................... von bernhard schneider Dies sei ihre erste Rede zum 1. August, erklärte Daniela Bomatter, Geschäftsführerin von EnergieSchweiz, einleitend und wandte ihren Blick zurück zur Steinzeit. Die Menschen benötigten damals das Drei- bis Fünffache ihres Grundumsatzes an Energie, also et-

wa 200 bis 500 Watt. Den grössten Teil der zusätzlichen Energie verbrauchte ihr Körper für Suche und Zubereitung von Nahrung, Schutz gegen Tiere und andere Menschen, Anfertigung von Wohnraum und Gebrauchsgegenständen. Das bescheidene Mass an Fremdenergie, das sie benötigten, bestand weitgehend aus dem Energiegehalt der gejagten Tiere und dem Brennholz, das sie zum Kochen und Heizen verwendeten. Um 1300 verbrauchten die Menschen maximal das Zehn- bis Fünfzehnfache ihrer Grundenergie, das heisst bis zu etwa 1500 Watt Durchschnittsleistung pro Tag. Je nach sozialer Schicht war der Energieverbrauch sehr unterschiedlich. Entscheidend für den Energieverbrauch war der Fleischkonsum, aber auch die Grauenergie

2000-Watt-Gesellschaft EnergieSchweiz hat im Auftrag des Bundesrates die Idee der «2000Watt-Gesellschaft» konkretisiert. Ziel ist, dass die nachhaltig nutzbare Energie weltweit auf alle Menschen gleichmässig verteilt wird. 2000 Watt wäre der Durchschnittsverbrauch eines Menschen. Pro Tag

stünde damit pro Person der Gegenwert von 48 Kilowattstunden Strom oder von etwa vier Litern Benzin zur Verfügung. Zum Vergleich: Der Grundumsatz eines erwachsenen Menschen beträgt 70 bis 100 Watt. Weitere Infos: www.2000watt.ch.

für den Bau von Häusern für Familien aus der Oberschicht sowie für Kirchen war erheblich. Der Energieverbrauch der Bevölkerungsmehrheit dagegen lag deutlich tiefer.

Internet und Flugverkehr Um 1970 lag der Durchschnittsverbrauch in der Schweiz bei 2000 Watt. Es war also nicht die Industrialisierung, die den grossen Zuwachs gebracht hat, sondern die technologische und soziale Entwicklung der letzten vier Jahrzehnte: Heute verbraucht die Durchschnittsschweizerin, der Durchschnittsschweizer das Siebzigfache dieses Grundumsatzes, 6300 Watt. Rechnet man die Energie für Importgüter hinzu, sind es 8000 Watt. Daniela Bomatter illustrierte die Entwicklung mit einigen Beispielen. So benötigt ein Spielavatar von Second Life etwa so viel Energie wie der Durchschnittsmensch in Brasilien. Die Server, die das Internet weltweit am Laufen halten, verursachen etwa gleich viele Treibhausgase wie der gesamte Flugverkehr. Die Referentin empfahl, als erstes effizientere Geräte einzusetzen. Das heisst, dasselbe wie heute tun, aber weniger Energie dabei verbrauchen. Dies allein reicht freilich nicht aus,

Vor dem offiziellen Teil der Feier unterhält sich Daniela Bomatter angeregt mit Besucherinnen der Hausemer 1.-August-Feier. (Bild Bernhard Schneider) um den Energieverbrauch zu dritteln. Viel Energie spart der gezielte Einsatz von Instrumenten: «Ich bin Mitglied von Mobility. Heute bin ich mit dem Auto zum Türlersee gefahren. Aber weil ich kein eigenes Auto habe, fahre ich nur, wenn ich einen Grund habe, nicht den ÖV oder ein Bike zu verwenden – oder zu Hause zu bleiben.»

Fairness als Grundgedanke Zum Abschluss plädierte Daniela Bomatter für mehr Fairness: «Unser Planet könnte heute für jeden Menschen

2000 Watt zur Verfügung stellen. Es geht nicht nur um Energie, sondern auch um deren Verteilung. Fairness gehört zu den Grundgedanken vom 1. August, also passt die Idee der 2000Watt-Gesellschaft sehr gut zum Nationalfeiertag.» Die Gruppe The Lost Keys, die «Coverband für jeden Anlass», umrahmte die Hausemer Feier zum 1. August musikalisch. Wer den Anlass verpasst hat: Die Band wird demnächst wieder in Hausen zu hören sein: am Open Air Konzert im Meilihof vom 29. August um 19 Uhr.

Traditionell geprägte 1.-August-Feier in Stallikon Gemeindepräsident und Festredner Werner Michel mit besonderem Bezug zum Nationalfeiertag In seiner Ansprache hat Werner Michel auf den besonderen Status der Schweiz hingewiesen und die Menschen aufgefordert, sich dessen wieder mehr bewusst zu werden und danach zu leben und zu handeln. Seit 2007 verbinden ihn besondere Gefühle mit dem Nationalfeiertag. ................................................... von martin platter Werner Michels Rede zum 1. August, gehalten anlässlich der Feierlichkeiten der Gemeinde im Feuerwehrgebäude von Stallikon, leitete mit zwei wichtigen Daten des letzten Jahrhunderts ein: Am 28. Juli vor hundert Jahren habe sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal gejährt. Nur 25 Jahre später, am 1. September 1939, seit der Zweite Weltkrieg ausgebrochen. «Beide Male hat die Politik kläglich versagt.» Er erinnerte an die Hintergründe, wie die Eidgenossenschaft am 1. August 1291 aus den drei Urkantonen entstanden ist und was im Bundesbrief aus dieser Zeit festgehalten wurde. Bis heute hätten diese Grundsätze ihre Gültigkeit: Im Kampf gegen die fremden Vögte zusammenzustehen und sich gegenseitig zu helfen. Schweizerinnen und Schweizer könnten auf ihre freiheitliche Rechtsordnung ohne fremde Richter und die direkte Demokratie Stolz sein. Dank dieser Selbstbestimmung und Fleiss habe es das Land vom armen Bauernstaat zu Wohlstand gebracht. Allerdings habe das die Neider auf den Plan gerufen. Immer mehr würde mit einer rücksichtslosen Interessenpolitik von aussen Druck auf die Schweiz ausgeübt und dabei zunehmend Macht anstatt Recht einsetzt. «Die Schweiz wird verunglimpft und erpresst. Es werden uns Befehle erteilt und verlangt, dass wir unsere Staatsordnung fremden Regeln anpassen.» Er habe sich in letzter Zeit des Öfteren gefragt, ob es wieder einmal einen Wilhelm Tell brauche, der den Nei-

Am Höhenfeuer oberhalb von Stallikon erhalten die Kinder traditionsgemäss einen 1.-August-Weggen. (Bilder Martin Platter)

schaft bzw. die Gebührenerhebung für jede Handreichung und die erodierende Eigenverantwortung mitzutragen, was in einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung bis hin zur Kündigungsandrohung von Seiten des Arbeitgebers mündete. Doch Michel gab nicht auf und erlebte in der Gemeinde eine beispiellose Solidarität. Am 1. August 2007 lancierte ein Komitee mit dem damaligen Gemeindepräsidenten Walter Ess, dem früheren Nationalrat Rolf Hegetschweiler sowie Doris Huguenin, Zita Fercher, Markus und Benno Ries eine Unterschriftensammlung für ihren «Post-Michel», die innert 14 Tagen 1771 Mitunterzeichner fand. «Diese Solidarität gab mit unheimlich Kraft und neues Selbstvertrauen», erinnert sich Michel. Aussergerichtlich kam es schliesslich zu einer gütlichen Einigung mit den Post-Verantwortlichen, wobei alle ihr Gesicht wahren konnten. «Die verbleibenden vier Jahre bis zu meiner Pensionierung war ich weiterhin bei der Post angestellt und konnte erst noch eine Arbeit ausführen, die mir sehr viel Spass bereitete», zieht der Stalliker rückblickend eine positive Bilanz. Seit 2008 wirkt er im Gemeinderat. Bei den Wahlen 2014 wurde er schliesslich zum Präsidenten erkoren. «Nun gebe ich der Gemeinde zurück, was ich an Solidarität erfahren durfte.»

Gemeinderat Stallikon dankt Der Stalliker Gemeindepräsident Werner Michel anlässlich seiner 1. August-Rede im Feuerwehrlokal. dern kräftig auf die Finger klopfe, führte Michel aus. «Tell ist zu unserer Symbolfigur für den Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit geworden, weil er den Mut hatte, anstatt unterwürfig mit dem Kopf zu nicken «Nein!» zu sagen.

Marc Bühler, neuer Leiter der Stalliker Musikgesellschaft, stellte auch seine Gesangskünste unter Beweis.

Parabel auf die eigene Geschichte Genauso gut hätte Michel aber auch seine eigene Geschichte erzählen können, die von festen Grundsätzen, Pflichterfüllung, Loyalität und ebenfalls von einer gewissen Aufmüpfig-

keit geprägt ist. Während 30 Jahren wirkte der Stalliker in der Gemeinde als Posthalter. Mit der Reorganisation der Schweizerischen Post konnte er sich allerdings nicht anfreunden. Ihm widerstrebte es, den kontinuierlichen Leistungsabbau gegenüber der Kund-

Allen Einwohnern und Gästen von Stallikon dankt der Gemeinderat nochmals herzlich, dass so viele an unserer 1.-August-Feier im Werkhof teilgenommen haben. Wir alle waren von der grossen Anzahl Besucher angenehm überrascht. Der Dank gilt auch allen Helferinnen und Helfern sowie den Musikanten. Werner Michel, Gemeindepräsident


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 5. August 2014

«The Voice»-Finalistin auf dem Bollet Rahel Buchhold begeisterte zum Nationalfeiertag in Knonau In der Casting-Show «The Voice of Switzerland» hat sie der Fernseh-Schweiz ihre gesanglichen Qualitäten bereits bewiesen. Auf dem Bollet zeigte Rahel Buchhold, dass sie auch den Schweizerpsalm im Repertoire hat. Als Festredner überzeugte Schulleiter Jörg Berger.

te Festredner Jörg Berger den deutschen Gelehrten und Staatsmann Wilhelm von Humboldt. Was für das Leben gelte, gelte auch für die Schule Knonau, hielt der Schulleiter fest. Wobei die Schule nicht nur die 191 Schülerinnen und Schüler einschliesst. So führte Berger der Festgemeinde die wichtigen Vernetzungen in der Schule und im ganzen Dorf vor Augen.

................................................... von thomas stöckli Eine Behauptung sei gewagt: Nirgends im ganzen Bezirk wurde der Schweizerpsalm so schön gesungen wie auf dem Bollet in Knonau. Keine Geringere als Rahel Buchhold, Finalistin von «Voice of Switzerland» übernahm den Lead, über hundert Knonauer boten lautstark Unterstützung. Beim Ämtlerlied waren es dann die Mitglieder des Gesangsvereins, welche den Ton angaben. Überhaupt war die Feier sehr musikalisch. Auf dem Bollet wurden die Gäste von Volksmusik begrüsst, dann begeisterte Rahel Buchhold mit ihren gefühlvollen Balladen über Vertrauen und Hoffnung und schliesslich verwöhnte das Trio Haudegen mit Alphorn-Klängen, die vom Bollet bis ins Dorf hinunter schallten. «Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben», zitier-

Mehr Offenheit gegenüber Menschen aus anderen Kulturen

Festredner: Schulleiter Jörg Berger.

Rahel Buchhold begeistert mit Gitarre und Gesang. (Bilder Thomas Stöckli)

Die Alphorn-Klänge des Trios Haudegen schallten vom Bollet bis ins Dorf hinunter.

«Der Geist von Zusammenhalt prägt seit jeher das Wir-Gefühl in der Schweiz», spann Berger den Faden weiter. In einer Beziehung ortete er in unserem Land allerdings noch Entwicklungspotenzial: In der Offenheit gegenüber Menschen aus anderen Kulturen. «Dadurch liessen sich weitere spannende Verbindungen mit Menschen gewinnen», so der Knonauer Schulleiter. Für seine Rede erntete Berger viel Applaus, Schulterklopfer und Gratulationen. Keine Selbstverständlichkeit, schliesslich war der Schulleiter erstmals an einer offiziellen 1.-August-Feier: «Die erste 1.-August-Rede überhaupt, die ich höre, ist meine eigene», gestand er in entspannter Runde am Festbank unter anderen den Gemeinderäten Esther Breitenmoser, Peter Zürcher und Marianne Mühl.

Neues gestalten und Bewährtes bewahren

«Weil Frieden und Freiheit zusammengehören»

Bundesfeier an der Reuss in Ottenbach

In Obfelden wurde der 1. August bereits am 31. Juli gefeiert

Die auf den frühen Nachmittag verlegte Bundesfeier und natürlich auch die mit Spannung erwartete Rede der Gemeindepräsidentin veranlasste viel Publikum das Reussufer aufzusuchen. Der Gemeindepräsidentin gelang es denn auch, mit viel verbindender Symbolik eine Brücke zwischen gegensätzlichen Werten zu bauen.

Die Freiheit des Einen hört dort auf, wo die Freiheit des Nächsten anfängt. Unter diesem Motto wurde der 1. August in der Badi Obfelden feierlich begangen. ................................................... von salomon schneider

................................................... von martin mullis Der Festplatz unmittelbar am Reussufer in Ottenbach dürfte wohl einer der schönsten Bundesfeier-Orte im Säuliamt sein. Die landschaftliche Attraktivität, aber sicher auch die Rede der einzigen Gemeindepräsidentin im Säuliamt, füllten das Festzelt beim Pontonierhaus bis auf den letzten Platz. Nicht ganz auszuschliessen ist allerdings, ob nicht auch die köstlichen und vermutlich schweizweit bekannten, frittierten Fischfilets des Männerturnvereins, ebenfalls zum Besucherandrang beitrugen. Unabhängig der Vermutungen, wurde die Festgemeinde am Reussufer denn auch nicht enttäuscht. Der Musikverein Ottenbach stimmte die Besucher mit heiteren Stücken auf eine fröhliche Bundesfeier ein. Die Ansprache der jungen, und erst seit einigen Monaten im Amt befindlichen Gemeindepräsidentin, Gabi Noser Fanger, fand grosse Aufmerksamkeit. Mit einfacher aber überzeugender Symbolik verglich die junge Magistratin bewahrende und konservative Werte mit verändernden und umgestaltenden Neuerungen. Während ihren spannenden Ausführungen und Vergleiche zeigte sie als treffende Symbolik abwechselnd für das zu Bewahrende eine Konservendose und für die Neuerungen einen Malerpinsel.

Symbolik mit Pinsel und Konservendose: Gemeindepräsidentin Gabi Noser Fanger hielt eine vielbeachtete Ansprache. (Bild Martin Mullis) Kompromisse zwischen Gegensätzlichem finden Es gelang ihr ausgezeichnet, den Spagat zwischen eigentlich fast unüberwindlichen Gegensätzen anschaulich zu schildern. Dabei behalf sie sich geschichtlicher Ereignisse, welche dokumentieren, dass ein gescheiter Mix zwischen dem «Bewahren» als auch dem «Gestalten» in der aktuellen Gegenwart gefunden werden muss. Sie schloss ihre Ausführungen mit dem Wunsch, dass im Dorf der eine und andere Kompromiss gesucht und hoffentlich auch gefunden werden könne. Für ihre verbindenden Worte erntete sie viel Anerkennung – und auch grossen Applaus von der Festgemeinde. Die einheimischen «Tuba-Örgeler» sorgten anschliessend für einen fröhlichen Ausklang einer schönen und eindrücklichen Bundesfeier in Ottenbach. Viele der Besucher nahmen aber auch noch die Gelegenheit wahr und besuchten sozusagen auf dem Heimweg das unmittelbar oberhalb des Pontonierhauses gelegene historische Kleinkraftwerk.

Traditionell wird der 1. August am Festtag begangen – in Obfelden bereits am 31. Juli. «Viele unserer Helfer haben eine Familie, damit sie den Nationalfeiertag mit ihren Lieben verbringen können, haben wir die Feier auf den 31. verlegt. Wir feiern einfach in den 1. August hinein», erklärt Marcel Tillmann, von der Obfelder Kulturkommission lachend. Am Festtag hatten die Organisatoren, Kultur Obfelden, Roli’s Badibeizli und der Feuerwehrverein, alles für ein gelungenes fest bereitgestellt – eine Hüpfburg für die Kleinen, Festzelte und eine riesige Auswahl an Speisen und Getränken. Während sich Kultur Obfelden stark finanziell beteiligte, war der Feuerwehrverein mit vielen

freiwilligen Helfern vor Ort. Der Obfelder Turnverein bereitet ein riesiges Feuer vor. Musikalisch wurde der Abend vom Swing Quartett Obfelden eingeleitet, mit heimatlichen Klängen. Im Anschluss spielte «5x Zugerbläch» genreübergreifende Musik. Mit der Nationalhymne leiteten sie zur Ansprache des Obfelder Bauvorstands Ernst Portmann über. Ernst Portmann widmete seine Rede dem Thema Freiheit. Er leitete ein: «Frieden ist ein kostbares Gut. Jeder kennt Unfrieden, im Privat- und im Berufsleben.» Frieden sei aber auch an Freiheit gekoppelt. Denn Unfrieden komme daher, dass die Freiheit des einen von der Freiheit des anderen beschnitten werde. Um friedlich zu leben, sei es wichtig, dass man die Freiheiten anderer respektiere. «Wir nehmen uns unsere Freiheit selbst weg, indem wir regelmässig die Freiheit der anderen einzuschränken versuchen. Oft machen wir das, indem wir nach neuen Gesetzen schreien», meinte Ernst Portmann. Gesetze und Verordnungen seien nicht die Lösung, um Frieden oder Freiheit zu erhalten. Er

Die drei Präsidenten der Trägerschaft: Philipp Wittwer, Feuerwehrverein; Roland Bulliard, Badibeizer; Marcel Tillmann Kultur Obfelden. (Bilder Salomon Schneider)

Ernst Portmann hielt eine viel gelobte Rede zum Thema Frieden und Freiheit. fasste zu diesem Thema eine Lehre von Antoine de Saint-Exupéry zusammen: «Verstehen Sie als Freiheit, den Wunsch mit den Mitmenschen in Eintracht zu leben, anstatt ihnen zu sagen, was Sie nicht mögen.» Er wünsche sich mehr Feingefühl und weniger Draufgängertum. «Wir können nicht erwarten Früchte zu ernten, bevor wir Samen gesät haben», schloss Ernst Portmann. Nach der Ansprache spielte die mit dem Prix Walo ausgezeichnete Band channelsix. Der moderne PopRock kam nicht bei allen Zuschauern gleich gut an. Einige ältere Semester enervierten sich über die Stromgitarrenmusik. «Ich lebe meine Musik, wie jeder passionierte Artist. Es war trotzdem enttäuschend zu hören, dass nicht alle kulant auf unsere Musik reagierten wie wir, als unsere Eltern volkstümliche Musik hörten», kommentierte Romain Schmitt von «channelsix» die Zwischenrufe, nach dem Konzert. Im Anschluss wurde das Feuer entzündet und Feuerwerk abgelassen.


Bezirk Affoltern

Dienstag, 5. August 2014

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Angeregte Gespräche auf der grünen Wiese 1. August Wettswil: Nicht nur das Wetter, auch die Stimmung beim Mettlen-Schulhaus war sommerlich-heiter Lag es am reichen Buffet, am fröhlichen Engagement der Volleyballverein-Helfer oder an der Brunch-Tradition, welche viele Wettswiler nicht mehr missen möchten? Jedenfalls zündete auch im 2014 diese Idee anstelle einer patriotischen Feier bei Jung und Alt. ................................................... von annemarie stüssi Erst schien es, der Himmel wolle sich mit Wolken überziehen und die Besucherzahlen hielten sich in Grenzen, doch so nach und nach füllten sich die langen Bänke und wuchsen die Schlangen am reich bestückten Buffet. Die grösseren Kinder machten sich selbständig und bevölkerten bald die Schulhauswiese. Überflüssig zu sagen, dass der von Ruth Meierhofer-Luzi mit professionellem Können betreute Brunch für alle von allem viel Gutes bereithielt. Und dass die Kaffeemaschine nicht nur einheitlich braunen Trank, sondern auch Spezialitäten wie Espresso oder Cappuccino produziert, ist heute fast ein «must». Musikalisch unterhielt in diesem Jahr das Multitalent Casey Crosby, dessen Stilmix durchaus gefiel und sich offensichtlich nicht auf die Kirchen beschränkt.

Viel Vorarbeit locker bewältigt Verantwortlich für die Organisation war in diesem Jahr «Volley S9», vertreten durch Vorstandsmitglied Hugo Lombriser, unterstützt von rund 30 Helferinnen und Helfern. Problematisch ist jeweils der Zeitpunkt mitten in den Sommerferien, zumal in diesem wettermässig unsicheren Sommer

eine Verlegung in die viel weniger stimmungsvolle Turnhalle bis kurz vor dem Fest eine Option bleiben musste. Doch das Wetter meinte es bekanntlich gut mit Wettswil und den Volleyball-Freunden! Eine Riesenaufgabe zu bewältigen hatte erneut Ruth Meierhofer-Luzi, die jedoch dank ihrer beruflichen Erfahrung in der Reha-Station des Kinderspitals mit Disponieren, Einkaufen, Arrangieren freudig und locker den Überblick behielt. Anerkennenswert ist die Tatsache das Ruth nach Möglichkeit in der Region einkauft und so z.B. rund 120 Eier der Hühnerfarm des Ehepaars Hanspeter und Conni Baur in den Pfannen brutzelten. Viel gelobt wurde das Birchermüesli, das ein echtes Beerenmüesli war.

Der Gemeindepräsident: Zuversichtlich und nachdenklich Wie oben schon angetönt, war die Ansprache des Gemeindepräsidenten Hanspeter Eichenberger nicht primär patriotisch, doch ging der Redner sehr wohl auf die Situation und die Zukunft seines Dorfes ein. Den Dank an Volley S9 aber auch an andere Vereine und Gruppierungen, die sich besonders um die sportliche Ertüchtigung junger Menschen verdient machen, fand viel Zuspruch bei den Anwesenden. Im Hinblick auf die finanzielle Situation Wettswils betonte der Präsident, dass diese insofern in Ordnung sei, als nach wie vor fette Grundstücksteuer-Gewinne fliessen, dass aber die rege Bautätigkeit auch grosse infrastrukturelle Ansprüche stelle. Die sich zur Zeit im Bau befindlichen über 160 Wohneinheiten haben ein Wachstum von schätzungsweise 1000 bis 1500 Einwohnern zur Folge und bringen

mit den damit verbundenen Erfordernissen, wie beispielsweise genügend Schulraum und grösseren Gemeinschaftslokalitäten, vielfältige Aufgaben mit sich. Zu den sich in letzter Zeit häufenden Klagen über Lärmbelästigungen, meinte Eichenberger, es wäre wohl zuweilen besser, die Kommunikation unter Nachbarn zu pflegen, als die Gemeindeverwaltung anzurufen. Ein Problem, das zunehmend Bürgerinnen und Bürger beschäftigt, ist jenes vom Wohnen im Alter. Den Plänen der Gemeinde steht aktuell die Kulturland-Initiative entgegen. Das Bundesgericht hat vor wenigen Tagen entschieden, dass die angestrebte Umzonung zugunsten der Erstellung von Alterswohnungen vorläufig nicht durchführbar sei und die Situation auf dem Stand der kantonalen Weisung von 2012 beharren wird. Ein weiterer Problemkreis ist die Situation des Spitals Affoltern, wozu an der Gemeindeversammlung vom 29. September Gelegenheit zur Stellungnahme geboten wird.

Gemeindepräsident und Festredner Hanspeter Eichenberger (rechts) mit Hugo Lombriser, Präsident Volley-S9, und Ruth Meierhofer Organisation Brunch.

Bekannte Gesichter Wie jedes Jahr fanden sich auch heuer zahlreiche bekannte und engagierte Bewohnerinnen und Bewohner ein, so beispielsweise die Vizepräsidentin des Gemeinderates, Katrin Röthlisberger sowie Ehemann Beat, der die RPK der Kirchgemeinde Stallikon/Wettswil betreut. Gut vertreten war auch die SVP, beispielsweise durch die politisch vielseitig engagierten Ehepaare Dalcin und Comminot. Auch die Wettswiler «Blumenfrau» Anita Baur fühlte sich inmitten ihrer Familie und vieler Kunden sichtlich wohl. Die Gemeindekanzlei war durch Remo Buob präsent und die Post durch das ehemalige und

Junge Familie nutzt die Gelegenheit für einen Gedankenaustausch mit Freunden und Nachbarn. (Bilder Hansruedi Huber) in guter Erinnerung stehende Posthalterpaar Enz. Mit Ehefrau, Sohn, Schwiegertochter und Enkelkindern anwesend war Kantonsrat Hanspeter Häring. Ein ganzer Tisch wurde von

Mitgliedern der Senioren-Wandergruppe besetzt, und speziell erfreulich war anderseits die Anwesenheit von verschiedenen neu zugezogen jungen Familien.

1.-August-Brunch: Genuss auch bei Ämtler Bauernfamilien Auch dieses Jahr boten wieder Bauernfamilien auf ihrem Hof den traditionellen 1.-AugustBrunch an. Der Anlass erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Die Anzahl der Anbieter ist auch im Säuliamt rückläufig. ................................................... von marianne voss Zuerst die schlechte Nachricht: Bei vielen Bauernfamilien herrscht eine Brunchmüdigkeit. In der ganzen Schweiz ist die Anzahl der Betriebe, wo am 1. August zum Brunch eingeladen wird, rückläufig. Viele haben seit Beginn der Tradition im Jubiläumsjahr 1991 mitgemacht. Der Aufwand ist immens, der Ertrag relativ gering. Es braucht eine grosse Schar von freiwilligen Helferinnen und Helfern, eine Infrastruktur, die den hohen Hygiene-

anforderungen genügt, und die Familie ist schon Tage vor dem Anlass mit den umfangreichen Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Natürlich macht es Freude, wenn die Gäste dann herbeiströmen und die Köstlichkeiten geniessen. Natürlich erfüllt es mit Stolz, den interessierten Besuchern den Hof zu zeigen und den Dialog zwischen Produzenten und Konsumenten zu führen. Doch eben, es macht auch müde. Vor 20 Jahren boten schweizweit 535 Betriebe den Brunch an, jetzt waren es noch 364. Auch im Säuliamt hat sich die Zahl der Anbieter reduziert. Es gab Jahre, in welchen sechs Bauernfamilien mitmachten, dieses Jahr waren es noch drei, nämlich die Familien Schneebeli (Obfelden), Duperrex (Uttenberg) und Nägeli (Dachlissen). Sie alle bewirteten am vergangenen Freitag grosse Scharen von Gästen mit Zöpfen, Wähen, Müesli, Spie-

Ein gluschtiges Büffet mit allem, was das Herz begehrt. (Bilder Marianne Voss) geleiern, Käse, Fleisch und vielem mehr – das meiste natürlich aus Eigenproduktion.

Neu: Bio-Brunch in Obfelden

Die Gastgeberfamilie Schneebeli – von links: Uschi, Hansjörg, Simone und Fabian – bei ihren Junghennen.

Dann die gute Nachricht: Die Besucher aus der Nähe und Ferne genossen den Brunch, sie schätzten das riesige Angebot auf den Tischen. Sie waren interessiert, den Bäuerinnen und Bauern beim Berichten über die Produktion oder den Alltag mit seinen Freuden und Herausforderungen zuzuhören. Und: Das Wetter! Es machte mit wie nur an wenigen Sommerfesten dieses Jahr! Es war angenehm, trocken und nicht zu heiss. So konnten die Gäste

den Vormittag in vollen Zügen in wunderschöner ländlicher Umgebung geniessen. Weitere gute Nachricht: Eine neue Bauernfamilie ist zu den Ämtler Anbietern dazugestossen. Fabian und Simone Schneebeli aus Obfelden haben zum ersten Mal zum Bio-Brunch eingeladen. Fabian Schneebeli führt den elterlichen Betrieb seit drei Jahren mit derselben Philosophie wie sein Vater Hansjörg, nämlich als Bio-Betrieb. Die Betriebszweige: Mutterkühe, Ackerbau, Junghennen-Aufzucht und Austernpilzzucht. Direkt ab Hof verkaufen sie Naturabeef und Pilze. Auf dem schön dekorierten Büffet standen an diesem 1. August vorwiegend hofeige-

ne Produkte bereit. 100 Personen bewirteten sie und 20 Personen – darunter auch die Eltern Uschi und Hansjörg Schneebeli – standen ihnen in zwei Schichten zur Seite, alle in fröhlich, leuchtend grünen T-Shirts. Wie sind sie darauf gekommen, das anzupacken, womit andere aufgehört haben? Da jeweils am 31. Juli das Rumänienfest auf dem Hof stattfinde, sei die Infrastruktur sowieso vorhanden, erklärte Fabian Schneebeli. «Da haben wir gedacht, wir könnten es doch mal probieren mit dem Brunch.» Seine Frau und er freuten sich, Gäste auf dem Hof zu begrüssen, zu bewirten und ihnen Einblick hinter die Kulissen des Betriebs zu geben.


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Dienstag, 5. August 2014

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Wie verbringen Sie Ihre Ferien? Eine Umfrage des «Anzeigers» in Affoltern Eine Woche Italien, drei Wochen in Amerika, um die Familie zu besuchen oder vielleicht doch lieber Ferien im trauten Heim? Wenn es um Ferien geht, gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Eine kleine Ferienumfrage soll etwas Licht ins Dunkle bringen. ................................................... von simone dörflinger * Die einen wollen weg von allem, andere wiederum fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung am wohlsten. Die Ferienplanung beschäftigt Alt und Jung. Ferien bedeutet für die meisten das Gleiche: Entspannen und den Alltag hinter sich lassen. Ob das nun im Ausland, in einem anderen Teil der Schweiz oder doch im eigenen Zuhau-

se passiert, ist für jeden unterschiedlich.

Alle freuen sich Wer abwechslungsreiche Ferien möchte, muss nicht zwingend weit weg in die Ferne, auch die Schweiz bietet dem Zuhausegebliebenen viel. Ob mit dem Schiff über den Zürichsee, eine kleine Wanderung auf den Albis, eine Velotour oder doch ein Treffen mit Freunden bringen Abwechslung. Auch wenn viele verschiedene Meinungen haben, sind sie sich doch in einem Punkt einig: Alle freuen sich schon auf die nächsten Ferien, auch wenn sie diese vielleicht zu Hause verbringen werden.

Geri Weingartner, Hauswart (54).

Redaktions-Praktikum .

Ein Teil im Ausland, ein Teil Zuhause. «Die Mischung machts», findet der 54jährige Hauswart.

Andrea Dalla Costa, Forstwart i.A. (18).

Sara Hayoz, Kaufmännische Angestellte (37).

Cian Kranc, Maurer (20).

Verbringt seine Ferien lieber Zuhause mit seinen Kollegen als im Ausland. «Hier kenne ich alles und entspannen kann ich hier auch», so der Lehrling aus Affoltern.

Ob Ferien in der Schweiz oder im Ausland; Hauptsache weg vom Alltag und abschalten. «Es gibt auch in der Schweiz viele Möglichkeiten, um die Ferien spannend zu gestalten», findet die zweifache Mutter.

Ferien im Ausland sind ein Muss, sonst bin ich doch schon das ganze Jahr über hier», meint Cian. Im Herbst zieht es den jungen Maurer in die Türkei.

Hanna Spörri, Hausfrau (76).

Erich Baumann, Elektroinstallateur (17).

Selma Klee, Schülerin (12).

Wenn sie Ferien macht, bleibt sie lieber zu Hause. «Die Schweiz hat viele schöne Seen und Berge zu bieten, die sich noch entdecken lassen.

Er verbringt seine Ferien am liebsten im Ausland, oft auch um die Familie zu besuchen. Die nächsten Ferien im Herbst sind schon in Planung.

«Ein- bis zweimal pro Jahr gehen wir ins Ausland, auf was ich mich immer freue», meint Selma und ergänzt: «Aber auch Ferien in der Schweiz finde ich gemütlich.»

* Die Autorin ist 16 Jahre alt und absolvierte beim «Anzeiger» ein einwöchiges

Hossein in der Velowerkstatt. (Bild Ute Ruf)

Velos reparieren und Wortschatz ausbauen Als Asylant im Säuliamt, Teil 4 Endlich hat Hossein einen Job und muss nicht immer nur sein Aquarium umdekorieren! Die Stelle hat er Ende Juni durch «Stiftung Chance» erhalten. Das ist ein Vermittlungsbüro für Arbeitslose und Asylbewerber. ................................................... von ute ruf Das Arbeits-Integrationsprogramm der AOZ (Asyl-Organisation-ZH) «Züri rollt» unterhält drei Velowerkstätten in Zürich, zwei beim Hauptbahnhof und eine in Oerlikon, wo Hossein nun an drei Tagen in der Woche arbeitet, die von der Stadt ausgeliehenen Velos repariert. Als er dem Chef erzählte, dass sein Monatslohn 160 Franken beträgt, reagierte dieser mit: «O là là». Ich frage den sympathischen Vorgesetzten, weshalb er sich mit seinen Angestellten nicht duzt. «Nicht erwünscht.» «Aber lachen ist erlaubt?» Zurzeit arbeiten hier sieben Männer: Ein Syrier, Mongole, Tibeter, Schweizer, Eritreer, Somalier und ein Iraner, nämlich Hossein. Er kennt nun Wörter, die nicht einmal ich kenne, wie Schaltaugen-Richtwerkzeug und Schlitzkreuz-Schraubenzieher! Bereits hat er ein Velo für Maryam selber zusammengebaut. Das Material dazu hat er bezahlt. Den Kinderveloanhänger bekam er gratis. Ist aber ein doppelter. «Ihr werdet ja noch mehr Kinder haben», meine ich. «Vielleicht besser wir haben nur ein Kind.» «Weshalb?» «Maryam wäre mehr frei für Deutschkurs.»

Als Asylant im Säuliamt Hossein Gorji wohnt zusammen mit seiner Frau und ihrem Baby seit zwei Jahren im Säuliamt. Sie warten auf eine Aufenthaltsbewilligung.

Bisher erschienen: Nichts wie weg! Flucht aus dem Iran in die Schweiz, 18. Juli Mit falschem Pass in Kloten gelandet, 22. Juli Ohne Arbeit ist es langweilig, 30. Juli.

Eigentlich … Als er noch nicht arbeitete, besuchte Hossein einen Sprachkurs in Affoltern, nun aber in einem grossen AOZZentrum, nah der Velo-Werkstatt. Hossein: «Erstes Mal in Deutschkurs Oerlikon, wir sind fünf Person, Frau aus Sri Lanka, Mann aus Afrika, Mann aus Afghanistan, einer krank und ich. Lehrer macht Test und sagt: Hossein ist sehr stark in Deutsch. Er kann euch helfen. Ja, ich helfe ihnen gerne, aber: Alle sprechen sehr schlecht deutsch und haben (Aufenthalts-)Bewilligung, nur ich keine Bewilligung. Was ist los? Warum ich nicht bekommen Nachricht aus Bern? Wissen gar nicht, dass ich bin da? Vielleicht mein Dokument ist unter Corpus?» Er lacht. Und dann fragt er mich, was das englische it depends auf deutsch heisst. «Es hängt davon ab», antworte ich. «Was hängt wo ab?» «Vergiss es, ist zu schwierig.» «Ute, was ist das Wort eigentlich?» «O je, auch schwierig.» Ich überlege, wie ich es ihm erklären kann. Eigentlich bedeutet ‹Im Prinzip› und es schwingt ein ausgesprochenes oder unausgesprochenes ‹aber› mit. Ich mache ein paar Beispielsätze: «Eigentlich wollt ihr, du und Maryam, ein ganz normales Leben führen, aaaber – im Moment geht es noch nicht. Eigentlich wärst du lieber am Steuer eines LKW’s, aaaber – jetzt bist du noch am Lenkrad eines Velos. Eigentlich hättet ihr gerne mehr Freunde, aaaber – wo sind sie? Und jetzt mach DU mal einen Satz mit eigentlich.» Hossein: «Eigentlich bin ich ein guter Mensch, aaaber – viele wissen das nicht.» Er lacht: «Habe ich Spass gemacht.»

Überraschung Neulich bat ich Hossein – er ist ja so praktisch – mir einen Rosenbogen im Garten zu montieren. Ich fuhr übers Wochenende weg und als ich zurückkam, staunte ich nicht schlecht: Auf meiner Terrasse befand sich ein Brunnen! Hossein hatte einen grossen Pflanzenübertopf genommen und mit Wasser, Wasserpumpe und Steinen gefüllt. In der Mitte ragt ein kleines Rohr heraus, mit Brausekopf. Ich knipste den Schalter an und siehe: Es plätscherte!


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Sommerserie

Dienstag, 5. August 2014

Soweto – farbig statt schwarz-weiss Sommerserie (6): Ein Besuch in der grössten Township von Südafrika Ursprünglich hatten wir einen Besuch in Soweto nicht vorgesehen. Kurzfristig entschieden wir uns, den halben Tag Umsteigezeit im Flughafen Johannesburg auf dem Rückweg für einen Ausflug nach Soweto zu nutzen. Es hat sich gelohnt. ................................................... von bernhard schneider Rüdiger, unser Führer in Soweto, ist zur Zeit der Apartheid als Coloured in Johannesburg geboren worden und hat seine Kindheit an der Grenze zu Soweto, auf der anderen Seite der Autobahn, verbracht. Im Apartheidsystem Südafrikas unterschied das Gesetz zwischen Weissen, Schwarzen, Coloureds (Mischlingen) und Indern. Weisse durften sich überall aufhalten. Schwarze mussten in weissen Gebieten einen Ausweis auf sich tragen, der bestätigte, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt an diesem Ort einer anerkannten Arbeit nachgingen. Für Coloureds und Inder bestanden differenzierte Regelungen. Da die Städte ohne die Arbeit Schwarzer nicht funktioniert hätten, bildeten sich sogenannte Townships um die Siedlungen der Weissen herum. Die grösste Township ist Soweto, die südwestlich an Johannesburg grenzt. Der Schüleraufstand in Soweto von 1976 forderte zahlreiche Todesopfer und führte zu lang anhaltenden Protestaktionen im ganzen Land gegen die rassistische Bildungspolitik und in der Folge auch gegen das Apartheidsregime überhaupt.

Ein Blick in die Bar - und schon werden wir von den Gästen eingeladen.

Kernprobleme in Soweto sind die fehlende Müllabfuhr und Abfallentsorgung. Zu Besuch in einer Wellblechhütte

Friedliches Ende der Apartheid Es war ein schier unglaublicher Vorgang, wie es Nelson Mandela 1994 schaffte, das weisse Regime ohne Gewaltanwendung durch eine demokratisch gewählte Regierung zu ersetzen. Während viele Angehörige der – meist englisch-stämmigen – weissen Oberschicht heute die Überzeugung vertreten, dass Südafrika dank Mandela ein Bürgerkrieg erspart geblieben ist, trauern vor allem Leute aus der burischen Unterschicht (niederländisch-stämmige Weisse) der Apartheid nach, die sie vor der Konkurrenz durch Schwarze und Farbige auf dem Arbeitsmarkt beschützt hatte. Rüdiger ist als Jugendlicher nach Deutschland gekommen, wurde dort Basketball-Profi, verletzte sich – und entschied sich, nachhause, nach Johannesburg, zurückzukehren, um Jugendliche zu trainieren und ihnen damit eine Perspektive für ein besseres Leben zu geben. Daneben gibt er auf privaten Führungen durch Soweto sein Wissen über die riesige Township und seine Ortskenntnis weiter. «Auf eigene Faust sollte man nicht nach Soweto gehen. Wie in vielen Grossstädten mit hoher Arbeitslosigkeit gibt es auch in Soweto Gebiete mit organisierter Kriminalität, in die man ohne Ortskenntnis unversehens hineingeraten kann», meint Rüdiger.

Das Geschäftsmodell von Rüdiger ist einfach und erfolgreich: Er führt seine Gäste auch in die ärmsten Teile Sowetos. Die Leute, die dort leben, kennen ihn. Sie wissen, dass er sie miteinbezieht, dass sie ein angemessenes Trinkgeld erhalten, wenn sie ihn unterstützen. So hat er seinen Wagen mit unserem gesamten Handgepäck auf einer Wiese am Rand eines Slums von Soweto geparkt und den Coiffeur, der dort unter einer Blache arbeitete, gebeten, darauf aufzupassen. «Kriminelle wissen, dass sie sich mit dem ganzen Clan des Coiffeurs anlegen, wenn sie mein Auto zu knacken versuchen. Da nehmen sie lieber eines, das nicht bewacht wird», beruhigte uns Rüdiger. Wir kamen seiner Empfehlung, dem Coiffeur dafür 20 Rand (etwa 2 Franken) Trinkgeld zu geben, gerne nach. Anschliessend wurden wir zum Besuch in einer Wellblechhütte eingeladen. Die Familie hatte ihr Heim so perfekt aufgeräumt, dass wir vermuteten, Rüdiger habe unseren Besuch angekündigt. «Wenn ich mehrmals mit Gästen dieselbe Familie besuche, sagen mir andere, ich könne gerne einmal bei ihnen vorbeischauen», erklärte er. Ein Trinkgeld, mit dem man in Affoltern oder Ottenbach nicht einmal einen Kaffee trinken könnte, reicht in Soweto durchaus für das Mittagessen

der ganzen Familie. Südafrikas Wirtschaft kalkuliert Trinkgelder ein. Das hat historische Wurzeln und ist nicht unproblematisch. Auf ein Trinkgeld hat man keinen verbindlichen Anspruch, auch wenn man eine erwünschte Leistung erbracht hat. Soweto ist eine Millionenstadt. «Viele Schwarze, die es vermögen, ziehen nach Johannesburg», erklärt Rüdiger, «aber nicht alle. Man kann auch mal einen Lamborghini oder einen Porsche in einem nobleren Quartier von Soweto sehen.» Auch in den Slums ist der Umzug nach Johannesburg nicht für alle ein Ziel. Versuche, Wellblechhütten durch Mehrfamilienhäuser zu ersetzen, sind kläglich gescheitert. Niemand gibt sein Zuhause gern fremdbestimmt auf.

Nachholbedarf bei der Infrastruktur Kernproblem von Soweto ist die Infrastruktur. In grossen Teilen der Stadt besteht keine Müllabfuhr, keine Kanalisation und keine Trinkwasserversorgung in den Häusern. Immerhin ist

Erika Schmid und Bernhard Schneider vor einer Ortstafel von Soweto. das Trinkwasser am Brunnen von sehr hoher Qualität: Johannesburg bezieht sein Wasser aus dem gebirgigen Königreich Lesotho. «Keine andere Grossstadt der Welt verfügt über eine so hohe Wasserqualität», meint Rüdiger. Die Abwasserbäche und Müllhalden dagegen sind ein gesundheitliches Problem. In keinem anderen afrikanischen Land ist die Gesundheitsversorgung auf dem Niveau von Südafrika. Soweto verfügt über ein einziges, riesiges Spital, das allen offen steht, die medizinischer Versorgung bedürfen. Das ist einer der ganz grossen Fortschritte der letzten zwei Jahrzehnte in Südafrika. Meine Frage nach der Rechtsform des Spitals hat hingegen nur ungläubiges Kopfschütteln ausgelöst. Ein Indiz für die Qualität des südafrikanischen Gesundheitswesens ist übrigens die Tatsache, dass die Privatklinik-Gruppe Hirslanden zusammen mit 48 weiteren Privatspitälern in Südafrika und dem Mittleren Osten der südafrikanischen Mediclinic-Gruppe angehört.

Fröhliches Spiel Einige Mädchen spielen vergnügt eine Art Völkerball. Da ihnen ein eigentlicher Ball fehlt, haben sie eine herumliegende Plastiktüte mit Erde gefüllt und zugeschnürt. Ob die Schüler in Uniform in der nur wenige Kilometer entfernten Privatschule, einer der teuersten der Erde, auch so fröhlich spielen? Gesichert von hohen Mauern sollen sie zur künftigen Elite geformt werden. Arm und Reich sind in Südafrika so nahe beieinander wie kaum woanders auf der Welt. Dass dabei soziale Spannungen entstehen, ist nicht verwunderlich. Was mich am meisten erstaunt, ist die Offenheit der schwarzen Bevölkerung weissen Gästen gegenüber. Wir haben nie Ablehnung aus rassistischen Gründen erlebt, obwohl ich das aufgrund der Vergangenheit des Landes durchaus hätte begreifen können. Im Gegenteil, wir fühlten uns in Soweto ebenso willkommen wie zuvor im Hotel in East London, wo wir zeitweise die einzigen Weissen waren.

Sommerserie: Wo es «Anzeiger»-Journalisten hinzieht Juli/August – Ferienzeit: Schweizerinnen und Schweizer schwärmen aus, verbringen ihre Ferien an allen Ecken dieser Welt. Oder geniessen die schönste Zeit des Jahres in der Schweiz. Zuhause oder in den Bergen, am Fluss oder in der Badi. Oder auf «Balkonien». Über ihre Lieblingsdestinationen berichten Mitarbeitende des «Anzeigers» im Rahmen der Sommerserie 2014. (-ter.)

Bereits erschienen: 15. Juli: «Kraft und Schönheit der Natur» – mit Marianne Voss auf Corvo. 18. Juli: «Der Säbelzahntiger in der Waldlichtung» – mit Martin Mullis in einem Ämtler Wald. 22. Juli: «Unter der Linde vor der Kirche» – mit Regula Zellweger im Walliser Bergdorf Ernen. 25. Juli: «Allegra! – Hochgefühle im Unterengadin» – mit Werner Schneiter im Bündnerland. 29. Juli: «In der Ruhe liegt die Kraft» – mit Salomon Schneider im Tessin.

Es braucht nicht viel, um vergnügt spielen zu können. (Bilder Erika Schmid und Bernhard Schneider)


Gewerbe/Dienstleistungen

Neue Stelle

Alpen-Jodel

Das Altersheim Seewadel hat eine Lehrlingsverantwortliche eingestellt. > Seite 13

Der Jodlerklub Affoltern singt am Sonntag auf der Klewenalp. > Seite 14

Dienstag, 5. August 2014

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Zweimal Silber Emma Pooley triumphiert an den Commonwealth Games in Schottland. > Seite 17

Als Spielzeug noch vererbt wurde ... Das Spielzeugmuseum am Türlersee ist ein optimales Schlechtwetter-Ausflugsziel Wenige Gebrauchsgegenstände haben sich so stark verändert wie Spielzeug. Früher wurde es aus Holz gefertigt, später auch aus Metall und überdauerte Generationen – Im Spielzeugmuseum Pegasus Small World stehen diese Spielsachen im Zentrum.

waren die ersten Spielsachen, die in Mischbauweise – aus Kunststoff und Metall – hergestellt wurden. In den 1950er bis 1970er Jahren waren diese Spielzeuge modern. Aufgrund des Wettrüstens ums All, während des kalten Krieges, identifizierten sich sowohl Eltern als auch Kinder stark mit diesen Spielsachen. Speziell an den Weltraumspielzeugen ist auch, dass sie primär in Japan hergestellt wurden. Es gab zwar auch Weltraumspielzeug-Hersteller in Europa, diese trafen den Zahn der Zeit aber weniger und verloren stetig Marktanteile. Japanische Hersteller trugen den Kinderphantasien mit Weltraumtransportern, Weltraumkriegsspielzeug und ähnlichem Rechnung. Im Museum wird Spielzeug nicht nur ausgestellt, sondern auch in Kontext gesetzt. Infotafeln erklären die Herkunft und Entwicklung von Spielsachen und ein Dokumentarfilm über die Nürnberger SpielzeugherstellerFamilie Steiff setzt multimediale Akzente. Im Laden können für wenige Franken alte Spielsachen erstanden werden, die zwar gebraucht sind, aber trotzdem sicherlich länger halten als manches moderne Spielzeugsystem.

................................................... von salomon schneider Gerade an regnerischen Ferientagen stellt sich auch im Säuliamt die Frage, was man unternehmen soll. Eine gute Möglichkeit für einen kurzen Ausflug mit den Kindern bietet ein Besuch im Spielzeugmuseum am Türlersee. Das Museum besteht bereits seit 15 Jahren. Für Museumsbetreiber Ewald Schuler ist das Museum ein Hobby: «Ich betreibe eine Messebau- und Dekorationsfirma, den Spielzeugladen Pegasus und die Steiff-Galerie in Zürich. Ich habe lange Spielzeug gesammelt und wollte es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.» Für das Museum mit Restaurant hat er speziell ein Haus konzipiert und gebaut. Noch bis Oktober wird die Sonderausstellung «Space Toys» gezeigt. Sie

Ewald Schuler zeigt ein Steiff Känguru aus den 1960er Jahren, im Hintergrund die Ausstellung Space Toys. (Bild sas)

Plagegeister gehören hinter Gitter Rolf Fahrni berät zur optimalen Insektenschutz-Lösung In der schönsten Sommerszeit werden sie wieder aktiv und suchen ganze Siedlungen und Dörfer heim: Besonders nachts und in Gebieten in der Nähe von Gewässern sind Mücken und andere Insekten mit Ausdauer daran Menschen den Schlaf zu rauben. In den Wohnräumen können die kleinen Biester richtig zur Last fallen, während Fliegen hauptsächlich Nerven kosten und Verschmutzungen hinterlassen, werden Stechmücken zum echten Schlafkiller und tragen damit wesentlich zu einem anhaltenanzeige

den bei.

Unwohlsein

Wie gesund sind die eigenen Knochen? Knochendichte messen in Affoltern

Rolf Fahrni kennt diese Probleme aus eigener Erfahrung und hat in Gesprächen mit seinen Kunden die verschiedensten Hausmittelchen kennen gelernt, welche doch keinen insektenfreien Wohnräumen schaffen. Er rät auf Insektensprays, die meist giftige Stoffe enthalten, ganz zu verzichten, um die eigene Gesundheit und jene der Haustiere zu schützen.

Vom 11. bis 23. August lässt sich die Knochengesundheit in der Apotheke-Drogerie Pfister in Affoltern durch ein modernes Ultraschallgerät überprüfen.

Rolf Fahrni schliesst unerwünschte Plagegeister aus. Insekten dauerhaft fernhalten

Infos: spielzeug-museum.ch.

(Bild zvg.)

Der sicherste und zugleich langfristigste Schutz vor unerwünschten Plagegeistern sind Insektenschutzgitter. Damit hält man ausnahmslos alle Insekten dauerhaft vom Wohnraum fern. Mit seiner Fahro GmbH mit Sitz in Sins, baut Rolf Fahrni auf Mass gefertigte Insektenschutzsysteme ein; mit Spannrahmen, Rollos, Pendel-, Dreh-, Schiebetüren oder Lichtschachtabdeckungen, gibt es für jedes Bedürfnis eine passende Lösung. Als Einmannun-

ternehmen steht Fahrni in jeder Projektphase, von der Beratung vor Ort, der Planung, bis zur Ausführung als alleiniger Ansprechpartner für seine Kunden bereit – ein Vorteil, den seine Stammkundschaft aus den Bereichen Umbau und Terrassendecks zu schätzen weiss. Für eine optimale Insektenschutz-Lösung empfiehlt Rolf Fahrni eine unverbindliche Beratung vor Ort. (pd.) Fahro GmbH, Aarauerstrasse 2, 5643 Sins, Telefon 079 444 22 16, info@fahro.ch, www.fahro.ch.

Osteoporose ist bekannte Volkskrankheit. Die Abnahme der Knochenmasse sowie die poröse Struktur, lassen die Knochen leichter brechen. Eine gesunde Knochenstruktur ist wichtig für unseren Körper. Sie geben ihm Halt, Festigkeit und schützen die inneren Organe. Die maximale Knochenmasse hat der Mensch mit etwa 30-35 Jahren aufgebaut. Im weiteren Alterungsprozess verliert unser Körper dann wieder jährlich ca. 1-1,5% seiner Knochenmasse. Ein besonders hohes Risiko haben Frauen in und nach der Menopause, sowie Schwangere. Um den Knochenaufbau zu fördern, ist es wichtig, ausreichend Calcium zu sich zu nehmen.

Hochmodernes Ultraschallgerät Wer wissen möchte, wie es um seine Knochengesundheit bestellt ist, kann vom 11. bis 23. August in der Apotheke-Drogerie Pfister, mittels hochmodernem Ultraschallgerät, seine Knochendichte messen lassen. In nur wenigen Minuten liegen die Ergebnisse vor und werden in einer persönlichen Auswertung besprochen. (pd.)

Antonia Glauser, Geschäftsführerin der Apotheke-Drogerie Pfister. (Bild zvg.) Apotheke-Drogerie Pfister, Zentrum Oberdorf, Affoltern, www.topwell.ch.

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Gewerbe

Dienstag, 5. August 2014

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Berufsbildung hat hohen Stellenwert Fünf Lehrabschlüsse und eine neue Ausbildungsverantwortliche im Seewadel in Affoltern Eine Berufslehre beinhaltet mehr als nur das Erlernen von fachspezifischen Tätigkeiten. Während der Berufslehre lernen die Auszubildenden Verantwortung zu übernehmen und werden dabei erwachsen – um die Lernenden optimal bei ihrer Entwicklung zu unterstützen, hat das Altersheim Seewadel die Stelle einer Lehrlingsverantwortlichen geschaffen. Um junge Menschen auf ihrem Weg professionell begleiten zu können, wurde im Haus zum Seewadel eine neue Funktion als Ausbildungsverantwortliche geschaffen. Am 1. August hat Berti Rüeger im Haus zum Seewadel die innerhalb des bewilligten Stellenplans neu geschaffene Funktion als Ausbildungsverantwortliche übernommen. Sie ist zuständig für die Umsetzung des Ausbildungsauftrags der Lernenden im Bereich Pflege und Betreuung sowie für die Koordination der Ausbildung innerhalb des Lehrbetriebs. Sie unterhält den Kontakt zu den beteiligten Ausbildungspartnern, der Lehraufsicht sowie der OdA (Branchenverband für Berufsbildung im Gesundheitswesen). Sie ist auch für bereichsübergreifende Themen verantwortlich, wie zum Beispiel Veranstaltungen für Lernende aller Bereiche. Berti Rüeger übernimmt mit der Umsetzung des überarbeiteten Ausbildungskonzeptes eine wichtige Aufgabe.

Breites Lehrstellenangebot im Seewadel Unter der fachkundigen Begleitung von Berti Rüeger haben am 4. August fünf neue Lernende ihre Ausbildung in den Bereichen Pflege und Hotellerie gestartet. Damit sind alle Ausbildungsplätze wieder besetzt. Das Haus zum

Seewadel bietet insgesamt 16 Ausbildungsplätze an: sechs Fachpersonen Gesundheit, zwei Assistenzpersonen Gesundheit und Soziales, eine Aktivierungsfachperson, drei Köche, drei Fachpersonen Hauswirtschaft und eine Fachperson Betriebsunterhalt.

Erfolgreiche Lehrabschlüsse und konkrete Berufspläne Auch diesen Sommer absolvierten fünf Lernende das Qualifikationsverfahren, welches alle sehr erfolgreich bestanden haben. Berti Rüeger über ihre Lehrlinge: «Während der gemeinsamen Lehrzeit unterstützten und motivierten sich die Auszubildenden gegenseitig, was den Zusammenhalt und eine gute Stimmung untereinander förderte.» Die jungen Berufsfachleute hätten grosse Ziele: «Sie planen alle eine Aus- oder Weiterbildung in ihrem Berufsfeld. Zunächst aber geniessen einzelne ihre wohlverdienten Sommerferien.» So wird Nina Ramazani, Fachfrau Hauswirtschaft nach sechs Jahren in der Schweiz erstmals wieder ihre Familie im Kongo besuchen. Danach kehrt sie vorerst befristet in den Seewadel zurück und wird die Aufnahmeprüfung für die Berufsmaturitätsschule absolvieren. Für die Zukunft strebt Nina Ramazani eine leitende Funktion im Management in der Hotellerie an. Auch Fatma Karacay, Fachfrau Gesundheit reist für sechs Wochen in die Türkei zu ihrer Familie. Sie wünscht sich für die Zukunft nicht nur einen Ausbildungsplatz als Pflegefachfrau HF sondern auch eine grosse Hochzeit und eine eigene Familie.

Jeder hat Wünsche und Träume Irgendwann eine eigene Familie zu haben, wünscht sich auch John Ghirmay, Assistent Gesundheit und Soziales. Fürs Erste will er sich aber beruflich

Sie haben die Berufslehre im Seewadel erfolgreich abgeschlossen. Von links: Nina Ramazani, Angela Buzzi, Sven Koller, Fatma Karacay, John Ghirmay. (Bild zvg.) weiterentwickeln. Er ist auf der Suche nach einer Anstellung im Pflegebereich und plant eine Ausbildung als Fachmann Gesundheit ab Sommer 2015. Er möchte auch in Zukunft be-

tagte Menschen in ihrem Alltag begleiten und unterstützen. Weiterhin im Gesundheitswesen tätig sein will auch Angela Buzzi, Fachfrau Gesundheit. Sie weiss heute

schon, dass sie im Frühjahr 2015 die Ausbildung als Pflegefachfrau HF in Angriff nimmt. Bereits eine Anstellung als Koch in einem Gastronomiebetrieb hat Sven Koller. (pd)

Die Ernst Schweizer AG feiert ihre Lehrabgänger 15 Lehrlinge haben ihre Berufsbildung erfolgreich abgeschlossen 15 Lernende der Ernst Schweizer AG schlossen im Juli 2014 ihre Berufsbildung erfolgreich ab. Neun der jungen Berufsleute werden bei Schweizer bleiben: Sieben haben einen Arbeitsvertrag unterzeichnet und zwei werden eine Zusatzlehre beginnen.

schein und zur Erinnerung ein Bild ihres ersten Ausbildungstages. Zu Speis und Trank wurden schliesslich alle Anwesenden ins Werk 2 gebeten, wo Lernende des ersten Lehrjahres ein Grillfest vorbereitet hatten.

Für drei Produktionsmechaniker, drei Metallbauer, zwei Kauffrauen, zwei Metallbaupraktiker, drei Metallbaukonstrukteure, einen Logistiker und eine Büroassistentin geht in den nächsten Tagen oder Wochen die Lehrzeit zu Ende. Am 11. Juli 2014 fand die grosse Feier statt. Den 15 erfolgreichen Lehrabgängerinnen und -abgängern waren die Erleichterung und Freude über das Ende ihrer Lehrzeit ins Gesicht geschrieben. In Anwesenheit ihrer stolzen Eltern und nach dem gemeinsamen Betriebsrundgang nahmen sie die Gratulationen von Urs Gschwind, Mitglied der Geschäftsleitung sowie Leiter Personal und Organisation, entgegen.

Urs Gschwind sprach über die Leitlinien von Schweizer: «Motivierte, engagierte und gut ausgebildete Mitarbeitende sind der Schlüssel für das erfolgreiche Bestehen und die Weiterentwicklung eines Unternehmens.» Die Schaffung eines Umfeldes, das die fachliche ebenso wie die soziale Kompetenz und Entfaltung der Menschen fördert, sei seit jeher ein Anliegen der Ernst Schweizer AG und ganz im Sinne ihrer nachhaltigen Unternehmensführung. Diese Haltung sei die Grundlage für das Engagement von Schweizer in der Berufsbildung – einerseits zur Sicherstellung eines qualifizierten Nachwuchses, in den für das Unternehmen relevanten Berufen, andererseits aber auch aus sozialer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Jährlich biete Schweizer deshalb jungen Menschen eine Ausbildung in rund zehn verschiedenen Berufen an. Das Lehrstellenkontingent 2014 der Ernst Schweizer AG ist bereits ausgeschöpft. Mitte August wird das Unternehmen zwölf ambitionierte junge Menschen in die Berufsbildung aufnehmen. (pd)

LAP-Feier mit Verwandtschaft

Lehrabsolventen von Schweizer. Oben: Sandro Baumann (Metallbaupraktiker), Claudio Frank (Metallbaupraktiker), Janosch Brauchli (Metallbauer), Mikel Kolaj (Metallbauer), Moritz Mayer (Metallbauer), Mitte: Idris Zazai (Produktionsmechaniker), Manuel Wullschleger (Metallbaukonstrukteur Zusatzlehre), Dijana Glisic (Kauffrau), unten: Patrick Schuster (Metallbaukonstrukteur), Ivan Alsic (Produktionsmechaniker), Dardan Rahimi (Logistiker), Lirim Ademi (Produktionsmech), Lorike Salihu (Kauffrau) Dilan Onurlu (Büroassistentin). Es fehlt Samuel Schaltegger (Metallbaukonstrukteur Zusatzlehre).

In seiner Rede gab dieser auch im Namen aller Mitarbeitenden von Schweizer der Freude über den erfolgreichen Berufsnachwuchs Ausdruck. Im Rahmen einer kleinen Zeremonie erhielten alle Lernenden von ihrem jeweiligen Berufsausbildner ein Kuvert überreicht. Es enthielt einen Einkaufsgut-

Fachliche und soziale Kompetenz der Lehrlinge soll gefördert werden


vermischtes

Start am zweiten Tag im Talgrund von Schönried. (Bild zvg.)

Wanderung mit Wetterkapriolen Wandergruppe Bonstetten am Jaunpass Nebel und Regen begleiteten die anspruchsvolle Wandergruppe Bonstetten am ersten Tag vom Jaunpass zum Rellerligrat. Die zweite Etappe von Schönried zum Rinderberg konnte dagegen bei guten Verhältnissen und Sonnenschein bewältigt werden. Dienstagmorgen, 22. Juli: Um 6.30 Uhr begrüsste Organisatorin und Wanderleiterin Doris Jezler beim Bahnhof Bonstetten die 20-köpfige Wandergruppe. Trotz Regen setzten sich die Teilnehmenden in gelöster Stimmung in die S15 und liessen sich per Bahn und Bus auf den Jaunpass befördern. Dort wurden nach dem Startkaffee die unterschiedlichsten Mittel gegen den Regen aus den Rucksäcken geholt. Schirme wurden geöffnet, Pelerinen umgehängt und Gamaschen montiert. Vom Start weg waren Nebelschwaden, Regen, Nieselregen und trockene Phasen die Begleiter der in ihren Verkleidungen bunten Schar. Weil an ein Picknick im Freien nicht zu denken war, hatte Doris am Vortag entschieden, auf die Überschreitung des Hundsrügg zu verzichten und durch googeln mit der Tossenhütte auf Nüjeberg eine trockene Unterkunft gefunden. In der gut geheizten, heimeligen Alphütte durften zu den gekauften Getränken die mitgetragenen Picknicks verspiesen werden.

«Schlammpisten» statt Bergpfade Durch die starken Niederschläge der vergangenen Tage und Stunden waren die benützten Bergpfade streckenweise aufgeweicht und durch die weidenden Rinder und Kühe in richtige «Schlammpisten» verwandelt worden. Selbst diese beschwerlichen und zeitraubenden Passagen vermochten die gute Stimmung nicht zu trüben. Unaufhaltsam über Bire, Planihubel und Hugeligrat rückte das Tagesziel Reller-

ligrat näher. Nach einer erfrischenden Dusche wurde im Berghaus Rellerli in gemütlichem Rahmen ein stärkendes Nachtessen serviert, und je nach Schlummertrunk folgte eine erquickende oder weniger erholsame Nacht.

Sternenhimmel und Morgenrot Der Sternenhimmel und ein eindrückliches Morgenrot kündigten für den kommenden Tag bessere Verhältnisse an. Zwar waren bei der Talfahrt mit der Gondelbahn nach Schönried wieder Nebelschwaden aufgezogen. Doch vom Talgrund aus zeigte sich zwischen den Wolken- und Nebelfetzen der blaue Himmel. Mit der im Rucksack verstauten Regenbekleidung wurde deshalb der Aufstieg Richtung Hornflue in Angriff genommen. Die Bewältigung der letzten Meter auf diesen imposanten Felssporn erfüllte viele mit Stolz, und die Rundsicht auf dem Gipfel entlockte vielen ein «Ah» und «Oh». Der Abstieg zum Mittagshalt im Zentrum Uf de Chessle war schliesslich ein Kinderspiel. Die vorbeiziehenden Nebelschwaden liessen immer wieder einen Blick zu den Freiburger Alpen, zu den Gastlosen und Richtung Stockhornkette zu. Aber auch in unmittelbarer Nähe gab es viel zu sehen und zu bewundern. Türkenbund, Männertreu, Kugelorchis und Sumpfwurz sind nur einige der seltenen Blumen in den durchwanderten farbigen Naturwiesen. Schliesslich folgten noch die Überschreitung des Gandlouenegrat mit dem höchsten Punkt der Wanderung auf 2075 m.ü.M. und der Abstieg über den Rinderberg nach Eggweid, der Mittelstation der Rinderbergbahn. Nach der Talfahrt nach Zweisimmen kehrten die Wanderinnen und Wanderer zufrieden und glücklich über die schönen Erlebnisse und die gesammelten Eindrücke nach Bonstetten zurück. (-nm-)

Jodlerklub Affoltern singt auf der Klewenalp Nach dem erfolgreichen und wunderschönen Eidg. Jodlerfest in Davos und nach der wohlverdienten Sommerpause stehen die nächsten Anlässe an. Am Sonntag, 10. August, um 11 Uhr singt der Jodlerklub Affoltern auf der Klewenalp. So wird man den Gottesdienst bei der Klewenkapelle mit Jodelliedern umrahmen. Warum nicht einen Ausflug auf die Klewenalp planen und die herrliche Bergwelt geniessen? Es würde die Jodler freuen, bekannte Gesichter und Freunde zu sehen und begrüssen zu dürfen.

Ebenso gilt es, die nächsten Anlässe vorzubereiten. Am Sonntag, 21. September singt der Klub um 11 Uhr die Jodlermesse in Arni. Am 8. und 9. November steht bereits wieder das Kirchenkonzert auf dem Programm. Wer hat Freude am Jodelgesang und guter Kameradschaft? Interessierte sind in einer Jodelprobe willkommen oder dürfen sich gerne auch bei einem Aktivmitglied melden. Geprobt wird jeden Donnerstag um 20 Uhr im Singsaal des Schulhauses in Zwillikon. Weitere Infos unter www.jodlerklub-affolternamalbis.ch.


Veranstaltungen

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Grossartiges Theater im Kloster Kappel «Zusammenstoss» ist ein Spektakel, das der Aemtler Bühne zu ihrem 30-Jahr-Jubiläum mehr als Ehre macht Der Beifall an der Premiere war lang andauernd und verdient: «Zusammenstoss», die «groteske Oper für den voraussichtlichen Weltuntergang», gespielt im Kloster Kappel, überzeugt mit humorvoller Wirkungsstärke und eindrucksvollen sprachlichen, mimischen, musikalischen und choreografischen Schlaglichtern sowie ebenso fantasievollfantastischen Kostümen. ................................................... von urs e. kneubühl Die Aufführung – das Jubiläumsspiel zu 30 Jahre Aemtler Bühne –, für die Dodó Deér inszenierend sowie bühnenbildnerisch verantwortlich zeichnet, Peter Roth die vielseitige, lückenlos passende Musik und Marina Gantert die fein gesetzte Choreografie beigetragen haben, ist von einer satirischen, aber auch verspielt-ironischen und humorvollen Intensität. Die Gefühlswelt der Menschen, die in «Zusammenstoss», der «grotesken Oper für den voraussichtlichen Weltuntergang» nach einem Libretto von Kurt Schwitters, handeln und dulden, wird im Kreuzgang des Klosters Kappel charmant wie verständlich und nachdrücklich ins Licht gehoben. Starke immediate und dichte Akzente sind gesetzt. Die tieferen Zusammenhänge werden dabei nicht verspielt, sondern bleiben dort, wo sie hingehören und wo man sie aufspüren muss, in der Tiefe. Das zeitlich Gebundene – Schwitters, der Allround-Künstler, schrieb das Stück 1927, in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, es spielt im Berlin der Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts – wird ins aktuell Menschliche übergeleitet, so dass Wahnwitz und Absurditäten an Gesetzmässigkeit gewinnen und dem Nachdenklichen das Feld zu einer tieferen Beschauung eröffnet wird.

Vergnügen bis zum Umfallen - in vielfältigen Bildern und mit viel Verve inszeniert die Aemtler Bühne im Kloster Kappel bis Mitte September den voraussichtlichen Weltuntergang nach Kurt Schwitters «Zusammenstoss». (Bilder Urs E. Kneubühl)

Skurril-komödiantische Szenarien eines vermuteten Weltuntergangs Ein grüner Globus, so die Geschichte, rast auf die Erde zu, soll voraussichtlich mit ihr kollidieren und droht, sie zu vernichten. Da wird die Bereitschaft der Menschen zu Frömmigkeit, Absurdität, ja, Irrwitz geradezu Programm. Das Natürliche wird ins Wunderliche, das Unterste nach zuoberst gekehrt. Die verschiedenen Mitglieder der Gesellschaft, Medien, Mode, Presse und Schlagerindustrie, denen in Anbetracht ihrer erbärmlichen Verfassung allesamt, so die Ironie, die Schocktherapie eines Meteoriteneinschlags nicht

Künstlerische Leitung Für Regie, Raum, Bild und Bühne steht der bereits zum vierten Mal für die Ämtler Bühne inszenierende Dodó Deér. Der freischaffende Musiker Peter Roth, Initiant der KlangWelt Toggenburg, hat die Musik komponiert und für die musikalische Einstudierung gesorgt; gemeinsam mit dem in Ottenbach aufgewachsenen Léon Schaetti teilt er sich die musikalische Leitung. Die Hedingerin Marina Gantert, bestens bekannt vom Moira Tanztheater, verantwortet die Choreografie, während für Kostüme, Bild und Requisiten Bernhard Duss und Isabel Schumacher zeichnen. Es spielen: das Schauspiel- und Musik-Ensemble «30 Jahre Ämtler Bühne» und die Sopranistinnen Maria Walpen und Kathrin Bucher.

Fünf vor Zwölf - Politik und Weltanschauungen werden in Anbetracht und Erwartung der prophezeiten Katastrophe zur Farce.

Eitelkeit, Eifersucht und weitere Unzulänglichkeiten der Gesellschaft werden offenbar. Hinter den Schauspielern die von Anna Deér handgemalte Kulisse.

ungelegen käme, reagieren auf den bevorstehenden Weltuntergang. In den Schaufenstern wird die neueste Weltuntergangsmode präsentiert, vom Radio wird der Schlager «Onkel Heini…» in die Charts gepusht. Noll will Taa lieben, bis die Welt untergeht, und Oberordnungskommissar Meisterlich will den Untergang organisieren. Unverkennbar aber gähnt im Hintergrund das Vakuum der Entstellung und der Unvollkommenheit und je mächtiger es gähnt, umso emsiger belebt sich die Szenerie mit der Malaise erkennbarer Missstimmungen, Allüren, Aufwallungen, Aufregungen und Gegenwirkungen. Es sind allesamt skurril-komödiantische Szenarien, die da begeisternd erzählt, dargestellt und künstlerisch umgesetzt werden. Ein über- und aberherrlicher Genuss.

laubt er es, neue Lichter zu setzen und Schatten herauszuschälen, die das Bild beleben und vervollständigen.

Raum, Unzulänglichkeiten zu entdecken Im «Zusammenstoss» wird vieles über die Elemente Musik, Choreografie, Bild und Kostüme vermittelt. Unter teilweise hoch überraschenden, fantasievollen Verkleidungen ordnen sich die Darstellenden zu immer unterschiedlichen Konstellationen und be-

singen in beiläufig brillanten Pointen die Apokalypse, wunderbar auch die Sopranstimmen von Kathrin Bucher und Maria Walpen – begleitet von der sich dauernd wandelnden Kapelle, mal «humpatätärä» schmetternd wie eine frisch von der Leber weg drauflosspielende Bierzelt-Schunkel-Band, mal zackig-knackige Marschmusik spuckendes Polizeiorchester, dann wieder in herrlich überzogener Weillscher Anlehnung mit augenzwinkernder Differenz zwischen Opernpathos und Reibeisen-Weise wirbelnd. Ein mutiges Stück, das sich die Aemtler Bühne zu ihrem Jubiläum vorgenommen hat. Das Opernlibretto von Kurt Schwitters – 1976, fast dreissig Jahre nach seinem Tod, uraufgeführt und von seiner Thematik her heute mehr denn je aktuell – ist höchst vielschichtig, verzahnt und verwirbelt. Der Zuschauer wird allerdings im Kloster Kappel von der Aemtler Bühne an der Hand genommen und sanft wie schlüssig durch den Abend und die Handlung geführt. So gibt der «Zusammenstoss» einerseits restlos Raum, die Unzulänglichkeiten der Gesellschaft, der Menschheit schlechthin und damit auch sich selbst zu entdecken, andererseits er-

Herausragende Ausschöpfung künstlerischen Potenzials Die Aemtler Bühne setzt, wie von Schwitters beabsichtigt und gewollt, im «Zusammenstoss» verschiedene Medien und Disziplinen ein: Sprache, Musik, Kostüme, Licht und Tanz. Leblose Dinge beleben sich, verschiedene Spielflächen werden individuell wie gleichzeitig beleuchtet und dadaistische Lautdichtungen stehen neben literarischen Parodien. Durch die enge Verzahnung verschiedener Sparten setzt das Stück neue Parameter für das Laienschauspiel und ganz allgemein für das künstlerische Zusammenspiel. Die feine wie präzise Inszenierung schafft ein Gesamtkunstwerk, das jenseits einer Kopie des Dadaismus, eine Spielform in der Tradition der Aemtler Bühne ist. Spiel, Raum, Kostüme, Musik, Licht, Sprache und Gesang, Mensch und Objekt treten gleichberechtigt miteinander in Verbindung. Der Spielort Kloster Kappel trägt seinerseits ein wichtiges Stück Würze zum gelungenen Spektakel bei.

Jedenfalls macht das Jubiläumsstück «Zusammenstoss» den Zuschauern mächtig viel Spass. An der Premiere, der notabene beinahe Weltuntergangswetter voranging, weshalb sich der Beginn etwas verzögerte, sprang der Funke von den Darstellern auf das Publikum über und jedermann freute sich eines ausserordentlich gelungenen Abends. Und so darf man, ohne zu übertreiben, eine Aufführung von solcher Geschlossenheit getrost als eine herausragende Ausschöpfung künstlerischen Potentials bezeichnen, die der Aemtler Bühne zu ihrem 30-Jahr-Jubiläum mehr als Ehre macht. Die Aemtler Bühne spielt den «Zusammenstoss» noch an folgenden Daten (Verschiebedatum jeweils in Klammer) - im August: 5. (7.), 8. (10.), 9. (11.), 12. (13.), 14. (17.), 15. (19.), 16. (20.), 21. (25.), 22. (26.), 23. (27.), 28. (1.9.), 29. (2.9.) und 30. (3.9.). Im September: 4. (8.), 5. (9.), 6. (10.), 11. (12.) und 13. (14.). Vorstellungsbeginn ist bis 20. August jeweils 20.45 Uhr, danach jeweils bereits um 20.15 Uhr. Vorverkaufsstellen: ZKB-Filialen in Affoltern, Bonstetten und Hausen, Buchhandlung Scheidegger, Affoltern, und Drogerie Rütimann, Hausen. Tickets online und Infos: www.aemtlerbuehne.ch. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Beginn der Vorstellung; Einlass ist 15 Minuten vor Beginn.


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Sport

Dienstag, 5. August 2014

Da Routine, dort unbeschwerte Jugend Zwei Obfelder für die Weltreiterspiele: Hans Staub und Caroline Häcki fahren in die Normandie Wenn ab dem 21. August in der Normandie die Weltreiterspiele ausgetragen werden, sind Hans Staub und Caroline Häcki mittendrin. Die beiden Obfelder machen die Hälfte der Schweizer Dressur-Equipe aus. ................................................... von thomas stöckli Welche Eigenschaft haben Hans Staub und Caroline Häcki gemeinsam? Die Antwort ist ein Moment des Schweigens. Der «Anzeiger» erreichte Evelyne Niklaus, Equipenchefin Dressur des Schweizerischen Pferdesportverbands, vergangenen Mittwochmorgen telefonisch am Flughafen in Frankfurt. Dort hatte sie wegen des Unwetters ihren Anschlussflug nach Rio (Rekognoszieren für die Olympischen Sommerspiele 2016) verpasst. Zurück zu Hans Staub und Caroline Häcki: Beide gehören sie zu den besten Dressurreitern der Schweiz und beide wohnen sie in Obfelden. Damit enden allerdings die Parallelen: er steht für die gelassene Routine, sie verkörpert die unbeschwerte Jugend. Gemeinsam mit Melanie Hofmann und Marcela Krinke sollen die beiden Obfelder die Schweiz in die Top Zwölf der Nationenwertung bringen – ein sportliches Ziel. «Es gibt sicher keine Medaille», stellt Evelyne Niklaus unmissverständlich klar. 2014 versteht sie denn auch als Aufbaujahr: «Es kommen gute Pferde nach, aber für die wäre es noch zu früh», verrät sie. Punktemässig an ihre Leistung an den Europameisterschaften anknüp-

Hans Staub mit Warbeau. (Bilder zvg.) fen, lautet das Ziel von Caroline Häcki. Als Zweitbeste im Schweizer Team hatte die 31-Jährige dort vergangenes Jahr Rang 39 belegt. Vor der WM will sie mit ihrem Rigoletto nun ein paar zusätzliche Trainings einlegen. Im Fokus sind die Gallopp-Pirouetten und die Traversalen (Vorwärts-Seitwärts-Bewegung). Weiter geht es ihr darum, ihr Pferd mit mehr Ausdruck auf ein höheres Level zu bringen. «Die Pferde-

Caroline Häcki mit ihrem Rigoletto Royal. Qualität hat sehr grossen Einfluss auf die Benotung», weiss sie.

«Spannende und hochstehende WM» «Warbeau ist immer auf den Punkt hin fit», sagt Hans Staub über den Rappwallach, mit dem er in den vergangenen Jahren immer wieder Erfolge feiern durfte. Weil es in Caen sehr heiss werden kann, arbeiten die bei-

den viel an der Kondition. Ein Handicap von Warbeau sei das Nervenkostüm, schränkt Staub ein: «Er ist ein temperamentvolles und eigenwilliges Pferd.» Drum sei es besonders wichtig, auch eine gewisse Lockerheit und Entspanntheit hinzubringen. Während die Athleten der grossen Dressur-Nationen im gemeinsamen Trainingslager mit einem eigenen Trainer den letzten Schliff für die WM

holen, läuft die Vorbereitung der Schweizer individuell. In den TeamMeetings (ohne Pferde) wird entsprechend nur Organisatorisches besprochen. Und welche Nation stellt das stärkste Team? Caroline Häcki tippt auf England, während Hans Staub die Deutschen und die Holländer favorisiert. «Es wird eine spannende und hochstehende WM», verspricht der 56-jährige Routinier.

Die Werfer setzten die Glanzpunkte Top-Ten-Leistungen am 1. August Meeting in Affoltern Der grosse Knaller blieb zwar aus und neue EM-Limiten wurden nicht erzielt. Dennoch dürfen die Organisatoren mit dem Niveau des Leichtathletik-Meetings zufrieden sein. Vier Leistungen fanden Aufnahme in die TopTen-Resultate der aktuellen Schweizer Bestenlisten. ................................................... von hanspeter feller

Sarah Rebecca Meyer auf ihrem Holländerhengst Bilbao du Thot. (Bild zvg.)

Erster Wettkampf im Ausland

Die Teilnehmerzahlen gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass am 2. August in Rapperswil ebenfalls ein Leichtathletik-Meeting stattfand. Im 110-m-Hürdenrennen war der Amriswiler Bronzemedaillen-Gewinner an den U20 Europameisterschaften 2013, Brahian Pena, am Start. Ihm fehlten lediglich noch 5 Hundertstelsekunden für die Teilnahme an der

EM 2014 in Zürich. Er bezeichnete den Start am 1.-August-Meeting als einen Test für das am 2. August in Rapperswil stattfindende Meeting, wo er die Limite nochmals angreifen wollte. Das Unterfangen misslang, er lief dort eine Zeit von 14.28. Die Zeit von 14.22 im Moos ist beachtenswert, nur zwei Hürdenläufer liefen dieses Jahr schneller. Die Zehnkämpfer Simon Walter, Jonas Fringeli und Christian Loosli bestritten mehrere Disziplinen mit ansprechenden Resultaten. Sie sind in der Vorbereitung für die Schweizer Mehrkampfmeisterschaften, welche Ende August stattfinden. Tom Reuter, 62.64 m, und Simon Walter, 58.61 m, warfen die 800-grSpeere auf Top-Ten-Weiten der aktuellen Schweizer Bestenliste. David Meier kam im Kugelstossen mit 14.35 m ebenfalls auf eine Weite knapp neben den Top Ten. Im Diskuswerfen der Frauen reichten die 40.69 von Sandra Haslebacher, TV Wohlen, ebenfalls für

Ämtler Nachwuchsreiterin startet in Italien Die 17-jährige Wettswiler Springreiterin Sarah Rebecca Meyer erhielt mit ihrem 8-jährigen Hengst diesen Sommer die Chance, beim italienischen Weltklasse-Reiter Luca Maria Moneta einen Stage zu absolvieren. Während mehr als einem Monat vertieft sie ihre Kenntnisse von Natural Horsemanship sowie Parelli und geniesst auf dem Reiterhof Springstunden auf höchstem Niveau. Am Wochenende vom 25./26. Juli 2014 ergab sich zudem eine erste Startmöglichkeit beim Concorso Nazionale Equieffe in Gorla Minore bei Mailand. Bei dieser Gelegenheit konn-

te die junge Reiterin viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Dabei gelangen ihr auch erfolgreiche Runden. Bei ihrem ersten Start über die Höhe von 125 cm blieb sie ohne Fehler und dank einer guten Zeit wurde sie im guten 5. Rang klassiert. Mit ihren neuen italienischen Freunden wurde dies entsprechend gefeiert. In der verbleibenden Zeit wird Sarah Meyer möglichst viel Wissen aufsaugen. Die Erfahrung von Luca Moneta und seiner Crew bringt jeden Tag etwas Interessantes und Neues, sodass unabhängig vom Wetter ein tolles Fazit bleiben wird.

Kopf an Kopf beim Hürdensprint. (Bild Mario Grond)

eine Klassierung in den zehn Besten der Schweiz. Bei den Sprints und den Mittelstreckenläufen gab es keine Spitzenleistungen. Die Rennen waren aber dennoch spannend. Die angekündigten Athleten aus Namibia tauchten allerdings nicht auf.

Kantonale Einkampfmeisterschaften Am 1.-August-Meeting hat der Kantonalverband seine Einkampfmeisterschaften ausgetragen. Zwei Titel wurden von Athleten der organisierenden LV Albis gewonnen. Raphael Frei wurde Kantonalmeister über 400 m und Alessia Danelli gewann den Titel im Weitsprung der U18. In der Sommerferien-Zeit gibt es fast keine Startmöglichkeiten für die Leichtathleten. Deshalb ist der Anlass der LV Albis sehr beliebt und lockt jeweils Athletinnen und Athleten aus der ganzen Schweiz an den Start.


Sport

Dienstag, 5. August 2014

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Triumph zum Abschluss einer grossen Radsportkarriere Emma Pooley holt zweimal Silber an den Commonwealth Games An den Commonwealth Games in Glasgow fuhr Emma Pooley zwei brillante Rennen. Sowohl im Zeitfahren wie auch im Strassenrennen gewann die zierliche Engländerin aus Hausen am Albis die Silbermedaille für England. ................................................... von hanspeter feller Im Zeitfahren über 29.6 km gewinnt Emma Pooley die erste Silbermedaille. Bis zur dritten Zwischenzeit bei 23.2 km lag sie vor der späteren Siegerin, der Neuseeländerin Linda Villumsen. Erst auf dem letzten Abschnitt musste sie die Führung abgeben. Im Ziel fehlten ihr sechs Sekunden zu Gold. Die drittklassierte Australierin hielt sie sicher auf Distanz. Am Sonntag startete Emma Pooley im Strassenrennen über 98.1 km. In diesem Rennen arbeitete sie zu 100% für ihre Teamkollegin Lizzie Armitstead. Pooley attackierte, fuhr Angriffe

nach und schloss die Lücken. Bei einem Gegenangriff kam Emma Pooley trotz der harten Arbeit im Feld alleine weg und fuhr einen Vorsprung von acht Sekunden heraus. Amritstead führte die Jagdgruppe jedoch wieder heran, griff an, überholte Pooley und fuhr Solo ins Ziel. Mit 25 Sekunden Rückstand holte Emma Pooley ihre zweite Silbermedaille an diesen Games. Dritte wurde die Südafrikanerin Ashleigh Pasio. Das Rennen wurde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit vom 37.331 km gefahren.

Rücktritt vom Radsport Mit dem Strassenrennen an den Commonwealth Games beendet Emma Pooley eine eindrückliche Karriere im Frauen-Radrennsport. Ohne die sportlich nicht ganz korrekte Aktion von Lizzie Amritstead hätte Emma Pooley ihre Karriere mit einem ganz grossen Triumpf, nämlich mit einer Goldmedaille an den Commonwealth Games, abschliessen können.

Emma Pooley beim Start zum Zeitfahren. Im Ziel sollten ihr nur sechs Sekunden zu Gold fehlen. (Bild Colin Davis)

Erfolg für die Golf-Parlamentarier um Wettswiler Hans Kaufmann 3. Platz am europäischen Turnier in Velka Lomnica, Slowakei Wie schon seit 20 Jahren trafen sich auch dieses Jahr die Golfer unter den europäischen Parlamentariern zur Europameisterschaft. Diesmal organisierten die Slowaken die Meisterschaft in der Hohen Tatra, in Velka Lomnica. Erneut nahmen zahlreiche Parlamentarier aus zehn Ländern sowie EU- und Europarat-Vertreter teil. Trotz perfektem Zustand des wunderschönen Golfplatzes gelang es den Schweizern nicht, den Meistertitel in die Schweiz zurückzuholen. Der Regen hat die Schweizer nicht zur traditionellen Hochform auflaufen lassen. Wie im Vorjahr lautete das Nationenklassement 1. Slowakei, 2. Tschechien, 3. Schweiz. Im Schweizer Team waren die Nationalräte Maximilian Reimann (SVP/AG), Ruedi Noser (FDP/ZH) und die alt Nationalräte Hans Kaufmann (SVP/ZH) und Marcel Scherer (SVP/ZG) vertreten. Begleitet wurden die nationalen Politiker von zwei alt Kantonsräten aus dem Wallis (Hans Hutter CVP) und St. Gallen (René Bär/FDP) so-

wie einigen Freunden des Golfclubs des Schweizer Parlamentes. Im Einzelklassement findet man die Schweizer nur im Mittelfeld. Immerhin klassierten sich aber zwei Schweizer im gemischten Nationen-Teamwettbewerb mit Maximilian Reimann (Rang 1) und Ruedi Noser (Rang 3) in den Spitzenrängen. Das dreitägige Turnier war von einem hervorragend organisierten Rahmenprogramm begleitet, mit dem die Slowaken nicht nur volkstümliche Musik, Bräuche und kulinarische Lokalspezialitäten präsentierten. Auch ein Besuch der grössten Destillerie im Osten, Nestville in Stará Lubovna, die täglich 35 000 Flaschen alkoholische Getränke produziert, stand auf dem Programm. Das Treffen wurde wie üblich für einen regen Austausch politischer Meinungen und Ansichten genutzt. Nicht wenige der Teilnehmer nutzten die Gelegenheit auch, ein paar Ferientage an- oder vorzuhängen, um Land und Leute besser kennenzulernen. Dieser Aufbau von langfristigen Beziehungen unter den Parlamentariern ist ja auch ein wichtiges Ziel des europäischen Parlamentarier-Golfturniers.

Nächstes Jahr gibts Heimvorteil 2015 wird das Golfturnier der europäischen Parlamentarier vom 15. bis 17. Juli wieder einmal in der Schweiz stattfinden, voraussichtlich in der Ostschweiz (Waldkirch), nachdem zuvor die Westschweiz (Crans-Montana) und die Zentralschweiz (Engelberg) berücksichtigt worden sind. Das Schweizer Team wird alles daransetzen, ein für die internationalen Teilnehmer anspruchsvolles Turnier mit einem interessanten Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Das Turnier wird nicht aus Steuergeldern finanziert, sondern von Sponsoren, die ein Interesse an guten Beziehungen der Schweiz zu anderen europäischen Parlamenten haben. Selbstverständlich tragen auch die einzelnen Parlamentarier einen finanziellen Obolus bei und ebenso selbstverständlich gehen Reisen und Übernachtungen auf Kosten der Teilnehmer. Für 2016 hat bereits Irland seine Kandidatur eingereicht, für 2017 Litauen. Hans Kaufmann, Captain des Golfteams des Schweizer Parlamentes

Strahlen über Rang 3: Captain Hans Kaufmann (Mitte) mit Maximilian Reimann (links) und Ruedi Noser. (Bild zvg.)

Damian Furrer (rechts) im 1. Gang gegen Andreas Schäppi. (Bild Anja Bernhard)

Auszeichnung für Marco Nägeli Dort wo sonst die Pferde und ihre Reiter die Runden ziehen, wurden zwei Sägemehlringe ausgelegt und es fand der 3. Geren-Schwinget statt. Bei heissem Wetter und kühlen Getränken schauten die rund 600 Zuschauer den gerade mal 41 Schwingern zu. Ein Ämtler zog wieder nach vorne. Marco Nägeli aus Mettmenstetten platzierte sich mit drei gewonnenen, zwei anzeige

gestellten und einem verlorenen Gang auf den 5. Rang mit 56.25 Punkten. Die Brüder Matthias und Damian Furrer schrieben 53.75 und 53.50 Punkte und landeten am Schluss auf dem 15. und 16. Rang. Favorit Stefan Burkhalter bezwang im Schlussgang Florian Hasler nach fünf Minuten und 22 Sekunden mit Kurz. Anja Bernhard


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060 2014  

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