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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 280 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 58 I 169. Jahrgang I Freitag, 24. Juli 2015

Viel Bewegung

Vorsicht mit Feuer

Kolibri Mettmenstetten: gelungenes Sommerlager in Madetswil. > Seite 3

Trotz lokaler Niederschläge herrscht nach wie vor Waldbrandgefahr. > Seite 3

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«Politik mit Feuer» Die EVP Affoltern thematisiert die Ämtler Ausländer- und Integrationspolitik. > Seite 5

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Expo und Monza Eine viertägige Italien-Reise mit den Jungunternehmern Säuliamt. > Seite 7

Der Kampf um den Üetliberg wird weitergehen «Pro Üetliberg» und Giusep Fry können sich nicht einigen Wenn sich zwei streiten, dann leidet der Dritte: Seit Jahren kämpft die Interessengemeinschaft Pro Üetliberg gegen die Expansionsvorhaben von UtoKulm-Besitzer Giusep Fry. Aufgrund der Streitigkeiten müssen Üetliberg-Besuchende neu für die Nutzung der Toilette und des Aussichtsturmes bezahlen. ................................................... von salomon schneider Seit Jahren kämpft die Interessengemeinschaft Pro Üetliberg gemeinsam mit nationalen Umweltschutzverbänden gegen die Ausdehnung des Gastronomiebetriebs auf dem Üetliberg. 2013 hiess der Zürcher Regierungsrat, die Rekurse gegen den neuen Gestaltungsplan für den Üetliberg gut. Fry musste im Anschluss die Überdachungen auf der Südseite aufgrund eines Bundesgerichtsentscheids zurückbauen.

Giusep Fry hatte den Eintritt für den Aussichtsturm abgeschafft Im Gestaltungsplan wäre festgehalten gewesen, dass Besucherinnen und Besucher des Üetlibergs auch ohne Konsumation im «Uto Kulm» die Toiletten und den Aussichtsturm kostenlos nutzen können. «Uto Kulm»-Besitzer Giusep Fry entschied sich daraufhin zuerst für die Toilette und seit dem 1. Juli auch für den Aussichtsturm Eintritt zu verlangen. Der Mediensprecher des «Uto Kulm», Clemens

Der «Whiskypass» ist früher fertig Bis Ende August sollten sie eigentlich dauern, die Bauarbeiten am sogenannten «Whiskypass» zwischen Wettswil und Landikon, Birmensdorf. Geplant waren umfangreiche Hangsicherungsmassnahmen, dazu sollte die Strassengeometrie teilweise angepasst und der Belag erneuert werden. Diese Arbeiten können nun bereits einen Monat früher als geplant abgeschlossen werden. Die damit verbundene Vollsperrung wird am Freitag, 31. Juli, aufgehoben und die Strasse dem Verkehr übergeben. Noch nicht montiert und in Betrieb sind die drei Lichtsignalanlagen in den Haarnadelkurven des «Whiskypasses», welche den künftig eingesetzten Gelenkbussen den Vortritt gewähren sollen. Deren Montage erfolgt im Oktober, sodass sie rechtzeitig auf den Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb genommen werden können. (tst.)

Schuster, meinte im Gespräch mit dem «Anzeiger», dass es sich dabei nicht um eine Trotzreaktion von Giusep Fry handle: «Giusep Fry will einen Berg für alle – Wanderer, Gäste, Touristen und die Zürcher Bevölkerung. Das «Uto Kulm» ist mit seinen Partnerbetrieben nach wirtschaftlichen Kriterien zu führen: Neben dem starken Franken und weiteren Investitionskosten entschied sich Giusep Fry daher, Eintritt für den Aussichtsturm bzw. das WC zu verlangen, um zumindest einen Teil seiner Kosten für Personal, Sicherheit, Wartung, Pflege und Instandhaltung zu decken. Das «Uto Kulm» ist mitsamt Umschwung Privatbesitz von Giusep Fry, vor der Übernahme im Jahr 1999 hat der Eintritt auf den Turm übrigens 50 Rappen gekostet. Ein Grossteil der Beteiligten scheint dies vergessen zu haben.»

«Fryamt zu Afholtere» Das Knonauer Amt und die 15er-Jubiläen (4): 1415 und die Eroberung des Aargaus. > Seite 10

Waldfest Uerzlikon feiert Jubiläum Morgen Samstag, 25. Juli, steigt im Uerzliker Erdbeeriholz wieder das Waldfest – bereits zum 50. Mal. Die Bauten sind zum Jubiläum besonders umfangreich. Neben einer 80 Quadratmeter grossen Tanzbühne stehen den Waldfestbesuchern gleich drei Bars zur Verfügung. Ein grosser Spielebereich lockt mit Unihockey-Zielschiessen, Büchsenwerfen, Luftgewehrschiessen, Fischeangeln und Harassenstapeln. ................................................... > Bericht auf Seite 12

Open-Air-Kino in der Naturarena Der Verein «...Punktuell...» nutzt die ideale Topografie der Kiesgrube in Uerzlikon wieder für sein Open-Air-Kino. Vom Donnerstag, 30. Juli, bis Samstag, 1. August, wird auf der knapp 80 m² grossen Leinwand jeden Abend nach dem Eindunkeln ein Film gezeigt. Ihre Sitzgelegenheiten dürfen die Besucher selber mitbringen. ................................................... > Bericht auf Seite 13

Weitere Rekurse und Einsprachen Die Überdachung der Sonnenterrasse wurde mittlerweile zurückgebaut. Giusep Fry plant aber bereits Alternativen. Er hat sowohl ein Baugesuch für eine Kunsteisbahn auf der Terrasse für den Winter eingegeben wie auch eines für eine Holzkonstruktion zur Überdachung. Zunächst gehen jedoch die Verhandlungen über den neuen Gestaltungsplan in die nächste Runde. Auch hier ist zu erwarten, dass sich diese über längere Zeit hinziehen werden. Pro Üetliberg schreibt in seiner Mitglieder-Info vom Juli: «Pro Üetliberg wird seine Argumente gegen eine überrissene Nutzung des Plateaus ein-

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Die Besteigung des Aussichtsturms auf dem Üetliberg kostet neu zwei Franken, die Benutzung der Toiletten einen Franken. (Archivbild) bringen. Und wieder wird es Rekurse, Einsprachen und juristische Gefechte geben.» Zudem kämpft Pro Üetliberg noch gegen die 45 Lampen,

die den Turm nachts erleuchten. Der Rekurs gegen den «Lichtersmog» ist noch vor dem Zürcher Baurekursgericht hängig.

Listenplatz sechs für Hans Läubli Klingende Namen auf der Nationalratsliste Kunst und Politik Eine Gruppe Kulturschaffender aus dem Umfeld des ehemaligen grünen Kantonsrats Hans Läubli hat die Nationalratsliste Kunst und Politik ins Leben gerufen. Spitzenkandidatin ist die Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji. ................................................... von salomon schneider «Kunst und Kultur fristen in der politischen Debatte seit Jahren ein Gretchendasein. Um eine vermehrte Thematisierung dieser Gesellschaftsbereiche zu erreichen, ist ein Wahlkampf ein gutes Mittel», erklärt der ehemalige grüne Kantonsrat Hans Läubli die Motivation für die Nationalratsliste Kunst und Politik. Kunst und Kultur seien von zentraler zivilisatorischer

Bedeutung, da sie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und Werten anregen. Diese Impulse gelte es in den politischen Dialog einzubringen.

Eine Liste, nicht eine Partei

Hans Läubli steht auf Listenplatz sechs. (Archivbild)

Kunst und Politik ist keine Partei, sondern eine Liste mit 35 unabhängigen Männern und Frauen. Bei einer Wahl in den Nationalrat würde es den Kulturschaffenden deshalb freistehen, welcher Fraktion sie sich anschliessen würden. «Auch wenn alle unabhängig sind, Kunst und Politik ist klar eine liberale Mitte-Links-Liste», hält Läubli fest.

Entstanden ist die Idee für die Nationalratsliste bei einer Diskussion unter Kulturschaffenden rund um Läubli: «Mein politischer Schwerpunkt lag immer im Bereich Kulturpolitik. Was als Parteipolitiker nicht immer einfach war.» Seine Partei habe deshalb auch durchaus positiv auf die Liste reagiert. Wie gross die Chancen für eine Wahl in den Nationalrat sind, weiss Hans Läubli nicht abzuschätzen: «Einerseits ist es schwierig, sich als unabhängige Liste gegen die grossen Parteien durchzusetzen, andererseits herrscht in der Bevölkerung zunehmend Politikverdrossenheit, was uns in die Hände spielen könnte.» Mit Melinda Nadj Abonji, Stefan Witschi, Ruth Schweikert, Carlo Spiller und Mona Petri befinden sich auf jeden Fall klingende Namen auf den fünf ersten Listenplätzen.

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Ärztlicher Notfalldienst In Notfällen wende man sich zuerst immer über die Praxisnummer an den Hausarzt, bei Abwesenheit erhält man über den Telefonbeantworter die Nummer des Ärztetelefons 044 421 21 21. Bei Verkehrsunfällen Telefon 117 oder Telefon 044 247 22 11.

Telefon 144 für Sanitäts-Notruf

Auflage des Kollokationsplanes und des Inventars In der konkursamtlichen Liquidation über den Nachlass von Emma Baumann-Girsberger, geb. 13. Oktober 1920, von Hausen am Albis ZH, gestorben am 1. Januar 2015, wohnhaft gewesen in Hausen am Albis ZH, liegen der Kollokationsplan und das Inventar den beteiligten Gläubigern beim Konkursamt Affoltern zur Einsicht auf. Bezüglich der Klagerechte usw. wird auf die Bekanntmachung im Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 24. Juli 2015 verwiesen. Affoltern am Albis, 24. Juli 2015 Konkursamt Affoltern Bahnhofplatz 9, Postfach 8910 Affoltern am Albis

Kappel am Albis Bauherrschaft: Heer & Co AG, Postfach, 8800 Thalwil Projektverfasser: Archplan AG Architekten, Bahnhofstrasse 2, 8800 Thalwil Bauprojekt: Neubau 3 MFH (23 Wohneinheiten) mit Unterniveaugarage, Kat.-Nr. 200, Hurtergasse, Uerzlikon (Kernzone B Ortsbildschutzperimeter)

Maschwanden Bauherrschaft: Stehli Christian, Hinterdorfstrasse 38, 8933 Maschwanden Projektverfasserin: Strebel Holzbau + Architektur, Dörflistrasse 5, 8933 Maschwanden Bauvorhaben: Einbau zweier PferdeGruppenboxen im bestehenden Stall sowie Erstellen einer Mistplatte beim Stall Vers.-Nr. 327, auf dem Grundstück Kat.-Nr. 956, Hinterdorfstr. 40, Landwirtschaftszone

Mettmenstetten Bauherrschaft: Ticom GmbH, Bachstrasse 41, 8912 Obfelden Vertreter: Peter Ott Ingenieurbüro für Hoch- und Tiefbau AG, Albisstrasse 2a, 8932 Mettmenstetten Bauprojekt: Ausbau der bestehenden Flurstrasse ab Kantonsstrasse (Länge 35 m und 31 m, Breite 4/5 m), Kat.-Nrn. 1052, 4130, 4192 und 4193, Dachlissen bei 7 (Kernzone KB/Landwirtschaftszone)

Obfelden

Planauflage: Die Pläne liegen auf den betreffenden Gemeindekanzleien zur Einsicht auf. Dauer der Planauflage: 20 Tage vom Datum der Ausschreibung an. Erfolgt die Ausschreibung im Amtsblatt des Kantons Zürich später, gilt das Datum der letzten Ausschreibung. Rechtsbehelfe: Begehren um die Zustellung von baurechtlichen Entscheiden sind innert 20 Tagen seit der Ausschreibung bei der Baubehörde schriftlich einzureichen; elektronische Zuschriften (EMails) erfüllen die Anforderungen der Schriftlichkeit in der Regel nicht. Wer das Begehren nicht innert dieser Frist stellt, hat das Rekursrecht verwirkt. Die Rekursfrist läuft ab Zustellung des Entscheides (§§ 314-316 PBG). Für die Zustellung baurechtlicher Entscheide wird eine geringfügige Kanzleigebühr erhoben.

Affoltern am Albis Planauflage: Gemeindezentrum Marktplatz 1 Hochbauabteilung, 2. OG Bauherrschaft: WasserversorgungsGenossenschaft Affoltern am Albis, Zürichstrasse 98, 8910 Affoltern am Albis Projektverfasser: Holinger AG, Forchstrasse 59, 8032 Zürich Bauvorhaben: Neubau Wasserleitung vom bestehenden Quellwasserpumpwerk Jonental bis zum neuen QWPW Rorenmoos, Kat.-Nrn. 3452, 3468, 3834, 5932, 5936, 3833, 5933, 5935, 3449, 5934, 6485, Jonentalstrasse, Landwirtschaftszone

Gesuchsteller: Launer Alfred, Stegstrasse 5, 8912 Obfelden Baurechtliches Vorhaben: Stützmauer und Fahrradunterstand auf Kat.-Nr. 3509 an der Wolserstrasse 72, bereits erstellt (Zone K2)

Obfelden Gesuchsteller: Leutert Franz, Sennhüttenstrasse 3, 8912 Obfelden Baurechtliches Vorhaben: Nutzungsänderung Lager-/Hobbyraum zu Wohnraum Vers.-Nr. 447 auf Kat.-Nr. 3004 an der Sennhüttenstrasse 4 (Zone K2)

Obfelden Gesuchsteller: d’Angelo Giovanni, Bachstrasse 1b, 8912 Obfelden Projektverfasser: Müller Architektur, Rindelstrasse 6a, 8912 Obfelden Baurechtliches Vorhaben: GranitSichtschutzwände und Trockensteinmauer auf Kat.-Nr. 2952, Bachstr. 1b, zum Teil bereits ausgeführt, Zone W2 und F

Obfelden Gesuchsteller: Weber Bruno, Lötschenrain 2, 8912 Obfelden Baurechtliches Vorhaben: Überdachen bestehende Pergola auf Kat.-Nr. 2119, Lötschenmattstrasse 21 (Zone W2E)

Obfelden Gesuchsteller: Jolidon Franz, Lötschenmattstrasse 23, 8912 Obfelden Projektverfasser: Müller Architektur, Rindelstrasse 6a, 8912 Obfelden Baurechtliches Vorhaben: Sichtschutzwand aus Granitstein auf Kat.Nr. 2120 an der Lötschenmattstr. 23, 8912 Obfelden (Zone W2E)

Hedingen Gesuchsteller: Nievergelt Andreas und Esther, Rüchligstrasse 8, 8908 Hedingen Bauprojekt: Diverse An- und Umbauten, Neubau Schlepplukarne und Fahrzeugabstellplätze, Rüchligstr. 8, Kat.-Nr. 2148, Vers.-Nr. 473; Wohnzone Hang

Kappel am Albis Bauherrschaft: Falkensammer Christa und Markus, Bändlistrasse 22, 8064 Zürich Projektverfasser: ringger architektur gmbh, Kappelerhof 1, 8926 Kappel am Albis Bauprojekt: Anbau Terrasse, Fassadenänderungen, Erstellung zwei Lukarnen sowie Einbau zusätzliche Dachfenster, div. innere Umbauten sowie Installation Solaranlage, Vers.-Nr. 412, Kat.-Nr. 852, Allenwinden, Kappel am Albis (Landwirtschaftszone)

«Chunnsch i d’Lehr?» Mit dem Lehrlingsausweis erhältst du bei uns 10% Rabatt auf Berufsund Regenbekleidung, Stiefel, Arbeits- und Sicherheitsschuhe. Dies gilt auch für alle, die bereits in der Berufslehre sind. Wir freuen uns auf Dich! Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7.30 bis 12.00 und 13.15 bis 18.00 Uhr Samstag 7.30 bis 15.00 Uhr

Bestattungen Bonstetten Glasbrenner, Paul René

Turnverein Obfelden Gesangssektion Obfelden Veteranengruppe Obfelden

geboren 18. November 1929, von Zürich ZH, wohnhaft gewesen Schachenmatten 22, Bonstetten. Er starb in Bonstetten am 19. Juli 2015.

TO D E S A N Z E I G E

Der Abdankungsgottesdienst findet am Mittwoch, 29. Juli 2015, um 14.00 Uhr in der reformierten Kirche Wettswil statt. Bestattungsamt Bonstetten

Obfelden Am 18. Juli 2015 ist in Affoltern am Albis gestorben:

Häberling-Peter, Emil Albert geb. 14. April 1921, von Obfelden ZH, wohnhaft gewesen in Obfelden, Alte Schulhausstrasse 21; Witwer der Häberling-Peter, Anna. Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Die Friedhofvorsteherin

Traurig nehmen wir Abschied von unserem langjährigen Mitglied und Ehrenmitglied

Emil Häberling 14. April 1921 – 18. Juli 2015

Er hat sich stets für die Förderung der Turnsache eingesetzt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Turnverein Obfelden Die Vorstände Urnenbeisetzung im engen Familien- und Freundeskreis und mit der Turnfamilie am Donnerstag, 13. August 2015, 11.00 Uhr, auf dem Friedhof Obfelden.


Bezirk Affoltern

Freitag, 24. Juli 2015

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wir gratulieren Zur goldenen Hochzeit Heute Freitag, 24. Juli, feiern Werner und Margrit Huber das Fest der goldenen Hochzeit. Pro Senectute Knonau gratuliert ganz herzlich, wünscht dem Jubelpaar ein freudvolles Fest und für die gemeinsame Zukunft alles Gute.

Fackelwanderung, Geschichten und viel Bewegung Kolibri Mettmenstetten: gelungenes Sommerlager im Pfadiheim Bläsimühli in Madetswil

Zum 80. Geburtstag Alfred Huber feiert ebenfalls heute Freitag, 24. Juli, in Affoltern den 80. Geburtstag. Herzliche Gratulation. Wir wünschen dem Jubilaren ein schönes Geburtstagsfest.

Zum 80. Geburtstag Zum 80. Geburtstag dürfen wir auch Ruth Halbeis-Meili in Affoltern gratulieren. Sie feiert ihren «Runden» übermorgen Sonntag, 26. Juli. Herzliche Gratulation und alles Gute.

Zum 91. Geburtstag Am kommenden Montag, 27. Juli, feiert Max Strickler-Felber in Stallikon seinen 91. Geburtstag. Wir wünschen dem Jubilaren einen frohen Festtag. Die besten Wünsche begleiten ihn im 92. Lebensjahr.

Zum 85. Geburtstag Ebenfalls am 27. Juli feiert Rolf Vogt in Stallikon seinen 85. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und wünschen ein schönes Geburtstagsfest.

Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A.

Wie jedes Jahr in der ersten Sommerferienwoche fand das Kolibrilager der reformierten Kirchgemeinde Mettmenstetten statt, dieses Jahr unter dem Thema «Mir werded bewegt ... und beweged». Knapp 30 Kinder von 5 bis 11 Jahren waren mit dabei. Am Sonntag, 12. Juli, starteten die «Kolibris» gemeinsam ins Abenteuer. Die erste Etappe, von Mettmenstetten bis nach Affoltern, fuhren die Lagerteilnehmer mit Trottinetts und Rollerblades, anschliessend ging es mit Zug und Bus weiter nach Madetswil, ins grosse und gemütliche Lagerhaus. Nach dem Beziehen der Zimmer wurden T-Shirts im Batiklook gefärbt. Ob basteln, Geschichten hören, singen, spielen am Bach, auf der Wiese oder im Schopf – das Programm ging abwechslungsreich weiter. Am Dienstag gab es einen Postenlauf zur Geschichte von Babar. Die Posten wurden in kleinen Gruppen absolviert und führten alle schliesslich zum Zmittag an eine Feuerstelle. Auch die beliebten kleinen Ausflüge nach dem immer feinen Nachtessen, durften natürlich nicht fehlen. So stand eine Fackelwanderung durch den Wald auf dem Programm, weiter setzten die «Kolibris» Schwimmlichter in den Bach und liessen Heissluftballons in den Sternenhimmel steigen.

Gleich zu Beginn wurden die Lager-T-Shirts im Batiklook gefärbt. (Bild zvg.) Zirkus mit den selbst gebastelten Kasperlifiguren Der Schlussabend fand wieder in Form eines Zirkus statt, wo die während der Woche mit viel Liebe selbst gebastelten Kasperlifiguren gleich zum Einsatz

Redaktion: Thomas Stöckli Salomon Schneider Redaktion@affolteranzeiger.ch

Bis zum 28. August ist das Dolder Bad in Zürich auch ein Freilichtmuseum. An der Ausstellung ist das Säuliamt durch Künstlerin Svetlana Hansemann vertreten.

Gesamtauflage: 24 280 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/ Christine von Burg Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 inserat@weissmedien.ch

Kochen über dem Lagerfeuer im Wald – mit der nötigen Vorsicht bleibt das erlaubt – vorerst. (Archivbild)

Annahmeschluss: Dienstagsausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen

Noch kein Feuerverbot im Kanton Zürich

Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701

Trotz Niederschlägen ist Vorsicht geboten

Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau

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Olivia Bär

Ausstellung mit Svetlana Hansemann

Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material

Tarife: www.affolteranzeiger.ch

Sonnenschein. Dank dem kühlen Mühliraum und dem Bach gleich neben dem Lagerhaus war selbst die Hitze gut auszuhalten. So dürften sich alle auf das nächste Jahr freuen.

Wo sich Badekultur und Kunst die Hand reichen

Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Werner Schneiter

Sonderseiten: Kurt Haas, Mediaberatung Telefon 058 200 5718, M 079 270 35 67 info@mein-mediaberater.ch

kamen. Die Kinder hatten fleissig an ihren Darbietungen geübt, um diese am Abend präsentieren zu können. Das Zirkusprogramm mit anschliessendem Limbo gefiel allen sehr! Gemeinsam genossen die Lagerteilnehmer die Woche bei sehr viel

Trotz lokaler Niederschläge herrscht nach wie vor Waldbrandgefahr. Wegen der aussergewöhnlichen Trockenheit ist beim Feuern im Freien weiterhin Vorsicht geboten. Von einem Feuerverbot wird im Kanton Zürich vorderhand abgesehen. Am vergangenen Wochenende fiel im Kanton Zürich gebietsweise Regen, zudem wird für die kommenden Tage Niederschlag vorhergesagt. Die Niederschlagsmengen waren jedoch bisher zu gering, um eine wesentliche Entspannung der Situation zu bewirken. Deshalb besteht im Kanton Zürich weiterhin Waldbrandgefahr (Gefahrenstufe 3, «erheblich»). Nach wie vor sind gut besonnte Waldränder, windexponierte und lichte Stellen im Wald sowie Orte mit viel trockenem Gras, Laub oder Reisig besonders gefährdet. Zum Verhüten von Flur- und Waldbränden ist beim Feuern in der

Natur, insbesondere in Waldesnähe und im Wald, weiterhin grösste Vorsicht geboten. Raucherwaren und Zündhölzer dürfen nicht brennend weggeworfen, Grillfeuer nur in bestehenden, festen Feuerstellen entfacht werden. Weiter gilt es, das Grillfeuer dauernd zu beobachten und bei Funkenflug das Feuer sofort zu löschen. Jedes Feuer muss vor dem Weggehen vollständig gelöscht werden. Bei starkem Wind soll auf Feuer im Freien verzichtet werden. Werden Feuer an gefährlichen Stellen beobachtet, ist die Feuerwehr zu informieren (Telefonnummer 118). Ein Feuerverbot ist vorderhand nicht vorgesehen. Die Situation wird durch die zuständigen Stellen jedoch weiterhin aufmerksam beobachtet. Am Montag, 27. Juli, findet eine weitere detaillierte Lagebeurteilung statt. Im Rahmen dieser Beurteilung wird auch über ein allfälliges Feuer- und Feuerwerksverbot mit Blick auf den 1. August entschieden. (ki.)

Eine bunte und lebendige Ausstellung zeigt im Dolder Bad, Zürich, jedes Jahr aktuelle zeitgenössische Kunst. Die Jury hat acht Kunstschaffende aus der Region Zürich eingeladen, insgesamt rund 100 Werke zu präsentieren. Die Ausstellung findet in den denkmalgeschützten Kabinen, so wie in der Galerie im ersten Stock und auf dem Badeareal statt. Die Künstler zeigen verschiedene Werke wie Malerei, Objekte, Skulpturen, Installationen und Performances. Das Säuliamt ist durch die bildende Künstlerin Svetlana Hanse-

mann aus Knonau vertreten. Sie zeigt rund zwanzig Kunstwerke. Schwimmen, bräunen, essen und Kunst bestaunen – für Seele und Körper wird im Dolder Bad über diesen Sommer gesorgt. Am Freitag, 31. Juli, um 19 Uhr führt Svetlana Hansemann ihre Epilationsperformance auf und wird dabei von der Künstlerin Ona Sadkowsky in Actionpainting porträtiert. Der Eintritt ist frei. Am «Artpriceomat», einer von Kurator Martin Gut entwickelten Kunstmaschine, kann abgestimmt werden. (pd.) Midissage mit Einführung von Max Christian Graeff, Musik sowie Epilationsperformance von Svetlana Hansemann und Actionpainting von Ona Sadkowsky am Freitag, 31. Juli, 19 Uhr, im Dolder Bad, Adlisbergstrasse 36, Zürich. Infos unter www.svetlana-hansemann.com.

«Dream Nr. 7» – Malerei von Svetlana Hansemann aus Knonau. (Bild zvg.)


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Bezirk Affoltern

Freitag, 24. Juli 2015

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ratgeber

Implantat ist nicht gleich Implantat ................................................... von milan herzog*

Referent Blerim Bunjaku am «Politik mit Feuer» der EVP Affoltern. (Bild zvg.)

«Die Fremden und wir» Bereits zum 3. Mal führte die EVP Affoltern den Sommeranlass «Politik mit Feuer» durch. Das heisse Thema in diesem Jahr: Ausländer- und Integrationspolitik im Bezirk Affoltern. Daniel Sommer konnte wiederum eine stattliche Anzahl Teilnehmer sowie ganz speziell den Gastreferenten Blerim Bunjaku begrüssen. In seiner Einführung zeigte Daniel Sommer auf, dass der Ausländeranteil auch in unserem Bezirk hoch ist und bestimmt noch zunehmen wird. Sowohl in der Politik, wie auch in unserem persönlichen Umfeld kommen wir nicht darum herum, uns mit Fragen der Integration auseinanderzusetzen. Die Vertiefung ins Thema bestritt Blerim Bunjaku, der sich als Betroffener intensiv mit dem Thema befasst. Er war 6 Monate alt, als seine Eltern mit ihm aus dem Kosovo ausgewandert sind. Heute ist er 37, Unternehmer, verheiratet, hat 2 Kinder und lebt in Winterthur. Er ist und fühlt sich als Schweizer. Mit seiner Familie ist er hier integriert und engagiert sich in der Politik und als Schulpfleger. Für anzeige

ihn steht fest, dass für die Integration das Erlernen der Sprache zentral ist. Die Verantwortung sieht er hier vor allem bei den Ausländern. Er weist darauf hin, dass die kulturellen Unterschiede Verständnis von allen erfordern und ermuntert die Anwesenden, einen Schritt auf die «Fremden» zuzugehen. Leider muss auch er, obwohl er hier aufgewachsen ist und ein perfektes Deutsch spricht, hin und wieder Situationen erleben, in denen ihm mit Misstrauen begegnet wird. Als Hilfe für Ausländer aber auch für Schweizer, die mehr über ihr Land wissen wollen, hat er die «Schweizermacher»App für das IPhone (die Version für Android ist in Bearbeitung) entwickelt. Mit unzähligen Fragen kann das Wissen getestet werden. Am Anlass verteilte er den Anwesenden ein Blatt mit kniffligen Fragen aus der App, auf dem jeder seine Kenntnisse über sein Heimatland überprüfen konnte – die Resultate blieben geheim.

«Fremde» sollen sich heimisch fühlen In der Diskussionsrunde zeigte es sich, dass bei einigen Teilnehmern ausländische Wurzeln vorhanden sind. Ein-

wanderung ist keine neue Erscheinung und auch die Diskussionen darüber sind nicht neu. Über die Wichtigkeit, dass Ausländer sich in unsere Gesellschaft integrieren können und sollen, herrschte Einigkeit. Wir alle haben Möglichkeiten dazu beizutragen, dass sich die «Fremden» bei uns heimisch fühlen. Die Politik ist gefordert Verantwortung zu übernehmen. Über das Thema hätte es noch viel zu diskutieren gegeben und wird es mit Sicherheit auch weiterhin geben. Aus dem lodernden Feuer war inzwischen eine Glut entstanden, auf der mitgebrachtes Essen grilliert werden konnte. Ein gelungener Abend mit einem aktuellen Thema fand damit einen gemütlichen Abschluss. Schon kurz nach den Sommerferien, am 13. September (bei schlechter Wetterprognose am 12. September) lädt die EVP zum nächsten, diesmal zu einem sportlichen Anlass ein. Die 3. Etappe «Auf dem Jakobsweg durch die Schweiz» führt von Wattwil nach Rapperswil. Der detaillierte Beschrieb kann auf www.evp-affolternamalbis.ch heruntergeladen werden. Doris Balmer, EVP Ortspartei Affoltern

In den letzten Jahren hat der Fachbereich der Implantologie in der Zahnmedizin an entscheidender Bedeutung gewonnen. Vorbei schienen nun die Zeiten der Zahnlosigkeit, bei Verlust von einem oder mehreren endständigen Zähnen, vorbei auch die Zeit von schlechten Brückenversorgungen im Frontzahnbereich, wo unschöne Zahnfleischverläufe die optische Wirkung (Ästhetik) erheblich beeinträchtigten, weil durch den Verlust der Zähne auch immer eine Knochen- und Zahnfleischschrumpfung erfolgt, die Zeiten von schlecht haftenden Prothesen haben durch die Verankerung an Implantaten ein Ende. Diese Äusserungen und Argumentationen sind uns hinreichend bekannt und können auch wissenschaftlich fundiert und belegt werden. Eine Vielzahl von Langzeitstudien zum Überleben von Implantaten können mit ausreichenden Daten belegen, dass die Implantation, sofern diese nach entsprechenden Kautelen erfolgt, eine der sichersten Behandlungsmethoden ist und ihre Lebenserwartungen mit fast 100 % nach zehn Jahren in Bereichen liegen von denen viele andere therapeutische Massnahmen weit entfernt sind (z.B. eine Wurzelbehandlung mit Erfolgsaussichten von um 85 %). Was aber nicht zwangsläufig bedeutet, auf diese Methoden zu verzichten, da auch die Invasivität einer Methode oder Massnahme nicht zuletzt Auswahlgrund ist. Der Grundsatz «der Zahn ist das beste Implantat» hat nach wie vor Bestand, muss aber von Fall zu Fall relativiert werden.

Strategisch sinnvoll platzieren Die Implantologie ist ein Fachbereich der Zahnmedizin, der einem hohen Wandel unterliegt, da ständige Forschungen und Studien immer wieder die «Eigentliche Therapie» mit Implantaten quasi updaten. So war es sehr lange Zeit üblich, Implantate an die Stelle im Kiefer zu platzieren wo ausreichend Knochen vorhanden war, dies ist seit einiger Zeit nicht mehr so und so platziert man die Implantate so, dass sie strategisch sinnvoll sind, denn was hat ein Implantat für einen Sinn, wenn es zwar im ortständigen Knochen steht, aber aufgrund seiner sinnlosen Position nicht versorgt werden kann? So ergab sich aber das Problem, wie bekomme ich Knochen an die Stelle, wo ich mein Implantat setzen möchte. Somit war es unabdingbar, Methoden zu entwickeln, mit denen man das Implantatlager respektive den ortsständigen Knochen aufbauen kann. Es wurden viele Methoden entwickelt, um die Kieferknochen zu verbreitern oder zu erhöhen. Man nutzte in der ersten Instanz körpereigenen Knochen, da dieser leicht zu gewinnen ist, leider muss dafür fast immer eine zusätzliche Entnahme-Operation durchgeführt werden. Man konnte aber in den Langzeitergebnissen sehen, dass der körpereigene Knochen fast immer wieder vollständig resorbiert («vom Körper wieder abgebaut») wird, und dadurch Misserfolge in der Langzeit (meist ab dem 5. postoperativen Jahr) resultieren.

Gewünschtes Knochenvolumen herstellen und stabil halten Der momentane Stand der Dinge mit fast 100 % Langzeiterfolg, ist die Verwendung von sogenannten Xenogenen Materialien, («von artfremder Spezies») meist vom Rind oder Schwein, wobei hier nur die biochemische Struktur beschrieben ist, welche verwendet wird und die synthetisch her-

Milan Herzog. (Bild zvg.) gestellt wird, nicht etwa aus dem Tier gewonnen wird! Der entscheidende Vorteil dieser Materialien ist, dass der Körper diese in den Knochen einbaut und damit in der Langzeitbetrachtung eine Konstanz des Knochenvolumens gegeben ist und nicht wie bei körpereigenem Knochen eine Resorption eintritt. Dieser in mehreren 1000 Studien beschriebene Zustand bringt uns die Sicherheit für die Langzeitergebnisse. Somit ist es in aller Regel heute leicht, ein Implantat an der richtig verwendbaren Position zu setzen und den Knochen dafür an der Stelle aufzubauen, zumindest wenn es um eine Verbreiterung des Knochens geht. Diese als GBR (Guided Bone Regeneration) bezeichnete Massnahme ist, wie schon beschrieben, eine der sichersten und vorhersagbarsten Methoden, um einen Knochenaufbau zu erreichen.

Künftig Knochenersatz drucken? Man geht heute sogar so weit, besonders da, wo man schon von vornherein sehr dünnen Knochen hat, (besonders in der Frontzahnregion), eigentlich immer eine GBR mit durchzuführen, um eine Knochenschrumpfung, auch durch die eigentliche operative Massnahme selbst, zu verhindern. Und eine Langzeitbeständigkeit zu erreichen. Es lässt sich also sagen, dass man mit den künstlichen Knochenersatzmaterialien ein gewünschtes Knochenvolumen herstellen kann und dies über Langzeit stabil halten kann. Wie beschrieben, können somit heute Implantate strategisch sinnvoll so platziert werden, dass sie dem natürlichen Vorbild mit der entsprechende Versorgung des Implantates möglichst nahe kommen. Einen Wermutstropfen hat das Ganze: Diese Materialien sind nicht ganz billig und sehr häufig bedarf es auch einer grösseren Menge als im Vorfeld gedacht, da man diese Mengen in einem 2D-Röntgenbild nicht immer ganz genau vorhersagen kann. Sonst müssten wir immer 3D-Bilder oder CTs herstellen, welche aber eine höhere Strahlenbelastung bringen, was auch niemand für sinnvoll erachtet. Die Zukunft wird aber die Möglichkeit bieten, dreidimensional einen Knochendefekt mit dem entsprechenden Knochenersatz planen zu können und diesen entsprechend herzustellen. Heute kann man dies schon fräsend erreichen, aber die Zukunft liegt im Drucken. * Der Autor ist Zahnarzt mit eigener Praxis in Affoltern. Infos unter www.praxisherzog.ch.


Bezirk Affoltern

Freitag, 24. Juli 2015

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Expo Mailand und Monza als Höhepunkte Die Jungunternehmer Säuliamt auf Italien-Exkursion Die diesjährige Reise in die Lombardei hat gezeigt, dass auch Italien über ein gut funktionierendes System an öffentlichen Verkehrsmitteln verfügt – vorausgesetzt, es ist nicht Nacht und es wird nicht gestreikt. ................................................... von martin platter Irgendwann kommt bei jedem Reisenden der Moment, wo er die Zustände der Destination mit denen im Heimatland vergleicht. Beim Schreibenden kam dieser Zeitpunkt am vorletzten Abend der viertägigen Italien-Reise mit den Jungunternehmern Säuliamt (Jusa). Kurz nach Mitternacht galt es von Monza zurück ins Hotel zu gelangen, das etwas ausserhalb in Concorrezo lag. Monza ist nicht irgendein Provinznest, sondern eine Stadt bei Mailand mit 125 000 Einwohnern und der weltberühmten Autorennbahn, auf der am 6. September wieder ein Formel-1-Rennen stattfindet; mit einer wunderbaren Altstadt und hervorragenden Restaurants wie das besuchte La.it, die an lauen Samstagabenden rege frequentiert werden. Doch wehe, wer sich nach Mitternacht kein Taxi vorbestellt hat. Da fährt kein Nachtzug und auch kein Nachtbus. Und Taxis schon gar nicht! Wer sein Glück dennoch versucht, auf eine der Nummern der drei wichtigen Taxiunternehmen anzurufen, bekommt eine automatische Ansage zu hören, mehr nicht. Und erhält drei Tage später, inzwischen längst wieder zu Hause, eine SMS von Taxi Oscar mit der Entschuldigung, er habe den Anruf nicht gesehen, weil die Nummer aus dem Ausland gekommen sei.

Kreativität und Überredungskunst Eine grössere Gruppe zog es dennoch in eine der lauschigen Bars in der Altstadt – um sich dann zu fortgeschrittener Stunde des Ernstes der Situation bewusst zu werden. Nun war Kreativität gefragt. Während die einen ein paar jungen Bar-Besuchern eine Runde spendierten, um sich als Gegenleistung ins Hotel fahren zu lassen, nahmen drei Unentwegte den sechs Kilometer langen Fussmarsch in Kauf. Wer würde schon morgens um halb drei anhalten, um drei Männer nach Hause zu fahren? Eben. Unterwegs entlang der Einfallstrassen erlebte das Trio dann so einiges. Nachtaktives Gewerbe und tat-

Die Jungunternehmer Säuliamt zu Besuch bei ihrem Mitglied Toni Seiler (hinten rechts), der mit dem Lola aus dem Jahre 1968 das Classic-Race auf dem Autodrom in Monza bestritt. (Bild zvg.) sächlich ein Unachtsamer, der beim Wegfahren von einem Platz den Weg über den Grünstreifen gewählt hatte. Was er offenbar nicht sah: Der Streifen hatte eine ziemlich tiefe Wasserrinne, in der das Auto mit den Vorderrädern bis zum Chassis versank. Keine Chance, ohne fremde Hilfe da jemals wieder rauszukommen. Auch die drei Herren schafften es nicht, den jungen Automobilisten aus seiner misslichen Situation zu befreien. Somit wurde nichts aus der Idee, als Gegenleistung ins Hotel gebracht zu werden. Also weiterlaufen. Bei 25 Grad und aufgehendem Mond nicht ganz so strapaziös, wie es sich vielleicht liest. Sonst verlief die Italienreise mit Besuchen der beeindruckenden Weltausstellung und des Lola-Rennteams von Toni Seiler, nicht zuletzt dank der perfekten Planung von Ursula von Allmen von der Reisebar in Bonstetten, reibungslos. Die Fahrt mit dem Zug nach Mailand war reine Entspannung. In dreieinhalb Stunden ist man mitten

Blick in den Pavillon von Brasilien. (Bilder Martin Platter)

in der lombardischen Kapitale. Die Weltausstellung erreicht man im Minutentakt per U-, S- oder der normalen Eisenbahn. Zudem fahren auch Busse und Taxis. Die Jusa wählten die UBahn. Die ist günstig und schnell und im Idealfall auch kühl.

Schaulaufen der Nationen Spannend, wie sich die verschiedenen Nationen an der Weltausstellung präsentieren. Hauptthemen der noch bis Ende Oktober laufenden Expo sind die Welternährung und nachhaltige Energie. Die meisten Nationen präsentieren aber auch – oder nur – ihr touristisches Angebot. Oder versuchen eine Imagekorrektur ihres Landes. Kasachstan beispielsweise, das sich sehr weltoffen präsentiert. Auffällig ist, wie sich die asiatischen Länder mit viel Fantasie als Technologieträger positionieren; Erdöl exportierende Staaten ihre grossen Anstrengungen im Bereich alternative Energiegewinnung betonen.

Nur noch wenige Nationen legen ihr Hauptaugenmerk auf traditionelles Handwerk. Ungarn beispielsweise. Der Pavillon der USA war der einzige, auf dem der amtierende Präsident mit einer Videobotschaft direkt zu den Expo-Besuchern sprach. Die Schweiz präsentiert sich als Wasserschloss und Tinguely-Land mit Schokolade-Tradition. Sehr zu empfehlen ist der Besuch des Cirque du Soleil als einstündige Freiluftvorstellung direkt auf dem Expo-Gelände. Die Fusion aus den klassischen Zirkus-Elementen Klamauk und Artistik mit rhythmischer Live-Musik und zum Schluss mit klassischer Oper von Giaccomo Puccini (Turandot) ist gelungen.

Zug von Mailand verkehrt zwar im Viertelstundentakt Richtung Schweiz und hält in Monza. Doch eine Busverbindung, die direkt vor der Autorennbahn hält, gibt es nicht. Man muss schon ein paar hundert Meter laufen, um die Rennautos sehen zu können. Dafür durften wir gratis fahren, da der Bus nicht für den Ticketverkauf ausgerüstet war. Alleine die Willensbekundung beim Chauffeur, ein Billet zu lösen, genügte, und die freundliche Kontrolleurin drückte ein Auge zu. Bei der Rückfahrt hatte der Bus wohl die nötige Infrastruktur an Bord. Doch kein Papier mehr im Automaten. Wieder reisten wir gratis. Man fragt sich, wie die Italiener so ihre öffentlichen Verkehrsmittel refinanzieren.

Gratis Busfahrten Deutlich schlechter erschlossen wie die Expo ist das «Autodromo nazionale» in Monza, das in eine wunderbare Parkanlage mit Wald, Schwimmbad und Gehwegen eingebettet ist. Der

Nur noch wenige Länder wie Ungarn zeigen ihre handwerkliche Tradition.

Heisses Autorennen Der Besuch beim Rennteam von Toni Seiler war beeindruckend. Auf einem Lola T70 Mk3 Coupé bestreitet der Bonstetter die Classic-EnduranceRennserie und konnte heuer in Spa-Francorchamps, Belgien, bereits einen Sieg einfahren. Im Monza hatte sein Rennauto von 1968 jedoch Probleme mit dem Öldruck, was vermutlich auch der grossen Hitze zuzuschreiben war. Fürs Rennen wurde ein weiterer Ölkühler eingebaut, der seine Wirkung nicht verfehlte. Seiler erreichte das Ziel im guten fünften Rang. Dabei trieb er den 900 Kilo schweren Lola, der von einem 5-LiterChevrolet-Motor und knapp 500 PS befeuert wird, mit knapp 300 Stundenkilometern über den Rundkurs. Auf der Rückreise in die Schweiz wurde dann traditionsgemäss vom amtierenden Präsidenten Martin Platter der neue bestimmt: Andri Oertli. Man darf gespannt sein, wohin der Hedinger Bauunternehmer die Jungunternehmer führen wird.


Forum

Freitag, 24. Juli 2015

Party machen – und dann ...?

Ja zum Zweckverband heisst Nein zum Akutspital Desaströse FDP-Spital-Strategie?, Leserbrief im «Anzeiger» vom 17. Juli.

Ohne Worte. Der Rastplatz Dachs in Affoltern am Montagmorgen. (Bild Christian Giger)

Wie lebt das Spital Affoltern die kantonale Spitalplanung? Desaströse FDP-Spital-Strategie?, Leserbrief im «Anzeiger» vom 17. Juli. Einmal mehr ist es dem Präsidenten des «Vereins pro Zweckverband Spital Affoltern» gelungen, einen Artikel prominent im «Anzeiger» zu platzieren, in dem er seine tiefgründige Abneigung gegenüber der FDP und der SVP kundtut. Dabei benutzt er wiederum das Spital als Objekt für sein Treiben und er setzt gleichzeitig in der gewohnten Manier dessen Leistungsträger in Misskredit. Die mantraähnliche Wiederholung von Unwahrheiten und seines politischen Manifestes, das Spital sei basisdemokratisch zu führen, wird damit nicht wahrhaftiger. Das Verhalten erstaunt umso mehr, als der besagte Exponent behauptet, er stehe für die Zukunft des Spitals ein. Das Gegenteil ist der Fall: Mit seinen hasserfüllten Tiraden gegenüber allen, die sich für das Spital einsetzen, wird er zu dessen Totengräber. Das ist nicht zulässig und wird von den Spitalmitarbeitenden und sicher von einem Grossteil der Bevölkerung nicht akzeptiert und er ist dazu auch nicht legitimiert! Im besagten Beitrag versucht er, beziehungsweise sein Ghostwriter, die Betriebskommission über das Vorgehen in der künftigen Ausrichtung des Spitals zu belehren, insbesondere wie die Akutversorgung sich zu positionieren hat. Dabei nimmt er das Basiswissen eines Kurses für Einsteiger als Junior-Führungskraft zu Hilfe und erklärt, wie die Betriebskommission vorzugehen hat. Der Schreiberling vergisst dabei, dass jedes Vorgehen in einen Zusammenhang zu stellen ist. Das zitierte Vorgehen kann wohl richtig für einen Spielladen sein, greift aber nicht für das Spitalwesen.

Leistungsangebot «bedarfsgerecht» und finanzierbar Spitäler können sich nicht frei am Markt bewegen. Vieles ist, insbesondere durch das KVG, reguliert. So verlangt dieses, dass die Kantone eine Spitalplanung erstellen müssen. Der Kanton Zürich hat dies in exemplarischer Art und Weise vorgenommen und dazu eine Spitalliste erstellt. Diese Planungsgrundlagen haben übrigens viele andere Kantone für ihre eigenen Spitalplanungen übernommen. Die zürcherische Spitalplanung enthält für jedes Spital sowohl die zu führenden Fachbereiche und zudem, welche Voraussetzungen dafür notwendig sind. Aufgrund dieser Pla-

nungsgrundlage darf das Spital Affoltern, übrigens das kleinste Spital im Kanton Zürich, ein Angebot in der Akutversorgung von Patienten für die Innere Medizin, die Chirurgie, die Gynäkologie/Geburtshilfe und die Akutgeriatrie anbieten. Das Leistungsspektrum ist durch die Vorgaben, welche die Spitalplanung beinhaltet, eingeschränkt, z.B. minimale Leistungszahlen, Intensivpflegestation, Interventionszeiten, etc. Das Spital Affoltern hat es dennoch verstanden, ein Leistungsangebot in der Akutmedizin für seine Bevölkerung bereitzustellen und das in einem nicht einfachen Umfeld. Das Spital befindet sich in einer Region mit einer beispiellosen Spitaldichte. Diese Spitäler können schon von ihrer Grösse her ein weit grösseres Leistungsspektrum anbieten. Trotzdem konnte sich das Spital Affoltern in diesem Wettbewerb behaupten, weil es mit den Chefärzten Dr. Roland Kunz, Dr. Nadia Lindenmann, Dr. Mathias Wiens, Dr. Natascha Klep und Dr. Hanspeter Hofmann, zusammen mit ihren Teams, verstanden hat, ein Leistungsangebot zu definieren, das «bedarfsgerecht» und auch (noch) finanzierbar ist.

Gesamtangebot an stationären und ambulanten Leistungen erhalten Die Chefärzte haben es verstanden, mit den nötigen Kooperationen Patienten, die zugewiesen werden, die richtige Behandlung zukommen zu lassen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Hausärzte, die loyal zum Spital stehen. Wichtig für das künftige Überleben des Spitals ist jedoch das Gesamtangebot, das dieses bietet: Die Psychiatrie mit Chefarzt Dr. Tim Klose, die Psychotherapie mit Veronica Baud, die Langzeitpflege mit Edi Meier und den Betten für die Palliative Care, ärztlich geführt durch Dr. Roland Kunz. Sowohl die Palliative Care wie auch die Akutgeriatrie sind akutmedizinische Angebote! Genau dieses Gesamtangebot macht das Spital Affoltern einzigartig und als Beispiel dienen könnte ländlichen Regionen die Spitalversorgung zu erhalten, auch weil die Pflege unter der Leitung von Corina Maron fachlich auf dem neuesten Stand ist und dabei das Persönliche nicht zu kurz kommt. Dieses Gesamtangebot an stationären und ambulanten Leistungen, für die eine Spitalinfrastruktur notwendig ist, muss mit allen Mitteln erhalten bleiben. Wird eines der Angebote herausgebrochen, so ist die Zukunft des Spitals nicht mehr gesichert.

Einen besonderen Namen hat sich das Spital zudem mit dem Angebot der Akutgeriatrie bzw. zeitgemässer ausgedrückt der Altersmedizin gemacht. Bei diesem Fachbereich handelt es sich um eine selbstständige Disziplin, die in der Zukunft an Bedeutung zunehmen wird. Bereits heute werden dem Spital Affoltern Menschen aus anderen Regionen und benachbarten Kantonen zur altersmedizinischen Behandlung überwiesen. So stammen 50 % der altersmedizinischen Patienten aus anderen Regionen/Kantonen und auf der Palliative Care sind es 70 %.

Spital muss sich selbst finanzieren Noch etwas zur Finanzierung der Akutversorgung. Diese erfolgt mittels Fallpauschalen. Dazu wird der Grund, warum ein Patient in einem Spital behandelt wird, die Diagnose(n) und welche Behandlungen ihm zugekommen sind, erhoben. Mittels eines Computer-Programms wird ein Faktor errechnet, der dann mit der sog. vom Kanton erlassenen Baserate multipliziert wird. Für einen komplikationslosen Blinddarm ergibt das einen Betrag von 6071 Franken (DRG G23C 0,637 x Baserate 9530 Franken). In diesem Rechnungsbetrag ist auch der sog. Investitionsanteil enthalten, also die Kosten für das Gebäude, die Einrichtungen etc. 55% des Rechnungsbetrages werden durch den Kanton finanziert, 45 % gehen an die Krankenversicherung – die Gemeinden bezahlen an die Akutversorgung nichts mehr. Gegenüber der Zeit vor der Einführung des neuen KVG ist das ein Paradigmenwechsel: bis ins Jahr 2011 wurde das Defizit aus dem Betrieb des Spitals und zusätzlich die Investitionen durch die Gemeinden und den Kanton gemeinsam finanziert. Heute muss sich das Spital mit den aus seinen Leistungen erwirtschafteten Erträgen selbst finanzieren – eine zusätzliche finanzielle Unterstützung durch den Kanton oder die Gemeinden ist ausgeschlossen. Das ist auch der Grund dafür, dass die Spitäler sich genau überlegen müssen, welche Leistungsangebote sie erbringen. Die basisdemokratische Mitentscheidung ist dadurch stark eingeschränkt. Andernfalls müssten die Gemeinden zusätzliche Wünsche wiederum mitfinanzieren. Dazu sind die Gemeinden kaum bereit und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch nicht der sog. «Verein Pro Zweckverband». Beat Straubhaar, Direktor a.i. Spital Affoltern

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Hans Roggwiler, Präsident des Vereins «Pro Zweckverband Spital Affoltern» hat mich in der Vergangenheit immer wieder öffentlich angegriffen. Freunde und Bekannte haben mir empfohlen, auf die Angriffe von Hans Roggwiler nicht zu reagieren, da er sich mit seinen haltlosen Anschuldigungen und Behauptungen längst unglaubwürdig gemacht habe. Diesen Rat habe ich bis heute befolgt. Der Leserbrief im Anzeiger vom Freitag 17. Juli 2015 mit dem Titel «Desaströse FDP-Spital-Strategie» hat nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Roggwilers systematische Verdrehung der Tatsachen veranlasst mich, öffentlich Stellung zu beziehen. Zuerst: Ich hatte nie eine offizielle Funktion im Zusammenhang mit dem Spital Affoltern. Namentlich war ich weder Delegierter des Spitalzweckverbandes noch Mitglied der Betriebskommission, noch hatte ich je ein bezahltes Mandat im Zusammenhang mit dem Spital. Zweitens: Die FDP-Bezirkspartei hat sich in den letzten Jahren eingehend mit dem Spital Affoltern auseinandergesetzt. Die FDP anerkennt die grosse Bedeutung des Spitals Affoltern. Sie ist der Meinung, dass das Spital Affoltern eine tragfähige Organisationsstruktur braucht, die auf eine erfolgreiche Zukunft ausgerichtet ist. Wer am Zweckverband festhalten will, bezweckt eine Reduktion der Leistungen auf die Langzeitpflege. Dies ist kein Geheimplan, wie Hans Roggwiler behauptet, sondern eine mögliche Folge seiner destruktiven Aktivitäten.

Zweckverband nur für Langzeitpflege tauglich Drittens: Die Frage, wie das Spital Affoltern in Zukunft ausgerichtet werden soll, hat die FDP beantwortet mit dem Ja zur neuen Rechtsform von 2013, welche die Fortführung der Spital-Strategie mit einem vielfältigen interdisziplinären Angebot ermöglicht hätte. Nachdem die neue Rechtsform am Einstimmigkeitsgebot im Zweckverband gescheitert ist, muss zwingend in alle Richtungen überlegt werden. Dies ist in erster Linie Sache der neuen Betriebskommission. Viertens: Mit der Revision des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) vom 21. Dezember 2007 wurden die Kantone verpflichtet, ihre gesetzlichen Vorgaben für die Spitalplanung und die Spitalfinanzierung zu überarbeiten. So verlangt das neue KVG unter anderem, die freie Spitalwahl für grundversicherte Patientinnen und Patienten zu gewährleisten, ein Finanzierungssystem mit leistungsbezogenen Pauschalen für alle Listenspitäler einzuführen und die Spitalplanung auf den Versorgungsbedarf für Zusatzversicherte auszudehnen. Im Kanton Zürich wurde dazu ein

Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz (Spfg) erlassen. Das Spfg wurde vom Kantonsrat am 2. Mai 2011 verabschiedet und für dringlich erklärt. Am 17. Juni 2012 haben die Stimmberechtigten mit 66,7 Prozent zugestimmt. Seit 2012 ist die Finanzierung der Akutspitäler im Kanton Zürich daher Sache des Kantons. Die Gemeinden sind für die Finanzierung der Langzeitpflege zuständig. Dies ist auch der Grund, weshalb der Zweckverband als Zusammenschluss der Gemeinden für gemeinsame Aufgaben nur für die Langzeitpflege eine taugliche Organisationsform ist. Wer daran festhalten will, entscheidet sich gegen das Akutspital.

Neues Bettenhaus zwingend Fünftens: Der Kanton Zürich verzichtet im Spfg auf planwirtschaftliche Massnahmen und Vorgaben. Konkret bedeutet dies, dass der Kanton Zürich nicht festlegt, welche Spitäler es in Zukunft geben soll. Der Kanton Zürich legt aber auch nicht fest, welche Spitäler geschlossen werden sollen. Dies wird ausdrücklich dem Markt überlassen. Spitäler, die rote Zahlen schreiben, werden früher oder später schliessen müssen. Mit diesen Regeln soll die Spitalversorgung der Zürcher Bevölkerung in notwendiger Qualität und zu wirtschaftlichen Bedingungen gesichert werden. Sechstens: Wir können die aktuellen Rahmenbedingungen für Spitäler im Kanton Zürich gut finden oder nicht. Da es zurzeit keine Bestrebungen gibt, diese Rahmenbedingungen zu ändern, müssen wir sie zumindest mittelfristig als gegeben hinnehmen. Siebtens: Das Spital Affoltern besteht heute aus einem Akutspital mit Innerer Medizin, Chirurgie, Frauenklinik, einer Psychotherapie und einem Psychiatriestützpunkt sowie einem Kompetenzzentrum für Palliative Care und einer Mutter-Kind-Abteilung. Angegliedert ist die Langzeitpflege Sonnenberg mit Geriatrie-Tagesheim und einer Demenzstation. Das Spital Affoltern hat 298 Betten und Betreuungsplätze und beschäftigt mehr als 600 Mitarbeitende. Wenn sich das Spital Affoltern mit diesem breiten Angebot am Markt behaupten will, sind eine moderne Infrastruktur und ein neues Bettenhaus zwingend. Die dafür notwendigen Entscheide müssen bald getroffen werden, um den Zug nicht zu verpassen. Zudem benötigt das Spital ein Umfeld, in dem konstruktiv miteinander umgegangen wird und in dem die Mitarbeitenden ihre Arbeit leisten können. Achtens: Ich erwarte auch von Hans Roggwiler Respekt gegenüber den Personen, die freiwillig Aufgaben in unserer Gesellschaft übernehmen. Sollten die destruktiven Kampagnen Roggwilers Schule machen, sähe ich schwarz für das Milizsystem und unsere Schweiz. Olivier Hofmann, Hausen am Albis

Zuschriften mit vollständiger Adresse Die Redaktion erhält regelmässig per E-Mail übermittelte Zuschriften, die keine vollständige Adresse der Autorin oder des Autors enthalten. Bitte in jedem Fall einen Absender vermerken (Name und Postadresse) und eine Telefonnummer für allfällige Rückfragen angeben. Bei Zuschriften, die sich auf Artikel im «Anzeiger» beziehen, sind des-

sen Titel und das Erscheinungsdatum notwendig. Kürzere Beiträge haben bessere Abdruckchancen – dazu auch solche, die sich auf Beiträge im «Anzeiger» beziehen. Über eine Veröffentlichung und über den Zeitpunkt der Veröffentlichung entscheidet die Redaktion. Und über nicht publizierte Texte führt die Redaktion keine Korrespondenz. (Red.)


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Serie

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Als das «Fryamt zu Afholtere» von Zürich gekauft wurde Das Knonauer Amt und die 15er-Jubiläen (4): 1415 und die Eroberung des Aargaus durch Zürich Das «Fryamt Afholtere» erwarb die Stadt Zürich 1406 käuflich von Habsburg. 1415 erfolgte die Eroberung des habsburgischen Aargaus. Für unsere Region führte dies zu einer straffen Herrschaftsorganisation als Teil der Zürcher Untertanengebiete anstelle der komplexen und teilweise widersprüchlichen mittelalterlichen Herrschaftsverhältnisse.

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts hatten Zürich, Bern und Luzern je für sich ein Bündnisgeflecht auf die Beine gestellt, das die Basis für ihren territorialen Ausbau schuf. Bern und Luzern hatten diesbezüglich die Nase vorderhand vorne, während Zürich dank habsburgischem VerwaltungsKnow-how federführend war bei der Ausformulierung von Verträgen.

und im Frühjahr ein Huhn. Das «Fryamt» umfasste die heutigen Gemeinden des Bezirks ohne das Unteramt (Bonstetten, Stallikon und Wettswil). Das Stampfenbächlein markierte die nördliche Grenze bei Ottenbach. Auf der anderen Seite lag das ebenfalls habsburgische Kelleramt. Wie komplex die Rechte damals waren, zeigt etwa die zusätzliche Vogtsteuer, welche die Haushaltungen des Freiamts Affoltern in Form von Fischen der Kirche Lunkhofen und dem Luzerner Kloster Leodegar entrichten mussten. Während die Grafen von Habsburg das Blutgericht ausübten, hatten sie das niedrigere Vogteigericht nach der Niederlage der Herren von Eschenbach den Herren von Hallwil und weiteren niedrigeren Adligen verliehen. Diese verpfändeten 1406 die eschenbachischen Vogteien beidseits des Albis der Stadt Zürich. Habsburg wäre berechtigt gewesen, das Pfand auszulösen, setzte aber andere Prioritäten und akzeptierte auch diese Expansion von Zürich.

Aufbau von Territorialherrschaften

Ein Staatenbund entsteht

Nicht nur die Städte bauten in dieser Zeit ihr Territorium auf. Auch Habsburg, dessen Landvogtei Aargau rund um den zwischen Brugg und Wildegg gelegenen Stammsitz herum im Raum zwischen den Einflussgebieten von Zürich, Bern und Luzern eher einem Flickenteppich mit komplex strukturierten Herrschaftsrechten glich, musste nachziehen, wollte das Grafengeschlecht das Gebiet zwischen den drei Städten nicht kampflos aufgeben. Bern eroberte 1384 die befestigte Stadt Burgdorf und kaufte Thun. Luzern eroberte 1385 das Städtchen Rothenburg. 1386 verbündete sich das Entlebuch mit Sempach, um sich gegen die Unterwerfung unter Luzern und gleichzeitig gegen die habsburgischen Herrschaftsrechte zur Wehr zu setzen. Schwyz besetzte im selben Jahr Einsiedeln und die untere March, Zürich das linke Seeufer bis zu den «Höfen» bei Freienbach.

Die Eroberung des Aargaus von 1415 hing mit der gesamteuropäischen Politik zusammen und war die Grundlage für die Entwicklung der Eidgenossenschaft zum Staatenbund, denn das gemeinsam verwaltete Untertanenland erforderte regelmässige Treffen aller voll berechtigten Orte. Ausgangspunkt war das sogenannte Schisma: 1378 wurden zwei Päpste gewählt, die sich fortan bekämpften und – wie bei der Doppelkönigswahl zu Beginn des 14. Jahrhunderts – in ganz Europa zu gegensätzlichen Parteinahmen verfehdeter Clans führte. 1414 wurden gar drei Päpste gewählt. Doch nicht nur das: 1415 wurde der böhmische Reformator Jan Hus wegen Gotteslästerung in Konstanz zusammen mit seinen theologischen Schriften verbrannt, da er «Verschwendungssucht und Gottlosigkeit» durch Kirchenvertreter anprangert hatte. Die Einheit des Abendlandes war von allen Seiten her infrage gestellt. 1415 verhängte König Sigismund von Luxemburg die Reichsacht über Friedrich IV. von Habsburg, weil dieser einen anderen Papst unterstützte. In kürzester Zeit löste dieser Vorgang 700 Kriegserklärungen gegen Habsburg aus. Bern, Luzern und Zürich griffen den Aargau an, um ihr Territorium auszudehnen. Da sie entscheidend von den inneren Orten unterstützt wurden, wurde aus einem grossen Teil des nach kurzem Krieg eroberten Aargau die erste «gemeine Herrschaft» gebildet.

................................................... von bernhard schneider

Das Machtvakuum wird gefüllt Diese kriegerischen Aktionen in Gebieten mit habsburgischen Hoheitsrechten deuten darauf hin, dass die Talschaft Schwyz ebenso wie die aufstrebenden Reichsstädte Bern und Zürich sowie die habsburgische Landstadt Luzern das Machtvakuum, das die Verlagerung Habsburgs nach Osten geschaffen hatte, zu ihren Gunsten auffüllen wollten. Dies hinderte führende Leute dieser Orte wie beispielsweise den Zürcher Bürgermeister Rudolf Brun und seine Familie oder Innerschweizer Adelsgeschlechter wie die Attinghausen, Wolfenschiessen und Stauffacher nicht daran, gleichzeitig als Lehensleute der Habsburger Herzöge deren Interessen zu vertreten.

Leben vom Krieg Die geringen Erträge auf zumeist kargen Böden führten dazu, dass die Innerschweizer Talschaften stark auf Kriegseinkünfte setzten. Diese wirtschaftliche Notwendigkeit begünstigte die Verträge mit Zürich, Bern und Luzern. Als professionelle Krieger waren sie bei Schlachten gerne zur Stelle – manchmal auch auf beiden Seiten. Attraktiv waren Schlachten gegen Ritterheere, deren Plünderung besonders einträglich war. Eine Möglichkeit zur Ausdehnung des Territoriums war das Land- bezie-

Ottenbach lag dort, wo Zürich und Luzern beim Aufbau ihrer Territorien aufeinanderprallten. Westlich der Reuss lag das luzernische Amt Merenschwand, nördlich des Stampfenbächlis begann das 1415 eroberte Kelleramt. (Bild Bernhard Schneider) hungsweise Bürgerrecht. Auf diese Weise band beispielsweise Luzern die Sempacher und das Entlebuch an sich. Diese mussten die Leistungen an Steuern und Militärdienstpflicht aufgrund des Vertrags Luzern statt Habsburg entrichten, dafür erhielten sie eine gewisse Autonomie sowie Anspruch auf gerichtlichen und militärischen Schutz.

Die Schlacht bei Sempach Auf den Abfall von Sempach und des Entlebuchs reagierten die Habsburger für einmal. Unterstützt von den Kriegern der inneren Orte bezwang Luzern das Habsburger Ritterheer in der Schlacht bei Sempach von 1386. Die glühende Sonne entkräftete die

gepanzerten Ritter und liess sie zusammen mit ihrem Tross zu einer lukrativen Beute der Innerschweizer werden.

Plünderungen erst nach dem Ende der Schlacht erlaubt Im Anschluss an die Schlacht rückten die Waldstädte und ihre Bündnispartner näher zusammen und besiegelten mit dem Sempacherbrief von 1393 gemeinsame Rechtsgrundsätze. Fehden innerhalb der Orte und zwischen ihnen wurden untersagt. Auf gemeinsamen Kriegszügen solle Eintracht herrschen. Jeder Stand richte selbst über Fahnenflüchtige und Verbrecher aus seinem Herrschaftsbereich. Die Plünderung des

Die 15er-Jubiläen Im Jahr 2015 häufen sich die Jubiläen: 1315 Schlacht am Morgarten, 1415 Eroberung des Aargaus, 1515 Schlacht bei Marignano, 1815 Wienerkongress und Bildung der Schweiz im heutigen Umfang. Der «Anzeiger» nimmt diese Jubiläen zum Anlass, um darzustellen, wie es in jedem Jahrhundert seit 1315 um das Jahr 15 herum bei uns ausgese-

hen hat und wie weit sich die gefeierten Ereignisse auf die Region ausgewirkt haben.

Bisher erschienen: Eschenbacher verlieren Fehde gegen Habsburg, «Anzeiger» vom 15. Mai; Missernten, Hunger und Fehden, «Anzeiger» vom 19. Mai, Ein Jahrhundert voller Katastrophen, «Anzeiger» vom 21. Juli.

Feindes dürfe erst nach dem Ende der Schlacht beginnen, die Beute werde gemäss der Anzahl Soldaten auf die einzelörtlichen Kontingente aufgeteilt. Klöster, Kirchen und Frauen seien auf Kriegszügen zu schonen. Die Verbote zeichnen das Bild der Wirklichkeit: Plünderungen begannen bereits während der Schlacht, jeder versuchte, unter Einsatz seiner Waffen so viel als möglich zu ergattern, Klöster und Kirchen der Umgebung wurden geplündert, Frauen vergewaltigt. Auf der Basis dieser Vereinbarung schlossen die eidgenössischen Stände 1394 gemeinsam einen zwanzigjährigen Frieden mit Habsburg, der den einzelnen Orten die Eroberungen des 14. Jahrhunderts sicherte. Dass Habsburg mit dem Frieden die Expansion der eidgenössischen Orte akzeptierte, ermunterte diese zu neuen Taten.

Zürich kauft das «Fryamt zu Afholtere» Im habsburgischen «Fryamt zu Afholtere» waren Affoltern und Rifferswil die Vogteigerichtsorte, während das grafschaftliche Blutgericht, das über Leben und Tod verfügte, ausschliesslich in Rifferswil tagte. Alle Männer, die über einen eigenen Hof verfügten, waren verpflichtet, am Vogteigericht teilzunehmen. Als Vogtsteuer entrichtete jede Haushaltung, unabhängig von ihrer Grösse, Geld, Hafer

Verwendete Literatur Peter Blickle, Friede und Verfassung, in: Innerschweiz und frühe Eidgenossenschaft. Thomas Maissen, Schweizer Geschichte im Bild, Baden 2012. Hans Conrad Peyer, Verfassungsgeschichte der alten Schweiz, Schulthess Zürich 1978. Roger Sablonier, Innerschweizer Gesellschaft im 14. Jahrhundert, in: Innerschweiz und frühe Eidgenossenschaft, Band 2, S. 11233, Olten 1990. Bernhard Schneider, Ottenbachs Bevölkerung im Wandel der Zeit, Ottenbach 1986.


Vermischtes

Mit Lesung

Dressierte Kühe

10. Rumänienfest auf dem Bauernhof Schneebeli Weid in Obfelden.> Seite 13

Der Traditionszirkus Stey gastiert mit «Ächt Schwiizerisch» in Mettmenstetten. > Seite 15

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Triathlon-Triumph Bonstetter Patrick Wallimann gewinnt in Zürich über die olympische Distanz. > Seite 19

Retro-Modelleisenbahn aus «Abfall» Züge von Bruno Schwender in Spreitenbach In der Umwelt Arena Spreitenbach gibt es vom 31. Juli bis 23. August eine verspielte RetroRecyclingwelt zu entdecken, in der Eisenbahnen rattern, Kinderaugen leuchten und Kindheitserinnerungen wach werden. Die aus «Abfall» gebauten Eisenbahnen von Bruno Schwender sind bereits zum dritten Mal zu Gast in der Umwelt Arena Spreitenbach. Da die Spur H0 2015 80 Jahre alt wird, steht die diesjährige Ausstellung unter dem Motto: «Retro-Train» – Eisenbahnen aus Holz, Metall und Karton, ganz ohne Plastik. Die Holzreisezugwagen

werden in der Umwelt Arena gar ihre Jungfernfahrt absolvieren. Als Vorbild dienten Bruno Schwender Eigenbauten der 30er- und 40erJahre. Auch die Schauanlage ist der Zeitepoche des Rollmaterials entsprechend gestaltet. Selbstverständlich auch vieles aus «Abfall». Beim Recycling-Rangierspiel können Besucherinnen und Besucher selbst «er-fahren», was mit Alu, Glas, Pet und Co nach der Sammelstelle passiert. (pd.) Retro-Modelleisenbahn aus «Abfall» vom 31. Juli bis 23. August in der Umwelt Arena, Türliackerstrasse 4, Spreitenbach. Rangierspiel und aktiver Bahnbetrieb am 31. Juli, 1., 7., 14. bis 16. sowie 22. und 23. August. Infos: www.umweltarena.ch.

Hinten von links: Etienne Thomann (Koch), Alida Bun (Fachfrau Hauswirtschaft), Wanja Baer (Fachmann Betriebsunterhalt), Ermira Sadikaj (Assistentin Gesundheit und Soziales), Anja Wyrsch, Spitex Knonau Michelle Spring (beide Fachfrau Gesundheit), Jegatheeswaran Tharani (Assistentin Gesundheit und Soziales), Sandro Aschwanden (Kaufmann). Vorne: Livia Ziegler, Céline Hirschi, Selena Jovanovic, Julia Brosenbauch, Alexandra Villiger, Spitex Knonau Rina Ngim (alle Fachfrau Gesundheit). (Bild zvg.)

14 neue «gestandene Fachleute» Erfolgreiche Lehrabschlüsse – das Spital durfte feiern Zwölf Lernende haben während den letzten drei Jahren eine Ausbildung am Spital Affoltern und zwei bei der Spitex Knonau absolviert. Alle setzten ihrer Ausbildungszeit mit dem erfolgreichen Abschluss der Prüfungen die Krönung auf. 14 erfolgreiche Lehrabschlüsse – das war ein guter Grund, am Donnerstag,

16. Juli, zu einem Abschlussfest einzuladen und den Fleiss und die Ausdauer der Lernenden zu würdigen. Eltern, Familie, Freunde, Vorgesetzte, Berufsbildnerinnen und Berufsbildner – alle kamen, um zu gratulieren.

Durchschnittsnote von rund 5.0 So durfte Liliane Bürge, Personalleiterin am Spital Affoltern, gegen 90 Personen an der Feier mit Apéro und Mu-

sik willkommen heissen. 14 erfolgreiche Lehrabschlüsse und eine GesamtDurchschnittsnote von rund 5.0 ist eine tolle Schlussbilanz. Auch freut sich das Spital Affoltern darüber, dass sechs der Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger am Spital Affoltern weiterbeschäftigt werden können. Das Spital Affoltern gratuliert allen nochmals herzlichst und wünscht einen gelungenen Start ins Berufsleben als «gestandene Fachleute». (lb.) anzeige

Tanzmusik und gute Stimmung Am 31. Juli steigt in Islisberg das traditionelle Dorffest. Seit über 40 Jahren feiern die Islisberger zusammen mit Freunden und Gästen aus der Umgebung den Bundesfeiertag am 31. Juli – seit Ende der 70erJahre auf dem Dorfplatz vor dem Gemeindehaus. Der Frauenverein ist verantwortlich für den reibungslosen Service im Festzelt; der Schützenverein stellt sicher, dass in der Küche und am Grill alles klappt. Die Bar wird von den Jüngeren im Dorf betrieben. Ein zweiköpfiges OK koordiniert alles und organisiert die Infrastruktur usw. Um 18 Uhr geht es los und der Duft von feinen Grilladen füllt die Luft im Dorfkern. Die Kinder lassen auf der abgesperrten Strasse ihre Knaller los anzeige

und die Gäste füllen die Tische im und um das Festzelt. Um zirka 19.30 Uhr beginnt der «offizielle» Teil mit der Begrüssung durch das OK. Anschliessend singt der Gemischte Chor Islisberg. Nach der 1.-August-Rede, singen alle zusammen mit den Gemischten Chor die Landeshymne und anschliessend das Islisberger Lied (arrangiert von Chorleiterin Cäcilia Brem). Höhepunkt für die kleinen Gäste ist der Lampionumzug um 21.45 Uhr. Und dann wird nur noch gefeiert! Im Festzelt gibt es Tanzmusik und gute Stimmung vom Adler aus Österreich. Spätestens ab 2 Uhr trifft sich Alt und Jung in der Bar. Um 6 Uhr verstummt auch dort die Musik und im Dorf mit Blick auf das Knonauer Amt kehrt wieder Ruhe ein. (pd.)

Die aus «Abfall» gebauten Eisenbahnen von Bruno Schwender. (Bild zvg.)


Pfingstgemeinde Affoltern a. A., Alte Obfelderstrasse 55

Sonntag, 26. Juli 9.45 Gottesdienst und Kinderprogramm mehr unter www.pga.ch

Heilsarmee Affoltern a. A., Wiesenstrasse 10

Ref. Kirche Aeugst a. A.

Ref. Kirche Mettmenstetten

Sonntag, 26. Juli 10.00 Regionalgottesdienst in Affoltern Pfr. Werner Schneebeli Fahrdienst ab Aeugst Jürg Widmer, Tel. 044 761 00 90

Sonntag, 26. Juli 10.00 Regionalgottesdienst in Maschwanden Pfarrerin Susanne Brüngger www.ref-mettmenstetten.ch

Sonntag, 26. Juli 10.00 Gottesdienst (Predigt: Eveline Fenner) KingsKids mehr unter: www.heilsarmee-affoltern.ch

Evang. Täufergemeinde Mettmenstetten, Weidstrasse 20 Sonntag, 26. Juli 10.30 Gottesdienst Nehemia 7, 1–4 Kinderhort Sonntagsschulen Sammelklasse www.etg-mettmenstetten.ch

Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Heumattstrasse 2, 8906 Bonstetten

Sonntagsgottesdienste 9.20 Abendmahlsversammlung 10.40 Sonntagsschule Informationen über weitere Veranstaltungen: siehe www.hlt-bonstetten.ch

Ref. Kirche Obfelden Ref. Kirche Affoltern a. A. Samstag, 25. Juli 16.30 Gottesdienst im Haus zum Seewadel Pfr. W. Schneebeli Sonntag, 26. Juli 10.00 Gottesdienst, Pfr. W. Schneebeli Mittwoch, 29. Juli 12.15 Oase: Besinnung über Mittag Pfr. W. Schneebeli

Sonntag, 26. Juli 10.00 Regionalgottesdienst in Affoltern am Albis mit Pfr. Werner Schneebeli Donnerstag, 30. Juli 13.30 Seniorenwandergruppe leichte Wanderung Parkplatz Zendenfrei www.kircheobfelden.ch

Ref. Kirche Bonstetten

Ref. Kirche Ottenbach

Sonntag, 26. Juli 10.00 Tauferinnerungs-Gottesdienst mit Pfrn. Susanne Sauder für alle Eltern mit kleinen Kindern, die vor wenigen bis vielen Monaten (in Bonstetten) getauft worden sind Taufe von Yara Denoth, Bonstetten (Bitte Taufkerze mitnehmen!) Anschliessend Chilekafi

Sonntag, 26. Juli 10.00 Regionaler Gottesdienst in Affoltern Pfarrer Werner Schneebeli Fahrdienst: Käthi Kurtz Telefon 044 761 23 47 www.kircheottenbach.ch

Ref. Kirche Hausen a. A. Sonntag, 26. Juli 9.30 Oberämtler Gottesdienst in Kappel mit Pfarrer Christof Menzi

Ref. Kirche Hedingen Sonntag, 26. Juli 10.00 Regionalgottesdienst in Affoltern mit Pfarrer Werner Schneebeli Fahrdienst auf Anfrage bei A. Wohlwend, Tel. 044 761 34 69

Ref. Kirche Rifferswil Sonntag, 26. Juli 9.30 Regionalgottesdienst in Kappel Pfr. Christof Menzi Fahrdienst: 9.10 Uhr ab Volg

Ref. Kirche Stallikon-Wettswil Sonntag, 26. Juli 10.00 Ref. Kirche Bonstetten: Regionalgottesdienst für Stallikon-Wettswil und Bonstetten mit Pfrn. Susanne Sauder Fahrdienst: Anmeldung, 25. Juli, Telefon 044 700 09 91

Ref. Kirche Kappel a. A.

Kath. Kirche Affoltern a. A.

Sonntag, 26. Juli 9.30 Regionalgottesdienst in Kappel mit Pfr. Ch. Menzi

Samstag, 25. Juli 17.30 Eucharistiefeier Sonntag, 26. Juli 9.00 Eucharistiefeier

Kloster Kappel a. A. Werktags: Tagzeitengebete um 7.45, 12.00, 18.00 Uhr in der Klosterkirche Sonntag, 26. Juli 9.30 Regionalgottesdienst in Kappel mit Pfr. Ch. Menzi 17.15 KEIN Musik und Wort: Sommerpause Mittwoch, 29. Juli 17.00 KEIN offenes Singen während der Schulferien Donnerstag, 30. Juli 13.30 Führung durch die Klosteranlage, Treffpunkt Eingang Amtshaus (Réception) 18.00 Abendmahlsfeier mit Pfr. Markus Sahli

Ref. Kirche Knonau Sonntag, 26. Juli 10.00 Regionalgottesdienst in Maschwanden Pfr. S. Brüngger Fahrdienst um 9.45 Uhr ab Kirche Knonau

Ref. Kirche Maschwanden Sonntag, 26. Juli 10.00 Regional-Gottesdienst in Maschwanden mit Pfrn. Susanne Brüngger Thema: Die schöpferische Kraft Gottes Musik: Bläser-Duo Silberhorn anschliessend Apéro und Eröffnung der neuen Bilderausstellung von Erika Gallmann im Pfarrhaus Samstag, 1. August 17.00 Regional-Gottesdienst in Knonau mit Pfrn. Susanne Brüngger Orgel: Rosa Buchmann

Kath. Kirche Bonstetten Sonntag, 26. Juli 10.15 Eucharistiefeier im Singsaal Schulhaus Mettlen, Wettswil Dienstag, 28. Juli 19.30 Abendmesse im Provisorium Bonstetten

Kath. Kirche Hausen a. A. Samstag, 25. Juli 17.00 Eucharistiefeier Sonntag, 26. Juli 11.00 Eucharistiefeier

Kath. Kirche Mettmenstetten

Die Mitglieder des gastgebenden Unihockey-Clubs Albis Devils fiebern dem Uerzliker Waldfest von morgen Samstagabend entgegen, das bereits zum 50. Mal stattfindet. (Bilder Martin Platter)

Jubiläumsbier und Erinnerungen ans erste Mal 50. Waldfest Uerzlikon: Vorbereitungen bald abgeschlossen Die aufwändigen Aufbauarbeiten für das Waldfest von morgen Samstag, 25. Juli, im Uerzliker Erdbeeriholz gedeihen prächtig. Auf die Besucher wartet ein abwechslungsreiches Programm mit Spielen, Tanzmusik und drei Bars. ................................................... von martin platter Nichts da mit lauschigem Aufbau der Fest-Infrastruktur für das Uerzliker Waldfest am kommenden Samstag. Kurz vor dem Augenschein am Mittwochabend zieht ein Gewitter mit heftigem Regen über den Festplatz bei der Waldhütte im Erdbeeriholz. «Der Boden hat das Wasser kaum aufge-

nommen und bleibt pickelhart», stellt einer fest, der gerade einen Pflock für ein Geländer in den Waldboden rammt. Auch der Beteiligung durch die Mitglieder des organisierenden Unihockey-Clubs Albis Devils kann das regnerische Wetter nichts anhaben. «24 von 27 Mitgliedern unseres Clubs sind am Bauen. Und das mit grosser Freude. Für mich ist das ein Aufsteller. Alle in unserem Club fiebern dem Waldfest entgegen», stellt WaldfestOK-Präsident Dave Andermatt zufrieden fest.

Umfangreiche Bauten Die Bauten sind zum 50-Jahre-Jubiläum besonders umfangreich. Neben einer 80 Quadratmeter grossen Tanzbühne stehen den Waldfestbesuchern

Sonntag, 26. Juli 9.30 Eucharistiefeier mit Pfr. Luzius Huber

Kath. Kirche Obfelden Sonntag, 26. Juli 10.30 Eucharistiefeier

Chrischona Affoltern am Albis, Kirche mit Nähe Alte Obfelderstr. 24 Sonntag, 26. Juli 9.45 Gottesdienst Ueli Baltensperger kein Kinderprogramm Mehr Infos: www.sunntig.ch

Evang.-methodistische Kirche Zürichstrasse 47 Affoltern a. A., Sonntag, 26. Juli 9.45 Gottesdienst (Walter Bitzer) Kinderhort mehr unter: www.emk-affoltern.ch

Die 80 Quadratmeter grosse Holzbühne ist der Mittelpunkt des Uerzliker Waldfestes. Sie ist im Eigenbau entstanden. Links der Spiele-Bereich.

gleich drei Bars zur Verfügung. Eine, wie beim ersten Mal vor 50 Jahren, eine Shotbar und eine grosse abgeschlossene wie beim letzten Mal. Ein grosser Spielebereich lädt mit Unihockey-Zielschiessen, Büchsenwerfen, Luftgewehrschiessen, Fischeangeln und Harassenstapeln. Fast alles davon ist gedeckt, denn die Wetterprognose sieht für Samstagabend wechselhaftes Wetter vor. Ein Verschiebedatum wie in der Gründerzeit gibt es nicht mehr. «Wir hoffen jetzt einfach, dass es nicht zu Beginn des Abends regnet. Dann, wenn die Leute zu Hause entscheiden, ob sie zu uns ans Waldfest kommen wollen», sagt Andermatt.

Echter Uerzliker Country-Sound Für die musikalische Unterhaltung spielen zunächst der Musikverein Hausen auf und später «The Hobos», eine sechsköpfige Country-Band mit Wurzeln im Säuliamt: Bandleader Franz Arnold ist ein waschechter Uerzliker, der sogar sein Sattlerei-Geschäft im Dorf hat. Gemäss Eigendeklaration spielen «The Hobos» von Bluegrass und Country bis hin zum Country Rock. In der Bar wird Musik ab Konserve – vorzugsweise Hardrock und Stimmungsmusik – laufen. Als besondere Überraschung gibt es ein 50-Jahre-Waldfest-Jubiläumsbier der Brauerei Baar, für den Festappetit und zum «Bödele» Jubiläums-Hamburger. Der Eintritt ist von 18 bis 19 Uhr gratis. Danach bezahlen Erwachsene (ab 16 Jahre) zehn Franken. Das Waldfest wird bei jeder Witterung durchgeführt. Parkplätze befinden sich direkt beim Festgelände. Der Weg ist ab dem Restaurant Lindenhof ausgeschildert. Infos unter waldfest-uerzlikon.ch oder auf facebook.


Veranstaltungen

Freitag, 24. Juli 2015

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Die Kiesgrube wird wieder zur Kino-Arena Der Verein «... Punktuell ...» ermöglicht in Uerzlikon Film-Erlebnisse – dank Sponsoren und Fronarbeit gratis Eine Arena in der Natur – der Verein «... Punktuell ...» nutzt die ideale Topografie der Kiesgrube in Uerzlikon wieder für sein Open-Air-Kino. Sitzgelegenheiten dürfen die Besucher selber mitbringen. Sieben Jahre ist es her, seit der Verein «... Punktuell ...» letztmals zum OpenAir-Kino lud. Über 1000 Leute fanden damals in die Uerzliker Kiesgrube, schliesslich lockte die Vorpremiere von «Das Geheimnis von Murk». Auch diesmal ist es den Veranstaltern gelungen, ein tolles Programm zusammenzustellen. Den Auftakt machen am Donnerstag, 30. Juli, Til Schweiger und Didi Hallervorden in «Honig im Kopf». Dieses komische Roadmovie ist aktuell der Renner in den Open-Air-Kinos des deutschsprachigen Raumes. Wie ein New Yorker Pflegekind die Welt eines unnahbaren Milliardärs ins Wanken bringt, darum geht es am Freitag, 31. Juli, im Film «Annie» mit Cameron Diaz, Jamie Foxx und Rose Byrne. Und dass am Nationalfeiertag ein Schweizer Film hermusste, versteht sich von selbst. In «Liebling, lass’

uns scheiden» spielen Marco Rima und Esther Schweins die Hauptrollen.

Am 1. August bereits ab 18 Uhr und mit Hackbrett-Musik Die Filme werden auf einer sechs Meter hohen und 13 Meter breiten Leinwand gezeigt. Die Besucher dürfen sich mit ihren eigenen Wolldecken und Gartenstühlen einrichten. Für die besten Plätze lohnt es sich, früh zu kommen. Der Anlass wird bei jedem Wetter durchgeführt. Notfalls stehen rund 300 gedeckte Sitzplätze bereit. Der Festwirtschafts- und Barbetrieb läuft jeweils ab 19 Uhr. Der Film beginnt, sobald es eindunkelt. Rund 50 freiwillige Helfer stellen sicher, dass alles rund läuft. Besonders gefordert werden sie am 1. August sein. Dann geht es bereits um 18 Uhr los. Um 20 Uhr spielt dann HackbrettKünstler Nicolas Senn auf. (tst.) Open-Air-Kino in der Kiesgrube Uerzlikon. Festwirtschaft jeweils ab 19 Uhr. Donnerstag, 30. Juli: «Honig im Kopf»; Freitag, 31. Juli: «Annie»; Samstag, 1. August: «Liebling, lass’ uns scheiden», Festwirtschaft bereits ab 18 Uhr, um 20 Uhr spielt Nicolas Senn Hackbrett. Eintritt frei.

Die Mitglieder von «... Punktuell ...» freuen sich, zum Open-Air-Kino-Event in Uerzlikon einzuladen. (Bild zvg.)

Alzheimer-InfoMobil hält in Mettmenstetten Fachleute auf dem Gemeindehausplatz Am Dienstag, 25. August, macht das InfoMobil der Alzheimervereinigung Kanton Zürich auf dem Gemeindehausplatz in Mettmenstetten Station.

Die Organisatoren freuen sich auch für die Jubiläumsausgabe des Rumänienfests auf viel Besuch von Jung bis Alt. (Bild zvg.)

Schriftsteller Catalin Dorian Florescu bereichert das Rumänienfest 10. Benefizanlass auf dem Bauernhof Schneebeli Weid in Obfelden Das Fest zugunsten von Strassenkindern in Rumänien wird dieses Jahr zum zehnten Mal auf dem Schneebeli-Hof durchgeführt. Dieses Jubiläum wird bei kulinarischen Leckerbissen und einer Lesung von Catalin Dorian Florescu gefeiert. Jedermann ist herzlich willkommen. Nachdem vergangenes Jahr 9000 Franken Reinerlös zusammenkamen, hoffen die Organisatoren Tobias Schneebeli und Michael Nötzli dieses Jahr die Marke von 10 000 Franken zu erreichen. «Zehn Jahre der Unterstützung, zehntausend Franken Reinerlös», wünscht sich Tobias Schneebeli. Dies natürlich weniger der Zahlenspielerei, sondern vielmehr der Situation wegen, die für viele rumänische Strassenkinder nach wie vor trist ist. Schneebeli und Nötzli, die beiden handwerklich begabten jungen Männer, waren in der Vergangenheit mehrmals im rumänischen Ghimbav im Einsatz, um Räumlichkeiten von Kinderheimen auszubauen und Gebäude zu unterhalten. Tobias Schneebeli das letzte Mal im Mai 2015. Heute packen sie zwar nicht mehr so häufig

wie früher vor Ort selber an, sondern organisieren seit 2006 das Hoffest, um Spenden zu generieren. Grundsätzlich wird der Reinerlös direkt an den «Verein für verlassene Strassenkinder in Rumänien» in Ghimbav überwiesen. «Wir kennen die Verantwortlichen vor Ort sowie den Vorstand hier in der Schweiz seit über 15 Jahren und wissen, dass sie das Geld da einsetzen, wo es gerade am nötigsten gebraucht wird», erklärt Michael Nötzli. Der Reinerlös aus der «Jubiläumsausgabe 2015» fliesst wiederum an den Verein.

Feine Spezialitäten aus Rumänien Etliche freiwillige Helferinnen und Helfer sorgen wie schon die Jahre zuvor dafür, dass es den Gästen am Fest an nichts fehlt. Diese können eine feine Bio-Kalbsbratwurst vom Hof oder «Mititei» verspeisen, eine auch bei Schweizern beliebte, hausgemachte rumänische Wurstspezialität. Natürlich kommen auch Vegetarier bei einem knackigen, bunten Salatteller nicht zu kurz. Zu den Speisen werden verschiedene Rot- und Weissweine, auch aus Rumänien, kredenzt, und die Bar ist mit Spirituosen gut bestückt.

Hier kommt jeweils bei den jüngeren Gästen zu späterer Stunde Partystimmung auf. Kind und Kegel, Junge wie Ältere, die am 31. Juli nicht in den Ferien sind, Bauernhofluft schnuppern und einen geselligen Abend erleben möchte, geniessen dann auf dem Schneebeli-Hof kulinarische und einen kulturellen Leckerbissen. Und dies erst noch für einen guten Zweck. Eine Lesung wertet den Anlass zusätzlich auf. Autor Catalin Dorian Florescu wurde in 1967 in Rumänien geboren. 1982 flüchtete er mit den Eltern in den Westen. Seither wohnt der freie Schriftsteller in der Schweiz, seit rund 14 Jahren in Zürich. 2008 erschien der Roman «Zaira», 2011 «Jacob beschliesst zu lieben» (beide im C.F. Beck Verlag, München). Im gleichen Jahr erhielt Florescu den Schweizer Buchpreis und für sein ganzes Werk verschiedene Preise und Auszeichnungen. (cm.) Rumänisches Sommernachtsfest am Samstag, 31. Juli, ab 18 Uhr auf dem Hof «Weid» der Familie Schneebeli in Obfelden. Anreise mit ÖV, per Velo oder zu Fuss empfohlen; einige Parkplätze sind auf dem Hof vorhanden. Weitere Infos unter rumaenienfest.ch und www.florescu.ch.

Auf der Kantonstour mit dem InfoMobil macht die Alzheimervereinigung Kanton Zürich auf ihr umfassendes Angebot aufmerksam. Es bietet sich an jedem Standort die Gelegenheit, in einem persönlichen Gespräch Fragen im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen zu stellen und Antworten zu erhalten. Informationen liefern auch die gedruckten Broschüren und Info-Blätter, die kostenlos abgegeben werden: Informationen zur Krankheit, Tipps für Angehörige und Betreuende, Material zu praktischen und rechtlichen Fragen und darüber, wo Hilfe und Unterstützung gefunden werden kann. Die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise verbessert – auch dank der Tätigkeit der Alzheimervereinigung. Es gilt aber, die gesellschaftliche Akzeptanz von Demenz zu erhöhen und damit die Lebensqualität der Betroffenen weiter zu steigern.

Informieren und sensibilisieren

amtlich und unentgeltlich. Sie informiert und sensibilisiert die breite Öffentlichkeit. Damit trägt sie zur Integration und Akzeptanz von Menschen mit einer Demenzerkrankung in unserer Gesellschaft bei. Heute leben im Kanton Zürich gemäss der Schweizerischen Alzheimervereinigung rund 18 000 Menschen mit einer Demenz. Bis 2050 wird die Zahl aufgrund der Alterung der Bevölkerung um das Dreifache ansteigen (ca. 53 000). 10 690 Demenzbetroffene – also 60 % – leben heute zu Hause. Die Kosten für Pflege und Betreuung liegen heute bei rund 1,2 Mrd. Franken, wobei 470 Mio. indirekte Kosten sind, da Demenzbetroffene zu 39 % privat und unentgeltlich durch Angehörige betreut werden. Dies bedeutet eine erhebliche finanzielle Entlastung für den Kanton und die Gesellschaft. Deshalb ist es unumgänglich, private Betreuungspersonen in ihrem Pflegealltag so weit als möglich zu unterstützen, denn mit dem Anstieg der Demenzbetroffenen, werden sich auch die Betreuungskosten massiv erhöhen und zu einer grossen volkswirtschaftlichen Belastung werden. Basierend auf der «Nationalen Demenzstrategie 2014–2017» unterstützt die Alzheimervereinigung Kanton Zürich die Aktivitäten im Kanton Zürich zur Erreichung einer «Kantonalen Demenzstrategie». (pd.)

Die Alzheimervereinigung Kanton Zürich steht für Menschen ein, die an einer Demenzerkrankung leiden. Sie InfoMobil der Alzheimervereinigung Kanton Zürich ist als Verein organisiert und eine un- am Dienstag, 25. August, 10 bis 16 Uhr, Gemeindeabhängige, konfessionell und politisch hausplatz Mettmenstetten. www.alz-zuerich.ch. neutrale gemeinnützige Organisation. Finanziert wird die Arbeit mit Spenden, Mitglieder- und Sponsorenbeiträgen, Legaten sowie Zuwendungen von Stiftungen und Privatpersonen. Einen grossen Teil der Arbeit leistet die Alzheimervereinigung Kanton Zürich ehren- InfoMobil der Alzheimervereinigung Kanton Zürich. (Bild zvg.)


Veranstaltungen

Freitag, 24. Juli 2015

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agenda

Freitag, 24. Juli Obfelden 19.00-22.00: Live-Musik im Zelt: mit «Manolito» Tanz und Stimmung. Eintritt frei. Restaurant Hirschen. Dorfstrasse 2.

Samstag, 25. Juli Affoltern am Albis 08.00-12.00: Wochenmarkt mit Märtkafi. Früchte, Gemüse, Blumen, Bioprodukte, Brot, Gebäck, Käse, Olivenöl, Honig, griechische und Engadiner Köstlichkeiten, Handwerk und Geschenkartikel, Messerschleifer. Marktplatz. 10.00-15.00: Restpostenangebote (keine Degustation). Mehr unter: www.mues-vinothek.ch. Mü’s Vinothek. Dachlisserweg 1.

Bickwil (Obfelden) 09.00-16.00: Spielsachen, Uhren, Schallplatten und CDs, Kupfersachen und vieles mehr. Brocki Obfelden (Flohmarkt). Brunnenstrasse, (Scheune).

Mettmenstetten 10.00-16.00: Brocki von Jugendlichen auf freiwilliger Basis gestaltet und geführt, Erlös zugunsten eines Hilfwerkes. «Güetli» Rossau.

Obfelden 17.00-22.00: Sommernachtsfest. Musikalische Unterhaltung mit dem Duo Silversound. Restaurant Rütli. Dorfstrasse 129. 19.00-22.00: Live-Musik im Zelt: «Edi’s Blasmusikanten» die Musikanten, die man kennt. Eintritt frei. Restaurant Hirschen. Dorfstrasse 2.

Uerzlikon 18.00: Waldfest Uerzlikon. 50-Jahre-Jubiläum. Mit The Hobos & Musikverein Hausen a.A. Bei jeder Witterung. Mehr Infos unter: www.waldfest-uerzlikon.ch. Waldhütte Uerzlikon.

Sonntag, 26. Juli Kappel am Albis

«Auch einheimische Tiere haben ihren Reiz.» Renardo Spindler präsentiert in der Manege sechs dressierte Kühe. (Bild Stey)

Dressierte Kühe in Mettmenstetten Der Schweizer Traditionszirkus Stey gastiert mit «Ächt Schwiizerisch» beim Bahnhof Der Schweizer Traditionszirkus Stey gastiert dieses Wochenende beim Bahnhof Mettmenstetten. Im Programm «Ächt Schwiizerisch» gibt es unter anderem einen Clown mit Alphorn und die einzigen dressierten Kühe der Schweiz zu erleben. «In einer Zeit der allgemeinen Hektik und Verunsicherung schätzen wir unser ruhiges und friedliches Land und wollen Sie mit heimatlichen Elementen im Programm bezaubern», verrät Direktor Martin Stey. Dass es nicht immer exotische Tiere sein müssen, beweist der junge deutsche Tierlehrer

Renardo Spindler. Er präsentiert in der Manege sechs dressierte Kühe – und setzt damit neue Akzente in der Tierdressur. Weiter begeistern international ausgezeichnete Artisten das Publikum. Ein Augenschmaus ist die wunderschön choreografierte Nummer von Janette Weisheit am Vertikaltuch. Und Clown Rudi, der Freund aller Kinder, ist natürlich auch mit von der Partie. Das Programm richtet sich somit an die ganze Familie. Nach wie vor werden die Top-Artisten vom zirkuseigenen Orchester live mit volkstümlichen und modernen Musik-Arrangements begleitet. Die Familie Stey dürfte eine der ältesten Zirkus-Dynastien der Welt sein.

17.15: Kein Musik und Wort: Sommerpause. Kloster Kappel.

Montag, 27. Juli Hausen am Albis 06.45: Anspruchsvolle alpine Wanderung von Göscheneralpsee nördliche Route nach Dammahütte. Via südliche Route zum Ausganspunkt zurück. Wanderzeit: 5½ Std. Aufund Abstieg 1000 m. Anmeldung und Auskunft bis Freitagabend: Vreni Zürcher, Telefon 044 764 07 62. Parkplatz Chratz (Treffpunkt).

Dienstag, 28. Juli Affoltern am Albis 14.00: Senioren 60plus: Gemeinsames Spiel und Gespräche. Th. Seeburger und Team, 044 761 58 94. Chilehuus im Park. Zürichstrasse 94.

Bonstetten 05.55: Anspruchsvolle Wanderung: Davos Platz-Schatzalp-StrelapassSapün-Langwies. Wanderzeit 5½ Std. Anmeldung und Auskunft: Ernst Baumann, Tel. 044 700 08 06. Bahnhof (Treffpunkt).

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Bereits 1437 wird in einer Chronik erstmals der Name «Stey» im Zusammenhang mit Gauklern erwähnt. Der allererste Stey soll ein Müllersohn aus England gewesen sein, der ins Elsass eingewandert ist und dort das Gauklertum und die Artistik kennen gelernt hat. Seit 1993 wurde das Unternehmen erfolgreich von Irene und Rolf Stey geführt. Vor Kurzem übergaben sie an ihren einzigen Sohn Martin, der nun den Betrieb im Sinne seiner Eltern weiterführt. Unterwegs mit 60 Fahrzeugen wie Wohnwagen, Materialwagen, Zugmaschinen ist der Zirkus Stey eine Stadt in der Stadt, bestehend aus dem 13 Meter hohen Grand Chapiteau

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Mittwoch, 29. Juli

Ausstellungen

Kappel am Albis

Aeugst am Albis

17.00: KEIN offenes Singen während der Schulferien. Kloster Kappel.

Kommbox im Gemeindehaus, Dorfstrasse 22: «Raku-Skulpturen» des Aeugsters Walter Altorfer. Mo, 8-11.30/16-18.15, Di/Do, 8-11.30, Mi, 8-11.30/14-16.30 Uhr. Bis 20. August.

Donnerstag, 30. Juli Bonstetten 07.40: Mittelschwere Wanderung, gemächliche Gruppe: RossweidSalwideli-Kemmeriboden. Wanderzeit ca. 3 Std. Anmeldung und Auskunft: Rosmarie Baumann, Telefon 044 700 08 06. Bahnhof (Treffpunkt).

Kappel am Albis 13.30: Führung durch die Klosteranlage, Treffpunkt Eingang Amtshaus (Recéption). Kloster Kappel, Kappelerhof 5

Uerzlikon 19.00: Open-Air-Kino: «Honig im Kopf» mit Til Schweiger. 13 m Leinwand, Festzelt, Wirtschaft. Filmbeginn beim Eindunkeln. Kiesgrube Uerzlikon.

Aeugstertal Pegasus Small World Spielzeugmuseum, Habersaat: «Eisenbahnzubehör aus Creglingen» Über 500 Modellbahnhäuser, Kirchen, Bahnhöfe etc. aus den 50er-Jahren. Mi-So, 11-18 Uhr. Bis März 2016.

Affoltern am Albis Galerie 100, Zürichstrasse 100: «Was ist Kunst?» Originale und Drucke, Retrospektive von Markus Bösch. Do/Fr, 13-18 Uhr, Sa, 10-16 Uhr. Bis 31. Juli.

Rifferswil Park Seleger Moor: Rhododendren- und Azaleensammlung sowie Ausstellung «Skulpturen im Park». Park und Pflanzenverkauf täglich 8-18 Uhr. Bis 31. Oktober.

Stallikon Schulhaus Loomatt: Kunstforum Stallikon: Wenn mein Buch lebendig wird! Kurzgeschichten und Zeichnungen Stalliker Primarschüler. Während den Schulferien: Di, 15-20. Bis 30. September.

«Castello», welches 600 Personen Platz bietet, sowie dem Foyerbereich mit Gastronomie und Verpflegungsmöglichkeiten. Eine Tournee bestreiten bedeutet eine logistische Meisterleistung und bedingt viel körperliche Schwerstarbeit. Abbau, Transport und Aufbau der gesamten Infrastruktur am neuen Spielort passieren in nur 24 Stunden. Diese grosse Leistung ist nur dank einem eingespielten Team zu bewältigen, in dem jeder weiss, was er zu tun hat, wo jeder Handgriff sitzt. (pd.) Zirkus Stey beim Bahnhof Mettmenstetten. Vorstellungen morgen Samstag, 25. Juli, 20 Uhr, sowie Sonntag, 26. Juli, 10.30 und 15 Uhr. Infos: www.zirkus-stey.ch.


Sport

Freitag, 24. Juli 2015

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«Das grösste Schweizer Triathlon-Wochenende war spitze» Team Koach gewinnt beim Ironman Switzerland die Clubwertung Am Zürcher Triathlon-Wochenende blieben die Athletinnen und Athleten glücklicherweise von den prognostizierten Unwettern verschont. Dafür hagelte es für das Team Koach buchstäblich Podestplätze, von der ShortDistanz bis zum Ironman.

Die Athletinnen und Athleten freuten sich auf jeder Runde auf das Fanzelt des Teams Koach, wo sie enthusiastisch angefeuert wurden. (Bild Erika Schmid)

Das Ironman-Rennen der Profis war spannend. Manuel Küng vom Team Koach stieg bei seinem Wettkampf über die lange Distanz als erster aus dem Wasser und verteidigte die Spitze auf den anschliessenden 180 Radkilometern. Erst beim Marathon musste er seiner Parforce-Leistung Tribut zahlen und fiel auf den 7. Platz zurück. Dasselbe Schicksal hat den Zweitklassierten dieses Jahres, Jan van Berkel, 2014 ereilt, und daraus die Konsequenzen gezogen. Coach Kurt Müller ist überzeugt, dass dies für Manuel Küng eine wichtige Erfahrung ist, die ihn weiterbringt. Sein Topten-Platz ist eine gute Grundlage dafür. Auch mit den Leistungen der beiden Profi-Frauen des Teams war Kurt Müller sehr zufrieden: Céline Schärer wurde über die olympische Distanz Zweite, Lina Kristin Schink errang über die Ironman-Distanz Rang fünf. Bei den Amateuren war das Team Koach überall präsent. Die Team-Mitglieder unter dem Fanzelt bei der Landiwiese zwischen Rad- und Lauf-

strecke feuerten die 19 Kolleginnen und Kollegen auf der Strecke enthusiastisch an. Pascal Boll gewann seine AK 18-24 mit einer ausgezeichneten Marathonzeit von 3:07:43, Esther Hellwig und Reto Fröhli erreichten den 2. Platz ihrer jeweiligen Alterskategorie. Zudem erhielt Esther den Titel «Schweizer Meisterin Ironman Distanz, Reto Fröhli den des VizeSchweizer-Meisters. Esther Hellwig, Pascal Boll zusammen mit Reto Fröhli, der ebenfalls von Kurt Müller trainiert wird, qualifizierten sich damit für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. «Mit bereits neun Qualifikationen sind wir am oberen Level des Erwarteten. Aber unser Sieg in der Clubwertung des Ironman Switzerland und unsere Führung im Circuit von Swiss Triathlon zeigen, dass wir auch hoch gesteckte Erwartungen übertreffen können», stellt Kurt Müller fest. So waren auch die Wettkämpfe vom Samstag so erfolgreich, dass eine vollständige Aufzählung nicht möglich ist. Martin Welti und Tanja Bühlmann gewannen ihre Altersklassen über die olympische Distanz, Oliver Thomi erreichte im Sprint Rang zwei. Nicht weniger als 22 Triathletinnen und Triathleten trugen am Samstag über die kürzeren Distanzen das Team Koach Dress. (tk.) Weitere Infos: www.kmsportcoaching.ch.

«Ohne die Motivation Ironman wäre ich nicht bei Schnee und Regen aufs Rad» Caroline Koethe als 6. ihrer Altersklasse beim Ironman Switzerland im Ziel Sieben Ämtlerinnen und Ämtler haben dem feucht-heiss-windigen Wetter am Sonntag getrotzt und den Ironman Switzerland gefinisht. Den besten Altersklassen-Rang erreichte Caroline Koethe aus Rifferswil. Ihren ersten Ironman bestand sie vor zehn Jahre, nun den zweiten. ................................................... von bernhard schneider Die zehn Jahre zwischen ihren beiden Ironman-Wettkämpfen waren von anderen Prioritäten geprägt: Caroline Koethe-Zoelly heiratete, wurde Mutter der mittlerweile achtjährigen Flurina. Auch ihr Mann, Mathias, einst ein erfolgreicher Triathlet auf allen Distanzen, steckte sportlich zurück. «Flurina ist nun im Alter, das uns wieder mehr Training erlaubt. Wir haben aber festgestellt, dass wir unsere WettkampfSaisons abwechseln müssen. Wenn beide auf Ironman-Niveau trainieren, leidet die Familie zu sehr darunter. Allerdings würde sich Flurina sehr über eine Hawaii-Qualifikation freuen, da sie mit den Schildkröten schwimmen möchte», fügt Caroline Koethe lachend hinzu. Eigentlich wollte sie in Luxemburg über die Halbdistanz starten. Als sie sich aber die Organisation der Reise mit der ganzen Familie überlegte, kam sie zum Schluss, ein Start in Zürich sei viel einfacher. Seit November letzten Jahres, als sie gemeinsam mit Ehemann Mathias diesen Entscheid gefällt hatte, trainierte sie gezielt während 13 bis 18 Stunden pro Wochen, klar fokussiert auf die Strapazen eines Ironman.

Mitte März den Aussenknochen des rechten Fusses angerissen «Der letzte Winter war hart, in Rifferswil lag der Schnee bis in den März hinein. Ohne die Motivation Ironman wäre ich nicht so häufig bei Schnee und Regen Rad gefahren. Das Trainingslager mit Trainingskollegin Petra Inauen auf Mallorca war dann sehr hart, hat mir aber viel gebracht.» Zu allem Überfluss hat Caroline Koethe Mitte März beim Fussballspielen mit der Tochter den Aussenknochen des rechten Fusses angerissen. Sie konnte zwar rasch wieder Velofahren und Schwimmen, die Laufeinheiten dagegen ersetzte sie mit Aquajogging: «Dies erforderte wiederum mehr Zeit als Laufen direkt vor der Haustür, was mich stark forderte neben meinem 40-Prozent-Job, Tochter, Hund und Haushalt. Aber die Leidenschaft hat gesiegt. Jetzt bin ich happy, dass ich es durchgezogen habe.» Die Vorbereitung lief auch abgesehen vom Knochen-Anriss nicht optimal. Nach der Trainingsfahrt nach Lenzerheide mit Koppeltraining bedeutete eine Erkältung mit hohem Fieber Ende Mai den nächsten Rückschlag. Dennoch stand sie beim Moret Triathlon, der ältesten Halbdistanz in Deutschland, als Dritte auf dem Podest, in Rheinfelden über die Kurzdistanz gar als Zweite.

Zu wenig Erholungszeit Der Ironman vom letzten Sonntag selbst lief ihr besser als vor 10 Jahren. Sie hatte diesmal keine Magenprobleme. Einzig beim Schwimmen ohne Neopren kämpfte sie mit Krämpfen in den Waden. Starke Windböen auf der

Velostrecke bewirkten, dass sie die steilen Abfahrten sehr vorsichtig anging. Auf dem Marathon kam die Krise um den dreissigsten Kilometer: «Am liebsten hätte ich aufgegeben. Es hätte mir sehr geholfen, wenn ich jemanden zum Plaudern unterwegs gefunden hätte, aber diesmal lief kein redefreudiger Athlet auf gleicher Höhe, so, wie vor zehn Jahren, als ich mich mit einem Mexikaner bestens unterhielt. So schleppte ich mich von Fanmeile zu Fanmeile – ein weiterer Pluspunkt des Heimrennens.» Im Ziel waren die Muskeln steinhart. Ihr Fazit: «Sollte ich je wieder einen Ironman bestreiten, würde ich lieber zwei Stunden pro Woche weniger trainieren und dafür entsprechend mehr Erholung einbauen. Und etwas mehr Disziplin beim Krafttraining wäre auch nicht ohne.» Als nächstes ist Ehemann Mathias dran. Er will, wenn er die Altersklasse wechselt, die nächste Qualifikation für Hawaii anstreben.

Die Ämtler im Überblick Schnellster Ämtler war der Bonstetter Luca Re Cecconi in 10:39:35. Ihm folgte Claudio Deller, Hausen, in 11:02:13. Die beiden Triämtler, Eva Schwank und Martin von Matt, schwammen praktisch gleich schnell. Während er auf dem Velo einen kleinen Vorsprung herausfuhr, distanzierte sie ihn beim Marathon. Eva Schwank erzielte in 11:51:51 als 12. die zweitbeste Altersklassenrangierung, Martin von Matt kam nach 12:03:19 ins Ziel, kurz vor Caroline Koethe in 12:08:49. Der Hitze getrotzt haben zudem Bruno Rigoni, Obfelden, der das Ziel nach 13:03:08 erreichte, sowie Tom Graber, Bonstetten, mit 13:55:24.

Nach dem Schwimmen im unruhigen Zürichsee macht sich Caroline Koethe auf 180 anspruchsvolle Radkilometer. (Bild bs.)


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Sieg auf der Kurzdistanz als Vorbereitung für Hawaii Der Bonstetter Patrick Wallimann gewinnt am Zürich Triathlon über die olympische Distanz Als Teenager trainierte er zusammen mit Victor Röthlin. 2008 wurde er Age-Group-Weltmeister in Hawaii. 2009 startete er als Profi. Nach einer langwierigen Verletzung ist Patrick Wallimann zurück an der Triathlon-Spitze: Er gewann am Samstag in Zürich über die olympische Distanz in einer beeindruckenden Zeit. In Obwalden aufgewachsen trainierte der 1973 geborene Patrick Wallimann im selben Verein wie Victor Röthlin, der Marathon-Europameister von 2010. Als 18-Jähriger startete er spasseshalber erstmals bei einem Triathlon – als Brustschwimmer und mit dem Velo seines Vaters. Seither hat ihn die Freude am Triathlon nie verlassen, denn Triathlon ist nicht nur Ausdauer, Kraft und Technik in drei unterschiedlichen Disziplinen. Erfolgreich ist in dieser Sportart nur, wer in der Lage ist, seine Energie optimal zu dosieren – und trotz Verletzungen über Jahre durchzuhalten. Im Jahr 2002 qualifizierte er sich beim härtesten Ironman, dem Ironman Lanzarote, erstmals für die Weltmeisterschaften auf Hawaii. 2008 wurde er Weltmeister in seiner Age Group und 30. im Overall-Klassement. Dies motivierte ihn, 2009 eine Profi-Lizenz zu lösen. Obwohl der Elektroingenieur, der Soft- und Hardware für einen Tauchuhr-Hersteller entwickelt, weiterhin Vollzeit arbeitete, erreichte er auch als Profi die Qualifikation für Hawaii.

korrekte Beckenhaltung wieder eingespielt hatte, doch die Physiotherapie erreichte, dass sich Patrick Wallimann heute wieder nach der Spitze orientieren kann: «Seither nehme ich die Signale meines Körpers besser wahr und gönne mir mehr Erholungszeit.»

Klare Ziele

Patrick Wallimann qualifiziert sich in Barcelona mit der eindrücklichen Zeit von 8:50:38 für die WM auf Hawaii. (Bild zvg.) Verletzungsbedingter Rückschlag «Ich trainierte im Jahresdurchschnitt nie mehr als etwa 15 Stunden. Dennoch kam neben Beruf und Familie vor allem die Erholung zu kurz», stellt

Patrick Wallimann im Rückblick fest. Die Folgen waren muskuläre Probleme, die zu einer Blockade des Iliosakralgelenks führten. Die starken Schmerzen, hinderten ihn an Wettkampfeinsätzen auf Profi-Niveau.

Erst im letzten Jahr kam er dem Grund auf die Spur. Ein Physiotherapeut richtete das Becken: «Es war verblüffend. Von einem Tag auf den anderen waren die Schmerzen weg.» Es dauerte eine gewisse Zeit, bis sich die

In diesem Jahr wird Patrick Wallimann an den Weltmeisterschaften in Zell am See über die Halbdistanz und in Hawaii über die Volldistanz antreten – für beide hat er sich bereits qualifiziert. Sein Ziel ist klar: Weltmeister seiner Altersklasse. Die Kurzdistanz gebe ihm Speed. Die Basis legt er unter anderem auf dem Arbeitsweg zwischen Bonstetten und Spreitenbach, den er täglich mit dem Velo oder zu Fuss zurücklegt. Am Samstag in Zürich legte er die Schwimm-Distanz von 1.5 Kilometern in 24:09 zurück. «Ich bin in letzter Zeit zu wenig geschwommen, das wirkt sich aus», stellt er fest. Mit seiner Bike-Zeit von 57:46 für 40 Kilometer stiess er auf Platz 2 vor. «Die Spitze der Altersklasse kennt sich natürlich. Ich konnte meinen Kollegen mit einem Antritt bei Kilometer 6 stehen lassen. Er kam zwar kurz vor dem Ziel nochmals heran, doch im Schlussspurt konnte ich ihm zwei Sekunden abnehmen.» Dank einer Zeit von 36:33 über 10 Kilometer Laufen lautete seine Schlusszeit 2:00:39. Fazit: Patrick Wallimann ist zurück an der Spitze. Die kommenden Weltmeisterschaften darf man mit Spannung erwarten. (bs.)

Sie strahlen vor Freude, auch wenn sie nicht gewinnen Bruno Barth aus Wettswil reist als Geschäftsführer von Special Olympics Schweiz an die Summer Games Morgen Samstag, 25. Juli, werden in Los Angeles die World Summer Games eröffnet. Am Dienstag flog die 102-köpfige Schweizer Delegation nach Los Angeles. Mit dabei: Wettswiler Bruno Barth, Geschäftsführer von Special Olympics Schweiz. «Anzeiger»: Was macht die Special Olympics für Sie aus? Bruno Barth: Ich bin seit 4½ Jahren Geschäftsführer von Special Olympics in der Schweiz. Das ist die beste Tätigkeit, die ich mir vorstellen kann. Es geht um die Vermittlung von Werten, um eine Veränderung. Die Gesellschaft hat die Behinderten dringender nötig als sie die «Normalen». In der Schweiz läuft alles immer schneller, immer profitorientierter. Der Erfolg scheint so wahnsinnig wichtig. Dann hat man mit Leuten zu tun, die Freude ausstrahlen, auch wenn sie nicht gewinnen – mit einer Offenheit und Direktheit, die uns «Normalen» verloren geht. So beginnt man, eigene Werte zu hinterfragen. ...............................................................

Zum Zeitpunkt x die beste Leistung abrufen. ............................................................... Und was sind ihre Aufgaben? Ich kümmere mich um die Finanzierung, um die Mitarbeiter. Und ich arbeite mit dem Stiftungsrat zusammen, was die Strategie anbelangt. Grundsätzlich geht es darum, die Philosophie der weltweiten Bewegung in der Schweiz umzusetzen.

bei den Athleten haben. Viele müssen Medikamente einnehmen und wenn jemand krank wird, kann man ihn nicht einfach im Bett lassen. Es muss ein Betreuer dabei sein und man muss sich anders organisieren. Das ist sehr anstrengend. Worauf freuen Sie sich? Ich freue mich, dass die Öffentlichkeit in der Schweiz das Thema geistige Behinderung wahrnimmt. Ich freue mich auch, dass die Athleten das erleben dürfen. Da werden wahnsinnige Emotionen frei. Was bereitet Ihnen Sorge? Ich habe kein schlechtes Gefühl. Ich hoffe, dass alles klappt. Das gibt eine wunderbare Geschichte.

Behinderte sollen Teil sein des Schweizer Sports. Bruno Barth (2.v.r.), Geschäftsführer von Special Olympics Schweiz, mit den Sportlern Daniel Mathys, Reto Friedländer und Amadou Göltenboth (von links). (Bild zvg.) Die Schweiz ist an den Spielen mit 71 Athleten vertreten – was sind die Ziele? Aus sportlicher Sicht ist das Ziel deckungsgleich mit anderen sportlichen Wettkämpfen: Es geht darum, zum Zeitpunkt x die beste Leistung abzurufen. Allerdings ist das hier kein Garant dafür, dass man als Sieger oder mit einer Medaille vom Platz geht. Doch schon die Teilnahme ist eine gewaltige Erfahrung: Es gibt Athleten, die sind noch nie geflogen. Es wartet ein emotionales Erlebnis. Wie haben sich die Athleten auf den Anlass vorbereitet? Die individuelle Vorbereitung in den Trainingsgruppen begann vor

neun Monaten. Vom 4. bis 7. Juni traf sich die Delegation zum Vorbereitungscamp in Lausanne. Speziell ist in der Schweiz, dass nicht alle dieselbe Sprache sprechen. (Es sind Athleten aus dem Tessin, der Romandie und der Deutschschweiz vertreten, Anm. d. Red.).

braucht es eine gewisse Selbstständigkeit. Der persönliche Bezug ermöglicht es dem Coach allerdings auch, schwerer behinderte Athleten mitzunehmen. Es sind sowohl freiwillige Sportgruppenleiter vertreten als auch professionelle Institutionen.

Nach welchen Kriterien wurde selektioniert? Es werden nicht Athleten selektioniert, sondern die Coaches müssen sich bewerben. Eine Kommission wählt sie aufgrund ihres Engagements aus. Der Coach entscheidet dann, welche Athleten er mitnimmt. Da eine 1:1-Betreuung nicht möglich ist,

Ich freue mich, dass die Athleten das erleben dürfen.

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............................................................... Was sind die grössten Herausforderungen? Es ist ähnlich, wie wenn Sie mit Primarschülern nach Los Angeles fliegen würden: Sie müssen immer jemanden

Und was bedeuten die Spiele für die Athleten? Das wird ein einmaliges, sehr emotionales Erlebnis. Stellen Sie sich vor, sie sind eine Familie mit einem geistig behinderten Kind in einem Dorf. Und dann vertritt Ihr Kind die Schweiz in Los Angeles und das Dorf organisiert bei der Rückkehr einen Empfang ... Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Behindertensports? Der Sport für Menschen mit geistiger Behinderung findet in der Schweiz fernab der Gesellschaft statt. Was wir anstreben, ist, dass behinderte Fussballer zum Fussballverband gehören, dass sie die Farben des FC Affoltern tragen dürfen. Dasselbe bei den Leichtathleten. Behinderte sollen Teil sein des Schweizer Sports. Da wird in den nächsten Jahren politisch einiges passieren.


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Sport

Freitag, 24. Juli 2015

Wenn die Bahn an der Karosse schmirgelt Alte Rennautos, Motorräder und Bahnradsport lockten 5128 Zuschauer nach Oerlikon Das 13. Indianapolis auf der offenen Rennbahn zeigte am Dienstagabend neben Wettkämpfen der nationalen Bahnrad-Elite 55 klassische Rennfahrzeuge und lockte Tausende Zuschauer an. Mit Urs Kneubühl und Dino Rey drehten auch zwei Säuliämtler ihre Runden. ................................................... von martin platter «Die Stimmung ist der Hammer. Das gibts sonst nirgends in der Schweiz», schwärmt Urs Kneubühl und wischt sich nach seiner Premiere auf der offenen Rennbahn den Schweiss aus dem Gesicht. Lässig steht er neben seinem dunkelgrünen Formel-Ford-Rennwagen. Den Rennoverall hat er wegen der Hitze bis zur Hüfte heruntergezogen, die Ärmel vor dem Bauch verknotet und beantwortet nun geduldig die Fragen der zahlreichen Zuschauer. Dabei sind seine Gedanken nicht vollkommen bei der Sache. Die Federung an den Vorderrädern seines Boliden ist der enormen Zentrifugalkraft in den Steilwaldkurven des Bahnovals nicht gewachsen. In jeder Kurve wird das Rennauto vorne so stark komprimiert, dass die Betonelemente gnadenlos am Unterboden der Nase schmirgeln.

Beeindruckende Zuschauerkulisse am Dienstagabend auf der offenen Rennbahn Oerlikon wie zu Zeiten von Ferdi Kübler und Hugo Koblet in den 1950er Jahren.

Mehrfaches Eigengewicht durch Anpressdruck in den Kurven «Mehr als drei Runden traue ich mich pro Durchgang nicht zu fahren», gibt Kneubühl zu. Mit sorgenvoller Mine beäugt er den weissen Polyesterstaub, der sich durch den Abrieb auf dem Lack der flachen Karosse abgelagert hat. «Normalerweise hat der Rennwagen eine Bodenfreiheit von 4,8 cm vorne und 10,5 cm hinten. Ich habe sie für Oerlikon vorne bis zum Maximum von 10 cm hochgestellt. Das hat nicht gereicht. Nächstes Mal muss die Federung vorne wesentlich härter eingestellt werden», erklärt der Ottenbacher. Er schätzt den Anpressdruck in den Kurven auf vier g, was dem vierfachen Körpergewicht entspricht, mit

Dino Rey pilotiert den jungen Radrennfahrer Michael Alborn im Steherrennen auf den vierten Platz. Das Paar strebt am 11. August eine Schweizer Meisterschaft-Medaille an. dem der Fahrer in den Schalensitz, beziehungsweise das Auto auf die Bahn gedrückt wird. «Ich habe solche Anpressdrücke bisher erst bei Skeleton-Fahrten auf der Bobbahn von Igls und St. Moritz erlebt. Absolut faszinierend!», schwärmt Kneubühl. Für ihn steht fest, dass er das nächste Mal in einem Jahr wieder dabei ist, wenn es

«Anzeiger»-Mitarbeiter Urs Kneubühl rast mit seinem Formel-Ford-Rennwagen aus dem Jahre 1984 über die offene Rennbahn Oerlikon. In jeder Kurve schmirgelt der Beton am Boliden. (Bilder Martin Platter)

«Indianapolis auf der offenen Rennbahn» heisst.

Schweizer-Meisterschaft-Medaille als Ziel Auch Dino Rey war beeindruckt von der grossartigen Stimmung. Als Steher pilotiert der Affoltemer regelmässig den jungen Radrennfahrer Michael

Alborn hinter schweren Motoren. So auch am Dienstagabend zum Abschluss des Classic-Events. Die beiden hatten jedoch einen schweren Stand. Giuseppe Atzeni schraubte an der Rolle von Schrittmacher Mathias Luginbühl die Durchschnittsgeschwindigkeit auf horrende 68,8 km/h. Zu schnell für alle anderen, die mindestens eine Runde auf den Schweizer

Stehermeister einbüssten. Im Finale mussten sich Alborn/Rey auch noch von Altmeister Peter Jörg an der Rolle von Willi Baumgartner vom dritten Rang verdrängen lassen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Am 11. August ist Schweizer Meisterschaft. Da haben sich Dino Rey und Michael Alborn eine Medaille zum Ziel gesetzt.

Teamgedanke und Freude am Spiel standen im Vordergrund Erfolgreiches Tenniscamp im Tennisclub Säuliamt In der ersten Sommerferienwoche hat Dor Arnold mit seinem Trainerteam ein Tenniscamp organisiert. Mehr als 25 Kinder nahmen daran teil.

Die Trainer mit den jungen Teilnehmenden des Tennis-Sommercamps. (Bild zvg.)

Schon um neun Uhr am 13. Juli versammelten sich alle Kinder zum Aufwärmen auf dem Platz. Gemeinsam bewegten sie sich in spielerischen Formen. Das Highlight war sicher, als Lara am Mittwoch Musik mitbrachte. Die Rhythmen unterstützten die Bewegungsfreude und viele merkten gar nicht, dass die Schweissperlen schon zahlreich über die Stirn liefen. Um die Konzentration aufrechtzuerhalten und der Hitze zu trotzen, gab es jeden Morgen eine Früchtepause. Wassermelonen, Äpfel und Aprikosen und ausreichend Getränke standen den Kindern zur Verfügung. Nun wurden die Teilnehmer in verschiedene Gruppen je nach Spielniveau aufgeteilt. Auf dem Programm standen Technik, Taktik, Schlagtraining und natürlich Spielformen und Wettkämpfe. Da die Plätze nicht für so viele Teilnehmer ausreichten, trainierte jeweils eine Gruppe in der Tennishalle Stockmatt. Am Mittag waren wieder alle gemeinsam im Clubhaus des Tennisclubs

Säuliamt. Am Schatten gleich neben dem Bach konnten sich die Kinder erholen und stärken. Die Küchencrew achtete auf eine gesunde Ernährung. Salat, Hauptgang und zweimal sogar Dessert wurden serviert. Jeder konnte so viel essen wie er wollte. Nach einer kurzen Siesta machten sich alle wieder bereit für die zweite Trainingseinheit am Nachmittag. Auch am Nachmittag trainierten die Kinder in verschiedenen Gruppen. Jetzt standen hauptsächlich Spielzüge, Ballwechsel und Wettkampfformen auf dem Programm. Dank dem geeigneten Material (druckreduzierte Bälle und Minitennisnetz) konnten auch die jüngsten erfolgreich Doppel spielen. Der Tennisclub Säuliamt macht mit beim neuen Programm von Swiss Tennis (www.kidstennis.ch). Zur Abkühlung war eine Dusche durch die Platzbewässerung bei den Kindern sehr willkommen. Pünktlich um 15 Uhr war das Training beendet. Dieses Wochenende findet das Säuliamt Open statt. Am Freitag und Samstag wird auf den Anlagen des TC Säuliamt, TC Stallikon und TC Wettswil in verschiedenen Kategorien gespielt. Am Sonntag finden alle Finalspiele im TC Wettswil statt. Zuschauer sind herzlich willkommen. (pd.)


Extra

Im Spital Affoltern geboren

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Mit Stil zum Ziel – gewusst wie Kleidung als Kommunikationsmittel – Brigitte Glättli verrät ihre Styling-Tipps

Norina, 15. Juli. (Bilder Irene Magnin)

Flurin Maurice, 15. Juli.

Jonas, 16. Juli.

Mit der Kleidung, Gestik und Mimik erzählen wir sehr viel über uns – und das ganz ohne Worte. Der erste Eindruck zählt, denn von seiner vorgefassten Meinung lässt sich das Gegenüber nur ungern abbringen. Sieben Details werden in den ersten sieben Sekunden des Kennenlernens wahrgenommen und im Langzeitgedächtnis gespeichert. Diese Details sind es, welche unsere Meinungsbildung über die anderen massgeblich beeinflussen. Aufgrund des ersten Eindrucks glauben wir, über den Status, die Bildung, das Umfeld und den Charakter unseres Gegenübers Bescheid zu wissen. Spannend ist dabei, dass wir uns oft nur ungern von der vorgefassten Meinung abbringen lassen. Deshalb lohnt es sich, genau zu überlegen, wie wir wirken wollen und welche Signale wir mit der Kleidung und unserem Auftreten senden. Anhand unserer Erfahrungen ordnen wir Farben, Materialien, Musterungen und verschiedenen Kleiderschnitten unbewusst bestimmte Eigenschaften zu. So wirkt beispielsweise eine Person im klassischen, blauen Anzug in hochwertiger Quali-

persönlich Rund ums Thema Styling

Mael, 17. Juli.

Eric, 18. Juli.

Valeria, 18. Juli.

Brigitte Glättli ist Inhaberin der Firma «More Than Style» in Bonstetten. Die Textilfachfrau, Farb- und Stilberaterin, Stylistin und Visagistin hat ihr Brigitte Glättli Handwerk von der Pike auf gelernt und viele unterschiedliche Projekte realisiert. Heute bietet Sie Farb- und Stilberatungen, Styling- und Gruppenkurse, Referate sowie Aus- und Weiterbildungen rund ums Thema Styling an. Zusätzlich ist sie beim Schweizer Fachverband für Farb-, Stil- und Imageberatung Fsfm tätig, sie arbeitet als Expertin beim Visagistenverband und ist Autorin für verschiedene Fachzeitschriften und Zeitungen.

tät und perfekter Passform kompetent und vertrauenswürdig. Diese Meinung bilden wir uns, noch bevor wir von fachlichen Qualitäten überzeugt wurden. Möchten wir hingegen modern und innovativ wirken, müsste das Outfit anders aussehen. In diesem Fall wären gepflegtes Crossdressing und der gekonnte Einsatz von modischen Passformen und Trendfarben angesagt, so die Farb-, Stil- und Imageberaterin Brigitte Glättli.

Stylingregel Nr. 1: Anlassgerecht kleiden und überlegen, wie man wirken will Nebst der gewünschten Wirkung muss bei der Kleiderwahl auch immer der Rahmen, also die Art des Anlasses, berücksichtigt werden. An einer eleganten Party, bei der die Herren Smokings und die Damen Cocktailkleider tragen, wäre beispielsweise ein trendiges, buntes Styling im 70er-Jahre-Look unpassend. Ebenfalls deplatziert würde man mit Highheels und Minirock an einer ungezwungenen Grillparty wirken. Wer es schon erlebt hat, weiss: Es gibt nichts Unangenehmeres, als völlig under- oder overdressed aufzufallen. Es braucht viel Geschick und Sicherheit auf dem öffentlichen Parkett, um offensichtliche Kleider-Fauxpas auszugleichen. Will man positiv wahrgenommen werden, muss die Kleidung nicht nur die gewünschte Wirkung vermitteln, sondern auch immer zum Anlass passen.

Stylingregel Nr. 2: Den Look dem persönlichen Stil entsprechend wählen Dresscodes und Wirkungsattribute sind von aussen gegeben und stimmen nicht immer mit unseren Wünschen und persönlichen Vorlieben überein. Die grosse Kunst ist es nun, Vorgaben beruflicher oder privater Natur bei unserer Kleidung so umzusetzen, dass wir uns in der eigenen Haut wohl fühlen und uns mit dem Dresscode identifizieren können. Wir müssen den persönlichen Stil finden und das ist nicht einfach, so die Fachfrau aus Bonstetten. Wir lassen uns in der Regel zu stark von äusseren Faktoren beeinflussen: von Modetrends, angesagten Promistylings, vom Partner, von Kolleginnen oder Beratern in Modegeschäften. So gut sie gemeint sind: Empfehlungen und Tipps spiegeln in den meisten Fällen die Sicht der anderen und stimmen oft nicht mit dem eigenen Geschmack und den persönlichen Vorlieben überein.

wetter Stylingregel Nr. 3: Die Garderobe systematisch aufbauen Wie aber findet man den eigenen Kleiderstil? Der effizienteste Weg ist, sich und seine Bedürfnisse analysieren zu lassen, erklärt Brigitte Glättli. Kennt man seinen Farb- und Stiltyp und weiss, welche Passformen, Materialien, Dessins und Accessoires den eigenen Typ optimal unterstreichen, fällt es leichter, eine passende Garderobe zusammenzustellen. Dieses Wissen und die zusätzlichen Stylingtipps, welche in einer professionellen Beratung weitergegeben werden, bilden die Basis, um den persönlichen Stil zu entwickeln. Dieser Prozess hilft, Modetrends bewusst zu wählen und Stylingtipps aus dem Umfeld nur dann umzusetzen, wenn sie komplett überzeugen und mit der eigenen Stilmischung und den persönlichen Farbvorlieben übereinstimmen.

Stylingregel Nr. 4: Mit dem Styling die Persönlichkeit unterstreichen

bauernregel «So golden die Sonne im Juli strahlt, so golden sich der Roggen mahlt.»

Es lohnt sich, etwas Zeit und Geld zu investieren, um den Stil zu definieren, der zur eigenen Persönlichkeit passt und diese unterstreicht. Von diesem

«Hallo Fettnäpfchen»: Peinlich, wenn man den Dresscode übersehen oder falsch interpretiert hat und nicht anlassgerecht gekleidet ist.

«Einmal sexy Hexy für alle»: Was man selber toll findet, muss den anderen doch auch gefallen. Viele denken so und verwandeln andere in Klone.

«Reise zum Ich»: In der Farb- und Stilanalyse werden die eigenen Bedürfnisse visualisiert und konkrete Stylingvorschläge definiert.

«Hallo, da bin ich»: Sich dem Umfeld anpassen und trotzdem Individualität zeigen, ist die Kunst des perfekten Stylings. (Zeichnungen Elisa Viveros) Wissen kann man gleich mehrfach profitieren. Man spart künftig Zeit und auch viel Geld, da man keine Fehlkäufe mehr tätigt. Zudem gewinnt man durch gezielten und typgerechten Garderobenaufbau Outfits, die zu

verschiedenen Anlässen passen und in denen man sich rundum wohl fühlt: eine Garderobe also, die auch ohne Worte auf Anhieb überzeugt. (pd.) www.glaettli-cosmetics.ch/www.morethanstyle.biz.


Restaurant

Rütli

Samstag, 25. Juli 2015

Sommernachtsfest Betriebsferien vom 27. Juli bis 9. August 2015 Unser Geschäft bleibt über diese Zeit geschlossen. Wir freuen uns, Sie ab Montagnachmittag, 10. August 2015, wieder bedienen zu dürfen und Ihnen bereits die ersten Herbstneuheiten zeigen zu können.

Zürichstrasse 88

Affoltern am Albis

Musikalische Unterhaltung mit dem Duo Silversound von 17 bis 22 Uhr Restaurant Rütli Gebrüder Geretto Dorfstr. 129, 8912 Obfelden Telefon 044 770 07 07

1.-August-Feier 2015 Affoltern am Albis und Zwillikon Affoltern am Albis ab 11.00 Uhr auf dem Marktplatz Spiel der Harmonie Affoltern am Albis Festansprache 11.30 Uhr Daniel Sommer Sidler Kantonsrat EVP, Unternehmer, dipl. Sozialpädagoge HFS Festwirtschaft Zwillikon ab 19.30 Uhr Festplatz oberhalb Rütirain Lampionumzug 20.30 Uhr ab Volg Musikverein Hedingen ab ca. 22.00 Uhr Festwirtschaft Grosses 1.-August-Feuer und Feuerwerk Parkplätze beim Schulhaus Zwillikon Auf Ihren Besuch freuen sich Gemeinderat und Sportclub Zwillikon

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