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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 678 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 57 I 170. Jahrgang I Dienstag, 19. Juli 2016

Jugendliche verhaftet

42 Dienstjahre

In Ebertswil wurde eine 14-Jährige mit Deliktgut im Wert von 1000 Franken geschnappt. > Seite 3

Die Primarschule Hedingen hat Lehrerin Anna Molnar in die Pension verabschiedet. > Seite 4

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Bienenweide Eine Blumenwiese in Ottenbach als Gewinn für den Landwirt und den Imker. > Seite 8

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Waldforscher Die ETH Zürich hat Andreas Rigling aus Hedingen zum Titularprofessor ernannt. > Seite 9

Interkommunale Anstalt «IKA Sozialdienst» gut unterwegs Neukonzeption von den Gemeinden positiv aufgenommen Die im Frühjahr abgeschlossene Konzeption für den künftigen Sozialdienst ist in der Vernehmlassung bei den Gemeinden sehr gut angekommen. Am letzten Mittwoch wurden die nächsten Schritte verabschiedet. ................................................... von urs e. kneubühl «Die Projektgruppe ‹Soziales Netz Knonaueramt› (SoNeK) ist stolz auf die erarbeitete Lösung. Der Bezirksworkshop hat klar gezeigt, dass gute gemeinsame Lösungen möglich sind», stellt Iris Geissbühler, Gemeinderätin Stallikon, mit Zufriedenheit fest. Die Leiterin der Steuergruppe zur Neuorganisation des Sozialdienstes Bezirk Affoltern steht damit nicht allein. Genauso zuversichtlich äussern sich auch die weiteren Mitglieder der breit abgestützten Projektgruppe zur Findung und Erarbeitung einer Neu-

organisation für den Sozialdienst Bezirk Affoltern. Erst recht nach den durchwegs positiven Rückmeldungen, welche die Vernehmlassung der Konzeption für den künftigen Sozialdienst hervorgebracht hat, ebenso die verbindlichen Aussagen zur künftigen Nutzung des Sozialdienstes: Mit Aeugst, Hausen, Hedingen, Kappel, Knonau, Maschwanden, Mettmenstetten, Obfelden, Ottenbach und Rifferswil wollen zehn Gemeinden als Träger der IKA Sozialdienst deren gesamtes Leistungsangebot beanspruchen. Die drei Unterämtler Gemeinden Bonstetten, Stallikon und Wettswil beabsichtigen zudem, die Leistungen für Berufsbeistandschaften, Suchtberatung und Asylwesen weiterhin von der IKA Sozialdienst zu beziehen, indessen die Sozial- und Wirtschaftshilfe sowie die persönliche Beratung für ihre Einwohner selber anzubieten. Einzig der Bezirkshauptort erbringt alle Leistungen im Bereich Sozialdienst selbstständig.

Strategie für Kesb-Trägerorganisation definiert Neben der zukünftigen IKA Sozialdienst, sind alle 14 Bezirksgemeinden zudem bezüglich Kindes- und Erwachsenenschutz ein sogenannter KesbKreis und betreiben eine Kesb-Behörde. Der Workshop vom vergangenen Mittwoch hat einen anderslautenden Vorschlag der Gemeinde Affoltern, welche die Übernahme der Kesb-Organisation und die Bedienung der anderen 13 Gemeinden mittels Anschlussverträgen aufgeworfen hat, entsprechend deutlich abgelehnt. Aufgrund zusätzlicher Abklärungen verzögert sich aber nun die Festlegung der künftigen Organisationsstruktur für die Kesb, was weiter nicht kritisch sei, wie die Leiterin der Steuergruppe zur Neuorganisation des Sozialdienstes anfügt. «Die Fakten bezüglich Kesb-Organisation sind in ihren Grundzügen klar, die Feinabstimmungen sollten keine unüber-

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«Donnschtig-Jass» Die Bonstetter Jasser müssen am Donnerstag in Chur ran. > Seite 10

Wasserpflanzen wuchern im Hedinger Weiher In Taucherausrüstung sind Werkhof-Mitarbeitende der Gemeinde Hedingen in den letzten Tagen gegen das Seegras am Grund des Hedinger Weihers vorgegangen. Ein Grund für das rasante Wachstum der Pflanzen ist, dass das Wasser seit der im April 2014 durchgeführten Weiher-Sanierung klarer ist. Dem sollen künftig Edelkrebse und Fische entgegenwirken, die am Weiherboden «gründeln» und das Wasser trüben. Für das Aussetzen der Tiere ist die Fischerei- und Jagdverwaltung zuständig. ................................................... > Bericht auf Seite 3 anzeigen

Iris Geissbühler, Leiterin der Steuergruppe zur Neuorganisation des Sozialdienstes Bezirk Affoltern. (Bild kb.) windbaren Hürden mehr bilden, erfordern aber noch verschiedene Gespräche.» ................................................... > Weiterer Bericht auf Seite 5

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Getreideernte: Vierter Freestyle-Night-Titel in Serie Ertrag und Qualität OK-Chef Andreas Isoz gewinnt einmal mehr die Königsdisziplin enttäuschen

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Das erste Getreide, das bei uns geerntet wird, ist die Gerste. Was in der Sammelstelle der Landi Albis in Mettmenstetten bisher angeliefert wurde, war allerdings mehr als enttäuschend. Er könne sich nicht erinnern, je so schlechte Gerstenqualität erhalten zu haben, erklärt Markus Staub, Leiter Agrarhandel. Nun folgt der Raps und bald darauf der Weizen. Voraussichtlich werden die Erträge auch dort keine grosse Freude aufkommen lassen. ................................................... > Bericht auf Seite 8

«Startpunkt Säuliamt» Mit den Schulferien im Bezirk startete auch die Sommerserie des «Anzeigers». Diesmal machen sich die Journalisten mit einem x-beliebigen Fortbewegungsmittel auf den Weg und berichten von ihren Erlebnissen unterwegs. Vorgegeben sind einzig das Säuliamt als Startpunkt und die Reisedauer von fünf Stunden. Den Anfang macht Redaktor Salomon Schneider. Er wagt sich mit dem Schlauchboot auf die Reuss. Der Start ist in Ottenbach, wo der Fluss zwei Kantone trennt, das Ziel in Mellingen, wo er zwei Dorfteile verbindet. ................................................... > Sommerserie auf Seite 11

Andreas Isoz hat gut lachen: Ein erfolgreicher Event, gekrönt vom persönlichen Triumph in der Disziplin Aerials. (Bild zvg.)

Mit 2350 Zuschauern, einem spektakulären Wettkampf und einer einmaligen Show war die vierzehnte Ausgabe der Freestyle-Night ein voller Erfolg. In der Disziplin Freeski waren bereits die Halbfinals brisant. Der «Bündner Sportler des Jahres 2006» und Gesamtweltcupsieger Andri Ragettli duellierte sich mit dem Schweizer Weltmeister Fabian Bösch. Im zweiten Halbfinale verlor Lokalmatador Luca Schuler knapp gegen seinen Konkurrenten aus

Österreich. Im Finalspringen setzte sich Andri Ragettli souverän gegen Julius Forer durch. Die Kategorie Bike war gewohnt spektakulär. In spannenden Halbinals setzten sich Chris Räber und Pit Bossert durch. Im Finale sprangen beide Athleten mit ihren Fahrrädern über die sechs Meter hohe BigAir-Schanze. Vorjahressieger Pit Bossert musste sich geschlagen geben. Die Skiakrobaten mit bis zu 16 Meter hohen Sprüngen boten wiederum Spektakel. Das starke Feld mit 37 Athleten versprach Spannung pur. Als

klare Favoriten galten die beiden Schweizer Mischa Gasser und Dimitri Isler. Gasser zeigte im Halbfinale gegen den ukrainischen Topathleten Oleksandr Abramenko eine gute Leistung und ebnete sich so den Weg zum Final. Im zweiten Halbfinale erwischte es Dimitri Isler. Er verlor das Duell gegen Andreas Isoz. Der vor zwei Jahren vom Spitzensport zurückgetretene Isoz bewies Nerven und gewann mit einem Full Double-Full Full (dreifacher Salto mit vier Schrauben) seinen vierten Freestyle-Night-Titel in Serie.

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Liegenschaften Wenn wir dir auch Ruhe gönnen, ist doch voll Trauer unser Herz. Dich leiden sehen und nicht helfen können, war unser allergrösster Schmerz.

Einbürgerung Mit Beschluss vom 12. Juli 2016 hat der Gemeinderat Affoltern am Albis, unter Vorbehalt der Erteilung des Kantonsbürgerrechtes und der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung, ins Bürgerrecht der Gemeinde aufgenommen: – Bellaver Claudia, 1967, italienische Staatsangehörige Affoltern am Albis, 19. Juli 2016 Gemeinderat Affoltern am Albis

Verkäufe

TO D E S A N Z E I G E Ein wunderbarer Mensch hat uns verlassen. Schweren Herzens müssen wir Abschied nehmen von

Margrit Koller-Blumer 8. August 1948 – 13. Juli 2016

Nach langer und schwerer Krankheit durfte sie friedlich entschlafen. In tiefer Trauer: Moritz Koller-Blumer Ines Koller Ersatzwahl eines Mitgliedes der reformierten Kirchenpflege Hedingen für den Rest der Amtsdauer 2014/2018 Gestützt auf die Wahlanordnung vom 27. Mai 2016 ist für die Ersatzwahl eines Mitgliedes der Kirchenpflege Hedingen für den Rest der Amtsdauer 2014/2018 innert der festgesetzten Frist folgender Wahlvorschlag eingereicht worden: Frei-Deubelbeiss, Franziska, Frohmoosstrasse 1, 8908 Hedingen In Anwendung der Vorschriften des kantonalen Gesetzes über die politischen Rechte und der Kirchgemeindeordnung wird dieser Wahlvorschlag amtlich bekanntgegeben. Gleichzeitig wird hiermit eine neue Frist von sieben Tagen, das heisst bis 26. Juli 2016 angesetzt. Während dieser Frist kann bei Herrn P. Ott, Präsident der reformierten Kirchenpflege, Frohmoosstrasse 34a, 8908 Hedingen, der Wahlvorschlag zurückgezogen oder es kann ein neuer Vorschlag eingereicht werden. Ein solcher Vorschlag (mit Angabe von Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum, Beruf, Adresse und Heimatort) muss von mindestens 15 Stimmberechtigten der Gemeinde Hedingen (mit Angabe von Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse) unterzeichnet sein. Wird während dieser Frist der vorstehende Wahlvorschlag nicht zurückgezogen und kein neuer eingereicht, erklärt die Kirchenpflege die Vorgeschlagene bzw. den Vorgeschlagenen als in stiller Wahl gewählt (§ 54 GPR). Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird am Wochenende 24./25. September 2016 eine ordentliche Urnenwahl durchgeführt. 19. Juli 2016 Kirchenpflege Hedingen

Die Abdankung und Beisetzung finden im engsten Familienkreis statt. Traueradresse: Moritz Koller, Hölibachstrasse 112, 8912 Obfelden

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Todesfälle Obfelden Am 13. Juli 2016 ist in Affoltern am Albis gestorben:

Koller-Blumer, Margrit Anna geb. 8. August 1948, von Glarus GL, Bischofszell TG und Sulgen TG, wohnhaft gewesen in Obfelden, Hölibachstrasse 112; Ehefrau des Koller-Blumer Maurice. Die Abdankung und Urnenbeisetzung finden im engsten Familienkreis statt. Die Friedhofvorsteherin


Bezirk Affoltern

Dienstag, 19. Juli 2016

Der Hedinger Weiher «lebt» Wasserpflanzen entwickeln sich nach der Sanierung viel stärker als gewünscht Am Hedinger Weiher mehren sich Klagen über das starke Wachstum von Wasserpflanzen. Die Gemeinde und der Kanton sind daran, diesem unwillkommenen «neuen Leben» Einhalt zu gebieten. Die im April 2014 durchgeführte Sanierung des Hedinger Weihers hatte unter anderem auch Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht. So ist zum Beispiel das Wasser gegenüber früher relativ klar, was aber dazu führt, dass sich Wasserpflanzen viel besser als gewünscht entwickeln können. Dem könnte zum Teil entgegengewirkt werden, wenn im Weiher wieder Edelkrebse und Fische ausgesetzt würden, welche am Weiherboden «gründeln» und das Wasser trüben, was wiederum das Wachstum der Pflanzen hindert. Das Aussetzen von Fischen und Krebsen in öffentlichen Gewässern geschieht aber ausschliesslich durch die Fischerei- und Jagdverwaltung des kantonalen Amts für Landschaft und Natur. Beim Aussetzen von Tieren muss darauf geachtet werden, dass keine Krankheiten übertragen werden. Die Fischerei- und Jagdverwaltung hat der Gemeinde bereits zugesichert, dass sie Edelkrebse und Fische aussetzen wird, hat dies aus verschiedenen Gründen aber noch nicht umsetzen können. Es ist dem Gemeinderat ein grosses Anliegen, dass der Hedinger Weiher so schnell wie möglich wieder wie gewohnt in Erscheinung tritt und genutzt werden kann. In Gesprächen mit den kantonalen Behörden und anderen Fachpersonen wird daher nach einer möglichst raschen Lösung gesucht.

In Taucherausrüstung mussten Werkhof-Mitarbeiter das Seegras aus dem Weiher entfernen. (Bilder zvg.) Als Sofortmassnahme wurde das Seegras in den letzten Tagen am Weihergrund durch Werkhof-Mitarbeitende der Gemeinde Hedingen in Taucherausrüstung abgeschnitten. Solche Wasserpflanzen traten im Hedinger Weiher auch schon in früheren Jahren auf. Sie konnten jedoch durch eine jährliche Winterreinigung des Weiherbodens zum Verschwinden gebracht werden. In den letzten beiden Jahren wurde dazu ein Wassermäher, eine sogenannte «Seekuh» eingesetzt. Die am Hedinger Weiher zurzeit ebenfalls auftretende «Entenfloh»-Plage hat keinen direkten Zusammenhang mit der Weihersanierung. Diese Plage ist auch an sehr vielen anderen Gewässern zu beobachten. (büc)

Eindrückliche Ausbeute des Rückschnitts.

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Junge Einbrecherin in Ebertswil verhaftet Dank einem aufmerksamen Passanten hat die Kantonspolizei Zürich am Freitagnachmittag, 15. Juli, nach einem Einbruch in ein Einfamilienhaus in Ebertswil eine Jugendliche verhaftet. Ein Anwohner wurde kurz nach 17 Uhr auf zwei Personen aufmerksam, die sich auf einem Privatgrundstück aufhielten. Als er die beiden fragte, ob sie etwas suchen würden, versuchten diese, zu flüchten. Das Mädchen konnte er zurückhalten und die Polizei alarmieren, die die Jugendliche verhaftete. In der Beuteltasche der 14-Jährigen fanden die Polizisten Schmuck, Münzen und eine Uhr im Wert von rund 1000 Franken. Die Sachen stammen aus einem kurz zuvor verübten Einbruchdiebstahl in ein Einfamilienhaus. Die Täterin ist geständig. Abklärungen zur Identität von möglichen Mittätern sind im Gange. Das Diebesgut wurde der Besitzerin wieder ausgehändigt. Die 14-Jährige, eine serbische Staatsangehörige aus dem Bezirk Horgen, wird der Jugendanwaltschaft zugeführt.

Totalschaden. (Bild Kapo Zürich)

Begehrte Einwohnerdienste-Stelle Verhandlungsbericht des Gemeinderates Bonstetten Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli Redaktion: Salomon Schneider Redaktion@affolteranzeiger.ch Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 24 678 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/ Christine von Burg Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 inserat@weissmedien.ch Sonderseiten: Kurt Haas, Mediaberatung Telefon 058 200 5718, M 079 270 35 67 info@mein-mediaberater.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss: Dienstagsausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.azmedien.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.azmedien.ch

Auf die ausgeschriebene Stelle als Verwaltungsangestellte Einwohnerdienste erhielt der Personaldienst gegen 50 Bewerbungen. Aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer bisherigen Tätigkeiten im Bereich Einwohnerkontrolle wurde mit Stellenantritt per 1. September 2016 mit einem 100-Prozent-Pensum Franziska Schindler aus Knonau angestellt. Nach dem Austritt der langjährigen Leiterin der Einwohnerdienste infolge frühzeitiger Pensionierung per Ende September übernehmen die beiden Verwaltungsangestellten Sibylle Colombo und Franziska Schindler die Einwohnerdienste in Co-Leitung. Der Gemeinderat und das Verwaltungspersonal heissen Franziska Schindler bereits heute recht herzlich willkommen und wünschen ihr viel Freude an ihrer neuen Tätigkeit und viele gute Kontakte mit der Bonstetter Bevölkerung.

Neuer Internetauftritt und einheitliches Erscheinungsbild Der Gemeinderat hat der Erstellung eines neuen Internetauftritts für die Einheitsgemeinde Bonstetten zugestimmt und den erforderlichen Kredit für das Budget 2017 genehmigt. Die Gemeindewebseiten der politischen Gemeinde und der Primarschule werden zusammengefügt und auf den neuesten Stand gebracht. Das E-Government-Angebot für die BonstetterBevölkerung wird stark erweitert, damit Dienstleistungen der Gemeindeverwaltung über die Gemeindewebseite bestellt und erbracht werden können. Gerne informieren der Gemein-

derat und die Primarschulpflege im Verlaufe des nächsten Sommers über die Einzelheiten. Weiter hat der Gemeinderat im Zusammenhang mit der Bildung der Einheitsgemeinde entschieden, ein neues gemeinsames Logo und ein einheitliches Erscheinungsbild in sämtlichen Briefschaften (Corporate Identity und Corporate Design) einzuführen. Die Einführung erfolgt im Spätherbst 2017, gemeinsam mit dem neuen Internetauftritt der Einheitsgemeinde. Der Auftrag zur Ausarbeitung wurde der Bonstetter Grafiker-Firma, NaefGrafik, vergeben.

Einbürgerungsausschuss Der Einbürgerungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 28. Juni 2016 folgenden Personen das Gemeindebürgerrecht (unter Vorbehalt der Erteilung des Kantonsbürgerrechts und der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung) erteilt: Julia Katharina Johanna Ahlskog, geb. 1979, von Deutschland; Karl-Heinz Dürscheid, geb. 1955, und Christa Martina Dürscheid geb. Vogt, geb. 1959, beide von Deutschland; Johannes Wehinger, geb. 1969, seine Ehefrau Silke Edeltraud Korn, geb. 1968, sowie die Kinder Mina Edeltraud, geb. 2005, und Ian Klaus Wehinger, geb. 2008, alle von Deutschland.

Baubewilligungen Folgende Baubewilligungen im ordentlichen Verfahren wurden erteilt: • Konsortium Im Bruggen, c/o Generalista AG, Hauptstrasse 46b, 8832 Wollerau: Baugesuch Nr. 2013-

0039-06, Wohnüberbauung mit 3 Mehrfamilienhäusern auf Kat.-Nrn. 3056, 3058, 3059, 3. Projektänderung, teilweise Genehmigung zusätzlicher Dachflächenfenster, Im Bruggen, Bonstetten. • Claudia Elmer und Alexander Spelters, Herenholzweg 6, 8906 Bonstetten: Baugesuch Nr. 2016-0018, Montage von Sonnenkollektoren auf vorhandenem Flachdach für Warmwasseraufbereitung auf Kat.-Nr. 1998, Gebäude Vers.-Nr. 724, Herenholzweg 6, Bonstetten. • Pascalle und Martin StutzLopez, Schuelrain 2, 8906 Bonstetten: Baugesuch Nr. 2016-0016, Fassadensanierung und Erstellung Luft/WasserWärmepumpe bei Wohnhaus Schachenstrasse 122, Kat,-Nr. 76, Gebäude Vers.-Nr. 411, Schachenstrasse 122, Bonstetten. (dn.)

Im Weiteren hat der Gemeinderat ... • ... den einwandfreien Revisionsbericht zur KVG-Revision der Firma Balmer-Etienne AG, Zürich genehmigt und den Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung die sehr gute Arbeit verdankt; • ... der Ersatzbeschaffung einer Zählmaschine für das Wahlbüro zugestimmt und den erforderlichen Kredit genehmigt; • ... entschieden, ein Konzept für Trinkwasser in Notlagen (TWN) zu erarbeiten. Mit der Erstellung des Konzepts wurde die Firma Holinger AG, Zürich beauftragt.

Totalschaden im Üetlibergtunnel Im Üetlibergtunnel auf Stalliker Gemeindegebiet sind in der Nacht auf Donnerstag, 14. Juli, zwei Personen mit einem Auto in die Tunnelwand gefahren und haben sich verletzt. Beide haben keinen Führerausweis. Kurz nach 1.30 Uhr meldete ein Automobilist der Kantonspolizei Zürich, dass ein Personenwagen im Üetlibergtunnel verunfallt sei. Das Fahrzeug kollidierte mehrfach mit der Tunnelwand, was einen erheblichen Schaden an der Tunneleinrichtung und einen Totalschaden am Auto zur Folge hatte. Die beiden Insassen konnten einen nachfolgenden Fahrzeuglenker dazu bewegen, sie aus dem Tunnel bis zur Ausfahrt Wettswil zu chauffieren. Dort wurden sie von einer Patrouille angehalten und kontrolliert.

Ohne Führerausweis unterwegs Bei beiden Personen stellten die Polizisten Verletzungen vom Verkehrsunfall sowie Symptome von Drogenkonsum fest. Darüber hinaus sind beide nicht im Besitz des erforderlichen Führerausweises. Die Frau und der Mann wurden mit Rettungsfahrzeugen ins Spital gefahren. Sie wurde im Anschluss an die ärztliche Versorgung in Haft genommen; er befindet sich zurzeit noch im Spital. Die 30 Jahre alte Frau und der 42jährige Mann, beide italienische Staatsangehörige aus dem Kanton Zug, haben sich vor der Staatsanwaltschaft Limmattal-Albis wegen verschiedener Verkehrsdelikte zu verantworten.


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 19. Juli 2016

Mehrwertausgleich und Zonenplanung von Hausen übers Seleger Moor bis Aeugst Aus den Verhandlungen des Vorstands der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt Das für die Gemeinden und die Region wichtige Mehrwertausgleichgesetz steht noch bis zum 25. September 2016 zur Vernehmlassung. Das Mehrwertausgleichgesetz hat bereits im Vorfeld viel Diskussionsstoff geliefert. Der Vorstand hat dem Gesetzesentwurf viel Zeit gewidmet und kommt zum Schluss, dass der Kanton Zürich einen gut durchdachten und ausgewogenen Gesetzesentwurf unterbreitet. Das Gesetz hat zum Ziel, dass Mehrwerte (und Minderwerte) durch Planungsmassnahmen, wie Ein-, Aufund Umzonungen, ausgeglichen werden sollen. Ein Grundeigentümer, dessen Grundstück durch eine Änderung der Bau- und Zonenordnung einen Mehrwert erfährt, soll nach Inkrafttreten des Gesetzes einen bestimmten Prozentsatz vom Mehrwert dem Gemeinwesen abgelten müssen. Detaillierte Informationen sind unter www.are.zh.ch/mehrwertausgleich zu erhalten. Der Vorstand stimmt dem Gesetz grundsätzlich zu, er stellt jedoch drei Anträge: – Es ist ein Mindestabgabesatz für Auf- und Umzonungen festzulegen, wobei die Summe der kantonalen und kommunalen Abgabesätze bei Ein-, Auf- und Umzonungen identisch sein sollen. – Den Gemeinden ist im Gesetz die Kompetenz zu erteilen, dass auch bei Einzonungen ein kommunaler Mehrwertausgleich gefordert werden kann. – Den Gemeinden ist ein grösserer Handlungsspielraum zur freiwilligen Einführung eines Mehrwertausgleichs zu gewähren. Die Obergrenze des Abgabesatzes für Einzonungen ist auf 20 % und für Um- und Aufzonungen auf 35 % anzuheben, so dass die kumulierten Abgabesätze (Kanton und Gemeinde) Maximal 40 % betragen.

Das Seleger Moor soll auch künftig zwischen Frühling und Herbst viel Publikum anlocken. (Archivbild) Der Vorstand erhofft sich dadurch, dass die Gemeinden besser auf ihre individuelle Situation reagieren können.

Seleger Moor: Gartenkulturelles und botanisches Erbe erhalten 1953 begann Robert Seleger auf dem heutigen Gebiet des Seleger Moors mit der Schaffung eines einmaligen Gartens im Sinne einer Verbindung von natürlicher Moorlandschaft mit stellenweisem Anbau, Zucht und Zurschaustellung von Rhododendren, Azaleen, Seerosen, Pfingstrosen, Farnen und anderen Pflanzenarten. Der Garten wurde später dem Publikum zugänglich gemacht. Zur langfristigen Sicherung des Parks wurde 1978 die gemeinnützige Seleger Moor Stiftung gegründet. Damit der Park als gartenkulturelles und botanisches Erbe weiterhin gepflegt und erhalten werden

kann, muss die Parkinfrastruktur umfassend saniert und modernisiert werden. Damit diese bewilligungsfähig wird, sollen das heute in der Landwirtschaftszone gelegene Areal in eine Erholungszone mit Gestaltungsplanpflicht umgezont und im Rahmen des privaten Gestaltungsplans «Park Seleger Moor» die Einordnung von Bauten und Anlagen in die Parkumgebung und die Erhaltung des naturnahen Gesamterscheinungsbilds sichergestellt werden. Der Vorstand beurteilt das sorgfältig erarbeitete Parkkonzept als gelungen. Es trägt den vorhandenen Werten (Naturraum, Gartenarchitektur) und den Nutzungsmöglichkeiten (Pflanzenzüchtungen, Erholungs- und Erlebnisraum, Natur- und Umweltbildung, Kunst- und Kulturvermittlung) in geeigneter Weise Rechnung. Gleichzeitig standen auch Änderungen in der Bau-

und Zonenordnung an, welche ebenfalls positiv beurteilt wurden.

«Rauchmatt/Ried» und Nutzungszonen Aeugst: Keine Änderungsanträge Das Gebiet «Rauchmatt/Ried» umfasst 16 123 m² und liegt am Siedlungsrand der Gemeinde Hausen am Albis im Kanton Zürich. Aus Sicht der ZPK handelt es sich beim privaten Gestaltungsplan um eine sehr sorgfältig erarbeitete Planung, die von der Analyse über die Ziele bis zur Umsetzung in Plan und Vorschriften Vorbildcharakter hat. Der ZPK Vorstand stellt deshalb keine Änderungsanträge. Mit Ausnahme von Wald, See, Hochleistungsstrassen sowie Eisenbahnarealen ist die gesamte Gemeindefläche einer Nutzungszone zuzuordnen. Der Kanton legt kantonale und regionale Nutzungszonen (Landwirt-

schaftszone, Freihaltezonen) fest. Die Gemeinden sind zuständig für die Festlegung von kommunalen Nutzungszonen (Bauzonen, Freihaltezonen, Erholungszonen und Reservezonen). Im Moment überprüft der Kanton Zürich die entsprechenden Zonen und führt diese nach. Der Plan der kantonalen und regionalen Nutzungszonen von der Gemeinde Aeugst am Albis wird ohne Änderungsanträge zur Kenntnis genommen. Der Kanton Zug unterbreitete verschiedene Anpassungen im kantonalen Richtplan zur Stellungnahme. Das Knonauer Amt ist von den Änderungen nicht betroffen. Im Weiteren wurde das zur Vernehmlassung stehende Spezialgesetz für das Gesamtprojekt Tramverbindung und Strassentunnel am Rosengarten in der Stadt Zürich zur Kenntnis genommen. (ps.)

«Heute ist die Schule offener, kommunikativ und es findet ein reger Austausch statt» Im Interview lässt Anna Molnar ihre 42 Jahre an der Primarschule Hedingen Revue passieren Anna Molnar war während 42 Jahren an der Primarschule Hedingen tätig und konnte während dieser Zeit den Wandel der Schule hautnah miterleben. Das Lehrerteam verabschiedete sie mit einer Überraschungsreise. Bei der offiziellen Verabschiedung bedankte sich der Schulleiter bei Anna für ihr langjähriges und grosses Engagement. Sie war eine prägende Person an der Schule und setzte sich für deren Wohl ein. Mit ihrem Humor und ihrer Schlagfertigkeit brachte sie die Dinge auf den Punkt und die Kollegen oft zum Lachen. Im Interview lässt sie die Zeit Revue passieren. Was gefällt Ihnen am Lehrerberuf? Anna Molnar: Die Arbeit mit Menschen, mit Kindern gefällt mir sehr, genauso wie die täglich neuen Überraschungsmomente. Die Vielfalt der Möglichkeiten, der Anforderungen wie auch die Selbstbestimmung – dies entspricht mir sehr. Wie unterscheidet sich die Schule von 2016 von der Schule bei Ihrem Eintritt 1974?

Ich war frisch ab Semi. Zum Unterrichten hatte ich eine Wandtafel, einen Umdrucker um Schnapsmatritzen herzustellen und 31 Kinder im Klassenzimmer. Und war ansonsten mehrheitlich auf mich alleine gestellt. Da war es eine wunderbare Sache, bei Kollegen Mittagsgast zu sein. Heute ist die Schule offener, kommunikativ und es findet ein reger Austausch statt. Die medialen Hilfsmittel sind fast unerschöpflich. Ich schätze die Arbeit im Team, die gegenseitige Unterstützung. Klassenübergreifende Aktivitäten, Projektunterricht, Individualisierung. All das war für mich sehr bereichernd. ...............................................................

«In seinem Job zu wachsen braucht Zeit, Kreativität und Durchhaltevermögen» ............................................................... Welche Veränderungen haben Sie begrüsst? Was bereitete Mühe? Neuerungen haben mich immer fasziniert. Ich habe diese auch umgehend ausprobiert und teilweise umgesetzt. Dabei habe ich mir aber immer die Mühe gemacht und die Freiheit ge-

Anna Molnar. (Bild zvg.) nommen, mich kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen und entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Neuerungen sollen ein Angebot sein, über die Umsetzung soll die Lehrperson entscheiden, je nach Erfahrung, Hintergrund und Bedürfnis der Kinder. Auch das Bewährte sollte seinen Platz haben. Welche besonderen Erlebnisse verbinden Sie mit Ihrer Zeit hier in Hedingen? Die Oberstufenskilager auf der Laucherenalp im Lötschental in den ersten Jahren waren immer ein Erlebnis

der besonderen Art. Neben dem Kollegium waren es aber vor allem meine wunderbaren Stellenpartnerinnen, die all die Jahre mit mir zusammen gearbeitet haben und mir eine unvergessliche, auch persönlich bereichernde Zeit in Hedingen beschert haben. Und dann die vielfältigen kreativen Projektwochen, die neben grossem Aufwand jedes Mal auch sehr eindrücklich für Schüler, Lehrer und Eltern waren – die aber gerne in grösseren Abständen stattfinden dürfen, damit die Lehrer auch für ihre anderen, individuellen Anlässe Energie und Freiraum finden. Mit jeder Klasse – bis auf eine Ausnahme – durfte ich ein Theaterstück aufführen. Anfangs alleine, später in Zusammenarbeit mit Teamkolleginnen. Dies war für uns alle jedes Mal ein besonderes Erlebnis. ...............................................................

«Freude am Lernen und Glauben an die eigenen Fähigkeiten» ............................................................... 42 Jahre Treue zu einem Arbeitgeber ist zunehmend selten. Was ermöglichte es

Ihnen, der Schule Hedingen so lange die Treue zu halten? In seinem Job zu wachsen braucht Zeit, Kreativität und Durchhaltevermögen. Die wohlwollende Unterstützung und das Vertrauen seitens der Kinder, Eltern, Kollegen, Schulleitung und Behörden hat mich immer begleitet und mich in meinem Bestreben bekräftigt, die Kinder zu begeistern und zu fördern. Immer mit dem Ziel, die Freude am Lernen und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Was zeichnet die Schule Hedingen aus? Kommunikation, gegenseitige Unterstützung, auch ganz spontan, positive Einstellung den andern gegenüber. Das alles ergibt ein gutes Arbeitsklima, welches ich sehr schätze. Worauf freuen Sie sich besonders in näherer Zukunft? Auf mehr Musse, aber auch darauf, mich einigen meiner bisherigen oder neuen Aktivitäten ausgiebiger widmen zu können. Reisen ist bestimmt eines der Dinge. Auch auf die Zeit fürs Lesen und Fotografieren freue ich mich. Oder auf etwas gänzlich Neues, wieder einmal.


Bezirk Affoltern

Dienstag, 19. Juli 2016

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Neukonzeption Sozialdienst: Klare Zustimmung zu Interkommunaler Anstalt Gemeindeversammlungen im Dezember und Urnenabstimmung im Februar 2017 Am Mittwoch vergangener Woche verabschiedete die Steuergruppe «Soziales Netz Knonauer Amt» die nächsten Schritte zur Neuorganisation des Sozialdienstes Bezirk Affoltern. Die Version Interkommunale Anstalt findet allgemein grossen Zuspruch. ................................................... von urs e. kneubühl Mit grosser Zufriedenheit durfte die Projekt- und Steuergruppe «Soziales Netz Knonaueramt» (SoNeK) die Antworten und Zusagen der Ämtler Gemeinden zum Vorschlag, den Bereich Sozialdienst vom Zweckverband in eine Interkommunale Anstalt IKA überzuführen, entgegennehmen. Die Vernehmlassung hat ergeben, dass zehn Gemeinden als Träger einer zukünftigen IKA Sozialdienst deren gesamtes Leistungsangebot beanspruchen. Bonstetten, Stallikon und Wettswil haben ebenfalls ihre Absicht bekundet, die Leistungen für Berufsbeistandschaften, Suchtberatung und Asylwesen weiterhin von der IKA Sozialdienst zu beziehen. Die Sozial- und Wirtschaftshilfe sowie die persönliche Beratung für ihre Einwohner wollen die drei Gemeinden zukünftig selber anbieten, während Affoltern bereits heute alle Leistungen im Bereich Sozialdienst selbstständig erbringt. Iris Geissbühler, Leiterin der Steuergruppe, gratulierte anlässlich des Workshops vom vergangenen Mittwoch im Stalliker Gemeindesaal Coccolino der Projektgruppe, die Mitglieder aus allen 14 Bezirksgemeinden umfasst. «Wir dürfen stolz sein auf die

erarbeitete gemeinsame Lösung; sie ist in der Vernehmlassung von den Gemeinden sehr positiv aufgenommen worden», hielt Geissbühler fest und merkte an, dass dies umso erfreulicher sei, weil alles nach einem ordentlich strammen Zeitplan ging. «Hierbei darf ich lobend und dankend festhalten, dass dies ohne einige echte ‹Zugpferde› kaum möglich gewesen wäre», resümierte die Stalliker Gemeinderätin, die gleichzeitig beifügte: «Die Solidarität ist im Bezirk ungebrochen und das Miteinander mit gemeinsamen Lösungen nach wie vor ein Anliegen, wie sich zeigt.» Die vielfältigen Aufgaben des Sozialdienstes hätten allerdings eine derartige Grösse erreicht, dass man sich grundsätzlich der Frage habe stellen müssen, ob zu deren Bewältigung das bisherige Modell des Zweckverbandes noch zeitgemäss sei. Die Workshops der breit abgestützten Projektgruppe und die durchweg positiven Reaktionen in den Gemeinden in der Vernehmlassung hätten gezeigt, dass eine Interkommunale Anstalt IKA dazu die geeignetere Form sei.

Warum eine Interkommunale Anstalt? Die Gründe, den Zweckverband Sozialdienst in eine IKA Sozialdienst überzuführen, liegen klar auf der Hand, wie Iris Geissbühler erklärt: «Neben dem Zweckverband ist die Anstalt die zweite öffentlich-rechtliche Rechtsform für die Auslagerung von Aufgaben durch den Kanton (z.B. ZKB), durch eine Gemeinde oder durch mehrere Gemeinden. In letzterem Fall spricht man von einer Interkommunalen Anstalt IKA. Mit der vorgeschlagenen IKA Sozialdienst Bezirk Affoltern sind Organisa-

tion und Haushaltsführung des Bereiches Sozialdienst im Interesse der Bevölkerung sowie im Sinne des neuen Zürcher Gemeindegesetzes zeitgemäss ausgestaltet.» Die Anstalt sei einfacher strukturiert als der Zweckverband, was ein flexibleres und schnelleres Entscheiden möglich mache, erklärt Geissbühler weiter und fügt an: «Sofern keine grösseren Investitionen getätigt werden – und dies ist bei der IKA Sozialdienst im Gegensatz z.B. zum Spital der Fall – braucht es auch kein Referendumsrecht. Damit ist eine Entpolitisierung möglich.» Strategisch geführt wird die IKA durch einen Verwaltungsrat, in den jede der zehn Trägergemeinden eine Person delegiert. Der Verwaltungsrat bildet einen Verwaltungsausschuss zur Aufbereitung der verschiedenen Themen, über die der VR entscheiden muss.

Verantwortung gegenüber Schwächeren wahrnehmen «Die gemeinsame Lösung im Sozialdienst bedeutet aber nicht Einheitlichkeit um der Einheitlichkeit willen», betont die Leiterin der Steuergruppe weiter und erklärt: «Sie richtet sich ganz klar nach den Bedürfnissen der Gemeinden. Das Bedürfnis für die gemeinsame Lösung und ein angebotenes Leistungs-Vollpaket im Bezirk ist mit den zehn Trägergemeinden deutlich ausgewiesen. Gerade für kleinere Gemeinden ist es schlicht unmöglich, alle diese Leistungen im gleichen qualitativen Kontext alleine auf die Beine zu stellen. Die gemeinsame Lösung für alle Leistungen des Sozialdienstes ist da-

her für zehn Ämtler Gemeinden auch zukünftig die richtige Form und Organisation, die Nachteile kleinräumiger Strukturen zu überwinden und ihre rechtliche Selbstständigkeit zu wahren.» Die positiven Reaktionen im Rahmen der Vernehmlassung hätten gezeigt, dass in den Ämtler Gemeinden die Behörden die Verantwortung gegenüber den Schwächeren unserer Gesellschaft wahrnehmen und einen Beitrag zum sozialen Frieden leisten wollen.

Politischer Prozess für die Gründung der IKA Sozialdienst Mit dem Workshop am vergangenen Mittwoch verabschiedete die Steuergruppe SoNeK die nächsten Schritte zur Gründung der IKA Sozialdienst. Es ist ein politischer Prozess, der nun folgt und sich in der Folge so präsentiert: Während Affoltern bereits aus dem Zweckteil Sozialdienst des heutigen Zweckverbandes ausgetreten ist und Bonstetten, Stallikon sowie Wettswil per Ende 2017 gekündigt haben, werden die übrigen zehn Gemeinden in ihren Dezember-Gemeindeversammlungen nun ebenfalls über eine Kündigung zu entscheiden haben – die Kündigungsfrist wird dabei auf ein Jahr reduziert. Gemeinden, welche die Urnenabstimmung zur Neugründung der IKA Sozialdienst Bezirk Affoltern an einer Versammlung vorbesprechen wollen, werden dies ebenfalls im Dezember 2016 tun, damit schliesslich alle zehn Trägergemeinden an der Urnenabstimmung vom 12. Februar 2017 über den Gründungsvertrag für die IKA Sozialdienst Bezirk Affoltern beschliessen können.

Damit wird der heutige Zweckverband auf die Kesb-Leistungen fokussiert, deren künftige Organisationsstruktur noch nicht definitiv festgelegt werden konnte. Entgegen dem gemeinsam von allen Gemeinden verabschiedeten Plan, die Kesb vom Zweckverband in eine eigene IKA überzuführen, hat die Gemeinde Affoltern nämlich kürzlich vorgeschlagen, die KesbOrganisation zu übernehmen und die anderen 13 Gemeinden mit Anschlussverträgen zu bedienen. Ein Lösungsansatz, welcher am Bezirksworkshop des Projektes SoNeK klar abgelehnt wurde. Die Gemeinden wollen weiterhin bei der Ernennung des Kesb-Präsidiums, beim Stellenplan und bei der administrativen Aufsicht gemeinsam Verantwortung wahrnehmen. Die künftige Kesb-Trägerorganisation wird, nach zusätzlichen Abklärungen, in den nächsten Monaten festgelegt. «Diese Verzögerung ist nicht kritisch», erklärt Iris Geissbühler. «Einerseits, weil die Kesb Affoltern gut funktioniert und andererseits, nachdem klar entschieden ist, dass alle 14 Gemeinden Träger der Kesb-Organisation sein werden. Damit lassen sich auch Synergien im administrativen Bereich zwischen der künftigen IKA Sozialdienst und der Kesb-Organisation nutzen.» Sowohl die Unterlagen für die Kündigung der Mitgliedschaft im Zweckverband (Teil Sozialdienst) als auch für die IKA-Gründung zuhanden von Gemeinderäten und Gemeindeversammlungen werden nun von der Projektgruppe SoNeK aufbereitet. Im Verlaufe des Jahres 2017 wird dann noch der Start der IKA Sozialdienst per 1. Januar 2018 vorzubereiten sein.

Der 15. Säuliämtler Gemeindepräsident Der Ottenbacher Christian Haltner führt seit 2014 die Gemeinde Stäfa 1956 in Ottenbach geboren und dort aufgewachsen: Christian Haltner ist vor zwei Jahren in einer Kampfwahl gegen vier Kandidierende zum Gemeindepräsidenten von Stäfa gewählt worden. Der liberale Politiker, Generalstabsoffizier und Maler liebt Open-Air-Konzerte ebenso wie solche in der Tonhalle und volkstümliche Stubete. Er lässt sich in kein Schema pressen. ................................................... von bernhard schneider Wir treffen uns im Ritterhaus Uerikon, wo Christian Haltner Bilder ausstellt. Er schildert seinen künstlerischen Werdegang so nüchtern und präzis, wie er über seine politische, berufliche und militärische Karriere spricht. Erst beim Thema Menschenrechte begleitet spürbare Emotionalität seine Ausführungen.

Offen für Herausforderungen Nach der Primarschule in Ottenbach und der Sek in Obfelden schloss Christian Haltner das Unterseminar Küsnacht mit der Matur ab und liess sich zum Primarlehrer ausbilden. Just als er in die Rekrutenschule einrücken sollte, wurde er angefragt, eine 6. Klasse zu übernehmen, die bereits mehrere Lehrer in die Knie gezwungen hatte. Der sportliche, junge Lehrer bestand die Herausforderung im Klassen-

zimmer und anschliessend, mit zweijähriger Verspätung, die RS. Die Armee bot die nächsten Herausforderungen. Führungsausbildungen und entsprechende Bewährung wechselten sich ab. Als Motivationsgrund für seine militärische Karriere nennt er: «Die besten Freunde habe ich in der Armee gefunden.» Christian Haltners Laufbahn gipfelte beim Stellvertreter des Chefs Heeresstab. Noch heute leistet er Dienst als Oberst im Generalstab.

Sicherheit für alle «Am meisten faszinieren mich Übungen im Sicherheitsverbund mit verschiedenen zivilen Partnern», meint Christian Haltner. Daraus leitet er eine zweite Motivation für die militärische Karriere ab: «Sicherheit ist ein wichtiger Eckpfeiler einer freien Gesellschaft. Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit. Das hat seinen Preis.» Christian Haltner interessiert sich seit seiner Jugend für Politik. Sein Vater war in der FDP aktiv, gehörte der RPK Ottenbach an und führte gerne auch am Familientisch politische Diskussionen. Mit dem Ottenbacher Alt-Gemeindepräsident Willy Bonvin verbinden ihn ausser diesem Amt und dem Einsatz als Stabsoffizier auch die Erstausbildung als Lehrer und die liberale Grundhaltung: «Ich bin ein Aufklärer. Mir liegt der freiheitliche, demokratische Rechtsstaat am Herzen, in dem Mehrheitsentscheide die Rechte der Minderheiten nicht aushebeln dürfen.

Die Menschenrechte gehen nationalen Egoismen vor.» Politisch geprägt haben ihn auch die von Alt-Nationalrat Rolf Hegetschweiler initiierten Staatsbürgerkurse: «Wenn man die Gegensätze nüchtern betrachtet, kann man sie überwinden. Das Verbindende zu suchen ist für die Demokratie von zentraler Bedeutung.»

suchen, sei es über sein historisches Interesse: Die liberale Bewegung der Zürcher Landschaft ging Ende des 18. Jahrhunderts von den Gebieten um Stäfa, Wädenswil und Affoltern aus, deren führende Köpfe eng miteinander verbunden waren. Der Grossvater des Stäfner Arztes Hegetschweiler, einem führenden Liberalen um 1830, hatte in Ottenbach gewirtet – und Wirtschaften hatten bei der Organisation der liberalen ländlichen Kreise eine wichtige Rolle gespielt.

Bildung und Selbstbestimmung Nach seinem Wechsel in die Privatwirtschaft wandte sich Christian Haltner mit einer anderen Optik der Schule zu: Als Schulpräsident von Meilen engagierte er sich zehn Jahre lang im Rahmen von Pilotprojekten für eine Modernisierung der Grundausbildung, die Freiheiten und Führung so verbindet, dass die Schülerinnen und Schüler eine Basis erhalten, um sich zu mündigen, selbstbestimmten und -verantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln. Gleichzeitig übernahm er das Präsidium des Verbandes der Zürcher Schulpräsidenten. Nach seinem Rücktritt als Schulpräsident beteiligte er sich am Aufbau des Forums Bildung, dessen Vorstand er noch immer als Co-Präsident angehört, und leitete die Kampagne für das überarbeitete Volksschulgesetz, das 2005 von den Stimmberechtigten angenommen wurde. 2012 fragte ihn die FDP an, die in Stäfa seit 1970 das Gemeindepräsidium stellt, ob er für das Amt kandidieren wolle. Im zweiten Wahlgang obsiegte er gegenüber der Grünliberalen

Oldtimer und Malerei

Liberal und kreativ: Christian Haltner präsentiert einige seiner Bilder. (Bild bs) Kandidatin: «Wir profitieren jetzt davon, dass wir uns in einem fairen, sportlichen Wahlkampf gegenübergestanden sind, der eine gute Basis für unsere gute Zusammenarbeit im Gemeinderat bildet.»

Liberale beidseits des Sees Mit Ottenbach und dem Knonauer Amt ist Christian Haltner noch immer verbunden, sei es im Rahmen von Be-

Nicht ganz so alt wie die Liberale Bewegung in der Zürcher Herrschaft sind die beiden Oldtimer von Christian Haltner: Ein Mercedes 230 SL Cabrio von 1966 und ein Mercedes 250 SE, eine Limousine mit Baujahr 1967. Dieses Hobby hat ihm 2013 ein weiteres Präsidium eingebracht, er wurde an der GV in Kappel zum Vorsitzenden des Mercedes-Benz Veteranenklubs Schweiz (Mbvc) gewählt. Eine andere Verbindung zur alten Heimat führt zurück zur Malerei: Christian Haltner besucht oft und gerne die Galerie Marlène. Persönlich ist er im Rahmen eines Strategieworkshops zur Malerei gelangt, als der Coach die Kaderleute Strategien bildlich darstellen und die Bilder miteinander verbinden liess. Die Methode überzeugte Christian Haltner: «Ich habe seither über 100 Bilder gemalt, immer in Workshops. Kreativseminare können ein Team enorm voranbringen.»


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 19. Juli 2016

Gerste: tiefe Erträge, schlechte Qualität Das nasskalte Wetter hat dem Getreide zugesetzt Als es endlich sommerlich warm wurde, konnte die Gerste geerntet werden. Die Mähdrescher fuhren rund um die Uhr. Die Erträge und die Qualität sind jedoch enttäuschend. ................................................... von marianne voss Es war einfach zu nass – und zu kalt. Keine Pflanze hat das gerne, auch das Getreide nicht. Einerseits bildeten sich die Körner nicht vollständig aus. Die Ähren wurden nicht prall, wie sich das der Bauer wünscht. Andererseits waren die Kulturen von Pilzkrankheiten befallen. Die Blätter verfärbten sich gelb, was dem Laien von Weitem den Eindruck vermittelte, das Getreide werde reif. Durch die abgestorbenen Blätter verliert die Pflanze an Kraft und entwickelt sich nicht wie gewünscht weiter. Bei intensiv bewirtschafteten Feldern – wo also Fungizid eingesetzt werden dürfte – war der Einsatz eines Spritzmittels gar nicht möglich, da die Maschinen nicht in die durchweichten Felder fahren konnten. Ein weiteres Problem war der Hagelzug Ende Mai, der vor allem im südlichen Teil des Bezirkes an einigen Getreidefeldern grössere Schäden hinterliess. Das erste Getreide, das bei uns geerntet wird, ist die Gerste. Viele Felder waren eigentlich schon reif, die Böden aber zu nass. Mancher Mähdrescher musste nach einer Runde aufgeben, oder er blieb sogar im Morast stecken. Vor zehn Tagen war es dann endlich so weit, dass alles stimmte. Die Böden waren etwas abgetrocknet, die Sonne

schien. Und in der Sammelstelle der Landi Albis in Mettmenstetten herrschte 24-Stunden-Betrieb. Was jedoch angeliefert wurde, war mehr als enttäuschend. Er könne sich nicht erinnern, je so schlechte Gerstenqualität erhalten zu haben, erklärt Markus Staub, Leiter Agrarhandel. Und er arbeite doch schon seit 15 Jahren hier.

Katastrophale Qualität Getreide wird nicht nur nach Ertrag pro Hektare gemessen, sondern auch nach der Qualität, dem Hektolitergewicht. Letztes Jahr konnte man bei sechs bis acht Tonnen pro Hektare Ertrag und einem Hektolitergewicht von 65 bis 68 Kilogramm von einer guten Ernte sprechen. «Dieses Jahr hatten wir einen Ertrag von durchschnittlich fünf Tonnen pro Hektare», sagt Markus Staub. Und die Qualität sei teilweise so katastrophal, dass es schwierig werde, diese Gerste weiterzuverwerten. «Auch in einer Futtermischung muss ja ein gewisser Gehalt garantiert sein.» Das tiefste Hektolitergewicht einer abgelieferten Gerstenladung am letzten Sonntag betrug 49 Kilogramm. Unproblematisch war hingegen die Feuchtigkeit. «Die allermeiste Gerste wurde trocken abgeliefert.» Diese Woche macht der Sommer wieder mit. Es ist Erntewetter. Nun folgt der Raps und bald darauf auch der Weizen. Voraussichtlich werden die Erträge auch dort keine grosse Freude aufkommen lassen. Eine Versicherung haben die Bauern gegen wetterbedingte Einbussen nicht. Versichern kann man sich nur gegen Hagelund Überschwemmungsschäden.

Gerstenernte auf einem Feld in Kappel. (Bild Marianne Voss)

Chef über eine halbe Million fleissiger Arbeiterinnen Unmittelbar neben dem Bienenhaus befindet sich in Ottenbach eine Bienenweide Neben dem Bienenhaus von Andreas Guntern steht eine 24 Aren grosse Bienenweide in voller Blüte. Sowohl der Landwirt als auch der Imker sehen die Bienenweide als eine Win-Win-Situation. ................................................... von martin mullis Auf einer Fläche von rund 24 Aren wächst an der Bachdolenstrasse zwischen einem Mais- und einem Getreidefeld eine üppige Bienen- und Insektenweide. Landwirt Roger Hegetschweiler erhält zwar für die ganz spezielle Blumenwiese über die Direktzahlungen eine minimale Entschädigung, Hauptgrund für den Anbau der Saatmischung der Insekten- und Bienenweide sind jedoch nicht die wunderschönen Blüten. Die 14 verschiedenen Pflanzen auf dem grossen Feld dienen nicht nur den Bienen für Futter und als Rückzugsort, sondern helfen dem Landwirt auch im extensiven Kornfeld die Getreidehalmfliege und andere Schädlinge in Schach zu halten.

«Arbeitgeber». Der Bienenbestand ist jedoch auch stets abhängig vom Jahresverlauf der Sonne, von der Feuchtigkeit, Temperaturen und natürlich von der Vegetation. Sein Bienenhaus an der Bachdolenstrasse in Ottenbach steht auf einem Grundstück, welches ebenfalls Landwirt Hegetschweiler gehört. Hobbyimker Guntern hält fest, dass in der heutigen intensiven Landwirtschaft oft die Blütenvielfalt fehlt. Bis im Mai sei jeweils die Blütenvegetation sehr gut, diese nehme dann ab und von Mitte Juni an seien dann Wiesenblumen nur noch spärlich zu finden. Da sei natürlich die Bienen- und Insektenweide für die fleissigen Honigsammler sehr wertvoll. Der Hauptertrag von

Honig werde, ganz besonders im Reusstal, im Frühling gewonnen. Bienen sind blütentreu und wechseln erst zu anderen Quellen, wenn der Nektar und die Pollen versiegen. Später im Jahr suchen die Bienen ihre Nahrung auch im Wald und liefern so den bekannten Baum- und Blatthonig. Für den Neurentner Guntern ist die Bienenzucht ein überaus spannendes Hobby, welches zwar ertragsmässig nicht allzuviel abwirft, dafür aber neben einem kleinen Zustupf immer auch für überaus beliebte Geschenke in Form von Honiggläsern sorgt. Er schätzt ganz besonders das ausgezeichnete Verhältnis zum Landwirt und Eigentümer der Äcker und Felder rund um sein Bienenhaus.

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Für die fleissigen Honigsammlerinnen ist die Bienenweide wichtig

Herr über viele fleissige Bienen: Imker Andreas Guntern auf der Bienenweide. (Bild Martin Mullis)

Unmittelbar neben der Bienenweide steht das Bienenhaus von Imker Andreas Guntern. Mit fünf Wirtschaftsvölkern, drei bis vier Reserveoder Nachwuchsvölkern und vier Kästen für die Königinnenzucht ist der Bienenzüchter Herr über gut eine halbe Million Bienen. Allerdings ist Andreas Guntern mit diesen Zahlen im Säuliamt immer noch ein kleiner

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Bezirk Affoltern

Dienstag, 19. Juli 2016

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Wissen in die Praxis transferieren Hedinger Waldforscher zum Titularprofessor der ETH Zürich ernannt Andreas Rigling hat wegweisende Forschungsarbeit zu den Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere von Trockenheit auf Wälder, betrieben. Dafür und für seine engagierte Lehrtätigkeit hat die ETH Zürich den Forstwissenschaftler aus Hedingen nun zum Titularprofessor ernannt. Seit Jahren sterben in den trockenen Wäldern im Wallis die Föhren ab, manchmal sind es einzelne Bäume, manchmal färbt das Rot der toten Föhren ganze Täler. Grund dafür sind in unterschiedlichem Ausmass zunehmende Trockenheit, Krankheiten und Schädlinge – Faktoren, die direkt oder indirekt vom Klimawandel mit beeinflusst werden. Ihr komplexes Zusammenspiel hat Andreas Rigling in 15jähriger Forschungsarbeit im Rahmen eines internationalen Forschungsnetzwerks weitgehend entschlüsselt. Die Resultate sind wegweisend für die Erforschung der vielschichtigen Auswirkungen des Klimawandels auf Wälder und haben national wie international grosse Beachtung erfahren.

Wissen interdisziplinär verknüpfen Bewusst verknüpft Rigling bei seiner Forschungsarbeit Wissen aus unterschiedlichsten Disziplinen und integriert diverse wissenschaftliche Ansätze: langfristige Überwachungsprojekte und Felduntersuchungen, Experimente und Computermodellierung. Ein spezieller Fokus liegt auf Fragen zur Wirkung von Trockenheit, Kälte,

betreut. Ausserdem ist es ihm wichtig, dass seine Forschung Früchte in der Praxis trägt. Selbst Editor in Fachjournalen, sieht er den Nutzen einer strengen Begutachtung von Fachartikeln nicht nur für die Forschung, sondern auch für den Wissenstransfer in die Praxis. «Eine effiziente Umsetzung muss auf starker Forschung basieren», sagt er. Der Hedinger möchte die Wissenschaft aus dem «Elfenbeinturm» hinaustragen. Im Rahmen eines AgoraProjektes des Nationalfonds hat er gemeinsam mit Kunstschaffenden, Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern naturwissenschaftliche Fragen thematisiert und in künstlerischer Form umgesetzt. Weitere gemeinsame Projekte mit Künstlern und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) loten die Schnittstellen von Kunst und Wissenschaft aus.

persönlich Gelernter Forstwart Der neu ernannte ETH-Titularprofessor Andreas Rigling kennt sich aus mit Schäden an Bäumen, die durch Einflüsse wie Insekten, Pathogene, Trockenheit, Frost, Blitzschlag oder, wie im Bild, durch Wind verursacht wurden. (Bild Beat Wermelinger) Schädlingen und Krankheiten auf einzelne Bäume und ganze Bestände sowie zu den Wechselwirkungen zwischen diesen Faktoren: Wie wachsen die Bäume, woran sterben sie, wie stark stehen sie in Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser? Handelt es sich um lokale Phänomene oder sind sie in einem globalen Kontext zu verstehen?

Diesen Fragen geht zum Beispiel das von Rigling geleitete, interdisziplinäre Projekt Mountland nach. Es untersucht seit 2008 den Einfluss von Klima und Landnutzung auf Gebirgsregionen und verknüpft dafür natur- und sozialwissenschaftliche Ansätze. Das Projekt wurde 2013 mit dem td-Award der Schweizerischen Akademie der Wissenschaften für herausragende

inter- und transdisziplinäre Forschung ausgezeichnet.

Dialog zwischen Forschung und Praxis Sein Wissen gibt Rigling seit vielen Jahren als engagierter Dozent weiter. Er hat einen Lehrauftrag bei der ETH Zürich und hat in den letzten Jahren über 30 Bachelor- und Masterarbeiten

Der Hedinger Andreas Rigling ist gelernter Forstwart, hat auf dem zweiten Bildungsweg die Matura gemacht und Forstwissenschaften an der ETH Zürich studiert. Er promovierte an der Universität Basel und arbeitet seit 1994 an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Heute ist er Leiter der Forschungseinheit Walddynamik an der WSL und Mitglied der WSLDirektion.

forum

Initiative starten Keine Beteiligung mehr am Akutspital?, im «Anzeiger» vom 15. Juli.

Eine ganze Ladefläche voller Japan-Knöterich. Die Hausemer Neophyten-Bekämpfer um Patrick Wyss (2.v.l.) und Gemeinderat Gregor Blattmann (rechts) können stolz sein auf ihre Leistung. (Bild Thomas Stöckli)

Gemeinsam gegen Japan-Knöterich und Drüsiges Springkraut Neophyten-Bekämpfung in Hausen: Freiwillige halfen tatkräftig Die Umweltkommission Hausen rief auf zur Bekämpfung von Neophyten. Trotz Regenwetters kam vergangenen Mittwochnachmittag ein tatkräftiges Dutzend zusammen. ................................................... von thomas stöckli Gewisse eingeführte Pflanzen werden zum Problem. Das gilt auch in Hausen. Vor gut zehn Jahren hat Patrick Wyss vom Regiebetrieb mit der Bekämpfung dieser Neophyten begonnen. Der Aufwand lohnt sich: «Wir haben nie mehr so viel wie zu Beginn.» Noch zü-

giger geht es, wenn möglichst viele mithelfen. Nach dem letztmaligen Erfolg hat die Gemeinde deshalb wieder die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Bei Regenwetter kamen vergangenen Mittwochnachmittag allerdings nicht mehr ganz so viele Freiwillige. Ein Schwerpunkt war diesmal das Drüsige Springkraut, das sich entlang des Chrebsbachs ausgebreitet hat. «Die Pflanze kann tausende Samen entwickeln und schleudert diese bis zu sieben Meter weit fort», erklärt Wyss. Das Wasser trägt diese Samen dann noch viel weiter – im konkreten Fall in den Türlersee und weiter die Reppisch hinab. «So können ganze Korridore verseucht werden.»

Im Gebiet Sebrig/Goom, einen halben Kilometer südlich vom Chrebsbach, stand derweil der Japan-Knöterich im Fokus. Diese Krautpflanze stammt ursprünglich aus Ostasien und verdrängt die angestammten Arten mit ihrem schnellen Wachstum (bis zu 30 cm pro Tag!) und einem dichten Blätterdach. Gemeinderat Gregor Blattmann, der ebenfalls tatkräftig mithalf, zeigte sich vom Engagement der Freiwilligen begeistert: «Toll, welchen Einsatz ihr gezeigt habt», lobte er nach den gut zwei Stunden Fronarbeit. «Nächstes Jahr werden wir wieder etwas in dem Rahmen machen», versprach Patrick Wyss.

Dürfen wir unser Spital und sein Schicksal weiterhin unseren rund 80 Gemeinderäten und Gemeinderätinnen vom Bezirk überlassen? Wir dürfen es uns nicht bieten lassen, dass wir mehrheitlich Gemeinderäte haben, die sich gegen unser gutes Akutspital aussprechen. Da haben wir wahrlich die Falschen gewählt. Nun haben sie sich entlarvt! Klar, diese Behörden geniessen in der Bevölkerung (noch) ein relativ grosses Vertrauen. Weshalb eigentlich? Wenn man die Antworten, die zur Spitalumfrage (im letzten «Anzeiger» vorgestellt) eingegangen sind, durchgeht, stellt man doch fest, dass da in diesen erlauchten Kreisen sehr viel an Unwissen vorhanden ist. Sie geben es im privaten Gespräch ja zu. Spätestens beim dritten Satz sagen sie, wenn man ihnen Fragen stellt: «Ja wissen Sie, das Spital ist mir nicht so bekannt». Und dennoch lassen sie dann ihre Meinung heraus. Zum Teil völlig unbedarft, zum Teil völlig kenntnisfrei. Löbliche Ausnahmen bestätigen die Regel!

Strukturell Klarheit schaffen Ein Gemeinderat als Ganzes einer Gemeinde hat zum Beispiel verlauten lassen, unser Spital sei gut aufgestellt. Handlungsbedarf bestehe nicht! Das sind fünf bzw. sieben Leute, die eine solch krasse Fehleinschätzung treffen! Die Wahrheit ist die: Unser Spital hat sich in den letzten vier Jahren auf gegenwärtig 51 Millionen Franken verschuldet und kriecht ertragsmässig dem Abgrund entlang. Das nicht zuletzt deshalb, weil wir uns den Spass leisten, ganze sechs hochbezahlte Chefärzte bei ganzen 68 Akutbetten zu beschäftigen! Wir werden nun nach den Sommerferien eine Initiative starten, um strukturell etwas Klarheit zu verschaffen. Wer im Komitee mitmachen will, ist herzlich willkommen. Und wir werden nun unsererseits mit denselben Fragen, die den Gemeinderäten gestellt worden sind, an sämtliche Stimmberechtigten im Bezirk gelangen. Mal sehen, ob da auch so unpassende und kümmerliche Antworten hereinkommen. Hans Roggwiler, Zwillikon, Präsident Verein Pro Zweckverband

Begehrte Bücherkisten Was für eine wunderbare Sache sind doch die Lesebänke der Bibliotheken, die jeweils während den Sommermonaten an verschiedenen Orten der Region zu finden sind! Mit grosser Vorfreude machte ich mich am Donnerstag mit meiner Tochter auf den Weg zum Weidhoger in Stallikon. «Lass uns nachschauen, welche Bücher diesmal in der Kiste sind!» Als wir dort ankamen, fanden wir zwar die Bücher auf der Bank aufge-

stapelt vor, aber die schützende Plastikkiste war fort! Durch die starken Regenfälle waren die tollen Bücher natürlich so aufgeweicht, dass keines mehr lesbar war. Unglaublich traurig, was heute alles gestohlen wird ... Danke trotzdem an die BibiTeams, die uns die Lesebänke ermöglichen, bitte nicht aufgeben! Cornelia Theiler, Stallikon


veranstaltungen

Die Jass-Moderatoren Roman Kilchsperger (links) und Reto Scherrer. (Bild SRF)

Die Bonstetter Jasser reisen nach Chur Donnschtig-Jass: noch freie Plätze im Bus Letzten Donnerstag sind in Freienbach die Würfel deutlich zugunsten von Chur gefallen. Die Bonstetter Fans reisen demnach am kommenden Donnerstag, 21. Juli, in zwei Bussen nach Chur. Es gibt noch wenige freie Plätze. Wer mitreisen möchte, melde sich telefonisch bei Primus Kaiser (Tel. 044 701 95 71) an. Abfahrten sind um 13 und 16 Uhr. Ab 20.05 Uhr gilt es dann, den Bonstettern die Daumen zu drücken, damit es ihnen gelingt, den

Donnschtig-Jass ins Knonauer Amt zu holen. Das OK des Donnschtig-Jass ist zuversichtlich, haben doch das Bonstetter Jass-Quartett und der «Memory-Jasser» (neues Element in der Sendung) fleissig geübt, damit sie gut gerüstet sind, um diese Live-Sendung am 28. Juli nach Bonstetten zu holen. Mitreise nach Chur im Bus, Abfahrt 13 und 16 Uhr Dorfplatz Bonstetten. Anmelden bei Primus Kaiser, Tel. 044 701 95 71.

Reichhaltiges Frühstücksbuffet auf dem Bauernhof. (Bild zvg.)

Köstlichkeiten direkt vom Hof geniessen 1.-August-Brunch auch im Säuliamt Drei Ämtler Bauernhöfe öffnen am Montag, 1. August, ihre Türen und verwöhnen für 28 bis 30 Franken mit einem traditionellen Brunch. Die Gäste erwartet ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit feinen regionalen Produkten. Zum Auftakt des Nationalfeiertages bieten zahlreiche Bauernfamilien in der ganzen Schweiz einen leckeren Brunch auf ihrem Hof an. Der traditionelle Anlass ist ein Erlebnis für alle. Neben einer grossen Auswahl an regionalen und selbst zubereiteten Spezialitäten erhalten die Gäste Einblick in den Hof. Sie sehen vor Ort, wie die Tiere leben sowie wo unsere Nahrungsmittel gedeihen und produziert werden. Die Bauernfamilien informieren die Besucherinnen und Besucher gerne über ihre Betriebszweige und die Tätigkeiten. Musikalische Unterhaltung, ein Streichelzoo, ein Spielplatz

oder eine Hofführung – für abwechslungsreiche Aktivitäten ist gesorgt. Für 500 Besucherinnen und Besucher bietet Familie Duperrex in Knonau Platz. Diese dürfen sich auf musikalische Unterhaltung mit der Trichler-Gruppe Rothenthurm freuen. Für je 200 Gäste sind Nägelis in Mettmenstetten und Frutigers in Zwillikon eingerichtet. Die Bauernfamilien freuen sich auf ihre Gäste.

Die Ämtler Gastgeber: Maya und Jean-Jacques Duperrex, Hof Stöckweid, Knonau. Anmelden: Tel. 044 767 03 17, 076 368 03 17, stoeckweid@gmail.com, www.stoeckweid.ch. Erika und Heini Nägeli, Mattenhof, Dachlissen 2, Mettmenstetten. Anmelden: Tel. 044 767 18 38, 079 481 38 10, naegeli-mattenhof@bluewin.ch, www.naegeli-mattenhof.ch. Claudia und Andreas Frutiger, Hof Frutiger, Weihermattstrasse 10, Zwillikon. Anmelden: Tel. 079 407 56 58, 076 398 00 17, andi.frutiger@datazug.ch Weitere Infos unter www.brunch.ch.


Sommerserie

Dienstag, 19. Juli 2016

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Ein Loch im Boot, Regen und ein Bootstransport auf dem Autodach Sommerserie Startpunkt Säuliamt (1): In fünf Stunden mit dem Schlauchboot von Ottenbach nach Mellingen

Durch die intensiven Regenfälle ist das Grün der Natur viel intensiver als sonst. Beim Befahren der Reuss unterhalb von Bremgarten ist bei hohem Wasserstand jedoch Vorsicht geboten.

Geistige Grenzen können nur überwunden werden, wenn auch physische Grenzen überwunden werden. Die Reuss ist bis heute eine prägende natürliche Grenze. Gestartet in Ottenbach, wo die Reuss zwei Kantone trennt, kommt das Schlauchboot fünf Stunden später in Mellingen an, wo sie zwei Dorfteile verbindet. ................................................... von salomon schneider Es ist kurz vor elf Uhr, als wir mit dem Auto an der Reuss ankommen. Schnell werden Boot und Proviant ausgeladen. Während ich das Auto zur Postautohaltestelle in Ottenbach bringe, fängt Jonas damit an, das Schlauchboot aufzupumpen. Kurz vor halb zwölf Uhr ist alles abfahrbereit. Noch ist der Himmel stark bewölkt und es nieselt leicht. Als wir mit Regenschirm und Rudern in den Händen in den Fluss stechen, ernten wir erstaunte Blicke und aufmunternde Worte von Passanten. Was am Anfang mühsam erscheint, hat den grossen Vorteil, dass an solchen Tagen nicht hunderte Boote auf der Reuss unterwegs sind. Und ausserdem: Wenn eine Bootstour geplant ist, dann wird auch eine Bootstour gemacht. Keine zehn Minuten später hört der Regen auf und eine

weitere halbe Stunde später scheint bereits die Sonne.

Ottenbach ist ein optimaler Einstiegsort für ungeübte Schlauchbootfahrer. Die Reuss macht zwar einige Kurven, Stromschnellen, Wellen und Untiefen hat es hier aber noch keine. Kurz nach Jonen beginnt die Reuss bereits langsamer zu fliessen. Denn bei Unterlunkhofen fängt der Flachsee an, der aufgrund des Flusskraftwerks Bremgarten entstanden ist. Er wurde 1975, beim Bau des Staudamms extra als Wasservogelreservat gestaltet. Neben bekannten Vogelarten können im Vorbeifahren auch seltene Exemplare beobachtet werden. Aufgrund des regnerischen Frühsommers führt die Reuss noch sehr viel Wasser, trotzdem nehmen wir vom Flachsee bis nach Bremgarten die Ruder in die Hand. Bis kurz vor Bremgarten fliesst die Reuss in einem naturnahen Tal. Von der Hauptstrasse und der Kleinstadt bemerken wir bis wenige 100 Meter vor dem Wasserkraftwerk nichts.

wieder einwassern, um vor der Holzbrücke, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, erneut auszuwassern. Denn oberhalb des Streichwehrs befindet sich eine Wasserwalze, die für das Befahren mit Schlauchbooten hochgradig ungeeignet ist. Heute haben wir Pech. Aufgrund des nationalen Pontonier-Fahrturniers in Bremgarten ist die Reuss unterhalb des Kraftwerks für Schlauchboote gesperrt und wir müssen das Boot einen guten Kilometer, tragen, bis unterhalb der gedeckten Holzbrücke. Auf der Höhe des Freibads biegt ein Autofahrer in Schritttempo in die Badstrasse ein und beobachtet uns. Spontan frage ich ihn per Handzeichen, ob wir das Boot bei ihm auf das Dach laden können. Nach zwei Sekunden weicht sein verdutzter Ausdruck einem verständigen Lächeln. Er öffnet das Fenster und fragt uns, wie weit wir müssen und mahnt uns zur Vorsicht, damit wir beim Aufladen den Lack nicht zerkratzen. Im Schritttempo fährt er zur Brücke, wo wir das Boot dankend abladen. «Jeden Tag eine gute Tat», meint er lachend und wünscht uns eine gute Weiterfahrt.

Schlauchboot auf dem Autodach

Wellen und Stromschnellen

Beim Flusskraftwerk in Bremgarten müssen wir auswassern und das Boot samt Gepäck unterhalb des Kraftwerks

Unterhalb von Bremgarten wassern wir bereits bei stahlblauem Himmel ein. Der Fluss ist jetzt viel kurviger

Einzigartiges Wasservogelreservat

Beim Start in Ottenbach ist die Regenjacke noch Pflicht. (Bilder Salomon Schneider)

und fliesst vor allem bedeutend schneller. Während wir vorher Zeit für philosophische Diskussionen über herrlich abstrakte Fragen des Weltgeschehens hatten, müssen wir jetzt ständig aufpassen, dass das Boot in Fahrtrichtung ausgerichtet bleibt, wir bei Stromschnellen den Wellen mit dem Bug voran begegnen und nicht zu nahe ans Ufer geraten. Die Reuss führt so viel Wasser, dass an Baden nicht zu denken ist. Denn zahlreiche Steine verbergen sich direkt unter der Wasseroberfläche und sorgen für Stromschnellen. Wir braten also in der Sommerhitze. Jonas findet einen passenden Kommentar dazu: «Ich liebe den Sommer in der Schweiz. Dieses Jahr haben wir definitiv den richtigen Tag getroffen!» Ab und zu gibt es deshalb erfrischendes Nass ins Gesicht und wir geniessen die abenteuerliche Fahrt auf der ungewohnt wilden Reuss.

Noch fünf Stunden bis Deutschland Kurz vor 16.30 Uhr kommen wir in Mellingen an. Aufgrund der guten öVVerbindungen – das Postauto fährt keine 100 Meter vom Reussufer entfernt – ist Mellingen bei einer Eintages-Bootstour hervorragend als Ziel geeignet. Wir wassern aus, trocknen das Boot und stellen fest, dass die äussere Kammer etwas Luft verloren hat. Bei

so viel Holz und Wasser, direkt unter der Wasseroberfläche kann dies passieren. Ärgerlich ist es trotzdem, vor allem, weil ich die Boote erst kürzlich zur Revision in die Klebwerkstatt gebracht hatte. Das Tolle bei Schlauchbooten ist jedoch das MehrkammernSystem. Während wir beim Velo oder Motorrad eine Panne gehabt hätten, konnten wir die Bootstour gemütlich abschliessen und uns dann später um die Reparatur kümmern. In fünf Stunden sind wir von Ottenbach bis ins mittelalterliche Städtchen Mellingen gekommen, tief im Kanton Aargau. Mellingen liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen dem Säuliamt und dem in Deutschland gelegenen Waldshut. Bei diesem Hochwasser-Sommer wäre Deutschland mit dem Schlauchboot vom Säuliamt aus in zehn Stunden erreichbar.

Startpunkt Säuliamt In der diesjährigen Sommerserie machen sich «Anzeiger»-Journalisten auf den Weg – zu Fuss, per Velo, Schlauchboot oder einem x-beliebigen anderen Fortbewegungsmittel – und berichten von ihren Erlebnissen unterwegs. Vorgaben: das Säuliamt als Startpunkt und die Reisedauer von fünf Stunden.

Beim erneuten Einwassern in Bremgarten ist die Vorfreude auf die Stromschnellen gross.


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