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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 25 470 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 055 I 173. Jahrgang I Dienstag, 16. Juli 2019

Unterstützung

«Querblicke»

Die Bonstetter Bevölkerung erhält ab Januar 2020 einen Beitrag an die Energieberatung. > Seite 3

Ein Sammelband stellt spannende Geschichten aus der Reformationszeit dar. > Seite 7

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Kleine Chaos-Königin Was bedeuten «casino» und «apposta»? Ute Ruf weiss es nun – und erklärts. > Seite 8

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Sommerlektüre Nadine Schori von der Bibliothek Ottenbach hat für Krimi-Fans einen Lesetipp. > Seite 9

Gabriela Bregenzer verzichtet – Hannes Tanner gewählt Ergebnis der Synodalwahlen steht fest Nach den Wahlen vom 19. Mai in die Kirchensynode war nicht klar, wer den Bezirk Affoltern im Parlament der evangelischreformierten Landeskirche vertritt, da nur zwei Personen in der fünfköpfigen Deputation in einem Anstellungsverhältnis zur Kirche stehen dürfen. Eine Stimmrechtsbeschwerde sorgte für zusätzliche Unsicherheit. ................................................... von bernhard schneider Seit 2010 gilt, dass keine Mehrheit der Synodenmitglieder eines Wahlkreises in einem Angestelltenverhältnis zur Kirche stehen darf. Dies bedeutet, dass maximal zwei der fünf Vertreterinnen und Vertreter des Bezirks Affoltern in der Synode von der evangelisch-reformierten Landeskirche einen Lohn beziehen dürfen. Diese Klausel fand nun erstmals nach den Wahlen im Bezirk Affoltern Anwendung, wo mit Pfarrerin Susanne Sauder aus Bonstetten,

Susanne Leuenberger tritt zurück Susanne Leuenberger (SVP), Finanzvorsteherin der Stadt Affoltern, tritt per sofort von ihrem Amt zurück. Die Gründe für die frühzeitige Demission seien familiärer und gesundNatur, Stadträtin Susanne heitlicher schreibt der StadtLeuenberger. rat in seiner Mittei(Archivbild zvg.) lung vom Freitag. Susanne Leuenberger wurde im Rahmen einer Ersatzwahl Ende 2012 in den damaligen Gemeinderat gewählt. Seither stand sie dem Ressort Finanzen vor. Während ihrer Amtszeit engagierte sie sich auch in der Betriebskommission des Spitals Affoltern. Ab Mai 2015 amtete Leuenberger auch als Kantonsrätin, schied jedoch Anfang September 2018 auf eigenen Wunsch aus dem Kantonsparlament aus. Damals sagte sie zu ihrem Rücktritt, sie habe feststellen müssen, dass Menschen nicht unbegrenzt belastbar seien. Der Stress habe sie aus der Balance geworfen, die sie nun wieder ins Lot bringen müsse. Nun, zehn Monate später, folgte also auch die Demission aus dem Stadtrat. Das Datum der Ersatzwahl steht momentan noch nicht fest. (pd./lhä)

Pfarrer Thomas Maurer aus Knonau und der Sozialdiakonin Gabriela Bregenzer aus Obfelden drei der fünf Gewählten von der Kirche angestellt sind.

Die Frage des Zeitpunkts Was im Wahlreglement fehlt, ist die Antwort auf die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt ein Verzicht auf die Stelle bei der evangelischen Landeskirche erfolgen muss, um den Sitz in der Synode wahrzunehmen, wenn das entsprechende Quorum überschritten wird. Zuständig für die Abwicklung der Wahlen ist das Statistische Amt der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich. Der Leiter Wahlen und Abstimmungen, Stephan Ziegler, hielt auf Anfrage des «Anzeigers» das Wahlverfahren fest: Die Kandidatinnen und Kandidaten geben bei der Bewerbung für die Wahl in die Synode ihr Anstellungsverhältnis bekannt. Stehen mehr als zwei der Gewählten im kirchlichen Dienst, ist nur die Wahl der zwei Bestplatzierten unter ihnen gültig. Die nächste Person,

die das absolute Mehr erreicht hat, rückt in diesem Fall nach. Gabriela Bregenzer erklärte auf Anfrage, sie hätte sehr gern in der Synode Einsitz genommen, die unklare Rechtslage hätte aber bei einem Verzicht auf ihre Anstellung die Wahl nicht garantiert, möglicherweise hätte die offene Frage gerichtlich geklärt werden müssen. Gabriela Bregenzer hat sich dafür entschieden, ihre berufliche Anstellung zu behalten, was den Verzicht auf den Sitz in der Synode beinhaltet.

Stimmrechtsbeschwerde abgeschrieben Die Wahl der Erstplatzierten, der Wettswiler Pflegefachfrau Denise Hegglin, war von Beginn weg ebenso unbestritten wie diejenige von Susanne Sauder und Thomas Maurer. Hingegen wurde gegen den Hedinger Architekten Hans Streit im Zusammenhang mit seinem Engagement für das Projekt «Revitalisierung und Entwicklung» des Klosters Kappel eine Stimmrechtsbeschwerde eingereicht. Letzte Woche hat nun die Synode in

alter Zusammensetzung diese Beschwerde als unbegründet abgeschrieben, womit der Wahl von Hans Streit nichts mehr entgegensteht. So lange die Stimmrechtsbeschwerde hängig war, konnte das Resultat der Wahlen im Bezirk nicht erwahrt werden, weshalb offiziell noch niemand als gewählt galt. Stephan Ziegler beschreibt das weitere Vorgehen: Der Sechstplatzierte, Hannes Tanner, erhält dieser Tage von der Direktion der Justiz und des Innern eine Wahlanzeige, wonach er als gewählt gilt, wenn er nicht innert fünf Tagen die Wahl ablehnt. Wie er auf Nachfrage erklärte, wird er die Wahl annehmen. Damit ist der fünfte Sitz der Deputation des Bezirks Affoltern in die Kirchensynode klar: Gewählt wurden Denise Hegglin (2943 Stimmen, neu), Susanne Sauder (2741, neu), Thomas Maurer (2631, bisher), Hans Streit (2610, bisher) und Hannes Tanner (2179, bisher). Am 1. Oktober kann die neue Synode vollzählig, inklusive Vertreterinnen und Vertreter des Bezirks Affoltern, erstmals zusammentreten und die Wahlergebnisse erwahren.

Ein weiteres Jahr zur Bewährung

Fürs Spital Affoltern hat die neue Spitalplanung Vor- und Nachteile Die Zürcher Gesundheitsvorsteherin Natalie Rickli verschiebt die Spitalplanung 2022 um ein Jahr auf 2023. Was bedeutet das für das Spital Affoltern? Spitaldirektor Michael Buik nimmt Stellung.

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Post von der SVP Das SVP-Kampagnenteam hat auf die Glosse «Mini Farb und dini» geantwortet. > Seite 10

Startsieg von Huber/Stiebjahn Urs Huber und Simon Stiebjahn sind ihrer Favoritenrolle an der Bike-Transalp gerecht geworden. Zum Auftakt des siebentägigen Rennens, das vom österreichischen Tux über die Alpen nach Italien führt, wartete am Sonntag gleich eines der happigsten Teilstücke auf die Teilnehmer. Der Mettmenstetter hatte einen harten Kampf zu bestreiten. Noch auf dem Tuxerjoch lag er mit seinem Partner Stiebjahr gegen Geismayr/Käss zurück. Im Brennertal konnte der Rückstand wettgemacht werden, sodass im Ziel der Sprint entscheiden musste. Schliesslich schoben sich Huber und Stiebjahn wenige Zehntelsekunden vor ihren Kontrahenten über die Ziellinie. Huber prognostiziert: «Das wird eine harte Woche.» ................................................... > Bericht auf Seite 16

«Geschichten, die bewegt haben» Zeitgleich mit den Ferien startet auch dieses Jahr die traditionelle «Anzeiger»-Sommerserie. Das Spezielle: Alle Geschichten, die in den nächsten Wochen erscheinen, waren in der Vergangenheit schon einmal Thema im «Anzeiger». Doch: Wie ging es nach der Berichterstattung weiter? Mit den Themen, den Schicksalen – den Menschen? Das werden die Journalistinnen und Journalisten in den nächsten Ausgaben herausfinden. Den Anfang macht Martin Mullis. Er berichtete einst über das Projekt «Belarus», bei dem Kinder aus Weissrussland für einige Wochen ins Säuliamt reisten. Später bekam er Post. ................................................... > Bericht auf Seite 17 anzeigen

................................................... von livia häberling Im April 2018 beauftragte der Regierungsrat die Gesundheitsdirektion, die Spitalliste 2012 für Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie durch eine neue Spitalplanung auf das Jahr 2022 abzulösen. Die neuen Spitallisten sollen den Anforderungen des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) genügen und eine langfristig finanzierbare stationäre Versorgung der Zürcher Bevölkerung gewährleisten. Nun gab der Regierungsrat am vergangenen Donnerstag bekannt, dass die Planung um ein Jahr auf 2023 verschoben wird. Für Spitaldirektor Michael Buik ist ein Aufschub der Spitalplanung kein Nachteil für Affoltern. Nach bekanntwerden des Entscheids habe er bei der Gesundheitsdirektion nachgefragt, ob durch die Verschiebung auch der vorgeschaltete Prozess entsprechend angepasst werde. «Mit der Verschiebung müsste das Jahr 2020 ein weiteres

In der ursprünglichen Spitalplanung waren die Jahre 2018 und 2019 die Beobachtungsjahre. Nun dürfte das Jahr 2020 hinzukommen. (Bild Livia Häberling) Beobachtungsjahr und das Jahr 2021 das Bewerbungsjahr werden.» Sollte das Beobachtungsfenster verlängert werden, sieht Michael Buik das als Chance für das Spital: «Die ersten Entscheidungen aus der Medizinstrategie können dann bereits umgesetzt und auf ihre Tragfähigkeit überprüft werden.» Die Gesundheitsdirektion habe ihm eine adäquate Anpassung des Zeitplanes zugesichert – konkret geworden sei man jedoch nicht.

Auch der Spitalneubau muss warten Durch die Verschiebung ändert sich auch der Zeitplan für den Spitalneu-

bau. Dessen Ausbau würde sich an den bautechnischen Standards orientieren, die es braucht, um die erhaltenen Leistungsaufträge zu erfüllen. «Ein weiteres Jahr in der aktuellen Infrastruktur wettbewerbsfähige Medizin zu erbringen, wird nicht einfacher», gibt Buik zu bedenken. «Wir brauchen einen neuen Spitalbau. Durch den Aufschub sind wir aufgefordert, unsere Mitarbeitenden weiter zu motivieren, professionelle Dienstleistungen zu erbringen, und dies in einem Gebäude, das den heutigen Ansprüchen von moderner Spitalinfrastruktur überhaupt nicht mehr gerecht wird.»

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Todesfälle

Einbürgerungen Mit Beschluss vom 9. Juli 2019 hat der Stadtrat Affoltern am Albis, unter Vorbehalt der Erteilung des Kantonsbürgerrechtes und der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung, in das Bürgerrecht der Stadt Affoltern am Albis aufgenommen: • Tiziana Briscese, 1984, Staatsangehörige von Italien • Giulia Briscese, 2004, Staatsangehörige von Italien

Hedingen In Hedingen ist am Dienstag, 9. Juli 2019 gestorben:

Alfred von Ballmoos geboren am 26. September 1931, von Heimiswil BE, verheiratet, wohnhaft.

Hedingen In Wien ist am Sonntag, 23. Juni 2019 gestorben:

Andreas Wisst

• Elisa Briscese, 2009, Staatsangehörige von Italien

geboren am 28. September 1972, von Deutschland, verheiratet, wohnhaft gewesen in Hedingen, Kaltackerstrasse 2.

• Danijela Miskovic, 1980, Staatsangehörige von Kroatien

Abdankung am Mittwoch, 24. Juli 2019, 14.00 Uhr, in Hedingen.

• Fiton Ukaj, 1989, Staatsangehöriger von Kosovo

Wettswil am Albis

16. Juli 2019

Am 20. Juni 2019 ist in Affoltern am Albis ZH gestorben:

Stadtrat Affoltern am Albis

Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung und des Betreibungsamts Bonstetten über den 1. August: Mittwoch, 31. Juli 2019, 7.00 bis 13.00 Uhr Donnerstag, 1. August 2019, geschlossen Freitag, 2. August 2019, geschlossen Bei einem Todesfall wenden Sie sich bitte an Bossardt Bestattungen, Tel. 044 710 99 70 Wir wünschen Ihnen eine schöne 1. August-Feier. Ihre Gemeindeverwaltung Bonstetten

Meili geb. Hofstetter, Erika geboren 13. September 1941, Bürgerin von Hedingen ZH, Ehefrau des Meili, Hans Rudolf, wohnhaft gewesen in Wettswil am Albis, mit Aufenthalt in Affoltern am Albis. Die Urnenbeisetzung hat im engsten Familienkreis auf dem Friedhof «Heissächer» in Wettswil am Albis stattgefunden. Der Friedhofvorsteher


Bezirk Affoltern

Hans Finsler offiziell gewählt Die Direktion der Justiz und des Innern hat Hans Finsler (SVP) als Mitglied des Kantonsrates als gewählt erklärt. Das gab sie am vergangenen Freitag in einer Medienmitteilung bekannt. Hans Finsler. Hans Finsler aus (Archivbild zvg.) Affoltern ersetzt damit den Mettmenstetter Landwirt Martin Haab, der für Natalie Rickli in den Nationalrat nachgerückt ist und deshalb per Ende Juli 2019 aus dem Kantonsparlament zurücktritt. Hans Finsler war nächstfolgende Ersatzperson auf der SVP-Liste des Wahlkreises Bezirk Affoltern. Der 64-jährige Jurist war bereits im Herbst 2018 für die zurückgetretene Susanne Leuenberger in das Kantonsparlament nachgerückt, schaffte die Wiederwahl im vergangenen März jedoch nicht, weil die SVP ihren zweiten Sitz verlor. (pd./lhä)

wir gratulieren Zum 90. Geburtstag Morgen Mittwoch, 17. Juli feiert Orsola Graziano-Graziano in Affoltern ihr 90. Geburtstagsfest. Wir wünschen ihr alles Gute und gratulieren von Herzen zum hohen Runden.

Zur diamantenen Hochzeit Am Donnerstag, 18. Juli, vor 60 Jahren haben Ursula und Hermann SommerVontobel einander das Ja-Wort gegeben und feiern nun ihr diamantenes Hochzeitsjubiläum in Obfelden. Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen ein schönes Fest.

Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli redaktion@affolteranzeiger.ch Redaktion: Livia Häberling Stefan Schneiter Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 25 470 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/ Christine von Burg Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 inserat@weissmedien.ch Spezial- und Sonderseiten: Kaspar Köchli Telefon 058 200 57 14, M 079 682 37 61 kaspar.koechli@chmedia.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss Inserate: Dienstagausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Abonnementspreise: ¼ Jahr Fr. 79.– ½ Jahr Fr. 97.– 1 Jahr Fr. 170.– Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@chmedia.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.chmedia.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.chmedia.ch

Dienstag, 16. Juli 2019

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Mehr Schutz für die Gewässer, Geld fürs Familienzentrum Aus den Verhandlungen des Gemeinderats Aeugst sung wurde im Rahmen einer Vernehmlassung mit der Rechnungsprüfungskommission, dem Forum und der FDP vorgestellt und diskutiert. Die Bevölkerung ist eingeladen, an der Gemeindeversammlung vom 17. September die Totalrevision der Gemeindeordnung vorzuberaten. Die Unterlagen für die Gemeindeversammlung werden rechtzeitig auf der Website der Gemeinde publiziert. Die Einladung für die Gemeindeversammlung wird nach den Sommerferien verschickt.

................................................... von a.o. gemeindeschreiber-stv. peter schlumpf Seit 2011 gelten in der Schweiz neue gesetzliche Vorschriften zum Gewässerschutz. Sie sollen dazu beitragen, dass die Schweizer Gewässer wieder naturnäher werden. Unter anderem müssen die Kantone deshalb entlang aller Flüsse, Bäche und Seen einen sogenannten Gewässerraum festlegen. Er verhindert, dass die Gewässer stärker zugebaut werden und schützt ihre Uferbereiche. Der Kanton Zürich legt zunächst den Gewässerraum im Siedlungsgebiet fest. Dies umfasst Bauzonen, kommunale Freihalte-, Erholungs- und Reservezonen. Die Gewässer ausserhalb des Siedlungsgebiets folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Auf dem Gemeindegebiet von Aeugst betrifft das etwas mehr als einen Kilometer. Der Gemeinderat hat die Festlegung des Gewässerraumes ausgeschrieben und vier Ingenieurbüros für je eine Offerte angefragt. Die eingereichten Offerten haben durch ihre sehr gute Qualität überzeugt, sodass der Entscheid nicht leichtfiel. Den Auftrag hat das Büro Holinger erhalten. Mit den Arbeiten wird im September 2019 begonnen. Es wird mit einer Dauer von zirka 12 bis 18 Monaten gerechnet. Die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer werden im ersten Halbjahr 2020 zu einer Orientierung eingeladen.

Weitere Arbeitsvergaben Für die Sanierung der Holz-Fassade des Gemeindehauses sowie einer teilweisen Instandstellung des Treppenhauses hat der Gemeinderat zwei Offerten eingeholt. Das wirtschaftlichste Angebot hat die Firma Da Rugna, Maler GmbH, Hedingen, eingereicht. Der Gemeinderat hat für beide Arbeiten einen Gesamtkredit von

Beitrag an das Familienzentrum Affoltern Wird von der Gemeinde Aeugst mittels Leistungsvereinbarung weiterhin finanziell unterstützt: das Familienzentrum Bezirk Affoltern. (Bild Livia Häberling) rund 24 400 Franken bewilligt. Für die Früherkennung von Lecks im Wasserversorgungssystem sind seit 2005 sogenannte Ortomatten eingerichtet. Dank dieses Früherkennungssystems können Wasserverluste tiefgehalten werden. Die Reparatur der heutigen Geräte hätte Kosten von 6400 Franken verursacht. Der Gemeinderat hat deshalb Alternativen geprüft und entschieden, eine Leistungsvereinbarung mit der Firma vonRoll hydro (Suisse) AG abzuschliessen. Neu werden 45 (bisher 32) Früherkennungssysteme installiert. Die einmaligen Installationskosten betragen 2850 Franken. Die jährlichen Kosten für den Betrieb, Unterhalt und allfällige Instandstellung belaufen sich auf 9000 Franken. Der Gemeinderat hat die entsprechenden Kredite bewilligt. Für das Controlling von Kindertagesstätten und die Aufsicht über die Tagesfamilien hat die Gemeinde eine Aufsichtspflicht. Damit diese Aufgabe verantwortungsvoll und kompetent wahrgenommen werden kann, hat die Gemeinde mit Esther Franceschini Guggisberg, Kita-Controlling, eine

Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Pro Aufsichtsaufgabe fallen jährliche Kosten von maximal 500 Franken an.

Umstellung der Telefon- und Internetanschlüsse Der technologische Wandel erfordert eine Anpassung der Telefon- und Internetanschlüsse für die Verwaltungsbetriebe. Der Gemeinderat hat für die einmaligen Kosten einen Kredit von 3858.50 Franken bewilligt und die Firma Netfon Solutions AG, Zürich, mit der Installation beauftragt. Dank der Umstellung reduzieren sich die monatlichen Kosten um rund 145 Franken. Im neuen Vertrag mit der Swisscom ist auch ein Update für die jetzige Telefonanlage enthalten.

Totalrevision Gemeindeordnung Gemeinderat und Primarschulpflege haben im Hinblick auf die Bildung einer Einheitsgemeinde die vom Gemeindeamt des Kantons Zürich vorgeprüfte, totalrevidierte Gemeindeordnung genehmigt. Die bereinigte Fas-

Der Gemeinderat hat im vergangenen Jahr beschlossen, das Familienzentrum Bezirk Affoltern mit 1.25 Franken pro Einwohnerin und Einwohner zu unterstützen. Bereits 2018 hat das Familienzentrum erwähnt, dass es gerne mit allen Bezirksgemeinden eine Leistungsvereinbarung aushandeln möchte, um die finanzielle Stabilität längerfristig zu sichern. Die erhobenen Besucherzahlen zeigen, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Aeugst das vielfältige Angebot des Familienzentrums nutzen. Der Gemeinderat hat dem Abschluss einer Leistungsvereinbarung mit dem Familienzentrum Bezirk Affoltern deshalb zugestimmt. Die Kosten pro Einwohnerin und Einwohner bleiben unverändert bei 1.25 Franken.

Verschiedenes Der Gemeinderat hat die Jahresrechnung und den Geschäftsbericht 2018 des Sozialdienstes Affoltern genehmigt. Gemeindeschreiber Peter Trachsel fällt krankheitshalber für längere Zeit aus. Der Gemeinderat hat dem Einsatz einer temporären Arbeitskraft zugestimmt.

Ab Januar 2020: Beitrag an die Energieberatung Aus den Verhandlungen des Gemeinderats Bonstetten ................................................... von gemeindeschreiber christof wicky Die Standortförderung Knonauer Amt bietet Energieberatungen an. Das Beratungsangebot wurde geschaffen, um Bauherren und Hausbesitzer auf die vielfältigen Fragen rund um das Thema Energie fachkundig zu beraten. Das Konzept sieht vor, eine Erstberatung von einer Stunde zu leisten. Alle weiteren Beratungsleistungen sind nicht inbegriffen. Die Erstberatung ermöglicht den niederschwelligen Einstieg in Energiefragen für Sanierung, Um- und Neubauten sowie für den Bau von alternativen Energieanlagen. Sie soll ohne Verpflichtung einen Einstieg in «Energiefragen» ermöglichen. Gleichzeitig dient sie der individuell auf den Einzelnen zugeschnittenen Entscheidung, welcher Weg am sinnvollsten umgesetzt werden kann und was die Massnahmen bringen werden. Das Angebot der regionalen Energie-Beratungsstelle richtet sich an Liegenschaftsbesitzer im Knonauer Amt. Zur Ermittlung von möglichen energiesparenden Massnahmen ihrer Liegenschaft erhalten Hauseigentümer eine Vorgehensberatung von entsprechend ausgebildeten Fachexperten aus der Region.

Der Gemeinderat Bonstetten erachtet dieses Angebot als sinnvoll und möchte die Möglichkeit auch der Bonstetter Bevölkerung bereitstellen. Die Gemeinde leistet deshalb ab dem 1. Januar 2020 bei der Erstberatung (1 Stunde) einen Beitrag von 100 Franken pro Gesuchsteller.

Personelles Der Gemeinderat ist erfreut, mitteilen zu können, dass Carina Frei, Islisberg, ihre dreijährige Lehre im E/M-Profil mit sehr gutem Ergebnis abgeschlossen hat. Gemeinderat und Verwaltung gratulieren Carina dazu ganz herzlich. Carina Frei wird auch nach ihrem Lehrabschluss für die Gemeindeverwaltung Bonstetten tätig sein. Der Gemeinderat bewilligte ein befristetes Arbeitsverhältnis von 50 % bis 30. Juni 2020.

Baubewilligungen Es wurden folgende Baubewilligungen erteilt (Anzeigeverfahren): Schmidli Stephan und Priska, Bonstetten, Versetzen von Granitsteinmauer und Erstellung von zusätzlichem Fahrzeugabstellplatz, Im Bruggen 23, Baugesuch-Nummer. 2019-0016; Grundstück Nummer 2766, Zone W2/30.

Ordentliches Verfahren: Ehrbar Rudolf und Büeler Gabriela, Bonstetten, Abbruch Wohnhaus mit Scheune, Neubau Einfamilienhaus mit Doppelgarage, Aumülistrasse 35, BaugesuchNummer 2019-0003; Grundstück-Nummer 2572, Zone Landwirtschaftszone; Schmidt Claude, Bonstetten, Erstellung von Split-Luft/Wasser-Wärmepumpe, Bleikistrasse 37, BaugesuchNummer 2019-0008; Grundstück Nummer 2422, Zone W2/30; Hiltbrunner Isabel und Markus, Bonstetten, Ersatz bestehende Sitzplatzüberdachung durch Wintergarten, Herenholzweg 9, Baugesuch-Nummer. 2019-0011; Grundstück Nummer 1520, Zone W2/45.

Im Weiteren hat der Gemeinderat ... • Den Stellenplan 2020 der Gemeinde Bonstetten verabschiedet; • Einen Kandidaten für die Wahl der Findungskommission für den Verwaltungsrat der gemeinnützigen Spital AG (gAG) bestimmt; • Die Zusicherung eines Gemeindebeitrages für den Umbau und die Restaurierung der schutzwürdigen Liegenschaft Oberdorfstrasse 27 genehmigt; • Den Antrag der Kesb für die Fallverfahrensgewichtung 2019, den Taxpunktwert 2019 und einen Zuschlag genehmigt.

Sommerpause Die nächste Gemeinderatssitzung findet am 15. August statt. Gemeinderat und Verwaltung wünschen der Bonstetter Bevölkerung schöne und erholsame Sommertage.

Sitzung der Primarschulpflege vom 8. Juli Die Primarschulpflege hat an ihrer Sitzung vom 8. Juli 2019: • Die Budgetanträge und Investitionen Liegenschaften 2020 genehmigt; • Das Budget 2020 in 2. Lesung verabschiedet; • Die Überprüfung und Gutheissung des Sonderschulstatus SJ 2019/2020 vorgenommen; • Die Subventionen für das Schulgeld der Musikschule Knonauer Amt gutgeheissen; • Die Subventionen für die Betreuungskosten Tagesstrukturen genehmigt; • Die Umsetzung der Legislaturziele 2018-2022 überprüft; • Den Stellenplan für die kommunalen Angestellten für das SJ 2019/2020 genehmigt; • Die Auswertung der Schulbesuche zur Kenntnis genommen.


Bezirk Affoltern

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Die Maschwander wünschten keine «lutherischen Pfaffen» Ein Sammelband stellt Geschichten aus der Reformationszeit dar Das zum Reformationsjahr erschienene Buch «Querblicke» beleuchtet eine faszinierende Reihe von Details aus der Zürcher Reformationsgeschichte. Einige davon befassen sich mit Gemeinden aus der damaligen Landvogtei Knonau, die nun, kurz nach ihrer Gründung, von der Stadt Zürich auch kirchlich zum Bollwerk gegen die Innerschweiz aufgebaut wurde. ................................................... von bernhard schneider «Im Rückblick scheint die Reformationsgeschichte schlüssig.» Mit diesem vielsagenden Satz eröffnen Peter Niederhäuser und Regula Schmid den Band, den sie als Neujahrsblatt 2019 der renommierten Antiquarischen Gesellschaft Zürich herausgegeben haben. Die Reformation stand vor 500 Jahren aus heutiger Sicht am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. Was damalige Zeitzeugen empfanden, ist Thema des Buches. Die Reformation hat die Machtstruktur in der Stadt Zürich und den städtischen Untertanengebieten, zu welchen die Landvogtei Knonau zählte, aber auch im ganzen Raum zwischen Alpen und Rhein nachhaltig verändert. Deshalb wird sie heute gefeiert und schlüssig dargestellt. Wäre sie langfristig nicht erfolgreich verlaufen, würde sie heute kaum mehr wahrgenommen und vermutlich, abgestützt auf zeitgenössische Quellen, mehrheitlich negativ geschildert. Der Band «Querblicke» greift daher «ungewohnte oder abweichende Perspektiven auf das Geschehen in und um Zürich während der Reformationszeit» auf.

Bischöfliche Wappenscheibe für Maschwanden Der Zürcher Glasmaler Heinrich Röttinger fertigte 1918 für die Kirchgemeinde Maschwanden Kopien der Wappenscheiben an, die 1834 an die Meistbietenden verkauft worden waren. Eine dieser Scheiben, die an-

Bollwerk gegen die Innerschweiz: Das Kloster Kappel, einst als Festung gebaut, hatte für die Stadt Zürich einen so hohen Stellenwert, dass sie sich eine Regelung mit Bern und Luzern über die Verwendung kirchlicher Rechte durch die reformierte Stadt einiges kosten liess. lässlich der Renovation von 1918 wieder prominent in der Kirche Maschwanden angebracht wurde, war ein Geschenk des Konstanzer Bischofs Hugo von Hohenlandenberg. Weitere Wappenscheiben wurden von den Regimenten von Zürich, Luzern und Uri gestiftet. Die Kirche Maschwanden geht auf die Zeit des «Kirchenbaufiebers» in der Bevölkerung um 1500 zurück. Die Maschwander waren damals nach Mettmenstetten kirchgenössig. Die Dorfbevölkerung wünschte sich aber sehnlichst eine eigene Kirche mit eigenem Priester, damit er die Sterbenden rechtzeitig segnen und ihnen dadurch den Weg zum Paradies eröffnen könne. Die Maschwander Haushaltungen nahmen erhebliche Lasten an Fron-arbeit und Geldleistungen auf sich, um mit dem Bau einer Kirche zur selbstständigen Kirchgemeinde zu werden. Diesen Status erreichten sie 1505 dank bischöflicher Anerkennung. Wappenscheiben stellten ein beliebtes Schmuckelement in Kirchen dar, wiesen aber auch auf Abhängigkeiten hin: «So hatten die Kirchgenossen von Maschwanden beim Gottes-

dienst buchstäblich die Hierarchie vor Augen und wurden immer daran erinnert, dass sie Untertanen mehrerer Herren waren und blieben.» Den Bischof von Konstanz scheinen die Maschwander mehr geschätzt zu haben als die gnädigen Herren von Zürich, denn 1524 stellten sie gegenüber dem Landvogt von Knonau klar, dass sie keine «lutherischen Pfaffen» in der Kirche duldeten, sondern beim katholischen Glauben verbleiben wollten. Bemerkenswert ist, dass sie den Reformator aus dem 800 Kilometer entfernten Wittenberg nannten, nicht den Zürcher Reformator Zwingli. Der Landvogt liess zwar die Heiligenbilder aus der Kirche Maschwanden räumen, nicht aber die bischöflichen Wappenscheiben, die bis zur Renovation von 1834 in der Kirche verblieben: «Eine grosszügige Erlaubnis für die Gründung einer eigenen Kirchgemeinde und die Schenkung einer wertvollen Fensterscheibe waren durchaus politische Akte, die einen relativ fernen Kirchenfürsten über die Reformation hinaus seinen Untertanen näherbrachten.» Die Wappenscheibe durften die Maschwander

Die 1834 dem Meistbietenden verkauften Glasgemälde von 1505 gelangten dank glücklicher Zufälle ans Landesmuseum, wurden 1918 kopiert und schmücken seither wieder die Kirche Maschwanden. Im Fenster rechts die Geschenke des Bischofs von Konstanz. (Bilder Bernhard Schneider) behalten, beim Glauben dagegen machten die gnädigen Herren von Zürich keine Ausnahme.

Wem gehören kirchliche Stiftungen? Dank obrigkeitlicher Kontrolle führten die Bilderstürme in der Zürcher Herrschaft nicht zu ungezügelten Verwüstungen, wie teilweise an anderen Orten. Die gnädigen Herren gaben vor, was aus den Kirchen zu entfernen sei, und achteten darauf, dass allfällige Wertgegenstände einem neuen Nutzen zugeführt wurden. Das Kloster Kappel unterstand infolge seiner strategischen Bedeutung als Festung gegen die Innerschweiz seit 1525 der direkten Kontrolle der Stadt Zürich. Dies führte zu Konflikten mit den stark im Kloster engagierten Herren von Hallwyl, die über das Berner Bürgerrecht verfügten und von der damals noch katholischen Stadt Bern gestützt wurden. Zugleich erhielten die Herren von Hallwyl auch die Unterstützung der Stadt Luzern. Vordergründig ging es um die Stiftungen der Adelsfamilie an das Kloster, im Kern aber um die

Aufräumen sollen die anderen Littering: Im Ottenbacher Wald hinterliessen Unbekannte einen Müllhaufen Christian Kohler, Präsident der Holzkorporation Ottenbach, zeigte sich erschüttert. Und wer ihn kennt, weiss, dass der besonnene Bauer nicht so schnell aus dem Häuschen gerät. Er und sein Kollege, Bio-Bauer Thomas Weber, fanden bei der neuen Waldhütte im Isenbergwald auf Ottenbacher Gemeindegebiet eine eigentliche Müllhalde vor. Auf einem Gebiet im Umkreis von gut und gerne zwanzig Metern rund um die Waldhütte lagen PET-Flaschen, Cola–Dosen, Schnapsflaschen, Papier, Plastikteile, Kronenkorken, Zigarettenpackungen und sogar ein blaues Badetuch. Fast ein wenig charakteristisch für diesen «Festplatz» und deren Benutzer wurde festgestellt, dass mindestens drei leere Flaschen mit Etiketten, die auf Alkohol der stärkeren Art hinweisen, neben zwei vollen PET-Flaschen mit Süssgetränken herumlagen.

Eine kleine Holzskulptur wurde vom Sockel befördert und unter dem Dach der Hütte wurde ein Feuer entfacht. Im grünen Wald steht die neugebaute Waldhütte mit einem laufenden Brunnen davor, doch die Idylle wurde brutal missbraucht. Der zerstreute Müll lässt zweifellos darauf schliessen, dass der Abfall absichtlich zerstreut wurde. Von den Tätern fehlt fast jede Spur. Fast, weil ein ziemlich grosses Badetuch mit der Aufschrift «Engadin Scuol» inmitten des Mülls lag. Gemäss Schätzung der beiden Bauern dürften die Aufräumarbeiten und der Abtransport des Unrats einige Stunden in Anspruch nehmen. Die Holzkorporation Ottenbach hat bei der Kantonspolizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ausserdem setzen sie eine Belohnung von 200 Franken für sachdienliche Hinweise ein. Wer das Badetuch kennt oder weiss, wer diese Sauerei angerichtet und hinterlassen hat, melde sich bitte bei der Kantonspolizei Zürich. (mm)

Nur ein kleiner Teil der Müllhalde rund um den Brunnen: Christian Kohler ist fassungslos. (Bild Martin Mullis)

machtpolitischen Konsequenzen der Reformation, die zwischen den drei grossen Städten Bern, Zürich und Luzern geregelt werden mussten. Zürich erachtete den Fall deshalb als von erstrangiger Bedeutung und setzte eine hochrangige Verhandlungsdelegation zusammen aus Bürgermeister Röist, Ratsherr Grebel und dem Prior von Kappel, Peter Simmler, der über ein ausgezeichnetes Verhandlungsgeschick verfügte. Hinter den Kulissen wurde nun ein Konsens erarbeitet, in dessen Rahmen Zürich und Luzern Ansprüche abtauschten, um künftige Konflikte zu entschärfen. Gleichzeitig hatte Zürich die Akzeptanz der anderen beiden Städte erhalten, kirchliche Güter an die weltliche Gewalt zu überführen. Nutzniesser waren die Herren von Hallwyl, die eine hohe jährliche Zahlung sowie silberne und vergoldete Becher aus der Schatztruhe des Klosters Kappel erhielten. Peter Niederhäuser und Regula Schmid (Herausgeber), Querblicke Zürcher Reformationsgeschichte, Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich Band 86, Chronos Verlag Zürich 2019.

100 neue Klassen in einem Jahr Die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich ist erneut gestiegen. Im Schuljahr 2018/19 besuchten insgesamt 300 000 Schülerinnen, Schüler und Studierende eine öffentliche oder private Bildungseinrichtung im Kanton Zürich: gut 4000 mehr als im Vorjahr und 14 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Das zeigt die neue Taschenstatistik der Bildungsdirektion. Die Anzahl Kinder im Kindergarten und in der Primarschule hat stark zugenommen: Vom Schuljahr 2017/18 auf das Schuljahr 2018/19 stieg die Anzahl der Primarschüler im Kanton Zürich um 2,6 Prozent, was ungefähr 100 zusätzlichen Schulklassen entspricht. Nach der obligatorischen Schulzeit besuchen rund 80 Prozent der Jugendlichen eine Berufsfachschule. Der Anteil Mittelschülerinnen und Mittelschüler beträgt 18,7 Prozent. Mit über 20 000 hat die Zahl der Fachhochschulstudierenden in den letzten zehn Jahren stark zugenommen. Demgegenüber ist die Anzahl Studierender an der Universität im selben Zeitraum stabil geblieben. (pd.)


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 16. Juli 2019

Teamwork als oberstes Ziel Mannschaftsübung der Feuerwehr Albis in Ottenbach Die Feuerwehren von Aeugst, Affoltern und Ottenbach arbeiten als «Feuerwehr Albis» seit vielen Jahren zusammen. Tradition ist auch, dass einmal im Jahr eine gemeinsame Mannschaftsübung stattfindet. Gastgeber der etwas speziellen Übung war am letzten Mittwoch die Gemeinde Ottenbach. ................................................... von martin mullis Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeiten die Feuerwehren von Aeugst, Affoltern und Ottenbach unter der Bezeichnung «Feuerwehr Albis» zusammen. Im Durchschnitt wird diese Zusammenarbeit jährlich in einem Ernstfall erprobt. Deshalb steht auch eine Mannschaftsübung pro Jahr auf dem Übungsprogramm. Am letzten Mittwochabend trafen sich die drei Feuerwehren in der Gemeinde Ottenbach, welche turnusgemäss als Gastgeberin die Übung gestaltete und durchführte. Das Ziel der Aufgabe war für einmal kein simulierter Ernstfalleinsatz, sondern die Schulung der ebenso wichtigen Zusammenarbeit sowie das gegenseitige Kennenlernen der drei in der Grösse und Erfahrung verschiedenen Feuerwehren. Gastgeber Hauptmann Jan Berliat, Kommandant der

Für einmal stand er vor einer grossen Truppe: Feuerwehrkommandant Jan Berliat. (Bild Martin Mullis) Feuerwehr Ottenbach, stand vor einer ansehnlichen und in seiner Gemeinde wohl ziemlich seltenen Anzahl Feuerwehrleute. Er hiess rund hundert Feuerwehrfrauen und -Männer zu einer ganz speziellen Übung willkommen. Von den Jüngern des heiligen Florian ganz besonders geschätzt wurde, dass Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher Hans Hanselmann sowie Gemeindeschreiberin Evelyne Abegglen nicht nur die Übung besuchten, sondern auch persönlich mitmachten. Dies war insofern kein Kunststück, da das Ziel der Ausbildung für einmal nicht der technische Umgang mit den Einsatzmitteln oder der Umgang mit den Löschgeräten war. Vielmehr galt es,

auf einem Parcours mit neun verschiedenen Posten die Zusammenarbeit im Team zu üben. Zu diesem Zweck wurden durchmischte Gruppen von Angehörigen der drei Feuerwehren gebildet.

Fingerspitzengefühl und schnelle Entscheidungen Die zu lösenden Aufgaben waren zwar spielerisch und durchaus auch mit einem Touch Humor angelegt, verlangten jedoch allesamt Fingerspitzengefühl, Rücksichtnahme von den übrigen Mitgliedern des Teams sowie schnelle Entscheidungen. Bei einem Memoryspiel wurde Konzentration an-

gestrebt, ein Marsch mehrerer Personen mit Schnüren aneinandergebunden löste wohl viel Gelächter aus, forderte aber nichtsdestotrotz einiges an Achtsamkeit. Eine weitere Aufgabe beanspruchte Fantasie, war es doch gar nicht einfach, Wasser durch einen Feuerwehrschlauch ohne jeglichen Druck und nur durch das gemeinsame und koordinierte Bewegen der Schläuche zu transportieren. Ebenfalls ganz schön schwierig zu lösen war die Aufgabe, einen Slalomlauf mit aufgeblasenen Wasserbällen zu absolvieren, die jedoch nicht mit den Händen berührt werden durften. Im Ottenbacher Quartier Hobacher herrschte an diesem Mittwochabend jedenfalls eine für Feuerwehrübungen eher seltene Stimmung, waren doch anstelle von Kommandos Gelächter und Anfeuerungsrufe zu vernehmen. Die spielerischen Aufgaben dienten aber auch dem zweiten wichtigen Ziel dieser Feuerwehrübung: dem gegenseitigen Kennenlernen. Selbstverständlich konnte diese Absicht problemlos erreicht werden, da anschliessend an die Mannschaftsübung auf dem gemütlichen Hofplatz von Bio-Bauer Thomas Weber ein Imbiss serviert wurde. Bei den Feuerwehren ganz allgemein wird schliesslich nicht nur Sicherheit, Konzentration und Können, sondern insbesondere auch Kameradschaft grossgeschrieben.

Gerüstet für die berufliche Zukunft In Mettmenstetten fand am 11. Juli die Schulabschlussfeier der Sekundarschüler statt Am Donnerstag, 11. Juli, haben die Sekundarschülerinnen und -schüler in Mettmenstetten ihren Abschluss gefeiert. 51 Jugendliche der Sekundarschule Mettmenstetten haben die obligatorische Volksschulzeit erfolgreich hinter sich gebracht. Im Rahmen einer schönen Feier wurden die Schülerinnen und Schüler aus ihrer Schulzeit entlassen. Zwei der Austretenden, Noemi Puzzo und Jens Lüthi, führten als sympathisches Moderatorenpaar durch den würdigen Abend, der durch den Chor der Schule unter der Leitung von Frau Dörte Peters eröffnet wurde. In seinem Grusswort sprach Schulleiter Manfred Knecht davon, dass man im Leben stets ein Ziel mit einem Plan haben müsse, für das es sich zu lernen und zu kämpfen lohne. Leidenschaft und Ehrgeiz seien auch wichtige anzeige

Faktoren, um sich im Berufsleben zu etablieren. Fabian Koller, ehemaliger Schüler der Sekundarschule Mettmenstetten und ab September Student an der Musicalschule Wien, gab der Feier noch die würzige Beigabe «Musicalissimo», die allseits begeisterte.

Vier Pensionierungen Zum Ende des Schuljahres muss sich die Sekundarschule Mettmenstetten von langverdienten Lehrpersonen verabschieden. Dörte Peters kehrt nach neun Jahren in ihre Heimat an der Ostsee zurück. Esther Federer und Rolf Möhr treten nach acht bzw. zehn Jahren in Mettmenstetten in den verdienten Ruhestand. Und nach 39 Jahren wird Köbi Moser, während vielen Jahren Klassenlehrer und schulischer Heilpädagoge an der sek mättmi, pensioniert. (pd.)

zwischen-ruf

Was bedeuten casino und apposta? Die kleine Melissa, zweieinhalb, bekommt ein richtiges Bett mit rosarotem Tüllhimmel. Das Gitterbettchen verschenkt meine Tochter einer schwangeren Freundin. Umgewöhnung. Hoffentlich kann die Kleine hier durchschlafen! In den ersten Nächten brüllt sie so verzweifelt, dass meine Tochter sie zu sich und ihrem Partner ins grosse Bett holt. Dort aber wälzt sich das Kind eine Stunde lang herum – also eine zweite Nachthälfte, die nicht zur Erholung beiträgt. Meine Tochter erzählt: «Sie ruft immer noch, hat nicht kapiert, dass sie bei diesem Bett selber aufstehen und zu uns kommen kann. Im Prinzip nicht schlecht.» Doch eine Woche später: Tapp tapp, die Kleine erscheint am Doppelbett. «Mammaaaa!!» Meine Tochter nimmt sie nicht hoch, nein, sie streicht ihr nur übers Haar und flüstert: «Ich cha nöd schlofe, wenn du bi mir liesch. Gah bitte widder zruck in diis Bettli.» Und tatsächlich – tapp tapp tapp, Melissa hat kehrt gemacht und spaziert aus dem Zimmer. Am nächsten Tag ist sie besonders munter. Oder besonders ausgeschlafen. Jedenfalls schmeisst sie sämtliche Unterhosen ihrer Mama auf den Boden. Als diese dazukommt, lacht Melissa nur und meint: «Ho fatto un grande casino. Mamma mia. Ma – fa niente.» (Ich habe eine grosse Unordnung gemacht. Mamma mia. Aber – macht nichts.) Da darf man als Mutter nicht lachen. Obwohl meine Tochter nur Züridütsch mit ihr spricht, redet die Kleine Italienisch. (Sie wohnen in Lugano, und die Tagesmutter spricht von 9 bis 15 Uhr Italienisch mit ihr und der sizilianische Papa am Abend ebenfalls.) Neulich besuchten mich die beiden. Unser Programm: Morgens Spielplatz und nachmittags Spielplatz. Ich hab mich amüsiert über die Kleine, die beim Schaukeln befahl: «Forza, forza!» Ja, und nach vier tollen Tagen sass ich auf dem Bett und schaute zu, wie meine Tochter packte. Da rollten mir ein paar Tränen übers Gesicht. Melissa sah das und dachte, sie sei womöglich schuld. Jedenfalls meinte sie: «Non ho fatto apposta.» Wie? Meine Tochter übersetzte: «Ich hab es nicht absichtlich gemacht.»

Die Klassen verabschiedeten sich mit einer Laudatio in eigener Sache. (Bild zvg.)

Ute Ruf


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Bunt leuchtende Blumenwiesen, gleissende Schneefelder Zwei-Tage-Wanderung der anspruchsvollen Bonstetter Wandergruppe 60+ vom 10. Juli Wo liegt Schallbett, welche Orte verbindet der Saflischpass, wo fliesst die Suone Gibjeri? Am 10. Juli machte sich die Bonstetter Wandergruppe 60+ auf ihrer traditionellen ZweiTage-Wanderung auf den Weg, diese Rätsel zu lösen. Perfektes Wanderwetter und die gute Laune der Teilnehmenden sorgten dafür, dass die Fragen beantwortet werden konnten. Am frühen Morgen des 10. Juli fuhren 20 gut ausgerüstete Wanderinnen und Wanderer mit der Bahn über Zürich und Bern nach Brig. Dort wechselten sie ins Postauto, das sie nach Schallbett, zur letzten Haltestelle vor dem Simplonpass, und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung, führte. Das erste Ziel war die Mittagsrast auf der Bortelhütte. Doch vorher mussten in stetem Auf und Ab viele Höhenmeter überwunden werden. Die bewundernden Blicke auf die Vielfalt der bunt leuchtenden Alpenblumen am Wegrand, Männertreu, Lupinen, Orchideen, Alpenrosen oder Enziane liessen auf den teils rauen, teilweise über Alpweiden führenden Pfaden keine Müdigkeit aufkommen. Frisch gestärkt wurde nach der Mittagsrast der Weg nach Rosswald,

Strahlende Gesichter der Wandererinnen und Wanderer auf dem Saflischpass. (Bild zvg.) dem Tagesziel, unter die Wanderschuhe genommen. Dabei schweiften die Augen auch auf die gegenüber sichtbaren schneebedeckten Walliser Bergriesen. Eine gute Halbstunde vor

Rosswald endeten die anstrengenden rauen Bergwege und machten dem erholsamen Wanderpfad entlang der alten Suone Gibjeri Platz. Schliesslich wurde Rosswald erreicht, wo der Wan-

dertag unter anderem mit der Walliser Spezialität aus der Küche «Cholera» endete. Für den zweiten Tag sah das Programm die Überschreitung des

Saflischpasses (2564 m.ü.M.) von Rosswald nach Binn vor. Im Gegensatz zum ersten Tag mit dem steten Auf und Ab ging es – mit Ausnahme einer kleinen Gegensteigung am Schluss – nur einmal auf und ab. Auch der zweite Tag brachte viel Abwechslung. Da waren die Walliser Schwarznasenschafe auf den Alpweiden, welche die Wanderschar mit ihrem Blöken begleiteten. Auch die Murmeltiere liessen sich vom «Gschnäder» der Wandernden nicht stören. Eindrücklich waren grosse Felder voll von Schwefelanemonen mit ihrem leuchtenden Gelb. Anspruchsvoll war die Überquerung grosser Schneefelder und der vom Schmelzwasser angeschwollenen brückenlosen Bäche. Der Besuch im historischen Hotel Ofenhorn in Binn liess die Strapazen der letzten Steilstufe von rund 500 Metern des gesamten Abstiegs von 1300 Metern und die bereits erwähnte kurze Gegensteigung als Dessert vergessen. Nach knapp 17-stündigem Wandern – inklusive Stundenhalte und Mittagsrast – auf eindrücklichen, unbekannten Bergpfaden endete die Zwei-Tage-Wanderung in Binn. Über Fiesch, Andermatt und Zug kehrte eine glückliche Wanderschar voller unvergesslicher Erlebnisse zurück nach Bonstetten. (nm)

buch-tipp

Das Bluthaus

Wildbäche, Wälder und Holzbrücken

Die Ämtler Wandergruppe im Naturpark Diemtigtal Im Berner Oberland folgte die Talwanderung den Wildbächen Chirel und Filderich und führte durch kühle Wälder, blühende Wiesen und über mehrere Holzbrücken von Oey bis zum Blauseeli. Mit der Bahn ging es über Zürich und Spiez nach Oey-Diemtigen, wo der Fünf-Sterne-Wanderweg an schmucken Holzhäusern vorbeiführte. Dann überquerte die Truppe den Wildbach Chirel und wanderte durch eine offene Bachbett-Landschaft am naturnahen Ufer entlang nach Grund und Horboden. Auf diesem abwechslungsreichen Abschnitt gab es eine glasklare Tuffsteinquelle zu betrachten. Nun ging es über die bedeckte ChollerenHolzbrücke, um den Aufstieg nach Wampflen zu überwinden. Bei der Sagerei Brunner angekommen, verpflegten sich die Teilnehmenden aus dem Rucksack in einem hübschen gedeckten Holzhäuschen mit Bänken und Tischen. Nach der Mittagspause führte die Wanderung ohne grosse Höhenunterschiede nach Riedli, anzeige

Die Ämtler Wandergruppe auf der Grimmialp im Naturpark Diemtigtal. (Bild zvg.) Zwischenfluh, Anger und SchwendenGrimmialp bis zum Blauseeli auf 1224 Metern. Und schliesslich fuhr man vom Hotel Spillgerten mit dem Postauto und einer wunderbaren Panora-

ma-Aussicht über das ganze Tal zurück nach Oey-Diemtigen und mit dem Zug wieder nach Hause. Dölf Gabriel, Wanderleiter

................................................... von nadine Schori leiterin bibliothek ottenbach Die Ermittlerin Frida Paulsen hat sich entschieden, einige Monate in der Marsch auf dem Hof ihrer Eltern zu bleiben. Sie hat sich einige Zeit vom Polizeidienst beurlauben lassen, nachdem sie von einem Gewaltverbrecher verschleppt worden war und nun unter posttraumatischen Belastungsstörungen leidet. Frida hilft gerade ihrem Vater auf dem Apfelhof, als plötzlich eine dunkel gekleidete Frau vor ihr ihm Regen steht. Es ist ihre ehemalige InternatMitbewohnerin Johanna Arndt. Jo wirkt angespannt. Nachdem sie ein paar Sätze gewechselt haben, verschwindet Jo wieder auf ihrer HarleyDavidson so schnell, wie sie gekommen ist. In dieser Nacht klingelt das Diensttelefon von Bjarne Haverkorn und reisst ihn aus dem Schlaf. «Eine Leichensache in einem unbewohnten Gehöft nahe Seesters. Die Mannschaft ist schon unterwegs», so die Mitteilung. Sein Kollege nennt ihm noch die genaue Adresse und Bjarne mache sich verschlafen mit seinem Auto auf den Weg in die Marsch. Ein paar Tage später verschwindet die Zeugin und Detektivin Jo, die Freundin von Frida Paulsen, spurlos. Die junge Polizistin ist zutiefst beunruhigt. In der Wohnung der Vermissten findet sie ein Foto – es zeigt ein einsam gelegenes Reetdachhaus am Meer. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Bjarne Haverkorn begibt sich Frida auf die Spur dieses rätselhaften Hauses, das von den Inselbewohnern nur «Bluthaus» genannt und dessen unheilvolle Vergangenheit für sie alle zur tödlichen Bedrohung wird. Schliesslich steht Frida vor dem alten Haus mit dem verwitterten Reetdach und weiss, dass sie das Haus auf dem Foto von Jo gefunden hat. Keine Klingel, kein Namensschild. Sie rüttelt an der Eingangstür, deren Holz unter dem abblätternden Lack aufgequollen ist. Am Schloss ist das Holz gesplittert, als habe jemand versucht, sich mit einem Stemmeisen Zutritt zu verschaffen. Aber die Tür ist mit Metall-

riegel und Vorhängeschloss gesichert. Hier hat Jo sich ganz sicher nicht versteckt. In diesem Haus lebt schon lange niemand mehr … Der Autorin Romy Fölck, die als freie Schriftstellerin mit Nadine Schori. ihrem Mann in (Bilder zvg.) einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg lebt, ist mit «Bluthaus» ein weiterer fesselnder und spannender Kriminalroman gelungen. Die wechselnden Perspektiven des Ermittlerduos Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn steigern die Spannung zusätzlich und bringen einem diese zwei Personen näher. Der erste Band «Totenweg» ihrer Krimiserie wurde zu einem sensationellen Erfolg und stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Mit «Bluthaus» legt die Autorin den zweiten Band der Serie vor. Ich freue mich bereits jetzt auf den dritten spannenden Fall von Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, der voraussichtlich im Herbst 2019 erscheinen wird.

«Bluthaus» von Romy Fölck. Lübbe Verlag, Köln 2018. ISBN 978-3-43104111-8.


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Forum

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Grüne: Kein Herz für Schüler und Radfahrer? Betroffen lese ich im «Anzeiger», dass Grüne weiterhin gegen den demokratisch beschlossenen A4-Zubringer aktiv sein wollen. Die Zählstellen melden für 2018 folgendes Verkehrsaufkommen: Obfelden-Bickwil (Muristrasse) täglich 7300 Fahrzeuge; Unterlunnern (Dorfstrasse nahe Reuss) 5840; Ottenbacherstrasse 3110 Fahrzeuge (eingangs Obfelden West). Letztere ist ein Schleichweg zur A4 zwecks Stau-Umgehung Stoppstrasse «Hirschen». Der Verkehr über Unterlunnern ist sicher nicht hausgemacht, sondern klassische Einfahrtsachse aus Sins, Merenschwand etc. Demgegenüber ist die Muristrasse die interessantere Durchfahrt aus Jonen, Birri, Aristau. In Obfelden-Ottenbach herrscht

Stau in den Stosszeiten. Welche Prognosen irgendwer auch früher machte, es sind einfach 10 000 zu viel für Obfelden. Leidtragende sind Schüler, Radfahrer und Anwohner. In Obfelden wird bereits der achte Kindergarten eröffnet! Ein Ausbau des A4-Zubringers ist dringender denn je. Die Anwohner der Dorfstrasse wären froh, sie käme zur Ruhe und könnte zur gestaltbaren Gemeindestrasse abklassifiziert werden. Jene im Dorfteil Bickwil würden aufatmen, wenn der Weiler nicht brutal mit einer oberirdischen A4-Zufahrt durchschnitten wäre. Würde hier die Tieflegung des Autobahnzubringers um fünf vor 12 noch verhindert, würde genau das zementiert. Solche

Ideen erinnern an Planungen aus den 60er-Jahren, wo Dörfer rücksichtslos verunstaltet und durchschnitten wurden. Oberbickwil würde von Obfelden abgeschnitten, der alte Dorfteil wäre «im Eimer». Schade, wenn die Grünen kein Herz mehr für Wohnqualität hätten und im Kantonsparlament den A4-Zubringer zu hintertreiben versuchten. Da nun einige Dörfer durch die A4 entlastet sind, wäre es wohl ein Akt der Solidarität, wenn Grüne auch Obfelden und Ottenbach eine innerdörfliche Entlastung zubilligten und ihr Parteibuch mit einem toleranten Augenzwinkern schliessen würden. Peter Leemann, Obfelden

Erschütterndes Demokratieverständnis der Grünen Bezirk Affoltern Die Zürcher Stimmbevölkerung hat am 23. September 2012 mit einem JaStimmenanteil von 62.6 % ein klares Statement zum A4-Zubringer abgegeben: Der Zubringer soll gebaut werden und die Ortschaften Ottenbach und Obfelden sollen vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Der Schulweg der Kinder aus Ottenbach und Obfelden soll nicht weiter durch 40-Tönner und den immensen Zubringerverkehr zur A4 gefährdet werden. Es war eine hart umkämpfte Abstimmung. Die Stimmbevölkerung hat die Argumente beider Parteien gegeneinander abgewogen und sich für ein Ja zum Zubrin-

ger entschieden. Nun gilt es, den Entscheid umzusetzen, so funktioniert unsere direkte Demokratie. Dass nun bei der anstehenden Abstimmung über den Zusatzkredit im Kantonsrat von den Grünen wieder Argumente aus dem Abstimmungskampf eingebracht werden, finde ich ungeheuerlich. Auch für die Grünen gilt: Demokratisch gefällte Volksentscheide gilt es umzusetzen, auch wenn sie der eigenen Überzeugung widersprechen. Sieben Jahre Wartezeit sind genug. Anastasia Plouda, Obfelden, IG Sicherer Schulweg

Bitte auf Igel achten

A4-Zubringer: den Volkswillen umsetzen Seit der Eröffnung der Autobahn A4 durch das Knonauer Amt im November 2009 dient unsere Dorfstrasse als Autobahnzubringer. Die Dorfstrasse Obfelden ist aber auch der Schulweg von ganz vielen Mädchen und Buben. Auf gewissen Abschnitten gibt es keine Alternativrouten zur Dorfstrasse. Die Kinder teilen sich also auf ihrem Weg zur Schule den Strassenraum mit vorbeidonnernden 40-Tönnern. Schon

mehrmals kam es dabei zu gefährlichen Situationen. Abhilfe sollte hier der A4-Zubringer schaffen, der die Dorfzentren von Ottenbach und Obfelden vom Schwer- und Durchgangsverkehr entlasten soll. Als Eltern von zwei Primarschulkindern ist es uns ein grosses Anliegen, dass der Kantonsrat dem Zusatzkredit für den Bau des A4-Zubringers zustimmt. Immerhin gilt es, den Volkswillen vom Sep-

tember 2012 umzusetzen. Die Stimmbevölkerung des ganzen Kantons hat damals den Kredit für den Autobahnzubringer mit über 60 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen. Die Bevölkerung aus Obfelden und Ottenbach, allen voran tausend Schulkinder, haben eine Beruhigung ihrer Dorfstrasse und ihrer Schulwege verdient. Christa Hegglin und Bruno Etter, Obfelden

5G, die nächste Generation Herr Schneebeli hat sich in seinen Leserbriefen auf den Kurzwellensender in Mamishaus bei Schwarzenburg, BE bezogen, um zu erklären, wieso er negativ gegenüber 5G eingestellt ist. Ich bin in Schwarzenburg aufgewachsen, zu einer Zeit, als der Sender noch in Betrieb war. Bei meiner Freundin in Mamishaus konnte man damals die ausgestrahlten Radiosendungen in den Kochtöpfen, bzw. dem abgeschalteten Grammophon hören. Die Strahlung, die vom Kurzwellensender ausging, war sicherlich sehr hoch. Zudem waren die Strahlen, wie der Name sagt, kurz. Die Wellen, die beim mobilen Datentransfer verwendet werden,

haben nicht die gleiche Wellenlänge, daher kann man sie nicht direkt mit den Kurzwellen vergleichen. Auch die radioaktive Strahlung, die von den alten Röhrenfernsehern bzw. den ersten Computermonitoren ausgestrahlt wurde, war nicht unbedenklich. Haben wir daher aufgehört Fernseher zu produzieren oder den Computer nicht weiterentwickelt? Nein. Stattdessen wurden Fortschritte in der Technik gemacht. Technischer Fortschritt war schon immer ein Teil der menschlichen Geschichte, so wurde der Kühlschrank erfunden, ohne den wir uns das Leben nicht mehr vorstellen könnten. Er wird heute noch

weiterentwickelt. Bekannt ist auch, dass die meisten Personen in der Schweiz heutzutage ein Handy besitzen. Dieses basiert auf der Weiterentwicklung des Natels, dem Mobilfunknetz, das in den 80er-Jahren von Swisscom eingeführt wurde. Die meisten Menschen in der Schweiz sind daher schon Benutzer des Netzwerks, auf dem 5G aufbaut. Mit diesen Beispielen möchte ich aufzeigen, dass wir nicht rückgängig machen können, was schon erfunden wurde. Wir müssen lernen, mit neuer Technologie umzugehen, und sie weiterentwickeln. Marianne Mischler, Bonstetten

Auf der Oberalbisstrasse werden leider immer wieder Igel überfahren. Bitte, liebe Autofahrerinnen und Autofahrer, gebt auf die diese kleinen, aber feinen Tiere acht. (Bild Erika Oetiker-Eich)

Roger Köppel in Stallikon Im Rahmen seiner Tour durch sämtliche 162 Gemeinden des Kantons Zürich spricht SVP-Ständeratskandidat und Nationalrat Roger Köppel am Sonntag, 14. Juli, um 11 Uhr im Schützenhaus, Ausser Gamlikon, Reppischtalstrasse 104 in Stallikon. Roger Köppel ist besorgt darüber, wie der werktätige Mittelstand zunehmend unter Druck gerät. Einmal durch die Klimaforderungen der rot-grünen Parteien, die der Umwelt nichts bringen, bei denen aber der Mittelstand die Zeche bezahlen muss. Aber auch beim

EU-Rahmenvertrag, der das Erfolgsgeheimnis der demokratischen Mitbestimmung der Bürger beendet würde, für die uns doch alle Welt bewundert. Die masslose, ungesteuerte Zuwanderung zerstört unsere Umwelt, vernichtet Wohlstand und nimmt vielen Schweizern den Arbeitsplatz weg. Jedermann ist zur Veranstaltung mit Diskussion herzlich eingeladen. Roger Köppel freut sich auch über kritische und andersdenkende Stimmen. Christoph Mörgeli, Stäfa, alt Nationalrat SVP

Rede und Gegenrede als Beitrag zur direkten Demokratie Replik auf die Glosse «Mini Farb und dini» von Livia Häberling im Anzeiger vom 9. Juli Liebe Frau Livia Häberling Sie schreiben in Ihrem offenen Brief, dass wir reden müssen und dass das, was Sie uns sagen müssen, uns nicht freuen werde. Sie vermuten weiter, dass wir uns über Ihre Worte ärgern werden. Sie liegen falsch – wir freuen uns über jeden Austausch mit der Bevölkerung, denn die Rede und Gegenrede ist ein wichtiger Grundsatz der direkten Demokratie und der unabhängigen Meinungsbildung. Deswegen schenken wir Ihnen als Journalistin auch im Voraus das Vertrauen, dass Sie dies in Ihrer Zeitung so handhaben werden. Wenn Sie in Ihrem Schreiben befürchten, dass Sie an Ihrem finanziellen Ast sägen, so kann ich Sie beruhigen. Wir werden weiterhin in Ihrer Zeitung Inserate schalten – wir schalten die Inserate ja nicht für Sie oder Ihren Arbeitgeber, sondern für die Bevölkerung, weil die Berichterstattungen über das Thema «Klimawandel» derart einseitig sind, dass es unsere Pflicht ist, einen Beitrag für eine unabhängige Meinungsbildung zu leisten.

Der Unterschied zwischen Ihnen und uns ist jedoch dieser: Sie verdienen damit Geld, die Partei kostet es Geld. Bevor ich nun Ihre aufgeworfenen Fragen beantworte, ist mir eine vorgängige Richtigstellung wichtig. Sie suggerieren, dass es die Aufgabe der Parteien sei, Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. Mich überrascht diese Haltung. Unserer Meinung nach ist es die Aufgabe der Parteien, real existierende Probleme zu benennen, tragfähige Lösungen zu finden und diesen zum Durchbruch zu verhelfen. Würden wir Ihre Meinung teilen, müssten wir zwangsläufig wie die anderen Parteien einfach auf den fahrenden Klimahysterie-Zug aufspringen. Dies scheint ja aktuell Mainstream zu sein. Wie viele, die der Klimahysterie verfallen, ist für Sie Umwelt nur Klima – das ist aber gänzlich falsch. Das Klima ist ein Teil der Umwelt, aber nicht der einzige. Zur Umwelt gehören beispielsweise auch Böden, welche die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten zulassen, saubere Luft und sauberes Wasser. Die ungesteuerte Zuwanderung – in den letz-

ten 13 Jahren 1 Million Einwanderer – benötigen zusätzliche Ressourcen und schaden damit der Umwelt in der Schweiz ganz direkt. Dies ist in keiner Art und Weise ein Widerspruch, sondern eine unwiderlegbare Tatsache. Und selbstverständlich benötigen wir für die Zuwanderer zusätzliche AutoKilometer, zusätzliche Strassen, Wohnungen, Schulen, Spitäler, Verkehrsinfrastrukturen usw. – anders funktioniert es nicht. Sie sehen es an den in wenigen Jahren immens angestiegenen Staustunden. Sie fragen uns, ob denn die Zuwanderer, würden sie nicht unsere inländische Infrastruktur belasten, keine CO2-Emissionen im Ausland verursachen würden. Unsere Antwort lautet: aber sicher! Wir sind uns also einig, dass das Klima so oder so eine globale Angelegenheit ist, und wir sind uns wahrscheinlich auch einig, dass die Schweiz nur ein kleiner Punkt auf der Weltkugel ist. Daher stellen wir der Bevölkerung die Gegenfrage: Was möchten dann wohl die Rot-Grünen mit ihrer Klimapanik, mit den «Klima-

notständen» und den radikalen Umverteilungsvorschlägen in der Schweiz bewirken? Es geht denen eben gar nicht ums Klima – es geht denen um den Umsturz des Erfolgsmodells Schweiz mit ihrer direkten Demokratie und ihrer freiheitlichen Wirtschaft und Gesellschaft. Die Rot-Grünen möchten die Schweizerin und den Schweizer steuern, ihnen mittels immer neuen Gebühren und Abgaben befehlen, was sie zu tun und wie sie sich zu verhalten haben – oder in «Politiker-Deutsch»: Es geht ums «Lenken mittels Lenkungsabgaben». Sie wollen den Sozialismus – der Staat befiehlt, der Bürger gehorcht. Ich habe oben erläutert, dass wir offensichtlich zwei verschiedene Vorstellungen haben, was die Aufgabe einer Partei ist. Erinnern Sie sich? Unsere Aufgabe ist es, die wahren Probleme, die auf die Bevölkerung zukommen – neue Steuern, Abgaben und Gebühren, ungesteuerte Massenzuwanderung und Verlust der demokratischen Rechte durch den EU-Unterwerfungsvertrag – aufzuzeigen. Mit der

Klimahysterie kommen neue Steuern, Abgaben und Gebühren auf uns zu – verschuldet durch den rot-grünen Umverteilungsteufel. Wir müssen das aufzeigen, weil es die anderen Parteien und die Medien nicht tun. Das ist die Aufgabe der Zürcher SVP. Ich freue mich auf weitere offene Schriftwechsel mit Ihnen – ist dies doch ein Gewinn für die unabhängige Meinungsbildung. Patrick Walder, Präsident SVP Kanton Zürich und Kampagnen-Verantwortlicher

zur sache Gleich lange Spiesse Die Antwort der SVP Kanton Zürich auf die Glosse vom 9. Juli wird ausnahmsweise in ungekürzter Fassung publiziert. Allfällige weitere Forumsbeiträge in dieser Sache erfolgen im üblichen Rahmen von 2000 Zeichen. (Die Red.)


Gewerbe/Dienstleistungen

ratgeber steuern

«Vierzgerfäscht»

Topplatz für Elin Ott

OK-Präsident Marco Emmanuello zu den Höhepunkten des «Vierzgerfäscht» in Wettswil. > Seite 13

An der EM der Nachwuchsreiter in Holland ritt die Obfelderin Elin Ott auf den 7. Platz. > Seite 16

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Sommer im Säuliamt Was den Sommer im Säuliamt so attraktiv macht, zeigen Bilder des Leserfotowettbewerbs. > Seite 17

Drei neue Fahrlehrer im Team Chresta Fahrschule: Alle drei auszubildenden Fahrlehrer haben die Prüfung bestanden

Hans Ulrich Meuter, lic. iur. und dipl. Steuerexperte

Aktuelle Steuervorlage Mit der Annahme der BundesSteuervorlage hat das Stimmvolk entschieden, das Steuersystem für Unternehmen grundlegend umzustellen. In einer dynamischen Betrachtung führt diese Umstellung im Kanton Zürich kurzfristig zu Mindereinnahmen. Unabhängig davon, ob die Zürcher Steuervorlage am 1. September angenommen oder abgelehnt wird. Die Vorlage verfolgt mehrere Ziele: Der Kanton Zürich soll auch in Zukunft ein attraktiver Standort für Unternehmen bleiben. Die kurzfristigen Mindereinnahmen sollen mit den neuen Steuerinstrumenten auf ein verkraftbares Mass gesenkt werden. Die Städte, Gemeinden und Kirchen sollen an den Mehreinnahmen durch die Erhöhung des Kantonsanteils an der Bundessteuer beteiligt werden. Die Zürcher Steuervorlage will die heute speziell besteuerten Gesellschaften mit neuen steuerlichen Instrumenten im Kanton halten und den Unternehmenssteuersatz in zwei Etappen moderat senken, um den Kanton Zürich wettbewerbsfähig zu halten und um zu grosse Ertragsverluste zu vermeiden. Vor allem mit dem Eigenfinanzierungsabzug kann die Erhöhung der Steuerbelastung bei den Konzernfinanzierungsgesellschaften im Rahmen gehalten werden. Mit einem auf 50 % begrenzten Abzug für Forschung und Entwicklung lässt sich die Attraktivität des Forschungs- und Innovationsplatzes Zürich gezielt steigern. Damit Zürich auch für die Verwertung der Forschungsergebnisse attraktiv bleibt und wird, wird eine Patentbox eingeführt, die den finanziellen Erfolg von Patenten und ähnlichen Rechten steuerlich bis zu 90 % entlastet. Eine Entlastungsgrenze von 70 % auf diesen Instrumenten sorgt dafür, dass alle Gesellschaften eine Mindeststeuerleistung erbringen. Diese Massnahmen reichen jedoch nicht, um die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons Zürich zu erhalten. Bei den ordentlichen Steuersätzen droht Zürich bei den Unternehmenssteuern von nahezu allen Kantonen abgehängt zu werden, auch von anderen wichtigen Wirtschaftszentren wie Basel, Genf oder der Waadt, die aufgrund von positiven Volksabstimmungen ihre Gewinnsteuersätze massiv senken konnten. Deshalb ist in der Zürcher Steuervorlage eine moderate Senkung des einfachen Gewinnsteuersatzes von 8 auf 7 % ab dem 1.1.2021 vorgesehen. Ab dem 1.1.2023 soll dann der einfache Gewinnsteuersatz weiter von 7 auf 6 % gesenkt werden. Damit würde die Gesamtsteuerbelastung der Unternehmen von heute zirka 21 auf 1 % sinken. Immer noch hoch im Vergleich zu zirka 12 – 14 % für ZG, BS, GE und VD.

Seit Januar 2019 waren Marc, Luki und Salvi in der Ausbildung bei der Chresta Fahrschule und haben ihr Fahrlehrerpraktikum absolviert. Nun haben sie die Abschlussprüfung bestanden. Diverse Fahrschüler konnten im Rahmen dieser Ausbildung von vergünstigten und sogar teilweise von kostenlosen Fahrstunden profitieren. Anfang Juli kam dann endlich die Post für die drei Kandidaten mit dem Prüfungsergebnis, welches erfreulicherweise für alle positiv ausfiel. Die drei haben mit sehr guten Noten abgeschlossen und dürfen nun mit der entsprechenden Bewilligung des Kantons den Beruf des Fahrlehrers ausüben. Dazu gratuliert das ganze Chresta-Team und heisst sie als Fahrlehrer herzlich willkommen. Da die Chresta GmbH immer mehr Kunden verzeichnen darf, werden alle drei Fahrlehrer weiterhin für die Chresta Fahrschule arbeiten, wobei Marc sich bereits zum Motorradfahrlehrer und Luki zum LKW-Car Fahrlehrer weiter ausbilden lässt. Mit diesen neuen Fachkräften wird nun auch der Kanton Aargau noch besser abgedeckt und weitere Prüfungsstandorte wie etwa Wettin-

Die drei frisch diplomierten Fahrlehrer von links: Salvi Pandiscia, Marc Ruckstuhl und Luki Winkler. (Bild zvg.) gen werden erschlossen. Dafür wurden erneut Fahrschulfahrzeuge angeschafft, wodurch nun acht Autos für die Ausbildung zur Verfügung stehen. Eine zusätzliche Erneuerung wurde mit der Überarbeitung der ChrestaWebsite umgesetzt. Sie zeigt sich nun frischer und benutzerfreundlicher, sodass die gewünschten Kurse möglichst einfach gebucht werden können. Neu

CO2 einsparen durch Erdsonden

können auch die Fahrstunden direkt online über chresta.ch gebucht werden. Um dies zu ermöglichen, hat die Chresta GmbH ein eigenes Buchungstool entwickeln lassen, welches sich direkt mit den jeweiligen elektronischen Kalendern der Mitarbeiter verbindet. Zukünftige Kunden können von einem grossen Angebot an Kursen und

Vergünstigungen profitieren. Wer ein bisschen sparen möchte, sucht sich in den sozialen Netzwerken der Chresta Fahrschule die Spezialangebote heraus – oder holt sich einen Kursgutschein bei McDonalds in Affoltern, Zug oder Zürich. (pd.) Weitere Informationen sind zu finden auf www.chresta.ch oder unter Telefon 044 761 59 58.

Der Mai war für einmal kein Wonnemonat

Projektbericht aus der Siedlung Bodenfeld

Weniger Motorrad-Neuzulassungen als 2018

Ab kommendem Winter werden die 69 Wohnungen der Wohnbaugenossenschaft «Lueg is Land» von einer ErdsondenWärmepumpenheizung beheizt und mit Warmwasser versorgt. Mit den verlegten 5,6 Kilometern Erdsonden sollen in Zukunft jährlich 186 000 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden.

Mit 25 923 Neuzulassungen schloss der Schweizer Motorradund Rollermarkt im ersten Halbjahr 2019 leicht unterhalb der Zahlen der Vorjahresperiode ab. Gerade der ansonsten verkaufsstarke Monat Mai zeigte sich kalt und regnerisch. Dennoch verharrt der Zweiradmarkt auf konstant hohem Niveau.

Mit dem Umbau ist das fünfjährige Sanierungsvorhaben abgeschlossen und ein neues «Heizzeitalter» beginnt. Statt rund 60 000 Litern Heizöl pro Jahr, versorgen nun rund 160 MWh Strom die Bewohner mit Wärme und Warmwasser. Das senkt die Energiekosten um die 50 000 Franken pro Jahr – und schont die die Umwelt. Angefangen hat alles mit der Absicht, die bestehende Ölheizung zu sanieren. Diese war ins Alter gekommen. Es wurde eine umfangreiche Studie mit verschiedenen Varianten durchgeführt. Schliesslich kam jene zum Zug, die den grössten Effekt bringt. Als Erstes wurden 2014 die mehr als 500 Fenster saniert. Danach folgte 2016/2017 die Fassadensanierung. Diese beiden Massnahmen bringen eine Senkung des Energiebedarfs von 35 Prozent. Für die Heizungserneuerung wurden Anfang 2018 Bedarfsmessungen durchgeführt. Der nächste Schritt war eine Probebohrung auf 400 Metern Tiefe. Dann folgten während sieben Tagen Analysemessungen und Simulationsberechnungen für das neue Erdsondenfeld. So konnte die Anzahl

Das Projekt-Team (v.l.): Claude Wuillemin, Präsident Genossenschaft, Tobias Werner, Architekt und Projektleiter, Marcel Wyss, Verwalter (Bild zvg.) der Erdsonden auf 14 Stück reduziert werden. Sie sind auf eine Laufzeit von etwas mehr als 50 Jahren ausgelegt. Seit drei Wochen sind die Bohrungen im Gange und dauern noch etwa vier Wochen. Man ist sehr gut im Zeitplan und die Bewohner der Siedlung können sich auf die neue Heizsaison freuen. Diese Sanierung senkt nicht nur die Energiekosten massiv – das Geld bleibt im Land, die Wärmeerzeugung ist umweltfreundlich und die gebrauchte Energie erneuerbar. Das war den Verantwortlichen sehr wichtig. Genauso wichtig wie die Auftragsvergabe. Fast alle Arbeiten konnten lokal und regional vergeben werden. Einzig für die Bohrungen in 400 Metern Tiefe kam ein auswärtiges Unternehmen zum Zug, da nicht viele Unternehmen Erfahrungen mit solchen Tiefen haben. Insgesamt ist dies ein erfreuliches Projekt, das gerne Schule machen darf. Die Projektverantwortlichen sind gerne bereit ihre Erfahrungen weiterzugeben. (pd.)

Das motorisierte Zweirad, ob Motorrad oder Roller, bleibt als Freizeit- und Hobby-Gerät in der Beliebtheitsskala des Schweizer Volks weiterhin weit oben. Zwar bremsten der kalt-regnerische Mai und der extrem heisse Juni nach einem guten Saisonstart in den Monaten März und April die Verkaufszahlen wieder, doch mit 25 923 Neuzulassungen ist das Resultat des ersten Halbjahres erfreulich. Der Gesamtmarkt ging um 4,9 Prozent zurück. Bei den Rollern (9145 Stück) betrug der Rückgang 6,9 Prozent, bei den Motorrädern (16 270 Stück) 3,2 Prozent. Zieht man zusätzlich die in den vergangenen Jahren gestiegenen Halterwechsel bei den Occasionsfahrzeugen mit in Betracht, liegt das kumulierte Marktvolumen im ersten Halbjahr 2019 ähnlich hoch wie 2018.

Hubraumstarke Motorräder sind besonders gefragt Die hubraumstarken Motorräder mit mehr als 750 cm³ (4515 Stück) oder gar mehr als 1000 cm³ (5319 Stück) liegen in der Gunst der Schweizer Kun-

den weiterhin zuoberst. 2018 betrug ihr Anteil zusammen weiterhin mehr als die Hälfte der Neuzulassungen (9834 Einheiten). Drittstärkstes Segment sind die Maschinen von 500 bis 750 cm³ Hubraum (3217 Einheiten).

Das Motorrad als Lifestyle-Objekt Im Trend liegen weiterhin Motorräder, die eine attraktive, coole Retro-Optik mit modernster Technik kombinieren und damit dem urban geprägten Trend zu Lifestyle und neuen Erlebnisund Abenteuerwelten folgen. Diese weniger an absoluten Leistungswerten orientierte Entwicklung wird sich gemäss der Prognosen der Marktspezialisten weiter fortsetzen.

Elektro-Technik beim Motorrad weiterhin ohne Chance Die Elektrotechnik bleibt beim Motorrad weiterhin chancenlos: 76 Neuzulassungen (Vorjahresperiode 73 Stück) entsprechen nur 0.5 Prozent Marktanteil. Die Gründe dafür liegen nicht etwa in der mangelnden grundsätzlichen Akzeptanz der Elektrotechnik, sondern sind technischer Natur. Die Industrie kann für das nur beschränkt Platz bietende Zweirad noch keine ausgereiften, attraktiven und bezahlbaren Lösungen anbieten, die vom Markt akzeptiert werden. Ähnliches gilt für die zur Hauptsache städtisch orientierten Roller: 592 neu zugelassene E-Roller entsprechen nur 6.6 Prozent der Roller-Neuzulassungen in den ersten sechs Monaten 2019. (pd.)


Vermischtes

Dienstag, 16. Juli 2019

«Vierzgerfäscht» Wettswil – aus Tradition innovativ

Petra Klingler in den Top-Twenty

Interview mit dem OK-Präsidenten Marco Emmanuello Vom 30. August bis 1. September findet in Wettswil wieder das «Vierzgerfäscht» statt. Zeit, dass OK-Präsident Marco Emmanuello verrät, was die Besucherinnen und Besucher an jenem Wochenende erwartet. Welches sind die Höhepunkte des «Vierzgerfäschts» 2019? Am Freitagabend startet das Fest mit einer einzigartigen Comedy Night – Fabian Unteregger präsentiert uns sein Spezialprogramm «Doktorspiele meets Wettswil». Tickets sind für 30 bzw. 35 Franken unter www.eventfrog.ch erhältlich. Am Samstagabend wird ein unterhaltsamer Lottoabend im Festzelt für Spannung und hoffentlich die eine und andere Freude sorgen. Tagsüber gibt es immer wieder kleinere Höhepunkte und vor allem viele tolle Spiele für unsere jüngeren Besucher. Wie lautet das Motto des diesjährigen Fests? Ein offizielles Festmotto haben wir nicht. Aber von Beginn an waren wir uns einig, dass wir dem Leitgedanken «aus der Region, für die Region» folgen wollen. Daher beziehen wir unsere Produkte mit wenigen Ausnahmen von regionalen Lieferanten und werden hauptsächlich von regionalen Sponsoren unterstützt. anzeige

Unternehmern aus der Region, die uns spontan einen finanziellen Beitrag zusicherten, konnten wir dieses Konzept umsetzen. Ausserdem haben einige OK-Mitglieder ebenfalls eine Spende geleistet. Mehr dazu finden Sie auf unserer Homepage unter dem Stichwort Nachhaltigkeit. Dem Zeitgeist folgend werden wir am Fest auch bargeldlose Zahlung anbieten.

Marco Emmanuello, OK Präsident Verein 40er 1979. (Bild zvg.) Bei der Abendunterhaltung setzen wir den Schwerpunkt neben der Comedy-Night auf Gemütlichkeit und Geselligkeit. Der Schwatz mit alten und neuen Bekannten bei einem Glas Wein soll auch am Abend möglich sein, gleichzeitig bietet der Lottoabend aber Spannung und glückliche Gewinner. Auch die musikalische Unterhaltung fehlt nicht, wird den Abend im Festzelt aber nicht dominieren. Auf der neugestalteten Piazza bietet sich die Gelegenheit, bei Speis

und Trank einen vergnügten Abend zu verbringen, dort geht dann aber mit dem Start des Barbetriebs die Post ab.Weiter war es uns wichtig, aktuelle Trends ins Fest einfliessen zu lassen. Was ist darunter zu verstehen? Wir 1979-er möchten ein Zeichen im Sinne der Nachhaltigkeit setzen und werden erstmals Mehrwegbesteck und -becher einsetzen, mit dem Ziel, die Abfallmenge zu reduzieren. Dank

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Was bedeutet Dir die Mitarbeit am diesjährigen «Vierzgerfäscht»? Sehr viel, wir können etwas zum besonderen Charakter unseres Dorfes beitragen und bei meinen sowie allen anderen Kindern das Chribbeln im Bauch auslösen, wenn das beliebte «Vierzgerfäscht» vor der Türe steht. Ganz wichtig finde ich das vernetzende Element des Anlasses. Wer im OK ist oder war, hat eine ganz andere Vernetzung im Dorf als vorher. Dies gilt auch für die freiwilligen Helferinnen und Helfer. Sind diese Helfer schon alle gefunden? Es sind noch nicht alle Schichten belegt. Wir brauchen dringend weitere Helfende. Dazu kann man sich auf unserer Homepage www.vierzgerfaescht.ch/helfer registrieren, wir danken für die frühzeitige Anmeldung. Interview: Liliane Schmidt Das detaillierte Festprogramm ist auf der Website www.vierzgerfaescht.ch aufgeschaltet.

In Chamonix (FRA) wurden am Wochenende der zweite Lead-Weltcup und der fünfte Speed-Weltcup der Saison ausgetragen. Insgesamt nahmen an beiden Wettbewerben mehr als 300 Athletinnen und Athleten aus 37 Ländern teil, darunter fünf Damen und sechs Herren aus der Schweiz. Für das Regionalzentrum Zürich startete sowohl im Lead- als auch im Speed-Wettbewerb Petra Klingler (Bonstetten). Vor einer Woche hatte die Boulder-Spezialistin Klingler bereits den Halbfinal im Weltcup von Villars-surOllon (SUI) erreicht. In Chamonix konnte sie an diesen Erfolg anknüpfen und sich erneut als einzige Schweizerin für den Halbfinal qualifizieren. Dort kletterte sie gut und erreichte mit Rang 16 ihre bisher beste Klassierung in einem Lead-Weltcup. Überraschend scheiterte im Halbfinal die bisherige Seriensiegerin Janja Garnbret (SLO). Sie gewann diese Saison bisher alle Boulder-Weltcups und auch den Lead-Weltcup von Villars-surOllon. In Chamonix patzte sie nun etwas zu früh, verpasste die Finalqualifikation ganz knapp und wurde schliesslich Neunte. Den Wettkampf gewann Chaehyun Seo (KOR) vor YueTong Zhang (CHN) und Jessica Pilz (AUT). Nachdem Klingler in Villars-sur-Ollon den Speed-Wettbewerb ausgelassen hatte, startete sie in Chamonix auch im Speed und erreichte Rang 33. Bei den Herren konnte sich der Sieger von Villars, der Schweizer Sascha Lehmann (Burgdorf) problemlos und als einziger Schweizer für den Halbfinal qualifizieren. Als 13. Im Halbfinal verpasste er diesmal den Final der besten Acht. Den Wettkampf gewann Adam Ondra (CZE) vor Alexander Megos (GER) und Jakob Schubert (AUT). (pd.)


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Sport

Dienstag, 16. Juli 2019

Achtung, fertig, los! Knapper Startsieg von Urs Huber/Simon Stiebjahn an der Bike-Transalp Urs Huber und Simon Stiebjahn sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Gleich zum Auftakt wartete am Sonntag eines der happigsten Teilstücke der Bike-Transalp, die vom österreichischen Tux in sieben Tagen über die Alpen nach Italien führt. Huber/Stiebjahn triumphierten im Sprint. Von Tux nach Brixen führte die erste Etappe am Sonntag, 100 Kilometer und 3200 Höhenmeter. «Ein harter Auftakt in die Transalp», fand selbst Urs Huber, der sich kräfteraubende Wettkämpfe gewöhnt ist. Gleich nach dem Start wartete die erste Steigung, die gegen Ende immer steiler wurde. Huber litt, denn Konkurrent Daniel Geismayr legte ein hohes Tempo vor, sodass der Mettmenstetter bald nicht mehr mitfahren konnte. Er spürte noch die «Nachwehen» des MB Race, das er vor Wochenfrist im vierten Rang beendet hatte (der «Anzeiger» berichtete). Doch Huber fing sich glücklicherweise noch rechtzeitig und fand seinen Rhythmus. Auf dem Tuxerjoch war der Rückstand gerade so gross, dass er und sein Mannschaftspartner Simon Stiebjahn in der Abfahrt nochmals

den Anschluss zu Geismayr und dessen Partner Jochen Käss herstellen konnten.

Nach Startschwierigkeiten den Rhythmus gefunden Danach lief es Huber besser. Im Brennertal folgten schnelle Kilometer, unterbrochen von kurzen Gegenanstiegen, bis es kurz vor Brixen nochmals links weg ging für den letzten langen Anstieg der Startetappe. Das Rennen der beiden führenden Teams war im Ziel so eng, dass der Sprint entscheiden musste. Schliesslich schoben sich Huber und Stiebjahn wenige Zehntelsekunden vor ihren Kontrahenten über die Ziellinie. Huber prognostiziert jedoch: «Das wird eine harte Woche. Wir sind Geismayr/Käss in etwa ebenbürtig. Allerdings gehören die beiden zum Seriensiegerteam von Centurion-Vaude, das seit 2013 in unterschiedlicher Zusammensetzung ununterbrochen gewonnen hat. Das wollen wir von Bulls endlich ändern. Leicht wird das aber nicht.» Was Huber nicht sagte: Die Erholung zählt dabei ebenso, wie die Leistung während des Wettkampfes und, dass das Material hält. Ein Platten kann das Klassement bereits durcheinanderbringen. (map.)

Simon Stiebjahn und Schweizer Meister Urs Huber, Mitte, gewinnen die erste Bike-Transalp-Etappe nach Brixen. (Bild Martin Sass)

Reitkunst auf Topniveau Pferdesporttage Birmensdorf vom 16. bis 18. August

Elion Ott auf Nanu II. (Bild zvg.)

Siebter Platz für Elin Ott An den Europameisterschaften der Nachwuchsreiter in Zuidwolde (NED) ritt die Obfelderin Elin Ott auf der zwölfjährigen Holsteinerstute Nanu II auf den 7. Schlussrang. Bei den beiden Nationenpreisumgängen blieb sie ohne jeden Makel und stiess in der Einzel-

Zwischenwertung zwischenzeitlich auf den 3. Platz vor. Allerdings konnte die 20-Jährige die gute Ausgangslage nicht für sich nutzen. In den beiden entscheidenden Umgängen musste sie je einen Abwurf hinnehmen, was sie schliesslich die Medaille kostete. (pd.)

Ein Danke an die Passivmitglieder des Pontoniervereins Ottenbach Am 6. Juli lud der Pontonierfahrverein Ottenbach seine Passivmitglieder ein, um ihnen für die geleistete Unterstützung der letzten Jahre Danke zu sagen. Von den eingeladenen 150 Passivmitgliedern nahmen sich dreizehn Zeit für den Anlass. Aufgrund der kleinen Teilnehmeranzahl entschieden sich der Organisator Markus Bättig und der Präsident Martin Guthauser, auch die etwas älteren Herrschaften des Vereins, die nicht mehr aktiv rudern, den Verein jedoch weiterhin tatkräftig unterstützten, einzuladen. Am frühen Samstagnachmittag trafen sich die Gäste am Flussufer. Die Boote wurden bestiegen und mit dem Motor ging es flussaufwärts. Geplant war eine Talfahrt von Mühlau nach Ottenbach. Leider spielte das Wetter nicht ganz wie gewünscht mit und ein heftiger Platzregen liess die zwei Schiffe wieder umkehren. Nach diesem kurzen Exkurs auf dem Wasser, besuchten die Gäste eine Führung im Kleinkraftwerk Ottenbach. Mit

spannenden Fakten und durch interessante Anschauungsobjekte erhielten sie einen Einblick in die Geschichte des Dorfes. Beim anschliessenden Apéro genossen alle zusammen den Wein und die Atmosphäre an dem nun wieder im Sonnenschein erstrahlenden Fluss. Das folgende Abendessen wurde von den Gästen in den höchsten Tönen gelobt. Ein Gast ergriff das Wort und bedankte sich im Namen aller Passivmitglieder beim Pontonierfahrverein Ottenbach und insbesondere dem Organisator und der Küche. Bis in die späten Stunden wurde ausgetauscht, diskutiert, philosophiert und das Miteinander genossen. Rückblickend schaut der Pontonierfahrverein auf einen gelungen Anlass zurück, bei dem sich die gegenseitige Wertschätzung deutlich zeigte. Nun bleibt einzig die Hoffnung, dass sich auf die nächste Einladung noch mehr Passivmitglieder die Zeit nehmen, um einen schönen Abend an der Reuss zu geniessen. Anita Leutert

Auch in diesem Jahr lädt der Kavallerieverein Limmattal alle Pferdeliebhaber zur bekannten Springkonkurrenz in der Reitanlage Vogelsang ein. Vom Anfänger-, Fortgeschrittenenbis Equipenspringen finden verschiedene Prüfungen statt. Am frühen Freitagnachmittag finden für junge und unerfahrene Reiter zwei Anfängerspringen über 70-85 Zentimeter statt. Am späten Nachmittag können sich alle Reiterinnen und Reiter in einem «2er-Equipen-Springen» über 90 Zentimeter messen. Die Teams befinden sich gemeinsam im Parcours und wechseln sich nach jeweils drei Sprüngen ab. Bei dieser Prüfung steht der Spass im Mittelpunkt und das Zusammenspiel zwischen den beiden Reitern und natürlich dem Pferd muss stimmen. Abends werden die Gäste von einer Handorgelgruppe musikalisch begleitet.

Am Samstag werden verschiedene Prüfungen mit unterschiedlichen Höhen zwischen 100 bis 120 Zentimetern statt. Auch am Samstagabend sorgt die Handorgeltruppe für Stimmung. Für Speis und Trank ist selbstverständlich jederzeit für Klein und Gross gesorgt. Am Sonntagmorgen zeigen die Reiterinnen und Reiter und Pferde auf dem Niveau 90 bis 95 Zentimeter ihr Talent. Diese Prüfungen sind stets sehr beliebt – sowohl bei den Reitern als auch beim familiären Publikum. Vor der Hauptprüfung am Sonntagnachmittag präsentiert der Kavallerieverein Limmattal (KVL) sein alljährliches, über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes Rahmenprogramm. Dieses Jahr erwartet die Zuschauer eine Quadrille der «Freunde Barocker Reitkunst». Danach präsentiert eine Voltige Gruppe vom «Pferdehof-Garten» aus Zell im Kanton Zürich ihre Show. Dieses Jahr neu wird am Sonntagnachmit-

Lisa Grossenbacher auf dem Pferd «Vitus IV CH». (Bild Martina Moser)

tag der Final des OKV-Cups stattfinden. In diesem Wettbewerb messen sich die besten 4er-Equipen der Ostschweizer Kavallerievereine miteinander. An allen drei Tagen gibt es eine reichhaltige Festwirtschaft und diverse Attraktionen für die Kinder, wie ein Gumpischloss, bunte Maltische und Ponyreiten. Selbstverständlich darf die alljährliche Tombola mit 300 Direktpreisen und Überraschungen nicht fehlen. Die diesjährigen Toppreise sind eine GoPro, ein Rasenmäher sowie ein Grill. Diesen Frühling gab es in der Reithalle und auf dem grossen Sandplatz eine neue Portion Sand, was ideale Bodenverhältnisse für die Reiterpaare schafft. Über die Durchführung der Parcours auf dem grossen Wiesenplatz (gutes Wetter) oder auf dem grosszügigen Sandplatz wird kurzfristig entschieden. Informiert wird auf www.kvlimmattal.ch, Facebook und www.info.fnch.ch. (pd.)


Serie

Dienstag, 16. Juli 2019

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Ein kurzer, aber berührender Brief aus Tschorny Bor Sommerserie «etwas bewegt» (1): Während einiger Jahre besuchten Kinder aus Weissrussland das Säuliamt Das Projekt «Belarus» der reformierten Kirchgemeinden Affoltern, Hausen und Maschwanden lud von 2002 bis 2008 jährlich 20 Kinder aus Weissrussland für vier Wochen Ferien ins Säuliamt. Die zehn Mädchen und zehn Knaben stammten aus vom Reaktorunglück in Tschernobyl belasteten Gebieten. ................................................... von martin mullis Die 20 Kinder im Alter zwischen acht und 12 Jahren lebten einen Monat im Knonauer Amt bei Gasteltern und durften jeden zweiten Werktag mit der ganzen Gruppe verschiedene Ausflüge in der Schweiz unternehmen. Während einiger Jahre betreuten meine Frau und ich immer einen Knaben und im Jahre 2005 sogar einmal Zwillingsbuben. Ziel des Ferienaufenthaltes in der Schweiz war, die infolge eines geschwächten Immunsystems belasteten Kinder während des Ferienmonats gesundheitlich zu stärken. Persönlich berichtete ich im «Anzeiger» natürlich stets von den umfangreichen Vorbereitungen und den vielen Erlebnissen der Kinder in der für sie ziemlich fremden Welt. Und es gab tatsächlich viel zu erleben und zu berichten. Die Kinder stammten in den allermeisten Fällen aus kaum vorstellbar armen Verhältnissen.

Weitgehend Selbstversorger Im weissrussischen Tschorny Bor, welches ca. 300 Kilometer von Minsk ent-

«Geschichten, die bewegt haben» Zeitungsartikel bilden meist eine Momentaufnahme ab, allenfalls eine Entwicklung in der Vergangenheit. In der Sommerserie 2019 will der «Anzeiger» den Fokus darauf richten, was daraus wurde. So greifen die Journalisten ein Thema auf, über das sie einst geschrieben haben, und zeigen, was sich seither bewegt hat – vielleicht auch im Zusammenhang mit ihrer Berichterstattung. (tst.)

erklärte, dass wir durchaus in der Lage wären, ihr dieses Geld mitzugeben, damit sie Sergej so einen Drahtesel kaufen könne, schüttelte sie den Kopf. Uliana erklärte mir, dass dies für Sergejs Vater absolut unverständlich wäre, denn diese Summe würde ungefähr seinem Halbjahreslohn entsprechen. Meine Frau und ich überlegten lange, wie wir uns verhalten sollen, bis ich eine geniale Lösung fand. Ich erklärte der Dolmetscherin, dass ich ihr die doppelte Summe mitgeben würde, also 120 Franken als Geschenk für den Vater und 120 Franken für das Velo. Damit war die Lehrerin einverstanden und versicherte, dass damit auch Sergejs Vater sehr gut zurechtkommen würde.

Einer der Artikel im «Anzeiger», welche das Projekt Belarus vorstellte.

Sprachliche Barrieren

Sofort Freundschaft geschlossen: Igor (links) und Sascha mit einem Nachbarsbuben (Mitte). (Archivbilder Martin Mullis) fernt und in einem von Tschernobyl verstrahlten Gebiet liegt, findet man keine Industrie. Praktisch alle Familien sind arm und leben in sehr bescheidenen Verhältnissen. Hauptarbeitgeber ist der Staat beziehungsweise die Kolchosen. So sind denn die meisten Familien weitgehend Selbstversorger, haben einige wenige Nutztiere und betreiben auch Ackerbau. Die allermeisten Familien verfügen lediglich über einfache Holzhäuser ohne fliessend Wasser und vielfach ist der Alkohol, oft sogar bei beiden Elternteilen, der Grund für die desolaten Zustände. So verwöhnten wir die strahlengeschädigten Kinder nach Noten und versuchten ihnen so viele Annehmlichkeiten wie möglich zu bieten. Und diese Vorzüge betrafen auch mehrere, für uns absolut alltägliche und völlig gebräuchliche Dinge. Für Ivan, Sergej, Dima, Sascha, Igor und Maxim waren zum Beispiel die zwei Nasszellen in unserem Einfamilienhaus sozusagen Wellness-Oasen. Die Zwillinge Sascha und Igor benützten

Für die Kinder auch ein Kulturschock: Ein Wohnhaus armer Bauern in Tschorny Bor, Weissrussland.

die Dusche regelmässig für ausgiebige und zeitlich unbegrenzte nautische Spiele. Die Zahnbürste wurde ziemlich skeptisch betrachtet und obwohl für die beiden zehnjährigen Buben Bananen und die politisch unkorrekt bezeichneten Mohrenköpfe genauso unbekannt waren, schlossen sie dennoch mit ihnen in Rekordzeit Freundschaft. In den ersten Tagen des Ferienaufenthaltes war für jeden unserer jungen Gäste der Besuch eines grösseren Warenhauses ein Highlight, natürlich nicht zuletzt, weil sie jeweils eine Swatch-Uhr auslesen durften. Für den zehnjährigen Sascha jedoch war der Besuch der Kleintierschau in Ottenbach an der Reuss am Auffahrtstag ein Frust. Obwohl bis anhin fast alle seine Wünsche erfüllt wurden, konnten wir ihm beim besten Willen kein Kaninchen schenken. Sascha bettelte mit grossen Augen und noch grösserem Unverständnis, dennoch mussten wir ihm seinen Wunsch abschlagen. War doch bereits die Reise mit dem Flugzeug vom Reich des Dik-

tators Lukaschenko in die Schweiz eine einzige formular-, visum- und passtechnische Herausforderung, so wäre der Transport eines Tieres nicht nur unerschwinglich, sondern vermutlich schlicht unmöglich gewesen.

Halbjahreslohn für ein Velo Etwas anders gestaltete sich die Erfüllung des sehnlichsten Wunsches von Sergej. Sergej war der Sohn des Chefs des grossen Schweinemastbetriebes der örtlichen Kolchose. Er fuhr leidenschaftlich gerne Velo und unternahm mit uns unzählige Touren. Zu Hause in Belarus besass er natürlich kein Fahrrad, hie und da durfte er jedoch mit einem ausgeliehenen Rad pedalen. Wir erkundigten uns bei der Dolmetscherin Uliana, einer älteren Lehrerin, welche die Kinder stets begleitete. Sie bestätigte, dass es möglich sei, in Tschorny Bor ein Velo zu kaufen, dies jedoch für dortige Verhältnisse sehr teuer wäre. Umgerechnet betrug der Betrag rund 120 Franken. Als ich ihr

Die sprachlichen Schwierigkeiten wurden zur Hauptsache mit Mimik und Gesten sowie mit einem Bilderbuch, in dem viele Situationen abgebildet und in ihrer Sprache beschrieben waren, spielend gelöst. Wichtige Dinge wurden selbstverständlich mit der Dolmetscherin Uliana besprochen. Trotzdem fehlte mir die Möglichkeit, mit den doch stets sehr interessierten Jungs etwas tiefere Gespräche zu führen. So begegnete Sergej und mir in Affoltern ein junger Schwarzer, vermutlich ein Flüchtling vom Heim «Lilienberg». Sergej packte mich plötzlich am Arm, schubste mich und flüsterte völlig fassungslos: «Negro, Negro». Es war vermutlich das erste Mal (ausser im Fernsehen), dass er einen dunkelhäutigen Menschen echt und lebendig sah. Ihm zu erklären woher der junge Mann kommt und warum er uns hier begegnete, war natürlich unmöglich. Etwa drei Monate nachdem Sergej wieder nach Weissrussland heimgereist war, erhielt ich einen Brief mit einer Briefmarke mit kyrillischen Zeichen. Der Brief bestand allerdings lediglich aus zwei Wörtern und einer nur mit viel Fantasie lesbaren Unterschrift. Mit krakeligen Buchstaben stand da: «VELO GUT» und obwohl die Zeichen der Unterschrift überhaupt nicht danach aussahen: Ich war mir absolut sicher, dass hier der Name Sergej geschrieben stand. Danach bekamen wir nie mehr eine Nachricht von Sergej, die kurzen Worte bedeuteten für uns, dass im fernen Weissrussland mindestens Sergej noch öfters ans Säuliamt denkt. Vielleicht haben dafür auch die Artikel im «Anzeiger» einen Teil dazu beigetragen.

Den Sommer im Säuliamt geniessen Leserfoto-Wettbewerb im «Anzeiger»: Erste Beiträge Der Sommer ist da. Viele verreisen in dieser Zeit, andere verbringen die warmen Tage zu Hause. Unter dem Titel «Den Sommer im Säuliamt geniessen» veröffentlicht der «Anzeiger» bis Mitte August Leserbilder. Gefragt sind nicht nur tolle Motive, sondern auch aussergewöhnliche Perspektiven oder Ausschnitte. Die Bilder, welche die «Anzeiger»-Jury am meisten überzeugen, werden prämiert. Es locken Preise im Gesamtwert von über 100 Franken. Ihr Bild schicken Sie per E-Mail mit dem Betreff «Fotowettbewerb» an redaktion@affolteranzeiger.ch. Bitte vermerken, wer und was auf dem Bild zu sehen ist und Adresse sowie Telefonnummer angeben. Die Redaktion entscheidet über die Publikation, die Gewinner werden benachrichtigt. (tst.)

Dorfbadi Bonstetten. (Bild Charles Höhn)

Vollmond am Türlersee. (Bild Irene Janser)


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