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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 678 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 55 I 170. Jahrgang I Dienstag, 12. Juli 2016

Persönlich begrüssen

Jugend fördern

Integration beginnt in Wettswil beim Anmelden – ein erfolgreiches Konzept. > Seite 3

Die Jugi Ottenbach bietet ein breites Feld an polysportiven und Spezial-Trainings. > Seite 6

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Weg weiterverfolgen Schulpräsidium Knonau: Dominik Stöckli übernimmt von Brigitta Trinkler. > Seite 7

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Grossartiger Mensch Der Stalliker alt Gemeindepräsident August Meyer ist im 92. Altersjahr verstorben. > Seite 8

Differenzen in der Richtplanung konkretisiert Stellungnahmen von Amtschef Wilhelm Natrup Die «Anzeiger»-Serie zur Richtplanung hat klare Differenzen zwischen Region und Kanton aufgezeigt. Sie schliesst ab mit einem Interview mit dem Chef des Amts für Raumentwicklung, Wilhelm Natrup, in dem er mit den zentralen Kritikpunkten konfrontiert wird. ................................................... von bernhard schneider Für Wilhelm Natrup ist es klar, dass die umstrittenen Vorgaben zur Bevölkerungsentwicklung, die der Mettmenstetter Gemeindepräsident René Kälin als «Schnee von gestern» be-

zeichnet hat, nicht den Realitäten der aktuellen Entwicklung entsprechen, wie er im Interview einräumt. Dies bedeutet aber nicht, dass sie wirkungslos wären: Solange eine Gemeinde über diesen Werten liegt, sind Einzonungen indiskutabel, wenn Gemeinden unterhalb der fraglichen Werte – konkret Affoltern und Hedingen – noch über Bauland verfügen. Dies dient zweifellos dem Schutz des Kulturlandes und dem ländlichen Charakter eines Grossteils der Region. Die Kehrseite äussert sich namentlich beim öffentlichen Verkehr: Weil das Amt für Raumentwicklung die Ausweitung der Agglomeration Zug auf den südlichen Teil des Knonauer Amts, die bereits in vollem Gang ist,

ablehnt, wendet es sich gegen einen Viertelstundentakt der S-Bahn nach Zug. Auch die Erschliessung mit Postautos insbesondere in Richtung Zug dürfte künftig in Gemeinden mit einem Bevölkerungswachstum über den Vorgaben nicht einfach durchzusetzen sein.

Bonstetten und Wettswil ebenfalls urbane Wohnzone? Ob die Erwartung des Amtes für Verkehr dereinst zutrifft, dass der Anteil des motorisierten Privatverkehrs angesichts zunehmender Staus und Parkplatzengpässe in den Städten auch ohne Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes zurückgeht, ist zumindest frag-

lich. Kompromissbereit zeigt sich Wilhelm Natrup bei der Frage, ob Bonstetten und Wettswil nicht auch, wie Affoltern und Hedingen, als urbane Wohnzone einzustufen seien. Er verlangt allerdings gemeinsame Konzepte der beiden Gemeinden. Unbestreitbar positiv ist, dass die Richtplanung dazu nötigt, sich mit der künftigen Entwicklung der Region bewusst und transparent auseinanderzusetzen. Die Differenzen zwischen den Vertretern der Region und des Kantons sind noch erheblich. Es lohnt sich zweifellos, diese nicht zu übertünchen, sondern die Konflikte auszutragen. ................................................... > Interview auf Seite 5

Bonstetten hat seine traditionsreichsten Sportvereine gefeiert 100 Jahre Turnverein und 150 Jahre Feldschützenverein im Sportzentrum Schachen

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Vielfältiges Brot Ämtler Bäckereien versorgen mit einem abwechslungsreichen Angebot. > Seite 9

Das Ankommen erleichtern Das «Ämtler Tandem» stellt Asylsuchenden eine Freiwillige oder einen Freiwilligen an die Seite, die ihnen bei Fragen des Alltags helfen. Seit Mai leitet Jana Weiss das zweijährige Pilotprojekt in einem 30-Prozent-Pensum. Bereits wurden 30 Tandems gebildet. (tst.) ................................................... > Bericht auf Seite 3

Schul-Entwicklung dargestellt Die Sekundarschule Bonstetten hat am Samstag ihr 65-jähriges Bestehen gefeiert. Mit Nostalgie wurde am Tag der offenen Tür an frühere Zeiten erinnert, dabei fand auch das moderne Heute seinen Platz. Grosse Beachtung fand eine «zweigeteilte» Schulstunde. Rechts altmodisch mit Schiefertafel, der Lehrer in weissem gestärktem Hemd und schwarzer Hose, und links mit iMac und Beamer, der Lehrer in lässigen Jeans und schwarzem Poloshirt. ................................................... > Bericht auf Seite 7

Dorffest in Hausen Am vergangenen Wochenende fand in Hausen das Dorffest mit dem traditionellen Grümpi statt und neu auch mit einem Volleyballturnier. Während sich tagsüber die Mannschaften in den verschiedenen Spielkategorien massen, wurde am Abend im Festzelt auf dem Parkplatz Chratz eine rauschende Party gefeiert. (sals) ................................................... > Bericht auf Seite 15 anzeigen

Sie durften sich über mehr als 350 Gäste an der Jubiläumsfeier in Bonstetten freuen. Von links: Feldschützen-Präsident Sascha Kaiser, Gemeindepräsident Bruno Steinemann, OK-Präsident Hanspeter Eichenberger und Patrick Gasser, Präsident des Turnvereins. (Bild Thomas Stöckli) 250 Jahre Vereinsgeschichte wurden vergangenen Samstag in Bonstetten zelebriert. Möglich machte dies der Entscheid der Feldschützen (150 Jahre) und der Turner (100 Jahre), ihre Jubiläen gemeinsam zu feiern. Über 350 Festbesucher lockte dieser Anlass in die Schachenhalle. Und spätestens die Ehrungen der verdienten Mitglieder

zeigte auf, wie eng die beiden Traditionsvereine verbunden sind: So mancher hat es in beiden Vereinen zum Ehrenmitglied geschafft. Etwa Edi Koch, der den Turnverein präsidiert hat und bei den Schützen in diversen Funktionen im Vorstand tätig war. Unter den Geehrten war auch der Bonstetter alt Gemeindepräsident

Hans Tanner, der im Vorstand der Feldschützen als Kassier tätig war. Mit seiner sportlichen Leistung sticht Kurt Osterwalder bei den Turnern heraus, gelang ihm doch der Kranzgewinn im Zehnkampf am eidgenössischen Turnfest in Bern. In bester Erinnerung bleibt auch die Leistung der Faustballer, die in den

70ern bis in die Nationalliga A aufstiegen. Und schliesslich sei auch der Wettswiler Gemeindepräsident und OK-Chef Hanspeter Eichenberger erwähnt, für den für seine Verdienste im Turnverein ebenfalls ein Ehrenplatz reserviert war. (tst.) ................................................... > Bericht auf Seite 13

200 28 9 771661 391004


Gemeinde Hausen am Albis Sommerferien: Reduzierte Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung Ottenbach Die Gemeindeverwaltung Ottenbach bleibt während den Sommerferien vom 18. Juli 2016 bis 19. August 2016 jeweils am Nachmittag geschlossen. Gerne bedienen wir Sie in dieser Zeit von Montag bis Freitag zwischen 08.00 Uhr und 12.00 Uhr. Termine ausserhalb der Öffnungszeiten können vorgängig telefonisch (044 763 40 50) oder per E-Mail (info@ottenbach.ch) vereinbart werden. Besten Dank für Ihr Verständnis. Gemeindeverwaltung Ottenbach

Todesfälle

Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung sowie des Betreibungs- und Gemeindeammannamtes Hausen am Albis während den Sommerferien 2016 Die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung Hausen am Albis sowie des Betreibungs- und Gemeindeammannamtes Hausen am Albis (zuständig für die Gemeinden Aeugst am Albis, Hausen am Albis, Kappel am Albis, Knonau, Maschwanden, Mettmenstetten und Rifferswil) sind während den Sommerferien vom 18. Juli bis 19. August 2016 eingeschränkt. Erfahrungsgemäss sind die Besucherzahlen in dieser Zeit viel geringer als in den übrigen Monaten.

Fredy Gamper geb. 21. Juni 1934, Ehemann der Jeannette Gamper, von Zürich ZH und Stettfurt TG, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis ZH, Alte Obfelderstrasse 31. Die Bestattung findet im engsten Familienkreis statt. Trauergottesdienst am Freitag, 15. Juli 2016, um 14.30 Uhr in der Friedhofskapelle Affoltern am Albis ZH.

Nachmittag

Zu verkaufen

08.00 bis 11.30 Uhr 08.00 bis 11.30 Uhr 07.00 bis 14.00 Uhr

geschlossen 14.00 bis 18.00 Uhr (durchgehend)

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Nach Absprache steht die Verwaltung auch ausserhalb dieser Öffnungszeiten zur Verfügung. Mit dieser Regelung ist der Schalter- und Telefonbetrieb am Montag- bis Mittwochnachmittag während den Sommerferien eingestellt. Die übrigen Öffnungszeiten bleiben sich gleich.

Vermietungen Niemand ist fort, den man liebt; Liebe ist ewige Gegenwart. Stefan Zweig

Viele schöne gemeinsame Jahre bleiben unauslöschlich in unserer Erinnerung. In deinem Leben hast du dich mit viel Liebe und Fürsorge um uns gekümmert. Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit. Fassungslos und traurig sind wir über deinen Tod. In liebevoller Erinnerung lebst du in unseren Herzen weiter Siegfried Schneider Yvonne Schneider Philipp Schneider Patrizia Züger Die Beisetzung findet im engsten Familien- und Freundeskreis statt. Traueradresse: Familie Schneider, Spätenweg 8, 8906 Bonstetten

Schneider geb. Hocquart, Marcelle

TO D E S A N Z E I G E Unser langjähriges Freimitglied

Marino Crescionini 18. Mai 1928 – 3. Juli 2016

Bestattungsamt Bonstetten

Studer geb. Tominaga, Yoko geboren am 5. Mai 1949, von Zürich und Schlatt TG, verheiratet mit Studer Hans-Peter, wohnhaft gewesen in Hedingen, Unterdorfstrasse 11. Urnenbeisetzung und Abdankung am Freitag, 15. Juli 2016, 14.00 Uhr, in Hedingen Bestattungsamt Hedingen

Zu vermieten in Zwillikon: In Geschäftshaus folgende Räume: Parterre Werkstatt für Handwerker 60 m², Fr. 780.– inkl. NK, auf Wunsch 92 m², Fr. 1100.– inkl. NK Ruheraum, Atelier usw, 20 m² Fr. 360.– Im 1. Stock 114 m², Fr. 1230.– inkl. NK, Büro, Freizeitraum oder Musikzimmer 24 m², Fr. 740.– inkl. NK Im 2. Stock 92 m², Fr. 1150.– inkl. NK, 172 m², Fr. 1950.– inkl. NK 268 m², Fr. 2950.– inkl. NK Dachstock in Scheune, 2. Stock, 170 m², Fr. 850.– mit zusätzl. Zimmer plus Fr. 560.–. Anfragen an Telefon 079 406 37 90, sonne7@gmx.ch

7. Dezember 1936 – 6. Juli 2016

Pontonier-Fahrverein Ottenbach

Am 23. Juni 2016 ist in Dallenwil NW gestorben:

Büro-/Gewerbe

Marcelle Schneider-Hocquart

Am 6. Juli 2016 ist in Zürich gestorben:

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Ich repariere und unterhalte vieles an Ihrem Haus. Kleine Maurer-, Maler- und Gartenarbeiten. Gartenplatten legen, Holzterrassenbau, Hauswartungen. Ferienbetreuung des Hauses. Entsorgungen und Reinigungen.

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von

Bonstetten

Die Andacht erfolgt im engsten Familien- und Freundeskreis.

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Gemeindeverwaltung Hausen am Albis

Bestattungsamt Affoltern am Albis

geboren 7. Dezember 1936, von BaselOlsberg, Ehefrau des Schneider Siegfried, wohnhaft Spätenweg 8, Bonstetten.

Verkäufe

Vormittag

geboren am 15. Januar 1939, wohnhaft gewesen in 8914 Aeugst am Albis, Breitenstrasse 7, verstorben am 8. Juli 2016.

Am 2. Juli 2016 ist in Affoltern am Albis ZH gestorben:

Maurer/Allrounder

Telefon 076 449 09 24

Montag bis Mittwoch Donnerstag Freitag

Ziegler, Urs

Affoltern am Albis

Liegenschaften

Tage

Beerdigung am Freitag, 15. Juli 2016, von

Der Friedhofvorsteher

in Obfelden bietet professionelle Kinderbetreuung in kinderfreundlicher Umgebung an. Es hat noch freie Plätze. Eliane Nef, 079 720 26 96

Während der Sommerferienzeit gelten folgende Öffnungszeiten:

Aeugst am Albis

Abdankung 14.00 Uhr in der Kirche Aeugst am Albis. 13.30 Uhr Besammlung beim Friedhofsgebäude.

Tagesmutter

hat uns für immer verlassen. Wir entbieten den Angehörigen unser Beileid und werden den Verstorbenen in bester Erinnerung behalten. Der Vorstand

Gratis abzugeben wegen Geschäftsaufgabe

div. Gipsermaterial Telefon 044 761 75 65

Aufruf an die Stimmberechtigten vom Bezirk Im kommenden März wollen wir eine Aus-Wahl bei den Statthalterwahlen. Wir möchten, dass die Bezirksparteien jetzt einen alternativen Kandidaten suchen und aufstellen. Die jahrelang nur mit leeren Versprechen operierenden Spitalbehörden hätten von ihrem Kaum-, oder Falsch-Tun schon längst abgehalten werden können, hätten wir als Behördenaufsicht einen Statthalter, der eingreift und nicht die Stimmen aus dem Volk ignoriert, oder ihre Anliegen unter sehr hohen Kosten regelmässig abschmettert. Um die Parteien zu ermutigen, ihrer Pflicht nachzukommen, uns eine Alternative anzubieten, sammeln wir auf dem Versandweg Stimmen für eine Petition. Aber auch das muss vorbereitet werden. Wer hilft mit? Fasse dir ein Herz und mache mit, unserer Demokratie auf die Beine zu helfen. Verein pro Zweckverband Spital Affoltern info@verein-zweckverband.ch 079 406 37 90


Bezirk Affoltern

Dienstag, 12. Juli 2016

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wir gratulieren Zur diamantenen Hochzeit Anna und Arno Lemm, Affoltern, dürfen wir zur diamantenen Hochzeit gratulieren. Das Ehepaar feiert ihr 60-Jahre-Jubiläum am kommenden Donnerstag, 14. Juli. Wir wünschen einen schönen Festtag und alles Gute.

Neuzuziehende persönlich zu begrüssen, zahlt sich aus Niederschwellig und kostenneutral: Integration beginnt in Wettswil beim Anmelden

Zum 80. Geburtstag In Affoltern feiert Wolfgang Morf am kommenden Donnerstag, 14. Juli, den 80. Geburtstag. Zum «Runden» gratulieren wir herzlich und wünschen dem Jubilaren ein schönes Geburtstagsfest.

Seltene Schnecken auf dem Albis Durch einen Hinweis entdeckten Mitarbeitende des Wildnisparks Zürich auf gefällten Kastanienbäumen im Langenberg schmale, spindelförmige Kleinschnecken. Die Freude war gross, als der herbeigerufene Experte bestätigte, dass es sich dabei um die vom Aussterben bedrohte Zahnlose Schliessmundschnecke handelt. Die seltenen Schnecken werden nun auf die Krete zwischen der Hochwacht und der Schnabelburg umgesiedelt. Der Aufwand dafür ist allerdings gross, sind die Schnecken doch Spezialisten im Versteckspielen: Häufig ragt nur die winzige Spitze der Schnecke aus einem Loch, das kaum grösser als der Gehäusedurchmesser ist. Dieser beträgt nur einen Millimeter. Auch farblich unterscheide sich die MiniSchnecke kaum vom Rest des Baumes. Die alten Kastanienbäume, auf denen eine grosse Population Zahnloser Schliessmundschnecken gefunden wurde, bildeten einst eine schattenspendende Allee. Die Bäume mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Das neue Zuhause der Schnecken befindet sich auf der Krete zwischen Hochwacht und Schnabelburg. (pd.)

Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli Redaktion: Salomon Schneider Redaktion@affolteranzeiger.ch Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 24 678 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/ Christine von Burg Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 inserat@weissmedien.ch Sonderseiten: Kurt Haas, Mediaberatung Telefon 058 200 5718, M 079 270 35 67 info@mein-mediaberater.ch

Immer mehr Zürcher Gemeinden begrüssen ihre Neuzuziehenden im Rahmen von individuellen Begrüssungsgesprächen, so auch Wettswil. Dies ist für beide Seiten ein Gewinn, wie jetzt eine Untersuchung der kantonalen Fachstelle für Integrationsfragen belegt. Jedes Jahr ziehen gut 30 000 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit neu in den Kanton Zürich. Um ihnen das Ankommen zu erleichtern, hat sich der Kanton zwei Ziele gesetzt: Alle aus dem Ausland zuziehenden Personen sollen sich willkommen fühlen und über die hiesigen Lebensbedingungen und die wichtigsten Integrationsangebote informiert sein. Die Fachstelle für Integrationsfragen stellt den Gemeinden für persönliche Erstgespräche einen Leitfaden und weitere Hilfsmittel zur Verfügung. In Wettswil findet das Begrüssungsgespräch direkt am Schalter statt, wenn sich die Neuzuzüger anmelden. Generell werden alle informiert, «wenn wir Integrationsbedarf feststellen, etwas vertieft», erklärt

Remo Buob, Leiter der Einwohnerkontrolle. Wettswil hat zu diesem Zweck eigens eine 24-seitige Broschüre zusammengestellt. «Integration bedeutet nicht, seine Wurzeln zu verleugnen», heisst es darin unter anderem, «Integration bedeutet, das neue Land kennen zu lernen, sich mit den Gepflogenheiten auseinanderzusetzen und neue Kontakte zu knüpfen.»

Vereine als beste Form von Integration Konkret werden den Zuzügern Werte und Gepflogenheiten nähergebracht, es geht um politisches Grundwissen, Versicherungen und Gebühren, aber auch um Rücksichtnahme, Einkaufsmöglichkeiten und Kinderbetreuung. «Die beste Form von Integration bieten Vereine», weiss Buob. Bis zu einer Stunde nehmen er oder Mitarbeiterin Chantal Kern sich Zeit für dieses Erstgespräch. Zeit, die sich lohnt – nicht nur, weil der Kanton mitfinanziert: «Wir wollen, dass die Leute sich wohlfühlen im Dorf und dass sie wissen, wie sie sich verhalten sollen», erklärt Remo Buob, der auch den Verband Zürcher Einwohnerkontrollen präsidiert.

Inwiefern diese Gespräche tatsächlich die erwünschte Wirkung zeigen, liess die Fachstelle für Integrationsfragen in einer breit angelegten Studie untersuchen. Im Frühling 2015 lud das beauftragte Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass) alle Zürcher Gemeinden ein, an einer Befragung teilzunehmen, um die Angebote im Bereich der Erstinformation detailliert zu erfassen. Rund 100 Gemeinden nahmen die Einladung an. Im Sommer und Herbst 2015 wurden alle neu zugezogenen Ausländerinnen und Ausländer im Kanton Zürich befragt.

Positive Wirkung bestätigt Das Resultat aus den 1700 auswertbaren Fragebögen belegt die Wirkung der Gespräche. Personen, die an Begrüssungsgesprächen teilgenommen haben, sind besser informiert, besuchen eher einen Deutschkurs oder ein anderes Integrationsangebot und empfinden die Behörden als freundlicher. Bereits die Einladung für ein individuelles Erstgespräch erhöht das Gefühl, am neuen Ort willkommen zu sein. Die Zuziehenden schätzen den freundlichen Empfang und die

«Je besser die Integration läuft, desto weniger Kosten und Konflikte» Das Ämtler Tandem will Asylsuchenden das Ankommen im Säuliamt erleichtern. Dazu stellt es ihnen freiwillige Helfer zur Seite, die sie begleiten und unterstützen. Das Pilotprojekt ist äusserst erfolgreich gestartet.

Immer wieder muss auch Überzeugungsarbeit geleistet werden, dass Hahnenwasser trinkbar ist.

Breite Unterstützung Über ihre Erfahrungen und Erlebnisse tauschen sich die freiwilligen Helfer alle paar Wochen aus. Es ist etwa nicht einfach, wenn die Person, zu der man eine persönliche Bindung aufgebaut hat, deren Sorgen und Nöte man kennt, plötzlich ausgeschafft wird. Ein grosses Thema ist auch das Abgrenzen. So darf von den Freiwilligen nicht erwartet werden, dass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung stehen. Mehrheitlich dürfen sich die Helfer allerdings über sehr motivierte, dankbare und äusserst gastfreundliche Tandempartner freuen. Als Pilotprojekt ist das Ämtler Tandem vorerst auf zwei Jahre befristet. Danach gilt es, eine breitere Trägerschaft zu finden. «Es haben uns auch schon Gemeinderäte Unterstützung zugesagt», so Ursi Schweizer von der reformierten Kirchenpflege Mettmenstetten. Projektleiterin Jana Weiss geht davon aus, dass das Projekt wachsen muss: «Die Asylsuchenden sind da – und es kommen neue dazu.» Und: «Je besser die Integration läuft, desto weniger Kosten und Konflikte.»

................................................... von thomas stöckli Hier ein Asylsuchender oder eine ganze Familie, die im Alltag auf verschiedene Hürden stossen, da Freiwillige im selben Dorf, die ihnen helfen möchten, dazwischen eine zentrale Stelle, welche die Hilfe koordiniert. Das ist die Idee hinter dem Ämtler Tandem, einem Angebot der reformierten Kirchgemeinden im Bezirk. Mit sechs, sieben Freiwilligen wollte Sozialdiakonin Ursula Jarvis loslegen. An die erste Infoveranstaltung im Dezember 2015 kamen allerdings gleich 50 Interessierte. «Wir wurden vom Projekt überrollt», meint sie rückblickend. Entsprechend musste eine neue Teilzeitstelle geschaffen werden. Seit Mai leitet Jana Weiss das zweijährige Pilotprojekt in einem 30-ProzentPensum.

Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss: Dienstagsausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.azmedien.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.azmedien.ch

Möglichkeit, leicht zu wichtigen Informationen über die neue Gemeinde zu gelangen. Die Studie bestätigt, dass ein Schlüssel zu einem erfolgreichen Einleben am neuen Ort das Gefühl ist, willkommen zu sein. Gemeinden, die eine aktive Willkommenskultur pflegen, profitieren. Individuelle Erstgespräche sind – neben anderen Massnahmen – ein geeignetes Instrument, diese Kultur zu stärken. Der Integrationsprozess hängt einerseits von den Integrationsbemühungen der Zuziehenden ab, wird aber nicht zuletzt massgeblich von der Haltung der Aufnahmegesellschaft geprägt. Freundlichkeit, Respekt, Offenheit und das Schaffen von geeigneten Strukturen tragen dazu bei, dass Neuzuziehenden das Ankommen gelingt. «Die Rückmeldungen sind sehr positiv», darf auch Remo Buob verkünden. Die Methode von Wettswil versteht er als Musterlösung für kleine und mittelgrosse Gemeinden. So ergebe sich niederschwellig und kostenneutral von Anfang an ein gutes Verhältnis. «Das steht und fällt natürlich mit den Leuten am Schalter», betont er. (pd./tst.)

Feingefühl wird vorausgesetzt Nicht jeder ist als Helfer geeignet. Nicht erwünscht sind etwa Missionare oder Leute, die so von sich überzeugt sind, dass sie nicht auf Augenhöhe kommunizieren können. Ein Freiwilliger braucht eine grosse Portion Feingefühl, schliesslich sind viele Asylsuchende noch eingeschüchtert oder gar traumatisiert. Zuerst gilt es deshalb, die Eignung und die Erfahrungen der potenziellen Helfer abzuklären. Das Ämtler Tandem tut dies mittels Fragebogen zum persönlichen und beruflichen Hintergrund sowie zur Motivation. Dann folgt ein Gespräch, bei dem auch der Sozialdienst vertreten ist. Wenn neue Asylsuchende in die Gemeinde kommen, klärt der Sozialdienst deren Bedürfnisse ab und stellt

Bei Fragen des Alltags zur Seite stehen

Jana Weiss (rechts), Projektleiterin Ämtler Tandem, mit Pionierin Ursula Jarvis (links) und Ursi Schweizer von der Kirchenpflege Mettmenstetten. (Bild tst.) bei Bedarf Kontakt zu geeigneten Freiwilligen her. 30 solcher Tandems wurden bereits gebildet. Sie treffen sich wöchentlich, alle zwei Wochen oder vorübergehend auch mal mehrmals

pro Woche. Doch welche Bedürfnisse haben die Migranten? Vom Einkaufen übers Waschen bis zum Kochen mit für sie unbekannten Lebensmitteln ist vieles fremd.

Das Ämtler Tandem ist ein überkonfessionelles Angebot der reformierten Kirchgemeinden im Bezirk Affoltern in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst und konzipiert für Menschen mit Migrationshintergrund. Im Tandem bekommen die Asylsuchenden eine Freiwillige oder einen Freiwilligen an die Seite gestellt, die ihnen beispielsweise bei Fragen des Alltags helfen, sie beim Deutschlernen unterstützen oder zum Arzt begleiten können.


Bezirk Affoltern

Dienstag, 12. Juli 2016

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«Ein Ausufern der Agglomeration Zug auf das südliche Amt wollen wir verhindern» Zur öffentlichen Auflage des regionalen Richtplans (6): Interview mit Amtschef Wilhelm Natrup öV im Knonauer Amt aber grundsätzlich ein gutes Basisangebot bietet und noch freie Kapazitäten im öV vorhanden sind, kann davon ausgegangen werden, dass verschiedene Personen aus diesen Gründen auf den öV umsteigen werden. Zudem soll die Siedlungsentwicklung bekanntlich zukünftig vor allem an denjenigen Standorten stattfinden, wo das ÖV-Angebot bereits heute gut ist.

In fünf Artikeln hat der «Anzeiger» die kontroversesten Punkte in der Richtplanung thematisiert. Zum Abschluss nimmt Wilhelm Natrup, Chef des Amts für Raumentwicklung des Kantons Zürich, zu den Fragen, die sich aus den Vorbehalten gegenüber den kantonalen Vorgaben erheben, Stellung. «Anzeiger»: Die Bevölkerungsvorgaben sind ein zentrales Element der Richtplanung. Die kantonalen Vorgaben zum Bevölkerungswachstum beruhen auf der sogenannten 80/20-Regel im kantonalen Richtplan, wonach 80 % des Wachstums in urbanen Gebieten erfolgen soll. Weshalb wird diese Vorgabe nicht im kantonalen Durchschnitt, sondern in jeder einzelnen Region für verbindlich erklärt? Wilhelm Natrup: Der Kanton bricht diese Regel nicht auf die Planungsregionen und Gemeinden herunter. Es handelt sich um eine Vorgabe für den ganzen Kanton. Dies habe ich dem Vorstand der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt (ZPK) bereits verschiedentlich erläutert. Mir ist unerklärlich, woher diese Interpretation des Richtplans genommen wird – wir haben das nie so verlangt. Im Rahmen der regionalen Richtplanung muss aber dafür geschaut werden, dass diejenigen Gemeinden, die ausserhalb der urbanen Wohnlandschaft liegen, nicht noch stärker wachsen. In diesem Sinn findet die 80/20-Regel schon in jeder Region einzeln Anwendung. Es findet aber keine eigentliche rechnerische Auslegung statt.

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Der «Ämtlerwäg» kann nicht im Richtplan bezeichnet werden ............................................................... Ich möchte noch zwei weitere Konfliktpunkte zwischen der ZPK und der Baudirektion ansprechen. Der erste betrifft den «Ämtlerwäg», der gemäss den kantonalen Vorgaben nicht im Richtplan aufgenommen werden soll ... Im regionalen Richtplan werden nur die Wanderwege des Netzes der Zürcher Wanderwege festgesetzt. Der «Ämtlerwäg» ist nur teilweise von Wanderrouten des Zürcher Wanderwegs überlagert. Aus diesem Grund kann nicht der ganze «Ämtlerwäg» im Richtplan bezeichnet werden.

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Wir machen keine Vorgaben mit dem Taschenrechner ............................................................... Was nützen Planungsvorgaben, wenn sie die real überbaubaren Wohnzonen und den Druck der angrenzenden Agglomerationen nicht berücksichtigen? Gemäss kantonaler Vorgabe sollen die Gemeinden des Bezirks Affoltern ausserhalb der urbanen Wohnlandschaft Affoltern-Hedingen bis 2030 um 3,3 % wachsen. Gemäss der Prognose der ZPK beläuft sich das Wachstum auf 22,2 Prozent. Die Hochrechnung des Wachstums 2015 ergibt gar 46,3 % in diesen 12 Gemeinden. Wir machen keine Vorgaben mit dem Taschenrechner, die Region hat es nur so interpretiert. Auch hier gilt: Es gibt von Seiten des Kantons gar nicht die Vorgabe, dass Gemeinden ein mögliches Wachstum nachweisen müssen. Grundsätzlich ist die Herausforderung, dass im Knonauer Amt viele Bauzonenkapazitäten vorhanden sind. Aus diesem Grund findet im Knonauer Amt voraussichtlich auch ausserhalb der urbanen Handlungsräume ein grösseres Wachstum statt. Mit dem 80/20-Prinzip gibt es dann die Begründung, dass in den nicht urbanen Handlungsräumen keine weiteren Kapazitäten, das heisst keine neuen Bauzonen, geschaffen werden, die das Verhältnis noch stärker auf die «falsche» Seite kippen lassen. In diesem Sinn ist die Planungsvorgabe sehr wichtig und gibt in Zukunft eine Begründung, um Einzonungsbegehren abzulehnen, wenn noch Reserven in den rechtsgültigen Zonen vorhanden sind. Weshalb wurden Bonstetten und Wettswil nicht den urbanen Wohnlandschaften zugeteilt? Die Gemeinden erfüllen heute nicht die Kriterien, die bei der Zuteilung angewendet wurden. Wir haben den Ge-

Der Chef des Kantonalen Amts für Raumentwicklung, Wilhelm Natrup, ist erstaunt über die Vielzahl der Vorbehalte gegenüber dem Kanton. Im Gespräch nimmt er dazu Stellung. (Bild zvg.) meinden aber in Ortsplanungsgesprächen vor einigen Wochen mitgeteilt, dass eine Prüfung der Zuordnung in den Handlungsraum «Urbane Wohnlandschaft» geprüft wird, wenn sie gemeinsam eine Entwicklungsstrategie erarbeiten bezüglich urbaner Entwicklung zur Steigerung der Siedlungsqualität. Ein analoges Verfahren findet bereits im Zürcher Unterland zwischen den Gemeinden Oberglatt, Niederglatt und Niederhasli statt.

Das zukünftige Wachstum auf die Gemeinden Hedingen und Affoltern lenken

Durch eine Unterstützung der Entwicklung in den Gemeinden der urbanen Handlungsräume und eine restriktive Haltung bei der Bewilligung neuer Bauzonen wird hier Gegensteuer gegeben. Mit dem neuen regionalen Richtplan erfolgt eine Umsetzung dieses Ziels mit Vorgaben zur Dichte der Besiedlung und zur Sicherung von Arbeitsplatzgebieten, die nicht umgezont werden dürfen. Aus diesem Grund ist es nun angezeigt, dass der regionale Richtplan gerade das zukünftige Wachstum auf die Gemeinden Hedingen und Affoltern lenkt, damit dort die langfristigen Kapazitäten ausgebaut werden.

................................................................. 2015 haben bereits fünf von 14 Gemeinden die Vorgaben übertroffen, während die urbanen Wohnlandschaften Affoltern und Hedingen im Vorjahr klar unterdurchschnittlich gewachsen sind. Entwerten diese Vorgaben nicht die Bedeutung des Richtplans, wenn sie ohnehin nicht erreichbar sind? Wie gesagt, es handelt sich um eine strategische Vorgabe des Richtplans für den ganzen Kanton. Heute wohnen 76 % der Bevölkerung im Kanton in den urbanen Handlungsräumen (Stadtlandschaften, Wohnlandschaften) und 24 % in den ländlichen.

Das stärkste Wachstum findet zurzeit in den Gemeinden nahe bei Zug statt. Weshalb befasst sich die Richtplanung nicht mit der Zuger Agglomerationsbildung? Wir sind mit dem Kanton Zug, wie auch mit allen anderen Nachbarkantonen, in einem engen Austausch und haben ein übergreifendes Raumordnungskonzept (Metro-ROK) erarbeitet. Der Kanton Zug konzentriert seine Entwicklung dabei stark auf den Raum Zug-Baar-Cham-Hünenberg sowie Rotkreuz. Eine weitere Zersiedlung und ein Ausufern der Agglomeration in das südliche Knonauer Amt wollen wir verhindern.

.................................................................

Die Gemeinden wünschen einen Viertelstundentakt nach Zug. Weshalb wehrt sich die Baudirektion gegen diese Forderung, die eine naheliegende Folge des kräftigen Wachstums des nach Zug ausgerichteten Bevölkerungsteils ist? Der Viertelstunden-Takt würde noch mehr dazu beitragen, dass diejenigen Gemeinden, die in den nicht urbanen Räumen liegen, aus öV-Sicht attraktiver werden und dadurch weiterhin stark unter Druck bleiben. Im Sinne einer Abstimmung von Siedlung und Verkehr ist es daher wichtig, dass der öV vor allem dort ausgebaut wird, wo die zukünftige Entwicklung stattfinden soll. Die S-Bahn im Knonauer Amt hat noch erhebliche Reserven und Angebotsverbesserungen sind dort angezeigt, wo heute Überlastungen vorhanden sind. Wie soll der Modalsplitt ohne Ausbau der öffentlichen Verkehrsverbindungen zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs (MIV) verändert werden? Das Amt für Verkehr des Kantons Zürich (AFV) geht davon aus, dass sich mehr Personen für den öV entscheiden, da sich im MIV immer grössere Einschränkungen insbesondere bei den Wegpendlern abzeichnen, beispielsweise das immer knappere Angebot an Parkplätzen in der Stadt Zürich sowie mehr Staus in Zentren. Da der

... der zweite betrifft die Strasse zwischen Bonstetten und Islisberg. Was entgegnen Sie dem Vorwurf, die kantonale Planung reiche nur bis zur Kantonsgrenze? Beim Strassenabschnitt zwischen Bonstetten und Islisberg handelt es sich nicht um eine regionale Verbindungsstrasse (RVS), sondern um eine kommunale Strasse. Es besteht kein kantonales Interesse an einer Netzbildung. Deshalb ist sie im regionalen Richtplan nicht als Verbindungsstrasse zu bezeichnen. Grundsätzlich wird schon über die Kantonsgrenze hinaus gedacht, so weit dies innerhalb der Rahmenbedingungen möglich ist. Im vorliegenden Fall sieht das AFV aber keine Notwendigkeit für eine Verbindung in den Aargau. Auch wenn die Strasse im Aargau als Kantonsstrasse ausgewiesen ist, bedeutet dies nicht zwingend, dass auch auf der Seite des Kantons Zürich ein entsprechender Bedarf vorhanden ist. Interview: Bernhard Schneider

Öffentliche Auflage Bis am 18. Juli 2016 liegt der regionale Richtplan auf den Gemeindeverwaltungen der Verbandsgemeinden zur öffentlichen Einsichtnahme auf und kann dort während der ordentlichen Schalteröffnungszeiten eingesehen werden. Alle Unterlagen stehen auch auf www.zpk-amt.ch zum Download zur Verfügung. Der «Anzeiger» widmet dem regionalen Richtplan eine kleine Serie. Dieses Interview bildet den Abschluss. Erschienen sind bisher: Hier wird über die Zukunft unserer Region entschieden (20. Mai 2016) Hoher Anteil Privatverkehr – ausgedünnte ÖV-Verbindungen (21. Juni 2016) «Fahrten mit Velo und E-Bike entlasten alle anderen Verkehrsträger» (28. Juni 2016) «Die grossen Baulandreserven liegen nicht in Affoltern und Hedingen» (5. Juli 2016) «Wir wollen und werden sicherlich kein bestehendes Bauland auszonen» (8. Juli 2016).


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 12. Juli 2016

kommentar

Beeindruckend, ja, begeisternd! von urs e. kneubühl

J

ugend- und Mädchenriegen in acht Gemeinden hat der «Anzeiger» in den vergangenen Wochen, gemeinsam mit dem Jugendbeauftragten des Bezirks, Matias Dabbene, besucht und porträtiert. Was bei all diesen Augenscheinen gesehen und miterlebt wurde, war einerseits sehr unterschiedlich – jede Jugi ist anders –, gleichzeitig haben alle etwas gemeinsam: Überall wird grossartige Arbeit im Bereich der Jugendförderung geleistet! Die durchwegs ehrenamtlichen Leiterinnen und Leiter sorgen für pädagogisch und methodisch klug aufgebaute, vielfältige Turn- und Trainingsstunden. Sie animieren damit die Kinder und Jugendlichen zum regelmässigen Sporttreiben, bieten Abwechslung zum Schulalltag und fördern koordinative und konditionelle Fähigkeiten, Bewegungsfertigkeiten sowie taktisch-kognitive Kompetenzen ebenso, wie die Freude am Miteinander. Das nach wie vor in vielen Köpfen fälschlicherweise vorhandene antiquierte Bild der Turnstunden, in denen sich Buben und Mädchen schlicht kunterbunt «nur» austoben können, hat jede einzelne besuchte Turnstunde kräftig widerlegt. In den Jugis im Bezirk wird konzentriert und gezielt geturnt und trainiert – ohne dass dabei der Spass und die Freude an der Bewegung, an Sport und Spiel zu kurz kommt. Es ist durchwegs beeindruckend, ja, begeisternd, was Jugi-Leitungen sowie Kinder und Jugendliche leisten – punkto Zusammenhalt und Integration genauso, wie für das Dorfleben. Daher ist eigentlich allen Jugis zu wünschen, dass sie das Interesse und die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen: von den Eltern (etwa mit der Begleitung und der Bereitschaft, genauso freiwillig und mit Freude Fahrdienste zu Wettkämpfen zu übernehmen), den Gemeindebehörden und der Öffentlichkeit (z. B. mit gelegentlichen Besuchen der Turnstunden und Dankesbekundungen). Beachtung und Unterstützung haben nämlich oder eben gerade auch Institutionen verdient und nötig, die Traditionen hochhalten und seit Jahren – meist oder oft im Stillen – unbestritten wichtige Beiträge an die Gesellschaft und das Zusammenleben im Dorf vollbringen. Leiterinnen und Leiter sowie die Kinder und Jugendlichen der Jugi verdienen dies allemal. Trauriges Negativ-Beispiel, was bei breiter Interesselosigkeit passieren kann, ist der Niedergang der Jugi im Bezirkshauptort. Hier haben die letzten Leiterinnen und Leiter gerade jetzt das Handtuch geworfen und die Fahnen gestrichen – streichen müssen, weil der LeiterNachwuchs ausblieb. Schade für die Affoltemer Kinder und Jugendlichen, welchen nun die polysportive Heimat fehlen wird.

Jugi Ottenbach: Nationalturnen und Spräggele als Besonderheiten Jugendförderung im Bezirk: Jugend- und Mädchenriegen (8)

Die Jugi Ottenbach übt eifrig für die Teilnahme am Turnfest: Mehrkampf genauso wie die Pendelstafette (Bild) oder das Steinstossen. (Bild zvg.)

Jugend- und Mädchenriegen in den Ämtler Gemeinden leisten aktive Jugendförderung und sind ein wichtiger Beitrag an das Dorfleben. Der «Anzeiger» stellt sie in Zusammenarbeit mit contact Jugendförderung vor: Jugi Ottenbach. ................................................... von urs e. kneubühl 130 Kinder und Jugendliche, Mädchen und Buben, zählt die Jugi Ottenbach insgesamt und mit 36 von ihnen wird man am Regionalturnfest AZO in Wetzikon teilnehmen. Damit startet Ottenbach in der ersten Stärkeklasse und da lockt der Turnfestsieg. Folglich wird in der letzten Turnstunde vor dem Fest am Mittwochabend nochmals eifrig in allen Disziplinen trainiert und geübt. Draussen, versteht sich, auch wenn das Wetter gerade nicht eitel Sonnenschein bietet. «Macht nichts», sagt einer der Jugend-

riegeler, «das Turnfest findet ja auch draussen statt.» Die Hauptprobe der Pendelstafette gelingt ganz ordentlich auf dem nassen Rasen der Turnanlage Chappelistein. Auch Ballwerfen und Weitsprung sind okay, auch wenn der eine oder andere Hopser in die Sandgrube misslingt. Da sind dann die Trost- und Motivationskünste von Haupt- und Hilfstrainerinnen gefragt. Es wird korrigierend eingegriffen, aufgemuntert und angefeuert. Genauso nebenan, beim Steinstossen.

Leichtathletik, National-, und Geräteturnen (neu) sowie Spräggele Apropos Steinstossen: Dieses gehört in der Jugi Ottenbach, wie das Steinheben, zu den Besonderheiten. Hier werden – neben Leichtathletik – auch Nationalturn-Disziplinen trainiert und gefördert, ebenso der Turnfest-Mehrkampf. Und ganz neu war im vergangenen Winter auch ein Projekt Geräteturnen am Laufen – die Jugi Ottenbach

diversifiziert weiter. «Wir bieten, beginnend beim Mutter-Kind-/VaterKind-Turnen, über das Kinderturnen bis in die verschiedenen Jugend+Sport-Riegen ein sehr breites Feld an polysportiven und Spezial-Trainings an», hält Céline Kunz fest. Gemeinsam mit Sandra Frey zeichnet sie als Hauptleiterin für die vielfältige körperliche Ertüchtigung der Jugi Ottenbach verantwortlich – unterstützt von einem 16-köpfigen Leiterteam, welches genauso für Spass, Spiel und Spannung bei den Kindern und Jugendlichen sorgt. Buben und Mädchen turnen dabei zusammen in verschiedenen Altersriegen, wobei jeweils am Mittwochabend ab 18.45 Uhr in der J+S-Spezialriege auch altersübergreifend gemeinsam trainiert und gespielt wird. Selbstredend würzen die Teilnahmen an etlichen Wettkämpfen, wie Turnfeste, Jugispieltag, Jugi-Spiel- und Stafettentag oder Unihockeyturnier und Hallenwinterwettkampf die Turnund Trainingsstunden jeweils beson-

ders. Und auch neben dem Sport bietet die Jugi Ottenbach Kindern und Jugendlichen Kurzweil und Erlebnis. Dazu gehören das Jugilager und – typisch für die Jugi Ottenbach – ein Spräggele-Baukurs jeweils im Oktober, in welchem die Holzmasken, die eine Ziege mit Schnabel darstellen, unter Anleitung gemeinsam gefertigt werden. «Als Dorfverein wollen wir den uralten Volksbrauch der Spräggele aktiv unterstützen und mithelfen, diesen noch lange am Leben zu erhalten», merkt Céline Kunz dazu an. Und deshalb ist das Mitmachen an der «kleinen Spräggele» für alle Jugendriegler von J+S 1 bis J+S 5 auch unbedingt erwünscht. Und selbstredend studieren die Jugis auch für das alle zwei Jahre stattfindende Turnerchränzli – das nächste ist im Januar 2017 – spezielle Vorführungen ein. Jugi Ottenbach. Turnhalle Chappelistein, Ottenbach. Riegen: MUKI/VAKI I und II, Kinderturnen I und II, J+S Piccolo, J+S 1, 2+3, 4 und 5 sowie J+S Spezialriege. Kontakt: Céline Kunz, hauptleiter@tvottenbach.ch.

Rotarier haben die Ärmel hochgekrempelt Arbeitseinsatz im Weidegebiet der Bündner Gemeinde Furna im Prättigau Seit Mitte der Neunzigerjahre leisten Mitglieder des RotaryClubs Knonaueramt jeden Sommer willkommenen Frondienst in Furna. Trotz durchzogener Wetteraussichten fanden sich am 24. und 25. Juni wieder 13 Freiwillige ein, bereit, mit Pickel und Schaufel oder mit Axt und Säge ans Werk zu gehen. Wie alle Rotarier in mehr als 200 Ländern, leisten auch die Mitglieder des Rotary Clubs Knonaueramt Zürich humanitäre Hilfe und setzen sich für hohe ethische Normen ein, sowohl in der beruflichen, wie auch in der privaten Welt. Getreu dem Motto «selbstlos dienen» leisten die Rotarier zudem seit zwei Jahrzehnten Gemeindienst in Furna, sei es für die Gemeinde, für die Alpgenossenschaft oder zugunsten des Tourismus. Während zweier Tage krempeln dann nicht nur der Baumeister, sondern auch der Rechtsanwalt und der Herzchirurg die Ärmel hoch.

Im Abschnitt Düngibodä-Wissstein wird der Wanderweg neu angelegt werden.

Seilzugapparat im Einsatz.

Auf die «Gastarbeiter» warteten unterschiedliche Arbeiten. Während Zimmerei-Besitzer Emil Schniders Fä-

setzt zu werden, kamen bei der Grabung einer Wasserleitung für die Viehtränke in «dä Wätterlöcher» Muskelkraft und Ausdauer zum Tragen. Vom «Düngibodä» bis zum «Wissstein» sollen der Wanderweg und das Weidegebiet entflechtet werden. Bei der Sicherung der Böschung mit Rundholz arbeiteten die Forstgruppe Furna und die Rotarier Hand in Hand, ganz nach dem Motto: «Zusammen geht es einfacher». Mit Dani Mäder auf seinem Kleinbagger war auch hier der Spezialist zur Stelle. Am Samstag reichte die Zeit einer Gruppe noch, um erneut Brennholz für die Feuerstelle beim Älplisee bereitzustellen, bevor es dann nach zwei Tagen, in welchen auch die Freundschaftspflege nicht zu kurz kam, wieder an der Zeit war, dem Furnerberg Adieu zu sagen und das Prättigau in Richtung «Säuliamt» zu verlassen. Auf Wiedersehen im nächsten Jahr. (hw)

higkeiten auf der alten Gemeindesäge gefragt waren, wo ein morscher Balken darauf wartete, fachgerecht er-

«Ideales Arbeitswetter» Am 24. und 25. Juni war es wieder so weit. Zwölf Rotarier und mit ihnen der Präsident, Thomas Henne, waren zur Stelle, dies trotz durchzogener Wetteraussichten: «Aufgelockerte Bewölkung mit der Möglichkeit von Regenschauern. Temperaturen morgen um 8 Grad, tagsüber um 17 Grad. Ideales Arbeitswetter», hatte der Gemeindienstverantwortliche, Kurt Weber, in seinem «Aufgebot» verlauten lassen.

Wasserleitungsbau: Das Tages-Soll ist erfüllt. (Bilder zvg.)


Bezirk Affoltern

Dienstag, 12. Juli 2016

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Ein Schulhausfest mit etwas Nostalgie Tag der offenen Tür und ein Rückblick auf 65 Jahre Sekundarschule Bonstetten Die Sekundarschule Bonstetten feierte am letzten Samstag mit einem Tag der offenen Tür ihr 65-jähriges Bestehen. Mit Nostalgie wurde an frühere Zeiten erinnert, dabei fand auch das moderne Heute seinen Platz. ................................................... von martin mullis Die Präsidentin der Schulpflege Corinne Stutz und die Schulleiterin Beate Kuhnt hatten am Samstagmorgen bereits alle Hände voll zu tun. Beim Informationsstand vor dem Trakt A, hielten sich zur Begrüssung eine ganze Reihe von prominenten Gästen auf. Anwesend waren die Gemeindepräsidenten von Bonstetten und Stallikon, Bruno Steinemann und Werner Michel ebenso Gemeinderat Michael Keller aus Wettswil sowie eine grosse Anzahl ehemaliger Lehrpersonen. Ebenfalls ziemlich beschäftigt waren die beiden Hauptorganisatoren und «Erfinder» dieses Schulfestes, die Lehrer Walter Winkler und Marino Coppe, ganz zu schweigen von den 320 Schülerinnen und Schülern, welche zum Teil etwas aufgeregt auf ihre Vorführungen und Präsentationen warteten. Doch die Emotionen und das Lampenfieber waren durchaus gerechtfertigt, wurden doch überall in den Klassenräumen und Plätzen die unterschiedlichsten Attraktionen aufgeführt. Eine Bar lockte mit 50erJahre-Drinks und Musik, eine Kaffeestube von anno dazumal bot etwas Ruhe und Max Huwyler, Lehrer und Lehrmittelautor hielt eine Lesung mit dem Titel «Wie ich lesen gelernt habe». Grosse Beachtung fand natürlich eine ganz besondere, weil «zweigeteilte» Schulstunde. Sogar die Kleidung des Lehrers war diagonal geteilt. Rechts altmodisch in weissem gestärktem Hemd und schwarzer Hose und

Turnstunde mit Klavierbegleitung. Von links: Lehrer Walter Winkler, Schulleiterin Beate Kuhnt und Harry Steinmann. links in lässigen Jeans und schwarzem Poloshirt. Klar, dass auf der Seite der Schule von 1951 eine Schiefertafel mit Hilfe eines rotweissen Metermasses beschriftet wurde, während auf der anderen Seite ein iMac und ein Beamer zur Verfügung standen.

Eine Bratwurst als Gage für den 94-jährigen Klavierspieler Ein grandioses Highlight wurde jedoch in der Turnhalle geboten. Ein zackiger Turnlehrer mit einem weissen

Schiefertafel und iMac: Ein zweigeteiltes Schulzimmer aus den Jahren 1951 und 2016. (Bilder Martin Mullis)

Berufsmantel und einer Trillerpfeife um den Hals erteilte seinen jungen Turnschülern forsch Anweisungen, verteilte rote Bändel und liess sie militärisch genau auf einer Linie aufstellen. Zu den Übungen des Drillmeisters und seinen Zöglingen spielte der 94-jährige Harry Steinmann auf dem Klavier den begleitenden Rhythmus. Die Frage nach seiner Gage für den Einsatz beantwortete der rüstige Senior mit grossem Schalk in seinen wachen Augen, dass er mit einer Bratwurst völlig zufrieden sei. Auf den

Schulhausplätzen standen diverse Oldtimer und ein grosser Teil der Lehrpersonen und Schulbehörde war im Stil der Fifties gekleidet. Ein Elvis-Imitator versetzte die Gäste ebenfalls zurück in die Zeit des Rock ’n’ Roll und Fotos und Filme aus vergangenen Epochen liessen bei den älteren Semestern rinnerungen wach werden. Im futuristischen neuen Bau des Schulhauses D verdrängte die Zukunft die Nostalgie definitiv. Hier beherrschen Handys, Tablets, PC und Laptops die Szene in den Klassenräumen.

Der Tag der offenen Tür der Sekundarschule Bonstetten darf sicher als informativ und unterhaltsam bezeichnet werden. Die grossen Anstrengungen der Oberstufenschüler aus den vier Gemeinden Bonstetten, Wettswil, Stallikon und Islisberg AG, sowie der Lehrpersonen begeisterten die Eltern, Verwandte und alle übrigen Gäste. Die unzähligen «Weisch no» und die angeregten und fröhlichen Gespräche an den Festtischen dürfen von den Organisatoren als grosses Kompliment betrachtet werden.

Die Schule Knonau soll breit abgestützt sein Schulpräsidium: Dominik Stöckli folgt auf Brigitta Trinkler Nach zehn Jahren in der Primarschulpflege Knonau – acht davon als Präsidentin – tritt Brigitta Trinkler auf Ende Schuljahr aus beruflichen Gründen zurück. Ihre Nachfolge tritt Dominik Stöckli an, Jacqueline Larcher komplettiert das Team. Nach dreissig Jahren pensioniert: Peter Seematter erhält zum Abschied ein Geschenk und beste Wünsche von Berufskollege Roger Hegetschweiler. (Bild zvg.)

................................................... von thomas stöckli

30 Jahre Hauswart

Als Brigitta Trinkler 2006 in die Primarschulpflege Knonau gewählt wurde, gab es noch keinen Schulleiter und keine Tagesstrukturen, kein altersdurchmischtes Lernen und keine Schulsozialarbeit. Die Umsetzung des damals neuen Volksschulgesetzes nennt sie denn auch als eine der grossen Herausforderungen ihrer achtjährigen Präsidialzeit. Weiter seien die Fusion mit der politischen Gemeinde sowie die Schulhaus-Erweiterung 2014 erwähnt. Letztere macht das Wachstum von Knonau deutlich: «Heute haben wir deutlich über 200 Kinder, zu den schwächsten Zeiten waren es 150», blickt Brigitta Trinkler zurück. Während vorübergehend kaum zwei Kindergärten geführt werden konnten, reichen heute drei kaum aus. Zuletzt ging es darum, den Lehrplan 21 aufzugleisen. Die Umsetzung überlässt Brigitta Trinkler ihren Nachfolgern: Jacqueline Larcher komplet-

Schule Ottenbach: Peter Seematter in Pension Die Primarschule Ottenbach verabschiedete ihren langjährigen Hauswart Peter Seematter nach dreissig Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand. Am Schuljahresschluss-Essen der Primarschule wurde der langjährige Hauswart Peter Seematter mit einer kleinen Feier in den Ruhestand verabschiedet. Der gelernte Lüftungsspengler arbeitete während dreissig Jahren als Hauswart und betreute neben vielen anderen Aufgaben das Lehrschwimmbecken. Als einer der ersten aus dem Kanton Zürich besuchte er die Hauswartschule und schloss diese

mit dem eidgenössischen Diplom erfolgreich ab. In den langen Berufsjahren reinigte Peter Seematter den Schulhausplatz wohl von mehreren gefühlten Tonnen Glasscherben und anderem Littering. Trotzdem bereitete ihm sein Beruf stets viel Freude. Die Turnhalle besuchte er aber nicht nur für Unterhalts- und Reinigungsarbeiten, ist er doch aktives Mitglied des Männerturnvereins. Bei der Verabschiedung im Restaurant Niesenberg in Kallern wünschten ihm die Schulpflege und das gesamte Personal mit einem Gedicht und einem Geschenk für seine weitere Zukunft im Ruhestand alles Gute. (mm)

Brigitta Trinkler (Mitte) tritt als Schulpräsidentin zurück, es übernimmt Dominik Stöckli. Jacqueline Larcher komplettiert die Schulpflege. (Bild Thomas Stöckli) tiert die Schulpflege und Dominik Stöckli, der schon seit sieben Jahren im Gremium ist, übernimmt das Präsidium. Ihnen wünscht die abtretende Präsidentin, dass sie im Sinne der Kinder lösungsorientiert denken und handeln, sowie dass sie es mit Eltern zu tun bekommen, die kritisch aber wohlwollend sind. Selber habe sie die Arbeit in der Schulpflege immer sehr gerne gemacht, neu sei sie beruflich vermehrt am Abend und am Wochenende gefordert, so Brigitta Trinkler.

Konstituierung der Schulpflege Ende August Dominik Stöckli will mit der Schule Knonau den bereits eingeschlagenen

Weg weiterverfolgen. «Ich habe nicht vor, nur meine Ideen durchzuboxen», versichert er. Ein besonderes Anliegen ist ihm eine breite Abstützung der Elternmitwirkung, aber auch eine generelle Öffnung der Schule nach aussen. «Junge Eltern sollen nach Knonau ziehen, weil sie wissen, dass die Schule gut ist.» Ein weiterer Schwerpunkt wird der geeignete Einsatz von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien sein. Nur ungern gibt Stöckli das Ressort Schulentwicklung ab. Voraussichtlich wird ihn Jacqueline Larcher beerben. «Das Ressort würde mir auf jeden Fall entsprechen», sagt sie. Die Konstituierung findet allerdings erst Ende August statt.


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Forum

Dienstag, 12. Juli 2016

Verein Kloster Kappel: Warum tiefe Steuern in Zug zu Kompetenter Präsident Siedlungsdruck im Säuliamt führen Mitgliederversammlung der Grünen Bezirk Affoltern gesucht Der Verein «Ja zum Kloster Kappel!» hat am 17. Juni 2016 beschlossen, sich auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, einer Nachfolgerin für den zurücktretenden Präsidenten des Vereins Kloster Kappel, Andreas Müller, Hausen, zu machen. Erste Kontakte in dieser Sache haben bereits stattgefunden. Das Ziel ist es, eine kompetente Persönlichkeit mit politischer Erfahrung und entsprechend notwendigen Führungsqualitäten (z. B. Gemeinderat oder Gemeinderätin) aus der Standortgemeinde Kappel am Albis zu finden. Die Kandidatin beziehungsweise der Kandidat soll nachher auf eine breite interessierte Basis der ansässigen Bevölkerung abgestützt und von dieser portiert werden.

Es ist wichtig, dass die Gemeinde Kappel im Klosterbereich wieder aktiv vertreten ist. Die jetzige «Baustelle» – mit drohender Kappeler-Mauer – muss mit kluger und fester Hand aufgeräumt werden. Die meisten der jetzigen Vorstandsmitglieder im Verein Kloster Kappel sind, als Folge der nicht rechtmässigen Verabschiedung der Statuten 2012 (inkl. deren Inhalt!) im ersten Halbjahr 2013 durch die reformierten Kirchenpflegen, leider nicht vertrauenswürdig genug, um als Nachfolger von Andreas Müller in Betracht gezogen werden zu können.

«Ja zum Kloster Kappel!», H. R. Haegi, Aktuar

Kranke Kassen und die Abzocker Der Anstieg der Krankenkassenprämien jeweils schon im Herbst ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Dieses Jahr dürfte der Anstieg gemäss Experten wieder bedeutend höher ausfallen als die vier Prozent des letzten Jahres. Es ist allerhöchste Zeit, dass gewisse Privilegien in den Chefetagen der Krankenkassen verboten werden. Hier einige Beispiele: Die Tessiner Ärztin und SP-Nationalrätin Marina Carobbio verlangt vom Bundesrat eine Lohnobergrenze für Krankenkassenmanager festzulegen, bravo. Treffen würde dies etwa Helsana-Chef Daniel Schmutz. Dieser erhielt letztes Jahr 939 000 Franken. Die Krankenkassen nähmen öffentliche Ausgaben wahr, sagt Carobbio. Das geht nicht an, dass die Prämienzahler solch fürstliche Löhne finanzieren, ist ja ein absoluter Wahnsinn und muss ausgerottet werden. Auch Georg Portmann von der CSS kassierte sogar weit überbordende 779 254 Franken, da bleibt einem wirklich regelrecht die Spucke weg.

In Krankenkassengremien satte Vergütungen einstreichen Die SP hat zudem den Postenschacher unter den Politikern im Visier, bravo. Der Einsitz von Bundespolitikern in Verwaltungsräten und sonstigen Organen der Krankenversicherer soll ver-

boten werden, bravo. Die SP fordert dieselben Regeln, die bei anderen bundesnahen Firmen gelten. Für SP-Nationalrätin Barbara Gysi ist es absurd, dass man als Politiker nicht einmal unentgeltlich in einem Stiftungsrat wie dem von Anti-Doping sitzen darf, aber in Krankenkassengremien satte Vergütungen einstreichen kann. Wer finanziell von einem Kassenamt profitiere, könne nicht unabhängig politisieren. So müsste etwa Ruth Humbel (CVP) ihr Concordia-Amt abgeben. Laut «Aargauer-Zeitung», verdient die dort 50 300 Franken. Auch Roland Eberle (SVP) wäre sein 90 000-Franken-Amt bei der Groupe Mutuel los.

Mittelstand entlasten Der dritte SP-Vorstoss soll den Mittelstand entlasten, bravo. Die Schweiz hat laut Nationalrat Jean-Francois Steiert zwar sehr tiefe Prämien für die untersten und die obersten Einkommen. Der Mittelstand wird aber hierzulande wahnsinnig stark belastet. Eine Familie mit zwei jugendlichen Kindern müsse in Genf heute bis zu 24 000 Franken Prämien zahlen, ist ja ein absoluter Horror. Darum fordert Steiert, dass kein Haushalt mehr als zehn Prozent Prämien aufwenden müsse. Rolf Baumann, Hausen am Albis

Arbeitswegkostenabzug nur noch 3000 Franken? Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, einen Maximalbetrag von 3000 Franken für den Arbeitswegkostenabzug festzulegen. Die Mehrerträge dienen der Kompensation des kantonalen Beitrags an den nationalen Bahninfrastrukturfonds, welchem das Schweizer Stimmvolk am 9. Februar 2014 zugestimmt hat. Dem Kanton entstehen aufgrund des kantonalen Beitrags an den nationalen Bahninfrastrukturfonds erhebliche Mehrkosten. Zürich muss jährlich rund 120 Millionen Franken in den neuen Bahninfrastrukturfonds einbringen. Die Einführung eines Maximalabzugs von 3000 Franken vermag diese Kosten mit Mehrerträgen von rund 44 Millionen Franken bei der Staatssteuer wenigstens teilweise wettzumachen. Die Gemeinden können mit einem Steuermehrertrag von rund 48 Millio-

nen Franken pro Jahr rechnen. Deshalb sollen sie sich ab 2019 neu hälftig an der Finanzierung des Bahninfrastrukturfonds von 120 Millionen Franken beteiligen. Mehrkosten entstehen den Gemeinden insgesamt nicht, da sie im Zusammenhang mit den Kosten des Zürcher Verkehrsverbundes jährlich 11 Millionen Franken weniger belastet werden. Der Maximalabzug von 3000 Franken wird für die Mehrheit der steuerpflichtigen Personen keine Auswirkungen haben. Weil die Vorlage für eine Minderheit der steuerpflichtigen Personen zu höheren Steuern führt, kommt es zu einem obligatorischen Referendum, sodass die Stimmbürger das letzte Wort haben werden.

Hans Ulrich Meuter, Co-Präsident FDP-Ortspartei Affoltern a. A.

Die Grünen haben an der Mitgliederversammlung ihren Vorstand in unveränderter Besetzung für ein weiteres Jahr gewählt. Andreas Lustenberger, Kantonsrat und Präsident der Grünen Kanton Zug, informierte über die Zersiedlungsstopp-Initiative, gab Einblick in die politische Arbeit im Nachbarkanton und zeigte eindrücklich auf, inwiefern die dortige Entwicklung auch das Säuliamt betrifft. Präsident Hans Läubli begrüsste bei schönstem Sommerwetter unter freiem Himmel die Anwesenden zur Mitgliederversammlung der Grünen Bezirk und Gemeinde Affoltern. Im Rückblick hob er die Stellungnahme der Grünen zur Revision der Bau- und Zonenordnung in Affoltern hervor. Zwei wichtige Anträge der Grünen zu diesem Geschäft erhielten an der Gemeindeversammlung eine Mehrheit. Am 19. Juni nahm eine Gruppe der Grünen aus dem Bezirk Affoltern am Menschenstrom gegen Atom teil, an dem trotz garstigem Wetter über 6000 Atomkraftkritiker ein deutliches politisches Zeichen setzten. Im Kantonsrat wurde in Absprache mit der Bezirkspartei eine Anfrage zur Buslinie Stallikon-Bonstetten/Wettswil eingereicht. Hans Läubli wies darauf hin, dass im laufenden Jahr drei für die Grünen wichtige Vorlagen zur Abstimmung kommen. Am 25. September wird über die aussichtsreiche Initiative Grüne Wirtschaft abgestimmt, am 27. November über die AKW-Ausstiegsinitiative und auf kantonaler Ebene – erwirkt durch die Grünen – ein zweites Mal über die Kulturlandinitiative im Kanton Zürich. Der Vorstand der Grünen Bezirk und Gemeinde Affoltern setzt sich im kommenden Jahr unverändert zusammen aus Hans Läubli (Präsident), Stefan Gribi, Walo Huber, Lilian Hurschler und Thomas Schweizer.

Gastreferent Andreas Lustenberger (Mitte), Parteipräsident der Grünen Kanton Zug, führte aus, was die Steuerpolitik für Auswirkungen hat. (Bild zvg.) Wieso viele Zuger ins Säuliamt ziehen Die Grünen im Kanton Zug und im Säuliamt haben bereits gemeinsame Erfolge bei der Verhinderung des Golfplatzes im Oberamt zu verzeichnen. Andreas Lustenberger, der Gast aus dem Nachbarkanton, wies auf weitere gemeinsame Themen hin: «Viele Leute ziehen von Zug ins Säuliamt», konstatierte Lustenberger und legte auch die Gründe dafür dar. Der Kanton Zug habe ein hohes Steuerpotenzial und müsse daher viel für den Finanzausgleich zwischen den Kantonen bezahlen. Gleichzeitig locke er mit seiner Steuerpolitik finanzkräftige Privatpersonen und Firmen an. Hoher Finanzausgleich und tiefe Steuern seien aber in der Summe ein schlechtes Geschäft. So habe zum Beispiel der Börsengang der Glencore der Zuger Allgemeinheit finanziell nichts gebracht. Gleichzeitig steigen die Bodenpreise durch Zuzüge so stark an, dass es sich die Leute nicht mehr leisten könnten, im Kanton Zug zu wohnen. Viele wichen daher auf das Säuliamt aus. Andreas Lustenberger sieht die Grünen, deren Fraktion stärker ist als jene der SP, als Stachel in der bürgerlich geprägten

Politik in diesem von Rohstoff-Firmen geprägten Kanton.

Zersiedlungsstopp tut Not «Heute wird schweizweit nach wie vor täglich die Fläche von zwei Fussballfeldern verbaut», führte Andreas Lustenberger weiter aus. Die Zersiedlungsstopp-Initiative, die er in seiner Zeit als Präsident der Jungen Grünen Schweiz mitlanciert hatte, will diese Entwicklung eindämmen. Die heutigen Bauzonen seien auf eine 12- bis 13-Millionen-Schweiz ausgerichtet. Die Einzonungen müssten daher reduziert werden. Die Zersiedlung sei nicht einfach eine Folge des Wunsches, im Grünen zu leben, ist Lustenberger überzeugt: «Viele Leute würden lieber nahe an ihrem Arbeitsort in den Städten wohnen, können sich dies aber nicht leisten.» Da der Bundesrat das Raumplanungsgesetz schubladisiert habe, sei die Zersiedlungsstopp-Initiative eine wichtige Alternative. Zurzeit läuft der Schlussspurt für die Sammlung der nötigen Unterschriften. Nach den Sommerferien gibt es auch auf dem Markt in Affoltern nochmals Gelegenheit, die Initiative zu unterschreiben.

gestorben

Stallikon: Zum Gedenken an alt Gemeindepräsident August Meyer Am 25. Mai ist der alt Stalliker Gemeindepräsident August Meyer in seinem 92. Altersjahr verstorben. Anfang Juni haben seine Familie und viele Freunde und Bekannte in der Pfarrkirche seiner ursprünglichen Heimatgemeinde Ebikon LU von ihm Abschied genommen. In der Todesanzeige dankt ihm die Familie treffend mit den Worten: «Er liebte das Leben, das ihm viel gewährt hat und geprägt war durch Optimismus, Tatkraft und Offenheit. Grosszügig schenkte er Wohlwollen und Vertrauen.» Diesem Dank darf sich Stallikon anschliessen. Als langjähriges Behördenmitglied, vor allem zwischen 1970 und 1990, also während 20 Jahren als Gemeindepräsident, hat er mit grossem Engagement und immer mit einem optimistischen Blick fürs Machbare die Entwicklung der Gemeinde geprägt. Für die Anliegen der Bevölkerung hatte er immer ein offenes Ohr. Im Behördenkollegium und in der Verwaltung durfte er auf grosse Wertschätzung zählen. Viele Projekte und heute selbstverständliche Einrichtungen in der Gemeinde tragen seine Handschrift und sind zum grossen Teil auf seine Initiative zurückzuführen.

August Meyer, am 29. September 1924 in Luzern geboren, hat seine Jugendzeit im Elternhaus in Ebikon verbracht. Nach der kaufmännischen Ausbildung folgten Lehr- und Wanderjahre in Frankreich und im WelschAugust Meyer. land, wo er zeit(Archivbild) weise sein Wissen auch als Lehrer weitergab. Eine weitere Station war das Ikrk. Ins – wie er sich immer gerne ausdrückte – «richtige» Berufsleben eingetreten, war er zeitlebens in der Lebensmittelbranche tätig. Vor seiner Pensionierung leitete er zuletzt während 28 Jahren im Range eines Direktors den Frischproduktebereich des Konsumvereins Zürich (heute Coop). Parallel dazu engagierte er sich für die Obstbörsen und vertrat die Branche in zahlreichen Fachausschüssen des Bundes. Die Politik weckte schon in jungen Jahren sein Interesse. Das Präsidium des Luzerner Jugendparlamentes war sicher mit ein Grund, dass er sich ab 1966 in seiner neuen Wohngemeinde Stallikon für die Mitarbeit in Gemeindebehörden entschied. Zuerst als

Mitglied der Rechnungsprüfungskommission und anschliessend während kurzer Zeit als Gemeinderat beschritt er bis zum Gemeindepräsidenten die klassische Karriereleiter. Aber auch nach seinem Rücktritt war er ein aufmerksamer und kritischer Beobachter des politischen Gemeindelebens und ein kompetenter Ratgeber. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn und seine Gattin – mit der er seit 1957 verheiratet ist – vor zwei Jahren von Stallikon in die alte Heimat Ebikon umzusiedeln, wo sie in der damals frisch eröffneten Wohnsiedlung der Senevita eine passende neue Wohnform fanden. Leider blieb es ihm nicht vergönnt, das gemeinsame Leben mit seiner Gattin Elisabeth länger zu geniessen. Die Folgen eines kleinen Unfalls haben den Lebenswillen von August Meyer leider so stark gebrochen, dass er schon nach kurzer Zeit im Beisein seiner Familie die Augen für immer geschlossen hat. Ein grossartiger Mensch ist nicht mehr. Wir verabschieden uns mit grossem Dank für sein Engagement und mit Respekt. Er hat viel zur Entwicklung der Gemeinde beigetragen. Wir werden ihn in ehrender Erinnerung behalten. Der Familie entbieten wir unsere aufrichtige Anteilnahme. (-/Bi)


Vermischtes/Dienstleistungen

Ein Zuhause bieten

Abenteuer erleben

Fröhliche Stimmung am Tag der Öffentlichkeit im Haus zum Seewadel. > Seite 11

Vom 15. bis 19. August steigt in Affoltern die Kinderwoche des «Tschägg-Point». > Seite 12

Dienstag, 12. Juli 2016

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Goldkranz gewonnen Ottenbacher beste Reusssektion an der Schweizer Meisterschaft der Pontoniere. > Seite 13

Und gib uns heute unser tägliches und vielfältiges Brot Die Bäckereien im Säuliamt versorgen die Bevölkerung mit einem abwechslungsreichen Angebot Nach wie vor gilt Brot als wichtiges Grundnahrungsmittel. Bezüglich Brotsorten und deren Qualität werden die Kunden mindestens im Säuliamt mehr als verwöhnt. Ein überaus vielfältiges Angebot an Sorten ist heute in jeder Bäckerei Standard. Für ihr Lieblingsbrot fahren Brotliebhaber durchaus auch in benachbarte Gemeinden. Wer eine Bäckerei betritt, um ein ganz gewöhnliches Brot zu kaufen, wird mit der schwierigen Frage betreffend Auswahl konfrontiert. In jeder der sechs Bäckereien im Säuliamt, welche als produzierende Handwerksbetriebe bezeichnet werden können, findet der Brotliebhaber eine grosse Auswahl verschiedenster Sorten. Brotkenner und -liebhaber handeln untereinander mit Geheimtipps für das beste Brot im Bezirk. Das beliebte Grundnahrungsmittel entwickelt sich immer mehr zum Produkt eines gewissen Zeitgeistes.

Helle, dunkle und Spezialbrote Stephan Scheuner, Geschäftsführer der Schweizerischen Brotinformation

(SBI) weiss, dass in den Bäckereien im Durchschnitt 15 bis 20 verschiedene Brotsorten angeboten werden. Ein gewisser Anstieg ist bei den glutenfreien Broten festzustellen. Ganz generell aber, so betont Stephan Scheuner, gehöre Brot zu einer ausgewogenen Ernährung. Er hält fest, dass Brot per se ein gesundes Lebensmittel sei und das dunkle und «ruche» Brot, welches landläufig als besonders gesund bezeichnet wird, einfach eine gute Abwechslung biete. Der Präsident des Bäckermeisterverbandes des Kantons Zürich, Peter Lyner, stellt fest, dass momentan dunkles Brot aus Urdinkelmehl besonders gewünscht werde. Der Bäckermeister freut sich, dass sehr viele Kunden einen ganz besonderen Lieblingsbäcker kennen und sich wenn immer möglich bei ihm versorgen. In Sachen Brotqualität zeigen sich jedoch die Temperaturen als eine eigentliche Herausforderung.

Firabig-, Knebeli- und Helvetiabrot Bei der Herstellung von Brotprodukten spielt die Feuchtigkeit eine grosse Rolle, ganz besonders für die von den Kunden überaus geschätzte Knusprigkeit. Im Säuliamt verkaufen gut zwei

brot» bis hin zum «Vollmondbrot» werden als Hit oder gar als Lifestyle-Artikel angepriesen. So ist beim Bäckermeister Andreas Pfyl im Hauptgeschäft in Hedingen sowie in seinen fünf Filialen auch ein sogenannter Brot-Hit erhältlich. Als sehr geeignet für die Verdauung und daher auch für die schlanke Linie ist das «Parabrot» aus Urdinkel ein richtiger Renner geworden.

Das Brot aus der Lieblingsbäckerei

Bäckermeister Andres Pfyl vor seinem Brotregal. (Bild Martin Mullis) Dutzend Detailhändler Brotprodukte und natürlich bieten auch die Grossverteiler, Tankstellen und weitere Verkaufsgeschäfte eine Auswahl der knusprigen Köstlichkeiten an. Neben den ständig verfügbaren Sorten führen die Bäcker aber auch stets fanta-

sievolle neue Erzeugnisse. Für den Verkauf ihrer Produkte nutzen sie Ereignisse und Trends. Der Dreikönigskuchen ist für jede Backstube Pflicht und am Nationalfeiertag finden die Kunden sicher einen 1. August-Weggen im Regal. Das «Firabigbrot», das «Knebeli-

Andy Nussbaumer wiederum führt in der Filiale Affoltern ein Chia-Brot mit Mohnsamen aus Mexiko im Sortiment, das sich grösster Beliebtheit erfreut. Eine Kapazität in Sachen Brotprodukte darf sich Niklaus Vogel, Bäckermeister im «Pöschtli» in Obfelden nennen. Immerhin weist er an seiner «Wall of Fame» ganze 13 Medaillen der Swiss Bakery Trophy auf. Diese Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze erhielt er für ausgezeichnete Produkte vom Butterzopf bis zum Steinofenbrot. Unter seinen Kunden sind viele Fans, auch aus dem benachbarten Aargau, welche ihr ganz bestimmtes Brot in ihrer Lieblingsbäckerei kaufen. Martin Mullis

15 000 «geheime» Backwaren verkauft

Ton selber glasieren und brennen

Landi Albis: Kampagne «Geheimrezepte» ist erfolgreich unterwegs

Feuerspektakel-Raku im Park Seleger Moor

Seit einem Jahr verraten Bäuerinnen aus dem Säuliamt der Landi Albis ihr Geheimrezept, nach dem die Volg-Bäckerei Mettmenstetten für die Kundschaft Backwaren herstellt.

Im Park Seleger Moor kann man an vier Tagen im Juli und August hautnah miterleben, wie Objekte glasiert und gebrannt werden.

................................................... von marianne voss «Händ Sie mini Himbeer-Quarkturte scho probiert?», ist zurzeit neben dem Bild der fröhlich lachenden Bäuerin Hanni Buchmann zu lesen. Dieser Plakatständer steht vor allen Volgfilialen der Landi Albis, die das Projekt «Geheimrezepte aus der Region» nun seit einem Jahr durchführt. Mit der Kampagne wird den Konsumenten das Handwerk der Bäuerinnen, die ihr Geheimrezept der Volg-Bäckerei verraten, schmackhaft gemacht. Die Kundinnen und Kunden erfahren das Rezept nicht, es bleibt geheim. Verraten wird nur das Endprodukt. Sechs Bäuerinnen haben sich im vergangenen Jahr an der Aktion beteiligt: Ursula Junker, Käthi Steinmann, Lucia Galliker, Conny Baur, Claudia Künzi und Hanni Buchmann. Zu jedem Geheimrezept findet auch ein Wettbewerb statt. Diesen Frühling gewann die Familie Ayer aus Hedingen. Jetzt aktuell zu den Sunnebrötli von Claudia Künzi aus Maschwanden war Hedi Sidler aus Aeugst die glückliche Gewinnerin. Der Preis ist jeweils ein grosser Geschenkkorb aus dem Volg.

Bernadette Kleiner vom Volg Maschwanden (links) übergibt der Wettbewerbsgewinnerin Hedi Sidler den Geschenkkorb. Rechts Claudia Künzi, die «Geheimrezept-Bäuerin» aus Maschwanden. (Bild Marianne Voss) Nähe zur Bevölkerung schaffen Armin Heller, Geschäftsführer der Landi Albis, zieht nach diesem Jahr eine sehr positive Bilanz. «Wir haben 15 000 Stück der ‹geheimen› Backwaren verkauft, die Bäckerei kann eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent verzeichnen.» Das sei natürlich nicht nur auf die Kampagne zurückzuführen, sondern auch auf die gute Qualität der Bäckereiprodukte und das motivierte Team, das dahinterstehe. Die Geheimrezept-Aktion sei aber grundsätzlich erfolgreich und werde daher weitergeführt. «Sie schafft Nähe zur

Bevölkerung und wird sehr gut wahrgenommen.» Bei jedem Produkt handle es sich um ein Unikat, hinter dem eine Person stehe. Damit hebe es sich von den herkömmlichen Backwaren ab. «Für die Mitarbeitenden in der Backstube ist es aber immer wieder eine besondere Herausforderung, das Brötchen oder das Guezli wirklich authentisch herzustellen, genau so, wie es die Bäuerin in ihrer Küche macht», betont Armin Heller und ergänzt: «Da wir die Aktion fortsetzen, freuen wir uns über weitere Bäuerinnen, die bereit sind mitzumachen und uns ihr Geheimrezept verraten.»

Mitmenschen nicht vorenthalten mochte. Im Laufe der Jahrzehnte entstand das Seleger Moor in seiner jetzigen Form. Seleger gestaltete es, liess der Natur aber dennoch den Vorrang. Nach und nach entstanden Teiche und Bäche, die Grundlage für Seerosen und Lebensraum für andere Wasserpflanzen. (pd.)

Mit Peter Widmer kann man das Feuerspektakel-Raku, hautnah miterleben. Vorgebrannte Objekte dürfen selber glasiert und gebrannt und schlussendlich nach Hause genommen werden. Die Kosten bestehen lediglich aus den normalen Eintrittspreisen in den Feuerspektatel-Raku im Park Seleger Moor, 23. und Park, sowie einem Unkostenbeitrag je 24. Juli sowie 13. und 14. August, jeweils von 10 bis nach Objekt zwischen 15 und 40 Fran- 16 Uhr, www.selegermoor.ch. ken. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Rifferswiler Hochmoor ist vor Tausenden Jahren dort entstanden, wo einst Reuss- und Linthgletscher zusammenstiessen und Moränen zurückliessen. Das Land war versunken im Dornröschenschlaf, bis Robert Seleger im Jahr 1953 es wieder zum Leben erweckte. Er liess im Rifferswiler Moor eine so traumhaft schöne Landschaft entstehen, dass er Brennen und Glasieren als Event: Das Feuerspektakel-Raku das Moor seinen von Peter Widmer. (Bild zvg.)


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Vermischtes

Dienstag, 12. Juli 2016

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«Wir wollen ein Zuhause bieten» Tag der Öffentlichkeit im Haus zum Seewadel Vergangenen Freitag herrschte eine fröhliche Stimmung im Alters- und Pflegeheim Seewadel in Affoltern. Die Bewohner freuten sich über die zahlreichen Besucher und die Mitarbeitenden präsentierten auf Wunsch Räumlichkeiten und Dienstleistungen – dabei waren Engagement und Professionalität spürbar. ................................................... von regula zellweger Nur wenige Bewohner haben sich vorerst in den Speisesaal gesetzt. Ein Herr begrüsst persönlich, scheint einige zu kennen, stellt sich vor und verbreitet schon mal eine herzliche Stimmung. Insider wissen es, Besucher rätseln: Wer ist das? Er ist der Mann am Klavier, Primarlehrer und Musiker Christoph Maurer. Und als bekannte Gassenhauer erklingen, füllt sich der Saal sehr schnell und Besucher wie Bewohner machen begeistert mit.

Atmosphäre erspüren, Ängste abbauen Geschäftsleiter Urs Petermann und sein Team hatten ein attraktives Programm zusammengestellt. Die Besucher waren eingeladen, ihre Fähigkeiten im Gedächtnis- und Rollatorentraining auszuloten. Sie bekamen einen Einblick in das vielseitige Angebot von Aktivierungsprodukten, die auch zum Kauf angeboten wurden. Wer wollte, konnte sich Blutdruck und Blutzucker messen lassen. Und vor allem bekamen Interessierte Auskünfte über Anmeldung und Eintritt, Taxen, Ergänzungsleistungen zur AHV, Hilflosenentschädigung, Pflegeeinstufungssystem RAI, Pflegeangebot, Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag. Der Anlass war ein niederschwelliges Angebot für potenzielle Bewohner und Angehörige von Personen, die deren Zukunft in einer Institution für betagte Menschen aufgleisen wollten. Urs Petermann betont: «Uns geht es darum, dass die Besucher auch hinter die Kulissen schauen können und

Geschäftsleiter Urs Petermann (1. von links) schätzt seine Mitarbeitenden sehr. Das gute Klima war am «Tag der Öffentlichkeit» im Haus zum Seewadel in Affoltern deutlich zu spüren. (Bild Regula Zellweger) die Stimmung aufnehmen, die bei uns herrscht. Wir schaffen für unsere Bewohner ein Zuhause, in dem sie sich wohl fühlen, Geborgenheit erleben und begleitet werden im Alterungsprozess.» Dazu gehören die Räumlichkeiten – es ist erstaunlich, was mit raffinierter Farbgestaltung und Innendekoration aus den baulich veralteten Räumen herausgeholt wird. Vielfältige Aktivierungsangebote und kulinarische Überraschungen bringen Abwechslung in den Alltag der Bewohner. Vor allem aber ist es der zwischenmenschliche Umgang, der in diesem Haus bewusst gepflegt wird, der überzeugt. Die Auslastung mit aktuell 82 Bewohnern bei 85 Plätzen ist sehr gut. Viele Leute haben generell ein Defizitmodell vom Altern – und eine Vor-

stellung vom Betrieb in einem Altersheim, das nicht der Realität entspricht. Im Bereich Gerontologie hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die Mitarbeitenden nehmen regelmässig an Weiterbildungsveranstaltungen teil, beispielsweise zu Themen wie Demenz oder Palliativmedizin. «Wenn ich gewusst hätte, wie schön es hier ist, wäre ich schon früher gekommen», so die Aussage eines Bewohners. Leider verdrängt man das Älterwerden und den möglichen Eintritt in ein Altersheim oft zu lange. Mit dem «Tag der Öffentlichkeit» wurde Gelegenheit geboten, sich unverbindlich zu informieren und auch das Gespräch mit den Bewohnern zu suchen. Denn diese wissen am besten, wie es ist, hier zu leben. Zum Leben gehören Krankheit und Sterben. Diese

Themen werden nicht verdrängt. Es wird darüber gesprochen, man nimmt beispielsweise gemeinsam mit einem Ritual Abschied.

Wechsel in der Führung Urs Petermann verlässt den «Seewadel» Ende August diesen Jahres. Er sucht eine neue Herausforderung, wo er konkrete Perspektiven sieht und Projekte umsetzen kann. 2014 übernahm er die Leitung, im Hinblick auf einen Neubau des Hauses und die damit verbundene Reorganisation. Das Neubauprojekt kann aber nicht im vorgesehenen Zeitrahmen realisiert werden. Interimistisch übernimmt Verena Feller die Leitung. Sie hat breite Erfahrung im Führen von Institutionen und

kennt das Haus und die Mitarbeitenden von einem früheren Einsatz.

Lesung mit Susanna Schwager Höhepunkt des Programms war eine Lesung mit Susanna Schwager. Ihre Porträts von Menschen über achtzig Jahren sind wie Federzeichnungen, fein geschrieben, emotional, sehr genau mit Augen und Herz beobachtet. In die Lebensfragmente übernimmt sie ab und zu einen Dialektausdruck der interviewten Personen, und man muss lachen, weil dieser eine Ausdruck ein ganzes Lebensgefühl signalisiert. Die Autorin versteht es, Menschen jeden Alters zu öffnen, ihre Aussagen zu einer Essenz zu verdichten und runde, stimmige Porträts, die zum Nachdenken anregen, zu formen.

Vandalen wüteten mit roher Gewalt Zusammen Kino erleben Sinnlose Zerstörungswut an der Reuss in Ottenbach

Kinderfilmreihe in den Zuger Kinos

Eine vom Fischerverein Merenschwand und Umgebung hergestellte und vielbenützte Oase unmittelbar am Reussufer wurde in den letzten Tagen verwüstet. Vandalen legten am Holztisch und bei den Bänken Feuer und zerstörten den lauschigen Platz.

Mit Steven Spielbergs BFG startet am 24. Juli im Kino Seehof die siebte Staffel der begleiteten Kinderfilmreihe der Zuger Kinos.

Jack Hausheer, Mitglied des Fischervereins Merenschwand und Umgebung, steht konsterniert bei einem seiner Lieblingsplätze am Ufer der Reuss. Unmittelbar beim Streichwehr haben die Mitglieder des Fischervereins ein lauschiges Plätzchen installiert. Ein Tisch mit zwei Sitzbänken, ein kunstvoll hergestellter und schön gestalteter Stehtisch aus Holz und eine Feuerstelle laden zum Ausruhen und Picknicken ein. Spaziergänger und Wanderer nutzen diesen idyllischen Ort gerne für eine Verschnaufpause oder für einen kleinen Grillplausch. Seit einigen Tagen ist nun die kleine Insel der Ruhe und Behaglichkeit zerstört. Vandalen haben vermutlich nachts den Holztisch und die dazugehörenden Bänke demoliert und angezündet. Auch die Feuerstelle wurde verwüstet und mit Glasscherben gefüllt. Fischer Hausheer fehlen die Worte ob der sinnlosen Zerstörungswut.

Weil Kinderfilme heute jederzeit verfügbar sind, hebt sich der Kinobesuch vor allem durch die ungeteilte Aufmerksamkeit und das gemeinsame emotionale Erlebnis vom heimischen oder mobilen Filmkonsum ab. Aus diesem Grund bieten die Zuger Kinos in Zusammenarbeit mit Raiffeisen eine begleitete Filmreihe an, zu der auch die Eltern willkommen sind. Ziel ist es, den jungen Zuschauern altersgerechtes Rüstzeug mitgeben, um die Machart populärer Filme zu erkunden und diese dadurch bewusster zu erleben. Für dies eignen sich jene Produktionen des aktuellen Kinoprogramms besonders gut, für die sich die Kinder von sich aus schon interessieren.

Starke Mädchen in Kinderbuchverfilmungen und Animationsfilmen Bildlegende: Sinnlose Zerstörungswut an der Reuss: Jack Hausheer zeigt das Werk der Vandalen. (Bild Martin Mullis) Die idiotischen Machenschaften und der angerichtete Sachschaden gehen weit über einen Lausbubenstreich hinaus. Der Fischerverein bittet die Bevöl-

kerung um sachdienliche Hinweise über die Täterschaft und prüft, ob bei der Polizei eine Strafklage gegen Unbekannt eingereicht werden soll. (mm)

Im zweiten Halbjahr 2016 stehen vier aktuelle Produktionen auf dem Programm, die alle von starken weiblichen Hauptfiguren vorangetrieben werden. Zum Auftakt entführen die Macher von E.T. in die Traumwelt des grossen freundlichen Riesen BFG von

Kinderbuchautor Roald Dahl. Unter Steven Spielbergs Regie kann die junge Ruby Barnhill als Waisenmädchen Sophie dem Oscar-Preisträger Mark Rylance (als Riese BFG) problemlos das Wasser reichen. Im August sorgt dann Publikumsliebling Emma Schweiger als «Conni» in der ersten Kinoverfilmung der gleichnamigen Kinderbuchserie für ein lebensnahes Mädchenabenteuer. Im neuen Pixarfilm «Findet Dorie» schwimmt man Anfang Oktober mit Nemo, Marlin und der vergesslichen Dorie nach Kalifornien, um Dories Eltern zu finden. Im Dezember tauchen alle mit den Machern von Disneys «Arielle» und «Aladdin» in die Welt der Südsee-Legenden ein, wo sich die junge Seefahrerin «Vaiana» mit einem selbstverliebten Halbgott herumschlagen muss. Warum bringt uns ein Film zum Lachen, Weinen oder Staunen? Was hat der Computer damit zu tun, wenn Riesen oder Halbgötter plötzlich lebendig werden? Welche Merkmale muss eine gute Fortsetzung erfüllen? Warum gehen wir Fortsetzungen überhaupt schauen? Zusammen mit den Zuschauern gehen Antshi von Moos und Oswald Iten vor dem Film diesen und ähnlichen Fragen auf den Grund. (pd.)


veranstaltungen

«SichtBar» auf dem Kronenplatz. Die Streetsocceranlage (rechts) wurde am 11. Juni von rund 50 Jugendlichen benutzt. (Bild zvg.)

«SichtBar» – ein gelungenes Projekt Abschlussfest auf dem Kronenplatz Seit zwei Monaten ist die Jugendarbeit Affoltern mit der «SichtBar» öffentlich im Dorf präsent und macht auf ihre Anlaufstelle für Jugendfragen und ihr Angebot in der offenen Jugendarbeit aufmerksam. Wer hat sie noch nicht gesehen? Die «SichtBar» im roten Container auf dem Affoltemer Kronenplatz? Während der Öffnungszeiten wurde oft, dem Regen zum Trotz, gespielt, geplaudert, gebastelt. Bei diversen Special-Events wurde eine Streetsoccer-Anlage bespielt, ein Openair-Kino veranstaltet, ein Konzert organisiert und letzten Samstag am Familienanlass der Kronenplatz zur Zirkusmanege umfunktioniert.

Zum Abschluss dieses durchaus gelungenen Projektes lädt die Jugendarbeit die ganze Bevölkerung aus dem Säuliamt ein, am Mittwoch, 13. Juli, von 12 bis 18 Uhr nochmals an der «SichtBar» zu verweilen. Ab 12 Uhr gibt es feine salzige und süsse Crêpes. Danach besteht die Möglichkeit, sich nochmals auf den Skate-Elementen auszutoben, auf eine weisse Blache ein Graffiti zu sprayen oder sich mit der Buttonmaschine kreativ zu betätigen. Zudem werden rund um den Container Fotos ausgestellt, welche das Projekt nochmals Revue passieren lassen. Nach den Sommerferien wird die Jugendarbeit ihrer Arbeit wieder wie gewohnt von den Räumlichkeiten der Hirtschür, beim Gemeinschaftszentrum, aus nachgehen. (pd.)

Ägyptische Pyramide mitten in Affoltern Eine Woche voller Abenteuer erleben Vom 15. bis 19. August findet die Kinderwoche in Affoltern statt. Vom zweiten Kindergarten bis in die sechste Klasse kommen Jungs und Mädels zusammen und erleben gemeinsam eine Woche voller Abenteuer. Jeden Nachmittag steht ein abwechslungsreiches Programm an.

Organisationskomitee steht ein junges, motiviertes Leiterteam.

Zum Schluss das grosse Strassenfest Das Tagesprogramm dauert jeweils von 14 bis 18 Uhr; alle Kinder vom zweiten Kindergarten bis zur sechsten Klasse sind herzlich willkommen. Die Teilnahme erfordert keine Anmeldung und ist kostenlos – einzige Ausnahme: Das Highlight zum Schluss! Am letzten Tag besteht die Möglichkeit, gemeinsam zu übernachten. Aber auch für Erwachsene gibt es Platz in der Kinderwoche. In der Cafeteria werden sie mit Kaffee und Kuchen bedient, während die Kinder sich austoben können. Organisiert und durchgeführt wird die Kinderwoche durch den «Tschägg-Point», die Jugendarbeit der freikirchlichen Chrischona Gemeinde Affoltern. Anschliessend an die Kinderwoche findet am Samstag, 20. August, das Strassenfest statt. Die Kinder werden mit Darbietungen und einem Rundgang einen Einblick in die ägyptische Kinderwoche bieten. Weitere Höhepunkte sind die Hüpfburg, eine Boulderwand, das Ponyreiten und vieles mehr. Auch kulinarisch hat das Strassenfest viel zu bieten: Verschiedene Verpflegungsstände laden zum Schlemmen ein. Ein Fest für Gross und Klein. (pd.)

Wir schreiben das Jahr 1000 vor Christus, in der Hitze der Mittagssonne werden Steine aufeinandergeschichtet. Zwangsarbeit! Die ägyptischen Aufseher treiben an, die Arbeiter schuften. Ein ganzes Volk wird unterdrückt, versklavt. Wehren kann es sich nicht, aber es bleibt Hoffnung: Eines Tages wird man frei sein! «Gefangen am Nil», heisst das Thema der diesjährigen Kinderwoche in Affoltern. Die Teilnehmenden tauchen gemeinsam in die geheimnisvolle Welt der Ägypter ein, wobei allerdings Spiel und Spass im Vordergrund stehen. Zwangsarbeit gibt es nicht! Es wird gebastelt, gemalt, gespielt, ja, sogar eine Pyramide wird gemeinsam gebaut. Und zwischen den vielen Workshops gibt es Geschichten aus der Bibel zu hören und fetzige Lieder werden gesungen. «Wir legen viel Wert auf ein attraktives und actionreiches Programm und möchten den Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten», erzählt Eliane Haldemann. Die 19-Jäh- Weitere Infos unter www.tschaegg-point.ch rige wirkt tatkräftig im vierköpfigen oder www.sunntig.ch. Organisationskomitee der Kinderwoche in Affoltern mit und freut sich bereits darauf. «Es macht Freude mit den Kindern zusammen Abenteuer zu erleben und ihnen zuzuschauen, wie sie neue Freunde kennenlernen», sagt sie dazu. «Auch im Team haben wir immer eine gute In der Kinderwoche «Holzbauwelt» 2015 bauten die Kinder Zeit.» Hinter dem eine Stadt mit 80 000 Kapla-Klötzen.


Sport

13

Dienstag, 12. Juli 2016

Militär-Nostalgie und gestählte Turner Zum Jubiläum der Feldschützen und des Turnvereins wurde der Festgemeinde in Bonstetten einiges geboten Gleich zwei Bonstetter Vereine luden am Samstag zum Mitfeiern ins Sportzentrum Schachen. Über 350 Personen wollten sich den Festakt nicht entgehen lassen. Sie wurden bestens unterhalten. ................................................... von thomas stöckli «Das ist ein besonderer Anlass», meinte OK-Präsident Hanspeter Eichenberger in seiner Begrüssung und strich die sportlichen Erfolge der Vergangenheit heraus. Bei den Feldschützen etwa die Teilnahme von Martin Truttmann jun. an Welt- und Europameisterschaften, beim Turnverein bleiben die erfolgreichen 70er-Jahre in besonderer Erinnerung. Er habe selber eine enge Verbindung zu beiden Vereinen, verriet der Bonstetter Gemeindepräsident Bruno Steinemann. Die Feldschützen habe er als junger Militäroffizier kennen gelernt, die Turner als Leichtathlet. Passend zu den Vereinen war auch das Rahmenprogramm gestaltet. Für den Feldschützen-Teil marschierte die Gewehrgriff-Gruppe Schönholzerswilen in die Halle ein – und präsentierte mit viel Humor die goldenen 50er-Jahre der Schweizer Armee – Knall-Effekt inklusive. Auf hohem Niveau und trotzdem nicht bierernst auch die Vorführung der Gruppe «Konterschwung» im Turner-Teil. Erst schälten sich die sportlichen Männer gekonnt aus ihren Overalls, um in der Folge mit einer aufwändig choreografierten Show und durchtrainierten «Turner-Füdlis» zu begeistern. Den letzten Auftritt hatten dann die «Fäaschtbänkler». Bei dieser Band sind die Instrumente eigentlich nur Zugabe. Den Auftakt ihres Konzerts gestalteten die Ostschweizer nämlich a cappella: Vier Gesangsstimmen und eine Beatbox. Mit ihrer Musik für jeden Geschmack und jede Generation sorgten sie mit dafür, dass noch lange gefeiert wurde in der Dreifachturnhalle.

Die Ehrenmitglieder des Turnvereins. Vorne links: OK-Präsident Hanspeter Eichenberger.

Die Gewehrgriff-Gruppe Schönholzerswilen marschiert ein.

«Konterschwung» setzt turnerische Akzente.

Auch die Ehrenmitglieder der Feldschützen lassen sich feiern.

Das Fest-OK hat einen tollen Job gemacht. (Bilder Thomas Stöckli)

Die «Fäaschtbänkler» inmitten ihres Publikums.

Goldkranz für die Sektion Ottenbach Schweizer Meisterschaft der Pontoniere in Schmerikon Vom 1. bis 3. Juli fand die Schweizer Meisterschaft der aktiven Pontoniere statt. Der Wettkampf bestand aus einem Einzel- und einem Sektionswettfahren. Die eher spezielle Flusscharakteristik der Linth, schmal und durch die Kanalform schnell fliessendes Gewässer, war für die rund 1000 Wettkämpfer eine Herausforderung. Im Sektionsfahren bestritten 41 Sektionen den Parcours. Die Ottenbacher gingen mit fünf Übersetzbooten und zwei Weidlingen in zwei Gruppen an den Start. Die Besatzung pro Schiff betrug je vier Mann/Frau. Das Besondere ist die gemeinsame Stachelfahrt wie auch das Übersetzen in Linie, wobei alle Schiffe den gleichen Takt, Linie und Abstand halten müssen. Kurz: eine Kürfahrt mit Pontonierbooten. Das Erreichen eines Goldlorbeerkranzes für die Vereinsfahne war das angestrebte Ziel. Mit dem 5. Rang wurde das Ziel erreicht und man konnte als beste Reusssektion nach Hause gehen. Beim Einzelwettfahren waren die Erwartungen hoch. Doch leider wurden sie nicht erreicht. Topfahrer verloren ihre Punkte, indem sie Durchfahr-

Die Ottenbacher Gruppe eins im Sektionswettfahren. (Bild zvg.) ten streiften, knapp den Lappen des Felses verpassten, kein passendes Rezept für die Abfahrtslatte fanden, oder bei der Landung die Maximalnote nicht halten konnten. Deshalb blieben die Podestplätze und somit auch ein Schweizer Meistertitel leider fern. Für die Jungpontonier stehen alle Karten noch offen. Die Schweizer Meisterschaft der Jungpontoniere findet am 21. August in Bern statt. Dieser Anlass wird bewusst separat durchgeführt, damit man den Fokus nur auf den Nachwuchs richten kann und ih-

nen ein würdiger Wettkampf zusteht. Auch der Nachwuchs in Ottenbach ist ehrgeizig und auf gutem Kurs für die SM. Sie bescheren Freude mit ihrem Einsatz und Willen. Einsatz – das geben in Ottenbach auch diejenigen, die alters- oder gesundheitshalber nicht die Boote betreten können. Sei es als Zeitnehmer im Training, Kampfrichter, in der Verpflegung oder einfach mit einem guten Ratschlag. Darum darf man den 5. Platz auch all denen verdanken, die nicht im Schiff standen. Jene leisten

einen grossen Teil zum Erfolg des Vereines. Am 1. August findet an der Reuss die alljährliche 1. Augustfeier statt, wo sich Säuliamt und Freiamt zu einem gemütlichen Beisammensein treffen.

26. Michael Guthauser/Christian Grütter 200.4. 1. Kurt Sidler/Ruedi Berweger 199.3. Kategorie F: 1. Jeannette Liniger/Tamara Kamm (Aarwangen) 197.7. 6. Anita Stanger/Corinne Leutert 191.9. 8. Raphaela Humbel/Jasmin

Räber

187.9.

Kategorie

3:

1. Fabrice Sieber/Timon Sieber (Luzern) 204.0. 6. Thomas Leutert/Dennis Berli 201.1. Kategorie 2:

Ranglistenauszug:

1. Manuel Baumann/Florian Frei (Schwaderloch)

Kategorie D: 1. Richard Fritz/Manfred Ingold (Wynau)

200.8. Ferner: 21. Cornel Humbel/Cedric Berli 189.0.

204.2. 10. Peter Berli/Ueli Wittenwiller 200.5.

33.

12. Martin Berli/Christian Kohler 200.3. DS Martin

Kategorie 1: 1. Chris Kalt/Arne Berger (Mumpf) 68.7.

Berli/Kurt

Hegetschweiler

199.4.

Kategorie

Lionel

Baumann/Florian

Gut

177.4

C:

7. Sebastian/Dominik Schriber 67.0. 8. Gian Vöge-

1. Roland Keller/Marcel Kohler (Dietikon) 203.8.

le/Simon Flori 66.8. DS Gian Vögele/Mario Brem

21. Martin Guthauser/Christian Schnopp 200.6.

67.5.


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Sport

Dienstag, 12. Juli 2016

Fussball, Sprint und Polysportives

Unbekümmert aufs Podest

Schachenmattengrümpi: jetzt anmelden

Kürzlich fanden in Kreuzlingen am Bodensee die Schweizer Schachmeisterschaften der Junioren statt. In der Kategorie U10 spielte Timon Waser aus Affoltern, er wurde überraschend Vizemeister.

Vom 19. bis 21. August findet im Sportzentrum Schachen in Bonstetten das 13. Schachenmattengrümpi statt. Der Anlass bietet mit fünf Fussballkategorien und der polysportiven Kategorie ein vielseitiges und spannendes Sportprogramm. Das Schachenmattengrümpi hat sich in den letzten Jahren als fester Bestandteil der Bonstetter und Unterämtler Sport- und Freizeitszene etabliert und verzeichnete zum 10-JahreJubiläum vor drei Jahren einen Teilnehmerrekord. Leider war in den letzten zwei Jahren das Wetter jeweils nicht besonders gut, daher heisst es für dieses Jahr: Daumen drücken! Echte Sportler lassen sich jedoch bekanntlich nicht vom Wetter beeinflussen und sorgen hoffentlich trotzdem für ein faires Sportturnier, an dem der Spass über dem Wettkampfgeist steht. Auch in diesem Jahr können sich die Teilnehmer wieder für eine der Fussballkategorien oder für die polysportive Kategorie anmelden. Im Fussball stehen drei Juniorenkategorien, eine gemischte Kategorie mit mindestens zwei weiblichen Feldspielern und die Kategorie Aktive für die Herren zur Verfügung. In der polysportiven Kategorie messen sich die Teams in den Sportarten Volleyball/Beachvolleyball, Unihockey und Fussball.

Das Grümpi bietet aber auch immer etwas für alle, welche sich nicht zum Mitspielen begeistern können. Eine vielseitige Festwirtschaft empfängt alle Besucher tagsüber und am Freitag und Samstag kann man den Abend an der Bar ausklingen lassen.

«Grümpi NightFever» und «schnällscht Unterämtler» Am Samstagabend des Schachenmattengrümpis findet zudem das Grümpi Nightfever mit Musik für jeden Geschmack statt. Schauen Sie doch vorbei und feiern Sie mit den GrümpiTeilnehmern und -Organisatoren. Als weiterer Programmhöhepunkt werden am Sonntagnachmittag erneut die schnellsten Unterämtler gekürt. Kindergartenkinder bis Oberstufenschüler und -schülerinnen treffen sich am Grümpisonntag, 21. August, um 13 Uhr auf der Schulhauswiese. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, man trifft sich bei der Jahrgangstafel. Ob die letztjährigen Sieger wieder auftrumpfen können? Etwas mehr Konkurrenz könnte nicht schaden! Ob auch wieder ein Rennen für die «Grossen» stattfindet, wird der organisierende TSV Bonstetten auf dem Platz entscheiden. Diese sportlichen Eltern haben doch hoffentlich viele Kinder zum Mitmachen animiert! Anmeldungen und weitere Infos unter www.shcbw.ch/gruempi.

Beinahe Aufstieg in die höchste Juniorenliga Die B-Jugend des FC Affoltern Auch diese Saison hat die B-Jugend des FC Affoltern gezeigt, warum sie zu Recht in der zweithöchsten Juniorenliga spielt. Mit nur einer Niederlage beendete die Mannschaft von Manfred Hauptmann und Günter Hutzler eine spannende Saison als Dritter, wies die gleiche Punktzahl wie der Zweitplatzierte auf und verpasste knapp den Aufstieg – mit lediglich einem Punkt Rückstand auf den Saisonmeister Oetwil-Geroldswil. Auch in dieser Saison gab es einige hitzige und umkämpfte Spiele, wie das Unentschieden gegen den späteren Meister Oetwil-Geroldswil oder die unglückliche und einzige Saison-Niederlage gegen Herrliberg. Die B-Jugend spielte nicht nur eine erfolgreiche Saison, sondern auch überaus fair und kam daher auf nur wenige Strafpunkte.

17 Gegentreffer in zehn Partien Trotzdem kann sich die Mannschaft weiter verbessern. Getreu dem Motto: «Ein Spiel wird im Sturm gewonnen, eine Saison in der Abwehr», musste das Team 17 Gegentreffer in zehn Spielen hinnehmen. In jedem Spiel konnte sich die Mannschaft gute Chancen erarbeiten, doch die Verwertung liess manchmal etwas zu wünschen übrig, wie man beim Spiel gegen Lachen sehen konnte, als die Junioren nach gefühlten 20 Chancen in der Nachspielzeit endlich das Siegtor erzielten. Nichtsdestotrotz zeigte die Mannschaft in allen Spielen eine starke Präsenz auf dem Platz, sowie ein homogenes Teamgefüge und wurde so für jeden Gegner gefährlich. Auch Rückstände wie das zwischenzeitliche 0:2 gegen Einsiedeln wurden durch starken Teamgeist und gutes Kombinationspiel in einen 3:2-Sieg umgewandelt. Die Mannschaft ist im Laufe der Saison stark zusammengewachsen,

nicht zuletzt aufgrund des grandiosen Trainingslagers in Barcelona, welches eine ideale Vorbereitung für die Meisterschaft war und hoffentlich auch bei kommenden Jahrgängen weitergeführt werden kann. Das Spiel wurde oft aus der Abwehr oder dem Mittelfeld heraus aufgebaut, eine gute Mischung aus langen Bällen und Aufbauspiel, angepasst an die jeweilige Spielsituation.

Kleiner Umbruch in der Mannschaft Obwohl einige Spieler die Mannschaft verlassen, bleibt der Kern der Mannschaft in der kommenden Saison erhalten. Die jüngeren Spieler haben sich weiterentwickelt und ihre Spielfähigkeiten deutlich gesteigert. Dies ist neben der erheblichen Spielpraxis auch den Taktiklektionen der Trainer zu verdanken, welche neue Spielzüge oder Laufwege erläuterten und bisherige zu verbessern versuchten. Auch die Stabilisations-Übungen vom Fitness-Coach Dennis Lüdin zeigten positive Wirkungen in den Spielen. Obwohl es am Schluss nicht ganz für den Aufstieg gereicht hat, war es eine sehr erfolgreiche Saison, die dem ganzen Team viel Spass gemacht hat. Die B-Junioren freuen sich auf die nächste Meisterschaftsrunde und hoffen, wieder um den Aufstieg mitkämpfen zu können. Paul Asam

Die B-Jugend des FCA hat auch für die kommende Saison grosse Ziele. (zvg.)

Timon Waser wird Zweiter an Schweizer U10-Schachmeisterschaft

................................................... von kaspar köchli An der Endrunde der Schweizer Meisterschaft durften nur die Besten teilnehmen. Das Turnier der U16, U14 und U12 umfasste je 16 Spieler, jenes der U10 gar nur acht. Die Finalisten hatten sich das Jahr hindurch in vier Qualifikationsturnieren die heiss begehrten Tickets ergattert, so auch der 10-jährige Timon Waser aus Affoltern. Der Final erstreckte sich über vier Tage, es wurde vollrundig (jeder gegen jeden) gespielt. Als Nummer 7 (aufgrund der Elopunkte) am Start, gelang Timon die grosse Überraschung. Er stürmte unbekümmert auf den zweiten Platz, dabei bezwang er sogar den späteren Turniersieger Samuil Kostov. «Mein schönster Sieg war aber jener in Runde zwei, als ich zwar weniger Material hatte, meinen Gegner jedoch mit einem Trick auf dessen Grundlinie mattsetzte», strahlt das

Talent. Und Geduld müsse man manchmal auch haben, sagt Timon. Zum Beispiel in seiner längsten Partie, die knapp vier Stunden dauerte und dann mit einem gerechten Remis endete.

Angriffige Spielweise Timon erlernte das königliche Spiel bereits mit fünf Jahren von seinem Vater. Es steht aber nicht immer an oberster Stelle, schliesslich müssen auch seine weiteren Hobbies Basteln, Lesen, Tennis Timon Waser präsentiert seine Auszeichnungen. (Bild kakö) und Schlagzeug Platz finden. Und die Schule ist ja das Angriffsspiel, so eröffnet er mit auch noch. Er besucht die 4. Primar- Weiss immer ambitioniert mittels Köklasse in Zwillikon, seine Lieblingsfä- nigsbauer von e2 nach e4. Auf seine cher sind Mathematik und Handar- näheren Schachpläne angesprochen beit. Timon spielt beim Schachclub meint er fröhlich: «Immer den Spass Cham, dort misst er sich wöchentlich haben, aber auch immer ein bisschen mit anderen starken Junioren. Er liebt besser werden.»

Tolle Ballwechsel, spektakuläre Punkte und umkämpfte Matches Erfolgreiche Säuliämtler Tennis-Juniorenmeisterschaften Am 2. und 3. Juli fanden die diesjährigen Säuliämtler Juniorenmeisterschaften auf den Anlagen des TC Säuliamt und des TC Hausen statt. Ermittelt wurden die Säuliämtler Meisterinnen und Meister in den Kategorien U10 (gemischt), U12 (Boys), U14 (Boys), U16 (Girls) und U18 (Boys). Das Organisationsteam mit Anne-Claire Pliska und Peter Zwicky sah sich durch den regnerischen Samstag mit grösseren organisatorischen Herausforderungen konfrontiert. Der sonnige Sonntag ermöglichte es dann aber, dass alle Spiele erfolgreich durchgeführt werden konnten. Es gab neben umkämpften Matches, tollen Ballwechseln und spektakulären Punkten auch die strahlenden Gesichter der Siegerinnen und Sieger zu bewundern.

Die Sieger von links: Luca Contino (U10), Iwen Pliska (U14), Fabio Küpfer (U12), Vanessa Graf (U16), Filip Todorovic (U18). (Bild zvg.)

Der TC Stallikon kürte seine Doppelklubmeister Am ersten Juli-Wochenende kürte der Tennisclub Stallikon seinen Meister im Damen-, Herren- und Mixed-Doppel. Stumm/Maag traten trotz ausgedehnteren Besuches am Zürifest hellwach zur ersten Partie an und konnten Biedermann/Roth in einem unterhaltsamen Spiel mit 6:0, 6:0 bezwingen. Auf dem Platz nebenan warfen Roth/Raetzo gegen Santamaria/Kaulich alles in die Waagschale und konnten sich knapp durchsetzen. Dank dem Gruppenspielmodus war jedoch weiterhin für alle Teams der Klubmeistertitel möglich. Entsprechend wurde auch in den folgenden Partien um jeden Punkt gekämpft. Das eingespielte Duo Stumm/Maag erwies sich jedoch am Ende als stärkstes Team und konnte seinen dritten Doppelklubmeistertitel feiern. Im Damendoppel kämpften Zambelli/Gross gegen Meier/Dutton um den Titel. Die Partie bot einige

spektakuläre Punkte, die jedoch mehrheitlich an das etwas routiniertere Team Zambelli/Gross gingen. Meier/ Dutton verloren schlussendlich die oft zitierten «Big Points» und mussten den Klubmeistertitel den verdienten Siegerinnen Zambelli/Gross überlassen.

Dramatische Mixed-Doppel Nachdem am Samstagabend der erste Tag der Doppelklubmeisterschaften mit einem feinen Nachtessen im Klubhaus abgerundet wurde, fanden sich am Sonntagmorgen sieben Teams bei bestem Wetter auf der Anlage des TCS ein, um den Klubmeister im Mixeddoppel zu ermitteln. Bereits die erste Runde zeigte, dass das Feld sehr ausgeglichen war. Nach einigen hart umkämpften Spielen konnten sich schlussendlich Dutton/ Dutton und Koch/Koch in den Final spielen. Und da wurde es dramatisch. Nachdem der erste Satz klar an Koch/Koch ging, drehten Dutton/

Dutton plötzlich auf und erkämpften sich den zweiten Satz. Somit musste das Champions Tiebreak entscheiden. Koch/Koch konnten sich nun noch einmal steigern und zeigten sich insbesondere im Netzspiel sehr abgebrüht. Am Schluss entschieden Details zugunsten von Koch/Koch, die unter dem Jubel der Zuschauer den Pokal in die Höhe stemmen konnten.

Einzelklubmeisterschaften am 20. August Somit sind die Klubmeister im Doppel ermittelt. Weiter geht es dann am 20. August mit den Einzelklubmeisterschaften. Dabei darf man gespannt sein, welches IC-Team den Klubmeister stellen oder ob sich sogar ein Aussenseiter durchsetzen wird. Ebenfalls noch völlig offen ist das Rennen um die neu einberufene ICChallenge, die das erfolgreichste Team an den Einzel und Doppelklubmeisterschaften ermittelt. (tcs)


Sport

Dienstag, 12. Juli 2016

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Wenn der Gemeindepräsident zum Beach Boy mutiert Hausemer Grümpi mit Dorffest erneut bei tollem Wetter Wenn Arminia Bierzelt gegen den gestiefelten Muskelkater kickt, Gemeindepräsident Stefan Gyseler zum Beach Boy mutiert und am Schluss der Musikverein und die Jauks aufspielen, dann ist wie am vergangenen Wochenende Grümpelturnier mit Dorffest in Hausen. ................................................... von martin platter Im Vergleich zum Vorjahr zeigte das Thermometer diesmal fast «sibirische» Temperaturen am traditionellen Hausemer Grümpelturnier, das wiederum mit dem Dorffest kombiniert wurde. Gegenüber dem Vorjahr aber mit einigen Änderungen: diesmal war es «nur» etwa 28 Grad warm – im Vorjahr war es fast zehn Grad wärmer – ohne Chilbi dafür erstmals mit Beachvolleyballturnier. Initiator der neuen Disziplin und Gemeindepräsident Stefan Gyseler höchstselbst mutierte zum Beach Boy, animierte Mitstreiter wie Beat Nägelin und Reto Studer ebenfalls zum Mitmachen. Am ersten Septemberwochenende wird unter der Ägide des Trios in Hausen bereits die nächste Party steigen, ein Oktoberfest.

Stefan Gyseler, Hausemer Gemeindepräsident und Initiator des Beachvolleyball-Turniers, mutierte selber zum Beach Boy. Nach dem Spiel an den Grill Beim Grümpelturnier waren der Fantasie auch bezüglich Outfits keine Grenzen gesetzt. In der Kategorie Plausch gewann das Schlusslicht auf dem Platz, die «Angelas and the Jailhouse-Bock» standesgemäss den Preis für die aufwändigste Verkleidung. Es

Die «Angelas and the Jailhouse-Bock» mit mässiger Leistung auf dem Fussballplatz aber dafür mit umso mehr Verkleidungsfantasie. (Bilder Martin Platter)

würde nicht erstaunen, dieses Sujet auch an der kommenden Fasnacht wieder anzutreffen. Dass sich originelle Verkleidung und Spielkönnen nicht auschliessen müssen, zeigten Cool Running, die trotz oder gerade wegen der mit Wasser gefüllten Badewanne als Bob den zweiten Platz erreichten. Sympathisch: Nach dem Spiel zeigten

sich Aktive der ersten Mannschaft wie Bitzi und Captain Kevin Reichmuth am Grill und bedienten ganz selbstverständlich die Hungrigen.

Festbetrieb im Zelt und in der Bar Gegen Abend verlagerte sich der Festbetrieb auf den Parkplatz Chratz ins

Zelt oder in die Bar, die dem Vernehmen nach wieder open end geöffnet war. Der Sonntag gehörte der Familie mit Gottesdienst, gemeinsamen Mittagessen und den Fussballspielen für die Schülerinnen und Schüler. Das Schönste aber war, dass das Wetter endlich wieder einmal durchgehend mitspielte.

Veranstaltungen

Jeder n Franke hilft

Gesunde Beine sind nicht selbstverständlich. Schenken Sie neue Bewegungsfreiheit.

Schulen und Kurse

Benita (4) hat verkrümmte Beine. Ihre Spende hilft Kindern, aufrecht durchs Leben zu gehen. Online-Spende auf

www.cbmswiss.ch

Restaurant Central • Zürichstrasse 100 8910 Affoltern am Albis

Sommerzeit, Gartenzeit, Tatarzeit Best Tatar in Town

Stellenanzeiger

Geniessen Sie das beste Tatar in unserem oder in Ihrem Garten. Wir bereiten es gerne für Sie zu und freuen uns auf Sie. Montag bis Freitag 9 bis 23.30 Uhr Samstag 18 bis 23.30 Uhr Samstagvormittag 9 bis 13.00 Uhr nur für Apéro Telefon 044 761 61 15 info@central-affoltern.ch

Unser langjähriger Mitarbeiter geht in Pension. Wir suchen daher auf den 1. Dezember 2016 einen

Mitarbeiter Werkdienst (100 %) Haben wir Ihr Interesse geweckt? Unter www.mettmenstetten.ch finden Sie das vollständige Stelleninserat samt Stellenbeschrieb. Wir freuen uns über Ihre schriftliche Bewerbung.

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055 2016  

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