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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 25 470 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 053 I 173. Jahrgang I Dienstag, 9. Juli 2019

Grosse Erleichterung

Kleine Künstler

In Mettmenstetten wurde der neue Doppelkindergarten eingeweiht. > Seite 3

In Ottenbach luden die Kindergartenkinder zu einer Vernissage. > Seite 4

Fallkosten: Spital Affoltern im Mittelfeld

Petra Klingler gewinnt erneut das Meister-Triple

Der Zürcher Fallkostenvergleich zeigt: Das Spital Affoltern hat nochmals einen grossen Schritt nach vorne geschafft. Gemeinsam mit dem Seespital Kilchberg und der Klinik Hirslanden bildet es nun das Mittelfeld im kantonalen Effizienz-Ranking. Im Vergleich zum Vorjahr hat in Affoltern die durchschnittliche Fallschwere zugenommen (von 0,87 auf 0,92) und gleichzeitig konnten die die durchschnittlichen Fallkosten von 10 611 auf 10 098 Franken gesenkt werden. ................................................... > Bericht auf Seite 3

Fit für die Berufswelt Den «Lift» nehmen – und dabei die eigenen Chancen auf dem Lehrstellenmarkt vergrössern? Ja, das wollten auch dieses Jahr über ein Dutzend Schülerinnen und Schüler aus den Sekundarschulen. Die Jugendlichen absolvierten im sogenannten «Lift»Programm drei Arbeitseinsätze zu 12 Wochen, meist bei drei der aktuell 24 verschiedenen Unternehmen der Region, die einen «Lift»-Arbeitsplatz anbieten. Die Arbeitsplätze waren begehrt, es bewarben sich viel mehr Schülerinnen und Schüler, als es Plätze gab. Wer einen kriegte, entschied die Stiftung Trivas, die das Projekt Lift im Auftrag aller Sekundarschulen im Bezirk Affoltern betreut. Am vergangenen Donnerstag war es dann so weit: Die Jugendlichen kriegten den «Lohn» für ihre Freizeit-Einsätze: In den Räumen der Ernst Schweizer AG in Hedingen durften sie ihre Diplome in Empfang nehmen. ................................................... > Bericht auf Seite 4

40 Jahre, eine Leidenschaft Nach dem Gymnasium musste sich Bruno Seiler entscheiden: entweder für das Romanistikstudium, oder für die etwas kürzere Ausbildung zum Sekundarlehrer. Er entschied sich für Letzteres – weil ihm die Praxis näher lag als die Theorie. Nach seinem Abschluss im Jahr 1979 unterrichtete er an der Sekundarschule in Birmensdorf, bis die Sekundarschule Obfelden-Ottenbach im Jahr 1980 eine Lehrperson mit Kenntnissen im Fach Italienisch suchte. Bruno Seiler bewarb sich auf die Stelle – und blieb der Schule 39 Jahre lang treu. Zusammen mit Bruno Fischer führte er zwölf Klassenzüge, bevor dieser 2016 in den Ruhestand ging. Nun, drei Jahre später, mit 65 Jahren, lässt auch Bruno Seiler sich pensionieren. Zeit für ein Abschiedsinterview mit einer ehemaligen Schülerin. (lhä) ................................................... > Interview und Rückblick auf Seite 5

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Flüchtiger Fahrer Zwischen Ottenbach und Birri suchte ein Autolenker nach einem Unfall das Weite. > Seite 6

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Bunte Farben Das Kampagnen-Team der SVP Kanton Zürich erhält Post von Livia Häberling. > Seite 7

Schweizer Meisterschaft im Speedklettern in Villars-sur-Ollon Nur einen Tag nach dem Lead Weltcup, in dem sie es ins Halbfinal geschafft hat, gelingt Petra Klingler zum zweiten Mal nach 2016 das Triple: Mit dem nationalen Titelgewinn im Speedklettern ist sie Schweizer Meisterin in allen drei Kletter-Disziplinen. Die schnellsten Sportkletterer der Schweiz lieferten sich am Samstag, 6. Juli, vor dem Panorama der Waadtländer Alpen in Villars-sur-Ollon beeindruckende Zweikämpfe. 182 Athletinnen und Athleten kletterten an der fast senkrechten Aussenwand um die Schweizer Meistertitel 2019 im Speedklettern. Vorjahressiegerin Petra Klingler aus Bonstetten ist als Favoritin in diesen Wettkampf gestartet. Doch im Speed genügt eine kleine Unkonzentriertheit und man scheidet aus. Klingler hatte allerdings keine Mühe und speedete souverän und kontrolliert zur Titelverteidigung bei den Elite Damen. In 8.992 Sekunden kletterte

Petra Klingler (Bonstetten) verteidigt in Villars-sur-Ollon ihren Schweizer SpeedMeistertitel souverän und gewinnt das Kletter-Triple. (Bild Martin Rahn) sie die genormte 15 Meter hohe Wand hoch. Nach ihren Meistertiteln im Lead und Bouldern machte sie mit dem Sieg im Speed das Triple perfekt – zum zweiten Mal nach 2016.

Erfreulich ist aus Ämtler Sicht auch der 15. Rang von Zoé Felder, ebenfalls aus Bonstetten. ................................................... > Bericht auf Seite 15

Blumenwiese statt Wimbledonrasen

Wie zu Gotthelfs Zeiten: Dengel-Workshop in Ottenbach Ein akkurat auf 14 Millimeter und mit der Nagelschere nachbearbeiteter Rasen war gestern. Auf einem wirklich gepflegten Rasen blühen heute Kerbel sowie Margeriten und der gemeine Löwenzahn streckt seine tiefgelben Blüten fast halbmeterhoch gegen die Sonne. Doch auch der «wilde» Rasen will gepflegt und bearbeitet werden. Klar, dass ein solch naturnaher Rasen nicht mit einem dröhnenden Rasenmäher geschnitten werden darf. Die Natur- und Landschaftskommission in Ottenbach veranstaltete deshalb am letzten Samstag einen

Dengel-Workshop. Die rund 20 Kursbesucher lernten mit einer Übungssense umzugehen, mähen und wetzen. Der Kurs gab jedoch neben der Ausbildung an der Sense auch einen Denkanstoss. Auf dem EinladungsFlyer wurde der Ratschlag oder die Frage: «Lebendige Blumenwiese statt Raseneinerlei?» gestellt. Und wer im Garten anstelle eines Rasens eine Blumenwiese wachsen lässt, kann die im Herbst verblühte Pracht natürlich nicht mit dem Rasenroboter schneiden. Schon allein die Tatsache, dass so ein Motorrasenmäher nicht unbedingt

das Lieblingsgerät eines Naturschützers ist, hilft der Sense zu einem hochwillkommenen Werkzeug. Ausserdem schont der Schnitt mit der Sense vor allem Kleintiere, die beim Motormäher kaum Chancen bekommen zu entfliehen. Die Kursteilnehmer mähten denn auch im Quartier Hobacher eine Wiese mit fast meterhohem Gras mit grossem Können sauber. Zeitweise entstand für die vorübergehenden Passanten fast ein romantisches Bild wie zu Gotthelfs Zeiten. (mm) ................................................... > Bericht auf Seite 7

Nachschärfen der Sense während des Mähens spart Kraft, gibt aber auch Gelegenheit für eine Pause. (Bild Martin Mullis)

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Positives Fazit Co-Organisator Alfi Calabrese zieht zum «Fäscht uf de Strass» eine erfreuliche Bilanz. > Seite 8

20 Jahre Stiftung Tixi Säuliamt Vor 20 Jahren wurde die damals schon bestehende Organisation Tixi Säuliamt in eine Stiftung überführt. Am vergangenen Sonntag feierte der Stiftungsrat zusammen mit den Fahrerinnen und Fahrern das Jubiläum. Wenig Reden und viel Zeit und Raum für den Austausch und das gesellige Zusammensein prägten den gemütlichen Anlass. Natürlich hielt der Präsident der Stiftung Tixi Säuliamt, René Abt, auch kurz Rückschau auf die vergangenen 20 Jahre und nannte ein paar beeindruckende Zahlen, zum Beispiel die 200 000 Fahrkilometer für die 8500 Fahrgäste im Jahr 2018. Abt dankte den Mitarbeitenden für ihre vielen ehrenamtlichen Einsätze für mobilitätsbehinderte Menschen. Dass die Fahrerinnen und Fahrer Freude und Befriedigung erleben bei ihrem Engagement, wurde während der Gespräche an den Tischen beim Mittagessen offensichtlich. Sie berichteten von vielen berührenden Erlebnissen und bereichernden Begegnungen mit ihren Fahrgästen. (mvo) ................................................... > Weiterer Bericht auf Seite 6 anzeigen


Todesfälle

Öffnungszeiten während den Sommerferien Reduzierte Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung Ottenbach Die Gemeindeverwaltung Ottenbach bleibt während den Sommerferien vom 15. Juli 2019 bis 16. August 2019 jeweils am Nachmittag geschlossen. Gerne bedienen wir Sie in dieser Zeit von Montag bis Freitag zwischen 8.00 und 12.00 Uhr. Am 1. und 2. August 2019 bleibt die Verwaltung den ganzen Tag geschlossen. Für die Meldung von Todesfällen wird auf dem Anrufbeantworter eine Pikettnummer bekannt gegeben. Termine ausserhalb der Öffnungszeiten können vorgängig telefonisch (044 763 40 50) oder per E-Mail (info@ottenbach.ch) vereinbart werden. Besten Dank für Ihr Verständnis. Gemeindeverwaltung Ottenbach

Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung und des Betreibungsund Gemeindeammannamtes Hausen am Albis während den Sommerferien Die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung Hausen am Albis inkl. des Betreibungs- und Gemeindeammannamtes Hausen am Albis (zuständig für die Gemeinden Aeugst a.A., Hausen a.A., Kappel a.A., Knonau, Maschwanden, Mettmenstetten und Rifferswil) sind während den Sommerferien vom 15. Juli bis 16. August 2019 eingeschränkt. Während der Sommerferienzeit sehen die Öffnungszeiten wie folgt aus: Montag – Mittwoch Vormittag 8.00 – 11.30 Uhr Nachmittag geschlossen Donnerstag Vormittag 8.00 – 11.30 Uhr Nachmittag 14.00 – 18.00 Uhr Freitag 7.00 – 14.00 Uhr (durchgehend) Hausen am Albis, 9. Juli 2019 Gemeindeverwaltung Hausen am Albis

Affoltern am Albis Am 29. Juni 2019 ist in Affoltern am Albis ZH gestorben:

Rudolf Ernst Kläntschi geboren am 2. November 1954, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis ZH Beisetzung am Freitag, 12. Juli 2019, um 14.00 Uhr auf dem Friedhof Affoltern am Albis ZH. Bestattungsamt Affoltern am Albis

Affoltern am Albis Am 3. Juli 2019 ist in Affoltern am Albis ZH gestorben:

Leonie Martha Eberle geboren am 7. Oktober 1931, wohnhaft gewesen in Affoltern am Albis, ZH. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

Das kostbare Vermächtnis eines Menschen ist die Spur, die seine Liebe in unseren Herzen zurückgelassen hat.

Dora Huber-Rosenberg Liebe und Erinnerung ist das, was bleibt, lässt viele Bilder vorüberziehen, uns dankbar zurückschauen auf die gemeinsam verbrachte Zeit. Wir danken von ganzem Herzen für die Verbundenheit, die wir von Euch in so liebevoller und vielfältiger Weise erfahren durften. Besonders danken wir: – Pfarrerin Irene Girardet für die einfühlsam gestaltete Trauerfeier – allen hilfreichen Ärzten – für die blumigen und finanziellen Überraschungen Im Juli 2019

Die Trauerfamilien

Bestattungsamt Affoltern am Albis

Maurer/Allrounder Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung zwischen 15. Juli und 16. August 2019 Die Gemeindeverwaltung ist vom 15. Juli bis 16. August 2019 jeweils vormittags von 8.00 bis 11.30 Uhr geöffnet. Am Nachmittag bleiben die Schalter geschlossen. Dringende Termine ausserhalb der Öffnungszeiten können mit den betroffenen Verwaltungsabteilungen telefonisch vereinbart werden.

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Telefon 076 449 09 24

WIR DANKEN HERZLICH Für die grosse Anteilnahme sowie die vielen Zeichen der Verbundenheit, die wir beim Abschied von

Klara Voser erfahren durften. Besonders danken möchten wir – dem Team des Pflegeheimes Haus Pilatus P1 in Affoltern am Albis für die fürsorgliche und liebevolle Betreuung. – Herrn Pfarrer Saporiti für die würdevolle Abschiedsfeier sowie der Organistin Frau Bozzola für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes. – für die vielen Karten und die grosszügigen Spenden zugunsten des Langzeitpflegeheimes. – Herzlichen Dank an alle, die Klara in ihrem Leben mit Freundschaft und Achtung begegnet sind.

Am 1. und 2. August 2019 bleiben die Büros geschlossen (Nationalfeiertag sowie Umzug IT-Datacenter). Erreichbarkeit Bestattungsamt ausserhalb der Öffnungszeiten:

Lindenmatt, Juli 2019

Die Trauerfamilie

Bossardt Bestattungen AG: 044 710 99 70 Störungen Wasserversorgung: 044 701 80 72, wenn keine Antwort 044 701 80 76 9. Juli 2019 Gemeinderat Stallikon

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Bezirk Affoltern wir gratulieren Zur diamantenen Hochzeit Am Mittwoch, 10. Juli, vor 60 Jahren haben Elsebth und Otto DambachMerz geheiratet. Zum diamantenen Ehejubiläum des Ehepaares in Affoltern gratulieren wir herzlich und wünschen einen tollen Festtag.

Zum 85. Geburtstag Am Mittwoch, 10. Juli, darf Renée Rütimann in Affoltern ihren 85. Geburtstag feiern. Wir gratulieren herzlich und wünschen viel Freude und gute Gesundheit.

korrekt Nicht kommuniziert. Im Artikel «Weg frei für eine Überbauung des Obfelder Postareals?» («Anzeiger» vom 5. Juli) hat sich ein Fehler eingeschlichen. Dass die Gemeinde gegen die Migros vor Bundesgericht den Kürzeren gezogen hat, wurde anlässlich der Juni-Gemeindeversammlung nicht kommuniziert. Genau dieses «Nicht» hat der Autor im Beitrag auf Seite 3 irrtümlicherweise nicht platziert. (-ter.)

Dienstag, 9. Juli 2019

Erstes Projekt der Einheitsgemeinde Tag der offenen Tür im neuen Doppelkindergarten Mettmenstetten Er ist fertig, sowohl im Zeitals auch im Kostenplan, der neue Doppelkindergarten in Mettmenstetten. Entsprechend gut gelaunt waren alle Beteiligten am Tag der offenen Tür vom vergangenen Samstag. ................................................... von thomas stöckli «Schön ist er geworden», dieses Kompliment und Ähnliches durften Architekt Mike Weber und die verantwortlichen der Primarschulpflege sowie des Gemeinderats Mettmenstetten am vergangenen Samstag immer wieder anhören. Die Gelegenheit, den neuen Doppelkindergarten zu besichtigen, wurde rege genutzt. Der erste Eindruck über den Sportplatz hinweg zeigt, dass sich der Neubau harmonisch ins Gesamtbild einfügt. Beim Betreten des einstöckigen Baus dominiert der Geruch nach Holz. Und trotz der vielen Besucher und der noch fehlenden Möblierung ist es erstaunlich ruhig. Möglich macht es die ausgeklügelte Raumakustik. «Das macht extrem viel aus für die Arbeitsplatz-Qualität», sagt Schulpräsidentin Bea Gallati. In die Decken wurden deshalb schallabsorbierende Weichfaserplatten installiert.

Gutes Raumklima und erneuerbare Energie

Strahlende Gesichter am Tag der offenen Tür des neuen Doppelkindergartens in Mettmenstetten. Ganz links: Primarschul-Präsidentin Bea Gallati und Architekt Mike Weber. (Bild Thomas Stöckli) grosse Aufmerksamkeit zuteil. So sind die Fenster gegen Süden ausgerichtet und lassen im Winter 67 % der Wärmeenergie durch. Im Sommer hingegen werden die in steilerem Winkel einfallenden Sonnenstrahlen zu einem Grossteil reflektiert. In die Decken wurden zudem Kalksandsteine verbaut, welche wie der dicke Unterlagsboden auch als Speichermasse das Raumklima regulieren helfen – ergänzend zur Erdsonde, die 263 Meter in die Tiefe reicht. Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach liefert zudem viel mehr Strom als die Kindergärten brauchen. Weil der eigene Strom im Schulareal Verwendung findet, dürfte sich dort die Stromrechnung drastisch reduzieren.

Abgesehen davon wirken die Räume schlicht und zweckmässig: schwellenlos, dezente Farbkontraste Die grosszügigen Platzverhältnisse im Eingangsbereich kommen dem Projekt Purzelbaum entgegen. So sollen Bewegungsbaustellen zum Hüpfen, Balancieren oder Klettern animieren. Der Doppelkindergarten ist das erste Projekt der Einheitsgemeinde. Und Primarschulpräsidentin Bea Gallati ist sichtlich erleichtert, dass es nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell im Plan geblieben ist: «Wir werden sogar etwas unter dem Kredit sein», so Bea Gallati. Dies obwohl für die Möblierung der zusätzlichen Gruppenräume die Reserven angetastet werden müssen. Alles rechtens sei mit der

Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A.

Nicht nur dem Schall, auch der Sonnenenergie wurde bei der Planung

Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli redaktion@affolteranzeiger.ch

Totalrevision der Gemeindeordnung: Abstimmung wohl im Februar 2020

Redaktion: Livia Häberling Stefan Schneiter Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 25 470 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/ Christine von Burg Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 inserat@weissmedien.ch Spezial- und Sonderseiten: Kaspar Köchli Telefon 058 200 57 14, M 079 682 37 61 kaspar.koechli@chmedia.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss Inserate: Dienstagausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Abonnementspreise: ¼ Jahr Fr. 79.– ½ Jahr Fr. 97.– 1 Jahr Fr. 170.– Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@chmedia.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.chmedia.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.chmedia.ch anzeige

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Aus den Verhandlungen des Gemeinderats Bonstetten ................................................... von gemeindeschreiber christof wicky Am 1. Januar 2018 ist das (neue) Gemeindegesetz in Kraft getreten. Es sieht eine Übergangsfrist von vier Jahren vor, damit die Gemeinden ihr Recht dem neuen Gesetz anpassen können. Die Übergangsfrist dauert bis zum 31. Dezember 2021. Das neue kantonale Gemeindegesetz hat auch Auswirkungen auf die Gemeindeordnung Bonstetten. Anlässlich der Klausurtagung vom 26./27. März fand die 1. Lesung des Entwurfs zur neuen Gemeindeordnung statt. Dabei wurden die 58 Artikel je einzeln behandelt und die entsprechenden Grundsatzentscheide gefällt. Nach der Klausurtagung wurde die überarbeitete Gemeindeordnung der Primarschulpflege zur Vernehmlassung zugestellt. Sie hatte Gelegenheit sich zu den sie betreffenden Artikeln zu äussern. Gemäss Terminplan wurde anschliessend die überarbeitete Fassung den Ortsparteien sowie der Rechnungsprüfungskommission zur Vernehmlassung zugestellt. Diese hatten die Möglichkeit, bis am 14. Juni eine Stellungnahme abzugeben. Überdies fand am 28. Mai für die Bevölkerung eine Informationsveranstaltung statt. Auch an dieser Veranstaltung konnten von den Teilnehmenden Anregungen und Wünsche deponiert werden. Nun hat der Gemeinderat in 3. Lesung den Entwurf mit den Anregungen der Ortsparteien, Rechnungsprüfungskommission sowie der Bevölkerung verabschiedet. Als Nächstes wird der Entwurf zur juristischen Prüfung dem Gemeindeamt des Kantons Zürich (GAZ) zugestellt. Die Abstimmung über die neue Gemeindeordnung soll

voraussichtlich am 9. Februar 2020 stattfinden.

Kredit und Vergabe der Anpassung des Glasfasernetzes Das Kabelnetz Bonstetten versorgt bis heute rund vier neue Wohnüberbauungen mit der Glasfasertechnologie Fiber to the home (Ftth). Auf dem übrigen Gemeindegebiet werden die Abonnenten durch eine Hybrid Fiber Coax (HFC)-Netzinfrastruktur (Kupferleitungen) versorgt. Die Glasfasertechnologie erlaubt es, dass die Übertragungsgeschwindigkeiten gegenüber der herkömmlichen Infrastruktur erhöht werden können. Das Kabelnetz Bonstetten ist bestrebt, dass bei grösseren Neubauten von Wohnüberbauungen die Glasfasertechnologie realisiert werden kann. Aktuell bestehen an den Überbauungen Isenbachweg 8/10, Hohle Gass 14-20, Stallikerstrasse 4 (Mauritiuspark) und Im Bruggen 22 bis 26 Glasfaserzuleitungen. Das Kabelnetz Bonstetten erlaubt der upc Schweiz GmbH als exklusiver Anbieter die Verbreitung ihrer Signale zu den Endkunden. Die upc Schweiz GmbH lanciert ab Herbst 2019 ein neues Angebot mit der sehr gefragten schnellen Datenübertragungsgeschwindigkeit von 1 GB/s. Dazu müssen jedoch bestimmte Gerätekomponenten in der Kabelnetzinfrastruktur der mittlerweilen mit Ftth ausgerüsteten Knotenpunkten vorhanden sein. Für das Kabelnetz Bonstetten bedeutet dies, dass an vier Standorten, sowie in der Zentrale Am Rainli, neue zusätzliche Gerätekomponenten installiert werden müssen. Diese Komponenten sind in einer allfälligen späteren Ausweitung der Glasfasertechnologie wiederverwendbar.

Dem Bereich Tiefbau sind zwei Offerten für die Netzanpassung eingereicht worden. Der aufgerundete Betrag von 43 000 Franken (exkl. MwSt.) ist im Investitionsbudget 2019 enthalten. Die Anpassung des bestehenden Glasfasernetzes des Kabelnetzes von Bonstetten für die Bereitstellung und Nutzung der Übertragungsgeschwindigkeit von 1 GB/s durch die upc Schweiz GmbH wurde vom Gemeinderat genehmigt. Mit der Ausführung wird die Instakom AG aus Zollikerberg beauftragt.

Baubewilligung Es wurde folgende Baubewilligung im Anzeigeverfahren erteilt: Wohnbaugenossenschaft Bonstetten, Burgwies 1, Bonstetten: Erstellung Fusswegrampe zu Ladengeschoss; Burgwies 1 / 2, Baugesuch-Nr. 2019-0019, Grundstück Nr. 2085, Zone Kernzone Hofis (KH).

Im Weiteren hat der Gemeinderat ... • dem Baurechts- und Dienstbarkeitsvertrag für einen behindertengerechten Neubau der Bushaltestelle Bonstetten Dorfstrasse zugestimmt; • Den Verzicht auf eine Vernehmlassung bei der Verordnung über die Tagesfamilien und Kindertagesstätten (Neuerlass), zur Kinder- und Jugendhilfeverordnung (Änderung) und Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen im Vor- und Nachschulbereich gutgeheissen.

Sitzung der Primarschulpflege Die Primarschulpflege hat an ihrer Sitzung vom 25. Juni zwei Rekurse zu Klasseneinteilungen behandelt.

Finanzierung der Notzufahrt, die in einem Leserbrief gerügt wurde: Budgetiert sei im Projekt der Anteil der Schule, nicht aber jener der politischen Gemeinde, die am öffentlichen Weg Teil hat. Bereits platziert sind die Fledermauskästen – nicht am Gebäude, das zu wenig hoch wäre, aber an den umliegenden Bäumen. Aktuell wird noch ein Wasserlauf als Spielfläche gestaltet, in den Sommerferien kommt dann das Mobiliar aus den bisherigen Standorten bei der Gramatthalle und aus dem Sek-Areal, wo ein Kindergarten eingemietet war. Zum Schulstart Mitte August werden sich die neuen Räume dann definitiv mit Leben füllen.

Erstmals sinkende Fallkosten Die durchschnittlichen Fallkosten der Zürcher Spitäler sind 2018 im Vergleich zum Vorjahr gesunken – erstmals seit 2012. So auch beim Spital Affoltern, das sich ins Mittelfeld vorarbeitet. Der Kanton Zürich veröffentlicht jährlich einen Vergleich der schweregradbereinigten Fallkosten für stationäre Spitalbehandlungen der 19 Spitäler, die mindestens 200 Patientinnen und Patienten akutsomatisch behandelt haben. Bei diesen Spitälern sind sowohl die Fallzahlen als auch die Totalkosten 2018 zurückgegangen. Das Spital Affoltern verbessert sich im aktuellen Ranking um drei Plätze auf Rang 11, überholt also Horgen, Wetzikon und die Spezialklinik Uroviva, dies bei zunehmender Fallschwere (von 0,87 auf 0,92) und sinkenden Fallkosten (von 10 611 auf 10 098 Franken). Während die Anzahl KVG-Fälle im Kanton um 1,3 Prozent (-2097 Fälle) gesunken und der durchschnittliche Schweregrad der Behandlungen gleichzeitig um 1,4 Prozent gestiegen ist, haben sich die entsprechenden Totalkosten um 2,2 Prozent reduziert (-38 Millionen Franken). Weil die Kostensenkungen das Wachstum der schweregradbereinigten Fallzahl übertreffen, resultiert 2018 erstmals seit der revidierten Spitalfinanzierung 2012 ein Rückgang der durchschnittlichen Fallkosten um 2,3 Prozent (2017: +1,4 Prozent). Die Ursache für diese Entwicklung ortet die Gesundheitsdirektion neben Sparmassnahmen bei den Spitälern vor allem in der Umsetzung von «ambulant vor stationär». Dies führt zwar zu tieferen stationären Fallzahlen, gleichzeitig steigt aber auch der durchschnittliche Schweregrad im stationären Bereich, da weniger komplizierte Fälle nun ambulant behandelt werden. (pd./tst.)


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 9. Juli 2019

Der Fahrstuhl nach oben ist nicht besetzt Am Mittwochnachmittag gearbeitet statt gechillt Die Schülerinnen und Schüler, die beim Projekt Lift mitmachen, machen sich durch Arbeitseinsätze fit für die Berufswelt – und das, wenn ihre Kolleginnen und Kollegen frei haben. ................................................... von christine häusermann «Werde auch ich ein Diplom erhalten?» «Habe ich genügend Arbeitsnachweise?» Diese Frage beschäftigte ein paar wenige Schülerinnen und Schüler im vollen Saal der Ernst Schweizer AG, die Gastgeber für die Diplomfeier der diesjährigen «Lift»-Absolventen war. Schülerinnen und Schüler der Ämtler Sekundarschulen absolvieren drei Arbeitseinsätze zu 12 Wochen, meist bei drei der aktuell 24 verschiedenen Unternehmen der Region, die einen «Lift»-Arbeitsplatz anbieten. «Lift» heisst nicht, dass die Jugendlichen jeweils im Aufzug arbeiten, sondern die Arbeitseinsätze sollen ihre Chancen auf eine Lehrstelle erhöhen. Die Arbeitsplätze sind begehrt, es bewerben sich viel mehr Schülerinnen und Schüler als es Plätze gibt. Die Auswahl trifft die Stiftung Trivas, Mettmenstetten, die das Projekt Lift im Auftrag aller Sekundarschulen im Bezirk Affoltern betreut. Der Hauptverantwortliche Oliver Engeler ist vieles in einem: Ansprechperson für die Jugendlichen und für die Firmen-

vertreter, er führt Assessments durch, trifft die Auswahl, welche Jugendlichen denn ins Projekt aufgenommen werden und viel Zeit investiert er besonders auch in die Suche nach neuen Arbeitsangeboten, damit sich noch mehr Schülerinnen und Schüler fit für die Berufswelt machen können. Zurzeit machen im Bezirk Affoltern 28 Firmen mit, es dürfen gerne noch mehr dazu kommen.

Einfühlsamer und motivierender Prozessbegleiter Nach der Diplomfeier ist auch klar, dass Oliver Engeler der richtige Mann am richtigen Ort ist. Der diplomierte Primarlehrer, Erlebnispädagoge und Organisationsberater in Ausbildung, begegnet «seinen» Jugendlichen feinsinnig und offen, staunt über deren Entwicklung innert einem Jahr, zollt ihnen Respekt und ist selber stolz über deren Leistung. Er motiviert sie in seiner ruhigen, eindringlichen Art und stärkt ihnen damit ganz gehörig ihr Selbstvertrauen. Mit so viel Goodwill gibt es wohl nur selten ein Scheitern. Und für alle findet er persönliche Worte der Anerkennung. «Nils, du warst nicht sicher, ob du alle 28 Weiterbildungseinsätze geleistet hast und wolltest deswegen nicht an die Diplomfeier kommen, aber alles war ja tipptopp.» Nils arbeitete im Volg Mettmenstetten, bei der Schreinerei Schneebeli und in der Küche des Kin-

Oliver Engeler (2. von links) und Xavier Nietlisbach (7. von links) mit den «Lift»-Diplomanden 2019. (Bild Christine Häusermann) derspitals. «Nils, du bist ein sehr engagierter und interessierter junger Mann. Ich habe nicht gezweifelt, dass du das schaffst, du hast manchmal gezweifelt.» Und so geht es weiter: «Kerstin, du bist eine ruhige Person, die etwas zu sagen hat. Mach das. Du hast etwas zu sagen.» «Selina, ich würde dich auch sofort einstellen.» «Luca, du bist ein total zuverlässiger Junge.» «Fnan, du hast das grossartig gemacht und du bist ja noch gar nicht lange in unserem Kulturkreis.» «Ahmad, du hast sogar angeboten, dass du am Frei-

tagnachmittag arbeiten gehst, weil du am Mittwoch nicht konntest, das ist toll! Und obendrein bist du noch ein sehr guter Ringer.» Oliver Engeler holt alle ab.

Marketing in eigener Sache müssen die Schüler noch lernen Etwas machen die Schülerinnen und Schüler nicht gut. Sie legen ihre Diplome und Arbeitsnachweise des «Lift»Projekts offenbar nicht ihren Bewerbungen um eine Lehrstelle bei, wie

Xavier Nietlisbach, Leiter Berufsbildung Ernst Schweizer AG und Präsident des Lehrstellenforums des Bezirks Affoltern bei seiner Begrüssung erwähnte. Er half den Jugendlichen diesbezüglich auf die Sprünge und erklärte ihnen, dass die Arbeitseinsätze sie als engagierte, interessierte Menschen auszeichnen würden, die bereit waren, ihren freien Mittwochnachmittag zu opfern, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und er fügte an: «Ich weiss nicht, ob ich damals dazu bereit gewesen wäre.»

Kinder bauen, begrünen und zeichnen ihr Dorf Vernissage der ersten und zweiten Kindergartenklassen in Ottenbach Zum Ende des Kindergartenjahres veranstaltete die Klasse von Sina Dummermuth eine spezielle Vernissage. Nach einer Betrachtung des Bildes «Die Fenster gehen nach Hause» von Friedensreich Hundertwasser versuchten die Kinder die Farbenpracht zu interpretieren und auf die Häuser im Dorf umzusetzen.

Das hätte Friedensreich Hundertwasser gefallen: im Atelier der Ottenbacher «Künstler». (Bild Martin Mullis)

Auf den ersten Blick schien die Einladung zur Vernissage der Kindergartenklassen von Sina Dummermuth äusserst ambitiös. Sie zeigte den Kindern das farbenfrohe Bild von Friedensreich Hundertwasser mit dem Titel: «Die Fenster gehen nach Hause» und liess das Bild, ohne es zu werten, auf die Kinder einwirken. Die Aufgabe, die

Häuser des Dorfes ähnlich zu gestalten und ein riesiges Gruppenbild mit dem Titel «Ottenbach aus der Sicht der Kinder» zu schaffen, war ziemlich anspruchsvoll. Die Kinder im Alter zwischen fünf und sechs Jahren machten sich jedoch fleissig an die Arbeit. Sie beachteten weder den Begriff Vernissage, noch liessen sie sich von künstlerischen Anforderungen beeindrucken. Im Gegenteil, sie zeichneten, malten, bastelten und gestalteten die Häuser ihres Dorfes völlig losgelöst von künstlerischem Ehrgeiz. Die rund fünfzig Bilder in verschiedenen Formaten zeigten denn auch eine Fantasiefülle und eine reiche Palette an Gebäuden aller Arten und Formen. Im Kindergartenraum gab es aber auch verschiedene Stationen, an denen ebenfalls zum gleichen Thema die

kindliche Kreativität ausgelebt werden konnte. Um Hausdächer zu begrünen, wurde Erde in Blumentöpfe geschaufelt, riesige mit Papier gefüllte Säcke wurden als Bausteine benützt, um so Mauern für Häuser zu bauen. Klar, dass auch ziemlich grosse Spielkarten vorhanden waren, mit denen jedoch vor allem Väter Kartenhäuser bauen wollten, was jedoch nicht unbedingt jedem auf Anhieb gelang. Der Klassenraum der jungen Schülerinnen und Schüler war an diesem Donnerstagabend weniger eine geordnete Vernissage, sondern ein einziges farbiges und kunterbuntes Sammelsurium. Sicher ist, dass das Ergebnis der grenzenlosen Fantasie und Kreativität der Kinder dem österreichischen Künstler und Architekten Hundertwasser überaus gut gefallen hätte. (mm)

ZSO Limmattal-Süd: Einsatz im Götschihof Grill-Zmittag für Bewohnende und Mitarbeitende Dreizehn Angehörige der Zivilschutz-Organisation Limmattal-Süd sorgten Ende vergangener Woche im Götschihof im Altersheim für willkommene Abwechslung. «Es war ein dankbarer Einsatz, den wir während zweier Tage hier, im Götschihof, leisten durften», hält Pierrick Geel fest und seine Kameraden nicken einstimmig bejahend zu. Die dreizehn äusserst motivierten Zivilschützer der ZSO Limmattal-Süd haben am Donnerstag und Freitag vergangener Woche im Götschihof für Abwechslung der Bewohnenden gesorgt. «Eingeteilt auf sieben Gruppen haben wir die Mitarbeitenden, wo und so gut wir konnten, im Tagesablauf

tatkräftig unterstützt – bei der Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohnern, bei Spaziergängen und Aktivitäten», erklärt Pierrick Geel weiter. Er fügt an, man habe dabei einerseits ganz praktische Dinge, wie zum Beispiel den Umgang mit Rollstühlen oder Rollatoren, gelernt sowie die vorab vorgestellte Philosophie der Institution, die Menschen mit leichten und mehrfachen sowie schweren geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen Wohnplätze bietet, mit persönlicher Nähe und intensiv kennengelernt. «Vor allem die Interaktion mit dem Bewohnenden, genauso mit Mitarbeitenden, erlebten wir besonders ausgeprägt und erbauend», so Geel. «Unser Einsatz wurde uns auf jeden Fall mit Freude und Freundlichkeit gelohnt.»

Zustande gekommen ist der ZSOEinsatz, der im Götschihof schon früher Tradition hatte, durch die Anfrage der ZSO Limmattal-Süd im Wohnheim der Stiftung Solvita, zu der auch der Götschihof gehört. Allerdings war dies in Urdorf gerade nicht möglich, worauf die Institution im Aeugstertal einsprang. «Wir haben da gerne ersetzend zugestimmt und unser Fazit fällt sehr positiv aus», resümiert Götschihof-Leiter Volker Kessler. Zum Abschluss des Einsatzes lud die ZSO am Freitagmittag Bewohnende und Mitarbeitende des Götschihofes zum Grill-Zmittag ein. ZSOKüchenchef Cyril Begert und sein Team brieten dazu Bratwürste und Cervelats auf dem Grill, die mit Salaten garniert allen Mittagessenden gut mundeten. (kb.)

Zivilschutz-Einsatz im Götschihof: Zum Abschluss lud die ZSO Limmattal-Süd Bewohnende und Mitarbeitende des Götschihofes zum Grill-Zmittag. (Bild kb.)


Bezirk Affoltern

Dienstag, 9. Juli 2019

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«Ich brauchte die Zeit, um mich zu lösen» 39 Jahre hat Bruno Seiler an der Sekundarschule Obfelden-Ottenbach unterrichtet. Heute wird er pensioniert Wie kam es, dass aus Bruno Seiler ein Lehrer wurde? Er selbst sagt, mit seinen sprachlich-musischen Fähigkeiten habe sich das angeboten. Und weil er schon früher eher der praktische Typ gewesen sei, habe er sich nach dem Gymnasium nicht für das Romanistikstudium, sondern für die kürzere Ausbildung zum Sekundarlehrer entschieden. Nach seinem Abschluss 1979 unterrichtete Bruno Seiler während eines Jahres in Birmensdorf. Dann, im Jahr 1980, suchte die Sekundarschule Obfelden-Ottenbach eine Lehrperson mit Kenntnissen im Fach Italienisch. Bruno Seiler bewarb sich auf die Stelle, bekam sie – und blieb. 13 SekA-Klassen hat er in den letzten 39 Jahren begleitet und sie in Deutsch, Französisch, Italienisch, Geschichte, Zeichnen oder Musik unterrichtet. «Anzeiger»: Nach 39 Jahren werden Sie heute Dienstag, 9. Juli, pensioniert. Wie sieht Ihr letzter Arbeitstag aus? Bruno Seiler: Im Wahlfach Theater und Musik habe ich mit einer Klasse während des letzten Schuljahres ein Musical erarbeitet. Heute findet die Aufführung für die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern statt. Ist es Zufall, dass die Schlussvorstellung auf diesen Tag fällt? Nein. Ich habe mich auf meinen letzten Arbeitstag gut vorbereitet und wollte bewusst mit einem Höhepunkt abschliessen. Wie lange haben Sie sich vorbereitet? Während der letzten drei Jahre. Bruno Fischer ging ja bereits 2016 in Pension, doch ich merkte damals, dass für mich der Zeitpunkt noch nicht passte. Deshalb entschied ich mich dazu, noch eine letzte Klasse zu begleiten und mich 2019 pensionieren zu lassen. Warum war es 2016 für Sie noch zu früh, um aufzuhören? Ich habe gerne unterrichtet und war noch nicht bereit, das aufzugeben. Die letzten drei Jahre habe ich gebraucht, um mich von meinem Beruf zu lösen. Wurde das Unterrichten im Lauf der Jahre einfacher oder anspruchsvoller? Ich habe stets hohe Ansprüche an mich selbst gestellt. Abgesehen davon

rinnen und Schüler auch für Fächer zu motivieren, die ihnen nicht so liegen. Zum Beispiel Französisch: Dieses Fach habe ich 40 Jahre lang unterrichtet, und doch wurde es mir in keiner Stunde langweilig, die Jugendlichen bei der Stange zu halten und ihnen den Stoff möglichst verständlich zu erklären. Gibt es eine Schulstunde, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? Speziell war eine der letzten Lektionen. Da habe ich mit der Klasse eine Schulstunde inszeniert, wie sie im Sekundarlehrer Bruno Seiler, 65. (Bild Mohammed Shahin) Roman «Die Welle» würde ich nicht sagen, dass es an- beschrieben wird. Ich habe den Lehrer gespielt, und die Schülerinnen und spruchsvoller geworden ist, nein. Schüler sind in die Rolle einer SchulTrotz des Altersunterschieds? Die Jugend- klasse im Dritten Reich geschlüpft. Dalichen blieben stets gleich alt, während Sie mit wollte ich ihnen zeigen, wie Maniimmer älter wurden ... pulation entsteht. Das stimmt natürlich. Von den Schülerinnen und Schülern meiner Und, wie war das? Recht eindrücklich. Sie haben letzten Klasse trennte mich ein halbes Jahrhundert. Trotzdem hatte ich we- mitgemacht, sind immer schön aufgegen des Altersunterschieds keinen standen bei den Antworten und liesschlechteren Zugang zu ihnen, im sen sich von mir manipulieren. Von einigen Schülerinnen und Schülern Gegenteil. habe ich aber auch Widerstand geWie ist Ihnen das gelungen? spürt, die Situation hat durchaus Mir war es immer wichtig, dass sie verwirrt. wissen, woran sie sind. Dass sie angehört werden und ihre Meinung äus- Eine Schülerin betritt das Zimmer. Bruno sern können. Und natürlich braucht es Seiler fragt, wie sie die Lektion erlebt habe. viel Empathie und Geduld. Ich habe Sie sei verwirrt gewesen über das, was Herr nie einem gesagt: «Hast du es immer Seiler erzählt habe und habe nicht mehr gewusst, was sie ihm noch glauben könne. «Ich noch nicht kapiert?» (lacht.) war nicht sicher, ob ich überhaupt noch et… Aber zum fünfhundertsten Mal den was anderes glauben darf und ob es noch Konjunktiv zu erklären, das muss einen doch erlaubt war, eine eigene Meinung zu haben.» Jedenfalls habe sie während der Lektiirgendwann langweilen. Natürlich ist ein Teil des Unter- on das Gefühl gehabt, nicht mehr sich selbst richts repetitiv. Trotzdem nahmen sein zu können. . meine Herausforderungen nie ab. Mein Ziel war es, den Stoff stets noch Was reizt Sie an solchen Experimenten? Ich spiele halt gern. Als Lehrer bin besser zu vermitteln und die Schüle-

ich ja auch ein bisschen Schauspieler. Ist die Irritation der Schülerinnen und Schüler Teil dieses Spiels? Natürlich, ja. Gab es noch andere Lektionen mit Potenzial zur Verwirrung? Die Einführung in das Thema Dadaismus, zum Beispiel. Wie sah diese aus? Da bin ich jeweils vor die Klasse gestanden und habe ein Dada-Gedicht vorgetragen. Da stand nun also einer vorne und plapperte irgendeinen «Seich» zusammen. Das hat meistens funktioniert, um die Aufmerksamkeit der Klasse zu gewinnen. Wie brachten Sie den Schülerinnen und Schülern ein eher unkonventionelles Thema wie den Dadaismus näher? Wichtig war die Vorbereitung. Die Herangehensweise an den Stoff war bei jeder Klasse anders. Wenn ich die alten Unterlagen verwendet hätte, wäre ich Gefahr gelaufen, an den Jugendlichen vorbei zu unterrichten. Deshalb war es wichtig, mich mit dem Stoff aus einer neuen Perspektive zu beschäftigen. Natürlich griff ich auf vorhandenes Material zurück, aber die Vorbereitung musste neu anlaufen. Sonst wärs abgedroschen geworden. ...............................................................

«Ich habe nie einem gesagt: ‹Hast du es immer noch nicht kapiert?›» ............................................................... Was lehrt der Dadaismus die Jugendlichen fürs Leben? Dadaismus fördert das kritische Denken, indem er verneint und infrage stellt. Er fördert die eigene Kreativität und die Schreibfreude. Und er sprengt Grenzen, zum Beispiel mit der Sprache. Es kann lehrreich sein, einfach mal etwas zu machen, das völlig ungewohnt ist. Schule ist oftmals Bildung auf Vorrat. Werden heute die richtigen Fächer unterrichtet? Ich denke schon, ja. Gibt es ein Fach, das man trotzdem einführen müsste?

Eine separate Stunde für den Klassenrat wäre hilfreich. Im Stundenplan blieb kaum Platz, um mit der Klasse Organisatorisches oder Themen zu besprechen, die gerade aktuell sind. Konnten Sie im Verhalten Ihrer Schülerinnen und Schüler über die Jahre eine Veränderung feststellen? Das würde ich so nicht sagen, nein. Gerade meine beiden letzten Klassen pflegten einen sehr respektvollen Umgang. Und wie sieht es mit den Eltern aus? Auch der Kontakt zu den Eltern war in meiner ganzen Karriere gut. Ich habe nie Probleme gehabt. Nicht ein einziges Mal? Na gut, vielleicht ist mir mal ein Vater ein bisschen an den Karren gefahren, aber das konnte ich problemlos kontern. Da half wohl auch meine Erfahrung. Das waren allerdings Ausnahmen, ich hatte stets einen sehr guten Elternkontakt, wurde unterstützt und geschätzt. Welches Gefühl hat nach drei gemeinsamen Jahren mit einer Klasse häufiger dominiert: die Wehmut oder die Erleichterung? Beide. Einerseits war ich glücklich, dass die Klasse einen guten Abschluss hatte, und andererseits ist mit dritten Klassen vieles sehr eingespielt. Diese Routine habe ich natürlich auch vermisst. Bei einer ersten Klasse brauchte es erst wieder seine Zeit, bis alles lief. Reichten fünf Wochen Sommerferien, um sich von einer Klasse zu verabschieden und sich auf eine neue einzustellen? Normalerweise habe ich drei Wochen Ferien gemacht und die letzten beiden Wochen genutzt, um mich auf die neue Klasse vorzubereiten. Mir fiel diese Umstellung innert so kurzer Zeit immer recht schwer. Deshalb bin ich froh, dass nun keine Klasse mehr folgt. Was kommt stattdessen? Zuerst einmal mach ich Ferien. Und dann? Gibt es Projekte, die Sie noch in Angriff nehmen wollen? Keine speziellen. Ich werde mehr Freunde treffen, Musik machen, zuhause sein. Zeit haben. Interview: Livia Häberling

Da, da ... das werde ich nie vergessen – Erinnerungen

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ie Frage des Sommers 2004 hiess: «Bi wem bisch?» – Zumindest für uns Sechstklässlerinnen und Sechstklässler. Wir wussten: Auf uns warteten nach den Ferien nicht nur drei Jahre Sekundarschule, sondern auch neue Lehrpersonen. «Säg jetzt, bi wem bisch?», fragten sie auch mich. «Seiler/Fischer», antwortete ich – in gönnerhafter Manier. Ich hätte auch einfach «Jackpot» rufen können, das war damals ungefähr dasselbe. Seiler/Fischer, – das war die Bildungssymbiose schlechthin. 12 Klassenzüge führten die beiden gemeinsam, 36 Jahre lang. Der eine probierte den Jugendlichen die Algebra zu verklickern, der andere das Passé composé. Den einen faszinierten die Zahlen, den anderen die Buchstaben. Der eine löste gern Gleichungen auf, der andere Konventionen. Trotz unterschiedlicher Talente und Leidenschaften verband die «Brunos» stets mehr als nur ihr Vorname. Sie schienen sich zu ergänzen, ja – zu komplettierten. Bei Seiler/Fischer, da verschmolzen zwei Namen zu einem Qualitätssiegel. Und: Die beiden Her-

ren waren eingespielt wie ein altes Ehepaar. Man hätte ihre Namen auch mit Bindestrich schreiben können. Bald jedoch, mussten wir feststellen: Dieser «Jackpot», der forderte was. Der wollte, dass wir nach der obligatorischen Schulzeit ein paar Sätze mehr zustande brachten als bloss «Bonjour, ça va?». Dass wir wussten, wer dieser «kranke Mann am Bosporus» war. Dass unsere Mitmenschen nur dann Bahnhof verstanden, wenn wir auch Bahnhof meinten. Französisch, Geschichte und Deutsch, diese Fächer sollte Bruno Seiler uns vermitteln. Das war die eine Sache. W i e das allerdings geschah, eine andere. In unserer Klasse geschah das nicht selten mithilfe kleiner Überraschungen. Plötzlich hatte Bruno Seiler seine Gitarre zur Hand, liess uns singen oder eine Theatersequenz einstudieren. Besser war es, auf alles gefasst zu sein – auch auf unkonventionelle Themen, denn natürlich kämpfte sich auch unsere Klasse durch seine berüchtigte Dadaismus-Werkstatt. Zu Ernst Jandls Gedicht «Schtzngrmm» wollte er von uns wissen, wie man das Gedicht am besten vorträgt. Und zum

Interview mit dem selbsternannten König Pjotr Kraska fragte er: «Es drängt sich die Frage auf: Ist er der wahre Herrscher von Zürich, oder einfach nur ein Irrer?» Bruno Seiler hatte viele Fragen an uns. Das fand ich gut. Noch besser aber fand ich, dass er unsere Antworten nicht scheute. Meine jedenfalls waren nicht immer Musterbeispiele sozialer Erwünschtheit: Wie man Jandls Gedicht vortrug? «Am besten laut, weil es sowieso nicht poetisch klingt.» Wie ich die Übung X fand? «Sie brachte mir keine neuen Erkenntnisse.» Wie ich den Eltern-Besuchsmorgen erlebte? «Es nervte, dass vieles geschauspielert war.» Mein DeutschJournal war voll mit solchen Unverblümtheiten. Und Bruno Seiler? Der konnte diese Gradlinigkeit nicht nur händeln – vielmehr schien er sie in uns Schülerinnen und Schülern sorgfältig zu formen. Sein experimenteller, aber doch feinfühliger Unterrichtsstil forderte uns, und manchmal überforderte er auch. Auf jeden Fall war es unmöglich, zu seinem Unterricht keine Meinung zu haben. Das galt auch für die

Musikstunden: Die waren nicht immer ganz leicht mit ihm – denn in Bruno Seilers Repertoire, da tummelte sich allerlei Seltsames. Einmal mussten wir den Song «Jada» üben. Der ging so: «Ja-Da, Ja-Da, Ja-Da, Ja-Da, Jing, Jing, Jing!» Ach. Ein anderes Mal war «Conquest of Paradise» an der Reihe: «In noreni per-i-pe, in noremi co-ra, tira mine per-i-to, ne do-mina.» Was das hiess? Keine Ahnung! Auch Wikipedia weiss es bis heute nicht: «Der Text (…) ist ebenso archaisierend und klingt wie Latein, ist jedoch in keiner irgendwie gearteten sinnhaften Sprache geschrieben.» Wie gesagt, der Musikunterricht war nicht leicht mit ihm. Später, mit «Züri West» wurde die Sache nicht besser. Jetzt verstanden wir, was wir sangen. Leider: «U immer die Type – I ha jedesmau gmerkt we de wieder hesch gloge, mängisch si sie cho lüte u mängisch hesch nid emau ds Bett früsch azoge.» Wenn schon betrügen, dann bestimmt nicht so stümperhaft wie jene Frau. Diese Lektion hatten einige von uns gelernt, noch bevor sie überhaupt den ersten Freund hatten. Grossartig!

Viele andere, wichtige Dinge lernten wir in einer der zahlreichen Gruppenarbeiten. Auch da hatte Bruno Seiler seine T(r)icks: Einfach mal um fünf vor oder zehn nach zurück im Klassenzimmer sein? Mais, non! Lieber um drei vor oder um zwölf nach. Warum er das machte? Vielleicht, um uns zu zeigen, dass die Zeit zwar eine Messgrösse, aber nicht das Mass aller Dinge war? Nach der zweiten Sek wechselte ich ans Gymi. Dort war alles anders. Keine Spontankonzerte, kein König Kraska, Kein Bruno Seiler. Alles war grösser, kühler, anonymer. Nach den Herbstferien war ich zurück in Obfelden. Ja-Da, Ja-Da, Jing, Jing, Jing! Gegen Ende der dritten Sek drehte ich als Abschlussprojekt mit zwei Freundinnen einen Film, bei dem wir unseren Kameraden mehr oder weniger unverschämte Fragen stellten. Welcher Moment mit uns der schönste gewesen sei, wollten wir von Bruno Seiler wissen. Und er? Verzog keine Miene und meinte trocken: «Der kommt erst noch.» In diesem Sinn: alles Gute, Bruno! Und danke für alles! Livia Häberling


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 9. Juli 2019

Freude erleben, indem man anderen seine Zeit schenkt Feier zum 20-Jahre-Jubiläum von Tixi Säuliamt Seit 20 Jahren besteht die Stiftung Tixi Säuliamt. Um dieses Jubiläum zu feiern, waren am vergangenen Sonntag die Fahrerinnen und Fahrer zum festlichen und gemütlichen Mittagessen eingeladen. Dabei standen die Geselligkeit und die Wertschätzung im Vordergrund.

fort miteinander ins Gespräch kamen. Es erstaunte, wer da alles anzutreffen war. Viele verschiedene Pensionierte oder auch Personen, die Zeit verschenken können, sind bereit, an einem Tag pro Woche oder auch nur ab und zu unterwegs zu sein mit Menschen, die selber nicht mobil sind. Diese Fahrerinnen und Fahrer tun das ehrenamtlich, also ohne Verdienst.

................................................... von marianne voss

Befriedigung bei der Arbeit

Für den Stiftungsrat von Tixi Säuliamt war klar, dass am Fest zum 20-JahreJubiläum niemand arbeiten soll. Daher wurden die Fahrerinnen und Fahrer mit ihren Partnern und Partnerinnen sowie die Ehemaligen auf den Hof Stöckweid im Uttenberg eingeladen, um einfach zu geniessen und sich verwöhnen zu lassen. Zurzeit sind über 60 Personen mit sieben Fahrzeugen im Einsatz für Tixi Säuliamt. 2018 legten sie mit 8500 Fahrgästen rund 200 000 Kilometer zurück. Sie haben mobilitätsbehinderte Menschen transportiert, beispielsweise zum Arzt, zum Besprechungstermin, zur Therapie oder ins Spital. Das kleine Jubiläumsfest am vergangenen Sonntag begann mit einem Apéro, wo sich die Mitarbeitenden über das Wiedersehen freuten und so-

René Abt, Präsident des Stiftungsrates von Tixi Säuliamt, drückte in seiner Ansprache Wertschätzung und Dank aus für diese vielen Einsätze. Als Dankeschön an die treusten Kundinnen und Kunden seien 140 kleine Nusstorten verteilt worden. «Das Echo darauf war sehr positiv.» Der Präsident hielt kurz Rückschau auf die letzten 20 Jahre: «Die Stiftung Tixi Säuliamt wurde im Mai 1999 notariell beglaubigt. Es gab aber vorher schon ein Tixi Säuliamt, geführt als Einzelfirma.» Bei der Überführung in eine Stiftung seien die Finanzen nicht die besten gewesen. Doch der erste Stiftungsrat habe sich sehr aktiv engagiert und erfolgreich Sponsoren und Spender gesucht. «Es gingen Spenden ein von Banken, Unternehmern, Versicherungen oder auch vom Wirteverband und sogar vom Behördenschiessen.»

Nach Selbstunfall das Weite gesucht

Eingenickt zwischen Ottenbach und Birri Ein BMW-Fahrer kam in der Nacht von Ottenbach in Richtung Birri fahrend von der Strasse ab. Der Lenker blieb unverletzt. Er entfernte sich in der Folge von der Unfallstelle, konnte aber am Morgen ermittelt werden. Bei der Kantonalen Notrufzentrale KNZ ging in der Nacht auf Sonntag, 7. Juli, kurz vor 3 Uhr die Meldung ein, wonach zwischen Ottenbach und Birri ein Auto verunfallt sei. Patrouillen der Kantonspolizei rückten nach Birri (Gemeinde Aristau) aus und fanden einen stark beschädigten BMW. Personen waren keine vor Ort anzutreffen. Die weiteren Ermittlungen der Polizei

führten zu einem 45-jährigen Schweizer aus dem Bezirk Lenzburg. Gegen 5.30 Uhr konnte bei ihm vorgesprochen werden. Der Mann gab anlässlich der Befragung zu, der verantwortliche Unfallfahrer gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat ein Verfahren eröffnet. Zudem wurde eine Blut- und Urinprobe angeordnet. Gemäss ersten Ermittlungen dürfte der Lenker am Steuer eingenickt und dabei auf der Strecke von Ottenbach Richtung Birri von der Fahrbahn geraten sein. Die Aargauer Kantonspolizei nahm dem Unfallfahrer den Führerausweis vorläufig zu Handen des Strassenverkehrsamts ab. (pd.)

Von der Strasse abgekommen: Gemäss ersten Ermittlungen dürfte der Lenker am Steuer eingenickt sein. (Bild Kapo AG)

Blumen vom Stiftungsrat für Annetta Guidon. Von links: Präsident René Abt, Ruedi Niederer, Marlies Schütz und Enrico Stamm (nicht anwesend war Adi Wirth). (Bild Marianne Voss) und Administration zuständig – arbeitet seit den gesamten 20 Jahren für die Stiftung Tixi Säuliamt. Sie erhielt grossen Applaus, ein Geschenk und einen Blumenstrauss. Zum Schluss nahm der Präsident Bezug auf den Slogan von Tixi Zug, den er sehr treffend finde: «Lenken und Freude schenken.» Beim feinen Mittagessen, musikalisch umrahmt vom Musiker und Fahrer Franco Palattella, tauschten die Gäste ihre Erfahrungen und Erlebnisse

aus. Dabei kam zum Ausdruck, dass sie auch ohne Verdienst viel erhalten bei ihren Einsätzen: immer wieder schöne oder auch emotionale bereichernde Begegnungen und berührende Momente. Die Arbeit gibt ihnen Befriedigung und macht ihnen Freude, das ist spürbar. Sie macht ihnen Freude, eben, weil sie Lenken und Freude schenken können.

Kranwagen aus Affoltern geriet in Brand

Angst vor dem Internet? Die Kapo hilft Senioren

Auch heute sei Tixi Säuliamt sehr auf Spenden angewiesen, aber grundsätzlich stehe die Stiftung finanziell besser da. «Wir sind aber um jeden Franken dankbar», erklärte René Abt. «Und wir brauchen auch immer wieder neue Fahrerinnen und Fahrer.» Einer Fahrerin und einem Fahrer dankte er namentlich, da sie seit 20 Jahren dabei sind, nämlich Frieda Schoch und Theo Hertig. Auch Annetta Guidon – sie ist für die Disposition

Verkehrsbehinderungen und Stau am Bözberg

Abtransport des ausgebrannten Kranwagens. (Bild zvg.) Am Mittwoch, 3. Juli, fuhr am Vormittag ein 56-jähriger Chauffeur der Affoltemer Firma Peter Schmid Baudienstleistungen AG mit einem Kranwagen auf der A3 von Brugg Richtung Basel. Vor der Einfahrt in den Bözbergtunnel geriet die Fahrerkabine in Brand. Der Chauffeur stoppte das Fahrzeug kurz vor dem Tunnel, brachte sich in Sicherheit und alarmierte die Feuerwehr. Gemäss Medienmitteilung der Polizei rückten die Feuerwehr-Einsatzkräfte sowie die Kantonspolizei Aargau rasch nach Meldungseingang an den Einsatzort aus. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Der Chauffeur blieb unverletzt. Durch den Brand und die Lösch- und Rettungsmassnahmen kam es aber zu Verkehrsbehinderungen und Stau. Als Peter Schmid (Inhaber der Firma Peter Schmid Baudienstleistungen AG aus Affoltern) an jenem Morgen von seinem Chauffeur benachrichtigt wurde, stieg er sofort ins Auto und fuhr zum Ereignisort. «Ich habe noch schnell etwas Verpflegung und Getränke eingepackt, denn daran mangelt es meistens in solchen Momenten.» Er traf kein schönes Bild, aber eine sehr gut organisierte Situation an. Es sei

ihm ein Anliegen, an dieser Stelle seinen Dank auszusprechen. «Es kam zu einem beachtlichen Stau auf der Autobahn, doch trotz der Hitze reagierten die meisten Fahrenden sehr verständnisvoll. Dafür möchte ich mich bedanken, mich aber auch für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.» Für die Arbeit der Rettungskräfte findet er nur lobende Worte: «Die Feuerwehr, die Mitarbeiter vom Kanton und die Polizei waren sehr hilfsbereit. Sie arbeiteten speditiv, unkompliziert und sehr professionell.» Stolz ist er auf seinen langjährigen Chauffeur, der genau richtig reagiert hat, als er den Brand bemerkte. Zusammen mit einem anderen Chauffeur, der helfen kam, versuchte er, den Brand mit Handlöschern zu bekämpfen. Dies jedoch ohne Erfolg. Erst die Feuerwehr konnte den Brand löschen, doch die Fahrerkabine brannte vollständig aus. «Das Wichtigste ist, dass es meinem Chauffeur gut geht», betont Peter Schmid und erläutert: «Der Grund für den Brand war ein technischer Defekt am Fahrzeug, vermutlich ausgelöst durch die hohen Temperaturen an diesem Tag.» (mvo)

Infos zu Tixi Säuliamt unter www.tixi-saeuliamt.ch.

Präventions-Anlass im Rahmen des PC-Workshops des Gemeindevereins in Stallikon. Die Abteilung «Prävention» der Kantonspolizei Zürich gibt tatsächlich Vorträge und Instruktionen zum Thema «Was für Gefahren lauern für Seniorinnen und Senioren im Internet?» und verteilt Informationsmaterial dazu. Denn heutzutage erreicht weltweit der Betrug am Internet die Grössenordnung von hunderten von Millionen Franken, Euro oder Dollar, und die meisten Opfer sind Seniorinnen und Senioren. Im Gegensatz zum «normalen» Betrug, wo man die Betrüger oft ausfindig und dingfest machen kann, ist dies am Internet fast nicht mehr möglich, weil sie mit Verschlüsselungsprogrammen (unter anderem im Darknet) ihre Identität verschleiern. Wir können uns also nur durch Prävention schützen, das heisst, indem wir gewisse Vorsichtsregeln prinzipiell befolgen! Ein solcher Anlass wurde von Fachkräften der Kapo am 3. Juli in Stallikon im Rahmen des PC-Workshops des Gemeindevereins durchgeführt. Es fand sich fast das Dreifache der üblichen Anzahl von Teilnehmenden ein. Darf ich einen Link anklicken oder, wenn nicht, wie muss ich dann vorgehen? Soll ich einen Anhang von einem unbekannten Absender öffnen? Wie erkenne ich relativ schnell, ob der Absender wirklich ist, was er vorgibt? Wie sichere ich meine Passworte? Anhand wahrer Vorfälle wurde die Wichtigkeit von Vorsichtsmassnahmen demonstriert. Als Augenöffner gab es am Schluss noch eine Kurzorientierung zum Thema Darknet und Bitcoin. Wussten Sie, dass das Darknet grösser ist als das uns bekannte Internet? Die Abteilung Prävention der Kapo Zürich kann jederzeit via ihre Internetseite erreicht und um Unterstützung angefragt werden. (pd.)


Bezirk Affoltern

Dienstag, 9. Juli 2019

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Ein Kurs mit einem beliebten Sensemann Die Natur- und Landschaftskommission in Ottenbach veranstaltete einen Dengel-Workshop Ob die Sense tatsächlich in den gepflegten Vorgärten mit den Wimbledon-Rasen ein Revival feiern kann, mag bezweifelt werden. Tatsache ist aber, dass es immer mehr Garten- und Rasenbesitzer gibt, welche lebendige Blumenwiesen einem eintönigen Rasen vorziehen.

Kleintiere überleben den Schnitt

................................................... von martin mullis Die Devise auf dem Flyer, welcher den Dengel-Workshop anpries, hiess zwar nicht wörtlich, aber dennoch ziemlich klar verklausuliert: «Vergiss den Rasenmäher, die Sense ist wieder modern». Dengeln verursacht ein charakteristisches Klopfgeräusch welches früher in den Bauerndörfern im Sommer am Morgen oder Abend ein vertrauter Klang war. Auf dem Dengelbock vor dem Dengelamboss sitzend, schärften die Landwirte ihre Sensen und ältere Landwirte erzählen, dass diese Tätigkeit auch etwas Philosophisches an sich hatte. Dominique Schmuki, Geschäftsführer der Firma wivena GmbH, leitete nicht nur als Fachexperte den Kurs. Er war als Mitglied der Natur- und Landschaftskommission Ottenbach auch der Initiant dieses seltenen Lehrgangs, welcher von der Gemeinde finanziert wird. Eine Gruppe von acht Frauen und zwölf Männern jedenfalls benützten am letzten Samstag die Gelegenheit, um zu lernen wie man mit einer Sense umgeht. Unter den Teilnehmern be-

Mähen mit der Sense will gelernt sein: Die Sensefachfrau Lydia Jurt (vorne) gibt fachgerechte Tipps. (Bild Martin Mullis) fanden sich aber durchaus auch Personen, welche nicht das erste Mal eine Sense in den Händen hielten. Einige ältere Semester haben die Technik des Mähens mit einer «Sägisse» bereits bei ihrem Vater gelernt. Dies wiederum konnte die Gemeindepräsidentin von Ottenbach, Gaby Noser Fanger, zwar nicht behaupten, trotzdem führte sie das Mähwerkzeug aus vergangenen Zeiten im praktischen Teil des Kurses mit beachtlicher Geschicklichkeit.

Das Senseblatt wird durch Hämmern geschärft Bevor jedoch mit der Sense Gras geschnitten werden kann, muss erst

einmal das Senseblatt geschärft werden. Dieses Verfahren will gelernt sein. Die dünne Schneide wird dabei durch Hämmern mit dem Dengelhammer ausgetrieben und verdünnt. Während der Mäharbeit wird dann regelmässig mit dem Wetzstein nachgeschärft. Die Sensefachfrau Lydia Jurt, aus dem luzernischen Rickenbach, wurde beim Lehrgang unterstützt von Hansjörg Känel, der in Gunzwil eine SenseWerkstatt betreibt und mindestens 20 Kurse pro Jahr in der ganzen Schweiz durchführt. Den Teilnehmenden wurde bald einmal klar, dass sowohl das Dengeln als auch das Wetzen der Sense eine Wissenschaft für sich darstellt.

Die Kunst, eine Sense zu schärfen, wurde von den Experten im Detail vorgeführt und erklärt. Interessant ist auch die Tatsache, dass sich die Sensen je nach Gegend oder Kanton ziemlich unterscheiden. Die Erklärungen über das Verfahren des Schärfens der Schneide einer Sense hielten sich ziemlich kurz. Praktische Anwendung war gefragt. Nach kurzen Trockenübungen auf dem Hofplatz von Bio-Bauer Weber in Ottenbach wurden Dengelhammer und Dengelamboss beiseitegestellt und die Gruppe marschierte bewaffnet mit den Sensen zu einer in der Nähe liegenden Wiese, auf der fast meterhohes und bereits ein wenig dürres Gras stand.

Bei der praktischen Arbeit stellte sich dann bald heraus, wer ein Geschick besitzt, mit der Sense umzugehen. Noch die letzten Anweisungen, wie «das rechte Bein vorne stellen», und «mit Gespür den richtigen Schwung finden», welche von Sensefachfrau Jurt ertönten und die Arbeit konnte beginnen. Die langen gemähten Bahnen auf der Wiese zeigten bald, dass einige Könner am Werk waren, aber auch dass die Theorie gefruchtet hatte. Hansjörg Känel von der SenseWerkstatt erklärte dem «Anzeiger» in einem Beispiel die fast unglaublichen Vorteile des Mähens mit der Sense für die Natur. Er erläuterte, dass in einem wissenschaftlichen Versuch eine gleiche Menge Gras von derselben Wiese einmal mit dem Motormäher und einmal mit der Sense geschnitten wurde. Das Schnittgut wurde in einer Halle ausgebreitet und untersucht. Während im Gras, welches mit der Sense geschnitten wurde, jede Menge Kleinund Kleinsttiere wie Insekten oder Raupen vorhanden waren, während beim Gras des Motormähers praktisch keine lebenden Tiere gefunden wurden. Allein aus diesen Gründen, aber nicht zuletzt auch wegen der Vermeidung des Motorenlärms, wäre es äusserst wünschenswert, wenn so viele Rasenbesitzer mindestens einen Teil ihres Gartens in eine Blumenwiese verwandeln würden. Die Pflege einer solchen Wiese kann mit einem Sensen- und Dengelkurs problemlos gelernt werden.

Glosse

Mini Farb und dini Ein offener Brief an das Kampagnen-Team der Schweizerischen Volkspartei Kanton Zürich Nun zu meinem Problem: Wählerstimmen sind immer Vertrauen auf Vorschuss. Dazu möchte ich als Wählerin herausfinden, wer mich und meine Werte am besten repräsentiert. Dazu müssten Sie, liebes KampagnenTeam, mir allerdings die politischen Argumente Ihrer Partei einigermassen plausibel darlegen. Das ist Ihnen nicht gelungen. Schade. Deshalb glaube ich, dass Sie bei den Formulierungen Ihrer Werbetexte noch etwas Luft nach oben haben. Ihre Bildsprache hingegen ist top, bravo! Kombiniert mit dem Slogan «Rot-grüne Verlogenheit» ist die Message des Teufel-Sujets unmissverständlich. Ich weiss jetzt: Die Hölle, das sind die anderen.

................................................... von livia häberling Liebes SVP-Kampagnen-Team Seit Wochen platzieren Sie im «Anzeiger» Inserate. Das ist freundlich. Dadurch helfen Sie mit, meine Existenz zu finanzieren – vielen Dank! Trotzdem müssen wir reden, und was ich Ihnen sage, wird Sie nicht erfreuen. Vermutlich werden Sie sich über meine Worte ärgern. Und vielleicht finden Sie es anmassend, dass ich Sie überhaupt kritisiere. Sie haben Recht: Diese Zeilen sind ein Risiko. Ich könnte Sie als Kunde verstimmen, vergraulen, vertreiben. Anders gesagt: Während ich das schreibe, säge ich am Ast meiner Arbeitgeberin. Und an meinem eigenen gleich mit. Vielleicht erscheint Ihnen mein Verhalten leichtsinnig und unverständlich. Das leuchtet mir ein, würde mich allerdings überraschen, denn seien wir ehrlich: Sie machen doch seit Wochen exakt dasselbe. Sie schreiben Zeilen, die in Zeitungen publiziert werden, und sägen damit am Ast Ihrer Arbeitgeberin – der Schweizerischen Volkspartei. Am 20. Oktober sind National- und Ständeratswahlen, und mich zumindest, mich haben Sie als Wählerin mit Ihren Inseraten ordentlich verstört.

Mein Verstand hats nicht gepackt In Ihrem «Extra-Blatt» im Juni heisst es, der Klimawandel finde zwar statt, doch 95 Prozent der CO2-Emissionen hätten einen natürlichen Ursprung, nur fünf Prozent seien vom Menschen verursacht. Passend dazu kommt Ständeratskandidat Roger Köppel zu Wort. Er sagt im Interview, er kämpfe gegen den Missbrauch des Klimawandels für

Der Klimawandel sei nur zu fünf Prozent vom Menschen verursacht, schrieb die SVP in ihrem Extrablatt. Und doch: Wenn Zuwanderer Auto fahren, dann «schadet das der Umwelt in der Schweiz ganz direkt!» (Illustrationen SVP Zürich)

Grün, Rot und Blau: Das ergibt nicht nur ein feindliches Lager, sondern auch die Grundfarben des Regenbogens.

Mini Farb und dini, das git zäme ... Ja, was eigentlich?

politische Zwecke, gegen Panikmache und Klimahysterie. Bis hierhin konnte ich folgen. Dann las ich in einem Ihrer «Anzeiger»-Inserate, in den letzten 13 Jahren sei eine Million Menschen in die Schweiz eingewandert. Diese Menschen würden jährlich zusätzliche neun Milliarden Kilometer auf Schweizer Strassen zurücklegen: «Das schadet der Umwelt in der Schweiz ganz direkt!» Ich muss zugeben: Nach dieser Lektüre war ich ein wenig ratlos. Und ich bin es immer noch. Sie möchten also die Zuwanderung beschränken, damit in der Schweiz weniger Autos unterwegs wird – und die Umwelt weniger Schaden nimmt? Seit wann sind Autos in Ihren Augen ein Problem für die Umwelt? Ich dachte, der Klimawandel sei zu 95 Prozent nicht vom Menschen verursacht? Warum leidet

der Schweiz nicht mehr, bloss weil es weniger Zuwanderer hat, oder doch? Und wenn Sie aufgrund einer angeblich drohenden Wasserknappheit die Zuwanderung beschränken wollen: Instrumentalisieren Sie den Klimawandel dann nicht auch für Ihre politischen Ziele? Und wenn Sie bei der Bevölkerung durch den angedrohten Mangel bewusst (Existenz-)Ängste schüren, was ist das dann anderes als Panikmache oder Klimahysterie?

In einem Inserat schreiben Sie, Sozialdemokraten, Grüne und Klimahysteriker der FDP wollten das Fliegen massiv verteuern. Um das zu verdeutlichen, haben Sie den Teufel rot illustriert, ihm ein grünes Blättchen in die Hand gedrückt und seine Augen, den Mund und die Hörner blau gefärbt. Bestimmt hat Sie der Griff zu dieser Farbkombination viel Mut gekostet. Wegen der Symbolik und so ... Sie wissen ja – Rot, Grün und Blau sind bekanntlich die Grundfarben des Regenbogens. Was für eine Botschaft, mitten im Wahlkampf ! Dabei dachte ich, Regenbogen-Politik sei gar nicht so sehr das Ding Ihrer Partei? Doch jetzt haben sie mich eines Besseren belehrt: Ihre Partei ist die leibliche Mutter der Inklusion, der Nährboden der gesellschaftlichen Toleranz. Sie sind mir sympathisch, liebes Kampagnenteam!

die Umwelt dann ausgerechnet unter den CO2-Emissionen der Zuwanderer? Ich gehe davon aus, Zuwanderer sind in Ihren Augen auch Menschen, oder nicht? – Und hey, mal angenommen, CO2-Emissionen wären doch schädlich: Wären sie es dann ennet der Schweizer Grenze nicht auch? Sie merken: Ich habe mich ehrlich bemüht, die Logik Ihrer Argumente zu verstehen. Doch mein Verstand hats nicht gepackt: Je mehr ich las, umso ratloser wurde ich. In einem anderen Inserat schreiben Sie nämlich, diese Million Zuwanderer verbrauche jährlich 59 Milliarden Liter Wasser. «Wasser, das unseren Bauern im Sommer fehlt!» Ihre Botschaft an mich lautet also: «Die Zuwanderung muss beschränkt werden, sonst geht uns das Wasser aus.» Das Wasser fehlt aber, weil die Niederschläge ausbleiben. Und es regnet in

Ihre Bildsprache ist top, bravo! Ihre Inserate haben mich komplett verwirrt. Das ist schlecht für Sie. Ich habe vorher den Ast erwähnt, auf dem wir sitzen. Erinnern Sie sich? Meiner ist aus Geld, und Ihrer ist aus Stimmen. Und meine Stimme, die möchte Ihre Partei doch im Herbst, oder?


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Bezirk Affoltern

Dienstag, 9. Juli 2019

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Nach dem Musiktag ist vor dem Musiktag

Harmlose 5G-Zukunft? 5G ist die Zukunft, Leserbrief vom 5. Juli.

Nächstes Jahr feiert die Harmonie Affoltern ihr 100-Jahre-Jubiläum Vom 28. bis 30. Juni fand in Hausen der regionale Musiktag statt (der «Anzeiger» hat berichtet). Nächstes Jahr feiert die Harmonie Affoltern ihr 100-jähriges Bestehen. Vom Freitag, 19., bis Sonntag, 21. Juni 2020, führt der Verein deshalb den regionalen Musiktag der Bezirke Affoltern und Limmattal in Affoltern durch. Der einhundertste Geburtstag ist zweifelsfrei ein guter Grund, ein Fest zu feiern. Der Musikverein Harmonie Affoltern wurde 1920 in Affoltern gegründet und feiert im nächsten Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Gemäss den Statuten setzt sich der Verein zum Zweck, durch die Pflege guter Musik, das öffentliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben zu bereichern. Der Verein führt jährlich ein Jahreskonzert, ein Frühlingskonzert, ein Muttertagskonzert, Auftritte in den Altersheimen usw. durch und ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt Affoltern. Das diesjährige Motto des Jahreskonzerts vom 2. und 3. November heisst übrigens sinnigerweise «Mir sind nöd ganz Hundert».

Das «Ennetgraben» als Festareal Ganz Hundert ist der Verein dann im Jahr 2020. Vom Freitag, 19., bis

Gastgeber für den nächsten Musiktag im Knonauer Amt: der Musikverein Harmonie Affoltern. (Bild zvg.) Sonntag, 21. Juni 2020, führt der Musikverein Harmonie Affoltern aus Anlass des Jubiläums den regionalen Musiktag der Bezirke Affoltern und Limmattal auf dem Areal des Schulhauses Ennetgraben in Affoltern durch. Am Freitag findet der Jubiläumsabend mit dem Einfrauorchester Frölein Da Capo und der vielseitigen Band Round of Sound statt. Der Samstag ist dann ganz der Blasmusik gewidmet. Den ganzen Tag finden in der Aula des Schulhauses Ennetgraben die Wettspielvorträge der Vereine statt. Am Nachmittag präsentieren sich die Musikvereine auf der Rundbahn auf dem Sportplatz Moos

zur Marschmusikparade. Am Abend findet ein Festakt mit Ehrungen und Auszeichnungen statt und anschliessend unterhält die Liveband Sheee das Publikum. Am Sonntag findet die Veteranentagung des Zürcher Blasmusikverbands statt.

melden. Das Wochenende vom 19. bis 21. Juni 2020 gilt es auf jeden Fall schon heute in die Agenda einzutragen. Musiktag 2020 Affoltern, 19. bis 21. Juni 2020, Areal Schulhaus Ennetgraben. Die wichtigsten Programmpunkte (Änderungen vorbehalten):

Unterstützung willkommen Das OK unter der Leitung von Patricia Gmür ist bereits intensiv mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Wer das Fest finanziell z. B. mit einem Sponsoringbeitrag unterstützen oder bei der Vorbereitung mitwirken möchte, kann sich gerne beim Verein

Freitag: Jubiläumsfeierlichkeiten, Unterhaltung mit «Frölein Da Capo» und «Round of Sound». Samstag: Regionaler Musiktag Amt und Limmattal, Konzertvorträge der Musikvereine, Marschmusikparade und Ehrungen, Unterhaltung mit Sheee. Sonntag: Veteranentagung Zürcher Blasmusikverband. Weitere Infos unter www.musik2020.ch oder www.harmonie-affoltern.ch.

Das «Fäscht uf de Strass» bringt Leute zusammen

Die organisierende Voba zieht eine positive Bilanz und hat Ideen für die Zukunft Es war überall viel los am Wochenende vom 31. Mai/1. Juni. Trotzdem stürmten die Leute das Affoltemer «Fäscht uf de Strass» in Massen. Mit einem Monat Distanz zieht Co-Organisator Alfi Calabrese Bilanz – und blickt voraus aufs nächste Fest 2021.

Köppel in Ottenbach

................................................... von thomas stöckli Es war zuweilen fast kein Durchkommen am «Fäscht uf de Strass» der Vereinigung Obere Bahnhofstrasse (Voba). Tausende haben am Freitag und Samstag, 31. Mai und 1. Juni, in der Affoltemer Begegnungszone friedlich miteinander gefeiert. Auch mit einem guten Monat Distanz fällt die Bilanz der Organisatoren gut aus: «Sehr, sehr positiv», wie OK-Mitglied Alfi Calabrese präzisiert. Das Fest wird von der Bevölkerung goutiert. «Einige nehmen sogar in ihrer Ferienplanung darauf anzeige

In seiner Zuschrift behauptet Joshua Leeland Ruoss, dass es keine wissenschaftlichen Beweise der Schädlichkeit noch der Unschädlichkeit von 5G gebe. Alain Schwald hat gar behauptet, dass es «unzählige Studien» der Unbedenklichkeit gebe. Welche Aussage stimmt? Offensichtlich hat Ruoss keine Kenntnis davon, was grosse Bevölkerungsteile von Schwarzenburg/Mamishaus erlebt und erlitten haben wegen des Kurzwellensenders Schwarzenburg. Oder Herr Ruoss verschweigt die negativen Folgen, die durch den Sender verursacht worden sind, bewusst. Er wurde 1998 abgestellt. Nachzulesen im Internet unter obiger Ortsangabe. Leider ist mein letzter Leserbrief um den nachfolgenden Inhalt gekürzt worden: Im Tagesgespräch von SRFRadio, Mitte Juni, hat ein Fachmann die Fragen zu 5G beantwortet. Seine Antworten: Ausnahmslos jede Funkverbindung strahlt und hat damit Einfluss auf jegliches Leben. Benützer der 5G-Technik würden +/- 85 % Handynutzer sein, die ihren Spieltrieb befriedigen wollen. Die Wirtschaft, die meist standortgebunden ist, kann ihren Geschäftsverkehr auch über Glasfasern abwickeln. Kann die Gesundheit der unbeteiligten Bevölkerung wegen der Wirtschaft, vernachlässigt werden? Im Laufe der Menschheit ist schon manchen «Fortschritten» eine grosse Zukunft vorausgesagt worden. Die Menschheit hat in den wenigsten Fällen die Folgen dieser Fortschritte mit all ihren Folgen ermessen können. Aktuelles Beispiel ist die Agro-Chemie, die nach heutigen Erkenntnissen unsere gesamten Lebensgrundlagen zu zerstören droht. PET-Flaschen waren der zukunftsträchtige Ersatz von Glas. Und wo stehen wir heute? Auch der Fortschritt stösst an Grenzen: «Es wachsen keine Bäume in den Himmel.» Heinrich Schneebeli, Affoltern a. A.

Riesiger Andrang von Jung und Alt bereits am Freitagabend am «Fäscht uf de Strass» in Affoltern. (Bild Thomas Stöckli) Rücksicht», so der Co-Geschäftsführer des Beauty House Alfilo. Ganz entscheidend sei dabei die TreffpunktFunktion: «In einer Stadt, die immer anonymer wird, bringt das Fest alle zusammen – über die sonstigen Kontaktnetze hinaus.»

Glückliche Besucher und Standbetreiber

Nächstes Mal als offizielles Stadtfest?

Dieses Jahr hat das vierköpfige OK der Voba, dem neben Calabrese auch Spyre-Gastgeber Serge Gabathuler sowie Barbara Roth und Susanne Crimi von der Weiss Medien AG angehören, unter anderem auf eine vielfältige Food-Meile Wert gelegt. Das kam nicht nur bei den Besuchern super an, auch die Standbetreiber seien begeistert gewesen. Viele haben noch am Festwochenende versichert, sie seien in zwei Jahren wieder dabei – nicht zuletzt wegen des guten Geschäftsgangs. So war etwa am «Smoker» das Fleisch, das fürs ganze Wochenende eingeplant war, bereits am ersten Abend weg. Wichtig ist es den Organisatoren der Voba auch, jungen Musikern eine Bühne zu bieten. Die regionalen Bands hat KulturAffoltern mit einem Beitrag von 4000 Franken gesponsert. «Künftig dürfen gerne auch Chöre und Musikvereine dabei sein», so Calabrese. Die Stadt Affoltern hat den Festbetrieb mit weiteren 3000 Franken unterstützt, den Grossteil allerdings in Form von Bewilligungsgebühren und für Regiearbeiten wieder eingefordert.

Möglichst viele Leute integrieren, das will die Voba an ihrem «Fäscht uf de Strass» auch künftig. Selber hat sie neben der Organisation des Anlasses auch einen Stand betrieben. Das sei eine gute Gelegenheit, gemeinsam anzupacken und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, so Calabrese. Gleichzeitig gelte es allerdings auch, trotz des Erfolgs die Kostenstruktur im Auge zu behalten. Denn die organisierenden Voba-Mitglieder tragen den Grossteil des finanziellen Risikos, also etwa die Fixkosten, falls ein Unwetter den Festbetrieb verunmöglichen oder zumindest stark einschränken sollte. Diesmal waren es rund 120 000 Franken. Es soll also in zwei Jahren weitergehen, mit dem «Fäscht uf de Strass». Im Gespräch ist dann auch ein offizielles Stadtfest in Zusammenarbeit mit der Stadt Affoltern. Schliesslich hat es so ja auch mal angefangen: Mit einem gemeinsamen Fest der Gemeinde und der Voba zur Fertigstellung des neuen Affoltemer Ortskerns 2011. voba-affoltern.ch.

Im Rahmen seiner Wahlkampftour durch die 162 Gemeinden im Kanton Zürich machte Roger Köppel am 1. Juli in Ottenbach Halt. Trotz sommerlicher Temperaturen verfolgte im ausgebuchten Neuhofsaal ein interessiertes Publikum seine Ausführungen. Die beiden jetzigen Ständeräte bekämpfen weder die masslose Einwanderung noch den EU-Rahmenvertrag. Dies bewog Roger Köppel zu kandidieren. Sorgen bereite Roger Köppel vor allem der sogenannte Klimanotstand mit seinen Kostenfolgen für den Mittelstand, die masslose Einwanderung mit den sozialen Folgen und der EURahmenvertrag mit dem Verlust der Selbstbestimmung. Seine humoristischen Einlagen und pointierten Aussagen wurden immer wieder mit grossem Applaus honoriert. Unter grossen Applaus und der Übergabe eines Geschenkes verabschiedete der Sektionspräsident Bruno Ruh gegen 21.30 den Referenten. Beim wohlverdienten Apéro wurde noch bis 23 Uhr weiterdiskutiert. SVP Orts-Sektion Ottenbach

Der «Anzeiger» nimmt Zuschriften an redaktion@affolteranzeiger.ch gerne an. Ein Leserbrief muss mit Namen, Adresse und Telefonnummer des Verfassers versehen sein, soll in maximal 2000 Zeichen ein Thema aus der Region aufgreifen und darf keine persönlichen Angriffe enthalten. Über die Publikation und allfällige Kürzungen entscheidet die Redaktion. (Red.)


Gewerbe/Dienstleistungen

Open Air Zirkus

Reif für Nationalliga A

Nach einigen Jahren Unterbruch gibt es in Hausen gleich zweimal Zirkus zu sehen. > Seite 11

Die Wettswilerin Jenny Dürst, Nr. 35 in der Schweiz, spielt in der Nati A für den TC Weihermatt. > Seite 13

Dienstag, 9. Juli 2019

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Erfolg für Karatekas An der Karate-Kantonalmeisterschaft in Bonstetten ging dreimal Gold ins Säuliamt. > Seite 15

Grosse Röhren, grosse Sprünge Jusa-Präsident und Spenglermeister Christian Ritschard führte 18 erlebnishungrige Mitglieder der Jungunternehmer Säuliamt in die Tiroler Rohrwerke, aufs Kreuzjoch im Stubaital und auf die Bergisel-Sprungschanze. Ein erlebnisreicher Dreitagestrip voller Höhen und Tiefen.

Gebannt lauschen die Mitglieder der Jungunternehmer Säuliamt den Erklärungen des Skisprung-Instruktors. (Bild Martin Platter)

werden die Rohre danach vergütet, um sie gegen Korrosion zu schützen. Trinkwasserrohre erhalten ausserdem im Inneren eine Beschichtung aus reinem Portland-Zement, damit das Wasser geschmacksneutral bleibt. Erstaunlich, wie viel Know How in einem Wasserrohr steckt, das mindestens ein Jahrhundert halten soll.

Duktil ins Abendprogramm Mit bemerkenswerter Duktilität meisterten die 18 Herren anschliessend das Abendprogramm im gediegenen Il Convento, das die Gäste bei der Stifts-

kirche in der Altstadt Innsbrucks mit italienischer Küche und edlen Weinen verwöhnt. Am zweiten Tag war Spitzensport im Stubaital angesagt; wandern auf dem Kreuzjoch. Viel Zeit für wertvolles Netzwerken und den kulturellen Austausch mit der lokalen Bevölkerung. Letzter Höhepunkt war der Besuch der 134 Meter hohen BergiselSprungschanze, von der man einen phantastischen Ausblick auf Innsbruck und die gegenüberliegende Bergkette geniesst. Ein Skisprung-Instruktor führte in die Welt des doppelten Doppel-Olympiasiegers Simon

Manor: 3 Wochen Vaterschaftsurlaub Manor gewährt frischgebackenen Vätern neu drei Wochen Vaterschaftsurlaub. Damit stärkt Manor die Gleichberechtigung im Unternehmen. Gleichzeitig wird auch der Elternurlaub bei Adoption von 5 auf 15 Arbeitstage erhöht.

Jahresreise der Jungunternehmer Säuliamt führte nach Innsbruck

Das ist mal ein Einstieg in eine JusaReise: 34 Grad im Schatten! Doch damit sind die Schweissdrüsen noch nicht genügend strapaziert. Ab in die Garderobe der Tiroler Rohrwerke und Overall, Schutzbrille und Helm angezogen. In der grossen Schmelzhalle der Tiroler Rohre GmbH wartete bereits der Kupolofen, wo Schrott und Roheisen bei einer Temperatur von 1600 Grad unter Beigabe von Koks, Kalk, Hartstein und Silizium zu flüssigem Gusseisen wird. Duktiles Gusseisen, um präzise zu sein, denn Wasserrohre müssen eine gewisse Elastizität aufweisen, um einem Innendruck von mindestens 100 bar standzuhalten. Auch die äussere Belastung im Erdreich kann beträchtlich sein, wenn es zu Druckstellen auf dem Rohr und Scherungen durch Erdverschiebungen kommt. Das flüssige Eisen wird dazu in die mit 1600 Umdrehungen pro Minute rotierenden Kokillen zu Rohren gegossen bzw. geschwungen. Die Elastizität erhalten die Gussrohre anschliessend durch die aufwendige Wärmebehandlung im Glühofen. Durch präzise Erhitzung und langsame Abkühlung verändert sich die molekulare Struktur im Eisen. Karbide, die bei der raschen Erstarrung der Gussstücke entstanden sind, werden aufgelöst, wodurch das Material elastischer wird. Mit Zink

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Ammann ein. Gebannt lauschten die Jungunternehmer den Erklärungen und staunten über die Komplexität von (Flug-)Technik, Ausrüstung und Finessen der Sprungschanze, die für die Olympischen Spiele 1964 errichtet und 2001 komplett modernisiert wurde. Auf der Aussichtsplattform über dem Restaurant wurde schliesslich nach dem Mittagessen nach ungeschriebenem Gesetz von Ritschard der neue Präsident bestimmt: Markus Da Rugna, Malermeister aus Hedingen. Nach dem obligaten Cola-Bacardi gings auf die Rückreise in die Schweiz. (map.)

Der verlängerte Vaterschaftsurlaub bei Manor gilt ab dem 1. September. Der HR-Chef von Manor, Lorenzo Plumettaz, begründet die Verdreifachung des Vaterschaftsurlaubs mit dem Wunsch nach Gleichberechtigung und Familienfreundlichkeit im Unternehmen: «Als Unternehmen, das besonders viele Familien zu seinen Kunden zählen darf, ist es für Manor wichtig, auch ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein. Ein grosszügiger Vaterschaftsurlaub kommt allen zugute – den Vätern, den Müttern und den Kindern.» Väter, die ihre Familie nach der Geburt eines Kindes noch länger tatkräftig unterstützen möchten, haben die Möglichkeit, den Vaterschaftsurlaub um eine zusätzliche Woche Urlaub unbezahlt zu verlängern. Zugleich mit der Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs passt Manor auch den Elternurlaub bei Adoption an. Neu beträgt dieser ebenfalls drei Wochen. Mütter und Väter haben das Anrecht, diesen Urlaub auf Wunsch um 13 Wochen unbezahlt zu verlängern. (pd.)

Diplome der PH Luzern 299 Absolventinnen und Absolventen der Pädagogischen Hochschule Luzern (PH Luzern) haben am Mittwoch und Samstag im Casino Luzern ihre Bachelor- und Masterdiplome erhalten. Unter ihnen auch Marlies Greuter und Stefanie Fees aus Affoltern sowie Raffaele Cavallaro aus Hausen. (pd.)

3000 Rosen für die Kundinnen und Kunden

Gelungener Rosen-Tag im Obfelder Dorfmärt Am vergangenen Sonntag fand im Obfelder Dorfmärt der beliebte Rosentag statt. Maya Weiersmüller aus Obfelden wurde als Gewinnerin des Wettbewerbs gezogen. Ein Meer aus 3000 Rosen empfing die Kundinnen und Kunden am traditio-

Eine Dorfmärt-Mitarbeiterin mit Gewinnerin Maya Weiersmüller. (Bild zvg.)

nellen Rosentag im Dorfmärt. Der ideale Anlass, um eine liebe Person mit einem eindrücklichen Strauss zu überraschen. Das lohnte sich, schliesslich kostete eine Rose nur einen Franken. Es gab neue Chips-Sorten mit sommerlichem Geschmack zu probieren, und natürlich durfte auch eine feine Wurst vom Grill nicht fehlen. Bei diesen warmen Temperaturen genoss man gerne ein Glas kühlen Weisswein aus der neuen Divino-Aktion, oder sogar ein feines Glas Rotwein aus dem Piemont. Die Wettbewerbsfrage lautete: Welche zwei Weinsorten gibt es vom Cuvée Dorfmärt? Rot und weiss war die richtige Antwort, gibt es doch seit zwei Wochen neu einen süffigen Weisswein aus feinen Schweizer Trauben – pünktlich auf die heisse Saison. Maya Weiersmüller aus Obfelden wurde als Siegerin gezogen. Sie darf sich ein Blumengesteck im Wert von 100 Franken bei Blume 48 im Dorfmärt kreieren lassen. Herzliche Gratulation! (pd.)

Die Gewinnerklasse mit Klassenlehrer Hans Walti und Zeichnungslehrerin Rahel Hefti, Thomas Kölliker, Leiter Geschäftsstellen Mettmenstetten und Hausen, und Rrezarta Beqiri, Kundenberaterin. (Bild zvg.)

Musik gemalt 49. Raiffeisen-Jugendwettbewerb: Klasse aus Mettmi gewinnt Preis Kunst bringt all das zum Ausdruck, was wir nicht in Worte fassen können. Dazu gehört beispielsweise die Musik oder das Malen. Der 49. Raiffeisen-Jugendwettbewerb fand dieses Jahr unter dem Motto «Musik bewegt» statt. Aus über 25 000 eingesandten Zeich-

nungen hat die Jury die besten Malarbeiten ausgewählt. Die Klasse von Hans Walti von der Sekundarschule Mettmenstetten hat einen der ausgeschriebenen Klassenpreise gewonnen. Thomas Kölliker, Leiter Geschäftsstellen Mettmenstetten und Hausen, und

Rrezarta Beqiri, Kundenberaterin, übergaben den symbolischen Check an die Klasse. Herzliche Gratulation! «Wir sind jetzt schon gespannt, was den Kindern und Jugendlichen beim nächsten Wettbewerb alles einfällt», sagte Thomas Kölliker. (pd.)


Veranstaltungen

Dienstag, 9. Juli 2019

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Zirkusspektakel unter freiem Himmel Compagnie Zirkus FahrAway sowie Absolventen von Cirque Intense in Hausen Erstmals seit einigen Jahren findet in Hausen wieder Zirkus statt. Die Compagnie Zirkus FahrAway sowie die Absolventen des Orientierungsjahrs CirqueIntense sind am 12. und 13. Juli auf dem Chratz zu Gast und zeigen Stücke ihrer Sommertournee.

Artistik und Tanz, Musik und Theater sowie den Mitteln des Neuen Zirkus, nehmen die vier Artistinnen und Artisten die Zuschauenden mit auf eine abwechslungsreiche Forschungsreise. «Cirque Intense» in Neuenburg am Rhein ermöglicht Schulabsolvierenden, sich ein Jahr mit Artistik, Theater, Tanz, Musik und Performance zu beschäftigen. Bei Interesse bereiten sie sich auf die Aufnahmeprüfung an internationalen Zirkushochschulen vor.

Eine grosse, runde Konstruktion aus Stahl und Holz, geeignet zum Rollen, darauf zu klettern und für artistische Einlagen aller Art – sie ist der Ausgangspunkt. Aber nichts bleibt, wie es ist. Alles bewegt sich, kommt zum Stillstand und dreht sich weiter. Neugierde treibt das Stück «Drüli» voran. Die vier Artistinnen und Artisten des Zirkusspektakels FahrAway werden von zwei Musikern begleitet, die mit Gitarre, Piano und selbstgebauten elektronischen Instrumenten ins Geschehen eingreifen. Eine auf leichte Art präsentierte schwungvolle Zirkuskunst.

Kinderzirkus, Schminktisch und Zuckerwatte

Traum vom eigenen Zirkus 2010 verwirklichten die fünf jungen Artisten und Artistinnen ihren grossen Traum vom eigenen Zirkus. Mit wenigen und einfachen Mitteln, mit viel Handwerk, Herzblut und Humor wird nun jedes Jahr von Neuem gebaut, geschweisst, trainiert und studiert, um dann im Sommer mit Holzwagen und Traktor wieder loszuziehen. Gemacht wird alles selbst, und zwar von der Tourneeplanung und

Zirkuskunst auf hohem Niveau wird in Hausen geboten. (Bild zvg.) dem Transport mit dem Traktor, über die Bühnenbilder bis hin zu den Crêpes nach der Vorstellung. Nicht zuletzt dies verleiht dem Zirkus einen unverwechselbaren Charme und lädt zum Verweilen und Träumen ein.

Cirque Intense zeigt «In and Out». In ihrem kreativen Abschlussprogramm setzen sich die Absolventinnen und Absolventen des Berufsorientierungsjahrs «Cirque Intense» mit existenziellen Fragen von «Innen und Aussen» auseinander: «Was zeigen wir?

Wie wollen wir gesehen werden? Was macht uns aus: das Innere oder das Äussere? Wie präsentieren wir uns, wer sind wir wirklich? Herdentiere? Einzelgänger? Hören wir uns zu? Verstehen und vertrauen wir uns? Was wollen wir? Geld? Glück? Beides?» Mit

Am Samstag, den 13. Juli, findet ab 15 Uhr Kinderzirkus statt. Kinder aus Hausen zeigen atemberaubende Akrobatik am Boden und am Tuch. Wer noch mehr in die Zirkuswelt eintauchen möchte, kann sich am Schminktisch verwandeln lassen und eine Zuckerwatte oder Crépes vor und nach den Vorstellungen geniessen. Das Zirkusspektakel lädt Kinder, junge Erwachsene, Familien, Grossmamis und Grosspapis, Akrobatinnen, Musiker, Zirkusbegeisterte, Crépesliebhaberinnen und Neugierige ein, den Sommerferienanfang mit einem ausgelassenen und inspirierenden Zirkusfest zu beginnen! (pd.) Zirkus FahrAway: «Drüli», Freitag, 12. Juli, und Samstag, 13. Juli, je 20 Uhr. Cirque Intense, Samstag, 13. Juli, ab 15 Uhr Kinderzirkus, Jugendgruppe Cirque Intense: «In and Out», 17 Uhr. Parkplatz Chratz, Hausen.

Über die Höhen zur Kyburg Die leichte, familienfreundliche Wanderung führt am 16. Juli von Illnau bis nach Winterthur, vorbei am Schloss Kyburg, der Sternwarte Eschenberg und dem Wildpark Bruderhaus. Vom Bahnhof Illnau führt der Weg hinunter zur Hauptstrasse und hinein ins Tal des Huenerbachs. Bald wird der Weiler Agasul erreicht, vo wo es Richtung Norden durch den Hardwald nach First geht. Nun geht es vorbei am Start- und Landeplatz der Modellflieger in das Waldstück Pfruendholz und hinaus in das freie Feld Wurnhusen. Hier ist die Kyburg das erste Mal aus der Ferne zu sehen. Hinunter gehts zum Dorf Kyburg. Beim Schloss angekommen, gibt es eine Mittagspause, Verpflegung aus dem Rucksack. Nach einer Besichtigung der mittelalterlichen Burg steigt man auf dem Schlossweg hinunter bis zur gedeckten Holzbrücke über die Töss, wo Grundwasser für die Stadt Winterthur

abgepumpt wird. Nach kurzer Zeit geht es hinauf zur Waldebene des Eschenberges. Nun wird das zerfurchte Steintobel passiert und der Eschenberghof erreicht, wo auf der linken Seite die Sternwarte Eschenberg zu sehen ist. Von hier führt der Weg zum weitangelegten Wildpark Bruderhaus. Er gehört zu den schönsten Naherholungsgebieten der Region. In verschiedenen Gehegen können Hirsche, Pferde, Luchse, Mufflons, Wildschweine, Wisente und Wölfe beobachtet werden. Nach einer Pause im Restaurant führt der Rest der Wanderung in Richtung Winterthur bis zur Bushaltestelle Breite, wo es mit dem Bus und der Bahn wieder nach Hause geht. Dölf Gabriel, Wanderleiter Geführte Wanderung am 16. Juli. Anmelden bis 13. Juli per E-Mail miteinander.wandern@bluewin.ch oder per Telefon 044 761 99 36 und 079 288 22 72. Weitere Infos: www.miteinanderwandern.ch.

Autos mit erneuerbarem Gas tanken Am «Symposium für nachhaltige Mobilität» in der Umwelt Arena in Spreitenbach rückte mit Power-to-Gas eine Technologie in den Fokus, deren Potenzial noch unterschätzt wird. Rund 110 000 oder 2,5 Prozent aller Personenwagen in der Schweiz fahren heute mit alternativen Antrieben – darunter 18 000 Elektro- und 11 000 CNG-Fahrzeuge (Erdgas und Biogas). Mit Power-to-Gas (PtG) steht eine Technologie zur Verfügung, die nochmals massgeblich zur Senkung der CO2Emissionen im motorisierten Individualverkehr beitragen kann. Gemäss einer Studie besteht in der Schweiz das Potenzial, in Zukunft bis zu eine Million Personenwagen mit synthetisch erzeugtem Methan sehr CO2-arm zu betreiben. Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebs-

systeme bei der Empa und Mitautor der Studie, präsentierte die Resultate vor rund 160 Teilnehmenden am «Symposium für nachhaltige Mobilität» in der Umwelt Arena Schweiz in Spreitenbach. «Die CO2-Emissionen dieser Million Autos würden gegenüber Benzinfahrzeugen um 70 bis 90 % reduziert», stellte Christian Bach fest. Neben Christian Bach, Prof. Dr. Markus Friedl, Walter Schmid und Patrick Wittweiler nahmen auch FDPNationalrat Thierry Burkart, Andreas Burgener (Direktor Auto-Schweiz) oder Christoph Schreyer (Leiter Mobilität beim BfE) am Symposium teil. Sie alle waren sich einig: Die Frage lautet nicht, ob Elektro, Gas oder Wasserstoff besser ist für die Umwelt, sondern, wie der kombinierte Einsatz dieser Technologien und Energieträger hilft, die CO2- und Klimaziele in der Schweiz zu erreichen. (pd.)

Immer wieder sind die Lokalvereine gefordert: Die Holzpalisaden des Eingangs zum Bergwerk Riedhof mussten aus Sicherheitsgründen kürzlich massiven Steinbrocken weichen. (Bilder zvg.)

Erlebnis für die ganze Familie 2. Tag der Reppisch am 14. September Am 14. September herrscht von Aumüli bis Götschihof Hochbetrieb. Am 5. September 2015 fand der erste Reppischtag statt. 25 Vereine präsentierten sich über 25 Kilometer entlang der Reppisch – vom Türlersee bis nach Dietikon. Die Bevölkerung machte sich auf die Socken, und zwar zu Fuss, per Velo, mit dem öV oder im Auto. Für den zweiten Anlauf setzt das OK des Vereins Idee Reppisch auf zwei vielseitige Schwerpunkte: in Dietikon als Ergänzung des Herbstmarkts und am Oberlauf zwischen Aumüli und Götschihof: kleiner Raum – grosse Vielfalt – starke Vereine! Stichworte: Mühle und Sägerei in Betrieb; Naturnetz und Awel über Flora und Fauna; Jäger und Fischer; Bergwerk und

Türlerseeschutz; Führung im neuen Mastbetrieb der Nationalstiftung, Solvita (Gärtnerei offen), insieme und Plusport mit Wettbewerb und Spielen. Dazu laden zwei Beizli mit leckeren Lokalprodukten ein.

Auch ein gemeinsames Säuliämtler Jubiläum Die Gründung des Vereins Idee Reppisch (VIR) erfolgte 1999 auf Initiative des Elternvereins insieme Limmattal & Amt mit dem Ziel, dem Natur- und Kulturraum entlang der Reppisch Sorge zu tragen, ihn gemeinsam zu nutzen und Konflikte verständnisvoll zu lösen. Diese Grundhaltung ermöglichte es dank unzähliger Spenden aus der Bevölkerung, der öffentlichen Hand, von Firmen, Einzelpersonen und

Schulklassen mit 130 000 Franken den geschützten, rollstuhlgängigen Weg entlang der Reppisch zu bauen und den Fluss gleichzeitig aufzuwerten. Seit nunmehr 20 Jahren verfügen die lokalen Bewohner der Stiftung Solvita über einen gefahrenlosen Zugang in die freie Natur: Sie nützen ihn täglich. Das OK freut sich darauf, neben jungen Familien, Zuzügern und Alteingesessenen möglichst viele Spenderinnen und Spender aus dem Jahre 1999 begrüssen zu dürfen, welche mit dem symbolischen Kauf eines «Laufmeters à 125 Franken» dieses tolle, bewährte Gemeinschaftswerk ermöglicht haben. Alle Besucher erhalten den beliebten Flyer zum Reppischweg. Jean-Jacques Bertschi, OK, Wettswil, alt Kantonsrat


Sport

Dienstag, 9. Juli 2019

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Jenny Dürst mit viel Selbstvertrauen Die Wettswilerin spielt für den TC Weihermatt in der Nationalliga A Während die Interclub-Saison für die Teams ihres Stammklubs TC Wettswil abgeschlossen ist, geht sie für Jungprofi Jenny Dürst erst richtig los: Ab Ende Juli ist sie für den Tennisclub Weihermatt Urdorf in der Nationalliga A im Einsatz. Dank guter Resultate in den letzten Monaten startet sie mit viel Selbstvertrauen. Dass im Leben eines Jungprofi nicht alles eitel Sonnenschein ist, weiss Jenny Dürst nicht erst seit gestern. Die aktuelle Nummer 35 der Schweizer Tennisrangliste hat sich im zarten Alter von 20 Jahren bereits mehrfach nach Verletzungen und Operationen wieder nach oben gekämpft. Doch nicht nur physisches Ungemach kann dem Erfolg im Weg stehen. Nachdem ihr an den Schweizer Meisterschaften im Dezember 2018 mit der Viertelfinalqualifikation ein veritabler Coup gelungen war, konnte sie in der Folge trotz intensiver Vorbereitung in Florida nicht mehr an die Resultate vom Herbst und Winter anknüpfen. «Irgendwie war ich mental nicht auf der Höhe», analysiert die Wettswilerin, «was wohl auch damit zusammenhing, dass ich seit einiger Zeit keinen festen Trainer mehr hatte.» Im Februar erreichte sie an einem Turnier der International Tennis Federation (ITF) in Ägypten im Doppel immerhin noch das Halbfinale und qualifizierte sich im Einzel für das Hauptfeld. «Im März spielte ich in Tunesien dann

aber alles andere als gut», hält sie selbstkritisch fest.

Neuer Trainer, neue Erfolge Etwas Gutes brachte der Abstecher nach Nordafrika trotzdem. Jennys Vater knüpfte dort Kontakt zu Alexander Hizli, der in den 90er-Jahren selbst als Tennisprofi auf der ATP-Tour unterwegs war und mittlerweile in Konstanz eine Tennisschule leitet. Seither trainiert Jenny regelmässig bei Hizli, der ihr ein Tennisumfeld bietet, in dem sie sich wohlfühlt. Inwieweit die neue Konstellation dazu beitrug, dass es ab April tennismässig wieder aufwärts ging, lässt sich nicht quantifizieren. Tatsache ist aber, dass Jenny an drei ITF-Turnieren in der Türkei auf die Erfolgsspur zurückfand. Ein Schlüsselerlebnis dürfte die Auftaktbegegnung im ersten Turnier gewesen sein, die Jenny nach drei abgewehrten Matchbällen noch gewann. Es folgten mehrere Siege gegen besser klassierte Spielerinnen, zwei Turniersiege im Doppel und die Einzel-Halbfinalqualifikation im dritten Turnier der Serie.

Schwungvoll und mit Optimismus in die zweite Saisonhälfte: Jenny Dürst, die aktuelle Nummer 35 der Schweiz. (Bild BK) Sieg gegen die Nr. 381 der Weltrangliste Für den vorläufigen Saison-Höhepunkt sorgte Jenny Mitte Juni am ITF-Turnier in Klosters. In der ersten Runde traf sie auf die Italienerin Gaia Sanesi, die als Nummer 381 der Weltrangliste klar favorisiert war. «Ich spürte rasch, dass dies ein guter Tag war», blickt Jenny zurück, «es passte einfach alles

zusammen.» Der klare Zweisatzsieg bedeutete den grössten Erfolg ihrer bisherigen Laufbahn und lässt sie die zweite Saisonhälfte mit grossem Selbstvertrauen in Angriff nehmen. Auf dem Programm stehen zunächst Interclub-Einsätze in der Nationalliga A mit dem TC Weihermatt in Urdorf. Gewissermassen warmgespielt hat sich Jenny mit zwei Einsätzen in der Na-

tionalliga B für Lido Luzern, die sie gegen ihre N3- beziehungsweise N4-klassierten Gegnerinnen gewinnen konnte. Nach dem Interclub sind weitere Turniereinsätze in Ägypten vorgesehen. «Ich bin sehr positiv gestimmt, motiviert und freue mich auch auf das neue WTA-Ranking», fasst Jenny die Ausgangslage für den Rest der Saison zusammen. Ende letzten Jahres als Welt-

nummer 1139 geführt, hatte sie wegen Änderungen im Reglement wie viele andere Spielerinnen ihre Weltranglistenposition verloren. Nun haben die internationalen Verbände eine Korrektur vorgenommen, die Jennys Rückkehr in die Weltrangliste ermöglichen sollte. Nach ihren jüngsten Erfolgen darf man gespannt sein, auf welcher Position der Name Jenny Dürst erscheinen wird. (BK)

Auf der Felge Urs Huber scheitert an der Technik – und an sich selbst In den letzten beiden Jahren war der Sieg am MB-Race jeweils das herausragende Ergebnis in Urs Hubers Saison, denn mit 140 km und 7000 Höhenmetern fordert der Bike-Marathon am Mont Blanc die meisten Reserven. Ein früher Raddefekt liess den Mettmenstetter diesmal leiden.

Die erfolgreichen Gewinner der Säuliämter Juniorenmeisterschaften. (Bild zvg.)

Die Juniorenmeisterinnen und -meister im Tennis sind gekürt Erfolgreiche Säuliämtler TennisJuniorenmeisterschaften Am Wochenende vom 29. bis 30. Juni haben die traditionellen Säuliämtler Juniorenmeisterschaften stattgefunden. Erneut wurde das Turnier von den drei Tennisclubs Hausen, Stallikon und TC Säuliamt gemeinsam organisiert. Dieses Jahr wurden die Spiele in Hausen und auf den Plätzen des TC Stallikon ausgetragen. 28 Kinder und Jugendliche haben in diversen Kategorien teilgenommen. Neben der Interclub-Meisterschaft bieten die Juniorenmeisterschaften eine ideale Möglichkeit, sich auch mit Gegnern anderer Clubs zu messen.

Kampf um jeden Ball .Trotz der sehr heissen Temperaturen wurde um jeden Ball gekämpft und das Publikum konnte teils sehr schöne Ballwechsel beklatschen. Von Spielern und Zuschauern wurde gleichermassen die gute Organisation, die Gastfreundschaft und das tolle Buffet geschätzt. Bereits mehrfach haben Nadja Gottsmann, Vanessa Graf und Nicolas Betti die Meisterschaft gewonnen. Ihnen und auch den anderen Gewinnern Nastasjia Sucur und Andrin Albrecht (nicht auf dem Foto) in der Kategorie U10, Leona Blatter und Ramon Bisa (U12) und Jan Thalparpan sei an dieser Stelle zum Gewinn der Meisterschaft herzlich gratuliert! Daniel Küpfer

«Wenn ich vor der Saison auf ein Rennen hätte setzen müssen, das ich gewinne, hätte ich als Erstes auf das MB Race gesetzt. Dieses Monster ist wie gemacht für mich», sagte Urs Huber siegesgewiss. Nach den Erfolgen in der Vorwochen fühlte er sich bestens gerüstet, um erneut zu reüssieren. Doch es kam anders: Kurz vor Kilometer 40 gab es einen lauten Knall und dann ein Zischen. Schon fuhr Huber buchstäblich auf der Felge. Er musste feststellen, dass eine Speiche samt Nippel aus der Felge gerissen worden war. Durch das so entstandene Loch war die Luft aus dem Hinterrad entwichen. Huber blieb nichts anderes übrig, als einen Schlauch einzulegen. Er liess sich dabei die nötige Zeit, denn es gibt auf der Strecke nur drei Mal die Möglichkeit, neues Material anzunehmen. Der nächste Materialposten war 30 Kilometer entfernt. Ein weiter Weg zumal im Gelände, denn das Rad hatte wegen der fehlenden Speiche eine ziemliche Acht bekommen und auch das Schaltwerk hatte offenbar einen Schlag bekommen, denn es stand schräg.

Durch den Defekt den Biss verloren Beim Reparaturposten zog es Huber vor, nur das Rad zu wechseln. Er wollte nicht riskieren, dass das Schaltauge

Urs Huber gezeichnet von den Strapazen am MB Race. (Foto MB-Race) beim Zurückbiegen des Wechslers bricht, denn das hätte das Aus bedeutet. Die Gänge liessen sich noch einigermassen schalten, nur der leichteste ging nicht. Exakt der Gang also, den der 33-Jährige noch viel gebraucht hätte. Die Reparaturen hatten allerdings rund eine Viertelstunde gekostet, was sich auf die Moral Hubers auswirkte. Die Spitzengruppe war inzwischen über alle Berge. Bei halber Distanz betrug der Rückstand noch immer zwölf Minuten. Weitere 20 Kilometer presste

sich Huber aus und fuhr auf Rang vier vor. Doch dann war er am Ende: «Ich litt unter der Hitze, der Rennsituation und der brutalen Strecke. Nach vorne konnte ich nichts mehr ausrichten. Nach hinten schien ich sicher zu sein. Nach über neun Stunden rettete ich mit über einer Viertelstunde Rückstand den vierten Rang ins Ziel.» Selbstkritisch fügt der Mettmenstetter an, dass der Defekt wohl Pech war. Dass er es nicht geschafft habe, sich danach wieder zu fangen, sei aber klar sein eigener Fehler. (map.)


Sport

Dienstag, 9. Juli 2019

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Klingler schafft Einzug ins Halbfinale Lead-Weltcup in Villars-sur-Ollon

Die jungen Karatekas der Ken Wa Kai Karateschule Affoltern holten einige Medaillen. (Bilder zvg.)

Dreimal Gold ins Säuliamt Chatrina Maron aus Affoltern, Liv Siering aus Obfelden und Luis Graf aus Aeugst holen Gold und dürfen sich Zürcher Kantonal Karate Meister nennen. An der Zürcher Karate-Kantonalmeisterschaft in Bonstetten trafen sich am Sonntag, 7. Juli, Karatekas aus 20 Karateschulen (insgesamt 426 Nennungen) des Kantons Zürich. Unter ihnen auch die Ken Wa Kai Karateschule aus Affoltern. Trotz starker Konkurrenz gewinnen Chatrina Maron (13), Liv Siering (7) und Luis

Graf (11) alle Kämpfe und holen Gold! Knapp an Gold vorbei und somit den zweiten Rang erkämpfen sich Can Pelenk (7), Aaliyah Pelenk (9) und Adrian Hess (13). Can Pelenk gewinnt die Silbermedaille sogar in zwei Kategorien. Bronze erkämpfen sich Livia Batur (10), Sarah Jurikova (9), Dejan Sedlarevic (10), Lia Pfister (7), Raphael Kreuzer (8), Loris Beciri (8), Aaliyah Pelenk (9), Michael Rohner (11), Michelle Ochsner (8), Srdjan Sedlarevic (14), Chatrina Maron (13) und Luisa Hess (14). Emilia Batur (6) und Patricia Volic (17) erkämpfen sich je zwei Bronzemedaillen. (pd.)

Petra Klingler erreichte beim topbesetzten Lead-Weltcup in Villars-sur-Ollon bei den Damen das Halbfinale und belegte als beste Schweizerin den 24. Schlussrang. Bereits zum vierten Mal erfolgte der Saisonauftakt im Leadklettern am Wochenende in Villars-sur-Ollon, inmitten der Waadtländer Alpen. 247 Athletinnen und Athleten aus 17 Nationen traten zum ersten Lead- und vierten Speed-Weltcup der Saison an, darunter neun Damen und elf Herren aus der Schweiz. Der Einzug ins Halbfinale war das erklärte Ziel von Petra Klingler (Bonstetten). Dank Platz 26 in der Qualifikation schaffte die Zürcherin just den Sprung in die nächste Runde, ehe sie am Samstagvormittag als erste Athletin die Halbfinalroute in Angriff nahm. «Ich bin sehr zufrieden, so wie ich geklettert bin, denn ich habe keine Fehler gemacht. Es begann relativ einfach, dann kam die erste Schlüsselstelle. Entweder gelingt es dir, dort umzustellen oder nicht. Leider fand ich dieses Mal nicht auf Anhieb die richtige Lösung, was zum Sturz führte. Obwohl ich mein angestrebtes Ziel erreicht habe, bin ich mit dem 24. Schlussrang nicht ganz zufrieden», resümierte Petra Klingler nach dem Wettkampf.

Nächster Start in Chamonix

Auch die älteren Säuliämtler Karatekas waren erfolgreich. anzeige

Der Sieg bei den Damen ging an die Slowenin Janja Garnbret. Den SpeedWeltcup gewannen Anouck Jaubert (Fra) und Aleksandr Shikov (Rus). Bei den Herren brillierte Sascha Lehmann und feierte vor einem frenetischen Heimpublikum seinen allerersten Weltcupsieg! Dies gelangt zuletzt Cédric Lachat im Jahr 2007. Für Petra Klingler und Sascha

Petra Klingler – hier im Speed - war trotz erreichter Zielsetzung nicht ganz zufrieden. (Bild zvg.) Lehmann geht es bereits am kommenden Wochenende mit dem

nächsten Lead-Weltcup in Chamonix (F) weiter. (pd.)


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