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Freitag, 14. Juni 2019

«Fotografieren und Dokumentieren sind meine Leidenschaften» Menschen im Säuliamt: René Schmutz reist viel und kreiert darüber Multivisionsshows Beruflich war René Schmutz im Bereich Werbung und Marketing tätig. Seit der Pensionierung ist er regelmässig auf Reisen und stellt danach wunderschöne Multivisionsshows her. Er wohnt seit gut 20 Jahren mit seiner Partnerin in Stallikon. ................................................... mit rené schmutz sprach marianne voss Das grosse Gestell im Wohnzimmer mit den unzähligen Schallplatten und CDs fällt beim Eintreten sofort auf. «Ja, ich sammle seit Jahren Tonträger», berichtet René Schmutz. «Früher klopfte ich auf allen Reisen die Plattenläden ab.» Er habe sich vor allem auf Jazz-Musik spezialisiert. «Es befinden sich hier aber auch Tonträger mit Musik von Richard Wagner und den Beatles.» Reisen und Jazz, das sind zwei wichtige Themen im Leben von René Schmutz. Und zum Reisen gehört untrennbar auch die Fotografie. «Eigentlich wäre ich gerne Musiker geworden. Ich träumte davon, auf einem Kreuzfahrtschiff zu spielen und um die Welt zu fahren», erzählt er auf der Terrasse seiner Wohnung in Sellenbüren. «Der Schlagzeuger John Ward vom Hazy Osterwald Sextett war mein grosses Vorbild.» Zwischen zwei Jobs habe er das Leben als Berufsmusiker auch ausprobiert und sei als Schlagzeuger einer Tanz-Band in der ganzen Schweiz unterwegs gewesen. «Das war zwar spannend, aber brotlos. Daher kehrte ich wieder zu meinem eigentlichen Beruf zurück.» Er heiratete und wurde Vater von zwei Kindern.

Im Bereich Werbung und Marketing Aufgewachsen ist er in Bern. Sein Dialekt verrät die Herkunft immer noch ein wenig. Er absolvierte eine KV-Lehre bei der Publicitas. Später wechselte er zur Assa und arbeitete als Vertreter im Verkauf von Inseraten. Er liebte seinen spannenden Beruf, bildete sich weiter in den Bereichen Werbung und Marketing und wurde schliesslich stellvertretender Generaldirektor. Kurz bevor die Firma aufgekauft wurde, wechselte er zur Wemf AG, die Werbemedienforschung betreibt. Und

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herkömmliches

Simsalabim Die Herkunft des Zauberwortes Simsalabim ist ebenso rätselhaft wie all die verblüffenden Dinge, die Magier aus aller Welt mit diesem geheimnisvollen Wort herbeizaubern. Es stammt aus dem Arabischen und geht zurück auf die ersten Worte des Koran, die als Einleitungsformel in fast allen der 140 Suren wiederholt werden. Sie lauten: «bismi llahi r-rahmani r-rahimi» oder auf Deutsch: Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen». Diese Worte bilden die sogenannte Basmala, die gläubige Muslime aussprechen, bevor sie etwas Wichtiges unternehmen. Weniger fromme Leute, die der traditionellen Gebetsformel keine magische Wirkung zutrauten, machten sich darüber lustig und verdrehten die Silben ein wenig. So ist aus dem Basmala, das mit den Worten bismi llahi beginnt, der Zauberspruch Simsalabim geworden, der sich mit Hilfe der Märchenerzähler in aller Welt verbreitet hat. (ubo) In der Serie «Herkömmliches» deutet Urs Boller die mutmassliche Herkunft von Wörtern und Begriffen.

René Schmutz sammelt Schallplatten und CDs. «Es sind inzwischen rund 10 000 Tonträger». (Bild Marianne Voss) dort blieb er bis zur Pensionierung. Seine beiden Kinder seien inzwischen natürlich erwachsen, erklärt er. «Der Sohn wohnt in Amerika, die Tochter hier in der Umgebung. Und ich habe drei Enkelkinder.» Nach der Scheidung von seiner ersten Frau habe er dann Maja kennen gelernt. Mit ihr lebe er nun schon seit 25 Jahren zusammen, davon bereits 20 Jahre in Sellenbüren.

Reisen mit der Kamera Das Reisen hatte im Leben von René Schmutz immer einen hohen Stellenwert. Jetzt nach der Pensionierung erst recht, denn jetzt hat er Zeit, um die Welt zu erkunden. Und auf jeder Reise ist seine Fotoausrüstung dabei. «Keine riesige!», betont er. Er habe schon früher immer fotografiert und seine Reisen dann auch ausführlich dokumentiert. «Zu Beginn klebte ich noch Bilder ins Fotoalbum.» Er habe auch Diaserien zusammengestellt. «Doch Diashows haben ja einen bösen Ruf. Das Klick, dann dunkel, dann wieder Klick, das ist sehr ermüdend.» Schon vor 40 Jahren habe er sich dann einen Projektor gekauft, mit dem er die Bilder überblenden konnte. «Mithilfe des Computers entwickelte ich

ein Programm für die Koordination von Bildern, Kommentaren und der Musik aus Tonbandgeräten.» Er schmunzelt. «Ja, so war das am Anfang.» Heute fotografiert er natürlich mit einer Digitalkamera und kreiert dann nach den Reisen mittels einer Spezialsoftware wunderschöne Multimediashows – von jeder Reise eine. «Ich tue das nicht für kommerzielle Zwecke, sondern einfach für mich. Fotografieren und Dokumentieren sind meine Leidenschaften. Es macht mir riesig Spass, nach einer Reise beim Nachbearbeiten alles nochmals durchzuerleben.» Ab und zu werde er angefragt, an Anlässen eine Show zu zeigen. Das tue er natürlich gerne. Doch meistens geniesse er seine Shows für sich und erhalte dabei wieder vieles der Reisen zurück. «Ich mache das zum Beispiel dann, wenn im Fernsehen nichts Schlaues kommt.»

Biografien von Jazzschlagzeugern Wohin führen denn seine Reisen? «In der ganzen Welt und rund um die ganze Welt.» Er sei schon mehrmals um die Welt gereist. Das erste Mal zwei Wochen nach der Pensionierung. «Ich reiste alleine fast ohne Flugzeug um

die Erde.» Und seine nächsten Pläne? «Zuerst reisen wir nach Portugal und Spanien. Dann im August habe ich die Schifffahrt auf der Nord-West-Passage von Grönland nach Alaska gebucht.» René Schmutz pflegt aber noch ein anderes Hobby. Das ist eben der Jazz. «Das Thema interessiert mich brennend.» Er spiele zwar kaum noch selber Schlagzeug, dafür schreibe er Biografien von Jazzschlagzeugern. «Solche Darstellungen gibt es kaum, die Schlagzeuger der Bands sind meistens nicht so bekannt.» Er suche alles über diese Musiker zusammen, was er finden könne, und lasse dann jeweils ein Buch drucken. «Nur ein, zwei Exemplare für mich.» Humorvoll meint er: «So tue ich doch etwas, damit mein Gehirn nicht einrostet.»

Serie «Menschen im Säuliamt» In der Serie «Menschen im Säuliamt» berichtet Marianne Voss aus dem Leben von Menschen, die im Säuliamt wohnen oder im Bezirk Affoltern ihren Arbeitsplatz haben. Die Beiträge erscheinen in loser Folge.

wetter

bauernregel «Nach St. Veit (15. Juni), da ändert sich die Zeit; dann fängt das Laub zu stehen an, dann haben die Vögel das Legen getan.»

«Wir haben einen neuen Hausdrachen», sagte jemand in der Redaktion. Jetzt fragen sich die anderen: Wer war es wohl vorher? (Bild Livia Häberling)

Im Spital Affoltern geboren

Leonardo, 4. Juni.

Nayla, 4. Juni. (Bilder Irene Magnin)

Gefahrlos grillieren Mit den steigenden Temperaturen hält die Grillsaison Einzug. Worauf muss man achten, um sich und andere nicht zu gefährden? Die meisten Grillunfälle entstehen durch fahrlässiges Verhalten. Wird zum Beispiel bei Holzkohlegrills als Anzündhilfe Benzin oder Brennsprit in die Flammen gegossen, ist das Risiko explosionsartiger Brände hoch. Sie können bei Mensch und Tier zu schlimmen Verletzungen führen. Stattdessen sollte man auf Anzündwürfel, Brennpaste oder Anzündkamine aus dem Fachhandel zählen. Grundsätzlich soll der Grill standfest auf eine stabile Unterlage im Freien stehen, mit mindestens einem Meter Abstand zu brennbaren Materialien wie Gartenmöbel. Weiter sollte man Kinder und Tiere in der Nähe des Grills beaufsichtigen und für den Ernstfall immer eine Giesskanne mit Wasser oder einen Feuerlöscher bereithalten. Die Asche muss mindestens 48 Stunden ausglühen oder gut gewässert werden, ehe man sie entsorgt – in einem feuerfesten Behälter. Auch beim Grillen mit Gas oder Elektrizität kann es – beispielsweise bei defekten Anschlüssen – zu gefährlichen Situationen kommen. Drum regelmässig prüfen, ob die Gasleitungen dicht sind. Leitungen dazu mit Seifenwasser einschmieren, Blasen weisen auf undichte Stellen hin. Bei Gasgeruch Ventil sofort schliessen. (pd.)

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