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Gewerbe/Dienstleistungen

«Gauklermärchen»

Pinewood-Derby

Die 3. Oberstufenklasse der Schule Tägerst in Affoltern lädt zum Theater-Erlebnis. > Seite 19

Am Modellauto-Rennen in Bonstetten geht es nicht nur um Schnelligkeit. > Seite 21

Freitag, 14. Juni 2019

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Trainerwechsel Beim Fanionteam des FC Hausen folgt Philippe Leu auf Samir Ben Nejma. > Seite 25

Vreni Laederach schafft vielfältige Töpferarbeiten Tag der offenen Tür und des offenen Gartens in Zwillikon Vreni Laederach hat viele Ideen – und setzt sie mit Ton um. Dabei zeigt sie einerseits eine grosse Liebe zum Detail, anderseits feinen Humor. Gern gibt sie ihr Wissen und Können in Kursen weiter und ermutigt die Teilnehmenden, auch ausgefallene Visionen zu realisieren. ................................................... von regula zellweger Nähert man sich dem Reiheneinfamilienhaus der Familie Laederach Am Hofibach 19 in Zwillikon, staunt man, dass aus einem Busch mit roten Blättern schwarzrote Vogelhälse gen Himmel gereckt sind, aus dem Blattgrün von Frauenmantel und Mohn blaue Keramikblüten zu wachsen scheinen und dass vor der Haustüre ein koboldartiger Junge frech aus einer Kugel schaut. Auf der Bank entdeckt man eine Damenhandtasche, aus der blaue Lobelien herausgucken. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die Taschen nicht aus Leder, sondern aus Ton gefertigt wurde. Im Haus drin bewundert man dann eine ganze Sammlung von tönernen Handtaschen, die bis ins kleinste Detail, mit Riemen, Schnallen und Reissverschlüssen ausgearbeitet sind.

Möglicher Einstieg in ein neues Hobby «Ja, ich bin pingelig», gibt die ehemalige Lehrerin unumwunden zu. Sie hat Geduld und zeigt viel Freude am Ausprobieren. Im Laufe der Jahre haben sich eine Menge Objekte angesammelt, welche die Töpferin anlässlich ihres Events «Tag der offenen Türe und des offenen Gartens» der breiten Öffentlichkeit prä-

formt gern Gartenkeramik oder Windlichter sowie Kugeln, Vögel und Frösche, Fische, Katzen und Bilder, Taschen, Vasen … Nach Porträtfotos gestaltet sie auf Wunsch auch Köpfe, etwa Kinderköpfe. Sie freut sich über Aufträge und produziert auf Wunsch der Kundschaft Vasen oder Dekorationsgegenstände. «Einmal habe ich auf BestelDie Töpferin Vreni Laederach inmitten ihrer Werke. Eines ihrer Lieblingsobjekte ist der Oktopus, der auf einem lung eine wunderschöne blauglasierWellenschiff aus Marmor reitet. (Bild Regula Zellweger) te Urne gemacht», sentieren möchte. Dabei bekommen Be- erzählt sie, «und dann erfahren, dass sucherinnen und Besucher auch einen auf dem betreffenden Friedhof nur unEinblick in ihr Atelier, was besonders glasierte Urnen erlaubt waren.» «Man lernt nie aus, und es gibt imfür Leute, die sich selbst gern mit Töpfern beschäftigen möchten, ein nieder- mer wieder etwas auszuprobieren», schwelliger Einstieg in ein neues Hobby meint sie mit einem Lächeln, und sein kann. In den Töpferkursen gestal- zeigt, wie sie mit Tortenspitze und ten Anfänger und Fortgeschrittene Wallholz Muster zaubert. Unter einem Objekte nach eigenen Ideen und unter Holunderbusch findet man in ihrem der fachlichen Begleitung von Vreni Garten einen detailgetreu gestalteten Läderach. Es stehen drei gut ausgerüste- Oktopus, der auf einem Wellenschiff te Arbeitsplätze zur Verfügung und die aus weissem Marmor seine Arme inalObjekte werden im hauseigenen Brenn- le Richtungen zu schlingen scheint. ofen gebrannt. Dies ist ein Gemeinschaftswerk von Vreni Laederach und ihrem Mann Urs, der Stein bearbeitet. Wissen weitergeben Vreni Laederach ist glücklich, wenn Sie ihre Freude am Töpfern weitergeben kann. Zwei Kursstunden kosten lediglich 25 Franken, exklusive Material und Brennen. Eine Drehscheibe sucht man vergebens im Keller-Atelier. Die Töpferin

Keramik-Ausstellung «Tag der offenen Tür und des offenen Gartens», 20. bis 23. Juni, Am Hofibach 19, Zwillikon. Öffnungszeiten: Donnerstag, 20. Juni, 18 bis 21 Uhr, Freitag, 21. Juni, 14 bis 21 Uhr, Samstag, 22. Juni, 10 bis 18 Uhr, Sonntag, 23. Juni, 10 bis 16 Uhr. Weitere Informationen: www.toepfernamhofibach.ch.

Laden seit 19 Jahren zum Selberpflücken von Erdbeeren ein: Daniela und Beat Stübi vom Sunnehof in Mettmenstetten. (Bild Werner Schneiter)

Rot ist Trumpf auf dem Sunnehof Erdbeeren zum Selberpflücken Sie kommen auch aus anderen Kantonen und füllen ihre Behältnisse mit Erdbeeren: Die Pflücksaison bei der Familie Stübi auf dem Sunnehof in Mettmenstetten ist in vollem Gang. Bewehrt mit Körben aller Art, treffen am Mittwoch Familien bei der Familie Stübi ein, allesamt Erdbeerfans, die sich auf dem 75 Aren grossen Areal in Reihen bücken, pflücken und die persönliche Ernte hernach wiegen lassen. Rund 2,2 Kilo beträgt der Pro-Kopf-Verzehr in der Schweiz.

Vier Sorten zur Auswahl Unter den rund 32 000 grünen Pflanzen schimmern die roten Früchte, die kalorienarm und reich an Vitamin C sind – und vielseitig verwendbar. Seit nunmehr 19 Jahren ist auf dem Sunnehof in den Monaten Mai und Juni Selberpflücken angesagt. Vier Sorten stehen zur Auswahl, wobei die robuste

Clery rund die Hälfte ausmacht. «Der Behang ist gut in diesem Jahr, und auch die Qualität stimmt», freut sich Beat Stübi. Er und seine Frau Daniela dürfen in der Vorbereitungszeit die Hilfe von 10 bis 15 Frauen und Männern aus dem Dorf in Anspruch nehmen. Gesetzt werden die Pflanzen im August, später ist das Entfernen von Ranken und Unkraut nötig – im Frühjahr muss das wiederholt werden, ehe die Felder für die Ernte freigegeben werden können. Dieses Jahr erfolgte der Start am 3. Juni; ideal ist eine Erntedauer von fünf bis sechs Wochen. Dreimal wird jeweils am gleichen Ort angepflanzt, dann muss gewechselt werden. Jährlich werden neue Pflanzen gesetzt. Sie können künstlich bewässert werden. Erdbeeren lieben aber trockenes Wetter. Ideal ist eine Temperatur um 25 Grad. (-ter.) Infos unter www.fruechtepfluecken.ch.

Auf einen Kaffee in der «Kreativ-Baragge» in Uerzlikon Neues Kunst- und Handwerks-Konglomerat in der alten Sennerei Uerzlikon hat seit Kurzem einen neuen Treffpunkt im Dorf. Die Kreativ-Baragge in der alten Sennerei bietet neben den Eingemieteten auch Hobbykünstlern Raum, um ihre Werke auszustellen oder handwerkliche Kurse anzubieten. ................................................... von martin platter Dank der Initiative von Eshter Böni ist die alte Sennerei im Uerzliker Unterdorf gleich neben Berweger Eisenwaren in neuem Glanz erstrahlt. Das geräumige Haus ist im Inneren sanft renoviert und neu gestrichen worden. Sechs Künstlerinnen und Künstler sind inzwischen eingezogen und präsentieren ihre Werke. Der bekannteste ist der Plastiker, Objektgestalter und

Kunstmaler Ralf Abati (abatiart.ch), der ab 1985 fünf Jahre Assistent von «Alien»-Erfinder HR Giger war. Entsprechend apokalyptisch-phantasievoll, aber nicht ganz so düster geprägt sind auch Abatis Werke. Lisa Aebi (Instagram: pictures_by_lisa_a) malt Acryl mit Vorliebe für Abstraktes und gerne auch farbenfroh. Eliana Thalmann hat sich dem Textil- und Schuhdruck verschrieben. Sie nutzt dazu auch Metallfolien, was ihrer Arbeit einen exklusiven Touch verleiht. Edi Aeberhard (jadedesign.ch) verarbeitet Nephrit-Jade aus Britisch Columbia zu Schmuckstücken, Tischen und Skulpturen und designt auch wunderschöne Öllampen aus Metall. Albert Winzeler (Facebook: Albert Winzeler) ist nicht nur gelernter Schreiner, sondern auch mit der Kettensäge ein Virtuose. Aus Baumstrünken werden so Skulpturen, aus Holzstücken Spielzeuge, Ausstel-

zum Verleih an. Sie berät FasnachtsCliquen und Guggenmusiken, wenn es um ein neues Outfit geht, näht Prototypen und hat selbstverständlich eine grosse Anzahl verschiedener Stoffe und Accessoires an Lager. Sie macht aber auch Auftragsänderungen an normalen Kleidern.

Für alle offen

Die Künstler und Kunsthandwerker der Uerzliker Kreativ-Baragge mit ihren Werken von links: Initiantin Esther Böni, Eliana Thalmann, Albert Winzeler und Lisa Aebi. (Bild Martin Platter) lungs- und Alltagsgegenstände. Auch Esther Böni (guggezeindli.ch) hat einen Raum in der alten Sennerei bezogen. Das Steckenpferd der Textilgestal-

terin ist die fünfte Jahreszeit. Unzählige Fasnachtskostüme hat Böni mit ihrem Team bereits gestaltet und genäht. Eine grosse Zahl bietet sie nun

Sie sagt: «Unsere Idee ist, dass wir noch weiteren Künstlern und Handwerkern eine Bühne bieten wollen. Sie können bei uns ausstellen oder Kurse anbieten. Wir haben genügend Platz.» Man könne aber auch nur auf deinen Kaffee vorbeikommen und mal reinschauen. Regelmässig finden zudem öffentliche Treffen statt. Das nächste Mal morgen Samstag, 15. Juni. Infos auf Facebook: Kreativ-Baragge.

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