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Bezirk Affoltern

Freitag, 1. Juni 2012

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wir gratulieren Zum 91. Geburtstag Am Samstag, 2. Juni, feiert Heiri Hegetschweiler in Ottenbach seinen 91. Geburtstag. Wir gratulieren dem Jubilaren und wünschen ihm gute Gesundheit und weiterhin viel Freude in seinem Garten.

Vom ärztlichen Vertrauensverhältnis zum Vertragsverhältnis Über den Wandel im Gesundheitswesen unter dem Einfluss der Ökonomie

Zum 90. Geburtstag Zum 90. Geburtstag dürfen wir Werner Studer-Stehli in Obfelden gratulieren. Der alt Posthalter feiert seinen «Runden» morgen Samstag, 2. Juni. Wir wünschen ihm alles Gute.

Zum 85. Geburtstag In Zwillikon feiert Gustav Stähli morgen Samstag, 2. Juni, seinen 85. Geburtstag. Dem Jubilaren gratulieren wir herzlich, wünschen ihm im Kreise der Familie ein schönes Geburtstagsfest und alles Gute.

Zum 80. Geburtstag Emma Krieg-Schnyder, wohnhaft in Affoltern, feiert morgen Samstag, 2. Juni, ihren 80. Geburtstag. Dazu senden wir ihr die besten Glückwünsche.

in kürze

Kurzanleitung auf Englisch zur Steuererklärung Im Kanton Zürich leben und arbeiten immer mehr Zuzügerinnen und Zuzüger aus dem englischen Sprachraum. Ihnen vereinfacht das kantonale Steueramt nun eine wichtige Bürgerpflicht: das Ausfüllen der Steuererklärung. Als erster Kanton hat Zürich eine vierseitige Kurzanleitung aufgesetzt, die Schritt für Schritt in englischer Sprache erklärt, wie man die Steuererklärung ausfüllt und was die Fachbegriffe in den deutschsprachigen Formularen bedeuten.

Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Redaktion: Werner Schneiter, Chefredaktor Thomas Stöckli, Redaktor Uschi Gut, Redaktionsassistenz Redaktion@affolteranzeiger.ch Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 23 475 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/Tiziana Dinisi Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 inserat@weissmedien.ch Sonderseiten: Kurt Haas, Mediaberatung Telefon 058 200 5718, M 079 270 35 67 info@mein-mediaberater.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss: Dienstagsausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, CEO: Christoph Bauer www.azmedien.ch

Am Mittwochabend referierte ein hochkarätiges Trio aus Medizin und Pflege über das neue Abrechnungsmodell Swiss DRG, welches das Gesundheitswesen kostengünstiger machen soll. Am Schluss des Abends musste man sich als Zuhörer jedoch fragen: Zu welchem Preis? ................................................... von martin platter Um es gleich vorneweg zu nehmen: Die Krankenkassenprämien werden langfristig weiter steigen – vor allem für die Allgemeinversicherten. Dies ist die Quintessenz der Vortrags-Trilogie namhafter Medizin-Fachleute, die am Mittwochabend im vollen Kappeler Gemeindesaal die Zuhörerschaft während zweier Stunden in Atem gehalten hat. Geladen hatte das Forum Kirche und Wirtschaft der katholischen Kirche Zug. Gekommen sind Prof. Dr. med. Thierry Carrel, Direktor der Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie des Inselspitals Bern; Dr. med. Christian Hess, Chefarzt Medizin des Bezirksspitals Affoltern, und die langjährige Pflegefachfrau HF und Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverbandes Elsbeth Wandeler. «Die neuen Finanzierungsmodelle im Gesundheitswesen entsprechen nicht unserer bisherigen Denk- und Arbeitsweise», musste Carrel feststellen. Die ökonomische Rationalität habe bisher einen eingeschränkten Einfluss auf die pflegerischen und ärztlichen Leistungen gehabt. «Viele Leute haben deshalb Angst, dass die menschliche Komponente der Behandlung und Pflege künftig verloren geht. Beispielsweise, weil Gespräche wenig finanziellen Ertrag bringen», führte Carrel aus. Er arbeite bereits seit acht Jahren mit einem Vorläufer von Swiss-DRG (diagnosebezogene Fallkostenpauschalen) und habe festgestellt, dass der ökonomische Druck im Spitalbetrieb auch zunehmend als Führungsinstrument eingesetzt wird. Mit dem Nebeneffekt, dass bei der Behandlung der Patienten tendenziell die Sparschraube angezogen wird, derweil die aufwändigen Berechnungsmodelle und Dokumentationen in der Administration immer mehr Zeit und Kosten binden. Anhand eines Beispiels konkretisierte Carrel seine Feststellungen, wie

Engagierte Redner: Kirche und Wirtschaft-Fachstellenleiter Christoph Balmer, Chefarzt Christian Hess, Pflegefachfrau Elsbeth Wandeler und Herzchirurg Thierry Carrel. (Bild Martin Platter) man sie bereits aus Deutschland kennt. Unter dem Kostendruck bestehe die Gefahr, dass die Einkaufsabteilung eines Spitals beispielsweise günstigere Herzklappen oder Hüftgelenke einkauft, die aber eine wesentlich geringere Lebensdauer haben. Denn für teurere «Ersatzteile» gibts mit den Fallpauschalen nicht mehr Geld. Für den Patienten hat das aber zur Folge, dass er nach einem kürzeren Zeitraum wieder unters Messer muss. Für die Fallpauschale ist das nach zehn (anstatt vielleicht 20) Jahren dann aber nicht mehr der gleiche «Fall», sondern wieder ein neuer. Carrel räumte mit der Hoffnung auf, dass die Gesundheitskosten künftig sinken werden: «Meine Patienten sind im Durchschnitt heute zwölf Jahre älter als 1999, als ich im Berner Inselspital meine Arbeit aufgenommen habe. Je älter die Patienten, desto länger dauert die Rekonvaleszenz und umso höher ist der Pflegeaufwand.» Dazu kommen schärfere Arbeitsgesetze und eine immer komplexere Infrastruktur sowie die wachsende Verwaltung. Das alles habe dazu geführt, dass am Inselspital der Personalbestand in den letzten zehn Jahren um knapp 900 Angestellte gestiegen sei. Früher sei bedingungslos medizinische Hilfe geleistet worden. Heute werde die Leistung hauptsächlich nach Wirtschaftlichkeit beurteilt. Die Ermessensspielräume würden dabei

immer kleiner. Das führe zu einer emotionalen Distanzierung zwischen Arzt und Patient.

Kostspielige Hightechmedizin Christian Hess stellte zuerst klar, dass Spitzenmedizin keine Hightech-Medizin sein müsse. Spitzenmedizin gebe es auch beim Hausarzt und im Kleinspital. Sie ist die beste Medizin angepasst an die gegebene Situation. DRGs lassen sich kaum auf dieses System umlegen. Die Prämien werden mit DRGs für die Allgemeinversicherten steigen, für die Privatversicherten dagegen werden sie fallen, ist Hess überzeugt. «Das Schlimme an der Ökonomisierung ist, wenn sie am Patientenbett stattfindet und das menschliche Leiden so zu einer handelbaren Ware wird. Menschliches Leiden wird umgemünzt in etwas, das Ertrag bringt.» Das dürfe nicht sein. Ökonomie solle im riesigen Gesundheitsmarkt angewendet werden, bei den Medikamentenpreisen, der Infrastruktur, den technischen Hilfsmitteln. Aber genau da spiele der Markt eben nicht, gebe es Absprachen zuhauf. «Alle Serviceleistungen kosten im Spitalbereich pro Stunde 280 Franken – auch wenn ein Servicetechniker nur mit einem Schraubenzieher kommen muss», sagte Hess. Ökonomie sei, philosophisch betrachtet, materialistischer Reduktio-

nismus. Der Mensch lasse sich aber nicht auf einen materialistischen Ansatz reduzieren. «Wettbewerb soll die Qualität verbessern und die Preise senken, indem die Menge vergrössert wird. Ist dies das Ziel im Gesundheitswesen, dass möglichst viele krank gemacht werden, damit möglichst viele Behandlungen angesetzt werden können?», fragte Hess rhetorisch. In einer endlichen Welt seien die Finanzen nicht unendlich. «Wir haben ein Verteilproblem. Wir müssen über Grenzen diskutieren.» Hess plädierte für Rationierung anstatt Rationalisierung, denn mit immer hochentwickelteren Behandlungsmethoden sei auch zunehmend mehr machbar als wünschbar sei. Dabei binde die Hightech-Medizin vor allem im Grenzbereich überproportional zu ihrem Nutzen enorme finanzielle Mittel. Die Sinnfrage müsse deshalb wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. Philosophische und spirituelle Aspekte müssen in der Entscheidungsfindung ihren Platz erhalten – individuell und losgelöst von ökonomischen Hintergedanken. DRG dagegen schaffe einen Anreiz zur häufigen Behandlung von relativ gesunden Patienten. Pointiert brachte es Pflegefachfrau Elsbeth Wandeler mit einer Weisheit von Oscar Wilde auf den Punkt. «Es gibt Menschen, die kennen den Preis von allem, aber den Wert von nichts.»

Das ZVV-Nachtnetz wächst weiter Zuwachs von 5 Prozent innert Jahresfrist – vereinfachte Tarife für Nachtschwärmer Rund 1,5 Millionen Fahrgäste waren 2011 auf dem ZVV-Nachtnetz unterwegs. Das sind gut 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Herbst war die Nachfrage besonders gross. Durchschnittlich wurden im November pro Nacht rund 16 400 Fahrgäste auf den Nacht-S-Bahnen und -Bussen gezählt. Mit dem neuen Einheitsnachtzuschlag für neun Nachtnetze wurde auf Dezember 2011 der Tarif für Nachtschwärmer vereinfacht. Das ZVV-Nachtnetz ist seit Dezember 2002 in Betrieb. Seither hat sich die Nachfrage mehr als verdreifacht. Im Vergleich zum Vorjahr waren 2011 pro Nacht 700 Fahrgäste mehr mit den Nacht-S-Bahnen und -Bussen unterwegs. Durchschnittlich benutzten jede Nacht rund 14 300 Nachtschwärmer das ZVV-Nachtangebot. Spitzennacht

war die Caliente-Nacht (2./3. Juli) mit rund 26 000 Fahrgästen. Einzelne Nachtbuslinien verzeichneten auch 2011 hohe Zuwachsraten. Die Fahrzeuge im Nachtnetz sind sehr gut ausgelastet. Durchschnittlich sind an einem Wochenende über 70 Prozent der Plätze in den Nacht-S-Bahnen und -Bussen besetzt. Die S-BahnLinie SN1 zwischen Zürich und Winterthur ist mit 1500 Fahrgästen pro Nacht Spitzenreiterin bezüglich der Anzahl transportierter Fahrgäste. Die insgesamt gute Auslastung führte auch 2011 zur vollen Kostendeckung des Nachtangebots.

Sicherheit, Tarif und ein starker Partner Die Kontrolle auf dem Nachtnetz blieb auch 2011 aufwändig. Die Nachtbusse

werden dank der neuen Sicherheitsorganisation regelmässig durch geschultes Sicherheitspersonal begleitet. Auf den Nacht-S-Bahnen fahren jeweils mindestens zwei Mitarbeitende der Sicherheitsorganisation mit. Es finden zudem regelmässig Grosskontrollen statt. Auch die Bahnpolizei ist im Nachtnetz unterwegs und sorgt für die Sicherheit der Fahrgäste und des Personals. Seit Dezember 2011 gibt es für das ZVV-Nachtnetz und alle angrenzenden Nachtangebote einen gemeinsamen Nachtzuschlag. Dieser vereinfacht sowohl die Arbeit des Kontrollpersonals wie auch das Ticketlösen für die Nachtschwärmer. Seit Beginn wird das ZVV-Nachtnetz von der Zürcher Kantonalbank unterstützt. Inhaber eines Jugendpakets der Zürcher Kantonalbank profi-

tieren vom «ZKB Nachtschwärmer». Dieser kann per SMS gelöst werden und gilt als Nachtzuschlag. Die ZKB übernimmt in diesem Fall die Kosten von fünf Franken. (pd.) anzeige

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043_2012  

9 771661391004 Den Fokus auf sichere Schulwege gerichtet, hat die Interessenge- meinschaft für den A4-Zubringer im Hinblick auf die kantonal...

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