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Donnerstag, 30. April 2015

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ratgeber

Gültigkeit eines Konkurrenzverbots? In meinem Arbeitsvertrag wurde ein Konkurrenzverbot vereinbart. Ich bin als Aussendienstmitarbeiter tätig. Mein Tätigkeitsgebiet erstreckt sich auf die Kantone Zürich, Luzern, Zug und Aargau. Gemäss dem vereinbarten Konkurrenzverbot darf ich während zwei Jahren in der ganzen Deutschschweiz nicht tätig werden. Ist dieses Konkurrenzverbot überhaupt zulässig?

Katharina Gessler, das Original und die Kunstwerke der jungen Picassos. (Bild Martin Mullis)

Maleratelier von GeGe als Schulzimmer Viertklässler lernen bildnerisches Gestalten in Ottenbach Im Atelier des verstorbenen Künstlers Georg Gessler (GeGe) in Ottenbach lernen Viertklässler hautnah, wie die Kunstwerke entstanden sind. Sie versuchten, ein Bild von GeGe lediglich anhand einer Schilderung nachzuzeichnen. ................................................... von martin mullis

Es herrscht ein aufgeregtes Gedränge, und auf den Gesichtern der Viertklässler aus Oberlunkhofen zeigt sich ein fast ungläubiges Staunen, als sie ins kleine Haus von Katharina Gessler drängen. Die jungen Mädchen und Burschen sind fest entschlossen, etwas mehr über die Kunst zu erfahren, denn früh übt sich, wer einmal ein kleiner Picasso werden will. Doch bevor sich der Weltruhm einstellt, muss zuerst einmal geprüft werden, ob auch Talent vorhanden ist. Aber ausser

einer eventuellen Begabung zum Zeichnen und Malen steht beim Schulprojekt «Bildnerisches Gestalten» vor allem auch das Verständnis und die Förderung der Liebe zur Kunst im Vordergrund. So suchten die Lehrpersonen der Viertklässler aus dem nahen Aargau nicht ein triviales Museum, sondern gingen mit ihren Schützlingen im wahrsten Sinne des Wortes ganz direkt auf Tuchfühlung mit der Kunst. Damit die Kinder die Entstehung eines Kunstwerkes auch hautnah zu spüren bekommen und die Kunst besser verstehen lernen, wählte die Schule Oberlunkhofen diese ganz besondere Schulstube.

Bild nach einer Beschreibung malen So viel Besuch durfte Katharina Gessler, die Witwe des 2012 verstorbenen Kunstmalers, im Atelier von GeGe schon lange nicht mehr empfangen. 22 Viertklässler besuchten die Künstlerwerkstatt im Rahmen eines Schulprojektes, in dem es um die bildneri-

sche Gestaltung geht. Die Aufgabe besteht darin, dass die Schüler nach einem «Bilddiktat» bei dem ihnen ein Bild beschrieben wird, dieses möglichst originalgetreu nachzeichnen müssen. Die Beschreibung von Formen, Farben, Stimmungen und Komposition wird vorgelesen, und die entstandenen Zeichnungen werden anschliessend mit dem Original verglichen. Das alte Atelier von GeGe ist seit dem Tode des Künstlers noch immer ganz genauso belassen wie er es verlassen hat. Seine Frau Katharina schilderte den Kindern das Schaffen des Kunstmalers und zeigte Fotos aus seinem Leben. Danach erhielten die Schüler den Auftrag, das im Diktat geschilderte Bild unter den Hunderten von Gemälden, welche im Hause vorhanden sind, zu suchen. Es stellt ein Zirkuszelt dar und stand auf einer Staffelei neben den von den Schülern geschaffenen Werken. Jedes der gemalten Duplikate darf selbstverständlich ebenfalls als Kunstwerk der ganz besonderen Art bezeichnet werden.

Ein Konkurrenzverbot verbietet es dem Arbeitnehmer, den Arbeitgeber zu konkurrenzieren, d.h. einer Tätigkeit nachzugehen, die mit dem Arbeitgeber im wirtschaftlichen Wettbewerb steht. Damit es gültig zustande kommt, muss ein Konkurrenzverbot stets schriftlich vereinbart werden. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Arbeitnehmer Einblick in den Kundenkreis oder in Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisse hatte. Das Konkurrenzverbot ist nur verbindlich, wenn die Verwendung der geheimhaltungswürdigen Informationen den Arbeitgeber erheblich schädigen könnte. Das Konkurrenzverbot ist überdies nach Ort, Zeit und Gegenstand angemessen zu begrenzen, sodass eine unbillige Erschwerung des wirtschaftlichen Fortkommens des Arbeitnehmers ausgeschlossen ist (Art. 340a OR). In räumlicher Hinsicht ist das Konkurrenzverbot auf den Wirkungsbereich des Arbeitnehmers beschränkt, d.h. es darf nicht weiter gehen als die geografischen Gebiete, in welchen der Arbeitnehmer im Rahmen seiner Arbeitstätigkeit effektiv tätig war. In zeitlicher Hinsicht darf ein Konkurrenzverbot maximal drei Jahre gelten. Nur in Ausnahmefällen ist eine längere Dauer zulässig. Und schliesslich ist das Konkurrenzverbot in sachlicher Hinsicht zu begrenzen, was bedeutet, dass das Konkurrenzverbot nicht über die bisher ausgeübte Tätigkeit hinaus-

gehen darf. Da das Konkurrenzverbot das wirtschaftliche Fortkommen des Arbeitnehmers nicht unbillig erschweren darf, sind auch stets die konkreten Verhältnisse wie zum Beispiel die verblei- Alexandra Imhof. benden Erwerbsmöglichkeiten des Arbeitnehmers, seine Befähigung und Ausbildung, Alter des Arbeitnehmers und Arbeitsmarktlage, Lohnhöhe, familiäre Verhältnisse des Arbeitnehmers, Schadenspotenzial beim Arbeitnehmer, etc. zu berücksichtigen. Ist ein Konkurrenzverbot in örtlicher, sachlicher oder zeitlicher Hinsicht übermässig, ist es nicht ungültig, aber es kann in einem Gerichtsverfahren auf das zulässige Mass herabgesetzt werden. Das Konkurrenzverbot kommt dann nur noch in diesem eingeschränkten Umfang zur Anwendung. Beispielsweise kann ein Konkurrenzverbot geographisch eingeschränkt werden oder die Geltungsdauer kann reduziert werden. Ob ein Konkurrenzverbot gültig ist, muss in jedem Einzelfall aufgrund der konkreten Verhältnisse geprüft werden und ist schlussendlich eine Ermessensfrage des urteilenden Gerichts. Bei Ihnen wäre das Konkurrenzverbot mindestens in geografischer Hinsicht einzuschränken auf das von Ihnen effektiv betreute Geschäftsgebiet. *Alexandra Imhof ist Inhaberin einer Anwaltskanzlei in Bonstetten. Rechtsfragen können direkt an sie gestellt werden. Schriftlich an Anwaltskanzlei Imhof, Stallikerstrasse 1b, 8906 Bonstetten oder info@kanzlei-imhof.ch.

Im Spital Affoltern geboren

Alessi Alexandra, 20. April.

Leo Ben, 27. April.

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FMS und bfu: Motorrad-Unfallverhütungskampagne «Stayin’ Alive».

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bauernregel «Regen in der Walpurgisnacht, hat stets ein gutes Jahr gebracht.»

«Besser Blickkontakt als Blechkontakt – Lass dich nicht abschiessen»

Im letzten Jahrzehnt entwickelte sich das Unfallgeschehen bei Motorradfahrern positiv. Nach wie vor ist das Unfallrisiko für Motorradfahrer im Strassenverkehr aber überproportional hoch. Mit dem Ziel, die Anzahl Kollisionsunfälle mit Motorrädern zu reduzieren, führen die Föderation der Motorradfahrer der Schweiz FMS und die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ihre gemeinsame Präventionskampagne weiter. Nur zwei Prozent der auf den Schweizer Strassen gefahrenen Kilometer werden von Motorradfahrern zurückgelegt – und doch sind 30 Prozent der bei Verkehrsunfällen schwer verunfallten Menschen Biker. Im Jahr 2014 waren es 1199 Schwerverletzte; hinzu kamen 53 Motorradfahrer, die ihr Leben verloren. Obwohl die Zahl

der Biker unter den Schwerverletzten und Getöteten im Strassenverkehr im letzten Jahrzehnt zurückgegangen ist, bleibt das Unfallrisiko überproportional hoch. Dabei ist es keineswegs so, dass die Motorradfahrer die Hauptschuld tragen. Auswertungen der bfu zeigen: Wenn ein Töff mit einem Motorfahrzeug kollidiert, ist der Biker bloss in knapp einem Drittel der Fälle allein dafür verantwortlich. Die Tatsache, dass sie schwere und leistungsstarke Maschinen fahren, sollte die Motorradfahrer nicht vergessen lassen, dass sie im Strassenverkehr aufgrund ihrer schmalen Silhouette nicht immer sofort wahrgenommen werden. Insbesondere an Kreuzungen und Einmündungen werden sie häufig von Auto- und Lastwagenfahrern übersehen – nicht selten mit verhängnisvollen Folgen. Die Gefahren und Tücken des Verkehrs sollten Biker bei ihrem Fahrspass deshalb nicht vergessen. Sie können viel zur

eigenen Sicherheit beitragen, indem sie defensiv und vorausschauend fahren. Das ist denn auch das Ziel der Kampagne «Stayin Alive», welche die Föderation der Motorradfahrer der Schweiz seit letztem Jahr gemeinsam mit der bfu und finanzieller Unterstützung des Fonds für Verkehrssicherheit führt. Unter dem Motto «Lass dich nicht abschiessen» will die Kampagne bei Motorradfahrern das Verständnis dafür erhöhen, dass sie mit Fahrfehlern anderer rechnen müssen. Durch ihre eigene zurückhaltende Fahrweise können sie diese Fehler kompensieren. Transportiert wird diese Botschaft unter anderem im neu aufgelegten Bikerguide, der auch prägnante Überlebensstrategien formuliert: «Wenn andere aufhören zu schauen, solltest du anfangen zu bremsen» thematisiert die nötige Bremsbereitschaft an Kreuzungen und «Asphalt ist wie Schleifpapier – nur krasser» die wichtige persönliche Schutzausrüstung. (pd.)

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