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Bezirk Affoltern

Dienstag, 14. Februar 2017

IKA Sozialdienst: Deutliches Ja in allen acht Gemeinden Gemeinsame Sozialdienst-Lösung auch für Bonstetten, Stallikon und Wettswil Mit 84,7 Prozent sprachen sich die Stimmberechtigten in Aeugst, Hausen, Hedingen, Knonau, Maschwanden, Mettmenstetten, Obfelden und Ottenbach überaus deutlich für eine IKA Sozialdienst aus. ................................................... von urs e. kneubühl Die Ausarbeitung der zukünftigen Organisationsstrukturen und des Anstaltsvertrags einer gemeinsamen interkommunalen Anstalt IKA Sozialdienst für acht Gemeinden, an der seit Herbst 2015 im Rahmen des Projektes «Soziales Netz Knonaueramt» SoNeK Vertreter sämtlicher Bezirksgemeinden aktiv beteiligt waren, überzeugt: Mit 84,7 Prozent stimmten in Aeugst, Hausen, Hedingen, Knonau, Maschwanden, Mettmenstetten, Obfelden und Ottenbach eine klare Mehrheit für die Gründung einer gemeinsamen IKA Sozialdienst. «Die hohe Zustimmung zur Gründung einer interkom-

munalen Anstalt IKA Sozialdienst ist sehr erfreulich und eine gute Basis für die weitere Projektarbeit», lautet der Kommentar seitens der Projektgruppe SoNeK. Mit 78,9 Prozent schaffte einzig Hausen die 80-Prozent-Hürde nicht, Hedingen blieb mit 81,5 Prozent am knappsten drüber. Aeugst durfte einen Ja-Anteil von 84,4 Prozent zählen, während in den weiteren Gemeinden dieser noch um einiges höher ausfiel: Obfelden (86,2 %), Mettmenstetten (86,7 %), Ottenbach (87,2 %), Maschwanden (87,4 %) und schliesslich Knonau mit 88,8 Prozent. Damit gaben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dieser acht Gemeinden grünes Licht für die Gründung der IKA Sozialdienst und damit für eine weiterhin gemeinsame Sozialdienstlösung, die ab Januar 2018 operativ wird.

Auch IKA Sozialdienst Unteramt mit grosser Zustimmung In Bonstetten, Stallikon und Wettswil hatten die Stimmberechtigten am

Wochenende ebenfalls Stellung zur Gründung einer eigenen IKA Sozialdienst Unteramt zu beziehen. In den drei Unterämtler Gemeinden soll für die Sozial- und Wirtschaftshilfe eine eigene Organisation aufgebaut werden, während man die Leistungen für Berufsbeistandschaften, Suchtberatung und Asylwesen von der IKA Sozialdienst des Bezirks beziehen wird. Alle drei Gemeinden genehmigten diese Variante ebenfalls deutlich: Wettswil mit 87 %, Bonstetten mit 85,5 % und Stallikon mit 77,5 %. Die beiden Gemeinden Kappel und Rifferswil werden sich per 1. Januar 2018 an die Sozialdienst-Organisation anschliessen, welche Affoltern bereits seit Anfang 2016 selbstständig betreibt.

IKA Kesb: Affoltern schwenkt ein Mit den deutlich zustimmenden Ergebnissen darf die Projektgruppe SoNeK auch bezüglich der Umwandlung des Zweckverband-Teils Kesb in eine interkommunale Anstalt IKA

Kesb optimistisch sein: Nach der erläuternden Stellungnahme zu einzelnen Kritikpunkten sowie der Versicherung, dass das Gemeindeamt die fraglichen Punkte im Hinblick auf Budgetzahlen und Methoden Mitte 2018 durch eine Fachkraft aus dem Bereich Gemeindefinanzen überprüfen wird, schwenkt auch der Gemeinderat Affoltern in die Reihe der IKABefürworter ein.

Urnenabstimmung am 21. Mai: Einstimmigkeit erforderlich Damit werden die Gemeinderäte sämtlicher Bezirksgemeinden ihren Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern für die Urnenabstimmung ein überzeugtes Ja zu einer gemeinsamen IKA Kesb empfehlen. Zur definitiven Umwandlung per 1. Januar 2018 ist am 21. Mai die Zustimmung in allen 14 Gemeinden erforderlich; sollte diese Einstimmigkeit und damit die IKA nicht zustande kommen, bleibt es beim Zweckverband.

Ein Hauch von Hollywood im Oberamt In Hausen wird gegenwärtig ein Mystery-Thriller gedreht Einige Szenen des Films «Die Unschuldige» mit dem Regisseur Simon Jaquemet werden in den kommenden zehn Tagen an der Oberalbisstrasse in Hausen gedreht. Die Hauptrolle spielt die Schweizer Schauspielerin Judith Hofmann. ................................................... von martin mullis Gut 30 Personen befanden sich am letzten Freitagnachmittag im und vor dem Einfamilienhaus an der Albisstrasse in Hausen. Für die Szene benötigte Regisseur Simon Jaquemet zwar nur gerade die Hauptprotagonistin, trotzdem waren für die Dreharbeiten so viele Personen nötig. Produktionsleiter Philippe Favre hatte zwar alle Hände voll zu tun, nahm sich aber Zeit, um die Handlung im geplanten Film «Die Unschuldige» kurz zu erklären. Für die Aufnahmen benötigt die Film-Crew ein möbliertes, aber nicht

bewohntes, Einfamilienhaus in ländlicher Umgebung. Produktionsleiter Favre spricht von einem Glücksfall, insbesondere da auch die Landschaft genau die für den Film richtige Atmosphäre bietet.

Eine spannende Story Der Film, ein Mystery-Thriller, erzählt von der verheirateten Ruth (Judith Hofmann), welche nach langer Zeit ihren früheren Geliebten trifft. Dieser war zwanzig Jahre unschuldig im Gefängnis und Ruth wird zerrissen durch die destruktive Anziehung zu ihrem früheren Geliebten. In Hausen wird während zehn Tagen gedreht, die Drehzeit beträgt insgesamt knapp zwei Monate. Die Mitglieder der Filmproduktionsfirma «8horses» mit Sitz in Zürich besteht seit 2013 und setzt sich insgesamt aus elf Regisseuren und Autoren zusammen. Am Freitagnachmittag wurde eine Szene gedreht, in der die Hauptprotagonistin Ruth vor dem Haus ins Auto

Viel Arbeit für einige Sekunden Film: Judith Hofmann als Ruth. (Bild Martin Mullis) steigt und wegfährt. Während Judith Hofmanns Jacke noch etwas zurecht gezupft wird, umkreist Regisseur Simon Jaquemet hochkonzentriert das Auto, gibt Anweisungen und verkriecht sich dann auf der Beifahrerseite auf dem Boden. Er will mitfahren,

darf aber natürlich nicht im Bild erscheinen. Die ganze Szene wird zweimal geprobt, bevor der Kameramann, die Kameraassistenten und der Beleuchter in Aktion treten. Im Kino wird der Film vermutlich im Winter 2017/2018 zu sehen sein.

So stimmte das Knonauer Amt Die Vorlage zur erleichterten Einbürgerung der dritten Ausländergeneration scheint das Knonauer Amt am meisten bewegt zu haben. Mit 52,2 % lag die Stimmbeteiligung zu diesem Geschäft am höchsten. 61,7 % der Urnengänger im Bezirk sagten Ja dazu. Am deutlichsten fiel das Verdikt in Aeugst und Rifferswil aus. Dem Fonds für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr stimmten 62,6 % zu. Wenn es nach Rifferswil ginge, wäre diese Vorlage allerdings abgelehnt worden: über 51 % stimmten hier Nein. Die Absage ans Unternehmenssteuerreformgesetz III fiel mit 62,7 % Nein-Stimmen-Anteil auch im Säuliamt deutlich aus. Noch am nächsten an eine Annahme kam Wettswil mit 45,2 % Ja-Stimmen. (tst.)

Die Ja-Stimmen-Anteile der Ämtler Gemeinden zu den nationalen Abstimmungen vom Sonntag.

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Bezirksrat: Neue Ersatzmitglieder unbestritten Zwei Kandidaten für zwei Sitze: Fast hätten die Ersatzmitglieder des Bezirksrats in stiller Wahl erkoren werden können, doch weil Antoinette Frey-Künzle erst in der zweiten Vorschlagsfrist zur Verfügung stand, musste der Entscheid doch an der Urne fallen. Wenig überraschend machten die Vorgeschlagenen das Rennen deutlich. Der Name Gerhard Gysel stand auf 92 % der 11 708 gültigen Stimmzettel, Antoinette Frey-Künzle brachte es auf 9665 Stimmen, das sind 83 %. Statthalter Claude Schmidt und die beiden Bezirksrätinnen Ruth Früh, FDP, und Hanna Stutz, BDP, waren bereits im November 2016 in stiller Wahl bestätigt worden. Die beiden Ersatzmitglieder werden ihr Amt im Verlauf des März antreten, so Statthalter Claude Schmidt. Auf sonderlich viele Einsätze dürfen sie allerdings nicht hoffen. Üblich seien drei bis vier pro Amtsperiode. (tst.)

Wasserversorgung: Hausen kooperiert mit Kappel Kappel hat dem hydraulischen Zusammenschluss mit Hausen bereits im Oktober 2016 zugestimmt, Hausen zieht nun nach: An der Urne heissen die Stimmberechtigten das 7,35-Mio. Projekt Zusammenschluss und Ausbau mit 945 Ja- zu 196 Nein-Stimmen deutlich gut. Kein Wunder: Der hydraulische Zusammenschluss der Wasserversorgungen Hausen und Kappel erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern spart auch noch Kosten für Anlagen- und Leitungsbau. Das alte Reservoir Ebertswil, welches in vielerlei Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, wird durch ein neues am Standort Ebertswilerholz ersetzt. Damit können die Druckverhältnisse in Ebertswil verbessert und die drei Zonen Hausen, Ebertswil und Kappel im Ringschluss zusammengeführt werden. Der Zusammenschluss ist rein wassertechnisch. Rechtlich bleiben die Wassergenossenschaft Kappel und die Wasserversorgung Hausen eigenständig. Der Kostenanteil für Kappel beträgt 1,23 Mio., jener für Hausen 4,38 Mio., der Kanton subventioniert das Projekt mit 1,73 Mio. Franken. (tst.)

Stallikon stimmt nachträglich zu Zur Holzschnitzelheizung und zum Wärmeverbund für die öffentlichen Bauten im Dorf hat die Stalliker Gemeindeversammlung vor bald fünf Jahren 960 000 Franken bewilligt. Der Gemeinderat Stallikon entschied sich dann allerdings für ein Energie-Contracting und beauftragte die EKZ mit der Erstellung, dem Betrieb, Unterhalt und Anschluss weiterer öffentlicher Infrastruktur bis 2045. Dafür fallen jährlich pauschal knapp 93 000 Franken an. «Eine gute Lösung», befand Gemeindepräsident Werner Michel an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember. Vom Gemeindeamt wurde die Behörde allerdings bereits im Juni 2015 zurückgepfiffen: Das sei Finanzierungs-Leasing. Da der Totalbetrag von 2,88 Mio. Franken die Kompetenz der Gemeindeversammlung übersteigt, musste der Entscheid an der Urne fallen – nun halt nachträglich. Mit 786 Ja- zu 233 Nein-Stimmen (Stimmbeteiligung: 45,75 %) stärkte die Bevölkerung der Behörde deutlich den Rücken. (tst.)

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012 2017  

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