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Bezirk Affoltern

Dienstag, 14. Februar 2017

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Das Spital Affoltern plant seine Zukunft Rege Diskussionen und klare Entscheide an der Delegiertenversammlung Spitalzweckverband vom Donnerstag Die Spital-Betriebskommission hat sich einiges vorgenommen für 2017: Bis im Sommer soll die Entscheidungsgrundlage für die neue Rechtsform vorliegen, parallel dazu läuft eine Risikoanalyse und bis Ende Jahr sollen die Statuten dem neuen Gemeindegesetz angepasst sein.

Praxisräume auf dem OVA-Areal an Dritte wollte die BK eine Altlast loswerden. Der entsprechende Antrag traf allerdings erst zwei Tage vor der Versammlung bei den Delegierten ein. «Ich bin entsetzt!», und «Ich finde es eine Schweinerei!», sprach die Stalliker Delegierte Priska Metzger Klartext. «Ich brauche mehr Zeit», fand auch der Affoltemer Delegierte Hermann Brütsch. «Wir können es auch im Mai bringen, aber das bringt uns jeden Monat Verlust», begründete Clemens Grötsch die kurzfristige Eingabe. «Das Angebot lag schon vor acht Monaten bei Herrn Straubhaar (ehemaliger Spitaldirektor ad interim, Anm. d. Red.) auf dem Pult», widersprach der Aeugster Delegierte Peter Hoppler der Dringlichkeit, zudem seien die angebotenen 30 000 Franken Kostenbeitrag nur ein «Pflästerli».

................................................... von thomas stöckli Das Spital Affoltern soll schnellstmöglich in Langzeitpflege und Akutspital aufgeteilt, der Zweckverband aufgelöst und durch eine Organisationsform mit mehr Selbstverantwortung ersetzt werden. Diesen Auftrag hat die Betriebskommission (BK) im Dezember letzten Jahres von den Gemeindedelegierten erhalten. Parallel zum Splitting empfahl die Betriebskommission nun, auch die damit verbundenen Risiken unter die Lupe zu nehmen: Was passiert, wenn eine Gemeinde austritt? Was ist mit Schulden, oder Altlasten von Bauten? Mit der Projektierung Splitting und Risikomanagement wird die Alerion Consult AG beauftragt. Vorausgegangen war dem Entscheid eine Diskussion über die Zuständigkeit: «Das hätte die BK in eigener Kompetenz beschliessen dürfen», fanden verschiedene Delegierte. Die BK argumentierte dagegen, dass die Zahl nicht im Voranschlag gewesen sei und dass sie ihre jährliche finanzielle Handlungskompetenz nicht zu früh ausschöpfen wolle. Die Delegierten hiessen den entsprechenden Kredit über 150 000 Franken schliesslich einstimmig gut und taxierten ihn ebenso einstimmig als dringlich. Das Vorprojekt soll bis Juni abgeschlossen sein, damit im Juli der

Spitalleitung reduziert, Chef gekürt

Spital Affoltern: Wie schnell ist eine organisatorische und rechtliche Trennung überhaupt möglich? (Archivbild) Entscheid für die künftige Rechtsform fallen und die Umsetzung anlaufen kann. Wie schnell eine organisatorische und rechtliche Trennung überhaupt möglich sei, darauf wollte sich die BK noch nicht festlegen.

Herausfordernde Statutenrevision Weil die künftige Rechtsform noch offen ist – oder bei einer Trennung von Akut und Pflege allenfalls auch die künftigen Rechtsformen –, müssen die Statuten des Zweckverbands in der Zwischenzeit an die Veränderungen angepasst werden, die mit dem neuen Gemeindegesetz kommen. Der Fahrplan sieht dazu auch eine breit abge-

stützte Abklärung der Bedürfnisse bei Gemeinden und Parteien vor. «Es wird sicher unterschiedliche Auffassungen geben», meint BK-Mitglied Jürg Burger. Er hält es gar für realistisch, dass die Statutenrevision abgelehnt werden könnte. Schliesslich müssen alle Gemeinden zustimmen – bis Ende Jahr kann das Geschäft an den Gemeindeversammlungen behandelt werden, ab 2018 müsste es an die Urnen.

Toni Bortoluzzi: kein Interesse an BK Zwei Geschäfte wurden an der DV gar nicht behandelt. «Zuwahl eines neuen Mitglieds der Betriebskommission», stand auf der Traktandenliste. Auch

hier ist der Handlungsbedarf gross: Ein Sitz ist vakant, zwei der übrigen sechs Mitglieder sind krankgeschrieben. «Wir haben Gespräche geführt, aber leider kann ich keinen Kandidaten vorstellen», so BK-Präsident Clemens Grötsch. Einer, der immer wieder mit der BK in Verbindung gebracht wurde und wird, sass im Publikum: alt Nationalrat Toni Bortoluzzi. «Ich wurde schon mehrfach angefragt», verriet er dem «Anzeiger». Zuletzt habe er sich etwas genauer erkundigt und sich gegen ein Engagement in der BK entschieden. Ein anderes Geschäft wiesen die Delegierten mit deutlichem Mehr zurück: Mit der Abgabe der defizitären

Der neue Ärztliche Leiter des Spitals Affoltern heisst Matthias Wiens, verriet Spitaldirektor Michael Buik zum Schluss der Versammlung. Der langjährige Chefarzt Chirurgie hat die Nachfolge von Roland Kunz bereits angetreten. Positives hatte BK-Präsident Grötsch zur Auslastung zu berichten: über 95 % in der Langzeitpflege und über 91 % – Tendenz steigend – in der Tagespflege sind hervorragende Werte. Per 1. Juli wird zudem die Spitalleitung um fünf Personen reduziert. Durchzogen fällt die Zwischenbilanz zur Zusammenarbeit mit den Ärzten im Bezirk aus. Die Anzahl der Einweisungen habe stagniert oder sei gar etwas rückläufig, verriet Buik: Es gibt Stimmen, die das Spital schlechtmachen, habe er festgestellt. Dabei seien die Rückmeldungen der Patienten zu über 90 % sehr gut.

Die Kirche und der Pfarrer sollen im Dorf bleiben Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli Redaktion: Salomon Schneider Andrea Bolliger redaktion@affolteranzeiger.ch Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material Gesamtauflage: 25 186 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/ Christine von Burg Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 inserat@weissmedien.ch Sonderseiten: Kurt Haas, Mediaberatung Telefon 058 200 5718, M 079 270 35 67 info@mein-mediaberater.ch Tarife: www.affolteranzeiger.ch Annahmeschluss: Dienstagsausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 5700, Fax 058 200 5701 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.azmedien.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.azmedien.ch

Ausserordentliche Pfarreiversammlung soll Querelen der Kirchgemeinde schlichten Mängel in der Pfarreiführung, fehlende Betreuung der Jugend sowie der Wohnsitz des Pfarrers geben in der katholischen Kirchgemeinde im Unteramt Anlass zu Klagen. Eine ausserordentliche Pfarreiversammlung bot letzten Sonntag Gelegenheit zur «Chropfleerete». ................................................... von martin mullis Zur katholischen Kirchgemeinde St. Mauritius gehören die drei Gemeinden Bonstetten, Stallikon und Wettswil. Der Haussegen der Kirchgemeinde hängt seit einiger Zeit ziemlich schief. Bei einigen Mitgliedern der Katholischen Kirchgemeinde im Unteramt herrscht Unzufriedenheit. Das Missfallen dieser Pfarreimitglieder beruht auf verschiedenen Vorkommnissen. Eine grosse Gruppe der Pfarreimitglieder fühlt sich von Pfarrer Bernhard Herzog mehr oder weniger vernachlässigt. Der einstige Lehrer an der Katholischen Sekundarschule Zürich wohnt im Kanton Thurgau und ist gemäss übereinstimmenden Aussagen diverser Kirchenmitglieder nur selten im Unteramt anzutreffen. Dem Pfarrer wird auch vorgeworfen, an wichtigen kirchlichen Ereignissen wie der Kirchweihe des neuen Gotteshauses, an einem Firmgottesdienst und an einer Erstkommunionsfeier nicht teilgenommen zu haben. Der Pfarrer gehört ins Dorf, hält eine langjährige Kirchgängerin aus Wettswil dezidiert fest. Im Weiteren werden der Kirchenpfle-

ge neben der mangelhaften Pfarreiführung auch fragwürdige Personalentscheide das Arbeitspensum des Katecheten betreffend und damit mangelnde Betreuung der Jugendlichen vorgeworfen. Bei einem Vorgespräch sieht Kirchenpflegepräsident Toni Gasser bezüglich des Arbeitsweges von Pfarrer Herzog keine Nachteile. Er hält fest, dass die verschiedenen Vorwürfe von einem sehr kleinen Segment Gläubiger stammen und fordert etwas mehr Toleranz, Achtung und gegenseitiges Vertrauen.

100 Besucher an der Versammlung Das Interesse an der Beseitigung der Querelen und Unstimmigkeiten manifestierte an der ausserordentlichen Pfarreiversammlung rund 100 Besucher. Der für kirchliche Gemeindeberatung ausgebildete Berater und Supervisor Bernd Kopp, führte dabei als neutraler Moderator durch die Versammlung. Während der rund eine Stunde dauernden Aussprache stellte sich heraus, dass vor allem eine transparente Kommunikation Hauptgrund der Unzufriedenheit ist. Auf den Vorwurf eines Kirchenmitgliedes, die Pfarreileitung und die Kirchenpflege handle konservativ und orientiere intransparent, reagiert der Präsident des Pfarreirates Felix Meier mit Unverständnis. Allein die Tatsache, dass in Wettswil eine neue Kirche und ein modernes Pfarreizentrum entstanden sei, zeuge doch offenkundig von einem innovativen Handeln und konstruktiver Tätigkeit der verantwortlichen Behörden.

Auf der Suche nach Zufriedenheit: Gesprächsleiter Bernd Kopp, Pfarreiratspräsident Felix Meier und Pfarrer Bernhard Herzog (von links). (Bild Martin Mullis) Pfarrer Bernhard Herzog hielt dezidiert fest, dass er das katholische Unteramt seit 25 Jahren betreut. Er sieht trotz seines weit entfernten Wohnortes keine Nachteile in der Pfarreiführung. Soweit möglich sei er praktisch täglich im Dorf, nehme an allen für ihn wichtigen und nötigen Sitzungen teil und übe sein Amt unabhängig vom Arbeitsweg seriös und nach den Regeln der Kirche aus. Infolge gesundheitlicher Probleme, sowie privaten und unaufschiebbaren Gründen, sei er tatsächlich auch schon gezwungen worden, sich vertreten zu lassen. Eine Votantin schloss ihre Beanstandungen mit den Worten: So geht es nicht weiter. Nach mehreren Wortmeldungen der Versammlungsteilnehmer gelang es, einige Punkte für eine

Verbesserung der Situation festzuhalten. Zusammengefasst sollen die Anliegen der Jugendlichen ernstgenommen und eine Projektgruppe für die Jugendarbeit ins Leben gerufen werden. So sollte es möglich sein, dass die Oberstufenschüler wieder Unterricht bekommen. Generell soll besser informiert werden, wie zum Beispiel den Zeitplan des Religionsunterrichtes frühzeitig zu veröffentlichen. Einig waren sich die Versammlungsteilnehmer immerhin in der Forderung, dass die Bereitschaft von beiden Seiten geschaffen werden müsse, um die strittigen Punkte zu klären. Gesprächsleiter Kopp schloss sich diesem Appel an und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Zufriedenheit bei den Katholiken im Unteramt wieder Einzug halte.

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012 2017  

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