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Bezirk Affoltern

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«Die Idee – ein fragiles Wesen»

Hans Ulrich Meuter, lic. iur. und dipl. Steuerexperte

Spenden abziehen Das kantonale Steueramt veröffentlicht ein Verzeichnis der wegen Verfolgung von öffentlichen oder gemeinnützigen Zwecken steuerbefreiten juristischen Personen. Zum Abzug zugelassen sind nur freiwillige Leistungen von Geld und anderen Vermögenswerten. Die Bewertung von Sachspenden ist vom zuständigen Steuerkommissär unter Mitwirkung der steuerpflichtigen Person vorzunehmen. Nicht abzugsfähig sind beispielsweise Schulgelder (keine freiwillige Leistung) oder das Erbringen freiwilliger Arbeitsleistungen. Die gemeinnützigen Zuwendungen sind von der steuerpflichtigen Person gegenüber den Steuerbehörden zu belegen. Der Steuererklärung muss daher eine Aufstellung über die erfolgten einzelnen Zuwendungen beigelegt werden. Bei der Staats- und bei der direkten Bundessteuer können freiwillige Zuwendungen an juristische Personen mit Sitz in der Schweiz, die im Hinblick auf öffentliche oder gemeinnützige Zwecke von der Steuerpflicht befreit sind, zum Abzug gebracht werden, wenn diese in der Steuerperiode 100 Franken erreichen und insgesamt 20 % des Nettoeinkommens bzw. des Reingewinns nicht übersteigen.

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Freitag, 4. Januar 2019

Interview mit Reeto von Gunten zum Multimedia-Abend vom 11. Januar im «LaMarotte» Reeto von Gunten ist ein Musikliebhaber und tourt mit dem Stück «Single» durch die Kulturlokale, in dem er in Bild und Ton Sachen von sich gibt, die lustig sind und tief gehen. Ein Interview über seine Absichten. «Anzeiger»: «Single» ist heutzutage ein grosses Wort und der Titel Ihres Programms. Wo wollen wir anfangen? Reeto von Gunten: Bei der Musik. Die Single war meine erste Möglichkeit, genau jene Musik zu hören, die ich hören wollte. Sie konnte für fünf

persönlich Autor und Erzähler Reeto von Gunten (*1963) ist Autor und Radiomoderator (SRF3) und steht seit 2003 als Erzähler auf Bühnen. Mit seiner «Stimme, mit der man Räume heizen kann» (BernerBund) hat er sich ein ständig wachsendes Publikum geschaffen und im Stück «Single» wirft er seinen eigenwilligen Blick in die Welt der Musik. Reeto von Gunten betreibt mit Kolleginnen und Kollegen in Zürich das «Atelieer», das Geschichten für Kunden, Kultur und Kommerz schreibt und erzählt. Mehr Infos: www.atelieer.ch.

Franken bei Radio Moser erstanden und zu Hause so lange repetier-gehört werden, bis meine Eltern genug hatten. Erst Jahre später wurde mir bewusst, dass ich selber auch ein Single war. ...............................................................

«Ohne Inspiration bin ich aufgeschmissen.» ............................................................... In der Tat, das waren Zeiten. Doch so ganz single stehen Sie nicht auf der Bühne, die Multimedia-Technik gibt Ihnen etwas Rückendeckung, oder? Stimmt. Zweimal gibts technischen Rückhalt. Aber am eindrücklichsten sind all die Figuren, die während der Lesung in den Köpfen des Publikums entstehen. Das bekommt man mit keiner Technik der Welt hin. Sie betreiben in Zürich das «Atelieer», mit dem «Geschichten für Kunden, Kultur und Kommerz» erzählt werden. Kann man immer so klar zwischen diesen Bereichen die Grenze ziehen? Nein, eigentlich ist alles Kunst, was wir tun. Wir passen sie einfach dem jeweiligen Anwendungsbereich an. Aber eine Geschichte so zu erzählen, dass sie in Erinnerung bleibt und weitererzählt wird, das ist eine grosse Kunst. Sie leben von und für die Idee, Motivation und den Humor. Was steht meistens ganz

am Anfang Ihrer Arbeit? Die Idee. Ohne Inspiration bin ich aufgeschmissen. Doch sie ist ein fragiles und launisches Wesen, sie kommt, wanns ihr passt – und das ist meistens zu einem unpassenden Moment. Dann, wenn ich sie zum Beispiel nicht festhalten kann. Die letzte Geschichte in «Single» handelt genau davon. Wenn Sie in Affoltern, in Lenzerheide oder in Liestal auftreten, wie muss man sich die Justierung Ihrer Vor- Reeto von Gunten. (Bild zvg.) bereitung vorstellen? Der Auftritt beginnt mit der Anrei- Publikum wärs bloss ein Mann, der se. Weg und Ankunft hinterlassen Ein- laut liest. drücke, die ins Programm einfliessen. Der eigentliche Auftrittsort, die Büh- Wenn Sie den Abend retten müssten, was ne, die Ambiance und vor allem die wäre dazu Ihr Joker? Ich würde eine Geschichte erzählen. Menschen, die vor Ort arbeiten, tragen alle zum Gelingen des bevorste- Das funktioniert immer. henden Abends bei. Doch am meisten leistet das Publi- Interview: Urs Heinz Aerni kum, das sich auf das Gebotene einlässt, eigene Eindrücke und Erkennt- Multimedia-Abend, Freitag, 11. Januar, 20.15 Uhr, nisse schafft und sie weiterträgt. Ohne «LaMarotte», Affoltern. Infos: www.lamarotte.ch.

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