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Freitag, 4. Januar 2019

Den Sicherheits-Zweckverband in der Pionierzeit mitgestaltet

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Im Spital Affoltern geboren

Gründungs-Sekretär Hans Peter Krieg verabschiedet sich in die Pension Seit der Gründung des Sicherheits-Zweckverbands Albis 2005 hat Hans Peter Krieg dessen Sekretariat sowie die Zivilschutzstelle Albis betreut. Zum Jahreswechsel hat er nun an Nachfolgerin Gabriela Bolleter übergeben. Ende Februar wird er pensioniert.

(RFO) für den ganzen Bezirk. Einmal mehr war das Knonauer Amt die erste Region im Kanton, welche diese Vorgabe umsetzte. Entsprechend konnte man kaum auf Unterstützung zählen, da dies auch für den Kanton Neuland war. Dem Mehraufwand stand für Krieg jeweils die Freude gegenüber, sich einbringen, viel bewegen und für die Gemeinden eine Aufgabe lösen zu können. Schliesslich sei das auch mit viel Wohlwollen registriert worden. «Und wir haben es auch gut gemacht», sagt er überzeugt. Sorgen bereitet ihm hingegen die Zunahme des administrativen Aufwands. Für einen Entscheid werden immer mehr Abklärungen und verschiedene Varianten gefordert.

................................................... von thomas stöckli Im Dezember 2004 haben die Ämtler Gemeinden der Zusammenlegung der damals neun Zivilschutzorganisationen zugestimmt. «Bis zuletzt waren wir nicht sicher», erinnert sich Hans Peter Krieg, damals Zivilschutz-Kommandant in Affoltern. Insbesondere in Stallikon und Maschwanden schien der Ausgang ungewiss, da man dort in der weiten Entfernung vom zentralen Standort Affoltern eine Gefahr sah. Schliesslich kam den Fusionswilligen das neue Zivilschutzgesetz entgegen, das eine Mindestzahl an Diensttagen vorschrieb. Die neun kleinen Organisationen hätte das jährlich 1,5 Mio. Franken gekostet – dank Zusammenschluss ist es fast eine Mio. weniger. Trotz der Ungewissheit musste die neue Organisation per 1. Januar 2005 bereit sein. Und da blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Die bisherige Administrativstelle für den BezirksZivilschutz wurde auf Gründungskommandant André Huber, den heutigen Kommandanten Fredi Haab und Hans Peter Krieg aufgeteilt, letzterer mit einem 34-Prozent-Pensum als Sekretär. Der Bestand konnte von 1300 Zivilschützern auf rund 300 reduziert werden. Es blieben die ganz Jungen und die Offiziere, die wollten. Und diese starteten mit der Euphorie, Neues gestalten zu dürfen. Schliesslich nahm die ZSO Albis im Kanton eine Vorreiterrolle ein.

Gefragt als Referent und Macher «Wir konnten viel verwirklichen», blickt Krieg auf diese Pionierzeit zurück. Dabei habe man auch immer auf den Goodwill der Trägergemeinden zählen dürfen. Materialmässig hat die neue Organisation viele Altlasten aus der Kriegszeit übernommen. Rund

wetter

So kannte man ihn die letzten 14 Jahre: seinen Arbeitsplatz als Sekretär des Sicherheits-Zweckverbands Albis hat Hans Peter Krieg zum Jahreswechsel geräumt. (Bild Thomas Stöckli) 100 Anhänger und 50 Pumpen gehörten zum Startinventar, dazu riesige Mengen an weiteren Materialien. «Mit dem neuen Auftrag Bevölkerungsschutz war das meiste nicht mehr brauchbar.» Das ausrangierte Material ging erst an den Kanton zurück und landete zu grossen Teilen in der Verbrennung. Aus Eigeninitiative fand die ZSO Albis dann bessere Verwendungszwecke. So wurde das noch Brauchbare wie Verbandsmaterial und Operationsbesteck nach Rumänien und Tansania gespendet. Vom Know-how aus dem Knonauer Amt wollten auch andere Regionen profitieren. «Wie Handelreisende haben wir Vorträge gehalten», sagt Krieg und lächelt. So referierte er auch in Thalwil vor den Sicherheitsvorständen des Bezirks Horgen über die Fusion. Aus Kilchberg wurde er noch am selben Abend angefragt, ob er vorübergehend das Kommando des lokalen Zivilschutzes übernehmen könne. Das hat er dann in einem 20-ProzentPensum auch getan. Allerdings war die Fusion zur ZSO Zimmerberg dort aufgrund politischer Widerstände nicht wie geplant in zwei Jahren durch, es sollte fünf Jahre dauern.

Mehr als nur Zivilschutz Mit dem «Sicherheits-Zweckverband» wurde damals für die eigentliche Zivilschutz-Fusion eine Organisation gegründet, die über den ursprünglichen Zweck hinauswachsen konnte und sollte. So übernahm der Verband 2009 für zehn der 14 Ämtler Gemeinden die periodische Kontrolle der Schutzräume (PSK). Hedingen sollte 2011 folgen, Bonstetten 2018 als zwölfte Gemeinde – und erste aus dem Unteramt. Mit den zunehmenden Verpflichtungen wurde das Pensum des Verbandssekretärs erst auf 50, später auf 80 Stellenprozent ausgebaut. Entsprechend reduzierte Krieg sein Pensum als Fahrlehrer und Leiter der FahrlehrerBerufsschule. War er am Anfang vor allem Zivilschutzstelle, so hat sich der Schwerpunkt mittlerweile mehr auf den Verband verlagert. Wie breit das Tätigkeitsfeld des Sekretärs Sicherheitszweckverband ist, das sei vielen erst bei der Stellenbeschreibung für seine Nachfolge klargeworden. Jeder zusätzliche Auftrag war mit viel Arbeit verbunden. Das gilt insbesondere für die Lancierung einer Regionalen Führungsorganisation

Ein grosses Thema ist auch die Digitalisierung. Die bezirksrätliche Forderung nach einer Protokoll-Software ist mittlerweile erfüllt, die Akten werden in geschützten Clouds den jeweils Berechtigten zugänglich gemacht, eine Herausforderung bleibt die Archivierung der Dokumente – sowohl elektronisch als auch physisch. Die Erfahrung mit den Hochwasserfällen 2005 und 2007 habe ihn gelehrt, dass es bei Stromausfällen sinnvoll ist, wenn man einen Ordner mit den benötigten Informationen zur Hand hat. Per Ende 2018 hat Hans Peter Krieg das Sekretariat nun an Gabriela Bolleter übergeben. Offiziell pensioniert wird er Ende Februar. So lange wird er seine Nachfolgerin bei Bedarf noch begleiten und unterstützen: «Die Sirenentests machen wir noch zusammen.» Schon per Anfang Jahr hat er in der RFO Albis den Bereich Administration übernommen und die Fahrkurse für Zivilschützer wird er weiterhin durchführen. Doch auch sonst wird es ihm nicht langweilig: Das ehrenamtliche Engagement für die Furka-Dampfbahn will er beibehalten, ebenso das Steinhauen als Hobby. Neben der Fitness soll das Reisen im Wohnmobil künftig mehr Raum erhalten, primär in Europa. Im Mai geht es der Loire entlang durch Frankreich von der Quelle bis zur Mündung, im Juli mit seiner dann ebenfalls frisch pensionierten Partnerin nach Skandinavien.

volg-rezept

Zutaten für 4 Personen 1 Kiwi 2 EL Apfelessig ½ TL Senf, mild 1 Pr. Salz Pfeffer aus der Mühle 3 EL Sonnenblumenöl 200 g Nüsslisalat

Zubereitung

«Je frostiger der Januar, desto freundlicher das Jahr.»

Elisa Sophie, 26. Dezember.

Künftig für die RFO Albis

Nüsslisalat mit Kiwisternen

bauernregel

Lian Fynn, 21. Dezember.

Kiwi schälen und in 5 mm dicke Scheiben schneiden. Mit Guetzliausstecher Sterne ausstechen. Kiwireste mit Essig, Senf, Salz und wenig Pfeffer mixen. Öl darunterrühren. Kurz vor dem Servieren Salat mit Sauce mischen und die

Kiwisterne darauflegen. Zubereitung: ca. 15 Minuten. Tipp: Anstelle der Kiwisterne Mandarinenschnitzchen verwenden. Kiwireste für Sauce weglassen.

Weitere Rezepte unter www.volg.ch/rezepte/.

Leonie Hannah, 26. Dezember.

Nino, 29. Dezember. (Bilder Irene Magnin)

herkömmliches

Gattung Wenn ein Gatte seine Gattin begattet, trägt er dazu bei, dass die menschliche Gattung erhalten bleibt. Aber davon ist im Folgenden nicht die Rede. Auch nicht von Tier- oder Pflanzenarten, sondern von literarischen Gattungen, die ganz unterschiedlich von sich reden machen. Ein Roman beispielsweise holt sehr viel weiter aus als lyrische Dichtung, ein Gedicht fasst sich in verdichteter Form so kurz wie möglich. Eine mythische Erzählung oder ein Märchen ist anders zu verstehen als eine wissenschaftliche Abhandlung oder ein Werbetext. Und wer die biblische Schöpfungsgeschichte liest wie einen Tatsachenbericht, verfehlt deren Sinn ganz bestimmt. Literarische Gattungen gehören zur kommunikativen Art der Wörter und sind einander so ähnlich oder unähnlich wie Kuh und Löwe. Deshalb gilt es den Charakter eines Textes zu berücksichtigen und davon zu sprechen, dass es eine Gattung macht, wie man umgangssprachlich sagt. Und das heisst in diesem Fall: So, dass man der jeweiligen Ausdrucksform gerecht wird. Damit sich Sinn und Unsinn nicht in die Quere kommen. (ubo) In der Serie «Herkömmliches» deutet Urs Boller die mutmassliche Herkunft von Wörtern und Begriffen.

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