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spot-on Ein Axpo Informatik AG Newsletter Ausgabe 01/12

Wettbewerbsvorteile durch Business Prozess Outsourcing Interview mit Roger Schmid Was ist Business Process Outsourcing? Wie generiert es

Prozess – also auch ein Kernprozess oder Teile davon – ausgela-

Mehrwert für die Energiebranche? Und wie können die Kun-

gert werden. Was für den abgebenden Betrieb ein Unterstüt-

den von Axpo Informatik davon profitieren? Roger Schmid,

zungsprozess ist, ist für den Dienstleister das Kerngeschäft.

erfahrener BPO-Experte und Leiter Applikations-Services bei Axpo Informatik AG, im Spot-on-Interview.

Wo macht BPO für ein Energieunternehmen besonders Sinn? Generell gilt: Wer outsourcen will, sollte sich überlegen, wie

Was ist Business Process Outsourcing (BPO) genau?

wichtig ein Vorgang für das Unternehmen ist und ob es sich durch

Es handelt sich dabei um die Abwicklung eines Geschäftsprozes-

den entsprechenden Prozess von den Mitbewerbern abheben

ses durch einen Dienstleister. Das heisst, ein Teil der Ablauforga-

kann. Zu prüfen ist ferner, welche Skaleneffekte erreicht werden

nisation wird ausgelagert. Axpo Informatik beispielsweise bezieht

können und welches spezifische Know-how zur Verfügung steht.

BPO-Leistungen von Axpo AG im Bereich Lohnwesen. Demgegen-

Letztlich verfolgt BPO immer das Ziel, Kosten zu senken bezie-

über betreibt Axpo Informatik aus Sicht des Axpo Verbundes

hungsweise tief zu halten und gegebenenfalls an Wissen zu

Informatikprozesse im (Kunden-)Auftrag. In beiden Fällen handelt

gelangen, das durch das Unternehmen selbst nur mit grossem

es sich um Supportprozesse. Grundsätzlich jedoch kann jeder

Aufwand und durch Investitionen aufgebaut werden könnte. Fortsetzung auf Seite 3


In dieser Ausgabe

1

Frontstory

7

Gigathlon 2012

12 Erfolgreiche SAPRezertifizierung

4

Kundenzufriedenheitsumfrage 2011

8

Geografische Informationssysteme

13 Projekt BALU abgeschlossen

6

Finanzielle Projektabwicklung

10 Server-Virtualisierung

14 IT-Kosten sparen

Axpo Informatik hat sich in den letzten 10 Jahren zu einem ITDienstleister entwickelt, der sich auf die Energiewirtschaft und seine Kunden im Axpo Verbund konzentriert. Dabei konnten wir «unser Produkt» stetig verbessern und haben dabei die Preise seit unserer Entstehung um mehr als 40 Prozent gesenkt. Ohne Sie, unsere Kunden und Partner, hätte es diese Entwicklung der Axpo Informatik nicht gegeben. Für Ihr Vertrauen, Ihre Unterstützung und Ihre Partnerschaft möchten wir uns alle herzlich bedanken. Wir sind bereit und neugierig auf die weitere Entwicklung der Energiewirtschaft in der Schweiz und wie sich unser Konzern strategisch positioniert. Egal wohin die Reise in Zukunft gehen

Liebe Leserinnen und Leser Die Energiewirtschaft durchlebt derzeit hektische Tage, nicht

wird, wir freuen uns darauf, Sie weiterhin begleiten zu dürfen und gemeinsam die Herausforderungen, die auf uns alle zukommen werden, zu meistern.

nur in der Politik, in den Medien und damit in der Öffentlichkeit, sondern auch intern. Kosten und Effizienz stehen im Vordergrund

Nun wünsche ich Ihnen viel Spass und Inspiration beim Lesen der

und bestimmen die strategischen Aktivitäten.

aktuellen Ausgabe des Spot-on

Mit Max2012, der Neuausrichtung der Axpo, steht uns ein anspruchsvoller, aber auch spannender und lehrreicher Prozess bevor. Als bevorzugte IT-Dienstleisterin bietet die Axpo Informatik aktiv Hand, dass die aktuellsten Technologien die neue Strategie so unterstützen können, dass für die gesamte Axpo Gruppe nachhaltige Wettbewerbsvorteile geschaffen werden. Dabei verlieren wir die Kantonswerke und unsere weiteren Kunden nicht aus den Augen, die ebenfalls an strategischen Projekten zur Steigerung der Effizienz und Senkung der Kosten arbeiten.

Axpo spot-on 02  | 03

Robert Gebel, CEO Axpo Informatik AG


Fortsetzung von Seite 1

Jahren haben Billig-Fluglinien das «Bring your own»-Konzept eingeführt und sich dadurch differenziert, dass sie vor allem möglichst günstige Flüge angeboten haben. Die Konkurrenz folgte diesem Trend. Doch seit es nicht mehr möglich ist, sich über den Preis vom Mitbewerber abzuheben, sind einige Flug­ gesellschaften wieder dazu übergegangen, beispielsweise Sandwiches abzugeben oder weitere Zusatzleistungen anzubieten. Dient BPO vor allem der Einsparung von Kosten? Nicht nur. Es geht unter anderem auch darum, Spitzen zu brechen. Während Abrechnungsperioden beispielsweise benötigen Firmen mehr personelle Ressourcen. Dies lässt sich durch Jahresarbeitszeitmodelle oder durch das Einstellen von Temporär-Personal bewerkstelligen, was in der Regel mit hohen Schulungskosten verbunden ist. Als bessere Alternative erweist sich oft der EinbeRoger Schmid ist Leiter Applikations-Services bei Axpo Informatik AG und BPO-Experte.

zug eines professionellen Dienstleisters, der die Prozesse effizient und in hoher Qualität abwickelt.

Die Energiebranche kennt BPO seit vielen Jahren, beispielsweise durch Einkaufs- und Netzbetreiber-Gesellschaften. In unserer

Wie erbringt ein BPO-Anbieter seine Dienstleistungen?

Branche liegt das BPO-Potenzial folglich nicht nur in klassischen

Wir alle kennen BPO aus dem Privatleben. Die Billag beispielswei-

Supportprozessen wie HR, Finanzen, IT und Facility Management,

se erbringt Billing-Leistungen für andere. Sie tritt dabei unter

sondern auch in Teilen der Wertschöpfungsprozesse, im Kernge-

eigenem Namen auf. Andere Dienstleister wiederum treten bei

schäft also. Grosse Energiehändler wie die Axpo bieten kleineren

den Endkunden im Namen des Auftraggebers auf. Dabei merkt

Energieversorgern Dienstleistungen in der Energiebeschaffung

der Endverbraucher nicht, dass er mit einem BPO-Anbieter in

und im Management ihrer Bilanzgruppen. Mit Max2012 entstehen

Kontakt ist. Die BKW-Gruppe beispielsweise hat keinen eigenen

«Shared Services» für die Bereiche HR und Finanzmanagement.

Kundenservice für Privatkunden mehr, sondern hat einen externen

Weiteres Potenzial besteht im Massengeschäft unserer Verbund-

Dienstleister damit beauftragt. Es handelt sich dabei um ein

unternehmen wie beispielsweise bei den Kantonswerken. Dabei

reines Kontakt-Center, das im Namen der EVU-Kunden mit den

kann BPO in Themenbereichen wie Smart Metering, Netznut-

Endkunden einzelne Geschäftsfälle möglichst abschliessend

zungs- und Energielieferungsabrechnungen und Kundenadminist-

abwickelt.

ration wertvolle Dienste leisten. Auch Abläufe im Datenaustausch beziehungsweise Energiedatenmanagement und in der Messda-

Welche Rolle spielt Axpo Informatik für ihre EVU-Kunden im

tenverarbeitung bieten sich für BPO an. Dabei handelt es sich

BPO gegenüber ihren Endkunden?

hauptsächlich um Aufgabenbereiche des Verteilnetzbetriebs und

Wir sehen uns in der «Enabler»-Rolle von «Business Process

-vertriebs sowie des Energievertriebs. Auch im Zusammenhang

Outsourcing»-Geschäftsmodellen unserer Kunden. Effizientes

mit den Unbundlingvorschriften kann es sinnvoll sein, diese

BPO bedeutet hohe Standardisierung und Automatisierung.

Aufgaben einem Shared-Service-Dienstleister zu übergeben. Bei

Unsere gesamte Applikationslandschaft muss deshalb auf BPO

Axpo Informatik haben wir fundiertes technologisches und be-

ausgerichtet werden. Harmonisierung, Modularisierung und

triebswirtschaftliches Know-how, um entsprechende Anstrengun-

Flexibilisierung der IT-Landschaft sind weitere Elemente, die zu

gen unserer Kunden kompetent zu unterstützen. Erwähnen möch-

einem Mehr an Wettbewerbsfähigkeit durch BPO führen. Deshalb

te ich noch, dass sich die Wichtigkeit einzelner Vorgänge ändern

erarbeiten wir zurzeit entsprechende Applikations-Strategien

kann. Wird beispielsweise ein Prozess im Laufe der Zeit relevant

sowie eine Roadmap. Der Aufbau einer passenden neuen Syste-

für die Differenzierung am Markt, können die entsprechenden

mumgebung würde rund zwei Jahre beanspruchen.

Aufgaben zurückintegriert werden.

Aktuell nutzen die Mitglieder der Axpo Gruppe unterschiedliche Systeme und Prozesse. Hier schlummert ungenutztes Synergiepo-

Insourcing ist also nicht immer «in» und Outsourcing

tenzial, welches durch einen gemeinsamen Aufbau einer solchen

manchmal wieder «out»?

Applikationsumgebung durch die Verbundunternehmen realisiert

Absolut. Dazu ein Beispiel aus der Flugindustrie: Vor ein paar

werden könnte. Fortsetzung auf Seite 5


Fortsetzung von Seite 4

Welches sind die grössten Herausforderungen für Axpo Informatik bezüglich BPO? Um ein «Enabler» für effizientes BPO zu sein, muss Axpo Informatik die Thematik ganzheitlich betrachten und seine Kunden bei der Einführung professionell beraten und begleiten können. Die Systeme müssen sauber darauf vorbereitet sein. Da mehrere Unternehmungen durch einen BPO-Provider (also durch unsere Kunden) bedient werden, sind beispielsweise Zugriffsberechtigungen und weitere Sicherheitsaspekte von noch grösserer Bedeutung und sorgfältig umzusetzen. Schliesslich müssen auch die Preis- und Lizenzmodelle auf die Prozessauslagerung bzw. das neue Geschäftsmodell abgestimmt werden. Die Beherrschung der Technologie, Agilität, Kostenführerschaft und -transparenz sind Voraussetzungen, um eine solide Basis zu bilden. Wir machen uns fit, um die BPO-Strategien unserer Kunden mit dem Einsatz geeigneter Informatikmittel erfolgreich unterstützen zu können. Wir freuen uns darauf! Bei Fragen zu BPO@Axpo stehen Ihnen Roger Schmid und sein Team gerne zur Verfügung.

Kundenzufriedenheitsumfrage 2011 Resultate, Massnahmen und deren Planung Die Kundenzufriedenheitsumfrage (KZU) der Axpo Informatik

seit 1. Oktober 2011 kontinuierlich umgesetzt werden. Folgende

AG wurde 2011 bereits zum neunten Mal durchgeführt. Ge-

Verbesserungspotenziale werden ausgelotet:

samthaft haben sich 1125 Personen (2010: 1071) an der anonymen Umfrage beteiligt, was einem neuen Rekord entspricht.

Drucker

Die Rücklaufquoten dürfen als sehr gut bewertet werden. Sie

Der störungs- und fehlerfreie Betrieb der Drucker hat einen

betragen 21,0 Prozent bei der englischsprachigen und 26,1

grossen Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden unserer

Prozent bei der deutschsprachigen Befragung.

Kunden. Im vergangenen Jahr entschloss sich Axpo Informatik, den Lieferanten zu wechseln und neue Services mit Multifunkti-

Das Ergebnis (Kundenzufriedenheitsindex) hat sich im Vergleich

onsgeräten von Konica Minolta zu schaffen, was in der Umfrage

zum Vorjahr (erneut) leicht auf 6.89 (2010: 6.87) verbessert. Das

2011 bereits zu einer gesteigerten Kundenzufriedenheit führte.

seit 2008 anvisierte Ziel, die 7.0-Marke zu knacken, wurde hinge-

Der Vor-Ort-Support geht die Erneuerung der gesamten Drucker-

gen auch 2011 nicht erreicht. Die spezifischen Resultate pro

flotte aktiv an und hat eine Lösung bei Ausfällen von zentralen

Kundenunternehmen sind in den laufenden Jahresendgesprächen

Druckern definiert, um möglichst rasch Ersatzgeräte in Betrieb

zwischen Axpo Informatik und den CIOs der Kunden ein wichtiges

nehmen zu können. Darüber hinaus erwartet Axpo Informatik

Traktandum.

durch die Umstellungen im Projekt 7app (siehe Spot-on 03/10) eine massgebliche Verbesserung der Drucker-Performance.

Aus den Ergebnissen sowie dem Abschlussbericht der für die Umfrage verantwortlichen Universität Basel wurden die folgenden

Hotline-Support

Schwerpunktthemen mit Optimierungspotenzial herausgeschält.

Die Hotline ist die wichtigste Anlaufstelle für die Mitarbeitenden

Um diese Bereiche nachhaltig zu verbessern, hat Axpo Informatik

unserer Kunden. Als kritischer Punkt wurde die «Flexibilität» der

in den jeweiligen Fachbereichen Massnahmen ausgearbeitet, die

Hotline identifiziert. Um die Kundenzufriedenheit im kommenden

Axpo spot-on 04  | 05


den die Führungskräfte bei Axpo Informatik in mehreren Aspekten sensibilisiert, um die Auftragsabwicklung in den einzelnen Teams effizienter zu gestalten. Die Ergänzung der KPIs zur Messung der Auftragsabwicklung in den Bereichen ist eine weitere flankierende Massnahme in diesem Geschäftsjahr. Kundenspezifische Software SAP Die Umfrageresultate zeigen klar, dass SAP zwar als Arbeitsinstrument akzeptiert wird, aber nicht gerade «everybodys darling» ist. Hierbei stehen wir vor der Herausforderung zu beurteilen, ob die Anwender(innen) in erster Linie die im Vergleich zu anderen modernen Lösungen weniger attraktive Benutzeroberfläche bewerten oder die Funktionalität der Software beziehungsweise die Abbildung einzelner Prozesse. Als kritischer Punkt wurde ausserdem die «Kompatibilität» identifiziert. Jahr erneut zu steigern, nehmen die Call Agents regelmässig an

Die Entwicklung von prozessorientierten, auf die individuellen

Schulungen teil. Dies mit dem Ziel, das Gros der Supportanfragen

Kundenbedürfnisse zugeschnittenen und qualitativ hochstehen-

direkt am Telefon lösen zu können. Zukünftig unterstützen die Call

den SAP-Lösungen zählt zum Dienstleistungsangebot von Axpo

Agents die Anwenderinnen und Anwender unserer Kunden auch

Informatik. In diesem Bereich gilt es das prozessorientierte «Re-

beim Erfassen von Kleinaufträgen.

quirements Engineering» massgeblich zu optimieren, um die Auftraggeber besser bedienen zu können und weniger Change

Auftragsabwicklung

Requests zu erhalten. Darüber hinaus soll die Betriebsübergabe

Eine schnellere Auftragsabwicklung bei gleichbleibend hoher

verbessert und standardisiert werden, um auch den Going Live

Qualität ist unser erklärtes Ziel. Dazu wird das Service Manage-

Support anbieten zu können und die Akzeptanz von SAP langfris-

ment sogenannte Express-Aufträge einführen. Gleichzeitig wer-

tig zu erhöhen.


Erfolgreiche Piloteinführung «Finanzielle Projektabwicklung» bei den Divisionen AXE und AXF Wir alle kennen das Problem: Projektanträge werden auf einem

2011 alle Entwicklungsarbeiten intern abgedeckt werden.

Excel-Formular erfasst, die Formulare müssen von verschiede-

Der Pilot läuft seit Juli 2011. Bisher wurden rund 420 Formulare

nen Personen unterzeichnet werden und die Genehmiger müs-

über die neue Applikation freigegeben und der Betrieb funktio-

sen über die notwendige Finanzkompetenz verfügen. Nach

niert fehlerfrei. Aktuell werden punktuelle Verbesserungen

der Freigabe werden die Daten manuell im SAP PS (Projekt-

vorgenommen und Erweiterungen für die speziellen Organisati-

system) erfasst oder geändert. Mehrfacherfassung, Mehrfach-

onsstrukturen der Partnerwerke bei der Division Hydro umge-

ablage, lange Durchlaufzeiten und Intransparenz sind somit

setzt. Den übrigen Divisionen steht die neue Applikation «finanzi-

Programm. Felix Meier, Fachspezialist Projektcontrolling in

elle Projektabwicklung» seit Januar 2011 zur Verfügung.

der Divi­s ion Netze, erkannte vor der Projektdefinition das Potenzial einer divisionsübergreifenden Lösung. Dank seines

Die Aufgabe und ihre Lösung

Engagements wurde ein Tool entwickelt, mit dem im Pilot­

Um die Mehrfacherfassung und -ablage von Formularen und

betrieb bereits zwei Divisionen produktiv arbeiten. In den

Dokumenten, die damit verbundenen übermässig langen Prozess-

restlichen Divisionen wird die Applikation ab Anfang Januar

durchlaufzeiten sowie entstehende Intransparenz zu vermeiden,

ausgerollt.

wurde auf Initiative der Division Netze (Geschäftseinheit EU) die Machbarkeit einer elektronischen Workflow-Lösung in Zusammen-

Engagiert ans Ziel

arbeit mit Axpo Informatik geprüft und anhand eines Prototyps

Das Projekt war zu Beginn von verschiedenen Herausforderungen

nachgewiesen. Dabei kam die vorgesehene Technologie mit

geprägt: So mussten beispielsweise externe Spezialisten unser

interaktiven Formularen, Workflow und Integration im SAP-Portal

Know-how ergänzen. Nach Terminverschiebungen und einem

zum Einsatz. 2008 wurde die Vorstudie erstellt und das Projekt im

Re-Design der Benutzeroberfläche jedoch können seit Anfang

Jahr darauf gestartet.

Axpo spot-on 06  | 07


Die Benutzeroberfläche wurde im SAP-Portal realisiert (WebDyn-

Im SAP-Portal können für jedes Projekt alle Änderungen und

pro-Applikation). In dieser Applikation verwaltet der Benutzer

Freigaben (welche, wann und durch wen) mitverfolgt und nachvoll-

seine Formulare, kann bestehende SAP-Projekte selektieren und

zogen werden.

neue Formulare anlegen. Dabei werden Stammdaten aus dem SAP gelesen und in Adobe Interactive Forms (PDF-Formulare)

Gemeinsam mit dem Kunden lernen

angezeigt. Die Daten werden im Formular vervollständigt und

Eine der grössten Herausforderungen war es, die unterschiedli-

validiert. Suchhilfen stehen zur Verfügung.

chen Interessen der Divisionen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Mit dem grossen Einsatz aller Beteiligten ist es gelungen,

Der SAP-Workflow bildet das Finanzkompetenzenreglement ab.

eine divisonsübergreifende Lösung zu definieren und auch umzu-

Dabei wird aufgrund der Stammdaten sichergestellt, dass die

setzen. Mit einer Applikation im SAP-Portal (WebDynpro) und mit

Vorgesetzten eines Projektleiters ihre Freigaben für ein Vorhaben

interaktiven PDF-Formularen haben wir uns mit neuen Technologi-

geben müssen. Ebenfalls wird hier gewährleistet, dass ein finanzi-

en befasst und viel Know-how erarbeitet.

eller Genehmiger auch über die notwendige Finanzkompetenz verfügt. Somit stellt das System sicher, dass die IKS-Vorgaben (internes Kontrollsystem) eingehalten werden. Nachdem der Workflow abgeschlossen ist, werden die Stammdaten automatisch ins SAP-PS übernommen. Alle betroffenen Personen werden danach automatisch über Änderungen benachrichtigt. Nicolas Hug, Teilprojektleiter

Gigathlon 2012 Zwei Tage sportliches Abenteuer im «Team of Five» Der diesjährige Gigathlon – er findet vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 in und um Olten statt – ist bereits ausverkauft. Doch Axpo Informatik war genügend schnell, Startplätze in der Kategorie «Team of Five» zu ergattern. Folglich können wir mit zwei 5er-Teams am Sport-Event teilnehmen, wobei jedes Team mindestens zwei Damen aufweisen muss. Der zweitägige Anlass beinhaltet die Disziplinen Laufen, Biken, Rennrad fahren, Skaten und Schwimmen. Gesamthaft werden dabei 430 km und 7750 Höhenmeter zurückgelegt. Die gemeinsame Vorbereitung sowie das Rahmenprogramm und die Stimmung am Gigathlon selbst machen den Anlass zu einem der eindrück-

Bitte bachten Sie, dass die Anzahl Plätze begrenzt ist. Melden Sie

lichsten sportlichen Team-Events.

sich deshalb möglichst bald!

Wir möchten den Gigathlon 2012 gerne mit Personen aus unse-

Weitere Informationen finden Sie unter:

rem Kundenkreis bestreiten. Alle interessierten Athletinnen und

http://www.gigathlon.ch/desktopdefault.aspx/tabid-4282

Athleten können sich bis spätestens 29. Februar 2012 beim EventKoordinator Andreas Garbin melden (andreas.garbin@axpo.ch).

Andreas Garbin, Koordinator Gigathlon 2012


GIS in der Energiewirtschaft

Geografische Informationssysteme, kurz GIS genannt, dienen

Zunehmend findet GIS Einsatz in der Energiewirtschaft. Insbeson-

der Erfassung, Bearbeitung, Organisation, Analyse und Dar-

dere in der Netz- und Anlagendokumentation können aktuelle

stellung raumbezogener Daten. GIS als die Verschmelzung

Informationen zu jeder Zeit an jedem Ort verfügbar gemacht

von Kartografie, statistischen Analysen und Datenbank-Tech-

werden. GIS liefert hierzu eine umfassende Datenbasis, die Netz-

nologie visualisieren entsprechende Daten, die aussagekräf-

karten um energierelevante Geschäftsdaten wie Wetter, Topogra-

tig auf verschiedenen Informationsebenen (Layer) bearbeitet

fie, Satellitenbilder sowie unternehmenseigene und technische

und aufbereitet werden können.

Daten anreichert. Darüber hinaus ermöglicht GIS eine effiziente Gestaltung von divisionsübergreifenden Prozessen und eine hohe

Die systematische Nutzung raumbezogener Informationen erfolgt

Transparenz der Kosten. Damit ist GIS auch ein ausgezeichnetes

in unterschiedlichen Branchen. Angewendet wird GIS unter

Instrument zur Unterstützung strategischer Unternehmensent-

anderem in der Transportwirtschaft, Medizin, Raumplanungs- und

scheidungen.

Umweltforschung sowie in der Telekommunikation. GIS ermöglicht es beispielsweise den Katastrophenschutzbeauftragten,

Innerhalb des Axpo Konzerns wird GIS in verschiedenen Bereichen

Evakuierungspläne zu erstellen. Marketingabteilungen können

verwendet. Die Divisionen Hydro, Netze und Neue Energien der

analysieren und aufzeigen, in welchen Vertriebsgebieten durch

Axpo AG setzen geografische Informationssysteme wie TOPO­

gezielte Werbung neue Kunden gewonnen werden können usw.

BASE 2 von Autodesk und Arc View von ESRI ein. Zusätzliche

Axpo spot-on 08  | 09


Anforderungen und ein Ausbau der GIS-Einsatzmöglichkeiten werden derzeit geprüft. Auch Axpo Informatik macht im Auftrag ihrer Kunden Auswertungen und Darstellungen raumbezogener Informationen. Der Geomatiktechniker Markus Hunziker verfügt über umfangreiche GIS-Kenntnisse. Im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelte er ein Datenmodell für ein zentrales, abteilungsübergreifendes GIS für die Axpo AG und schafft damit die Grundlage für weitere GISAktivitäten innerhalb des Verbunds. Geschäftsdaten aus SAP werden beispielsweise vom Team Business Intelligence anhand verschiedener Methoden und Techniken computer-kartografisch aufbereitet. So können Strom-Absatzgebiete durch unterschiedliche Flächeneinfärbung aufgezeigt oder punktbezogene Informationen in bestehende Reporting-Systeme eingebettet werden. Nähere Informationen, wie Sie von den Möglichkeiten von GIS in der Energiewirtschaft profitieren können, gibt Ihnen gerne das Team IT-Beratung der Axpo Informatik. consulting.axi@axpo.ch

IT-Tipp Korrektes Abmelden dient der Datensicherheit

Bitte beachten Sie: Wenn Sie mit Citrix arbeiten, so ist es wichtig, dass Sie sich bei Arbeitsschluss von Ihrer Citrix-Session korrekt abmelden. Dies geschieht einfach mittels Klicken auf Start – Abmelden. Hinweis: Das korrekte Abmelden ist wichtig, da die Citrix-Session sonst geöffnet bleibt und Dateien eventuell nicht korrekt gespeichert werden können. Dies kann zu Problemen beim nächsten Anmeldeversuch führen. Zudem beanspruchen offene Citrix-

auf Windows 7 migrierten Rechnern, sind Sie am Morgen inner-

Sessions unnötigen Speicherplatz, was die Speicher-Kosten in

halb von 1– 2 Minuten wieder arbeitsbereit und haben erst noch

Ihrem Unternehmen erhöht.

etwas für die Energieeffizienz Ihres Unternehmens getan.

PS: Am besten gönnen Sie Ihrer Maschine im Büro auch den wohlverdienten Feierabend und schalten sie ganz aus, bevor Sie das Büro verlassen. Dank kurzen Aufstartzeiten, bei den bereits

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe.


Server-Virtualisierung bietet zahlreiche Vorzüge Rechenzentren weisen allenthalben das gleiche Bild auf: Die

dafür, dass es zwischen den virtuellen Servern beim Zugriff auf die

Anzahl betriebener Applikationen steigt und deren Komplexi-

Hardware zu keinen Konflikten kommt. Da die verschiedenen

tät nimmt zu. Dies hat zur Folge, dass im Server-Bereich

Anwendungen auf den virtuellen Servern ihre Leistungsspitzen in

kräftig aufgerüstet wird. Dabei sind die eingesetzten Syste-

der Regel nicht gleichzeitig erreichen, wird die durchschnittliche

me oft derart leistungsstark bzw. mit Leistungsreserven

Gesamtauslastung der Hardware gesteigert, ohne dass die Perfor-

versehen, dass sie kaum ausgelastet sind. Eine vor einem Jahr

mance der einzelnen Anwendungen stark darunter leidet.

in den Rechenzentren der Axpo Informatik durchgeführte Analyse hat gezeigt, dass die Server durchschnittlich eine

Limitierend für die Anzahl virtueller Server, welche auf einem

Auslastung von unter fünf Prozent aufweisen.

physischen Server betrieben werden können, sind die Leistungsfähigkeit der Hardware (Anzahl Prozessoren und Memory) sowie der

Die wachsende Server-Zahl hat Konsequenzen. So steigt einer-

Leistungsbedarf der virtuellen Server. 20 bis 30 virtuelle Server

seits der Platzbedarf in den Server-Räumen. Andererseits nimmt

pro physischem Server sind heute üblich.

der Stromverbrauch zu. Viele der bestehenden Rechenzentren stossen an ihre Kapazitätsgrenzen, und Engpässe bei Stromzufüh-

Im Verbund noch leistungsfähiger

rung und Wärmeabführung sind keine Seltenheit. Dieser Proble-

Der Hypervisor ermöglicht, mehrere physische Server (Hosts) zu

matik begegnet die Server-Virtualisierung.

einem Verbund (Cluster) zusammenzufassen. Dieser erlaubt, virtuelle Server im laufenden Betrieb unterbruchsfrei von einem

Bessere Server-Auslastung dank Virtualisierung

physischen Host zum anderen zu verschieben. Sind die Hosts

Ein klassischer Server besteht aus den drei Schichten Hardware,

eines Clusters unterschiedlich stark belastet, sorgt die Virtualisie-

Betriebssystem und Anwendungs-Software. Die Server-Virtualisie-

rungssoftware automatisch für eine bessere Lastverteilung. Die

rung hat zum Ziel, mehrere Betriebssysteme mit den darauf

Einbindung zusätzlicher Hosts ist jederzeit möglich. Dank Hyper-

laufenden Anwendungen auf einer gemeinsamen Serverhardware

visor lassen sich folglich dynamische Ressourcenpools für den

(Host) zu betreiben und die Hardware damit besser auszulasten.

Betrieb von virtuellen Servern bilden, was die Verfügbarkeit

Dazu wird eine als Hypervisor bezeichnete Virtualisierungssoftware

nachhaltig erhöht. Fällt ein Host aus, werden die betroffenen

eingesetzt. Diese übernimmt die Verwaltung der Hardware und

virtuellen Server automatisch auf einem anderen Host im Cluster

präsentiert sie dem Betriebssystem in virtueller Form. Dies ermög-

gestartet.

licht, mehrere Betriebssysteme und ihre Anwendungen gleichzeitig auf einem gemeinsamen physischen Server zu betreiben. Die Virtualisierungssoftware «multipliziert» die Hardware und sorgt

Anwendungen Anwendungen

AnwenAnwen-AnwenAnwen-AnwenAnwen-AnwenAnwendungen dungendungen dungendungen dungendungen dungen BetriebsBetriebs-BetriebsBetriebs-BetriebsBetriebs-BetriebsBetriebssystem system system system system system system system

Betriebssystem Betriebssystem

Hardware Hardware

Abb. 1: Physischer Server.

Axpo spot-on 10  | 11

Hypervisor Hypervisor Hardware Hardware Abb. 2: Host mit vier virtuellen Servern


Server-Virtualisierung bei Axpo Informatik Axpo Informatik beschäftigt sich seit über fünf Jahren mit der

Info Box

Virtualisierung von Servern. Im Laufe dieser Zeit haben sich die Leistungsfähigkeit der Hardware sowie Funktionsumfang und

Glossar

Zuverlässigkeit der Virtualisierungssoftware markant verbessert.

Server Server (engl. für Diener) bezeichnet einen Computer oder ein Programm, das einem oder mehreren Benutzern (Clients) zentrale Dienstleistungen zur Verfügung stellt.

Heute hat die Technologie einen Stand erreicht, dass selbst geschäftskritische Anwendungen bedenkenlos auf virtuellen Servern betrieben werden können. Vor diesem Hintergrund haben zahlrei-

Hypervisor Virtualisierungssoftware, die eine Umgebung für virtuelle Server schafft.

che Firmen über 50 Prozent ihrer Server virtualisiert – einzelne Unternehmen sind gar dabei, sämtliche Server zu virtualisieren.

Host Physischer Server (Hardware), auf dem virtuelle Server betrieben werden.

Nicht immer jedoch ist es technisch möglich oder sinnvoll, einen

Cluster Ein Cluster (engl., für Schwarm, Gruppe oder Haufen) bezeichnet eine Anzahl von vernetzten Computern, die von aussen in vielen Fällen als ein Computer gesehen werden können.

Server zu virtualisieren. So existieren vereinzelt Anwendungen, die in einer virtuellen Umgebung keinen zuverlässigen Betrieb garantieren. Zudem ist bei Servern mit einem permanent hohen Leistungsbedarf eine Virtualisierung oft unwirtschaftlich.

Redundant Redundanz (lat. redundare – überlaufen, überströmen) bezeichnet das zusätzliche Vorhandensein funktional gleicher oder vergleichbarer Ressourcen eines technischen Systems.

Rund 400 der von Axpo Informatik betriebenen 1400 Server sind aktuell virtuell. Dieser Anteil von knapp 30 Prozent soll in den nächsten Jahren auf über 70 Prozent gesteigert werden. Neue Server werden nur noch in begründeten Fällen nicht virtualisiert. Diese Strategie minimiert einerseits die notwendigen Investitionen. Andererseits lassen sich Platz- und Strombedarf nachhaltig

was sich positiv auf die Gesamtverfügbarkeit des Services aus-

reduzieren.

wirkt. Und schliesslich wirken sich die reduzierten Hardware-

Demgegenüber sind hinsichtlich Unterhalt von Betriebssystemen

Beschaffungs- und Betriebskosten positiv auf die Entwicklung der

und Applikationen kaum Einsparungen möglich. Der Aufwand für

Servicepreise aus.

die Überwachung, das Konfigurieren, Pflegen und Updaten der virtuellen Server bleibt bestehen Kunden profitieren Die konsequente Umsetzung einer Virtualisierungs-Strategie macht sich für Kunden unmittelbar bezahlt. So können neue virtuelle Server und Services schneller bereitgestellt werden – das Warten auf neue Hardware entfällt. Zudem wurde die Verfügbarkeit von bisher nicht redundant ausgelegten Systemen verbessert,

Anwendungen

Anwendungen

Anwendungen

Betriebs- Betriebs- Betriebssystem system system

Anwendungen

Anwendungen

Anwendungen

Franz Peter, Chief Infrastructure Architect

Anwendungen

Betriebs- Betriebs- Betriebs- Betriebssystem system system system

Lastverteilung

Anwendungen

Anwendungen

Anwendungen

Betriebs- Betriebs- Betriebssystem system system

Hypervisor HostCluster

Hardware Abb. 3: Host Cluster mit dynamischer Lastverteilung.

Hardware

Hardware


Erfolgreiche SAP-Rezertifizierung Aus SAP CCC wird SAP CCoE Im letzten Herbst war es so weit: Wir durften von SAP das Zertifikat zur bestandenen Rezertifizierung in Empfang nehmen. Mit der erstmals unter der Bezeichnung «CCoE» (Customer Center of Expertise) vergebenen Auszeichnung bestätigt SAP erneut, dass Axpo Informatik sämtliche Anforderungen hinsichtlich Struktur, Prozesse und Qualitätsmanagement für ein CCoE erfüllt und somit einen wesentlichen Beitrag zum kosteneffizienten Betrieb der Kunden-Geschäftsprozesse leistet. Was ist ein Customer Center of Expertise (CCoE)? Unter einem CCoE verstehen wir eine Organisationseinheit beziehungsweise eine zentrale Anlaufstelle für sämtliche Interaktionen mit SAP. Als dauerhaft eingerichtetes Kompetenzzentrum unterstützt das Customer CoE die Implementierung, den Betrieb und die Qualität von Geschäftsprozessen und Systemen für sämtliche SAP-Installationen, auf die sich der SAP-Lizenz- und Supportvertrag bezieht. Das SAP CCoE der Axpo Informatik beschäftigt 47 Spezialistinnen und Spezialisten in den Bereichen SAPBeratung, SW-Entwicklung und Basisbetrieb. Angesichts der technologischen Weiterentwicklung werden die Zertifizierungskriterien für ein CCoE laufend angepasst. Damit verbunden ist eine fortlaufende Weiterbildung der Mitarbeitenden. War es vor wenigen Jahren noch ausreichend, die Programmiersprache ABAP/4 zu beherrschen, um Zusatzprogramme oder Schnittstellen zu realisieren, sind die Anforderungen heute wesentlich höher gesteckt. So ist beispielsweise im Bereich SWEntwicklungen ein breit abgestütztes Know-how für Web Dynpro oder für die Realisierung von Schnittstellen über die EAI-Schnittstellentechnologie «PI» (Process Integration) unumgänglich. Durch einen optimalen Supportprozess zwischen SAP und dem Zertifizierungskriterien

CCoE lassen sich Probleme schneller lösen und negative Auswir-

Die CCoE-Zertifizierung erfolgt nach weltweit gültigen CCoE-

kungen auf die Geschäftsprozesse der Kunden minimieren. Wir

Prüfungskriterien von SAP. Dabei wird u. a. die Zusammenarbeit

freuen uns, in diesem Bereich eine ausserordentlich gute Bewer-

zwischen dem CCoE und SAP überprüft (2-Jahres-Rhythmus). Zur

tung erhalten zu haben.

Überprüfung gelangen dabei beispielsweise das Vertrags- und das Lizenzmanagement sowie Supportprozesse. Im Bereich Supportprozesse beurteilt SAP unter anderem die Qualität der gemeldeten Software-Fehler, die Anzahl Meldungen und die damit verbundene Anwendungskomplexität. Meldet ein CCoE beispielsweise ein Software-Problem an SAP, für das bereits eine Korrektur abrufbar ist oder bei dem es sich nicht um ein eigentliches Software-Problem handelt, hat dies einen negativen Einfluss auf die Bewertung des CCoE. Axpo spot-on 12  | 13

Markus Thomann, Leiter SAP CCC


Projekt BALU erfolgreich abgeschlossen

Da schlagen Technikerherzen höher: Die Chance, ein modernes Rechenzentrum von der Basis her aufbauen zu können, erhält man nicht jeden Tag.

Vom 22. Oktober bis 26. Dezember 2011 wurden in total

erfolgte mit tatkräftiger, termingerechter Unterstützung durch

7 Umzugspaketen die Rechenzentren Glattbrugg und Baden

EKZ/ELTOP. Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

RWB nach Lupfig ins neue Green Datacenter verlegt. Ein grosses Dankeschön für den reibungslosen Ablauf des GeDieses anspruchsvolle Projekt verlangte eine lange Vorbereitungs-

samtprojekts gilt nicht nur dem topmotivierten Umzugs-Team

zeit, laufende Abstimmungen mit den Kundenprojektleitern und

– den «Special IT-Forces BALU» –, sondern auch unseren kompe-

ein bärenstarkes Umzugsteam, bei dem jeder Handgriff sitzt. Die

tenten Projektleitern auf Kundenseite, die massgeblich dazu

insgesamt 500 Server konnten ohne Unterbrüche termingerecht

beigetragen haben, dass über 500 Server mit businesskritischen

verschoben werden. Zwei kleine Zwischenfälle – der Defekt eines

Applikationen effizient und ohne Unterbrüche an ihren neuen

Reifens durch eine Schraube im Pneu des Umzugsfahrzeugs und

Standort überführt werden konnten.

der Ausfall einer Sicherung der Datacenter-Beleuchtung, die ein Einbauen der Server unter erschwerten Umständen mit Smart­ phones als einzige Lichtquelle zur Folge hatte –, meisterten die IT-Spezialisten mit der notwendigen Ruhe und Professionalität. Die regelmässige und transparente Kommunikation zwischen Projektleiter, System-Administratoren, Kundenkoordinatoren und Kundenprojektleitern trug wesentlich zum Projekterfolg bei. Die Bereitstellung (Verkabelungsarbeiten) des Data Center Lupfig

Fredy Lüthi, Projektleitung BALU


Standardisierung und Eigeninitiative Die Schlüssel für nachhaltig tiefe IT-Kosten Wie sieht es mit den strategischen, konzernweiten Sparpotenzialen aus? Nachdem die taktischen Sparmöglichkeiten geprüft worden sind, können die grossen strategischen Hebel betätigt werden. Beispielsweise die Standardisierung der Applikationslandschaften, die Axpo Informatik bereits vor einem Jahr vorgeschlagen hat, um Skaleneffekte besser zu nutzen. Das Team IT-Beratung von Axpo Informatik hat dazu die passenden Instrumente und Methoden entwickelt. Ein weitsichtiges Architekturmanagement verschafft dem Axpo Konzern ein grosses (langfristiges) Einsparpotenzial. So lassen sich Redundanzen und Mehrspurigkeiten in der Informatik reduzieren. Es ist beispielsweise zu hinterfragen, ob man sich nicht auf ein CRM-System im Unternehmen einigen kann, statt pro Abteilung unterschiedliche CRM-Systeme zu betreiben. Wie funktioniert die Beratung bezüglich Standardisierungs­ potenzial? Attila Konstantin Miehle ist Berater bei Axpo Informatik AG.

Jede Applikation wird danach bewertet, ob sie Wettbewerbsvor-

Zu seinen Fachgebieten zählt auch die IT-Kostenoptimierung.

teile schafft und ob sich das Unternehmen mit dieser Applikation

Das Dauerbrennerthema Kosten erhält im Rahmen von

am Markt differenzieren kann. Typische Anwendungen, die sich

Max2012 erneut grösste, betriebswirtschaftliche Aufmerk-

für eine Standardisierung anbieten, sind zum Beispiel CRM-Lösun-

samkeit. Attila K. Miehle im Interview über weitere Einspar-

gen, vor allem aber die Office-Programme. Ein anderes Beispiel:

möglichkeiten im Informatikbereich, die IT-Beratung als «Ena-

Wenn aus dem Projekt Max2012 eine konzernweite Tradinggesell-

bler» und über die Frage: Wie viel Standardisierung erträgt

schaft entsteht, lassen sich dank Standardisierung – beispielsweise

die Innovation?

durch die Wahl eines einheitlichen IT-Trading-Arbeitsplatzes und eines einheitlichen Trading-Systems – nachhaltig Kosten sparen.

Attila K. Miehle, welche Möglichkeiten gibt es, IT-Kosten zu sparen?

Wir sprechen also von einer integrierten Informatik,

Ganz unterschiedliche. Axpo Informatik hat im vergangenen

einer Zentralisierung?

Geschäftsjahr durch diverse Optimierungsmassnahmen insgesamt

Die Zentralisierung der Informatik oder zumindest der IT-Beschaf-

6 Millionen Franken für die Kunden eingespart, hauptsächlich in

fung ermöglicht unter anderem, bei den Lieferanten attraktivere

den Bereichen Services, Infrastruktur und Prozesse. Nun, da

Preise auszuhandeln und durchzusetzen. Dazu müssen alle Betei-

unsere marktkonformen Preise kein weiteres Optimierungspoten-

ligten natürlich auch bereit sein, allenfalls Kompromisse einzuge-

tial bieten, gewinnt die Eigeninitiative der Kunden an Bedeutung.

hen und das Integrationsprinzip zu leben. Es gilt aber anzumerken,

Grundsätzlich ist Kostensparen nämlich ein kontinuierlicher

dass Zentralisierung – im Interesse einer optimalen Flexibilität –

Prozess, weil nur so Nachhaltigkeit erreicht wird. Dabei gilt es

nicht um jeden Preis anzustreben ist.

einerseits, kleinere operative und taktische Einsparpotenziale wie etwa Speicherplatzoptimierung und Datenbankkonsolidierungen

Die Softwarevielfalt im Konzern abzustimmen klingt alleine

zu nutzen – zentral sind auch Endgerätestrategien, z. B. mit

schon nach grosser Herausforderung …

kostengünstigen und energieeffizienten ThinClients. Andererseits

Mit dem Projekt 7app haben wir bereits Vorarbeiten geleistet. Bei

ist die Möglichkeit der verursachergerechten Verrechnung zu

der momentanen Einführung des neuen Betriebssystems Windows

prüfen. Dabei ist die Frage zu beantworten: «Lohnt sich dieses

7 wurde im Vorfeld eine konzernweite Bestandesaufnahme der

Verrechnungsmodell für mich als Kunden und für meinen Bereich?».

vorhandenen Software gemacht. Dabei zeigte sich, wo im Konzern

Axpo spot-on 14  | 15


verwendet wird. Hier schlummert ein beträchtliches Einsparpoten-

hoch

für die Erledigung der gleichen Aufgabe unterschiedliche Software zial. Die Kunden müssen nur mutig genug sein, es zu aktivieren. tätsführerschaft. Unseren Kunden erfüllen wir wenn möglich auch Sonderwünsche – doch das macht das Konstrukt Axpo Informatik tendenziell teuer. Bieten wir demgegenüber nur noch eine StandardSoftware für eine bestimmte Aufgabe an, werden wir automatisch kostengünstiger – ohne dass dabei die Qualität der auszuführen-

CRM ECM DMS

Eine zu vehement forcierte Standardisierung und Zentralisierung

Middle Ware

tief

Gratwanderung?

tief

BI

ERP

Lokale Apps

den Arbeiten leidet. Standardisierung vs. Innovation – wie schafft man diese

Hohes Standardisierungspotenzial

Trading

Wettbewerbsvorteil durch IT-Differenzierung

Axpo Informatik ist ein flexibler Provider mit dem Ziel der Quali-

MS Office Suite

Potenzial Kostensenkung durch Standardisierung

hoch

der Prozesse kann die Innovationskraft durchaus hemmen. Allerdings können diese beiden «Antipoden» auch in Symbiose existie-

stützung wenn es gilt, das vorhandene Kostenoptimierungspoten-

ren. Dabei muss evaluiert werden, wo sich die Standardisierung

zial auszuloten. Allerdings reicht es nicht aus, beispielsweise alle

lohnt. In Bereichen, die zu keiner wesentlichen Differenzierung

fünf Jahre die Softwarelandschaft zu überprüfen. Dies muss in

beitragen, liegt das grösste Sparpotenzial. In anderen Bereichen

regelmässigen Abständen geschehen – ganz nach dem Konzept

jedoch, in denen Wettbewerbsvorteile geschaffen werden kön-

der kontinuierlichen Verbesserung. Wir empfehlen, jedes halbe

nen, fokussiert sich das Unternehmen idealerweise auf Innovatio-

Jahr ein Thema zu beleuchten und zu prüfen, ob die Kostenampeln

nen und innovative Services (siehe Grafik). Allerdings werden

noch auf Grün sind. Dabei soll dann immer wieder die Frage gestellt

innovative Projekte oft aus Kostengründen abgewiesen – vielleicht

werden: Was können wir tun, um das Wachstum der jährlichen

weil der Payback erst im dritten Jahr erreicht wird ...

IT-Kosten zu reduzieren? Die Erfahrung lehrt: Mehrere kleine Sparmassnahmen schmerzen weniger als Big-Bang-Aktionen.

Bei Überlegungen in diesem Zusammenhang stehen gemäss meiner Erfahrung drei Nutzen-Betrachtungen im Fokus. Erstens

Welches Einsparpotenzial wurde in bisherigen Optimierungs-

der Nutzen, der sich konkret in Franken und Rappen ausdrückt.

projekten konkret erreicht?

Zweitens der Nutzen, der sich nicht oder nur schwer monetär

Eine genaue Zahl aller Einsparungen, die wir bisher in Projekten

beziffern lässt. Dazu gehören etwa minimierte Risiken oder gestei-

im ganzen Konzern erreicht haben, kann ich nicht auf den Franken

gerte Arbeitsqualität. Und drittens emotionale und Image-Werte,

genau nennen. Jedoch konnten in jedem Kostenoptimierungspro-

die sich aus Innovationen ergeben (können). So z. B. die Frage, ob

jekt Sparpotenziale zwischen 10 und 20 Prozent identifiziert und

die User mit den angebotenen Applikationen gerne und damit

umgesetzt werden. Wenn das Thema der Kostenoptimierung in

auch effizient arbeiten. Die Kostenbrille ist gut und recht, aber wir

einem Unternehmen ganzheitlich und umfassend angegangen

dürfen uns nicht nur auf die Kosten versteifen, denn IT ist auch ein

wird, lassen sich die Gesamt-IT-Kosten entscheidend senken.

ganz wichtiger Enabler fürs Business!

Durch den gezielten Einsatz von Thin Clients beispielsweise kann ein Geschäftsbereich mit knapp 200 Mitarbeitenden die jährlichen

Was tut Axpo Informatik in Zukunft, um die Kostenoptimie-

IT-Ausgaben durchaus um rund 50 000 Franken reduzieren.

rung zu unterstützen? Mit dem Cloud-Piloten für SharePoint weisen wir den Weg Richtung Service-Zukunft, denn Cloud-basierte Self-Services bringen Flexibilität und sind attraktiv im Preis. Public Clouds beinhalten viele versteckte Kosten und werfen zurzeit noch einige Sicherheitsfragen auf; doch in Zukunft werden auch flexible und sichere Private Clouds zu variablen Kosten erhältlich sein. Das IT-Beratungs-Team wird auch zukünftig innovative Ansätze zur Kostenoptimierung anbieten. CIOs erhalten kompetente Unter-

Attila Konstantin Miehle, Berater, Axpo Informatik AG


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