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| 17. September 2015

Special

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Chefs über ihren Titel Remo Daguati von S-GE und Xander Seiler vom KKL zu ihren Beweggründen. Seite 49

MBA 20 Jahre EMBA in der Schweiz Geschäftsführerin Petra Joerg über das Jubiläum von Rochester-Bern und dessen Einfluss auf den sich verändernden Markt. SEiTE 45

So viel verdient man danach Die «MBA Trends-Studie 2015/16» zeigt, dass in Europa nach Schweizer Abschlüssen die besten Einstiegssaläre locken.

SEiTEn 46/47

Bald fünf Events in der Limmatstadt Drei Organisatoren von Informationsanlässen zu MBA und EMBA bringen nationale und weltweite Programme nach Zürich. SEiTE 48

«Glücksfall Widerstand» Erik Nagel, Leiter des Executive MBA Luzern der Hochschule Luzern, über Gegenwehr und Unternehmensführung.

SEiTE 52

Private Schulen und ihre Kurse

ZVG

Infos und News von der ZfU International Business School in Thalwil und der Zurich Elite Business School.

rang 7: die Universitätsbibliothek Bern mit einem medienangebot von 4 109 598.

Verantwortlich für dieSen Special: norman c. Bandi

Vertiefung der Vertiefung

Markt Schweiz Spezialisierte berufsbegleitende executive-mBa-programme sind im trend. die htw in chur lanciert deren zwei. Jeweils ein neues angebot bringen die Universität Bern und die Zhaw in winterthur. norman c. Bandi

Es gibt sie noch, die klassischen Master of Business Administration (MBA). Sie sind in der Schweiz in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem unter dem Begriff Executive MBA aufgekommen als berufsbegleitende Weiterbildung zu generalistischem Managementwissen für Führungskräfte, die zwar über Berufserfahrung in ihren Fachbereichen, aber nicht über fundierte Wirtschaftskenntnisse verfügen. Mit den Anfang machte der RochesterBern Executive MBA der Universität Bern, der nun sein 20-jähriges Bestehen feiert. Kurz darauf wurde aus dem Nachdiplom in Unternehmensführung der Universität

St. Gallen (HSG) der Executive MBA HSG. Als weitere Programme folgten etwa der Executive MBA des IMD in Lausanne, der Strathclyde MBA Switzerland in Kloten oder der Executive MBA der Universität Zürich. Die Anbieter sind private Business Schools oder universitäre Hochschulen. Seit der Bologna-Reform 1999 rollen die Fachhochschulen das Feld auf. Zuerst brachten sie allgemeine EMBA auf den Markt, aus denen sie unterdessen eine Reihe von Vertiefungen abgeleitet haben. «Das Grundmodell zum MBA ist als Konzept ja schon ziemlich alt. Er versteht sich als akademische Weiterbildung in Betriebswirtschaft», sagt Guy Ochsenbein, Leiter Institute der Hochschule für Wirt-

SEiTEn 58/59

schaft an der FHNW in Olten. «Das ist ein sehr breiter Ansatz. Darum haben wir angefangen, innerhalb vom MBA Spezialisierungen anzubieten.» Die Bandbreite der EMBA-Vertiefungen reicht heute von Entrepreneurship, Leadership, International Management, Advanced Management, Cross Cultural Leadership oder Controlling und Consulting an der FHNW (Seite 54) über Dienstleistungsmanagement, Entrepreneurship, Sales- und MarketingManagement oder Werteorientiertes Finanzmanagement an der FHS St. Gallen (Seite 56) bis General Management oder Marketing an der HWZ Zürich (Seite 53). Ein Trend, der sich jetzt akzentuiert. Die HTW in Chur ergänzt ihre drei EMBA

General Management, EMBA Strategisches Marketing und EMBA New Business um die beiden neuen EMBA Digital Transformation und EMBA Tourismus und Hospitality Management (Seite 57). Und die ZHWA in Winterthur lanciert nach dem International Executive MBA den MBA in Real Estate Management (Seite 55). Doch auch die universitären Hochschulen erkennen die Zeichen der Zeit. An der HSG gibt es bereits spezialisierte Programme zu Business Engineering, European & International Business Law oder Financial Services and Insurance. Und an der Universität Bern startet 20 Jahre nach der Premiere der zweite Executive MBA – in Marketing Management (Seiten 50).

Foto-portFolio die Bilder zeigen den analogen hort des wissens: die grössten Bibliotheken der Schweiz nach dem gesamten medienangebot. Fotos: ZVG Rang 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

name Medienangebot (in Mio.) Universitätsbibliothek Basel 8,45 Bibliothek eth Zürich 7,91 Bibliothèque cantonale et universitaire de lausanne 7,83 Bibliothèque de Genève 7,09 Zentralbibliothek Zürich 6,64 nationalbibliothek 5,73 Universitätsbibliothek Bern 4,11 Bibliothèque cantonale et universitaire de fribourg 3,71 Zentralbibliothek luzern 1,35 Bibliothèque de l’Université de Genève 1,27

quEllE: «ScHwEiZERiScHE BiBliotHEkSStAtiStik 2015», BFS

Impressum Der Special «MBA» ist eine redaktionelle Eigenbeilage der «Handelszeitung» und Bestandteil der aktuellen Ausgabe. Herausgeber: Redaktion und Verlag, «Handelszeitung», Axel Springer Schweiz, 8021 Zürich.


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ZVG

HANDELSZEITUNG | Nr. 38 | 17. September 2015

Rang 3: Die Bibliothèque cantonale et universitaire de Lausanne mit einem Medienangebot von 7 828 697.

20 Jahre Executive MBA Und wie sich der Markt verändert!

V

on einzelnen Initiativen hin zu einem unübersichtlichen Markt, der sich flexibel an die Bedürfnisse der Interessenten anpasst: Die Weiterbildungslandschaft hat sich in den vergangenen 20 Jahren massiv verändert und wird dies auch weiter tun. Obwohl der Master of Business Administration (MBA) in den USA eine über 100-jährige Tradition hat, schwappte er als Executive-MBAWeiterbildung erst vor 20 Jahren so richtig in die Schweiz hinüber: Im Sommer 1994 erhielt Claudio Loderer, Professor für Finanzmanagement an der Universität Bern, ein interessantes Telefonat. Als erster amerikanischer Anbieter wollte die Simon Business School der University of Rochester in der Schweiz eine Stiftung gründen, um ihr bewährtes Executive-MBA-Programm hierzulande anzubieten. Claudio Loderer, der in Rochester doktoriert hatte, sollte hierfür der Partner sein. Gesagt, getan – im Januar 1995 nahm die erste Klasse des Rochester-Bern Executive MBA ihr berufsbegleitendes Studium in General Management auf.

Karrieren ohne berufsbegleitende Weiterbildung kaum mehr denkbar Anders als heute gab es 1995 in der Schweiz zwar bereits das eine oder andere Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaftslehre, jedoch kaum einen internationalen Executive MBA. Das Thema Internationalität war aber auch weniger präsent. Die Globalisierung der Wirtschaft war noch in der Pubertät, die Welt mehr als nur einen Mausklick entfernt. Wer das Diplom einer ausländischen Universität erwerben wollte, musste ins jeweilige Land gehen, und das machten entweder junge Leute oder Führungskräfte, die klare Karriereziele im internationalen Umfeld verfolgten. Favorit für diese Pläne: Die USA, denn von hier kam der MBA und hier existierten damals wie heute die höchsten Standards. Einen Executive MBA zu machen, war etwas Besonderes. Heute sieht die Welt anders aus. Unsere Wirtschaft agiert global und wir sind rund um die Uhr online. Das Leben ist schneller gewor-

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Petra Joerg Chief Executive Officer (CEO), Rochester-Bern Executive Programs, Universität Bern, Bern

«Weil der Titel in Europa nicht geschützt ist, gibt es keine offiziellen Standards, entsprechend verwirrend ist das Angebot für Weiterbildungswillige.»

den, die Anforderungen im Berufsleben steigen, Karrieren ohne berufsbegleitende Weiterbildung sind kaum mehr denkbar. Das hat sich ebenfalls auf den Bildungsmarkt ausgewirkt. Nahezu jede Universität oder Fachhochschule und viele Privatschulen bieten Executive MBA an – in jeder Preisklasse, auf sehr unterschiedlichen Qualitätsniveaus, mit den verschiedensten thematischen Schwerpunkten, und das überall auf der Welt. Weil der Titel in Europa nicht geschützt ist, gibt es keine offiziellen Standards, entsprechend verwirrend ist das Angebot für Weiterbildungswillige. Gefragt ist mehr denn je der besondere Executive MBA, der Absolventen von der Masse abhebt.

Anpassung an Bedürfnisse wegen dem Auf und Ab der Wirtschaft Während der Weiterbildungsmarkt seit 20 Jahren stetig wächst, geht es in der Wirtschaft auf und ab. Im März 2000 platzt die DotcomBlase und versetzt der Weltwirtschaft einen herben Schlag, im Herbst 2008 folgt die Finanzkrise, die später auch auf die Industrie übergreift. Die Schweiz wird zudem gebeutelt von schwierig umsetzbaren politischen Entscheiden, zum Beispiel von der Masseneinwanderungsinitiative und dem starken Franken. All diese Entwicklungen beeinflussen Nachfrage und Angebot für die Weiterbildung. Nachfrage: Wenn Unternehmen in der Krise stecken, müssen sie sich verändern. Neue Strukturen, schlankere Prozesse und Kosteneinsparungen sind die Folge. In der Regel betrifft dies genauso die Bereitschaft, externe Weiterbildungen (mit) zu finanzieren. Wurde der Executive MBA 1995 nach dem Giesskannenprinzip unterstützt, sieht die Situation 2015 anders aus. Wer von sich aus eine Weiterbildung anpacken will, muss mit guten Argumenten überzeugen und einen Teil der Finanzierung selbst tragen. Von Unternehmen geschickt werden nur noch nominierte High Potentials, die klare Kriterien erfüllen. Immer mehr setzen Unternehmen auch auf interne Weiterbildungsprogramme. Während die Unternehmen restriktiver werden, wächst das Interesse an

Weiterbildung bei den Mitarbeitenden. Denn wenn die Situation auf dem Arbeitsmarkt enger wird, ist es von Vorteil, gut qualifiziert zu sein. Und da sich der Arbeitsplatz auf der ganzen Welt befinden kann, ist der internationale Executive MBA nach wie vor der Favorit. Angebot: Die Veränderung der Situation in den Unternehmen bei gleichbleibend hohem Interesse auf Seiten der Individuen hat einen Innovationsschub in der Weiterbildungsindustrie ausgelöst. Die klassischen Executive-MBAProgramme werden mit Online-Komponenten und modularem Aufbau flexibler gestaltet. Zudem gibt es eine ganze Reihe von kürzeren und weniger teuren Angeboten, die spezifische Zielgruppen abholen, aber nicht den Status des Executive MBA erlangen – in der Schweiz zum Beispiel Zertifikatslehrgänge CAS (Certificate of Advanced Studies) oder Diplomlehrgänge DAS (Diploma of Advanced Studies).

Neue Aspekte wie Nachhaltigkeit, Ethik und Change Management Verändert haben sich im Zuge der Finanzkrise auch die Inhalte des Executive MBA. Zu den für Führungskräfte zentralen Kernthemen wie Strategie, Finanzen oder Leadership hinzugekommen sind neue Aspekte wie Nachhaltigkeit, Ethik oder Change Management. Selbst wenn diese Themen nicht explizit im Curriculum eines Executive MBA erscheinen, so prägen sie dennoch die Diskussion der Kernthemen, die sich über die 20 Jahre in vielerlei Hinsicht an die Änderungen in der Wirtschaft angepasst haben. Als Claudio Loderer 1995 den Executive MBA der University of Rochester in die Schweiz brachte, konnte er nicht ahnen, wie sich sein Programm, der Markt und die Stiftung über die Jahre entwickeln würden. Der Rochester-Bern Executive MBA gehört nach wie vor zu den besten im Markt, die Stiftung bietet zudem kürzere Programme sowie unternehmensspezifische Weiterbildungen an. In einer komplexen Welt ist Weiterbildung wichtiger denn je – es ist kaum zu erwarten, dass die Zukunft dies ändern wird.


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handelszeitung | Nr. 38 | 17. September 2015

Argumente für Interessenten Trends eine neue Studie vom Staufenbiel institut stellt den Schweizer mBa-anbietern im europäischen Wettbewerb ein gutes Zeugnis aus. allen voran imd und HSg überzeugen – aber auch die PHW hält mit.

Absolventen wollen am meisten ins Consulting

Marketing und Informatik verlieren an Beliebtheit

einstiegsbranchen der MBa-studenten laut europas anbietern (in Prozent)*

einsatzbereiche der MBa-studenten laut europas anbietern (in Prozent)*

Consulting

D

ie neue «MBA Trends-Studie 2015/16» des deutschen Recruiting-Dienstleisters Staufenbiel Institut bestätigt die sich seit längerer Zeit abzeichnende Entwicklung, dass vor allem bei den grössten Schweizer Anbietern die Zahl der internationalen Studenten gewachsen ist: Beim MBA General Management am privaten International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne kommen 97 Prozent aus dem Ausland, beim The St. Gallen MBA der Universität St. Gallen (HSG) sind es 68 Prozent. Das Durchschnittsalter der MBA-Absolventen in der zuletzt gestarteten Klasse in Europa ist 33 Jahre. Die Bandbreite liegt zwischen 26 und 45 Jahren. Die durchschnittliche Berufserfahrung der Teilnehmer in Europa ist 7 Jahre. Die Bandbreite liegt zwischen 3 und 19 Jahren.

Grosse Schwankungen bei Frauen Der Frauenanteil beträgt im Schweizer Schnitt etwa ein Drittel: Am IMD sind es zwar erst 30 Prozent, an der HSG immerhin 38 Prozent. Zum Vergleich: Beim MBA in Responsible Management der französischen Audencia Nantes School of Management sind 48 Prozent der Teil-

nehmer weiblich. Ein hoher Anteil, den die private Schule unter anderem auf ihre speziellen Zielsetzungen zurückführt. Trotzdem gibt es im europäischen Kräftemessen der untersuchten Anbieter kein einziges MBA-Programm, in dem mehr Frauen als Männer studieren, so Staufenbiel – abgesehen von Deutschland, wo dies bei einem Fünftel der Angebote der Fall ist. Die Kehrseite der Medaille? Bei mehr als einem Drittel der Kurse liegt der Frauenanteil unter 30 Prozent. Insgesamt beträgt laut Staufenbiel die durchschnittliche Teilnehmerzahl in Europa 46 Studenten. Auffällig ist, dass die

13 Prozent der europäischen Business Schools verlangen MBA-Studiengebühren von mehr als 50 000 Euro. meisten MBA-Programme mit maximal 20 Kursteilnehmern eher klein sind. 48 Prozent fallen unter diese Gruppe. Und mit 8 Prozent sind Kurse mit 100 Teilnehmern und mehr eher die Ausnahme. Bei der Programmdauer zeigen sich pro Land deutliche Unterschiede. Europaweit reicht die Zeitspanne von 10 bis 60 Monate. Die gängigste Programmdauer beträgt im Durchschnitt 18 Monate.

Englisch als alleinige Unterrichtssprache ist im deutschsprachigen Raum bei den MBA-Programmen zwar auf dem Vormarsch, hat sich aber noch nicht durchgesetzt. Nur in vier von zehn Kursen werden die Studenten ausschliesslich auf Englisch unterrichtet. Allerdings ist der Anteil zweisprachiger MBA-Programme (Deutsch und Englisch) mit 48 Prozent hoch.

Ausbildungshintergrund zentral Ohne Berufserfahrung ist ein MBAStudium fast unmöglich. Erwartet wird von den meisten Anbietern mindestens ein Bachelor-Abschluss oder ein Fachhochschuldiplom. Hilfreich sind Dienste der Career Services und persönliche Kontakte durch Alumni, ebenfalls CoachingSeminare und die Organisation von Campus-Besuchen durch die Unternehmen. Viele Schulen bieten ausserdem eine direkte Vermittlung von Jobs und Praktika für Studenten. Die Wahl der richtigen Adresse basiert daher auf dem Ausbildungshintergrund der Interessenten. Ein Beispiel zu Staufenbiels Frage «An welcher Business School findet man ein eher homogenes Teilnehmerfeld mit einem ähnlichen Ausbildungshintergrund und wo einen breiteren Mix?»: Beim Executive MBA Utility Management am International Institute of Management in Technology (iimt) der Universität Freiburg sind 70 Prozent Ingenieure, genau so wie bei

Jahressaläre von absolventen nach MBa/eMBa an 20 schulen in europa sowie in den usa (in euro)

* Daten aus «MBa trenDs-stuDie 2013/14»; k.a. = keine anGaBen.

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Land Schweiz Schweiz Schweiz niederlande Spanien Schweiz Schweiz deutschland Frankreich uSa uSa uSa deutschland monaco uSa uSa deutschland deutschland Spanien Frankreich

Basisgehalt 110 884 100 000 92 000 91 373 91 200 90 000 90 000 90 000 89 400 89 400 88 800 84 200 84 000 83 000 81 000 80 200 78 000 k.a. 73 365 66 700

Lohn mit Boni k.a. 120 000 k.a. 118 811 122 200 105 000 k.a. k.a. k.a. k.a. 137 800 k.a. k.a. k.a. 98 900 100 600 k.a. 87 200 k.a. k.a.

Quelle: «MBa trenDs-stuDie 2015/16», staufenBiel institut

77 64

59 Banking und Finanzdienstleister 55 Industrie (Sonstige) 53 Pharma/Medika/Health Care/Diagnostika 49 Automotive 45 Dienstleistung (Sonstige) 40 Handel 37 Energie- und Versorgungswirtschaft 34 Logistik 33 Ingenieurdienstleistungen 30 Nahrungs- und Genussmittel/Konsumgüter 29 Bauwirtschaft/Bauindustrie 26 Versicherungswirtschaft 26 Elektroindustrie 21 Werbung/PR 21 Chemie 21 Luft- und Raumfahrt 18 Medien 14 Wirtschaftsprüfung/Steuerberatung

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Consulting Projektmanagement

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71 Unternehmensplanung und -entwicklung 60 Marketing/Produktmanagement 59 Finance 51 HR/Personal- und Sozialwesen 49 Verkauf/Vertrieb 46 Logistik/Distribution 44 Controlling 44 Informationstechnik/IT 43 Einkauf/Beschaffung/Materialwirtschaft 41 Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit 41 Qualitätssicherung 40 Fertigung/Produktion 31 Gesundheitsmanagement 30 Forschung und Entwicklung 16 Konstruktion 10 Markt- und Meinungsforschung 24 Sonstige

Rang 4: die Bibliothèque de genève mit einem medienangebot von 7 093 747. * Mehrfachauswahl MöGlich

dessen Executive MBA ICT Management 70 Prozent Informatiker sind.

Mit die besten Verdienstaussichten nach einem Schweizer Abschluss

MBA/EMBA-Anbieter international institute for management development (imd), lausanne international institute of management in Technology (iimt), universität Freiburg executive School of management, Technology and law, universität St. gallen (HSg) rotterdam School of management, erasmus university, rotterdam ieSe Business School, university of navarra, Barcelona* PHW Private Hochschule Wirtschaft Bern, Kalaidos Fachhochschule Schweiz, Zürich SBS Swiss Business School, Kloten* rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (rWTH), aachen inSead, Fontainebleau bei Paris Haas School of Business, university of California, Berkeley* Tuck School of Business at dartmouth College, Hanover* darden School of Business, university of Virginia, Charlottesville* mannheim Business School, universität mannheim international university of monaco (ium), Fontvieille* mcCombs School of Business, The university of Texas, austin* Yale School of management, Yale university, new Haven* Technische Hochschule mittelhessen (THm), giessen, Friedberg und Wetzlar european School of management and Technology (eSmT), Berlin ie Business School, ie university, madrid audencia nantes School of management, nantes

IT/Telekommunikation

ZVG

Helga Wienröder und norman C. Bandi

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Einstiegsbranchen im Vergleich Die «MBA Trends-Studie 2015/16» erklärt diesbezüglich: Consulting, IT und Telekommunikation und Banking sind wie in den vergangenen Jahren die beliebtesten Einstiegsbranchen der Absolventen. In der Gunst gestiegen sind diesmal Automotive und Handel. Bei der Frage danach, welche Einsatzbereiche für Absolventen besonders interessant sind, gibt es wenig Veränderungen: Wie in den Vorjahren dominieren Consulting und Projektmanagement. Auffällig ist, dass sowohl Marketing als auch IT an Beliebtheit bei den MBA-Studenten verloren haben. Punkto Einstiegsbranchen präsentiert sich laut Staufenbiel hierzulande folgendes Bild: Beim MBA General Management am IMD in Lausanne zieht es 23 Prozent ins Consulting, 18 Prozent in die IT sowie

9 Prozent in die Nahrungsmittel- und Konsumgüterindustrie. Beim Executive MBA ICT Management am iimt in Freiburg wollen 60 Prozent in die IT und 10 Prozent in die Ingenieurdienstleistungen. Und beim Executive MBA Utility Management an selber Bildungsstätte zieht es 60 Prozent in die Energie- und Versorgungswirtschaft sowie 20 Prozent in die Elektroindustrie. Richtung Pharma und Health Care tendieren 20 Prozent der Absolventen des EMBA General Management an der PHW Privaten Hochschule Wirtschaft Bern, die zur Kalaidos Fachhochschule Schweiz mit Hauptsitz in Zürich gehört. Weitere 10 Prozent liebäugeln mit einem Job in der Versicherungswirtschaft.

Einsatzbereich nach Beliebtheit Zur Frage, in welche Wirtschaftszweige es MBA-Studenten nach einem Abschluss in der Schweiz zieht, liefert Staufenbiel folgende Antworten: 31 Prozent der Absol-

venten des MBA General Management am IMD starten im Consulting. In die Unternehmensplanung und -entwicklung wollen 20 Prozent nach dem Executive MBA ICT Management am iimt oder 10 Prozent nach dem EMBA General Management an der PHW. Projektmanagement als gewünschten Einsatzbereich nennen 30 Prozent der Absolventen nach dem Executive MBA Utility Management am iimt. Die IT erklären 60 Prozent nach dem Executive MBA ICT Management am iimt oder 10 Prozent nach dem EMBA General Management an der PHW zum Hauptziel.

Salärsprung nicht Haupttriebfeder Mehr Gehalt ist für die meisten MBAStudenten gemäss Staufenbiel vordergründig nicht die Haupttriebfeder, sich an einer Business School für einen MBA-Kurs einzuschreiben. Mit einem Schweizer Abschluss resultieren europaweit die höchsten Löhne: MBA-Absolventen von IMD,

aNzeige

iimt und HSG können mit 92 000 bis 110 884 Euro Jahressalär rechnen – zuzüglich Boni (siehe Tabelle auf Seite 46). Zwar wollen 38 Prozent in Europa ihr Gehalt durch den Abschluss steigern, wesentlich mehr Teilnehmer geben aber den MBA-Anbietern zufolge andere Gründe an. Ihre wichtigsten Ziele heissen Flexibilität für die Karriere und mehr Fachkompetenz. Drei Viertel der Studenten möchten zudem ein professionelles Netzwerk aufbauen und zwei Drittel wollen durch den Abschluss der Karriere eine neue berufliche Richtung geben. Gründergedanken zu einem Startup haben nur 21 Prozent.

Preise in der Schweiz eher hoch Und wie steht es mit den Kosten für ein Programm? Dazu Staufenbiel: Die MBAStudenten in Deutschland kommen vergleichsweise günstig davon. An sechs von zehn Business Schools bekommen sie den Abschluss für weniger als 20 000 Euro. Ein

echtes Schnäppchen, denn in anderen europäischen Ländern sind oft höhere Studiengebühren fällig. Hier liegen die Kosten bei 55 Prozent der Anbieter zwischen 20 000 und 50 000 Euro. Selbst noch höhere Studiengebühren sind keine absolute Seltenheit. Immerhin 13 Prozent der europäischen Anbieter verlangen von den MBA-Studenten mehr als 50 000 Euro. Der MBA General Management am IMD dauert 11 Monate und kostet 85 000 Franken inklusive Discovery Expedition. Der The St. Gallen MBA an der HSG dauert 12 Monate und kostet 56 000 Franken. Die berufsbegleitenden Executive MBA ICT Management und Executive MBA Utility Management am iimt dauern 1 bis 5 Jahre und kosten 42 000 Franken. Der berufsbegleitende EMBA General Management an der PHW dauert 3 Semester und kostet 32 100 Franken. Die Angaben verstehen sich in der Regel exklusive Schulmaterial und Lebenskosten. Qualität hat ihren Preis.

Quelle: «MBa trenDs-stuDie 2015/16», staufenBiel institut

MBa TreNds-sTudie 2015/16

20 Schweizer Schulen befragt – 4 antworten Erhebung Für die neue «mBa TrendsStudie 2015/16» wurden vom Staufenbiel institut in Köln bereits zum 21. mal die europaweit führenden Hochschulen und Business Schools nach aktuellen daten in der mBa-ausbildung befragt. die erhebung liefert detaillierte informationen über die anbieter und ihre Programme, zudem über inhaltliche Schwerpunkte, internationalität und Frauenanteil sowie die Teilnehmer generell. die neue «mBa TrendsStudie 2015/16» befragte die anbieter ausserdem nach den einstiegsbranchen und einsatzbereichen ihrer absolventen und danach, wie viel sie nach dem mBa verdienen.

Resultate Zwischen märz und mai 2015 analysierte das Berliner Trendence institut für Personalmarketing im auftrag des Staufenbiel instituts die antworten von insgesamt 70 europäischen Hochschulen und Business Schools mit rund 100 Programmen. die auswertung der resultate erfolgte separat für europa und deutschland. die angaben über die Schweizer anbieter und deren mBa stammen gemäss Staufenbiel institut alle von den Bildungsstätten selbst. insgesamt wurden 20 Hochschulen und Business Schools aus der Schweiz zur Teilnahme eingeladen. Teilgenommen haben nachweislich deren vier: www.staufenbiel.ch.


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handelszeitung | Nr. 38 | 17. September 2015

Argumente für Interessenten Trends eine neue Studie vom Staufenbiel institut stellt den Schweizer mBa-anbietern im europäischen Wettbewerb ein gutes Zeugnis aus. allen voran imd und HSg überzeugen – aber auch die PHW hält mit.

Absolventen wollen am meisten ins Consulting

Marketing und Informatik verlieren an Beliebtheit

einstiegsbranchen der MBa-studenten laut europas anbietern (in Prozent)*

einsatzbereiche der MBa-studenten laut europas anbietern (in Prozent)*

Consulting

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ie neue «MBA Trends-Studie 2015/16» des deutschen Recruiting-Dienstleisters Staufenbiel Institut bestätigt die sich seit längerer Zeit abzeichnende Entwicklung, dass vor allem bei den grössten Schweizer Anbietern die Zahl der internationalen Studenten gewachsen ist: Beim MBA General Management am privaten International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne kommen 97 Prozent aus dem Ausland, beim The St. Gallen MBA der Universität St. Gallen (HSG) sind es 68 Prozent. Das Durchschnittsalter der MBA-Absolventen in der zuletzt gestarteten Klasse in Europa ist 33 Jahre. Die Bandbreite liegt zwischen 26 und 45 Jahren. Die durchschnittliche Berufserfahrung der Teilnehmer in Europa ist 7 Jahre. Die Bandbreite liegt zwischen 3 und 19 Jahren.

Grosse Schwankungen bei Frauen Der Frauenanteil beträgt im Schweizer Schnitt etwa ein Drittel: Am IMD sind es zwar erst 30 Prozent, an der HSG immerhin 38 Prozent. Zum Vergleich: Beim MBA in Responsible Management der französischen Audencia Nantes School of Management sind 48 Prozent der Teil-

nehmer weiblich. Ein hoher Anteil, den die private Schule unter anderem auf ihre speziellen Zielsetzungen zurückführt. Trotzdem gibt es im europäischen Kräftemessen der untersuchten Anbieter kein einziges MBA-Programm, in dem mehr Frauen als Männer studieren, so Staufenbiel – abgesehen von Deutschland, wo dies bei einem Fünftel der Angebote der Fall ist. Die Kehrseite der Medaille? Bei mehr als einem Drittel der Kurse liegt der Frauenanteil unter 30 Prozent. Insgesamt beträgt laut Staufenbiel die durchschnittliche Teilnehmerzahl in Europa 46 Studenten. Auffällig ist, dass die

13 Prozent der europäischen Business Schools verlangen MBA-Studiengebühren von mehr als 50 000 Euro. meisten MBA-Programme mit maximal 20 Kursteilnehmern eher klein sind. 48 Prozent fallen unter diese Gruppe. Und mit 8 Prozent sind Kurse mit 100 Teilnehmern und mehr eher die Ausnahme. Bei der Programmdauer zeigen sich pro Land deutliche Unterschiede. Europaweit reicht die Zeitspanne von 10 bis 60 Monate. Die gängigste Programmdauer beträgt im Durchschnitt 18 Monate.

Englisch als alleinige Unterrichtssprache ist im deutschsprachigen Raum bei den MBA-Programmen zwar auf dem Vormarsch, hat sich aber noch nicht durchgesetzt. Nur in vier von zehn Kursen werden die Studenten ausschliesslich auf Englisch unterrichtet. Allerdings ist der Anteil zweisprachiger MBA-Programme (Deutsch und Englisch) mit 48 Prozent hoch.

Ausbildungshintergrund zentral Ohne Berufserfahrung ist ein MBAStudium fast unmöglich. Erwartet wird von den meisten Anbietern mindestens ein Bachelor-Abschluss oder ein Fachhochschuldiplom. Hilfreich sind Dienste der Career Services und persönliche Kontakte durch Alumni, ebenfalls CoachingSeminare und die Organisation von Campus-Besuchen durch die Unternehmen. Viele Schulen bieten ausserdem eine direkte Vermittlung von Jobs und Praktika für Studenten. Die Wahl der richtigen Adresse basiert daher auf dem Ausbildungshintergrund der Interessenten. Ein Beispiel zu Staufenbiels Frage «An welcher Business School findet man ein eher homogenes Teilnehmerfeld mit einem ähnlichen Ausbildungshintergrund und wo einen breiteren Mix?»: Beim Executive MBA Utility Management am International Institute of Management in Technology (iimt) der Universität Freiburg sind 70 Prozent Ingenieure, genau so wie bei

Jahressaläre von absolventen nach MBa/eMBa an 20 schulen in europa sowie in den usa (in euro)

* Daten aus «MBa trenDs-stuDie 2013/14»; k.a. = keine anGaBen.

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Land Schweiz Schweiz Schweiz niederlande Spanien Schweiz Schweiz deutschland Frankreich uSa uSa uSa deutschland monaco uSa uSa deutschland deutschland Spanien Frankreich

Basisgehalt 110 884 100 000 92 000 91 373 91 200 90 000 90 000 90 000 89 400 89 400 88 800 84 200 84 000 83 000 81 000 80 200 78 000 k.a. 73 365 66 700

Lohn mit Boni k.a. 120 000 k.a. 118 811 122 200 105 000 k.a. k.a. k.a. k.a. 137 800 k.a. k.a. k.a. 98 900 100 600 k.a. 87 200 k.a. k.a.

Quelle: «MBa trenDs-stuDie 2015/16», staufenBiel institut

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59 Banking und Finanzdienstleister 55 Industrie (Sonstige) 53 Pharma/Medika/Health Care/Diagnostika 49 Automotive 45 Dienstleistung (Sonstige) 40 Handel 37 Energie- und Versorgungswirtschaft 34 Logistik 33 Ingenieurdienstleistungen 30 Nahrungs- und Genussmittel/Konsumgüter 29 Bauwirtschaft/Bauindustrie 26 Versicherungswirtschaft 26 Elektroindustrie 21 Werbung/PR 21 Chemie 21 Luft- und Raumfahrt 18 Medien 14 Wirtschaftsprüfung/Steuerberatung

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Consulting Projektmanagement

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71 Unternehmensplanung und -entwicklung 60 Marketing/Produktmanagement 59 Finance 51 HR/Personal- und Sozialwesen 49 Verkauf/Vertrieb 46 Logistik/Distribution 44 Controlling 44 Informationstechnik/IT 43 Einkauf/Beschaffung/Materialwirtschaft 41 Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit 41 Qualitätssicherung 40 Fertigung/Produktion 31 Gesundheitsmanagement 30 Forschung und Entwicklung 16 Konstruktion 10 Markt- und Meinungsforschung 24 Sonstige

Rang 4: die Bibliothèque de genève mit einem medienangebot von 7 093 747. * Mehrfachauswahl MöGlich

dessen Executive MBA ICT Management 70 Prozent Informatiker sind.

Mit die besten Verdienstaussichten nach einem Schweizer Abschluss

MBA/EMBA-Anbieter international institute for management development (imd), lausanne international institute of management in Technology (iimt), universität Freiburg executive School of management, Technology and law, universität St. gallen (HSg) rotterdam School of management, erasmus university, rotterdam ieSe Business School, university of navarra, Barcelona* PHW Private Hochschule Wirtschaft Bern, Kalaidos Fachhochschule Schweiz, Zürich SBS Swiss Business School, Kloten* rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (rWTH), aachen inSead, Fontainebleau bei Paris Haas School of Business, university of California, Berkeley* Tuck School of Business at dartmouth College, Hanover* darden School of Business, university of Virginia, Charlottesville* mannheim Business School, universität mannheim international university of monaco (ium), Fontvieille* mcCombs School of Business, The university of Texas, austin* Yale School of management, Yale university, new Haven* Technische Hochschule mittelhessen (THm), giessen, Friedberg und Wetzlar european School of management and Technology (eSmT), Berlin ie Business School, ie university, madrid audencia nantes School of management, nantes

IT/Telekommunikation

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Helga Wienröder und norman C. Bandi

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Einstiegsbranchen im Vergleich Die «MBA Trends-Studie 2015/16» erklärt diesbezüglich: Consulting, IT und Telekommunikation und Banking sind wie in den vergangenen Jahren die beliebtesten Einstiegsbranchen der Absolventen. In der Gunst gestiegen sind diesmal Automotive und Handel. Bei der Frage danach, welche Einsatzbereiche für Absolventen besonders interessant sind, gibt es wenig Veränderungen: Wie in den Vorjahren dominieren Consulting und Projektmanagement. Auffällig ist, dass sowohl Marketing als auch IT an Beliebtheit bei den MBA-Studenten verloren haben. Punkto Einstiegsbranchen präsentiert sich laut Staufenbiel hierzulande folgendes Bild: Beim MBA General Management am IMD in Lausanne zieht es 23 Prozent ins Consulting, 18 Prozent in die IT sowie

9 Prozent in die Nahrungsmittel- und Konsumgüterindustrie. Beim Executive MBA ICT Management am iimt in Freiburg wollen 60 Prozent in die IT und 10 Prozent in die Ingenieurdienstleistungen. Und beim Executive MBA Utility Management an selber Bildungsstätte zieht es 60 Prozent in die Energie- und Versorgungswirtschaft sowie 20 Prozent in die Elektroindustrie. Richtung Pharma und Health Care tendieren 20 Prozent der Absolventen des EMBA General Management an der PHW Privaten Hochschule Wirtschaft Bern, die zur Kalaidos Fachhochschule Schweiz mit Hauptsitz in Zürich gehört. Weitere 10 Prozent liebäugeln mit einem Job in der Versicherungswirtschaft.

Einsatzbereich nach Beliebtheit Zur Frage, in welche Wirtschaftszweige es MBA-Studenten nach einem Abschluss in der Schweiz zieht, liefert Staufenbiel folgende Antworten: 31 Prozent der Absol-

venten des MBA General Management am IMD starten im Consulting. In die Unternehmensplanung und -entwicklung wollen 20 Prozent nach dem Executive MBA ICT Management am iimt oder 10 Prozent nach dem EMBA General Management an der PHW. Projektmanagement als gewünschten Einsatzbereich nennen 30 Prozent der Absolventen nach dem Executive MBA Utility Management am iimt. Die IT erklären 60 Prozent nach dem Executive MBA ICT Management am iimt oder 10 Prozent nach dem EMBA General Management an der PHW zum Hauptziel.

Salärsprung nicht Haupttriebfeder Mehr Gehalt ist für die meisten MBAStudenten gemäss Staufenbiel vordergründig nicht die Haupttriebfeder, sich an einer Business School für einen MBA-Kurs einzuschreiben. Mit einem Schweizer Abschluss resultieren europaweit die höchsten Löhne: MBA-Absolventen von IMD,

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iimt und HSG können mit 92 000 bis 110 884 Euro Jahressalär rechnen – zuzüglich Boni (siehe Tabelle auf Seite 46). Zwar wollen 38 Prozent in Europa ihr Gehalt durch den Abschluss steigern, wesentlich mehr Teilnehmer geben aber den MBA-Anbietern zufolge andere Gründe an. Ihre wichtigsten Ziele heissen Flexibilität für die Karriere und mehr Fachkompetenz. Drei Viertel der Studenten möchten zudem ein professionelles Netzwerk aufbauen und zwei Drittel wollen durch den Abschluss der Karriere eine neue berufliche Richtung geben. Gründergedanken zu einem Startup haben nur 21 Prozent.

Preise in der Schweiz eher hoch Und wie steht es mit den Kosten für ein Programm? Dazu Staufenbiel: Die MBAStudenten in Deutschland kommen vergleichsweise günstig davon. An sechs von zehn Business Schools bekommen sie den Abschluss für weniger als 20 000 Euro. Ein

echtes Schnäppchen, denn in anderen europäischen Ländern sind oft höhere Studiengebühren fällig. Hier liegen die Kosten bei 55 Prozent der Anbieter zwischen 20 000 und 50 000 Euro. Selbst noch höhere Studiengebühren sind keine absolute Seltenheit. Immerhin 13 Prozent der europäischen Anbieter verlangen von den MBA-Studenten mehr als 50 000 Euro. Der MBA General Management am IMD dauert 11 Monate und kostet 85 000 Franken inklusive Discovery Expedition. Der The St. Gallen MBA an der HSG dauert 12 Monate und kostet 56 000 Franken. Die berufsbegleitenden Executive MBA ICT Management und Executive MBA Utility Management am iimt dauern 1 bis 5 Jahre und kosten 42 000 Franken. Der berufsbegleitende EMBA General Management an der PHW dauert 3 Semester und kostet 32 100 Franken. Die Angaben verstehen sich in der Regel exklusive Schulmaterial und Lebenskosten. Qualität hat ihren Preis.

Quelle: «MBa trenDs-stuDie 2015/16», staufenBiel institut

MBa TreNds-sTudie 2015/16

20 Schweizer Schulen befragt – 4 antworten Erhebung Für die neue «mBa TrendsStudie 2015/16» wurden vom Staufenbiel institut in Köln bereits zum 21. mal die europaweit führenden Hochschulen und Business Schools nach aktuellen daten in der mBa-ausbildung befragt. die erhebung liefert detaillierte informationen über die anbieter und ihre Programme, zudem über inhaltliche Schwerpunkte, internationalität und Frauenanteil sowie die Teilnehmer generell. die neue «mBa TrendsStudie 2015/16» befragte die anbieter ausserdem nach den einstiegsbranchen und einsatzbereichen ihrer absolventen und danach, wie viel sie nach dem mBa verdienen.

Resultate Zwischen märz und mai 2015 analysierte das Berliner Trendence institut für Personalmarketing im auftrag des Staufenbiel instituts die antworten von insgesamt 70 europäischen Hochschulen und Business Schools mit rund 100 Programmen. die auswertung der resultate erfolgte separat für europa und deutschland. die angaben über die Schweizer anbieter und deren mBa stammen gemäss Staufenbiel institut alle von den Bildungsstätten selbst. insgesamt wurden 20 Hochschulen und Business Schools aus der Schweiz zur Teilnahme eingeladen. Teilgenommen haben nachweislich deren vier: www.staufenbiel.ch.


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handelszeitung | Nr. 38 | 17. September 2015

Die Qual der Wahl

NorMAN C. BANDI

D

en herbstlichen Reigen der sechs Informationsanlässe in der Schweiz über den klassischen Master of Business Administration (MBA) und den berufsbegleitenden Executive Master of Business Administration (EMBA) eröffnet die Access MBA Tour. Das ist eine Veranstaltungsreihe der Pariser Medienagentur Advent Group, die seit 2004 rund um den Globus Bildungs- und Bewerbungsevents organisiert.

Access MBA Tour in Genf und Zürich Im Rahmen ihrer Europa-Tournee gastiert die Access MBA Tour hierzulande am Donnerstag, 1. Oktober 2015, von 16.30 bis 21.30 Uhr zuerst im Hotel Beau-Rivage in Genf und am Samstag, 3. Oktober 2015, von 9.30 bis 14.30 Uhr zuletzt im Marriott Hotel in Zürich. Sowohl für den Access Geneva MBA Event als auch für den Access Zurich MBA Event kann man sich online kostenlos registrieren und sogenannte

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One-to-One-Meetings vereinbaren. Neben bekannten und weniger geläufigen Anbietern aus dem Ausland präsentieren sich folgende Schweizer Schulen: Die EU Business School in Genf und Montreux, das International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne, die Wirtschaftsfakultät der Universität Lausanne (HEC UNIL) und die Executive School of Management, Technology and Law der Universität St. Gallen (ES-HSG).

QS mit drei MBA-Auftritten in Zürich Eine Spur grösser und länger im Geschäft sind die Veranstaltungsreihen des 1990 gegründeten Londoner Generalisten Quacquarelli Symonds (QS), des nach eigenen Angaben weltweit führenden Organisators von MBA- und Master-Events. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Herbst gibt es erstmals drei statt zwei Informationsanlässe in der Limmatstadt, und zwar jeweils im Kongresshaus Zürich. Den Anfang macht das bewährte Interviewformat QS MBA Connect 1–2–1 am Montag, 26. Oktober 2014, von 18 bis

ueli niederer

Events Access, QS und Together laden diesen Herbst zu sechs Informationsveranstaltungen. Dabei wird Zürich zum MBA-Mekka.

Rang 9: Die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern mit einem Medienangebot von 1 346 656.

22 Uhr. Gefolgt am Dienstag, 27. Oktober 2015, von 16 bis 21 Uhr, von der nächsten QS World MBA Tour und der neuartigen QS World Grad School Tour. Neben bereits erwähnten MBA-Anbietern wie ES-HSG, HEC UNIL oder IMD präsentieren sich hier auch die Universitäten Bern, Genf und Zürich sowie die Business School Lausanne (BSL). Beide Messen bieten zudem Expertenvorträge, Forumsdiskussionen, Stipendientipps, Studienführer und Gratis-CV-Checks. Für alle drei Formate

kann man sich via die entsprechenden Websites kostenlos anmelden.

Togethers dritte MBA-Meile in Zürich Am Mittwoch, 25. November 2015, und am Donnerstag, 26. November 2015, öffnet die einheimische Master-Messe im StageOne in Zürich-Oerlikon zum fünften Mal ihre Tore, und zwar jeweils von 13 bis 20 Uhr. Auf Einladung des St. Galler Spezialisten Together präsentieren Universitäten, Fachhochschulen, Hotelfachschu-

len sowie Business Schools aus dem Inund Ausland über 400 konsekutive und weiterbildende Master-Studiengänge. An der dritten integrierten MBA-Meile stellen etwa folgende Anbieter ihre Programme vor: Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Hult International Business School, La Salle University, Lorange Institute of Business Zurich, Strathclyde Business School oder Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Den Zwei-Tages-Pass gibt es online gratis.

News

Strathclyde senkt Studiengebühren

Aufgrund der anhaltenen Frankenstärke hat sich die University of Strathclyde Business School dazu entschieden, für den nächsten Kursbeginn im Oktober 2015 die Kosten zu senken. Die Studiengebühren für das zweijährige, berufsbegleitende Strathclyde-MBA-Programm in der Schweiz belaufen sich neu auf 55 000 Franken, die Semstergebühren sinken somit auf 13 750 Franken. Früher betrugen die Studiengebühren 62 000 Franken bei Voraus- beziehungsweise 65 000 Franken bei Ratenzahlung, wobei für Jungunternehmer, Frauen sowie junge Familieneltern auch Stipendien verfügbar waren – was weiterhin der Fall ist. Zurzeit werden sie in Höhe von 6000 Franken vergeben. Dabei gilt: «First come, first served.» Dazu erklärt Claudia Schmid-Schönbein, Programme Director des Strathclyde MBA im Swiss Management Forum am Zürcher Flughafen: «Die Rückkehr zu unseren regulären Studiengebühren hängt von der weiteren Entwicklung des Frankens und der Schweizer Wirtschaft ab.»

«U.S. Law-School-ina-Week» an der HSG

Eines der drei spezialisierten EMBAProgramme an der Executive School of Management, Technology and Law der Universität St. Gallen (ES-HSG) ist der Executive Master of European and International Business Law (E.M.B.L.-HSG), der berufsbegleitend in 18 Monaten absolviert werden kann. Kürzere Weiterbildung an der Schnittstelle von Recht und Wirtschaft bietet der Geschäftsbereich Law & Management der ES-HSG – als Premiere mit Fokus auf US-Recht. Anwälte und Unternehmensjuristen, Compliance Officer, Führungskräfte und Behördenmitglieder werden vermehrt mit amerikanischen rechtlichen Fragen konfrontiert. Deshalb bietet die Universität St. Gallen neu den Kurs «U.S. LawSchool-in-a-Week» (LSIW) an. Dieser findet erstmals vom 6. bis 10. Juni 2016 statt. Dieses einzigartige Programm vermittelt den Teilnehmenden die Grundlagen, die Sprache und die wichtigsten Konzepte zum amerikanischen Rechtsund Regulierungssystem. Sie können die Denkweise der amerikanischen Gesetzgeber, Behörden und Gerichte leichter verstehen und besser damit umgehen. Die Lernmethodik orientiert sich an einer U.S. Law School und integriert unter anderem praktische Fallstudien und ein simuliertes Gerichtsverfahren («moot court»). Alle Lehrpersonen sind amerikanische Anwälte beziehungsweise Universitätsdozenten: www.lam.unisg.ch/lsiw.

Neues Magazin «Talent Career»

Soeben ist die neue Ausgabe von «Talent Career» erschienen. Das ist das jährliche Karriere-Magazin des St. Galler Spezialisten Together. Auf 68 Seiten finden sich viele Beiträge rund um die Themen Studium und Berufseinstieg. Ins Auge für Weiterbildungs-Interessenten sticht ein Artikel unter dem Titel «Konsekutiver Master vs. MBA – Der grosse Äpfel-Bir-

nen-Vergleich» von Andrea Rögner, Prorektorin BWL an der Kalaidos Fachhochschule. Auf drei Seiten wird erklärt, was ein konsekutiver Studiengang und was ein berufsbegleitender Lehrgang ist oder was Universitäten von Fachhochschulen unterscheidet. Ebenso wird beschrieben, was es auf sich hat mit den drei Weiterbildungs-Abschlüssen Master of Business Administration (MBA), Executive Master of Business Administration (EMBA) und Master of Advanced Studies (MAS). www.together.ch/hochschulen/print/talent-career

247 FFHS-Diplome: 28 für einen EMBA

An der Abschlussfeier der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) haben Mitte September in Brig 247 Absolventinnen und Absolventen ihr Diplom erhalten. Darunter sind auch 71 Neudiplomierte aus dem Kanton Zürich, die ihre Ausbildung im Fernstudium neben Beruf und Familie erfolgreich gemeistert haben. Insgesamt haben 179 Absolventinnen und Absolventen aus der gesamten Deutschschweiz ein Bachelor-Studium (BSc) in Betriebsökonomie, Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen abgeschlossen, zehn Personen ein Master-Studium (MSc) in Betriebsökonomie. 58 Personen nahmen ihre Diplome für eine Weiterbildung in Empfang, darunter auch erstmals Teilnehmer des neuen Weiterbildungs-Masters MAS Businessund IT-Consulting. Neudiplomierte Executive MBA gab es übrigens deren 28. Seit diesem Herbstsemester zählt die FFHS mit insgesamt 1389 Studierenden so viele wie noch nie zuvor. 619 haben neu mit einem Fernstudium begonnen.


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handelszeitung | Nr. 38 | 17. September 2015

Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis

Chefs Xander Seiler vom KKL Luzern und remo daguati von Switzerland global enterprise erklären, warum sie eine berufsbegleitende Weiterbildung zum master of Business administration absolvierten.

2 Kenner, 8 Fragen

1.

1.

3.

Welchen MBA oder Executive MBA haben Sie wann gemacht?

2.

Wie viel hat der Kurs gekostet und wer ist wie für die Finanzierung aufgekommen?

3. 4.

Warum musste es diese Weiterbildung sein?

Weshalb haben Sie sich für die ausgewählte Schule entschieden?

5.

Was hat Ihnen dieser MBA respektive EMBA gebracht, womit Sie nicht gerechnet haben?

Den berufsbegleitenden MBA ETH Supply Chain Management an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich von August 2010 bis Februar 2012.

2.

Rund 100 000 Franken für Kurskosten und Reisespesen – teilweise selber finanziert, vor allem mit Arbeitszeit. Ich war zu 100 Prozent berufstätig. Rund zehn Jahre nach meinem Lizentiat zum lic. rer. publ. HSG an der Universität St. Gallen wollte ich eine umfassende Weiterbildung machen. Wegen meiner familiären Situation kam nur ein MBA in der Schweiz in Frage. Aufgrund der damaligen Tätigkeit als Wirtschaftsförderer des Kantons St. Gallen waren Fragen, wie Firmen ihre globale Supply Chain optimieren, sehr präsent. Der Wunsch, den MBA auf Englisch zu absolvieren und dabei neue, auch technische Themen zu erkunden, führte mich zum MBA an der ETH Zürich.

4.

7.

3.

Inwiefern fliessen Gelerntes und Erfahrenes nun in Ihre Arbeit ein?

8.

Sind Sie dank diesem Abschluss ein besserer Manager geworden?

Umfrage: NormaN C. BaNdi

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Remo Daguati (40) Head Swiss foreign Promotion, Switzerland global enterprise, Zürich (seit 2011)

Den berufsbegleitenden Executive MBA an der Universität Zürich im Lehrgang 2009 bis 2011.

2.

Die Studiengebühren betragen offiziell 65 000 Franken. Ich habe sie teilweise selber finanziert. Aus meiner Sicht ist es heutzutage immer wichtiger, dass die Weiterbildung adäquat zur operativen Funktion in einer Unternehmung ist. Dies erhöht nicht nur die Kompetenz und das Wissen, sondern ermöglicht einem, bei einem Stellenwechsel einen Job auf derselben Führungsstufe zu finden.

5.

Die Weiterbildung deckte ein weites Spektrum ab. Gerade für die Füh-

6.

8.

rung einer Unternehmung auf oberster Stufe ist ein breites Generalistenwissen wichtig. Dieses wurde im Executive MBA der Universität Zürich sehr gut vermittelt. Der Austausch mit anderen Studentinnen und Studenten, welche aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen kamen, war sehr wertvoll und hat meine Erwartungen übertroffen. Für mich war dieser Austausch äusserst spannend. Zudem war es interessant zu sehen, dass die Herausforderungen auch in mir unbekannten Fachgebieten sehr ähnlich sind.

Lösungen ausgearbeitet werden, welche zwar theoretisch sind, aber doch Bodenhaftung haben. Besonders gefallen hat mir die Verknüpfung mit der Praxis durch Dozenten, die ebenfalls in der Wirtschaft tätig sind.

Da ich mich bereits in der Halbzeit des MBA ETH Supply Chain Management beruflich veränderte und zu Switzerland Global Enterprise in die nationale Standortpromotion wechselte, konnte ich nie in Erfahrung bringen, wie sich ein solcher Abschluss bei einem Bewerbungsverfahren auszahlen würde.

6.

Zu dieser Frage kommt mir spontan nichts in den Sinn. Die Weiterbildung war sehr gut und ich habe nichts vermisst.

4.

Für mich kam nur die Universität Zürich oder die Universität St. Gallen in Frage. Das Unterrichtsmodell des Executive MBA der Universität Zürich mit seinen kurzen dreitägigen Modulen war besser mit meiner damaligen Funktion vereinbar.

Der Praxisaustausch mit Studienkolleginnen und Studienkollegen, die bereits auf einige Jahre Führungserfahrung zurückblicken konnten, war enorm bereichernd. Zudem haben die Dozenten nicht einfach Theorie vermittelt, sondern immer stark einen Bezug zu aktuellen Führungssituationen oder Praxisbeispielen hergestellt. Zudem hatte ich kaum damit gerechnet, dass ich meine MasterThesis zu 95 Prozent umsetzen würde.

5.

1.

6.

Und was hat der Kurs unter dem Strich nicht wie erwartet erfüllt?

Das Renommee der ETH Zürich zum einen, der Aufbau des Kurses,

7. Xander Seiler (40) Chief operating officer (Coo), KKL Luzern, Luzern (seit 2014)

7.

Ich habe die Grundsätze des Supply Chain Management in meiner Master-Thesis als Analogie auf eine CrossMedia-Publishing-IT-Lösung angewandt. Darin habe ich die Vision beschrieben, den Wirtschaftsstandort Schweiz mit all seinen Vorzügen in strukturierte Informationsbausteine – Texte, Bilder, Videos – zu zerlegen und ohne Redundanzen zeitgerecht sowie neunsprachig für unterschiedlichste Print- und Digitalmedien bereitzuhalten. Unsere Kernbotschaften können so laufend aktualisiert und über verschiedene Partner im In- und Ausland global distribuiert werden. Das Konzept ist bis zum Jahresende zu 95 Prozent umgesetzt und bewährt sich auch in der Praxis.

bestehend aus General-Managementund Supply-Chain-Spezialthemen sowie die Praxisseminare in verschiedenen führenden Weltregionen zum anderen plus die international zusammengesetzte Klasse gaben den Ausschlag.

Aus meiner Sicht ist es die breite Fächerung des Executive MBA der Universität Zürich, von der ich am meisten profitiere. Dies deckt sich mit der Praxis, weil auch meine tägliche Arbeit verschiedenste Themenbereiche abdeckt. Dann sicher auch die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis. So können

Ich konnte mir an der ETH Zürich eine Methodik aneignen, wie ich komplexe Fragestellungen eingrenze, in Scheibchen zerlege und Stück für Stück sowie in richtiger Reihenfolge der Umsetzung zuführe. Zudem behaupte ich, dass ich geduldiger geworden bin. Doch dies ist wohl eher eine Altersfrage.

8.

Ob man durch eine Weiterbildung zum «besseren» Manager wird, ist schwer zu beurteilen. Persönlich sehe ich mich eher als Unternehmer denn als Manager. Als Unternehmer muss man sich ab und zu aus dem Fenster lehnen. Dies geschieht mit einer guten Weiterbildung sicher ein bisschen fundierter. Ein grösseres Know-how hilft einem beim Verstehen von Zusammenhängen – und die Entscheidungen können kompetenter gefällt werden. Die Einschätzung, ob eine neue Businessidee funktioniert, ist aber immer noch zu einem grossen Teil vom Bauchgefühl beeinflusst.


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handelszeitung | Nr. 38 | 17. September 2015

«Aber es ist ein Anfang» Gérard Moinat

V

ergangenes Jahr noch hatte Weiterbildungsprojektleiter Robert Hasenböhler erst ein Certificate of Advanced Studies (CAS) im Angebot. Dieses Jahr sind es bereits deren vier. Doch damit nicht genug: Seit Mai dieses Jahres bietet er am Institut für Marketing und Unternehmensführung (IMU) der Universität Bern auch noch einen Executive MBA in Marketingmanagement an.

Anfrage mit siebzig Der 74-Jährige strotzt offensichtlich vor Energie. Und so erzählt er die Geschichte «seines» EMBA mit einer Inbrunst, die manchen 30-Jährigen kraftlos erscheinen lässt. Das rasch expandierende Weiterbildungsangebot des IMU sei ganz eigenartig zustande gekommen, holt er aus: Er selbst betreute jahrelang zusammen mit Rolf Dubs, der als Pädagoge eine wichtige Rolle beim Aufbau der HSG spielte, Projekte an der Universität St. Gallen. Nach Stationen in der Praxis (etwa Von Roll) – er reagiere auch heute nur auf Zug und Druck, scherzt Hasenböhler – arbeitete und unterrichtete er als selbstständiger aNzeigeN

«Nur 10 Prozent des Lehrkörpers hierzulande können dozieren.» Robert Hasenböhler Projektleiter, institut für Marketing und Unternehmensführung, Bern

Trainer und Dozent an Hochschulen im In- und Ausland. Konkret war er zuletzt an der Hochschule für Wirtschaft (HSW-FR) der Fach-

hochschule Westschweiz (HES-SO) tätig und hatte daneben eine Lehrfunktion an der Privaten Hochschule Wirtschaft PHW Bern inne. Durch seine Tätigkeit in Bern kam er mit IMU-Direktor Harley Kromer in Kontakt. «Als mich mit siebzig dann niemand mehr haben wollte», sagt Hasenböhler, «wurde ich von ihm angefragt, ob ich an seinem Institut der Universität Bern die damals noch nicht existierende Weiterbildung aufbauen wolle.» So habe er vor vier Jahren angefangen, Weiterbildungsangebote aufzubauen – ohne Geld und ohne Honorar. Nach der erfolgreichen Lancierung der vier Zertifikatslehrgänge in Marketingmanagement und Verkauf, Online-Marketing und Social Media, Markenmanagement und Kommunikation sowie Marktorientierte Unternehmensführung erhielt das IMU von der Universität Bern das Recht, einen EMBA zu kreieren – erst den zweiten (siehe Kasten rechts). Dieses Angebot läuft nun seit dem Frühsommer und verzeichnet laut Hasenböhler steigende Schülerzahlen. Mit 17 Studierenden habe er angefangen, nun könne er bereits rund 45 Anmeldungen verzeichnen. Klar, sagt Hasenböhler bescheiden, man müsse sich nichts vorma-

ZVG

Universität Bern am institut für Marketing und Unternehmensführung kann man mit drei von vier bestehenden Zertifikatslehrgängen CaS neu einen vollwertigen Executive MBa in Marketingmanagement erlangen.

Rang 2: die Bibliothek der Eidgenössischen technischen Hochschule Zürich (EtHZ) mit einem Medienangebot von 7 905 956.

chen. Das sei, verglichen mit einer Berner Fachhochschule mit 1000 Absolventen, ein Start auf tiefem Niveau. «Aber es ist immerhin ein Anfang.» Mehrheitlich, zu 60 Prozent, seien es Frauen, die sich zu den Kursen angemeldet hätten. Gleich wie an der Universität sind ebenfalls in der Weiterbildung die Frauen in der Übermacht.

Wissenschaftsbezug ... Hasenböhlers Verkaufsargument für den EMBA ist dessen Praxisansatz und seine eigene Erfahrung. Er dozierte, wie jetzt am IMU, an verschiedenen Fachhochschulen und stammt ursprünglich

aus der Pädagogik. Er habe deshalb nebst Ökonomiekenntnissen gleichfalls Knowhow in Didaktik. Vielleicht auch aus diesem Grund war er zunehmend unzufrieden mit den Angeboten der Fachhochschulen. «Der Boom der Fachhochschulen hat dazu geführt, dass jeder, der nur ein bisschen Unterhaltungswert hat, etwas in den Unterrichtsräumen erzählen darf», sagt Hasenböhler. Von Wissenschaftlichkeit seiner Meinung nach oft keine Spur. Hasenböhler versucht bei seinen Weiterbildungsangeboten deshalb explizit, diesen zugegebenermassen schwierigen Spagat zwischen Theorie, Wissenschaft-

lichkeit und eben der Praxis mit Substanz und Nähe hinzukriegen. «Und nicht einfach Dozenten hinzustellen, die aus ihrem Leben plaudern.»

... und Realitätsnähe Zur Sicherstellung des Praxisbezugs hat er eine Art Barrage bei der Aufnahme eingebaut. Um zwischen den Studierenden einen möglichst lebhaften Austausch zu ermöglichen, wird niemand unter 28 Jahren zu den Kursen zugelassen. Denn was an den Fachhochschulen in BachelorStudiengängen mittlerweile gang und gäbe sei, dass Leute direkt nach der Matura eine sogenannte Praxisausbildung aNzeige

absolvierten, sei «ausgemachter Schwachsinn». Zum Mindestalter kommt beim IMU die Bedingung hinzu, dass der Interessent heute schon eine gewisse Funktion im Marketing haben muss. Hinein komme man in den EMBA relativ einfach. Die Frage sei vielmehr, wie man herauskomme, so Hasenböhler. Das sei genau umgekehrt wie bei den Universitäten. Und er hält explizit fest: «Wir verschenken keine Titel.» Den Abschluss am IMU gelte es zu erarbeiten: Erstellen einer Transfer-Arbeit pro CAS, Bestehen einer Zwischen- und einer Schlussprüfung und Schreiben einer Master-Arbeit. Die Transfer-Arbeiten, die in jedem CAS zu schrei-

ben seien, müssten 50 bis 60 Seiten lang sein, die Master-Arbeit 80 bis 100 Seiten. Um dieses Pensum zu stemmen, starten die Schüler mit ihren Transfer-Arbeiten nicht erst am Schluss des sieben bis acht Monate dauernden CAS, sondern bereits von Beginn weg. Nach dem Ende muss diese präsentiert werden und wird dann benotet. Die Suche nach Dozenten, die Praxiserfahrung und universitäre Denkweise kombinieren, sei ein grosses Problem. «Das ist eine seltene Spezies. Nur rund 10 Prozent des universitären Lehrkörpers hierzulande können dozieren.» Um den EMBA zu erlangen, müssen die Studierenden drei von vier CAS auswählen und absolvieren. Am populärsten erweist sich dabei Online-Marketing und Social Media. Eine Einheit eines CAS dauert drei Tage. Acht dieser dreitägigen Unterrichtseinheiten führen zum CASDiplom. Tendenziell finden diese Einheiten einmal pro Monat statt: Am Donnerstag, Freitag und Samstag. Jeder CAS ist ungefähr 15 ECTS-Punkte wert. Mit total 45 ECTS-Punkten plus der Master-Arbeit und weiteren Lehrveranstaltungen im EMBA-Programm kommen die Studierenden auf die nötigen 60 Punkte für den EMBA. Der zeitliche Aufwand beträgt 24 bis 30 Monate – zwei Jahre also im günstigsten Fall, durchschnittlich wohl eher zweieinhalb Jahre. Man könne neben dem Studium arbeiten, sagt Hasenböhler. Wegen der Schultage auf das Wochenende hin sei ein

85-Prozent-Pensum durchaus zu schaffen. Aber insbesondere zum Schluss des Studiums sei die Belastung schon sehr hoch. Ob und wie viel sie arbeiten wollten, das sei den Studierenden selbst überlassen. Hasenböhler gesteht offen, dass der Titel aus dem CAS an sich keinen Wert habe – im Gegensatz vielleicht zum Master. Trotzdem sagten ihm alle Studierenden, die die ersten CAS abgeschlossen haben, dass ihnen das Studium enorm geholfen habe: «Die Art und Weise, wie man denkt und sein Urteil durchgibt, hilft ihnen.» Und auch der Austausch untereinander werde als enorm wichtig gewertet. Das Wertvollste am Studium sei allerdings die Transfer-Arbeit. Das Thema dafür muss zwingend aus dem Unternehmen stammen, in dem die Studierenden arbeiten. «Es dürfen keine synthetischen Themen sein, das wollen wir nicht.»

Unter 40 000 Franken Ein CAS kostet 10 800 Franken, für den Master-Kurs, die Begleitung und die Korrektur kommen weitere 3000 Franken dazu. Somit ist der Gesamtbetrag für einen Executive MBA in Marketingmanagement der Universität Bern 35 400 Franken. Die Kosten würden vor allem von den Unternehmen getragen, beobachtet Hasenböhler: 30 Prozent zahlen selber, 70 Prozent werden teilweise oder ganz von den Firmen unterstützt. Oft sei der Beitrag erfolgsbezogen. Wenn der Studierende die Prüfung bestehe, erhalte er das Geld.

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740 Absolventen in ersten 20 Jahren Angebot an der Universität Bern kann man sich bereits seit 20 Jahren berufsbegleitend zum Executive Master of Business administration (EMBa) weiterbilden, dies aufgrund einer Kooperation des instituts für Finanzmanagement mit der akkreditierten Simon Business School an der privaten University of rochester im Bundesstaat new York (USa). der rochester-Bern Executive MBa richtet sich an nationale und internationale Führungskräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung, die parallel zum Job ihr theoretisches und praktisches Managementwissen vertiefen möchten. die Kurse finden in thun, rochester und Schanghai (China) statt. Von den bislang rund 740 absolventen aus 42 Ländern und von weit über 300 Unternehmen haben mehr als 200 mit auszeichnung abgeschlossen. Seit 2007 bietet man auch unternehmensspezifische Seminare und Programme an. Gemeinsam bringen es alle rochester-Bernalumni auf etwa 371 000 Jahre an Erfahrung in leitenden Funktionen.


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handelszeitung | Nr. 38 | 17. September 2015

«Aber es ist ein Anfang» Gérard Moinat

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ergangenes Jahr noch hatte Weiterbildungsprojektleiter Robert Hasenböhler erst ein Certificate of Advanced Studies (CAS) im Angebot. Dieses Jahr sind es bereits deren vier. Doch damit nicht genug: Seit Mai dieses Jahres bietet er am Institut für Marketing und Unternehmensführung (IMU) der Universität Bern auch noch einen Executive MBA in Marketingmanagement an.

Anfrage mit siebzig Der 74-Jährige strotzt offensichtlich vor Energie. Und so erzählt er die Geschichte «seines» EMBA mit einer Inbrunst, die manchen 30-Jährigen kraftlos erscheinen lässt. Das rasch expandierende Weiterbildungsangebot des IMU sei ganz eigenartig zustande gekommen, holt er aus: Er selbst betreute jahrelang zusammen mit Rolf Dubs, der als Pädagoge eine wichtige Rolle beim Aufbau der HSG spielte, Projekte an der Universität St. Gallen. Nach Stationen in der Praxis (etwa Von Roll) – er reagiere auch heute nur auf Zug und Druck, scherzt Hasenböhler – arbeitete und unterrichtete er als selbstständiger aNzeigeN

«Nur 10 Prozent des Lehrkörpers hierzulande können dozieren.» Robert Hasenböhler Projektleiter, institut für Marketing und Unternehmensführung, Bern

Trainer und Dozent an Hochschulen im In- und Ausland. Konkret war er zuletzt an der Hochschule für Wirtschaft (HSW-FR) der Fach-

hochschule Westschweiz (HES-SO) tätig und hatte daneben eine Lehrfunktion an der Privaten Hochschule Wirtschaft PHW Bern inne. Durch seine Tätigkeit in Bern kam er mit IMU-Direktor Harley Kromer in Kontakt. «Als mich mit siebzig dann niemand mehr haben wollte», sagt Hasenböhler, «wurde ich von ihm angefragt, ob ich an seinem Institut der Universität Bern die damals noch nicht existierende Weiterbildung aufbauen wolle.» So habe er vor vier Jahren angefangen, Weiterbildungsangebote aufzubauen – ohne Geld und ohne Honorar. Nach der erfolgreichen Lancierung der vier Zertifikatslehrgänge in Marketingmanagement und Verkauf, Online-Marketing und Social Media, Markenmanagement und Kommunikation sowie Marktorientierte Unternehmensführung erhielt das IMU von der Universität Bern das Recht, einen EMBA zu kreieren – erst den zweiten (siehe Kasten rechts). Dieses Angebot läuft nun seit dem Frühsommer und verzeichnet laut Hasenböhler steigende Schülerzahlen. Mit 17 Studierenden habe er angefangen, nun könne er bereits rund 45 Anmeldungen verzeichnen. Klar, sagt Hasenböhler bescheiden, man müsse sich nichts vorma-

ZVG

Universität Bern am institut für Marketing und Unternehmensführung kann man mit drei von vier bestehenden Zertifikatslehrgängen CaS neu einen vollwertigen Executive MBa in Marketingmanagement erlangen.

Rang 2: die Bibliothek der Eidgenössischen technischen Hochschule Zürich (EtHZ) mit einem Medienangebot von 7 905 956.

chen. Das sei, verglichen mit einer Berner Fachhochschule mit 1000 Absolventen, ein Start auf tiefem Niveau. «Aber es ist immerhin ein Anfang.» Mehrheitlich, zu 60 Prozent, seien es Frauen, die sich zu den Kursen angemeldet hätten. Gleich wie an der Universität sind ebenfalls in der Weiterbildung die Frauen in der Übermacht.

Wissenschaftsbezug ... Hasenböhlers Verkaufsargument für den EMBA ist dessen Praxisansatz und seine eigene Erfahrung. Er dozierte, wie jetzt am IMU, an verschiedenen Fachhochschulen und stammt ursprünglich

aus der Pädagogik. Er habe deshalb nebst Ökonomiekenntnissen gleichfalls Knowhow in Didaktik. Vielleicht auch aus diesem Grund war er zunehmend unzufrieden mit den Angeboten der Fachhochschulen. «Der Boom der Fachhochschulen hat dazu geführt, dass jeder, der nur ein bisschen Unterhaltungswert hat, etwas in den Unterrichtsräumen erzählen darf», sagt Hasenböhler. Von Wissenschaftlichkeit seiner Meinung nach oft keine Spur. Hasenböhler versucht bei seinen Weiterbildungsangeboten deshalb explizit, diesen zugegebenermassen schwierigen Spagat zwischen Theorie, Wissenschaft-

lichkeit und eben der Praxis mit Substanz und Nähe hinzukriegen. «Und nicht einfach Dozenten hinzustellen, die aus ihrem Leben plaudern.»

... und Realitätsnähe Zur Sicherstellung des Praxisbezugs hat er eine Art Barrage bei der Aufnahme eingebaut. Um zwischen den Studierenden einen möglichst lebhaften Austausch zu ermöglichen, wird niemand unter 28 Jahren zu den Kursen zugelassen. Denn was an den Fachhochschulen in BachelorStudiengängen mittlerweile gang und gäbe sei, dass Leute direkt nach der Matura eine sogenannte Praxisausbildung aNzeige

absolvierten, sei «ausgemachter Schwachsinn». Zum Mindestalter kommt beim IMU die Bedingung hinzu, dass der Interessent heute schon eine gewisse Funktion im Marketing haben muss. Hinein komme man in den EMBA relativ einfach. Die Frage sei vielmehr, wie man herauskomme, so Hasenböhler. Das sei genau umgekehrt wie bei den Universitäten. Und er hält explizit fest: «Wir verschenken keine Titel.» Den Abschluss am IMU gelte es zu erarbeiten: Erstellen einer Transfer-Arbeit pro CAS, Bestehen einer Zwischen- und einer Schlussprüfung und Schreiben einer Master-Arbeit. Die Transfer-Arbeiten, die in jedem CAS zu schrei-

ben seien, müssten 50 bis 60 Seiten lang sein, die Master-Arbeit 80 bis 100 Seiten. Um dieses Pensum zu stemmen, starten die Schüler mit ihren Transfer-Arbeiten nicht erst am Schluss des sieben bis acht Monate dauernden CAS, sondern bereits von Beginn weg. Nach dem Ende muss diese präsentiert werden und wird dann benotet. Die Suche nach Dozenten, die Praxiserfahrung und universitäre Denkweise kombinieren, sei ein grosses Problem. «Das ist eine seltene Spezies. Nur rund 10 Prozent des universitären Lehrkörpers hierzulande können dozieren.» Um den EMBA zu erlangen, müssen die Studierenden drei von vier CAS auswählen und absolvieren. Am populärsten erweist sich dabei Online-Marketing und Social Media. Eine Einheit eines CAS dauert drei Tage. Acht dieser dreitägigen Unterrichtseinheiten führen zum CASDiplom. Tendenziell finden diese Einheiten einmal pro Monat statt: Am Donnerstag, Freitag und Samstag. Jeder CAS ist ungefähr 15 ECTS-Punkte wert. Mit total 45 ECTS-Punkten plus der Master-Arbeit und weiteren Lehrveranstaltungen im EMBA-Programm kommen die Studierenden auf die nötigen 60 Punkte für den EMBA. Der zeitliche Aufwand beträgt 24 bis 30 Monate – zwei Jahre also im günstigsten Fall, durchschnittlich wohl eher zweieinhalb Jahre. Man könne neben dem Studium arbeiten, sagt Hasenböhler. Wegen der Schultage auf das Wochenende hin sei ein

85-Prozent-Pensum durchaus zu schaffen. Aber insbesondere zum Schluss des Studiums sei die Belastung schon sehr hoch. Ob und wie viel sie arbeiten wollten, das sei den Studierenden selbst überlassen. Hasenböhler gesteht offen, dass der Titel aus dem CAS an sich keinen Wert habe – im Gegensatz vielleicht zum Master. Trotzdem sagten ihm alle Studierenden, die die ersten CAS abgeschlossen haben, dass ihnen das Studium enorm geholfen habe: «Die Art und Weise, wie man denkt und sein Urteil durchgibt, hilft ihnen.» Und auch der Austausch untereinander werde als enorm wichtig gewertet. Das Wertvollste am Studium sei allerdings die Transfer-Arbeit. Das Thema dafür muss zwingend aus dem Unternehmen stammen, in dem die Studierenden arbeiten. «Es dürfen keine synthetischen Themen sein, das wollen wir nicht.»

Unter 40 000 Franken Ein CAS kostet 10 800 Franken, für den Master-Kurs, die Begleitung und die Korrektur kommen weitere 3000 Franken dazu. Somit ist der Gesamtbetrag für einen Executive MBA in Marketingmanagement der Universität Bern 35 400 Franken. Die Kosten würden vor allem von den Unternehmen getragen, beobachtet Hasenböhler: 30 Prozent zahlen selber, 70 Prozent werden teilweise oder ganz von den Firmen unterstützt. Oft sei der Beitrag erfolgsbezogen. Wenn der Studierende die Prüfung bestehe, erhalte er das Geld.

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RochesteR-BeRN

740 Absolventen in ersten 20 Jahren Angebot an der Universität Bern kann man sich bereits seit 20 Jahren berufsbegleitend zum Executive Master of Business administration (EMBa) weiterbilden, dies aufgrund einer Kooperation des instituts für Finanzmanagement mit der akkreditierten Simon Business School an der privaten University of rochester im Bundesstaat new York (USa). der rochester-Bern Executive MBa richtet sich an nationale und internationale Führungskräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung, die parallel zum Job ihr theoretisches und praktisches Managementwissen vertiefen möchten. die Kurse finden in thun, rochester und Schanghai (China) statt. Von den bislang rund 740 absolventen aus 42 Ländern und von weit über 300 Unternehmen haben mehr als 200 mit auszeichnung abgeschlossen. Seit 2007 bietet man auch unternehmensspezifische Seminare und Programme an. Gemeinsam bringen es alle rochester-Bernalumni auf etwa 371 000 Jahre an Erfahrung in leitenden Funktionen.


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Den Widerstand ins Positive kehren Management Vom produktiven Umgang mit Opposition oder wie sich Führungskräfte und Mitarbeitende einbringen können.

W

iderstand gegen Veränderungen in einem Unternehmen wird von vielen Führungskräften häufig zu wenig ernst genommen und als negative Begleiterscheinung taxiert. Wer sich jedoch die Zeit nimmt, die Ursache des Widerstands zu ergründen, packt die Chance, die Gegenwehr als potenziell produktives Element für die Unternehmensentwicklung zu nutzen. «Kann es nicht auch mal ohne störende Nebengeräusche gehen?» So oder ähnlich mag die eine oder andere Führungskraft denken, wenn sich Widerstand gegen Veränderungen äussert. Dabei kann Widerstand viele Formen annehmen: Einzelne Mitarbeitende wehren sich lauthals in einer Betriebsversammlung gegen Managemententscheidungen, eine Gruppe boykottiert die Umsetzung von Beschlüssen oder eine neue Führungskraft wird von den Mitarbeitenden abgelehnt. Es gibt aber auch subtilere Formen von Widerstand. Die Geschäftsleitung führt ein neues Ablagesystem ein, intern A-PDOK genannt. Dieses Tool greift in die individuelle Arbeitsorganisation der Mitarbeitenden ein, die wiederum keinen Zugewinn an Ordnung erkennen – im Gegenteil. Der Witz macht die Runde: «Ich finde am Morgen meine Kleider nicht mehr, weil ich sie daheim nach A-P-DOK eingeordnet habe.»

Begriff ist negativ besetzt Widerstand steht für den beschwerlichen Teil von Organisation und Führung. Der Begriff ist häufig und leider per se negativ besetzt. Jenen, die Widerstand leisten, wird schnell unterstellt, dass sie Sinn und Zweck der Veränderung nicht richtig verstanden haben oder nicht verstehen wollen und sich illoyal verhalten. Oder es wird davon ausgegangen, dass Widerstand Ausdruck davon ist, dass der Mensch grundsätzlich Veränderung scheut, und man bedient sich der Faustregel, dass sowieso immer ein Drittel dagegen ist. Viele Führungskräfte setzen sich nicht im Detail damit auseinander, weshalb sich Mitarbeitende wehren, sondern bedienen sich vorschneller Schlüsse. Diese erweisen denen, die sie ziehen, einen Dienst. Widerstand verliert seine Dramatik, weil er normal ist – und weil er normal ist, muss man sich auch nicht damit auseinandersetzen. Diese Sichtweise dient der eigenen Optik: «Da ich ja rational argumentiere und die Widerständler irrational sind, bin ich im Recht.» Der Organisation wird damit ein Bärendienst erwiesen. aNzeige

Doch wie soll Widerstand begegnet werden? Ihn einfach positiv zu sehen, führt ebenso auf den Holzweg. Widerstand ist nicht einfach positiv oder gerechtfertigt, aber er gehört zum Führungsalltag. So ist anzuerkennen, dass Führungskräfte gefordert sind, einen produktiven Umgang mit Widerstand zu finden, weil auch sie Verursacher von Widerstand sein können. Es ist nicht verwunderlich, dass Widerstand entsteht, wenn über die Köpfe von Menschen hinweg entschieden wird – verwunderlich ist hingegen vielmehr, dass sich die Führung darüber wundert, dass Widerstand geleistet wird.

Bei einem produktiven Umgang mit Widerstand geht es zuerst einmal darum, die Situation genau zu erfassen. Bei einem produktiven Umgang mit Widerstand geht es zuerst einmal darum, die Situation genau zu erfassen. Führungskräfte müssen ein authentisches Interesse daran haben, zu erfahren, weshalb die Gegenpartei die Veränderungsmassnahmen ablehnt. Dabei zeigt sich beispielsweise, dass ein Manager aus der mittleren Führungsebene, der anfänglich positiv auf eine Zentralisierung seiner Organisation reagierte, plötzlich Opposition betreibt. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass er weiterhin von der Veränderung überzeugt ist, indes meint, dass

Buchtipp

«Glücksfall Widerstand» Inhalt Eine unvermittelt geäusserte Forderung, eine scharfzüngige oder gar zynische Bemerkung oder eine von langer Hand geplante intrige – Widerstand kommt im arbeitsalltag in vielen Formen daher. Führungskräfte berichten in Erik Nagels neuem, 192seitigen Buch, in welchen konkreten Situationen sie Widerstand erlebt, empfunden oder geleistet haben. «glücksfall Widerstand: Vom produktiven Umgang mit ganz normalen ausnahmen», Erik Nagel, Versus Verlag, rund 35 Franken.

das Management nicht ausreichend Unterstützung bietet. Deswegen verweist er gut hörbar auf Gefahren des «Mammutprojekts».

Neue Führungsprinzipien Je genauer hingeschaut wird, desto weniger schematisch und stereotyp fällt die Beurteilung der Situation aus. Daraus lassen sich folgende vier neue Führungsprinzipien mit Widerstand ableiten: • Recht auf Widerspruch: Widerstand entsteht häufig, weil er als Störfaktor gesehen wird. Hier bedarf es eines grundsätzlich neuen Verständnisses. Im Unternehmen sollte das Kulturmerkmal «Recht auf Widerspruch» gelten. Denn das erfolgsrelevante Wissen ist in heutigen Organisationen nicht einfach an der Spitze angesiedelt, sondern breit in der Organisation verteilt. Erst mit dem Recht auf Widerspruch kann dieses Wissen zur Entfaltung kommen. • Lernen: Vorschnelle Schlüsse bieten der Führung das Gefühl der Sicherheit. Personen oder Gruppen werden stereotyp behandelt und abgewertet. Es bedarf einer Lernkultur in Unternehmen, also der Einsicht, dass die eigene Perspektive und Meinung nicht die allein selig machende ist – und dass es andere Meinungen, aber auch Differenzen braucht, um erfolgreich zu sein. • Engagement: Die Führungskraft sollte sich als Teil dessen sehen, was sich vor ihren Augen abspielt. Sie sollte sich nicht als analytische Diagnostikerin aus der Ferne betrachten, sondern erkunden, ob und wie sie selber dazu beigetragen hat. • Würde: Bei Veränderungen, aber auch in alltäglichen Führungsprozessen kommt es immer wieder vor, dass die Würde anderer Menschen verletzt wird. Dies passiert, wenn die Selbstbestimmung unangemessen (stark) eingeschränkt wird. Die Führung sollte den Mitarbeitenden die Rolle als Täter einräumen – und nicht diejenige als Opfer – und sie in geeigneter Form an Entwicklungen und Entscheidungen beteiligen. Widerstand entsteht nicht zwingenderweise. Die Führung muss darauf hinarbeiten, den durch die Führung selbst unnötigerweise hervorgerufenen Widerstand zu vermeiden. Und wenn Widerstand auftaucht, sollte die Führung möglichst umsichtig damit umgehen. Erst dann wird Widerstand nicht mehr zum Schreckgespenst, sondern zu einem potenziell produktiven Element für die Unternehmensentwicklung. Erik Nagel, Vizedirektor Departement Wirtschaft, ressortleiter Weiterbildung, Co-leiter institut für Betriebs- und regionalökonomie iBr und Dozent Executive MBa luzern, Hochschule luzern HSlU.

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Erik NagEl

Rang 12: Die Winterthurer Bibliotheken mit einem Medienangebot von 1 190 437.


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handelszeitung | Nr. 38 | 17. September 2015

Rang 1: Die Universitätsbibliothek Basel mit einem Medienangebot von 8 447 004.

Analyse – Beurteilung – Umsetzung

HWZ Die Hochschule für Wirtschaft Zürich verfügt beim EMBA über drei Wege, einmal bis hoch zum Doctor of Business Administration. DEnisE WEisflog

S

imon Minder ist seit zwölf Jahren ohne Unterbruch an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) immatrikuliert. Nach dem Bachelor in Betriebsökonomie entschied sich der Langenthaler, der heute als Chief Operation Officer beim Marcuard Family Office arbeitet, das HWZDouble-Degree-Programm EMBA/MBA International Business zu absolvieren. Und gleich darauf schrieb er sich für den Doctor of Business Administration (DBA) ein. Wie Minder entscheiden sich viele Führungskräfte für eine umfassende Weiterbildung. Zurzeit absolvieren allein an der HWZ 133 Studierende einen Executive MBA, rund 30 Prozent davon sind Frauen. Gemäss Patrick Fehlmann, Leiter Kommunikation und Mitglied der erweiterten Schulleitung der HWZ, hat man bereits Anfang der Nullerjahre ein grosses Marktbedürfnis nach einer hochwertigen Weiterbildung auf Executive Level erkannt. Als erste Executive-MBA-Programme lancierte die HWZ 2002/03 fast zeitgleich den EMBA Marketing und den EMBA/MBA International Business. Später folgte der EMBA General Management. Laut Fehlmann sind alle drei Formate beliebt und können jedes Jahr durchgeführt werden. «Die grösste Anzahl Studierender weist unser EMBA General Management auf.»

EMBA General Management Diese Weiterbildung richtet sich an Hochschulabsolventen mit studienrelevanter Berufs- und Führungserfahrung. Das Programm bietet Methoden für die wichtigsten unternehmerischen Fragestellungen. Die Teilnehmenden erweitern aNzeige

ihr Managementwissen und lernen, wirtschaftliche Organisationen leistungsgerecht und wachstumsorientiert zu gestalten. Der Ansatz ist praxisbezogen, das Gelernte soll in der Firma umgesetzt werden. Dieser drei Semester dauernde EMBA behandelt drei Phasen des unternehmerischen Handelns mit fünf verschiedenen Schwerpunkten, die sich durch den Studiengang ziehen. Die drei Phasen folgen dem Schema Analyse – Beurteilung – Umsetzung und systematisieren so den Lernprozess über einen integralen Ansatz. Die Module heissen Strategic Management, Financial Management, Marketing, Human Resource Management und Leadership sowie Operations Management. Sie dauern je drei Tage pro Semester. Weil der Studiengang berufsbegleitend absolviert wird, ist eine 100-prozentige Arbeitstätigkeit möglich. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Wegen der Blockwoche International Management im dritten Semester an der Darden School of Business der University of Virginia in den USA sind jedoch Englischkenntnisse notwendig. Der Abschluss als Executive Master of Business Administration entspricht 60 ECTS-Punkten und ist national sowie international anerkannt. Die Studiengebühren betragen 48 000 Franken. Der Kurs beginnt jeweils im Oktober. Eine der neusten Absolventinnen ist Materialwissenschafterin Margit Harsch. Sie hat sich für den EMBA General Management entschieden, weil ihr das technische Umfeld im Job zu einseitig wurde und sie ihr Wissen in anderen Bereichen erweitern wollte. «Ich wollte ganzheitlich verstehen, warum eine Firma so tickt, wie sie tickt, und welche Fäden man ziehen muss, um das System zu beeinflussen.»

Die HWZ habe sie gewählt, da sie der Aufbau, die Organisation und die Integration in den beruflichen Alltag überzeugt hätten.

EMBA Marketing Gemäss Ulrich H. Moser, Präsident der Gesellschaft für Marketing (GfM), kann der EMBA Marketing der HWZ auf eine grosse Erfolgsbilanz zurückblicken. «2015 startete bereits die zwölfte Durchführung. Die Karriereentwicklung der inzwischen mehr als 250 Absolventen zeigt den Wert, den das Studium bietet», so Moser. Der EMBA Marketing fokussiert auf einen ganzheitlichen BWL-Ansatz, die Weiterbildung als Führungskraft sowie eine starke Praxisorientierung. Ziel des Studiengangs ist es, den Teilnehmenden Business-Kompetenzen und LeadershipQualitäten zu vermitteln. Zu guter Letzt sollen sie nach Abschluss dieser Weiterbildung Marketingentscheidungen in einem unternehmerischen Gesamtzusammenhang betrachten können.

Dieser berufsbegleitende EMBA umfasst rund 60 Studientage in 16 Monaten. In der Regel wird am Freitag und Samstag unterrichtet beziehungsweise am Donnerstag, Freitag und Samstag. Die Leadership-Module in den ersten beiden Semestern sowie die Auslandwoche im dritten Semester an der Darden School of Business der University of Virginia in den USA sind als Blockwochen angelegt. Unterrichtet wird auf Deutsch und Englisch. Voraussetzung für eine Teilnahme sind in der Regel ein Hochschulabschluss sowie eine studienrelevante Berufs- und Führungserfahrung. Die Anerkennung beträgt 60 ECTS-Punkte, das Studium kostet insgesamt 49 700 Franken beziehungsweise 48 200 Franken mit GfM-Rabatt. Der Kurs beginnt jeweils im März.

EMBA/MBA International Business Das sogenannte Double-Degree-Programm International Business umfasst den Master of Business Administration

HocHscHule für WirtscHaft züricH

Mit vier EFQM-Sternen ausgezeichnet Angebot Die Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) wurde 1986 durch den Kaufmännischen Verband schweiz und die stiftung Juventus-schulen Zürich als berufsbegleitende HWV Zürich gegründet. Heute ist die private Business school Mitglied der Zürcher fachhochschule. Mit über 2200 studierenden und rund 500 Dozierenden ist die HWZ die grösste berufsbegleitende Hochschule im Bereich Wirtschaft der

schweiz. ihr Angebot umfasst Bachelor, Master, Doktorat und andere Weiterbildungsprogramme. Die Alumni-Vereinigung hat rund 3000 Mitglieder. 2014 hat die HWZ das Qualitätsgütesiegel «EfQM Recognised for Excellence» mit vier sternen erreicht. Vergeben wird die Auszeichnung von der sAQ swiss Association for Quality als nationaler Partnerin der EfQM European foundation for Quality Management.

(MBA) der australischen University of Southern Queensland sowie den Executive Master of Business Administration (EMBA) der HWZ. Beide Abschlüsse sind weltweit anerkannt. Der Studiengang richtet sich an qualifizierte Kandidaten, die ihre ManagementSkills und ihre Karriere weiter stärken wollen, beispielsweise an Ingenieure, Ärzte, Sozialwissenschafter und andere Berufsleute mit mindestens einem Bachelor und zwei Jahren Führungserfahrung. Eine weitere Voraussetzung für die Zulassung sind ausgezeichnete Englischkenntnisse. Absolventen des EMBA/MBA International Business verfügen über Managementkompetenzen, die sowohl im lokalen und regionalen als auch im globalen Kontext anwendbar sind. Der Studiengang dauert zwei Jahre mit jeweils drei Semestern: November bis Februar, März bis Juni und Juli bis Oktober. Während dieser Zeit werden insgesamt zwölf Module (zwei pro Semester) besucht. Parallel zu den letzten vier MBAModulen wird eine Master-Arbeit verfasst, die als 13. Komponente zum EMBA mit 60 ECTS-Punkten führt. Für das DoubleDegree-Programm müssen rund 1800 Lernstunden aufgewendet werden – es wird empfohlen, die Arbeitstätigkeit auf 80 Prozent zu reduzieren. Wer möchte, kann danach via den australischen Schulpartner den Doctor of Business Administration anhängen. Der Unterricht findet samstags in Zürich statt. Eine Projektwoche wird im asiatisch-pazifischen Raum abgehalten. Die Studiengebühren belaufen sich auf total 39 000 Franken beziehungsweise 38 100 Franken für HWZ-Alumni. Der Kurs beginnt jeweils im November.


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«Flexiblere Angebote sind gefragt»

Guy Ochsenbein Das Mitglied der Geschäftsleitung an der Hochschule für Wirtschaft der FHNW über den Nutzen von Spezialisierungen eines EMBA. INtErvIEW: HElGA WIENröDEr

Wie unterscheidet sich der Executive MBA der Fachhochschule Nordwestschweiz von Ihren Mitbewerbern? Guy Ochsenbein: Das Grundmodell zum MBA ist als Konzept ja schon ziemlich alt. Er versteht sich als akademische Weiterbildung in Betriebswirtschaft für Leute, die in ihrer Erstausbildung einen nichtbetriebswirtschaftlichen Hochschulabschluss erworben haben. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Unser Zielpublikum sind Menschen mit einem höheren Abschluss, egal welchen Alters. Wir haben Studierende im Alter von 25 bis über 50 Jahren in unseren EMBA Population. Dieser Klientel bieten wir quasi eine General Managementweiterbildung, die insbesondere betriebswirtschaftliches Denken umfasst.

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Konkret? Das ist ein sehr breiter Ansatz. Darum haben wir angefangen, innerhalb vom MBA Spezialisierungen anzubieten: Entrepreneurship, Leadership, International Management oder Controlling und Consulting, aber auch Advanced Management. Das sind Möglichkeiten, im Rahmen des allgemeinen Programms klare Schwerpunkte zu setzen.

Rang 5: Die Zentralbibliothek Zürich mit einem Medienangebot von 6 640 900.

Im Sinne einer Vertiefung? Ja, es sind Vertiefungen, ähnlich wie jemand, der eine Bachelor-Ausbildung macht, also auch BWL studiert – und sich im letzten Studienjahr für eine Vertiefung in Finance, Marketing, Human Resource Management oder anderem entscheidet.

Vorteile, weil man sich im mehrheitlich zweijährigen Studium recht gut kennenlernt und oft Beziehungen knüpft, die für das ganze weitere Berufs- und Privatleben ihre Bedeutung haben. Aber es gibt auch Nachteile. Bei einem «normalen» EMBA besteht Präsenzpflicht an den festgelegten Kurstagen an einem Kursort, das ist heute für viele ein zu enges Korsett. Flexiblere Angebote sind gefragt. Unser EMBA in Kooperation mit der Edinburgh Business School geht auf

Welche Vorteile bringen die spezialisierten EMBA der FHNW? In der Regel wird ein EMBA ja im Klassenverbund absolviert. Man fängt gleichzeitig an und hört mehr oder weniger gleichzeitig auf. Das hat in Bezug auf Netzwerken aNzeige

diese Bedürfnisse ein. Hier wird der starre Klassenverband aufgelöst, die Studierenden stellen sich ihr Programm weitgehend selbst zusammen – hinsichtlich des Ablaufs, aber auch hinsichtlich des Standorts, an dem sie ihre Kurse besuchen.

noch etwas: Auch unsere Dozierenden müssen ja fit bleiben und sich in Sachen Cross-Culture-Kompetenzen fit halten. Da trägt ein regelmässiger Einsatz in den Offshore-Programmen durchaus seinen Teil bei.

Zum Beispiel? Man startet in Basel, macht eine Prüfung, und der nächste Kurs wird dann in Dubai besucht. Auch da kann man gleich eine Prüfung machen. Zurück in der Schweiz belegt man den nächsten Kurs, und so holt man sich den Abschluss, indem man an verschiedenen Standorten Kurse besucht. Zum Erwerb des sogenannten Dual Degree EMBA müssen die Studierenden dann allerdings ausgewählte Module in Basel besuchen.

Momentan befindet sich die Hochschule für Wirtschaft FHNW im Akkreditierungsprozess der weltweiten Association to Advance Collegiate Schools of Business, kurz AACSB. Was ist der Unterschied zu anderen Gütesiegeln? Dieses Label wird ausschliesslich an Business Schools vergeben, ist also eine Systemakkreditierung, die zudem weltweit einen sehr guten Ruf geniesst. Die Anforderungen sind ausgesprochen hoch. Sie beziehen sich auf die Umsetzung der deklarierten Strategie, die Zusammensetzung und fortlaufende methodische und fachliche Qualifikation des Lehrkörpers, die Erreichung der angestrebten Kompetenzziele bei den Studierenden sowie den Impact der Hochschule bei den wichtigsten Stakeholdern.

Wozu führen Sie Ihre Offshore-Programme in Vietnam durch? Ein Vorteil der Offshore-Standorte besteht darin, dass die Studierenden in den Schweizer Programmen Kurse eben zum Beispiel im Vietnam-Programm besuchen können und interkulturelle Kompetenz vor Ort erwerben. Umgekehrt haben die Studierenden aus dem vietnamesischen Programm die Möglichkeit, in eine Summer School in die Schweiz zu kommen und sich mit unseren Studierenden auszutauschen. Gerade jetzt haben wir aus Hanoi eine Gruppe von rund 30 Studierenden zu Gast, die während 14 Tagen hier ein Modul besuchen können.

Infoanlass in Zürich Mittwoch, 18.November 2015, 18:30 Uhr Anmeldung + 41 (0)44 634 29 87 info@emba.uzh.ch oder auf www.emba.uzh.ch

Executive MBA Universität Zürich: Innovativ. Praxisbezogen. Ganzheitlich.

Der Institute-Leiter Name: Guy Ochsenbein Funktion: leiter Institute und Mitglied der Geschäftsleitung, Hochschule für Wirtschaft, Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Olten SO Karriere: Guy Ochsenbein ist seit 14 Jahren an der FHNW tätig. Bis 2012 leitete er deren Institut für Personalmanagement und Organisation. vor seinem Schuleintritt war er Geschäftsleiter einer auf Entwicklung und Optimierung von Führungsinstrumenten spezialisierten Beratungsfirma, leiter Personalentwicklung der kantonalen verwaltung in Freiburg und Oberassistent am Institut für Psychologie der Universität Bern. Was bringt das? Der Vorteil liegt auf der Hand: Der internationale Studierendenaustausch innerhalb eines Programms wird gefördert. Und

Was ist diesbezüglich der Stand der Dinge? Die Hochschule muss in der Akkreditierung mit nachvollziehbar erzielten Messergebnissen aufzeigen, dass sie die Anforderungen der AACSB erfüllt. Unsere EMBA-Programme inklusive aller Offshore-Programme sind integrativer Teil der Akkreditierung.

Fachhochschule Nordwestschweiz

Drei EMBA in der Schweiz, einer in Deutschland, zwei in Vietnam

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Das Executive MBA der Universität Zürich bietet höheren Führungskräften eine interdisziplinäre Management-Weiterbildung modernsten Zuschnitts mit Fokus auf Intercultural Management. Das Programm _konsequent berufsbegleitend _international _am Wirtschaftsstandort Zürich _Dauer 18 Monate _Beginn im August

Studienaufenthalte _Yale University (USA) _Fudan University (China) _Accra (Ghana)

Interessiert? Besuchen Sie uns auf unserer Website oder fordern Sie unsere Broschüre an: +41 (0)44 634 29 87 | info@emba.uzh.ch | www.emba.uzh.ch

Angebot Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) umfasst neun Hochschulen mit über 10 000 Studierenden in Bachelor- und Master-Programmen in den vier trägerkantonen Aargau, Basel-landschaft, Basel-Stadt und Solothurn. Die Hochschule für Wirtschaft als teil der FHNW ist eine führende Anbieterin von Weiterbildungen in Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik. Zu ihren Angeboten zählen Executive-MBA-Programme mit den folgenden Schwerpunkten: • EMBA mit vier vertiefungen in Entrepreneurship, leadership, International Management sowie Advanced Management; Kursorte Basel und Windisch. • EMBA of Cross Cultural leadership als Double Degree mit dem Master of Business Administration (MBA) der Edinburgh Business School der Heriot-Watt University; Kursort Basel. • EMBA mit vertiefung in Controlling/ Consulting; Kursorte Olten und Basel.

Allgemein Gemeinsam ist allen EMBAProgrammen, dass sie die lernenden optimal für die Managementaufgaben weiterbilden. Die Basis dazu ist die vermittlung der grundlegenden betriebswirtschaftlichen Modelle und Methoden, damit Führungskräfte ihre «Aufgaben verantwortungsvoll und mit Erfolg erfüllen können», wie man verspricht. Alternativen Die Hochschule für Wirtschaft FHNW legt grosses Gewicht auf Internationalisierung. Dies zeigt sich auch im EMBA-Angebot, das in Kooperation mit Hochschulen in Deutschland und vietnam betrieben wird. Hierzu gehören Programme mit identischem Inhalt wie die Schweizer EMBA, anderseits aber auch drei Neuentwicklungen. So wird mit der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) in Jena ein Aufbaustudium für den EMBA angeboten. Erfolgsmodelle sind laut FHNW die Programme in vietnam: Die Kooperation mit der Banking

University in Ho Chi Minh City für den Executive MBA in Banking and Finance wird seit fünf Jahren durchgeführt. Über 600 Studenten haben bereits graduiert oder sind auf dem Weg dazu. Das teilzeitprogramm ist auch wegen seines dreiwöchigen Study trip in die Schweiz beliebt. Der erste EMBAManagement-Consulting-Kurs in Kooperation mit der University of technology in Ho Chi Minh City startete vor zehn Jahren und hat einen festen Stellenwert auf dem Markt erobert. Akkreditiert Das grosse internationale Portfolio der Hochschule für Wirtschaft FHNW widerspiegeln zudem die internationalen Akkreditierungen. Mehrere Weiterbildungs-Master sind bei der FIBAA (Foundation for International Business Administration) akkreditiert, 2018 will man diesen Prozess bei der AACSB (Association to Advance Collegiate Schools of Business) abschliessen.


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handelszeitung | Nr. 38 | 17. September 2015

Rang 10: die Bibliothèque de l’Université de Genève mit einem Medienangebot von 1 269 372.

Auf eine höhere Ebene bringen

ZHAW Mit dem neuen MBA in Real Estate Management steigt die School of Management and Law in die Immobilien-Weiterbildung ein. GéRARd MoInAt

B

ald kann man an der School of Management and Law (SML) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur als Weiterbildung den Master of Business Administration (MBA) in Real Estate Management absolvieren. Die erste Durchführung ist für den Herbst des kommenden Jahres geplant. Der MBA wird in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin und der Akademie der Immobilienwirtschaft in Berlin angeboten. Der Titel selbst wird von der HTW vergeben werden. Der Studieninhalt zusammengefasst: In vier Semestern und mit 90 ECTSPunkten werden betriebswirtschaftliche, managementorientierte und rechtliche Kenntnisse an Beispielen der Immobilienbranche vermittelt. Nicht zuletzt ist auch der Erwerb von Kommunikations-, Sozialund Führungskompetenzen zentral. Die Anwendung der Theorie anhand konkreter Praxis, die Interdisziplinarität, die Ausrichtung der Vorlesungen auf die Erreichung der Lernziele und der globale Fokus sind wichtige Aspekte des neuen MBA. Neben der Internationalität werden die Studierenden, die den Lehrgang hierzulande machen, ebenso schweizspezifische Aspekte kennenlernen.

Chance für die Schule Der Auslöser, das neue Angebot anzubieten, liegt gemäss Studiengangsleiterin Claudia Pedron einige Jahre zurück. Es sei schon lange eine Strategie der ZHAW, im Real-Estate-Bereich Fuss zu fassen, indem man Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte durchführe. Die strategische Entscheidung der SML, auf Immobilien zu fokussieren, habe mit dem grossen Potenzial der Branche zu tun. Das Immobiliengeschäft sei ein bedeutender Teil der Wertschöpfung einer Volkswirtschaft und entsprechend auch eine Chance für die Schule, so Pedron. «Wir haben in Projekten immer wieder gesehen, dass eine Nachfrage da ist.» Sie selbst hat einen Hintergrund als Bauingenieurin, war mehrere Jahre bei

einem bekannten Schweizer Immobilienberatungsunternehmen tätig und hat vor drei Jahren an der ZHAW als Dozentin in Wirtschaftsinformatik angefangen. Bereits früh wurde sie damit betraut, Angebote im Bereich Real-Estate-Informationsmanagement aufzubauen. Im MBA hat sie

«Wir haben in Projekten immer gesehen, dass eine Nachfrage da ist.» Claudia Pedron Studiengangsleiterin, School of Management and Law, Winterthur

dann die Möglichkeit gesehen, das Thema auf eine höhere Ebene zu bringen – und zwar strategisch, nicht nur als isolierte Initiative des Instituts für Wirtschaftsinformatik, sondern mit einem international anerkannten Lehrangebot verknüpft. Der MBA in Real Estate Management richtet sich an Fach-, Führungs- sowie Nachwuchskräfte aus den Sparten Immobilien, Architektur, Bau- und Finanzwirtschaft. Der MBA ist berufsbegleitend angelegt und baut auf der Berufserfahrung auf. Ein bis eineinhalb Jahre Praxis ist die Voraussetzung – eineinhalb Jahre für Bachelor-Absolventen, ein Jahr mit einem Master-Studium im Rucksack. Der MBA ist modular aufgebaut. Zwei Diploma of Advanced Studies (DAS) mit fünf Modulen und 30 ECTS, zwei Weiterbildungskurse (WBK) mit jeweils 5 ECTS und die Master-Arbeit mit 20 ECTS führen anschliessend zum MBA. Beim für Aus-

School of MaNageMeNt aNd law

Kompetenz bauen, Grenzen überschreiten

Angebot 1968 als Höhere Wirtschaftsund Verwaltungsschule (HWV) gegründet, zählt die ZHAW School of Management and Law (SML) mit international anerkannten Bachelor- und Master-Studiengängen, einem umfassenden Weiterbildungsangebot sowie innovativen Forschungs- und Entwicklungsprojekten heute zu den führenden Hochschulen für Wirtschaft und

Recht der Schweiz. Alle Programme sind wissenschaftlich fundiert, interdisziplinär und praxisorientiert. der Leitsatz «Building Competence. Crossing Borders» steht für hochstehende Ausund Weiterbildung sowie offenheit gegenüber allen. die SML unterhält zahlreiche Kooperationen mit ausgesuchten Partnerhochschulen weltweit und fokussiert auf Internationalität.

senstehende zugegebenermassen komplizierten Aufbau ging es laut Pedron vor allem darum, für Berufstätige attraktiv zu sein. Denn die Modularisierung biete viel Flexibilität. Man könne das Studium auch über mehrere Jahre aufteilen. Im Idealfall dauert es berufsbegleitend vier Semester. Die Studiengangsleiterin empfiehlt trotzdem, nicht mehr als 80 Prozent zu arbeiten. Theoretisch könne man auch einer Vollzeitstelle nachgehen. Doch Arbeitspensen über 80 Prozent seien sehr viel, so Pedron. Denn das Studium verursacht einen Zeitaufwand von 2250 Stunden. Da kommen schon mal die Abende, Wochenenden und Ferien als Lernzeit hinzu. «Der Stoff ist herausfordernd und der Titel muss mit viel Einsatz verdient werden», sagt Pedron. Es gibt in jedem Modul eine bestimmte Anzahl an Pflichtpräsenzveranstaltungen, bei denen man in Winterthur sein muss. Daneben gibt es Stunden, in denen die Teilnehmenden in begleitetem Selbststudium arbeiten. Wenn man ein Modul nicht besteht, hat man die Möglichkeit, es einmal zu wiederholen. Es ist auch möglich, das Modul an der HTW Berlin zu besuchen, wenn man das Modul hier verpassen würde. Für ein Modul muss man als Student auch ins Ausland – Projektmanagement sei dafür vorgesehen, verrät Pedron. Es müsse nicht zwingend Berlin sein. Warum diese Zusammenarbeit mit der HTW Berlin? In der Lehre gebe es bereits eine Partnerschaft. Und es liege auf der Hand, dass man mit Partnerschulen etwas realisiere, mit denen man eine gute Erfahrung habe und ein Produkt, das schon seit Jahren erfolgreich am Markt angeboten werde. Zudem sei Berlin genügend weit weg. So habe man eine gewisse Distanz zur Konkurrenz – und entsprechend ein gewisses Potenzial, so Pedron.

Charakter des MBA Macht es denn etwa für Master-Absolventen überhaupt Sinn, noch einen MBA zu machen? Vom akademischen Grad her sei das schon doppelt gemoppelt, räumt Pedron ein. Aber von der fachlichen Seite her nicht, weil eher Management- und Führungskompetenzen vermittelt würden, die sich mit einem Fachstudium zum Beispiel als Architekt oder Facility Manager gut ergänzten. Das Studium sei nicht auf Fachkarrieren ausgerichtet, sondern vielmehr auf Manager in Immobilienfirmen, die Führungs- und Managementaufgaben übernehmen möchten. Trotzdem werde alles an konkreten Beispielen aus der Immobilienwelt angewandt. Der wesentliche Unterschied zu den Schweizer Weiterbildungsprodukten ist, dass man mit diesem MBA auf internationaler Ebene Anspruch auf die Promotion hat. Deshalb auch die 90 anstatt 60 ECTSPunkte, die typisch für hiesige Weiterbildungsprodukte sind. Die Promotion ist allerdings nur an Universitäten möglich. Die Hürde ist, eine

zu finden, die Fachhochschulabsolventen ins Promotionsprogramm aufnimmt: In der Schweiz ist das bis jetzt nicht möglich. Im Ausland besteht diese Chance, obwohl sich auch hier viele Universitäten schwer damit tun, die Fachhochschulabsolventen aufzunehmen. Sehr gute Noten können

dabei helfen. In den knapp zwei Monaten, seitdem die Fachhochschule mit der Werbung auf den Markt gegangen sei, hätten sich schon relativ viele Interessenten gemeldet, erzählt Pedron nicht ohne Stolz. Dies trotz Kosten von 32 000 Franken für die vier Semester. aNzeige


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Zum Kick-off anregen

Simon May Wenn der Startup-Förderer und Executive-MBA-Dozent gestandene Berufsleute unterrichtet, lernt er selbst viel Neues dazu.

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ieser Mann wird niemals in einem Casino am Pokertisch zocken oder mit einem Freund um Geld wetten. Simon May geht in seinem Privatleben wenig Risiko ein. In seinem beruflichen Alltag ist das Risiko jedoch allgegenwärtig – in doppelter Hinsicht. Einerseits trägt er ein Risiko als Unternehmer, anderseits bewegt er sich mit seiner Firma in der schnelllebigen StartupSzene. May sagt nüchtern: «Ich habe gelernt, dass es Sicherheit nicht gibt.» Dem beruflichen Risiko müsse man mit Leidenschaft, Motivation und unternehmerischem Geschick begegnen. Das versucht der 38-jährige St. Galler den neuen Gründerinnen und Gründern bei seiner Tätigkeit für das Institut für Jungunternehmen (IFJ) mit auf den Weg zu geben.

Pläne ändern sich Die Startup-Förderer des IFJ bieten Tools zur Erarbeitung eines Businessplans, für Buchhaltung sowie Administration und helfen beim Netzwerken. May ist Mitglied der Geschäftsleitung des IFJ, das schon mehr als 100 000 Personen auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet hat. Er ist verantwortlich für das Partnermanagement. Er regelt die Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen, die an die Plattform glauben und sich finanziell be-

FHS St. GalleN

Ein EMBA mit vier Spezialisierungen

Angebot Seit mehr als zehn Jahren bereitet der sogenannte St. Galler Executive MBA (EMBA) am Weiterbildungszentrum der FHS St. Gallen Fach- und Führungskräfte auf den nächsten beruflichen Entwicklungsschritt vor. Derzeit werden als Ergänzung zum generalistischen Managementwissen folgende vier fachliche Spezialisierungen angeboten: EMBA in Dienstleistungsmanagement, EMBA in Entrepreneurship, EMBA in Sales- und Marketing-Management sowie EMBA in Wertorientiertem Finanzmanagement. Die Fachhochschule befindet sich in einem Hochhaus direkt beim Bahnhof St. Gallen.

aNzeiGeN

«Es ist wie im Sport: Man muss immer ein Tor mehr schiessen.» Simon May Geschäftsleitungsmitglied, Institut für Jungunternehmen, St. Gallen

teiligen. Diese Partner sind wichtig, weil sie die Arbeit des IFJ ermöglichen. Ausserdem gibt May Gründungskurse, referiert über die Startup-Szene und lehrt nebenbei als Dozent an der FHS St. Gallen. May verfolgt klare Ziele und bezeichnet sich selbst als ehrgeizig. Von Prahlerei hält der Vater von zwei Kindern aber nichts. Er ist locker, gesprächig, wirkt interessiert und begeisternd. Er regt Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer zum Kick-off an. Und das, obwohl er selbst eine andere Karriere plante. Er wollte Wirtschaftsprüfer werden. May studierte an der FHS St. Gallen Betriebsökonomie mit den Vertiefungen Controlling und International Management. Für das Studium motivierten ihn die Kollegen aus seiner Handballmannschaft, erinnert sich May. «Sie hatten die Fachhochschule bereits abgeschlossen und waren berufstätig. Ich hatte den Eindruck, dass sie alle eine erfolgreiche Karriere starteten.» Weil er mit seiner Leidenschaft, dem Handballspielen, kein Geld verdiente, suchte May einen Studentenjob. Und fand ihn beim IFJ. Das Jahr 2003 – sein Abschlussjahr – brachte den Wendepunkt in seiner Karriere. «Das IFJ konnte an einer Ausschreibung des Bundes mitmachen und gewann einen substanziellen Vierjahresauftrag», erklärt May. Damit hatte der FH-Absolvent einen neuen Job und verwarf den Plan, Wirtschaftsprüfer zu werden. Das bereut er bis heute nicht. Sechs Jahre später entschloss sich May nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip für

eine Weiterbildung. Er startete einen Executive Master of Business Administration (EMBA) an der FHS St. Gallen. «Ich brauchte einen zusätzlichen Challenge», so May. Im IFJ war er zwischenzeitlich Mitglied der Geschäftsleitung geworden, und es gab intern keine weiteren Aufstiegsmöglichkeiten. Im EMBA-Lehrgang konnte er sich mit anderen vergleichen und herausfinden, wo er beruflich stand. «Es ist wie im Sport: Man muss immer ein Tor mehr schiessen», sagt May. Heute steht er im Teilzeitpensum selbst als EMBA-Dozent vor Studierenden der FHS St. Gallen. Die Lehrtätigkeit ist für May eine perfekte Ergänzung zu seinem hauptberuflichen Praxisalltag. «Im EMBA in Entrepreneurship kann ich das, was jeden Tag auf dem Markt passiert, systematisch in die Lehre tragen.» Er möchte die Teilnehmenden dazu befähigen, unternehmerisches Denken und Handeln mit Systematik zu verbinden. Damit der Transfer der Theorie in die Praxis funktioniert, ist es für May wichtig, dass im EMBA sowohl Hochschuldozenten aus dem wissenschaftlichen Umfeld als auch Dozentinnen aus einem relevanten Unternehmen unterrichten. Er profitiere sehr von dieser Tätigkeit. «Die Studierenden eines EMBA sind ein spannendes Publikum. Sie sind zwischen 35 und 50 Jahre alt und beruflich auf dem Weg ins obere Management. Sie müssen einen guten Job machen, sich beweisen. Und das muss ich als Dozent auch.» Zudem biete die Tätigkeit an der Fachhochschule regelmässig die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, die auch für ihn und sein Geschäft relevant sein könnten.

Die Suche nach Zeit May lebt für seinen Job, er liebt nach eigenen Angaben die Herausforderung und das dynamische Umfeld. Doch es gibt auch Dinge, mit denen er zu kämpfen hat. «Oft wünsche ich mir mehr Zeit. Ich glaube, ein guter Unternehmer sollte 20 Prozent der Arbeit dafür nutzen können, neue Ideen zu spinnen oder Strategien zu entwickeln. Für alles, was nicht direkt mit dem Alltagsgeschäft zu tun hat.» Um das zu erreichen, müsse er sich ersetzbarer machen und mehr Aufgaben abgeben, ist sich May bewusst. Denn er will die vielen Ideen, die er für das IFJ hat, weiterentwickeln. Das muss er auch, denn nicht nur Gründerinnen und Gründer von Startups brauchen gute Ideen, sondern auch das Team des IFJ, um sich weiterhin am Markt behaupten zu können.

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Rang 8: Die Bibliothèque cantonale et universitaire de Fribourg mit einem Medienangebot von 3 714 375.


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Asien besser verstehen DeniSe WeiSflog

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m letzten Samstag startete der neue EMBA Tourismus und Hospitality Mana­ gement der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur im Rahmen einer grossen Kick­off­Veranstaltung. Anwesend war auch Barbara Haller Rupf, Studienleiterin Wei­ terbildung am Institut für Tourismus und Freizeit an der HTW Chur. Sie wertet es po­ sitiv, dass der neue Weiterbildungs­Master möglich wurde, obschon die Schweizer Tourismusindustrie seit Mitte Januar stark unter dem Frankenschock leidet. Wie sich die Nachfrage für das Pro­ gramm entwickeln wird, ist laut Haller Rupf schwer vorherzusagen. «Der EMBA Tourismus und Hospitality Management ist ein Novum in der Deutschschweiz, ent­ sprechend schwierig ist es, das Marktpo­ tenzial abzuschätzen.» Erfreulich sei, dass sich bereits heute ein Interesse für das An­ gebot im kommenden Jahr abzeichne.

Study Trip zur Zukunft als Höhepunkt Der neue Kurs richtet sich an Touristi­ ker in leitenden Positionen sowie an er­ fahrene Führungspersonen aus anderen Bereichen, die mit dem EMBA den Ein­ stieg in die Branche erreichen wollen. Besonders geeignet ist der Lehrgang für Fachkräfte aus den Zweigen Incoming und Outgoing, Destinationsmanagement sowie Hospitality und Hotellerie. Ebenso richtet sich das Angebot an Führungskräfte aus Sparten, die einen Fokus auf Touris­ mus und Gästebetreuung haben, zum Bei­ spiel touristische Transportsysteme, De­ tailhandel, Sport, Kultur und Events, Real Estate oder Public Relations. Das Programm wird in Partnerschaft mit der Academy of Hotel Excellence in Bad Ragaz angeboten und kombiniert die Inhalte Unternehmensführung und Lea­ dership sowie Management und Marke­ ting mit den spezifischen Herausforde­ rungen des Tourismus von heute und morgen. Die vermittelten Inhalte und Dis­ kussionen sowie der Austausch mit Mit­ studierenden, Dozierenden und Gastrefe­ renten sollen dazu beitragen, dass die Teil­

aNzeigeN

nehmer nicht nur neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, sondern auch ihr persönliches Netzwerk ausbauen können. Voraussetzung für eine Teilnahme sind ein Hochschulabschluss oder ein höherer Bildungsabschluss des Bundes. Zudem fünf Jahre touristische Berufspraxis, davon zwei Jahre Führungserfahrung. Studieren­ de mit einer Vorbildung in Wirtschaft und Management (etwa Bachelor in Betriebs­ ökonomie) können direkt auf der EMBA­ Stufe einsteigen. 24 ECTS­Punkte werden dann aus der Vorbildung angerechnet. Über einen Direkteinstieg entscheidet die Studienleitung. Den Abschluss des Wei­ terbildungs­Masters bildet die Master­ Thesis, die als Einzelarbeit verfasst wird und mit 12 ECTS­Punkten dotiert ist. Das berufsbegleitende Programm rich­ tet sich an Personen ab 30 Jahren und um­ fasst 38 Tage Kontaktunterricht, was unge­ fähr 300 Lektionen entspreche, so Haller Rupf. Diese finden in Blöcken zu zwei bis sechs Tagen statt. Hinzu kommen 300 bis 400 Stunden Selbststudium. Die Gesamt­ kosten für den Lehrgang inklusive Study Trip und Master­Arbeit belaufen sich auf rund 25 000 Franken. Das neue EMBA­Angebot besteht aus sechs Modulen zu strategischer Unter­ nehmensführung, Leadership, Finanz­ management, Marketing und Tourismus sowie einer Studienreise. In den ersten drei Monaten liegt der Fokus auf dem Ge­ neral Management und der Führung von touristischen Unternehmen. Das Marke­

BIBLIOTHEQUE DE LA VILLE DE LA CHAUX-DE-FONDS DEPARTEMENT AUDIOVISUEL (DAV) COLLECTIONS ICONOGRAPHIQUES

HTW Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur lanciert weitere Spezialisierungen – in Tourismus und Hospitality Management oder Digital Transformation.

Rang 13: Die Bibliothèque de la Ville de la Chaux-de-fonds mit einem Medienangebot von 847 107.

tingmodul verbindet diesen Grundlagen­ teil mit den spezifischen Herausforderun­ gen für Touristiker und Hoteliers. Die Ver­ tiefungsmodule bieten neuste Erkenntnis­ se zu den Entwicklungen im Tourismus und in der Hotellerie, beispielsweise im Destination­Management und in Gover­ nance­Fragen zu Hotelinfrastrukturen. Als Highlight winkt das sechste Modul: Ein Study Trip nach Südchina und Südost­ asien, während dem sich die Teilnehmer mit veränderten Reise­ und Lebensge­ wohnheiten beschäftigen. «Ob der Fokus

HocHscHule für TecHNik uNd WirTscHafT cHur

«UN Principles for Responsible Education» Angebot Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur wurde 1963 als Abendtechnikum gegründet. Seit 2000 ist sie Teil der fachhochschule ostschweiz (fHo). Die HTW Chur offeriert ihren rund 1500 Studierenden Bachelor- und Master-Studiengänge sowie Weiterbildungen in den Disziplinen ingenieurbau/Architektur, informationswissenschaft, Manage-

ment, Multimedia Production, Technik sowie Tourismus. Sie verfügt über acht Standorte in Chur sowie drei in Zürich (Juventus KlZ, Sihlhof, Technopark). 2009 ist die HTW Chur als erste öffentliche Schweizer Hochschule der initiative der Vereinten nationen für verantwortungsvolle führungsausbildung beigetreten, den «Un Principles for Responsible Management education».

auf den Metropolen Schanghai, Hongkong oder Bangkok liegt oder in noch unbe­ kannten Regionen von Vietnam, Thailand oder Laos, bestimmen die Studierenden», sagt Haller Rupf. In beiden Fällen halte der Bündner Touristiker und Südostasien­ Experte Mario Barblan attraktive Reise­ bündel bereit, die Trends bezüglich Mar­ keting, Kommunikation, Reiseverhalten, Besichtigungen von Destinationen und Resorts sowie interessante Referate bein­ halten würden. «Die Asiaten zu verstehen, ist ein Muss», erklärt Haller Rupf, «denn sie sind ein Teil unserer touristischen Zu­ kunft und ticken als Anbieter und Nach­ frager fundamental anders als wir.»

Rege Nachfrage nach Spezialisierung Spezialisierte Programme wie der EMBA Tourismus und Hospitality Mana­ gement liegen gemäss Barbara Haller Rupf im Trend. In den vergangenen Jahren seien die Interessenten für den EMBA General Management zurückgegangen, während das Interesse an Spezial­EMBA enorm gestiegen sei. «Das dürfte daran liegen, dass die Führung einer Unterneh­ mung oder eines Fachbereichs – und da­ rauf zielt ja jeder EMBA hin – nicht los­ gelöst von Fachwissen erfolgreich sein

kann», sagt Haller Rupf. Jemand, der in einem Dienstleistungsbetrieb Karriere ge­ macht habe, werde in der Regel nicht nach einem EMBA in die Produktionsindustrie wechseln. Vor diesem Hintergrund mache ein Studium mit Grundlagenwissen in Un­ ternehmensführung und Leadership so­ wie dem folgenden fachspezifischen Auf­ bau Sinn, da ein wichtiger Teil eines EMBA die Erweiterung des beruflichen Netz­ werks beinhalte. «Ein weiteres Argument für die Spezialisierung liegt darin, dass mehrheitlich Firmen die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden zumindest mitfinan­ zieren und ein Interesse in deren Speziali­ sierung und branchenspezifischen Ver­ netzung haben», ergänzt Haller Rupf. Neben dem EMBA mit Vertiefung in Tourismus und Hospitality Management startet im Herbstsemester 2015 an der HTW Chur der EMBA Digital Transforma­ tion, der einen zentralen Trend in der Wirtschaft aufnimmt. Daneben bietet die Fachhochschule bereits Spezialisierungen in General Management, Strategischem Marketing und New Business. Nach der Lancierung von zwei Vertiefungsrichtun­ gen in diesem Jahr ist für das Herbstse­ mester 2016 die Konsolidierung der neu fünf EMBA­Angebote vorgesehen.


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Grosse Unbekannte im Bildungswesen DAniel TSchUDy

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ennern und Kunden ist die ZfU International Business School in Thalwil bei Zü­ rich längst ein Begriff. Alle anderen Leser können sich aber durchaus fragen, wer oder was das Zentrum für Unternehmungsführung, kurz ZfU, ist. Auf der einen Seite ist das private ZfU ein seit 37 Jahren unabhängiges Institut für praxisorientierte Managementweiter­ bildung mit unzähligen flexiblen Angebo­ ten, rund 600 Gastdozenten sowie jährlich etwa 10 000 Studierenden. Eine Erfolgs­ geschichte also mit breiter Stammkund­ schaft – sowohl in der Schweiz als auch in den anliegenden deutschsprachigen Län­ dern, deren Anteil übrigens bei knapp 40 Prozent liegt. Auf der anderen Seite ist das private ZfU ein in der breiten Öffentlichkeit wenig bekanntes Unternehmen, das bis anhin eher dezent und konservativ aufgetreten ist und im Dschungel der Aberdutzenden teilweise sich aggressiv vermarktenden Fachhochschulen und Kaderschmieden fast untergeht.

Vorteil Unabhängigkeit Und dennoch hat sich die ZfU Interna­ tional Business School im hiesigen Bil­ dungswesen etabliert. Frank Storrer, der junge, charismatische Geschäftsführer, weiss auch warum: «Unser Gründer Fritz Haselbeck hat früh erkannt, dass die Chance zur Differenzierung unter ande­ rem in der Unabhängigkeit liegt. Wir legen auch heute noch grossen Wert darauf, nicht dogmatisch aufzutreten und nicht ein Managementmodell als das einzig wahre anzupreisen.» Unabhängig sei man zudem in der Wahl der Gastdozenten. «Was uns die Möglichkeit gibt, nur mit den Besten zusammenzuarbeiten und auf das Kundenbedürfnis fokussierte und schlan­ ke Weiterbildung anzubieten», führt Stor­ rer aus. Der Markt gibt dem scheinbar recht und stellt die angebotene Flexibilität ins Zentrum, wie Fallbeispiele aus der Ge­ aNzeige

«Wir legen grossenWert darauf, nicht dogmatisch aufzutreten.» Frank Storrer Geschäftsführer, ZfU international Business School, Thalwil Zh

schäftswelt zeigen. «Das ZfU bietet mir massgeschneiderte praxisorientierte Se­ minare beziehungsweise Lösungen, die ich modular verwende», erklärt Dirk Gerth, Head of Price & Margin Manage­ ment bei Holcim (Schweiz). «So kann ich einerseits mein jetziges Wissen vertiefen, anderseits auch neues hinzugewinnen. Diese Flexibilität und die Nähe zum Busi­ ness sind für mich relevant.» Maurizio Reppucci, Geschäftsleiter der ABS Betreuungsservice AG in Pratteln, er­ gänzt: «Für mich ist nicht entscheidend, ob die ZfU Business School staatlich ak­ kreditiert ist oder nicht, sondern ob sie die Anerkennung in der Wirtschaft und der Geschäftswelt besitzt und meine persön­ lichen Bedürfnisse abdecken kann.» Interessant auch die Aussage von Man­ fred Stelzer, Personalleiter von Taconic Biosciences in Köln: «Ich will mich nicht mit dem Ballast eines konventionellen Programms befassen, den ich für meine tägliche Arbeit nicht benötige und der mich auch nicht interessiert.»

Qualität matchentscheidend Die Qualität der Programme ist für ZfU­ Geschäftsführer Storrer matchentschei­ dend. Er spricht regelmässig mit Teilneh­ mern, Referenten und Wettbewerbern aus dem In­ und Ausland. So weiss er, wie gut der Ruf der Schweiz in Sachen Aus­ und Weiterbildung ist und dass man diesen schützen muss. «Als echten Standortvor­ teil werte ich unter anderem unser duales

Bildungssystem, von dem ich ein grosser Fan bin.» Storrer ist überzeugt, dass Unter­ nehmen und Mitarbeiter noch agiler wer­ den müssen, um mit dem globalen Wett­ bewerb mithalten und technologische sowie marktorientierte Veränderungen rasch antizipieren zu können. Weiterbildung ist hier ein wichtiger Eckpfeiler für die Befähigung. Die Zahl der Anbieter – inklusive subventionierter und branchenfremder – und der entsprechen­ den Angebote ist in den vergangenen Jah­ ren stetig gestiegen. «Für uns als privat­ wirtschaftlich aufgestellter Anbieter heisst dies, dass wir uns nur über die Qualität und nicht über den Preis differenzieren können», sagt Storrer. Enrico Baumann, CEO der Elektron AG in Au bei Zürich, bestätigt: «Die hochka­ rätige Auswahl und der Praxisbezug der Dozenten sind für mich bei der Wahl mei­ ner Schwerpunktthemen einzigartig.» Und er bringt gleich ein Praxisbeispiel: «Nach einem Change­Seminar beim ZfU kam ich zurück ins Büro und wusste genau, wie ich die Reorganisation einer kriselnden Abtei­ lung in Angriff nehmen und erfolgreich durchführen musste. Ich konnte zudem ei­ nige gute Freunde auf Peer­Stufe finden und treffe diese noch heute regelmässig.»

Erfolgsfaktor Austausch Baumann spricht aus, was für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein weiterer Wettbewerbsvorteil der Thalwiler Bildungsmacher ist, nämlich der Aus­ tausch unter ihresgleichen, also Mana­ gern mit gleichen Sorgen. Dieser ist schon während der Seminare oder der Master­ Programme wertvoll, wird aber auch danach konsequent weiter gefördert. Ehe­ malige treffen sich regelmässig an ZfU Business Lunches, Firmenbesichtigun­ gen, Alumni­ und Best­Practice­Anlässen oder vernetzen sich persönlich respektive über die Sozialen Medien. Geschäftsführer Storrer, der in Bern aufgewachsene Vater von drei Kindern mit zweisprachigem BWL­Abschluss an der Universität Freiburg, kam nach fast zehn Jahren in leitenden Funktionen bei der Swisscom zurück zur ZfU International Business School, wo er früher die soge­ nannte VR­Akademie geleitet hatte. «Die Branche, das Unternehmen, die Sinnhaf­ tigkeit des Jobs und der Austausch mit spannenden Persönlichkeiten aus Wirt­ schaft, Politik und Wissenschaft formen ein hochspannendes Arbeitsumfeld mit Raum für Gestaltung.»

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ZfU Absolventen berichten über ihre Praxiserfahrungen am vormaligen Zentrum für Unternehmungsführung – das heute eine Business School ist.

Rang 11: Die Zentralbibliothek Solothurn mit einem Medienangebot von 1 237 626.

zfU iNterNatioNal BUsiNess school

EMBA Zürich/Boston als Flaggschiff Angebot Seit 1990 ist die 1978 gegründete ZfU international Business School in Thalwil bei Zürich Mitglied der european Foundation for Management Development (eFMD) und bietet seit nunmehr 15 Jahren hochmodulare sowie hochflexible Master- und MBAProgramme an. nebst den Fachthemen liegt der Fokus jeweils auf Führungs-, Kommunikations- und Persönlichkeitsaspekten. Den Kern der Programme bilden die auf die Kundenbedürfnisse ausgerichteten Präsenzmodule. Diese werden in einem intensiven Karrierecoaching passend zur Situation und zu den Zielen des Studierenden zusammengestellt.

Aufwand Der Start zur Weiterbildung ist jederzeit möglich. Die Präsenzzeit entspricht, je nach Zusammensetzung der Module, etwa 48 Tagen beim international eMBA Zürich/Boston und etwa 23 Tage bei den executive-Master-Programmen. Maximale Zeitlimite beim international eMBA sind vier Jahre, bei den executive-Master-Programmen drei Jahre. Den Abschluss einer solchen Weiterbildung bilden eine praxisorientierte Master-Arbeit und ein mündliches Kolloquium. Die Kosten belaufen sich für den international eMBA auf rund 52 000 Franken, für ein executive-Master-Programm auf rund 26 000 Franken.


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Alternative zu klassischem MBA-Titel NormaN C. BaNDi

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ls Ergänzung und Alterna­ tive zu ihrem weltweit ers­ ten personalisierten Master of Business Administration (MBA) lanciert die Zurich Elite Business School (ZEBS) ihr Profes­ sional Leadership Program (PLP). «Immer mehr Unternehmen und Kandidaten äus­ sern ein geringeres Interesse an theoreti­ schen Managementweiterbildungen», sagt Adonis­Emmanouil Fragkakis, Grün­ der und Geschäftsführer der ZEBS. Ihm zufolge erwarten Firmen individuelle Lösungen für ihre Talente sowie einen konkreten, messbaren Return on Invest­ ment (ROI). «Wobei der Titel an sich eine untergeordnete Rolle spielt. Im Gegenteil, der MBA scheint in vielen Unternehmen sogar nachteilig zu wirken, da kein direk­ ter ROI erzielt werden kann.» Darüber hinaus konnte die ZEBS ge­ mäss Fragkakis feststellen, dass etliche Be­ werber ein MBA­Titel nicht mehr so stark interessiert wie früher – «beziehungsweise als immer höher werdendes Risiko bei ih­ rer Investition wahrgenommen wird, weil der MBA­Titel in den letzten Jahren an Prestige und Flair verloren hat und kein Garant mehr für eine erfolgreiche Karriere ist». Für viele Bewerber dürften der per­

Der MBA-Titel interessiert nicht mehr so stark wie früher, weil er an Prestige und Flair verloren hat. sönliche Mehrwert bereits während ihrer Managementweiterbildung und der un­ mittelbare Bezug zu ihrem Daily Business wichtiger sein. «Dies erreichen wir bei der ZEBS durch intensives, individuelles On­the­Job­, aber auch Off­the­Job­Coaching, das die Leistungen der Mitarbeiter steigert, ihnen in der persönlichen Entwicklung enorm weiterhilft und sie zu den Best Performers in ihren Firmen macht», erklärt Fragkakis. Dabei agiere die Schule nicht nur als Wissensvermittler, sondern werde für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter zum Betreuer, Problemlöser und ein Stück weit zum externen Berater.

Praxisnähe und Individualisierung Der Inhalt des zweijährigen, berufs­ begleitenden Professional Leadership Program setzt sich aus drei Bestandteilen respektive Voraussetzungen zusammen, so der ZEBS­Direktor: • Festanstellung im Unternehmen im Rah­ men der von der Firma zu besetzenden Stelle: Das ermöglicht laut Fragkakis einen direkten Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften und Nachwuchstalenten für die Unternehmen. «Das ist Praxisnähe und Individualisierung pur. Die Teilneh­ mer sind jeweils in den Partnerfirmen fest

zurich elite BusiNess school

Coaching für Firma und Kursteilnehmer

Angebot Die Zurich Elite Business School (ZEBS) wurde 2004 durch adonis-Emmanouil Fragkakis gegründet. Das private institut hat den Hauptsitz in Zürich-oerlikon, arbeitet mit seinen Partnerfirmen und deren Kursteilnehmern jedoch oft direkt vor ort. Zum angebot gehören ein mBa in international management und neu das Professional Leadership Program (PLP). Während ihrer Weiterbildung an der ZEBS kommen die Teilnehmer in den Genuss des Leadership Development and Coaching Program (LDCP).

angestellt und arbeiten stets an Firmen­ projekten.» • Managementweiterbildung in zwölf Kur­ sen im Zwei­Monats­Rhythmus, verteilt über zwei Jahre: Deren Inhalt sind laut Fragkakis wenig Theorie, viele Fallstudien und Simulationen sowie reale Anwen­ dungsbeispiele aus der globalen Unter­ nehmenswelt, stets gepaart mit Soft­Skills­ Training. • Leadership Development and Coaching Program (LDCP): «Die ZEBS­Betreuer helfen den Mitarbeitern, ihr eigenes Füh­ rungspotenzial zu entwickeln, und stellen zugleich eine aktive Unterstützung im Projektmanagement im täglichen Ge­

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ZEBS Die Zurich Elite Business School präsentiert ihre neue Weiterbildung Professional Leadership Program.

Rang 6: Die Schweizerische Nationalbibliothek mit einem medienangebot von 5 729 124.

schäft. Sie geben nicht nur Ratschläge zu realen Situationen und Herausforderun­ gen, sondern nehmen auch an den emo­ tionalen Prozessen teil, die dahinter ab­ laufen», sagt Fragkakis. Sie beteiligten sich an den Wahrnehmungs­, Bewertungs­, Gefühls­ und Spannungsprozessen der

Mitarbeiter, die das Geschäftsleben un­ weigerlich mit sich bringe. «Die Motiva­ tion des Teilnehmers erhöht sich – er ent­ wickelt sich zum High Performer, was sich schon während der Managementweiter­ bildung sehr förderlich auf seine Karriere auswirkt.»

Als Zielgruppe für das Professional Leadership Program nennt Fragkakis auf Kandidatenseite Graduates und Profes­ sionals mit bis zu fünf Jahren Praxiserfah­ rung oder auf Unternehmensseite Firmen mit Bedarf an Berufseinsteigern und Be­ rufserfahrenen. aNzeige



HZ Special «MBA»