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Das Mitgliedermagazin der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Thüringen Ausgabe 63 / 09.2012

informativ /

rubrik /

schwerpunkt /

Startschuss für ein neues Kita-Jahr

landeskonferenz /

Mehr Teilhabe für Kinder und Jugendliche vorgestellt /

Die AWO Rudolstadt e. V. ehrenamt /

5. Schülerfreiwilligentag Rubrik / informativ 3.10

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editorial

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schwerpunkt / Optimistisch ins neue Kita-Jahr Interview mit Sonja Tragboth

6 schwerpunkt / Montessori, Fröbel & Co. Kita-Konzepte im Überblick

8 landeskonferenz / Mehr Teilhabe für Kinder und Jugendliche Ulf Grießmann AWO-Landesgeschäftsführer

10 landeskonferenz / Neuer Landesvorstand gewählt 12 ehrenamt / Fledermausfunk unterstützt Sterntalerfonds

Liebe AWO-Freundinnen und -Freunde, 14 ehrenamt / Im besten Alter freiwillig aktiv die Delegierten der AWO-Landeskonferenz als höchstes Beschlussgremium der AWO Thüringen haben im Juni getagt und unseren Landesverband für die nächsten vier Jahre inhaltlich und personell aufgestellt. Die Konferenz hat deutlich gemacht, dass wir stolz sein können, auf die Entwicklung der AWO in den letzten Jahren, dass die Aufgaben, die uns erwarten, aber auch nicht kleiner werden. Mit unserem neuen Landesvorstand und den Beschlüssen, die wir auf der Konferenz getroffen haben, sind wir aber in meinen Augen gut aufgestellt, um uns zukünftigen Herausforderungen zu stellen. Ein zentraler Punkt war dabei die stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, die wir in den nächsten Jahren mehr ausbauen wollen. Denn Demokratie lebt von Mitbestimmung. Und das muss gelebt und gelernt werden. Die Delegierten der Landeskonferenz haben dazu eine Reihe von Vorschlägen und Forderungen an die Politik formuliert, aber auch ganz klar festgehalten, was wir bei uns im Verband und in unseren Kindergärten und Jugendhilfeangeboten tun wollen, um die Kinder stärker an Entscheidungen zu beteiligen. Unser zweiter Schwerpunkt liegt in dieser Ausgabe auf dem Thema Kindertagesstätten. Im September hat ein neues Kita-Jahr begonnen mit rund 2.500 neuen Kindern allein in den AWO-Kitas in Thüringen. Gleichzeitig sind die Kitas politisch immer wieder ein großes Thema. Wir haben deshalb mit unserer Expertin Sonja Tragboth über die Situation in den Thüringer Kitas und aktuelle Entwicklungen gesprochen und stellen Ihnen eine Auswahl an pädagogischen Konzepten vor, die es in den AWO-Kitas gibt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen. Herzliche Grüße

Ulf Grießmann

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Aktionstag Ehrenamt

16 ehrenamt / 5. Schülerfreiwilligentag 18 vorgestellt / Die AWO Rudolstadt e. V. Fakten und Informationen rund um den Kreisverband

20 engagiert / Kreisverband Erfurt mit neuer Geschäftsführung 21 landesjugendwerk / Ferienfreizeiten mit dem AWO Landesjugendwerk 23 kurz notiert / impressum

Ferienfreizeiten mit dem AWO Landesjugendwerk Seite 21


awo intern /

Bundesweite Sozialkonferenz in Weimar Unter dem Motto „Chancengerechtes Aufwachsen in gemeinsamer Verantwortung – (An)Forderungen an eine Politik für Kinder, Jugendliche und Familien“ fand am 21. Juni in Weimar die 3. Sozialkonferenz des AWO Bundesverbandes statt. Fast 250 Experten und Interessierte aus allen Landes- und Bezirksverbänden nahmen daran teil. Auch die Thüringer Sozialministerin Heike Taubert zählte zu den Gästen. Im Mittelpunkt standen zentrale Themen zur Zukunft der Sozialpolitik in der Kinder- und Jugendhilfe. Die Konferenzteilnehmer verabschiedeten einstimmig den Entwurf der „Weimarer Erklärung“ und damit politische Grundsatzbeschlüsse für die AWO-Bundeskonferenz Ende des Jahres. Eines der beherrschenden Themen war die Frage des Rechtsanspruches auf einen Kita-Platz ab 2013, der vor allem in den alten Bundesländern aufgrund zu weniger Kindergartenplätze und zu wenig qualifiziertem Fachpersonal zu scheitern droht. Die AWO fordert deshalb eine Fachkräfteoffensive der Bundesregierung, in deren Mittelpunkt eine Aufwertung sozialer Berufe stehen muss. „Wir brauchen mehr Ausbildungsstellen und eine bessere Bezahlung“, forderte der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler während der Konferenz. Dafür müssten auf Bundesebene die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Vorstöße, Langzeitarbeitslose und schwer vermittelbare Arbeitssuchende ohne ausreichende Qualifikation als Erzieherinnen zu beschäftigen, lehnte er ab.

Im Bereich der Jugendhilfe befürchten viele Fachleute, dass im Hinblick auf die hohen Sparvorgaben vieler öffentlicher Haushalte Leistungen gekürzt und der Kreis der anspruchsberechtigten Personen verkleinert wird. Besonders niedrigschwellige Leistungen wie Beratungsstellen oder Angebote der offenen Jugendarbeit sind dabei gefährdet. Dabei ist das mögliche Sparpotenzial in der Jugendhilfe vergleichsweise gering, der potenzielle Schaden wäre aber gewaltig. Auch ein wirksames Programm, um Kinderarmut zu bekämpfen, fehle nach wie vor, kritisierte Stadler. Die Beiträge von Sozialministerin Heike Taubert, Professor Dr. Stefan Sell vom Rhein-Ahr Campus Remagen, Gerda Holz vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Frankfurt, Dr. Karin Jurczyk vom Deutschen Jugendinstitut München sowie Professor Dr. emer. Richard Münchmeier von der Freien Universität Berlin umrissen diese Problemfelder ebenfalls und gaben den Fachdiskussionen in den Arbeitsgruppen weitere Impulse. „In der Kinder- und Jugendhilfe geht es um eine zentrale Frage sozialer Gerechtigkeit“, fasste Wilhelm Schmidt, der Vorsitzende des AWO Bundespräsidiums, die Konferenz zusammen. „Nämlich die Entscheidung, ob wir allen Kindern, egal aus welchem sozialen Hintergrund sie stammen, eine faire Chance auf eine gute Entwicklung zugestehen.“ Investitionen für Kinder, Jugendliche und Familien sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft. Das machte die Sozialkonferenz in Weimar sehr deutlich.

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Optimistisch ins neue Kita-Jahr Die Thüringer Kindergärten ein Jahr vor dem bundesweiten Rechtsanspruch Die AWO ist in Thüringen einer der größten Träger von Kindertagesstätten. So arbeiten derzeit 152 Kindertagesstätten mit rund 13.000 Plätzen unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt. Allein in diesem Jahr starteten 2.400 Kinder von einer AWO-Kita aus in die Grundschule. Ebenso viele Kinder werden ab September neu in den Kindergärten aufgenommen. AWO informativ hat deshalb mit Sonja Tragboth, der stellvertretenden AWO-Landesgeschäftsführerin und Bereichsleiterin für Grundsatzfragen in der Kinder- und Jugendhilfe über die aktuelle Situation und die Herausforderungen im neuen Kita-Jahr gesprochen.

AWO informativ: Bei den AWO-Kitas in Thüringen gleicht kaum eine der anderen. Alle Einrichtungen haben individuelle Konzepte und arbeiten nach verschiedenen pädagogischen Ansätzen. Ist das Wildwuchs oder gewollte pädagogische Vielfalt? Sonja Tragboth: Ganz klar letzteres. Wir haben in allen Einrichtungen einheitliche Qualitätskriterien, die vom AWO Landesverband und natürlich auch durch gesetzliche

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Rahmenbedingungen und den Thüringer Bildungsplan vorgeschrieben werden. Darüber hinaus lassen wir den jeweiligen Kitas aber die Freiheit, vielfältige Konzepte zu entwickeln, die auf die Lebenswelten und Bedürfnisse der Familien vor Ort abgestimmt sind. Diese Konzepte bieten auch den Fachkräften die Möglichkeit, ihre individuellen Stärken und Interessen einzubringen und den Eltern, aus dem Angebot verschiedener Konzepte ihre Wahl zu treffen.

AWO informativ: Überall werden Erzieherinnen gesucht. Wie sieht die Situation bei der AWO aus? Sonja Tragboth: Auch wir haben immer wieder punktuelle Personalengpässe. Von einem strukturellen Fachkräftemangel zu reden, wäre aber übertrieben. Mit der Novellierung des Kindertagesstättengesetzes im Jahr 2010 sind die Personalschlüssel in den Kitas deutlich verbessert worden. Gleichzeitig wurden in den letzten Jahren zahlreiche zusätzliche Plätze vor allem im Kleinkindbereich aufgebaut. Auch dafür wurde zusätzliches Personal benötigt. Die Situation wird sich aber in den kommenden Jahren


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aufgrund der demographischen Entwicklung einpegeln. Auch weil wir mit unseren Tarifsteigerungen als Arbeitgeber attraktiver geworden sind.

AWO informativ: Ab 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab einem Jahr. Kann Thüringen diese Vorgabe erfüllen? Sonja Tragboth: In Thüringen gibt es bereits einen Rechtsanspruch für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr und eine gut strukturierte Kita-Landschaft. Wir haben derzeit eine Betreuungsquote von 65 Prozent der Ein- bis Zweijährigen. Um den Rechtsanspruch voll zu erfüllen, rechnen wir mit einem Bedarf von 70 Prozent. An verschiedenen Standorten wird deshalb noch gebaut. Im Großen und Ganzen sind wir optimistisch. Allerdings gibt es regionale Unterschiede. In den großen Städten Erfurt, Weimar und Jena ist die Kita-Situation noch sehr angespannt. Die AWO arbeitet hier eng mit den jeweiligen Kommunen zusammen. Allerdings dauert es manchmal schon sehr lange, bis alle bürokratischen Hürden ausgeräumt sind.

AWO informativ: Vor welchen Herausforderungen stehen die AWO-Kindertagesstätten in den kommenden Jahren?

Sonja Tragboth, stellvertretende AWO-Landesgeschäftsführerin und Bereichsleiterin für Grundsatzfragen in der Kinder- und Jugendhilfe

AWO informativ: Das ist ein gutes Stichwort. Den freien Trägern wird ja immer mal wieder vorgeworfen, Kita zu Dumpingkonditionen zu machen. So zum Beispiel kürzlich von der GEW. Was halten Sie von solcher Kritik? Sonja Tragboth: Das ist Unsinn. Das Einstiegsgehalt einer AWO-Erzieherin liegt aktuell bei 2.012 Euro im Monat bei einer Vollzeitstelle. Das ist absolut vergleichbar mit dem öffentlichen Dienst und hat mit Dumping überhaupt nichts zu tun. Was Fragen von Fortbildung oder zum Beispiel moderne Personalentwicklung betrifft, sind wir in Thüringen als fachlich kompetenter und innovativer Träger bekannt. Auch die fachliche Qualität unserer Einrichtungen ist nicht schlechter als die kommunaler Kindergärten. Im Gegenteil. Vielerorts sind wir sogar besser: Betriebskindergärten, längere Öffnungszeiten, Ferienangebote für Schulkinder, Lernwerkstätten. Das sind alles konzeptionelle Schwerpunkte, die von freien Trägern, wie der AWO, maßgeblich entwickelt und vorangetrieben werden. Das spiegeln uns auch die Jugendämter und auch viele Eltern immer wider. Und nicht umsonst ist die AWO einer der freien Träger in Thüringen, der in vielen Landkreisen selber Fachberatung für die Kitas durchführen darf. So etwas kommt ja nicht von ungefähr.

Sonja Tragboth: Wir erleben einen großen personellen Umbruch. Viele Erzieherinnen und auch Leiterinnen gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Dafür brauchen wir passende Nachfolger. Auch die Teams, die manchmal jahrelang zusammengearbeitet haben, werden sich neu finden und verständigen müssen. Mit dem Generationswechsel werden andere fachliche Ansprüche und verschiedene Erziehungsstile aufeinandertreffen und wiederum zu neuen pädagogischen Konzepten und Ansätzen in den Kitas führen. Auch die sogenannte Einzelintegration von behinderten Kindern in Regeleinrichtungen wird uns stark beschäftigen. Das entspricht den Ansprüchen einer inklusiven Gesellschaft. Auf diese Weise können behinderte Kinder wohnortnah betreut werden. Auf der Landeskonferenz haben wir außerdem beschlossen, dass wir die Teilhabe der Kinder und Jugendlichen in der Gesellschaft verbessern wollen. Für uns heißt das auch, mehr Mitsprache bereits in der Kita durch unterschiedlichste Beteiligungsformen, auch schon für kleine Kinder. Das umzusetzen wird eine große Herausforderung.

AWO informativ: Vielen Dank für das Gespräch.

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Montessori, Fröbel & Co. Kita-Konzepte im Überblick In Trägerschaft der AWO Thüringen arbeiten 152 Kindertagestätten mit den unterschiedlichsten Konzepten. AWO informativ stellt an dieser Stelle beispielhaft einige der pädagogischen Ansätze vor.

Kneipp-Kindergarten® „Am Maulwurfshügel“ in Gera Die Kita arbeitet nach den fünf Säulen von Kneipp: gesunde Ernährung, Bewegung, seelisches Wohlbefinden, Wasseranwendungen und Kräuter- und Heilpflanzenkunde. Alle Erzieher haben eine Kneipp-Ausbildung und qualifizierten sich als Wald-und Naturpädagogen. In der Kita gibt es feste Koch- und Backtage und ausschließlich Bio-Kost mit Produkten vom Bauern nebenan oder aus dem eigenen Kräutergarten. In die Natur geht es bei jedem Wetter. Solange die Temperaturen es zulassen, laufen die Kinder überall barfuß. Auch der Mittagsschlaf findet wenn möglich im Freien statt. Im Garten sind naturbelassene Spielgeräte aus Holz, ein Sinnespfad und ein Lehmspielplatz aufgebaut. Die Kinder begrüßen jeden Tag mit einem Morgenkreis. Hier können sie erzählen, was sie bewegt und gemeinsam überlegen, wie der Tag genutzt werden soll. Yoga, Entspannungstechniken, Massagen und Wasseranwendungen runden das Konzept ab.

Montessori-Kita „Villa Lustig“ in Weimar Das Montessori-Konzept ist geprägt durch den Leitspruch „Hilf mir, es selbst zu tun“. Maria Montessori ging davon aus, dass jedes Kind anders und für sich in einem eigenen Rhythmus lernt. Ihr Hauptziel lag darin, Kinder in ihrer Selbständigkeit zu fördern, damit diese ein hohes Maß an Selbstvertrauen entwickeln. Daher sollten die Erzieher die Kinder zuerst anleiten und sie dann ihre eigenen Erfahrungen machen lassen, indem sie sich zurückziehen, beobachten und wenn nötig beraten. Das wichtigste Element in der p ä d a gog i s c h e n Arbeit ist die Freiarbeitszeit. Das Kind arbeitet allein oder in der Kleingruppe eigenverantwortlich an verschiedenen Materialien, die stets

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zugänglich und verfügbar sind. Auch das Erleben und Erfahren mit allen Sinnen ist ein wichtiges Ziel der pädagogischen Arbeit in der „Villa Lustig“. Dazu tragen zum Beispiel Kräuterwanderungen, die musikalische Früherziehung durch Studenten der Musikhochschule Weimar oder das hauseigene Tiergehege bei.

Kindergarten „Fröbelhaus“ in Bad Blankenburg Friedrich Fröbel gilt als der Begründer des Kindergartens und der Spieltheorie. Der AWO-Kindergarten „Fröbelhaus“ in Bad Blankenburg ist dieser Tradition gefolgt, schließlich gründete Friedrich Fröbel hier seine erste Kinderanstalt. Nach den Grundsätzen Fröbels werden die Kinder angeleitet, selbstverantwortlich aktiv zu werden und eigene Erfahrungen zu sammeln. Großen Wert legen die Erzieherinnen auf die musikalische und muttersprachliche Bildung. Mit Liedern, handgemachter Musik, Singspielen und Versen können die Kinder ihre Fähigkeiten erweitern. „Häschen in der Grube“ und manch anderes stammt dabei noch aus der Feder von Friedrich Fröbel selbst. Auch die Natur spielt eine große Rolle. Natürlich werden auch die typisch Fröbelschen Spielmaterialien und Spielgaben eingesetzt. Damit machen die Kinder nicht nur Erfahrungen mit Flächen, Zahlen und Rauminhalten, sondern lernen auch die ästhetischen Schönheits- und Lebensformen kennen. Im „Spiel- und Tanzkreis Friedrich Fröbel“ der Kita treffen sich wöchentlich etwa zwanzig Kinder, die vorrangig historische Lieder und Tänze einstudieren und Auftritte bestreiten.

Waldkindergarten „Spatzennest“ in Bad Langensalza Gummistiefel, feste Kleidung und eine fleißige Waschmaschine sind tägliche Begleiter in der Kita „Spatzennest“. Seit 1998 arbeitet das Haus nach dem Konzept des integrativen Waldkindergartens. Jede Kindergruppe ist jeweils 14 Tage lang für vier Stunden im nahegelegenen Wald. Und das bei jedem Wetter. Die Kinder sollen so zu innerer Ruhe finden und ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben. Die Erziehe-


rinnen geben im Wald keine Zeiten oder Lernziele vor. In der anregenden Umgebung entwickeln die Kinder von sich aus Neugier, Konzentration und Ausdauer. Beim Klettern, Rennen und Springen über Bäche werden auch die körperlichen Fähigkeiten geschult. Die Kinder machen authentische Erfahrungen, müssen sich anstrengen und lernen ihre Kräfte einzuschätzen. Auch das Immunsystem wird im ständigen Kontakt mit der Natur gestärkt.

Musikförderung in der Kita „Villa Sonnenschein“ in Steinach Die AWO-Kita in Steinach hat einen besonderen Schwerpunkt auf die musikalische Förderung der 120 Kinder gelegt. Die Einrichtung ist Träger des Prädikates „Wir singen gern – Felix“ des Deutschen Sängerbundes. Bereits am Morgen klingen Lieder durch das Haus, denn die Kinder singen bereits zum Frühstück, beim Morgenkreis und überhaupt immer, wenn sich ein Anlass dazu bietet. Auch beim Sport bewegen sie sich viel zu Musik und machen Bewegungsspiele zu Liedern. Zweimal wöchentlich fördern Musikpädagogen der Musikschule besonders begabte Kinder und geben Unterricht an Kinderinstrumenten. Viele Kinder gehören auch zum „Spatzenchor“ der Kita, den die Kantorin der Gemeinde leitet. Im Kinderkünstleratelier finden sich Kostüme, Perücken und musikalische Instrumente. Hier können die Kinder selbstständig und kreativ experimentieren. Alle Erzieherinnen haben eine musikalische Ausbildung und spielen verschiedene Instrumente.

Gruppenoffene Kita in Arnstadt Die AWO-Kita in Arnstadt arbeitet seit 16 Jahren erfolgreich nach dem Konzept der gruppenoffenen Arbeit. Die Gruppenräume wurden dazu als Funktionsräume umgestaltet. Es gibt zum Beispiel einen Bauraum, ein Kreativzimmer mit Bastel- und Malutensilien, einen Puppen- und Rollenspielraum, eine Kinderküche, einen Lego-Raum, ein Musikzimmer mit Instrumenten, eine Werkstatt und einen Turnraum. Natürlich hat die Kita auch einen schönen Garten und sogar eine Sauna. In der Freispielzeit können die Kinder selbst wählen, in welchem Raum sie spielen möchten. Auf diese Weise spielen auch oft Kinder unterschiedlichen Alters zusammen und lernen dadurch, sich gegenseitig zu helfen, kontaktfreudig zu sein und soziale Kompetenzen aufzubauen. Zu den Mahlzeiten und zum Mittagsschlaf finden sich die Kinder wieder in ihren Stammgruppen ein. In Gesprächsrunden und Kinderkonferenzen entwickelt das Team gemeinsam mit den Kindern außerdem Lern-Themen und Projekte. Durch das gruppenoffene Arbeiten lernen die Kinder frei ihre Meinung zu

sagen, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Reggio-Pädagogik in der Kita „Bunte Spielewelt“ in Kamsdorf Die AWO-Kindertagesstätte in Kamsdorf hat Einflüsse der Reggio-Pädagogik verankert. Die Erziehungsphilosophie stammt aus der italienischen Stadt Reggio Emilia und ist von Loris Malaguzzi mitbegründet worden. Die Erzieher arbeiten mit den Stärken der Kinder und nicht gegen ihre Schwächen. Auf diese Weise wollen sie eine sichere und optimistische Atmosphäre für die Kinder schaffen, in der sich die Kinder vertrauensvoll entwickeln können und ihre Wissbegierde und Kreativität ausleben. Die Kita bietet den Kindern dazu entsprechende Räume und Materialien an. Durch Spielen und Experimentieren erschließen sie sich die Welt, ohne dass ihnen Vorgaben oder Lösungen präsentiert werden. Dazu lernen sie in Projekten, deren Ergebnisse von den Erziehern kindgerecht dokumentiert werden. So können die Kinder ihre Lernprozesse selbst reflektieren. Darüber hinaus können sie an der musikalischen Früherziehung der örtlichen Musikschule teilnehmen, den Schwimmkurs der Schulanfänger besuchen, sich am Computer ausprobieren oder an der Verkehrserziehung und Englischkursen teilnehmen.

Sprachkindergarten „Ringelblume“ in Erfurt In der Integrativen Kita „Ringelblume“ in Erfurt werden die Kinder immersiv mit der englischen Sprache vertraut gemacht, also in ein so genanntes „Sprachbad“ getaucht. In den Sprachgruppen sind immer zwei Erzieherinnen, von denen eine ausschließlich Englisch spricht. Die Kinder lernen die Sprache damit so natürlich wie ihre Muttersprache. Die Bedeutung der Worte erfassen sie aus der Situation heraus. Auf diese Weise entwickeln sie ein großes Sprachverständnis. Auch gruppenübergreifende Kita-Projekte werden in der Fremdsprache durchgeführt. Dazu sind oft auch ausländische Studenten oder Praktikanten im Haus, mit denen die Kinder sich dann verständigen. Die Kita ist bisher die einzige in Thüringen, die das immersive Lernen einer Fremdsprache in dieser Form kostenlos fördert. Das Konzept wird von der Universität Erfurt wissenschaftlich begleitet.

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Mehr Teilhabe für Kinder und Jugendliche AWO-Landeskonferenz tagte in Hayn Die Delegierten der AWO-Landeskonferenz haben sich am 23. Juni in Hayn für eine bessere Teilhabe von Kindern und Jugendlichen ausgesprochen. Sie sollen zukünftig stärker an gesellschaftlichen Prozessen beteiligt werden und mehr Mitspracherechte erhalten. Die AWO formulierte dazu entsprechende Forderungen an die Politik. So sollen beim Land und den Kommunen Kinderbeauftragte etabliert werden, die Kindern und Jugendlichen helfen, ihre Interessen zu artikulieren und umzusetzen. So können Kinder beispielsweise einbezogen werden, wenn Spielplätze in Wohngebieten geplant und gebaut oder Freizeitangebote in einer Region entwickelt werden. Die AWO-Mitglieder haben weiterhin gefordert, über Kinderparlamente, Schülervertretungen oder Jugendforen feste Gremien einzurichten, die den Kindern und Jugendlichen ein kontinuierliches Mitspracherecht ermöglichen. Konkrete Ansätze dafür lieferte auch Professor Dr. Ulrich Lakemann von der Fachhochschule Jena in seinem Fachvortrag. Auch in den eigenen Einrichtungen will die AWO Kinder und Jugendliche zukünftig besser beteiligen. Schließlich sollen Kinder lernen, für sich und die Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Deshalb wollen die Pädagogen bereits bei der Planung von Vorhaben die Auffassungen der Kinder ernst nehmen und gemeinsam mit ihnen Lösungen suchen. Kinder haben oft konkrete Vorstellungen, wie das Außengelände, die Farben im Haus oder ein Sommerfest gestaltet werden sollen. Besonders wichtig ist Beteiligung auch für die pädagogische Arbeit in den Kinder- und Jugendheimen. Gemeinsam aufgestellte Regeln des Zusammenlebens und die Chance, über Heimräte den Alltag stärker mitbestimmen und -gestalten zu können, motiviert die Jugendlichen. In den Jugendclubs der AWO funktioniert die

Der AWO-Landesvorsitzende Werner Griese (l.) mit dem Vorsitzenden des AWO-Bundespräsidiums Wilhelm Schmidt Jugendliche noch stärker ehrenamtlich beteiligen und demokratische Mitbestimmung üben. Die Delegierten haben beschlossen, das Jugendwerk als eigenständigen Kinderund Jugendverband der AWO stärker zu fördern und in verbandsstrategische Ziele einzubeziehen, beispielsweise um neue AWO-Mitglieder zu gewinnen.

Petra Grimm-Benne, Vorsitzende der AWO Sachsen-Anhalt mit AWO-Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann Die Teilnehmer der AWO-Landeskonferenz haben sich in Hayn weiterhin mit der Rolle der Fachberater in Kindertagesstätten auseinandergesetzt und sich dafür ausgesprochen, Rechtsextremismus in Thüringen zu bekämpfen.

Partizipation bereits gut. Hier haben die Jugendlichen viele Möglichkeiten, eigene Initiativen anzustoßen und selbst zu gestalten. Auch die AWO-Jugendwerke wollen Kinder und

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Die AWO-Landeskonferenz ist das höchste Beschlussgremium der AWO Thüringen. Sie tritt in der Regel alle vier Jahre zusammen. Die Delegierten formulieren aktuelle Standpunkte und Ziele für den Verband und wählen einen neuen Landesvorstand.


Alle 14 Tage beraten die Kinderparlamentarier Angelique, Maurice, Samantha, Luisa, Antonia und Madlen (v. l.) mit Kita-Leiterin Elke Jurgeleit. Zum Termin entschuldigt fehlte Milio, der mit seiner Gruppe ein Waldprojekt absolvierte.

Angelique in Aktion

„Kinder an die Macht” Königsees Kita-Parlament ist seit eineinhalb Jahren aktiv Herbert Grönemeyer hätte seine helle Freude an Königsees Kita „Regenbogen”. Hier bestimmen Kinder den Alltag mit - hier kamen sozusagen „Kinder an die Macht”, wie sein Hit aus dem Jahr 1995 heißt. Bei der Etablierung besserer Angebote zur Teilhabe von Kindern, die auf der Landeskonferenz beschlossen wurde, dient die Kita deshalb als Vorbild. Angelique, Samantha, Luisa, Antonia, Madlen und Maurice: Die Sechs sind Parlamentarier. Kinderparlamentarier. Entschuldigt fehlt heute nur Milio, der mit seiner Gruppe ein Waldprojekt absolviert. Elke Jurgeleit bittet das Sextett in den „Plenarsaal”, begrüßt und erteilt das Wort: Angelique - nicht die Sprecherin, wohl aber die Selbstbewussteste der Runde faltet sorgfältig ihr Blatt auseinander. Dann teilt die Sechsjährige mit Bestimmtheit mit, dass die gelben Regenbogenkinder alle zum Fußballturnier tags darauf einladen. Die Cheerleader würden auch auftreten. “Und die ganz Kleinen sollten kommen”, betont Angelique, schaut in die Runde, auf Zustimmung hoffend. Antonia nickt, Maurice auch. Luisa zieht das Näschen kraus: „Was soll’n die Zwerge denn da?” „Die sind doch unsere Fans”, entgegnet Angelique keck. Protokollantin Elke Jurgeleit hört das, versichert sich noch der Zustimmung von Samantha und Madlen. Dann ist es beschlossene Sache.

Die Leiterin der Kita holt aus ihrem Büro Unterlagen, zieht Bilanz eines Jahres. Kindgerechtes Mitwirken ist kein Kinderkram und erst recht nichts Kindisches: Vor eineinhalb Jahren gab Elke Jurgeleit den Anstoß: „Die Beteiligung der Kinder ist in den Kinderrechten festgeschrieben. Sie ist zudem Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Einrichtung.” Das Team und die Eltern waren sofort von der Idee begeistert und unterstützen die Kinderparlamentarier. Alle Gruppen wählten jährlich eine Sprecherin, einen Sprecher - samt Stellvertreter. Sie klären nun in den 14-tägig stattfindenden Konferenzen, was gewünscht wird. Plötzlich Aufregung bei Elke Jurgeleit: „O Mann, ich habe vergessen, mit den Kindern den Speiseplan abzustimmen...” Das muss sie später nachholen, unbedingt! Aus zwei Angeboten pro Tag wird ausgewählt - ganz demokratisch. Falls Nudeln mit Tomatensoße, Reis mit Hühnerfrikasse oder Milchreis mit Zucker, Zimt und Apfelmus auf der Liste stehen, geht das schnell. Sie sind klare Favoriten. Wen wundert’s? Eher ungewöhnlich in Königsee - die Vorliebe für Spinat. Das erklärt sich wohl nur damit, dass das Küchenteam von der AWO-Küche in Saalfeld, die das leckere Essen kocht, ihr Handwerk offensichtlich versteht.

Samantha kündigt einen kollektiven Zahnarztbesuch in der nächsten Woche an. Marius erinnert daran, dass seine Erzieherin Marion demnächst Feuerwehrsachen mitbringt, „und die können dann alle mal anziehen”. Das wird notiert, das Protokoll herumgereicht. Mit gebotenem Ernst signieren die Jung-Parlamentarier. „Nach Thüringer Ausbildungsplan erlernen sie schon sehr zeitig die Schriftsprache”, erläutert später Elke Jurgeleit. Dann erhält jedes Kind seine Kopie, die es zudem selbst anfertigt. Die Kinder ziehen damit von dannen.

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Der alte und der neue Landesvorstand der AWO Thüringen

Neuer AWO-Landesvorstand gewählt Die 96 Delegierten der AWO-Landeskonferenz haben einen neuen ehrenamtlichen Landesvorstand gewählt. Er wird der AWO Thüringen in den nächsten vier Jahren vorstehen. Der ehemalige Landtagsabgeordnete Werner Griese wurde mit großer Mehrheit zum dritten Mal als Vorsitzender gewählt. Als Stellvertreter haben die Delegierten Katrin Matzky und Alexander Minar in ihren Ämtern bestätigt und die Erfurter AWOKreisvorsitzende Elvira Diebold neu gewählt. Als Beisitzer ergänzen Dr. Steffen Kania, Ralf Kühmstedt, Katrin Meißner, Bernd Metzschke, Lore Mikolajczyk und Wolfgang Stürmer das Gremium. Die Revision liegt neu in den Händen von Jutta Brandt, Angelika Horrig und Matthias Löffler.

Landesvorsitzender Werner Griese • geboren 1948 • arbeitete in der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Erfurt • seit 1990 Mitglied im AWO Kreisverband Erfurt e. V. • Mitglied des Bundesausschusses der AWO und im Vorstand von AWO International • engagiert sich als Vorsitzender im Aufsichtsrat der WBG Einheit e. G. und als Mitglied im Aufsichtsrat der SWE Stadtwerke Erfurt Energie

Stellvertretende Landesvorsitzende Elvira Diebold • geboren 1960 • arbeitet als Objekt- und Großkundenberaterin eines Hessischen Unternehmens • seit 1995 Mitglied im AWO Kreis-

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verband Erfurt e. V. • engagiert sich als AWO-Kreisvorsitzende sowie langjährig im AWO-Landesvorstand und Aufsichtsrat der Trägergesellschaft des AWO Landesverbandes

Stellvertretende Landesvorsitzende Katrin Matzky • geboren 1962 • Juristin, arbeitet im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit (TMSFG) • seit 1995 Mitglied im AWO Kreisverband Jena-Weimar e. V. • engagiert(e) sich seit 1996 im Vorstand und bis 2010 im Aufsichtsrat der Trägergesellschaft des AWO Landesverbandes sowie im staatlich überregionalen Förderzentrum Erfurt und als Schulelternsprecherin • Vorstandsmitglied des weimarwerk bürgerbündnis e. V. und berufene Bürgerin im Sozial- und Wohnungsausschuss der Stadt Weimar

Stellvertretender Landesvorsitzender Alexander Minar • geboren 1977 • arbeitet als Diplom-Ingenieur Versorgungstechnik • war seit 1996 Mitglied des AWO Landesjugendwerkes (LJW), ab 2008 AWO-Mitglied im Kreisverband Erfurt e. V. • engagiert sich als stellvertretender Vorsitzender im AWO Kreisverband sowie langjährig im Landesvorstand


• war bis 2008 stellvertretender Vorsitzender bzw. Vorsitzender des LJW Thüringen • Träger der Bundesverdienstmedaille 2008

Beisitzer Dr. Steffen Kania • geboren 1974 • arbeitet als Oberarzt in den Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ GmbH und als Mitglied des Wirtschaftsausschusses der Thüringer Kliniken • seit 2005 Mitglied im AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e. V. • engagiert sich als stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes und des Aufsichtsrates der AWO Saalfeld gGmbH • Mitglied des Kreistages Saalfeld-Rudolstadt und Stadtratsvorsitzender in Saalfeld

Beisitzer Ralf Kühmstedt • geboren 1948 • arbeitete als Ingenieurpädagoge und Amtsleiter des Sozialamtes Jena, jetzt im Ruhestand • seit 1990 Mitglied des AWO Kreisverbandes Jena-Weimar e. V. • engagierte sich bis 1994 als Vorsitzender des Kreisverbands Jena und 2000 bis 2008 im Landesvorstand • seit 1990 Mitglied der Lebenshilfe Jena e. V. • arbeitet seit 2011 ehrenamtlich für den Senioren-Fahrdienst des AWO Kreisverbandes Jena-Weimar e. V.

Beisitzerin Lore Mikolajczyk • geboren 1940 • befindet sich im Ruhestand • seit 1990 Mitglied des AWO Kreisverbandes Sonneberg e. V. • engagiert sich als Vorsitzende des AWO Kreisverbandes Sonneberg/ Neuhaus • Mitglied des Stadtrates Lauscha, des SPD-Ortsvereins und des Tourismusstammtisches Lauscha

Beisitzer Wolfgang Stürmer • geboren 1953 • arbeitet als Diplom-Bauingenieur und Architekt • seit 1995 Mitglied im AWO Kreisverband Ilm-Kreis e. V . • engagiert sich seit 1995 im AWOKreisvorstand

Revisorin Jutta Brandt • geboren 1942 • arbeitete als Leiterin für Finanzen und Investitionen in der Industrie, jetzt im Ruhestand • seit 2003 Mitglied im AWO Kreisverband Ilm-Kreis e. V. • engagiert sich im AWO Ortsverein Rabenhold sowie als Kassiererin im Kreisverband und als AWO-Vertreterin in der Seniorenvertretung der Stadt Arnstadt

Beisitzerin Katrin Meißner • geboren 1963 • arbeitet als Angestellte der Stadtverwaltung in Hirschberg/Saale • seit 1994 Mitglied im AWO Kreisverband Saale-Orla e. V. • engagiert sich seit 1994 im Kreisvorstand, seit 2011 Vorsitzende • seit 2001 Mitglied im Aufsichtsrat der AWO Sozialmanagement gGmbH Saale-Orla-Kreis • ehrenamtliche Arbeit in Verbindung mit den Aufgaben bei der Stadtverwaltung

Beisitzer Bernd Metzschke • geboren 1952 • Ingenieur für Energietechnik • seit 1990 Mitglied im AWO Kreisverband Altenburger Land e. V. • engagiert sich seit 1990 im Kreisvorstand, ab 1995 als Kreisvorsitzender sowie seit 1996 im Landesvorstand • SPD-Vorsitzender in Altenburg und Mitglied im SPD-Landesparteirat sowie im Vorstand eines Gartenvereins

Revisorin Angelika Horrig • geboren 1952 • arbeitet als Finanzbuchhalterin • seit 1991 Mitglied im AWO Kreisverband Sonneberg e. V. • engagiert sich als Vorstandsmitglied des AWO Kreisverbandes und des AWO Ortsvereins in Lauscha

Revisor Matthias Löffler • geboren 1971 • arbeitet als selbstständiger Unternehmer • seit 2005 Mitglied im AWO Kreisverband Gotha e. V. • engagiert sich als stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes

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Schulranzen für bedürftige Kinder Auch in diesem Jahr hat die AWO in Erfurt wieder Schulranzen für Kinder aus sozial schwachen Familien gepackt und kostenlos ausgegeben. Prall gefüllt mit Stiften, Heften und Sportsachen. Der Andrang in der AWO-Kinderkleiderkammer „BummiKaufhaus“ war auch im vierten Jahr dieser Aktion wieder gewaltig. Die angehenden ABC-Schützen konnten unter verschiedenen Modellen wählen und freuten sich, wenn der „richtige“ Ranzen gefunden war. „Wir wollen den Kindern damit einen ebenbürtigen Start in die Schule ermöglichen“, sagt AWO-Landesvorsitzender Werner Griese. „Bildung erhöht die Chancen für die Kinder, aus dem Armutskreislauf herauszukommen.“ Die AWO wird bei der Schulstarteraktion von Erfurter Unternehmen, dem AWO-Sterntalerfonds und durch Spendensammlungen in AWO-Kitas unterstützt. So überreichten die Kinder und Erzieher der Erfurter AWO-Kita „Brühler Gartenzwerge“ stolz einen Scheck über 500 Euro.

Der AWO-Landesvorsitzende Werner Griese bei der Übergabe der Schulranzen

Fledermausfunk unterstützt AWO-Sterntalerfonds Ehrenamtliche lesen Märchen-CD ein Im Fledermausfunk des Erfurter Radiosenders „Funkwerk“ lesen Ehrenamtliche jeden Abend für Kinder eine Gute-NachtGeschichte vor. Zugunsten des AWO-Sterntalerfonds haben die ehrenamtlichen Lesepaten jetzt eine Märchen-CD aufgenommen, deren Erlös bedürftigen Kindern zu Gute kommen soll. Dazu haben die Mitarbeiter die schönsten Märchen ausgesucht und natürlich ist die Geschichte vom Sterntalerkind mit dabei. Sie wird von Anette Sickel, der Freiwilligenkoordinatorin des AWO Landesverbandes, vorgetragen. 500 Märchen-CDs stehen nun bereit und werden gegen eine Spende für den AWO-Sozialfonds Sterntaler abgege-

ben. Mit dem Geld kann der AWO-Sterntalerfonds benachteiligten Kindern helfen, wenn schnelle und unbürokratische Hilfe nötig ist. Beispielsweise wenn Klassenfahrten das Familienbudget überschreiten, kein Geld für Winterkleidung da ist oder zum Schulanfang ein Ranzen gekauft werden muss. Die Zusammenarbeit des AWO Landesverbandes und des Radio „Funkwerk“ ist im Zuge des AWO-Aktionstages „Im besten Alter – freiwillig aktiv“ entstanden. CDs können über Anette Sickel unter Telefon: 0361 21031182 oder E-Mail: sickel@ awo-thueringen.de bezogen werden.

Lesepate Herr Grove beim Fledermausfunk

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projekt / Fachtagung BERUF inklusiv

Zugang zum Arbeitsmarkt für behinderte Menschen erleichtern Der Sozialverband AWO begleitet Kinder mit Einschränkungen von Geburt an, in Frühförderstellen, integrativen Kitas oder durch Schulbegleiter in der Schulzeit. Schwierig wird es aber, wenn die Kinder groß werden und als junge Erwachsene eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle suchen. Hier brauchen Menschen mit Behinderungen oft individuelle Hilfen, um am gesellschaftlichen Arbeitsleben teilhaben zu können. Die AWO hat daher im Juli rund 200 Vertreter aus Sozialwesen, Wirtschaft und Politik zu einer Fachtagung „Gemeinsame Bildung ein Leben lang – Übergang von Schule in Beruf“ im Erfurter Augustinerkloster begrüßt. Die Fachexperten haben einen Tag lang intensiv über verschiedene Teilhabemöglichkeiten für Jugendliche mit Förderbedarf am allgemeinen Arbeitsmarkt diskutiert. Die Beratungen haben deutlich gemacht, dass behinderte Jugendliche passgenaue Angebote brauchen, etwa Langzeitpraktika, beson-

Fachtagung „BERUF inklusiv“ im Erfurter Augustinerkloster dere Formen der Ausbildung oder Maßnahmen der sogenannten Unterstützten Beschäftigung. Nach Meinung der Teilnehmer ist es besonders wichtig, dass beim Übergang in die Ausbildung alle beteiligten Akteure gut miteinander kooperieren. Die Tagungsteilnehmer forderten deshalb, dass eine zentrale Koordinierungsstelle eingerichtet wird, die alle Akteure besser vernetzt und Informationen gezielt weitergeben kann. Die Fachtagung wurde vom Projekt „BERUF inklusiv“ ausgerichtet, das beim AWO Bildungswerk angesiedelt ist.

AWO im Ilm-Kreis eröffnet Seniorenwohnen AWOsi Ein wenig sperrig klingt der Name „Alterswohnsitz mit Ambiente – Wohlfühlen und Sicherheit“ schon, aber die Abkürzung „AWOsi“ kann man sich leicht merken. Die AWO hat den neuen Wohnkomplex „AWOsi“ im Villenviertel von Arnstadt-Süd nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit im Juni eröffnet. Das Interesse in der Bevölkerung war so groß, dass bereits in der Rohbauphase alle 24 Wohnungen vermietet waren. Die Wohnanlage bietet Senioren besondere Betreuung und Schutz, aber auch Gemeinschaft und Kommunikationsmöglichkeiten. Für die Mieter ist eine feste Ansprechpartnerin vor Ort, die mit Rat und Tat zur Seite steht. Zu Fragen der Sicherheit, Hilfsmitteln und Pflege beraten AWO-Pflegeberater bei Bedarf. Weitere ehrenamtlich Engagierte unterstützen die Mieter regelmäßig. Das knapp drei Millionen teure und mit Hilfe von Fördermitteln der deutschen Fernsehlotterie erstellte Objekt besitzt im Ilm-Kreis Modellcharakter. Das Architekturbüro Projektscheune Sankt Kilian hat die neuesten Erkenntnisse zur Gestaltung von barrierefreiem Wohnraum und Wohnquartierskonzepten in die Pläne mit einfließen lassen. Die Anforderungen der Energiebauverordnung werden teilweise sogar unterschritten. Das wirkt sich positiv auf die Betriebskosten aus. Auch die Lage ist optimal. In nächster Nähe befinden sich Ärzte, eine Apotheke, die AWO-Sozialstation, eine Bank, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und der öffentliche Nahverkehr. Die Innenstadt ist schnell zu erreichen. Mobile ServiceAnbieter, wie ein Lebensmittelkiosk, Friseur, Maniküre,

Wohnanlage AWOsi in Arnstadt-Süd

Physiotherapie, kommen direkt ins Haus. Die barrierefreien Wohnungen sind hochwertig ausgestattet. Außerdem gibt es einen gemeinsamen Kreativraum und eine Begegnungsstätte. Das 4.000 qm große, parkähnliche Grundstück hat einen Grillplatz, eine Terrasse, einen Sinnesgarten sowie Bouleund Spielparcours.

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„Im besten Alter freiwillig aktiv“ Viele Ehrenamtliche kamen zum Aktionstag Viele Teilnehmer hatten vom Aktionstag „Im besten Alter freiwillig aktiv“ in der Zeitung gelesen oder irgendwo einen Aushang gesehen. Andere engagierten sich bereits vorher in den Einrichtungen. Alle gemeinsam haben sich am 22. September zusammengefunden, um mit elf verschiedenen Aktionen soziale Einrichtungen der AWO zu unterstützen.

Wanderung der Kita „Abenteuerland“ in Jena Die Idee für den Aktionstag ist im Rahmen des „Europäischen Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012“ entstanden. Was so aufwendig klingt, ist dabei eigentlich ganz einfach. 18 AWO-Verbände und -Einrichtungen sind im Februar einem Aufruf des AWO Landesverbandes gefolgt und haben Vorschläge für interessante Freiwilligenaktionen vor Ort eingereicht, mit denen Ehrenamtliche motiviert und gewonnen werden sollten. Der Landesvorstand hat die elf besten Ideen ausgewählt und diese mit Fördermitteln des Bundes unterstützt.

Neuer Anstrich für die Spielgeräte in der Kita „Hüttengeister“ in Lauscha amtliche Helfer einen Ausflug für die Senioren. Die Bewohner des Seniorenzentrums „Am Lerchenberg“ in Zella-Mehlis wünschten sich eine Fahrt zur EGA in Erfurt. Auch dieses Vorhaben wurde durch die tatkräftige Unterstützung der Freiwilligen möglich. In der Wohnberatungs- und Begegnungsstätte für Senioren in Jena fand ein Gesundheits- und Fitnesstag statt. Die Kita „Abenteuerland“ organisierte eine gemeinsame Wanderung von Jung und Alt. In Friedrichroda haben sich drei Generationen in der Kita „Purzelbaum“ zusammengefunden, um bei einer geführten Waldwanderung Steine und Pflanzen für ein Terrarium zu sammeln und Pilze zu bestimmen. In der Kita „Hüttengeister“ in Lauscha packten alle Freiwilligen kräftig an und strichen die Spielgeräte im Außengelände in frischen Farben. Zu einem regelrechten Großprojekt entwickelte sich die Umgestaltung des Gartens der AWO-Kita „Kleine Weltentdecker“ in Eisfeld. Bereits lange im Vorfeld plante hier eine unermüdliche Gruppe Ehrenamtlicher die gewünschten Veränderungen, machte Baupläne und holte sich Rat beim TÜV. Am 22. September ging es dann dank zahlreicher Helfer richtig voran. Viele, die am Aktionstag mit angefasst haben, wollen auch weiter mitmachen, bis aus dem Garten der Kita ein richtiger Abenteuerspielplatz geworden ist. Genau damit ist der Aktionstag ein voller Erfolg geworden.

Sportfest in der Begegnungsstätte in Jena Mit dabei waren zum Beispiel das „Haus der Generationen“ in Altenburg, der AWO-Familiengarten in Bad Langensalza, das Übergangswohnheim für Menschen mit psychischen Einschränkungen in Zeulenroda und die Seniorenresidenz der AWO in Camburg. Im Seniorenzentrum „Heinrich Albertz“ in Meiningen organisierten ehren-

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Waldwanderung der Kita „Purzelbaum“ in Friedrichroda


projekt /

„Staubsauger-Taschenlampen-Dia-Projektor“ entdeckt Zweiter Platz für die Erfurter Kita „Am Fuchsgrund“ Die AWO-Kita „Am Fuchsgrund“ in Erfurt hat den zweiten Preis beim bundesweiten Wettbewerb „Forschergeist 2012“ gewonnen. Die Kinder hatten beim Stöbern in den Zimmern einen alten Dia-Projektor entdeckt und mutmaßten, dass dieses „Ding“ ein Staubsauger sei. Daraus haben sie gemeinsam mit ihrer Erzieherin Susanne Gröschler ein Forschungsprojekt entwickelt, das sie dann zur Ausschreibung des Wettbewerbs einreichten. Dabei haben die Kinder zuerst den Diaprojektor untersucht, mit einem Fotoladen und im Kino den Weg vom Bild zum Film verfolgt und sich mit verschiedenen physikalischen Fragen der Optik bis hin zum Farbspektrum beschäftigt.

Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Hier werden herausragende Projekte gesucht, die die Jungen und Mädchen für die Welt der Naturwissenschaften, Mathematik oder Technik begeistert haben. In der neu gebauten AWO-Kita „Am Fuchsgrund“ werden 140 Kinder betreut. Die Pädagogen arbeiten situationsorientiert nach dem Konzept der gruppenoffenen Kita und greifen aktuell bedeutsame Ereignisse als Themen für Projekte auf.

Das Projekt konnte sich gegen 1.135 Bewerbungen behaupten. Die kreative Idee, die aktive Einbeziehung der Kinder und das besondere Engagement der Erzieher haben die Jury überzeugt. Kita-Leiterin Carola Pfannschmidt und Susanne Gröschler konnten sich zur Preisverleihung im phaeno, der Experimentierlandschaft in Wolfsburg, über den zweiten Platz im Wettbewerb und ein Preisgeld von 3.000 Euro freuen. Der „Forschergeist 2012“ ist ein bundesweiter KitaWettbewerb von der Deutschen Telekom Stiftung und der

Die Erfurter Kita „Am Fuchsgrund“

Sechs AWO-Kitas werden „Haus der kleinen Forscher“ Sechs AWO-Kitas haben in der Thüringer Staatskanzlei das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher“ erhalten. Damit zeichnet die gleichnamige Stiftung Kindertagestätten aus, die einen besonderen Fokus auf naturwissenschaftliche und technische Frühbildung legen.

liche Neugier und Experimentierlust der Kinder geweckt, ist die Frage nach dem „Warum?“ nicht weit. Und dann wird es erst richtig spannend.

Die AWO-Kitas „Arche Nouva“ aus Bad Langensalza, die Integrative Kita „Ringelblume“ in Erfurt, „Zwergenhaus“ in Oberheldrungen, „Zwergenland“ in Dachwig, „Löwenzahn in Wiehe und die AWO-Kita „Glühwürmchen“, der E.ONBetriebskindergarten der AWO in Erfurt, können sich über das Zertifikat freuen. Der Titel wird für einen Zeitraum von zwei Jahren verliehen und muss dann erneut bestätigt werden. Die Pädagogen der Kitas wollen die Freude am Forschen und Lernen bei den Kindern wecken. Sie entwickeln gemeinsam mit ihnen Projekte, die die Kinder spielerisch an mathematische und naturwissenschaftliche Sachverhalte heranführen. Oft nutzen sie geeignete Phänomene im Alltag, die sie die Kinder beobachten lassen. Sind die natür-

Die Leiterinnen und Leiter der sechs ausgezeichneten AWOKitas bei der Zertifikatsübergabe in der Thüringer Staatskanzlei

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ehrenamt /

AWO beteiligt sich am 5. Schülerfreiwilligentag In 66 Einrichtungen der AWO Thüringen haben sich Schüler am 5. Schülerfreiwilligentag ehrenamtlich engagiert. Die Schüler haben zum Beispiel Senioren in Pflegeheimen vorgelesen oder mit Kita-Kindern gebastelt und gekocht. Die Besucher der Tagesstätte für psychisch Kranke in Bad Salzungen haben mit den Schülern einen Tag bei „Kelten-Spielen“ auf der Burgruine Frankenstein verbracht und dort gemeinsam Feuer gemacht und nach historischer Tradition Essen zubereitet. In verschiedenen Kindertagesstätten halfen die Schüler, den Garten zu gestalten oder griffen zu Farbe und Pinsel. „Es ist ein schönes Gefühl, für andere Menschen etwas zu machen, dass ihnen Freude bereitet“, hat der Schüler Robert im AWO Seniorenpflegeheim „Haus Altenstein“ Bad Liebenstein eine persönliche Bilanz seines freiwilligen Einsatzes gezogen.

Senioren und Schüler bepflanzen gemeinsam neue Blumenkästen im Wohn- und Pflegeheim „Am Wiesensteig“ Zeulenroda/Triebes

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Thüringer Ehrenamtsstiftung. Gemeinsam mit Freiwilligenagenturen, Bürgerstiftungen und Landratsämtern möchte sie am Schülerfreiwilligentag Kinder und Jugendliche auf die Bedeutung freiwilligen Engagements aufmerksam machen und die Freude am Ehrenamt wecken. Die AWO beteiligt sich von Anfang an am Schülerfreiwilligentag. Die Liste der Einrichtungen wird dabei von Jahr zu Jahr länger.

Rückkehr vom gemeinsamen Spaziergang - Seniorenpflegeheim „Haus Altenstein“ in Bad Liebenstein

Schülerinnen und Schüler bemalen Sandspielkisten für die Kinder der AWO Kita „Regenbogen“ in Stadtilm

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Gemeinsames Herstellen von Kräuterölen im Altenpflegeheim Friedrichroda


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Service-Wohnen im Trend Service-Wohnanlagen werden bei älteren Menschen immer beliebter. Die seniorengerechten Wohnungen bieten eine Kombination aus dem Leben in den eigenen vier Wänden und Dienstleistungsangeboten, die individuell gebucht werden können und die eigene Selbstständigkeit so lange erhalten.

Auch zahlreiche neue Service-Wohnanlagen sind in den letzten Monaten errichtet worden oder derzeit geplant. So zum Beispiel in Erfurt, Trusetal, Arnstadt, Pößneck und Bad Langensalza.

kontakt

kontakt

Viele der Anlagen liegen zudem idyllisch in Regionen und Orten, in denen man das Alter wirklich genießen kann. So zum Beispiel das „Haus Talblick“ im Kurort Bad Liebenstein und die Service-Wohnanlage „Schellhof“ in Bendeleben, direkt am malerischen alten Schlosspark gelegen.

Service-Wohnen „Schellhof“ in Bendeleben Bachstraße 2a 99706 Bendeleben

Service-Wohnen „Haus Talblick“ in Bad Liebenstein Am Hölzchen 1 36448 Bad Liebenstein

Telefon: 034671 52100 www.servicewohnen-bendeleben.de

Telefon: 036961 70808 www.servicewohnen-liebenstein.de

IKEA spendet 2.000 Euro für AWO-Kindertagesstätten Das IKEA-Einrichtungshaus in Erfurt hat 2.000 Euro für die Erfurter AWO-Kindertagesstätten gespendet. Das Geld kam beim traditionellen Krebsessen zusammen, das IKEA im August zu Gunsten der AWO organisiert hatte. Die AWO verbindet bereits seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit IKEA. So gibt es zum Beispiel einen IKEABetriebskindergarten in Trägerschaft der AWO und zahlreiche gemeinsame Spendenaktionen, von denen der Sterntalerfonds und zahlreiche AWO-Einrichtungen profitieren konnten. Andreas Münchow von IKEA übergab den Spendenscheck an den AWO-Landesvorsitzenden Werner Griese und Michael Hack, Geschäftsführer der AWO AJS gGmbH.

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Die AWO Rudolstadt e. V. Vier Fragen an: Petra Rottschalk, Vorsitzende der AWO Rudolstadt e. V. und Aufsichtsratsvorsitzende der AWO Soziale Dienste Rudolstadt gGmbH Was ist die AWO für dich? Die AWO ist für mich ein lebendiger Verband mit sehr engagierten Menschen. Ich sehe einerseits die Leistungskraft in allen Bereichen der sozialen Arbeit, anderseits auch die sinnstiftende Gemeinschaft, die sich über Solidarität und einen sozialen Gedanken definiert. AWO ist für mich ein Stück HeiPetra Rottschalk mat, aber nicht im volkstümelnden Sinne, sondern im Sinne des modernen Gedankens von Selbstverwirklichung und Engagement.

Was war dein schönster Moment im Verband?

fakten

Es gibt viele schöne Momente. Wichtig ist mir die Arbeit mit Gleichgesinnten, mit Menschen, die mir emotional nahe stehen und mit denen ich mich verbunden fühle. Es gibt schöne Momente bei Auszeichnungen von Mitgliedern, Ehrenamtlichen und Mitarbeitern. Auch die runden Geburtstage von

Fakten • gegründet am 13. November 1990 • derzeit 320 AWO-Mitglieder • 2003 Gründung der AWO Soziale Dienste Rudolstadt gGmbH • Arbeitgeber von ca. 390 Mitarbeitern sowie 20 Mitarbeitern im AWO Rudolstadt e. V. Die AWO Rudolstadt e. V. ist Träger von: • einem Jugendhaus in Bad Blankenburg und einem Jugend- und Familienhaus in Rudolstadt • der Mobile Jugendarbeit in Rudolstadt und Bad Blankenburg • einer Begegnungsstätte für Senioren in Rudolstadt • 36 barrierefreien Wohnungen mit Betreuungsmöglichkeit in Volkstedt-West • 17 bzw. sechs altersgerechten Wohnungen in Rudolstadt und Volkstedt-West

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Mitgliedern, jede Mitgliederversammlung und jede Klausurtagung sind Höhepunkte. Insofern will ich mich nicht auf ein Ereignis festlegen.

Was ist das Besondere an der AWO? Unser Verband steht für Innovation. Seit 2009 betreiben wir eine Gesamtschule, die für den Gedanken steht, dass kleinere Städte und ländliche Regionen eine lebenswerte Zukunft haben. Wir bekennen uns zu den Entwicklungspotenzialen unserer Stadt und unserer Region. Wir gestalten Zukunft, das heißt, wir stehen nicht nur für den Gedanken der Hilfe, sondern für Kreativität, Unruhe, Engagement und Selbsthilfe.

Wo siehst du die AWO in zehn Jahren? Unser Verband wird sich in traditionellen Feldern der sozialen Arbeit engagieren, insbesondere den Hilfebereichen. Dabei wird der Seniorenhilfebereich sicher eine Schlüsselstellung einnehmen. Anderseits werden wir uns in den Bereichen der Bildung, der Selbsthilfe und des bürgerschaftlichen Engagements sehr stark einbringen. Wir werden Projekte initiieren und mitgestalten, die uns im Kontext einer lebenswerten Stadt und Region sehen.

Die AWO Soziale Dienste Rudolstadt gGmbH betreibt: • drei Kindertagesstätten in Rudolstadt und Sitzendorf • eine stationäre Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Neu-Leibis mit einer Außenstelle „Trainingswohnen für Mutter/Vater/Kind“ in Rudolstadt • Flexible ambulante Erziehungshilfen • eine Integrierte Gesamtschule in Rudolstadt • ein Mehrgenerationenhaus in Königsee • ein Seniorenheim in Rudolstadt und ein Pflegeheim in Königsee • eine Häusliche Pflege und eine Tagespflege in Rudolstadt


Ein Jahr Begegnungsstätte der AWO Rudolstadt Ein Jahr nach ihrer Eröffnung zieht die Begegnungsstätte der AWO Rudolstadt eine positive Bilanz. Das generationsübergreifende Angebot hat sich zu einem beliebten Treffpunkt in der Stadt entwickelt und wird von Jung und Alt gemeinsam genutzt. Die Begegnungsstätte wendet sich besonders an Ältere und Menschen mit Behinderungen und möchte ihnen Möglichkeiten bieten, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und soziale Beziehungen aufzubauen. Dazu organisiert die Einrichtung regelmäßig Veranstaltungen und Projekte, beispielsweise Spielkreise, Feste, Kaffeekränzchen, ein Frauenfrühstück und ein Lesecafé mit Buchausleihe oder Bewegungsangebote. Eine ganze Reihe fester Interessengruppen haben sich in der Begegnungsstätte niedergelassen, um ihr Hobby mit Gleichgesinnten zu pflegen, beispielsweise Briefmarken- und Münzsammler, Line-Dance-Tänzer oder Freunde des kreativen Gestaltens. Ein fester Anlaufpunkt ist die AWO-Einrichtung auch für Rudolstädter geworden, die sich für ein ehrenamtliches Engagement interessieren. Sie finden hier individuelle Ange-

bote und können sich als Freiwillige in soziale Einrichtungen vermitteln lassen. Das Ziel der AWO, mit der Begegnungsstätte auch Selbsthilfegruppen in Rudolstadt zu fördern, ist bereits nach einem Jahr erreicht worden. Inzwischen ist die Begegnungsstätte ein fester Ort für verschiedene Selbsthilfegruppen bei Diabetes, Asthma, Schlaganfall, Chronischem Schmerz oder Tinnitus geworden. Viele Besucher schätzen darüber hinaus die regelmäßig von der AWO angebotene soziale Sprechstunde, in der Hilfesuchende Informationen, Beratung und Unterstützung erhalten und bei Bedarf soziale Dienstleistungen vermittelt werden.

Endliche angekommen: Die AWO-Schule in Schwarza Nach jahrelanger Suche hat die AWO Rudolstadt ein passendes Grundstück für ihre integrierte Gesamtschule gefunden. Es liegt oberhalb des Rudolstädter Stadtteils Schwarza auf einem terrassenförmig ansteigenden Grund mit weitem Blick in das Saaletal. Bisher nutzte die AWO die Räume der staatlichen Grundschule in Schwarza als Übergangslösung. Auf dem neuen Gelände stehen bereits sechs Häuser, die wie auf einem Campus angeordnet sind. Das große parkähnliche Außengelände mit seinem alten Baumbestand lässt Aktivitäten im Freien zu und passt mit seinen Flächen und den abgeschiedenen Rückzugsmöglichkeiten optimal zum Schulkonzept. Geplant sind ein Schulgarten, ein Sportplatz, Aussichtspunkte mit grandiosem Ausblick ins Tal, Sitz- und Essbereiche und sogar ein Amphitheater. Die Schule wird ihr Areal auch für regionale Vereine öffnen. Der Schulbetrieb an diesem Standort hat bereits begonnen. Die freie Ganztagsschule der AWO hat 2009 den Lehrbetrieb aufgenommen. Die Schule befindet sich derzeit noch im Aufbau und wächst mit jedem Schuljahr um ein bis zwei fünfte Klassen. Zukünftig können Schüler und Schülerinnen an der Schule ihren Haupt- oder Regelschulabschluss erhalten oder das Abitur ablegen. Die Schüler lernen unabhängig vom angestrebten Schulabschluss

Die Häuser 4 und 3 an der großen Wiese des Schulgeländes gemeinsam in einer Klasse und werden individuell gefördert. Typisch ist ein fächerübergreifender projekt- und praxisorientierter Unterricht. Verschiedene Nachmittagsangebote vertiefen Gelerntes oder fördern die Schüler. Für besonders naturwissenschaftlich, sprachlich oder musisch begabte Kinder gibt es spezielle Angebote.

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Kreisverband Erfurt mit neuer Geschäftsführung Der AWO Kreisverband Erfurt hat eine neue Geschäftsführerin. Die stellvertretende Kreisvorsitzende Lieselotte Keil hat die Aufgaben im Juli übernommen. Zuvor hatte die langjährige Geschäftsführerin Karin Griese ihr Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt. „Karin Griese hat über viele Jahre eine engagierte und erfolgreiche Arbeit für die AWO in Erfurt geleistet“, bedankt sich Elvira Diebold, die Vorsitzende des Kreisverbandes. Viele Projekte, wie das Bummi-Kaufhaus, die SchulstarterAktion oder die Familienbegegnungsstätte TIP, tragen ihre Handschrift. „Ihren Rücktritt bedauern wir deshalb sehr“, sagt Elvira Diebold. Gleichzeitig sei man im Vorstand sehr froh, mit Lieselotte Keil schnell eine kompetente und motivierte Nachfolgerin gefunden zu haben, die bereit ist, sich den Aufgaben und der Belastung einer ehrenamtlichen

Geschäftsführung zu stellen. Lieselotte Keil ist 39 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Die gebürtige Suhlerin lebt seit 1994 in Erfurt und ist derzeit beim AWO Bildungswerk als Leiterin des Projektes „juniorExperten“ beschäftigt. Zuvor war sie unter anderem als Koordinatorin für Gleichstellung und Familie bei der Fachhochschule Erfurt und als Entwicklungshelferin auf den Philippinen tätig.

Lieselotte Keil

Fair und Bio

Kaffee und Tee von AWO International AWO International bietet jetzt auch Kaffee, Espresso und Tee aus fairem Handel an und unterstützt damit die Kleinbauern der Kooperative Cosatin in Nicaragua. Die hatten sich 1997 zusammengeschlossen, um ihre Ernte gemeinsam zu vermarkten. Das ist ihnen bislang auch mit Hilfe der AWO gut gelungen. Kein Bauer musste seine Felder aufgeben und seine Familie wegen der niedrigen Kaffeepreise hungern lassen. Die Kinder der Cosatin-Bauern besuchen inzwischen alle eine Schule. Das alles ist in Nicaragua nicht selbstverständlich.

Machen auch Sie mit! Kaufen Sie die fairen BIO-Produkte von AWO International. Zum Beispiel 100% Arabica, 500 Gramm, handverlesen und gemahlen, für 7,80 Euro oder 100 Gramm Tee verschiedener Sorten für 3,50 Euro. Die Produkte können bei AWO International e. V., Markgrafenstraße 11, 10669 Berlin, Tel. 030 25292771, per E-Mail: mail@ awointernational.de oder über Internet: www.awointernational.de bestellt werden.

Ein Tag für Afrika Die Kinder aus der AWOKita „Haus der bunten Träume“ in Erfurt haben Spenden für ein Schulhaus in Dadja im westafrikanischen Togo gesammelt. Bisher wurden die Kinder dort in Strohhütten unterrichtet. Viele Aktionen haben sich die 175 Kinder der Kita und ihre Erzieherinnen dafür ausgedacht. So gab es einen Flohmarkt mit Kindersachen und einen Kuchen-

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basar. Auch bei der selbst einstudierten Aufführung des Zirkus „Käferino“ haben die Kinder gesammelt. Zum Afrikatag in der Kita haben die Erzieher den Hof kurzerhand in eine heiße Savanne verwandelt, in der sich die Kinder als Löwen oder Zebras schminken lassen konnten. Die Idee zum Projekt hatte Ernest Amah Ayite, der selbst aus Togo stammt und dessen Tochter die Kita besucht. Seit Jahren sammelt er Kleidung, Spielzeug und Gelder für Kinder in seiner Heimat. In der Kita hat er den Kindern viel über das Leben in Afrika erzählt, Fotos gezeigt und Musik mitgebracht. So entstand der Wunsch zu helfen. Durch die verschiedenen Spendenaktionen kam eine beachtliche Summe zusammen, die der AWO-Sterntalerfonds auf 1.000 Euro aufrundete.


landesjugendwerk /

Ferienfreizeiten mit dem AWO Landesjugendwerk Ab in die Ferien ging es auch in diesem Jahr für über 200 Kinder, die an den verschiedenen AWO-Ferienfreizeiten teilgenommen haben. Darunter auch zahlreiche Kinder von Mitarbeitern, für die die AWO einen großen Teil der Kosten übernahm. So organisierte das Landesjugendwerk ein Sprachcamp und zwei Kinderrepubliken in Dörnfeld. Auch in Hainichen war das Jugendcamp des Kreisverbandes Altenburger Land mit 60 Teilnehmern voll belegt. Hinzu kamen Ferienfreizeiten in Lützensömmern und Dörnfeld, die das Ortsjugendwerk der AWO Erfurt organisierte. In vier 5für20!-Ferienfreizeiten konnten Kinder aus finanziell benachteiligten Familien fünf Tage Ferien für 20 Euro verleben.

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Betreut wurden die Kinder von insgesamt 27 ehrenamtlichen Teamern. Zum ersten Mal waren auch drei Nachwuchsbetreuer im Alter von 13 und 14 Jahren dabei, die erst im Frühjahr ihre Junior-Jugendleitercard erworben haben. Sie organisierten in allen Ferienfreizeiten ein abwechslungsreiches und spannendes Programm für die kleinen Feriengäste.

Nachtwanderungen, Ausflüge auf die Sommerrodelbahn, Besuche im Kletterwald und auf Reiterhöfen, Kistenklettern und Kutschfahrten, Schatzsuchen und Abende am Lagerfeuer gehörten zum Repertoire. Die Kinder durften dabei zum großen Teil selbst über das Tagesprogramm entscheiden und waren auch bei alltäglichen Aufgaben, wie dem Essen zubereiten, einbezogen. Spielen, Lernen und die Erfahrung, Verantwortung in der Gruppe zu übernehmen, kamen auf diese Weise zusammen. Da es das Wetter zum großen Teil gut mit den Campern meinte, waren auch die Freibäder der jeweiligen Regionen beliebte Aufenthaltsorte. Viel Unterstützung bekamen die Organisatoren auch von Vereinen und Partnern vor Ort. So zum Beispiel von den Bädern in Lauscha und Schönbrunn, dem Feuerwehrverein in Hainspitz, dem Freizeitheim in Dörnfeld, dem AWO Ortsverein in Eisenberg und den Kreisverbänden Saale-HolzlandKreis und Bad Langensalza. Allen Helfern, ehrenamtlichen Teamern und Unterstützern sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Landesjugendwerk der AWO Thüringen Josef-Ries-Str. 15 99086 Erfurt Telefon: 0361 51159630 E-Mail: landesjugendwerk@awo-thueringen.de Webseite: www.jw-zukunft.de

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Zusatzqualifikation für Kita-Mitarbeiter erfolgreich Die ersten 16 Kita-Mitarbeiterinnen aus dem Kreis Gotha haben ihre Abschlusszertifikate zur „Integrations- und Heilpädagogischen Zusatzqualifikation“ in Empfang nehmen können. Mit der feierlichen Übergabe ist der erste Weiterbildungskurs des AWO Bildungswerkes vom November 2011 zu Ende gegangen, der pädagogischen Fachkräften wesentliche Kenntnisse zur gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung in Regelkindergärten vermittelt hat.

So können auch behinderte Kinder in der Nähe ihres Wohnortes betreut werden. Bisher war das nur in integrativen Kindertagesstätten möglich. Das AWO Bildungswerk Thüringen hat auf den dadurch steigenden Bedarf an integrationsund heilpädagogischen Fachkräften reagiert und gemeinsam mit der Volkshochschule Gotha und dem örtlichen Jugendamt eine entsprechende Zusatzqualifikation angeboten. Ein zweiter Kurs ist auf Grund der hohen Nachfrage gestartet.

Medaillen bei Special Olympics Die AWO-Sportler aus den Pößnecker Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind von den Special Olympics mit Medaillen zurückgekehrt. Peter Heinze holte über 100 und über 50 Meter Freistil Silber und Bronze, Michaela Häusler über 50 Meter Freistil Silber. Gute 5. Plätze belegten Tobias Nagel und Daniela Störtzer auf der Kurzdistanz. Gekrönt wurde die Leistung durch Silber der 4x50-Meter-Staffel. Auch beim Tischtennis gab es mit Marina Müller auf dem 3. Platz Edelmetall, Heino Richter belegte den 6. Rang. Trainerin Simone Keim zeigte sich im Olympiapark in München sehr zufrieden. Die Special Olympics finden alle zwei Jahre für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung in vielen Ländern auf der Welt statt. Allein aus Thüringen kamen 175 Sportler.

Die Sportler der Pößnecker Werkstätten

Seniorenresidenz „Schloss Mupperg“ eröffnet originalgetreu wieder hergestellt und auch die alten Kastenfenster erhalten. Gleichzeitig mussten die Voraussetzungen für eine moderne Pflege geschaffen werden, also barrierefreie Zugänge und Zimmer, Aufzüge und Haltegriffe. Entstanden ist eine moderne Pflegeeinrichtung mit zwei Wohnbereichen speziell für demenzkranke Senioren. Denn für diese ist eine kleine Einrichtung, in der sie sich leicht orientieren können, besonders geeignet. Die Bewohner werden nach modernen Standards in den beiden familienähnlichen Wohngruppen betreut.

Feierlich eröffnet hat die AWO Sonneberg/Neuhaus eine Seniorenresidenz für 16 Senioren in Mupperg. Das Schloss aus dem 18. Jahrhundert stand jahrelang leer, bevor die AWO das denkmalgeschützte Haus aufwendig sanierte. Das historische Ambiente des alten Herrenhauses ist dabei weitgehend erhalten geblieben. Die Fassade wurde

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Die Nachfrage war gewaltig. Schon kurz nach der Eröffnung waren alle Plätze belegt. Die AWO hat insgesamt 1,9 Millionen Euro investiert, die Deutsche Fernsehlotterie unterstützte das Projekt mit 291.000 Euro. Im Erdgeschoss des ehemaligen Herrenhauses findet auch der AWO-Ortsverein Mupperg ein neues Domizil in einer Begegnungsstätte.


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Die AWO-Ortsvereinsvorsitzende aus Steinsdorf, Gudrun Ulmer, ist mit der Ehrenamtsmedaille der AWO Gudrun Ulmer erhält von Werner Griese Thüringen ausgezeich- die Ehrenamtsmedaille (Foto: OTZ) net worden. Der AWOLandesvorsitzende Werner Griese überreichte die Ehrung der überraschten 71-Jährigen zum Helferfest in Steinsdorf vor 200 Mitgliedern und Gästen des Kreisverbandes Greiz. Gudrun Ulmer gehört von Beginn an zum AWO-Ortsverein, den sie seit 16 Jahren auch leitet. Sie organisiert hier ein reges Vereinsleben und hat immer ein offenes Ohr für die 80 Mitglieder.

Altenburger Land / Neues AWO-Jugendwerk Elf junge Menschen haben Ende Juli ein neues Jugendwerk der AWO im Altenburger Land gegründet. Die Nachwuchsorganisation der AWO will damit die Jugendarbeit in der Region stärken und junge Leute mit Projekten und Veranstaltungen für ein soziales und ehrenamtliches Engagement begeistern. Im AWO-Feriencamp Naundorf wurden Kristin Heinig aus Gößnitz zur Vorsitzenden und Torsten Eberhardt aus Schmölln zum Stellvertreter gewählt. Als erstes organisieren die Jugendwerker eine „Busse-Tour“ durch die Region, um das AWO-Jugendwerk bekannt zu machen und weitere Mitglieder zu werben.

Berga/Elster / 20 Jahre AWO Ortsverein Der AWO Ortsverein Berga/Elster des AWO Kreisverbandes Greiz hat sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Exakt zum Gründungstag am 16. Juni trafen sich die Mitglieder im festlich geschmückten Rathausfestsaal. Zu den Gästen zählten u.a. der Bürgermeister von Berga, Stephan Büttner, und der Vorsitzende vom AWO-Partnerverband Nürnberger Land, Reinhard Löhner. Die Vorsitzende des Ortsvereins Helga Böttger gab einen humorvollen Überblick über das AWOLeben in den vergangenen 20 Jahren. Anschließend folgten Musik und Unterhaltung.

Weimar / Musik an ungewöhnlichen Orten Junge Künstler des Vereins „Live Musik Now“ haben den Senioren des AWO-Pflegeheimes „Am Paradies“ in Weimar ein Konzert geboten. Der Verein organisiert klassische Konzerte kostenfrei für Menschen, denen der Zugang zu großen Konzertsälen verwehrt ist, zum Beispiel in Krankenhäusern oder Haftanstalten. In beiden Pflegeheimen der AWO JenaWeimar gibt es diese Konzerte regelmäßig für die schwer Demenzkranken und Wachkomapatienten, die durch die Musik angeregt werden.

Erfurt / SPI eröffnet Regionalbüro Seit kurzem hat die SPI – Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH aus Magdeburg eine Zweigstelle in Erfurt. Die SPI will neue Netzwerke und Finanzierungsvereinbarungen zwischen Land, Kommunen, aber auch Wohnungsunternehmen, Stadtwerken oder Krankenkassen und weiteren lokalen Akteuren und sozialen Dienstleistern ermöglichen. Dazu finden SPI-Regionalleiter bereits mit Ministerien, Kommunen, Helmut Roth Unternehmen und freien Trägern Gespräche statt. Weitere Informationen auch unter www. spi-ost.de

impressum

Steinsdorf / AWO-Ehrenamtsmedaille für Gudrun Ulmer

Herausgeber: AWO Landesverband Thüringen e. V. Pfeiffersgasse 12 99084 Erfurt Tel.: 0361 21031-0 Fax: 0361 21031-149 E-Mail: informativ@awo-thueringen.de Internet: www.awo-thueringen.de Verantwortlich: Ulf Grießmann, Landesgeschäftsführer Redaktion: AWO Landesverband Thüringen e. V. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften zu kürzen oder Informationen zu verarbeiten. Gestaltung: bernoh, Berlin, www.bernoh.de Fotos: S. 9 Rainer Aschenbrenner S. 17 (Service-Wohnanlagen) Carlo Bansini Herstellung: Druckerei Citydruck & Verlag GmbH Erfurt Auflage: 10.000 Stück Erscheinungsweise: AWO informativ erscheint 4x im Jahr, z.T. mit Sonderbeilagen, AWO Thüringen intern. Das Entgelt ist im Mitgliedsbeitrag bereits enthalten.

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Die Mitgliederzeitschrift des AWO Landesverbandes Thüringen - Ausgabe 63