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Das Mitgliedermagazin der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Thüringen Ausgabe 91 / 09.2019

informativ /

schwerpunkt /

100 Jahre AWO Die AWO heute interview /

Wolfgang Tiefensee: Rot-Rot-Grün hat das Land vorangebracht position /

Entlastung von Angehörigen richtiger Schritt


editorial

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Leitbildworkshops diskutieren über Toleranz und deren Grenzen

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100 Jahre AWO – Die AWO Thüringen heute

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Ministerpräsident Bodo Ramelow besucht AWO Seniorenpark in Ohrdruf und Ankerstein GmbH

10 Unsere Positionen zur Landtagswahl Ulf Grießmann AWO-Landesgeschäftsführer

13 Tariferhöhungen: Deutlich mehr Geld für AWOMitarbeiter

Liebe AWO-Freundinnen und Freunde, die Landtagswahlen in Thüringen stehen vor der Tür. Und natürlich führen wir in Thüringen die gleichen Diskussionen, die seit Monaten in der Politik kreisen. Am 19. Februar habe ich in meinem Blog geschrieben: Wer Populisten wirksam begegnen will, muss Visionen einer gerechten Gesellschaft entwickeln. Dieses „Dafür“ muss im Vordergrund stehen. Allen Abwehrreflexen und Gegenpositionen hinsichtlich Rassismus, Rechtsextremismus, Sexismus und weiteren Formen der Diskriminierung und Ausgrenzung zum Trotz.

14 Interview mit Wolfgang Tiefensee, Spitzenkandidat der SPD 18 Schülerfreiwilligentag 23

kurz notiert / impressum

Wir haben deshalb mit Vertreterinnen und Experten aus unserem Verband gesprochen. Mit diesen haben wir Positionen und Forderungen der AWO zur Landtagswahl erarbeitet. In den letzten Wochen haben wir diese Forderungen sukzessive im Internet und in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. In dieser Ausgabe des informativ finden Sie alle Forderungen zusammengefasst. Als Verband mit sozialdemokratischen Wurzeln haben wir den Spitzenkandidaten der Thüringer SPD Wolfgang Tiefensee um ein Interview gebeten. Außerdem haben wir uns an der Kampagne des Thüringer Landtags beteiligt, die das Ziel hat, die Wahlbeteiligung in Thüringen zu erhöhen. Denn das Wahlrecht ist das vielleicht vornehmste Recht einer freiheitlichen Demokratie. Die AWO steht für klare Grundwerte: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. In diesem Sinne treten wir gemeinsam mit unseren Kreisverbänden und Kolleginnen von Caritas, Diakonie, dem Paritätischen, dem DRK und der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland für ein vielfältiges und tolerantes Thüringen ein. Und natürlich wünschen wir uns Partner in der Politik, mit denen diese Ziele umsetzbar sind. Auch nach den Landtagswahlen. Herzlichst

Ihr Ulf Grießmann

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In eigener Sache: Gender Mainstreaming im AWO informativ Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein hohes Gut und einer der Grundwerte der AWO. Wir wollen das zukünftig auch in unseren Texten sichtbarer machen. Gleichzeitig möchten wir, dass unsere Texte gut lesbar und verständlich bleiben. Deshalb verzichten wir weiterhin auf Gendersternchen und andere derartige Schreibweisen. Stattdessen benutzen wir beide Formen, die weibliche und die männliche. Im Laufe des Beitrages wechseln wir, so dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher nebeneinander in unseren Texten vorkommen – genau wie in der Realität. So handhaben das auch viele andere Medien, etwa Zeit-Online oder Bento, das Jugendmagazin von Spiegel Online. Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich gern an uns.


Leitbildworkshops diskutieren über Toleranz und deren Grenzen Der AWO Landesverband Thüringen e. V. arbeitet an einem neuen Leitbild. Dazu finden derzeit Workshops in AWOGliederungen und -Einrichtungen statt. Der Kreisverband Ilmkreis machte den Anfang, die AWO Rudolstadt, die AWO Saale-Orla-Kreis und das Team eines Erfurter Kindergartens zogen nach. Bis Jahresende sind weitere Leitbildworkshops in ganz Thüringen geplant. Die bisherigen Veranstaltungen zeigen jetzt schon, was Konsens ist und wo es Klärungsbedarfe gibt: Die AWO-Werte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit bilden dabei das Bindeglied und den Orientierungsrahmen zwischen Wurzeln und Herkunft der AWO aus dem Gründungsjahr 1919 und den Ansprüchen und Notwendigkeiten eines modernen Sozialverbandes und sozialen Dienstleisters heute. „Die AWO muss sich nach wie vor in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen

und diese Werte auch politisch vertreten“, steht auf einer vielbeschriebenen Moderationskarte. Herrscht jedoch bei Begriffen wie Gerechtigkeit und Freiheit weitestgehend Einigkeit, zeigte sich beim Begriff der Toleranz reichlich Redebedarf. Bei Diskriminierung und Rassismus sei die AWO gefragt, klare Linien zu ziehen und aufzuzeigen, wo die Belastbarkeit des Toleranzbegriffes ein Ende hat. Respekt, Umgang mit Vielfalt und Wertschätzung waren Begriffe, die in zahlreichen Beispielen aus dem Alltag der AWO ein Grundverständnis des Miteinanders spiegelten, ganz gleich, ob in Beruf oder Ehrenamt. In Sachen Freundschaft, Teamgeist und Kollegialität ist das AWO-Leitbild bereits heute vielerorts Praxis im Alltag. Aber auch Fragen nach der Anziehungskraft des Leitbildes als Identifikation für Mitarbeitende, Fragen von Lohn, Urlaub und Personalnot wurden in die Diskussion integriert. Ein wichtiges Thema ist auch, wie es gelingt, eine einfache und griffige Formulierung des Leitbildes zu finden.

Thüringer AWO trauert um Uwe-Jörg Hörschelmann und Albrecht Heise Plötzlich und unerwartet ist am 22. September Uwe-Jörg Hörschelmann, der Vorsitzende des AWO Ortsvereins ErfurtSüdost, verstorben. Er wurde 76 Jahre alt. Uwe Hörschelmann gehörte zu den Gründungsmitgliedern der AWO in Erfurt und war viele Jahre ehrenamtlich als Kreisvorsitzender und Mitglied des Kreisvorstandes aktiv. Im Jahr 2012 übernahm er den damals brachliegenden Ortsverein Erfurt-Südost als Vorsitzender und baute ihn neu auf. Uwe Hörschelmann

Nach schwerer Krankheit ist Albrecht Heise am 7. August im Alter von 75 Jahren verstorben. Albrecht Heise war seit 1990 AWOMitglied und hat als Mitarbeiter des AWO Landesverbandes Thüringen von Beginn an am Aufbau der Arbeiterwohlfahrt im Freistaat mitgewirkt. Als Referent für den Bereich Migration war er bis zu seinem Renteneintritt 2006 mit großem Fachwissen unterwegs, um soziale Strukturen für geflüchtete Menschen

war dabei überaus engagiert, organisierte Veranstaltungen und kümmerte sich persönlich vor allem um ältere Mitglieder. Es gelang ihm, die Mitgliederzahl innerhalb weniger Jahre auf 89 Mitglieder fast zu verdreifachen. 2014 wurde er für sein Wirken mit der Ehrenamtsmedaille der AWO ausgezeichnet. Seiner Familie, insbesondere seiner Frau Doris Hörschelmann, gilt unser herzliches Mitgefühl.

zu schaffen und Hilfe zu organisieren. Mit seiner loyalen, strukturierten und korrekten Persönlichkeit war er bei allen Kolleginnen und Kollegen, Partnern und Mitstreiterinnen stets anerkannt. Wir möchten uns bei unserem AWO-Freund und Kollegen für seine Aufbauleistung und seine lebenslange Freundschaft und Unterstützung weit über den Ruhestand hinaus herzlich bedanken. Seiner Ehefrau, allen Angehörigen und Freunden gilt unser Mitgefühl.

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Die AWO Thüringen heute In diesem Jahr feiert die AWO ihr 100-jähriges Bestehen. Was 1919 mit Marie Juchacz begann, ist heute einer der größten Sozialverbände in Deutschland. Die AWO hat sich in diesen 100 Jahren stark verändert. Unverändert aber ist das Bekenntnis zu den AWO-Grundwerten: Gleichheit, Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit und Toleranz. AWO informativ wirft in den einzelnen Ausgaben des Jahres einen Blick auf Gründung und Vergangenheit, die Neugründung nach der politischen Wende 1989, Gegenwart und Zukunft der AWO in Thüringen. Diesmal geht es um die AWO heute.

So ist die AWO zum Beispiel mit über 150 Kindertagesstätten der größte freie Träger im Bereich frühkindliche Bildung. Im Pflegebereich betreibt die AWO rund 50 Seniorenpflegeeinrichtungen, zahlreiche Seniorenwohngemeinschaften und mehr als 40 häusliche Pflegedienste. Außerdem ist sie Träger von Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen, von drei freien Schulen, Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungsstellen, Frühförderstellen, Seniorenbegegnungsstätten, Jugendclubs und vielem mehr.

Die Thüringer Arbeiterwohlfahrt hat sich nach der Wiedergründung 1990 überaus positiv entwickelt. Sie ist heute einer der größten Sozialverbände Thüringens und als Spitzenverband in der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege organisiert. Eine wichtige Aufgabe dabei ist die fachliche Mitwirkung in der Sozialpolitik. Die AWO verfügt hier über einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Trägern: Der AWO Landesverband Thüringen e. V. hat eine eigene Tochtergesellschaft, die AWO AJS gGmbH mit rund 200 sozialen Einrichtungen und Diensten. Die Fachleute des Landesverbandes verfügen so über eine große praktische Erfahrung sowie Fachwissen aus dem Einrichtungsalltag und sind sowohl in der Landespolitik als auch in den Kreisverbänden geschätzte und anerkannte Expertinnen und Berater. So wirkte die AWO etwa im Jahr 2019 am Landesrahmenvertrag zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Thüringen mit, entwickelte die wesentlichen Kernpunkte der praxisintegrierten Ausbildung für Erzieherinnen und ist Mitglied des Pflegepaktes in Thüringen. AWO-Vertreter arbeiten in zahlreichen Ausschüssen und Gremien, die soziale Veränderungen auf landes- oder kommunaler Ebene steuern.

Mit der Zahl an Einrichtungen und Diensten ist auch die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich gestiegen. Derzeit ist

Seit 1990 haben sich in der Thüringer AWO zudem zahlreiche moderne soziale Dienstleistungsunternehmen entwickelt, zu denen insgesamt rund 600 soziale Einrichtungen und Dienste in allen Bereichen der sozialen Arbeit gehören.

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Über 50 Pflegeheime arbeiten unter dem Dach der AWO


Vereine über sinkende Mitgliederzahlen klagen. Bundesweit ist die AWO Thüringen der einzige Landes- oder Bezirksverband mit kontinuierlich steigenden Mitgliederzahlen. Derzeit sind über 11.000 Mitglieder in der Thüringer AWO organisiert. Gute Erfahrungen hat die AWO dabei mit der Gründung von Fördervereinen gemacht, wo sich Menschen rund um eine soziale Einrichtung engagieren.

Die AWO ist der größte freie Träger von Kindertagesstätten in Thüringen die AWO Arbeitgeberin für rund 10.000 Menschen im Freistaat. Seit vielen Jahren ist die Thüringer AWO auch einer der größten Ausbildungsbetriebe. Im Jahr 2018 lernten 250 Auszubildende und 63 Umschüler bei der AWO den Beruf des Altenpflegers. Mit dem Bildungswerk der AWO Thüringen steht dem Verband zudem ein eigener Bildungsträger zur Seite, der flexibel auf Bedarfe im Bereich der Fort- und Weiterbildung reagiert. Im letzten Jahr konnten hier ca. 350 interne und externe Fortbildungen für AWO-Beschäftigte, AWO-Mitglieder und Interessenten anderer Träger erfolgreich durchgeführt werden.

Die AWO ist föderalistisch organisiert und in 18 Kreisund Regionalverbände mit 110 Orts- und rund 80 Fördervereinen gegliedert, die weitgehend selbstständig agieren. Die Thüringer AWO kann dabei seit einigen Jahren ein stetiges Mitgliederwachstum verzeichnen. Das ist besonders bemerkenswert in einer Zeit, in der die meisten gesellschaftlichen Organisationen wie politische Parteien, Gewerkschaften und

Darüber hinaus engagieren sich in der AWO rund 7.700 Menschen ehrenamtlich. Zum Teil als Mitglied in Vorständen von Vereinen oder Gremien der AWO, viele auch in oder rund um die verschiedenen Einrichtungen und sozialen Projekte, mit oder ohne Mitgliedsbuch. In den letzten Jahren hat die AWO auch ein Netz an Ehrenamtskoordinatorinnen und Quartiersmanagern aufgebaut, die bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement und Miteinander fördern.

Ohne den unermüdlichen Einsatz von Ehrenamtlichen wäre manches Projekt undenkbar

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100 Jahre AWO Die 100 Jahre AWO-Tour geht weiter! Nach den ersten beiden Stationen in Gotha und Zeulenroda-Triebes standen in den vergangenen Monaten vielfältige Feste von Nordhausen bis Saalfeld auf dem Programm. Am 15. Juni hat der AWO Kreisverband Nordhausen e. V. das traditionelle Nordhäuser Rolandsfest für die AWO-Tour genutzt. Auf der Vereinsmeile an der Promenade waren der AWO-Transporter und die roten AWO-Zelte gut zu sehen. Der Kreisverband hatte u.a. verschiedene Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiele für Kinder vorbereitet. Auch die Fotobox, die Kaffeebar, die Losbox des AWO-Gewinnspiels und die Liegestuhllounge waren gut besucht.

Zahlreiche Besucher am Stand der AWO Nordhausen auf dem Rolandsfest Der AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e. V. hat am 21. Juni an verschiedenen Stationen in Jena-Lobeda 100 Jahre AWO gefeiert. Die Besucher konnten über den nostalgischen Familienjahrmarkt schlendern, einer Lesung lauschen, sich Maskentheater, ein Sofakonzert und Poetryslam anschauen. Besichtigungen des neu entstehenden AWO-Wohnparks waren ebenfalls möglich.

Ministerpräsident Bodo Ramelow bestaunt die Skulpturen auf dem Thüringentag in Sömmerda In Suhl stand am 20. und 21. Juli der Platz der Einheit im Stadtkern ganz im Zeichen der AWO. Der AWO-Vorsitzende des Regionalverbandes Süd-West-Thüringen Dr. KarlHeinz Stengler begrüßte die Gäste. Dann startete das große Kinderfest mit Karussell, Hüpfburg und Tombola. Parallel dazu zeigten Bands und Tanzgruppen aus der Region ihr Können auf der großen Bühne. An verschiedenen Ständen stellte sich die AWO mit ihren Angeboten in der Region vor, u.a. die Töpfergruppe aus Suhl und der Förderverein der AWO Kita „Döllbergzwerge“. Der AWO Ortsverein Hildburghausen war mit einem Bastelangebot vor Ort. Das AWO Teilhabezentrum aus Bad Salzungen kam mit seiner inklusiven Band „Irre Trommeln“ und einer Saft- und Smoothiebar. Am Abend gab es Livemusik und Tanz für jedermann sowie ein großes Feuerwerk. Auch zum Frühschoppen am Sonntag konnte die AWO wieder viele Gäste auf dem Platz der Einheit begrüßen.

Die fünfte Tourstation auf dem Thüringentag in Sömmerda war von Kunst und hochsommerlichen Temperaturen geprägt. Vom 28. bis 30. Juni war der Regionalverband Mitte-West-Thüringen auf dem Volksfest präsent. Das Highlight waren die Ergebnisse des Künstlersymposiums. Auf Einladung der AWO haben sich zehn bildende Künstler aus ganz Deutschland kreativ mit den Werten der Arbeiterwohlfahrt auseinandergesetzt und bereits vor dem Thüringentag zehn Skulpturen aus Holz und Stein gefertigt. Sie wurden zum Thüringentag präsentiert. Nun werden die Skulpturen schöne Plätze in verschiedenen AWO-Einrichtungen finden. Auch Stand-up-Comedian Jonas Greiner war in Suhl vor Ort

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Nach einer kurzen Sommerpause ging die Tour am 24. August in Gößnitz weiter. Im Hof der AWO-Servicewohnanlage hatte der Kreisverband Altenburger Land e. V. viel für die Besucher vorbereitet. An einer Podiumsdiskussion zu sozialpolitischen Themen nahmen u.a. der Altenburger Landrat Uwe Melzer, die stellvertretende AWO-Landesvorsitzende Katrin Matzky und AWO AJS-Geschäftsführer Michael Hack teil. Am Nachmittag sorgten die aus dem Fernsehen bekannten Schwestern Claudia & Carmen mit ihrer „Zwillingsshow der guten Laune“ für atemberaubende akrobatische Einlagen. Im Gößnitzer Jugendclub spielten am Abend lokale Bands ein Benefizkonzert.

aus Leinefelde, spielte auf der AWO-Bühne. Passend zum Anlass stiegen 100 Luftballons mit 100 guten Wünschen in den Himmel. Tags drauf wurde in Saalfeld gefeiert – der AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e. V. präsentierte sich am 1. September auf dem Saalfelder Bierfest. Im großen Festzelt auf dem Marktplatz sorgten die Saalfelder AWO-Kindergärten, das Thüringer Folklore Tanzensemble Rudolstadt und ein DJ für Unterhaltung. An der Bastelstraße und beim Kinderschminken war großer Andrang. Im Rahmen des Festes spendete der Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt 1.000 Euro zugunsten des AWO-Sozialfonds „Sterntaler“.

Podiumsdiskussion in Gößnitz zu sozialpolitischen Themen Am folgenden Wochenende gab es sogar zwei Stationen der AWO-Jubiläumstour. Der Regionalverband Mitte-WestThüringen e. V. lud am 31. August nach Bad Langensalza ein. Hier fand ein großes Familienfest mit vielen musikalischen und kulinarischen Highlights statt. Am Nachmittag trat das gemeinsame Musikprojekt des AWO-Kindergartens aus Obermehler und des Pflegeheims aus Schlotheim auf, das sich in Trägerschaft der AWO AJS gGmbH befindet. Auch der Kinderliedermacher Mathi, Erzieher in einer AWO-Kita

Der AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt spendete 1.000 Euro für den „Sterntaler-Fonds“ des Landesverbandes. Vielen Dank!

Gute Stimmung im Festzelt in Saalfeld Die nächsten Stationen finden im September und Oktober in Pößneck, Rudolstadt, Lauscha, Greiz und Arnstadt statt – wir berichten in der Dezemberausgabe. Die AWO-Senioren aus Schlotheim auf dem 100 Jahre AWO-Fest in Bad Langensalza

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Ministerpräsident Bodo Ramelow besucht AWO Seniorenpark in Ohrdruf und Ankerstein GmbH Auf seiner diesjährigen Sommertour machte Ministerpräsident Bodo Ramelow unter anderem Station im AWO Seniorenpark „An den drei Teichen“ in Ohrdruf und in der Ankerstein GmbH in Rudolstadt, um dort mit AWO-Vertreterinnen und Vertretern über sozialpolitische Themen zu sprechen. Die Liste war lang: ausländische Pflegekräfte, schwebende Asylverfahren, das Bundesteilhabegesetz und eine geplante Verordnung für Pflegeeinrichtungen wurden beim Treffen mit dem Politiker diskutiert. Anschließend hatten die Experten der AWO Gelegenheit, dem Ministerpräsidenten Fragen zu stellen und ihm Anliegen vorzutragen. In Ohrdruf berichtete AJS-Geschäftsführer Michael Hack von Ausbildungsverträgen mit 14 jungen Menschen aus Vietnam. Er schloss eine Bitte nach unbürokratischer und gezielter Förderung für Unternehmen an, die sich angesichts des Fachkräftemangels in Thüringen im Ausland umschauen. Bodo Ramelow, der erst im April mit einer Wirtschaftsdelegation in Vietnam war, berichtete von den Plänen der Landesregierung, die Ausbildungsförderung für Azubis aus Drittstaaten neu zu strukturieren. Es seien Integrationszentren, Hotlines und weitere Verbesserungen geplant. An der Runde in Ohrdruf nahm auch Mokles Al Hamoud teil. Der studierte Arabischlehrer und Grundschuldirektor ist 2015 mit seiner sechsköpfigen Familie aus Syrien nach Deutschland geflohen. Hier hat er sich von Anfang an engagiert, um für seine Familie und sich eine Perspektive zu schaffen: Er hat ehrenamtlich in der Gothaer AWO Kita „Wirbelwind“ gearbeitet, die von Kindern aus 18 Herkunftsländern besucht wird, und ist als Schulbegleiter für ein Kind mit Förderbedarf tätig. Er hat den deutschen Führerschein gemacht und spricht mittlerweile sehr gut Deutsch. Als Lehrer darf er in Deutschland trotzdem nicht arbeiten, leider lässt auch die Einzelfallanerkennung zum Erzieher seit über einem Jahr auf sich warten. Bodo Ramelow bat um Geduld und versprach, nachzuhaken. Zuletzt wurde der Entwurf für die Verordnung zur Durchführung des Thüringer Gesetzes über betreute Wohnformen und Teilhabe diskutiert. Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, zu der auch die AWO Thüringen gehört, hatte bereits im Juni in einer Stellungnahme den Entwurf des Thüringer Sozialministeriums kritisiert. „In der praktischen Umsetzung bedeutet der Entwurf weniger Plätze in den Pflegeheimen, die dafür aber viel teurer werden“, so Sabine Spittel, Pflegeexpertin des AWO Landesverbandes Thüringen. Die geforderte hohe Fachkraftquote sei angesichts des Arbeitsmarktes unrealistisch. Inzwischen wurde die Verordnung von der Thüringer Landesregierung fallengelassen.

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AJS-Geschäftsführer Michael Hack, Ministerpräsident Bodo Ramelow und Einrichtungsleiterin Juliane Haak beim Rundgang In Rudolstadt demonstrierte Betriebsleiterin Ines Schroth den Vertreterinnen der Staatskanzlei und weiteren Gästen, wie Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl und dem stellvertretenden Landrat Maik Kowalleck, den Produktionsablauf und informierte über die Geschichte und das heutige Angebot der Ankerstein GmbH. Auf besonderes Interesse stieß der didaktische Wert der Sandsteine, die nur durch Statik gehalten werden und das konstruktive Denken fördern. Bei vielen Pädagogen und Eltern lasse sich eine Rückbesinnung auf klassische Spielmaterialen beobachten, die die Kinder selbst zu kreativen Prozessen anregen. Die AWO Rudolstadt übernahm das Traditionsunternehmen 2017 und bewahrte es vor der Schließung. In der Produktion der Ankersteine arbeiten derzeit sechs Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung. Weitere geschützte Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Die Bekanntheit der Ankersteine reicht dabei weit über Deutschland hinaus. Im Juni besuchte eine Delegation aus Japan das Unternehmen und informierte sich über das pädagogische Potenzial der Bausteine.

Ministerpräsident Bodo Ramelow ließ sich sichtlich interessiert die Produktion der Ankersteine erklären


Entlastung von Angehörigen Schritt in die richtige Richtung AWO erwartet steigende Zahl von Sozialhilfeempfängern in der Pflege Der AWO Landesverband Thüringen begrüßt die von Bundessozialminister Hubertus Heil geplante Entlastung von Familienangehörigen in der Pflege. „Die Erhöhung des Freibetrages ist ein wichtiger Schritt, damit Familien im Pflegefall nicht für die steigenden Heimkosten aufkommen müssen“, sagt AWO-Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann. Die Bundesregierung hat das Gesetz zur Entlastung unterhaltsverpflichteter Angehöriger in der Sozialhilfe und in der Eingliederungshilfe am 14. August im Kabinett verabschiedet. Die Freibeträge, ab wann Angehörige für den Unterhalt von Pflegebedürftigen aufkommen müssen, wurden dabei massiv heraufgesetzt. Das „Angehörigen-Entlastungsgesetz“ kann aus Sicht der AWO aber nur ein erster Schritt hin zu einer gesetzlichen Begrenzung der Eigenanteile sein. Denn das Gesetz verhindert nicht, dass die Pflegebedürftigen selbst in die Sozialhilfe abrutschen, wenn sie sich die Heimkosten nicht mehr leisten können. Die steigenden Heimkosten werden so von den Angehörigen auf die ohnehin klammen Kommunen verlagert, die heute schon mit vielen Sozialhilfefällen in der Pflege stark belastet sind. In den AWO-Einrichtungen beziehen derzeit etwa 30 Prozent der Bewohner Sozialhilfe. „Angesichts starker Lohnsteigerungen in der Pflege und vieler geplanter zusätzlicher Auflagen aus der Politik ist zu erwarten, dass diese Zahl zukünftig stark steigt“, erklärt Grießmann. Denn die Pflegeversicherung ist im Moment nur eine „Teilkaskoversicherung“. Sie zahlt einen festen gesetzlichen Zuschuss abhängig vom Pflegegrad. Dieser Zuschuss erhöht

sich jedoch nicht, wenn die Kosten eines Pflegeplatzes etwa durch höhere Löhne steigen. Stattdessen steigen die Eigenanteile für die Bewohnerinnen. Die AWO fordert deshalb, steigende Kosten in der Pflege langfristig über die Pflegeversicherung und entsprechende Steuerzuschüsse abzudecken. Der Bewohner zahlt einen festen, gesetzlich definierten Zuschuss. Alle anderen Kosten werden von der Pflegeversicherung übernommen. „Das wäre die Grundlage, um höhere Löhne und Qualitätsverbesserungen in der Pflege umsetzen und finanzieren zu können, ohne damit allein die Pflegebedürftigen zu belasten“, sagt Grießmann. Eine entsprechende Petition der AWO an den deutschen Bundestag erreichte binnen kürzester Zeit das nötige Quorum. Auch die Unterstützung aus der Politik ist groß. Gebremst wird die Idee derzeit jedoch durch das Bundesgesundheitsministerium.

Die Pflegekosten steigen aufgrund der Lohnentwicklung und Qualitätsverbesserungen in der Pflege

„Das Angehörigen-Entlastungsgesetz ist ein wichtiger und überfälliger Schritt. Langfristig brauchen wir jedoch eine echte Begrenzung der Eigenanteile in der Pflege.“ Ulf Grießmann, Landesgeschäftsführer

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Unsere Positionen zur Landtagswahl Wir stehen kurz vor der Landtagswahl in Thüringen. Für den AWO Landesverband Thüringen e. V. gehört es zum Selbstverständnis, sich in gesellschaftliche und politische Diskurse einzumischen und diese mitzugestalten. Als Mitgliederverband und als professioneller Dienstleister sind wir eine wesentliche Stütze der öffentlichen Daseinsvorsorge und tragen soziale Verantwortung: Für ein würdevolles Leben im Alter, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche, eine gelungene Integration und Inklusion oder auch für aktive Gemein-

Alter & Pflege Für eine qualitativ gute und bezahlbare Pflege braucht es eine bessere finanzielle Ausstattung der Pflegeversicherung und attraktive Löhne. Aktuell bedeuten Verbesserungen dieser Art immer auch steigende Heimkosten. Die AWO fordert deshalb, dass die Mehrkosten nicht allein von den Pflegebedürftigen getragen werden müssen.

Familie Die Qualität in den Kindertagesstätten hängt ganz wesentlich von Personalschlüsseln ab. Mehr Personal erfordert mehr finanziellen Aufwand. In diesem Fall ist jedoch nicht Geld das Problem, sondern dessen Verwendung. 135 Millionen Euro stellt der Bund im Rahmen des Gute-Kita-Gesetzes für Thüringen zur Verfügung. Ein großer Teil wurde jedoch für ein zweites beitrags-freies Kita-Jahr verwendet, von dem hauptsächlich Besserverdienende profitieren.

Aktive Gemeinwesen Die Menschen, die Hilfe und Unterstützung benötigen, dürfen uns nicht egal sein. Die Förderung und Erhaltung einer sozialen und kulturellen Infrastruktur bildet dabei eine Grundbedingung zur Zufriedenheit der Menschen in lebenswerten Quartieren.

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wesen und Nachbarschaften.Gerade in Zeiten von Wahlen möchten wir unsere Leistung und Verantwortung, aber auch unsere damit verbundenen Positionen und Forderungen in den öffentlichen politischen Diskurs tragen. Deshalb haben wir im Vorfeld der Thüringer Landtagswahl in Kitas, Pflegeheimen, Kreisverbänden und Ortsvereinen nachgefragt, welche Herausforderungen und Probleme dort bewältigt werden müssen. Daraus haben wir Positionen erarbeitet, die wir an die Landespolitk herangetragen haben und an denen wir zukünftige Landesregierungen messen wollen.


Gesellschaft & Ehrenamt Damit das Leben, der Zusammenhalt und die Gemeinschaft in Thüringen funktionieren, sind Ehrenamtliche in Vereinen, Genossenschaften und Initiativen unverzichtbar. Wo sich staatliche Strukturen zurückziehen, sind die Menschen immer mehr auf die Selbstorganisation angewiesen. Hier braucht es stärkere und vor allem unkomplizierte Unterstützungsstrukturen.

Jugendarbeit Mobilität ist für den ländlichen Raum schlichtweg ein Thema der allgemeinen Daseinsvorsorge. Umso mehr im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die möglichen Bleibeperspektiven für Jugendliche nach Schule und Ausbildung. Dabei geht es nicht nur um die Attraktivität Thüringens durch ein funktionierendes und zugängliches ÖPNVSystem, sondern auch um Bildungsgerechtigkeit.

Digitalisierung Ob privat oder beruflich, der Bedarf an schnellen Internetverbindungen ist enorm. Sowohl für die Kommunikation mit Freunden als auch im Job braucht man ein funktionierendes und schnelles Internet. Das ist nicht nur in der Großstadt ein Thema. Auch der ländliche Raum muss wettbewerbsfähig und attraktiv für die Wirtschaft und andererseits interessant und lebenswert für junge Menschen und Familien bleiben.

Beteiligung und Transparenz Funktionierende Gesetze, in deren Rahmenbedingungen eine gute soziale Arbeit mit all ihren Dienstleistungen und Finanzierungsfragen möglich ist, kommen zustande, wenn alle Akteure frühzeitig miteinander im Gespräch sind. Als AWO bringen wir unser Knowhow in sozialpolitische Entscheidungsprozesse ein und stehen als verlässlicher Partner zur Verfügung.

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Menschen mit Behinderung Die AWO orientiert sich an der UN Behindertenrechtskonvention und unterstützt die Umsetzung der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in Thüringen. Im Sinne einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe fordert die AWO, dass alle Kinder Zugang zu regulären Bildungseinrichtungen und Freizeitangeboten haben.

Migration und Arbeit Die Integration von Geflüchteten gelingt durch bestmögliche Teilhabe in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Arbeit und Bildung sind dabei zentrale Schlüssel. Für die Integration von Geflüchteten in Gesellschaft und Beruf braucht es deshalb intensive Begegnung mit der deutschen Sprache und Kultur, Freundschaften und den Kontakt zur Nachbarschaft.

Grenzen des Wachstums Die AWO setzt sich für eine Gesellschaft ein, die ökologisch nachhaltig lebt und damit die Belange zukünftiger Generationen achtet. Wir berücksichtigen dies beispielsweise bei technischen Fragen des Energie- und Gebäudemanagements, bei Mobilitätsaspekten oder im Bereich Bildung.

Bewahrung demokratischer Grundwerte Freiheit und Demokratie sind für die AWO Kernthemen seit 100 Jahren. AWO-Gründerin Marie Juchacz war Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht und die erste weibliche Abgeordnete, die in einem deutschen Parlament sprechen durfte. Die Geschichte zeigt: Demokratie und freie Wahlen sind keine Geschenke, sondern hart erkämpfte Errungenschaft, die es zu bewahren gilt.

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Tarif: Deutlich mehr Geld für AWO-Mitarbeiter Am 13. August meldeten der Arbeitgeberverband der AWO Thüringen und die Tarifkommission der Gewerkschaft DHV die Tarifeinigung für die Jahre 2020 und 2021. Die rund 8.000 Beschäftigten in den Einrichtungen der AWO-Gliederungen, die im Arbeitgeberverband der AWO Thüringen organisiert sind, erhalten in den nächsten zwei Jahren 10,25 Prozent mehr Gehalt. Weiterhin einigten sich die Verhandlungspartner auf eine umfassende Überarbeitung des Tarifvertrages mit vielen weiteren Verbesserungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So steigen etwa die Zuschläge für Nachtarbeit sowie Arbeit an Sonn- und Feiertagen auf 3,75 Euro pro Stunde. Der Vertrag sieht zudem eine deutlich höhere feste Sonderzahlung für alle Beschäftigten von 52,5 Prozent im ersten und 55 Prozent im zweiten Jahr vor.

neue Vergütungsgruppen geschaffen, in denen das bisherige Grundgehalt und die Zulage zusammenfließen. Angenehmer Nebeneffekt: für Pflegefachkräfte und Pflegekräfte steigen die Gehälter auf diese Weise sogar zwischen 7,7 und 10,6 Prozent im ersten Jahr, abhängig von der Einstufung. Zwei Tage nach der Tarifeinigung zwischen Arbeitgeberverband der AWO Thüringen und DHV gab auch der Regionalverband Mitte-West-Thüringen bekannt, Gehaltssteigerungen von zehn Prozent vereinbaren zu wollen. Die Tarifverhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Der Regionalverband war im April überraschend aus dem gemeinsamen Arbeitgeberverband der AWO-Gliederungen in Thüringen ausgeschieden und verhandelt nun seperat mit ver.di. Dies betrifft etwa 1.200 Beschäftigte.

In den ersten beiden Beschäftigungsjahren gibt es in Zukunft 27 statt 25 Tage Urlaub. Auch die Wartezeiten für Steigerungen der Urlaubstage wurden extrem verkürzt. Bereits nach sechs Jahren Unternehmenszughörigkeit besteht zukünftig der Anspruch auf 30 Tage Urlaub im Jahr. Die meisten Mitarbeiter profitieren deshalb von der Neuregelung und erhalten ab 2020 mehr Urlaubstage, viele davon den vollen Anspruch auf 30 Tage. Überarbeitet wurden zudem die Tariftabellen. Anstatt der bisherigen tätigkeitsbezogenen Zulagen für Pflegefachkräfte, Pflegekräfte und pädagogische Mitarbeiter, wurden

Für die AWO-Beschäftigten in Thüringen gibt es ab Januar mehr Geld

Veranstaltungshinweis – Die AWO im Gespräch: Ländliche Daseinsvorsorge via Breitband und Smartphone Für den AWO Landesverband Thüringen sind gute Lebensbedingungen in ländlichen Regionen ein wichtiges Thema, denn viele Mitglieder leben in kleinen Gemeinden, Städten oder Dörfern. Die nächste Runde der Veranstaltungsreihe „AWO im Gespräch“ soll sich am 7. November deshalb genau dieser Frage widmen. Besonderer Aspekt dabei: digitale und vernetzte Angebote. Zahlreiche Initiativen zur Digitalisierung ländlicher Regionen sollen nicht nur das Leben vor Ort attraktiv machen und die Fragen von Mobilität lösen. Ebenso soll damit die klaffende Schere zwischen boomenden Städten und darbenden Dörfern geschlossen werden. Pilotprojekte und Erfahrungen bei Rufbussen, virtuellen Haltestellen bis hin zur Telemedizin gibt es inzwischen reichlich. Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis durch weitere technische Innovationen der große Durchbruch zur Attraktivitätssteigerung des ländlichen Raums kommt?

Wir möchten mit Ihnen, ausgewiesenen Fachleuten, Menschen von vor Ort und Entscheidungsträgerinnen darüber ins Gespräch kommen. Darunter Basanta Thapa, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT, Michael Flore, Referatsleiter im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Dr. Astrid Kahl, Beraterin der KCW GmbH, Gudrun Becker, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Stadtilm und Felix Schmigalle, Klimaschutzmanager des Ilmkreises. Datum: 7. November 2019, 11.00 - 13.15 Uhr Ort: Café „Franz Mehlhose“ Löberstraße 12, 99084 Erfurt Anmeldung: sebastian.perdelwitz@awo-thueringen.de

Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten bitten wir um Anmeldung bis zum 4. Oktober 2019.

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Über die Landtagswahl in Thüringen:

„Rot-Rot-Grün hat das Land vorangebracht“ Interview mit Wolfgang Tiefensee, Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Thüringens und Spitzenkandidat der SPD

Der Thüringer Landtag hat eine Kampagne ins Leben gerufen, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Auch die AWO ist Partner dieser Kampagne. Wie erklären Sie den Menschen, dass es wichtig ist, wählen zu gehen? In diesem Jahr können wir in Deutschland gleich drei wichtige Jubiläen feiern: 100 Jahre Weimarer Verfassung, 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre friedliche Revolution. Alle drei Ereignisse sind auf ganz besondere Weise mit dem Recht auf freie, geheime und faire Wahlen verbunden. Erst vor 100 Jahren wurde in Deutschland überhaupt ein allgemeines Wahlrecht, bei dem jede Stimme gleich viel zählte und Frauen sich gleichberechtigt beteiligen konnten, eingeführt. Und auch für die friedliche Revolution waren geheime und freie Wahlen eine zentrale Forderung. Wenn heute manche Menschen sagen, dass Wahlen unwichtig sind oder nichts ändern würden, möchte ich sie gern daran erinnern, mit welchen Kämpfen dieses Recht noch bis vor wenigen Jahren verbunden war. Daher: Ich rufe alle Thüringerinnen und Thüringer auf, dieses besondere Recht auszuüben und am 27. Oktober 2019 ihre Stimme für eine demokratische Partei abzugeben. Die SPD in Thüringen zieht mit Ihnen als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf. Was sind Ihre wichtigsten Wahlziele? Das wichtigste Ziel unserer Politik ist immer, die ganz konkrete Lebenssituation der Menschen in diesem Land zu verbessern. Dafür haben wir ein umfangreiches Regierungsprogramm beschlossen, aus dem ich exemplarisch drei Punkte herausgreifen möchte: Die SPD Thüringen kämpft für die Einführung einer Grundrente ohne weitere Bedürftigkeitsprüfung, für alle, die mindestens 35 Bei-

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tragsjahre erreicht haben. Damit berücksichtigen wir endlich, dass sich die Erwerbsbiografien im Osten vor allem aufgrund der wirtschaftlichen Umbruchsjahre gravierend von denen in den westlichen Bundesländern unterscheiden. Viele Menschen haben in den 1990er Jahren ihren Arbeitsplatz verloren, mussten umschulen und sich völlig neu beruflich orientieren. Viele haben gering bezahlte Tätigkeiten unterhalb ihrer Qualifikation übernommen und sich in prekären Beschäftigungsverhältnissen durchgeschlagen. Diese Menschen verdienen den höchsten Respekt vor ihren Lebensleistungen und dies muss sich auch in der Rente ausdrücken. Ein zweiter Punkt ist Bildungspolitik. Hier stehen in den kommenden Jahren enorm wichtige Weichenstellungen an, um den Generationenwechsel in den Thüringer Schulen zu bewältigen. Dafür braucht es aus Sicht der Thüringer SPD neben Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität des Berufs auch dringend die Vereinfachung und Beschleunigung der Einstellungsverfahren. Kombiniert mit einer Eigenverantwortung der Schulen bei der Bewerberauswahl, wären wir hier einen großen Schritt weiter. Schulen, die in besonders schwierigen Umfeldern agieren, wollen wir zukünftig sowohl sächlich als auch personell besser ausstatten. Und als Drittes ist mir eine ausgewogene Politik für Stadt und Land wichtig. Die Erreichbarkeit von Ärzten, Bussen, Einkaufsmöglichkeiten und schnellem Internet muss in Thüringen überall gegeben sein. Dafür braucht es kluge Konzepte und auch die Bereitschaft zu Investitionen. Wenn wir das Beispiel Wohnen nehmen, so ist das in Stadt und Land – wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen – ein wichtiges Thema. Mit meinem Vorschlag zur Einführung eines staatlichen Mietkaufmodells für junge Familien können wir städtische Wohnungsmärkte entlasten und kleinstädtische und dörfliche Ortskerne stärken. Ein Gewinn für alle Seiten.


Als SPD Thüringen denken wir, dass wir diese Inhalte am besten in einer weiteren rot-rot-grünen Koalition umsetzen können und wollen auch dafür werben. Rückblick auf fünf Jahre Rot-Rot-Grün in Thüringen: Wo sehen Sie die größten Erfolge der SPD? Thüringen hat sich in den vergangenen fünf Jahren sehr gut entwickelt. Unsere Wirtschaftskraft ist gewachsen und die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit 1990 nicht mehr. Endlich tut sich auch was bei den Löhnen. Mit dem neuen Thüringer Vergabegesetz unterstützen wir diese Entwicklung und haben mit dem vergabespezifischen Mindestlohn von 11,42 Euro Maßstäbe gesetzt. Im Bereich der Bildungspolitik sind wir endlich die vielen offenen Baustellen angegangen. Wir haben so viele Lehrerinnen und Lehrer wie noch nie eingestellt und eröffnen mit dem neuen Schulgesetz insbesondere Schulen im ländlichen Raum eine Perspektive. Wir ermöglichen verschiedene Kooperationsmodelle, fördern den weiteren Ausbau der Gemeinschaftsschulen und stärken die Eigenständigkeit und Eigenverantwortung der Schulen. Kinder und Jugendliche profitieren von der gesetzlichen Verankerung der Förderung für die örtliche Jugendarbeit genauso wie für die Schulsozialarbeit. Insgesamt 26 Mio. Euro stehen damit jedes Jahr verlässlich für diese Aufgaben zur Verfügung. Im Haushalt für das Jahr 2020 haben wir dazu noch weitere 10 Mio. Euro für den Ausbau der Schulsozialarbeit bereitgestellt. Und entgegen allen Unkenrufen haben wir die öffentlichen Kassen dafür nicht geplündert, sondern sogar 1 Milliarde Euro Schulden abgebaut, die uns die Vorgängerregierungen hinterlassen haben. Für uns muss es immer einen Dreiklang aus Investition, Schuldentilgung und Vorsorge geben. Die AWO setzt sich für eine bessere Betreuungsqualität in den Kitas ein. Dafür sind vor allem bessere Personalschlüssel notwendig. Die Landesregierung allerdings investiert viel Geld in die Beitragsfreiheit. Wie stehen Sie dazu? Ich sage ganz klar: Wir wollen beides und das ist auch möglich! Mit dem PLUS-Kita-Programm unserer Bundesfamilienministerin Franziska Giffey haben wir einerseits eine weitere Entlastung der Eltern durch das zweite beitragsfreie Jahr möglich gemacht und andererseits auch eine Qualitätsverbesserung durch eine Verbesserung des Personalschlüssels und höhere Sachmittel erreicht. In beiden Bereichen sind weitere Schritte notwendig und die wollen wir in der kommenden Legislaturperiode auch weiter gehen. Kurz vor der Sommerpause hat die Thüringer Landesregierung eine Durchführungsverordnung zum Thüringer Wohn- und Teilhabegesetz vorgelegt. Hinter dem unscheinbaren Titel verbergen sich Regelungen, die nach übereinstimmender Einschätzung der Thüringer Sozialverbände zu massiven Problemen in den Seniorenpflegeheimen führen. Es drohen erheblich

steigende Kosten für die Senioren und Schließungen von Wohnbereichen und Einrichtungen aufgrund unrealistischer Personalanforderungen. Werden Sie auf die Kritik der LIGAVerbände reagieren? Zunächst einmal sind wir dazu ja noch im Gespräch. Das Grundanliegen der Verordnung, eine Verbesserung der Wohn- und Betreuungsqualität, beispielsweise durch mehr Einzelzimmer, ist ja sicher unser gemeinsames Anliegen. Worüber wir reden müssen, sind die Kosten, die natürlich nicht bei den Seniorinnen und Senioren und auch nicht bei den Trägern abgeladen werden dürfen. Mit der Regelung zu einer Übergangsphase von fünf Jahren und der Möglichkeit von Ausnahmegenehmigungen sollten wir die offenen Fragen klären können.* Stichwort Personalbedarfe. Vor allem ländliche Einrichtungen haben große Probleme, ihre Personalbedarfe zu decken. Entgegen gängigen Vorurteilen liegt das oft nicht an der Bezahlung, sondern vielmehr an Standortnachteilen, wie der schlechten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Was planen Sie, um diese Situation zu verbessern? Nun, die Bezahlung ist schon auch ein wichtiger Faktor für die Fachkräftegewinnung. Da findet ja gerade ein bundesweiter Wettbewerb statt und hier müssen wir als staatliche Finanzierer vieler Leistungen und Sie als freie Träger auch partnerschaftlich Lösungen finden. Aber selbstverständlich zählen auch viele weiche Faktoren. Wir müssen die Lebensqualität auf dem Land mindestens halten, an einigen Stellen auch verbessern. Den öffentlichen Nahverkehr, aber auch flexible Modelle, wie Rufbusse und Car-Sharing-Angebote, wollen wir verstärkt fördern. Wir brauchen ein gutes Netz an miteinander vertakteten Angeboten und natürlich einen landesweiten Verkehrsverbund mit kostengünstigen Tickets. Das alles steht dick unterstrichen in unserem Regierungsprogramm. In der AWO engagieren sich rund 7.700 Ehrenamtliche. Welche konkreten Schritte planen Sie, um das ehrenamtliche Engagement vor allem in den ländlichen Räumen Thüringens zu stärken? Viele Sport-, Freizeit- und Hilfsangebote wären ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger undenkbar. Ich bin froh und dankbar für jeden, der aktiv ist. Um die Arbeit von Ehrenamtlichen zu erleichtern, wollen wir möglichst viel Bürokratie abbauen, die Förderung von Vereinen verlässlich ausgestalten und die Ehrenamtsstiftung stärken. Darüber hinaus sollen auch die Aktiven eine ganz konkrete Unterstützung erhalten: Für ehrenamtliches Engagement, das mindestens über zehn Jahre ausgeübt wird, soll zukünftig bei der Rentenberechnung ein Rentenpunkt gutgeschrieben werden. Die Engagierten erhalten dann eine „Ehrenamtsrente“. Vielen Dank für das Gespräch.

* Inzwischen hat die Thüringer Landesregierung die Verordnung zurückgezogen.

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Sonne, Spaß und Sylt: Ferienfreizeiten mit der AWO Die Sommerferien sind zu Ende und waren aus Sicht der meisten Kinder wohl deutlich zu kurz. Wie immer. Mit dazu beigetragen haben auch die Ferienfreizeiten, die das Landesjugendwerk der AWO und der Kreisverband Altenburger Land auch in diesem Jahr wieder organisierten.

Ein Sommer auf Sylt Am 29. Juli reisten acht Kinder zwischen zehn und 13 Jahren und drei Betreuerinnen am Erfurter Hauptbahnhof ab. Ziel für die nächsten zehn Tage war die berühmte Nordseeinsel Sylt. Die Ferienfreizeit war eine Kooperation mit dem Landesjugendwerk der AWO in Nordrhein-Westfalen und vielen weiteren Jugendwerken. Vor Ort lernten die Kinder viele andere Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland kennen. Neben Strand und Nordsee hatte die Ferieninsel viele weitere Abenteuer zu bieten. Von einem Besuch im Aquarium über eine Fahrt mit der Fähre unternahm das eingespielte Team vieles mit den Kindern. Zurück am Erfurter Hauptbahnhof waren alle Kinder ziemlich erschöpft, aber auch sichtlich glücklich, mitgefahren zu sein.

Umweltdetektive in Meyersgrund In Meyersgrund, einem Campingplatz im Thüringer Wald, verbrachten die „Umweltdetektive“ ihre Sommerferien. Am 5. August ging es für 21 Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren und vier Betreuer voller Vorfreude im großen Reisebus los. Inmitten der Natur des Thüringer Waldes konnten die Kinder die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft spielerisch entdecken und mit dem Fernglas den Wald erforschen. Die Kinder hatten viel Spaß am Zelten und am gemeinsamen Kochen.

Die kleinen Forscher entdecken den Wald

Kreativfreizeit mit der LEG-Sommerschule

Moin, moin! Die Kids hatten eine aufregende Zeit an der Nordsee

Sechs Wochen Abenteuer in Naundorf Auch das Jugendcamp Naundorf, das durch den Kreisverband Altenburger Land organisiert wird, hatte sechs Wochen lang regen Zuspruch. Die Kinder hatten Spaß bei Ausflügen, beim Fußball, Volleyball oder Tischtennisturnieren. Ein paar Tage lang waren Kinder aus der Region Tschernobyl zu Gast, um auch ihnen ein paar Urlaubstage zu ermöglichen. Viele der Kinder sind inzwischen regelmäßige Gäste im Jugendcamp. Einen schönen Eindruck vom Camp und den Erlebnissen der Kinder erhält man durch einen kleinen Film. Einfach den nebenstehenden QR-Code scannen.

Am 10. August haben sich 14 Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren und drei Betreuerinnen zum ersten Mal in Ilmenau getroffen. Viele Spiele und Ausflüge standen eine Woche lang auf dem Programm, darunter Besuche auf der Sommerrodelbahn oder bei einem Imker. Die Ferienfreizeit fand in Kooperation mit der LEG-Sommerschule statt, einem Ferienangebot, das von den Mitarbeiterinnen der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen seit vielen Jahren organisiert wird, um Kindern in der Sommerzeit Ausflüge und Angebote zu ermöglichen.

Spiel, Spaß und Entdeckungen rund um Ilmenau

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Internationales Jugendprojekt trifft sich in Thüringen Die zweijährige internationale Projektreihe „C.O.D.E. aBc – Courage to Open Doors of Europe – Attention! Be curious!“, die im November 2018 in Nord-Mazedonien startete, hat zum Ziel, das demokratische Zusammenleben und bürgerschaftliche Engagement junger Menschen zu stärken. In diesem Sommer gab es zunächst eine Fortbildung für Fachkräfte aus den drei beteiligten Partnerorganisationen Coalition of youth organizations SEGA, Prilep & Kavadarci (Nord-Mazedonien), Maison Pour Tous Léo Lagrange (Cherbourg-En-Cotentin, Frankreich) und dem Landesjugendwerk der tAWO Thüringen. Darauf folgten zwei zehntägige Jugendbegegnungen in Frankreich, Bad Blankenburg und Erfurt. Die Jugendlichen sind nun „on fire“ und freuen sich auf ein Wiedersehen bei der dritten Jugendbegegnung in Nord-Mazedonien im nächsten Sommer. Finanziert wird die gesamte Projektreihe vom Deutsch-Französischen Jugendwerk.

Jugendliche aus Frankreich, Nord-Mazedonien und Deutschland

AWO-Ortsverein Wurzbach spendiert Pool zum Jubiläum Die Kinder und Jugendlichen der AWO-Wohnstätte in Wurzbach konnten sich diesmal ganz besonders auf die Sommerferien freuen: Der AWO-Ortsverein Wurzbach spendierte ihnen zum Ferienbeginn einen neuen Pool. So war Abkühlung an den heißen Sommertagen garantiert.

Schulzeit betreut und auf ein eigenständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden, in einer betreuten Wohngruppe oder einem Wohnheim vorbereitet.

Gleichzeitig war das Wasserbecken ein schönes Geschenk der Mitglieder zum 20. Jubiläum der Einrichtung im Juni, das mit einem Tag der offenen Tür und einem Sommerfest gefeiert wurde. Einst im nahen Dürrenbach gegründet, zog die heilpädagogische Wohnstätte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene 1999 in den jetzigen Standort in der Grumbacher Straße. Unter den Festgästen zum Jubiläum waren der Geschäftsführer der AWO Saale-Orla Ulf Grießmann, der Wurzbacher Bürgermeister Jan Schübe, der Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner, das Vorstandsmitglied Regine Kanis sowie zahlreiche Helfer und Sponsoren. Mit viel Geburtstagskuchen, Showeinlagen, einer Fotobox, Bogenschießen, Kinderschminken, einem Glücksrad und einem Barbecue gab es jede Menge Spaß und Unterhaltung. Am Ende ließen die Kinder Luftballons mit ihren Wünschen für die Zukunft in den Himmel steigen. In der Wurzbacher Wohnstätte werden 24 junge Menschen mit einer geistigen Behinderung bis zum Ende der

Baden ist für alle Kinder eine große Freude

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12. Schülerfreiwilligentag Am 6. Juni fand zum zwölften Mal der thüringenweite Schülerfreiwilligentag statt. Viele AWO-Einrichtungen haben sich an diesem Aktionstag rund ums freiwillige Engagement beteiligt. Insgesamt waren über 500 Schülerinnen und Schüler an rund 30 AWO-Einsatzstellen im Freistaat aktiv. In vielen Einrichtungen haben die Schülerinnen und Schüler dabei geholfen, den Garten fit für den bevorstehenden Sommer zu machen. So wurden z.B. die Hochbeete des Pflegeheims „Haus Altenstein“ in Bad Liebenstein neu bepflanzt und die Wiesen des Pflegeheims „Am Birkenwäldchen“ in Zeulenroda gemäht. Dafür durften die Jugendlichen den Rasentraktor des Hausmeisters benutzen. Die Kita-Kinder des Römhilder AWO-Kindergartens haben seit dem Schülerfreiwilligentag ein Hochbeet in Kinderhöhe.

Jung und Alt mit gemeinsamen Aktivitäten in Kontakt zu bringen, stand in vielen AWO-Einrichtungen im Vordergrund. Das ist beispielsweise beim Spielevormittag im Pflegeheim „Am Schlossberg“ in Gräfenthal sowie beim Erdbeertag in der Seniorenresidenz „Drei Gleichen“ in Apfelstädt gelungen. In Bad Langensalza haben die Jugendlichen den Senioren aus dem Pflegeheim „Haus an der Salza“ einen tollen Ausflug in den Rosengarten der Stadt ermöglicht. Durch die vielen zusätzlichen „Rollstuhlschieber“ konnten viele Bewohner an dem Ausflug teilnehmen. Einen gemeinsamen Thementag über Umweltschutz haben die Besucher des Teilhabezentrums Bad Salzungen mit den Kindern aus ihrer Patenklasse auf der Burgruine Frankenstein verbracht.

Im „Haus an der Salza“ begleiteten Schüler einige Senioren zu einem Ausflug in den Rosengarten Schülerfreiwilligentag im Römhilder AWO-Kindergarten Auch ihr handwerkliches Geschick konnten viele Schülergruppen unter Beweis stellen. Für den Garten der Senioren-WGs „Im Pfarrgarten“ in Kindelbrück ist ein Insektenhotel entstanden, für das Wohnquartier „Lindenhof“ in Friedrichroda ein Kaninchenstall. Die Suhler AWO-Pflegeheime verfügen dank der fleißigen Helfer nun über eine Kräuterschnecke, im Garten der Seniorenresidenz „Marktkarree“ in Gera stehen schicke neue Möbel aus Europaletten. In Eisenach haben Schüler den Gartenbänken des AWO Jugendclubs „East End“ einen neuen Anstrich verpasst.

Schüler bauen einen Kaninchenstall in Friedrichroda

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Auch die Kreativität kam nicht zu kurz. Im Seniorenzentrum „Zum alten Kraftwerk“ in Auma haben Schüler und Senioren gemeinsam Fühlwände gebastelt. Dekoration für das Sommerfest mit dem Motto „Musik liegt in der Luft“ ist im Seniorenwohnpark in Schlotheim entstanden. In Meiningen haben Jung und Alt gemeinsam Bilder zu den vier Jahreszeiten gemalt.

Gemeinsam wurde in Auma eine Fühlwand gestaltet


Neue Präsidien in der AWO Greiz und Zeulenroda gewählt Im Juni haben der Kreisverband Greiz und der Gemeindeverband Zeulenroda den Reigen der Delegiertenkonferenzen eröffnet. Behandelt wurden verschiedene Verbandsthemen. Die Delegierten wählten zudem jeweils ein neues Präsidium. In Greiz wurde Katrin Liebetrau als Präsidentin bestätigt. Neben dem stellvertretenden Präsidenten Reiner Helmesen haben die Präsidiumsmitglieder Margitta Uhlig, Petra Jonas und Hans Zipfel das Amt angenommen. Ergänzt wird das Gremium in Greiz durch die Ersatzmitglieder Helga Bräunlich, Annett Stiller und die Revisorin Manuela Hammerschmidt.

Präsidium Greiz – 1. Reihe (v.l.n.r.): Margitta Uhlig, Katrin Liebetrau, Reiner Helmesen, Helga Bräunlich, Petra Jonas 2. Reihe (v.l.n.r.): Annett Stiller, Manuela Hammerschmidt, Hans Zipfel

Im Gemeindeverband Zeulenroda hat die ehemalige Präsidentin Doris Sachs ihr Amt an Annett Stiller übergeben, bleibt jedoch Präsidiumsmitglied. Dem Präsidium gehören weiterhin Katrin Liebetrau, Helga Bräunlich und Hans Aner. Der Vorstand besteht aus Albrecht Ränger und Manuela Müller. Die Revision übernimmt Manuela Hammerschmidt.

v.l.n.r.: Doris Sachs, Annett Stiller, Katrin Liebetrau, Ulf Grießmann, Manuela Hammerschmidt, Albrecht Ränger und Manuela Müller

Rudolstädter Projekt „Zusammenwachsen“ gewinnt „Wohn-Wert“-Preis Das Projekt „Zusammenwachsen“ unter Regie der AWO Rudolstadt wurde mit dem 1. Preis der Thüringer Wohnungswirtschaft in der Kategorie „Wohn-Wert“ ausgezeichnet. Das Kooperationsprojekt des AWO-Quartiersmanagements Volkstedt-West und Schwarza-Nord mit der Rudolstädter Wohnungsverwaltungs- und Baugesellschaft mbH (RUWO) ging 2015 an den Start. Neben der Begegnungsstätte im Kopernikusweg wurde über die Jahre ein Bürgerpark durch die Menschen im Quartier geschaffen, der noch weiterwächst. Der Park ist das Aushängeschild des Projektes. Zusammengewachsen sind die Menschen im Viertel jedoch auch durch viele Aktionen, bei denen sie sich beteiligen, mitbestimmen und engagieren können. Studenten der Weimarer Bauhaus-Universität haben mitgeholfen, das Gelände für ein generationsübergreifendes Miteinander zu gestalten.

Der Bürgerpark ist ein einladender Ort geworden

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Prinzenpalais feiert Eröffnung Die AWO hat die Villa aus dem Jahr 1776 aus dem Dornröschenschlaf erweckt Am 6. August wurde die AWO Seniorenresidenz Prinzenpalais in Gotha feierlich eröffnet. Der Träger AWO AJS gGmbH begrüßte zahlreiche Gäste, darunter u.a. den Thüringer Innenminister Georg Maier, den Landrat Onno Eckert und den Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch. Stilecht ausgestaltet wurde der Festakt durch ein Barockquartett mit Cembalo, die Barocktanzgruppe der IG Schloss Ehrenstein e. V. und den (fast) originalen Prinz August von Sachsen-Gotha-Altenburg. In der denkmalgeschützten frühklassizistischen Villa aus dem Jahr 1776 und zwei neuen Nebengebäuden ist ein barrierefreies Wohn- und Betreuungszentrum für Senioren entstanden. Zum Angebot gehören vier ambulant betreute Wohngemeinschaften mit insgesamt 44 Plätzen, 30 altersgerechte Mietwohnungen und eine Tagespflege mit 12 Plätzen. Außerdem gibt es eine Praxis mit Logopädie, ergo- und physiotherapeutischem Angebot. Der historische Festsaal im Erdgeschoss des Prinzenpalais wurde aufwendig und denkmalpflegegerecht restauriert. Er kann für Veranstaltungen gemietet werden.

Historie trifft auf Moderne: Das Prinzenpalais in Gotha erstrahlt im neuen Glanz Über den Festsaal und die Geschichte des Hauses, aber auch über das Miet- und Praxisangebot kann man sich auf www.prinzenpalais-gotha.de informieren.

AWO-Fördervereine machen keine Sommerpause Die AWO-Fördervereine rund um soziale Einrichtungen machen keine Sommerpause, viele Aktivitäten standen auf der Agenda. So initiierten beispielsweise die Fördervereine in Steinheid und Katzhütte Kinderfeste. Der neu gegründete AWO Förderverein „Strolchenträume Steinheid“ unter Vorsitz von Susanne Otto hat am 15. Juni zu einem großen Sommerfest in die Kita „Haus der kleinen Strolche“ eingeladen. Neben zahlreichen Familienangehörigen kamen auch viele Vertreter aus Vereinen und den umliegenden Ortschaften. Die Kinder konnten Stationen der Bergwacht, der Feuerwehr und der Polizeiinspektion Sonneberg erkunden, reiten, Ballonfiguren mit einem Clown formen und Baumscheiben bemalen. Besonderes Highlight war eine große Giraffen-Hüpfburg. Die Mitglieder des Fördervereins gaben an einem Info-Stand Auskunft über ihre Arbeit und geplante Projekte. Auf Initiative des Fördervereins des Kindergartens „Zwergenparadies“ Katzhütte gab es Ende Mai ein großes Kinderfest mit einer Hüpfburg, einem Kinderkarussell und einer Zaubershow. Höhepunkt des Tages war die Übergabe des neuen Spielhauses im Außengelände. Mit großer Begeisterung nahmen die Kinder das neue Spielgerät in Besitz. Der Förderverein wurde 2017 gegründet und plant als nächstes Projekt eine Schutzhütte für die Kinder im Wald.

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In den vergangenen Jahren haben sich in Thüringen zahlreiche Fördervereine gegründet, die als Vereinszweck die Arbeit einer sozialen AWO-Einrichtung unterstützen. Durch diese Initiativen konnten viele neue AWO-Mitglieder gewonnen werden. Insgesamt gibt es derzeit rund 80 Förder- und 110 Ortsvereine mit mehr als 11.000 Mitgliedern.

Sommerfest in der Kita Steinheid

Das neue Spielhaus in Katzhütte


Minister Lauinger besucht Sprach- und Integrationsmittler „Guten Tag, wir benötigen dringend eine Begleitung für die Sprache Dari zu einem Arztbesuch in der kommenden Woche. Können Sie uns weiterhelfen?“ So oder so ähnlich lauten die Anfragen, die täglich beim SprIntpool Thüringen eingehen. Seit 2012 vermittelt das vom Thüringer Migrationsministerium geförderte Projekt professionelle Sprach- und Integrationsmittlerinnen, kurz: SprInt. Am 20. Juni informierte sich Minister Dieter Lauinger vor Ort über das Projekt.

Integrationskonzeptes der Landesregierung auch weiterhin zu unterstützen. Das Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement gGmbH in Erfurt wurde 1998 als Unternehmen der AWO Thüringen gegründet und steht seitdem für neue Wege in der Sozialwirtschaft, Modellprojekte, Netzwerk- und Prozessgestaltung, zielgruppenorientierte Beratung und praxisorientierte Weiterbildung.

Bis heute wurden insgesamt 6.674 Spracheinsätze gebucht. Aktuell stehen 31 Sprach- und Integrationsmittlerinnen mit 34 verschiedenen Sprachen dafür bereit. Sie unterstützen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales bei der Zusammenarbeit mit zugewanderten Menschen und leisten wertvolle Arbeit in der face-to-face-Betreuung. Das Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement gGmbH als Träger des Projektes nutzte den Besuch für einen intensiven Austausch mit dem Minister. Projektleiterin Kristin Fischer informierte über das neue ergänzende Videodolmetscherprogramm. Minister Lauinger betonte den unbedingten Bedarf, das Projekt als festen Bestandteil des

Minister Dieter Lauinger setzte sich in einer regen Diskussion mit dem SprInt-Projekt und dessen Zukunft auseinander

Im Ehrenamt vorgestellt: Christine Thor Vorsitzende des AWO-Fördervereins „Abenteuerland“ in Ermstedt Christine Thor ist erst seit einem guten Jahr im AWO-Förderverein „Abenteuerland“ der Kita „Am Sportplatz“ in Ermstedt aktiv, hat in der kurzen Zeit jedoch schon vieles bewegt. Als Kita-Leiterin Constanze Klein sie im Juni 2018 zur Mitgliederversammlung des Fördervereins eingeladen hat, war ihre Tochter gerade einmal im Kindergarten angemeldet. Einmal im Monat besuchte sie dort die Krabbelgruppe für Babys. Aber Christine Thor fand die Idee gut. Sie ging als interessierte Mutter hin und kam zwei Stunden später als Vorsitzende des Fördervereins wieder heraus. Seitdem hat sie für die Kita viele Förderanträge gestellt und Bewerbungen geschrieben. „Ich lasse mich von Absagen nicht unterkriegen und denke immer, beim nächsten Mal klappt es dann vielleicht“, sagt die engagierte 32-Jährige. Die Erfolge blieben nicht aus. So konnte der Förderverein aus Lottomitteln eine Hochebene für die Kinder finanzieren und hatte Glück bei einer Bewerbung über die Initiative „KiTaSpielothek“, aus der er Spiele im Wert von 900 Euro erhielt. Im letzten Dezember wurde der Förderverein zum „Herzensprojekt“ des Motorenwerkes MDC Power Kölleda GmbH gewählt und konnte damit den Kinderfuhrpark erweitern. Im Frühjahr siegte die Kita bei einem Projektwettbewerb der Stadtwerke Erfurt und erhielt 1.000 Euro für eine neue Reckstange im Garten. Dazu kamen einige kleinere Projekte, etwa ein gesundes Frühstück für die Kinder, gesponsert durch Ker-

rygold und Kölln, oder ein Ausflug zum Flughafen. Für die Erzieher konnte der Förderverein ein Weiterbildungsseminar finanziell unterstützen. Das Engagement zeigte Wirkung. Die Erzieher sind immer wieder überrascht, was der Förderverein so auf die Beine stellt. Auch die Eltern freuen sich, dass sich in der Kita etwas bewegt. Die vielen zusätzlichen Projekte sind gute Argumente: Die Mitgliederzahl des Fördervereins stieg von sieben auf derzeit 27. Es zeigt sich, dass die Mitgliederbeiträge gut angelegt sind und man gemeinsam etwas bewegen kann. Und die Kinder profitieren davon. „Ich kann nur etwas bewegen, wenn ich mich selbst auch engagiere und aktiv werde. Die Freude der Kinder ist Motivation genug, schließlich sind sie unsere Zukunft“, sagt die Vorsitzende, die selbst Pädagogin ist. Neue Pläne gibt es bereits viele. Im Waschraum soll eine Waschrinne installiert, das kleine Theater der Kita soll ausgebaut und eine eigene Webseite als digitales Brett für Eltern und Förderer eingerichtet werden. Wir wünschen dabei viel Erfolg!

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Gleich zwei Fördervereine der AWO Saalfeld werden „Verein des Monats“ Der AWO-Förderverein der Kita „Sonnenfleckchen“ in Reichmannsdorf wurde im Mai zum Sieger im Wettbewerb „Verein des Monats“, den die Ostthüringer Zeitung und die Volksbank jeweils ab April sechs Monate lang ausrufen. Der Förderverein „Waldkinder“ des AWO-Fröbelkindergartens „Am Wald“ in Unterwellenborn gewann im Juli. Der Fördervereinsvorsitzende der „Sonnenfleckchen“ Steven Fricke und das Leitungsteam des Kindergartens bewarben sich bei der Zeitung und rührten fleißig die Werbetrommel. Das Preisgeld von 750 Euro dient als Anschubfinanzierung für einen Bauwagen, den die Kinder in den Waldwochen als Außenstützpunkt nutzen, um den ganzen Tag draußen verbringen zu können. Genau das Richtige für den Naturkindergarten, der direkt am Wald gelegen ist. Der Förderverein hat sich 2017 gegründet, um den Kindergarten zu unterstützen. Schon im vergangenen Jahr konnte er ein großes Projekt realisieren: ein Spielhaus mit Rutsche für den Innenbereich. Insgesamt 18 Mitgliedsfamilien sind derzeit im Förderverein aktiv, die viele Talente und Berufe mit-

Der Förderverein „Sonnenfleckchen“ bekommt einen Scheck über 750 Euro

bringen. Der Kindergarten bietet 30 Plätze und ist voll belegt. Auch Daniel Bauer und Paul Zeymer vom Fördervereinsvorstand der „Waldkinder“ aus Unterwellenborn waren in den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook aktiv. Die Kita freut sich nun über 400 Euro, die in die Neugestaltung des Innenhofs fließen werden. Der Förderverein hat sich erst im Februar dieses Jahres gegründet, aber bereits einiges erreicht. So konnte er 3.000 Euro für einen Bauwagen im Wald aufbringen, wo die Kinder in Schlafsäcken ihren Mittagsschlaf halten. Auch eine Weiterbildung für die Erzieherinnen und ein Fest zum Kindertag machte der Förderverein möglich. Pläne gibt es noch viele: So braucht etwa der Wasserspielplatz eine Verjüngungskur. In der Einrichtung werden 160 Kinder nach den Grundsätzen der Waldund Fröbelpädagogik betreut. In der AWO Saalfeld-Rudolstadt sind derzeit 2.000 Mitglieder in 16 Orts- und 16 Fördervereinen aktiv.

Auch die „Waldkinder“ freuen sich sehr über die Zuwendung

Neuer Bus für SKAWO-Sozialkaufhaus in Eisenberg Fast 20 Jahre lang war der alte VW LT 35 im Einsatz – in Eisenberg, dem Saale-Holzland-Kreis und sogar zu Hilfstransporten bis nach Rumänien. Fast 20 Jahre hat er zuverlässig Möbel transportiert und Umzüge gefahren. Nun hieß es für die Fahrer Markus Müller, Andre Marek und Michael Mulik des Eisenberger AWO-Sozialkaufhauses SKAWO Abschied nehmen von ihrem motorisierten Gefährten. Dank des neuen Peugeot Boxer vom Autohaus „Am alten Gaswerk“ fiel der Abschied etwas leichter. 1991 begann die AWO mit dem „Sozialen Möbelhilfsdienst“, der sich später zum Sozialkaufhaus SKAWO entwi-

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ckelte. Das SKAWO wurde schnell zu einer sozialen Anlaufstelle für die Bürger im Umkreis. Im Jahr wird das Sozialkaufhaus von etwa 3.000 Besuchern frequentiert. Die Einrichtung arbeitet eng mit dem Jobcenter, dem Sozialamt, Betreuern und sozialen Einrichtungen zusammen und unterstützt bedürftige Menschen bei der Wohnungserstausstattung oder bei Umzügen. Da die qualitativ guten Möbel und Einrichtungsgegenstände in zweiter Hand weiter genutzt werden können, leistet das SKAWO gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen Ressourcenschonung, verringert die Sperrmüllberge und schützt die Umwelt.


kurz notiert / Gotha / Wilhelm Schmidt besucht AWO-Einrichtungen

Pößneck / „Jüdeweiner Blick“ eröffnet

Der Vorsitzende des AWO-Bundespräsidiums Wilhelm Schmidt besuchte am 28. August die Kita „Purzelbaum“ in Friedrichroda und die Seniorenresidenz „Prinzenpalais“ in Gotha. Mit Geschäftsführerin Petra Köllner-Hack sprach er über die Entwicklung der AWO in der Region.

Eröffnet hat die AWO Saale-Orla die Wohnanlage „Jüdeweiner Blick“ in Pößneck. Das Objekt wurde nach den Regeln des sozialen Wohnungsbaus gefördert und bietet 15 barrierefreie Zweiraumwohnungen.

Neustadt/Orla / Erste Abiturientinnen verlassen Schlossschule Die ersten Schüler der AWO-Schlossschule in Neustadt/Orla haben im Juni die Schule mit dem Abitur verlassen. Nach einer emotionalen Zeugnisübergabe luden die sechs Mädchen zum ersten Abi-Ball der Schule ein. Mit einem selbstgestalteten Programm und Dankesworten sorgten sie bei Eltern und Lehrern für Gänsehaut.

Saalfeld / Besucher aus Südkorea lernen AWO kennen

Eisfeld / Tiefensee übergibt Fördermittel Am 6. August übergab der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee Fördermittel über 3.000 Euro an die AWO Kita „Kleine Weltentdecker“ in Eisfeld. Der Kindergarten will davon neue Außenspielgeräte kaufen.

impressum

Eine südkoreanische Delegation hat über das „DreamStart“Programm des Ministeriums für Gesundheit und Wohlfahrt Südkorea die AWO Saalfeld-Rudolstadt besucht. Die Gäste informierten sich über Kinderbetreuung und Jugendhilfe in Deutschland.

Herausgeber: AWO Landesverband Thüringen e. V. Juri-Gagarin-Ring 160 99084 Erfurt Tel.: 0361 21031-0 Fax: 0361 21031-149 E-Mail: informativ@awo-thueringen.de Internet: www.awo-thueringen.de Verantwortlich: Ulf Grießmann, Landesgeschäftsführer Redaktion: AWO Landesverband Thüringen e. V. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften zu kürzen oder Informationen zu verarbeiten. Gestaltung: bernoh, Berlin, www.bernoh.de Fotos: Titelbild – AWO Bezirksverband Westliches Westfalen e. V.

Herstellung: Druckerei Citydruck & Verlag GmbH Erfurt Auflage: 11.000 Stück Erscheinungsweise: AWO informativ erscheint 4x im Jahr, z.T. mit Sonderbeilagen. Das Entgelt ist im Mitgliedsbeitrag bereits enthalten.

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AWO informativ Ausgabe 3/2019  

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