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Das Mitgliedermagazin der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Thüringen Ausgabe 88 / 12.2018

informativ /

20 J i a

nfo rma hre tiv

Die AWO Thüringen wünscht allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern ein frohes Weihnachtsfest


editorial

inhalt / 3 awo intern / Landesausschuss beschließt Leitbilddiskussion 4

schwerpunkt / Zuhören, Visionen entwickeln Ein Debattenbeitrag zum Umgang mit Rechtspopulismus

8 awo engagiert / Projekt „Herbstzeitlose“ erhält Thüringer Zukunftspreis Ulf Grießmann AWO-Landesgeschäftsführer

12 ehrenamt / 19. AWO-Ball im Erfurter Kaisersaal gefeiert

Liebe AWO-Freundinnen und Freunde, auch die letzte Ausgabe des AWO informativ in diesem Jahr ist vollgepackt mit Themen, Projekten und Veranstaltungen aus unserem Verband. Wir berichten vom jährlichen Landesausschuss und den dort getroffenen Beschlüssen ebenso wie über den Vorlesetag in über 20 AWO-Kindertagesstätten, den mittlerweile 7. AWO-Aktionstag und den AWO-Ball, den wir jährlich zu Ehren und als Dankeschön für die vielen ehrenamtlich Engagierten in der AWO durchführen. In diesem Jahr hat Lore Mikolajczyk die Emma-SachseEhrung erhalten. Und es war mir eine ganz besondere Ehre, die Laudatio für diese wunderbare Frau halten zu dürfen, die sich seit 28 Jahren ehrenamtlich für die AWO engagiert. Auch viele weitere Beispiele ausgezeichneten ehrenamtlichen Engagements finden sich im Heft. Der Thüringer Zukunftspreis etwa, den das Projekt „Herbstzeitlose“ aus Saalfeld erhalten hat, oder der Eisenacher Ehrenamtspreis für den Jugendclub „East End“. Das zeigt, wie anerkannt das Engagement der AWO im Freistaat ist.

15 awo engagiert / Ferras Bakr aus Syrien kocht für das AWO Teilhabezentrum in Bad Salzungen 17

landesjugendwerk / Neuer Vorstand gewählt

18 awo vor ort / Neuer AWO Förderverein „Alte Schule Wallrabs“ gegründet 23

kurz notiert / impressum

Auch das Landesjugendwerk ist ein wichtiges Thema in dieser Ausgabe. Wir berichten von den Vorstandswahlen, einem neuen Jugendwerk in Greiz und einem europäischen Freiwilligenjahr in Estland. Mir bleibt noch, mich bei Ihnen allen für ihr Engagement und Ihre Unterstützung zu bedanken. Ich wünsche Ihnen fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2019.

Herzlichst

Auf Tuchfühlung mit dem Gothaer Landrat Onno Eckert beim Vorlesetag. Als Überraschung schenkte er den Kindern einen Büchergutschein

Ihr Ulf Grießmann Mehr auf S. 6

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informativ 12.18 / editorial


Liebe AWO-Freundinnen und -Freunde, die AWO Thüringen hat sich auch 2018 erfolgreich entwickelt. Unsere Mitgliederzahlen steigen, neue Orts- und Fördervereine sowie Jugendwerke gründen sich und auch unsere professionellen Dienstleistungen entwickeln sich gut. Vieles davon können Sie auch in dieser Ausgabe des AWO informativ nachlesen. Im Namen des gesamten AWO-Landesvorstandes möchte ich mich deshalb herzlich bei Ihnen für das zurückliegende Jahr bedanken. Bei allen

Ehrenamtlichen in Vorständen, Vereinen und Einrichtungen, aber auch bei allen Beschäftigten. Ich wünsche Ihnen fröhliche und schöne Weihnachten. Kommen Sie gut in das neue Jahr. Ich freue mich darauf, auch in 2019 mit Ihnen weiter an der AWO Thüringen und an einer sozialen und lebenswerten Gesellschaft zu arbeiten.

Ihr Werner Griese Vorsitzender

Landesausschuss beschließt Leitbilddiskussion Am 24. November hat der AWO-Landesverband Thüringen seine Mitglieder zur Landesausschusssitzung ins Tagungs- und Veranstaltungszentrum ComCenter Brühl in Erfurt eingeladen. Der Ausschuss nahm die Jahresberichte des Landesvorstandes, der Beteiligungsgesellschaften und des Tochterunternehmens AWO AJS gGmbH sowie den Revisionsbericht und den Bericht des Landesjugendwerkes entgegen. Außerdem haben die Teilnehmer in zwei Anträgen beschlossen, das Leitbild der AWO Thüringen in einem breiten Beteiligungsverfahren zu überarbeiten und sich als Bündnispartner aktiv am Bündnis 1. Mai 2019 (Versammlung der Vielen) gegen rassistische und menschenverachtende Tendenzen einzubringen. Die Landesausschusssitzung ist nach der Landeskonferenz das zweithöchste Beschlussgremium der AWO Thüringen. Sie findet in der Regel jährlich statt, die Landeskonferenz alle vier Jahre. Daran nehmen der Landesvorstand, die Vorsitzenden bzw. Präsidenten der Kreisverbände und ein

Abstimmung der Anträge auf dem Landesausschuss Vertreter des Landesjugendwerkes stimmberechtigt sowie die Beauftragten der korporativen Mitglieder und die Geschäftsführer bzw. Vorstandsvorsitzenden der Gliederungen beratend teil.

Fachtag anlässlich 20 Jahre Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement Asylrecht, Einwanderungsgesetz, Spurwechsel – diese Begriffe haben Konjunktur. Das Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement gGmbH (IBS gGmbH) begleitet als Projektträger seit nunmehr 20 Jahren Projekte für den Arbeitsmarkt. Seit zehn Jahren liegt der Schwerpunkt auf der Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten. Diese Aufgabe bleibt weiterhin hochkomplex. Es braucht unterschiedliche Handlungsansätze, die sinnvoll ineinandergreifen. Im Rahmen eines Fachtages am 12. November im Erfurter Augustinerkloster wurden deshalb aktuelle Herausforderungen diskutiert. Unter den 120 Gästen waren unter anderem die Thüringer Integrationsbeauftragte

Miriam Kruppa und Kay Senius, Regionaldirektor der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen-Anhalt und Thüringen, Udo Philippus vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und Hannes Schwiefert, Geschäftsführer der LIGA der freien Wohlfahrtspflege in Thüringen. Das IBS ist eine Tochtergesellschaft des AWO-Landesverbandes Thüringen. Das Team besteht aus insgesamt 30 Mitarbeiterinnen. Das IBS verantwortet derzeit zehn Einzelprojekte.

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schwerpunkt /

Zuhören, Visionen entwickeln – Ein Debattenbeitrag zum Umgang mit Rechtspopulismus Von Ulf Grießmann

#unteilbar-Demo am 13. Oktober 2018 in Berlin Viel wurde in den letzten Monaten über „den Osten“ geredet. In Zeitungskommentaren, in politischen Talkshows und Foren, im Bundestag, in Landtagen, an Stammtischen und im Privaten. Anlass waren vor allem verschiedene Ereignisse in Sachsen, der Tag der deutschen Einheit, aber auch der Bericht des Ost-Beauftragten der Bundesregierung. Viel Ratlosigkeit schwingt dabei in der Diskussion mit, manchmal auch Unverständnis, Ärger oder Verbitterung. „Die Ossis“ sollten doch anerkennen, welche gigantische Aufbauleistung nach 1990 hier vollbracht wurde, mit Soli, Steuergeld und Fördermitteln, sagen die einen. Man müsse nur hinsehen, um blühende Landschaften zu erkennen: Wunderbar sanierte Innenstädte, neue Autobahnen und ICE-Trassen, florierende Zentren wie Dresden, Leipzig, Potsdam, Erfurt oder Jena. Dass ausgerechnet in den neuen Bundesländern populistische Parteien so starken Zulauf haben und rechte Botschaften offenbar besonders verfangen, sei nicht nachvollziehbar. Und irgendwie auch ziemlich undankbar. Die Anderen beklagen, dass es auch fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch keine gleichen Lebensverhältnisse gäbe. Dass nach wie vor Unterschiede bestünden, bei

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Renten, Löhnen, Steuereinnahmen und Infrastruktur. Dass vor allem ländliche Gemeinden und kleine Städte langsam aussterben, weil ganze Generationen gen Westen gewandert sind. Und immer noch schwingen dabei vielerorts auch Verbitterung und ein tief sitzendes Gefühl der Ungerechtigkeit mit, wenn etwa an die wirtschaftlichen Verheerungen der Treuhandgesellschaft gedacht wird. Daraus, so formulierte es der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow in einer Analyse anlässlich des Tages der deutschen Einheit, resultiere eine Ablehnung von „denen da oben“. Und je mehr man sich ausgegrenzt fühle, umso stärker erscheine die Anziehungskraft rechter Parteien. Der rechte Mob in Chemnitz hat mich und viele in unserer Gesellschaft tief erschreckt. Seitdem frage ich mich, was können und sollten wir tun? Ganz persönlich und als Arbeiterwohlfahrt in Thüringen? Diakonie-Präsident Ulrich Lilie plädiert in seinem Buch „Unerhört!“ für eine neue Kultur des Zuhörens. Es herrsche inzwischen ein Dauerton der populistischen und medialen Empörung in Deutschland, kritisiert Lilie. Diese Empörungslust grassiere in allen politischen Lagern, nicht nur bei


schwerpunkt / Rechtspopulisten. Es werde sehr viel übereinander, aber viel zu wenig miteinander gesprochen. All das führe nicht weiter. Lilie plädiert dafür, AfD-Anhängern genauso zuzuhören, wie verarmten Rentnern, Flüchtlingen oder Kassiererinnen im Supermarkt. Gegen blanken Rassismus und Menschenverachtung aber grenzt er sich ab. Eine wichtige Klarstellung. In allen anderen Fällen aber sei das Zuhören die Basis für das Leben in der Gesellschaft. Und damit sind wir meiner Meinung nach bei einem der zentralen Punkte. Es beginnt damit, nicht immer zu pauschalieren. Es gibt weder DEN Ossi noch DEN Wessi oder DEN Flüchtling. Es gibt Menschen, die in ihrem Alltag Wünsche, Sorgen und Probleme haben. Und natürlich sind Sorgen vor Kriminalität, Wohnungsnot, niedrigen Renten, fehlenden Ärzten, sterbenden Dörfern oder Ängste um den Arbeitsplatz berechtigt und verdienen, gehört zu werden. Nur die pauschale Antwort, die Flüchtlinge sind schuld, ist falsch. Wir müssen wieder lernen, zuzuhören, Antworten zu finden und vor allem Lösungen, zu liefern. Darauf kommt es an. Es kann schnell gehen, dass man sich in einem der reichsten Industrieländer einfach abgehängt fühlt, obwohl man das ganze Leben gearbeitet hat. Hinzu kommen seit Jahren fehlende Antworten auf eklatante Gerechtigkeits- und Verteilungsfragen. Warum müssen Schwimmbäder und Bibliotheken schließen, während wir gleichzeitig von Rekordsteuereinnahmen reden? Warum fehlen überall Lehrer, Krankenschwestern, Ärzte, Pflegekräfte und Polizisten? Warum werden manche Menschen immer reicher, während der Staat seinen Aufgaben teilweise nicht mehr nachkommen kann? Wenn essentielle Dinge der Daseinsvorsorge nicht mehr funktionieren und eine ungerechte Verteilung von Geld sichtbar wird, stellt sich für viele Menschen im Alltag die Systemfrage. „Die da oben“ kommen in den Fokus. Bisher waren diese Themen ur-linke Domänen. Nun werden sie mehr und mehr mit rechten Erklärungsmustern besetzt. Damit haben sich auch längst überwunden geglaubte, menschenverachtende und diskriminierende Einstellungen wieder bis in die Mitte der Gesellschaft etabliert. Der Publizist Leif Neugeborn empfiehlt in diesem Zusammenhang: Kämpft nicht gegen rechts, kämpft für etwas. Menschen von rechten Ideen abzubringen, das geht nur mit einer positiven Alternative. So stellt sich uns als Arbeiterwohlfahrt, in unseren Einrichtungen, vor Ort und in den vielen persönlichen Gesprächen die Frage: Wofür stehen wir als AWO? Wo grenzen wir uns ab und zeigen im aufgeladenen politischen Klima sprichwörtlich klare Kante? Und vor allem, was ist unsere Vision einer gerechten Gesellschaft?

2019, im Jahr der nächsten Landtagswahl in Thüringen, feiert die Arbeiterwohlfahrt ihr 100-jähriges Bestehen. In Zeiten der Polarisierung tut es gut, sich auf Bewährtes oder Grundsätzliches zu berufen, um sich zu verorten. Die AWO tut dies mit der Überarbeitung des eigenen Grundsatzprogramms. In Thüringen hat der Landesausschuss im November einen Arbeitsprozess zur Überarbeitung des Leitbildes beschlossen. Sozialpolitisch muss sich die AWO dort verorten, wo es eine dringliche Neujustierung des Verhältnisses von Markt und Staat braucht, und klar Verantwortung für soziale Gerechtigkeit übernehmen. Umso dringlicher überall dort, wo die Globalisierung eben nicht die Versprechen von Wohlstand, Wachstum und gutem Leben erfüllt hat. Sondern Fabriken, Händler und ganze Wirtschaftszweige einfach verschwunden sind. Und mit ihr Schulen, Bibliotheken und Menschen gehen. Dort werden wir als AWO gebraucht. Mit sozialen Hilfsangeboten, aber auch als Anwalt und Fürsprecher der Schwachen. Ebenso wichtig ist eine zukunftsorientierte Vision einer Gesellschaft, in der wir leben wollen. Da macht es Mut, wenn, wie im Oktober 2018 geschehen, über 240.000 Menschen in Berlin auf die Straße gehen und unter dem Schirm des Bündnisses „Unteilbar“ ein starkes und gerechtes Sozialsystem fordern, in dem in Pflege, Gesundheit, Kinderbetreuung, Bildung und bezahlbaren Wohnraum investiert wird. Genau das wurde in den letzten Jahren vernachlässigt und schuf fruchtbaren Boden für ein Gefühl des „Abgehängtseins“, das schließlich Schuldige durch Hetze und Diskriminierung suchte. „Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden.“ Das ist das Motto von „Unteilbar“. Und dafür steht auch die Arbeiterwohlfahrt. Im Jahr 2019 wird sich die AWO Thüringen deshalb als Partner im Bündnis 1. Mai (Versammlung der Vielen) beteiligen. Das hat der Landesausschuss in seiner Sitzung vom 24. November einstimmig beschlossen. Dieses „dafür“, diese Vision einer gerechten Gesellschaft für alle, muss im Vordergrund stehen. Allen Abwehrreflexen und Gegenpositionen hinsichtlich Rassismus, Rechtsextremismus, Sexismus und weiteren Formen der Diskriminierung und Ausgrenzung zum Trotz. Mit dieser Vision wollen wir unsere Reichweite nutzen, um Gesellschaft mitzugestalten, und im Hinblick auf die anstehende Landtagswahl in Thüringen unseren Beitrag für eine demokratische Diskussionskultur und eine lebenswerte Gesellschaft leisten.

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awo vor ort /

Vorlesetag in über 20 AWOKindergärten Am bundesweiten Vorlesetag haben sich im ganzen Freistaat wieder zahlreiche Politiker und Prominente beteiligt. Von Eisenach bis Altenburg und von Roßleben bis Steinach waren Lesepaten in über 20 AWO-Kitas aktiv. Dazu zählte auch der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, der die Erfurter Kita „Am Fuchsgrund“ besuchte. Sein Kabinettskollege Dieter Lauinger, Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, las in der Kita „Am Sportplatz“ in Erfurt-Ermstedt vor. Im Gepäck hatte er neben einer spannenden Geschichte einen Scheck über 3.800 Euro aus Lottomitteln, die dem Förderverein des Kindergartens zugutekommen. Ebenfalls nicht mit leeren Händen kam Bildungsminister Helmut Holter zu seinem Vorlesetermin in der Erfurter Kita „Buchenberg“. Er überreichte Lottomittel in Höhe von 530 Euro für ein neues Sportgerät. Die Thüringer Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider und Christoph Matschie waren ebenfalls als Vorlesepaten aktiv. Ihnen taten es viele Landtagsabgeordnete, Landräte und (Ober-)Bürgermeister gleich. So las zum Beispiel der Altenburger Oberbürgermeister André Neumann den Kita-Kindern und Senioren aus dem „Haus der Generationen“ vor. Hier befinden sich die Kita „Zwergenland“ und zwei Seniorenwohngemeinschaften unter einem Dach. In Saalfeld wurde eine Gruppe der Kita „Sonnenland“ von Geschäftsführerin Yvonne Wagner in die Feengrotten eingeladen.

Von kleinen Zuhörern umringt: Minister Dieter Lauinger

Selbstverständlich beteiligt sich der Thüringer Bildungsminister Helmut Holter am Vorlesetag

Michael Hack, Geschäftsführer der AWO AJS gGmbH, liest den Kindern regelmäßig beim Vorlesetag vor

Die Kinder der Kita „Zwergenland“ lauschten dem Altenburger Oberbürgermeister André Neumann begeistert

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Der Bundestagsabgeordneter Carsten Schneider liest einer großen Zuhörerschar vor


ehrenamt /

Werbung für das Ehrenamt

AWO-Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann zieht die kleinen Zuhörer in seinen Bann

Am 15. September fand zum 7. Mal der thüringenweite AWO-Aktionstag statt. An elf Standorten im ganzen Freistaat waren an diesem Tag Projekte, Feste und Veranstaltungen geplant, welche ohne den Einsatz der vielen aktiven Ehrenamtlichen bei der AWO nicht möglich wären. Der Aktionstag soll Menschen zusammenbringen, für das Ehrenamt und eine offene, rücksichtsvolle Gesellschaft werben. Gleichzeitig ist er auch ein Dankeschön für die fleißigen Helfer. Insgesamt waren in diesem Jahr rund 200 Ehrenamtliche aktiv. Der AWO Landesverband Thüringen e. V. initiiert den Aktionstag und fördert ausgewählte Projekte mit bis zu 500 Euro. Der AWO Kreisverband Greiz e. V. hat sich mit seiner Kita in Paitzdorf am Aktionstag beteiligt. Schon früh am Morgen trafen sich viele freiwillige Helfer, um eine Rutsche im Garten des Kindergartens zu installieren. Dafür wurden ein bereits vorhandener Erdhang genutzt und das Hochbeet umgesetzt. „Auch abseits des Aktionstages packen die Eltern immer wieder mit an“, verriet Kita-Leiterin Susen Reckling.

Minister Wolfgang Tiefensee begeistert die Kleinsten mit spannenden Geschichten …

… und anschließend mit einem Zaubertrick.

In der Arnstädter Lindenallee hat der AWO-Kreisverband im Ilm-Kreis zu einem Tag der offenen Tür und Gartenfest im AWOWohnquartier, zu Stadtteilführungen und einer Pflanzaktion eingeladen. Im AWO Seniorenwohnpark in Schlotheim stand nicht nur der Aktionstag, sondern gleich eine ganze Woche im Zeichen der Schlotheimer Seilertradition. Die Bewohner haben u.a. Lavendelsäckchen gefertigt und das Seilermuseum im Ort besucht. Am 15. September hat ein echter Seiler sein Handwerk auf dem Hof der Einrichtung demonstriert, die Gäste konnten an seinem Stand Springseile selbst herstellen oder nebenan Stofftaschen gestalten. Im Haus befand sich ein kleines Nähcafé. Weitere Aktionen fanden in den AWOPflegeheimen in Bad Langensalza, Sondershausen und Gera, im Teilhabezentrum Bad Salzungen und in der Tagesstätte Sonneberg statt.

Handwerklich ging es auch im südthüringischen Schönbrunn zu: Mit einem ambitionierten Bauvorhaben hat sich das AWO Pflegeheim „Herbstsonne“ beim Landesverband um die Fördermittel beworben. Hier ist im Wohnbereich 2 ein kleines Kaffeehaus zum gemütlichen Sitzen, Genießen und Plauschen entstanden. Handwerksfirmen und Bürger haben ehrenamtlich dabei geholfen, einen Bereich der Etage im Fachwerkstil umzugestalten.

Hier entsteht das Kaffeehaus in Schönbrunn

Das AWO Pflegeheim „Haus Altenstein“ in Bad Liebenstein hat sich schon mehrfach am AWO-Aktionstag beteiligt. In diesem Jahr haben Ehrenamtliche dabei geholfen, einen Baum in den Garten des Hauses zu pflanzen. Die Linde soll zu einem Ort der Ruhe werden, an dem die Senioren, aber auch Angehörige und Mitarbeiter Gelegenheit zum Innehalten und zum Gedenken an verstorbene Bewohner finden. Gartenarbeit stand auch in Reichmannsdorf auf dem Programm. Hier haben Ehrenamtliche den Generationengarten der Begegnungsstätte auf Vordermann gebracht, die vom AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e. V. betrieben wird.

Herstellung eigener Seile in Schlotheim

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awo engagiert /

Projekt „Herbstzeitlose“ erhält Thüringer Zukunftspreis 2018 Am 22. November wurde das Projekt „Herbstzeitlose“ des Kreisverbandes Saalfeld-Rudolstadt bei der Verleihung des Thüringer Zukunftspreises mit dem Hauptpreis geehrt. Der Preis wurde von der Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller im Erfurter Rathaussaal verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Initiative „Herbstzeitlose“ kümmert sich um die Ausbildung und Koordinierung ehrenamtlicher Seniorenbegleiter im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Alleinstehende und isoliert lebende ältere Menschen, gerade im ländlichen Raum, sollen so vor der unfreiwilligen Vereinsamung bewahrt werden. „Ich hoffe, dass diese Idee zur ehrenamtlichen Betreuung älterer, alleinlebender bzw. kranker Menschen aus der Nachbarschaft möglichst viele Nachahmer im Freistaat findet“, so die Thüringer Infrastrukturministerin Birgit Keller auf der Preisverleihung. Ebenfalls im November haben die „Herbstzeitlosen“ übrigens ihr 15-jähriges Bestehen begangen. Rund 200 Gäste feierten im Meininger Hof in Saalfeld das Jubiläum. Seit 2003 wurden über 250 Seniorenbegleiter zertifiziert, von denen aktuell rund 140 im Einsatz sind. Im Februar 2019 startet der 16. Ausbildungslehrgang.

Ministerin Birgit Keller (rechts) übergibt die Auszeichnung an Christa Pidun (links) und Annerose Chyzy (2.v.r.) vom Projekt „Herbstzeitlose“ und den stellvertretenden AWO-Landesvorsitzenden Dr. Steffen Kania

Stadtlandgeflüster – Zwischen Hoffnung und Trübsal 2. AWO-Mitgliederforum zur Zukunft des ländlichen Raumes AWO-Mitglieder und Interessenten haben sich Ende November am 2. Mitgliederforum zum Thema „Stadtlandgeflüster – zwischen Hoffnung und Trübsal. Die Zukunft des ländlichen Raumes und die Rolle der AWO“ beteiligt. Mit dabei waren Vorsitzende der Thüringer Ortsvereine.

Die rege Diskussion zeigte die Probleme und Chancen des Lebensalltags in Stadt und Land auf: Sparkassen- und Postfilialen schließen, der nächste Arzt ist 30 Kilometer entfernt, der Bus fährt zweimal am Tag, Gaststätten und Lebensmittelgeschäfte fehlen ganz – das ist heute die Realität auf vielen Dörfern. Auf der anderen Seite haben die Stadtbewohner mit Kita-Platzmangel, steigenden Mieten und Luftverschmutzung zu kämpfen. Die AWO ist mit ihren Angeboten sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum präsent und setzt sich für die Bedürfnisse der Menschen ein. Als kompetente Gesprächspartner waren Prof. Joachim Ragnitz vom Institut für Wirtschaftsförderung Dresden, Staatssekretär Dr. Klaus Sühl vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Ingrid Mitschke vom Verein „Senioren helfen Senioren e. V.“ Suhl sowie Sebastian Piatza von Constitute e.V. / FAB Mobil mit im Forum vor Ort.

Ulf Grießmann eröffnet das 2. AWO-Mitgliederforum

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awo intern /

20 Jahre AWO informativ Unser Mitgliedermagazin „AWO informativ“ feiert mit dieser Ausgabe ihr 20-jähriges Bestehen. Im Oktober 1998 ging die Null-Ausgabe in kleiner Auflage an den Start. Die Idee zu einer Verbandszeitschrift war kurz zuvor auf einer Kreisgeschäftsführerkonferenz entstanden, wo der Informationsfluss zwischen den Kreisverbänden und zum Landesverband bemängelt wurde. Die ersten Ausgaben – schwarzweiß und bilderlos – wurden mit einfachsten Mitteln am PC gesetzt, über den Kopierer auf A3 vervielfältigt und von Hand gefaltet. Auch der Versand war unkonventionell: Wann immer Mitarbeiter in die Kreisgeschäftsstellen fuhren oder von dort beim Landesverband waren, nahmen sie die Zeitschriften mit. AWO informativ stieß trotzdem auf eine positive Resonanz und vermittelte sozialpolitische Diskussionen, Neuigkeiten aus dem Verband, Infos zum Aufbau und der Leistungsstruktur der Gliederungen, zu Projekten, Veranstaltungen und aktuelle Adresslisten der Einrichtungen – in der Zeit vor dem Internet für Jedermann natürlich besonders wichtig. Seitdem ging es mit der Zeitschrift langsam, aber stetig bergauf. Da der Kopierer der Landesgeschäftsstelle immer dann ausstieg, wenn er hart arbeiten sollte, übernahm bald eine kleine Erfurter Druckerei das Kopieren und Heften der 1.000 Exemplare je Ausgabe. AWO informativ erschien damals alle zwei Monate und umfasste 20 Seiten. Ab 2001 stieg die Auflage auf 1.600 Exemplare und wurde von einer

Werbeagentur mit einer Zusatzfarbe gesetzt, nämlich Grün. Ab 2002 halfen Anzeigen, die stets kostenfreien Ausgaben zu finanzieren. Bis zum heutigen Tag konnten dadurch rund 140.000 Euro akquiriert werden. 2004 erfolgte ein weiterer Relaunch der Zeitschrift. Sie erschien mit 2.800 Exemplaren, einem bunten Titel und 24 Seiten quartalsweise. Was 1998 sehr schlicht begann, ist inzwischen eine professionelle Mitgliederzeitschrift, die mit einer Auflage von fast 11.000 Exemplaren viermal im Jahr alle Mitglieder der AWO Thüringen sowie zahlreiche sozialpolitische Entscheider erreicht. Im Jahr 2010 traf der Landesvorstand die Entscheidung, AWO informativ jedem Thüringer AWO-Mitglied nach Hause zu senden und durchweg farbig zu gestalten. AWO informativ ist übrigens auch in den Bestand der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und Frankfurt aufgenommen worden und dort abrufbar. Nach wie vor spiegelt die Zeitschrift die Arbeit der AWO und das Leben im Verband. Sie berichtet über sozialpolitische Entwicklungen, Gesetzesänderungen, verbandliches Geschehen, Projekte, fachspezifische Themen und vieles mehr. Jedes Mitglied und jeder Ortsverein bzw. Kreisverband kann Beiträge an die Redaktion einsenden. Durch diese bunte Vielfalt und das breite Spektrum von AWO informativ wird die Thüringer AWO innen und außen als kompetenter und lebendiger Verband wahrgenommen.

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awo intern /

Musik für einen guten Zweck Band BATUCACA eröffnet Charity-Konzert in Pößneck Dass Musiker mit Handicap sich auch gern für Menschen, denen es schlecht geht, einsetzen, haben die Mitglieder von BATUCACA am 27. Oktober bewiesen. Die Band der Pößnecker Werkstätten für Menschen mit Behinderung, ein Unternehmen der AWO im Saale-Orla-Kreis, eröffnete das Charity-Konzert zugunsten der Ronald McDonald Kinderhilfe Jena. Sechs Bands aus der Region spielten im Wechsel auf der großen und kleinen Bühne.

BATUCACA eröffnet das Charity-Konzert in Jena

Ein McDonald-Haus steht direkt neben der Jenaer Kinderklinik. Hier können Eltern wohnen, die nicht aus der Region kommen, aber dennoch möglichst rund um die Uhr ihren schwerkranken Kindern beistehen wollen. Diese Häuser werden von McDonalds gebaut, ihre Unterhaltung finanziert sich jedoch über Spenden. Zum Charity-Konzert konnten durch Eintrittspreise, Spenden und den Verkauf von Speisen und Getränken insgesamt 4.100 Euro eingenommen werden, die nun der Jenaer Einrichtung zu Gute kommen.

BATUCACA mit „Cordula Grün“

AWO Bildungswerk: Neues Bildungsprogramm und unterwegs in sozialen Medien

Am Johannestor 23 99084 Erfurt

Fax: 0361 511509 - 19 E-Mail: bildungswerk@awo-thueringen.de Internet: www.awobildungswerk.de

www.instagram.com/awobildungswerkthueringen/ www.awobildungswerk.de

www.youtube.com. (Kanal des AWO Bildungswerkes – https://tinyurl.com/y7jywjyc)

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AWO Bildungswerk Thüringen

www.facebook.com/awobildungswerk/ AWO Bildungswerk Thüringen gGmbH Telefon: 0361 511509 - 10

Bildungsprogramm 2019

Das Bildungswerk der AWO Thüringen hat das neue Bildungsprogramm für 2019 veröffentlicht. Mit dem Fort- und Wir sind für Sie da! Weiterbildungen möchte der AWO-eigene Bildungsträger Wir sind offen für Ihre Ideen! auch im kommenden Jahr Mitarbeitern, Interessenten und Unser Ziel ist es, das Fort- und Weiterbildungsangebot des AWO Bildungswerkes bedarfsgerecht auszubauen und dievielfältige Qualität unserer Ehrenamtlichen Anregungen und Impulse für Bildungsangebote zu stärken. ihre Arbeit geben. Auch der Social Media-Auftritt wurde Deshalb möchten wir Sie ausdrücklich ermutigen, uns Ihre Erfahrungen und Anregungen mitzuteilen. erweitert. Das Bildungswerk postet jetzt neben Facebook auch auf Instagram Youtube aktuelle Bilder und Videos Das Weiterbildungsprogramm finden Sie ab Januar 2018und auch unter www.awobildungswerk.de seiner Arbeit und will die neuen Profile mit vielen Eindrücken aus den Veranstaltungen und von unterwegs füllen.

Bildungsprogramm 2019 AWO Bildungswerk Thüringen ... weil mehr Wissen mehr bewegt.

www.awobildungswerk.de


landesjugendwerk /

Raus aus der Komfortzone Mein Europäischer Freiwilligendienst in Estland Mein Name ist Francesca, ich bin 20 Jahre alt und komme aus Thüringen. Wie für viele meiner Freunde und Mitschüler stellte sich mir die Frage: Was soll ich nach der Schule machen? Durch eine Informationsveranstaltung des Landesjugendwerkes der AWO Thüringen kam ich auf die Idee, einen Europäischen Freiwilligendienst (EFD) zu leisten. Nachdem ich mich beworben und verschiedene Bewerbungsgespräche über Skype geführt hatte, stand fest: Ich gehe für zehn Monate in ein Jugendzentrum nach Sõmeru in Estland. Aber Vorsicht: Estland und nicht Island. Da beides ähnlich klingt, durfte ich dieses Missverständnis nämlich recht häufig klarstellen.

workshop habe ich mit den Kindern beispielsweise Quarkbällchen, Berliner bzw. Krapfen, Brezeln und Amerikaner gebacken oder eigene Schokolade für den Valentinstag gemacht. Im Handarbeitsworkshop haben wir Tulpen für den Muttertag gebastelt, Figuren aus Salzteig gestaltet oder gemalt. Außerhalb der Workshops wollten die Kinder meist Ball oder Karten spielen. Um mitspielen zu können, musste ich die Spielregeln lernen. Das war anfangs durch die Sprachbarriere gar nicht so einfach. Aber meine Kollegen, mit denen ich mich gut auf Englisch unterhalten konnte, haben mir geholfen. Außerdem konnte ich die Landessprache lernen, die übrigens Estnisch und nicht Russisch ist. Auch das musste ich oft erklären. Ich hatte einen Sprachkurs, bin in ein Sprachcafé gegangen und habe einen kostenlosen Sprachkurs im Internet genutzt. Natürlich gab es sowohl Höhen als auch Tiefen – es kann nicht immer alles glatt laufen. Aber ich habe die Zeit sehr genossen und würde auf jeden Fall wieder einen EFD machen. Ich konnte so eine andere Kultur und viele neue Menschen kennenlernen. Aber vor allem habe ich mich selbst besser kennengelernt: Ich bin aus meiner Komfortzone herausgekommen und hatte die Möglichkeit, neue Dinge für mich zu entdecken. Für mehr Eindrücke lade ich recht herzlich ein, mal auf meinem Blog vorbeizuschauen. https://frannie-eestis.blogspot.com/

Francesca arbeitet gern in einem estnischen Jugendzentrum Wie kommt man gerade auf Estland? Diese Frage wurde mir oft gestellt. Um ehrlich zu sein, war Estland eher Zufall. Ich hatte mich einfach für mehrere interessante Projekte beworben. Estland war auch für mich selbst Neuland, was meine Neugier aber erst recht weckte. Durch Wanderausflüge, Reisen und Treffen mit anderen Freiwilligen konnte ich sowohl mein vorübergehendes Heimatland als auch andere Länder und Nationalitäten kennenlernen. Aber natürlich stand auch Arbeit auf dem Programm. Im EFD geht es nicht nur darum, die Arbeit in der Einsatzstelle zu unterstützen, sondern ich konnte auch eigene Projekte auf die Beine stellen. Dazu haben wir im Jugendzentrum u.a. eine „Kultuuride Nädal“ organisiert, eine Kulturwoche. Ich habe andere Freiwillige eingeladen, ihr Land vorzustellen und ein Nationalgericht zu kochen. So konnten die Kinder Estland, Spanien, Frankreich, Griechenland und Deutschland kennenlernen. Außerdem gab es wöchentliche Workshops, die ich mit organisieren und sogar manchmal leiten durfte. Im Koch-

Estlands Landschaft und Kultur sind beeindruckend

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ehrenamt /

Auszeichnung der Preisträger mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und der Thüringer Finanzministerin Heike Taubert

19. AWO-Ball im Erfurter Kaisersaal gefeiert Lore Mikolajczyk erhält höchste Auszeichnung der Thüringer AWO Über 400 Gäste sind am 21. September der Einladung des AWO-Landesverbandes zum diesjährigen AWO-Ball in den historischen Erfurter Kaisersaal gefolgt. Zum nunmehr 19. Mal fand der Ball zu Ehren besonders ehrenamtlich engagierter Mitglieder und freiwilliger Helfer in den Orts- und Fördervereinen statt. Die „Emma-Sachse-Ehrung für herausragendes soziales Engagement 2018“ ging an die Vorsitzende der AWO Sonneberg, Lore Mikolajczyk. AWO-Landesgeschäftsführer Uwe Grießmann würdigte ihre Verdienste in einer emotionalen Laudatio. Über einen Preis beim Wettbewerb des Landesverbandes „Ausgezeichnete Ideen für eine gute Sache“ konnten sich drei Freiwilligenprojekte aus den Kreisverbänden Gotha, Saalfeld-Rudolstadt und der AWO Rudolstadt freuen.

Emma-Sachse-Preisträgerin Lore Mikolajczyk (2.v.r.) mit Ministerpräsident Bodo Ramelow und Mitgliedern des Landesvorstandes

Die stellvertretende Landesvorsitzende Katrin Matzky begrüßte zahlreiche Vertreter der AWO sowie namhafte Gäste aus Politik und Gesellschaft. In der Festrede zum offiziellem Auftakt der Veranstaltung würdigte der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow die AWO als einen der größten Sozialverbände im Freistaat. Er hob insbesondere die Verdienste des ehrenamtlichen Engagements der AWO im Bereich Integration und Inklusion hervor. Die höchste Auszeichnung der AWO Thüringen, die Emma-Sachse-Ehrung, nahm in diesem Jahr Lore Mikolajczyk entgegen. Die langjährige Vorsitzende der AWO Sonneberg hat vor 28 Jahren die AWO im Landkreis gegründet und dort sowohl einen aktiven Mitgliederverband als auch ein starkes Dienstleistungsunternehmen aufgebaut. 1989 war Lore Mikolajczyk beim ersten Treffen der neu gegrün-

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Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow hielt die Festrede im Erfurter Kaisersaal


ehrenamt / deten AWO-Verbände im Osten und der bestehenden AWOGliederungen der alten Bundesländer dabei. Gerade in der Zeit des Auf- und Umbruchs nach der Wende, als viele staatliche Hilfsstrukturen wegbrachen, baute sie neue auf. Sie engagiert sich seit Jahren im Landesvorstand und ist als Kommunalpolitikerin aktiv. Die 28 Jahre ihrer Arbeit haben sich ausgezahlt. Heute hat der AWO-Kreisverband Sonneberg 13 Ortsvereine mit 780 Mitgliedern. Beim Wettbewerb „Ausgezeichnete Ideen für eine gute Sache“ konnten sich drei Ehrenamtsprojekte über ein Preisgeld von 1.000 Euro freuen. Der AWO Förderverein der Kita „Purzelbaum“ in Friedrichroda wurde für sein Projekt „Viele Sprachen spricht die Welt“ ausgezeichnet. Aus dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ wurde mit Hilfe der Ehrenamtlichen ein regelmäßiges Sprachangebot für Kinder und Erwachsene geschaffen. So gibt es Vorlesenachmittage, japanisches Erzähltheater, den Bücherkoffer, den jedes Kind ein Wochenende lang mit nach Hause nehmen darf, und regelmäßigen Skype-Kontakt mit einem indischen Kindergarten. Die Großeltern fungieren als Vorlesepaten mit Büchern aus ihrer Kindheit. Allein 2017 haben die 50 Mitglieder des Fördervereins 537 Ehrenamtsstunden geleistet.

Die stellvertretende Landesvorsitzende Katrin Matzky begrüßte die Gäste

Eine weitere Auszeichnung ging in den AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt. In der Saalfelder AWO Kita „Am Goldfischteich“ stellen Eltern regelmäßig eine Theateraufführung auf die Beine. Die Themen der Stücke leiten sich aus gesellschaftlich und pädagogisch relevanten Fragen und dem Jahresmotto der Kita ab. In diesem Jahr ging es um Teilhabe. Die Eltern schreiben das Stück, wählen die Musik, bauen Kulissen, schneidern Kostüme und studieren das Stück gemeinsam ein. Premiere ist immer am Kindertag. Jedes Stück gibt es in zwei Varianten – für die kleineren und die größeren Kinder. Die „Jungleweek“ der AWO Rudolstadt gibt es seit zehn Jahren. Sie wird vom Jugendnetzwerk Bad Blankenburg getragen, das AWO-Jugendhaus Bad Blankenburg ist der Hauptkoordinator. Die „Jungleweek“ besteht aus vier Tagen voller Angebote, Workshops und einem Bühnenprogramm für, von und mit Kindern und Jugendlichen auf dem Marktplatz von Bad Blankenburg. Jugend- und Soziokulturen spielen z. B. mit Rap, Graffiti und Tanzangeboten eine große Rolle. Die künstlerischen und kulturellen Projekte leben von der aktiven Beteiligung der jungen Menschen. Sie sollen Impulse zu einer aktiven Freizeitgestaltung und Partizipation geben. Jährlich zählt die „Jungleweek“ zwischen 3.000 und 5.000 Gäste.

Die AWO-Erzieherin Diana Menge sorgte mit ihrer Band „The Crazy Sunglasses“ für gute Stimmung im Kaisersaal

Treffen der AWO-Fördervereine Zu einem ersten Erfahrungsaustausch der AWO-Fördervereine hat die Koordinierungsstelle Ehrenamt des AWO-Landesverbandes Anfang November nach Erfurt eingeladen. Die Teilnehmer erwartete ein umfangreiches Programm: eine Analyse der Ehrenamtszahlen bei der AWO Thüringen, Informationen zu Fördermöglichkeiten über die Thüringer Ehrenamtsstiftung, den Fonds „Soziale Innovationen“ des Landesverbandes und über die Aktion Mensch. Trotzdem blieb ausreichend Raum für ein erstes Kennenlernen sowie individuelle Fragen und Fallbeispiele

der Fördervereinsvertreter. Gerade den gemeinsamen Austausch über Ideen und Erfahrungen aus der Arbeit im Förderverein empfanden alle als bereichernd. Der Fördervereinserfahrungsaustausch soll künftig, analog zum bereits etablierten Erfahrungsaustausch der Ortsvereine, regelmäßig einmal im Jahr stattfinden. Teilnehmen können Vertreter aller Thüringer AWO-Fördervereine.

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Neues Ortsjugendwerk und Doppeljubiläum im AWOKinderheim „Walter Riedel“ Das AWO Kinder- und Jugendheim „Walter Riedel“ in Greiz hat im September sein 120-jähriges Bestehen und gleichzeitig 25 Jahre AWO-Trägerschaft gefeiert. Am gleichen Tag wurde außerdem ein neues Ortsjugendwerk gegründet. Unter dem Beifall vieler Gäste ließen die Jungen und Mädchen bunte Luftballons mit Glückwünschen in den Himmel steigen. Zum Fest gab es außerdem eine große Geburtstagstorte mit dem Schriftzug „25 Jahre AWO“. Das Neugernsdorfer Schalmeienorchester samt ihrer „Tanzmäuse“ sorgten für das Festprogramm.

Kreisverbandes dankten AWO-Präsidentin Katrin Liebetrau und der Vorstandsvorsitzende Enrico Heinke allen Mitarbeitern des Hauses. Anschließend konnten alle Interessenten die modern ausgestattete Einrichtung anschauen und mit den Kindern ins Gespräch kommen. In der AWO-Einrichtung werden derzeit 14 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren betreut.

Die neue Ortsjugendwerksvorsitzende Angelina Barth mit der Thüringer Finanzministerin Heike Taubert, dem Greizer Bürgermeister Alexander Schulze und Vertretern der AWO Greiz

Ballons mit Glückwunschen fliegen in den blauen Himmel Unter den Besuchern waren auch die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert, der Greizer Bürgermeister Alexander Schulze sowie Vertreter des Lionsclubs, die mit ihren Glückwünschen auch Geschenke überreichten. Seitens des

Glückwünsche erhielten auch die fünf Jugendlichen, die am selben Tag ein Ortsjugendwerk rund um die Einrichtung gründeten. Die Jugendwerkler haben viele Ideen. Sie wollen etwa Berufstage und Ausflüge organisieren und sich in die Stadtentwicklung von Greiz einbringen. Zwei Vertreter des Ortsjugendwerkes haben bereits an der Erlebniskonferenz des Landesjugendwerkes am 27. Oktober in Jena teilgenommen.

Richtfest im „Wohnen für Demenzkranke“ in Jena Die AWO Jena-Weimar hat am 25. Oktober den Richtkranz für das Wohn- und Pflegezentrum für an Demenz erkrankte Menschen am Salvador-Allende-Platz in Jena-Lobeda gehisst. Ab Mitte 2019 sollen hier Betroffene ein geschütztes Zuhause finden. Es werden zwei betreute Wohngruppen für jeweils zwölf demenziell erkrankte Bewohner gebaut. Auch das Umfeld wird entsprechend ihrer Bedürfnisse gestaltet. Dazu entstehen 20 Apartments für Angehörige, die in der Nähe ihrer erkrankten Verwandten wohnen möchten. Der grüne Innenhof soll ein geschützter Ort der Begegnung werden. In das Zentrum ziehen außerdem eine Allgemeinarztpraxis, der ambulante AWO-Pflegedienst und das Bistro „Herzbar“ mit einem gastronomischen Angebot für die Nachbarschaft in Jena-Lobeda ein. Supermärkte, andere

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Geschäfte und das Universitätsklinikum befinden sich in unmittelbarer Nähe. Das Objekt wird von der jenawohnen GmbH nach den Plänen des Dresdner Architekturbüro Cooperation 4 gebaut. jenawohnen sieht sich in der Verantwortung, auch den Mietern, die nicht mehr allein leben können, passenden Wohnraum anzubieten. „Wir wollen den Betroffenen ein innovatives Wohnkonzept bieten, das die Normalität des täglichen Lebens bewahrt und gleichzeitig ein privates und sicheres Wohnen in der Gemeinschaft ermöglicht“, sagt Geschäftsführer Tobias Wolfrum. Die AWO Jena-Weimar ist bereits Träger von drei Seniorenzentren. In Magdala entsteht zudem ein weiteres Kompetenzzentrum Pflege.


awo engagiert /

Im Ehrenamt vorgestellt: Ferras Bakr aus Syrien „Ich möchte ein Beispiel dafür sein, dass Ausländer nicht nur nehmen, sondern auch geben.“ Seit einem halben Jahr gibt es im AWO-Teilhabezentrum für psychisch kranke Erwachsene in Bad Salzungen jeden Montag arabisches Essen. Ferras Bakr kocht dann ehrenamtlich für die Besucher. Es ist eine von zwei Mittagsmahlzeiten in der Woche, die die Besucher der Einrichtung in Eigenregie zubereiten. Einkaufen, kochen, abwaschen – das ist wichtig für sie und bedeutet ein Stück Normalität. Viele von ihnen leiden an psychischen Erkrankungen wie Borderline, Depression oder bipolaren Störungen. Ferras Bakr ist Syrer. Seit fast zwei Jahren lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Deutschland. „Niemand ist glücklich, wenn er seine Heimat verlassen muss, seine Familie, seine Freunde, die Berge, das Wetter“, sagt der 33-jährige Kurde. Der Grund für seine Flucht aus Afrin seien vor allem seine Kinder gewesen. „Sie brauchen eine Zukunft. Es gibt dort kein Krankenhaus, keine Schule. Das Land ist nicht sicher genug, um dort zu leben.“

sie. Viele Zutaten bekommt er nur in einem Spezialgeschäft in Eisenach. Aber der Koch lässt auch mal ein Gewürz weg, wenn es den Besuchern zu scharf wird, da gehen beide Seiten gern aufeinander zu. Und Bakr lernt im Teilhabezentrum nebenbei auch fleißig Deutsch. Von seinen Sorgen um die Zukunft merkt man ihm beim Kochen nichts an. Dabei läuft die Aufenthaltsgenehmigung für seine Familie bald aus. Er hofft auf eine dreijährige Verlängerung. „Bei vielen Deutschen haben Flüchtlinge kein so gutes Image. Ich möchte ein Beispiel dafür sein, dass Ausländer nicht nur nehmen, sondern auch geben“, sagt Bakr. Es ist seine Art, Danke zu sagen für die Hilfe, die er nach der Flucht in Deutschland bekommen hat. Und er schmunzelt: „In Syrien gibt es ein Sprichwort: Der kürzeste Weg, um Freundschaft zu schließen, geht durch den Magen.“

Der quirlige Koch, der in Syrien eigentlich kaufmännischer Angestellter bei Samsung war, schon als Fremdenführer gearbeitet hat und Arabisch, Englisch, Kurdisch und Türkisch spricht, kommt bei den Besuchern des Teilhabezentrums gut an. Er scherzt gern und oft läuft laute Musik in der Küche. „Ich bin ein lustiger Typ, die Besucher haben Spaß mit meiner Persönlichkeit. Ich bin auch nicht der typische Mann, der seine Frau im Haushalt alles machen lässt. Momentan habe ich keinen Job, also kann ich ihr auch helfen“, stellt er fest. „Wir finden es cool, dass er bei uns ist. Das Essen findet man sonst nirgends“, sagen die Besucher. Tatsächlich ist das Kochen mit Ferras Bakr fast ein kulinarisches Abenteuer für

Ferras Bakr bringt sich ehrenamtlich mit seinen Kochkünsten ein

Jugendwerk auf Erlebnisfahrt nach Lauscha Zu einer Erlebnisfahrt „Dem Glas auf der Spur“ hatte das Landesjugendwerk der AWO in Kooperation mit dem Ortsjugendwerk Lauscha und der AWO-Begegnungsstätte Obermühle am 10. November eingeladen. Mit einem Bus sind 24 Teilnehmer in die Glasbläserstadt am Rennsteig gefahren. Vor Ort konnten sie dabei zusehen, wie aus Sand und Hitze erst Glas und in weiteren Arbeitsschritten schöne und nützliche Gegenstände entstehen. Nach einem Mittagsimbiss besuchten die Teilnehmer die AWO-Begegnungsstätte Obermühle in Lauscha und haben eigene Glaskugeln bemalt. Die Teilnehmer schmiedeten gleich Pläne für die nächste Fahrt, etwa einen Besuch im Bundestag oder zur Produktionsstätte der Anker-Bausteine in Rudolstadt.

Handwerkskunst erleben in Lauscha

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Bootsprojekt: Selbst die „Titanic“ ging nicht unter Erfurt ist nun um einige Kanuten reicher: Die Kinder und Jugendlichen aus den AWO-Heimen „Haus Schillerstraße“ und „Ringelberg“, der AWO-Schule „Kleeblatt“ und der AWOTagesgruppe „Sofioter Straße“ haben jeweils innerhalb einer Woche ein seetüchtiges Kanu gebaut. Die Kinder und Betreuer der Einrichtungen sind täglich nach Sangerhausen gefahren und haben buchstäblich aus einem Haufen Holz ihre eigenen Kanadier geschaffen. Fachkundige Anleitung kam von den Männern der Bootswerft „Classicboote“, die eigentlich Motorboote restaurieren. Gemeinsam hobelten, sägten, schliffen, schraubten, lackierten und strichen alle an ihrem Boot. Das war harte Arbeit und getreu dem Motto „Wir sitzen alle in einem Boot“, mussten sich alle aufeinander verlassen können. Zwischendurch gab es Spiel und Spaß, etwa beim Baden im großen Pool, der eigentlich zum Testen der Boote dient. Am Ende der Woche konnten die Gruppen ihr Kanu zu Wasser lassen. Die Bootsbauer aus Sangerhausen gaben letzte Anweisungen. Der Test zeigte: Die Kinder hatten gute Arbeit geleistet. Selbst das „Titanic“ genannte Kanu der Gruppe aus dem „Haus Schillerstraße“ hat anders als sein berühmter Namensvetter die erste Fahrt gut überstanden. Eine besondere Mutprobe war das freiwillige Kentern der Boote, bei dem alle über Bord gehen mussten. Dabei haben die Teilnehmer gelernt, wie sie das über vier Meter lange Boot bergen können, auch wenn es voll Wasser gelaufen ist. Viel Herzblut haben die Kinder und Jugendlichen in diesen Projektwochen in ihre Boote gesteckt und Verantwortung übernommen. Selbst ein Boot bauen zu können, das stärkt das Selbstbewusstsein. Auch die Arbeit im Team hat Spaß gemacht und es klappte alles, weil sich alle an die Absprachen gehalten haben. Denn wer mit einem Kanu aufs Wasser geht, muss kooperieren und einen guten Gleichgewichtssinn haben, sonst gehen alle baden. Möglich wurde das außergewöhnliche Bootsprojekt des AWO-Jugendhilfeverbunds Erfurt durch Gelder aus dem

Aus eifriger Handarbeit …

… entstehen schwimmfähige Kanus AWO-Sterntalerfonds, durch Eigenmittel und Spenden. Wenn im nächsten Jahr auch das Boot der Tagesgruppe fertiggestellt ist, werden alle vier Kanus im Alperstedter See getauft.

Hier war der Name nicht Programm: Die Titanic absolvierte ihre Jungfernfahrt mit Bravour

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Neuer Vorstand im Landesjugendwerk Am 16. November haben die Delegierten der Ortsjugendwerke im zweiten Anlauf bei ihrer Erlebnis:Konferenz einen neuen Vorstand im Landesjugendwerk gewählt und über richtungsweisende Anträge entschieden. Der Einladung zu einer ersten Erlebnis:Konferenz am 27. Oktober waren nur einige Delegierte der Ortsjugendwerke, dafür jedoch auch AWO-Mitglieder unter 30 Jahren und Gäste des AWO-Jugendwerkes Dresden gefolgt. Die Konferenz war somit nicht beschlussfähig. Mitte November hat es geklappt und der neue Vorstand mit der Doppelspitze Lotta Kirzeder und Falko Schmidt als Vorsitzende, den Mitgliedern Kevin Lubadel, Dilara Münch, Adel Jrab, Gülistan Kisauglu sowie den Revisoren Michael Liese, Maximilian Schiller und Miriam Pütz hat das Amt angenommen. Er wird die 14 Beschlüsse der Konferenzteilnehmer zu den Anträgen beraten und umsetzen. So soll beispielsweise ein gemeinsamer Online-Terminkalender für alle Ortsjugendwerke und das Landesjugendwerk eingerichtet werden. Auch zukünftig werden auf Beschluss der Konferenz die Erlebnis:Konferenzen an unterschiedlichen Orten stattfinden, ein Antrag auf einen zentralen Veranstaltungsort Erfurt haben die Delegierten abgelehnt.

Mit dem neu gegründeten Jugendwerk in Greiz gehören nun 10 Ortsjugendwerke zum Landesjugendwerk der AWO Thüringen. Weitere Informationen gibt es unter www.jw-zukunft.de

Der neue Vorstand des Landesjugendwerk

AWO im Gespräch: Mehrgenerationenwohnen versus betreutes Wohnen „Mehrgenerationenwohnen versus betreutes Wohnen – Eine Antwort auf veränderte Familienstrukturen?“ lautete das Thema eines Podiums von Fachleuten, zu dem der AWO Landesverband Mitte Oktober in das Café Franz Mehlhose in Erfurt eingeladen hat. Über 50 Interessierte aus der AWO, Wohnprojekten und Wohnungsgenossenschaften nahmen an der Diskussion teil, darunter auch mehrere AWO-Quartiersmanager. Hinter den Schlagwörtern Familie, Pflege und Demografie verbirgt sich die größte sozialpolitische Verantwortung der kommenden Jahrzehnte. AWO-Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann betonte in seiner Einführung, dass die meisten Menschen auch im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen wollen. „Um die Gemeinschaft und das nachbarschaftliche Miteinander zu stärken, braucht es nicht nur Wohlfahrtsverbände, sondern auch Genossenschaften und Privatinitiativen“, verwies er auf die gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung. Zum Thema diskutierten die Experten Alexander Nöhring vom Zukunftsforum Familie (ZFF), Dr. Josef Bura als Vorsitzendem vom Forum Gemeinschaftliches Wohnen e. V., Jochen Strauch von der Kreiswohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft mbH Siegen, Dr. Fridrun Schreiber von Konvoi Potsdam e. V., Bruni Scheibe und Marita Scherr aus der Hausgemeinschaft Pauluscaree in Bielefeld und Ulla Schauber von Wohnstrategen e. V. aus Weimar. Gerade vor dem gewandelten Bild der Familie und

deren Herausforderungen näherten sich die Teilnehmer der Frage, ob Mehrgenerationenwohnen zu einer Entlastung von Familien beitragen kann. Die positiven Beispiele aus Potsdam und Bielefeld wirkten ermutigend, sind aber bisher Modellprojekte. Der politische Wille und die wichtige rahmengebende Rolle von Kommunen bleiben wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich soziale Verbände, auch über das Quartiersmanagement, hier stärker engagieren können. Denn diese Aufgabe schafft keine Gruppe allein. Die AWO wird mit den „Wohnstrategen“ aus Weimar zukünftig zusammenarbeit, um entsprechende Projekte zu entwickeln.

Die Experten stellten sich den Fragen des Publikums

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Neuer AWO Förderverein „Alte Schule Wallrabs“ Unter dem Dach des AWO Regionalverbandes Süd-West-Thüringen hat sich Ende September ein neuer Förderverein in Wallrabs gegründet. Schon am ersten Abend zählte er 30 Gründungsmitglieder. Den Vorsitz übernahm Jens Roterberg, Stellvertreter wurde Michael Bumann und Kassierer André Wagner. Annette Pfumpfel, Ralf Bumann, Marie-Theres Beyer, Benjamin Amthor, Heike Bartel und Andrea Florschütz gehören dem Vorstand als Beisitzer an. „Das Projekt ist sicher ehrgeizig. Aber uns als AWO-Regionalverband wird es gelingen, mit Hilfe aller Wallrabser und der Stadt, das Haus als AWO-Begegnungsstätte zu sanieren und wieder zu einem lebendigen und sehenswerten Ortsmittelpunkt zu machen“, ist sich der AWO-Regionalverbandsvorsitzende Dr. Karl-Heinz Stengler sicher. Bürgermeister Holger Obst, der Heimatverein und der Kirmesverein und die Folkloretanzgruppe von Wallrabs hatten bereits mehrere Anläufe unternommen, um das Objekt zu erhalten. Sie scheiterten allesamt. Nun ist ein Antrag auf 120.000 Euro Fördermittel bereits gestellt. Bauexperten der AWO und Planer des Architekturbüros „Projektscheune St. Kilian“ haben das Projekt auf sichere Füße gestellt. Ziel ist, die Sanierung in mehreren Bauabschnitten durchzuführen. Am Anfang werden die Statik des alten Fachwerkhauses, der Sanitärtrakt und der Rückbau der alten Feuerwehrhalle zur Abstellhalle stehen. Beim Innenausbau helfen dann die Vereine mit. Die Stadt

ihrerseits beabsichtigt, das Objekt dem Förderverein zu übertragen. Die Seniorenwandergruppe, die Seniorengymnastikgruppe und die Seniorentanzgruppe der AWO werden gemeinsam mit dem Wallrabser Heimatverein, dem Kirmesverein und der Folkloretanzgruppe die „Alte Schule“ nutzen. Dazu kommt ein Provinzkino. Neben der Vereinstätigkeit profitiert auch der Stadtteil von Veranstaltungen, wie Vorträgen, Chorproben, Tanztees und einem Beförderungsdienst. Der AWO Regionalverband Süd-West-Thüringen e. V. hat 16 Orts- und Fördervereine mit rund 600 Mitgliedern.

Der Förderverein am Gründungstag

Anker-Baukasten zum Bauhausjubiläum 2019 Für die Ankerstein GmbH war es eine Ehrensache, zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum 2019 eine Sonderedition ihrer Baukästen herauszubringen. Schließlich war BauhausGründer Walter Gropius ein Fan der Bausteine aus Leinöl, Quarzsand und Kreide. Weimar liegt zudem nicht weit. „Architekt“ des Bauhaus-Jubiläumsbaukastens ist Andreas Abel. Mit den 86 Steinen lässt sich ein Modell des „Musterhaus am Horn“ bauen. Das Original entstand für die erste Bauhausausstellung 1923 in Weimar.

Menschen mit Handicap einstellen. Die Manufaktur kann inzwischen auch wieder das volle Baukastenprogramm anbieten. Neben den klassischen Zielgruppen sollen zukünftig besonders die Märkte Pädagogik und Therapie bedient werden. Denn die Steine eignen sich beispielsweise auch sehr gut für die Förderung von Kindern mit einem Aufmerksamkeitsdefizit, die Rehabilitation oder für Menschen mit Demenz. Nähere Informationen gibt es unter www.ankerstein.de

Schon Albert Einstein, Erich Kästner oder Bill Clinton haben mit Anker-Bausteinen konstruiert. Die Rezeptur wurde 1875 von den Gebrüdern Otto und Gustav Lilienthal nach dem Vorbild der Fröbelschen Holzbausteine entwickelt. Danach werden sie bis heute aus 100 Prozent natürlichen Materialien hergestellt. Die Spielzeugmanufaktur ist ein Tochterunternehmen der AWO Rudolstadt, die 2017 eine der ältesten Spielzeugmarken Thüringens nicht einfach untergehen lassen wollte. Der Betrieb setzt auf Inklusion und will hier insbesondere

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Das Musterhaus am Horn


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Zukunftskonferenz und neuer Vorstand im AWO Regionalverband Süd-West-Thüringen e. V. Zu einer Zukunftskonferenz haben sich Ende September AWOMitglieder aus 16 AWO-Orts- und Fördervereinen des Regionalverbandes Süd-West-Thüringen getroffen. Als Vertreter des AWO-Landesverbandes nahm auch Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann an der Konferenz teil. Der AWO-Regionalverband ist in den vergangenen Jahren um einige Vereine gewachsen und wird zukünftig auch im Wartburgkreis aktiv werden. In der Begegnungsstätte des AWO-Seniorenzentrums Meiningen wurden daher Fragen zur Zukunft des Verbandes sowie die Vorstellungen und Wünsche der Orts- und Fördervereine diskutiert. Wichtige Themen waren u.a. die Gewinnung von neuen Mitgliedern, die Beschaffung von Finanzen, die Entwicklung neuer Aktivitäten und Angebote, die Öffentlichkeitsarbeit und Weiterbildung. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christine Voigt, einer freiberuflichen Referentin, die alle Ergebnisse der regen Diskussion festhielt. Die Zukunftskonferenz wurde gefördert durch das Projekt „ZukunftsChancen“ des AWO-Landesverbandes Thüringen. Am 16. November wurde in Suhl zudem ein neuer Vorstand für den Regionalverband gewählt. Dazu sind auch der AWO-Landesvorsitzende Werner Griese und AWO-Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann nach Suhl gekommen. Der bisherige Vorsitzende Dr. Karl-Heinz Stengler wurde im Amt bestätigt. Petra Eichhorn vom Ortsverein Römhild ist stellvertretende Vorsitzende.

Gertraude Eck begrüßt die Teilnehmer der Zukunftskonferenz

Der neue Vorstand für den Regionalverband

Zweiter CAP-Lebensmittelmarkt der AWO in Rudolstadt eröffnet Der AWO-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt hat am 18. Oktober einen weiteren CAP-Markt im Rudolstädter Stadtteil Volkstedt-West eröffnet und damit eine Versorgungslücke im Wohngebiet geschlossen. Ein erster Markt läuft bereits seit 2016 erfolgreich in Saalfeld. Auch im neuen Markt sind etwa die Hälfte der Beschäftigten Menschen mit einer Behinderung. Die Angestellten schätzen die gemeinsame Arbeit nach dem Inklusionsgedanken und die Kunden das Angebot „um die Ecke“ und den Service. Selbstverständlich ist der gesamte Lebensmittelmarkt barrierefrei gestaltet und die Parkplätze sind breit, damit auch Menschen mit Beeinträchtigungen bequem aus dem Vollsortiment wählen können. Über 8.000 Artikel, geliefert von EDEKA und regionalen Produzenten, werden angeboten, von Nahrungsmitteln, Getränken und Backwaren bis hin zu kleinen Snacks und Kaffee. Geplant ist zukünftig noch ein Lieferservice.

Vorderansicht des neuen CAP-Marktes in Volkstedt-West

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Erste Mieter in der AWO-Wohnanlage in Eisenberg Mitte Oktober sind die ersten Mieter in die neu gebaute barrierefreie Wohnanlage im Sozialzentrum der AWO Saale-Holzland in der Klosterlausnitzer Straße in Eisenberg eingezogen. Auch Marie Voigt zählte zu jenen ersten Mietern und wurde persönlich von Angelika Müller, der stellvertretenden Geschäftsführerin des Kreisverbandes begrüßt. Zum Einzug überreichte sie ihr ein Exemplar der gerade erschienenen Chronik der AWO im Saale-Holzland-Kreis. Frau Voigt hat sich schnell eingelebt und ihre Wohnung fertig eingerichtet. Sie hatte auf der Suche nach einer barrierefreien Wohnung auch ein anderes Objekt besichtigt, aber die neue AWO-Wohnanlage hatte ihr einfach besser gefallen. Die Nachfrage nach den barrierefreien Wohnanlagen ist groß. Die letzten Mieter werden zum 1. Januar einziehen. Dann ist der Neubau mit 24 Wohnungen und einem Gewerbeanbau für ein Unternehmen bereits voll belegt. Zwei große Zwei-Raum-Wohnungen sind rollstuhlgerecht. Die Mieter haben einen Abstellraum in einem Nebengebäude und im Innenhof gibt es Parkplätze. Direkt vor und hinter dem Haus arbeiten die Gärtner auf Hochtouren und

Angelika Müller begrüßt Marie Voigt in der neuen Wohnanlage baggerten noch im Oktober Erde. Hier entsteht ein Park, der jedoch sicher erst im Frühjahr richtig grün wird. Die AWO Saale-Holzland hat in das Objekt rund 3,3 Millionen Euro investiert.

AWO Sonneberg: Projekt „Respect Coaches“ gestartet Felix Kiefel aus Sonneberg ist einer von acht „Respect Coaches“, die in Thüringen ihre Arbeit aufgenommen haben. Der Sonneberger AWO-Geschäftsführer Jürgen Kraft hat gemeinsam mit Schulleiterin Steffi Köthe von der Regelschule „Cuno Hoffmann“ und Klaus Stark von der Diakonie als Träger der schulbezogenen Jugendsozialarbeit vor Ort eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Das Projekt „Respect Coaches/Anti-Mobbing-Profis“ wird bundesweit mit derzeit 200 Coaches an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen durchgeführt. Neben Felix Kiefel von der AWO Sonneberg ist auch bei der AWO Jena-Weimar ein Coach aktiv. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Die Coaches sind erste Ansprechpartner, wenn es um gemeinsame Schulprojekte oder die individuelle Beratung und sozialpädagogische Begleitung von Schülern und Eltern geht. Damit sollen die Schüler Vorurteile abbauen, Meinungen diskutieren, Positionen finden lernen und an gemeinsamen Lösungen arbeiten. Das Präventionsprogramm unterstützt Schulen dabei, Toleranz und Demokratieverständnis zu fördern und Hass und Gewalt gegenüber Andersgläubigen einzudämmen. Die Jugendmigrationsdienste (JMD) setzen das Programm vor Ort mit den Schulen und weiteren Trägern um. Das Projekt passt perfekt zu der Schule, die zunehmende Probleme mit Gewalt und bei der Integration ausländischer Schüler hatte. Auch in Punkto Elternarbeit läuft nun vieles besser. Felix Kiefel hat Sprechzeiten eingerichtet und gemeinsam mit einem externen Anbieter ein theaterpädagogisches Angebot an der Cuno-Hoffmann-Schule gestartet.

Felix Kiefel vor dem von Schülern gestalteten Bauwagen „Bob“

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Bewohner der Heilpädagogischen Wohnstätte Wurzbach wandern mit Bodo Ramelow

Die Wandergruppe mit ihrem Wanderführer Siegfried Heertsch und dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow Die Bewohner und Mitarbeiter der Heilpädagogischen Wohnstätte der AWO in Wurzbach sind am 14. September gemeinsam mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow rund um die „Pulvermühle“ gewandert. Für sie war es ein besonderes Erlebnis, den Thüringer Regierungschef einmal ganz persönlich kennenzulernen. Auf dem Weg gab es dazu jede Menge Möglichkeiten, egal, ob beim gemeinsamen Erkunden und Klettern oder bei Gesprächen und Geschichten. Der ausgebildete Wanderführer Siegfried Heertsch aus Wurzbach organisierte für die Jugendli-

chen und jungen Erwachsenen der Wohnstätte auch diese Tour durch die Natur. Zum Abschluss gab es eine gemeinsame gemütliche Brotzeit im Garten der Familie Heertsch. Träger der Heilpädagogische Wohnstätte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Wurzbach ist die AWOSaale-Orla. In der Einrichtung werden 24 Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung im geistigen oder im geistigen und körperlichen Bereich bis zum Ende der Schulzeit betreut und auf den Übergang in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung vorbereitet.

Manege frei! – Zirkuswoche in Rudolstadt Jongleure, Einradfahrer und andere Akrobaten haben im September in der Aula der Friedrich-Adolf-Richter-Schule der AWO Rudolstadt vor 250 Zuschauern eine große Show präsentiert. Das waren jedoch keine Zirkusprofis, sondern 60 Rudolstädter Kinder zwischen acht und elf Jahren. Bei den Experten des Kinder- und Jugendzirkus TASIFAN aus Weimar haben sie zuvor in Workshops eine Woche lang alles Nötige gelernt. Mitgemacht haben Kinder aus stationären AWOJugendhilfeeinrichtungen und dem benachbarten Förderzentrum, aber auch viele Kinder aus ganz Rudolstadt. Dafür hat das AWO-Quartiersmanagement aus VolkstedtWest Sorge getragen, unter dessen Federführung sich viele lokale Initiativen am Zirkusprojekt beteiligten. Zirkuspädagogik ist ein idealer Rahmen, um vor allem Kindern aus schwierigen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund einen barrierefreien Zugang zu kultureller Bildung zu ermöglichen.

Tolle Stimmung beim Zirkusfest

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AWO saniert ehemaliges Gymnasium in Pößneck Am Pößnecker Schillerplatz wird bald gebaut: Der leerstehende Schulbau von 1830 soll eine neue Bestimmung erhalten. Dafür hat die AWO Saale-Orla im November vom Thüringer Infrastrukturstaatssekretär Dr. Klaus Sühl feierlich die Fördermittelbescheide entgegengenommen. Rund 5,5 Millionen Euro wird die Sanierung kosten. 4,4 Millionen Euro davon kommen aus Wohnungs- und Städtebaufördermitteln, 300.000 Euro von der Stadt. Die restlichen 1,1 Millionen Euro stemmt die AWO. Das Bauvorhaben ist umfangreich: Im Erd- und Dachgeschoss der ehemaligen Penne werden acht barrierefreie Wohnungen entstehen. In der ersten und zweiten Etage sind zwei Seniorenwohngemeinschaften mit elf bzw. acht Apartments geplant. Die straßenseitige Fassade soll in ihrer historischen Ansicht erhalten bleiben, der Innenhof wird jedoch komplett umgestaltet. Die Turnhalle wird für 1,3 Millionen Euro saniert und steht ab 2021 lokalen Vereinen zur Verfügung. Der stellvertretende Landrat Jürgen Haupt und Bürgermeister Michael Modde würdigten das Engagement der AWO, die

Staatssekretär Dr. Klaus Sühl übergibt den Förderbescheid an Geschäftsführer Ulf Grießmann und Bürgermeister Michael Modde mit dem Umbau des alten Gymnasiums nach der Sanierung der Schloss-Schule in Neustadt und dem Wohnkomplexen „Breite Straße“ und „Jüdeweiner Blick“ in Pößneck ein weiteres Millionenprojekt in Angriff nimmt. Auch in der Saalfelder Straße 46 in Pößneck will die AWO bauen. Hier sollen 25 Wohnungen für Menschen mit einem individuellen Hilfebedarf entstehen.

Soziale Weihnachten in der AWO Kita „Hüttengeister“ Seit Jahren beteiligt sich die AWO Kita „Hüttengeister“ in Lauscha an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Das Team um Einrichtungsleiterin Brit Wagner thematisiert besonders in der Vorweihnachtszeit das Teilen und Helfen kindgerecht. In den Gruppen wurden Geschenke für arme

Kinder gesammelt: Spielsachen, Lernmaterial, Kosmetik sowie warme Schals und Mützen. Liebevoll haben die Kinder Päckchen gepackt und an die zentrale Sammelstelle in Sonneberg gegeben. Von hier aus gehen sie in viele Länder der Welt, um dort Kinder zu Weihnachten zu erfreuen.

Kita „Sonnenblume“ in Gera ist bewegungsfreundlich Die integrative Kita „Sonnenblume“ des AWO-Stadtverbandes Gera hat das Qualitätssiegel „Bewegungsfreundliche Kindertagesstätte bis 2021“ des Landessportbundes Thüringen und der Thüringer Sportjugend überreicht bekommen. Die Kita ist von Beginn der Initiative dabei, für sie ist es bereits die zehnte Verlängerung. Martina Schütz von der Geraer Sportjugend überraschte die Kinder und Leiterin Carmen Pestel außerdem noch mit einigen Sportgeräten. Die Kinder bedankten sich für die Ehrung: natürlich mit einem Bewegungsprogramm. Sport, Spiel, Bewegung und gesunde Ernährung sind in der Kindertagesstätte seit jeher wichtige Bildungsinhalte, die auch im Konzept verankert sind. Täglich gibt es ein Bewegungsangebot, angeleitet durch die Erzieher und das Maskottchen „Murmel“. Die Räume sind sparsam möbliert und bieten flexiblen Platz für Bewegung. Es gibt extra Bewegungsdielen mit Möglichkeiten zum Klettern und Hangeln und auf den Fußböden aufgeklebte Markierungen, die die Kinder zum Hüpfen, Springen und Balancieren motivieren. Die Kleinsten laden Bodenmatten zum Rollen und Krabbeln ein. Überall können sich die Kinder frei bewegen und ihre Bewe-

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gungsideen umsetzen. Bewegung spielt für die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, ihre Wahrnehmung und ihr Denken eine wichtige Rolle und ist in den gesamten Tagesablauf integriert. Die Kita arbeitet dabei auch erfolgreich mit dem Lusaner Sport Club 1980 e. V. zusammen.

Die Kinder freuen sich über neue Sportgeräte


kurz notiert / Wiehe & Römhild / „Haus der kleinen Forscher“

Familie Hemmann aus dem AWO-Ortsverein Gößnitz hat Ende August der AWO-Ortsgruppe Bad Ems und der Vereinigung der „Roten Bänder“ beim diesjährigen 55. Blütenfest geholfen. Sie waren dort im Urlaub, als die Vorbereitungen zum Festumzug liefen. Natürlich fassten sie mit an und schmückten mit den AWO-Freunden fünf Stunden lang den AWO-Festwagen mit drei Quadratmetern Dahlien.

Die AWO Kitas „Löwenzahn“ aus Wiehe und „Charlottenheim“ aus Römhild sind mit dem Siegel „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet worden. Für die Römhilder Einrichtung war es die erste, für die Kita Wiehe bereits die vierte erfolgreiche Zertifizierung. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) Einrichtungen, die sich in besonderem Maße der frühkindlichen Bildung in den Bereichen Technik und Natur widmen. In beiden Kitas gibt es pädagogische Fachkräfte, die speziell von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ für das Experimentieren und Erkunden mit den Kindern qualifiziert wurden und regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen. Sie organisieren für die Kinder Wald- und Forschertage oder experimentieren mit ihnen in der Kinderwerkstatt.

Wonneburg und Dieter Hemmann aus Gößnitz

Bildungsminister Helmut Holter übergibt die Zertifikate an die beiden AWO-Kitas aus Römhild (links) und Wiehe

Eisenach / Jugendclub „East End“ erhält Eisenacher Ehrenamtspreis Am 23. November hat das AWO Kinder- und Jugendhaus „East End“ von der Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf den Ehrenamtspreis der Stadt erhalten. Damit wird das generationenverbindende Projekt „Jung trifft Alt“ gewürdigt, das der Jugendclub seit 2017 mit der Volkssolidarität durchführt.

impressum

Gößnitz & Bad Ems / AWO überall in Deutschland

Herausgeber: AWO Landesverband Thüringen e. V. Juri-Gagarin-Ring 160 99084 Erfurt Tel.: 0361 21031-0 Fax: 0361 21031-149 E-Mail: informativ@awo-thueringen.de Internet: www.awo-thueringen.de Verantwortlich: Ulf Grießmann, Landesgeschäftsführer Redaktion: AWO Landesverband Thüringen e. V. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften zu kürzen oder Informationen zu verarbeiten. Gestaltung: bernoh, Berlin, www.bernoh.de

Oberbürgermeisterin Katja Wolf (l.) überreicht den Eisenacher Ehrenamtspreis

JenaW / AWO Jena-Weimar vergibt Preis für ehrenamtliches Engagement Bereits zum 20. Mal hat die AWO Jena-Weimar zusammen mit der Stadt Jena einen Ehrenamtspreis vergeben. Gewürdigt wurden Sonja Schiffner, Marion Clausing, Dieter Mäs und Stephan Rinck für ihr herausragendes bürgerschaftliches Engagement.

Bildnachweis: S. 8 © www.serviceagentur-demografie.de S. 18 © G. Bertram S. 20 © OTZ Angelika Munteanu Herstellung: Druckerei Citydruck & Verlag GmbH Erfurt Auflage: 10.000 Stück Erscheinungsweise: AWO informativ erscheint 4x im Jahr, z.T. mit Sonderbeilagen. Das Entgelt ist im Mitgliedsbeitrag bereits enthalten. Der AWO Landesverband Thüringen bekennt sich ausdrücklich zum Gender-Mainstreaming. Aus Gründen der Lesbarkeit wird im AWO informativ jedoch hauptsächlich die männliche Schreibweise verwendet.

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Profile for AWO Landesverband Thüringen e. V.

AWO informativ die Mitgliederzeitschrift des AWO Landesverbandes Thüringen Ausgabe 4/2018  

Die Mitgliederzeitschrift des AWO Landesverbandes Thüringen berichtet über Projekte und Veranstaltungen aus den AWO-Kreisverbänden und Einri...

AWO informativ die Mitgliederzeitschrift des AWO Landesverbandes Thüringen Ausgabe 4/2018  

Die Mitgliederzeitschrift des AWO Landesverbandes Thüringen berichtet über Projekte und Veranstaltungen aus den AWO-Kreisverbänden und Einri...

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