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Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V.

kompetent und herzlich

Jena

Weimar

Bad Sulza

Weißensee

Sömmerda

Sömmerda

Bad Berka

Geschäftsbericht 2012 - 2015


Geschäftsbericht 2012 - 2015 I Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V.


Einleitung

Jugend, Beratung und Bildung

Pflege und Gesundheit

Kindergärten und Frühförderung

Wirtschaft und Finanzen

Ausblick Hinweis: Im Folgenden wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.


Einleitung GruĂ&#x;worte Organisationsbericht


Grußwort Präsidium Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V. Liebe AWO-Freundinnen und Freunde, der vorliegende Geschäftsbericht gibt Ihnen einen Einblick in die Arbeit unseres Kreisverbandes in den zurückliegenden Jahren 2012 bis 2015. Er zeigt in Ausschnitten das vielfältige Spektrum unserer Aktivitäten und sozialen Dienstleistungen in unseren Verbandsgebieten Jena, Weimar, dem Weimarer Land und dem Landkreis Sömmerda und beschreibt erprobte Hilfen für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Der Bericht spiegelt die lokalen gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse aus der Sicht eines Wohlfahrtsverbandes. Die Arbeit in unseren Verbandsgebieten gestaltet sich dabei oft sehr unterschiedlich. Dies stellt uns vor Herausforderungen und ist Ansporn zugleich. Kaum ein anderes Thema hat uns im Berichtszeitraum so sehr bewegt wie die steigenden Flüchtlingszahlen in Europa. Weltweit sind rund 60 Mio. Menschen auf der Flucht. Neben großer Hilfsbereitschaft haben die Geflüchteten auch die Vorurteile und Ängste unserer Gesellschaft erfahren müssen. Der wiedererstarkte offene Rassismus und der menschenverachtende Rechtsradikalismus erschüttern uns zutiefst. Auch die AWO sieht sich in der Pflicht, diese aufkommende Wertedebatte zu führen und zu begleiten. Wir erkennen unsere soziale Verantwortung und stellen uns der öffentlichen Debatte. Dabei lassen wir uns von Werten wie Frieden, Solidarität, sozialer Gerechtigkeit, Vielfältigkeit und der unantastbaren Würde des Menschen leiten. Seit über 25 Jahren schafft unsere Arbeit die Voraussetzungen für ein integriertes Leben in der Gemeinschaft. Heute ist unser Kreisverband allerdings mehr als ein sozialaktiver Mitgliederverband; er ist ein moderner und professioneller Sozialdienstleister. Möglich machen dies unsere rund 800 hauptamtlichen Mitarbeiter. Ihre Wünsche, Vorstellungen und Ziele machen die Qualität unserer Arbeit aus – ob in den Bereichen Erziehung, Altenpflege, Beratung oder Verwaltung.

Geschäftsbericht 2012 - 2015 I Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V.

Unsere Beschäftigten in ihren beruflichen Vorhaben und Entwicklungswünschen zu fördern heißt in die AWO als Unternehmen zu investieren. Wir haben dieses Potenzial erkannt und setzen es in unserer täglichen Arbeit um. Unsere Mitglieder in den verschiedenen Ortsvereinen leisten zudem wertvolle Basisarbeit. Sie organisieren nachbarschaftliche Hilfe, geben Hilfestellung zur Selbsthilfe und vertreten soziale Interessen. Das entscheidende Kriterium für Motivation und Leistungsbereitschaft ist dabei immer die Identifikation mit dem Arbeitgeber. Wir ermöglichen und fördern diese durch eine transparente Kommunikation, ein kooperatives Miteinander und einen partnerschaftlichen Führungsstil. Die Zufriedenheit und das Vertrauen derer, die Hilfe bei uns suchen, sind oberstes Ziel unseres Handelns. Wir orientieren uns an ihren Bedürfnissen und garantieren ihnen eine individuelle Beratung, Betreuung und Pflege. All das wäre jedoch nicht zu schaffen ohne den unermüdlichen Einsatz unserer ehrenamtlichen Helfer, die dafür sorgen, dass die Hilfe auch dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird. Vielen Dank dafür! Ein besonderer Dank gilt auch denjenigen, die unsere Arbeit durch Spenden unterstützt haben oder in Gremien und Verbänden die Anliegen der Arbeiterwohlfahrt aufgegriffen, solidarisch unterstützt und gefördert haben. Als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege beteiligen wir uns an sozialpolitischen Entscheidungsprozessen, nehmen Einfluss auf die Sozialgesetzgebung und fordern soziale Rechte ein. Wir bieten Lösungen für gesellschaftliche Probleme an und arbeiten bei der Umsetzung partnerschaftlich mit allen Beteiligten zusammen. Auch künftig werden wir für eine gerechtere Welt mitdiskutieren und mitstreiten. An die Erfolge der vergangenen Jahre möchten wir auch künftig anknüpfen. Mit dem großen Engagement und Ideenreichtum unserer Mitarbeiter sind wir dabei auf einem guten Weg. Herzliche Grüße

Michael Holz, Vorsitzender des Präsidiums

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Grußwort Dr. Albrecht Schröter Oberbürgermeister der Stadt Jena Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Partnerinnen und Partner des Kreisverbandes der AWO Jena-Weimar e.V.! Die Aufgaben einer Stadtverwaltung in den Bereichen Soziales, Kinder und Jugend sowie Bildung sind enorm vielfältig und komplex. Deshalb ist die Verwaltung dankbar, mit verlässlichen, kompetenten und kreativen Partnern wie dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Jena-Weimar e.V. zusammenarbeiten zu können. Sozialverbände wie die AWO können oft besser als eine Verwaltung Fachkenntnisse mit dem notwendigen wirtschaftlichen Bewusstsein für einen effektiven Mitteleinsatz kombinieren, ohne die menschliche Dimension der Arbeit aus den Augen zu verlieren, und sind deshalb unverzichtbare Partner im alltäglichen Geschäft der Sozialwirtschaft. Der AWO-Kreisverband Jena-Weimar ist hier ein besonders wichtiger Partner, nicht erst seit den letzten fünf Jahren, sondern seit seiner Gründung Anfang der 1990er Jahre. Die Liste der gemeinsamen Projekte oder Aufgabenerledigung im Auftrag der Stadt ist sehr lang und umfasst Kindertagesstätten, eine Schule, Jugendzentren und mehrere Beratungsstellen, ein Seniorenzentrum sowie mehrere Wohnprojekte, einen Pflegedienst und eine Physiotherapie. Die Migrationsberatungsstellen gibt es nicht erst seit dem vergangenen Herbst, als die AWO aufgrund der akuten Situation die Stadt mit der Betreibung von vier Flüchtlingsnotunterkünften sehr entlastete. Der Geschäftsbericht gibt einen Einblick in die vielfältige Arbeit eines wichtigen Partners der Stadt in den vergangenen fünf Jahren.

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Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AWO für ihr tagtägliches Engagement danken. Denn die Projekte werden letztendlich durch Menschen für Menschen gestaltet. Dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Jena-Weimar e.V. wünsche ich für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg. Ich freue mich auf die weitere, exzellente Zusammenarbeit!

Mit herzlichen Grüßen Dr. Albrecht Schröter

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Grußwort Stefan Wolf Oberbürgermeister der Stadt Weimar

Sehr geehrte Damen und Herren, nah dran zu sein an den Bedürfnissen und oft auch an den Nöten der Menschen ist eine Kerneigenschaft des AWO-Kreisverbandes JenaWeimar e.V. Er stärkt seit vielen Jahren mit seiner wichtigen Arbeit die soziale Infrastruktur in Weimar. Ich denke dabei an das breite Kinder- und Jugendhilfeangebot, an die Schulen, Seniorenheime oder die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle und anderes mehr. Auch in die politische Arbeit des Stadtrates bringt sich die AWO durch ihre Beteiligung an den Ausschüssen mit ein. Sie gestaltet damit das politische und menschliche Leben in unserer Stadt an wichtigen Stellen mit. Sie ist auch von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Die AWO schafft als sozialwirtschaftliches Unternehmen hunderte Arbeitsplätze in der Stadt und darüber hinaus. Das ist gut für unsere regionale Wirtschaft. Die im Geschäftsbericht vorgelegten Zahlen werden das deutlich unterstreichen.

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Ich wünsche dem AWO Kreisverband Jena-Weimar auch im laufenden Geschäftsjahr viel Erfolg! Ihr Stefan Wolf

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Grußwort Ralf Hauboldt Bürgermeister der Stadt Sömmerda

Sehr geehrte Damen und Herren, die Arbeiterwohlfahrt als einer der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege steht für ehrenamtliche Verbandstätigkeit verbunden mit professioneller Sozialarbeit sowie sozialem Unternehmertum. In Thüringen bereits durch zahlreiche Kreisverbände, Trägerorganisationen sowie Einrichtungen und Dienste aktiv, möchte die Arbeiterwohlfahrt über ihren Kreisverband AWO JenaWeimar e.V. künftig ihren Wirkungsbereich auch auf Sömmerda ausdehnen. Über dieses Engagement freuen wir uns als Stadt sehr. Mit dem Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V. wird sich das Spektrum der Angebote insbesondere im Bereich der Pflege in Sömmerda und darüber hinaus erweitern. Als Verwaltung werden wir die notwendigen Voraussetzungen schaffen, die es unsererseits für die Umsetzung des Vorhabens des Kreisverbandes – die Errichtung eines Wohnund Pflegezentrums in Sömmerda, in dem speziell auch Menschen mit Demenz betreut werden sollen – braucht. Als Stadt Sömmerda sind wir bemüht, den Bedürfnissen einer älter werdenden Gesellschaft Rechnung zu tragen. Wir arbeiten dabei mit zahlreichen Partnern wie dem Seniorenbeirat der Stadt Sömmerda, den Wohnungsunternehmen sowie der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege zusammen. Wir freuen uns, dass nun mit dem Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V. ein weiterer kompetenter Partner hinzukommt. Gerade auch für die größer werdende Gruppe der älteren Generation ist es wichtig, Angebote zu

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schaffen, die ihrer veränderten Lebenssituation entsprechen. Dazu wird auch die AWO mit dem neuen Wohn- und Pflegezentrum einen wichtigen Beitrag leisten. Zugleich ist das Engagement der Arbeiterwohlfahrt in Sömmerda auch ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Faktor für die Stadt - werden doch mit dem neuen Projekt weitere Arbeitsplätze geschaffen. Ich wünsche der AWO mit ihrem Projekt viel Erfolg und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. Mit herzlichen Grüßen Ralf Hauboldt

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Grußwort Yvonne Helmbold Vorstandsvorsitzende Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Weimar e.G.

Seit dem 1. März 2011 wird in unserem Wohngebiet Weimar Nord erfolgreich eine Tagespflege durch die AWO betrieben und somit vielen unsere Genossenschaftler die Möglichkeit gegeben, ihre Wohnung und das vertraute Umfeld nicht verlassen zu müssen. Zusammenhalt leben wir ebenfalls seit dem 1. Januar 2016 mit einem Kooperationsvertrag zur Weiterentwicklung der sozialraumbezogenen Arbeit in Weimar West und Weimar Nord. Viele entstandene Angebote zur Kommunikation, Bewegung, Bildung und Hilfe werden schon jetzt von unseren Mitgliedern sehr gut angenommendie Gemeinschaft somit gestärkt. Unsere Verantwortung wird es weiterhin sein, unseren Mitgliedern, deren Altersdurchschnitt bei über 58 Jahren liegt, auch zukünftig durch soziales Denken und Handeln Sicherheit und Fürsorge zukommen zu lassen. Nichts anderes vertreten die Vorstände, das Präsidium, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die vielen ehrenamtlichen Helfer der AWO Jena-Weimar e.V. Dafür bedanke ich mich und wünsche Ihnen allen viel Erfolg, Anerkennung und Wertschätzung in Ihrer Tätigkeit.

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Deshalb lassen Sie uns gemeinsam auch weiterhin den Zusammenhalt mit Herz leben. „Zusammenhalt mit Herz“, so lautet der Grundsatz der Arbeiterwohlfahrt in ihrem Leitbild. Dieser Grundsatz wird seit vielen Jahren in der AWO Jena- Weimar e.V. hervorragend gelebt und gefördert. Nunmehr sind wir als Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Weimar e.G. ein Teil dieses Zusammenhaltes geworden. Yvonne Helmbold

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Grußwort Dr. Susann Rochler Koordinatorin des Familienbüros am Universitätsklinikum Jena, Stabsstelle Personal- und Organisationsentwicklung

Vertrauensvolle und gelingende Zusammenarbeit entsteht dann, wenn Interessen, Einsichten, Vorhaben und vor allem zwei Partner aufeinandertreffen, die in eine Richtung wollen. Im Jahr 2011 haben sich der AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. und das Universitätsklinikum Jena für eine solche Zusammenarbeit entschieden. Das Vorhaben: betrieblich geförderte Kinderbetreuung. Das Interesse des Klinikums richtete sich darauf, seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Der AWO Kreisverband wollte seine beiden in Jena-Lobeda angesiedelten Kindertagesstätten fest verankern und vernetzen. Beides ist gelungen! Und dies nicht zuletzt aufgrund der Einsicht, dass für gute Zusammenarbeit Kommunikation zwischen den Kitas und dem Universitätsklinikum entscheidend ist. Kommunikation über Bedarfe, über Veränderungen, Möglichkeiten, Ideen und schlussendlich auch über Grenzen. Dass diese im Hinblick auf unsere Zusammenarbeit noch lange nicht erreicht sind zeigt sich in vielen gemeinsamen Gesprächen, in gemeinsamen Aktionen und darin, dass Bedarfe wechselseitig erkannt und angegangen werden.

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Unter dem Strich bleibt, und das ist eine viel größere Leistung als es auf den ersten Blick erscheint: Wir haben eine partnerschaftliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Danke dafür! Dr. Susann Rochler

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Grußwort Axel Burchardt Leiter Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Gemeinschaft Es ist ein herzerwärmendes Bild, wenn man in Jena in die Senioren-WG der AWO schaut: Dort sitzt die Mittvierzigerin neben dem über 100-Jährigen – jede und jeder mit den eigenen (altersbedingten) Wehwehchen, aber jeder hilft dem anderen, hört zu, stärkt den Nachbarn. Und für die größeren Probleme ist immer eine kompetente und engagierte Pflegekraft zur Stelle, die hilft und jederzeit ein offenes Ohr hat. Darüber hinaus liegt der Wohnpark Lebenszeit der AWO neben einem Kindergarten und verbindet die Generationen – Jung frischt das „alte“ Lebensgefühl auf und Alt bietet den Kleinen Lebenserfahrung. Zwei Gemeinschaften, die in einer verschmelzen. Auch an der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird der Gemeinschaft – von Lehrenden und Lernenden – ein großer Wert beigemessen. Gemeinsam ist man erfolgreich(er) und profitiert voneinander: im Hörsaal wie im Forschungslabor, bei der Arbeit wie im Leben. Viele internationale Studierende und Wissenschaftler bereichern diese Gemeinschaft und sind in Jena herzlich willkommen. Genauso wie Studierende mit Kind oder Mitarbeiter, die ihre Angehörigen pflegen.

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Denn Familienfreundlichkeit gehört ebenso zum Leitbild von Thüringens größter Universität wie Internationalität, Diversity, Toleranz und Interdisziplinarität. Denken ohne Grenzen und Handeln mit Respekt in einer durch gemeinsame Werte verbundenen Gemeinschaft – das verbindet FSU und AWO. Axel Burchardt

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Grußwort Eicke-Matthias Rost Leiter der Geschäftsstelle Erfurt Bank für Sozialwirtschaft AG

Sehr geehrter Herr Albrecht, liebe AWO-Mitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisverbandes Jena-Weimar, verantwortungsvolle Arbeit im Dienste der Menschen gehört zum Selbstverständnis der Arbeiterwohlfahrt. Der AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. leistet hier als einer der stärksten sozialwirtschaftlichen Träger der Region einen bedeutenden Beitrag - sei es mit seinen Einrichtungen der Alten- oder Jugendhilfe, als Kita- oder Schulträger, mit Beratungsstellen und vielen anderen Unterstützungsangeboten für Menschen mit Hilfebedarf. Er hat aber noch etwas anderes geschafft: den sich stetig ändernden Rahmenbedingungen gemeinnütziger Arbeit als wirtschaftlich gut aufgestellter Träger zu begegnen. Die erfolgreiche Entwicklung des Kreisverbandes zeigt, dass er Herausforderungen aktiv annimmt und im Sinne seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der hilfebedürftigen Menschen aus der Region bewältigt. Wichtig für den Erfolg ist auch die Zusammenarbeit mit verlässlichen Partnern. Unsere Verbindung zum AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. ist weit mehr als eine geschäftliche. Nicht nur, dass der Spitzenverband der Arbeiterwohlfahrt bereits vor mehr als 90 Jahren zu den "Gründungsvätern" der Bank für Sozialwirtschaft gehörte und bis heute einer unserer maßgeblichen Gesellschafter ist - wir fühlen uns dem Anliegen der Arbeiterwohlfahrt aus unserem eigenen Selbstverständnis heraus aufs Engste verbunden.

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Wir freuen uns über viele Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit und eine Reihe gemeinsamer Erfolge. Der AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. ist mit seiner umsichtigen Geschäftsleitung und den vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hervorragend aufgestellt, um Bewährtes sicherzustellen und zugleich Visionen für die erfolgreichen Wege der Zukunft zu entwickeln. Wir wünschen Ihnen dafür viel Erfolg und alles Gute! Eicke-Matthias Rost

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Grußwort Jens Sturm Fachbereichsleiter Infrastruktur, Deutsche Kreditbank AG

Lieber Frank Albrecht, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Mitglieder der AWO Jena-Weimar, wenn man als Wohlfahrtsverband in der attraktiven Region in und um Jena und Weimar agiert, ist man nicht zwangsläufig wachstumsstark und erfolgreich, aber es bestehen definitiv die Chancen für eine solche Entwicklung. Mein Team und ich freuen uns sehr, dass wir Sie seit vielen Jahren auf Ihrem Weg begleiten dürfen. Angefangen von der Kita Schatzinsel über die Leonardo-Schule bis hin zum Wohnpark Lebenszeit, in dem Sie das „miteinander Leben“ von Jung und Alt beispielhaft umgesetzt haben, reichen die gemeinsamen Projekte. Dabei haben wir Sie stets als innovativ, verlässlich und auch anspruchsvoll kennengelernt. Besonders hervorheben möchte ich das kaum zu stillende Interesse am Gedankenaustausch zu Branchen- und auch übergreifenden Themen. Ihre regelmäßige Teilnahme an den von uns veranstalteten DKB-Eliteforen Bildung, DKB-Zukunftsforen und nicht zuletzt unserem DKB-Stammtisch Schule – bei Letzterem waren Sie Gastgeber der Premierenveranstaltung – freut uns sehr.

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Sie haben – auch aus Sicht des Finanzierungspartners – in den vergangenen fünf Jahren viele mutige und richtige Entscheidungen getroffen, die in soliden wirtschaftlichen Verhältnissen ihren Niederschlag finden. Insofern haben Sie die erwähnten Chancen der Region gut genutzt. Gern begleiten wir Sie auch zukünftig bei der Erweiterung und Optimierung Ihrer vielfältigen Angebote. Jens Sturm

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Die Neuwahl des Präsidiums erfolgt durch einstimmige Beschlussfassung. Für die kommenden vier Jahre wiedergewählt werden:

ORGANISATIONSBERICHT

Michael Holz (Vorsitzender des Präsidiums) Dr. Sigrid Schröder Peter Fischer Christian Lohmann Ralf Fleischer Als neues Mitglied im Präsidium dürfen wir Sabine Harz begrüßen, welche ebenfalls einstimmig gewählt ist. Frau Harz ist aktives Mitglied im Förderverein der Kita „Villa Lustig“ und arbeitet beim Sozialgericht in Gotha als Richterin. Als Revisoren des Kreisverbandes werden Herr Hohmann und Herr Irmer wiedergewählt. Erstmalig findet eine Ehrung im Bereich der Verbandsarbeit statt. Für besonderes ehrenamtliches und verbandspolitisches Engagement werden der Förderverein der Kita „Nordknirpse“, der Förder-

Vorstand AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. Frank Albrecht, Vorstandsvorsitzender/Geschäftsführer Anne Daburger (li) und Katja Glybowskaja, stellv. Vorstandsvorsitzende

Der Kreisverband ist organisiert nach dem Präsidialmodell, welches das Präsidium als Aufsichtsrat sowie den hauptamtlichen Vorstand umfasst. Frau Daburger wird vom Präsidium einstimmig mit Wirkung ab dem 1. Juli 2015 in den Vorstand berufen. Das von den Kreisdelegierten gewählte Präsidium besteht aus sechs Mitgliedern, dem Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und vier weiteren Mitgliedern. Am 18. Juni 2016 findet die Kreiskonferenz im Bürgerzentrum Weimar Nord statt. Im Mittelpunkt der Konferenz, die turnusgemäß alle vier Jahre stattfindet, stehen die Neuwahlen des Präsidiums und der Delegierten zur Landeskonferenz. Die Kreiskonferenz entlastet die Präsidiumsmitglieder einstimmig für die Geschäftsjahre 2012-2015.

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Präsidium AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V.(von links) Peter Fischer, Dr. Siegfried Schröder, Sabine Harz (seit 2016), Michael Holz (Präsident), Christian Lohmann, Ralf Fleischer (nicht mit im Bild)

verein der Kita „Abenteuerland“ sowie Adelheid Fischer und Doreen Lachmann mit dem „AWOÜberflieger“- Preis vom Vorstand des Kreisverbandes ausgezeichnet.

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Verbandsentwicklung Die Kreisverbände Jena und Weimar haben nach der Verschmelzung gut zueinander gefunden und ihre Arbeit gefestigt. So wird zunächst die Satzung aus 2008 nochmals überarbeitet und erweitert. Das auf der Kreisdelegiertenkonferenz gewählte Präsidium, bestehend aus sechs Mitgliedern, dient als Aufsichtsgremium über die Arbeit des hauptamtlichen Vorstandes. Die Zusammenarbeit zwischen dem Präsidium und dem Vorstand ist geprägt von Vertrauen und Offenheit. Der Kreisverband Jena Weimar e.V. kann auf eine im Berichtszeitraum bundesweit einmalige Entwicklung mit steigenden Mitgliederzahlen zurückblicken, während der Bundesdurchschnitt rückläufige Mitgliederzahlen aufweist. Das Hauptaugenmerk im Berichtszeitraum liegt auf der Gründung neuer Fördervereine. So werden von 2012 bis 2015 acht neue Fördervereine gegründet. Insgesamt sind im Verband elf Fördervereine mit 690 Mitgliedern organisiert, die restlichen Mitglieder gehören den Ortsvereinen Jena, Weimar und Bad Sulza an. Im Berichtszeitraum können die Ortsvereine Jena, Weimar und Bad Sulza ihre Mitgliederzahlen stabilisieren, während der Ortsverein Apolda sich auflöst. Hier gilt es, mit einrichtungsübergreifender Arbeit, neuen Projekten und Ideen sowie der Durchführung von Veranstaltungen in den kommenden Jahren die Mitgliederzahlen zu halten und neue Mitglieder zu gewinnen. Die Gründung weiterer Ortsvereine in unserem Verbandsgebiet werden wir in den kommenden Jahren aktiv begleiten. Insbesondere der Ortsverein Bad Sulza zeigt, dass er mit seiner Begegnungsstätte auf großes Interesse stößt. Eine große Bedeutung kommt der Fördervereinsarbeit zu, welche mit einrichtungsspezifischen Projekten wie der Akquise von Geldmitteln, Sachspenden und der ehrenamtlichen Arbeit innerhalb der Einrichtung deren Entwicklung vorantreibt. So werden beispielsweise finanzielle Mittel für den Kauf einer Nestschaukel gesammelt und durch den

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Einsatz und das Engagement der Elternvertretung kann der Erhalt des Gartens im Kindergarten „Am Goethepark“ gesichert werden. Daneben wird mit einer Sachspende bestehend aus Blumen, Blumenerde und Pflanzen sowie mit Schweiß und Muskelkraft der Mitarbeiter und Eltern der Garten des Kindergartens „Villa Lustig“ neu gestaltet. In unseren Fördervereinen engagieren sich Menschen, die eine konkrete Einrichtung, beispielsweise eine Kindertagesstätte oder ein Seniorenheim, unterstützten möchten. Zu den Mitgliedern zählen Mitarbeiter, Angehörige und Eltern, aber auch Bewohner oder Klienten. Daneben freuen sich Einrichtungen auch über die Unterstützung und Kooperation mit Ärzten, Apothekern, Politikern oder einfach nur Nachbarn. Unser Kreisverband unterstützt die Förder- und Ortsvereine bei ihrer Arbeit und steht unter anderem bei Satzungsfragen zur Seite. Unser Kreisverband ist mit dieser Entwicklung zum Vorbild vieler anderer Kreisverbände geworden. Dies ist jedoch kein Grund zum Ruhen. Die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung betreffen auch unseren Kreisverband und geben uns Anlass, auch in Zukunft viel Kraft und Energie auf eine stabile Mitgliederzahl zu verwenden sowie deren Wachstum weiter voranzutreiben.

Ehrenamt und Freiwilligenarbeit Ehrenamt und Freiwilliges Bürgerschaftliches Engagement sind Grundbausteine der AWO Jena-

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Weimar und setzen unser Leitbild von enger Verzahnung von haupt- und ehrenamtlicher Arbeit praktisch um. Zwischen 600 und 800 Ehrenamtliche engagieren sich jedes Jahr in unseren Einrichtungen, vom Kindergarten über Jugendzentren und die Schule bis hin zum Seniorenheim, dem Pflegedienst sowie der Begegnungsstätte. Allein die Kontaktstelle für Selbsthilfe in Jena zählt jedes Jahr über 200 Ehrenamtliche. Das Ausmaß der ehrenamtlichen Arbeit reicht dabei von einmaligen Einsätzen wie der Teilnahme an Freiwilligentagen oder Arbeitseinsätzen über kurze Projekte bis hin zu jahrelangem wöchentlichen Einsatz als Vorleser oder Begleiter.

Dabei fußt das Ehrenamt auf verschiedenen Säulen. Durch die AWO-Fördervereine wird eine niedrigschwellige Möglichkeit für Interessierte geschaffen, sich direkt in den Einrichtungen, in denen das eigene Kind oder Enkelkind bzw. auch der Elternteil betreut wird, zu engagieren. Auch wird dadurch ein größerer Teilnehmerkreis angesprochen. Des Weiteren sind die Freiwilligendienste ein wichtiger Bestandteil des Ehrenamtes, auch wenn das Freiwillige Soziale Jahr und der Bundesfreiwilligendienst an Bedeutung für unsere Einrichtungen verloren haben. Gerade junge Menschen nutzen diese Möglichkeit der Sammlung erster Berufserfahrungen immer weniger und starten gleich nach der Schulzeit in eine Ausbildung oder ein Studium.

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Der Bundesfreiwilligendienst ist vor allem für ältere Menschen interessant, die langsam zurück auf den ersten Arbeitsmarkt finden möchten oder den sozialen Bereich als Arbeitsfeld für sich ausprobieren wollen. Für die Zukunft können diese Freiwilligendienste für Migranten einen guten Einstieg in das deutsche Berufsausbildungssystem darstellen und gleichzeitig erste berufliche Erfahrungen mit dem Erwerb von deutschen Sprachkenntnissen verbinden. Insgesamt betrachtet ist die Bedeutung von Ehrenamt und Freiwilligenarbeit in unseren Einrichtungen nach wie vor als sehr hoch einzuschätzen, entgegen dem häufig kommunizierten bundesdeutschen Trend von rückläufigem Engagement. Als besonderes Ereignis im Bereich Ehrenamt ist die Verleihung des Jenaer Ehrenamtspreises zu erwähnen. Gemeinsam mit der Stadt Jena kann der AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. bereits zum 13. und 14. Mal (2013 und 2015) herausragende ehrenamtliche Tätigkeiten der Nominierten würdigen. Eine weitere positive Entwicklung kann durch die Gründung des Fördervereins der „Freien Ganztagsschule LEONARDO“ erreicht werden. Neben der Förderung des ehrenamtlichen Engagements und der Gewinnung neuer Mitglieder setzt sich der Förderverein für die Unterstützung der Betreuungs-, Bildungs-, und Erziehungsarbeit ein. Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Jena, anderen Bildungseinrichtungen sowie sozialen Einrichtungen ist für die Mitglieder des Fördervereins selbstverständlich.

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Beschäftigte Die Zahl unserer Mitarbeiter steigt im Berichtszeitraum weiter an. Insbesondere im Bereich der Betreuung und Beratung von Migranten, aber auch in neuen Einrichtungen im Pflegebereich wie dem Wohnpark Lebenszeit erhöht sich der Personalstamm. Ebenso werden in der „Freien Ganztagsschule LEONARDO“ Personalstellen analog steigender Schülerzahlen ausgebaut. Einige neue Projekte tragen ebenfalls zur Erhöhung der Mitarbeiterzahlen bei. Besonders hervorzuheben ist die gleichmäßige Altersverteilung der Beschäftigten, so dass in den nächsten Jahren keine Überalterung der Belegschaft zu erwarten ist. Gleichzeitig ist eine hohe durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 10 Jahren zu verzeichnen, was auf eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und eine positive Ausstrahlung als regionaler Arbeitgeber schließen lässt. Die Belegschaft des Kreisverbandes ist vor allem weiblich, jedoch erhöht sich der Anteil an männlichen Beschäftigten von 13% auf 17% im Berichtszeitraum. So ist es Ziel, pro Kita ein bis zwei männliche Kollegen zu beschäftigen, was in den letzten Jahren immer erfolgreicher umgesetzt werden kann. Auch der Anteil an schwerbehinderten Beschäftigten ist auf einem konstanten Niveau.

In der Kreisgeschäftsstelle sowie im ambulanten und stationären Pflegebereich sind jährlich jeweils mehr als zehn Ausbildungsplätze eingerichtet. Mit insgesamt mehr als 30 Azubis zählt unser Kreisverband zu den großen Ausbildungsbetrieben der Region. Der AWO Kreisverband Jena-Weimar hat damit auch als Arbeitgeber eine besondere Bedeutung. Mitglieder Die Mitgliederzahlen steigen vor allem durch intensive Bemühungen ehrenamtlich Engagierter und durch eine gezielte professionelle Koordination des Kreisverbands überdurchschnittlich. Die Mitgliederzahl im Berichtszeitraum steigt von 810 im Jahr 2012 um 230 Mitglieder auf 1.040 Mitglieder im Jahr 2015.

Die Mitarbeiterzahlen entwickeln sich im Berichtszeitraum wie folgt:

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) Jeden Tag leisten die Mitarbeiter des AWO Kreisverbandes Jena-Weimar e.V. in den Bereichen Altenpflege, Beratung, Migrationssozialarbeit, Kinderbetreuung und Jugendhilfe eine professionelle und anspruchsvolle Arbeit. Die körperliche sowie psychische Arbeitsbelastung kann bei fehlenden Regenerationsmöglichkeiten zu krankheitsbedingten Arbeitsausfällen führen.

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Akute und chronische Erkrankungen stellen sowohl für die Betroffenen als auch für das Unternehmen eine große Belastung dar. Erste Folgen durch den einsetzenden demografischen Wandel sind in der Arbeitswelt erkennbar. So steigt einerseits tendenziell das Durchschnittsalter der Beschäftigten, andererseits muss ein möglicher Fachkräftemangel durch andere beschäftigte Mitarbeiter kompensiert werden. Ziel der Unternehmensführung des Kreisverbandes ist es, gesundheitsfördernde Strukturen zu schaffen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, derzeitigen und zukünftigen Arbeitsanforderungen gerecht zu werden. Gemeinsam starten der AWO Kreisverband JenaWeimar e.V. und die AOK PLUS 2013 ein Projekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Beide Partner unterzeichnen dazu eine Rahmenvereinbarung über einen Projektzeitraum von drei Jahren. Einbezogen werden ca. 650 Mitarbeiter aus allen Bereichen des Kreisverbandes. Grundsätzlich geht es um die systematische Erarbeitung von Maßnahmen zur Förderung der Mitarbeitergesundheit im betrieblichen Umfeld.

In dem gemeinsamen Projekt geht es um nachhaltig wirkende Verbesserungen für die Gesundheit der Belegschaft. Dazu werden künftig bestimmte Schwerpunkte näher betrachtet, z. B. die gesundheitsgerechte Gestaltung von Arbeitsprozessen, mögliche Reduzierungen von Arbeitsbelastungen und Motivation zu gesundheitsgerechtem Verhalten. Themen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements sind Arbeitsplatzbegehungen, Möglichkeiten körperlicher Entlastung, Umgang mit psychischen Belastungen, ein gesundheitsförderlicher Führungsstil und gesundheitsförderliche Ernährung.

Ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement für unseren Verband hat zum Ziel, arbeitsplatzbedingte Erkrankungen und damit einhergehend auch Fehlzeiten zu minimieren sowie die Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten zu erhöhen.

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Im Berichtszeitraum können bereits folgende BGM-Maßnahmen umgesetzt werden: RückenfitKurse, Arbeitssituationsanalysen, neue Pausenräume für Mitarbeiter, Entbürokratisierung in der Pflegedokumentation, Bildung einer Laufgruppe sowie die jährliche Teilnahme am Jenaer Firmenlauf. Im Jahr 2014 wird ein Gesundheitstag im Seniorenzentrum am Heiligenberg ausgerichtet, an welchem speziell die Rückgesundheit in der Pflege und in Pflegeberufen im Vordergrund steht.

Qualitätsmanagement Im Berichtszeitraum wird das Qualitätsmanagementhandbuch mit den darin befindlichen Qualitätsmanagement- Anweisungen kontinuierlich weiterentwickelt. Das QM-Handbuch und die darin beschriebenen Prozesse gelten für das gesamte Unternehmen. Alle Mitarbeiter unseres Unternehmens sind beauftragt, sich an die Regelungen innerhalb des beschriebenen QM-Systems zu halten und durch ihre aktive Teilhabe am Entwicklungsprozess zum Qualitätsbewusstsein im Unternehmen, zur Praxistauglichkeit und zur Lebendigkeit des QMSystems beizutragen. In allen Überprüfungen des Medizinischen Dienstes (MdK) erzielen die ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen des Kreisverbandes ausschließlich sehr gute und ausgezeichnete Überprüfungsergebnisse.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) Gesundheitsmanagement ganz nah am Mitarbeiter - das wird auch im Betrieblichen Eingliederungsmanagement seit 2013 gelebt. BEM ist ein Gesprächsangebot für alle Mitarbeiter, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig erkrankt sind. Hierbei ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, erkrankten Mitarbeitern ein BEM anzubieten. Das BEM zielt darauf ab, einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen bzw. die aktuelle Arbeitsunfähigkeit zu beenden.

Die AWO Jena-Weimar garantiert eine kundenorientierte und transparente Dienstleistungsqualität, die ständig auf dem Prüfstand steht und messbar ist. Die Interessen und Wünsche der Kunden sind der AWO Jena-Weimar besonders wichtig. Kunden- und Mitarbeiterbefragungen werden sorgsam und regelmäßig durchgeführt. So wird z.B. die Kreisgeschäftsstelle im Berichtszeitraum komplett behindertenfreundlich und barrierefrei gestaltet.

Seit September 2013 werden 223 Mitarbeiter zu BEM-Gesprächen eingeladen und 211 Gespräche geführt. So beteiligt sich die AWO an der Finanzierung an einem Hörgerät einer Mitarbeiterin, die aufgrund einer Infektion auf Arbeit einen schweren Hörschaden erlitten hat.

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Einrichtungen und Dienste

Mitgliedschaften

Im Berichtszeitraum müssen aufgrund auslaufender Finanzierung oder veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen erfolgreich arbeitende Einrichtungen in ihrem Leistungsumfang reduziert oder ganz geschlossen werden. Beispielhaft sei hier der Ambulante Palliativdienst genannt.

Der AWO Kreisverband ist u.a. Mitglied in der Heimstätten-Genossenschaft Jena e.G., der GWG Weimar e.G., dem Förderverein des Uniklinikums Jena, dem Verein Gesundheitsregion Thüringen, der Thüringer Alzheimer Gesellschaft, dem Förderverein Buchenwald e.V., dem Jenaer Bündnis für Familie sowie dem Jenaer Integrationsbündnis.

Die AWO Jena-Weimar baut im Berichtszeitraum bedarfsorientierte neue Dienste und Angebote auf und entwickelt vorhandene fachlich weiter. Sie reagiert hier oftmals direkt und unbürokratisch auf soziale Notlagen oder neue gesellschaftliche Entwicklungen.

Ein beispielhafter Überblick über besondere Aktivitäten:

Als langjährige Kooperationspartner stehen dem AWO Kreisverband u.a. unterstützend zur Seite: • Ernst-Abbe-Hochschule Jena • Friedrich-Schiller-Universität Jena

• Entstehung und Eröffnung des „Wohnparks Lebenszeit“ sowie der Kita „Kinderzeit“

• Vorteil Jena

• Jenaer Rechtsambulanz

• Jenaer Rechtsanwaltsverein

• Schulsozialarbeit an Weimarer Grundschulen

• Weimarer Grundschulen

• Tagesbetreuung für Senioren in Jena

• jenawohnen GmbH

• Kita „Villa Lustig“ wird erstes Montessori-Haus in Weimar

• Bauhaus Universität Weimar

• AOK Plus

• Betreuung geflüchteter Menschen

Mehrere Vereine und Initiativen sind korporative Mitglieder der AWO Jena-Weimar. Die AWO hilft im Bedarfsfall bei Antragstellungen, berät fachlich und bei Finanzfragen. Die Arbeiterwohlfahrt ist bei kulturellen Veranstaltungen in den Stadtteilen, bei Kinderfesten, Seniorentagen und auf Märkten präsent. Eine Vielzahl von Broschüren und Handzetteln informiert über die Angebote des Kreisverbandes. In der regionalen und überregionalen Tagespresse, in Stadtteilzeitungen und im Internet wird ebenso über Aktivitäten der AWO Jena-Weimar berichtet wie im lokalen Radio und Fernsehen.

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Jugend, Beratung und Bildung


Jugend, Beratung und Bildung

Fachdienst für Migration und Integration (FDMI) Nicht erst seit der letzten Flüchtlingsbewegung aus Osteuropa und Asien wissen wir, dass Deutschland vor einer großen integrativen Aufgabe steht. Diesen langjährigen und nachhaltigen Prozess mitzugestalten ist das Anliegen der AWO JenaWeimar. Unsere Fachdienste für Migration und Integration in Jena und Weimar stellen sich erfolgreich dieser Herausforderung. Der Fachdienst für Migration und Integration Jena besteht in erster Linie aus den Beratungsangeboten „Jugendmigrationsdienst“ und der „Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer“. Darüber hinaus existieren ambulante Betreuungsangebote sowie migrationsspezifische Projekte. Dazu zählen das Bundesprogramm „Jugend stärken im Quartier“, das integrative Projekt „Chance“, das Projekt „INTEGRA Jena - Stark im Beruf“ für Mütter mit Migrationshintergrund und die Informationsreihe „Älter werden in Deutschland“. Mit Teilnahme am Bundesprogramm „jmd2start“, einem Begleitangebot für junge Flüchtlinge, gehört der FDMI Jena zu einem von insgesamt 24 Modellstandorten in Deutschland. Im Herbst 2015 werden die Aufgaben des FDMI schließlich noch weiter ausgedehnt: die AWO Jena-Weimar ist nun Träger von vier Notunterkünften für Geflüchtete in Jena. Quasi über Nacht ist das Team zuständig für die Betreuung und Versorgung Geflüchteter, die notdürftig z.B. in den

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Turnhallen des Berufsschulzentrums, der staatlichen Berufsschule Lobeda und der ehemaligen Goetheschule untergebracht werden. In der Carolinenstraße entsteht außerdem ein Containerdorf. Mehr als 360 Personen müssen grundlegend ausgestattet werden. Die Umrüstung der Räumlichkeiten muss organisiert, Fluchtwege gekennzeichnet und Strom- und Wasseranschlüsse teils neu gelegt werden. Hinzu kommen Lieferengpässe, Krankheitsfälle, die versorgt werden müssen und vor allem viel Papierkram. Von anfänglich 15 Beschäftigten arbeiten zeitweise bis zu 40 Personen für die Fachdienste in Jena und Weimar. Auch wenn im Dezember 2016 die letzte Notunterkunft geschlossen werden kann, bleibt der Beratungsbedarf bestehen. Beratungsangebote begleiten Geflüchtete auch künftig im deutschen Alltag und und bei der Korrespondenz mit Behörden.

Seit April 2014 bietet der FDMI Weimar im Auftrag der Stadt Weimar ambulante Hilfen für Migranten an. Im Beratungsalltag zeigt sich jedoch, dass gerade Menschen mit einer Behinderung keinen Zugang zu intensiven Hilfen finden. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelt der Kreisverband ein erweitertes Beratungskonzept. Migranten mit Handicap sollen künftig nicht nur die Sprechzeiten

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des Fachdienstes nutzen, sondern darüber hinaus eine ambulante Hilfe in Anspruch nehmen können. Mitarbeiter des Fachdienstes können Klienten in deren Muttersprache ansprechen und somit kultursensibel arbeiten. Die ambulante Hilfe unterstützt Migranten mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen dabei, ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen.

tungen Teil der Bundesinitiative „Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“. In der Flüchtlingssozialarbeit sind beide Fachdienste eng mit örtlichen Behörden, Vereinen und kulturellen Institutionen vernetzt. Die individuellen Lebenswirklichkeiten von Geflüchteten unterscheiden sich jedoch mitunter sehr stark voneinander; diesem Umstand muss auch unser Beratungsangebot Rechnung tragen. Unser Fördermittelmanagement arbeitet bereits effizient und kostenminimierend. Um die Vielfalt und Effizienz unseres Beratungsangebots zu erhalten, sind perspektivisch weitere finanzielle Hilfen nötig. Neben den Fachdiensten als fester Größe engagiert sich unser Kreisverband im Berichtszeitraum in weiteren integrativen Projekten (z.B. „Ehrensache – starke Väter, starke Mütter, starke Eltern“, „Sprachlotsen“, „Angekommen – Beratung, Orientierung und Unterstützung für Flüchtlinge“ sowie „Starke Eltern – Starke Zukunft“). Schulsozialarbeit in Weimar

Mit verstärktem Zuzug von Migranten nach Weimar bezieht der Fachdienst, der zuvor im Mehrgenerationenhaus in Weimar West untergebracht war, im Oktober 2015 zusätzliche Räumlichkeiten am Weimarer Graben. Mit der räumlichen Ausdehnung geht auch eine personelle Aufstockung einher.

Am 08. Juli 2014 trifft sich unser Kreisverband mit den Schulleitern der Grundschulen „Johannes Falk“, „Albert Schweitzer“, „Lucas Cranach“, der Grundschule Schöndorf sowie den jeweiligen Schulsozialarbeitern. Eine vertragliche Vereinbarung besiegelt den Einstieg der AWO JenaWeimar in die Schulsozialarbeit.

Genau wie die Jenaer Kollegen übernimmt auch der Weimarer Fachdienst die Betreuung der Flüchtlingsunterbringung. Das Gemeinschaftsquartier in der Nordstraße - mit zeitweise über 400 Bewohnern - ist zum 1. November 2016 wieder leergezogen. Der Beratungsbedarf jedoch bleibt bestehen. Wie vertraglich mit der Stadt Weimar geregelt, unterstützt der FDMI Geflüchtete bei behördlichen Briefwechseln, organisiert die sprachliche und kulturelle Integration vor Ort, hilft bei der Wohnungssuche und vermittelt in weiterführende Hilfsangebote. Wie sein Jenaer Pendant engagiert er sich im Integrativprojekt „Chance“. Darüber hinaus ist er als eine der ersten Thüringer Einrich-

Eine Förderung des Freistaats ermöglicht es zahlreichen Schulen, ihre pädagogische Arbeit durch den Einsatz von Schulsozialarbeitern zu ergänzen. Oftmals sind Schulsozialarbeiter - noch vor den eigenen Eltern oder Lehrern - die ersten Ansprechpartner für Schüler in Konfliktsituationen. Von vertraulichen Gesprächen bis hin zur Krisenintervention stehen sie Schulkindern unterstützend zur Seite, beraten und geben Hilfe zur Alltagsbewältigung. Dabei stärken sie deren Selbstbewusstsein und letztlich auch die schulische und gesellschaftliche Teilhabe. Ein besonders wichtiger Auftrag ist die Mitwirkung an der Umsetzung des Kinderschutzauftrags an und mit den Schulen.

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Jugendzentren Im Juli 2014 erhält das AWO Jugendzentrum "Eastside" die Auszeichnung „GUT DRAUF“ für sein besonderes Engagement in der Gesundheitsförderung. Das Programm richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren und fördert Angebote zur gesunden Ernährung, ausreichenden Bewegung und Stressregulation. Das „Eastside“ kann die Gesundheitsjury mit seinem Aufgebot an Kreativräumen, gemeinsamen Kochabenden und Entspannungsangeboten überzeugen.

Das Gebäude mit Medienraum, Proberäumen und viel Platz zur Freizeitgestaltung ist seitdem barrierefrei.

2015 vollzieht sich im Jugendzentrum „Eastside“ ein Teamwechsel. Das neue Team setzt ein breites Kulturangebot um. Neben Hausaufgabenhilfe sowie Sport- und Musikangeboten organisiert das „Eastside“ regelmäßig internationale Begegnungen und Exkursionen.

Auch für die Zukunft hat sich das Team des Jugendzentrums viel vorgenommen. Mittelfristig will man das Jugendzentrum auch für Kinder und Jugendliche mit körperlichem und geistigem Handicap zugänglich machen. So sollen inklusive Angebote auf den Freizeitbereich der betroffenen Jugendlichen ausgedehnt werden. Ein erstes Modellvorhaben soll Anfang 2017 an den Start gehen.

Das Jugendzentrum „Hugo“ eröffnet 2012 seine Tore am neuen Standort in Jena-Winzerla. Dank einem städtischen Zuschuss aus dem Konjunkturpaket II können die neuen Räume optimal eingerichtet und gestaltet werden.

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Freie Ganztagsschule LEONARDO Die freie Ganztagsschule LEONARDO in Jena besteht seit 2007. Seit 2013 besitzt sie als eine der ersten Schulen in Thüringen den Status einer Gemeinschaftsschule; seither können hier die drei grundständigen Schulabschlüsse erworben werden. 2014 erhält die LEONARDO-Schule aufgrund einer Gesetzesänderung von Thüringens damaligem Kultusminister Christoph Matschie die Bestätigung für die Vergabe von Abiturabschlüssen. Ebenfalls im Jahr 2014 kommen die ersten Schüler in die vierte Klasse. Damit ist der Lückenschluss zwischen Grund- und weiterführender Schule vollzogen. Im Juli 2016 legen die ersten LEONARDOSchüler schließlich erfolgreich ihr Abitur ab.

Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem QuerWege e.V., dem Christlichen Gymnasium Jena und der Freien Waldorfschule Jena engagiert sich die LEONARDO-Schule in der „Interessengemeinschaft Freie Schulen“. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Jenaer Schulen in freier Trägerschaft, die gemeinsame Interessen konsequent gegenüber der Stadt und dem Land vertreten. Im April 2015 organisiert die „IG Freie Schulen“ beispielsweise eine Demonstration in Jena, welche die finanzielle Gleichstellung von staatlichen und freien Schulen fordert.

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Die Demonstranten finden schließlich auch im Thüringer Landtag Gehör: anstelle der ursprünglich angesetzten 0,25-prozentigen Erhöhung der Landesgelder wird eine jährliche Erhöhung von 1,9% akzeptiert. Ein erster kleiner Schritt zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Thüringens Schulen in freier Trägerschaft.

Durch altersgemischte Stammgruppen, eine inklusive Öffnung und das kooperative Nebeneinander der verschiedenen Bildungsgänge erweitert die LEONARDO ständig ihr Profil. Die Verschiedenartigkeit der Schüler sowie des eigenen Angebots bilden unsere Gesellschaft bestmöglich ab und fördern gleichzeitig die Entstehung von Toleranz, Solidarität und Respekt. Auch an der LEONARDOSchule ist eine Schulsozialarbeiterin aktiv und unterstützt Kinder und Jugendliche bei Fragestellungen zu den Themen Berufsorientierung, Sexualität, Umgang mit Suchtmitteln und bei privaten Konflikten. Mit dem LEONARDO-Bildungsfonds unterstützt die AWO Jena-Weimar die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen am Schulleben. Die LEONARDO-Schule verfügt über einen sehr aktiven Förderverein, der unseren Bildungsauftrag unterstützt und durch zahlreiche niederschwellige Angebote ergänzt.

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AWO Zentrum Lobeda Das AWO Zentrum in Jena-Lobeda vereint gleich mehrere AWO Einrichtungen unter einem Dach. Hier sind beispielsweise der Jenaer Fachdienst für Migration und Integration, die Fachstelle für Interkulturelle Öffnung, ein ambulanter Pflegedienst sowie die Informations- und Kontaktstelle für Selbsthilfe angesiedelt. Auch das Betriebliche Gesundheits- und Qualitätsmanagement haben hier ihren Sitz. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem die AWO Kita „Schatzinsel“. Durch die starke räumliche Konzentration können vielseitige Synergieeffekte realisiert werden. Die verschiedenen Einrichtungen profitieren von kurzen Kommunikationswegen und vom Know-how ihrer jeweiligen Kollegen.

AWO Zentrum Lobeda als auch der AWO „Wohnpark Lebenszeit“ in Jena nehmen seither an dem Projekt teil. Frei nach dem Motto: „Wo wir sind, bist du sicher" finden Kinder in schwierigen oder bedrohlichen Situationen in den Notinseln unkompliziert Schutz und Hilfe.

Fachstelle für Interkulturelle Öffnung

Seit September 2014 bieten die AWO Jena-Weimar und der Jenaer Anwaltsverein an jedem letzten Donnerstag im Monat eine kostenlose Erstberatung bei rechtlichen Fragestellungen an. Die Beratung im AWO Zentrum Lobeda kann ohne vorherige Terminvereinbarung in Anspruch genommen werden. Im Jahr 2015 werden außerdem gleich zwei Einrichtungen des AWO Kreisverbandes Jena-Weimar e.V. zu sog. „Notinseln“ zertifiziert. Sowohl das

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Ein weiterer Meilenstein im Berichtszeitraum besteht in der Gründung der „Fachstelle für Interkulturelle Öffnung“ im Jahr 2012. Die Fachstelle versteht sich als eine zentrale Anlaufstelle für Organisationen, Vereine und Einrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft. Das Team berät bei Fragen zu interkulturellen Themen und Öffnungsprozessen. Alle Mitarbeiter besitzen mehrere Jahre Erfahrung in der Durchführung von interkulturellen Workshops und Trainings. Um ihr Beratungsangebot bestmöglich an tatsächliche Bedarfe anzupassen, arbeiten sie eng mit unserem Fachdienst für Migration und Integration sowie der Universität Jena zusammen. Nach dem ersten großen Projekt „Jena l(i)ebt Vielfalt“, welches 2015 endete, kann die Fachstelle durch Förderung der Stadt Jena und des Landes Thüringen ihre Arbeit im Rahmen der Unterstützung der Interkulturellen Öffnung von Kommunen kontinuierlich

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fortsetzen. Ein wichtiger Schritt ist die Gründung des Jenaer Integrationsbündnisses 2013. Ein weiteres wichtiges Projekt der Fachstelle im Berichtszeitraum ist auch das Projekt “VielfältiCare”. Dieses hat zur Aufgabe, das Thüringer Altenhilfe- und Pflegesystem bei interkulturellen Öffnungsprozessen zu unterstützen. Vor allem die Bereiche der Personal- und Organisationsentwicklung sollen weiterentwickelt werden. So sollen einerseits Unternehmen für die Potenziale von Menschen mit Migrationshintergrund sensibilisiert und andererseits die Teilhabe von Migranten an den Angeboten des Thüringer Altenhilfesystems angeregt werden. 2015 wird das Projekt „VielfältiCare“ als Teil des Förderprogramms “Integration durch Qualifizierung” zur „Servicestelle Pflege“ weiterentwickelt. Die Servicestelle unterstützt unter anderem ein Pilotprojekt des Kreisverbandes, welches die berufliche Integration von geflüchteten Menschen in das Arbeitsfeld der Pflege zum Ziel hat. Unterstützt durch ein Programm des Europäischen Sozialfonds und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge können Migranten einen kostenlosen Deutsch- und Pflegekurs absolvieren und werden zeitgleich in ein berufsbegleitendes Praktikum vermittelt. Nach Kursende besteht die Möglichkeit, sich als Betreuungsassistent prüfen oder regulär zur Pflegefachkraft ausbilden zu lassen.

Familienberatungsstelle Jena Die Familienberatungsstelle blickt im Jahr 2015 auf ihr 24-jähriges Bestehen zurück. Möglich ist dies dank der vielen positiven Rückmeldungen langjähriger Kooperationspartner und vor allem zahlreicher Familien in Jena, die der Familienberatungsstelle und damit der AWO über diese lange Zeit ihr Vertrauen geschenkt haben. Die hohe Qualität der Beratungsarbeit ist das Ergebnis des unermüdlichen Einsatzes unserer Jenaer Mitarbeiter. Auch vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Beratungsbedarfs erleben wir es täglich, dass die Kollegen bestrebt sind, in jeder Hinsicht res-

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sourcen- und lösungsorientiert zu arbeiten.

Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung Was tun, wenn nach Abzug der fixen Kosten nicht mehr genügend Geld für den Lebensunterhalt übrig ist? Wenn man nicht weiß, wovon man die nächste Miete bezahlen soll? Oder wenn einem Mahnungen und Mahngebühren über den Kopf wachsen? Antworten und Hilfestellung zu ähnlichen Fragen gibt unsere Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle. Ziel des Weimarer Teams ist es, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Die Beratungsstelle zeigt Wege auf, wie Angestellte ausstehende Lohnzahlungen einfordern können oder erarbeitet - wenn nötig - gemeinsam mit ihren Klienten einen Schulden-Tilgungsplan. Darüber hinaus nimmt sie Kontakt zu Gläubigern auf und kann in vielen Fällen eine Ratenzahlung oder einen Vergleich erwirken. Dadurch können finanzielle Notlagen wie der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung verhindert werden. Ambulante Jugendhilfe Das Beratungsangebot im Bereich „Hilfen zur Erziehung“ gibt es nicht erst seit 2016 in unserem Kreisverband. Bereits in den Vorjahren können die Kollegen im Weimarer Umland (damals noch mit Hauptsitz in Apolda) gewinnbringende Erfah-

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rungen auf dem Gebiet sammeln. Mit dem Umzug nach Weimar im Jahr 2016 hat sich das Team noch breiter aufgestellt. Hilfen zur Erziehung werden nach SGB VIII über das zuständige Jugendamt bewilligt und an die entsprechenden Fachstellen vermittelt. Ihre Aufträge beziehen unsere Mitarbeiter also direkt von den umliegenden Jugendämtern. Im Anschluss findet ein erstes Treffen zum Kennenlernen zwischen Jugendhelfern und betroffenen Familien statt. Die ambulante Jugendhilfe unseres Kreisverbands bietet sozialpädagogische Familienhilfen und Erziehungsbeistandschaft an. Im Sinne des „Mitlebens und Miterle-

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bens“ arbeiten unsere qualifizierten Sozialpädagogen direkt mit den betroffenen Familien in deren Haushalten. Eine hohe fachliche Kompetenz sowie Vertrauen und ein großes Maß an Empathie und Einfühlungsvermögen sind Grundvoraussetzungen für diese sehr intensive Praxis der Jugendhilfe. Eine möglichst genaue Analyse der Familiensituation ist später Grundlage für passgenaue Lösungsmodelle. Darüber hinaus unterstützen unsere Mitarbeiter Familien und Jugendliche bei der Bewältigung ihres Alltags, im Kontakt mit Ämtern und Behörden oder Bildungseinrichtungen.

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Pege und Gesundheit


Pflege und Gesundheit

Altenhilfe Die Altenhilfe ist gegenwärtig und wird auch zukünftig noch stärker geprägt sein von individuellen Lebenswirklichkeiten und Bedarfen. Aktiv und selbständig sein bis ins hohe Alter: das ist das Ziel der meisten Menschen. Die Realität sieht leider oft anders aus. Mit Beginn der Pflegebedürftigkeit müssen viele Senioren einen Teil ihrer Selbständigkeit aufgeben. Das geht oft soweit, dass sie ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Diesen Menschen ein Stück Selbstbestimmung und Lebensfreude zurückzugeben ist unser Ziel. Stationäre Einrichtungen

fänglichen Baumaßnahmen kann die Einrichtung um zwei stationäre Pflegeplätze erweitert werden. Es entstehen außerdem neue Umkleideräume für das Pflege- und Betreuungspersonal sowie ein Besprechungs- und ein Therapieraum. Auch der letzte freie Platz im Wachkomabereich des Pflegezentrums wird 2014 belegt. Zusätzlich werden das Einstufungsmanagement optimiert und Verbesserungen in der Personalstruktur bewirkt.

Pflegezentrum Weimar In unmittelbarer Nähe zum Klinikum Weimar befindet sich das AWO Pflegezentrum Weimar. Das ganzheitliche Betreuungskonzept des Hauses ist darauf ausgerichtet, medizinische und pflegerische Aspekte mit sozialen Bedürfnissen unter einem Dach zu vereinen. Beschäftigte in Pflegeberufen sind oftmals großen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, unterzeichnet unser Kreisverband Mitte 2013 einen Vertrag mit der AOK Plus Thüringen zur Umsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Die erste gemeinsame Arbeitssituationsanalyse folgt im Jahr 2014. Ebenfalls 2014 beginnen die Dachsanierungsarbeiten am Pflegezentrum Weimar. Am Ende der um-

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Im Rahmen des AKTION MENSCH geförderten Projektes „Barrierefreies Kulturerleben“ unternehmen 20 Bewohner des Pflegezentrums im Juni 2014 eine Kutschrundfahrt mit Weimars Fuhrunternehmen Grobe. Daneben gastieren regelmäßig auch das Weimarer „Galli-Theater“ sowie die Kita „Am Goethepark“ im Weimarer Pflegezentrum. Da die Pflegedokumentation in den vergangenen Jahren ein überbordendes Ausmaß im Pflegealltag eingenommen hat, bringt das Bundesgesundheitsministerium 2014 ein Strukturmodell zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation auf den Weg. Auch in den Einrichtungen unseres Kreisverbands werden Mitarbeiter ab 2015 in der Handhabe der Pflegesoftware „Medifox“ geschult und auf die Umstellung der Pflegedokumentation vorbereitet.

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Ebenfalls neu eingeführt wird eine Methode zum Waschen ohne Wasser, bei der in eine hautfreundliche Lotion getränkte Einmalwaschtücher verwendet werden. Regelmäßige Angehörigenabende werden ebenfalls im Jahr 2013 eingeführt.

Seniorenzentrum „Am Paradies“ In Weimars Weststadt liegt das AWO Seniorenzentrum „Am Paradies“. Fünf Wohngruppen bieten hier jeweils 19 Bewohnern eine familiäre Atmosphäre. Zum besonderen Leistungsangebot der Einrichtung gehört die qualifizierte Pflege und Betreuung demenziell erkrankter älterer Menschen. Im Jahr 2012 wird im Pflegezentrum „Am Paradies“ die Speise- und Getränkeversorgung maßgeblich verbessert. Für alle Bewohner besteht nun ein fester Vesperplan. Im selben Jahr werden alle Mitarbeiter in der Pflegeplanung am PC geschult. Außerdem können zwei neue Praxisanleiterinnen eingestellt werden. Ebenfalls im Jahr 2012 gründet sich der neue Förderverein des Seniorenzentrums „Am Paradies“, ohne dessen unermüdliches Engagement Veranstaltungen wie der jährliche Zwiebel- und Weihnachtsmarkt kaum durchführbar wären. Das älteste Mitglied des Fördervereins ist 90 Jahre alt. Im Jahr 2013 wird im Seniorenzentrum „Am Paradies“ die Schlafwache für demente Bewohner eingeführt, welche für eine erhöhte Sicherheit der Patienten auch zu Nachtzeiten sorgt. Für Patienten mit Schluckbeschwerden wird das sogenannte Schluckbrot angeboten, welches mehr Wasser als herkömmliches Brot enthält und sich deshalb besser schlucken lässt.

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In Kooperation mit der Klinik für Geriatrie Jena wird 2013 das Projekt „PneumoCaRe“ durchgeführt. Regelmäßig wird dort das Vorkommen von Pneumokokken bei Pflegeheimbewohnern untersucht, um mit den gewonnenen Erkenntnissen entsprechende Impfstoffe zu verbessern. Im selben Jahr nimmt das Seniorenzentrum „Am Paradies“ am ersten Wundexperten-Stammtisch am Klinikum Weimar teil. Dank einer Förderung von AKTION MENSCH kann das Seniorenzentrum 2014 eine Inhouse-Schulung zum Thema „Montessori für Senioren“ anbieten. Die bekannte Montessoripädagogin Bianca Mattern schult sowohl die Mitarbeiter des Seniorenzentrums als auch unsere Montessori-Kita „Villa Lustig“. Elemente der Schulung fließen seither in die tägliche Arbeit der Pflegekräfte mit ein. Im selben Jahr findet der erste Bewerbertag für Azubis statt. Der Tag bietet sowohl den Bewerbern als auch dem Pflegepersonal die Möglichkeit, sich

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besser kennenzulernen und eine mögliche Zusammenarbeit abzustecken. 2014 wird für das Personal des Seniorenzentrums ein separater Pausenraum in der Cafeteria eingerichtet. Auch im Seniorenzentrum „Am Paradies“ soll die Pflegedokumentation entbürokratisiert werden. Im Jahr 2015 beginnt daher die Umstellung auf die elektronische Pflegedokumentation. Im selben Jahr wird ein Schmerzbeauftragter ausgebildet, der sich als Nahtstelle zwischen Arzt und Patienten um die Behandlung von Schmerzpatienten kümmert. Die Behandlung vollzieht sich sowohl medikamentös als auch nichtmedikamentös. Seniorenzentrum „Am Heiligenberg“ Das Seniorenzentrum „Am Heiligenberg“ befindet sich im nördlichen Teil der Stadt Jena und ist in das Wohngebiet des Stadtteils eingebettet. Es verfügt über 88 vollstationäre Pflegeplätze, die sich auf drei Wohnbereiche verteilen.

Einrichtung vorgestellt. Mit einem begleitenden Angehörigenabend zum Thema wird das Projekt im selben Jahr abgeschlossen. Ebenfalls in 2013 werden auf Initiative der Stadt Jena zehn Mitarbeiter der Einrichtung in einem fünftägigen Kurs über die Vermeidung freiheitsentziehender Maßnahmen im Zuge der Anwendung des sogenannten „Werdenfelser Weges“ geschult. Seit 2014 arbeitet die Einrichtung im Rahmen eines „Palliativ Netzwerkes“ mit anderen Trägern sozialer Dienste sowie der Uniklinik Jena gemeinsam am Aufbau palliativer Strukturen in den stationären Einrichtungen der Stadt. Vorbild ist die Zusammenarbeit des Union Netzwerkes „Palliative Geriatrie“ in Berlin. 2015 werden alle Mitarbeiter des Seniorenzentrums im Rahmen eines zweitägigen „Basis Curriculums-Palliative Care“ mit der Thematik vertraut gemacht. Die ersten Palliativ Care Fachkräfte werden ausgebildet. Ebenfalls seit 2014 arbeitet die Einrichtung am Projekt „Vorteil Jena“ der Universität Jena mit. Besonders die Mitarbeiter des sozialen Bereichs beteiligen sich an der wissenschaftlichen Arbeit der Studierenden und Lehrkräfte. Im Rahmen der Projektarbeit führen sie mit geeigneten Bewohnern begleitete Interviews zum Thema “Lebensrückblick“ durch und werten diese wissenschaftlich aus.

Auf Initiative des Geschäftsbereichsleiters Pflege besteht seit 2013 eine Zusammenarbeit im Rahmen eines Forschungsprojektes mit der Fachhochschule Jena. Das Projekt beschäftigt sich mit der Integration von Angehörigen in den Sterbeprozess in Pflegeheimen. Im Rahmen dieses Projektes werden in der Einrichtung Mitarbeiter- und Bewohnerbefragungen durchgeführt. Die Ergebnisse der darauffolgenden Projektstudie werden schließlich im Jahr 2016 den Mitarbeitern der

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Die Einrichtung beteiligt sich seit 2015 an dem Modellprojekt „Entbürokratisierung der Pflege“. Im Rahmen des Projektes wird die gesamte Pflegedokumentation überarbeitet und ein neues Dokumentationssystem entwickelt. Das Fachpersonal wird in der Anwendung des neuen Dokumentationssystems geschult und die vorhandene Dokumentation wird im Laufe des Jahres zu großen Anteilen in das neue System überführt. Die Einführung einer elektronischen Pflegedokumentation macht die komplette Überarbeitung des

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Dokumentationssystems, der Personaleinsatzplanung sowie des Abrechnungssystems erforderlich. Ab dem 01. Januar 2017 soll die neue elektronische Dokumentation im Rahmen der Abrechnung und Personaleinsatzplanung zum Einsatz kommen, ab dem 01.März 2017 soll die gesamte Pflegedokumentation auf das neue System umgestellt werden.

auch im ambulanten Pflegedienst Jena erfolgt die Leistungsabrechnung bei Pflege- und Krankenkassen seit 2014 über das Abrechnungsprogramm „Medifox“ ohne Drittanbieter. Um dem drohenden Mangel an Pflegekräften auch in Zukunft entgegenzuwirken, bilden beide ambulante Pflegedienste jährlich Auszubildende aus.

Ambulante Pflegedienste Unsere ambulanten Pflegedienste in Weimar und Jena dienen der pflegerischen Versorgung von alten, kranken und behinderten Menschen in deren gewohntem Lebensumfeld. Der Berichtszeitraum im ambulanten Pflegedienst Weimar ist geprägt von der Effektivitätsprüfung der Touren und damit verbundenen Neustrukturierungen. Seit 2014 erhöht sich beständig die Mitarbeiterzahl unseres ambulanten Pflegedienstes. Die gestiegene Zahl an Klienten macht außerdem die Anschaffung neuer Fahrzeuge nötig. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Ärzten und Krankenhäusern wird kontinuierlich verbessert und die Mitarbeit beim „Pflegestammtisch Weimar“ intensiviert. Anfang 2015 kann eine verbesserte Vernetzung der ambulanten Pflegedienste sichergestellt werden. Um Leistungen aus dem Pflegestärkungsgesetz für Klienten besser anbieten zu können, wird ab 2015 eine Betreuungstour für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz aufgebaut. Ein weiterer Fokus im Berichtszeitraum liegt auf der Weiterbildung des Pflegepersonals. So starten zwei Mitarbeiterinnen des ambulanten Pflegedienstes mit der Ausbildung zur Pflegedienstleitung und zur Pflegefachkraft. Im Dezember 2015 zählt der ambulante Pflegedienst Weimar 16 Mitarbeiter. Auch der ambulante Pflegedienst in Jena wächst beständig im Berichtszeitraum. Ende 2015 beschäftigt er 25 Mitarbeiter. Auch hier ist im Wachstumszeitraum die Anschaffung von weiteren Fahrzeugen nötig. Eine Mitarbeiterin des Pflegedienstes beginnt im Berichtszeitraum die Ausbildung zur Pflegefachkraft. Sowohl im ambulanten Pflegedienst Weimar als

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Tagesstätte Süd Die „Tagesstätte Süd“ in Jena ist zum einen eine niedrigschwellige Betreuungseinrichtung für Senioren mit beginnenden demenziellen Erkrankungen sowie eingeschränkten Alltagskompetenzen, andererseits aber auch für Senioren, die sich einsam fühlen und daran etwas ändern möchten. In gemütlicher Atmosphäre erleben Senioren einen sinnerfüllten Tag in Wohnortnähe. Das Angebot fördert die gesellschaftlich-gemeinschaftliche Teilhabe und ermöglicht starke soziale Netzwerke. Die Gruppendynamik erhält und fördert Toleranz, Kommunikation, Wahrnehmung, Kritikfähigkeit und die Wertschätzung durch andere. Gedächtnistraining, Gymnastik und Sturzprophylaxe gehören ebenso zum Angebot wie Singstunden, Kegelausflüge oder Kreativangebote. Die Arbeit in der Tagesbetreuung basiert auf einem vertrauensvollen Miteinander von Besuchern und

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Mitarbeitern. Ziel ist es einerseits, Betroffenen zeitliche Freiräume zu schaffen, andererseits aber auch den Übergang von der häuslichen zur (teil-) stationären Pflege behutsam zu begleiten. Die langjährige Kooperation zwischen der Tagesstätte und der „LEONARDO-Schule“ ermöglicht regelmäßig gemeinsame Projekte von Senioren und Schülern. Seniorenbegegnungsstätte und Wohnberatung für Senioren In Lobeda-West in Jena ist die AWO Jena-Weimar im Stadtteilzentrum „LISA“ vertreten. Hier betreibt unser Kreisverband eine Senioren-Begegnungsstätte sowie eine Wohnberatung für Senioren. Zum Angebot der Begegnungsstätte gehören regelmäßige Koch-, Sport- und Kreativkurse, Fachvorträge und Ausflüge. Daneben werden Informationsveranstaltungen zu Themen wie „Vorsorgevollmachten“, „Patientenverfügungen“ oder „Verkehrsschulung für Senioren“ angeboten. Im Berichtszeitraum ist die Senioren- und Begegnungsstätte aktiv in der AG „Offene Altenhilfe“ und im Arbeitskreis Senioren im Jenaer Integrationsbündnis sowie bei Stadtteiltreffen vertreten. Zum Angebot der Begegnungsstätte gehört auch die Vermittlung von Senioren ins Ehrenamt. Jährlich findet eine Dankeschönfahrt für alle freiwilligen Helfer und Unterstützer statt. Schwerpunkt unserer Wohnberatung für Senioren ist die Wohnungsanpassung im Alter, im Krankheits- oder

Pflegefall. Neben dem Stadtteilzentrum ist die Wohnberatung auch in der Jenaer Goethe Galerie vertreten. Im Berichtszeitraum vertieft die Beratungsstelle ihre Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern wie dem städtischen Seniorenbüro, der Altenhilfe der Stadt Jena, dem Jenaer Zentrum für selbstbestimmtes Leben und dem Verein „Tausend Taten“. Daneben ist die Wohnberatung in Arbeitsgruppen zu neuen Wohnprojekten im Alter, dem Arbeitskreis „Altes Gut Burgau“ und in der Steuerungsgruppe „Wohnpark Lebenszeit“ aktiv. AWO Service Wohnen Selbständig wohnen und den eigenen Haushalt führen: das wünscht sich wohl jeder Mensch bis ins hohe Alter.

Die AWO Jena-Weimar möchte diesem Wunsch nachkommen und hat dazu die sogenannten „Service Wohnanlagen“ eingerichtet. Eine barrierefreie Bauweise und eine eigens auf die Bedürfnisse von älteren Menschen ausgelegte Wohnungsausstattung werden dem Wunsch vieler Senioren nach Eigenständigkeit gerecht. Alle Wohnungen sind außerdem mit einem 24h-Notrufsystem ausgestattet, sodass im Zweifelsfall schnelle Hilfe gewährleistet werden kann. Service Wohnan-

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lagen sind angeschlossen an den „Wohnpark Lebenszeit“ und das Seniorenzentrum „Am Heiligenberg“ in Jena. Eine weitere Wohnanlage befindet sich im Jenaer Lerchenfeld. In Weimar ist eine Wohnanlage an unser Seniorenzentrum „Am Paradies“ angeschlossen. Neben der Unterbringung haben alle Bewohner die Möglichkeit, an verschiedenen Aktivitäten der jeweiligen Häuser teilzunehmen. Dazu zählen regelmäßige Frühlings-, Faschings- oder Weihnachtsfeiern, Vortragsreihen mit Fachreferenten oder Ausfahrten zu Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Begegnungsstätten Menschen nach ihrer Erwerbstätigkeit eine sinnvolle und erfüllende Aufgabe zu ermöglichen ist uns ein besonderes Anliegen.

schiedene kulturelle, soziale und Bildungsangebote. Interessierte treffen sich hier zum Kaffee, zur gemeinsamen Weiterbildung oder zu Hobbyaktivitäten. Ein ähnliches Angebot gibt es inzwischen auch mit dem „Treff Immergrün“ in Jena. Vereinsamung im Alter – ob durch den Verlust des Lebenspartners oder anderer wichtiger Bezugspersonen – stellt ein reales Problem dar. Der oft folgenden sozialen Isolation muss rechtzeitig mit entsprechenden Angeboten begegnet werden. Damit können nicht nur psychische und physische Krankheiten verhindert werden; auch die Lebensqualität von Senioren steigt merklich. Unsere Angebote zielen deshalb verstärkt auf ein ehrenamtliches Engagement und damit auf die Pflege von starken sozialen Netzwerken ab. Ältere Menschen geben bei uns als Seniorenbegleiter von Demenzpatienten, Pflegebegleiter oder Formularlotsen ihrem Alltag einen neuen Sinn. Mehrgenerationenhaus „Wohnpark Lebenszeit“ Im Mai 2014 eröffnet die AWO Jena-Weimar die zuvor grundständig sanierte Wohnanlage an der Rudolf-Breitscheid-Straße. In den neueröffneten „Wohnpark Lebenszeit“ ziehen sofort die ersten Bewohner des Service Wohnens.

Bildungs-, Kultur- und Präventionsangebote sind eine gute Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe. Durch passgenaue Angebote können individuelle Fähigkeiten genutzt und die Kommunikation und das Netzwerken im Alter gefördert werden. Wichtig ist dabei die Umsetzung von quartiersnahen Angeboten. Seit 2015 betreibt unser Kreisverband – gemeinsam mit der GWG Weimar – das Bürgerzentrum in Weimar Nord. Es ist Dreh- und Angelpunkt für ver-

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Im November 2014 zieht das Projekt Mehrgenerationenhaus von der Kastanienstraße 11 in den „Wohnpark Lebenszeit“ um. Das Haus wird damit

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für den kompletten Stadtteil geöffnet. Im Dezember veranstalten die neuen Nachbarn unter demselben Dach den ersten gemeinsamen Weihnachtsmarkt. Regelmäßig werden für die Bewohner des Wohnparks Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten in der Region veranstaltet. Einer der ersten Ausflüge nach dem Umzug führt die Teilnehmer in den botanischen Garten nach Jena. Im Mai 2015 eröffnen Kitakinder und Senioren das erste gemeinsame „Farbenfest“ mit angeschlossener Künstlerausstellung und Showprogramm.

Im Oktober 2015 feiern die Bewohner im Kunstgarten des MGHs das erste gemeinsame Oktoberfest – mit Weißwurst und zünftiger Blaskapelle. Im Rahmen ihres Jena-Aufenthalts im Dezember 2015 stattet die nicaraguanische Botschafterin Karla Luzette Beteta Brenes dem Wohnpark einen Besuch ab. Gleichzeitig darf unser Wohnpark des öfteren Besucher aus den unterschiedlichsten politischen Gremien begrüßen. Einrichtungsübergreifende Projekte Sowohl im Bereich der offenen Seniorenarbeit als auch im Bereich Gesundheit stellen wir eine positive Entwicklung im Berichtszeitraum fest. Nennenswert sind hier u.a. unsere Jenaer „Tagesstätte Süd“ für demenzkranke Senioren und unsere Physiotherapie. In unseren Einrichtungen neh-

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men wir die starke Motivation unserer Mitarbeiter wahr, durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen ein noch passgenaueres Betreuungsangebot realisieren zu können. Im Berichtszeitraum schließen weitere Mitarbeiter die Weiterbildung zum Praxisanleiter ab und dürfen damit künftig Auszubildende der Altenpflege sowie der Gesundheitsund Krankenpflege begleiten.

Zu den bereichsübergreifenden Angeboten unseres Kreisverbands gehört auch die Informationsund Kontaktstelle für Selbsthilfe, kurz „IKOS“. Hier finden von Krankheit oder physischen/psychischen Problemen Betroffene sowie deren Angehörige den Austausch mit Leidensgenossen sowie kompetente Hilfe zur Selbsthilfe. Im Berichtszeitraum organisiert die Kontaktstelle die jährlich in der Jenaer Goethe Galerie stattfindenden „Selbsthilfetage“. Gemeinsam mit weiteren Beratungsstellen und Wohlfahrtsverbänden präsentieren die Kollegen dort an zwei Tagen ihr breit gefächertes Angebot. Mit rund 4.500 Besuchern pro Tag sind die „Selbsthilfetage“ immer gut frequentiert. Daneben beteiligt sich die „IKOS“ am sogenannten „Wegweiser Selbsthilfe“ der Stadt Jena und kooperiert mit Leistungsträgern aus dem Gesundheitsund Sozialbereich. Sie ist zudem Mitglied der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Woche der seelischen Gesundheit. Ebenfalls im Projektzeitraum wird die Jenaer Selbsthilfe für Lehrveranstaltungen des Universitätsklinikums angefragt. Das Projekt wird ab dem Frühjahrssemester 2015 umge-

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setzt. Im selben Jahr werden der Kontaktstelle Fördergelder für das Integrationsprojekt „Wunderbares Jena: ich fühle was, das du siehst“ bewilligt. Das Projekt möchte die Sieben Wunder Jenas auch für Sehbehinderte taktil erfahrbar machen. Pflegeeinrichtungen in Deutschland werden in absehbarer Zukunft verstärkt Senioren aus anderen Herkunftsländern aufnehmen. Um eine kultursensible Pflege kompetent umzusetzen, arbeiten unsere Pflegeeinrichtungen schon heute eng mit unseren Fachdiensten für Migration und Integration zusammen. Daneben hoffen wir, auch Migranten für die Pflegearbeit gewinnen zu können. Daher setzt unser Kreisverband seit 2015 das BAMF-geförderte „Pilotprojekt Pflege“ um. Hier bekommen Interessierte eine gekoppelte kostenlose Sprach- und Pflege-

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qualifizierung. Danach können sie die Prüfung zum Betreuungsassistenten ablegen, ihren Bundesfreiwilligendienst machen oder eine Ausbildung beginnen. Der Fachkräftemangel im Bereich der Pflege zwingt Pflegeeinrichtungen bundesweit zu einem stärkeren Werben um die besten Mitarbeiter. Eine starke Mitarbeiterbindung ist uns ein besonderes Anliegen. Wir fördern daher die Gesundheitsmaßnahmen und die persönlichen Entwicklungswünsche unserer Pflegekräfte. Präventionsprojekte, die über die Deutsche Rentenversicherung in Anspruch genommen werden, unterstützt unser Kreisverband mit einem zusätzlichen Tag bezahlter Freistellung.

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Kindergärten und Frühförderung


Kindergärten und Frühförderung

Der AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. ist Träger von insgesamt 13 Kindergärten in Jena, Weimar und Bad Berka. Jede dieser Einrichtungen zeichnet sich durch ein einzigartiges Profil aus. Im Vordergrund stehen dabei immer die pädagogischen Leitsätze der AWO, aber auch die Besonderheiten der Lage, der konzeptionellen Ausrichtung sowie individuelle Rahmenbedingungen. Kinder in ihren ersten Lebensjahren zu begleiten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. In unseren Kindergärten betreuen hochqualifizierte Fachkräfte liebevoll die ihnen anvertrauten Kinder auf Grundlage des Thüringer Bildungsplans. Die Betreuung erfolgt unabhängig von Nationalität, Kultur, Religion oder Weltanschauung. Ziel ist es, jedes Kind in seiner individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Gleichzeitig arbeiten wir resilienzfördernd, um Übergänge zwischen

Kita und Schule sowie den generellen Umgang mit Schwierigkeiten optimal zu begleiten. Gute Betreuung und Bildung sind Aufgaben, die ein großes Maß an nachhaltigem Denken voraussetzen. Immer wieder bemerken wir, dass es neben strukturellen Rahmenbedingungen auf das spezifische Wissen jeder einzelnen Kollegin und jedes einzelnen Kollegen ankommt. Die individuellen Fähigkeiten unseres pädagogischen Fachpersonals wissen wir sehr zu schätzen. Sie kommen zum Tragen bei individuellen Bedürfnissen der Kinder, der Organisation von Veranstaltungen oder in der Elternarbeit. Selbstreflexion und Problemlösungsstrategien sind uns ein besonderes Anliegen. Durch politische oder gesellschaftliche Veränderungen stehen jedoch auch unsere Mitarbeiter immer wieder vor Herausforderungen. Aus diesem Grund veranstaltet der Kreisverband im Jahr 2015 einen Kitafachtag. Die Tagung steht unter dem Motto „Starke Kinder verändern die Welt - Resilienzförderung im Kitaalltag“ und fördert zum einen den Fachaustausch und schafft zum anderen eine gemeinsame Identität der Teilnehmer. Des Weiteren wird durch die Zusammenarbeit unserer Kollegen mit Fachberatern, Referenten und Gästen die Vernetzung mit verschiedenen Gremien gefördert.

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Überregionale Frühförderstelle für blinde und sehgeschädigte Kinder Unsere überregionale, sinnesspezifische Frühförderung ist ein Angebot für Familien mit Kindern, die aufgrund einer drohenden oder eingetretenen Sehbeeinträchtigung bzw. Blindheit, auch mit mehrfachen Beeinträchtigungen in der Lebensbewältigung, Hilfen zur Verbesserung ihrer Entwicklungschancen in Anspruch nehmen möchten. Seit mehr als 20 Jahren gibt es unsere überregionale Frühförderstelle. Aufgrund der steigenden Frühgeburtenraten hat auch der Bedarf an Frühförderung stetig zugenommen: unsere momentan sieben Mitarbeiter sind im gesamten Freistaat unterwegs. Auch in der fachlichen Schuleingangsbegleitung ist unsere Frühförderstelle aktiv; die entsprechenden Betreuungsfälle werden ihr von den Thüringer Sozialämtern übermittelt. Im Jahr 2013 zieht die Frühförderstelle von Legefeld in die Geschäftsstelle in der Soproner Straße in Weimar. Fortan kann die Arbeit in unmittelbarer Nähe zur Geschäftsstelle des Kreisverbandes optimal koordiniert werden. Zahlreiche Besucher und Interessenten nutzen jährliche Regeltermine wie den Tag der offenen Tür oder das Familienfest, um sich über das Angebot der Frühförderstelle zu informieren. Regelmäßige Weiterbildungen bilden eine wichtige Säule unserer Frühförderung. So absolvieren die Mitarbeiter im Jahr 2013 ein ErsteHilfe-Training und führen Kundenbefragungen in der Geschäftsstelle durch. Im Jahr 2014 folgen Weiterbildungen in der Entwicklungsdiagnostik sowie in den Bereichen Aqua Wellness, Basale Stimulation, Montessori-Pädagogik und der Echolokalisation. Ebenfalls im Jahr 2014 nimmt das Team der Frühförderstelle an einem bundesweiten Fachtag zum Thema Sehen teil. Im Jahr 2015 bildet sich das Team zu folgenden Themen weiter: Gefährdungs- und Belastungsfaktoren in der Frühförderung, Diagnostik und Autismus. Außerdem erwirbt es für die tägliche Arbeit die Ratgeberlektüre „Schleswiger Sehkiste“. Darüber hinaus finden regelmäßige Qualitätszirkel, Fallgespräche und Supervisionen statt. Jedes

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Jahr im Januar berät die Frühförderstelle außerdem gemeinsam mit dem Team zur Qualitätssteigerung der sonderpädagogischen Begutachtung (TQB) über mögliche Hilfsmittel für Kinder, die kurz vor der Einschulung stehen. Auch die Finanzierung der überregionalen Frühförderstelle ist ein dringliches Thema. Die momentane Kostenvereinbarung mit der Stadt Weimar zur Umsetzung der Frühförderungsverordnung ist bereits über 14 Jahre alt und damit nicht mehr bedarfsgerecht gestaffelt. Seit 2015 laufen daher Verhandlungen über eine neue vertragliche Regelung.

Kindergärten in Weimar Kita „Nordknirpse“ Die Kita „Nordknirpse“ im Stadtteil Weimar Nord bietet 155 Kindern Platz für eine familienergänzende Betreuung, Bildung und Erziehung. Die Kita trägt das Thüringer Qualitätssiegel »Bewegungsfreundliche Kindereinrichtung«. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung für die Kinder sind wichtige Säulen ihrer täglichen Arbeit. Die kitaeigene Idee des „Frühstück-to-go“ wird 2012 beim AWO-Ball mit dem Preis „Ausgezeichnete Idee für eine gute Sache“ prämiert. Ebenfalls in diesem Jahr wird das Medienprojekt der Kita „Nordknirpse“ von der Thüringer Landesmedienanstalt mit dem Kinder- und Jugendmedienpreis „Kompass“ sowie einem Preisgeld in Höhe von 1.500 € ausgezeichnet.

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Aus Spendenmitteln des Fördervereins werden 2012 eine Hochebene angeschafft und eine Sauna eingebaut. Der Förderverein ist es auch, der die Neugestaltung des Bewegungsraumes (Kosten: rund 10.000€) möglich macht.

Der Startschuss für eine umfangreiche Konzeptentwicklung der Kita fällt im Jahr 2015. Ebenfalls in diesem Jahr kann durch die Kooperation mit der AOK Plus im Rahmen einer Arbeitssituationsanalyse der als störend empfundene hohe Lärmpegel in der Kita reduziert werden. Hierzu werden lärmdämmende Mulltücher an den Decken angebracht. Durch das vorbildliche Engagement des Fördervereins der Kita können auch neue Räume gestaltet werden. In Zukunft wird vor allem die Gestaltung des Außengeländes eine Herausforderung darstellen.

erneut für das Sprachförderprojekt und kann das Bundesprogramm - inzwischen „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“ genannt - um weitere vier Jahre verlängern. 2014 wird der Förderverein der Kita gegründet. Der Bau eines Barfußpfades sowie die Beschaffung und der Aufbau von mobilen Fußballtoren sind nur zwei Beispiele für bereits umgesetzte Projekte des Fördervereins. Das Team der Kita „Sonnenschein“ beteiligt sich 2015 am Arbeitstreffen zur Erstellung der sogenannten „Willkommensbroschüre“. Die Idee: Eltern mit Migrationshintergrund eine Broschüre an die Hand zu geben, die ihnen den Kitaalltag anschaulich erklärt. Über das Projekt „Willkommensbotschafter“ wird schließlich eine Broschüre in drei Sprachen verfasst, die den Dialog aller Beteiligten unterstützen soll. Die Broschüre steht allen Kindertageseinrichtungen in Weimar zur Verfügung. Im selben Jahr wird die sogenannte „Tanzwerkstatt“ eingeweiht. Dabei handelt es sich um eine Förderaktion von AKTION MENSCH, welche ein freies Tanz- und Bewegungsangebot in der Kita umsetzt. Nach Umbau des entsprechenden Raumes steht den Kindern ein heller und vielfältig nutzbarer Mehrzweckraum zur Verfügung. Ziel der Tanzwerkstatt ist es, durch gemeinsame Tanzfeste wochentags und an Feiertagen Inklusion zu fördern. Im September 2015 führt der integrative Kindergarten „Sonnenschein“ erstmals eine neue Form des Elternabends ein. Die sogenannte „ElternNacht“ mit externen Fachreferenten und Gesprächsangeboten ist geboren.

Kita „Sonnenschein“ Die integrative Kita „Sonnenschein“ ist mit einer Kapazität von 210 Plätzen der größte AWO-Kindergarten im Kreisverband. 2012 wird die Kita „Sonnenschein“ ins Bundesprogramm „Sprache und Integration“ aufgenommen und bekommt damit die Bewilligung für eine zusätzliche halbe Stelle. 2015 bewirbt sich die Kita

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Kita „Am Goethepark“ Unsere Kita „Am Goethepark“ kann im Berichtszeitraum ihren 55. Geburtstag feiern. Die Kita besitzt ein eigenes Künstleratelier, das gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern saniert wurde. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten steht das Ateliergebäude als „Kindergalerie“ auch für öffentliche Veranstaltungen und den kreativen Austausch zur Verfügung. Für die Anschaffung von künstlerischen und musischen Materialien wird vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur der Antrag auf Zuwendungen aus Lottomitteln gewährt. Im August 2014 wird die Eröffnung der „Kindergalerie“ mit vielen großen und kleinen Gästen gefeiert. Kita „Kirschbachtal“ Von 2007 bis 2012 erfolgt in der Kita „Kirschbachtal“ in mehreren Abschnitten eine umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahme. Mit den Baumaßnahmen kann die Kapazität der Kita entscheidend erweitert werden.

Der mit der Stadt Weimar auslaufende Pachtvertrag für das Außengelände kann im Jahr 2014 nach langer Verhandlung mit dem Eigentümer in einen jährlich zu verlängernden Pachtvertrag umgewandelt werden. Der drohende Verlust der Betriebserlaubnis wird somit abgewendet.

Auch das Eigenengagement der Kita ist beachtlich. Mehrfach belegt die Kita den ersten Platz beim bundesweiten Wettbewerb im Sammeln von Toner und Tonerkartuschen (Aktion: „Mike Sammeldrache“). Mit der finanziellen Unterstützung der Sparkasse Mittelthüringen kann die Kita im Mai 2015 eine neue Nestschaukel einweihen. Möglich macht dies nicht zuletzt das Engagement des Fördervereins. Neben einem Baumhaus, einer Sandkiste und Klettermöglichkeiten bietet die Schaukel zusätzlichen Bewegungsraum an der frischen Luft. Seit einigen Jahren besteht zwischen der Kita „Kirschbachtal“ und dem Seniorenclub der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Weimar eine enge Kooperation. Das Frühlingssingen, das Herbstsingen sowie das Erntefest sind nur einige Beispiele für die gelungene Zusammenarbeit von Jung und Alt. Neben Sportgymnastik soll künftig auch ein gemeinsamer Töpferkurs angeboten werden.

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Kita „Villa Lustig“ Als erstes Montessori-Haus in Weimar wird 2014 die Kindertagesstätte „Villa Lustig“ gefeiert. Gleichzeitig wird die Kita zur Hospitationsstätte der Deutschen Montessori-Gesellschaft ernannt. Seitdem finden regelmäßig Austauschhospita-

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tionen von Erziehern und Lehrern aus ganz Deutschland statt, die sich in der MontessoriAusbildung befinden. Nahezu alle Erzieher der Kita verfügen über das Montessori-Diplom.

durch die komplette Verglasung der Gartenseiten wirkt die Kita noch offener und ansprechender.

Aufgrund der vorbildlichen Arbeit des Fördervereins ist es der Kita möglich, die pädagogische Arbeit mithilfe ehrenamtlicher Unterstützung sowie zusätzlichen finanziellen Mitteln zu optimieren. Im Rahmen einer Pflanzaktion in Zusammenarbeit mit dem Toom-Baumarkt sowie vielen fleißigen Eltern wird beispielsweise der Außenbereich der Kita mit Sträuchern und Bäumen aufgewertet. Monatliche Elternstammtische ermöglichen ein enges Netzwerk zwischen Erziehern, Kitaleitung und Eltern. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist von einem Höchstmaß an Transparenz gekennzeichnet. Seit mehreren Jahren engagieren sich unser Kreisverband, Kitamitarbeiter und Eltern für den Fortbestand der „Villa Lustig“. Sowohl die bauliche Situation der Immobilie als auch der Betreuungsbedarf in der Nordvorstadt machen die Kitasanierung zu einer unserer dringlichsten Aufgaben. Vor dem Hintergrund einer befristeten Betriebserlaubnis muss mit der Stadt Weimar bis Ende 2016 ein schlüssiges Sanierungskonzept ausgearbeitet werden. Lobenswert ist hierbei vor allem die Eigeninitiative vieler engagierter Eltern. Kita „Am Kurpark“ (Bad Berka) Direkt am Kurpark Bad Berkas liegt die Kita „Am Kurpark“. Dieser ideale Standort schafft reichlich Bewegungsraum und gibt außergewöhnliche Möglichkeiten zur Naturerfahrung. Auf der ca. 4000m² großen Rasenfläche der Kita mit angrenzender Parkanlage können die Kinder ungestört toben und spielen. Der im Jahr 2011 gegründete Kinderchor des Kindergartens wird 2012 mit dem „Goldkehlchenpreis“ des Landkreises ausgezeichnet. 2012 findet auch der große Umbau der Kita statt. Ziel ist es, die 72 Plätze der Einrichtung auch künftig zu erhalten. Die relativ kleinen Zimmer werden durch einen Durchbruch der Wände erweitert,

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Insgesamt investiert die Stadt 164.000€ in den Umbau, weitere 89.000€ erhält unser Kreisverband als Förderung vom Land. Auch die Schallschutzeinbauten sowie der strapazierfähige Boden werden gefördert. Die jährliche Teilnahme am Brunnenfest in Bad Berka sowie die Teilnahme am im Jahr 2012 erstmalig organisierten öffentlichen Kneippfest im Kindergarten finden immer wieder großen Zuspruch. Mit dem Betriebserlaubnisverfahren im Jahr 2014 gehen Veränderungen im Aufnahmealter der Kinder einher. Dieses wir nun auf ein Jahr heraufgesetzt. Der U2-Bereich der Kita wird auf 14 Plätze erweitert. Die Öffnung der Gruppenstrukturen hat zur Folge, dass zwei Stammgruppen entstehen. Des Weiteren werden die Gruppenräume der Kita umstrukturiert und der Krippenbereich erweitert. 2015 gründet sich in der Kita „Am Kurpark“ ein weiterer Förderverein im AWO Kreisverband JenaWeimar. Sein erstes großes Projekt: die Finanzierungssuche einer geplanten Hochebene, die mehr Raum für die Kinder auf der Fläche schaffen soll. Die neue, modern-gestaltete Hochebene kann schließlich im Mai 2016 eingeweiht werden.

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Kindergärten in Jena Kita „Wirbelwind“ 2013 feiert die Kita „Wirbelwind“ mit einem großen Umzug durch das Wohngebiet Winzerla ihren 25. Geburtstag.

Aufgrund der aktuellen Kitabedarfsplanung musste mit der Stadt die Schließung zum 31. Dezember 2020 vereinbart werden. Bis Ende des Jahres 2019 soll eine schrittweise Reduzierung der Platzkapazitäten auf 90 Kinder erfolgen. Vor dem Hintergrund der sehr positiven Entwicklung der Kinderzahlen erfolgt die erneute Entscheidung zum Weiterbetrieb oder zur endgültigen Schließung der Kita. Der Weiterbetrieb der Kita würde eine Sanierung unumgänglich machen. Kita „Jenzigblick“ Kennzeichnend für die Kita „Jenzigblick“ ist die enge Zusammenarbeit mit der Freien Ganztagsschule LEONARDO in Jena. Zu diesem Zweck finden unter anderem gegenseitige Besuche und Schnuppertage statt. Immer wieder absolvieren LEONARDO-Schüler ihr Pflichtpraktikum in der Kita „Jenzigblick“. Auch durch die Vielzahl an Veranstaltungen für Familien macht die Kita auf sich aufmerksam. So gibt es beispielsweise jedes Frühjahr den Arbeitseinsatz im Garten, das Tanzfest im Spätfrühjahr oder das multikulturelle Familienfest.

Von 2011 bis 2015 nimmt die Kita – genau wie die Kitas „Sonnenschein“ und „Schatzinsel“ - am Bundessprachprojekt „Frühe Chancen“ teil. In den Jahren 2012/2013 beteiligt sie sich am Projekt „Kinderwerkstatt“, welches über die AKTION MENSCH mit 4.000€ gefördert wird. Bei einem Wetteinsatz mit dem REWE-Einkaufsmarkt in JenaWinzerla gewinnt der Förderverein im Dezember 2015 500€. Dass Partizipation in der Kita „Wirbelwind“ groß geschrieben wird, zeigt sich im Jahr 2015 in einer eigens entwickelten innovativen Essensbefragung. Für die Eltern der Kita wird ein Bewertungssystem nach einem Ampelsystem entwickelt. Die Kinder selbst evaluieren die Verpflegung anhand von Smileys. Die Befragung ist für die Kinder Motivation, neue Gerichte auszuprobieren und setzt gleichzeitig Impulse für die Arbeit der Kitafachkräfte. Auch in der Kita „Wirbelwind“ gründet sich im Berichtszeitraum ein Förderverein.

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Die sog. „kleine Friedensfahrt“ bildet jedes Jahr den Höhepunkt einer Aktionswoche, in der sich alles um verkehrssichere Fahrräder dreht. Eine große Spende der Sparda-Bank ermöglicht der Kita „Jenzigblick“ 2012 ein neues Klettergerät und wertet somit den Spielplatz der U3Kinder auf.

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Kita „Schatzinsel“ Seit 2011 arbeitet die Kita „Schatzinsel“ im Projekt „Sprache und Integration“, seit 2016 im Folgeprojekt „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“ mit. In den Jahren 2014 und 2015 führt die Kita das Projekt „Interkultureller Generationentreff Schatzheber“ durch, ein Projekt der AKTION MENSCH, welches mit Fördergeldern in Höhe von 5.000€ bezuschusst wird. Aus diesen Mitteln kann die Kita einen Teil ihres Hofes überdachen, um so Raum für Kontakte und Begegnungen zu schaffen. Auch in dieser Kita gründet sich im Berichtszeitraum ein Förderverein. Gelände des Kindergartens. Da sich der Rasen des alten Platzes nicht mehr regenerieren kann, verkommt der Platz immer mehr zur Matschecke. Als Übergangslösung wird ab April 2015 Rollrasen vom Förderverein finanziert und von den Eltern verlegt. Auch dieser hält sich nicht lange und eine andere Lösung muss her. Gelder aus Lottomitteln und von AKTION MENSCH geben eine Anschubfinanzierung für den neuen Sportplatz. Durch eine von Kita, Elternbeirat und Förderverein initiierte Aktion kommen 2016 schließlich 30.000€ für eine Komplettsanierung des Sportplatzes zusammen. Die neue Spielfläche ist barrierefrei zugänglich und auch von Kindern mit Einschränkungen nutzbar. Kita „Zum Leutratal“

Kita „Abenteuerland“ Das 10-jährige Jubiläum der Jenaer AWO-Kita „Abenteuerland“ im Jahr 2014 steht unter dem Motto „Komm mit mir ins Abenteuerland…“. Zahlreiche Gäste aus Landes- und Kommunalpolitik, Stadtverwaltung sowie weitere Freunde der integrativen Kita kommen zur Feierstunde. 2015 startet das Projekt für den Neubau eines „multifunktionalen Erlebnissportplatzes“ auf dem

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Die Kita „Zum Leutratal“ in Jena-Maua hat im Berichtszeitraum ihr Profil als ausgewiesene KneippKita schärfen können. Neben dem klassischen Wassertreten geht es beim Kneipp-Konzept auch um eine gesunde Ernährung, Bewegung in freier Natur oder die Kenntnis und Anwendung von Heilkräutern. Grundsätze, welche die Kita „Zum Leutratal“ mit Fortbildung ihrer Erzieher sowie der regelmäßigen Unterstützung durch weitere Servicekräfte konsequent umsetzt. 2012 erfolgt nach vielen Bemühungen seitens des Trägers und der Mitarbeiter ein kompletter Um-

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und Modernisierungsausbau des Kindergartens. Künftig stehen den Kindern drei helle und bedarfsgerecht gestaltete Gruppenräume zur Verfügung, die eine direkte Anbindung an den Kitagarten ermöglichen. Durch die Umbaumaßnahmen am Kindergarten, die Erweiterung und Erneuerung der Infrastruktur um Jena und nicht zuletzt das Hochwasser 2013 wird der Spielgarten jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen. Dank zahlreicher Sponsoren können der Spielgarten erneuert und ein zusätzliches Spielhaus im Garten der Kita errichtet werden.

der neuen Kita werden attraktive Betreuungsmöglichkeiten am Standort Lobeda geschaffen. Viel frequentiert wird die Kita auch von Mitarbeitern des Uniklinikums; immerhin ist sie eine von zwei Kooperationskitas in Trägerschaft des AWO Kreisverbands Jena-Weimar.

Kita „Kinderzeit“ 2012 ist der offizielle Baubeginn für die geplante Umbaumaßnahme der Kita „Kinderzeit“. Als integraler Bestandteil des „Wohnparks Lebenszeit“ erfolgt der feierliche Spatenstich für den ersten Bauabschnitt im April 2012.

Die Kita wird als fester Bestandteil einer Kooperation mit dem Universitätsklinikum Jena weiterentwickelt. Bereits 2013 bezieht sie die sanierten Räume in Lobeda. Der Kindergarten bildet außerdem den ersten Abschnitt des Mehrgenerationenprojektes „Wohnpark Lebenszeit“, der 2013 in Lobeda entsteht. Mit

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Durch die bauliche Verbindung von Kindertagesstätte und Senioreneinrichtung ist der „Wohnpark Lebenszeit“ nicht nur ein Ort der Zusammenkunft mehrerer Generationen; auch das vom Bund geförderte Projekt „Mehrgenerationenhaus“ ist hier angesiedelt. Ziel des Mehrgenerationenhauses ist es, die soziale Infrastruktur durch generationenübergreifende Angebote zu fördern. Das Mehrgenerationenhaus ist als Begegnungsstätte für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft entstanden. Das gemeinsame Leben, voneinander Lernen und die gegenseitige Unterstützung stehen dabei im Vordergrund. Beispielhaft hierfür sind Projekte wie das Freitagssingen, das Basteln mit Senioren und Kindern, die sogenannte Lese- und Basteloma sowie gemeinsame Feste. Kita „Im Ziegenhainer Tal“ Im Ziegenhainer Tal in Jena erfolgt im April 2015 der Spatenstich für einen neuen Kindergarten. Am künftigen Standort "In der Doberau" baut die Heimstätten Verwaltungsgesellschaft Jena mbH einen neuen Kindergarten, den der AWO Kreisverband

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Jena-Weimar e.V. entwickeln und betreiben wird. Bereits fünf Monate später wird mit zahlreichen bunten Luftballons das Richtfest gefeiert. An der Konzeption der neuen Kita arbeitet seit Anfang 2016 eine bereichsübergreifende Arbeitsgruppe. Einrichtungsleiter und Mitarbeiter anderer Kitas sowie der Verwaltung bringen ihre Ideen und Erfahrungen ein. Nach mehr als einem Jahr Bauzeit wird die Kita im September 2016 eröffnet. Sie bietet Platz für insgesamt 95 Kinder. Die neu gebaute Kita liegt inmitten grüner Wiesen, kleiner Bäche und umgeben von vielen Bäumen und Naturräumen. Die pädagogische Arbeit wird dem Konzept der offenen Arbeit folgen. Der Kindergarten ist zudem barrierefrei und behindertengerecht gestaltet.

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Wirtschaft und Finanzen


Wirtschaft und Finanzen

Der AWO Kreisverband Jena-Weimar unterliegt auf eigenen Beschluss den Rechnungslegungsvorschriften nach dem Handelsgesetzbuch, unter Berücksichtigung der Grundsätze einer ordnungsgemäßen Buchführung. Unser Präsidium hat mit der Prüfung der Jahresabschlüsse die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft RSM Verhülsdonk GmbH aus Chemnitz beauftragt. Dem Kreisverband wird für den gesamten Berichtszeitraum der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt . Bestandsgefährdende Risiken können zu keiner Zeit festgestellt werden. Die Ergebnisse dieser Überprüfungen werden dem Präsidium jeweils präsentiert. Die Vorstände werden daraufhin für ihre geleistete Arbeit gemäß unserer Satzung entlastet. Der Kreisverband Jena-Weimar e.V. verzeichnet im

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Berichtszeitraum eine beispielhafte Entwicklung. Durch die strickte Umsetzung des in 2012 festgelegten Maßnahmenplans können die Verluste überwunden und die gesetzten Ziele übertroffen werden - angefangen bei effizienter gestalteten Verwaltungsprozessen bis hin zu Neuverhandlungen mit entscheidenden Kostenträgern. Auch die enge Einbeziehung der Einrichtungsleiter in den Planungs- und Steuerungsprozess trägt zur Verbesserung unserer Wirtschaftlichkeit bei. Neben umfangreichen Optimierungen und Neustrukturierungen hat unser Kreisverband seine Arbeit innerhalb der Geschäftsfelder weiter gefestigt und den Umsatz im Berichtszeitraum um 18% gesteigert. Die positive wirtschaftliche Entwicklung zeigt sich auch in der Erfolgsrechnung. So wird im Vergleich zum Jahr 2012 die Kostenstruktur deutlich gestrafft und die Erlöse können durch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit gesteigert werden. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich positiv entwickelt und beträgt in 2015 1,4% der gesamten Umsätze. Im Finanzergebnis ist über den Berichtszeitraum eine Steigerung in den Zinsaufwendungen zu verzeichnen. Hier sind Zinsen aus Darlehen der Kasta-

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nienstraße, der Sanierung des Pflegezentrums Weimar sowie des Baus unseres Wohnparks Lebenszeit enthalten. Im Total verzeichnet der Kreisverband eine kontinuierliche Steigerung des Jahresergebnisses von

674.000€ absolut . Diese Finanzmittel werden jährlich als Gewinnrücklage, zur Sicherung von Krediten und zukünftigen Investitionen eingestellt. Somit wird dem Kreisverband Jena-Weimar auch zukünftig eine gute wirtschaftliche Entwicklung prognostiziert. Die Personalentwicklung zeigt für die Jahre 2012 und 2013 eine Reduktion des Personalaufwands und –bestands, resultierend aus den im Maßnahmenplan identifizierten Synergien mit entsprechend angepassten Aufgaben und Arbeitspensum.

Wie die Entwicklung der Bilanzsummen zeigt, kann im Berichtszeitraum eine Bilanzsummenverlängerung von 14% verzeichnet werden. Diese stammt hauptsächlich aus der Erweiterung des Anlagevermögens für die Aktivierungen des Wohnparks Lebenszeit, der Sanierung des Pflegezentrums Weimar sowie sonstigen Investitionen. Die 1-prozentige Bilanzsummenverkürzung im Jahr 2015 ist mit der geringeren Investitionstätigkeit gegenüber der anfallenden Abschreibung auf Sachanlagen zu begründen. Der Kreisverband blickt auf eine ereignisreiche und vom Wandel geprägte Zeit zurück. Um auch in Zukunft die anstehenden Herausforderungen meistern zu können, muss unser Verband auch weiterhin flexibel und mit dem gebotenen Respekt vor der großen Verantwortung agieren und reagieren. So gilt es auch weiterhin, in Verhandlung mit Kostenträgern zu treten und unsere Ressourcen zur Kostendeckung optimal einzusetzen. Im ständigen Austausch mit Mitarbeitern der Städte und Kommunen sowie sonstigen Kostenträgern gilt es, die fristgerechte Zahlung vertraglich erbrachter Leistungen und den schnellen Abschluss notwendiger Änderungsvereinbarungen jederzeit zu gewährleisten. Unser Anspruch wird auch weiterhin eine effiziente Arbeit in allen Geschäftsbereichen sein. Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter, die das Leitbild der AWO leben, tragen täglich dazu bei, dass sich unser Kreisverband mit seinen Angeboten auch künftig gut behaupten und erfolgreich arbeiten kann.

Bilanzsummenentwicklung

50

-1%

15%

35.000 33.000

in T€

Dem gegenüber stehen Neueinstellungen, die mit der Erweiterung der Geschäftstätigkeit, insbesondere im Bereich der Migrationsberatung und -betreuung, aber auch im Pflegebereich (mit der Eröffnung neuer Einrichtungen wie dem Wohnpark Lebenszeit) einhergehen. Ebenso sind die jährlichen Tarif- und Stufensteigerungen zu nennen als Grund für die gestiegenen Personalaufwendungen per 2015.

37.000

31.000 29.000 27.000 25.000

Bilanzsumme

2012

2013

2014

2015

30.557

32.130

35.528

35.144

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Bilanz per 31.12.2015

AKTIVA A.

in T€

Anlagevermögen

31.615 €

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

54 €

II. Sachanlagen

31.535 €

1. Grundstücke und Bauten

30.171 €

2. Technische Anlagen

299 €

3. Einrichtungen und Ausstattungen

978 €

4. Fahrzeuge

88 €

III. Finanzanlagen

26 €

1. Anteile an verbundenen Unternehmen

25 €

2. Beteiligungen

B.

2€

Umlaufvermögen

3.445 €

I. Vorräte

5€

1. Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe

5€

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1.554 €

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

1.209 €

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

221 €

3. Sonstige Vermögensgegenstände

124 €

III. Wertpapiere des Umlaufvermögens IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

C.

125 € 1.761 €

Rechnungsabgrenzungsposten

83 €

Bilanzsumme

35.144 €

P AS S I VA A. Eigenkapital 1. Vereinskapital 2. Gew innrücklagen 3. Gew innvortrag/Verlustvortrag

9.898.001,31 € 1.356.694,33 € 8.541.306,98 € - €

B. Sonderposten aus Zuschüssen und Zuweisungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens 1. aus öffentlichen Fördermitteln für Investitionen 2. aus nicht-öffentlicher Förderung für Investitionen

9.236.521,00 € 8.865.423,00 € 371.098,00 €

C. Rückstellungen 1. Steuerrückstellungen 2. Sonstige Rückstellungen

726.243,16 € 16.000,00 € 710.243,16 €

D. Verbindlichkeiten

15.282.867,52 €

1. Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 14.650.303,20 € a) Davon mit einer Restlaufzeit 13.991.847,02 € von mehr als 5 Jahren 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen 526.512,36 € und Leistungen 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - € 4. Sonstige Verbindlichkeiten 106.051,96 €

Bilanzsumme

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35.143.632,99 €

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Ausblick


Ausblick Als Mitglied eines der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen sieht sich der AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. in der Verantwortung, die Gesellschaft unter sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten mitzugestalten. Der demografische Wandel ist eine der dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit. Auch wir wollen unseren Beitrag zu einem starken sozialen Netzwerk leisten: für ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben im Alter. Vor diesem Hintergrund muss vor allem das solidarische Zusammenleben von Familien ermöglicht und gestärkt werden. Mittel- und langfristig wollen wir dazu unser soziales Portfolio weiterentwickeln und ausbauen. In unserem Verbandsgebiet möchten wir mit dem Ausbau neuer sozialer Zentren einen Beitrag leisten: zu mehr Qualität in der Pflege und zu einem solidarischen Miteinander. Ein Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre zeigt uns, dass wir in der öffentlichen Wahrnehmung als tatsächlicher Sozialdienstleister schon viel erreicht haben. Erst kürzlich haben wir in unserer Region unsere 13. Kindertagesstätte (Kita „Im Ziegenhainer Tal“) in Jena eingeweiht. Besonders freuen wir uns, dass wir mit der Teilnahme am Bundesprogramm „Kita Plus“ ein familienfreundlicheres Betreuungsangebot realisieren können. Unsere Freie Ganztagsschule LEONARDO sowie unsere Jugendzentren fördern die Eigenständigkeit und Selbstentfaltung junger Menschen. Im Pflegebereich sind wir bereits Träger dreier großer stationärer Einrichtungen sowie eines breit aufgestellten teilstationären und ambulanten Angebots. Unser „Wohnpark Lebenszeit“ in Jena mit angeschlossenem Mehrgenerationenhaus, Senioren-WG und Tagespflege fördert ein selbstbestimmtes und gemeinschaftliches Leben im Alter. Großen Zulauf haben in den zurückliegenden Jahren unsere Fachdienste für Migration und Integration erfahren. Sie bieten Geflüchteten ein breites Beratungsangebot, pflegen starke Netzwerke zu Behörden und leisten damit eine unver-

Geschäftsbericht 2012 - 2015 I Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V.

zichtbare Integrationshilfe. Daneben sind wir in der Familien-, Jugend- und Schuldnerberatung aktiv. Gerade Menschen, die sich am Rande der Gesellschaft wiederfinden, müssen wir auch künftig Begegnungsstätten anbieten und Hilfsangebote unterbreiten. Gleichzeitig müssen auch Unternehmen und damit potenzielle Arbeitgeber im Umgang mit neuen Herausforderungen geschult werden. Unsere Fachstelle für Interkulturelle Öffnung berät daher Unternehmen zum Thema Integration am Arbeitsplatz und zum Umgang mit interkultureller Vielfalt. Wir verdanken diese Erfolge dem engagierten Einsatz unserer einzelnen Mitarbeiter und ehrenamtlich Engagierten. Sie bestärken uns auf dem eingeschlagenen Weg und beeinflussen unsere Zukunftsvisionen und sozialen Zielsetzungen. Mit Blick auf das, was wir bereits geschafft haben, möchten wir unseren Wirkungskreis künftig weiter stärken und ausbauen. Mit Verschmelzung der Kreisverbände Jena, Weimar, Apolda und Sömmerda zu einem starken Kreisverband zeigte sich bereits im Jahr 2007, dass zusammenwächst, was zusammengehört. Unser Handeln und unsere Zielsetzungen orientieren sich immer an tatsächlichen gesellschaftlichen Bedarfen. In Magdala hat unser Kreisverband im Sommer 2016 das leerstehende ehemalige „Sanatorium Winterstein“ erworben. Hier soll durch umfängliche Renovierungs-, Umbau- und Anbaumaßnahmen ab 2017 das erste „AWO Pflegehotel“ in Thüringen entstehen. Neben einem Wohnbereich für Intensiv- und Beatmungspatienten soll das neue Pflegehotel auch einen Wohnbereich für Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie einen ambulanten Pflegestützpunkt beherbergen. Einen Teil der Räumlichkeiten bezieht unser Tochterunternehmen, die AWOCARENET GmbH. Mit seiner Lage am Ortsrand Magdalas mit direkter Anbindung an die A4 ist das ehemalige Hotel von den umliegenden Städten Jena und Weimar optimal erreichbar. Darüber hinaus kann die Einrichtung auf ein breites Einzugsgebiet im Weimarer Land hoffen.

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Zeitgleich beginnen im Frühjahr 2017 in Jena-Lobeda die Bauarbeiten für das geplante Wohn- und Demenzzentrum am Salvador-Allende-Platz. Mitte 2018 soll hier ein multifunktionales Kompetenzzentrum mit Demenz-WG, Service Wohnen und angeschlossenem Café sowie einer großen Arztpraxis

AWO Pflegehotel Magdala eröffnen. Die künftigen Bewohner profitieren von kurzen Wegen zum nahegelegenen Universitätsklinikum, aber auch zu Apotheken und diversen Einkaufs- und Ausflugsmöglichkeiten. In den kommenden Jahren werden wir uns als Wohlfahrtsverband stärker im Landkreis Sömmerda engagieren. Mit der Stadt Sömmerda laufen die Planungen für das erste städtische Wohn- und Pflegedorf. In der Stadt Weißensee wird unser Kreisverband ein zum Ausbau geeignetes Grundstück erwerben. Im historischen Stadtkern werden in den kommenden Jahren eine Pflege-WG mit 10 Plätzen, 18 Wohneinheiten für Service Wohnen und eine Tagespflege entstehen. Den künftigen Bewohnern soll hier ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben in Bauernhof-Atmosphäre ermöglicht werden. Angestrebt ist die Umsetzung einer alle Sinne ansprechenden Therapie und Betreuung. Des Weiteren planen wir den Aufbau eines ambulanten Pflegedienstes im Landkreis Sömmerda. Die geplanten Projekte bedürfen einer engen Zusammenarbeit mit Politik, Behörden und lokalen Entscheidungsträgern. Gerade im Zuge der geplanten Gebietsreform ist es eine besondere Herausforderung, regionale Identität zu wahren und gleichzeitig Entwicklungschancen zu nutzen. Mit

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Pflege-Wohngemeinschaft Weißensee

starken Netzwerkpartnern möchten wir hier Synergieeffekte verwirklichen, indem wir vorhandene und neu erschlossene Ressourcen zielführend miteinander kombinieren. Unsere Erfahrung auf dem Gebiet der sozialen Dienstleistungen und die fachliche Expertise unserer Mitarbeiter und Kooperationspartner erlauben es uns, regionale Bedürfnisse zu erkennen und standortbezogene Projektideen erfolgreich umzusetzen. Die Weiterentwicklung unseres direkten Wirkungskreises geht aber auch mit einer größeren sozialen Verantwortung einher: für die zu betreuenden Menschen, aber auch für diejenigen in unmittelbarer Nachbarschaft zu den jeweiligen Einrichtungen. Wir stellen uns dieser Aufgabe, indem wir Bauvorhaben frühzeitig kommunizieren und Begleitprozesse in allen uns zur Verfügung stehenden Medien transparent machen. Von der Verwirklichung der oben genannten Projekte erwarten wir uns positive Impulse für unsere Region und eine Attraktivitätssteigerung unseres Verbandsgebietes als Wirtschaftsstandort mit sozialer Prägung. Vor diesem Hintergrund streben wir eine enge Vernetzung und Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, Initiativen und Einrichtungen an. Für die Umsetzung dieser Ziele - unserer unternehmerischen Vision - hoffen wir auf eine breite Unterstützung in den zuständigen Fachgremien und unserer Mitarbeiterschaft. Wir werden unsere Verbandsentwicklung auch weiterhin in bewährter Weise breit kommunizieren und somit alle Beteiligten gut mitnehmen.

Geschäftsbericht 2012 - 2015 I Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V.


Geschäftsbericht 2012 - 2015 I Kreisverband AWO Jena-Weimar e.V.


AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. Soproner StraĂ&#x;e 1 b 99427 Weimar Tel: 03643-2499650 Email: info@awo-jena-weimar.de www.awo-jena-weimar.de


AWO Geschäftsbericht 2012-2015