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Jahresbericht 2011


Inhalt 03 Innehalten – aber bitte keine Ruhe bewahren!

Südasien 06 Wenn jeden Tag ein Bauer stirbt 08 Demokratie auf dem Prüfstand

Südostasien 10 Begegnungen mit dem Islam

Mittelamerika 12 Jugendförderung und Gewaltprävention in Mittelamerika 12 Neue Chancen für Melkin 14 Elias mischt sich ein

Humanitäre Hilfe 17 Humanitäre Hilfe – Ein Rückblick 19 Leticia Amuduki – Portrait einer Helferin 20 Zeichen setzen gegen Not und Elend 22 Global lernen – fair handeln 24 Die verschlungenen Wege der Wirkungs­ orientierung 26 Das Jahr 2011 28 Projekte 2011 30 Über uns 31 Mitglieder 32 Finanzbericht – AWO International in Zahlen 34 Impressum & Glossar


Innehalten — aber bitte keine Ruhe bewahren! Liebe Freundinnen und Freunde von AWO International, ein bewegtes und bewegendes Jahr liegt hinter uns. 2011 haben wir mit dem Aufbau unseres Regional­ büros in Guatemala begonnen. Durch unsere Präsenz vor Ort können wir umsetzen, was wir uns auf die Fahnen geschrieben haben: nachhaltige, dem Partnerprinzip verpflichtete Projektarbeit und Humanitäre Hilfe. Diese „Professionalisierung“ unserer Arbeit stößt auf fachliche Zustimmung und zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind. Ein guter Weg? Ein Blick auf die globalen Entwicklungen und Herausforderungen lässt uns fragend zurück, wenn es darum geht, welchen Weg die Weltgemeinschaft einschlägt. Die Finanzkrise konfrontiert uns mit einer extremen Zunahme der Spaltung in Arm und Reich. Die Welt scheint aus den Fugen. Die Preise für Weizen, Mais und Reis sind — um nur ein Beispiel zu nennen — nicht zuletzt infolge der Spekulation mit Rohstoffen an Börsen um 150 Prozent gegenüber jenen des Jahres 2000 gestiegen. Kapitalanleger/innen haben im Gegenzug bis Ende März 2011 mehr als 600 Milliarden Dollar in Wertpapiere investiert, mit denen sie vom Anstieg der Rohstoffpreise profitieren. Für rund zwei Milliarden Menschen in den Ent­ wicklungsländern, die den größten Teil ihrer Einkünfte für die Ernährung verwenden müssen, bedeutet das wachsende Not, Krankheit und oft frühzeitiger Tod. Auch in Europa tritt die soziale Ungleichheit immer deutlicher zutage. In Deutschland verfügt ein Prozent der Bevölkerung über 35 Prozent des Gesamtvermögens, die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitzt nicht einmal zwei Prozent davon. Während sich die privaten Konten weniger füllen, gefährdet die RotstiftPolitik das Gemeinwesen und verschärft auch hier die Spaltung zwischen Arm und Reich. Das Deutsche Kinderhilfswerk schätzt die Zahl der in Armut lebenden Kinder auf 2,7 Millionen. Das sind Realitäten, die zuweilen schwindlig machen und an dem zweifeln lassen, was wir tun und was uns möglich ist.


Da hilft das Gespräch mit den Partnern in Nepal, Indonesien, Guatemala und in allen weiteren Ländern, in denen AWO International tätig ist. Hier wie dort sind die Probleme erdrückend. Hier wie dort fangen Menschen an, ihre Situation zu verändern, finden Menschen zu Engagement, setzen sich Initiativen für Gerechtigkeit ein, werden „einfache“ Leute politisch und entwickeln phantasievolle Alternativen: oft klein und unscheinbar, aber manchmal mit kraftvollen öffentlichen Aktionen. Es gilt also „innezuhalten“, sich selbst wieder ernst zu nehmen und sich auf das zu besinnen, was das Netzwerk der AWO immer schon bewegt hat: solidarisch zu leben, soziale Gerechtigkeit zu fordern und sich politisch dafür zu engagieren, dass alle gut leben können. AWO-Kampagnen wie „Das letzte Hemd“, in der Mitarbeiter/innen und Mitglieder öffentlich auf den Skandal der Armut in Deutschland aufmerksam gemacht haben, oder der Aufruf zur Demonstration für die „Umfairteilung“ des Reichtums in Deutsch­ land zeigen die Chancen, die das AWO Netzwerk seinen 380 000 Mitgliedern, den 170 000 Kolleginnen und Kollegen in ganz Deutschland, seinen 14 000 Einrichtungen und Millionen Kundinnen und Kunden, Klientinnen und Klienten bietet. „Sich selber ernst nehmen“ heißt neu lernen, die Interessen unseres Gemeinwesens wie die Überlebensinteressen der Zweidrittelwelt in den Mittelpunkt zu rücken und nach Gleichgesinnten zu suchen, mit denen vor Ort und begrenzt, den eigenen Möglichkeiten entsprechend, aber beharrlich und sich gegenseitig ermutigend Solidarität eingeübt werden kann. Das Netzwerk AWO ist — mit all seinen Grenzen — eine Plattform für Engagement, ein Netzwerk für solidarisches Handeln, ein Ausdruck dafür, dass eine andere Welt möglich ist! Wenn die Welt aus ihren Fugen gerät, sollten wir innehalten, um uns auf den Weg zu machen: inne­ halten — um laut zu werden und keine Ruhe mehr zu bewahren! Wir laden Sie ein, im Jahresbericht von Menschen zu lesen, mit denen wir uns auf den Weg gemacht haben, und danken Ihnen für Ihre Wegbegleitung und Unterstützung.

Ihr Rudi Frick Vorsitzender

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Ihre Ingrid Lebherz Geschäftsführerin




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Verschuldung und die damit verbundene wirtschaftliche Not sind die offensichtlichen Gründe für die Selbstmorde der Bauern — die eigent­liche Ursache ist jedoch, dass sich Landwirtschaft in Vidarbha finanziell nicht mehr lohnt. 

Subhash Tamboli, Direktor von AFARM

Wenn jeden Tag ein Bauer stirbt Kampf gegen Bauernselbstmorde in Vidarbha

Es vergeht kaum ein Tag in Vidarbha, einer kargen und extrem trockenen Region im Osten des indischen Bundesstaates Maharashtra, an dem nicht ein in Verschuldung geratener Kleinbauer Selbstmord begeht. Bis Ende August 2011 waren es allein 418 Kleinbauern, die ihrem Leben aus schierer Verzweif­ lung ein Ende gesetzt hatten, d.  h. 418 Familien, die so ins Unglück gestürzt wurden.

Verbesserung der Lebensbedingungen und ökologische Landwirtschaft in Indien

Partner AFARM

— Action for ­Agriculturural Renewal in Maharashtra

Region

Vidarbha Region, Maharashtra

Zielgruppe Kleinbauern

und Kleinbäuerinnen, Landarbeiter/innen, Frauen, vorwiegend Adivasi und Dalits

Budget 2011

153 000 Euro

Laufzeit

2011—2013 (2. Projektphase)

Die Leidensgeschichte der Kleinbauern in Vidarbha ist lang: In den frühen 1990er Jahre wurden die ersten alarmierenden Zahlen zur Selbstmordrate publik und die staatliche Vernachlässigung des ländlichen Raumes in Indien offenbarte sich. Seitdem gab es zahlreiche Hilfsprogramme der indischen Regierung, um der landwirtschaftlichen Krise in Vidarbha Herr zu werden. Aber häufige Ernteausfälle, die zunehmende Verschuldung von Klein­bauern und Kleinbäuerinnen seit der Einführung chemischer Düngung und genetisch modifizierten Saatgutes sowie der Mangel an landwirtschaftlicher Beratung trugen dazu bei, dass sich nur wenig an ihren prekären Arbeits- und Lebens­ bedingungen änderte. Im Gegenteil: Die Selbstmordrate ist in den letzten Jahren wieder angestiegen. Subhash Tamboli, Direktor unserer langjährigen Partnerorganisation AFARM (Action for Agricultural Renewal in Maharashtra), fasst die verstörende Ge­ schichte vom Leid der Bauern in Vidarbha wie folgt zusammen: „Die Unter­ stützung der Bäuerinnen und Bauern durch die Regierung und die Banken ist seit über 20 Jahren kontinuierlich gesunken. Infolgedessen waren die Bauern abhängig von teurem Saatgut privater Unternehmen und von Geldverleihern, die exorbitante Zinsen verlangen.“ Auch in anderen ländlichen Regionen Indiens gibt es eine hohe Selbstmordrate von Kleinbauern. Aber Vidarbha ist und bleibt das Symbol für diese tragische Entwicklung und trägt nicht zu Unrecht den Namen „Friedhof für Bauern“.

Vor einiger Zeit hatte die Landesregierung von Maharashtra deshalb eine Kom­ mission beauftragt, die Situation vor Ort zu untersuchen und Empfehlungen zu entwickeln, wie man den Bäuerinnen und Bauern helfen könnte. Auch die in­ dische Regierung hatte eine so genannte Bauernkomission ins Leben gerufen mit dem Auftrag, Wege aus dieser Misere aufzuzeigen. Beide Kommissionen haben Berichte vorgelegt, die konkrete Schritte zur Be­ kämpfung der Bauernselbstmorde und zur Verbesserung der Situation der indischen Bauern und Bäuerinnen benennen, wie z. B. die Erhöhung des staatlich geförderten Mindestabnahmepreises, die Einrichtung lokaler Kreditinstitutionen, infrastrukturelle Verbesserungen oder die Einführung sozialer Sicherungs­ systeme.

Lebenssituationen mit nachhaltiger Landwirtschaft verbessern Vidarbha ist auch die Region, in der AWO International zusammen mit AFARM das Projekt „Mit nachhal­ tiger Landwirtschaft gegen Bauernselbstmorde“ durchführt. Gemeinsam mit anderen Nichtregierungs­ 6


organisationen hat AFARM 2011 eine Kampagne gestartet, um über die prekäre Situation der Bauern und Bäuerinnen in Vidarbha aufzuklären und die Umsetzung der Empfehlungen der Kommissionen anzumahnen. Ziele der Kampagne wurden im Vorfeld in einer Versammlung von Bauern und Bäuerinnen aus ganz Maharashtra sowie in einem Workshop mit lokalen Nichtregierungsorganisationen besprochen. Die Kam­ pagne startete im August 2011 mit Kundgebungen und Protestmärschen der Bäuerinnen und Bauern im Amravati-Distrikt Vidarbhas. Höhepunkt war ein Treffen der Organisator/innen mit Prithviraj Chavan, dem Ministerpräsidenten von Maharashtra, in Pune. Dieser sagte zu, ein Komitee einzusetzen, das sich der Anliegen annimmt. Dazu gehörten beispielsweise die Umsetzung der Empfehlungen der beiden Kommissionen und die Einbeziehung landwirtschaftlicher Aktivitäten in das nationale Beschäftigungs­ programm. Infolge dieser Zusicherung wurde die Kampagne so lange eingestellt, bis absehbar war, ob die Landesregierung ihren Worten auch Taten folgen lassen würde.

Erste Schritte der Regierung Die Kampagne zeigte erste Erfolge: Im Dezember 2011 hat die Landesregierung von Maharashtra ein mehr als 300 Millionen Euro schweres Hilfspaket für Baumwoll-, Soja- und Reisbauern und -bäuerinnen an­ gekündigt, das dem Ministerpräsidenten zufolge einzigartig in der Geschichte des Landes ist. Das Paket sieht finanzielle Hilfe für Kleinbauern und -bäuerinnen, die Ernteausfälle von mehr als 75 Prozent hatten, und die Anhebung des Mindestabnahmepreises für einige Produkte (z. B. Zwiebeln) vor. Der Ministerprä­ sident hat zudem die Einrichtung einer Kommission angekündigt, die sich mit den landwirtschaftlichen Problemen in den Trockengebieten Maharashtras auseinandersetzen und vor allem ihre Versorgung mit Wasser verbessern soll. AFARM wird die Entwicklung in Vidarbha dennoch weiterhin kritisch begleiten. AFARM hat auch eine Studie verfasst, die sich kritisch mit der Regierungspolitik bezüglich der Festlegung von Mindestpreisen für ausgewählte landwirtschaftliche Produkte auseinandersetzt und Empfehlungen zur Änderung der Festlegungspraxis ausspricht. Die Studie wurde anschließend den zuständigen Re­ gierungsstellen der indischen Zentralregierung sowie der Landesregierung von Maharashtra vorgelegt. Bleibt zu hoffen, dass bald der Tag erreicht wird, an dem nicht jeden Tag ein Bauer in Vidarbha stirbt.  dr. clemens spiess

S ü d a si e n 



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Demokratie auf dem Prüfstand Über die politische Situation in Nepal und die Auswirkungen auf die Projektarbeit

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern Asiens. Auch nach dem Ende des Bürgerkrieges ist die politische Lage instabil. Die von der Bevölkerung getragene Demokratisierungsbewegung führte 2006 zu einem poli­ tischen Wandel, der Nepal zu einer säkularen, föderalen demokratischen Republik machte. Der erhoffte demokratische Neubeginn mit einer legitimen Verfassung zögert sich allerdings immer wieder hinaus. Wir haben mit Dr. Clemens Spiess, seit 2010 Leiter des Südasien-Regionalbüros von AWO International, über die aktuelle Lage in Nepal gesprochen. Herr Dr. Spiess, eine neue Verfassung war angekündigt, aber erneut sind die Verhandlungen gescheitert. Warum?  Das liegt daran, dass die politischen Parteien zerstritten sind und die jeweils amtierende Regierungskoalition nicht sehr stabil ist. Außerdem fehlt oft die Einsicht, dass für einen Verfassungs­ kompromiss auch Zugeständnisse nötig sind. Jede Partei will für sich größtmöglichen Nutzen aus einer zukünftigen Verfassung herausschlagen. Das politische Chaos in Nepal und die geringe Regierbarkeit werden erst einmal weiterbestehen. Im Jahr 2006 hat vor allem die Bevölkerung den Anstoß zu einem demokratischen Neubeginn gegeben. Wie reagiert die Bevölkerung auf die jetzige politische Situation?  Zunehmend verzweifelt. Das Ansehen der politischen Klasse ist an einem Tiefpunkt angelangt. Eine geeinte zivilgesellschaftliche Bewegung wie 1990 oder 2006, die sich konstruktiv und mit demokratischen Mitteln für einen breiten gesellschaftlichen Konsens einsetzt, der dem aktuellen politischen Stillstand ein Ende bereitet, wäre natürlich wünschens­ wert. Leider sind die zivilgesellschaftlichen Kräfte zu fragmentiert und parteipolitisch instrumentalisiert, um solch einen Weg einzuschlagen. 8


Die Rehabilitation und Integration der ehemaligen maoistischen Kombattanten ist ja ein wichtiger Aspekt im Friedensprozess…  Das ist richtig. Die Integration der ehemaligen maoistischen Kombattanten in die nepalische Armee oder in das Zivilleben ist eine der wenigen positiven Entwicklungen der letz­ ten Monate. Dieser Prozess war im Frühjahr 2012 trotz großer Widerstände weitgehend abgeschlossen. Nepal ist ja ein Land mit vielen ethnischen Gruppen: Wirkt sich das auf die politische Neuordnung und die Gestaltung der Verfassung aus?   Die ethnische Vielfalt Nepals ist der entscheidende Parameter für den Erfolg einer politischen Neuordnung des Landes. Das heißt: Es muss ein geeignetes föderales System entworfen und in der Verfassung verankert werden, das die Rechte ethnischer Minderheiten berück­ sichtigt, das überlebensfähige föderale Einheiten und Verwaltungsstrukturen schafft und die schwierige Balance von ethnischen Gruppenrechten, Individualrechten und der Notwendigkeit nationalstaatlicher Einheit meistert. Nur so wird Nepal die aktuelle Phase der politischen Transition zu einem erfolgreichen Ende bringen. Heißt das, dass der Demokratisierungsprozess in Nepal gefährdet ist?  Eine Gefährdung ist durchaus gegeben, solange das gegenwärtige politische Chaos anhält. Eine junge Demokratie kann eine solche politische Zerreißprobe nicht ewig unbeschadet überstehen. Natürlich hoffen wir alle, dass es nicht zu einem neuen Konflikt kommt und die nepalische Demokratie eine zweite Chance bekommt. Welche Auswirkungen hat die politische Situation auf die Projektarbeit von AWO International?  Angesichts von Streiks, Protesten und Demonstrationen sind unsere Reisemöglichkeiten häufig eingeschränkt und Projektbesuche oft nicht möglich. In solchen politischen Krisenzeiten und mit einer alles andere als effektiven Bürokratie ist es sowohl für unsere Projektpartner als auch für uns schwierig, auf lokaler Ebene kontinuierlich gute Projektarbeit zu leisten. Die Situation hat zum Beispiel auch Auswirkungen auf die Projektgenehmi­ gungsverfahren in Nepal. Die ziehen sich oft sehr lange hin, obwohl die Mittel bereits zur Verfügung stehen. AWO International ist ja seit 2009 mit einem Büro in Kathmandu vertreten. Was zeichnet denn die Arbeit von AWO International in Südasien aus?  Alle Projekte von AWO International in Nepal werden mit Partnerorganisationen umgesetzt und vom Regionalbüro koordiniert. Wir verfolgen einen integrier­ ten Ansatz mit drei zentralen Komponenten: Wir fördern erstens den Aufbau nachhaltiger sozialer Strukturen und zweitens Einkommen schaffende Maß­ nahmen bzw. Maßnahmen zur Sicherung der Existenzgrundlage der jewei­ ligen Zielgruppe. Und drittens unterstützen wir Lobby- und Netzwerkarbeit, damit die Projektbegünstigten mittelfristig ihnen zustehende Rechte und An­ sprüche z. B. aus staatlichen Wohlfahrtsprogrammen selbst einfordern kön­ nen. So arbeiten wir zum Beispiel in West-Nepal mit der Organisation SPACE zusammen, die sich für eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der Kamaiya, also ehemaliger Leibeigener, einsetzt, oder der Organisation Sahamati, die Perspektiven für Jugendliche in ländlichen Gebieten schafft. Was waren für Sie als Büroleiter die positiven Erlebnisse im Jahr 2011?  In der täglichen Arbeit und bei Projektbesuchen stellen wir fest, dass es unseren Partnern trotz der fragilen politischen Situation und der Größe der Heraus­ forderungen immer wieder gelingt, durch die gemeinsamen Projekte zur Ver­ besserung der Lebenssituation vieler Menschen beizutragen. Positiv stimmt mich natürlich auch der Optimismus der Menschen vor Ort. Trotz extremer Armut, trotz Diskriminierung, trotz politischem Chaos und sozialer Benach­ teiligung geben sie nicht auf, sondern stellen Tag für Tag ihren Lebensmut erneut unter Beweis. Vassilios Saroglou S ü d a si e n

Verbesserung der Lebensbedingungen ­ehemaliger „Leibeigener“ in Nepal

Partner

SPACE — Society for Participatory and Cultural Education

Region

Bardiya-Distrikt , Nepal

Zielgruppe Kamaiya

(ehemalige „Leibeigene“)

Budget 2011

94 400 Euro

Laufzeit

2011—2013 (2. Projektphase)

Jugendförderung Nepal Partner

Sahamati

Region

Distrikt Nawalparasi, Nepal

Zielgruppe Jugendliche und Angehörige marginalisierter ethnischer Gruppen vorwiegend Magar Budget 2011

97 400 Euro

Laufzeit

2011—2013 (2. Projektphase)



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Begegnungen mit dem Islam Die Projektarbeit von AWO International in Indonesien

In Indonesien ist der Islam nicht nur eine Religion, sondern er steht auch für den erfolgreichen Widerstand gegen den Kolonialismus und die nationale Unabhängigkeit. Mit über 240 Millionen Einwohner/innen ist Indonesien heute das Land mit der viertgrößten Einwohnerzahl der Erde. Die 200 ethnischen Gruppen, die auf den 1 000 besiedelten der insgesamt 13 677 Inseln Indonesiens wohnen, sprechen rund 300 Regionalsprachen. 90 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Islam — wenn auch in sehr unter­ schiedlichem Ausmaß — aber doch so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Die Zugehörigkeit zum Islam wird von vielen als Teil der gemeinsamen nationalen Identität gesehen. Auch wenn das Staatsver­ ständnis Indonesiens seit der Gründung dem Prinzip „Einheit in der Vielfalt“ folgt und der Islam keine Staatsreligion ist: Nicht muslimisch zu sein wird häufig mit einem Mangel an Nationalbewusstsein und Loyalität gegenüber dem indonesischen Staat in Verbindung gebracht. Als Folge des Demokratisierungsprozesses von 1998 und im Zuge der Globalisierung ist der Islam in Indonesien vielfältiger geworden und zeigt sich heute in unterschiedlichen Formen und Prägungen. Ent­ gegen der Erwartungen ist es aber auch gerade dieser Pluralismus, der sich negativ auf die Beziehungen zu den religiösen Minderheiten auswirkt. Seit dem Sturz Suhartos1 im Jahre 1998 haben sich für die

1  Nach dem Militärputsch 1965 kam General Suharto 1967 an die Macht. Die Militärdiktatur dauerte bis 1998 an. Als Folge des Demokratisierungsprozesses wurden die Gründung von Parteien zugelassen, die Pressefreiheit gestärkt und politische Gefangene frei gelassen.

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islamistischen Kräfte neue Möglichkeiten zur Verbreitung ihrer radikalen Ideen ergeben. Insbesondere im Kontext der Tsunami-Katastrophe in der autono­ men Provinz Aceh ist die Bedeutung islamistischer Gruppierungen enorm gewachsen. Insgesamt ist eine schleichende Islamisierung an Schulen, in Be­ hörden sowie bei öffentlichen Veranstaltungen deutlich sichtbar. Die Toleranz gegenüber Andersdenkenden hat sich spürbar verringert. Trotzdem herrscht im Allgemeinen noch immer ein politisch moderater Islam vor, und die junge Demokratie ist zumindest mittelfristig durch Islamisten (noch) nicht grundlegend gefährdet. Am Standort des Regionalbüros von AWO International in Yogyakarta, dem historischen Zentrum der Insel Java, zeigt sich der Islam besonders moderat. In der Stadt begegnet man z. B. jungen Frauen, schwarz verhüllt, neben Frauen mit einem westlich-orientierten Kleidungsstil oder mit einer Kombination aus beidem, die gleichermaßen selbstbewusst durch die Straßen schlendern. Die muslimische Mitarbeiterin im AWO International-Büro ist Tochter eines Vorsitzenden im Islam-Rat, trägt aber weder ein Kopftuch, noch praktiziert sie Gebete. Wie sie uns wissen lässt, wird dies in ihrer muslimisch ausgerichteten Familie voll akzeptiert. Auch befürchtet sie nicht, wegen ihres säkularen Lebensstils diskriminiert zu werden, zumindest nicht in der Region des relativ toleranten Yogyakarta. Ganz anders sieht es hingegen in den Projektorten von AWO International aus, z. B. in den indonesischen Verwaltungsdistrikten von Bogor/Ostjava und in Nordsumatra: Hier werden die Kontraste besonders deutlich. Zeigen sich bei den Projektbesuchen in dem einen Dorf sehr kommunikative und engagierte Frauengruppen, die erfolgreich einfallsreiche Aktionen zur Verbesserung der Familiensituationen in den Haushalten gestartet haben, so begegnet man in der unmittelbaren besonders frommen Nachbarschaft ausschließlich Män­ nern, die auch noch als alleinige Ansprechpartner für frühkindliche Erziehung auftreten. Sie informieren sich in von staatlichen Stellen und NGOs bereitge­ stellten Infomaterialien, um das so Angelesene dann an die „ungebildeten“ Mütter weiterzugeben.

Stärkung der Zivilgesellschaft durch nachhaltige Landwirtschaft in Indonesien Partner

Bina Desa

Region

West-Java, Sumatra

Zielgruppe Kleinbauern

und -bäuerinnen sowie Fischer/innen

Budget 2011

64 300 Euro€

Laufzeit

2012—2014 (1. Projektphase)

Für AWO International ist dies eine besondere Herausforderung: Man trifft auf der einen Seite in einigen Dörfern besonders engagierte Menschen, mit denen die Zusammenarbeit gut funktioniert. Auf der anderen Seite gibt es Dörfer, in denen sich die Kontaktaufnahme oft schwieriger gestaltet, da die Bewohner/innen den Islam strenger auslegen. Diese dürfen und werden in der Projektarbeit von AWO International nicht ignoriert, sondern in gemeinsamer Anstrengung mit der lokalen Bevölkerung eingebunden. Die Chance für eine gute Zusammenarbeit liegt bei den moderaten muslimischen Gruppierungen, den Fraueninitiativen und den Jugendgruppen. Keine leichte Aufgabe. Aber eine Arbeit von zentraler Bedeutung, wenn Wirkung in unseren Projektregionen erzielt werden soll. Erste Erfolge zeigen sich bereits in West Java, wo gute Beispiele aus den Projektorten des Regionalbüros auf besonders islamistisch geprägte Nachbarorte ausstrahlen.  Sebastian Kelbling

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Die Jugendlichen entwickeln sich zu Friedensbotschaftern und spielen als solche eine zentrale Rolle in ihren Gemeinden.  Victor Puluc, SODEJU

Jugendförderung und Gewaltprävention in Mittelamerika AWO International führt seit 2007 mit Partnerorganisationen in Mexiko, Guatemala, El Salvador und Nicaragua ein Programm zur Gewaltprävention und Förderung von Jugendlichen durch. Ausgangs­ punkt war die Sorge um die wachsende Jugendgewalt in der Region. Schnell wurde deutlich, dass Gewalt dort ein gesellschaftliches Problem ist und nicht allein den Jugendlichen angelastet werden kann. Kinder und Jugendliche erleben von Kindesbeinen an Gewalt in allen Lebensbereichen: in der Familie, auf der Straße und in der Schule. Jugendliche werden oft — ohne dies im Einzelfall zu prüfen — den kriminellen Jugendbanden, den Maras, zugerechnet. Den Jugendlichen Wege aus der Gewalt aufzeigen, sie unterstützen und stärken, das ist das Ziel des Programms. Jugendliche und Erwachsene sollen dabei gleichermaßen lernen, welche Rechte Kinder und Jugendliche haben, und sich auf ver­ schiedenen Ebenen zusammen mit anderen Akteuren für die Durchsetzung dieser Rechte stark machen.

Neue Chancen für Melkin Seit 2007 führt die Nichtregierungsorganisation SODEJU (Sociedad Civil para el Desarrollo de la Juventud – Gesellschaft für die Entwicklung der Jugend) in Guatemala mit Unterstützung von AWO International ein Programm zur Jugendgewaltprävention durch. In Zusammenarbeit mit lokalen Jugend­ organisationen wurde das Programm zunächst in fünf Gemeinden, seit 2010 in weiteren drei Gemeinden umgesetzt. In der Gesamtlaufzeit erreicht das Projekt insgesamt etwa 40 000 Menschen.

Jugendförderung und Gewaltprävention in Guatemala Partner

SODEJU / FUNDAJU

Region Guatemala

Stadt, San Raymundo, San Juan La Laguna, Carranza, Palín, Esquintla, Santo Tomás La Unión, Cantel, Jalapa

zielgruppe lokale

Jugendorganisationen, Netzwerkorganisationen, Jugendliche

Budget 2011

154 000 Euro

Laufzeit

2010—2012 (2. Projektphase)

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Als Melkin Manfredo Ramos neun Jahre alt war, glich das Leben in der Ge­ meinde Carranza in San Juan Sacatepéquez einem Kriegsgebiet: Wenn ein kontrollierter Sektor von einer rivalisierenden Gruppe betreten wurde, hatte das gegenseitige Beschimpfungen und nicht selten tätliche Auseinanderset­ zungen auf der Straße zur Folge. „Wir lebten nach Sektoren aufgeteilt. Wir spielten den gegnerischen Jugendlichen übel mit, und die Maras nutzten diese Trennung in Sektoren aus“, sagt Melkin. Wie viele Jugendliche in Gua­ temala wuchs auch Melkin in einem Umfeld auf, in dem die einzige Sprache die der Gewalt war. Sehr wahrscheinlich hätte auch er sich einer Gang ange­ schlossen, wenn ihn nicht ein Lehrer eingeladen hätte, an einem Workshop der Organisation „Niños y Niñas por la Paz“ (Kinder für den Frieden) teil­ zunehmen, die von SODEJU unterstützt wird. Die Jugendlichen, die dort Vorträge halten, sind nicht älter als 15 Jahre, und kommen auch aus sog. „zonas rojas“, Gegenden mit einem sehr hohen Ge­ waltniveau. Sie sprechen dieselbe Sprache wie Melkin und seine Freunde und wissen, was es bedeutet, in einem zerrütteten Elternhaus und einer feindlichen Umgebung aufzuwachsen, wo der Anschluss an eine Gang oft die einzige Überlebensstrategie ist. Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren nehmen an den Workshops von „Niños y Niñas por la Paz“ teil. Dort lernen sie z. B., dass mit den Kindern, die sie als Feinde erlebten und mit denen sie sich ständig Aus­einandersetzungen lieferten, auch ein friedliches Zusam­ menleben möglich ist.


Jugendlicher Friedensbotschafter Melkin besuchte viele solcher Workshops und entwickelte sich allmählich zum „Botschafter für das Leben und den Frieden“. Heute hält er vor Jugendlichen seines Wohnviertels ähnliche Vorträge, wie er sie früher selbst gehört hat, und spricht über Themen wie Menschenrechte, Kinderrechte, Konflikt­ bewältigung, HIV- / AIDS-Prävention und die Geschlechtergleichheit. „Die Jugendlichen entwickeln sich zu Friedensbotschaftern und spielen als solche eine zentrale Rolle in ihren Gemeinden“, sagt Victor Puluc, Leiter des Jugendgewaltpräventionsprogramms bei SODEJU. „Denn sie sensibilisieren Väter und Mütter, Sportvereine, Stadtteilausschüsse, Frauenorganisationen etc. für das Thema Gewalt.“ Seit das Programm zur Jugendgewaltprävention durchgeführt wird, hat die Gewalt in den beteiligten Stadtvierteln aus Sicht der Bewohner/innen tatsächlich abgenommen. Dies ist, nach Auskunft von Victor Gudiel, Direktor von SODEJU, das Ergebnis einer 2009 von SODEJU in den Stadtteilen durchgeführten Befragung. 2011 startete SODEJU im Rahmen des Jugendprogramms die Initiative „Orientierung für eine würdige Beschäftigung“. Die Organisation bietet seitdem Weiterbildungen an, mithilfe derer Jugendliche Zugang zum Arbeitsmarkt finden sollen. Melkin, heute 18 Jahre alt, lernte in einer solchen Fortbildung, Stellen­ anzeigen gut auszuwählen, seinen Lebenslauf zu schreiben und sich bei einem Bewerbungsgespräch vorzustellen. Ausgestattet mit diesem Rüstzeug ist es ihm gelungen, Arbeit in einer KFZ-Werkstatt zu finden. „Automechanik hat mich schon immer interessiert. In der Werkstatt kontrolliere ich die Brems­ scheiben der Autos, die Reifen und die Felgen“, erzählt Melkin und fügt mit Stolz hinzu: „2009 konnte ich wegen der Wirtschaftskrise keine Schule besuchen. Aber heute arbeite ich von Montag bis Samstag und am Sonntag lerne ich, denn ich beende gerade meine Schulausbildung.“ Louisa Reynolds

M itt e l a m e rik a 



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Elias mischt sich ein In der Gemeinde Teustepe, im Department Boaco im Westen Nicaraguas, liegt das kleine Dorf La Concha („Die Muschel“). Etwa 80 Familien leben hier, knapp 400 Menschen. Hier lebt auch Elias. Der 18-Jährige engagiert sich seit fünf Jahren in der Jugendarbeit des Vereins für Gemeindeentwicklung (Asociación de Desarrollo Municipal, ADM), einer Partnerorganisation von AWO International. In La Concha leitet Elias eine lokale Jugendgruppe von etwa 15 Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren. Im Rahmen eines Aus­ tauschbesuchs hat er auch AWO International in Berlin besucht und von seiner Arbeit erzählt. In La Concha gibt es zwei Kirchen, einige Geschäfte, eine Lagune und manchmal auch ein Fest in einem der Nachbardörfer. Große Abenteuer erlebt man hier als Jugendlicher nicht. „In La Concha gibt es nicht mal einen Sportplatz“, sagt Elias. Er ist froh, dass sein Dorf direkt an der Panamericana liegt und in dieser Region einer deutschen Landstraße gleicht. So ist es für ihn und seine Freunde nicht weit bis Boaco, der Hauptstadt des gleichnamigen Departments, und zur Landeshauptstadt: Managua. „Viele andere Kinder und Jugendliche leben mehrstündige Fußwege von der nächsten Hauptstraße entfernt. Besonders in der Regenzeit sind viele Straßen überflutet und ganze Dörfer abgeschnitten“, erzählt er uns und fragt: „Was bringt uns das Recht auf Bildung, wenn keine Schule erreichbar ist?“

Einsatz für Jugendliche In La Concha gibt es kaum Perspektiven, vor allem nicht für Jugendliche. Es gibt keine Ausbildungs- und nur wenig Arbeitsplätze. Viele Jugendliche arbeiten auf den Feldern ihrer Eltern, kleinen Landparzellen, die nur wenig Ernte einbringen. „In Ländern wie Nicaragua haben die Gemeinden geringe finanzielle Mittel. Veränderungen sind deshalb schwierig, und die Jugendlichen stehen an letzter Stelle“, erklärt Christiane Schulte, Koordinatorin der internationalen Arbeit von AWO International. „Aus diesem Grund unterstützen wir die Jugendlichen dabei, sich für ihre Interessen einzusetzen.“ Seit 15 Jahren begleitet die Nichtregierungsorganisation ADM in der Region kommunale Entwicklungsprozesse. Im gemeinsamen Projekt mit AWO International liegt der Fokus besonders auf Mitwirkungsmöglichkeiten für Jugendliche. 14


Was bringt uns das Recht auf Bildung, wenn keine Schule erreichbar ist? 

Inzwischen haben sich in den Dörfern lokale Jugendgruppen gebildet. In einem intensiven Prozess erarbeiten sie mit ADM lokale Agenden, in denen sie ihre Belange bei der Gemeindeentwicklung formulieren. Die Vertreter/ innen aller Jugendgruppen kommen regelmäßig in die Gemeindehauptstadt und nehmen an den kommunalen Gremiensitzungen teil. Sie lernen dort, die konkreten Bedürfnisse der Jugendlichen in die kommunale Entwicklungs­ planung einzubringen. Durch diese langwierigen Prozesse wird die Teilhabe von Jugendlichen an der Gemeindearbeit gestärkt, demokratische Strukturen werden gefördert. Durch die Arbeit der Organisation haben viele Jugendliche zum ersten Mal von ihren Rechten gehört. „ADM hat aus mir erst einen mün­ digen Bürger gemacht“, davon ist Elias überzeugt.

Dialog der Generationen Und das war kein leichter Weg: Als Elias begann, die Dorf- und Gemeindesit­ zungen zu besuchen, wurde er von den Erwachsenen ignoriert. Doch er ließ sich nicht beirren. Er kam immer wieder, hörte genau zu und fing an, seine Meinung zu äußern. Er wurde als „bunter Hund“ abgetan, als Ausnahme­ erscheinung. Doch Elias hat es geschafft: Heute wird er zu den Gemeinde­ versammlungen eingeladen und angehört. „Ich fühle mich stark, weil ich Wissen erlangt habe und mich gut ausdrücken kann“, erklärt Elias.

Elias

Jugendförderung und Gewaltprävention in Nicaragua Partner

ADM — Asociación de Desarrollo Municipal

Region

Teustepe und Boaco

Zielgruppe

Kinder und Jugendliche

Budget 2011

101 100 Euro

Laufzeit 2010—2012

(2. Projektphase)

Mittlerweile arbeiten mehrere junge Frauen und Männer in der Region konstruktiv an einem Austausch zwischen Erwachsenen und Jugendlichen, an einer Verbesserung der Beziehung und dem Dialog der Generationen. Große Veränderungen sind auf den ersten Blick nicht sichtbar. „Sie spielen sich eher auf der zwischenmenschlichen Ebene ab“, sagt Elias. „Sie sind in den Fa­milien und in den Beziehungen zwischen den Eltern und Kindern ganz deut­lich spürbar.“ Elias beispielsweise hat in La Concha gerade sein Zimmer in sei­ner Lieblingsfarbe gestrichen. Das wäre vor einigen Jahren noch Saskia Thiel undenkbar gewesen.

M itt e l a m e rik a 



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Nahrungsmittelhilfe in Turkana

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Partner

JUH

Region

5 Standorte in Turkana West

zielgruppe

10 845 Menschen

Budget 2011

62 100 Euro

Laufzeit

Juli 2011 bis Mai 2012


Humanitäre Hilfe — Ein Rückblick Dürre und Hungersnot Ostafrika Über 13 Millionen Menschen waren 2011 von einer verheerenden Hungersnot in Ostafrika betroffen. Es war die schlimmste Dürre am Horn von Afrika seit 60 Jahren. Ausbleibende Regenfälle, ein massiver Anstieg der Getreide- bzw. Nahrungsmittelpreise und die fragile politische Situation in Somalia mit einer hohen Zahl an Flüchtlingen führten zu dieser Hungerkatastrophe. AWO International unterstützte in drei Regionen zusammen mit nationalen und internationalen Partnern Nothilfemaßnahmen, um das Leid der Menschen zu lindern.

Unterstützung in Kenia Eine der am schwersten von der Hungersnot betroffenen Regionen war der Turkana-Distrikt im Nord­ westen Kenias. Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung waren dort nach Angaben der Vereinten Nationen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. In einem Kooperationsprojekt mit der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. unterstützte AWO International die Verteilung von Nahrungsmitteln und die Sicherstellung der Basis­ gesundheitsversorgung der Bevölkerung. An fünf Standorten in Turkana West erhielten über 10 000 Men­ schen Lebensmittel (Mais, Bohnen, Öl und Salz), etwa 5 000 Menschen wurden medizinisch behandelt. Auch im Mandera-Distrikt im Nordosten Kenias hatten lange Trockenzeiten zu einer Nahrungsmittel- und Wasserknappheit geführt. AWO International und die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. führten hier gemein­ sam mit der Nichtregierungsorganisation HelpAge Deutschland e. V. und deren kenianischer Partneror­ ganisation RACIDA (Rural Agency for Community Development Assistance — Organisation für ländliche Gemeindeentwicklung) ein Hilfsprojekt durch. Unterstützt wurden vor allem ältere Menschen und deren Familien. Insgesamt etwa 16 500 Menschen erhielten lebensnotwendige Hilfsgüter. Die Trinkwasser­ versorgung von über 22 000 Menschen wurde durch das Aufstellen von Wassertanks und die Reparatur von Brunnen sichergestellt. Außerdem hat RACIDA sanitäre Anlagen errichtet und Hygieneschulungen durchgeführt.

Hilfe in Somalia Mit Unterstützung von AWO International versorgte die Nichtregierungsorganisation HARDO (Humanitarian Action for Relief and Development Organization — Organisation für Humanitäre Hilfe und Entwicklung) in der Region Hiraan 500 Familien, etwa 3 000 Menschen, mit Nahrungsmitteln, Reinigungstabletten für Wasser und Hygieneartikeln wie Waschschüsseln und Seife. Zur Vermeidung von Krankheiten führte HARDO Hygieneschulungen durch. Darüber hinaus erhielten die Familien einen kleinen Geldbetrag, mit dem sie drei Monate lang Medikamente, Wasser, Kleidung und Haushaltsbrennstoff kauften.

Nothilfe für Flutopfer in Indien Fast 100 000 Menschen waren von den verheerenden Überschwemmungen im Bundesstaat Orissa (Ost­indien) betroffen. Um der unmittelbaren Nahrungsmittelknappheit zu begegnen und den Wieder­ aufbau zu fördern, stellte AWO International der lokalen Organisation Darabar Sahitya Sansad (DSS) kurz­ fristig Gelder für die Soforthilfe zur Verfügung. 1 000 Familien in acht Dörfern erhielten Trockennahrung, 350 Familien Saatgut, um mit dem Gemüseanbau zu beginnen. Weitere 50 Familien wurden beim Wie­ deraufbau ihrer zerstörten Häuser unterstützt. DSS ist ein Partner der Organisation Madhyam Foundation, mit der AWO International in Orissa das Projekt „Gemüseanbau in Frauenkooperativen“ durchführt.

Überflutungen in El Salvador Im Oktober 2011 wurde in El Salvador der Notstand ausgerufen. Massive Regenfälle hatten zu verheeren­ den Überflutungen geführt, die Infrastruktur des Landes verwüstet und große Teile der Getreideernte zerstört. Über 50 000 Menschen mussten evakuiert und in Notunterkünften untergebracht werden. AWO International unterstützte kurzfristig die Hilfsmaßnahmen der beiden Partnerorganisationen IMU (Ins­ tituto de investigación, capacitatión y desarrollo de la Mujer — Institut zur Forschung, Befähigung und Entwicklung der Frau) und ACISAM (Asociación de Capacitación e Investigación para la Salud Mental — Ver­ ein zur Bildung und Forschung über geistige Gesundheit) im Katastrophengebiet. IMU versorgte Familien in Notunterkünften mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten. ACISAM bot psychologi­ sche Betreuung für Mitarbeiter/innen in Gesundheitsstationen und Helfer/innen in Notunterkünften an. H u m a n it ä r e H ilf e



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Ich danke AWO International ganz herzlich für die Zusammenarbeit! Gemeinsam haben wir alle dazu beigetragen, dass dieses Projekt realisiert werden konnte. 

Dr. Joseph Foblas, Leiter von CSDI

Haiti — Bildung und medizinische Versorgung in Notlagern Bildung und medizinische Versorgung in Haiti Partner

CSDI

Region

Croix-des-Bouquets

zielgruppe

12 000 Menschen in Notlagern

Budget 2011

115 200 Euro

Laufzeit

Februar 2010 bis August 2011

Die Zeit der Soforthilfe nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010 in Haiti ist vorbei, aber noch immer leiden die Menschen dort unter den Folgen der Katastrophe: Tausende Menschen leben weiterhin in Not­ lagern, die Infrastruktur ist zu großen Teilen zerstört, es fehlen Gesund­ heitseinrichtungen und Schulen und Kinder sterben an Unterernährung. AWO International hat auch 2011 die Hilfsmaßnahmen in Haiti fortgeführt und die Zusammenarbeit mit der haitianischen Partnerorganisation CSDI (Centre de Santé et Développement Intégré) gefestigt.

CSDI unterstützt etwa 10.000 Menschen, die in fünf Notlagern in Croixdes-Bouquets am Stadtrand von Port-au-Prince leben. In zwei Gesund­ heitsstationen werden Kranke kostenlos behandelt und medizinisch ver­ sorgt. Außerdem wurden eine Schule und ein Kindergarten mit Vorschule errichtet. Doch die Bedingungen in den Notlagern sind nach wie vor prekär. Die Notlager stehen oft unter Wasser und 2011 litten viele Menschen unter den Folgen der Cholera. Dr. Joseph Foblas, Arzt und Leiter des CSDI, ist deshalb auch sehr besorgt: „Die akute Humanitäre Hilfe ist vorbei. Inzwischen steht die Infrastruktur in den Notlagern. Aber wie soll es weitergehen? Die Menschen haben einfach keine Perspektive. Und zurzeit ist CSDI die einzige Organisation, die sich dort um Bildung und Gesundheitsfürsorge kümmert.“

Christiane Eitel, Vassilios Saroglou

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Nach längerer Recherche habe ich mir HARDO ausgesucht und heute sage ich: That’s the place to be! 

Leticia Amuduki, HARDO-Programmkoordinatorin

Leticia Amuduki — Portrait einer Helferin in Somalia

Für westliche Hilfsorganisationen ist es schwierig bis fast unmöglich, in So­ malia zu arbeiten. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 1992 wird besonders die Provinz South Central Somalia von Gewalt beherrscht. Dies ist auch das Territorium der gefürchteten islamistischen Al-Shabab-Milizen. Doch ausge­ rechnet hier war die Not während der Dürre 2011 am größten. Einige Menschen schafften es, das Flüchtlingslager Dadaab im Osten Kenias zu erreichen. Wie viele Menschen in Somalia hingegen der Hungersnot zum Opfer fielen, wird wohl niemals geklärt werden. Um die Bedürftigen in Somalia trotzdem zu erreichen, hat AWO International erfolgreich mit der somalischen Organisa­ tion HARDO kooperiert. Aktion Deutschland Hilft traf in Nairobi die HARDOProjektkoordinatorin Leticia Amuduki. „Ich wollte etwas anderes tun.“ So einfach begründet die 39-jährige Kenia­ nerin Leticia Amuduki ihr Engagement in der humanitären Hilfe. Seit drei Jahren arbeitet sie als Projektkoordinatorin für die somalische Hilfsorgani­ sation HARDO (Humanitarian Action for Relief & Development Organization). Projekte im Nachbarland können sie nicht schrecken, denn sie fühlt sich dank umfassender Sicherheitstrainings bestens vorbereitet.

Humanitäre Hilfe in Somalia Partner

HARDO

Region

Hiraan

zielgruppe

3 000 Personen

Budget 2011

108 000 Euro

Laufzeit

September bis Dezember 2011

Als somalische Organisation genießt HARDO Vertrauen und kennt sich mit den lokalen Strukturen bes­ tens aus. Doch dies schließt gefährliche Situationen nicht aus. „Al Shabab ist die größte Bedrohung in dieser Region, aber sie wissen auch, dass die Menschen in Somalia Hilfe brauchen“, sagt die 39-jährige. Ultimativ forderten die militanten Islamisten die in der Region tätigen Organisationen auf, entweder Leben zu retten oder das Land zu verlassen. „Sie haben Angst vor Spionen, also haben wir sie kurzerhand zu unseren Treffen mit den Dorfgemeinschaften und sogar zu den Trainings für unsere lokalen Mitarbeiter eingeladen“, erklärt die Projektkoordinatorin. Diese werden von ihr maßgeblich mit vorbereitet. Denn im Erstberuf ist Leticia Amuduki eigentlich Lehrerin und hat Englisch und Literatur studiert. Nach mehr als zehn Jahren in der Schule sattelte sie einen Master für Bildungswesen obendrauf. Besonders die Zukunft von jungen Mädchen aus armen Familien liegt ihr am Herzen. Ihre Erkennt­ nis aus den Jahren in der Schule: Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft, besonders bei Mädchen, doch genau die Armut hält sie oft fern davon. Außerdem wollte Leticia näher an Menschen heran, den Erfolg der eigenen Arbeit fassbar machen. Ihr Mann, der auch für eine humanitäre Organisation arbeitet, bestärkte sie darin. „Nach längerer Recherche habe ich mir HARDO ausgesucht und heute sage ich: That’s the place to be!“ Doch auch im persönlichen Bereich hat die Arbeit ihr Leben ver­ ändert. Sie hat einen 13 Jahre alten Sohn und eine elfjährige Tochter, außerdem hat das Ehepaar noch ein Kind adoptiert. „Meine Kinder geben mir Kraft und unterstützen mich. Gleichzeitig verstehen sie durch meine Arbeit die Welt um sich herum besser.“ Davon ist Leticia Amuduki zutiefst überzeugt. Christoph Ernesti

H u m a n it ä r e H ilf e



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Im Interesse der besonders hilfebedürftigen Menschen in Somalia bleibt darum zu hoffen, dass unsere Zusammenarbeit auch in Zukunft fortgesetzt werden kann! 

Manfred H. Obländer

Zeichen setzen gegen Not und Elend Humanitäre Hilfe im vom Bürgerkrieg gezeichneten Somalia

Infolge der Hungerkatastrophe in Ostafrika hat AWO International 2011 die Hilfsmaßnahmen der soma­ lischen Nichtregierungsorganisation HARDO in der Region Hiraan unterstützt. Wir sprachen mit Manfred H. Obländer über die Situation in Somalia und die Arbeit von HARDO. Manfred H. Obländer war über Jahrzehnte beim BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), u. a. als Referatsleiter, und anschließend in leitender Funktion beim Bundespresseamt beschäftigt. Er hat die Deutsch-Somalische Gesellschaft e. V. mitbegründet und ist heute stellvertretender Vorsitzender von HARDO Deutschland e. V. Herr Obländer, seit den 1960er Jahren sind Sie Somalia sehr verbunden und kennen die politische Situation wie auch die Arbeit von HARDO. Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Organisation aus?  Die Nichtregierungsorganisation HARDO ist 1992 von somalischen Intellektuellen und Geschäftsleuten mit der Zielsetzung gegründet worden, besonders bedürftigen Menschen auf verschiedenen Gebieten und in verschiedenen Regionen Somalias zu helfen. Diese nationale Ausrichtung und die genaue Kenntnis der Situation vor Ort, aber auch der Einsatz weitgehend somalischer Kräfte in den einzelnen Projekten sind die besonderen Stärken von HARDO. Seit wann arbeitet HARDO in Somalia und mit welchen Schwerpunkten?  Die ersten Hilfsmaßnahmen konnten bereits 1993 verwirklicht werden. Schwerpunkte der Arbeit von HARDO sind Bildungsmaßnah­ men und die Schaffung von Bildungseinrichtungen sowie akute Nothilfe für Flüchtlingsfamilien, z. B. die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und die Versorgung mit Trinkwasser. Die Gründer von HARDO wollten ein Zeichen gegen Not und Elend in ihrer Heimat setzen. Können Sie uns die Lage in Somalia beschreiben?  Die Situation ist ziemlich hoffnungslos. Auch wenn das jetzt um seine internationale Anerkennung bemühte Somaliland im Innern als befriedet gelten kann, liegt ein dauerhafter Frieden für alle anderen Teile Somalias in weiter Ferne. Denn die blutigen Kämpfe im Süden gehen weiter. Die Flüchtlingsströme nach Kenia und in den Norden Somalias reißen nicht ab. Und große Teile der Küstenregion werden von immer besser organisierten Piratenbanden beherrscht. Die völkerrechtlich anerkannte so genannte Zentralregierung kann kaum mehr als größere Teile Mogadi­ schus als ihr Einflussgebiet betrachten. Zugleich werden islamistische Gruppen, vor allem die militante Al-Shabab, immer stärker und aggressiver. Da viele der kleinen und gut gerüsteten Gebietsherren und Clanchefs an der jetzigen Situation sogar noch gut verdienen, besteht in absehbarer Zeit keine Chance, dass sie die Waffen niederlegen und konstruktiv an einer Wiederherstellung der gesamtstaatlichen Ordnung mitarbeiten. Was sind die besonderen Herausforderungen?  Der jetzt schon seit zwei Jahrzehnten andauernde Bür­ gerkrieg in Somalia und das Erstarken des militanten islamistischen Terrors in den letzten Jahren sind zweifellos die größten Herausforderungen für alle Hilfe leistenden Organisationen. Die blutige Gewalt, vor allem im Süden des Landes, hat riesige Flüchtlingsströme in das Nachbarland Kenia, aber auch in den Norden Somalias ausgelöst. Und diesen Menschen muss jetzt durch die internationale Gemeinschaft, aber auch durch somalische Einrichtungen wie HARDO geholfen werden. 20


Nicht zuletzt wegen des Bürgerkriegs gibt es in großen Teilen des Landes ja auch keine funktionierenden politischen Strukturen. Was bedeutet das für die Arbeit von HARDO — vor allem auch im Hinblick auf die Sicherheit?   Es bedeutet, dass HARDO seine Arbeit noch lange Zeit wird fortsetzen müssen. Natürlich sind Hilfseinsätze angesichts der schwierigen Lage mit recht hohen Sicherheitsrisiken verbunden. Erfreu­ licherweise hat es bisher nur wenige kritische Fälle gegeben, die aber alle recht schnell gelöst werden konnten, ohne dass eine ernsthafte Gefahr für Leib und Leben der betroffenen Mitarbeiter bestand. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass es HARDO häufig gelingt, regionale Stammesälteste von der Notwendigkeit der Hilfsmaßnahmen zu überzeugen und sie sogar in die Aktivitäten der Organisation einzubinden. Nur wenige Hilfsorganisationen sind in Somalia aktiv. Warum?  Das ist sehr bedauerlich und hängt in erster Linie mit den hohen Sicherheitsrisiken im Süden zusammen. Keine Organisation wird ihre Mitarbei­ ter vor Ort erkennbaren Risiken wie Entführung oder gar Schlimmerem aussetzen wollen. Dennoch macht Hilfe einen Sinn, wenn die Menschen, um die es geht, nicht in Elend und Hoffnungslosigkeit versinken sollen. Ja, sie ist dringlicher denn je! Und da eine Organisation wie HARDO inzwischen vielfach bewie­ sen hat, dass sie trotz der Sicherheitsrisiken in Somalia erfolgreich tätig sein kann und die betroffenen Menschen vor Ort auch erreicht, sollte ihre Arbeit in Zukunft noch mehr als bisher unterstützt werden. AWO International ist 2011 eine erste erfolgreiche Kooperation mit HARDO eingegangen. Im Interesse der besonders hilfebedürftigen Menschen in Somalia bleibt darum zu hoffen, dass diese Zusammenarbeit auch in Zukunft fortgesetzt werden kann. Was wäre Ihrer Meinung nach eine sinnvolle Strategie, um die Situation in Somalia zu verbessern? Wenn es gelänge, mit Hilfe aller afrikanischen und arabischen Staaten und der Weltgemeinschaft ge­ meinsam den nun schon seit zwanzig Jahre andauernden Bürgerkrieg in Somalia zu beenden, dann wäre das die beste Hilfe für Somalia! Um ein solches Ziel zu erreichen, müsste zunächst jeder Waffen­ nachschub in das Land gestoppt werden. Danach könnte das Land mit internationaler Aufbauhilfe auch langsam wieder auf die Beine kommen. Bei jeglicher Hilfe von außen müssten neben Programmen zur Ernährungssicherung allerdings Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen Priorität haben. Denn den Menschen im Süden mangelt es bereits seit nunmehr zwei Generationen an der notwendigen schuli­ schen und beruflichen Erziehung — Defizite, die sich hierzulande kaum jemand vorzustellen vermag. Saskia Thiel / Vassilios Saroglou

H u m a n it ä r e H ilf e 



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Global lernen — fair handeln AWO International hat im Herbst 2011 das Projekt „Globales Lernen“ gestartet. Globales Lernen heißt globale Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu erkennen und danach zu fragen, wie wir im Sinne einer humanen Weltgesellschaft verantwortlich handeln können. „Global denken — lokal handeln“ ist die Devise. AWO International möchte für die Arbeiterwohlfahrt das Thema „Globales Lernen“ anpacken und Impulse für ein werteorientiertes Handeln unter anderem im Hinblick auf mehr Fairness bei alltäglichen Beschaffungen wie Kaffee, Tee und Zucker geben.

Mehr Fairness im AWO-Alltag Bereits 2008 hatte die AWO Bundeskonferenz den AWO-Gliederungen und -Einrichtungen empfohlen, mehr fairen Kaffee zu konsumieren und sich für den Fairen Handel stark zu machen. AWO International hält mit fairen Bio-Produkten wie Kaffee, Espresso, Tee und Zucker ein attraktives Fairtrade-Angebot (nicht nur) für den Verband vor. Zusätzlich beraten wir bei der Durchführung von fairen Aktionen und stellen Informationsmaterial wie Flyer, Poster, Tischaufsteller mit Bestellpostkarten und Präsentationen zur Verfügung. Wir informieren darüber, wie der Faire Handel (u. a. als wirksames Instrument der Ar­ mutsbekämpfung) funktioniert, welche Aktionsmöglichkeiten es gibt, und dokumentieren, wie und wo die AWO sich bereits erfolgreich und nachhaltig fair engagiert. In der AWO scheint sich das Bewusstsein, mit Fairtrade ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit in der Welt setzen zu können, stetig weiterzuentwickeln. Dies belegen auch unsere Verkaufszahlen: In Deutschland legte der Faire Handel 2011 im Vergleich zum Vorjahr um rund 18 Prozent zu. Fair gehandelter Kaffee war dabei der absolute Spitzenreiter. Die Zahlen von AWO International lagen noch über dem allgemeinen Trend: Wir haben im gleichen Zeitraum 26 Prozent mehr faire Produkte verkauft. Herzlichen Dank für dieses Engagement! 22


AWO OWL handelt fair Im Herbst 2011 begannen Anja Pappert und Kristina Witschel vom Projekt „Neues und Neue in der AWO“ und AWO International mit der Planung einer fairen Kampagne der AWO Ostwestfalen-Lippe (OWL). Ziel dieser Initiative war es, bei den AWO-Gliederungen im Bezirk den Fairen Handel bekannt zu machen und das Bewusstsein dafür zu stärken. Im April 2012 war es dann so weit: Mit einer Infobörse in Herford startete die AWO OWL die Kampagne „Die AWO handelt fair“. Im AWO Berufskolleg wurden Ausstellungen und Kurzfilme zum Fairen Handel gezeigt, das Welthaus Bielefeld informierte über faire Kleidung und das Kreisjugendwerk der AWO lud mit einem Schokobrunnen und Obstspießen zu fairem Genuss ein. Ehrenamtliche aus den Ortsvereinen verkauften faire Produkte von AWO International, Schülerinnen des AWO-Berufskollegs schenkten fairen Bio-Kaffee und -Tee aus. Eine Klasse des AWO Berufskollegs zeigte außerdem in einer sehenswerten Dia-Show die Ergebnisse ihrer fairen Stadtrallye, mit der sie sich in Herford auf die Suche nach Fairtrade-Erzeugnissen gemacht hatte. Für AWO International nahmen die Geschäftsführerin Ingrid Lebherz (mit einer Begrüßungsrede), Christiane Eitel (mit einem Vortrag) und Vorstandsmitglied Horst Opolka (am Informationsstand) an der Veranstaltung teil. Norbert Wellmann, Vorsitzender des AWO Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe, sagte: „Wichtig ist uns, Hintergrundwissen zum Fairen Handel zu vermitteln und so die Bereitschaft zu steigern, die etwas höheren Preise zu zahlen. Der Kaffee ist dazu ein guter Einstieg.“ Und die Kampagne wirkt: Für die Ortsvereine wurde ein Aktionsleitfaden erstellt, der zeigt, wie man auch mit wenig Aufwand und einem kleinen Budget Veranstaltungen rund um den Fairen Handel durchführen kann. Außerdem haben sich in Ostwestfalen-Lippe ehrenamtlich organisierte Vertriebsstellen (in Löhne, Hiddenhausen und Kirchlen­ gern) gegründet, die Sammelbestellungen von fairen Produkten bei AWO International organisieren und als Ansprechpartner für das Thema Fairtrade im Bezirk zur Verfügung stehen. Ein weiteres wichtiges Signal kam 2011 vom AWO Bundesverband: In der Geschäftsstelle soll das Catering auf fairen AWO International-Kaffee und Sticks mit fairem Zucker umgestellt werden. Wir drücken die Daumen, dass dies gelingt, und freuen uns auf die Kooperation. Christiane Eitel

Das Projekt „Globales Lernen“ wird mit finanzieller Unterstützung der Glücksspirale gefördert

Gl o b a l L e r n e n  —  F a ir H a n d e l n



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Die verschlungenen Wege der Wirkungs­orientierung Projektmanagement als Herausforderung

Sowohl in der entwicklungspolitischen Diskussion als auch in der Öffentlichkeit waren in den ver­ gangenen Jahren die Wirkungen von Entwicklungszusammenarbeit ein bedeutendes Thema. AWO International arbeitet schon seit vielen Jahren in Asien und Lateinamerika mit Organisationen der Zivilgesellschaft in entwicklungspolitischen Prozessen zusammen. Uns auf Wirkungsorientierung ein­ zulassen, bedeutete von Anfang an, diesen Weg gemeinsam mit den Partnern, oft kleinen Vereinen, zu beschreiten. Leichter gesagt als getan… Am Anfang stand die Überlegung, dass wir wirkungsorientiert planen müssen, um anschließend diese Wirkungen überprüfen zu können. In unseren drei Projektregionen Südasien, Südostasien und Mittel­ amerika haben wir deshalb schon vor Jahren wirkungsorientierte Planungsworkshops durchgeführt. Wir haben mit externer Unterstützung unsere Logframes wirkungsorientiert überarbeitet – mit Zielen und Indikatoren auf allen Ebenen. Wirkungsorientierung heißt für uns, dass wir nicht nur die unmittelbaren Ergebnisse (output) unserer Aktivitäten im Blick haben, sondern dass wir auch die kurz- und mittelfristigen Wirkungen (outcomes), die unsere Projektergebnisse bei der Zielgruppe auslösen sollen, bei der Planung mit bedenken und diese Wirkungen beständig überprüfen – durch Monitoring und durch Evaluation. Die langfristige Wirkung (impact) interessiert uns im Sinne einer Perspektive, die wir in Zukunft erreichen möchten. In Deutschland sprechen wir vom Dreischritt Ergebnis-Nutzung-Nutzen. Dieses Modell ist anschaulich und hilft uns und den Partnerorganisationen, in die Wirkungsorientierung einzusteigen.

impact

Impact langfristige, indirekte Wirkungen

outcome

Nutzen Welcher Nutzen entsteht daraus bei der Zielgruppe?

Nutzung Wer nutzt die Ergebnisse wozu?

output

Ergebnis Zu welchem Ergebnis führen unsere Aktivitäten?

Aktivitäten

Aktivitäten Übersicht der Wirkungskette (links) und des Dreischritt-Modells (rechts)

Der nächste Schritt, die kontinuierliche Überprüfung der Projektfortschritte, also das Monitoring, ließ sich nicht so leicht umsetzen wie gedacht. Zum einen waren handhabbare MonitoringInstrumente nicht allen Partnern bekannt, zum anderen lagen keine Baseline-Daten vor, die der Ausgangspunkt für ein Monitoring hätten sein können. Es folgten Bemühungen in den Regionen, solche Baseline-Daten zu erarbeiten, aber auch dabei ergaben sich Probleme. Zum Beispiel: Für wel­ che Ebene der Wirkungskette sollten Daten erhoben werden? Zudem zeigte sich bei der Vorbereitung und Durchführung von Baseline-Studien, dass die Indikatoren häufig den Ansprüchen nicht genügen und nicht abbilden, was im Ziel formuliert ist, egal ob auf der Output-, Outcome- oder ImpactEbene. In manchen Fällen war es notwendig, Indikatoren umzuformulieren oder sogar Logframes zu ändern. Oft sind unsere Indikatoren zu ungenau und bilden nicht ab, was gemessen werden soll. 24


Hier ist eine Operationalisierung angebracht, d.h. wir definieren, was mit einzelnen Begriffen gemeint ist und entwickeln Kriterien für die Beurteilung einzelner Aspekte.

Bina Desa — mit gutem Beispiel voran Einen großen Schritt nach vorn erzielten wir zum Beispiel bei unserer Partnerorganisation Bina Desa: Sie fördert den ökologischen Reisanbau in Indonesien, indem Reisbauern und -bäuerinnen, Bauernorganisationen und deren Netzwerke gestärkt werden. „Gestärkte Bauern und Bäuerinnen“ können solange nicht überprüft werden, bis nicht genau definiert wird, was darunter zu verstehen ist. Bina Desa hat zur Beschreibung der Stärkung von kleinbäuerlichen Haushalten ein Konzept mit Kriterien entwickelt, an denen die jeweilige Entwicklung über die drei Jahre der Projektlaufzeit gemessen werden kann. Es beinhaltet Aspekte wie Methoden der Land­bearbeitung, Anzahl der Ernten pro Jahr und die Art der Vermarktung. Schwache bäuer­ liche Haushalte verkaufen zum Beispiel die Ernte an den nächsten Zwi­ schenhändler zu einem schlechten Preis. Gestärkte Bauernhaushalte lagern den Reis und verkaufen ihn, wenn der Markt höhere Preise verspricht. Und starke Haushalte vermarkten gemeinsam mit anderen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen ihren Reis, übergehen die Zwischenhändler und erzielen höhere Preise. Anhand dieser Kriterien konnte die Ausgangssituation eines jeden Haushaltes beschrieben werden. In den kommenden drei Jahren wird die Veränderung halbjährlich überprüft. Die Erarbeitung von komplexen Indikatoren hilft uns also, den Dreischritt von Ergebnis-Nutzung-Nutzen planen zu können. Wieso? Am Beispiel von Bina Desa wird deutlich: Wenn die Entwicklung von bäuerlichen Haushalten von der Art der Vermarktung abhängt, dann hat das Auswirkungen auf die Planung der Aktivitäten. In den Weiterbildungen, die Bina Desa für Klein­ bauern und Kleinbäuerinnen durchführt, müssen neben vielen anderen Aspekten die Vermarktung, die Preisentwicklung und die Lagerung von Reis thematisiert werden. Ein Erfahrungsaustausch mit anderen Bauern und Bäuerinnen ist oft besser als viele Erklärungen. Das Ergebnis unserer Aktivitäten (Weiterbildung und Erfahrungsaustausch) ist in diesem Beispiel „Bauern und Bäuerinnen mit Marketing-Kenntnissen“. Die Nutzung wäre, dass sie ihre Kenntnisse nutzen und mit anderen Reisbauern und -bäuerinnen ihrer Organisation eine Vermarktungsstrategie erarbeiten. Der Nutzen entsteht, wenn sie den Reis kollektiv vermarkten und höhere Preise erzielen. Deutlich wird, dass die gute Formulierung von Indikatoren und die Wirkungsorientierung in der Planung und dem Monitoring eng miteinander verzahnt sind. Gute Arbeit in diesen Schrit­ ten ist wiederum eine gute Grundlage für die Evaluation von Projekten. Aber der Weisheit letzter Schluss liegt eben nicht von Anfang an auf dem Tisch, sondern muss gemeinsam erarbeitet werden. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, es ist ein guter Prozess – ein Lernprozess für uns alle. Christiane schulte

Begriffserklärungen Logframe (Abkürzung

für Logical Framework) ist ein Management-Instrument innerhalb des Logical Framework-Ansatzes für Planung, Monitoring und Evaluation von internationalen Projekten.

Indikator ist

eine nachprüfbare Messgröße im Logical Framework Ansatz und unterstützt den Prozess der Planung, Durchführung und Evaluation von Projekten

Baseline-Daten/ Baseline Studie

bezeichnet die Analyse der Ausgangssituation bzw. die Erhebung von Ausgangsdaten vor der Projektplanung

W irk u n g s o ri e n ti e r u n g



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Kindermonat auf den Philippinen Auf den Philippinen zelebrieren seit 1993 jeden Oktober staatliche Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Kir­ chen mit verschiedenen Veranstaltungen den Nationalen Kindermonat. Mit dabei ist auch Kaugmaon, eine Partnerorgani­ sation von AWO International.

Kampagne für Bauernfamilien in Indien AFARM hat in Kooperation mit anderen Organisationen eine Kampagne gestartet, um auf die prekäre Situation von Familien in Vidarbha aufmerksam zu machen — durch die vielen Bauernselbstmorde hat die Region traurige Bekanntheit erreicht. AWO International unterstützt AFARM bei diesem Vorhaben.

Internationaler Frauentag in Nepal In Nepal hat unsere Partnerorganisation Sahamati auch dieses Jahr wieder Ver­ anstaltungen und Feiern zum Interna­ tionalen Frauentag durchgeführt. Hun­ derte vor allem junge Frauen (aber auch Männer), Mitglieder und das Team von Sahamati kamen in mehreren Gemeinden zusammen und forderten mehr Rechte und Selbstbestimmung für Frauen.

HAITI

Das Jahr 2011

GUATEMALA EL SALVADOR

NICARAGUA

10 Jahre Aktion Deutschland Hilft In diesem Jahr feiert das Bündnis Aktion Deutschland Hilft (ADH) sein zehnjähriges Jubiläum. Zehn renom­ mierte deutsche Hilfs­organisationen, darunter auch die Arbeiterwohlfahrt, haben sich im Jahr 2001 zu­ sammen­geschlossen, um weltweit Menschen in Not gemeinsam schneller zu helfen.

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Mitgliederversammlung wählt neuen Vorstand Die Mitgliederversammlung von AWO International hat am 18. November 2011 in Berlin einen neuen Vorstand gewählt. Der bisherige Vorsitzende Rudi Frick wurde von den Vertreter/innen der Mitglieds­organisationen des Fach­ verbandes einstimmig für eine weitere Amts­periode gewählt.

Faire Woche im AWO-Restaurant „Fair ist mehr!“, so lautet das Motto der diesjährigen Fairen Woche. Vom 16. bis 30. September 2011 sollen durch zahlreiche Veranstaltungen alle Themen rund um den Fairen Handel und kritischen Konsum stärker in die Öffentlichkeit rücken. Das Berliner AWO-Restaurant „s...cultur“ macht mit und bietet eine Woche lang ein fair gehandeltes Menü an.


Humanitärer Einsatz am Horn von Afrika In Ostafrika sind mehr als 13 Millionen Menschen von einer verheerenden Hun­ gersnot betroffen. AWO International beteiligt sich an Hilfsmaßnahmen in Kenia und in Somalia, um die Not der Menschen vor Ort zu lindern.

Hilfe nach Überflutungen in El Salvador Heftige Regenfälle im Oktober haben in El Salvador zu verheerenden Überflutun­ gen geführt. Eine Million Menschen sind direkt von der Katastrophe betroffen. AWO International unterstützt die Hilfs­ maßnahmen der beiden Partnerorga­ nisationen IMU und ACISAM.

Benefizabend für Haiti Knapp 120 Gäste haben am 4. Juli 2011 an der Benefizveranstaltung für AWO Inter­national teilgenommen. Gastredner waren der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel und Willi Lemke, UN-Sonder­ berater für Sport im Dienst von Entwick­ lung und Frieden. Der Erlös des Abends ist für die Projektarbeit von AWO Inter­ national in Haiti bestimmt.

NEPAL

INDIEN

PHILIPPINEN

SOMALIA

KENIA

INDONESIEN

AWO OWL handelt fair Mit einer Infobörse zum Fairen Handel hat die AWO Ostwestfalen-Lippe (OWL) in Herford in Zusammenarbeit mit AWO Inter­­ national ihre Kampagne „Die AWO handelt fair“ gestartet. Die AWO OWL möchte vor allem die Ortsvereine für den Fairen Handel sensibilisieren und den Konsum von fairem Kaffee in der AWO steigern. Mit dabei waren auch das AWO Berufs­ kolleg Herford, das Kreisjugendwerk OWL und das Welthaus Bielefeld.

Dr. Foblas aus Haiti in Berlin Im Mai hat Dr. Joseph Foblas, Arzt und Direktor der haitianischen Partnerorga­ nisation CSDI, AWO International in Berlin besucht. Auf unserer Informationsver­ anstaltung über die Hilfsmaßnahmen in Haiti erzählte er unter anderem, wie er selbst das schwere Erdbeben vom 12. Januar 2010 erlebte.

El Salvador: Preis für Video Gustavo Antonio Molina aus El Salvador hat in dem vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) ausgerufenen Foto- und Video-Wettbewerb „Jugend­ liche, eure Stimme zählt in einer Welt von 7 Milliarden Menschen!“ den ersten Preis gewonnen. Seinen Videoclip „Hinder­ nisse auf dem Weg zum Ziel“ drehte der 16-Jährige in dem von AWO International geförderten Videokurs in El Salvador.



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Projekte 2011 Land

Partner

Kurzbeschreibung

AFARM

Verbesserung der Lebenssituation der Bauern und Bäuerinnen in 20 Dörfern in Vidarbha durch die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft

MADHYAM

Verbesserung der Lebenssituation und Existenzsicherung durch Gemüseanbau in 162 Dörfern in Orissa

MSS

Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung in 55 Dörfern im Osten des Bundesstaates Uttar Pradesh

NIWCYD

Stärkung der Selbstorganisation und Verbesserung der Lebensbedingungen der ­Adivasi-Gemeinschaften in Madhya Pradesh und Chhattisghar

DSS

Nothilfe für Flutopfer in Orissa, Nahrungsmittelversorgung und Wiederaufbaumaßnahmen

Volkshilfe Österreich / PDA

Post Tsunami — berufliche Bildung für die vom Tsunami betroffene Bevölkerung

FOS

Gemeinwesenentwicklung und Stärkung von Frauenkooperativen in ländlichen Gebieten

Sahamati

Aufbau und Stärkung von Jugendgruppen in ländlichen Gebieten, Schaffung neuer ­Einkommensquellen und Bereitstellung von Bildungsangeboten

SPACE

Gemeinwesenentwicklung und nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation ­ benachteiligter Bevölkerungs­gruppen in West-Nepal

Solidar Suisse

Nothilfe für Erdbebenopfer in Pakistan

Kaugmaon

Vermeidung von Kinderarbeit und Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und jungen Menschen in Davao City

Talikala

Verminderung von Menschenhandel mit Frauen und Kindern zum Zweck der sexuellen Ausbeutung

Child Alert

Prävention von Kinderhandel und Kinderprostitution in der Provinz Davao del Norte

IBU Foundation

Stärkung der Zivilgesellschaft durch Verbesserung der frühkindlichen Entwicklung

Bina Desa

Stärkung der Zivilgesellschaft durch ein ökologische und nachhaltige Landwirtschaft

SODEJU / FUNDAJU

Förderung und Gewaltprävention von Jugendlichen, Ausbildungs- und ­Beschäftigungsförderung

UNAMG

Gewaltprävention in Schulen und im schulischen Kontext insbesondere zum Thema ­ sexueller Gewalt, Verbesserung der Situation von Frauen

IMU

Jugendprogramm zur Gewaltprävention, Ausbildung und Beschäftigungsförderung von Jugendlichen, Schule mit Perspektiven

Südasien Indien

Nepal

Pakistan

Südostasien Philippinen

Indonesien

Mittelamerika Guatemala

El Salvador

Soforthilfe nach Überschwemmung ACISAM

Förderung und Gewaltprävention von Jugendlichen, Bildung, Medienarbeit und ­ psychosoziale Betreuung von Jugendlichen Soforthilfe nach Überschwemmung

Nicaragua

ADM

Mexico

INICIA

Stärkung der Jugend- und Menschenrechte

Haiti

CSDI

Bildung und medizinische Versorgung

Kuba

OXFAM Canada

Wiederaufbau von Grundschulen nach Wirbelsturm Ike

HelpAge/ RACIDA

Nothilfe für Dürreopfer in Mandera

JUH

Nahrungsmittelhilfe in Turkana

HARDO

Nothilfe für Dürreopfer in Somalia

ADH

Nothilfe in Japan — Spendenweiterleitung an ADH

Gewaltprävention durch Jugendförderung

Afrika Kenia

Somalia

Sonstige Japan

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Schwerpunkt

Bereich

Budget in Tausend Euro

Ländliche Entwicklung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

153,0

Ländliche Entwicklung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

207,9

Ländliche Entwicklung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

108,7

Ländliche Entwicklung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

96,2

Humanitäre Hilfe

HumH

5,9

Humanitäre Hilfe

HumH

18,6

Ländliche Entwicklung, Frauenförderung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

40,7

Ländliche Entwicklung, Frauenförderung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

97,4

Ländliche Entwicklung, Frauenförderung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

94,4

Humanitäre Hilfe

HumH

Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Gemeinwesenentwicklung

EZ

32,2

Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Gemeinwesenentwicklung

EZ

24,0

Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Gemeinwesenentwicklung

EZ

30,6

Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Gemeinwesenentwicklung

EZ

59,9

Ländliche Entwicklung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

64,3

Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Gemeinwesenentwicklung

EZ

154,0

Kinder- und Jugendförderung, Frauenförderung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

30,5

Kinder- und Jugendförderung, Frauenförderung, Gemeinwesenentwicklung

EZ

114,8

Humanitäre Hilfe

HumH

Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Gemeinwesenentwicklung

EZ

Humanitäre Hilfe

HumH

Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Gemeinwesenentwicklung

EZ

Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Gemeinwesenentwicklung

EZ

Humanitäre Hilfe

HumH

115,2

Humanitäre Hilfe

HumH

3,7

Humanitäre Hilfe

HumH

78,8

Humanitäre Hilfe

HumH

62,1

Humanitäre Hilfe

HumH

75,0

Humanitäre Hilfe

HumH

4,0

45,3 (Gesamtmittel für 2010 / 2011)

4,5 149,7 4,5 101,1 61,3



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Über uns AWO International ist der Fachverband der Arbeiterwohlfahrt für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe. In Kooperation mit lokalen Partnerorganisationen setzt sich AWO International in den Regionen Südasien, Südostasien und Mittelamerika dafür ein, dass benachteiligte Menschen ihre Lebens­ umstände nachhaltig verbessern können. Schwerpunkte der Projektarbeit sind ländliche Entwicklung, Kinder- und Jugendförderung, Bildung, Migration, Gemeinwesenentwicklung und Frauenförderung. In Krisenfällen leistet AWO International, ebenfalls in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisatio­nen vor Ort, schnell Hilfe für die betroffene Bevölkerung und unterstützt den Wiederaufbau. AWO International gibt entwicklungspolitische Impulse in den Verband und bietet AWO-Gliederungen an, sie bei der Planung und Durchführung ihrer internationalen Projekte zu beraten. AWO International engagiert sich mit eigenen ökologisch hergestellten und fair gehandelten Produkten wie Kaffee, Espresso und Tee für den Fairen Handel und trägt diesen Gedanken in die Arbeiterwohlfahrt hinein.

Die Mitgliederversammlung Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ des Vereins und unter anderem zuständig für die Fest­ legung der Grundsätze der Arbeit von AWO International, die Wahl des Vorstandes und die Festlegung der Mitgliedsbeiträge. Sie besteht aus den Vertreter/innen der Mitgliedsverbände und dem Vorstand.

Der Vorstand Der Vorstand besteht gemäß Satzung aus dem Vorsitzenden/der Vorsitzenden, dem Stellvertreter/der Stellvertreterin und elf Beisitzer/innen. Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Wahrnehmung der Aufgaben des Vereins und beruft einen Geschäftsführenden Vorstand, der die Geschäfte führt. Der Vorstand von AWO International arbeitet ehrenamtlich.

Organigramm Mitgliederversammlung Vorstand Geschäftsführender Vorstand Geschäftsführung Regionalbüro Südasien

Büromanagement Entwicklungszusammenarbeit

Regionalbüro Mittelamerika Regionalbüro Südostasien

Finanzen Humanitäre Hilfe

Öffentlichkeitsarbeit Projekt Globales Lernen

AWO International ist Mitglied von:

30


Mitglieder Als Fachverband für Internationale Zusammenarbeit und Humanitäre Hilfe ist AWO International auf die Unterstützung der Mitglieder angewiesen, denn nur so können wir unsere Arbeit sinnvoll und effektiv umsetzen. Armutsbekämpfung, Nothilfe im Katastrophenfall und Internationale Solidarität erfordern aktives Engagement – viele AWO Gliederungen erkennen das und unterstützen die Arbeit von AWO Inter­ national. 164 Organisationen (Stand 2011) aus dem gesamten AWO-Spektrum sind bereits dabei – werden auch Sie Mitglied von AWO International!

Mitgliederwerbung AWO Bundesverband e.V. / AWO Bundesjugendwerk e.V. / AWO Landesverband Bayern e.V. / AWO Landesverband Berlin e.V. / AWO Landesverband Brandenburg e.V. / AWO Landesverband Bremen e.V. / AWO Landesverband Hamburg e.V. / AWO Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. / AWO Landesverband Saarland e.V. / AWO Landesverband Sachsen e.V. / AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. / AWO Landesverband Thüringen e.V. / AWO Bezirksverband Baden e.V. / AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V. / AWO Bezirksverband Braunschweig e.V. / AWO Bezirksverband Hannover e.V. / AWO Bezirksverband Hessen-Nord e.V. / AWO Bezirksverband Hessen-Süd e.V. / AWO Bezirksverband Mittelrhein e.V. / AWO Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz e.V. / AWO Bezirksverband Niederrhein e.V. / AWO Bezirksverband Ober- und Mittelfranken e.V. / AWO Bezirksverband Oberbayern e.V. / AWO Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e.V. / AWO Bezirksverband Pfalz e.V. / AWO Bezirksverband Rheinland e.V. / AWO Bezirksverband Schwaben e.V. / AWO Be­ zirksverband Unterfranken e.V. / AWO Bezirksverband Weser-Ems e.V. / AWO Bezirksverband Westliches Westfalen e.V. / AWO Bezirksverband Württemberg e.V. / Bezirksjugendwerk der AWO Niederrhein / Bezirksjugendwerk der AWO Baden / Bezirksjugendwerk der AWO OWL / AWO Kreisverband Aachen-Stadt e.V. / AWO Kreisverband Ahrweiler e.V. / AWO Kreis­ verband Auerbach/Vogtland e.V. / AWO Kreisverband Bamberg Stadt und Land e.V. / AWO Kreisverband Bautzen e.V. / AWO Kreisverband Berlin Nordwest e.V. / AWO Kreisverband Berlin Spandau e.V. / AWO Kreisverband Berlin Südost e.V. / AWO Kreisverband Berlin Südwest e.V. / AWO Kreisverband Berlin-Mitte e.V. / AWO Kreisverband Bernau e.V. / AWO Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e.V. / AWO Kreisverband Braunschweig e.V. / AWO Kreisverband Bremen e.V. / AWO Kreis­ verband Bremerhaven e.V. / AWO Kreisverband Böblingen-Tübingen e.V. / AWO Kreisverband Dresden e.V. / AWO Kreis­ verband Duisburg e.V. / AWO Kreisverband Düsseldorf e.V. / AWO Kreisverband Ebersberg e.V. / AWO Kreisverband Emden e.V. / AWO Kreisverband Essen e.V. / AWO Kreisverband Frankfurt e.V. / AWO Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg e.V. / AWO Kreisverband Fulda e.V. / AWO Kreisverband Grafschaft Bentheim e.V. / AWO Kreisverband Heidelberg e.V. / AWO Kreisverband Heinsberg e.V. / AWO Kreisverband Helmstedt e.V. / AWO Kreisverband Herford e.V. / AWO Kreisverband Hildesheim-Alfeld e.V. / AWO Kreisverband in der Region Hannover e.V. / AWO Kreisverband in der Region Osnabrück e.V. / AWO Kreisverband Karlsruhe Stadt e.V. / AWO Kreisverband Kassel-Stadt von 2003 e.V. / AWO Kreisverband Kleve e.V. / AWO Kreisverband Koblenz-Stadt e.V. / AWO Kreisverband Krefeld e.V. / AWO Kreisverband Köln e.V. / AWO Kreis­ verband Leverkusen e.V. / AWO Kreisverband Mettmann e.V. / AWO Kreisverband Mulde-Collm e.V. / AWO Kreisverband München-Land e.V. / AWO Kreisverband Mönchengladbach e.V. / AWO Kreisverband Nürnberg e.V. / AWO Kreisver­ band Ortenau e.V. / AWO Kreisverband Remscheid e.V. / AWO Kreisverband Rhein-Erft e.V. / AWO Kreisverband RheinOberberg e.V. / AWO Kreisverband Rheingau-Taunus e.V. / AWO Kreisverband Roth-Schwabach e.V. / AWO Kreisverband Schaumburg e.V. / AWO Kreisverband Solingen e.V. / AWO Kreisverband Tirschenreuth e.V. / AWO Kreisverband TreptowKöpenick e.V. / AWO Kreisverband Viersen e.V. / AWO Kreisverband Wesel e.V. / AWO Kreisverband Wiesbaden e.V. / AWO Kreisverband Würzburg-Stadt e.V. / AWO Kreisverband Nordvorpommern, Hansestadt Stralsund und Hansestadt Greifs­ wald e.V. / AWO Neckar-Oderwald gGmbH / Kreisjugendwerk der AWO Karlsruhe-Stadt / AWO Unterbezirk Dortmund e.V. / AWO Unterbezirk Ennepe-Ruhr e.V. / AWO Unterbezirk Unna e.V. / AWO Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. / AWO Ortsverein Bockenem e.V. / AWO Ortsverein Bruchsal e.V. / AWO Ortsverein Buntentor/Neustadt e.V. / AWO Ortsverein Bückeburg e.V. / AWO Ortsverein Diekholzen e.V. / AWO Ortsverein Dortmund-Kirchderne e.V. / AWO Ortsverein Düssel­ dorf linksrheinisch / AWO Ortsverein Elversberg e.V. / AWO Ortsverein Emmelshausen e.V. / AWO Ortsverein Ettlingen e.V. / AWO Ortsverein Gerlenhofen e.V. / AWO Ortsverein Großen-Buseck e.V. / AWO Ortsverein Gröpelingen/Oslebshausen e.V. / AWO Ortsverein Hamm Rhein e.V. / AWO Ortsverein Horb e.V. / AWO Ortsverein Horn-Lehe, Borgfeld-Oberneuland e.V. / AWO Ortsverein Huchting-Grolland e.V. / AWO Ortsverein Klosterlechfeld e.V. / AWO Ortsverein Koblenz-Güls e.V. Wir danken allen Mitgliedern für die Unterstützung. Nur durch Ihren Beitrag kann AWO International eine gute und kontinuierliche Arbeit in den Projektregionen leisten!

Förderer & Spender/innen AWO International finanziert seine Arbeit durch Mitgliedsbeiträge – und durch Spenden von Menschen, die der Arbeit der AWO verbunden sind und unsere Arbeit auch finanziell fördern möchten. Dafür danken wir allen unseren Spenden/innen und Förderern herzlich. 

31


F  inanzbericht 2011 – AWO International in Zahlen Bilanz 2011 Aktiva A.

31. 12. 2011 31. 12. 2010

Anlagevermögen I.

In Euro

In Tausend Euro

Immaterielle Vermögensgegenstände 146,00

Entgeltlich erworbene Konzessionen,

0

gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten II.

Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

108.064,00

100 108.210,00

B.

100

Umlaufvermögen I.

Vorräte, Waren

II.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

484,93

1

1.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

4.749,79

4

2.

Sonstige Vermögensgegenstände

6.897,86

26

III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

11.647,65

30

818.149,85

944 830.282,43

C.

Rechnungsabgrenzungsposten

Entwicklung der Projektzuwendungen in Tausend Euro

Entwicklung der Spenden in Tausend Euro

975

6.258,14

0

944.750,57

1.075

Entwicklung der Mitglieder

2.178

1.801

1.878

2.417

2.216

679

198

150

341

524

78

93

121

135

168

2007

2008

2009

2010

2011

2007

2008

2009

2010

2011

2007

2008

2009

2010

2011

Ergebnisrechnung 2011 nach Aufwandskategorien entsprechend Definition DZI, alle Angaben in Euro Position

2011 Gesamt

Projekt­förderung Ausland

Projekt­begleitung Ausland

2.497.570,91

2.216.090,69

281.480,22

652.269,44

284.391,30

214.783,75

30.372,05

20.126,40

Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Globales Lernen

Verwaltungs— ausgaben

Projektförderung a) Ausland b) Inland Personalaufwand Abschreibungen Sonstige Aufwendungen

15.723,24

15.723,24 81.733,98

10.245,65

216.006,76

Werbung/Öffentlichkeitsarbeit

43.464,71

Sonst. Sachaufwand (Miete, EDV etc.) Zinsen u. ähnliche Aufwendungen Summe 2011 in % Summe Vorjahr Vorjahr in %

32

71.360,41

172.542,05 0,00 3.411.942,40

0,00 2.520.608,39

496.263,97

140.921,93

254.148,11

100,00%

73,88%

14,54%

4,13%

7,45%

3.236.705,80

2.553.476,35

406.344,25

85.103,55

191.781,65

100,00%

78,89%

12,55%

2,63%

5,93%


Passiva A.

31. 12. 2011 31. 12. 2010

Eigenkapital I.

Vereinskapital

II.

Zweckgebundene Rücklage

In Euro

III. Freie Rücklagen

In Tausend Euro

19.545,05

20

431.795,22

446

17.078,11

17

IV. Bilanzverlust / -gewinn 1.

Gewinnvortrag

2.

Jahresfehlbetrag

3.

Ergebnisverwendung

1.949,90

5

-19.900,83

-18

13.710,23

15 -4.240,70

2 464.177,68

485

B.

Noch nicht verbrauchte Spendenmittel / Zuschüsse

287.376,62

440

C.

Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens

104.275,00

98

D.

Rückstellungen 64.408,00

43

Sonstige Rückstellungen E.

Verbindlichkeiten 1.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

5.942,53

2.

Sonstige Verbindlichkeiten

3.480,74

5 4 9.423,27

F.

-

davon aus Steuern: 2.919,59 Euro

-

davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 258,65 Euro

(1)

Rechnungsabgrenzungsposten

Ausgaben nach Arbeitsbereichen Verwaltung: 7,45 % Öffentlichkeitsarbeit & Globales Lernen: 4,13 % Projektförderung Ausland: 73,88 % Projektbegleitung Ausland: 14,54 %

9 (0)

15.090,00

0

944.750,57

1.075

Projektausgaben H­umanitäre Hilfe (HumH) und Entwicklungs­ zusammenarbeit (EZ) EZ Südostasien: 13,60 % HumH: 17,47 % EZ Südasien: 34,16 % EZ Mittelamerika: 34,77 %

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers An den Arbeiterwohlfahrt International e. V.  Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung des Arbeiterwohlfahrt International e. V. für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Vereinssatzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter des Vereins. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Vereins sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kon­trollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahres­ abschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Vereinssatzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungs­ mäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Vereins. Koblenz, den 6. Juni 2012 Heimfarth & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft  Helmut Heimfarth, Wirtschaftsprüfer



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Glossar AFARM Action for Agriculturural Renewal in Maharashtra ACISAM Asociación de Capacitación e Investigación para la Salud Mental ADH Aktion Deutschland Hilft ADM Asociación de Desarrollo Municipal AWO Arbeiterwohlfahrt BMZ

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

CSDI

Centre de Santé et Développement Intégré

DSS

Darabar Sahitya Sansad

DZI

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen

EZ Entwicklungszusammenarbeit FOS

Friends of Sankhu

HARDO

Humanitarian Action for Relief and Development Organization

HumH

Humanitäre Hilfe

IMU

Instituto de investigación, capacitatión y desarrollo de la Mujer

INICIA

Iniciativas para la Identidad y la Inclusión

JUH

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.

KATE

Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung e. V.

MSS

Manav Seva Sansthan

NIWCYD National Institute of Women, Child and Youth Development PDA

People’s Development Association

RACIDA

Rural Agency for Community Development and Assistance

SODEJU 

Sociedad Civil para el Desarrollo de la Juventud

SPACE

Society for Participatory and Cultural Education

UNAMG Unidad Nacional de Mujeres Guatemaltecas VENRO

Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V.

Impressum  Herausgeber: AWO International e. V., Markgrafenstraße 11, 10969 Berlin, Tel.: 030 / 25292 771, Fax: 030 / 25292 571, mail@awointernational.de, www.awointernational.de  Verantwortlich: Ingrid Lebherz  Redaktion: Vassilios Saroglou  Lektorat: Christiane Eitel  Fotonachweis: AWO International (Titel, S. 3–12, 22, 23, 25–27, 35), SODEJU (S. 12 –13), ADM (S. 14–15), Kate e. V. (S. 15), JUH / Jakob Studnar (S. 16, 27), ADH / Alice Smeets (S. 18), ADH / Stefan Trappe (S. 19), HARDO (S. 21), Bernd Hashagen (S. 23), AFARM (S. 26), Kaugmaon (S. 26), ACISAM (S. 27) Gestaltung: www.nahtief.de  Litho: Axel Raidt, Berlin  Druck: Laserline, Berlin

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AWO International – Gemeinsam für eine gerechte Welt Mittelamerika

Afrika

Kenia Somalia

Guatemala El Salvador Nicaragua Mexico Haiti Kuba 

Humanitäre Hilfe

Südasien

Südostasien

Indien Nepal

Philippinen Indonesien

Ländliche Entwicklung Gemeinwesenentwicklung Frauenförderung Humanitäre Hilfe

Kinder- und Jugendförderung Menschenrechte Gemeinwesenentwicklung Ländliche Entwicklung

Kinder- und Jugendförderung Menschenrechte Gemeinwesenentwicklung Frauenförderung Humanitäre Hilfe

awo international regionalbüros

NEPAL

PAKISTAN

MEXICO KUBA

HAITI INDIEN

GUATEMALA EL SALVADOR

PHILIPPINEN

NICARAGUA

SOMALIA

KENIA INDONESIEN

AWO International e.V.  Markgrafenstraße 11, 10969 Berlin Tel.: 030 / 25292 771, E-Mail: mail@awointernational.de www.awointernational.de

Spendenkonto 10 11 12, BfS 100 205 00

AWO International Jahresbericht 2011  

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