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Das Availon-Journal für den unabhängigen Windenergie-Service | September 2010

Fokus

Herausforderung WEA-Upgrades. Ob ein Serviceanbieter über bewährte Prozesse zur Entwicklung und Realisierung von Upgrades verfügt, ist nicht allein eine Frage der Technik. Es ist auch ein Bekenntnis zu mehr Qualität und somit zu mehr Kundenorientierung. Seite 3

Upgrades: Schäden vorbeugen, Reparaturen vermeiden. Seite 6

Fundamente: Rissbildungen und Ursachen im Griff. Seite 8

Meinung: WEA-Eigner über OEM-Service. Seite 17


BUNDESLIGA FREIKARTEN

GEWINNEN! 4

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INHALT | September 2010 4

Fokus

Titelthema: Herausforderung WEA-Upgrades. 6

Wandel

Upgrades: Schäden vorbeugen, Reparaturen vermeiden. 8

Rückblick

Fundamente: Rissbildungen und Ursachen im Griff. 11

Handumdrehen

Leserbefragung: Ihre Meinung zählt. 13

Blick

Husum Wind Energy 2010: Neue Impulse für erneuerbare Energien? 16

Thema

Kooperation: Mehr Power mit Partnern. 17

Geschehen

Meinung: WEA-Eigner über OEM-Service. 20

Interview

Vorhersage: Das Dilemma mit dem Wind.

IMPRESSUM Herausgeber: Availon GmbH · Jacksonring 2 · 48429 Rheine Fon 0 59 71 80 25-100 · Fax 0 59 71 80 25-109 · www.availon.eu Redaktion und Gestaltung: EXPECT MORE Kommunikation GmbH · Breite Straße 4 · 48431 Rheine Fon 0 59 71 80 40 9-0 · Fax 0 59 71 80 40 9-100 · www.expect-more.de V.i.S.d.P. : Dagmar da Costa Fotos: Ulrich Wozniak (S. 17–19), Solido Bautenschutz GmbH (S. 8 – 10), A. Birresborn / HUSUM WindEnergy 2008 (S. 13, 15), Meteomedia (S. 21, 22) Copyright: Alle in der ON Service veröffentlichten Beiträge (Texte, Fotos, Grafiken, Logos und Tabellen) sind urheberrechtlich geschützt. Das Copyright liegt bei der Availon GmbH, sofern dies nicht anders gekennzeichnet ist. Nachdruck, Aufnahme in Datenbanken, Onlinedienste und Internetseiten sowie Vervielfältigung auf Datenträgern sind nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch die Availon GmbH gestattet. Auflage: 3.000 Stück


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Fokus

Nit nur gut in, son rn br wer n.

„Wenn wir aufhören besser zu werden, werden wir bald nicht mehr gut sein.“ Was hat dieses Zitat von Oliver Cromwell, dem Gründer der englischen Republik, mit der Entwicklung von Upgrades für Windenergieanlagen (WEA) und damit auch mit qualitätssichernden Massnahmen zu tun? Die Bereitstellung wirklich ausgereifter Upgrades führt zu entscheidenden Verbesserungen und kann daher einen maßgeblichen Anteil dazu beitragen, die Verfügbarkeit und somit auch die Performance von Windenergieanlagen zu steigern. Die Entwicklung von WEA-Upgrades gehört daher eigentlich in jedes Portfolio eines unabhängigen Servicedienstleisters. Nun gibt es Optimierungspotenziale, die sich mit wenig Aufwand, beispielweise durch die Veränderung von nur wenigen Parametern in einer WEA-Steuerung, ausschöpfen lassen. Andere Verbesserungen wiederum erfordern bis zu ihrer Marktreife sehr viel Know-how, mitunter Spezialkenntnisse und damit viel Entwicklungsarbeit. Die Leistungsfähigkeit unabhängiger WEA-Services muss sich daher daran messen lassen, inwieweit sie in der Lage sind, die Herausforderungen für die Entwicklung und Einführung solcher WEA-Optimierungen zu meistern. Betreiber und Betriebsführer von Anlagen sollten sich vor diesem Hintergrund vergewissern, ob ihr unabhängiger Servicedienstleister über bewährte Prozesse zur Entwicklung und Realisierung von Upgrades verfügt. Ein langer Prozess Am Anfang eines solchen Entwicklungsprozesses besteht die Notwendigkeit, ein Problem erkennen zu können und dieses zu beschreiben. Die Initialzündungen hierzu können aus unterschiedlichsten Richtungen kommen: vom unabhängigen Serviceanbieter aufgrund von Fehleranalysen, durch Hinweise von den Monteuren vor Ort zu wiederkehrenden Auffälligkeiten an bestimmten Anlagenkomponenten oder durch Anregungen von Betriebsführern zu möglichen Optimierungen. Das alleinige Wissen um ein Problem führt aber erst einmal nicht zwingend zu einem Upgrade. Entscheidend ist vielmehr der Weg dorthin – und der kann lang und beschwerlich sein.

Das Problem bei der Wurzel packen Ein wichtiges Werkzeug im Zusammenhang mit der Ursachenfindung ist die sogenannte Root-Cause-Analysis, ein Verfahren, mit dem man den tatsächlichen Ursachen von Problemen auf die Spur kommt. Der Grundgedanke: wird die tatsächliche Ursache behoben, wird auch die Abweichung beseitigt. Wenn man also im wahrsten Sinne der Wortbedeutung das Problem bei der Wurzel packt, ergo die wahre Ursache hierfür identifiziert und gleichzeitig Nebensächlichkeiten ausgrenzt, lässt sich ein Upgrade entwickeln, das nachhaltig ist und zu merklichen Verbesserungen führt. Viel eigenes Know-how und kompetente Partner Für die eigentliche Entwicklung einer konkreten Lösung sollte ein unabhängiger Serviceanbieter über eigenes Ingenieur-technisches Know-how sowohl im Bereich der Mechanik als auch Elektronik verfügen. Darüber hinaus sollte er in der Lage sein, bei der Entwicklung ganz spezifischer Lösungen auf spezielles Know-how von Partnern zugreifen zu können. Um jeden Entwicklungsschritt eines Upgrades nahtlos nachvollziehen zu können, ist zudem eine durchgängige Dokumentation sinnvoll. Alleine schon, um beispielsweise möglichst einfach auch konstruktive Veränderungen durchführen zu können, sollte die Lösung im Feld wider Erwarten nicht die erwünschte Verbesserung herbeiführen. Wünschenswerter Bestandteil einer solchen Dokumentation ist außerdem eine Gefährdungsbeurteilung, da z. B. ein Upgrade konstruktive Veränderungen an Anlagenkomponenten bedeuten kann, die Einfluss auf die Betriebssicherheit haben. Last but not least, muss der Prototyp eines Upgrades beweisen, was er kann. Hierzu sind mitunter längere Tests im Feld sowie deren Auswertung notwendig, um nicht nur die Praxistauglichkeit, sondern auch Nachhaltigkeit einer Anlagenverbesserung sicherzustellen.

DMAIC macht´s möglich Mehr Wissen durch Fehleranalysen Der hier beschriebene Weg zu einem Upgrade lässt sich auf eine einfache Zunächst muss den Ursachen für ein bestimmtes Problem auf den Grund Formel bringen: DMAIC (sprich di-make). DMAIC steht für Define – Measure gegangen werden. Da solche Ursachen nicht immer augenscheinlich oder – Analyse – Improve – Control und ist ein Kernprozess innerhalb von Six offensichtlich sind, stellt die Problemanalyse wohl eine der größten Heraus- Sigma. Six Sigma hat sich seit den 70er Jahren als statistisches Qualitätsmaforderungen in einem Entwicklungsprozess dar. Unabhängige Service- nagementsystem in der Industrie bewährt und ist somit eine erfolgreiche anbieter, die regelmäßige und damit durchgängige Fehleranalysen an den Methode zur Beschreibung (Define), Messung (Measure), Analyse (Analyse), von ihnen betreuten Anlagen durchführen, verfügen hier über die meis- Verbesserung (Improve) und Überwachung (Control) von Prozessen. ten Erkenntnisse und damit über wichtige Daten zur Problemidentifizie- Die konsequente Nutzung derartiger Methoden innerhalb der Entwickrung und -analyse. lung von WEA-Upgrades ist damit ein zuverlässiger Weg für die RealisieIn einer detaillierten Kosten-Nutzen-Analyse ist zudem zu klären, ob die rung messbarer Anlagenverbesserungen. Entwicklung einer Anlagenverbesserung tatsächlich wirtschaftlich sinnvoll Entscheider sollten indes nicht nur darauf achten, ob unabhängige Serviceerscheint, denn die Entscheidung für ein Upgrade bedeutet letztendlich für dienstleister derartige Systeme allein für Entwicklungsprozesse nutzen, einen Betreiber eine Investition, die sich möglichst kurzfristig rechnen soll. sondern diese auch durch weitere qualitätssichernde Maßnahmen flankieren, die von unabhängiger Seite zertifiziert werden.


Fokus

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Monteure vor Ort können erste Hinweise auf wiederkehrende Auffälligkeiten geben.

Der Wille zu Verbesserungen Aber warum ist das so wichtig? Nun: Unternehmen, die zertifiziert werden möchten, sind zunächst Willens, Prozesse in ihrem Betrieb einzuführen, die die Qualität von Abläufen und damit auch die Leistungsfähigkeit verbessern. Durch die Einführung qualitätssichernder Prozesse profitiert wiederum der Kunde, denn höhere Qualität bedeutet vor allem mehr Kundennutzen. Wer eine hohe Qualität sicherstellen will, steht bis zur Zertifizierung vor großen Anstrengungen und Herausforderungen – dies gilt besonders für sehr leistungsfähige WEA-Serviceunternehmen mit vielen Mitarbeitern und Abteilungen. So sind zunächst bestehende Prozesse bzw. Arbeitsabläufe sowie die Schnittstellen zwischen einzelnen Bereichen, respektive Abteilungen, zu beschreiben. Dann ist zu identifizieren, welche Möglichkeiten und Wege es gibt, diese Abläufe zu verbessern. Im Anschluss sind entsprechende Optimierungen vorzunehmen. Durch ein Audit

Qualitätsmanagement EN ISO 9001 1. Kundenorientierung 2. Verantwortlichkeit der Führung 3. Einbeziehung der beteiligten Personen 4. Prozessorientierter Ansatz 5. Systemorientierter Managementansatz 6. Kontinuierliche Verbesserung 7. Sachbezogener Entscheidungsfindungsansatz 8. Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen

von unabhängiger Stelle muss sodann bestätigt werden, dass die eingeführten Prozesse tatsächlich qualitätssichernde Maßnahmen darstellen, die sich ausschließlich an messbaren Ergebnissen orientieren. Da es sich hier nicht um statische Prozesse, sondern um Abläufe handelt, die im Tagesgeschäft einem permanenten Wandel unterliegen, müssen diese fortlaufend weiter verbessert werden. Der Kunde trifft somit auf ein Unternehmen, das permanent an der Optimierung seiner Leistungsfähigkeit arbeitet und mit strukturierten Arbeitsabläufen die Qualität aller Prozesse und Produkte gewährleistet. Bewährte Norm Mit Blick auf die Qualitätssicherung unabhängiger Serviceunternehmen ist hier in erster Linie die EN ISO 9001 zu nennen. In der Industrie ist diese Qualitätsmanagementnorm ein absolutes Muss, an der kein Unternehmen mehr vorbei kommt – und das aus gutem Grund. Die erfolgreiche Führung eines Betriebs erfordert eine systematische Leitung und Lenkung. Die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems wie die EN ISO 9001 ist daher auf eine stetige Leistungsverbesserung ausgerichtet. Denn ein Unternehmen wird nur dann zertifiziert, wenn es seine Fähigkeit unter Beweis gestellt hat, um mit seinen Produkten bzw. Leistungen auch die Anforderungen von Kunden, aber auch Behörden erfüllen zu können. Aus diesem Anspruch ergeben sich acht Grundsätze des Qualitätsmanagements gemäß EN ISO 9001 (siehe Kasten). Branchenspezifische Zertifizierung Während die EN ISO 9001 einen allgemeinen Industriestandard, anwendbar auf viele Branchen, darstellt, gehen die Zertifizierungen des Geschäftsbereichs Wind vom Germanischen Lloyd (GL Wind) noch einen Schritt weiter, da sie sich konkret an Unternehmen aus der Windenergieindustrie wenden. Als ein für Zertifizierungen nach allen relevanten Normen im Bereich der Wind- und Meeresenergie akkreditiertes

globales Kompetenzzentrum, führt der GL Wind sowohl Prüfungen, Zertifizierungen als auch Begutachtungen durch und beteiligt sich aktiv an der Entwicklung nationaler und internationaler Normen. Lückenloser Nachweis der Leistungsfähigkeit Aktuell umfasst die Zertifizierung von GL Wind die Bereiche Betriebsführung und Fernüberwachung, Serviceeinsätze, Gesundheit und Sicherheit, Qualitätsmanagementsystem sowie das Ausbildungsund Schulungssystem. Ein Audit im Sinne von GL Wind stellt demnach sicher, dass sämtliche relevanten Aktivitäten eines unabhängigen Servicedienstleisters mit Blick auf den tatsächlichen Bedarf und die Anforderungen der Windenergieindustrie unter die Lupe genommen werden. So werden für den Bereich der Betriebsführung die Personalqualifizierung, die Störungs- und Reparaturprozesse als auch die Instandhaltungsstrategie eines Unternehmens überprüft. Die Zertifizierung umfasst zudem die Steuerung und Durchführung von Außendiensteinsätzen, sowie die Dokumentation und Analyse von Serviceeinsätzen, Maschinenzuständen und Fehlerbildern. Ein zusätzlicher Fokus liegt in diesem Zusammenhang auf Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Darüber hinaus hat man das Ausbildungssystem eines Dienstleisters im Blick. Diese Prüfung stellt letztlich das Wachstum eines Serviceunternehmens mit eigenen Personalressourcen sicher. Die Spreu trennt sich vom Weizen Die konsequente Anwendung bereits bewährter Entwicklungsstrategien für Upgrades sowie das uneingeschränkte Bekenntnis zu mehr Qualität und damit zu mehr Kundenorientierung trennt die Spreu vom Weizen und bestimmt damit wesentlich die Wahl des unabhängigen Servicedienstleisters. In einer Branche wie der Windenergie steht man aktuell und zukünftig vor gewaltigen Herausforderungen und „wenn man aufhört besser zu werden, wird man bald nicht mehr gut sein.“


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Wandel

Wenn e La k s wird … Upgrades sind gewissermaßen Traubenzucker für jede WEA, denn die Optimierung von Anlagenkomponenten bedeutet auch immer die Reduzierung wiederkehrender Fehler und Probleme und damit eine höhere Anlagenverfügbarkeit. Upgrades können außerdem immensen Schäden vorbeugen und damit hohe Reparaturkosten vermeiden.

Ein hervorragendes Beispiel hierfür zeigt sich in Anlagen mit Dreipunktlagerung. Bricht das Hauptlager solcher Anlagen und wird dieser Schaden nicht rechtzeitig erkannt, hat das fatale Folgen: Aufgrund des durch den Bruch entstandenen Lagerspiels rutscht die Hauptwelle inklusive Rotor in den hinteren Anlagenteil. Durch den Winddruck auf dem Rotor wird auch das gesamte Getriebe nach hinten verschoben – und das bis zu neun Millimeter – bis schließlich ein Stahlblock der „Wanderung“ des Triebstrangs Einhalt gebietet. Liegt aber das Getriebe an diesem Stahlblock an, überträgt sich der Druck des Triebstrangs auf das Planetenträgerlager. Das traurige Ergebnis: Das Planetengetriebelager und damit das gesamte Getriebe werden komplett zerstört.

Zwei Sensoren sind über die Fehlermeldung der Anlagensteuerung mit der Fernüberwachung verbunden und ermöglichen somit eine permanente Überwachung der Getriebelage.

Permanente Erfassung der Getriebelage Ein solch’ massiver und damit äußerst kostspieliger Schadensfall muss jedoch nicht eintreten, wenn man die Getriebelage stets im Auge behält. Hierfür sorgt ein neues Upgrade, dessen Herzstück aus zwei induktiven Näherungsschaltern besteht. Diese Sensoren sind über die Fehlermeldung der Anlagensteuerung mit der Fernüberwachung verbunden und überwachen permanent die Getriebelage. Weicht der Triebstrang von seiner ursprünglichen Position ab, wird unmittelbar eine Fehlermeldung an die Fernüberwachung übermittelt. Die Anlage wird dann über die Steuerung sofort automatisch gestoppt, um weitere größere Schäden am Getriebe zu verhindern. Ein erneuter Start kann nur vor Ort durchgeführt werden, nachdem die Getriebelage inspiziert wurde.

Erträgliche Investitionen Durch eine Vor-Ort-Inspektion lässt sich in der Folge klären, welche Schäden am Hauptlager vorliegen. Diese Schäden halten sich durch die schnelle Reaktionszeit zwischen Hauptlagerbruch und Anlagenstopp in vergleichsweise erträglichen Grenzen. In der Regel ist der Austausch des Hauptlagers unvermeidlich, was bereits eine hohe Investition bedeutet, jedoch in keiner Relation zu den Kosten steht, die durch einen kompletten Austausch des Getriebes entstehen würden. Damit die Lage erst gar nicht kritisch wird, ist dieses Upgrade ab sofort verfügbar. Darüber hinaus stehen weitere Upgrades für Vestas-Anlagen zur Verfügung, darunter eine neue Kohlebürstenhalterung für die Generatoren der 2 MW-Anlagen. Langwieriger Austausch mit Problemen Im Zuge von Wartungen wurde immer wieder festgestellt, dass der Austausch der Kohlebürsten an den Generatoren der 2 MW-Anlagen vom Typ V80 und V90 bedingt durch das bisherige Halterungskonzept erhebliche Zeit in Anspruch nimmt. Ein besonderes Problem: Bei der Demontage der Bürsten können Befestigungskomponenten in den Schleifringraum fallen, die vor dem Bürstenwechsel aufwendig gesucht und beseitigt werden müssen. Neue Halterung und verschleißärmere Bürsten Als Lösung entwickelte man ein neues Halterungskonzept, das den Austausch der Kohlebürsten erheblich beschleunigt und somit


Wandel

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Die Steuerungs-Box bietet die Möglichkeit, die Anlage mit dem Bedienpanel unmittelbar vom Maschinenhaus aus zu steuern.

Wartungskosten senkt. Auch Befestigungsteile können nun bei den Arbeiten nicht mehr in den Schleifringraum fallen. Darüber hinaus wirkt sich die neue Befestigung positiv auf die Standzeiten der Kohlebürsten aus. Aufgrund der bisherigen Befestigung mit nur einer Feder wurde die zulaufende Bürstenseite im laufenden Betrieb schneller abgerieben, als die ablaufende Seite. Das Ergebnis: Die Bürsten hatten lediglich eine Standzeit von circa einem Jahr. Mit der neuen Befestigungslösung und einer zusätzlichen Veränderung der Bürstenkonfiguration wird dieser ungleichmäßige Abrieb der Kohlebürsten nun vermieden. Feldversuche belegen im Vergleich zum bisherigen Verschleiß eine um ein Drittel höhere Standzeit, was einen Wechsel der Kohlebürsten erst nach rund 1,5 Jahren bedeutet.

Dank der Ableitung gehören die Salzablagerungen in den Transformatoren der Vergangenheit an und die Lebensdauer der Vestas-Anlagen wird wesentlich erhöht.

Vorher 60% %

75 %

40% 40 40% % 75% 75%

25 % 100% %

Nachher 60% %

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20% 20 20% 20% 20 20% % % 0% 00% 10 New floor New floo

100% 00% %

Verbessertes Belüftungskonzept für Transformatoren Eine weitere Verbesserung wurde am Belüftungsmanagement des Transformators der 2 MW-Anlagen von Vestas vorgenommen. Das Upgrade betrifft vor allem Anlagen an extremen Standorten, da deren Transformatoren aufgrund ungünstiger Luftzirkulation – und infolge erheblicher Verschmutzungen wie beispielweise Salzablagerungen – alle zwei Jahre ausgetauscht werden mussten. Eine erhebliche Investition. Mit speziellen Ableitungen wird nun die Luft zunächst durch das Maschinenhaus geführt und gelangt somit nicht mehr vollständig in den Transformatorraum. Über einen eigens angesteuerten Lüfter werden lediglich 20 % der Kühlluft in den Transformator geleitet, was zu seiner Kühlung völlig ausreicht. Durch das neue Klimapaket für die 2 MW-Anlagen von Vestas sollen Salzablagerungen in den Transformatoren zukünftig gänzlich vermieden werden und sich somit die Standzeiten maßgeblich erhöhen. Steuerungs-Box: alles in eigener Hand Neben dem neuen Halterungskonzept für Kohlebürsten und dem verbesserten Belüftungskonzept für Transformatoren ist nun für VestasAnlagen eine Steuerungs-Box erhältlich, die das Arbeiten im Maschinenhaus erleichtert. Wartungen oder andere Arbeiten im Maschinenhaus von Vestas-Anlagen erweisen sich für Betriebsführer immer wieder als Problem, vor allem, wenn die Anlage direkt von oben bedient werden soll, etwa um den Rotorlock vor Tätigkeiten in der Nabe zu aktivieren oder um Messungen bzw. Tests durchzuführen. In der Vergangenheit war hierfür eine Person notwendig, die vom Anlagenfuß aus die Steuerung der WEA bediente, damit Arbeiten im Maschinenhaus durchgeführt werden konnten. Mit der Steuerungs-Box gehört diese Prozedur der Vergangenheit an. Die Steuerungs-Box ist ein tragbares Bedienpanel, das über eine Optoschnittstelle im Maschinenhaus angeschlossen wird und von dort den unmittelbaren Zugriff auf den Controller der Anlage erlaubt. Betriebsführer haben jetzt somit die Möglichkeit, die Anlage mit dem Bedienpanel unmittelbar vom Maschinenhaus aus zu steuern.


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RĂźckblick

Fund : „Die Her srrun sn  mei ern.“ In Ausgabe 04-2009 widmete sich ON Service unter dem Titel „Ärger am FuĂ&#x; der Anlage“ dem Problem von Rissbildungen in WEA-Fundamenten und deren mĂśgliche Ursachen. Dieser Beitrag beschäftigt sich nun mit Verfahren, die die vielschichtigen Probleme beseitigen kĂśnnen.


Rückblick 1. und 2. Ein Edelstahlbowdenzug presst die Sockelkopfabdeckung an den Sockelkopfbeton. 3. Bei schadhaften Vergussfugen wird das alte Vergussmaterial mittels Höchstdruckstrahl entfernt.

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Seit mehr als 25 Jahren ist die Solido Bautenschutz GmbH mit Sitz in Steinfurt auf die Bausanierung spezialisiert und konzentriert sich u. a. auch auf die Sanierung von WEA-Fundamenten. „Die stürmische Entwicklung der Windenergieindustrie Ende der 90 er Jahre hat dazu geführt, dass Anlagen immer größer und leistungsstärker wurden. Die Erfahrungen, die man bis dahin mit dem Fundamentbau in der Windenergie hatte, konnten mit der rasanten Entwicklung nicht mithalten“, erklärt Gregor Gervink, Geschäftsführer der Solido Bautenschutz GmbH, das Dilemma. Für den häufigsten „Ärger am Fuß der Anlage“ sorgen Rissbildungen im Fundamentsockel, Veränderungen an Vergussfugen von Anlagen mit Ankerbolzenfundamenten und das Loslösen von einbetonierten Fundamenteinbauteilen. Risse im Fundamentsockel „Windenergieanlagen müssen enormen dynamischen Belastungen standhalten, daher sind der Betonsockel und auch der Fundamentkörper extrem stahlbewehrt. Diese Bewehrung nimmt die auftretenden Kräfte auf und gibt sie über das Fundament an das Erdreich weiter. Beton ist jedoch nur ein bedingt elastischer Baustoff, sodass es immer wieder zu Rissen im Fundamentsockel kommt, durch die Wasser in das Bauwerk eindringen kann und zu Korrosionsschäden an den Bewehrungsstählen führt“, erklärt Gregor Gervink einen Schadensfall, für den seine Firma ein Sanierungskonzept – bestehend aus einer Sockelkopfabdeckung und einer hochelastischen Beschichtung – entwickelte.

Spezielle Abdeckung, clevere Beschichtung Die Sockelkopfabdeckung besteht aus einer Kombination aus Verbundblechen, einer gewebeverstärkten Kunststoff bahn und Edelstahlelementen. Bevor jedoch diese Sockelkopfabdeckung montiert werden kann, muss das Fundament von Grund auf saniert werden. Hierzu Gregor Gervink: „In Zusammenarbeit mit der Firma Remmers Baustofftechnik haben wir hierfür ein spezielles Verfahren entwickelt. Für die Beschichtung nutzen wir extrem elastisches Polyurethan, das in sechs Schichten nacheinander auf die Oberfläche aufgebracht wird. Dieses Verfahren garantiert eine absolut gleichmäßige Beschichtung. Doch zunächst sind die Risse hierfür vorzubehandeln. Dies geschieht, in dem die Risse V-förmig geöffnet werden. Über diesen Schnitt wird dann ein Band, bestehend aus dem gleichen Werkstoff wie die Beschichtung, geklebt. Anschließend wird die Beschichtung sechslagig aufgebracht. Mit diesem System erreichen wir eine sehr geringe Überdehnung der Beschichtung (maximal 5 %), sodass es zu keinen weiteren Rissbildungen kommt.“ Der erste Fundamentsockel ist mittlerweile seit fünf Jahren saniert.

Zehn Jahre Garantie Nach Fertigstellung des Fundamentsockels wird die vorgefertigte Sockelkopfabdeckung segmentweise montiert und die gewebeverstärkten Kunststoff bahnen untereinander thermisch verschweißt. Damit der obere Anschluss der Abdeckung absolut dicht bleibt, presst man die Verbundblech-verstärkte Sockelkopfabdeckung mit einem Edelstahlring an den Turm. Hierbei dichtet ein UV-beständiger Zellkautschukstreifen den Spalt zwischen Turm und Sockelkopfabdeckung wasserdicht ab. Der untere Winkel wird über einem spannbaren Edelstahl-Bowdenzug an den Beton gepresst, wobei die kreisförmige Geometrie die Steifigkeit und Formstabilität der Konstruktion garantiert. „Der besondere Vorteil dieser Entwicklung ist, dass sie sich jederzeit für spätere Inspektionen des Fundaments demontieren und wieder montieren lässt“, betont Gregor Gervink und ergänzt: „Wir haben bereits über 40 Anlagen mit diesem patentrechtlich geschützten Verfahren mit Erfolg saniert. Die erste Anlage, die wir bereits 2005 sanierten, weist bis heute keinerlei neue Schäden auf. Aufgrund derart positiver Erfahrungen geben wir eine Garantie von bis zu zehn Jahren.“


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Rückblick

Schadhafte Vergussfugen Doch nicht nur Risse im Fundamentsockel bereiten Betreibern von Windenergieanlagen Sorgen, sondern auch Veränderungen an Vergussfugen bei WEA-Türmen, deren Turmfuß über eine Ankerbolzen-Konstruktion am Fundament befestigt ist. „Verarbeitungs- oder auch Materialfehler führen häufiger zu schadhaften Vergussfugen, die sich im Extremfall zu einem Standsicherheitsproblem entwickeln können. Schadhafte Vergussfugen führen aber in jedem Fall zu einem verstärkten Verschleiß an Turmflansch, Turmflanschschweißnaht, Ankerbolzen und Fundament“, beschreibt der Geschäftsführer von Solido Bautenschutz die Folgen beschädigter Vergussfugen, für die sein Unternehmen ebenfalls eine Lösung parat hat, ohne gleich die gesamte Anlage demontieren zu müssen. 1. Zunächst werden die Kernbohrungen eingemessen. 2. Dann wird die Anlage mit speziellen Hydraulikzylindern angehoben … 3. … und die Kernbohrungen eingebracht .

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Blasenbildung ist unbedingt zu vermeiden, um den Lastabtrag vom Flansch auf den Beton zu gewährleisten. „Ist die Vergussfuge beseitigt, besteht zudem die Möglichkeit, die Ankerbolzen auf Korrosion beziehungsweise Kerbung hin zu überprüfen. Während der Sanierung fertigen wir zudem Erhärtungsproben der neuen Vergussfuge an, die in der nächstgelegenen Baustoffprüfstelle überprüft werden, um den Zeitpunkt der Weiterverarbeitung der Bolzenvorspannung und die Wiederinbetriebnahme der WEA festlegen zu können“, so Gregor Gervink. Lose Fundamenteinbauteile Als ein weiteres häufiger auftretendes Schadensphänomen beschreibt der Geschäftsführer das Loslösen von einbetonierten Fundamenteinbauteilen: „Hohe dynamische Belastungen, aber mitunter auch Ausführungsmängel, führen dazu, dass sich der Beton, der das Einbauteil und den Flansch umgibt, im Laufe der Zeit freiarbeitet. Hierdurch entstehen Spalten zwischen Beton und Einbauteil, die sich durch von außen eindringendes Wasser vergrößern können. Das Ergebnis: Nasses Betonmehl wird aus der Anlage heraus, oder in andere Spaltenbereiche hinein transportiert beziehungsweise gepumpt.“ Hoher Aufwand, der sich lohnt Ein derartiges Problem lässt sich nur mit immens hohem Aufwand in den Griff bekommen, denn die Hohlräume sowie Spalten an und um die Fundamenteinbauteile müssen wieder verfüllt werden. Nur so ist die Standsicherheit der Anlage wieder herzustellen. Hierzu wird die Anlage zunächst mit speziellen Hubzylindern, die unter dem ersten Kopplungsflansch angesetzt werden, im Millimeterbereich angehoben. „Hierdurch kann die Anlage über die Hubzylinder austariert und vor allem lastenfrei gestellt werden. Dies ist für den späteren Verfüllungsvorgang der Hohlräume wichtig, um den Mörtel ohne eine windlastbedingte Verformung aushärten zu lassen“, so Gervink. Danach werden Kernbohrungen in das Fundament eingebracht und über diese Bohrungen die Hohlräume mit Wasser ausgespült. Es ist darauf zu achten, dass keinerlei Betonmehlrückstände in den Hohlräumen zurückbleiben, die ein Verteilen des Verpressmörtels verhindern. Anschließend werden die Hohlräume über die Kernbohrungen mit einer hochfesten Mörtelsuspension verpresst. Ist der Mörtel ausgehärtet, kann die Anlage über das Zurückfahren der Hubzylinder wieder freigegeben werden.

Sanierung in Segmenten Zunächst wird die gesamte Technik im Innenraum mit Folien vor Verschmutzungen geschützt. Die Ankerbolzen werden gelöst, dann wird mit einem Höchstdruckwasser- „Die unterschiedlichen Herausforderungen an WEA-Fundastrahl die alte Vergussfuge segmentweise entfernt. Um die menten lassen sich durchaus meistern, wenn erfahrene IngeStandsicherheit der Anlage zu gewährleisten, werden immer nieure und gute Handwerker zusammenarbeiten“, ist Gregor gegenüberliegende Segmente bearbeitet. Die frei gearbei- Gervink überzeugt. Und die langjährigen Erfahrungen mit teten Ankerbolzen werden entkoppelt und die Vergussfuge verschiedensten Sanierungskonzepten geben ihm scheinmit einem hochfesten Vergussmörtel wiederum hergestellt. bar recht. Immerhin hat die Solido Bautenschutz GmbH mit Hierzu wird der exakt waagerecht ausgerichtete Flansch von ihren rund 20 Mitarbeitern bereits mehr als 100 Anlagen innen und außen eingeschalt und der hochfeste Mörtel in erfolgreich zur Zufriedenheit der Anlagenbetreiber und die Einschalung unterhalb des Flansches gegossen. Eine zum Schutz der Investition wieder instand gesetzt.


Handumdrehen 11

Lerbgg Als unabhängiger Serviceanbieter schätzen wir natürlich auch unabhängige Meinungen. Zum Beispiel Ihre ganz persönliche zur ON SERVICE. Damit das Service-Magazin nicht nur kostenlos, sondern auch immer wieder informativ und interessant ist, möchten wir Sie bitten, heute an dieser kurzen Leserbefragung teilzunehmen. Sei es per Fax an 05971 8025-109 oder auch online unter www.onservice-online.de. Teilnahmeschluss ist der 15.11.2010.

Ihre Meinung ist

1. LIGA:

So gewinnen wir wichtige Erkenntnisse, mit denen wir die ON SERVICE verbessern können und Sie gewinnen, mit etwas Glück, 1 × 2 Freikarten für ein Bundesligaspiel Ihrer Wahl (Die Gewinnausgabe erfolgt in Form eines Gutscheines. Die Auswahl des Bundesligaspiels ist abhängig von der Verfügbarkeit des Anbieters Eventim). Der Weg zu Ihrer Traumelf führt über 11 kurze Fragen, von denen Sie die meisten ganz einfach mit dem Schulnotensystem von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) beantworten können. Und hier können Sie schon gleich die erste Note vergeben:

1. Wie gefallen Ihnen die Inhalte der ON SERVICE ? Bitte bewerten Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). 1

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Mitmachen und

Freikar ten gewinnen!

2. Wie gefällt Ihnen die optische Aufmachung der ON SERVICE? Bitte bewerten Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). 6

3. Wie intensiv lesen Sie ON SERVICE ? Vollständig

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4. Wird die ON SERVICE auch von anderen Personen außer Ihnen gelesen? Ja, noch von einer Person

Ausgewählte Artikel gründlich

Ja, von _______ Personen

Ich blättere das Magazin durch

Nein

Ich lese das Magazin so gut wie nie

5. Welche Rubriken bzw. Themenschwerpunkte finden Sie besonders interessant? (Mehrfachnennungen möglich) Aktuelles – Probleme, Strategien und Perspektiven zu WEA-Services

Beiträge – rund um Servicestrategie, Servicekonzepte, Qualitätssicherung und Zertifizierung

Technikthemen – z. B. WEA-Upgrades, technische Weiterentwicklungen und neue Komponenten für Anlagen

Praxisbeispiele – Erfahrungen von Betreibern und Betriebsführern mit unabhängigen WEA-Services

Reportagen – z. B. Begleitung eines Service-Teams im Außeneinsatz

Interviews zu aktuellen Themen aus dem WEA-Service-Bereich

6. Gibt es Themen, die Sie in der ON SERVICE vermissen? Nein

Ja, und zwar:

7.

Möchten Sie noch grundsätzlich etwas zur ON SERVICE sagen? (Wir freuen uns über Lob und Kritik gleichermaßen.)


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Handumdrehen 8. Wie häufig sollte aus Ihrer Sicht ON SERVICE erscheinen?

9. Wie beurteilen Sie die Länge der Beiträge in ON SERVICE ?

Aktuelle Frequenz von 3 Ausgaben/Jahr reicht aus

Beiträge sind zu lang

Sollte häufiger erscheinen

Beiträge sind zu kurz

Sollte seltener erscheinen

Beiträge sind genau passend

10. Wie beurteilen Sie den Umfang der ON SERVICE ? Es sollten mehr Beiträge pro Ausgabe gebracht werden

11. Geben Sie bitte ON SERVICE auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) eine Gesamtnote: 1

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Es sollten weniger Beiträge pro Ausgabe gebracht werden Der Umfang gefällt mir so, wie er ist.

Freiwillige Angaben zur Person

Anpfiff für das Gewinnspiel

Geschlecht:

Die Teilnahme am Gewinnspiel ist unabhängig vom Bezug der ON SERVICE und weiterer Unternehmensinformationen. Sollten Sie am Gewinnspiel teilnehmen wollen, sind folgende Angaben notwendig:

Männlich Weiblich Alter: Unter 30 Jahre 30 bis 45 Jahre

Name: Adresse:

46 bis 65 Jahre Über 65 Jahre Funktion (Mehrfachnennungen möglich): Investor Betreiber Betriebsführer Forschung und Entwicklung

E-Mail: Übrigens: Wenn Sie wissen möchten, wann und was sich durch die Leserbefragung in der ON SERVICE ändert, lesen Sie das Service-Magazin doch einfach regelmäßig. Das ist kostenlos und geht ganz einfach. (Bitte Entsprechendes ankreuzen):

Marketing

Ja, ich möchte die ON SERVICE ab sofort per E-Mail zugeschickt bekommen.

Verkauf/Vertrieb

Meine E-Mail:

Beratung/Dienstleistung Sonstige: Abpfiff für die Leserbefragung Sie haben soeben die letzten Angaben rund um die ON SERVICE gemacht. Herzlichen Dank dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Für uns heißt es jetzt: Anpfiff zur Auswertung aller Anmerkungen und Hinweise, die wir durch Sie hinzugewonnen haben.

Ja, ich freue mich auf die gedruckte Ausgabe der ON SERVICE in meinem Briefkasten. Bitte schicken Sie mir alle kommenden Ausgaben per Post: Name: Adresse:

Ja, ich möchte gerne weitere Informationen (z. B. Newsletter) und Angebote der Availon GmbH ab sofort per E-Mail zugeschickt bekommen. Meine E-Mail:

Hinweis zum Datenschutz: Sehr geehrter Leser! Wir nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst. Die Auswertung der Befragung findet daher ausschließlich in anonymisierter Form statt, ein Rückbezug auf die freiwillige Angabe Ihrer personenbezogenen Daten wird nicht vorgenommen. Wir erheben im Rahmen dieser Befragung und der Gewinn-Verlosung folgende Daten auf freiwilliger Basis von Ihnen: Name, private Anschrift und E-Mail-Adresse. Ihre E-Mail-Adresse erheben und verwenden wir gemäß Ihrer Einwilligung zur Übersendung der elektronischen Ausgabe der ON Service und / oder weiterer Informationen (z. B. Newsletter) und Angebote der Availon GmbH. Ihren hier erhobenen Namen und die private Anschrift benötigen wir zur Versendung und Belieferung mit den Gewinnen aus der Verlosung und / oder der jeweils aktuellen gedruckten Ausgabe der ON Service. Die Gewinnbenachrichtigung kann je nach Angabe per Post oder E-Mail erfolgen. Mit der Übermittlung willigen Sie in die Verarbeitung und Speicherung Ihrer genannten Daten zu den gerade ausgeführten Zwecken ein. Ihre uns überlassenen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben, sondern ausschließlich intern verwendet. Sie können selbstverständlich jederzeit von Ihrem Widerspruchsrecht nach § 28 Abs. 4 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und Ihrem Auskunftsrecht gemäß § 34 BDSG Gebrauch machen. Für Fragen und Anmerkungen hinsichtlich des Datenschutzes bei der Availon GmbH kontaktieren Sie bitte: ssb-service.dsb@wir-solutions.de.


Blick 13

Ne Impul r ernerbe Energi ? HUSUM WindEngy 2010.


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Blick „Die graue Stadt am Meer“, so nannte der wohl berühmteste Sohn der Stadt, Theodor Storm, seine Heimat Husum. Alles andere als „grau“ wird sich indes das nordfriesische Kleinod in Schleswig-Holstein vom 21. bis 25. September während der HUSUM WindEnergy 2010 präsentieren. Welche Trends sind auf der diesjährigen Leitmesse zu erwarten? Und welche Themen, insbesondere im Zusammenhang mit WEA-Servicedienstleistungen, werden im Mittelpunkt stehen?

riert, nicht bewältigen. In Husum ist das nicht anders, nur im Hinblick auf die Preise vergleichsweise günstiger.“ Zum Thema Infrastrukturverbesserungen liegt dem Geschäftsführer zudem der Bau des neuen Kongress- und Messezentrums am Herzen: „Wir haben hier gemeinsam mit der Stadt Husum und dem Land Schleswig-Holstein aktuell 16 Millionen Euro in dieses Zentrum investiert.“ Darüber hinaus wird es die Besucher und Aussteller freuen, dass die Leichtbaumessehallen nun mit Klimaanlagen ausgestattet sind.

Hanno Fecke, Geschäftsführer der Messe Husum.

„Wir haben in diesem Jahr mehr als 900 Aussteller und erwarten rund 30.000 Besucher“, freut sich Hanno Fecke, Geschäftsführer der Messe Husum, über das wachsende Interesse an der HUSUM WindEnergy. Die steigende Nachfrage wird zudem durch ein Flächenwachstum von rund 40 Prozent belegt. „Abgesehen von der gestiegenen Anzahl an Ausstellern, sind einige Unternehmen gewachsen und benötigen mehr Ausstellungsfläche. Trotz des Flächenwachstums können wir leider nicht alle Aussteller bedienen, sodass es nach wie vor eine Warteliste gibt“, so Hanno Fecke, der betont, dass man auf steigende Aussteller- und Besucherzahlen mit Verbesserungen insbesondere dort reagiert, wo sich Veränderungen leicht realisieren lassen. Bessere Infrastruktur und neues Kongresszentrum So wird es in diesem Jahr für über 10.000 Besucher einen Shuttle-Service geben, der an die Messe angebunden ist. Ein sogenannter „Late-Night-Lumpensammler“ wird zudem die Gäste der HUSUM WindEnergy bis 22.30 Uhr in ihre Quartiere zurückbringen. „Wenn Sie andere Leitmessen anderer Branchen vergleichen, ist dort die Situation im Grunde nicht anders. Entweder man hat ein Hotelzimmer zu einem horrenden Preis in der Nähe der Messe, oder aber man nimmt eine längere Fahrt für ein günstigeres Quartier in Kauf. Der Mangel an Hotelzimmern ist bei großen Messen immanent. Selbst Großstädte können die hohe Zahl an Menschen, die eine solche Veranstaltung gene-

Supply Chains im Fokus Neben den Bestrebungen, den Aufenthalt der Gäste so angenehm wie möglich zu gestalten – zudem die bekannt urige und familiäre Atmosphäre sicherlich beiträgt –, wartet die HUSUM WindEnergy mit vielen interessanten Themen und damit auch Fragestellungen auf. „Neben den klassischen Themen wie der On- und Offshore-Windenergie präsentieren wir den gesamten Servicebereich sowie die Zuliefererindustrie. In diesem Zusammenhang ist es doch erstaunlich, wie viele Hersteller im Bereich der erneuerbaren Energien heute noch alles selbst machen. Im Vergleich zu anderen Industriezweigen, z. B. der Automobilindustrie, ist das sehr ungewöhnlich. Kein Fahrzeughersteller beispielsweise fertigt die Reifen für seine Fahrzeuge selbst. Ein Thema der Messe wird daher die Optimierung der Lieferketten und damit die Ausgliederung einzelner Gewerke an spezialisierte Betriebe sein. Hier wird es sicherlich zunehmend zu einem Umdenken kommen.“ Massiver Wettbewerb aus Asien Des Weiteren sieht Hanno Fecke erstmals auch einen massiven Wettbewerb aus Asien auf der Messe. Die asiatischen Anbieter drängen massiv in den europäischen Markt, z. B. durch den Kauf von Unternehmen und damit den Zukauf von Technik und Know-how. Parallel zur wachsenden Anzahl an Ausstellern aus Asien werden erstmals während der HUSUM WindEnergy auch Patentanwälte ihre Runden machen und das Angebot der Aussteller genauer prüfen. „Und auch die Messe selbst wird sich massiver mit Verletzungen des Patentschutzes befassen müssen“, so Hanno Fecke. Herausforderungen der Offshore-Windenergie Nach Expertenmeinungen wird sich das Wachstum in der Offshore-Windenergie ähnlich entwickeln wie bei den Onshore-Anlagen in den letzten 15 Jahren. Allerdings steht


Blick 15

die Offshore-Windindustrie vor gewaltigen Herausforderungen und das nach Einschätzung von Hanno Fecke auch im Servicebereich: „Zentrale Fragen werden sich hier um die Organisation und Durchführung von Serviceleistungen im Offshore-Bereich drehen. Wird man Konzepte, ähnlich wie auf Offshore-Ölplatt formen, beispielsweise mit zweiwöchigen Schichtdiensten, ver folgen? Oder gibt es gar Strategien, die mit den Services im OnshoreMarkt vergleichbar sind, was ich eigentlich nicht glaube? Aus meiner Sicht wird es aufgrund der sehr unterschiedlichen Anforderungen eine klare Trennung zwischen Onshore- und OffshoreDienstleistungen geben.“ Qualifizierungen im Onshore-Segment Im Onshore-Segment sieht der Geschäftsführer der Messe Husum nach wie vor die Qualifizierung der Dienstleister bzw. ihrer Mitarbeiter als zentrales Thema: „Die Branche hat sich in den letzten Jahren so rasant entwickelt, dass die Servicetechnik kaum Schritt halten konnte. Zudem sind wir im Onshore-Service mit einigen Techniken an einen Punkt angelangt, an dem man sich fragen muss, wie man die Mitarbeiter weiter qualifizieren kann. Das ist durchaus auch eine Altersfrage, denn die mitunter anstrengenden Tätigkeiten lassen sich nun mal nur bis zu einer gewissen Grenze ausüben. Wie kann man also gut ausgebildete Techniker für die Branche weiter qualifizieren und dieses hohe Erfahrungspotenzial weiter nutzen?“, so Hanno Fecke, der vor diesem Hintergrund auf die Jobmesse windcareer am 25. September hinweist, bei der sich alles um Jobs in der Windenergieindustrie drehen wird.

Systemdienstleistungsbonus und Lastmanagement Viele Fragen im Onshore-Segment erwarten unabhängige Serviceanbieter zudem zum Thema Systemdienstleistungsbonus und zum vom EEG geforderten Lastmanagement von WEA bis zum 31. Dezember 2010. Betreiber von WEA müssen ab Januar 2011 EVU die Möglichkeit verschaffen, jederzeit die Ist-Einspeisung der Anlagen zu kontrollieren und bedarfsweise die Einspeiseleistung zu reduzieren (ON SERVICE berichtete hierüber ausführliche in Ausgabe 04-2010). Betreiber und Betriebsführer sind daher gut beraten, nicht allein den Lippenbekenntnissen der EVU zu vertrauen, sondern auch selbst aktiv zu werden. Letztlich ist kein Energieversorger ab Anfang 2011 dazu verpflichtet, den Strom von Anlagen ohne Lastmanagement abzunehmen. Die HUSUM WindEnergy bietet in diesem Zusammenhang eine hervorragende Gelegenheit, sich über die Erfordernisse und Lösungen zu diesem Thema zu informieren, denn die Anforderungen gemäß § 6 EEG sind durchaus erfüllbar. Angesicht dieser Themenvielfalt und den vielschichtigen Fragestellungen kann die HUSUM WindEnergy mit Spannung erwartet werden. Insbesondere auch deshalb, weil Hanno Fecke die HUSUM WindEnergy in einer führenden Position in der internationalen Windindustrie für Technologie und Innovation sieht. „Die Veranstaltung wird immer auch dazu genutzt, Sauerstoff zu tanken und neue Impulse zu setzen. Das macht diesen Messestandort so besonders.“


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Thema

Mehr Power mit Partnern. Schnelligkeit, Innovationsstärke und Zuverlässigkeit, das sind die „Tugenden“, die sich ein unabhängiger WEA-Serviceanbieter zu eigen machen sollte. Doch ohne kompetente Partner geht es nicht.

Zweifelsohne sind unabhängige Servicedienstleister Knowhow-Träger. Langjährige Erfahrungen, regelmäßige Fehleranalysen, Rückmeldungen von Wartungs- und Serviceteams aus dem Feld und nicht zuletzt der Dialog mit den Kunden führen zu dem Wissen und damit Datenbestand, der immens wertvoll ist, um auf Anlagenfehler und Probleme schnell reagieren zu können. Die Leistungsfähigkeit eines Serviceanbieters zeigt sich darüber hinaus in der Entwicklung nachhaltiger Anlagenverbesserungen zur Steigerung der WEA-Verfügbarkeit und damit des Ertrags. Hohe Kundenorientierung Unbestritten ist aber auch, dass unabhängige Serviceanbieter keine Hersteller sind, sondern sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren müssen. Sie sind daher auch auf das Know-how und die Zuverlässigkeit von Partnerunternehmen angewiesen. Die Wahl der richtigen Partner spielt somit wiederum eine entscheidende Rolle, wie gut ein Serviceanbieter im Sinne einer hohen Kundenorientierung ist. Schnelle Reaktion Unabhängige Serviceanbieter müssen daher bei der Auswahl ihrer Partner zunächst sicherstellen, ob diese über entsprechende Qualitätszertifikate zur Herstellung von Komponenten und Produkten verfügen. Darüber hinaus ist im Sinne einer hohen Ersatzteilverfügbarkeit zu prüfen, ob ein Partnerunternehmen in der Lage ist, Lagerkapazitäten vorzuhalten, damit Anlagenfehler schnell behoben werden können. In diesem Zusammenhang muss der Partner auf die Kompetenz seines Auftraggebers – des Serviceanbieters – vertrauen, denn nur er kann beurteilen, wie viele Ersatzteile oder wie viele Komponenten vorzuhalten sind, damit schnell auf einen möglichen Bedarf reagiert werden kann. Know-how-Transfer Besonders deutlich wird eine gute Kooperation zwischen unabhängigen Serviceanbietern und ihren Partnern bei der Entwicklung von Anlagen-Upgrades. In der Regel kommt der Anstoß für solche Entwicklungen vom Serviceanbieter bzw. von einem hoch qualifizierten Team aus Ingenieuren, das sich ausschließlich auf dieses Thema konzentriert. Der Partner selbst trägt aber durchaus einen erheblichen Teil an der

Entwicklung bei, in dem er hierzu sein ganz spezifisches Knowhow mit einbringt. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Entwicklung eines neuen Halterungskonzeptes für die Kohlebürsten eines Generators. Bei Wartungen wird immer wieder festgestellt, dass die Auswechselung der Kohlebürsten aufgrund der bisherigen Halterung langwierig und problematisch ist. Im Zuge der Entwicklung wird aber nicht nur die Halterung verbessert, sondern auch die Konfiguration der Kohlebürsten selbst, sodass sich deren Standzeiten maßgeblich erhöhen. Eine derartige Verbesserung kann ein unabhängiger Serviceanbieter nur dann realisieren, wenn ein Partner dazu bereit ist, in enger Kooperation eine Lösung zu finden (Lesen Sie hierzu auch den Beitrag auf Seite 6). Risiken richtig einschätzen Eine gute Beziehung zwischen einem unabhängigen Serviceunternehmen und seinen Lieferanten sowie Zulieferern ist im Sinne einer echten Win-Win-Situation für beide Partner ergiebig, insbesondere wenn sie auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgerichtet ist. Hierfür ist eine entsprechende Risikoanalyse seitens des Serviceanbieters jedoch unumgänglich. So sind u. a. Fragen zu beantworten wie zum Beispiel: Steht der Partner aufgrund seiner Größe bzw. seiner wirtschaftlichen Situation auch in mehreren Jahren noch als Lieferant oder Zulieferer zur Verfügung? Welches Know-how kann das externe Unternehmen in die Partnerschaft einbringen? Wie flexibel kann der Partner mit seiner Fertigung respektive seinem Know-how auf sich verändernde Bedingungen reagieren? Welche personellen Ressourcen, aber auch Lagerkapazitäten, kann er zur Verfügung stellen? Wie gut funktioniert die Kommunikation mit dem Partner? Und, und, und … Sorgfältige Auswahl Derartige Fragen verdeutlichen: Eine hervorragende Kooperation zwischen einem unabhängigen Serviceanbieter und externen Unternehmen wächst zumeist über Jahre und entsteht daher nicht von heute auf morgen. Aufgrund der Wirtschaftskrise drängen in den letzten Jahren jedoch immer mehr Unternehmen in den Windenergiemarkt, die sich auch unabhängigen Serviceunternehmen als Partner anbieten. Das ist durchaus verständlich, wenn man bedenkt, dass die Windenergie nach wie vor eine Wachstumsbranche mit enormem Potenzial ist. Ob die „neuen Mitspieler“ allerdings in der Lage sind, gemeinsam mit unabhängigen Serviceanbietern eine schlagkräftige Mannschaft zu bilden, kann nur durch intensive Gespräche geklärt werden. Verantwortungsbewusste unabhängige Serviceanbieter handeln vor allem im Sinne ihrer Kunden und sollten daher jede Offerte sorgfältig prüfen.


Geschehen 17

„Das kn  t in!“


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Geschehen

Aufgrund der ersten unerfreulichen Erfahrungen mit dem OEM hat sich Franz Perick das erforderliche Wissen selbst angeeignet, um die Leistungen des Anlagenherstellers besser überprüfen und beurteilen zu können.

„Da kann irgendetwas nicht stimmen.“ Die Kritik von Franz Perick, Eigner von zwei Windenergieanlagen und Betreiber von insgesamt drei WEA, richtet sich an die Adresse seines Anlagenherstellers. Franz Perick, aus Coesfeld-Lette im Münsterland, hat schlechte Erfahrungen mit den Serviceleistungen des OEM gemacht – und er scheint kein Einzelfall zu sein.

Ich bin Landwirt und musste in Sachen Service nach der Errichtung der Anlagen im Jahr 2003 voll und ganz dem Anlagenhersteller vertrauen. Eigentlich war ich mir sicher, mit dem Servicevertrag, einen sorgenlosen Service zu erhalten“, so Franz Perick, der für seine Anlagen eine zweijährige Gewährleistung in Anspruch nahm. Der Vertrag mit dem Hersteller sah eine halbjährliche und jährliche Wartung sowie eine Fernüberwachung der Anlagen vor. Darüber hinaus deckte die Vereinbarung mit dem OEM vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen wie Ölwechsel, Blattwartung, den Wechsel der Akkutröge und kleinere Verschleißteile ab. Erwartungen nicht erfüllt Einen Rundum-Service hatte sich Franz Perick allerdings anders vorgestellt: „Hat man hier uneingeschränktes Vertrauen, merkt man lange Zeit nicht, dass bestimmte Arbeiten nicht so ausgeführt werden, wie man sich das

ursprünglich vorgestellt hat. So stellte ich erst im Laufe der Zeit fest, dass sich die sogenannte Blattwartung lediglich auf eine Sichtprüfung beschränkte. Der Eigner der dritten Anlage und auch ich haben uns dann dazu entschlossen, eine unabhängige Firma mit der Blattwartung und -instandsetzung zu betrauen.“ Böse Überraschungen Aufgrund der ersten unerfreulichen Erfahrungen mit dem OEM hat sich Franz Perick das erforderliche Wissen selbst angeeignet, um die Leistungen des Anlagenherstellers besser überprüfen und beurteilen zu können: „Vor allem beim Austausch von Komponenten kann man als Eigner böse Überraschungen erleben, denn sie sind innerhalb der Gewährleistung natürlich verpflichtet, die Komponenten des Herstellers zu nehmen. Wenn man aber dann die Kosten solcher Komponenten mit denen vergleicht, die auf dem freien Markt verfügbar sind, ergeben sich doch beträchtliche Preisunterschiede.

Der Unwissende bezahlt hier aus meiner Sicht ordentlich drauf.“ Schlechte Erreichbarkeit und Reaktionszeiten Auch die Erreichbarkeit des Serviceanbieters ließ aus Sicht von Franz Perick sehr zu wünschen übrig: „Hat man Fragen oder Probleme, muss man sehr viel Geduld aufbringen, bis man endlich den Verantwortlichen am Telefon hat. Das kostet viel Zeit und Nerven. In diesem Zusammenhang waren oft die Reaktionszeiten der Fernüberwachung für mich nicht sonderlich überzeugend. Die Anlagen befinden sich in unmittelbarer Nähe zu meinem Hof, und manchmal bemerkte ich schon lange vor der Fernüberwachung, dass eine Anlage stand. Das kann es doch wirklich nicht sein!“ Die Enttäuschung und der Ärger sind dem Landwirt deutlich anzumerken, zumal Franz Perick in Gesprächen mit anderen Anlagenbetreibern ähnliche Klagen hört.


Geschehen 19

Nach dem Wechsel zu einem unabhängigen Serviceanbieter muss sich Franz Perick um nahezu nichts mehr kümmern. Er kann sich nun wieder voll und ganz seinem Tagesgeschäft widmen.

Fehlende Weitsicht Einige große Anlagenhersteller hatten in der Vergangenheit erhebliche Probleme mit ihren WEA-Services, was auch durch diverse Umfragen unabhängiger Verbände bestätigt wird. Mittlerweile reagieren OEMs auf den zunehmenden Druck, respektive die Unzufriedenheit von Kundenseite, und sind bestrebt, ihre Serviceleistungen zu verbessern. Die Frage, wie gut dieser Service letztlich ist und zu welchen Konditionen man ihn erhält, lässt sich allerdings nicht beantworten. Einzelbetreiber von Anlagen, wie Franz Perick, haben aber das Gefühl, hier zunehmend auf der Strecke zu bleiben – und das hat nicht nur wirtschaftliche Gründe. Gewachsene Organisationen Anders als bei WEA-Herstellern besteht das Geschäft von unabhängigen Serviceanbietern ausschließlich aus WEA-Dienstleistungen. Die Organisationen und damit Strukturen solcher Anbieter konnten im Laufe der Jahre mit der Nachfrage im Markt wachsen. So ließen sich Strategien entwickeln, die ihr Hauptaugenmerk auf den spezifischen Bedarf der Kunden richten. Nimmt man z. B. WEA-Optimierungen, so sind unabhängige Servicedienstleister im Gegensatz zu WEA-Herstellern in der komfortablen Situation, festzustellen, welche

Komponenten oder Anlagenteile an einer WEA Probleme bereiten, und können analog hierzu entsprechende Verbesserungen bzw. Neuentwicklungen anbieten. Größere Kundennähe Beim Thema Erreichbarkeit haben unabhängige Serviceanbieter wiederum den Vorteil, dass sie sich zunächst von kleinen Betrieben zu größeren, flexiblen Unternehmen entwickelten, deren Kommunikationsstrukturen mit einer zunehmenden Nachfrage nach Dienstleistungen wuchsen. Bei Fragen und Problemen gibt es daher vielfach in solchen Organisationen auch heute noch für die Kunden einen Ansprechpartner, der über Entscheidungskompetenz verfügt.

betreuen können und somit ausreichend Zeit und ein offenes Ohr für jeden Kunden haben – und deren Ansprüche wachsen mitunter zusehends. Unabhängige Serviceanbieter müssen aus diesem Grunde nicht nur über gute Organisationsstrukturen verfügen und ein hohes Maß an Kundennähe beibehalten, sie sind darüber hinaus in der Pflicht, ihre Leistungsfähigkeit permanent zu verbessern und diese durch zertifizierte Qualitätsmaßnahmen zu belegen.

Spürbare Unterschiede Verpflichtungen, deren positive Entwicklungen auch Franz Perick bemerkt, der nach Ablauf der Gewährleistung mit seinen Anlagen zu einem unabhängigen Serviceanbieter gewechselt ist: „Das ist ein gewaltiger Unterschied. Ich muss Unbestritten ist jedoch, selbst unabhängige mich nun um nahezu nichts mehr kümmern, Serviceanbieter haben in den vergangenen denn alle Arbeiten werden vertragsgemäß Jahren ein rasantes Wachstum erlebt. Fehlende ausgeführt und genauesten dokumentiert. Kundennähe kann man sich deshalb dennoch Außerdem gibt es nach jedem Einsatz ein nicht erlauben, denn diese wäre gleichbedeu- kurzes Gespräch mit meinem Serviceleitend mit einer höheren Unzufriedenheit von ter. Die Kommunikation klappt hier tadellos. Ich bin nun sehr zufrieden, denn die Anlagen Anlageneignern und Betreibern. Aus diesem Grunde sind unabhängige Servi- erreichen eine hohe Verfügbarkeit und erzieceanbieter z. B. dazu übergegangen, die unter len ihren Ertrag.“ Vertrag befindlichen Anlagen in Regionen aufzuteilen, sodass die Serviceleiter trotz Wachstum weiterhin eine überschaubare Anzahl an WEA


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Interview

Der Wind bläst oder er bläst nicht. Wenn das so einfach wäre, hätten es Betreiber und Betriebsführer von Anlagen oder Windparks wohl leichter. Wie verlässlich lässt sich Wind vorhersagen? Welche Wetterlage führte zu den vergleichsweise windschwachen Wintern? Diese und weitere Fragen stellte ON Service dem Meteorologen Alexander Lehmann, Moderator der ARD-Wettersendung und Gründer sowie Leiter des Energieservice bei der Meteomedia.

Wie entsteht Wind bzw. was ist, aus meteorologischer Sicht, unter diesem Phänomen zu verstehen? Alexander Lehmann: Wind ist im Grunde nichts anderes, als der Ausgleich zwischen unterschiedlichen Druckgebilden. Wenn Sie beispielsweise eine Badewanne durch eine Trennwand in zwei Hälften teilen und diese beiden Hälften mit unterschiedlichen Mengen an Wasser füllen, wird das Wasser beim Herausnehmen der Trennwand vom hohen zum niedrigeren Druck fließen, also in den Bereich, in dem sich weniger Wasser befindet. Wie Wasser hat auch Luft ein bestimmtes Gewicht und einen spezifischen Druck, daher misst man für Prognosen den Luftdruck. Die Luft bewegt sich demnach von einem Hockdruckgebiet zu einem Tiefdruckgebiet. Hinzu kommt noch, dass die Erdrotation hierbei eine entscheidende Rolle spielt, da sie die Luft ablenkt, sodass wir auch Luftbewegungen um die Hoch- und Tiefdruckgebiete selbst haben – bei Tiefs gegen den Uhrzeigersinn und bei Hochs im Uhrzeigersinn.

Das Di a


Interview 21

mit  m Wind. Wind bzw. die Windstärke ist nicht nur für die Energieerzeugung über Windenergieanlagen relevant, sondern auch wichtig bei der Planung von Serviceeinsätzen, z. B. bei Arbeiten in luftiger Höhe. Lässt sich daher Wind verlässlich vorhersagen?

Grundsätzlich lässt sich beim Wetter alles vorhersagen, was auch in irgendeiner Form messbar ist. So ist auch der Wind ein Parameter, der an Wetterstationen erfasst wird. Wind lässt sich nicht so gut vorhersagen wie beispielweise Temperaturen. Dennoch ist hier eine Prognose über einen Zeitraum von zwei bis vier Tagen sehr gut möglich, sodass sich Trends in der Regel sehr gut abschätzen lassen. Was Serviceeinsätze an Windenergieanlagen anbetrifft, werden diese, wenn irgend möglich, auf windschwache Zeiten gelegt, um Ertragsausfälle zu verhindern. Auf der anderen Seite dient eine Wettervorhersage unter anderem auch der Gefahrenprävention, und in diesem Zusammenhang sind, abgesehen von Starkwinden, auch andere gefährliche Wetterszenarien, zum Beispiel ein zu erwartendes Gewitter, relevant. Wie gut lassen sich Vorhersagen räumlich, also auf bestimmte Gebiete, eingrenzen? Je komplexer ein Terrain, desto schwieriger die Windvorhersage. Letztlich ist entscheidend, ob eine Messstation in einem bestimmten Gebiet zur Verfügung steht, mit der man über längere Zeiträume verwertbare Daten über das Verhalten des Windes an diesem Ort sammeln kann. Dann sind auch verlässliche Vorhersagen möglich. Andernfalls bewegt man sich im Bereich von Vermutungen. Sicherlich lassen sich auch mit hoch aufgelösten Rechenmodellen Aussagen zum Windverhalten machen, ob diese Modelle aber schlussendlich recht behalten, ist nur durch Messungen vor Ort validierbar. Daher sind, insbesondere an Standorten mit schwieriger Topografie, Wetterstationen unerlässlich, damit man Prognosen zum Wind treffen kann.

Alexander Lehmann: Jahrgang 1969, ist seit mehr als 10 Jahren Mitarbeiter des privaten Wetterdienstes Meteomedia. Vor rund fünf Jahren baute er dort den Bereich Energieservices auf, den er seither leitet. Die Abteilung betreut heute mehr als 400 Kunden in der Energiebranche. Alexander Lehmann

Richten Sie Ihre Planung für neue Wetterstationen auch nach solchen Faktoren aus?

moderiert unter anderem die TVWettersendungen in der ARD.

Das wäre die Idealsituation. Allerdings ist für die Errichtung einer Wetterstation eine gewisse Infrastruktur notwendig. Zunächst muss überhaupt eine Fläche für eine Station zur Verfügung stehen, und vielleicht hat auch jemand ein besonderes Interesse daran, eine Wetterstation auf seinem Grund und Boden zu errichten. Wenn sie keine autarke Station errichten, müssen außerdem ein Stromanschluss und ein Funknetz zur Übertragung der Messdaten zur Verfügung stehen. Meteomedia hat in Deutschland mehr als 500 Messstationen und europaweit insgesamt rund 810. Ist das nicht, schon rein flächenmäßig, ein Missverhältnis?


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Interview

Grundsätzlich wollen wir unser Messnetz weiter ausbauen. Zudem stehen uns nicht allein die Daten der rund 810 europaweiten Messstationen zur Verfügung, sondern wir greifen auch auf die Messdaten anderer Wetterdienste zu. Auf einen Teil dieser Daten haben wir freien Zugriff, der Großteil ist jedoch kostenpflichtig. Ein Wetterdienst möchte natürlich auf so viele Messpunkte wie irgend möglich zugreifen. Aufgrund unserer Unternehmenshistorie konzentrieren sich unsere Messstationen bislang auf Deutschland, die Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg. Der Ausbau unseres eigenen Messnetzes schreitet aber kontinuierlich voran. Das ist allerdings auch kostenintensiv; daher ist die Meteomedia als rein privatwirtschaftliches Unternehmen auch auf Partner beziehungsweise Investoren angewiesen. Welche Services respektive Dienste stellen Sie für Wind- bzw. Wetterprognosen z. B. für Windparkbetreiber zur Verfügung? Wir haben hier ein sehr breites Angebot, zum Beispiel einen kostenpflichtigen Telefondienst, über den man zu bestimmten Zeiten spezifische Informationen zum Wetter erhält. Bei größeren On- und Offshore-Windparks wird das Thema Wetter aber bereits komplexer. Daher bieten wir hier spezielle Dienste an, bei denen von uns z. B. Wettertexte und/oder tabellarisch aufbereitete Wetterdaten über einen FTP-Zugang oder per E-Mail in Form von Zeitreihen versendet werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, solche Daten visualisiert über ein eigenes Webportal abzurufen. In der Premium-Variante besteht der Service darin, unseren Kunden einen Meteorologen bereitzustellen, der rund um die Uhr auf ein entsprechendes Gebiet schaut und proaktiv warnt, wenn mit einer besonderen Wettersituation zu rechnen ist. Wir bieten also für nahezu alle Budgets eine passende Lösung. Letztlich hängt Mit Spitzengeschwindigkeit von über 200 km/h fegte das Orkantief Kyrill am 19. Januar 2007 über Deutschland hinweg und hinterließ vor allem in den dicht bewaldeten Regionen des Landes eine Spur der Verwüstung.

Wetterstation der Meteomedia in Kißlegg, einem Luftkurort im Westallgäu.

eine solche Lösung immer davon ab, wie wichtig die Wetterdaten für denjenigen sind, der sie abrufen möchte, und wie viel er bereit ist, für solche Informationen zu investieren. In den letzten beiden Jahren verzeichnete die Windenergieindustrie nicht die erwarteten Erträge, da beide Jahre im Mittel sehr windschwach waren. Gibt es hierfür aus Ihrer Sicht konkrete Gründe? Es gibt in der Atmosphäre bestimmte Konstellationen, die dafür verantwortlich sind, dass bei uns ganz spezifische Wetterlagen eintreten. Besonders bemerkbar machten sich diese im langjährigen Vergleich eher anders gelagerten Konstellationen, die auch weniger windrei-

che Phasen hatten als in den beiden letzten sehr kalten Wintern. Normalerweise kommt der Wind in Europa aus westlicher Richtung und treibt die milde Atlantikluft bis nach Westeuropa. Daher haben wir im langjährigen Mittel hier eher milde Winter zu erwarten. Verantwortlich hierfür ist die NAO, die Nordatlantische Oszillation, unter der man die Schwankung der Druckverhältnisse zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch versteht. Der NAO-Index basiert auf der Differenz der Luftdruck-Anomalien zwischen den Azoren und Island und ist ein Maß für die Stärke der Westwinddrift auf dem Nordatlantik, die das Klima in Europa, insbesondere im Winter, bestimmt. In den vergangenen beiden Jahren, besonders in den Wintern, waren sowohl das Islandtief als auch das Azorenhoch und damit die Druckunterschiede nicht so kräftig ausgeprägt, wie sonst üblich. Sind im Winter das Tiefdruckgebiet über Island und das Azorenhoch jedoch stark ausgeprägt, ziehen vom Westen her oftmals Tiefs mit milder und feuchter Luft über Deutschland hinweg und bringen bei entsprechender Ausprägung auch „genügend“ Wind. Das war in den letzten beiden Jahren nicht bzw. seltener der Fall. Lassen sich für die nächsten Jahre bezüglich der Windenergieausbeute dann überhaupt Prognosen erstellen? Ich bin kein Experte in Sachen Windgutachten. Allerdings basieren Ertragsabschätzungen für die Zukunft in aller Regel auf historischen Daten bzw. Gegebenheiten. Es handelt sich dabei also um eine Art Interpolation dessen, was in der Vergangenheit gewesen ist. Man nutzt Vergangenheitsdaten, um Aussagen für die Zukunft zu entwickeln. Hier steckt meines Erachtens der Teufel im Detail, denn dies würde voraussetzen, dass das Häufungsverhältnis von windstarken zu windschwachen Ereignissen gleich bleiben wird. Diese These allerdings ist mehr als gewagt. Als Meteorologe sind Sie ein Fachmann in Sachen Wetter. Ist die Windenergie eine zuverlässige Energiequelle? Windenergie ist zweifelsohne eine verlässliche Energiequelle und hat damit eine Zukunft. Es bleibt aber immer auch die Frage, wo hierfür die geeigneten Standorte sind und auf welcher Datenbasis man die Annahme tätigt, dass sich an solchen Standorten der Ertrag langfristig rechnet. Herr Lehmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.


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