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Ökumene“ haben ihre Aktualität leider nicht verloren und zeigen konkrete Schritte auf. Auf Zustimmung bis ins ÖKT-Präsidium hinein stieß die gemeinsame Erklärung der Reformgruppen zum 2. ÖKT »Ökumene, die wir schon leben«, zu der Prof. Küng schrieb: „Es ist hocherfreulich, dass Ihre Reformbewegungen

gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten. Ich bin voll und ganz einverstanden.“ In Zukunft sollten Kirchentage, ob ökumenisch oder konfessionell vor allem aber keine Bischofstage, sondern wieder wirkliche von den Laienorganisationen gestaltete und verantwortete Kirchenvolkstage sein, bei

denen auch die Reformkräfte von Anfang an einbezogen werden. Dass die Vorbereitungsgremien des Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden bereits von sich aus an die Einbindung von Reformgruppen wie Wir sind Kirche gedacht haben, könnte ein Zeichen des Umdenkens und der Hoffnung sein.

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Kein „Zentrum Gemeinde“ in Dresden

Service

Kirchentag 2011 mit neuem Thementableau von Stefan Bölts Bei Sichtung der Vorstellung des Programm- und Thementableaus haben wir feststellen müssen, dass es auf dem kommenden Kirchentag in Dresden kein eigenständiges »Zentrum Gemeinde« mehr geben wird. Dies haben wir aus unserer Sicht als einen großen Verlust bedauert, da wir es für wenig sinnvoll ansahen, das »Zentrum Gemeinde« innerhalb einer »Halle der Theologie« aufgehen zu lassen. Zum einen wird es sehr schwer sein der bisherigen Zielgruppe zu vermitteln, dass sich ihre Themen nun unter einem so allgemein formulierten Thema wieder finden lassen sollen. Zum anderen haben wir es als ein falsches Signal von Seiten des Kirchentags aufgefasst, dass das einzige Veranstaltungsformat, in dem sich bisher auch Gemeindeprojekte und Basisinitiativen zu ihren aktuellen Fragen wieder finden konnten, gestrichen wird. Diese gemeinsame Plattform hatte sich seit 2005 auf den Evangelischen Kirchentagen entwickelt (zunächst unter dem Titel »Werkstatt Gemeinde«) und etabliert. Sie hatte vor allem auch darin ihre große Bedeutung, dass sich die Beteiligten partnerschaftlich mit ihren je unterschiedlichen Arbeitsstrukturen und Frömmigkeitsformen (AMD, landeskirchliche Gemeindeberater, freie InKircheBewegen - Ausgabe 2 / 2010

itiativen) beim Kirchentag quasi auf „neutralem Boden“ zusammen gefunden haben und gemeinsam ein Programmzentrum realisieren konnten. Dieses gemeinsam getragene und verantwortete Zentrum bot die große Chance, Programmangebote rund um die Themen Gemeindeentwicklung, Glaubenskurse und Strukturreformen konzeptionell zu bündeln und damit gezielt Menschen anzusprechen, die in diesen Themenfeldern engagiert sind. Zahlreiche Rückmeldungen haben uns immer wieder gezeigt, wie wichtig dieser Zielgruppe ein solches – in dieser Form einmaliges – Forum zum (bundesweiten) Austausch ist. Und nicht zuletzt haben auch die hohen Besucherzahlen das Zentrum Gemeinde zu einem Vorzeigeprojekt gemacht. Aufgrund dieser Erfahrungen halten wir es für unverzichtbar, dass wieder ein klar auf die Gemeindearbeit ausgerichtetes Gesamtkonzept erstellt wird, das die erprobte Abstimmung der Themen innerhalb eines solchen Zentrums weiterhin ermöglicht. Eine solche Abstimmung ist sowohl aus inhaltlichen als auch aus tagungsdidaktischen Gründen äußerst hilfreich und wünschenswert. Es muss weiterhin die Möglichkeit bestehen, Podienreihen mit Diskussions-

runden, Projektvorstellungen, Ausstellungen und Vorstellungen

Informationen und Archiv Materialpool und Kirchentagsprojekte im Rückblick: www.werkstattgemeinde.de www.zentrumgemeinde.de http://oekt.kirchenreform.de der beteiligten Partner sowie mit Workshopangeboten zur Vertiefung der mehrtägigen Plenumsveranstaltungen zu flankieren. Die gemeinsame Erstellung einer solchen mehrtägigen Tagungsdidaktik hat in der bisherigen Verfahrensweise die Chance eröffnet, Programminitiativen und Anregungen miteinander abzustimmen und ein partnerschaftlich erstelltes Programm „aus einem Guss“ anzubieten. Die „Halle der Theologie“ soll neue Wege ermöglichen, die Gemeindethemen aufzugreifen. Und neue Wege haben sicherlich ihre Chance verdient. Leider sind die bisherigen Initiatoren und Träger dieser erfolgreichen Zusammenarbeit bei der Konzeption des neuen Weges weder beteiligt noch informiert worden. Dies bedeutet einen Verlust an Fachkompetenz und enttäuscht viele, die sich in den Gemeindethemen zukunftweisend engagieren, schon im Vorfeld.

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Mit einem Brief an die Mitglieder des Kirchentagspräsidiums haben wir um einen konstruktiven Dialog gebeten. Schließlich nahm Kirchentagspastor Joachim Lenz im Auftrag des Präsidiums Kontakt mit den Netzwerksprechern auf und hat versichert, dass den Gemeindethemen in der neuen Konstellation sogar noch mehr „Raum und Platz“ zugestanden werden soll, „als es bisher auf Kirchentagen

jemals der Fall war.“ Wir sind gespannt, wie sich die Programmgestaltung weiter entwickelt. Sofern sich die Gemeindethemen tatsächlich dort wiederfinden lassen, werden wir selbstverständlich unsere Kommunikationswege dazu nutzen, tatkräftig diese Angebote zu bewerben. In diesem Sinne sei schon einmal darauf hingewiesen: Wer die „Gemeinde“ sucht, wird sie unter dem eher theoretischen Sammelbegriff der „Theologie“ unter

den „Schätzen des Glaubens“ finden. Ebenso gespannt sind wir darauf, ob das Experiment neuer Wege und neuer Themenzuschnitte tatsächlich auch mehr neue Impulse anregt, oder ob es nicht doch unter den Kirchentagsbesucherinnen und -Besuchern eher Irritation und Verwirrung stiftet. Letzten Endes wird es eine Frage der Kommunikation und Transparenz sein.

Kein gemeinsames Forum für ReformGruppen auf dem Kirchentag 2011 Gemeinsamer Brief der Reformgruppen

Informationen und Anmeldung zum Kirchentag unter: www.kirchentag.de

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Mit großem Bedauern haben wir aus der Rückmeldung von Kirchentagspastor Joachim Lenz feststellen müssen, dass kein Interesse besteht, im Rahmen des nächsten Kirchentages zum Beispiel durch ein Forum oder Projektzentrum eine Plattform für die Programminitiativen ökumenischer Reformgruppen und Initiativen anzubieten. Ein solches Format hätte den Vorteil, dass hier die verschiedenen Programmangebote an einem Ort gebündelt und von den beteiligten Gruppen gemeinsam getragen werden. Ein gemeinsames Forum bietet die Möglichkeit einer besseren Ansprechbarkeit der Zielgruppen und eine programmtechnische Übersicht für die Kirchentagsbesucherinnen und Besucher. Zudem bietet sich die Chance, den Austausch und die Vernetzung einzelner Projektpartner zu vertiefen. Der Kirchentag würde wieder im Sinne seiner historischen Wurzeln primär ein Ort der Begegnung und des Dialogs sowohl zwischen den einzelnen Basisbewegungen als auch zwischen den Interessenten lokaler Basisinitiativen in den Gemein-

den und in den Regionen. Den Hinweis auf den Markt der Möglichkeiten können wir hinsichtlich unseres gemeinsamen Anliegens an dieser Stelle nur als Vertröstung deuten. Sicherlich gäbe es die Möglichkeit, an Infoständen und Messeausstellungen ein Miniprogramm auf die Beine stellen. Aber Raum für Workshops oder ein größeres Podium – wie zum Beispiel zum Thema „Kirche ohne Pfarrer“ – kann der Markt der Möglichkeiten definitiv nicht bieten. Solche Programmangebote wären auch „nur“ Angebote der Aussteller, kommen also nicht im Programmheft des Kirchentages vor und die Bewerbung über andere Kanäle würde primär bereits erreiche Zielgruppen ansprechen und nur schwer weitere Interessenten auf dem Kirchentag erreichen. Wir würden uns freuen, wenn das Präsidium die Entscheidungen überdenken oder zumindest den konstruktiven Dialog mit uns aufnehmen würden. Wenn Reformgruppen ihre Beiträge und Anregungen für die Zukunft von Gemeinde und Kirche auf eigenen Faust, quasi in einem Kirchentag von unten, organisieren und anbieten müssten, wäre dies sicherlich kein gutes Signal für das Miteinander und für die Wertschätzung der aktuell brennenden Themen.

Stichpunkte zur Weiterarbeit Gemeinsamer Vorschlag für eine ökumenische Programmreihe zu Reformthemen: je nach Raum/Zeitkapazitäten des Kirchentages und Mitwirkendenpotential der Kooperationspartner wieder gemeinsame Podienveranstaltungen, ggf. sogar ein gemeinsames Forum oder Zentrum „Kirchenreform“ (als Thementag oder bei entsprechendes Interesse auch als mehrtägige Angebotspalette) Fortsetzung oder Spezifizierung der Debatten rund um das Thema „Kirche ohne Pfarrer?“ – die überlaufende Veranstaltung in München hat ja das große Interesse an dem Thema unterstrichen. Möglich wären hier spezielle Themenschwerpunkte wie Ordination, Zölibat, Prädikantendienst, Ehrenamtsakademien usw. Basisnahe kritische Reflexion des EKD-Reformprozesses (Impulse könnten hier sein: Die wissenschaftliche Aufarbeitung von Isolde Karle; die Thesen aus dem „ABC der Kirchenreform“: Ist eine Reform nur erfolgreich, wenn sie von „unten“ kommt?; Fortführung der Diskussionen, wie sie unter dem Titel „Kirch der Befreiung KircheBewegen - Ausgabe 2 / 2010


sein“ von der IKvu und BundesESG in den Reformdiskurs eingebracht wurden; neue Impulse zu den 12 Leuchtfeuern, wie sie von den Autorinnen und Autoren in „Einblick 2030“ formuliert werden…). Fortsetzung im PDF-Dokument (gemeinsamnes Anschreiben der Reformgruppen), dass wir bei Interesse gern zur Verfügung stellen. Antwort des Kirchentages Der gemeinsame Brief der Reformgruppen vom Juli dieses Jahres wurde am 22. Oktober durch ein Antwortschreiben der Generalsekretärin, Dr. Ellen Ueberschär, beantwortet. In diesem Schreiben erläutert sie, „dass der Deutsche Evangelische Kirchentag in Dresden wieder zu den Kirchentagsprinzipien zurückkehrt, wonach das Präsidium die Projektleitungen mit der Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen betraut.“ Ferner wird versichert, dass es keinen „Ausschluss“ des Netzwerks, von Reformgruppen oder Basisinitiativen gibt und darauf verwiesen, dass einzelne Netzwerke wie die IKvu in verschie-

denen Projektleitungen integriert sind. „Es kann aber nur eine begrenzte Anzahl von Personen in den Projektleitungen mitarbeiten, um die Gruppen arbeitsfähig zu halten. Die Auswahl der Referentinnen und Referenten ist Teil der Planung durch die Projektleitungen.“ Es wird darauf hingewiesen, „dass der Kirchentag selbst eine Basisbewegung ist, die sich durch vielfältige Initiativen der Präsidialversammlung lebendig hält.“ Die Generalsekretärin ermutigt: „Wir möchten Sie im Namen des Präsidiums gern ermuntern, weiterhin den Kirchentag zu unterstützen und als Forum für kirchliche Reformanliegen zu begreifen. Das Kollegium des Kirchentages als ständiges und hauptamtliches Gremium freut sich über jedes Gespräch und über Ideen und Initiativen. “ Ausblick für Dresden 2011 Dies würden viele der Reformgruppen natürlich auch sehr gerne tun, wenn es dafür tatsächlich ein entsprechendes Forum gäbe. Auch wenn in dem Schreiben des Kirchentages beteuert wird, dass keine Gruppen aus-

geschlossen werden und Ideen und Initiativen willkommen sind, kann der Hinweis auf die Praxis, dass das Präsidium ausgewählte Projektleitungen mit der Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen betraut, nur so verstanden werden, dass den gemeinsam von mehreren Reformgruppen geäußerten konkreten Anregungen und Programminitiativen nicht entsprochen werden konnte. Wenn auch jetzt nicht mehr im wie vorgeschlagenen Sinne gemeinsam, werden einzelne Reformgruppen oder Initiativen sicherlich gern zum Gelingen des Kirchentages beitragen, sollten sie im Rahmen der Programmgestaltung um Mitarbeit gebeten werden oder in anderer Weise angefragt werden. Aber das Netzwerk Kirchenreform zum Beispiel wird zumindest nicht auf dem „Markt der Möglichkeiten“ vertreten sein, weil wir das Format „Messestand“ nicht für ausreichend geeignet halten, mit der notwendigen Wertigkeit ein „Forum für kirchliche Reformanliegen“ zu gestalten, auf dem unterschiedliche Zielgruppen auch miteinander kommunizieren können.

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Wir brauchen mehr Dialog und Mut zur Debatte Ein Kommentar von Stefan Bölts Schon bei eher überschaubaren Netzwerken ist es schon kompliziert, transparente Entscheidungsfindungsprozesse zu installieren. Dass sich ein solches Mammutprojekt wie der DEKT mit der Transparenz schwerer tut und keinesfalls so basisnah sein kann, wie er gern möchte, liegt auf der Hand. Dass konkrete Programminitiativen auf die Seitendiskussion personeller Zusammensetzungen von Projekleitungen reduziert wird, zeugt nicht davon, dass Ideen und Vorschläge Dritter KircheBewegen - Ausgabe 2 / 2010

wirklich willkommen sind, und wird dem eigentlichen Anliegen der Reformgruppen nicht gerecht. Hier wäre eine klare Ansage, ob neue Programmformate realisiert werden können oder nicht, deutlich besser gewesen. Dass der Kirchentag keine Möglichkeit sieht, selbst zur Vernetzung von Reforminitiativen beizutragen, ist bedauerlich. Vielmehr muss ich mit großer Skepsis und Sorge wahrnehmen, dass insbesondere katholische Reformgruppen offenbar nicht so einfach ohne Rücksprache mit

dem ZdK beteiligt werden können. Das hört sich für mich nach großer „Gefälligkeits-Ökumene“ an. Zumindest klingt es nicht nach einem mutigen Kirchentag, der auch jene streitbaren Themen klar zur Sprache bringt, die es eigentlich längst zu bennen gilt. Ich glaube, wir brauchen mehr Mut zur Debatte und eine – nicht nachtragende – aber lebendige Streitkultur um der Sache Willen. Aber das scheint aktuell in der „Kirche der Gutmeinenden“ schwierig zu sein, die deutliche Worte zu vermeiden sucht.

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Katholische Kirchenreform

Zwischen den Kirchentagen: Zeit zur Besinnung?

Kirchentage Kirchentage

von Wolfgang Nethöfel

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Nach dem Kirchentag ist vor dem Kirchentag. Ökumenische Kirchentage stressen diejenigen, die gern und immer wieder an Kirchentagen teilnehmen oder Kirchentage organisieren, ganz unabhängig von Erlebnissen und Ergebnissen. Die Nachwirkungen überschatten die Vorbereitungen der nächsten Veranstaltungen. Das macht viele dünnhäutig, die jetzt (schon wieder) kooperieren müssen. Vielleicht ist gerade das ein guter Anlass, Routinen zu überdenken. Als einer der Sprecher des Netzwerks Kirchenreform fällt mir auf, wie widersprüchlich wir selbst mit unserer eigenen Organisationsrealität umgehen. Als Anwälte der Reformbereiten in den Kirchen sind wir Dialogpartner, aber auch kritisches Gegenüber derjenigen, die mit kirchlichen Reformmaßnahmen beauftragt sind. Wir sind stolz auf unseren eigenen niedrigen Organisationsgrad – gleichzeitig agieren wir allerdings wie Lobbyvertreter, wenn wir das Thema „Kirchenreform“ im Rahmen von Kirchentagsvorbereitungen vertreten: möglichst effektiv, möglichst durchsetzungsstark, ja institutionspolitisch. Wir machen Absprachen, organisieren Mehrheiten und Bündnisse. Sicher hat uns das zugleich erfolgreich gemacht und der Sache gedient, als wir gemeinsam mit anderen in Hannover, Köln, Bremen und München unserem Thema eine breite Kommunikationsplattform geben konnten: erst in einer „Werkstatt“, dann im „Zentrum Gemeinde“, schließlich auf einzelnen Veranstaltungen. Aber um welchen Preis? Statt auf unsere Themen: auf das Was, konzentrieren wir uns jetzt auf das Wie, und das absorbiert zunehmend unsere Kräfte. Es droht uns selbst zu institutionalisieren.

Unser Netzwerk verknüpft Kirchenbasis und Kirchenleitung, Theorie und Praxis, liberale und konservative Reformerinnen und Reformer; wir sind interdisziplinär und ökumenisch, präsent in Basisbewegungen wie in der Beraterszene. Das war immer schon ebenso spannend wie aufregend. Jetzt müssen wir über interne Reformen nachdenken, um zugleich wirksam und glaubwürdig agieren zu können. Dieser Prozess macht uns aber auch hellsichtig für unser institutionelles Gegenüber. Wo der Kirchentag uns als institutionalisierte Basisbewegung zu Recht darauf aufmerksam macht, dass es keinen Proporz, keine Stammplätze und keine ein für alle Mal feststehende Formate auf Kirchentagen gibt, da nehmen wir jetzt bei unserem Gegenüber alle Züge einer alt gewordenen „Partei der institutionalisierten Revolution“ war: gut geölte Kommunikationswege, auf denen institutionspolitische Botschaften zu Strukturentscheidungen werden, großes Einverständnis darüber, was und wer passt, Angst vor unerwarteten Basisbotschaften auf großen Bühnen. Plötzlich sehen wir uns als Netzwerk, das nicht von unten nach oben, sondern quer zu den Institutionen agiert, um das Thema „Kirchenreform“ voranzubringen, gemeinsam mit Basisgruppen angesprochen, denen es vor allem um Partizipation geht und die darauf gehofft hatten, mit dem Format „Forum“ den Kirchentag zum Ort wirksamer Vernetzung zu machen. Für beides sei gut gesorgt. Das laufe gut so, wenn es so laufe wie immer. Das macht uns nachdenklich. Und das sollte auch die Organisatoren evangelischer Kirchentage nachdenklich machen. „Kirchentage von unten“ werden dann attraktiv, wenn die institutionalisierten Kontakte Außenkontakte abreißen lassen, und Formen und Inhalte sich gemeinsam andere Orte suchen müssen.

24 KircheBewegen - Ausgabe 2 / 2010


Kirchebewegen 2010 2 abschnitt dekt briefe  
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