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Das Fachmagazin von Vorarlberg Tourismus

LandErfahrung Das Urlaubsland Vorarlberg setzt auf hohe Qualit채t und individuelle Begegnungen. Immer mehr Vorarlberger Betriebe bieten ihren G채sten authentische Natur- und Kulturerlebnisse.

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TOURISMUS

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WEG.GEFÄHRTEN Wählen Sie den Weg, das Fortbewegungsmittel, die Geschwindigkeit. Schalten Sie einen Gang zurück. Wählen Sie genussvolle Bewegung. In einer wunderschönen Bergwelt, durch inspirierende Täler und eine vielfältige Kulturlandschaft. Vorarlberg begleitet Sie. Auch noch lange nach Ihrem Urlaub. Vorarlberg Tourismus, Postfach 99, 6850 Dornbirn, Österreich T: +43 (0)5572/377033-0, F: +43 (0)5572/377033-5, info@vorarlberg.travel, www.vorarlberg.travel


EDITORIAL

Innovativ in die Zukunft

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Impressum Das Fachmagazin der Vorarlberg Tourismus GmbH erscheint dreimal jährlich, Herausgeber/Medieninhaber: Vorarlberg Tourismus GmbH, Poststraße 11, A-6850 Dornbirn

Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Christian Schützinger

Projektleitung: Andrea Masal Redaktion: Pzwei. Pressearbeit, Daniela Kaulfus, Bregenz

Mitarbeit: Thorsten Bayer, Patrizia Gunz, Daniela Kaulfus, Christiane Mähr, Julia Nußbaum, Alexandra Stockmeyer

Produktion: Andrea Masal Grafische Gestaltung: Werkstatt West,

© Beate Wüschner

ie Zukunft unseres Urlaubslandes liegt in der Innovationskraft der heimischen Tourismuswirtschaft. Diese wollen wir fördern. Deshalb hat Vorarlberg Tourismus auch in diesem Jahr zur Teilnahme am Innovations-Wettbewerb aufgerufen. Die vier Gewinner und ihre ausgewöhnlichen Projekte, die wir im Rahmen des Tourismusforums im Löwensaal Hohenems präsentiert haben, stellen wir Ihnen auf den Seiten 6 bis 12 vor. Zukunftsweisend ist auch der Weg, den das Land Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und Vorarlberg Tourismus seit 8. Mai offiziell gemeinsam gehen: Bei der Zukunftskonferenz im Festspielhaus Bregenz haben wir mit der Unterzeichnung der Deklaration offiziell den Startschuss für die Tourismusstrategie 2020 gegeben. Lesen Sie mehr über die Ziele und erste Maßnahmen auf den Seiten 16 bis 19. Ein wichtiges Ziel im Strategieprozess ist die nachhaltige Mobilität: Sie steht nicht nur in unserem Alltag, sondern auch bei touristischen Angeboten im Zentrum: E-Bike-Verleihstationen gibt es in allen Destinationen. Umweltfreundlich können Gäste zum Beispiel das Montafon auf eigene Faust oder in geführten Touren „erfahren“. Mehr zum aktuellen E-Bike-Angebot finden Sie auf den Seiten 13 bis 15. Antworten auf die Frage „Was göönd mi d‘Gäscht a?“, die bei den Kleinwalsertaler Dialogen diskutiert wurde, und über Neuigkeiten aus der Branche erfahren Sie ebenfalls in dieser Ausgabe. Damit Sie und Ihre Gäste auch die „heißesten Phasen“ des Sommers gut überstehen, verraten heimische Gastronomen in den „Geheimtipps“ ihre besten Erfrischungsdrinks. Gute Unterhaltung und einen schönen Sommer wünscht Ihnen,

Richard Steiner, Hard

Ihr Christian Schützinger Anzeigen: Media Team GmbH, Röthis Druck: Hecht Druck Ges.m.b.H. & Co. KG, Hard

Fotos: Für alle im Bildnachweis mit Vorarlberg Tourismus gekennzeichneten Bilder und Grafiken liegen die Nutzungsrechte bei der Vorarlberg Tourismus GmbH, Poststraße 11, A-6850 Dornbirn. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. TOURISMUS 2012

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BRANCHENNEWS

© Gargellener Bergbahnen

Auf Schmugglerpfaden unterwegs

Wild beobachten, Schleichwege erkunden, Rätsel lösen – auf dem Montafoner Schmugglerwegen.

V-Card Special: Schwabenkinder Dem Schicksal der Schwabenkinder widmen sich heuer zahlreiche Ausstellungen im Rahmen eines europäischen Projekts. Schwabenkinder wurden Kinder armer Bergbauernfamilien genannt, die zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert aus dem Alpenraum nach Oberschwaben zogen, um dort als Saisonarbeitskräfte bei Bauern zu arbeiten. Darunter waren auch viele Vorarlberger Kinder. Sonderausstellungen zu diesem Thema gibt es in einigen Vorarlberger Museen, unter anderem im Stadtmuseum Dornbirn, im Frauenmuseum Hittisau und im Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg. Sechs der Ausstellungsorte sind V-Card Partner. Der neue Wanderführer Schwabenkinder-Wege – Vorarlberg (Bergverlag Rother) von Elmar Bereuter führt auf Routen der Vorarlberger Schwabenkinder. Die kostenlose App „Schwabenkinder“ beschreibt Wege zum Nachwandern und informiert über Hintergründe und Erlebnisse der Kinder. www.v-card.at

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as Montafon und der Schweizer Prättigau haben eine jahrhundertealte Schmugglergeschichte. Wo, was und wie früher geschmuggelt wurde, haben Touristiker in diesem Sommer in ein spannendes Bergerlebnis für die ganze Familie verpackt. Auf einer zweitägigen Wanderung im Gebiet Gargellen-MadrisaKlosters kann man auf einer Art Schnitzeljagd einige Abenteuer erleben: Mit Hilfe von GPS-Geräten finden Wanderer Schmugglerverstecke und lösen Rätsel. Als Belohnung gibt es am Abend ein Schmugglermahl, übernachtet wird im Heulager. Eine halbtägige Schmugglertour gibt es in Gargellen. Auch hier locken Abenteuer und Natur: Schleichwege, Barfuß-Erkundungen, Wildbeobachtung und eine Schmugglerjause stehen auf dem Programm. www.montafon.at

Drei Mal Gold für Vorarlberger Tourismuslehrlinge Bei den Lehrlings-Staatsmeisterschaften 2012 in Wien holten drei Lehrlinge aus Vorarlberg Gold: Unter den 81 Lehrlingen setzte sich die Hotel- und Gastgewerbeassistentin Sabine Pfändler vom Alpencamping Klösterle durch. Sie glänzte bei den Aufgaben im kaufmännischen Bereich samt simuliertem Gastgespräch. Dennis Benn überzeugte die Fachjury mit seinem Können im Bereich Hoteladministration. Er ist Hotelund Gastgewerbeassistent im Ifen Hotel in Hirschegg. Kochlehrling Markus Netzer vom Hotel Pfeiffer in Gaschurn gewann die dritte goldene Auszeichnung. Fünf weitere Vorarlberger Lehrlinge holten zweimal Silber und dreimal Bronze.

Kulturwanderweg Gauertal Der sanierte Gauertaler Kulturwanderweg bietet ab dem Frühjahr 2012 ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie. Entlang des Weges laden Figuren des Montafoner Künstlers Roland Haas die Besucher zum Staunen, Wundern und Nachdenken über die alpine Lebens- und Arbeitsweise ein. „Muntafuner Originale“ erzählen aus ihrem Leben und Bäume wachsen mit den Wurzeln nach oben. An mehreren Stationen können Besucher den Wandel und das Wesen der alpinen Kulturlandschaft kennenlernen. Führungen vor Ort sowie Broschüren und Apps informieren interessierte Besucher über die jeweiligen AlpkulTour-Themen. „AlpkulTour“ zum Staunen: Geweihbaum und umgedrehter Baum im Gauertal. 04

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BRANCHENNEWS Nachhaltigkeits-Kongress

Relaunch „bregenzerleben“ Frischer, farbenfroher, dynamischer und leicht skurril ist das neue Erscheinungsbild des Stadtmagazins „bregenzerleben“. Verantwortlich für das frische Design ist der Bregenzer Künstler German Bolter, der mit seinem Entwurf das Image des Magazins auf junge Beine stellt. Neu ist auch der herausnehmbare Folder „Einkaufen & Genießen“, der mit einem Stadtplan zu den Geschäften und Restaurants in Bregenz führt. Die neueste Ausgabe ist gespickt mit Hintergrundinformationen zur Festspieloper André Chénier, aktuellen Ausstellungen im KUB, Events und Insider-Tipps. Seit März ist das Magazin kostenlos beim Stadtmarketing sowie in Cafés und Hotels erhältlich.

Horizon Field: Bronzefiguren im Sommer noch anzutreffen Bis in den Sommer sind die Bronzefiguren von Antony Gormley im Rahmen des Projektes „Horizon Field“ noch im Lande und somit für Wanderer zu bestaunen. Das Projekt, das das Kunsthaus Bregenz 2010 mit dem britischen Künstler Antony Gormley in den Bergen Vorarlbergs realisiert hat, ist einzigartig: „Horizon Field“ besteht aus 100 lebensgroßen Abgüssen eines menschlichen Körpers, verteilt über ein Gebiet von 150 Quadratkilometern. Das Werk bildet eine horizontale Linie auf 2.039 Metern über dem Meeresspiegel, wobei die einzelnen Figuren in alle Richtungen schauen, aber niemals einander zugewandt sind. Infos bei den örtlichen Tourismusbüros.

Unter dem Motto „Nachhaltiges Wirtschaften“ fand von 2. bis 4. Mai der alljährliche Nachhaltigkeits-Kongress ERSCP im Festspielhaus Bregenz statt. Rund 350 Wissenschaftler aus knapp 40 Nationen von Sri Lanka bis Liechtenstein haben über zukunftsweisende Projekte aus den Bereichen Tourismus, Energie, Ressourcen und Lifestyle diskutiert. Erstmals in der 18-jährigen Geschichte des ERSCP haben sich auch namhafte heimische Wirtschaftsunternehmen beteiligt. Als Sponsoren und Vortragende wirkten die Firmen ALPLA, Gebrüder Weiss, Pfanner, Haberkorn, Omicron, die Rhomberg Group, Schwärzler Hotels, Sutterlüty, illwerke/ vkw, SAP und bene mit. Die Unternehmen präsentierten sich am neuen Messestand von Vorarlberg Tourismus.

Michel Hess: Vorarlbergs jüngster Hotelleiter Mit 23 Jahren ist Michel Hess Vorarlbergs jüngster Hotelchef. Er tritt in dieser Funktion die Nachfolge von Marc Cäsar als Direktor des Ibis Hotel Bregenz an. Seine steile Karriere startete der gebürtige Magdeburger als Rezeptionist im Ibis Hotel Wien Messe. Bereits zwei Jahre später übersiedelte er ins Ibis Hotel Bregenz, wo er als Front Office Manager erste Führungsaufgaben übernahm.

© Ibis Hotel Bregenz

Ab der kommenden Wintersaison gibt es eine neue Flugverbindung zwischen Großbritannien und dem Bodenseeraum. Die Monarch Airlines wird nonstop den Flughafen Friedrichshafen anfliegen: viermal pro Woche aus London Gatwick und zweimal aus Manchester. Die Direktflüge sind ab sofort auf www.monarch.co.uk ab Euro 37,50 oneway inklusive Steuern und Gebühren buchbar. Rabatte bei Buchungen bis 30. Juni 2012 mit dem Gutscheincode SKI2012.

© Markus Tretter

Großbritannien im Aufwind

Programmübersicht Festspielhaus und Kunsthaus Bregenz Am 5. und 6. Oktober findet der Kommunikations- und Designkongress VLOW!12 statt. Hochkarätige Gastredner wie der USamerikanische Architekt Daniel Libeskind und der Grafikdesigner Eike König referieren zum Thema „Das Design der Kundenbeziehung“. Infos und Anmeldung unter www.vlow.net, www.festspielhausbregenz.at Abwechslungsreich ist auch das Programm im Kunsthaus Bregenz: Ab 7. Juli sind Werke von Ed Ruscha, einem Klassiker der jüngsten Kunstgeschichte zu sehen. Noch bis 24. Juni läuft eine Parallelausstellung: Der aus dem Vietnam stammende Künst-

ler Danh Vo spürt in seinen Werken der Geschichte seiner Heimat nach. Die in New York lebende Vorarlberger Künstlerin Ulrike Müller widmet sich in einer Sammlung von 100 Zeichnungen von 100 Künstlerinnen feministischen Themen. www.kunsthaus-bregenz.at © Markus Tretter

Mit der Premiere der Oper Solaris von Detlev Glanert startet am 18. Juli im Bregenzer Festspielhaus ein kulturell vielseitiger Sommer. Auf der Seebühne ist ab 19. Juli André Chénier von Umberto Giordano zu sehen. Die Wiener Symphoniker geben am 23. und 30. Juli unter anderem Franz Schubert und Sergej Prokofjew zum Besten. Am 5. August findet der Tag der Wiener Symphoniker statt: In und um das Festspielhaus laden die verschiedensten Werke der Musikgeschichte zum Zuhören und Verweilen ein. Das Symphonieorchester Vorarlberg spielt am 12. August Stücke von Detlev Glanert und Anton Bruckner.

Stararchitekt Daniel Libeskind ist Gastredner bei der VLOW!12 TOURISMUS 2012

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Tourismusforum 2012:

Innovationen mit Signalwirkung Was tut sich Neues im Vorarlberger Tourismus? Wer geht mit dem begehrten „tourismus-innovation“-Award nach Hause? Interessierte erfuhren es am 12. Juni beim jährlichen Vorarlberger Tourismusforum im Löwensaal in Hohenems. 06

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m Rahmen des Tourismusforums hat Vorarlberg Tourismus bereits zum 18. Mal den Vorarlberger Innovationspreis vergeben. Der jährlich ausgerufene Wettbewerb zeichnet Projekte aus den Bereichen neuartige Tourismusangebote, realisierte Marketingprojekte, Neuerungen im Personalbereich sowie Tourismusprojekte mit Vorbildcharakter in Sachen Nachhaltigkeit aus. Sie bringen die Werte und Qualitäten der Tourismusmarke Vorarlberg sowie „Regionalität, Gastlichkeit und Nachhaltigkeit“ (Tourismusstrategie 2020) beispielhaft zum Ausdruck. Vier der eingreichten Projekte überzeugten die Jury. Sie wurden mit je einem Hauptpreis über 2.000 Euro inklusive eines Innovations-Award belohnt: das Projekt Naturhautnah von Ingo Metzler aus Egg, die ARGE LandHand, das Projekt Silvretta Montafon Online 2.0 sowie das Explorer Hotel in Gaschurn. Letzteres erhielt für seine Energieeffizienz den Sonderpreis für Nachhaltigkeit.

© Marc Vogel | Explorer Hotel

„Die Auszeichnung ist eine besondere Anerkennung für das Engagement der Projektträger. Sie soll Signalwirkung nach innen haben. Lassen sich damit andere Leistungsträger anspornen, fördert dies jene Innovationskultur und Wettbewerbsfähigkeit, die wir für den touristischen Erfolg in unserem Land brauchen“, erklärt Brigitte Plemel, Marketingleiterin von Vorarlberg Tourismus.

Tourismus im neuen Zeitalter Denkanstöße für den Weg in die Zukunft gab heuer der Gastredner Dr. David Bosshart, Leiter des Gottlieb Duttweiler Instituts in Rüschlikon/Zürich. Er beschäftigte sich mit der Frage „The Age of Less – die neue Wohlstandsformel der westlichen Welt. Was bedeutet das für den Tourismus?“ (Siehe auch Interview auf den Seiten 9 und 10.) Die Jury bestand aus der deutschen Journalistin Dietlind Castor, Beate Fritsch vom Jungen Gastgewerbe, Klaus Allgäuer als Vertreter der städtischen und örtlichen Tourismusorganisationen, Astrid Keckeis von der Wirtschaftsabteilung des Landes Vorarlberg, Willi Sieber vom Ökologie-Institut und Brigitte Plemel von der Vorarlberg Tourismus GmbH. Das Tourismusforum ist eine gemeinsame Veranstaltung von Land Vorarlberg, Vorarlberg Tourismus und den Vorarlberger Raiffeisenbanken. TOURISMUS 2012

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Metzler Käse-Molke GmbH

Es steckt kein Satzzeichenfehler dahinter, wenn Ingo Metzler das jüngste Projekt der Metzler Käse-Molke GmbH in Egg als „Bauernhof be-greifen“ bezeichnet. Denn mit NATURHAUTNAH will er den Besuchern die Welt der Berglandwirtschaft und Tierhaltung richtig nahe bringen.

„M

it NATURHAUTNAH haben wir einen Ort geschaffen, an dem energieeffizient und nachhaltig gewirtschaftet wird und sämtliche landwirtschaftliche Prozesse hautnah erlebt werden können“, erklärt Ingo Metzler, der den elterlichen Betrieb 1996 übernahm und sich seither darum bemüht, das, wie er sagt, „Beste an Vorarlberg, nämlich die gepflegte Landschaft, zu erhalten“.

Überdies sind die Käseherstellung, die Molke-Kosmetikverarbeitung und der feine Hofladen Teil dieses Projekts, mit dem Ingo Metzler und sein 14-köpfiges Team bei den „vorarlberger tourismus-innovationen 2012“ überzeugen konnte. „Der Betrieb der Familie Metzler ist ein perfekter Platz, um den Gästen sämtliche Stufen der Produktion regionaler Lebensmittel mit allen Sinnen und spielerisch zu vermitteln“, so die Begründung der Jury.

Hinter NATURHAUTNAH stecken ein Bauernhofkino, ein imposanter Kuh-Laufstall und ein turbulentes Ziegen-Tollhaus mit Besuchergalerie. Weiters gibt es eine Kleintier-Kuschel-Zone – der ganze Stolz des jüngsten Sohnes – sowie der Heil- und Kräutergarten. Dessen Pflanzen werden für die hauseigene Kosmetikproduktion, aber auch im Hotel Post in Bezau und in Frau Kaufmanns Kochschule eingesetzt.

Tradition: Innovation Der einst kleine bäuerliche Betrieb, der bereits 1992 mit dem Landwirtschaftlichen Innovationspreis ausgezeichnet wurde, ist mittlerweile ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Gäste geworden. Hier gehen Tradition und Innovation Hand in Hand, auch architektonisch: Der Hof besteht aus dem 300-jährigen Wirtschafts-

gebäude, dem Wohnhaus, dem 2001 bezogenen „Fernrohr des Bauern“ und dem Neubau, in dem sich das preisgekrönte Projekt NATURHAUTNAH befindet. Nachhaltigkeit ist bei Ingo Metzler groß geschrieben: Deshalb sorgt im Neubau ein ausgeklügeltes Energiekonzept für die

© Gottlieb Duttweiler Institut

„Weniger in besserer Qualität macht glücklicher!“

Dr. David Bosshart In seinem Buch „The Age of Less“ prophezeit uns Zukunftsforscher Dr. David Bosshart ein Zeitalter, in dem wir bewusster konsumieren müssen, um zu überleben. Bereits vor dem Tourismusforum verriet der Leiter des Gottlieb Duttweiler Instituts in Rüschlikon/Zürich dem Tourismus-Magazin im Interview, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen dazu notwenig sind. Dem Tourismus sagt er einen immer härter werdenden Wettbewerb voraus, dem nur jene standhalten werden, die auf Qualität, Individualität und Stammkunden setzen.

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Herr Dr. Bosshart, was bedeutet das neue Zeitalter „The Age of Less“? Es bedeutet, dass wir jetzt die Chance haben, unser Überleben zu sichern, indem wir auf unsere Lebensqualität achten. Und zwar mit Rücksicht auf die nächste Generation. Machen wir so weiter wie bisher, dann erwarten uns: endlos steigende Verschuldung, schnellere Abfolge von unübersichtlichen und noch heftigeren Krisen, gesellschaftliche Fragmentierung und Konflikte ... Wir müssen uns an den konkreten Bedürfnissen der Menschen orientieren und nicht an jenen, die Bürokraten und Politiker steuern. So können wir gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität schaffen mit einem robusten, nachhaltigen Wachstum. Heißt das, wir müssen auf vieles verzichten? Die Wirtschaft wird das wenig freuen ...

Wir müssen nicht weniger, sondern besser, bewusster und lustvoller konsumieren – abseits der Massenware. Dann gehen Wertschöpfung und Wertschätzung wieder Hand in Hand. Was jederzeit verfügbar ist, wird wertlos. Warum brauchen wir dreimal am Tag Fleisch? Weniger in besserer Qualität macht glücklicher. Damit spart man auch unnötige Subventionen und setzt damit keine falschen Anreize für Produzenten. Wie muss sich die Gesellschaft ändern? Notwendig ist eine Verhaltensänderung über gegenseitige soziale Beeinflussung. Dafür brauchen wir Vorbilder. Ich meine, der mental Stärkere wird dabei gewinnen. Wer Angst vor Veränderungen hat oder gar nur Altes bewahren will, hat schon verloren. Es gibt sehr viele positive Anzeichen. Die Frage lautet aber: Haben wir noch genügend Zeit?


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einfach. perfekt!

© NATURHAUTNAH

Frisch geerntete Walnüsse: harte Nüsse sind schwer zu knacken, es bedarf einiger Übung und viel Gefühl – ganz abgesehen von der Zeit!

Heutrocknung kombiniert mit Warmwasserbereitung, Kälteproduktion und Raumwärmeerzeugung. Auch bei seinen Produkten setzt der Landwirt auf Innovation: In der zentralen, für Besucher einsehbaren Melkstation verarbeitet er gewonnene Milch zu Frisch- und Weichkäse. Aus der Molke

Was heißt das für den Tourismus? Die Aussichten sind grundsätzlich positiv. Entscheidend ist aber der Destinationskontext: Länder, die klein, reich, kühl und sicher sind, sind am beliebtesten. Europa zieht über 40 Prozent der weltweiten Touristenströme an. Im alpinen Tourismus und Ferientourismus sind Qualität, Individualität und Gastfreundschaft wichtig. Gute Beziehungen zwischen Gästen und Gastgebern schaffen Vertrauen und damit auch längerfristig stabile Verhältnisse. Achten Sie daher gut auf Ihre Stammkunden! Denn trotz aller Individualität gilt: „Gute“ Gäste ziehen „gute“ Gäste an, „schlechte“ Gäste „schlechte“. Worauf müssen sich Vorarlbergs Touristiker einstellen? Vermutlich zunächst einmal auf noch kürzere Zyklen, größeren Wettbewerb durch die Neuen Medien, hektischere Bu-

Im Ziegen-Tollhaus haben nicht nur die Tiere ihren Spaß.

mit ihren rund 400 Inhaltsstoffen stellt Metzler unter anderem Trink-Molke in verschiedensten Sorten, Cremen, Bademolke, Haarbalsam und Tierpflegeprodukte her.

chungssituationen, kürzere Verweildauer und fundamental instabile wirtschaftliche Daten. Wir werden mehr Frenemies haben (Freund und Feind zugleich), also Partner, die zugleich Wettbewerber sind. Wir werden mehr Freemium anbieten (Premium und gratis), also viele Dinge unentgeltlich tun, um gleichzeitig in anderen Bereichen ordentliche Gewinne zu erzielen. Vorarlberg Tourismus baut im Strategieprozess auf Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit. Die Basis scheint zu stimmen ... Der Ansatz ist sicher richtig. Er gilt aber auch für viele andere Tourismusregionen in Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Säulen zu präzisieren und zu differenzieren.

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T I T ELS TO RY

Mit dem Projekt „Silvretta Montafon Online 2.0“ hat Silvretta Montafon einen Webshop für alle zentralen touristischen Leistungen geschaffen. Diese sind für Endverbraucher und Wiederverkäufer online buchbar und können mittels einer elektronisch aufladbaren Karte eingelöst werden. Das Angebot wird laufend erweitert.

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Silvretta Montafon

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Online 2.0

it Silvretta Montafon Online 2.0 sind Papiervouchers nicht mehr notwendig. Eine elektronische Kundenkarte ersetzt das Papier. Alle gebuchten Leistungen können elektronisch mit dieser Karte einlöst werden. Die Karte dient als Skiticket, Zimmerkarte im Hotel, Zahlungssystem in Gastronomie, Skiverleih, Skischule und als Berechtigung für Bergerlebnisse. Seine personifizierte Karte erhält der Gast beim ersten Partner, den er im Montafon besucht. Soziale Medien, wie Facebook, YouTube und ein eigener Blog sind direkt bei den Angeboten integriert. Sie sollen den Kunden zur Bewertung der Produkte animieren.

„Hier wurde mit großem Engagement und Zielstrebigkeit ein komplexes Projekt auf die Beine gestellt. Die Jury

Hotels im Montafon können Touristen über die angebotenen Produkte informieren. Sie buchen auf Wunsch Leistungen, ausgenommen Übernachtungen, direkt über den „Silvretta Montafon Webshop“. Reisebüros haben die Möglichkeit alles zu buchen. Packages und speziell ausgehandelte Hotelkontingente und -preise werden den Reisebüroangestellten im Webshop angezeigt.

© Silvretta Montafon

Mit dem Online-Portal wird es möglich, ein genaues Profil über die Kunden zu erstellen und auf deren Wünsche einzugehen. Kundenselektionen können somit nach genauen Interessengebieten, soziodemografischen Merkmalen, Personengruppen oder auch geografischen Definitionen durchgeführt werden.

Ausschreibung: TheAPLS award 2012 Mit dem „theALPS Award 2012“ werden bereits realisierte Marktleistungen rund um das Leitthema „Sustainable Development in Alpine Tourism“ ausgezeichnet, welche sich mindestens seit einem Jahr (seit 1. September 2011) in der operativen Umsetzung befinden. Einreichungen von 8. Mai bis 30. Juni 2012 auf der Plattform www.the-alps.eu

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„Hier wurde mit großem Engagement und Zielstrebigkeit ein komplexes Projekt auf die Beine gestellt. Jeder weiß, dass die Innovationszyklen im IT-Bereich extrem kurz sind, trotzdem ein solches Projekt anzugehen, ist eine reife Leistung“, befand die Jury.

Aufgerufen sind touristische Organisationen und Unternehmungen mit Sitz in einer der neun „theALPS – Partnerregionen“: Bayern, Graubünden, Rhône-Alpes, Salzburg, Südtirol, Tirol, Trentino, Vorarlberg und Wallis. Kriterien > Innovation & Markt > Ökologie > Gesellschaft > Ökonomie

Prämierung und Präsentation am 13. und 14. September 2012, Messeforum Innsbruck Rückfragehinweis MCI Tourismus: Mag. Christof Schalber christof.schalber@mci.edu Tel +43/512/2070-3322 Fax-DW: -3399


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In Kürze erscheint eine Broschüre mit den vollständigen LandHand-Angeboten. Das nach Auslaufen der Interreg-Finanzierung gestartete Projekt wird seit September 2011 als ARGE in Vorarlberg weitergeführt.

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ARGE LandHand

© ARGE LandHand

ilzen, Weben, Möbel und Skulpturen schaffen, Kerzen ziehen oder Salben aus heimischen Kräutern mischen. Das alles und mehr können Vorarlbergs Urlaubsgäste tun, wenn sie während ihres Aufenhalts bei den LandHand-Betrieben vorbeischauen oder gar dort wohnen. Die meisten Mitglieder der ARGE LandHand sind handwerkliche Betriebe, die Kurse auch Urlaubsgästen von kooperierenden Hotels oder Bauernhöfen anbieten. Mit dabei sind auch ein „Urlaub am Bauernhof“Anbieter, der das Angebot für Urlaubsgäste erweitert hat, und ein Seminarhaus. Beworben werden die Kreativangebote auch über die Vermarktungsschiene „Urlaub am Bauernhof Vorarlberg“. Mittlerweile 13 ausgewählte Vorarlberger LandHandMitglieder bieten unter dem Motto „Hände, die Werte schaffen“ verschiedene Kurse in ganz Vorarlberg an. „Wenn wir mit der Auszeichnung dieses Projekts weitere touristische Leistungsträger motivieren können, dieses Angebot ihren Gästen näher zu bringen, wäre das perfekt“, betont Vorarlberg Tourismus-Marketingleiterin Brigitte Plemel.

Zu Kräutersammlern, Imkern und Webern können Urlauber in den LandHand-Betrieben werden.

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Wichtig ist den LandHand-Mitgliedern die nachhaltige Pflege alter Handwerkstechniken und die Verwendung regionaler Produkte. Im „Paulinarium“ in Ludesch gibt Pauline Burtscher zum Beispiel den Gästen ihre Leidenschaft fürs Brotbacken, Kochen und Weidenflechten weiter. Von Monika Hartmann erfahren Besucher im hauseigenen Garten in Sonntag alles über die Pflege und Verwendung heimischer Kräuter und Gemüsepflanzen. Handfestes gibt es in Feldkirch: Bei „extrigs Kunst.Hand.Werk“ bekommen Interessierte Einblick in die Bearbeitung von Holz, Stein, Metall, Glas, Papier und textilen Werkstoffen. „Das Zusammenspiel von guter Ausbildung, handwerklichem Können, geschickten, geübten Händen und der Weitergabe des Wissens von Generationen lassen Unikate entstehen“, so Obfrau Martha Niederacher. In ihrer eigenen Textilwerkstatt führt sie Interessierte gerne in ihre Handwerkskunst ein.

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Explorer Hotel Montafon

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Es ist Europas erstes zertifiziertes Passivhotel: das Explorer Hotel Montafon in Gaschurn. Und es war auch das ökologische Engagement, welches den Ausschlag gab, dass das Haus mit dem Sonderpreis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde.

port- und freizeitorientierte Gäste will das Explorer Hotel Montafon ansprechen. Menschen, denen unkompliziertes Nächtigen in modernem Ambiente genauso am Herzen liegt wie Umwelt- und Klimaschutz. Grün ist nämlich nicht nur die Farbe der Hotelgruppe mit Sitz in Oberstdorf oder die Fassade des Hotels in Gaschurn, sondern vor allem

das ökologische Engagement des Hauses. Es bekam übrigens Anfang Mai den klima:aktiv-Preis verliehen. Der Grundstein für das zukunftsweisende und europaweit einzigartige Energiekonzept wurde bereits mit der Planung und der Passivhauszertifizierung gelegt, für die der Fachplaner für energieeffizientes Bauen Dieter Herz verantwortlich zeichnet.

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© Marc Vogel | Explorer Hotel

des Wohnkomforts“, bringt es Hotelmanager Daniel Kinast auf den Punkt. Allein im Bereich Heizung können im Vergleich zu herkömmlich gebauten Hotels bis zu 85 Prozent Energie eingespart werden, der Gesamtenergieverbrauch ist um 70 Prozent geringer als bei vergleichbaren Häusern.

An der Bar verschmelzen Holz und modernes Design zu einem gemütlichen Ambiente.

Dank des Passivhaus-Projektierung-Pakets kann die benötigte Energie exakt berechnet und erfasst werden. Während eine dichte Gebäudehülle, Spezialfenster und konsequente Vermeidung von Wärmebrücken Energieverluste so gering wie nur möglich halten, wird Energie etwa durch Wärmeabgabe von Hotelgästen und elektronischen Geräten gewonnen. Überdies wird in den Explorer Hotels regenerative Energie, beispielsweise Biogas und Strom aus Flusswasserkraft konsequent genutzt, durch eine Photovoltaikanlage bis zu 60 Prozent Primärenergie gespart und überschüssiger

Strom ins regionale Stromnetz eingespeist. Dadurch entstehen Gutschriften für CO2 und Primärenergie. Anders gesagt: Das Explorer Hotel Montafon ist 100 Prozent emissionsneutral. Last but not least sorgt ein innovatives Be- und Entlüftungssystem für angenehmes Luft- und Raumklima.

Damit nicht genug wird das Haus im September 2012 nach ISO 14001 zertifiziert und verschreibt sich damit einmal mehr einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Die dafür erforderlichen Standards im Bereich Umweltmanagement werden schon jetzt umgesetzt. Neben differenziertem Energie-Monitoring, regelmäßigen Mitarbeiterschulungen, dem Einsatz ökologischer Reinigungsmittel, der Verwendung regionaler Produkte und der Zusammenarbeit mit umweltzertifizierten Lieferanten, werden die Gäste bezüglich umwelt- und ressourcenschonendem Verhalten kontinuierlich aufgeklärt. In der Jurybeurteilung heißt es: „Das Explorer Hotel Montafon wendet sich an eine junge Zielgruppe, die das Engagement für nachhaltiges Wirtschaften und damit Verantwortung für die Folgen des eigenen Tuns an die nächste Generation vermitteln kann.“

100 Prozent Grün „Wir leben nach dem ökonomisch nachhaltigen Prinzip: Minimierung der Energieverluste, Maximierung der Energiegewinne, gepaart mit einer erheblichen Steigerung

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E-BIKES

Radeln mit Rückenwind

aus der Steckdose

E-Bikes liegen im Trend. In nur sechs Jahren hat sich der Absatz der Elektrofahrräder europaweit versechsfacht. Im Radtourismus sind sie der kommende Megatrend. Darüber sind sich Experten einig. Früh erkannt hat den neuen Zeitgeist das Montafon.

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er schon einmal mit einem EBike einen Berg hinaufgedüst ist, anstatt sich untrainiert der Qual des immer mühsameren Tretens auszusetzen, der wird von der trendigen Elektrotechnologie begeistert sein. Versierte Radsportler natürlich ausgenommen. Kein Wunder, wenn das Fahren mit dem E-Bike zu einer rapide zunehmenden Freizeit- und vor allem Urlaubsbetätigung wird. Selbst Menschen, die bisher überhaupt nicht auf den Drahtesel gestiegen sind, lassen sich durch die modernen Fahrzeuge im Urlaub immer häufiger dazu verlocken. Immer mehr Tourismusregionen und Gastgewerbeunternehmer sind sich dieser Entwicklung bewusst. Sie haben erkannt, dass sie mit dem E-Bike und einer damit verknüpften attraktiven Infrastruktur bei ihren Gästen punkten können. Allen voran die Ferienregion Kitzbüheler Alpen. Ein Zusammenschluss von neun Tiroler Destinationen mit 45 Orten macht dieses Gebiet im Sommer 2012 zum größten zu-

sammenhängenden E-Bike-Paradies der Welt – bezogen auf die Anzahl der Verleihstationen und die Summe der eingesetzten Fahrräder.

Neue Zielgruppen für Bergregionen „Das E-Bike bietet neue Chancen für den Tourismus“, ist Günther Aigner, Projektleiter für die Verbesserung des Kitzbüheler Sportangebotes, überzeugt. „Mithilfe des EBikes kann jeder ohne große Schwierigkeiten längere Strecken und extreme Steigungen bewältigen. Dadurch bietet sich eine ganz neue Möglichkeit, bergige Regionen wie die Kitzbüheler Alpen und das Kaisergebirge zu entdecken – und zwar auf umweltschonende Weise. Mit dem E-Bike findet der Radsport neue Freunde und wird künftig aus touristischer Sicht noch wichtiger.“

Arno Fricke: „Das E-Bike hat einen sehr großen Vorteil: Es gleicht unterschiedliche Konditions- und Leistungsniveaus aus. So wird es erstmals möglich, dass durchtrainierte Radsportler gemeinsam mit ihren weniger fitten Partnern oder älteren Verwandten schwierige und lange Touren unternehmen können. Jeder kommt so auf seine Kosten und der Spaß nicht zu kurz.“ Dabei ist das E-Bike keineswegs unsportlich, denn treten muss man auch bei den sogenannten „Pedelecs“ (Pedel Electric Cycles). Der kleine akkubetriebene Elektromotor unterstützt den Fahrer aber bei jedem Tritt in die Pedale. Die Trethilfe kann man in mehreren Stufen regulieren und so der individuellen Tagesform oder äußeren Bedingungen wie Steigung oder Gegenwind anpassen.

E-Bike ist familientauglich

Pilotregion Montafon

Ganz dieser Meinung ist auch der Geschäftsführer von Montafon-Tourismus

Das Montafon mit seiner Topografie ist für E-Bikes wie geschaffen. TOURISMUS 2012

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E-BIKES

Für Gäste, die ihren Urlaub in einem Aktivclub-Betrieb verbringen, sind die Touren inklusive E-Bikes, Ausrüstung und Eintritte inklusive.

Auf den E-Bike-Routen können sich Radler auf zahlreichen Jausenstationen stärken.

Dies ist mit ein Grund, warum die Vorarlberger Destination für diesen Sommer als Pilotregion eine flächendeckende E-BikeOffensive startet. Unter dem Motto „Vom Bodensee bis zum Piz Biun“ soll in den kommenden Jahren ganz Vorarlberg in das E-Bike-Netzwerk eingebunden werden. Bereits jetzt bietet das Montafon sieben Verleihstationen für Elektrofahrräder an, drei weitere gibt es in Rankweil, Dornbirn und Bregenz. Dabei hat sich die Region auf ein E-Bike-Modell mit Bosch-Antrieb der bayerischen Firma corratec geeinigt. „Den Mercedes unter den Pedelecs mit dem besten und stabilsten Antrieb am Berg“, sagt Arno Fricke. Großer Vorteil der einheitlichen Modelle: Die Akkus können in den zehn Tauschstationen in Montafoner Hotels, Bergbahnen und Gasthäusern problemlos gewechselt oder in den 24 Ladestationen geladen werden. Dies ermöglicht auch längere Radausflüge, denn derzeit reicht der Akku eines E-Bikes im Schnitt nur 50 Kilometer. Urlauber, die ihre Buchung über einen der 400 Partner des Aktivclub Montafon abwickeln, erhalten beim Leihen eines Bikes 50 Prozent Rabatt. Sämtliche Mountainbike-Strecken wurden im Rahmen der Initiative auf ihre Tauglichkeit für E-Bikes untersucht und dementsprechend mit einem E-Bike-Icon neu beschildert. Überarbeitet hat Montafon Tourismus auch den Mountainbike-Führer Montafon und die einzelnen Streckenbeschreibungen. Somit sind E-Bike taugliche Routen für Interessierte auf einen Blick er14

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kenntlich. In einem eigenen E-Bike-Folder sollen Genussradler zudem auf einen Blick Informationen über sämtliche Verleih- sowie Akku-Tausch- und Akku-Ladestationen erhalten. Der neue Flyer wird rechtzeitig zu Saisonstart im Juni in allen relevanten Tourismusbetrieben, in Gemeinden und Infozentren aufliegen.

„Urlauber bringen immer öfter ihre eigenen E-Bikes mit. Darauf müssen wir Hoteliers vorbereitet sein.“ Markus Felbermayer

Attraktive Angebote Damit nicht genug. Das Bike-Mekka-Montafon bietet E-Bike-Urlaubern im Aktivclub Montafon zahlreiche geführte E-Bike-Touren in verschiedenen Schwierigkeitsgraden an. Dabei werden Biker von fachkundigem Personal nicht nur professionell in den neuen Fahrspaß eingewiesen, sie erfahren auch Wissenswertes aus der Region. In der Hauptsaison von 24. Juni bis 9. September führt die Teilnehmer etwa jeden Mittwoch eine Energie-Tour zum IllwerkeSchauraum Latschau. Montags steht eine Bogenschieß-Tour auf dem Programm und dienstags kommen Genießer beim Besuch des Käsehauses in Schruns auf ihre Kosten.

Mit der ersten „Silvretta E-Bike Trophy“ Montafon-Paznaun am 5. Juli setzen der Mountainbike Club Montafon und Montafon Tourismus außerdem neue Akzente in dieser immer beliebteren Sportart. Unter dem Motto „Spass am E-Biken“ wird die Trophy mehr als Vergnügungstour denn als Rennen im Rahmen der Silvretta Classic Rallye Montafon ausgetragen. Die Strecke führt begeisterte Hobby-E-Biker und Genussradler entlang der beliebten Silvretta-Hochalpenstraße bis zur Bielerhöhe. Auf der Strecke gibt es Infopoints, die die Teilnehmer ausführlich über das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel E-Biken informieren. Anmeldungen sind mit eigenen E-Bikes möglich, beim Verleih gibt es für die Trophy Sonderkonditionen.

Gebündeltes Know-how Für das Projekt „E-Bike-Montafon“ haben sich Montafon Tourismus, Sportartikelhändler und Tourismusbetriebe zusammen getan und ihr Know-how gebündelt. Das Land Vorarlberg unterstützt sie dabei. „Nur so war es möglich, ein einheitliches System zu etablieren und in nur zwei Jahren so weit zu kommen“, weiß Hotelier Markus Felbermayer, Projektleiter von „EBike-Montafon“ und Vertreter der Tourismusbetriebe innerhalb des Projekts. Er ist überzeugt, dass die Nachfrage nach E-Bikes auch im Tourismus in den nächsten Jahren in zweistelligen Prozentzahlen zunehmen wird. In seinem eigenen Betrieb, dem Vitalzentrum Felbermayer in Gaschurn, hat der Hotelier bereits vor zwei Jahren Steckdosen im Fahrradkeller montiert. „Urlauber bringen immer öfter ihre eigenen E-Bikes mit. Darauf müssen wir Hoteliers vorbereitet sein“, betont Markus Felbermayer. Arno Fricke geht noch einen Schritt weiter: „Wenn es uns gelingt als erstes österreichisches Bundesland flächendeckend ein ausgeschildertes Routennetz für E-Bikes, Akku-Tausch- und Ladestationen zu etablieren, wird das ein buchungsrelevantes Argument sein, in Vorarlberg Urlaub zu machen.“


E-BIKES

Weitere E-Bike Angebote der Vorarlberger Destinationen Alpenregion Bludenz Die Bergwelt im Brandnertal und Klostertal kann man bequem mit dem eigenen oder einem geliehenen E-Bike erkunden. Insgesamt stehen dem Urlauber in der Destination drei Verleihstationen, elf Akku-Ladestationen und vier Tauschstationen zur Verfügung. Geführte E-Bike-Touren gibt es im Brandnertal, in Bludenz und im Klostertal in drei Schwierigkeitsgraden. Kleinwalsertal Im Kleinwalsertal findet jeden Mittwoch eine geführte E-Bike-Tour für Einsteiger und Genussradler statt. Die Tour ist mit Gästekarte kostenlos. E-Bikes können in der einzigen Verleihstation Kessler Sport in Riezlern geliehen werden. Ladestationen gibt es an mehreren Stellen der Region. Bregenzerwald Im Bregenzerwald befindet sich das Thema E-Bike noch im Aufbau. Insgesamt gibt es in der Destination fünf Verleih- und sieben Ladestationen. Lech Zürs Als Energiemodellregion bietet die Destination Lech Zürs ihren Gästen 20 E-Bikes und drei E-Roller in der Postgarage Lech zum Ausleihen an. Lech Zürs ist auch Start der geführten E-Bike-Tour „best of the alps“. Sie führt die Teilnehmenden in neun Tagen von Lech Zürs über St. Anton, Seefeld und Garmisch-Partenkirchen nach Kitzbühel. Bodensee-Vorarlberg Die Radstrecken am Bodensee und im Rheintal führen durch autofreie Landschaften: direkt am Seeufer, am Rheindamm entlang und durchs Naturschutzgebiet Rheindelta. Verleihstationen: Intersport Dornbirn und Rankweil, Fahrradverleih Bregenz, Pro-Cycle Bregenz.

TOURISMUS- UND FREIZEITMANAGEMENT Kooperationsprojekt mit dem MCI

Der Weiterbildungslehrgang „Tourismus & Freizeitwirtschaft“ vom MCI (Managementcenter Innsbruck) ist ein berufsbegleitender Zertifikatslehrgang für Entscheidungsträger/innen in einschlägigen Aufgabenbereichen und Managementpositionen aus touristischen und tourismusnahen Unternehmen. Der Lehrgang wird mit Start Herbst 2012 vom WIFI in Kooperation mit dem MCI am Standort Dornbirn durchgeführt. Der Lehrgang kann als Spezialisierungsmodul der MCI Executive Master-Studiengänge „General Management Executive MBA“ und „Master of Science in Management MSc“ anerkannt werden. TEILNEHMER/INNEN Angesprochen werden Mitarbeiter/innen und Entscheidungsträger aus touristischen und tourismusnahen Unternehmen. INHALT Unternehmensführung im Tourismus  strategisches Management  Tourismuspolitik, -ökonomik  Entrepreneurship im Tourismus und Business Plan Human Resource Management im Tourismus  Mitarbeiter/innenführung  Dienstleistungs- und Qualitätsmanagement  Arbeitsrecht

Destination  Strukturentwicklung in Destinationen  Destinationsmanagement  Eventmanagement  Destinationsmarketing  Erlebnisinszenierung Innovation & Produkte  Innovationsmanagement & Produktentwicklung I + II  Konsumentenverhalten und Angebotsentwicklung BEITRAG: € 6.490,– DAUER: 30 TAGE TERMIN 8.10.2012 - September 2013 Blockveranstaltung (bitte Terminplan anfordern) ORT: WIFI Dornbirn INFO-ABEND: Gerne laden wir Sie zum Informationsabend am 26.6.2012 ab 19:00 Uhr im WIFI Dornbirn ein. Bitte melden Sie sich an! PERSÖNLICHE BERATUNG Monika Giselbrecht, Betr. Oec. T 05572 3894-466 E giselbrecht.monika@vlbg.wifi.at PERSÖNLICHE BERATUNG Claudia Marsik T 05572 3894-467 E marsik.claudia@vlbg.wifi.at

Finanzmanagement im Tourismus  Bilanzverständnis und Bilanzanalyse  betriebliches Finanzmanagement I  Förderungen Finanzmanagement II Innovation & Märkte  internationale Trends im Tourismus  Trends im Alpentourismus Tourismusmarketing  Markenmanagement  strategisches und operatives Marketing  Social Media Marketing  strategische Kommunikation und Medienarbeit

www.wifi.at/vlbg

WIFI Vorarlberg TOURISMUS 2012

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Z UK U NFT S KO NFER EN Z

Zukunft auf Vorarlberger Art Auf der Zukunftskonferenz am 8. Mai gaben das Land Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und Vorarlberg Tourismus den offiziellen Startschuss für die Tourismusstrategie 2020. Ihr Ziel: die Nummer Eins in Europa zu werden.

R

und 700 Touristiker und Besucher waren Zeugen, als die Beteiligten im Tourismus-Strategieprozess im Festspielhaus Bregenz den „Pakt für Vorarlberg“ unterzeichneten. Diese sind: Landeshauptmann Markus Wallner, Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, Hans-Peter Metzler, Obmann der Sparte Tourismus der Wirtschaftskammer Vorarlberg, WKO-Präsident Manfred Rein, Arbeiterkammer-Präsident Hubert Hämmerle, Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger und Tourismusdirektor Christian Schützinger. Ihr gemeinsames Ziel ist es, das Urlaubsland Vorarlberg in den Bereichen Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit bis zum Jahr 2020 an die Spitze Europas zu katapultieren. Erreichen möchten das

die Systempartner, indem sie branchenübergreifende Synergien zwischen Tourismus, Landwirtschaft, Land und Sozialpartnern nützen (siehe auch Bericht: Ausgabe 1/2012). Zusammen wollen sie regionale Produkte fördern, in die Ausbildung der Mitarbeiter investieren und nachhaltige Projekte vorantreiben.

ter Metzler. Zur Unterstützung des Prozesses beteiligt sich die Wirtschaftskammer Vorarlberg mit 25 Prozent an der Vorarlberg Tourismus GmbH. Damit möchte sie verstärkt ihre Erfahrungen in der betrieblichen Praxis einbringen.

Führungsanspruch als Innenziel

Im Rahmen der Veranstaltung stellten die Strategiepartner erste Maßnahmen vor, die auf die Säulen der Tourismusstrategie Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit aufbauen. Im Bereich Regionaliät liegt das Augenmerk unter anderem auf der Förderung regionaler Produkte. Im Pilotprojekt Landgut.com bringt beispielsweise der heimische Logistikpartner Schluge Produkte heimischer Landwirte, die vorher nur ab Hof erhältlich waren, direkt zu den Gastronomen. Zudem sollen die Produkte durch strengere Qualitätskriterien überzeugen, die in einer Sondervereinbarung mit der Agrarmarkt Austria festgelegt sind.

„Der Plan, im Bereich Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit, Europas Nummer Eins im alpinen Raum zu werden, ist ein klares ‚Innenziel‘. Dieses muss innerhalb der Branche greifen und gelebt werden.“, bekräftigt der Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Hans-Pe-

„Die Vorraussetzungen sind gut: Das Land ist klein, man kennt sich, Netzwerke werden gelebt.“ Strategieberater Dr. Daniel Fischer

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TOURISMUS 2012

Regionale Produkte kennenlernen

Schaffung eines Bildungshauses Regionale Produkte, Kultur und Traditionen dem Gast näher zu bringen: Das gehört im Tourismusstrategieprozess zur Gastfreundschaft. Damit dies gelingt, ist


Z UKUNFTSKO N F E R E N Z

es notwendig, auch die Beschäftigen im Tourismusbereich mit ins Boot zu holen. Den Mitarbeitern müssen diese Werte bewusst sein, um sie vermitteln zu können. Deshalb legen die Strategiepartner ganz bewusst ihr Augenmerk auf die Ausbildung der Menschen, die in dieser Branche tätig sind. In einem „Bildungshaus“ möchte ihnen die Wirtschaftkammer etwa ermöglichen, Produkte und Angebote der Region

(besser) kennenzulernen und sich dafür zu begeistern. Die Kammer rückt das Thema Ausbildung in den Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit den Hotelfachschulen und Lehrbetrieben will sie die Grundausbildung verbessern sowie eine Weiterbildungsoffensive starten, die berufsbegleitend besucht werden kann. Menschen, die in dieser Branche

„Landwirtschaft und Gastronomie sind Zukunftszwillinge.“ Landesrat Erich Schwärzler

einen Job suchen, können künftig über ein eigenes Tourismusjobcenter ihren passenden Arbeitsplatz finden. Um ihnen auch danach laufend die Möglichkeit zu geben, sich ganz ungezwungen und persönlich über ihre Erfahrungen auszutauschen, ist eine eigene Mitarbeiter-Plattform geplant.

Fit im Bereich Neue Medien Weiterbildungsmaßnahmen wird es auch für Betriebsleiter und leitende Angestellte geben. Bei der Reiseplanung sind digitale Medien nicht mehr wegzudenken. Deshalb hat Social Media-Experte Stefan Hagen im Auftrag der Wirtschaftskammer ein breites Programm auf dem Gebiet Neue Medien zusammengestellt.

Tourismusstrategie 2020 Fotos © Lisa Mathis

offizieller Start: 8. Mai 2012

Die Initiatoren

> Land Vorarlberg > Wirtschaftskammer Vorarlberg > Vorarlberg Tourismus

Die Vision

> Aufbauend auf hoher Qualität

und Innovationskultur ist das Tourismusland Vorarlberg bis 2020 europaweit führend in den Themen Gastfreundschaft, Regionalität und Nachhaltigkeit. Die Konzentration auf unsere Eigenart und Stärken ermöglich erine einzigartig vernetzte Zusammenarbeit auf Vorarlberger Art.

Podiumsdiskussion am Vorarlberg Tourismus-Messestand: WK-Präsident Manfred Rein, Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser.

Das Ziel

> Europas Nummer Eins in den

Bereichen Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit zu werden.

Die Merkmale

> Der Mensch steht im Mittelpunkt

> branchenübergreifend (z.B. Landwirtschaft)

> Vorarlberger Art = nicht kopierbar

> langfristig wettbewerbsfähig

Moderator Hans-Peter Metzler freute sich über 700 Besucher bei der Zukunftskonferenz. TOURISMUS 2012

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Z UK U NFT S KO NFER EN Z

Herbst 2011 weiterhin jährlich an neue heraussragende Tourismusprojekte vergeben werden. Um solche Projekte leichter umzusetzen, passt das Land die Richtlinien und Tourismusförderungen den Bedürfnissen der Touristiker laufend an.

Tourismusdirektor Christian Schützinger setzt im Strategieprozess auf innovative Ideen.

Auf der Homepage www.digitale-perspektiven.at/tourismus stehen Infos zu Workshops wie „Erfolgreich kommunizieren in Facebook“ oder „Professioneller Umgang mit Hotelbewertungsportalen“ zur Verfügung. Erste Termine gibt es bereits ab Juni 2012.

Innovation und Nachhaltigkeit Aufbauend auf den Säulen Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit arbeitet Vorarlberg Tourismus gemeinsam mit den Destinationen neue Angebote aus. Dazu setzt Vorarlberg Tourismus auf die Kreativität der heimischen Betriebe und schafft mit der laufenden Weiterentwicklung des Innovationspreises neue Motivation. Ob die neuen Angebote für Gäste dann auch interessant sind, überprüft Vorarlberg Tourismus einerseits über Nächtigungsund Wirtschaftskennzahlen sowie qualitativ mittels Gästebefragungen.

„Unser Ziel ist es, das effizienteste und effektivste Marketingsystem im Alpenraum aufzubauen.“ Tourismusdirektor Christian Schützinger

Die Innovationskraft der Tourismusbetriebe will auch das Land Vorarlberg weiter vorantreiben. Die Bund-Länder-Innovationsmillion soll nach der Erstausschüttung im 18

TOURISMUS 2012

Auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit hat sich das Land hohe Ziele gesteckt, zum Beispiel bei der Mobilität. Als Pilotprojekt ist im kommenden Sommer die Fahrradmitnahme in einigen Buslinien im Montafon erlaubt. Darüber und über sämtliche Möglichkeiten der Anreise und Fortbewegung im Urlaubsland soll künftig ein eigenes „Infonet“ Auskunft geben. Urlauber werden sich online über grenzüberschreitende Verkehrsrouten, Bahn- und Flugverbin-

„Individualität ist das einzige Konzept, das zukunftsfähig ist“ Bei der ersten Zukunftskonferenz erklärte Markus Hengstschläger, warum Vorarlberg mit der Tourismusstrategie 2020 die besten Voraussetzungen hat, Europas Nummer Eins zu werden. Auch in biologischen Systemen seien nur jene erfolgreich, die sich „in guten Zeiten“ weiterentwickeln, so der Humangenetiker und Beststellerautor („Die Durchschnittsfalle“). Tourismus-Magazin: Herr Professor Hengstschläger, im Urlaubsland Vorarlberg läuft eigentlich alles ganz gut. Warum sollte aus Ihrer Sicht als Naturwissenschaftler gerade jetzt ein neuer Strategieprozess starten? Markus Hengstschläger: Unsere Gesellschaft entwickelt sich ständig weiter. Beispielweise verdoppelt sich das globale Wissen derzeit in kürzesten Zeitabschnitten. Schon allein deswegen werden wir nie ein Stadium erreichen können, das dann 50 Jahre lang anhält. Deshalb ist es zu jeder Zeit richtig, sich weiterzuentwickeln und einen Strategieprozess zu starten, auch wenn der Vorarlberger Tourismus erfolgreich

läuft. Die Strategie ist auch deshalb gut, weil das Land auf Regionalität und Individualität baut. Wie in der Biologie ist auch im Tourismus das beste Konzept für die Zukunft, anders zu sein. Der Untertitel der Tourismusstrategie könnte auch lauten: ‚individuell, anders, eigen‘. Das ist die beste Voraussetzung, für 2020 gerüstet zu sein, auch wenn wir nicht wissen, welcher Gast dann kommt. Welchen Vorteil hat es denn, anders zu sein? Markus Hengstschläger: Ich gebe Ihnen ein Beispiel aus der Biologie. Die Hydra ist ein kleines Tierchen, das in Pfützen lebt. Ist es allein, wird es sich solange teilen, bis die Pfütze voll ist. Steigt aber in der Pfütze die Temperatur, sterben alle Tierchen, weil alle identisch sind und auf neue Bedingungen nicht vorbereitet waren. Das Gleiche passiert am Markt, eine Idee wird solange kopiert, bis der Markt gesättigt ist. Die Konkurrenz hat keinen Zugang mehr. Das Konzept ist aber viel zu kurzfristig gedacht. Überlebensfähig sind nur jene, die sich weiter entwickeln und sich von anderen unterscheiden. Je entwickelter und vielfältiger wir sind, umso bessere Chancen haben wir, auf neue Ge-


ZUKUNFTSKONFERENZ

Analog zum e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden strebt das Land im „t5-Programm“ höhere Energieeffizienz touristischer Einrichtungen an. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Ökologie-Institut Vorarlberg. Nachhaltig gestaltet werden sollen auch Vorarlbergs Naturräume: Neben hochwertiger touristischer Infrastruktur will das Land ausgewiesene Ruhezonen schaffen, die vor Neubauten geschützt sind.

gebenheiten zu reagieren. Umgelegt auf das Urlaubsland Vorarlberg heißt ‚anders sein‘: Es ist in seiner Vielfalt einzigartig und damit nicht kopierbar. Das macht es konkurrenzfähiger als andere. Vorarlberg setzt sich in Sachen Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit das Ziel, die Nummer Eins Europas zu werden. Reicht es denn nicht, ‚gut‘ zu sein? Markus Hengstschläger: Ich denke, nicht. In unserer Gesellschaft läuft es ja leider so, dass vor allem Durchschnittlichkeit gefördert wird, indem wir uns auf die Schwächen eines Menschen konzentrieren und weniger auf seine Stärken. Das beginnt schon in der Schule. Hat zum Beispiel ein Schüler im Zeugnis einen Einser und fünf Vierer, bekommt er in den ViererFächern Nachhilfeunterricht. Sein Einser-Fach wird dabei völlig vernachlässigt. Am Ende wird er überall durchschnittlich sein. Meiner Meinung nach, hat aber der Durchschnitt noch nie etwas Besonderes geleistet. Daher ist es wichtig, sich auf die Stärken jedes Einzelnen zu konzentrieren. Das gilt für die Ausbildung wie für den täglichen Job im Tourismus. Daher finde ich das Vorarlberger Konzept, wo der Faktor ‚Mensch‘ ganz im Mittelpunkt steht, gut. Wenn jeder seine Talente einbringen kann, dann ist das Ziel Nummer Eins zu werden, auch erreichbar.

WAS HALTEN SIE VON DER TOURISMUSSTRATEGIE 2020? Die Präsentation der Tourismusstrategie war für mich sehr beeindruckend. Diese Emotion gilt es jetzt für die nächsten Jahre zu nützen. Jeder hat verstanden, dass das der richtige Weg ist. Um die Inhalte der Strategie wird es meines Erachtens keine großen Diskussionen geben. Die Ziele sind absolut stimmig. Matthias Marxgut, Ländle Marketing

Diese Vertragsunterzeichnung ist die größte und wertvollste Wertschöpfungsoffensive, die es in Vorarlberg je gegeben hat. Denn von dieser Strategie werden alle mitgezogen: Bauern, Handwerker, Handel. Jetzt braucht es volle Kraft für die Umsetzung. Ich hoffe, dass die Unternehmen diesen Weg mittragen werden. Matthias Ammann, vorarlberger holzbau_kunst

Ich halte die Tourismusstrategie für einen Meilenstein. Vieles davon wird heute schon gelebt – künftig wird es aber ganz bewusst gelebt und erhält dadurch eine neue Qualität. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Umsetzung ist, dass die wichtigsten Personen aus den beteiligten Organisationen gut mit einander können. Fotos © Lisa Mathis

dungen, öffentliche Verkehrsmittel, Wander- und Skibusse sowie über Radverleihstationen im Land informieren können.

Andrea Kinz, Weißes Kreuz, Bregenz

Die Tourismusstrategie 2020 setzt hohe Ziele für Vorarlberg, die wir nur gemeinsam erreichen können. Das ist der einzig richtige Weg. Wir dürfen aber nicht zu ungeduldig sein. Das wird ein Prozess sein nach dem Motto „Zwei Schritte vor, einer zurück“. Die inhaltlichen Schwerpunkte Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit sind absolut authentisch für Vorarlberg. Peter Heine, Hotel Steffisalp, Warth

Die Tourismusstrategie finde ich sehr vielversprechend. Auf Regionalität und Qualität zu setzen, ist genau der richtige Ansatz. Wichtig ist meines Erachtens auch, die Tourismusgesinnung in der Bevölkerung zu stärken. Dass die Menschen dem Tourismus positiv gegenüber stehen, ist die Grundlage, auf der wir aufbauen können. Dieter Dubkowitsch, Montafon Tourismus TOURISMUS 2012

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AKTUELLES VON VORARLBERG TOURISMUS

VORARLBERG-BETEILIGUNG AN DER ÖSTERREICH-WERBEKAMPAGNE IN DEUTSCHLAND UND DER SCHWEIZ Mit einer großen gemeinsamen Kampagne Sommerglücksmomente aus Österreich machen die Allianz der 10 (Österreich Werbung und 9 Landestourismusorganisationen) sowie weitere Partner im wichtigsten Herkunftsmarkt Deutschland Lust auf Sommerurlaub in Österreich. Bereits im Dezember 2011 – in der ersten Phase der Urlaubsplanung – starteten die E-Marketingaktivitäten. Mit einer Geschichte über „E-Mountainbiken in Vorarlberg“ positio-

niert sich Vorarlberg als das österreichische Urlaubsland, in dem man sich besonders gut aktiv erholen kann. Die Kampagne umfasst: Imageanzeigen, ein Magazin (Auflage: 2 Mio) als Medienbeileger, Wirtschaftskooperationen, TV, Kampagnen-Website, Cost-per-Click-Kampagne, regionale Radiokampagne in Nordrhein-Westfalen, Social Media und Pressearbeit. Fünf Destinationen beteiligten sich mit konkreten Angeboten.

Die Kampagne „Sommerglück in Österreich“ wurde dieses Jahr erstmals auch in der Schweiz durchgeführt. Die Geschichten und Angebote zum „Sommerglück“ mit besonders starker Beteiligung Vorarlberger Destinationen und betrieblicher Anbieter erreichten potenzielle Österreich-Urlauber über einen Medienbeileger (Auflage: 667.000) sowie E-Marketingaktivitäten und Pressearbeit.

NEUE BROSCHÜREN WEG.WEISEND – Wandersommer in Vorarlberg 2012 liefert auf 64 Seiten Routentipps und allgemeine Wander-Informationen für das „Land des Staunens“, wie es im Editorial von Hermann Brändle heißt: „Es gilt, das Lebensfeuer® zu entfachen, Naturdenkmale zu bewundern, eine Zeitreise zu den Walsern zu unternehmen (…) Wo sich zwei Seelenfreunde treffen, steht Entspannung auf dem Programm.“ Im Juni erscheinen zwei weitere Produktionen: Der Familien-Folder FREI.ZEIT stellt Vorarlberg als Abenteuerspielplatz für Groß und Klein vor – von Bergseen bis Wasserplätzen, von Wanderwegen bis Stadt-Ausflügen, von Erlebnissen bis zu Entdeckungen, von Natur bis Kultur. Eine weitere Broschüre widmet sich dem Thema Rad und (E-)Bike auf genussvolle Art. Alle Folder stehen auch zum Download bereit auf www.vorarlberg.travel/prospekte. 20

TOURISMUS 2012


AKTUELLES VON VORARLBERG TOURISMUS

Beim 26. Werbe Grand Prix 2011/2012 des Tourismus-Fachmagazins T.A.I. gab es für Vorarlberg Tourismus Grund zu großer Freude: Ausgezeichnet werden in diesem Wettbewerb die besten Plakate, Kataloge, Websites, TV- und Radiospots. In der Kategorie „Kataloge & Prospekte Destinationen“ siegte das Winterjournal ZEIT. FENSTER in der Gesamtwertung von Publikum und Jury. „Mit dem eindrucksvollen Magazin setzte sich Vorarlberg Tourismus gegen stärkste Konkurrenz durch. Beim Publikum knapp an den Top Ten vorbei, konnte das ZEIT:FENSTER bei der Jury stark punkten und überzeugte neben der starken Grafik auch durch die gelungene Mischung

© Sufiyan/T.A.I.

AUSZEICHNUNG FÜR WINTERJOURNAL

aus Information und Story-Telling“, hieß es in der Begründung der Entscheidung. Die Sieger in sechs Kategorien hatten sich in einem Feld von insgesamt 365 Einreichungen durchgesetzt. Ulrike Willam-Kinz, Leiterin der touristischen Vorarlberg Repräsentanz in Wien, nahm für Vorarlberg Tourismus den Hauptpreis, einen Swarovski KristallAward „Blick in die Welt“, im Vienna Hilton Hotel entgegen.

MIT DER VORARLBERGAPP BESTENS AUF RADUND WANDERWEGEN UNTERWEGS Im Sommer ist die erste Vorarlberg-App für Freizeit und Urlaub (iPhone, iPad und Android) kostenlos verfügbar. Mit dieser App – powered by Geodata-Service von Vorarlberg Tourismus – sind ca. 400 Wander- und 40 Mountainbike-Tipps interaktiv abrufbar. Zu allen erfassten Routen lassen sich nützliche Informationen ausdrucken und herunterladen: von der Karte über die Wegbeschreibung bis hin zum Höhenprofil und den Daten für GPS-Geräte. Bilder und Videos geben einen Vorgeschmack auf die Tour, Piktogramme markieren Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen, Einkehrmöglichkeiten, Ruheplätze, Bergbahnen, Busstationen etc. Weitere Informationen auf www.vorarlberg.travel/apps. Erhältlich im

App Store Erhältlich für

PARTNERSCHAFT BREGENZER FESTSPIELE UND VORARLBERG TOURISMUS Die Bregenzer Festspiele und Vorarlberg Tourismus bauen ihre Partnerschaft weiter aus. Ziel ist es, die Marken Bregenzer Festspiele und Vorarlberg stärker zu verbinden. Als erste konkrete Maßnahmen wurden die Teilnahme von Vorarlberg Tourismus an Pressegesprächen der Bregenzer Festspiele in Berlin und Hamburg im Mai

sowie ein gemeinsames Branding des Zeppelin im Zeitraum Mitte Mai bis zum Abschluss der Festspiele im August 2012 vereinbart. Sukzessive sollen weitere Kommunikationsmittel (z.B. Presseinformationen) unter dem Aspekt des „Wording“ gecheckt und angepasst werden.

FACHEXKURSION ZU GAST BEI VORARLBERG TOURISMUS

Tourismusdirektor Mag. Christian Schützinger und Prof. Dr. Pietro Beritelli.

Eine Gruppe Trentiner Touristiker unter der Leitung von Prof. Dr. Pietro Beritelli (Hochschule St. Gallen, Research Center for Tourism and Transport) war Mitte Mai zu Gast bei Vorarlberg Tourismus. Teilnehmer waren die Vorstandspräsidenten der Tourismusorganisationen des Trentino, die zu einer besonderen Form der Studienreise einen Blick in die Nachbarländer warfen. Mithilfe von Prof. Beritelli wollten sie verschiedene Typen von Tourismusorganisationen kennenlernen und damit ihren Horizont erweitern. Tourismusdirektor Mag. Christian Schützinger empfing die Gruppe und stellte in seinem Vortrag die Organisation des Tourismus in Vorarlberg vor.

Android

AUFTAKT-WORKSHOP „KLIMTOUR“ Ende Mai war das Dornbirner Hotel Martinspark Schauplatz eines Workshops zur Klimaveränderung. Der mit diesem Thema auch verbundene Kundenanspruch nach mehr Nachhaltigkeit ist eine Chance für den Tourismus in Vorarlberg. In einem von Vorarlberg Tourismus und dem Land Vorarlberg kofinanzierten Projekt am Forschungszentrum alpS werden mögliche Chancen und Risiken für den Tourismus in Vorarlberg untersucht. Das Projekt und erste Ergebnisse wurden in Dornbirn präsentiert. Der international renommierte Tourismusforscher Dr. Bruno Abegg (HTW Chur) hielt einen Vortrag mit dem Titel: „Der alpine Tourismus im globalen Wandel“. Mit „Energieautonomie als Beitrag zum langfristigen Klimaschutz“ beschäftigte sich die zweite Referentin, Mag. (FH) Karin Feurstein vom Energieinstitut Vorarlberg.

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KLEINWALSERTALER DIALOGE

„Was göönd mi d Gescht aa?“ Es lohnt sich, früh genug über das Spannungsfeld zwischen dem urlaubenden Gast und dem Alltag für den Einheimischen nachzudenken. Bei den 18. Kleinwalsertaler Dialogen wurde ein Diskurs auf die Frage „Was göönd mi d Gescht aa?“ initiiert.

M

it der provokanten Frage „Was göönd mi d Gescht aa?“ konfrontierte der Veranstalter Dr. Andreas Gapp, Vorstand der Walser Raiffeisen Holding, die Teilnehmer der diesjährigen 18. Kleinwalsertaler Dialoge. „Die Frage ist wichtig, um die Lebensgrundlage nicht aus den Augen zu verlieren. Sie betrifft alle Bewohner in den Tourismusregionen.“ Über das Spannungfeld zwischen Gast und Gastgeber zu sprechen, lohnt sich, sagt auch Dr. Manfred Kohl, Geschäftsführer der Kohl und Partner Tourismusberatung und einer der Referenten: „Was für den Gast Urlaub ist, bedeutet für den Einheimischen Alltag.“ Diese unterschiedlichen Zugänge sind im gleichnamigen Kurzfilm thematisiert worden. Er zeigt ein überzeichnetes Zukunftsszenario in einer Tourismusregion, in der die Gäste ausbleiben. Darin schildern betroffene Einheimische im Jahr 2031 die Auswirkungen, als dem Tourismus nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird: Erste Hotels und Betriebe sperren zu. Junge

verlassen das Dorf. Die Gemeinde hat zu wenig Steuereinnahmen und muss sparen. Manche sind froh, dass keine Gäste mehr kommen. Nur jene Hotels überleben, die sich spezialisiert haben. „Dieser Film soll zum Dialog anregen, aber keine Antwort geben oder gar werten“, so Gapp.

Aspekte für positive Entwicklung In diesem fiktiven Szenario kommen auch Experten zu Wort. Sie weisen darauf hin, dass es im gesättigten Tourismus-Markt zu wenige neue Ideen gibt. Die angebotenen Tourismus-Themen sollten authentisch und nicht kopierbar sein. Mit den Gästen müsse offen kommuniziert werden, schließlich sei der Gast als Kunde zu sehen. Einen weiteren Beitrag zur Diskussion lieferte der junge Vorarlberger Dirigent Stefan Susana. Mit seinem Auftritt zeigte er auf, dass Tourismus – wie ein Orchester – nur als Ganzes funktionieren kann. Nur, wenn alle Beteiligten ihre individuel-

len Kompetenzen und Persönlichkeiten in Einklang bringen, können sie gemeinsame Ziele erreichen. Für Anne Riedler, Geschäftsführerin Kleinwalsertal Tourismus schafften die diesjährigen Kleinwalsertaler Dialoge etwas Wesentliches: „Neue Herangehensweisen, wie ein Film, der im gesunden Maße provoziert, erweitern den Horizont und stoßen wichtige Diskussionen an. Touristiker, Destinationsvertreter und jene, die am Tourismus partizipieren, diskutierten zu diesem Thema, das sonst eher nicht so offen besprochen wird. Und im Diskurs sehe ich den Beginn zum Handeln.“ Der Film „Was göönd mi d Gescht aa?“ wurde übrigens mit dem Prix Victoria in Silber in der Kategorie Tourismus bei der 25. Internationalen Wirtschaftsfilmtagen 2012 in Wien ausgezeichnet. Im Internet unter: www.kleinwalsertaler-dialoge.at

Mag. Willi Fritz (Vorstandsvorsitzender Walser Raiffeisen Holding), Dr. Manfred Kohl (Vortragender), DI Julian Müller (Vorstand Walser Raiffeisen Holding), Mag. Markus Bischof (Standortleiter P8 Hofherr/Moderator), Stefan Susana (Dirigent/Vortragender), Dr. Andreas Gapp (Vorstand Walser Raiffeisen Holding), Daniela Schwendinger (Dialogteilnehmerin), Mag. Christian Schützinger (Geschaftsführer Vorarlberg Tourismus), Mathias Brenner (Dialogteilnehmer), Dénes Sézchenyi (Regisseur) (v.l.) 22

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GEHEIMTIPPS

SommerDrinks Mit welchen Getränken kühlen sich Gäste, Hoteliers und Gastronomen an heißen Tagen ab? Eistee Bei uns auf der Terrasse sind im Sommer bei unseren Gästen neben dem Klassiker „Hugo“ und frisch gepressten Fruchtsäften Eistees angesagt. Die frisch mit losen Teesorten aufgebrühten Eistees haben so klingende Namen wie „Wild Lemon“, „Be Cool“ oder „Ice Beach“. Das angebotene Bio-Teesortiment reicht von Schwarz- über Grüntee bis hin zu Früchte- und Rotbuschtees. Sommer wie Winter bieten wir unseren Gästen über 30 Teesorten an. Mein persönlicher Favorit ist der „Wild Lemon“. Die Mischung aus Lemongrass, Ananas und Papaya finde ich herrlich erfrischend.

Lemonup fresh Klare Favoriten im vergangenen Sommer waren die im Trend liegenden Drinks wie „Aperol Spritz“ und „Hugo“. Dies wird sich voraussichtlich auch in der kommenden Saison wieder abzeichnen. Ich favorisiere für diesen Sommer die Kombination aus anregendem upsynth lemon, verfeinert mit Limette, einem Spritzer hausgemachten Holundersirup, aufgespritzt mit Prosecco. Unser neu kreierter Drink „Lemonup fresh“ wirkt durch seine Zusammensetzung prickelnd, leicht und ist im Geschmack und Farbe unverwechselbar. Die neue Kreation hat somit Potenzial, ein echter Hit zu werden.

Isabelle Burger, Berghof Fam. Burger, Lech www.derberghof.at

Barkeeper Stefan Höllinger, Traube Braz Alpen.Spa.Golf.Hotel, www.traubebraz.at

Bergheublumensirup Da sich bei uns sehr viele Wanderer und Mountainbiker auf den Terrassen unserer Berggastronomie erfrischen, sind alkoholfreie Getränke gefragt. Vor allem Minze- und Holundersirup werden gerne bestellt. Besonders viele Gäste waren vergangenen Sommer auf den von uns kreierten Bergheublumensirup neugierig. Dieser „Aperol der Berge“ wird mit Quell- oder Sodawasser aufgespritzt. Mit Prosecco aufspritzen ist natürlich auch möglich. An heißen Tagen mag ich am liebsten ein Skiwasser, also ein leichter Himbeersirup, zum Abkühlen.

Mojito Am meisten bestellt wird bei uns an der BeachBar beim Musikpavillon in Bregenz der „Mojito“. Da er sehr spritzig ist, bietet er an heißen Sommertagen willkommene Erfrischung. Stark im Kommen sind im Sommer Wellnessgetränke, die Kombucha enthalten und mit Prosecco aufgespritzt werden. Ich persönlich mag den CocktailKlassiker „Moscow Mule“ sehr gern. Dies ist ein Sommergetränk, das aus Wodka und Ginger Beer gemixt wird. Durch den Ingwer im Ginger Beer bekommt der Cocktail eine leichte Schärfe. Das erfrischt mich an heißen Tagen.

Eugen Lorenzin, Silvretta Montafon Gastronomie, St. Gallenkirch, www.silvrettamontafon.at

Stefan Köb, BeachBar Bregenz www.cokktail.com

Hausgemachte Säfte Besonders beliebt sind in den Sommermonaten unsere hausgemachten Säfte. Im Frühling haben wir gerade Fliedersaft hergestellt. Der Himbeer-Galgant-Saft wird von Groß und Klein bestellt. Der Holdersaft erweist sich ebenfalls als Dauerbrenner bei unseren Gästen. Bei der Herstellung unserer Durstlöscher ist mir ganz wichtig, dass kaum Zucker (nur Fruchtzucker oder Rohrzucker) und keine künstlichen Stoffe verwendet werden. Mir persönlich ist im Sommer ein Glas Wasser am liebsten, eventuell ein Spritzer Himbeersaft beigefügt. Antonia Moosbrugger, Hotel Schwanen Bizau, www.schwanen.at

Sommerkind „Hugo“ und „Aperol Spritz“ sind die Klassiker, die auch bei uns von den Gästen gerne bestellt werden. Wir erweitern heuer unser Angebot mit einem selbst erfundenen Sommergetränk namens „Sommerkind“. Dieser Cocktail ist spritzig und fruchtig und hat durch die interessante Mischung einen belebenden Geschmack. Die Hauptbestandteile sind Gin, Tequila und Cranberry-Saft. Der Name „Sommerkind“ ist ein Zusammenschluss aus den beiden Nachnamen der Erfinder. Also der von meinem Kollegen Florian „Sommer“ und meinem. Chef-Barkeeper Sebastian Kind, Hotel Riezler Hof, Riezlern, www.riezlerhof.at

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V-CARD

2012 Mit der ganz Vorarlberg entdecken! Auch dieses Jahr gibt es wieder die V-CARD – das Ticket für Einheimische und Ausflugsgäste, um ganz Vorarlberg kennen zu lernen. Gültigkeit: 1. Mai bis 31. Oktober 2012

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Erwachsene € 49,– / 32,–* Kinder € 24,50 / 16,–* (Jg. 1997–2005) Kinder bis 6 Jahre gratis * mit Vorarlberger Familienpass

www.v-card.at Die V-CARD ist ein Produkt der VORARLBERG TOURISMUS GmbH, Poststraße 11, A-6850 Dornbirn, Tel.: +43 (0)5572/377033-0 Jedes teilnehmende Ausflugsziel kann während des Gültigkeitszeitraums einmal kostenlos besucht werden. Vorverkaufsstellen: Bregenz Tourismus, Bregenzerwald Tourismus, Dornbirn Tourismus, Rathaus Götzis, Musikladen Rankweil, Feldkirch Tourismus, Frastanz Tourismus, Bludenz Tourismus, Lech Zürs Tourismus, Kleinwalsertal Tourismus, CafeRestaurant Reblaus Bludesch/Gais, Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg, Strandbad Hard, Rohnerhaus Lauterach, Seilbahnen Sonntag-Stein, Haus Walserstolz Sonntag, Montafoner Heimatmuseum Schruns, Tandem Kurt Gaschurn.

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2 0 1 2 Das Fachmagazin von Vorarlberg Tourismus Das Urlaubsland Vorarlberg setzt auf hohe Qualität und individuelle Begegnungen. Immer mehr...

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