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Das Fachmagazin von Vorarlberg Tourismus

Nachhaltig, aus Überzeugung Vorarlbergs Gastgeber setzen bei den Themen Energieeffizienz und Umweltschutz Maßstäbe. Eine Investition in die Zukunft, denn auch Gäste achten auf grünes Engagement. > Seite 06

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TOURISMUS

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BE ZA HLT E A N ZE IGE

Zimmer frei mit Mehrblick. Die Venstermacher eröffnen interessante Perspektiven in Gastronomie und Hotellerie. Wenn sich Venster so schreiben wie man es laut Duden nicht tun sollte, dann haben sich die Venstermacher dabei etwas gedacht. Nicht nur V wie Vorarlberg als Herkunftsbezeichnung. V hat nämlich viele Vorteile zu bieten. Im Sinne von V wie vorausschauend. Weil die Venstermacher Spezialisten für architektonisch anspruchsvolle Speziallösungen sind, was ihnen einen

Vorteil gegenüber industriell gefertigten Fenstern einbringt. Individualität gegen Masse. Ist das nicht auch ein Trend im Tourismus? Der Wunsch von immer mehr Gästen? Schon wieder ein V: Verträglichkeit. Verträgt es sich nicht besser, wenn unsere Gäste ihren Blick in die Natur durch ein Venster aus dem Naturstoff Holz werfen und sich umgekehrt die

Natur mit einem sehr ästhetischen Venster-Design ins Zimmer holen? Klaus Engstler, Venstermacher aus dem Klostertal, weiß, wovon er spricht, wenn er Venster aus bestem regionalem Holz anbietet: Umsichtigen Wirte und Hotelliers haben erkannt, daß die Handwerker der Region ein touristisches Gut sind, das man pflegen muss. So wie den Wald, der in diesem natürlichen und daher nachhaltigen Kreislauf mit eingebunden ist. Der Wald ist es, der durch seine unmittelbare Nähe ein Garant dafür ist, daß wir mit unseren CO2-Einsparungen wieder besser schlafen können. So gesehen ist jedes Venster auch ein Vorbild für unser Umweltbewusstsein. Übrigens: Das Vergnügen, durch ein Venster aus Vorarlberg blicken zu können, haben schon viele ausländische Betriebe in der Tourismusbranche erkannt. Joachim Flatz: „Wir Venstermacher statten unsere Venster mit ausgezeichneter Beschlägetechnik und höchster Dauerhaftigkeit aus. Vor allem aber liefern wir auf Kundenwunsch sehr gerne Venster aus heimischem Holz.“ Infos: www.venstermacher.at


EDITORIAL

Mit voller Energie zum nachhaltigen Tourismus

Foto: Beate Wüschner

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nergieeffizienz und Nachhaltigkeit haben in jüngster Zeit vielerorts an Bedeutung gewonnen. In Vorarlberg spielen diese Themen schon lange eine große Rolle. Das Land hat beschlossen, bis zum Jahr 2050 energieautonom zu sein. Die Struktur des Tourismus mit zahlreichen Familienbetrieben unterstützt dies: Die Familien und Gastgeber haben einen engen Bezug zu ihrer Heimat, zur Natur, und geben dies an ihre Gäste weiter. Auch bei Maßnahmen zur Energieeffizienz setzen Vorarlbergs Hoteliers Maßstäbe. In unserer Titelgeschichte veranschaulichen einige Best-Practice-Beispiele das vielfältige Engagement. Um die Betriebe bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsprinzipien bestmöglich zu unterstützen, starten Ökologie-Institut und Energieinstitut im Auftrag der Wirtschaftskammer noch dieses Jahr das Programm t5. Verbunden mit betriebsinternen Optimierungsprozessen soll ein lernendes Netzwerk entstehen. Wie das funktioniert, erklären wir auf Seite 18.

Natürlich spielt das Thema Nachhaltigkeit auch für die Positionierung Vorarlbergs am internationalen Reisemarkt eine große Rolle – und wird sehr gut angenommen. Wie „grün“ unsere Gäste sind, lesen Sie auf Seite 15. Das Urlaubsland Vorarlberg bietet eine noch nahezu unberührte Natur und damit verbunden Entfaltungsräume im alpinen Raum. Diesen intakten Lebensraum müssen wir schützen, um ihn für nachfolgende Generationen zu erhalten. Herzlichst,

Dir. Mag. Christian Schützinger Geschäftsführer Vorarlberg Tourismus GmbH

Engagiert sind auch die diesjährigen Preisträger des Innovationspreises. Im Rahmen des Tourismusforums konnten wieder vorbildhafte Projekte im Sinne der touristischen Leitlinien für das Tourismusland Vorarlberg und der Tourismusmarke Vorarlberg ausgezeichnet werden. Sie zeigen, dass sich in der Branche einiges bewegt. Mehr dazu lesen Sie ab der Seite 22.

Impressum Das Fachmagazin der Vorarlberg Tourismus GmbH erscheint dreimal jährlich, Herausgeber/Medieninhaber: Vorarlberg Tourismus GmbH, Poststraße 11, A-6850 Dornbirn Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Christian Schützinger Projektleitung: Markus Dietrich Redaktion: Pzwei. Pressearbeit, Katrin Neef, Bregenz Mitarbeit: Silvia Böhler, Mona Egger, Olga Flatz, Thorsten Bayer, Arno Miller, Ruth Eberhardt Produktion: Andrea Masal Grafische Gestaltung: Werkstatt West, Richard Steiner, Hard Anzeigen: Media Team GmbH, Röthis Druck: Hecht Druck Ges.m.b.H. & Co. KG, Hard Fotos: Für alle im Bildnachweis mit Vorarlberg Tourismus gekennzeichneten Bilder und Grafiken liegen die Nutzungsrechte bei der Vorarlberg Tourismus GmbH, Poststraße 11, A-6850 Dornbirn. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. TOURISMUS 2011

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INTERVIEW

„Enge Vernetzung mit der Lebensund Arbeitswelt der Vorarlberger“ Werner Bätzing ist Professor für Kulturgeografie an der Universität Erlangen-Nürnberg und hat als Alpenforscher mehrere Standardwerke verfasst. Ende Mai referierte er in Eichenberg bei einem Treffen des Netzwerks Nachhaltigkeit über das Thema „Wertvolle Landschaft: erlebt, geschützt, genutzt – Leitideen für einen nachhaltigen Alpentourismus im Zeitalter der Postmoderne“. Das Tourismus-Magazin hat mit ihm gesprochen.

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ange Zeit waren „die Alpen“ ein Reisetraum wie „das Meer“. Was löst heute die alpine Landschaft bei den potenziellen Touristen aus? Dieses Bild alpiner Landschaft verblasst sehr stark und wird seit etwa 1980 ersetzt durch Bilder von den Alpen als einer Region, wo man aktiv Sportarten betreiben kann, sei es Ski fahren, sei es Mountainbike, bei denen die Landschaft im Prinzip in die Rolle einer Kulisse rutscht. Diese schönen Alpen, die man früher begeistert bewundert hat, das ist sehr stark weggebrochen. Sehen Sie dennoch eine Art Überkick, den die Alpenländer geben? Der Kick ist heute ein Angebot, das modisch ist. Der Wintertourismus hat in den Alpen weiterhin einen hohen Sex-Appeal,

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der ist aktiv, da ist das Image durch Carving, durch Snowboard immer wieder aufgefrischt worden. Der Sommertourismus hat viel größere Schwierigkeiten, das alte Bild, das wegbricht, durch etwas Analoges aufzubauen. Saftige grüne Wiesen und schneebedeckte Gipfel sind also zu wenig? Das reicht spontan heute eigentlich nicht. Man kann die zentralen Werte des Alpen-

raumes nicht unmittelbar vermarkten, die Menschen haben heute nicht mehr das Wissen, um Natur und Landschaft direkt und unmittelbar zu erleben. Die heutigen Städter müssen dabei angeleitet werden. Für mich ist eine Anleitung zum Erleben einer Landschaft aber etwas anderes als eine Inszenierung. Denn der Städter geht heute hin und weiß praktisch nicht, was er draußen in der Landschaft spontan machen soll. Für mich ist Folgendes die zen-

„Das Ziel ist, dass man sich nicht fertige Erlebnisse kauft“

Werner Bätzing


Fotos: Vorarlberg Toruismus

INTERVIEW

trale Zielsetzung: Der Städter, der heute sehr stark naturfern lebt, kann im Alpenraum wieder Kontakt bekommen zu einer gewaltigen Natur, zu einer bedrohlichen Natur, zu einer faszinierenden Natur, er kann merken – beispielsweise bei einem Gewitter an einem Sommernachmittag –, dass der Mensch nicht Natur im Griff hat, dass man Natur respektieren muss. Diese Erlebnisse von Natur, die man dann auch selbst mit seinem Körper macht, sei es bei einer Wanderung, sei es am Wildbach, wo Kinder einen Staudamm bauen, die können dem Menschen heute sehr viel Sinn und Wert vermitteln. Jedoch jenseits aller modischen Verkaufsargumente, denn das Ziel ist es, dass man sich nicht fertige Erlebnisse kauft mit dem Anspruch auf das maximale Erlebnisniveau. Diese Erlebnisse muss man selbst erleben, mit dem eigenen Körper spüren! Diese Erfahrung zu machen ist etwas sehr Beglückendes und Bereicherndes. Dann wäre die Mundpropaganda das wichtigste Werbemittel? Das ist die eine Seite. Die andere ist die, dass man in der heutigen Mediengesellschaft um Aufmerksamkeit konkurrieren muss, und dazu braucht es überzeugende Gesamtangebote, da kann man nicht ein einzelnes Hotel, einen einzelnen Ort oder einen einzelnen Wanderweg vermarkten, da braucht es ein Gesamtpaket. Es ist sehr sinnvoll, wenn Vorarlberg versucht, seinen Tourismus insgesamt ein Stück weit nach-

haltiger zu machen, um auf diese Weise dem einzelnen Hotel, Ort oder Wanderweg einen guten und tragfähigen Rahmen zu geben. Vorarlberg ist Ihrer Beobachtung nach also auf dem richtigen Weg? Die Ansätze, die jetzt diskutiert werden, die finde ich sehr beeindruckend. Da kenne ich direkt nichts Vergleichbares. Und Vorarlberg hat keine schlechten Voraussetzungen, weil ein nachhaltiger Tourismus ein dezentraler flächenhafter Tourismus ist, der nicht im Ghetto stattfindet, sondern in enger Vernetzung mit der Lebensund der Arbeitswelt der Vorarlberger. Da ist es von Vorteil, dass Vorarlberg mit Ausnahme des Kleinwalsertals und von Lech keine großen Tourismuszentren hat, und diese können dabei gut integriert werden. So etwas wäre anderswo viel schwieriger.

Werner Bätzing, Jahrgang 1949, wuchs in Nordhessen auf. Er studierte Theologie und Philosophie und absolvierte danach eine Lehre als Buchhändler. Ende der 70erJahre „entdeckte“ er die Alpen und studierte Geografie in Berlin. Später hatte Bätzing eine GeografieProfessur in Bern sowie Gastprofessuren in Wien und Genua inne. Heute ist er Professor in Erlangen. Werner Bätzing ist Autor des Standardwerkes „Die Alpen“ und vieler anderer Publikationen. Als Wissenschaftler beschäftigt er sich unter anderem intensiv mit Regionalprodukten und ihrer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Aufwertung.

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TITELSTORY

Vorarlberger Hoteliers beim Umweltschutz an der Spitze Energieeffizienz und Nachhaltigkeit als Investition f端r die Zukunft

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TITELSTORY

Foto: Markus Gmeiner

Sonnenkollektoren auf dem Dach des Hotels Schwanen in Bizau senken den Energieverbrauch.

Vorarlberg will bis zum Jahr 2050 energieautonom sein. Ziel ist eine ausschließlich aus erneuerbaren Quellen gespeiste Energieversorgung. Eine wichtige Säule des Konzepts sind Energieeffizienzmaßnahmen. Vorarlberger Gastronomen und Hoteliers setzen hier neue Maßstäbe. Sie forcieren eine umweltschonende Nutzung von Energie und Ressourcen und beweisen so, dass ihnen der sensible Umgang mit der Natur wichtig ist. Es ist eine Investition in die Zukunft. TOURISMUS 2011

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TITELSTORY

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ahlreiche Projekte zeigen, dass Vorarlberger Hoteliers und Gastronomen ihre baulichen Investitionen mit nachhaltigen Maßnahmen verbinden. So erhält das Hotel Martinspark in der Dornbirner Innenstadt den österreichweit ersten Passivhaus-Zubau. Sehr guter Wärmeschutz ist dafür Grundvoraussetzung. Durch ein automatisches Lüftungssystem werden die Räume ständig mit frischer Luft versorgt, und es ist keine Klimaanlage notwendig. Egal ob im Winter oder Sommer, es herrscht immer eine gleichbleibende, angenehme Raumtemperatur. In Gaschurn wird das Explorer Hotel Montafon, das erste zertifizierte Passivhotel in Europa gebaut. Der Spatenstich ist bereits erfolgt, pünktlich zum nächsten Saisonstart im Winter 2011 ist die Eröffnung geplant. Im Vergleich zu einem herkömmlich gebauten Hotel gleicher Größe soll es dann 95 Prozent weniger CO2-Ausstoß verursachen. „Der Trend zu Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ist deutlich spürbar. Unsere Gäste schätzen die Vorarlberger Naturvielfalt und honorieren auch das Engagement für die Umwelt. Aufgrund der steigenden Energiekosten ist die optimale Nutzung der Energie zudem wettbewerbsrelevant“, sagt Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus.

Neu und nachhaltig

Auch das Hotel Krone in Au wird mit Fernwärme aus dem örtlichen Biomasseheizwerk geheizt. „Anstelle von 85.000 Litern Heizöl nutzen wir jetzt die Energie unseres Hackschnitzelheizwerks, das rund 4000 Schüttraummeter Hackschnitzel pro Jahr verbrennt“, sagt Eigentümer Walter Lingg. Bei den umfassenden Baumaßnahmen in den vergangenen 13 Jahren wurde außerdem großer Wert auf Energieeffizienz gelegt. Die Aufwendungen für die Beheizung konnten dadurch um über 50 Prozent reduziert werden. „Gleichzeitig gewinnen wir sehr viel Energie durch intelli-

Foto: Hotel Martinspark

Von Beginn an durchdacht gestaltet sich das Energiekonzept des neuen Travel

Charme Ifen Hotels im Kleinwalsertal. Die benötigte Energie zur Erwärmung von Trink- und Brauchwasser, für Heizung und Poolanlagen stammt aus der Fernwärme des Biomasse-Heizwerks in Hirschegg. Zur Einsparung von Energie wird die Abwärme von Kühlaggregaten, den Spülmaschinen und auch der Küchenabluft aufgefangen und dem Heizkreislauf über Wärmepumpen wieder zugeführt. Zur Beleuchtung kommen im Hotel nur Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren und LED-Leuchtmittel zum Einsatz. Klimaanlage, Heizung sowie Fußbodenheizung im Badezimmer werden erst beim Einchecken der Gäste aktiviert. „Wird ein Fenster geöffnet, schalten sich Heizung und Klimaanlage aus, denn wir wollen ja nicht die Energie im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster hinauswerfen“, sagt Hoteldirektor Peter Hoeck Domig.

Innovativ: Das Hotel Martinspark in der Dornbirner Innenstadt erhält den österreichweit ersten Passivhaus-Zubau. 08

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Wenn im Sommer im Dornbirner Hotel Krone die Spülmaschine heiß läuft, hat Mona Blenke alle Hände voll zu tun. Das Wasser für die Spülmaschine wird mit der Abwäme der Kühlanlagen erhitzt. Das spart jede Menge Energie.

„Investitionsmillion“ Um innovative Leuchtturmprojekte entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette anzuregen, stellt das Wirtschafts- und Tourismusministerium gemeinsam mit den Bundesländern von 2011 bis 2013 jährlich eine Innovationsmillion zur Verfügung. Pro Jahr sollen damit bis zu zehn Projekte gefördert werden. Angesichts der steigenden internationalen Konkurrenz soll die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden, um so mehr Wachstum und Arbeitsplätze im Tourismus zu schaffen. Die neue Förderinitiative richtet sich an Kooperationen aus Unternehmen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, aber auch mit ihnen zusammenarbeitende andere Unternehmen und Organisationen.

> Nähere Informationen erhalten Sie beim Amt der Vorarlberger Landesregierung in der Wirtschaftsabteilung.


Foto: Markus Gmeiner

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Fotos: VKW

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Zahlreiche Biomasse-Nahwämeanlagen sind in den letzten 15 Jahren in Vorarlberg entstanden. Sie leisten einen großen Beitrag, um das Ziel Energieautonomie 2050 zu erreichen. Abnehmer sind auch Tourismusbetriebe, die damit nicht nur den Umweltschutz, sondern auch den regionalen Wirtschaftskreislauf unterstützen.

Steigende Energiekosten gente Technik im Haus zurück“, ergänzt Lingg. „Besondere Freude bereitet uns unsere neue, sehr innovative Wärmerückgewinnung aus der Wäscherei: Die heiße, feuchte Abluft aus dem Wäschetrockner und der Bügelmaschine wird über einen Wärmetauscher zu Warmwasser gemacht und kann im Sommer zur Kühlung des Gästerestaurants genutzt werden. Wenn wir hierfür Heizöl brauchen würden, wären das einige Hundert Liter pro Monat.“

„Die Energiekosten eines Hotels betragen je nach Ausstattung 3 bis 6 Prozent vom gesamten Umsatz und sind damit höher als der Durchschnitt im Gewerbesektor“, sagt Markus Kaufmann vom Energieinstitut Vorarlberg. Zudem stünden Hoteliers oft unter Druck, ihre Standards ständig zu erhöhen, um ihren Gästen immer wieder neue „Attraktionen“ bieten zu können. So wird ein neuer Wellnessbereich gebaut, oder der Betrieb vergrößert sich nach und

nach. „Wird jedoch auch den höheren Energiekosten entsprechend Beachtung geschenkt, können je nach Zustand des Gebäudes und Ambitionen des Eigentümers die Kosten erheblich reduziert werden. Ganz nach dem Motto ,Mit weniger Energie mehr Erfolg,, sagt Kaufmann.

Mit Design im Einklang Dass Umweltschutz und Kosteneinsparungen durchaus mit Design in Einklang

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Neuer Firmenname

Cofely Kältetechnik: Kälte und Klima nach Maß Die ehemalige Axima Kältetechnik firmiert ab 2011 unter dem neuen Namen Cofely Kältetechnik GmbH. Die Umbenennung erfolgte auf Beschluss der GDF Suez Konzernzentrale in Paris. Für alle im Energieservicesektor tätigen Tochterfirmen wurde mit der Marke „Cofely“ ein europaweit einheitlicher Marktauftritt geschaffen. Die führende Position der Gruppe mit über 35.000 Mitarbeitenden wirkt sich für Kunden und Partner in vielerlei Hinsicht positiv aus. Die Cofely Kältetechnik GmbH steht für außergewöhnliche Kompetenz rund um wirtschaftliche und energieeffiziente Kälte- und Klimaanlagen, Wärmepumpen und Kunsteisbahnen, Service und Wartung – und das bereits seit Jahrzehnten. In Österreich gehört die Cofely Kältetechnik zu den führenden Unternehmen dieser Branche. Die Betreuung

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der Kunden erfolgt flächendeckend mit 200 Mitarbeitern durch die Standorte in Lauterach, Zirl, Wals-Siezenheim, Wels, Wien, Graz und Klagenfurt. Für Kunden und Planer ist die Cofely Kältetechnik ein äußerst zuverlässiger Ansprechpartner in allen Belangen der Kühl-, Kälte- und Wärmepumpentechnik. Aufträge von vielen namhaften Betrieben der Tourismusbranche belegen die Leistungsfähigkeit der CofelyKältemaschinen und -anlagen sowie die hohe Zufriedenheit mit den Dienstleistungen der Mitarbeiter. Zu den jüngsten Referenzprojekten gehören Kühlräume und die Kältebzw. Klimaanlagen im Hotel Sternen in Wolfurt, im Hotel Goldener Berg in Oberlech, auf dem Eventschiff Sonnenkönigin, im Hotel Grand Tirolia in Kitzbühel und dem Biohotel Stanglwirt in Going.

Cofely Kühlzelle mit Kälteaggregat Cofely Kältetechnik GmbH Langgasse 19, A-6923 Lauterach T +43 (0)5574 6705 F +43 (0)5574 6705-22 W www.cofely.info


Foto: Markus Gmeiner

TITELSTORY

Im Biomasse-Heizwerk Gaschurn sorgt Betriebsleiter Konstantin Tschanhenz dafür, dass der Betrieb reibungslos läuft.

Gemeinsam Nachhaltigkeit leben

„Sauber“ Heizen mit Biomasse-Nahwärme Zahlreiche Biomasse-Nahwärmeanlagen sind in den letzten 15 Jahren in Vorarlberg entstanden. Sie leisten einen großen Beitrag, um das Ziel „Energieautonomie 2050“ zu erreichen. In Lech wurde 1999 das damals größte Biomasse-Heizwerk Österreichs errichtet. Eines der ersten war 1998 die Biomasse-Nahwärmeanlage in der Gemeinde Hittisau.

te sowie alle Gastronomiebetriebe an der Versorgungstrasse sind Abnehmer unserer umweltfreundlichen Wärme aus erneuerbaren Energieträgern.“ Von den insgesamt 55 Abnehmern sind sechs Gastronomiebetriebe. Ihr Bedarf an Wärmeenergie beträgt gut 200.000 Kilowattstunden. Insgesamt werden 4,3 Millionen Kilowattstunden Wärmeenergie im Werk produziert.

Wenn der Hittisauer Gast durch den schönen Ortskern der Vorderwälder Gemeinde geht, fällt ihm neben der bezaubernden Natur noch eines auf: Weder bei den Einfamilienhäusern im Zentrum noch bei den Hotels rauchen die Kamine. Klaus Schwarz, Obmann des genossenschaftlich geführten Biomasse-Heizwerks, verweist mit Stolz darauf: „Der größte Teil der Haushal-

Für die Unternehmen eine Partnerschaft mit vielen Vorteilen, wie auch Jürgen Kuster von der Naturwärme Montafon weiß: „Mit der Entscheidung zur Biomasse-Nahwärme setzt der Unternehmer einen großen Schritt in Richtung umweltbewusstes Handeln.“ Geringe Installationskosten, ein wesentlich geringerer Raumbedarf als für die herkömmliche Ölheizung und

keine Wartungskosten sprechen für die Biomasse-Nahwärme. Zudem sind, so beide, die Kosten langfristig überschaubar und können kalkuliert werden. Klaus Schwarz: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich der Preis durch die Indexsicherung flacher entwickelt als beim Erdöl. Und das trotz vermehrter Nachfrage nach dem Energieträger Holz.“ Das Interesse des Gastes an umweltbewusstem und nachhaltigem Handeln ist groß: Im Montafon werden Führungen durch das Biomasse-Heizwerk aktiv angeboten und in Hittisau wurde ein Holzkulturweg errichtet, wo Holz als nachhaltige Ressource vermittelt wird.

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TITELSTORY Antonia und Wolfgang Moosbrugger aus Bizau haben ihr 40 Jahre altes Hotel Schwanen generalsaniert und in Sachen Energieeffizienz fit gemacht. Jetzt brauchen sie ein Drittel weniger Energie.

Foto: Markus Gmeiner

Wie komme ich zu den besten Förderungen?

zu bringen sind, beweisen Antonia und Wolfgang Moosbrugger aus Bizau. Für rund eine Million Euro wurde ihr 40 Jahre altes Hotel Schwanen generalsaniert. Eine neu gestaltete Außenfassade mit besserer Isolierung, Sonnenkollektoren auf dem Dach und stilgerecht renovierte Zimmer mit heimischem Holz sorgen für ein neues Urlaubsgefühl. „Die Gäste sind begeistert und wir konnten den Energieverbrauch um ein Drittel senken“, resümieren die Moosbruggers nach dem Umbau zufrieden.

Kleine Maßnahmen – große Wirkung Küche, Kühlräume und Wäscherei sind wahre Energiefresser. Das weiß Thomas 12

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Rhomberg vom Hotel Krone in Dornbirn: „Besonders im Sommer laufen die Maschinen auf Hochtouren. Hier Energie einzusparen bedeutet bares Geld. Wenn man zudem noch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann, umso besser.“ Der Hotelier hat sich entschlossen, die Abwärme der Kühlanlagen für das Aufheizen des Brauchwassers zu nutzen. Das erhitzte Brauchwasser wird hauptsächlich für die Spülmaschinen in der Küche verwendet. „Da wir im Restaurant einen à la carte-Betrieb haben, laufen unsere Spülmaschinen fast rund um die Uhr“, erklärt Rhomberg. Insgesamt verbraucht das Hotel Krone rund 6.000 Liter Wasser pro Tag. „Mit den Wärmetauschern konnten wir enorme Energiekosten einsparen.“

Investitionen in die Qualitätsverbesserung von Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben werden von Bund und Land mit verschiedenen Förderprogrammen unterstützt. Der Bund fördert über die Österreichische Hotel- und Tourismusbank Qualitätsverbesserungen im Tourismus, die zum Teil mit Landesmitteln kofinanziert werden. Im Rahmen des Tourismusförderprogramms des Landes werden auch Investitionen zur Reduktion des Energieeinsatzes gefördert. Über die Kommunalkredit Austria AG unterstützt der Bund unter anderem Investitionen in erneuerbare Energieträger und die Energieeffizienz. Die Wirtschaftsabteilung des Landes Vorarlberg prüft Investitionsvorhaben auf ihre Förderungsmöglichkeiten und berät in Sachen Förderungen von Bund und Land. Links: > www.vorarlberg.at/vorarlberg/tourismus_kultur/ tourismus/tourismuspolitik/ foerderungen/uebersichttourismusfoerde.htm

> www.energieinstitut.at > www.umweltfoerderung.at > www.oeht.at


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Fotos: Günter Laznia

Hand aufs Herz, wie gut tut Holz unseren Gästen wirklich?

Über ganz bewusste Nebenwirkungen von Holz in den Vorarlberger Gast- und Hotelzimmern. Vielleicht sollten wir eingangs definieren, was wir unter „gut tun“ im Zusammenhang mit Holz verstehen ... damit wir uns auch gleich richtig verstehen. Zu diesem Zweck stützen wir uns auf klare Fakten wie sie zum Beispiel die Herzschlagstudie liefert. Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß Holz im Erholungsbereich große Vorzüge bietet. Die Erholungsqualität durch gesunden Schlaf in einem Holzbett ist wesentlich höher als in einem Bett mit Spanplatten. Österreichische und deutsche Wissenschafter sind auch der physiologischen Wetterfühligkeit in Räumen nachgegangen und haben nach eingehenden Untersuchungen herausgefunden, daß in einem mit Holz verkleideten Raum die Herzfrequenz niedriger ist. Die Schlussfolgerung für Ing. Gerhard Martin, Vorstand der vorarlberger holzbau_kunst: Die physiologische Wetterfühligkeit ist in diesen Räumen nicht so stark vom Luftdruck abhängig. Man fühlt sich also wohler. Die Wissenschafter weisen in diesem Zusammenhang auf die besondere Balance der Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverhältnisse hin. Da liegt auch daran, sagen sie und weisen es auch nach, daß die Luftionen, die für unseren Organismus günstig sind, in einem Raum, in dem viel Holz ist (Boden, Wand , Decke, Möbel, Fenster, Tü-

ren) besser bewahrt werden. Hier können sie wirken und werden nicht wie bei Kunststoffen förmlich angesaugt ... 8600 Herzschläge weniger pro Tag, das ist die Erkenntnis, den die Studie an einer Schule geliefert hat. Rahmenbedingung für die Schüler war zum einen ein mit Holzmöbeln bzw. mit konventionellen Möbeln eingerichtetes Klassenzimmer und zum anderen die Laufzeit von 6 Monaten. Lassen sich diese repräsentativen Ergebnisse von Schüler auf erwachsene Gäste, die Urlaub in Vorarlberg machen, übertragen? Nicht 1:1, weil der Durchschnittsaufenthalt unserer Gäste 14 Tage ist und leider nicht 6 Monate. Aber die Wirkung von Holz ist von Natur aus die gleiche. Holz enthält ätherische Öle, die beruhigend wirken. Holz hat Inhaltsstoffe, die bakterientötend wirken.

werksbild, das wir in Vorarlberg unseren Gästen vor Augen führen können. Holzbaumeister Hermann Nenning: „Die vorarlberger holzbau_kunst macht es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe, unser Holz durch seine besonderen Qualitäten gezielt einzusetzen. Und gut tun ist eine davon.“ Infos: www.holzbaukunst.at

Und jetzt haben wir noch kein einziges Wort davon geschrieben, was andere Organe, genau gesagt, die Sinnesorgane zu Holz sagen. Entsteht nicht auch durch Sehen ein Wohlgefühl, vermittelt nicht unsere Nase beim Geruch von Holz Angenehmes? Es macht also Sinn, heimisches Holz in unseren Gastronomie- und Hotelleriebetrieben zu verwenden. Ganz abgesehen von der CO2-Bilanz und dem intakten Hand-

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Foto: Vorarlberg Toruismus

GASTGEBER IM O-TON

Wie grün sind unsere Gäste? Wie schätzen Vorarlberger Gastgeber das Thema ein, welche Erfahrungen haben sie gemacht? Das Tourismus-Magazin hat sich im ganzen Land umgehört.

Sabine Alge,

„Es ist ein Trend zu vegetarischen Gerichten zu beobachten – vermehrt aus ökologischen, aber natürlich auch aus Gründen der Tierliebe bzw. der Gesundheit. Auch sind unsere Gäste durchaus bereit, einen höheren Preis für teurere, dafür aber ökologisch eingekaufte Lebensmittel zu bezahlen. Die Frage nach der Herkunft von z. B. Fleisch wird häufig gestellt.“

Hotel Rickatschwende, Dornbirn

Valentin Bargehr, Hotel Rössle, Braz

„Das Interesse an der Arbeit von Bauern und Älplern ist groß. Die Sehnsucht nach Natur wird immer größer. Die Leute sind heutzutage so vollgestopft mit Informationen und medialen Einflüssen, dass sie es immer nötiger brauchen, in der Natur abzuschalten. Sie suchen hier das Einfache, wollen den Alltag hinter sich lassen – und spüren, dass die Natur sehr viel gibt.“

„Bei uns geht es vor allem um das Thema Energieversorgung, Stichwort Energiemodellregion. Leider sucht der Gast oft das Susi-Sorglos-Paket und lässt beispielsweise das Fenster offen, wenn er Skifahren geht. Es ist schwierig, da ein Umdenken zu erreichen. Ich ermuntere meine Mitarbeiter, ihr Auto zuhause zu lassen und auf Öffis umzusteigen.“

Andrea Schwarzmann,

Michael Schwärzler,

Landesbäuerin, Raggal

Hotel Haldenhof, Lech am Arlberg

„Unsere Gäste fragen immer wieder, woher die Lebensmittel und sogar woher die Handwerker kommen. Wir haben uns auf Familien spezialisiert und bieten ihnen Aktivitäten wie Orientierungswanderungen oder Wildnis-Ausflüge. Beim Basteln beispielsweise arbeiten wir nicht mit industriellen Vorlagen, sondern nur mit Naturmaterialien. Die Familien schätzen das.“

„Wir haben den Trend früh erkannt und schon vor zehn Jahren auf die Ernährungslehre von Hildegard von Bingen umgestellt. Nachhaltigkeit ist auch beim Bauen ein Thema: Bei uns haben heimische Schreiner die heimische Weißtanne verarbeitet. Mir fällt auf, dass jüngere Gäste das Thema viel stärker berührt als ältere.“ Antonia Moosbrugger,

„Nachhaltigkeit ist bei uns seit jeher ein wichtiges Thema – eine eigene Bioberglandwirtschaft, erneuerbare Energien, regionale Produkte, um nur einige Punkte zu nennen. Die Sensibilität der Gäste für dieses Thema ist spürbar – einzelne Aktionen sind nicht mehr ausreichend, die grundsätzliche Einstellung muss stimmig und ein Kreislaufdenken erkennbar sein.“

Suzanne Hugger,

Hotel Schwanen, Bizau

Bertram Rhomberg,

Kleinwalsertaler Rosenhof

Urlaubsqualität ist Umweltqualität Studien haben ergeben: Für das Leitmilieu der etablierten Postmateriellen, die Vorarlberg Tourismus ansprechen möchte, ist die Auseinandersetzung mit Fragen der Nachhaltigkeit (soziale, ökonomische und ökologische Aspekte) relevant. Das deutsche Umweltministerium hat im vergangenen Jahr ermittelt, dass für 20 Prozent der Bevölkerung Umwelt- und Klimaschutz unter den politischen Aufgabenbereichen an erster oder zweiter Stelle stehen sollten. Die Bereitschaft, persönlich mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen, haben immerhin 77 Prozent. Harald Zeiss, Umweltmanager bei TUI Deutschland, sagt: „Das Umweltbewusstsein der Urlauber steigt, Urlaubsqualität heißt für immer mehr Menschen auch Umweltqualität.“

Hotel Madrisa, Gargellen TOURISMUS 2011

Fotos: Privat

„Das Thema Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Imagefaktor. Unsere Gäste tun auch selbst etwas dafür, z.B. lassen sie die Handtücher seltener wechseln als früher. Weniger ist bei uns mehr: Das gilt auch am Frühstücksbuffet, wo es keinen Schinken aus Spanien gibt, sondern nur regionale Produkte.“

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E-BIKES

Radeln mit Strom statt Schweiß Locker in die Pedale treten, zügig vorankommen und am Ende einer Fahrradtour nicht erschöpft sein: E-Bikes machen es möglich und werden deshalb immer beliebter. Viele Tourismusregionen greifen diesen Trend auf und entwickeln spezielle E-Bike-Angebote für ihre Gäste.

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b in der Ebene oder im bergigen Gelände: Fahrräder mit Elektromotor kommen überall dort zum Einsatz, wo Radfahren angesagt ist. Es gibt sie in allen Fahrradgattungen und am häufigsten als sogenannte Pedelecs (Pedal electric cycles). Bei ihnen wird der Motor nicht wie bei einem Mofa mit einem Drehgriff geregelt, sondern über die Tretkraft: Je stärker ein Radler in die Pedale tritt, desto mehr hilft ihm der Motor – bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Radfahren ist dadurch weniger schweißtreibend.

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Das kommt an. „Die Leute sind begeistert“, sagt Markus Fessler-Jenny, Bereichsleiter Bike-Basis bei Schruns-Tschagguns Tourismus. Denn mit E-Bikes können auch eher gemütliche Radler ihren Aktionsradius erweitern und Steigungen überwinden. Auch für Partner oder Gruppen mit unterschiedlicher Kondition werden gemeinsame Radausflüge interessant. Fessler-Jenny ist überzeugt, dass E-Bikes keine vorübergehende Modeerscheinung sind. „Das ist Breitensport, der nicht mehr wegzudenken ist.“ Er rechnet damit, dass

der E-Bike-Boom heuer so richtig einsetzt. Auch deswegen hat die Region Montafon ihr Fahrradprogramm erweitert und bietet heuer erstmals geführte E-Bike-Touren an drei Tagen der Woche an. Wer will, kann aber auch eines der 30 E-Bikes, die es in der Region gibt, ausleihen und auf eigene Faust losradeln. Wegen ihrer vielen Vorteile würde Helmut Burtscher, Energiemanager der Energiemodellregion Lech-Warth, E-Bikes „bedingungslos empfehlen“. Er fährt selber


E-BIKES

Tipps für die Sicherheit E-Bikes haben ein anderes Fahrverhalten als herkömmliche Fahrräder. Folgende Sicherheitstipps sollten deshalb beachtet werden:

> E-Bikes sind schwerer als ge-

wöhnliche Fahrräder und bei gleichem Krafteinsatz auch schneller. Dies führt zu einem deutlich längeren Bremsweg. Besonders wichtig ist es deshalb, vorausschauend, aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren.

> Andere Verkehrsteilnehmer können auf den ersten Blick Fahrräder und E-Bikes nicht voneinander unterscheiden. Deshalb unterschätzen Sie oft das Tempo von E-Bikes.

Auf zwei Rädern über alle Berge: Immer mehr Tourismusregionen bieten ihren Gästen E-Bike-Verleihs und geführte Touren an.

immer wieder gern damit und ist „jedes Mal beeindruckt, wie begeistert die Gäste von einer solchen Radtour zurückkommen“. 20 E-Bikes gibt es in der Verleihstation in Lech. In der Vorjahressaison seien sie bei gutem Wetter ständig unterwegs gewesen. Zwar bringe das E-Bike-Angebot der Energiemodellregion in energetischer Hinsicht nichts – es sei denn, es würden tatsächlich Autofahrten damit ersetzt. „Aber die Gäste machen eine Erfahrung, die sie mit nach Hause nehmen. Und wir können uns als Region profilieren“, sagt Burtscher. Lech-Warth ist seit 2010 österreichische Energiemodellregion. Ziel ist die ambitionierte Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in den Bereichen Mobilität, Wärme und Strom. Das Projekt wird vom

österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert. Auch Theresia Egger, Talschaftsmanagerin im Brandnertal, ist sicher, mit dieser Form der sanften Mobilität breite Gästeschichten ansprechen zu können – nicht nur sportlich aktive Menschen, sondern auch Familien und jene Gäste, die entspan-

Foto: Schruns-Tschagguns Tourismus

> Ein Fahrradhelm sollte unbedingt getragen werden. > Wer mit Licht fährt, wird besser gesehen – auch am Tag.

nt aktiv sein wollen. Deshalb plant das Brandnertal in Zusammenarbeit mit dem Montafon Regionen-übergreifende E-Bike-Angebote mit Verleihstationen und geführten E-Bike-Touren. Die Einzelheiten des Konzepts werden derzeit noch ausgearbeitet. „Wir merken aber jetzt schon bei den Gästen, dass E-Bike-Angebote für sie interessant sind“, sagt Theresia Egger.

„Ich bin beeindruckt, wie begeistert die Gäste von so einer Radtour zurückkommen.“ Helmut Burtscher, Energiemanager Lech-Warth

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ARBEITEN IM NETZWERK

Mit t5 startet ein lernendes Netzwerk für Vorarlberger Tourismusbetriebe Das Thema Nachhaltigkeit spielt in Vorarlbergs Tourismus eine große Rolle. Die Tourismuswirtschaft positioniert sich damit im internationalen Wettbewerb. Um die Betriebe noch besser darin zu unterstützen, die Nachhaltigkeitsprinzipien umzusetzen, starten Ökologie-Institut und Energieinstitut gemeinsam im Auftrag der Wirtschaftskammer noch dieses Jahr das Programm t5.

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orbilder für t5 sind das e5-Programm für Gemeinden und das Ökoprofit-Programm des Landes Vorarlberg. t5 soll ein lernendes Netzwerk sein, in dem Tourismusbetriebe Erfahrungen austauschen und Neues lernen. t5 will den Tourismusbetrieben helfen, ihr Nachhaltigkeitsprofil zu gestalten und dieses den Gästen zu kommunizieren. „Ziel des Projekts ist es, ein Wir-Gefühl zu entwickeln, das auf gemeinsamem Denken und Handeln basiert“, erklärt Willi Sieber vom Ökologie-Institut.

wickeln mit dem Begleitteam gemeinsam den konkreten Inhalt und Ablauf innerhalb der Themenfelder Planung & interne Organisation, Bauten & Anlagen, Essen & Trinken, Mobilität, Ver- und Entsorgung, soziale Nachhaltigkeit sowie Kommunikation & Kooperation.

In der Pilotphase von t5 werden zehn Betriebe in einem einjährigen Prozess von Experten begleitet. Die Betriebe ent-

t5 ist keine neue Zertifizierung, sondern ein betriebsinterner Optimierungsprozess. Im Rahmen von t5 können die Betriebe

Parallel zu den Workshops analysieren Fachleute jeden der zehn Pilotbetriebe und führen ausführliche Beratungsgespräche mit den Inhabern zu Aspekten der Nachhaltigkeit.

„Wir wollen t5 zu einem praxistauglichen Instrumentarium entwickeln, das weiteren interessierten Betrieben angeboten werden Markus Kaufmann, Energieinstitut kann“ 18

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aber das Umweltzeichen für Tourismusbetriebe oder die Ökoprofit-Zertifizierung anstreben. Die Pilotbetriebe stellen nach der einjährigen Prozessphase den Kern des t5-Netzwerks, das einen ständigen Austauschprozess und Kompetenzzuwachs garantiert. „Wir wollen t5 zu einem praxistauglichen Instrumentarium entwickeln, das weiteren interessierten Betrieben angeboten werden kann“, sagt Markus Kaufmann vom Energieinstitut. t5 ist eingebettet in die Vorarlberger Tourismusstrategie, die derzeit ausgearbeitet wird. Eine Steuerungsgruppe aus Vertretern des Landes, der Wirtschaftskammer und von Vorarlberg Tourismus sichert diese Einbindung.

> Info / Kontakt: Willi Sieber, ÖkologieInstitut, sieber@ecology.at und Markus Kaufmann, Energieinstitut, markus.kaufmann@energieinstitut.at


ARBEITEN IM NETZWERK

NACHHALTIGKEIT

Illustration: Werkstatt West

Wir sind umgezogen!

Weitere Zertifizierungen im Bereich Nachhaltigkeit: EMAS (europäisches Zertifikat): EMAS ist ein freiwilliges Umweltmanagementsystem innerhalb der Europäischen Union. Die Abkürzung EMAS steht für „eco-management and audit scheme“. Das Ziel von EMAS ist die kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes. Mit Hilfe von EMAS können ökologische und ökonomische Schwachstellen in Organisationen beseitigt sowie Material, Energie und damit Kosten eingespart werden. An EMAS können sich alle Organisationen der Privatwirtschaft sowie des öffentlichen Sektors freiwillig beteiligen. > www.emas.gv.at Umweltzeichen für Tourismusbetriebe: Mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Tourismusbetriebe wurde im Jahr 1996 ein Gütesiegel geschaffen, das umweltbewusstes Management und soziales Handeln eines Tourismusunternehmens nach außen demonstriert. Die zertifizierten Betriebe setzen sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen ein, schauen auf das Wohlbefinden der Gäste und sparen dabei auch noch Betriebskosten. Das Österreichische Umweltzeichen kann jeder Tourismusbetrieb erwerben – von der Schutzhütte über Campingplätze bis zum Fünf-Sterne-Hotel. > www. umweltzeichen.at

Der Erfolg unserer Kunden steht bei uns im Mittelpunkt. Mit dem neuen Standort in Dornbirn verfügen wir über eine bessere Infrastruktur und ausreichend Platz.

Umweltzeichen Green Meetings: Auch Veranstalter von Kongressen und Messen setzen zunehmend auf Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Sozialverträglichkeit. Anstatt Müllberge und Verkehrslawinen zu verursachen, zeichnen sich Green Meetings durch erhöhte Energieeffizienz, Abfallvermeidung und umweltschonende An- und Abreise der Gäste aus. Zentrale Aspekte sind auch regionale Wertschöpfung und soziale Verantwortung. > www.greenmeetings.umweltzeichen.at ÖKOPROFIT: ÖKOPROFIT ist ein Programm zum Aufbau eines prozessorientierten Umweltmanagementsystems. Es bietet Betrieben individuelle Beratung, gemeinsame Arbeit in Workshops und Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung und Behörden. In Vorarlberg wird ÖKOPROFIT seit 1996 praktiziert und seit 2002 von einer starken Partnerschaft getragen: Stadt Dornbirn, Industriellenvereinigung Vorarlberg, Vorarlberger Umweltverband, Wirtschaftskammer Vorarlberg und das Land haben sich in einem Projektbeirat zusammengeschlossen, um die Initiative materiell und ideell zu unterstützen. Derzeit gibt es über 240 ÖKOPROFIT-zertifizierte Betriebe im Land. > www. oekoprofit.com

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GREEN MEETINGS

Grüner tagen, Foto: Bruno Klomfar

schöner tagen

Nachhaltige Kongresse: Das Festspielhaus Bregenz ist eines der ersten Veranstaltungshäuser Österreichs, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen Green Meetings zertifiziert wurden. 20

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GREEN MEETINGS

Lebensmittel aus der Region, Energieeinsparung und Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Nicht nur Tourismusbetriebe, auch Veranstalter von Kongressen und Messen setzen zunehmend auf Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Sozialverträglichkeit. Das Festspielhaus Bregenz ist eines von vier Veranstaltungshäusern in Österreich, das das Umweltzeichen Green Meetings führt.

S

ie reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, tagen in Räumen, die möglichst wenig Energie brauchen, werden mit Verpflegung von regionalen Anbietern verwöhnt und trinken in der Pause fair gehandelten Kaffee: So sehen die idealen Gäste des Festspielhauses Bregenz aus. Um diese Vision wahr werden zu lassen, machten sich die Mitarbeiter gemeinsam auf den „grünen“ Weg. Schritt für Schritt nahm das Team die einzelnen Bereiche des Hauses unter die Lupe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Caterer im Haus, die evenTZ hospitality GmbH, verwendet vorwiegend regionale und saisonale sowie bio-zertifizierte und fair gehandelte Lebensmittel. Unnötiges Verpackungsmaterial und Einweggeschirr werden vermieden. Für die Warmwasseraufbereitung im hauseigenen Restaurant „buehnedrei“ wird die Abwärme der Kühlräume verwendet. Durch gute Dämmung muss das Festspielhaus seit der Generalsanierung weniger geheizt werden, Glasfronten verringern den Bedarf an künstlichem Licht. Nach dem Vorbild der Bregenzer Festspiele strebt das Festspielhaus an, in Kooperation mit den jeweiligen externen Kultur-Veranstaltern die An- und Abreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Ticketpreis zu inkludieren.

„Wir nehmen unsere ökologische und soziale Verantwortung schon seit Jahren aus Überzeugung wahr und freuen uns sehr, dass wir als eines der ersten Häuser das offizielle Umweltzeichen führen.“

Gerhard Stübe FestspielhausGeschäftsführer

Für sein Engagement bekam das Festspielhaus Bregenz vergangenen Herbst von Umweltminister Niki Berlakovich als zweites Veranstaltungshaus in Österreich das Umweltzeichen Green Meetings verliehen und bietet seither zertifizierte „Green Meetings“ an. „Wir nehmen unsere ökologische und soziale Verantwortung schon seit Jahren aus Überzeugung wahr und freuen uns sehr, dass wir als eines der ersten Häuser das offizielle Umweltzeichen führen“, sagt Geschäftsführer Gerhard Stübe. Auch ihre Kunden wollen die Festspielhaus-Mitarbeiter von der grünen Idee überzeugen: „Wir unterstützen unsere Partner bei der Umsetzung“, so Stübe. Generell bekommt jeder Kunde ab sofort zuerst ein „grünes“ Angebot und nur auf Nachfrage ein konventionelles.

Green Meetings Das österreichische Umweltzeichen Green Meetings wurde vom Umweltministerium gemeinsam mit der Kongressbranche und dem Verein für Konsumenteninformation entwickelt. „Veranstaltungen sollen effizienter und moderner werden, die Wettbewerbsfähigkeit des Kongress-Standorts Österreich erhöhen und gleichzeitig die Umwelt schonen“, sagt Umweltminister Niki Berlakovich. Um das Siegel zu bekommen, muss der Veranstalter bestimmte Vorgaben erfüllen. Dazu gehören zum Beispiel CO2-Reduktion, umweltfreundliche Unterkünfte, Angebote zu umweltverträglicher Anreise und Mobilität vor Ort, umweltfreundliches Material- und Abfallmanagement sowie soziale Aspekte.

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TOURISMUS-INNOVATIONEN

Innovative Tourismusprojekte ausgezeichnet Im Rahmen des Vorarlberger Tourismusforums hat die Vorarlberg Tourismus GmbH auch heuer wieder innovative Tourismusprojekte ausgezeichnet. Im Travel Charme Ifen Hotel in Hirschegg überreichten Christian Schützinger und Landesrat Karlheinz Rüdisser zwei Hauptpreise, zwei Anerkennungspreise sowie den Sonderpreis für nachhaltige Tourismusprojekte. Die zwei Hauptpreise gingen an das Kooperationsprojekt „berge. hören“ von Bludenz Kultur gGmbH und Alpenregion Bludenz Tourismus GmbH sowie an die private Initiative „Frau Kaufmann kocht“. Der Sonderpreis „Nachhaltigkeit“ ging an das Festspielund Kongresshaus Bregenz.

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er jährlich ausgerufene Wettbewerb zeichnet Projekte aus den Bereichen Angebot, Marketing oder Mitarbeiter aus, die im Sinne des Tourismusleitbildes 2010+ des Landes sowie der Werte und Qualitäten der Tourismusmarke Vorarlberg vorbildhaft sind. Die Auszeichnung ist eine Anerkennung für das Engagement der Projektträger und soll durch die jährliche Auswahl beispielhafter Projekte Signalwirkung nach innen haben. „Diese Signalwirkung ist der Jury ein besonderes Anliegen“, betont Jurymitglied Brigitte Plemel. „Wenn dieses Enga-

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gement auch andere Leistungsträger und Produktgestalter in Orten und Regionen ansteckt und anspornt, fördert dies jene Innovationskultur, die wir für den touristischen Erfolg brauchen. Erfreulich ist, dass es heuer zahlreiche Einreichungen für sehr gut gemachte neue touristische Angebote gab. Dies zeigt, dass sich in der Branche einiges bewegt.“

Natur und Kunst begeistern die Gäste Das Projekt: „berge.hören“ – Kultur- und Genusswanderungen wurde mit einem Hauptpreis (2000 Euro Preisgeld und Innovations-Award) ausgezeichnet. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Bludenz Kultur gGmbH und der Destination Alpenregion Bludenz. In Kooperation mit dem Walserherbst, BergAktiv und den jeweiligen Hüttenwirten und Leistungsträgern wurden im August und September 2010 Kultur- und Genusswanderungen mit Künstlern angeboten. Kultur- und musikinteressierte Feriengäste sowie Einheimische konnten Musik hören, Landschaften entdecken und begreifen, kulinarisch genießen und den Künstlern persönlich begegnen. Die Termine waren ausgebucht – je nach Lokalität nahmen 25 bis 50 Personen an den Wanderungen teil. „Ein Rundumerlebnis für Augen, Ohren und Gaumen und ein originelles Kunst-/ Tourismusprojekt im ländlichen Raum“, befand die Jury. Möglich geworden durch eine beispielhafte Kooperation von Kul-

turveranstaltern und Tourismusanbietern. Das Projekt „berge.hören“ wird im Herbst 2011 weitergeführt.

Kochschule für Genussmenschen Über den zweiten Hauptpreis kann sich die Kleinunternehmerin Karin Kaufmann freuen. Sie gründete unter dem Titel „Frau Kaufmann kocht“ eine Kochschule im ehemaligen Gasthaus Engel in Egg. Die neue Kochschule ist ein Lern- und Erlebnisangebot für Genussmenschen in Vorarlberg, in den grenznahen Regionen Deutschlands, in der Schweiz und in Liechtenstein. Angesprochen sind Privatpersonen genauso wie Firmen und Institutionen. Angeboten werden Kurse zu den Themen „Kochen für jeden Tag“ „Kochen im Team“ und „Kochen im Urlaub“ – letzteres exklusiv für Gäste des Hotels Post in Bezau. „Es gibt in Vorarlberg engagierte Köchinnen und Köche, die in ihrer Küche immer wieder Kochkurse veranstalten. Eine eigene Kochschule, die handwerkliche und geschmackliche Fähigkeiten einer regionalen Küche vermittelt – noch dazu im besonderen Ambiente eines renovierten 300 Jahre alten Gasthauses – das ist neu in Vorarlberg“, so die Begründung der Jury. Bemerkenswert seien außerdem das einzelbetriebliche Engagement sowie die zwischenbetrieblichen Kooperationen.

Dynamische Weiterentwicklung Zwei Anerkennungspreise (jeweils eine Urkunde und 1000 Euro) überreichte die Jury an das Hotel Schwanen in Bizau und an das Hotel Krone in Au. Im Hotel Schwanen zeichnete die Jury die „überlegte und konsequent realisierte Transformation eines Landgasthofs zu einem Hotel mit regionaler, gesundheitsorientierter Küche auf hohem Niveau“ aus. Die Herausforderung in einem hoch entwickelten Tourismusland wie Vorarlberg ist nicht nur die Sanierung bestehender Anlagen, sondern die dynamische Weiterentwicklung von bestehenden Betrieben. Der Schwanen wurde als äußerst gelungenes Beispiel für die Verbindung von Innovation und Tradi-


Wenn Frau Kaufmann kocht, können Urlaubsgäste jede Menge lernen.

tion sowie Regionalität mit Gesundheitsund Genussorientierung ausgezeichnet. Es ist heute selbstverständlich, dass in einem Beherbergungsbetrieb Restaurant, Zimmer und Wellness-Angebot regelmäßig einer Frischzellen-Kur unterzogen werden. „Mit der letzten Umbauetappe des Schwanen hat die Positionierung des Betriebes über die regionale Genuss-Qualität seine gelungene Entsprechung in der baulichen und energieeffizienten Gestaltung gefunden“, so die Jury.

Kulturprogramm wird zum Exportschlager Das Hotel Krone in Au erhielt den Preis für sein außergewöhnliches Kundenbindungsprogramm, verbunden mit der Vermittlung von Lebenskultur. Gastgeber Walter Lingg bietet seinen Gästen seit Jahren einen ganz besonderen Einblick in die Kultur des Ortes: Wöchentlich führt er seine Hotelgäste durchs Dorf, erklärt die Geschichte der Region, die Landwirtschaft, die Handwerksstruktur, die Käseerzeugung, die Bemühungen um energieeffizientes Bauen und erzählt abschließend in der Pfarrkirche die Geschichte der Barockbaumeister. Die Vermittlung dieses kulturellen Erbes begann vor über zehn Jahren mit der „Teestunde mit der Königin“ (Orgelkonzerte in der Auer Kirche und Informationen zu den Barockbaumeistern). Nun ist es zu einem Kulturexport geworden. Walter Lingg besucht mit dem Auer Organisten seine Gäste in ihrer Heimat – dort, wo einst die Bregenzerwälder Barockbaumeister beeindruckende Sakralbauten geschaffen haben: Im Elsass und im

Foto: Alpenregion Bludenz Tourismus

Foto: Roswitha Natter

TOURISMUS-INNOVATIONEN

Landschaft mit Musik: Beim Projekt berge. hören begleiten Künstler die Wanderungen.

Schwarzwald zum Beispiel werden die Gäste zu einem Konzert mit Kirchenführung eingeladen. Nach dem Konzert lädt die Krone zu einem Glas „Orgelwein“ – genau so, wie es die Gäste bei ihrem Urlaub in der Krone erleben. In der Zwischenzeit bekommt das Hotel Krone Einladungen aus verschiedenen Regionen, verbunden mit dem Wunsch, auch dort Konzerte zu veranstalten.

Im Festspielhaus spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle Der Sonderpreis für ein Projekt mit besonderem Nachhaltigkeitswert (ein Award und 2000 Euro Preisgeld) geht an das Festspiel- und Kongresshaus Bregenz für sein Engagement, nachhaltiges Denken und Handeln als tragende Säule der regionalen Wertschöpfung im Kultur- und Kongresstourismus zu implementieren. Dieses Engagement hat zwei Dimensionen: Die Ökologisierung des betrieblichen Ablaufs, um sich glaubhaft als „umweltbewusster

Gastgeber“ zu zeigen. Dies erfolgte zum Beispiel durch die Ökoprofit-Zertifizierung. Das Engagement des Festspiel- und Kongresshauses geht aber noch weiter: Es ist eines der ersten Veranstaltungshäuser Österreichs, die vom Umweltministerium mit dem Österreichischen Umweltzeichen Green Meetings ausgezeichnet wurden. Das heißt, dass das Haus zertifizierte Green Meetings abhalten kann und dieses Angebot auch an externe Veranstalter weitergibt. Green Meetings ist ein Siegel für CO2-Reduktion, umweltfreundliche Unterkünfte, Angebote zu umweltverträglicher Anreise, Verwendung von Bio-Produkten sowie umweltfreundliches Material- und Abfallmanagement. Die Jury für die Innovationspreise bestand aus der deutschen Journalistin Dietlind Castor, Beate Fritsch vom Jungen Gastgewerbe, Klaus Allgäuer als Vertreter der örtlichen und städtischen Tourismusorganisationen, Astrid Keckeis von der Wirtschaftsabteilung des Landes Vorarlberg, Willi Sieber vom Ökologie-Institut und Brigitte Plemel von der Vorarlberg Tourismus GmbH.

Umweltminister Niki Berlakovich überreicht Festspielhaus-Geschäftsführer Gerhard Stübe die Urkunde für das Österreichische Umweltzeichen Green Meetings. TOURISMUS 2011

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AKTUELLES VON VORARLBERG TOURISMUS

MEHR EMOTION. MEHR INFORMATION

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ie Website von Vorarlberg Tourismus www.vorarlberg.travel präsentiert sich seit dem 1. Mai in neuem Layout und mit neuen Funktionalitäten. Ob Bilderwelten oder Videoclips, thematische Urlaubsideen oder interaktive Karteninformationen, buchbare TopAngebote oder Veranstaltungstipps – die Inhalte sind vielfältig, die Struktur der Seite ist leicht verständlich, das Design klar und reduziert. Der Gast findet anregende Urlaubsideen, geografische Orientierung und detaillierte Informationen für seinen Urlaub in Vorarlberg. Die Tourismusmarke Vorarlberg wird auf der Website inhaltlich und gestalterisch durch die redaktionelle Aufarbeitung markenrelevanter Inhalte vermittelt. Durch die Integration von Inhalten aus externen Systemen wie der Geodatenbank ent-

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TOURISMUS 2011

stehen neue Funktionen wie interaktive Wanderkarten- und Mountainbike-Informationen. Vorarlberg Tourismus entschied sich für im Internet übliche und vom User gelernte, klassische Navigationsstrukturen: Die Hauptnavigation ist horizontal, die Subnavigation vertikal ausgerichtet. Somit bleibt das Hauptmenü während des gesamten Surfvorgangs sichtbar. Gäste finden auf der Website konkret buchbare Top-Angebote der Tourismusdestinationen, von Partner-Betrieben aus Marketing-Kooperationen sowie – für eine allgemeine Unterkunftssuche – Direktlinks zu den regionalen Buchungsplattformen und Unterkunftskatalogen. Ein eigener Hauptmenüpunkt führt zur Präsentation der Tourismusdestinationen. Jede Region wird mit einem Teasertext, der aufklappbaren Ortsliste sowie einem

großen Bild aus der Destination dargestellt. Die Destinationsumrisse sind auf der Vorarlberg-Karte eingebunden. Die Implementierung des Facebook„LIKE-Buttons“ auf jeder Seite sowie Social-Bookmarks ermöglichen es dem Besucher, Artikel auf seine eigenen Facebook- oder Twitter-Seiten zu verlinken und so Inhalte mit Dritten zu teilen. Die Website wird so zu einem Instrument für Empfehlungsmarketing in der digitalen Welt. Sie wurde auf die Funktionstüchtigkeit und Flexibiliät hin ausgerichtet, die heutzutage beste Erreichbarkeit und Darstellung in diversen Browsern ermöglicht - auch auf mobilen Endgeräten wie dem iPad. Die neue Homepage wurde von der Tiscover GmbH/Webfactory mit Sitz in Innsbruck umgesetzt. www.vorarlberg.travel


AKTUELLES VON VORARLBERG TOURISMUS

IMAGEKAMPAGNE DEUTSCHLAND „Sommerglücksmomente“ lautet das Motto der neuen Deutschland-Kampagne. Kernstück des gemeinsamen Werbeauftritts der Österreich Werbung und der neun Landestourismusorganisationen sind individuelle Glücksmomente, die Gäste bei einem Urlaub in Österreich erleben können. Zentrales Kampagnenelement ist das Sommerglücksmomente-Magazin in einer Auflage von zwei Millionen Stück, das namhaften deutschen Printmedien wie Die Zeit, Süddeutsche Zeitung oder Eltern Family beigelegt wird. Der Marketingmix der Kampagne umfasst darüber hinaus Imagespots im Radio, klassische Medienarbeit, Onlinewerbung sowie Direct Marketing. Mit der gemeinsamen Kampagne liefert die Allianz der 10, die Arbeitsgemeinschaft der Österreich Werbung und der neun Landestourismusorganisationen, auch 2011 einen starken Auftritt auf dem wichtigsten Herkunftsmarkt für den österreichischen Tourismus.

BLICK.WECHSEL – WANDERSOMMER IN VORARLBERG Vorarlberg Tourismus hat für den Wandersommer 2011 eine neue Broschüre aufgelegt, die sich besonders mit Touren im „Horizon Field“ (Antony Gormleys Landschaftsinstallation im alpinen Hochgebirge Vorarlbergs) befasst. Darin stellen fünf Wandermeister ihre Lieblingswege vor. Kostenlos erhältlich bei den lokalen Tourismusbüros und bei Vorarlberg Tourismus, Poststraße 11, 6850 Dornbirn, T:+43/ (0)5572/377033-0 oder auf www.vorarlberg.travel/prospekte

PRESSEKONFERENZ ZUM SOMMERSTART Bei einer Pressekonferenz zum Sommerstart informierte Vorarlberg Tourismus die Medien unter anderem über die neue Website,

Die Kampagne ist abrufbar un-

die Wanderbroschüre zu Gorm-

ter www.austria.info/sommer

ley, Sommer-Angebote für Gäste sowie aktuelle Daten und Trends vom internationalen Reisemarkt.

Ihr Zustellprofi in Vorarlberg!

Fotos: Vorarlberg Tourismus

GEODATA-SERVICE ONLINE Ein zentrales Angebot der neuen Website ist die GeodataFunktion. Mit Hilfe einer Layer-Anwendung können Angebote zu einem bestimmten Themenbereich auf der VorarlbergKarte abgebildet und interaktiv verknüpft werden. So zeigt die Karte beispielsweise Wandertouren mit Höhenprofil, Gehzeit und Schwierigkeitsgrad an. Mit dem „Horizon Field“-Layer sind so auch Wanderungen zu den Skulpturen von Antony Gormley recherchier- und planbar. Ein Klick führt zum entsprechenden Live-Bild. Gäste können die Touren in 3D auf Google Earth betrachten, eine GPX-Datei oder gleich die gesammelten Informationen als pdf-Datei herunterladen. Diese Informationen werden laufend erweitert. Nicht nur Wanderer profitieren von dem neuen Tool. Georeferenzierte Informationen sind auch für die Themen Rad & Bike sowie für „Points of Interest“ (bestimmte Sehenswürdigkeiten) hinterlegt. www.vorarlberg.travel

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erleben TOURISMUS 2011

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GEHEIMTIPPS

Dem Alltag entfliehen und

Ein Moment zum Innehalten: Weitblick vom Bergrücken der Niedere.

Es sind die kleinen Glücksmomente, die einen Urlaubstag so besonders machen. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen. Dann kann man genießen. Begegnungen mit Menschen und mit der unverfälschten Natur. Man muss sie nur finden – die Orte des kleinen Glücks. Als Gastgeber kennen wir die Orte für Wanderer, Sportler und Genießer.

„Hallo Schönheit!“ Man atmet tief durch und spürt die Weite – ein magischer Augenblick. Über den sonnigen Bergrücken der Niedere schwebend, entführt eine neue Pendelbahn zu einem der schönsten Aussichtspunkte im Bregenzerwald. Das überwältigende Panorama schenkt jedem Gast einen sagenhaft schönen Rundumblick.

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Glücksmomente finden

Für alles ist ein Kraut gewachsen

Das Ungewöhnliche meistern

Glücksmoment Genuss

Die positive Wirkung von Kräutern ist unbestritten. Noch schöner ist es, wenn man Menschen begegnet, die eine unglaubliche Leidenschaft für die Produkte haben und diese liebevoll veredeln. Lydia Fritz aus Hirschegg verarbeitet die Kräuter achtsam und liebevoll zu Kräutertees, Balsamen, Körperpflegeölen, Tinkturen, Heu-Badebomben und vielem mehr ...

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GLÜCKS.MOMENTE Sie stehen oben. Sehen, wie der Tag erwacht. Neugierig streckt die Sonne ihre Strahlen empor. Wirft ein neues Licht auf Landschaft, Menschen, das Leben selbst. Vorarlberg öffnet Ihnen die Augen. Für die Schönheit des Schlichten und die Einfachheit des Genießens. Was für ein Glück. Vorarlberg Tourismus, Postfach 99, 6850 Dornbirn, Österreich T: +43 (0)5572/377033-0, F: +43 (0)5572/377033-5, info@vorarlberg.travel, www.vorarlberg.travel


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